s^'SsrfsSi 161. Jahrgang Zweiter Blatt Nr. 174 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag». d sollen ver auszu L. St. der liebende Si Denkmal, mit am 6 Jtuguft, Bachtiarcn £« „eigener Ze-llleadläNer" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, du» „Kreisblatt für den “Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die .^andwirtlchaftlichrn 5ctU fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Bildnisse, das angebliche des H. Imhof im Museum zü Madrid und das des Hieronymus Holzschuher im Kaiser- dem kalten Fallbein der Guilottine geftorbcn, und lange konnte der liebende Lohn dreien grausamen Verlust 'nicht verwinden. In jenen Tagen lebte er saft nur der (Simamfeit und seinen botanischen . Studien, und täglich wanderte der junge Amvöce stundenlag in Friedrich-Museum zu Berlin gemalt hat. ocn Feldern und Viesen der Umgebung von Poleynieux sor-chend und sinnend umher Aus einer >olchen Vanderung begegnete er eines schönen Tages einem jungen Mädchen, das in Der (begrab' fremd sein mußte, denn er hatte es noch nie vorher gesehen.: 3u kam aus i;ari»: an dem unheilvollen Tage, da Miau ocn alten Ampere tm Starren jur Guillotine schleppte, srand das Madch.n auf der Straße. Als der traurige Zug vorüber ka.n, sah sie, wie der alte Ampere sein Taschentuch in die tWeng warf und dabei riri: „Welche mitfühlende Seele wird dies meinem! Sohne überbringen?" Tas Mädchen nahm das Tuch auf und suchte nach Dan Sohne des Toren, bis sie ihn endlich in dem friedlichen kleinen Torfe bei Lyon fand Allein und zu Fuß: war sic von der Hauotnadt über Berg und Tal cinbergewandert, ■ um den leeren Wunsch eines sterbenden Balers zu erfüllen Zwei, Jahre nach der ersten Begegnung waren dies junge Mädchen und der junge Arnväre ein glückliches Paar. Tas Tenhrarf, das jetzt am Jahrestage dieser Hochzeit enthüllt wird, ist so ausgestellt, daß der Blick des verewigten (belehrten weit hinaus idureiten kann über das Feld, wo er ernst die künftige Ge'ährtox seines Lebens zum ersten Male sah. 2000 Reiter teierhd) in dem kleinen Torte Polneynicux in der Umgebung von Lyon enthüllt werden.' ein Tcnlmal für .'Innere, dessen Name in der Geschichte der Elektrizität sortleben wird, so lange oie Menschheit elektrische straft benutzt. Venn einfl französische n her Walhalla gestatten. Bis irnt habe er nort) keine Antwort erhalten Irr BorNtzendc regte an daß nunmehr d,e Teutschc Turnerschast als ioidv mit einer entsprechenden Eingabe an den Prinzregenten Ixraiurctcn io le. — öcublein bittet, davon abzusehen, da hei greioUimtag Bayerns jieb tm Oktober mit der Angelegenbeit bcidwittgen werde. wird darauf nach dem Wunsche Heublems brichlolsen. - aus der Goetz-Stiftung soll en 11200 Marl an 34 V creinc I legie daran! den Haushaltsplan für das kommende xtahr vor, 'In Einnahmen und Ausgaben find 31 500 »ark eingesetzt. Tarmn nahm der Ausschuß zur «ta di on trage Stellung Professor Reinhardt .Berlin, luhrle btcryi aus, da» die Stadionfrage keine lokale Berliner Angetegcnheit sc. Ur- ivninghm zur Pserderennbahn bestimmt, fa auf .'Inregnng oe» Maiictö der Platz zu einer Stätte des Turnens, spielens, ccMmnv- menS uiw. geworden. Tas Stadion soll int Jahre 131b gdegcntlidi der ?x nie i national en Olympischen Svstle, an denen sich die tünche Turncrfckaft beteiligen tverde, erönnet werden Etz uettc, nch an den Vorarbeiten zu beteiligen, bannt man fpater audi .hedilc Daran Habe. Biel kleinere Bcrhände als die Trutidv lurnet- schast Hätten bereits Beiträge gezeichnet. Er beantrage daher, ui oen Haushaltsplan 1000 Mark für das -talnon emzu- iielleii und 'pater einen Iahtesbeitrag in glcidwr X'olK zu leisten. Ui gebe zu. daß Die Berdilcnisse tntiädüid) nichts ganz klar liegen, abu wer nicht wage, könne nicht gcioinnen., -irr Antrag ivuroe hierauf angenommen. Sodann wurde der .Haushaltsplan 1 ’ Tamii war die Tagcsordiutng erledigt und die öffentliche Zjtzung wurde geschlossen. — Abends sand im Zoologtsdjen Garten eine BegrüßttngSfeter statt. Die wirren in Persien. London, 26. Juri. „Standard" meldet aus Teheran vom 25. Juli Medjid ed Tauleh, der am ksonn* tag verhaftet worden ist, wurde heute h i n g c rickj t e t. Teheran, 26. Juli. Hier werden Expeditionen gegen Mohammed Ali nnd Salar e Ta ul eh ausgerüstet. Tie sprachen haben, sogleich schicken. Moiz cs Saltanch. der Parteigänger Latrars und Bagirs, soll zum Führer der Expedition und zugleich zum Gouverneur von Asterabad und Masanderan ernannt wer-- den' Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, die Hilfe des berüchtigten kaukasischen Terroristen, Sck)ridar Ehan. in Anspruch zu nehmen. Au s das Haupt M o h a m m c d Alis ist ein P reis gesetzt; ALörder werden angc- worbcn. Stündlich wird die Einnahme von stcrmanschah durch Salar cd Tauleh erwartet. In Hainadan sind die Behörden geflohen. Tie Burger baten den Prinzen, in die Stadt einzuziehen. In Meschcd hat sich die Geistlichkeit gegen die Verfassung ausgesprochen. Tic Zahl der Anhänger Mohammed Alis scheint im Wachsen zu sein. Donnerstag, 27. Zull 19U Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Unioersttäts-Buch- und eteinbruderei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Gjpebition und Tmderei: bchul- ftrafee 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. rel.'Adr^AnzeigerGießen. Sclbjtbilönifie Albrecht Dürers. Das zu Frankfurt a. M. in der Sakristei der Deutsche Ordenslirche, eines gotischen Baues des 14. Jahrhunderts, aufgefundene Selbstbildnis Türers, eine .^albftgur nut langen Locken, federgeschmücktem Barett, Pinsel und Palette in der Linken und einer Inschrifttafel in der Rechten, bildet, falls es echt ist, zu den bisher bekannten selbst bildnissen des Meisters eine Ovillkommene Ergänzung. Dürer hat das Bild laut Angabe der Tafel im Jahre l->‘-5, also nicht lange vor seinem am 6. April 1528 erfolgten Tode, genial.. Dementsprechend muß das Aller des damals .>4 jährigen Mannes in den Zügen überzeugend ausgeprägt sein. In jüngeren Jahren hat sich Dürer häufiger gemalt. Schon als Dreizehnjähriger zeichnete er mit dem Silber stift das lebenswahre Selbstbildnis, das die Albertina in Wien als köstlichen Besitz hütet. Eine Inschrift besagt: hab ich aus etm Spigell nach mir selos kunterset int 1484 Ior, do ich noch ein Mint was.' Albrecht xurcr'' Ein anderes Selbstbildnis, mit wenigen Federstrichen aui das Papier geworfen, befindet sich in Erlangen. Es stellt den nach Sclditändigkcit ringenden Jüngling dar, der mit aufgestütztem .stopf gedankenvoll ins Weite blickt. Gine Datierung fehlt, doch läßt sich die Entstehung unschwer Der zwischen Cftcrir 1490 und April 1494 fallenden Wanderzeil zuweisen. Dann kommen drei trefflich gemalte Selbstbildnisse aus den Jahren 1493, 1498 und 1500. 2ic bestätigen das Urteil des Jochim Eamerarius, des ersten Rektors des von Melanchton gegründeten Nürnberger Gymnasiums, daß Dürer ein schöner Mann gewesen sei. „Ihm hatte", so Jd/rci&t Eamerarius in der Vorrede zu seiner lateinischen Uebersetzung der Provortionslehre 1532, „die Natur einen Mörpci gegeben, ansehnlich in Bau und Gliederung, entsprechend dem schönen Geiste, den er enthielt. — Sein Kopf war ausdrucksvoll, das Auge leuai tend, die Nase edel geformt und: was die Gricckjen vier eckig' nennen (b. i. gebogen), der 5?als etwas lang, die Brust weit, die Beine stramm. Nichts Zierlicheres tonnte man sehen, als seine Hand." Das Selbstbildnis vom Jahre 1493, ehemals in der Sammlung Felix in Leipzig, dann im Besitz der Erben von L. Goldschmidt in Paris, soll Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Vberhefsen Ans 5tafrt itnfe Land. Gießen, 27. Juli 1911. •• Tagetzkalender für Donnerstag, 37. Juli: 6. Abonnement s-Lonzert der RegimentSmustr in «teins Garten. Anfang 8 Uhr. „ „ , ... ZirkuS Blumenfcld: Eröst'nungSvorstcllnng abcitos 8 ;4 tujx. ♦* Die Ausbildung Der Li n j ä h r i g - Fr ci- willigen der Infanterie soll künftighin wesentlich ver- ändert werden. Sämtliche Einjährig-Frciunltige sollen am 1. Cltobcr eingestellt werden und nach der ersten Ausbildung die, die sich zu Vorgesetzten eignen, einen besonderen, vicrmonatlichen Kursus auf einem Truppenubungs- platz zufammengczogen werden. Das .striegoministcrium- das den Vorteil dieser besonderen Ausbildung anerkennt, stellt zurzeit Erhebungen darüber an, welche Stellung die Regimenlstommandeure hierzu nehmen. " Das hiesige Regiment hält vom 4. bis 12. August sein Scharfschießen im Gelände zwischen Stoppelberg, Münchholzhausen und Rechtenbach ab. ** Zuschlagskarten für Schnellzüge. Die preußische Staatseisenbahnverwaltung erläßt folgende wichtige Anordnungen: „Reisende, die mit einer für Eil- und! Personenzüge gültigen Fahrkarte einen zuschlagpflickstigen Zug b ' miD über die Bestimmungsstation der Fahrkarte hinaus ihre Reise sortsetzen wollen, haben außer Der für die Weiterreise zuzulöscnden Anschlußkarle nur tute bis zur Bestimmungsstation der Anschlußfahrkarte gültige Schnellzugszuschlagskarte zu lösen." Hierdurch soll ver- mieden werden, daß der Zuschlag innerhalb derselben Zone doppelt erhoben wird. '*♦ Talcntlosigkcit. Jahraus, jahrein müssen viele Kinder Älavierstunden nehmen, weil z Ton gehört und weil die Eltern ihren Kindern Gelegenheit geben wollen, in der Gesellschaft hervorzutreten Gewitz ist , .• etwas Herrliches um Das Talent, wo es hinkomnnl^ wird cs bald zum Mittelpunkt des Interesses weroen. Wie steht es aber im allgemeinen mit dem Vorspiel in Gesellschaften? Fragt man: „Spielen Sie stlaDier, mein Fräulein?" dann belommt man in den meisten Fällen die Antwort: „Ein wenig, — nur fürs Haus." Bittet man, etwas rorzutragen, dann heißt es: „Ach nein, so weit bin ich nicht!" — oder: „Ich habe keine Noten mit," - ober:' — Ein Denkmal für Ampere. Ein dem eine rührende (Geschichte sich verknüpft, wird (5. veutjcher Turntag. ~ Dresden, 26. Juli. Ter 15. Deutsche lurntag wurde mit einer außerordentlichen Sitzung des A u s i ch u ff e s Der Deut s d) c n Turnerschast im ,,Europäischen Hos" eröffnet. Der Vorsitzende, Gehrinicr Sannätsrat Goetz, begrüßte^die Ernbienenen und machte einige gcidjä’tliaie 'JJritteilungen. Ter Abgeordnete Heudlein (Nürnberg) teilte mit, das; er bereits vor mehreren Monaien eine Eingabe au den Prinzregenten von Bauern gerichtet habe mit Der Bitte, Der Regent inoge die .'lii'- Tagcn fialtfanb. Bekanntlich ist tm Sommer 1910 eine arfriidjc Zevv tm (ilpcbuion .ausgerüstet tvorden, bereit Heilung Prinz vcmrich von Preußen hatte und an Der u a. neben dem Grafen Jevveini »ein bewahrter Mitk-tmpscr, Geheimrat Hergejell ^eilnalnn, ferner Geheimrat Mielhe, der geniale Förderei Der Treisarbenphott aiapijie, Professor von Trygalski, der SuDvolarmann und viele andere Mortjpbaen der Wissenschaft Die Expedition halte ftd) cudü 2 Monate m nörblidjcm Easmeer, insbesondere au» bee Spitzbergen Inselgruppe, ausgehalten, um Dort nach geeigneten OjelanDcn zu suchen, von denen einmal ein starres Zevpeltn-l.'u'i- Idjijf fid» erheben kann, um Die vielen noch uncnondjtcii Rattel des Polargebietes einer Lösung näher zu bringen, xa-5 nur wird das Ziel Der künftigen BallonsiuDienrene »ein, nicht Die Erforschung und Entdeckung des Poles, wie ausdrudliw bcrooi- geljoben sei Bon dieser Expedition war es nach den Unjälien Des vergangenen Jahres sehr Uül geworden. Es in aber wohl mehr als ein Zufall, Da»; gerade am Tage nach Der an,lehetterregenden Welttckordfal rt Der „Schivaben" sich int größten ^aale von Friedrichshafen Graf Zeppelin mit Gemahlin, seinen Paladinen, und einer vielhundertköpiigen Beiuchcrschar einjanbviL um einen Vortrag über diese Expedition „Mit Zeppelin nach Spitzbergen" entgegcnjuneljincn, <>en Redakteur MunD aus Düsseldorf in irudjcr nah icinperamentvoller Weise unter allgemeinem Bep all hielt. Ganz besottders bewundert aber wurden Die märdicnliait idjoncn aiun Teil farbigen Lichtbilder, Die Geheimrat Micthc lur Den Vortrag gespendet hatte unD Die Dir. E. Gobbers, Der ^Leiter der Gescllid'ast zur Förderung Der Länder- und Volkcrtunde -Luiiei- Dorf mit bisher unerhörtem ted)tii|d>en Rafstnement^zur Vorführung brachte. Graf Zeppelin und die übrigen Teilnehmer Der Expedition waren sianiich ergriffen und entzückt. Grat Zepoettn insbesondere sprackj Tirektor Gobbers mol .iadi leincit a.anf, jetne Bewunderung nuS über Die bi:-l'.r c-etanntxdnmlicu unt Bei Zeppelin. Friedrichshafen, 24. Juli 1911. Tas waren heiße Tage in Der lonilijdjfn Zepvelinstadt am fleheni'-e. Heiß im doppelten Sinne. Tenn seit 40 Jahren sind die gesegneten User des ichwäbisihen Meeres nickt von einer solchen andauernden Hitzwclle tcüngriudit worden, wie in Dicicm Fahre Heiß war aber auch die Arbeit in Der w.mausgebclntten LuftschiNiu^u im Tagen. 'Seit in Tüsseldori and) die schlanke, sch-mucke ,,T msch land" ein so kuruhmluhes Ende gcitontmcn hatte, wir in weitesten Preisen gegenüber dem Lebenswerk des Grafen Zeppelin eine gc wisse Bcrdrossenheit zum Ausdruck gelernt men Ja B.rlenniDung unb offenhnibuv Scknnahjuckt hatten hibn ihr Haupt erhoben Demgegenüber iouf:ic man im ..L'intidni’bau Zeovebn bau nur eine Parole gelten konnte und die Ijicfj ...’lrbciten und mdn vet> zweifeln!" Unbekümmert um Neid und Hohn, um ehrliche Teil nahm-’ und bejserivn'sende Neugier ging man nnocrbroiwn ans Werk UllD dos l I bin Werk Der Tral.-i aller Welt ü er hin De t hat Man oraudjt nun fern Zeppelin Fanatiker zn fein, um die hohe Oknugtuung nari empfinden ,u lonncn, bi Irischen Ernttders beseelte, als Dirifd neueste Erzeugnis der Werft bei Der vielbesprochenen Fernfahrt nach Luzern und Den .JicrroalD- Uätterste schlechtweg alle Schnelligkeits-Weitretorde brach uno Da mit aufs neue funhtat: Trotzdem und alledem — Zeppelin allen Dings diesem Erfolge uoraueging, oas rocih nur der, dem es ver gönnt ivar, tieferen Einblick in die Verljältitifje zu ikku Jwar, an Besuchern der Werst hat es nie gemangelt. An manchem Vor mutag sind schon mehr als 100t) Personen aus dem Gelände ver sammelt gewesen. Aber diese Beind-ec nahmen nur Die äuucrc Farm der Erscheinungen wahr. Und trotzdem gab es dock wieder Tage, an denen jedem Beiuckter Der Zutrüt zür Ballonhalle pent ludst verwehri wurde: Tage, die gerade am interessantestenund arbeitreichsten waren. Nun ist cm Mon.ag das mächtige Lchitt, das erst seit zwei Tagen in riesigen Buchstaben Die Imchrnt „Sd,waben ' trug, in aller Morgensiühc nach Baden-Baden über- fuhrt wordeii, uni von Dort aus Vergnügungsfahrten zu uiuei« nehmen, kibmionenig, wie es aber wolst oas Ideal Major Par>e. vals war, fern Fal7rzeug als fliegende Reilamriaule zu sthcn, wird nun aber auch Graf Zeppelin ui diesen Luxussat-rten lein Genügen finden. Auch Die ttriegsvcrivendbarkeit je ui cs Fahrzeuges durfte nicht seiner Hoffnungen letzte Grenze bilden, sein Be- Hrcben geht Dahm, cs wirtschaftlichen uno wi'senichaftlichcn Zwecken nutzbar zu maflieu. Ganz bcfonDcrö der Wiise>tsd)aft. xa-5 be« »teilt eine VerUistaltung, die trotz Der reichen Arbeit ui den letzten angeblich Dürers Brautwerbung unterstützt baben. Terl charaltervol^ .stopf mit den langen Locken und bemjreu-1 herzigen Leiteubliä, Cie hübsche, ouen lief ausgesparte Tracht! und in den Händen des Werbers die Blume Männertreu timmtcn Agnes Frey so günstig, daß schon im folgenden Jahre die .Hochzeit stattfand. Am Rande des Bildes steht der Spruch : „My Sach die gat, als es oben schtctt." Aeußer- lidj noch wirtungsvolier ist das Selbstbildnis vom Jahre 1498 in Madrid. Die phantastische Pracht der MlciDung, Die Sorgfalt, mit der die Locken behandelt sind, und das stolze Selbstdewußtscin in der ganzen Haltung weisen aus Repräsentation hin. Die Inschrift lautet: „Tas malt ich nach meiner Gestalt, ich war sex und zwanzig Ior all. Albrecht Dürer. 1498." Weiter Da* bekannte Se'.bubildnii vom Jahre 1500 in der Münchener Pinatothek, ein Brustbild mit Ehristus-, Künstler- und Eharattertops. Ganz en face, das Haar in der Mitte gescheitelt und zu beiden Seiten des schmalen Gesichts bis über die Schullern in Locken lcrabfallend, ernst, groß und tiefsinnig im Blick, mit der einen Hand in den Pelzbesatz der Schaube fassend, so übt es fesselnden Zauber aus. Sehr begreiflich, daß sich das deutsche Volk gerade nad) diesem Bildnis seine Vorstellung von Durers Erscheinung gebildet l;a:. Selbstbildnisse in ganzer Figur sind ebenfalls vorhanden; — Türer ijat sich auf vier seiner Hauptbildcr der heiligen Handlung als bescheidener Zuschauer beigesügt. Auf dem „Rosentranzfest", gemalt 1506 m Venedig, fetzt im Rudolfinum zu Prag, und auf der „Marter der Zehntausend" in der Galerie zu Wien ist er zusammen mit seinem Freunde Pir.cheimcr zu sehen. Tagcgen erschein», er allein auf dem zum Heller scheu Altar gehörigen Mittelbilde „Himmelfahrt Mariä", das leider 1674 in München verbrannt und nur noch in einer Mopie in Frantfurt a. M. vorhanden ist, und auf dem Allerheiligen Bilde in der Wiener Galerie. Hier steht er feierlich und vornehm, gelleidet in lange, pelzbesetzte -cbaubc, das Barett auf Dem langgelodtcn Haupte neben einer Tafel, Die ibn als Maler aus Nürnberg nennt und Die Jahreszahl 1511 trägt. Also auf den älteren Dürer vom Jahre 1525 kann, man gespannt sein, um so mehr, als das Selbstbildnis in einer Periode entstanden ist, in der er seine besten männlichen Scharfe Der Bilder, Deren Diapositive unter eigener Leuun^des i nm ;, ruaDraimctcr grosen Proickttonen idnlNri^ mckt nur Du’ । Freud n und Fahr!iwleuender Teilmckiier, fonDcrn gaben aud)mc anidtouHd-.e Vorstclluni von Der granDioicn Welt tm Rctchr Der Muiemacktssonne, nad) Dem f tzt Die öflminät »o ra ler L wtuten deutsche wisscn'ckaitlld c Zcvvvlui axtxditton nadi Den atnuthrn vtelleickt recht bald mrartet werD.n kann. Möge Dann Der in Be'.iackt ’ommtnDe Luftlrcuzer, fei es nun Die „-amubet. ober Deo Grafen rechtfertigen: „Man bat g- ragt, wie man Denn man Lu'tfchifi nad» Svu borgen bringen will, Donui cs von dort aue »euic - nicht ui Dicicm Worte etwas von jener jchcnieitrn ,iu Welt von »VinDcn cniaegennef: Und sic bewegt 'ick bod»! . munoerbaren NorDcn Der Wissenfckajk Dienen zum weiteren Ruhme der Gra>en Zevvelm und zur Ehre Des Deut'chcn Nomens. Vic Umgestaltung des tjcercsoberdcfthls in Zkantreich Paris, 26. Znli O'egcnub r den von raditaler -Seile ausgesprochencn Befürchtungen, daß durch Oie,geplante Um gestaltung des Heeresoberbcsehls der Weg für eine Art M i litärdiktatur geebnet rden könnti. amtlichen Mitteilung erklärt, daß diese Besorgnisse durd). aus unbegründet seien und daß die demokratischen Einnch lünaen Der Republik durch die Schaffung eines einheitlichen Lberlommandos in keiner Weise beeinträchtigt werden konn- ten. Ferner nnrd .. zesicht d r lauten Befriedigung der stonservativcn über Die Wahl des Generals Pau betont, daß .striegsMinister Mes s ickY hierbei lediglich die etn- ntütig ancrlanntc berufliche Tüchtigkeit im Auge gehabt und, ausschließlich vom Interesse der nationalen Verteidigung geleitet, politische Erwägungen beiseite gelasjen habe. Diese Ernennung iverde Die Haltung des .striegs- Ministers, der eine republikanisch gesinnte Armee wolle, in nichts anbei ______________ ^uben "'CiI •' C6'3'5 UNd >6 Psü. brutto, -miid ar 15 Pfg. -M Klagen leselmotoren 'kalrtäten in t a lG^e8nndenjanten w 471| Kröll und Frau Seb. Vaeth. iß Br Mm» i (Taunus) am 18. Oktober i. -lendet kostenlos it Schokolade-, d Backpulver-Lalicvl Pulver MW'üad W 4t, Zitionen-Last Berdux Fernivrecker 231 mkehlen Stornungcn , Jnduftri-br°i>i altuugu. Schonung dcr:H-> für Ml-WW. Äereitn W. eb zur Erzeugung »' tt-aftgas ====T=: Anschlußgleis bei e» ^-Bebraer Eisenbahn), unkohlcnbcrgwcr' BIBI ntJ weisse uswahl zu spottbiU'S® ächöidt uistrasse 6 I,Ich spiele nie'mMvor" usw. usw. Ost haben mcht ermnal Vie Kinder die Freude für sich am Spiel; sie werden mir jahrelang gequält, weil die Mode oder Gewohnheit Klavier- spielen zur guten Erziehung zählt. — Jedes Kind sollte vielleicht ein Jähr Stunden erhalten, damit die Eltern erfahren, ob cs für Musik veranlagt ist. Die Vielseitigkeit muß ja, nach Altmeister Goethes Ansicht, der Einseitigkeit voran - aehen. aber dann stehe man bei völliger Unbegabung und Unlust von der Fortführung des Unterrichtes ab, denn das erzwungene oder talentlose Spiel wird niemand zur Freude gereichen. Kreis. Büdingen. (!) Büdingen, 25. Juli. Auf Dienstag, 25. d'. M., nachmittags 5 Uhr war vom Bürgermeister eine Gemeinderatssitzung einberufen worden; eingesunden hatte sich Beigeordneter Dotter und die Gemeinderatsmrt- glieder Schulz, Treser, Diemer, Wittekind, Methfessel, Kerl, Schäfer und Rullmann; entschuldigt fehlt Oekonomrerat Andrä. Ms Vertreter des Fürsten war Kammerdirektor Müller anwesend, als Sachverständiger Kreisstraßenmeister Straub. Ms erster und wichtigster Punkt stand dre Umpflasterung der Hauptstraßen auf der Tagesordnung. Die Pslasterarbeiten waren bereits an Pflastermerster Pip f-Gelnhausen vergeben worden. Ueber dre Au^ firhrung waren verschiedene Sachverständige gehört. Nach eingehender Beratung wird beschlossen: Die Obergasse, auf der der stärkste und schwerste Wagenverkehr stattsindet, soll alsbald in Angriff genommen werden. Von der Anlage von Bürgersteigen wird wegen der Enge der Straße abgesehen. Nach der Anfertigung eines guten Unterbaues, der aus Basaltsteinen aus dem städtischen Bruch in der Stern- röde ausgeführt wird, soll die Oberpflasterung aus großen Normalpflastersteinen hergestellt werden. Der Teil der Neustadt bis zum Untertor und die ganze Vorstadt wird auf die gleiche Weise ausgeführt, nur sollen beim Unterbau Sandsteine und nicht brauchbare Pflastersteine Verwendung finden, da hierdurch eine wesentliche Kostenersparnis eintritt. Auf beiden Seiten der Straßen werden Fußsteige aus Sandsteinen mit Mosaikpflasterung mit etwas bunten Steinen ausgeführt. Das vorhandene Asphalttrottoir in der Vorstadt wird aufgerissen und der Asphalt an anderen Stellen zur Ausbesserung verwendet. Tie Randsteine müssen umgesetzt werden. Die Arbeiten in den genannten Straßen sollen so gefördert, daß sie noch bis zum Herbst fertiggestellt werden. Die Vergebung der Stück st eine ist durch vorstehenden Beschluß mit erledigt. In der Bahnhofstraße, die im nächsten Jahre zur Neupflasterung mit Kleinpslaster von der Kreisverwaltung vorgesehen, ist die Bepflanzung mit Bäumen in Anregung gebracht worden. Der Gemeinderat steht diesem Ansinnen freundlich gegenüber, doch soll vor Beschlußfassung noch das Gutachten des Obstbauinspektors Metternich eingeholt werden. Das Gesuch der Leiden Forst warte um Gehaltserhöhung wird vertagt. Großh. Hofbauamt Friedberg hat angefragt, ob die Stadt bereit wäre, den Kanal in der Mühltorstraße bis zum Haftlokale zu verlängern; der Gemeinderat ist nicht abgeneigt; vorerst soll Kostenvoranschlag vorgelegt werden. Die Kosten für Vermessung oer Waldgemarkung H'ardeck werden im nächsten Voranschlag eingestellt. Wilhelm Heppner hat ein B äuge such eingereicht. Das vorgesehene Wohnhaus besitzt nicht die im § 30 des Ortsbaustatuts vorgesehene Frontlänge, deshalb ist Genehmigung durch den Gemeinderat erforderlich. Es wird, weil der Bau in eine abseits gelegene Straße zu stehen kommt, der erbetene Dispens ertellt. Die verstorbene Elise Weitzel hat der Stadt eine namhafte Geldsumme überlassen mit der Bestimmung, daß die Zinsen den jeweiligen vier ältesten, würdigsten und auch bedürftigsten Ortsbürgern der Stadt an ihrem Todestag ausbezahlt werden. Es erhalten in diesem Jähre Gg. Hildner, E. H. Knaf, H. W. Knaf und Hch. Göbel die Zinsen ausbezahlt. Für Herstellung der Kanalisation in der Bahnhofstraße ist noch ein Betrag von 2200 Mk. nötig. Dieser Betrag soll gleich dem früheren Betrag, der für die Herstellungsarbeiten nötig war, noch - bei der Mlgemeinen hessischen Beamtensterbekasse in Darmstadt aufgenommen werden. Der Kostenabschluß mit Ludwig Schulz über Lieferung von Kohlen für das Gaswerk wird genehmigt. Zwei weitere Punkte werden in geheimer Sitzung erledigt. Da in der letzten Zeit sehr über Wassermangel geklagt wird, und es sich heräus- gestellt hat, daß beim Einlauf des Wassers an der Quelle in die Rohrleitung Wasser überläuft, beschließt der Gemeinderat, morgen fntfi um 6 Uhr eine Besichtigung vorzunehmen. Weiter wirb vorgebracht, daß verschiedene Bewohner Fässer mit Wasser an der Leitung füllten und zum Gießen auf ihren Grundstücken verwandten. Gegen diese Wasserentnahme soll mit aller Strenge vorgegangen werden. Landkreis Gießen. Lich,- 25. Juli. Der Kriegerverein hielt am' Sonntag am Albacher See sein So mm er fest ab, mit dem ein Scheibenschießen verbunden war, an dem sich 53 Mitglieder des Vereins beteiligten. Während des Preisschießens, das den ganzen Nachmittag andauerte, wurden die zahlreichen Festbesucher, die unter den schattigen Eichbäumen Platz genommen hatten, durch Konzertstücke der Musikkapelle und Liedervorträge des Gesangvereins „Cäcilia" unterhalten. Abends wurde die Feier in der Turnhalle fortgesetzt. Bevor man zum Tanz überging eröffnete der Vorsitzende, Wurstsabrikant Louis Heller, die Preisverteilung mit einer Ansprache, die in ein Hoch auf Kaiser und Großherzog ausllang. Folgende Preise, die in wertvollen Gebräu chsgegenständen bestanden, kamen zur Verteilung. 1. Preis: Ehr. Heller mit 45 Ringen; 2. Hch. Rest, 45; 3. W. Kraus, 45; 4, Karl Zimmer, 44; 5. Ehr. Fey, 44; 6. Jean Eise, 44; 7. H. Stengler, 43; 8. Ehr. Schneide, 43; 9. W. Röhrig, 43; 10. Karl Schwenk, 43; 11. H. Stein, 43; 12. Karl Jung, 42; 13. Max Hisgen, 42; 14. K. Reger, 42; 15. K. Fey, 42; 16. K. Vogt, 41; 17. F. Zimmer, 41; 18. Ehr. Rau, 40; 19. H. Mayer, 40; 20. I. Menges, 40; 21. L. Volz, 40; 22. A. Vater, 39. Kreis Alsfeld. K. Alsfeld, 26. Juli. Der Vogelsberger Höhenklub, der sich die Förderung des Blumenschmuckes der Häuser zur Aufgabe gemacht hat, veranstaltet einen Blumenschmuck- Wettbewerb. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 2b. Juli. Eine unliebsame Entdeckung machte gestern die Familie des Telegraphenbauführers Heumüller hier, als sie von einer längeren- Urlaubsreise zurückkehrte. Während ihrer Abwesenheit war ihre Wohnung > von einem Einbrecher heimgesucht worden. Sämtliche Türen innerhalb des Hauses, sowie alle Möbel waren gewaltsam erbrochen, durchwühlt und zerstreut. Offenbar suchte der Täter nur nach barem Gclde, das aber der Besitzer nicht zurückgclassen hatte, denn verschiedene Wertsachen, wie Taschenuhren :c., selbst ein Sparkassenbuch ließ er liegen. In einem Schreibtisch, den er vergeblich zu öffnen suchte, steckte noch ein sog. Kaltmeisel so fest zwischen einer Ritze, daß ihn der Täter selbst nicht mehr heraus brachte. Das $ciu§^nürö von "dei^Fannlie Heumüller allein bewohnt und steht von den übrigen Häusern etwas entfernt und außerhalb der Stadt, der Täter hatte daher ungestörte Arbeit. Nach vorhandenen Blutspuren muß er sich beim Eindrücken einer Fensterscheibe, durch die er von der Gartenseite in das Haus gelangte, verletzt haben. Bis jetzt fehlt, von dem Täter jede Spur. Untersuchung wurde sofort eingeleitet. ~ NeichloS, 25. Juli. Bei einem gestern nachmittag gegen 7 Uhr hier niedergegangenen Gewitter schlug der Blitz in da§ Anwesen des Landwirts Johannes Hofmann hier und äscherte es vollständig ein. Starkenburg und Rheinhessen, — Offenbach, 26. Juli. Im Schweiße seines Angesichts war ein Gärtnergehilfe der Stadtgärtnerei in der Kaiserstraße mit der Pflege der Anlage beschäftigt. Rock und Weste hatte er der Sonne zu Liebe ausgezogen und an einem Ast aufgehängt. Dies sehen und zu einem Diebstahl auszunutzen, war für den etwa 20 Jahre alten Gelegenheitsarbeiter Friedrich Busch daS Werk eines Augenblickes. Ohne daß es der Gärtner bemerkte, riß er die Uhr auS der Westentasche und wäre auch wohl unerkannt entkommen, wenn nicht zufällig ein in den Anlagen weilendes Mädchen den diebischen Vorfall bemerkt hätte. Auf seine Schreie wurden auch andere Leute auf den Burschen aufmerksam, der schleunigst die Flucht ergriff. Er bog in die Große Marktstraße ein, und als er hier seine Verfolger, zwei Kriminalschutzleute und zwei Uniformierte an der Spitze, dicht hinter sich spürte, schwenkte er schleunigst in eine Hofreite ein. In wilder Hast erkletterte er hier eine an eine Mauer angelehnte Leiter, schwang sich über die hohe Mauer, setzte in der anderen Hofreite über einen hohen Bretterzaun und gewann so glücklich die Geleitsstraße. Den einen Kriminalschutzmann, der dem Flüchtling am nächsten war, hinderte, wie die „Offenb. Ztg." meldete, des eigenen Leibes Fülle, diese Hindernisse mit der gleichen Leichtigkeit zu nehmen. Vor dem Bretterzaun mußte er umkehren und den bequemeren Weg durch die Kleine Marktstraße nehmen. Mittlerweile hatte der Dieb seine Flucht durch die Mittelseestraße weiter fortgesetzt. Die Zahl seiner Verfolger, die den Flüchtling nicht zur Ruhe kommen ließen, vermehrte sich immer mehr. Kurzerhand sprang er daher an der BiSmarckstraße über den Lattenzaun des Bahnkörpers, um über das Bahn- geleiS seinen Verfolgern zu entkommen. Mitten auf dem Bahnkörper brach er jedoch ermattet zusammen und konnte von Bahnangestellten festgenommen werden, die ihn den unterdessen herbeigeeilten Schutzleuten übergaben. Kreis Wetzlar. — Wetzlar, 26. Juli. In ihrer gesttigen Vollversammlung wählte die Handelskammer für den Kreis Wetzlar an Stelle des verstorbenen Generaldirektors Kaiser den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Fabrikanten Adolf Reumann zu ihrem Vorsitzenden und Bergasseffor a. D. Ludwig Raab zu dessen Stellvertreter. Explosion in Schotten. S ch o t t e n, 26. Juli. Die Totenglo'cke wollte in diesen Tagen nicht verstummen. Ein hoffnungsvoller Jüngling und zwei Familienväter wurden durch das Brandunglück tödlich verletzt. Unter den Verblichenen ist auch der Rektor der höheren Bürgerschule dahier, Dr. Georg Rausch. Im April des JaKres 1898 übernahm er als junger Referendar die Leitung oer hiesigen Schule, die damals 40 Schüler zählte. Im Jahre 1903 wurde Dr. Rausch zum Oberlehrer und Rektor der Schule ernannt. Der neue Rektor erkannte das Bedürfnis eines weiteren Ausbaues der Schule und auch zugleich ihre Entwicklungsfähigkeit, und so ging er Schritt für Schritt unter der denkbar größten Rücksichtnahme auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt auf sein Ziel zu. Sein Werk wurde mit dem besten Erfolge gekrönt, aus der kleinen höheren Bürgerschule ist eine Realschule geworden, die über' 100 Scküler zählt und 1908 einen Neubau beziehen durfte. Die Anstalt verliert in dem allzu früh Verstorbenen einen wissenschaftlich hoch gebildeten Leiter, einen liebenswürdigen Lehrer Und gerechten Vorgesetzten, öer als großes Muster stets vorbildlich wirkte. Wie man uns schreibt, konnten bei dem Brand die Spritzen nur ungenügend in Tätigkeit treten, weil kein W as ser in der Bach und sehr wenig in der Leitung war, auch war das Schlauchmaterial sehr schadhaft. Von Dienstag mittag bis Mittwoch abend erhielten wir eine Stunde Wasser, da der Hochbehälter für Brandfälle gefüllt werden sollte. Ein Glück, daß wenigstens noch der Mrchenbrunnen in Betrieb genommen werden kann. Die Zigeunerjagd in Rheinhessen? Tie Staatsanwaltschaft in Mainz bittet uns um Abdruck folgender Beschreibung der beiden Zigeuner, die vielleicht zur Ermittelung beitragen wird. Am Samstag, 22. Juli 1911, wurde in der Nähe von Hechtsheim, Rheinhessen, wie bekannt, ein Mordversuch an einem Gendarmen verübt. Der Beamte erhielt einen lebensgefährlichen Schuß in den Unterleib; der Täter, ein Zigeuner, entkam und konnte bis jetzt poch nicht feftgenommen werden. In der Presse ist der Vorfall schon ausführlich behandelt worden, nickt alle Nachrichten aber waren zutreffend, namentlich was die Beschreibung des Täters anlangt. Im Interesse der Untersuchung wie im allgemeinen Interesse sei daher Folgendes mitgeteilt: Der Täter — Zigeuner — ist etwa 1,70 m groß, hat schwarze Haare, dunkle Augen, schwarzen, aufwätts gedrehten Schnurrbart, längliches Gesicht, ziemlich helle Gesichtsfarbe, schlanke Gestalt. Sein Alter wird — vielleicht zu niedrig — auf 27 Jahre geschätzt. Kenntlich ist der Gesuchte vor allem an einer Narbe auf einer — wahrscheinlich der rechten — Wange und an einem verkrüppelten Mittelfinger. Ter Finger ist in der Mitte verdickt und fast steif. An der einen Hand hat er vielleicht auch eine frische, von einem Stockhieb herrührende Verletzung. Am Tage der Tat trug der Gesuchte ein buntes Hemd — rot mit weißen Tupfen — dunklen, wahrscheinlich braunen, kleinkarierten Anzug, Filzhut — braun ober grün, wollig, mit langen, weißlichen Fäden — mit hinten aufgeschlagener Krempe und Spielhahnseder. Seine Papiere lauteten auf Anton Folk- mann, geboren in Paris Korbmacher; sie sind jedenfalls falsch und der Gesuchte, der unter den Zigeunern als Ufenborner Er n st bekannt ist, heißt, wie sicher angenommen werden kann, Ernft Ebender aus Usenborn. Er reift meist mit seiner Frau, seiner Mutter und seinem Bruder zusammen. Tie beiden letzteren können nicht näher beschrieben werden, seine Frau dagegen ist blond, etwa 25 Jahre alt und sieht auf einem Auge, das stets saft ganz geschlossen ist, nichts. Mit dem Gesuchten entfloh noch ein älterer Zigeuner, angeblich fein Schwiegervater Valentin Maier aus Holzen in Westfalen. Maier ist etwa 50 Jahre alt, klein, schwarzhaarig, glattrasiert, mit blauroter, vorn ausfallend verdickter Nase. Nach den letzten Nachrichten soll der Gesuchte und seine Angehörigen in der Nä h e von Biblis gesehen worden sein, sie sollen beahsichugen^ sich ngch bem Odenwald zu wenden. » M-M Äe Ne. F ät«eiÄ Meaus hüu morden- ^euI «• d7s en«" § im englisch?? hina nunmehr e "rite »J* -gosaunenstotzc neiget ein Sp' offenbar beabstli jber das Vers e md die verhüll Erbitterung und den leitenden > nicht entgangen gleichfalls irgen abgegeben, dings geändert daß Teutfchlan Hilfe und gegenüber 1 Tatsache, der n ziemlich freie weiteren Ach pochen tonnen daß es „zu e friedigenden wird also n dafür zu bi darf- Die Asquith, sose tigen, Eiigla darauf bezu . Sollte aber England Iviel Zeil am Kuch Wan sich Blätter und i tragisch zu nel folge für fcai sätzlichen Fol< machungen vo fern Deut' seine Ausj dulden. He deutschen Fehl Die Schlußwe bisherige Hal schuldigt, j Deutschlands t blatt" wieder gestern in eir lendung beutjd geschickt gewese .London, Reihe von Fra Erst ivenigc Wagners Äelbslbi ms bausche Volk Künstlers z «Wammer geh 5^ Wofic Äff iu toi WI und U SÄ® uw eines Wj SÄ* * WnXX S « ff ««Ute Am SS» die leinen und von? kleineVVfl A hier gesckAZe M°na e1- seile 'eines Ruhe daß esjK?Ens Laris L.K? r dessen (yPJl Üud trebtt rlc er bl Netr\eut,d> «0 iw* V-rfW Der A^glich,." erscheint.'^ @et!ai xonntag^ ^tnj iSzZS SSs --KS- Malt»".'1 fct d-e Edition Sdreße gjeßc" rfwf' cMHGckrt. Ein Militärflieger.^ . Qu er für t 26. Juli. Heute morgen 7i/2 Uhr lanbetc im benachbarten Barnstedt der heute früh auf dem ^oberrtzer Feld aufgestiegene Militärflieger Leutnanr Frecherr vT hu na mit Passagier. Er wollte nach Gotha flregen, mußte aber wegen Motordefekts landen. Der Flieger beabsichttgt, den Schaden sofort reparieren zu lassen und den Flug alsdann beute rortzusetzen. * Kontrolle der Brie sbestellung. Die Reichspostverwaltung bringt zur öffentlichen Kenntnis, bei welchen Bestellgängen die mit den einzelnen Postzugen beförderten gewöhnlichen und eingeschriebenen Brrefsenoun- gen planmäßig zum Austrag kommen muffen. Ta dem wiederholten Ersuchen der kaufmännischen Krcye um T.neder- einfiihrung des Postankunftstempels em abschlagrger Bescheid zuteil geworden ist, soll, rote die „Nordd. Alla. Ztg. bemerkt, dem Publikum als Ersatz des Ankunftstempels auf diese Art und Weise die Kontrolle erleichtert roerden, ob die Briefsendungen rechtzetttg bestellt morden sind. , . . * Der schnellste Zug in Deutschland sahtt sett dem 1. Juni d. I. in Bayern, und zwar von München nach Nürnberg. Es ist dies der D-Rug 39, der München um 8 Uhr 25 Mm. vor- mittags (im offiziellen Fahrplan steht 8 Uhr 20 Mm. I) verläßt und in Nürnberg um 10.38 Uhr eintrifft, also nur 2 Stunden und 13 Minnten für diese 198,63 Kilometer lange Strecke benötigt. Tas entspricht einer Durchschnittszeit von 88,72 Km. in der Stunde. Besonders anerkennend ist zu konstatieren, dag dieser V-Zug auch die 3. Klasse führt. Mit der genannten Geschwindigkeit wolle man das gewaltige Tempo vergleichen, mit dem die Zuge von München ins Gebirge und zurück rasen! Und da wäre nur zu wünschen, daß die bayerischen Eisenbahndirektionen nicht nur Gewicht auf Renomrnierzüge, wie den obgengenannten, sondern noch mehr' darauf legen möchten, daß im allgemeinen der Zugsoerkehr dre sehr wohl mögliche Beschleunigung erfahre, und daß nicht, wie die „Deutsche Alpenzeitung", München, schreibt, belspielsiveise auf dem Hauptbahnhof in München durch kleinliche, absolut verfehlte Spar- versuche der Verkehr gehemmt, anstatt gefördert wird. Märkte. geräumt. 42-00 88-00 48.00-49.0J 62.00-63.00 45.06-49.00 60.00—62.00 48.00—.4950 61.00-63.00 Mk. 55—60 48-54 43-47 60.00—62.00 61.00—63.00 48.00-49.50 49.00-50.00 Mk. 91—100 81-92 73—80 Lebend- Schlacht- gewicht Kälber. Feinste Mastkälber . ...... Mittlere Mast- und beste Saugkälber . Geringere Mast- und gute Saugkälber Schafe. Stallrnastschase: Mastlämmer und jüngere Masthammel Schweine. Vollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht........ Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht......... Vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht........ Vollsteischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht........ Fettschweine über 150 kg Lebendgeiv. . tc. Frankfurt a.M. Viehhof-Markt beri cht vom 27. Juli. Austrieb: 34 Rinder, barunter 10 Ochsen, 00 Bullen, 24 Kühe und Färsen, 820 Kälber, 49 Schafe, 856 Schweine. Tendenz: Kälber flau, geräumt, Schweine belebt, nahezu Preis für 100 Pfd. Spielplan der liurhaur-Thealerr Bad Nauheim. Direttion: Hermann Steingoetter. Montag den 31. Juli: „Die lustige Witwe." Mittwoch ben 2. August: Gastspiel der Hofschauspielerm Frl. Käthe Göthe vom Hostheater Darmstadt: „Tie beiden Leonoren.' Freitag den 4. Ang.: „Ter Zigeunerbaron." Sonntag den 6. Üluguft: „Alt-Heidelberg " kirchliche Nachrichten. IsraeliüMe Hdißicüsgc’clildjaft Gottesdienst. Sabbat fei er am 29. Juli 1911: Freitag abend 7.55 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.10 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V.: K. N e u r a t h. Müller'sche Badeanstalt. Mass erwärme der La hn am 27. Iu li: 22° R. Meteorologische Beobachtungen der Station Eiehen. Wetter 1911 Temperatur der Luft || Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Wind- richtung Windstärke Grad der tBeroölhung in grhni-I der । fichtb. Sonnenschein Sonnenschein 745,9 746,5 750,4 | 25,5 ! I 16,0 114,8 29,0 23,4 21,0 bis 26. Juli = ft- 29,9 6 3. , 26. , = -f- 16,5 'Ü. 8 ! 2 SSW I 2 E 2 Höchste Temperatur am 25. Niedrigste „ „ 25. Niederschlag — 1,2 nun. Sanatorium Lindenfels zwischen Darmstadt-Heidelberg, 400 m hoch herrl. gelegen. (ssM WoilenSie etwas feines rauchen dann empfehlen wir Jhnen: Cigaretten. Etwas für Jie! Salem Aleikum Ggarette des Feinschmeckers! N9 3/2 A, S, 6, 8,10 • -• Preis: 3^,^, 5,6, 8 10 Pfg.dSt 0 rient.Tab. u.CigarettenFabTikyemdze' Jnh. Hug'oZietz, Dresden.