Nr. 121 Erster Blatt 161. Jahrgang Mittwoch, Mai 1911 £tt Clemmer Swjdptr W d nwmotliATMJU oiettel- NW.flitAfeAttAy 711t 10tA sWIvnvIvl AlnvlUvl saf slernsprech - Anschlüsse fVJr UM oolüitocn M: Sluguft für bte Erlösers ohne Mühe mit einem der sonst dem Gotte geweihten Donnerstage verknüpft batte, auch auf diesen Tag. Und so lebt noch heute in vielen Gegenden ber Glaube, daß am Himmelfahrtstage gewisse Pflanzen von besonderer Heilkraft feien, deren Amfuchen man ftch nicht verdrießen läßt, ja, geradezu zu einem festlichen Braiick)e gestaltet Man windet Kränze aus solchen Blumen, hängt biese in Stuben, ja, selbst in Ställen auf unb glaubt sich unb das Vieh für dieses Fahr gefeit gegen Krankheit, Btttzgefahr und fonftige Unfälle. Unter biefen „X'immel- fahrtsblumeii" ist vor allem bas schlichte Ruhrkraut zu nennen, auch Katzenpfötchen, in Württemberg Mause- ohrle genannt, als Immortelle von unseren Gärtnern unb Blumenhändlern wegen seiner Tauerhastigkeil besonbers geschätzt, botanisch zur Gattung Gnavhalium gehörig, bereu vornehmste Spezies bas bekannte Ebelweiß bildet. Auf feuchten, fumofigen Bergwiesen entfaltet das fchlichtePflänz- chen um diese Zeit seine unscheinbaren weißen oder rosa angehauchten strohartigen Blüten, bie in einen zarten Flaum gehüllt scheinen. Am Kocher u. a. beginnt man schon früh mit dem Einsammeln, zumal noch vierfach der Glaube verbreitet ist, man könne sich mit solch einem zarten Blümlein unsichtbar und im Kriege schußsicher machen. In Ulm unb Umgcgenb heißt bie Pslanze Eugelblümchen, weil nach der Legenbe bie Engel es in ben Händen trugen, als sie dem gen Himmel entschwebenden Erlöser zum Empfange entgegen eilten. Ferner ist als Himmelfahrtsblume die A r e n s w u r z e 1 zu nennen, auch deutscher Ingwer, Magenwurzel usw. genannt Man grabt bie fleischige Wurzel aus unb glaubt aus ihrer Gestatt auf bie Fruchtbarkeit bes Jahres schließen zu tonnen. In Frankfurt a. M. würbe chebem bas Luchen bieser Pflanze als besonberes Volksiest gefeiert, bas man jetzt am brüten Pfingsttage begeht. Tie Knolle enthält einen scharfen Milchsaft, getrocknet unb gekocht liefert sie ein gesundes Nahrungsmittel, das bereits den alten Griechen bekannt war, und gibt 25 Proz. Stärkemehl (Aronsstärkq. Eine bekannte Spezies derselben Gattung ist der Aronsstab, als Zimmerpflanze noch jetzt vielfach beliebt. Eine dritte Himmelfahrtsblume ist das in Thüringen, am Harz u. a. hochgeschätzte Al le rman usher r.nk raut, das geradezu wegen seiner zahlreichen guten Eigenschaften als Glücksblume gepriesen wirb. Es ist eine Art Siegwurz mit süßlich schmeckenber, schwach veilchenähnlich riechender Wurzel und führt auch bie Namen rintbc Sicgwurzel, Aller- mannsharnisch, Ackerschwcrtelwurzcl usw. Es scheint, als ob die Alraunwurzel, bie wegen ihrer rounberbaren, an eine Zwergengestalt erinnernden Form ehedem in hohem An- lehen stand, ja, geradezu als verzaubertes Wesen galt (Alraunen mit biefer Pslanze identisch ist; andere denken an eine Alliumartos (Lauch. Sie wurde wegen ihrer Heilkraft namentlich bei Hieb, Schuß- unb Stichwunben besonders geschätzt und vielfach als Amulett getragen. Außerdem besaß sie noch eine bcfonbcrc Eigenichatt, weshalb sie besonders vo-i jungen heiratslustigen Mädchen am Himmel- fahrteiage g^iucht wurde: ju sollte bewirken, daß der verliebten Era'.ocktter iiodi im lau'c.TJahre ihr sehnlichster Wunsch ir. Erfüllung geht. . . Freilich: unfehlbar scheint auch das Ailermannsberrnkraut nicht zu jein, und durum den als der Reichsvcrsicherung gleichwertige Einrichtungen anaesehen werden sollen. Es handelt sich um Zuschußkassen, Ersatzkassen, öffentlich rechtliche Pensionskassen und um Versicherungsverträge mit Lebensversicherungsunterneh- rnungen. So wird u. a. bestimmt, daß Angestellte, die zur Zeit des Inkrafttretens des Gesetzes bei diesen privaten Lebensversicherungsunternehmungen versichert sind, auf ihren Antrag von der Beitragsleistuna befreit werden können, wenn der Jahresbetrag der Beiträge für diese Versicherungen mindestens dem ihren Gehaltsverhältnissen zur Zeit des Antrags entsprechenden Beiträgen gterchkommt, die sie nach diesem Gesetze zu tragen hätten. Diejenigen Versicherten, welche bei Veröffentlichung dieses Gesetzes eine Lebensversicherung mit einer niedrigeren Beitragsleistung als 4 v. H. ihres Jahreseinkommens abgeschlossen haben, sollen berechtigt sein, bis zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes zur Herbeiführung ihrer Befreiung ihre Versicherung zu erhöhen. In allen diesen Befreiungsfällen bleibt die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Zahlung der restlichen 4 v. H. des Einkommens als Beitrag zu der neuen Angestelltenversicherung bestehen. Durch diese Bestimmungen sollen Privatangestellte, die bereits bei einer Lebensversicherung versichert sind, vor empfindlichen Schädigungen und Vermögensverlusten bewahrt werden, da sie meistenteils nicht in der Lage sein werden, neben den Prämien an die Versicherungsunterneb- mung auch noch die Beiträge zu zahlen, die ihnen durch die neue Versicherung auferlegt werden. Dem Entwurf ist eine umfangreiche Begründung beigegeben, die zum größten Teil auch schon bekannt ist. Deutsches Reich. Das Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise sind am Dienstag um 10.15 Uhr in Wildpark eingetroffen. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: „Ein englisches Wochenblatt brachte kürzlich Mitteilungen über angebliche politische Gespräche des Kaisers mit einem englischen Künstler. Wir stellen fest, daß die dem Kaiser zugeschriebenen Äußerungen erfunden sind." In der Annahme, daß die Gerüchte unbegründet seien, hallen wir sie gar nicht erwähnt. Ausland. Die ungarische Regierung legte dem Abgeord- netenhause vier gemeinsame, die Armee sowie die ungarische Landwehr betreffende Gesetzentwürfe vor. Durch die Gesetzentwürfe wird das Rekrut en kontingent der gemeinsamen Armee von 103000 auf 159000 Mann, das Rekrutenkontingent der Honvedtruppe von 12500 auf 25 000 Mann erhöht. Die Dienstzeit wird von drei auf zwei Jahre herabgesetzt. Die Kavallerie und die reitende Artillerie behält die dreijährige Dienstzeit bei. Gleichzeitig wird ein neues Militärstrafverfahren eingeführt. Das Verfahren ist öffentlich und mündlich; Ziviladvokaten können als Verteidiger tätig sein. Die Verhandlungssprache der in Ungarn fungierenden Militärgerichte ist ungarisch, ausgenommen der Fall, daß der Angeklagte nicht ungarisch versteht, aber der deutschen Armeesprache mächtig ist. In der belgischen Kammer teilte der Minister des Aeußern mit, daß Carnegie Belgien eine Stiftung überwiesen habe, deren jährliche Revenuen 11500 Dollars betragen, die Hilfeleistenden oder deren Erben zugute kommen sollen. Nach einer in K o n st a n t i n o p e l eingetroffenen Depesche des Oberkommandanten Albaniens griff die erste Division die Verschanzungen der Aufständischen auf den Anhöhen von Planinitza bei Milesi nördlich Yon Tuzi an. Die Aufständischen mußten nach dem Verlust von dreißig Toten und zahlreichen Verwundeten fliehen, woraus Kilesi Zepi und die höchsten Punkte der Berge von Planinitza und Hoti besetzt wurden.' Luftschissahrt. Ein schwerer Unfall beim Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein. Straßburg, 23. Mai. Tie heutigen Schauflüge auf dem Polygon begannen punkt 6 Uhr mit der Bewerbung um den Eröffnungstzreis, Ten ersten Preis errang Hirth, den zweiten Jeannin und den dritten Brunhuber., Bei der zweüen Preisbewerbung für den kürzesten Anlauf vor dem Aufstieg, für .welchen auch ein Rundflug von mindestens einer Runde vorgeschrieben ist, stürzte Lämmlin plötzlich aus bedeutender Höhe herab. Lämmlin ist tot, der Apparat ist zertrümmert. Ein Arzt war mit Automobil sofort zur Stelle. Tas Publikum verhielt sich musterhaft. In dem Gedränge wurde eine Frau durch einen Stockftoß verletzt, jedoch nicht schwer. Die Leiche Lämmlins wurde berells Nach der kann man zuweilen noch im Harz von den schönen Lippen der Enttäuschten vorwurfsvolle Klagen hören; „Dat Allermannsherrn, Wat böse Krut (Kraut), Dat hebb' ich socht Und bin noch keene Brut." , ; H x Es wäre auch zu viel verlangt von einem bescheidenen Pflänzchen, wenn es jedes heiratslüsterne Mägdelein unter die Haube bringen sollte. . . Aber freilich: warum hat es einen zu verführerischen, verheißungsvollen Namen: Allermannsherrnkraut! Und doch liegt auch in diesen kindlichen und kindischen Spielereien mit der Pflanzenwelt ein tiefer Sinn: sie decken die zarten, geheimnisvollen Fäden aus, welche die Beziehungen zwischen den Menschen und der P lanzenwelt geknüpft haben, und die gerade dann am lebha testen zum Bewußtsein kommen, wenn beide in der Blütezeit der Jugend stehen. Kindern erschließt sich die bunte Zauber- und Märchenwelt am leichtesten, auch im Reiche der Kinder Floras, die gerade um die Himmelfahrtszeit ihre verborgensten Reize entfalten. ...» * — Ein Kampf um die akademische Freiheit in Marburg vor 100 Jahren. Aus Marburg wird uns geschrieben: Am Mittwoch, 24. Mai, finb es 100 Jahre, daß die Marburger Studenten, schon einmal, wie es vor einigen Jahren in etwas modernen Formen der Fall war, in die Lage versetzt wurden, die akademische Freihell zu verteidigen. Es war zur Zett, als unser Hessenland unter französischer Herrschaft .stand. Der Kommissar der Polizei, ein Elsässer namens Wolff, brachte den Professoren und Studenten großes Mißtrauen ent» Kegen und ließ sie dieses auch oft fühlen. Aus Anlaß einer Schlägerei zwischen Studenten und jungen Bürgern, die aln 24. Mai 1811 in der Vorstadt Weidenhaujen stattfand und wobei die Studenten den kürzeren zogen, beschlossen sie, sich zu rächen. Sie ^wafsneten sich mit Säbeln und Knüppeln und wollten Gu$ gemeinsam nach Weidenhausen ziehen, um dre Prügelei fortzusetzen. Als der Stadthauptmann v. Dal- wigk dies erfuhr, ließ er die Weidenhauser Brücke mit Mlllläc besetzen und benachrichtigte auch den Polizeikommissar Wolff. Aiefer Wachte kurzen Prozeß, er schickte Gendarmen nach dem Stadt gebracht. Die Schauflüge sind sofort eingestellt worden, die Flaggen wurden eingezogen. Als Ursache des Absturzes Lämmlins wird angesehen, daß der verunglückte Flieger, als er dem über ihn hinwegfliegenden Hirth ausweichen wollte, dabei eine Pappel streifte und das Gleichgewicht verlor. , Ter Absturz erfolgte aus 6 0 Meter H ö h e, glücklicherweise jenseits der Zuschauermassen auf dem Flugplätze, so, daß weiteres Unglück verhütet wurde. Von berufener Seite wird als Ursache des Todessturzes angegeben: Beim Ausweichen vor dem über ihn hinwegfliegenden Hirth versagte die Steuerung Lämmlins und drehte nach Westen ab, so daß er mit einem Flügel in dm Pappeln hängen blieb. Lämmlin brachte den Apparat nicht mehr herum und stürzte mit dem berells im Geäst stark verletzten und steuerlos gewordenen Flugzeug in die, Tiefe. Lämmlin wurde mit einem Schädelbruch sowie mehreren Bein- und Rippenbrüchen unter dem Apparat hervorgezogen. Am optischen Telegraphen des Flugplatzes weht die schwarze Flagge. Der Organisationsausschuß des Oberrheinischen Vereins für Luftschiffahrt hat beschlossen, aus den ersparten Preisen und sonstigen Mitteln den Hinterbliebenen des 33 er u n glückten 2000 Mar k zu überreichen. Straßburg, 23. Mai. Witterftätter ist heute morgen ohne Passagier von Mülhausen nach Kolmar und Straßburg aufgesttegen. Um 8 Uhr 7 Min. ist er in Kolmar gelandet und um 9 Uhr 20 Min. nach Straßburg weiter geflogen. Witterstätter ist bei Ebersheim, nördlich von Schlettstadt, wegen Bruchs einer Z y l i n d e r st a n g e gelandet. Nach Ausbesserung seines Flugzeuges ist er um 1 Uhr 18 Minuten nach Straßburg wieder ausgestiegen und dort um 2 Uhr 20 Minuten gelandet. S traßburg, 23. Mai. Leutnant Mackenthun ist 5.38 Uhr früh mit einem Passagier an Bord auf dem Flugplatz Polygon gelandet. Barfüssertor und ließ den ersten besten Studenten verhaften und weil dieser seinen Namen verweigerte, mit Landstreichern und Vagabunden zusammen aufs Schloß ins Gefängnis bringen. Die andern Studenten eilten jetzt zum Prorektor Brauer und beschwerten sich ob dieses Angriffes auf die akademische Freiheit. Ein Student gehöre nicht ins Gefängnis, sondern ins Universitäts- Karzer. Auch Brauer konnte beim Kommissar nichts ausrichten, und deshalb beschlossen die Studenten, in einer im nahen Ockers- Hausen abgehaltenen Versammlung, über die Grenze nach dem damals Darmstädtischen Städtchen Gladenbach zu ziehen. Man sandte auch sofort Quartiermacher dorthin und diesen folgten bald die gesamte Studentenschaft. In Gladenbach, wo sie gastfreundliche Aufnahme fanden, unterhielten die Studenten die Bürger mit allerhand Schau ft ellun- gen und festlichen Umzügen. Bereits am andern Tage kam ein Eilbote aus Marburg, der die Studenten bat, sofort zurück zu kommen, der Streit sei beigelegt und der verhaftete Student sei bereits entlassen. Kurz darauf zogen die Studenten zum Bedauern der Einwohnerschaft unter den Klängen einer Musikkapelle wieder ab. Vor den Toren von Marburg aber standen die Bürger und begleiteten sie in die Stadt zurück, wo sie mit großem Jubel empfangen wurden. Man sieht, die Zeiten sind etwas anders geworden. — Das Testament Wilhelmine Seebachs setzt die Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen zum Universalerben des sehr erheblichen Nachlasses ein. Das Testament sieht auch eine große Anzahl Legate und Stiftungen vor. Unter diesen befinden sich ein Vermächtnis von 100 000 Mk. für das Seebachitift in Weimar und zwei andere für die Mal- und Gesangsabteilung der Königlichen Hochschule in Berlin. — Eine ungedruckte Komposition Richard Wagners. Aus Dresden wird berichtet: Der Kantor an der Kreuzkirche Prof. Richter entdeckte im Nachlaß von R i ch. Wagners einstigem Kopisten Karl Mehner eine ungedruckte Komposition des Dichterkomponisten. Sie wurde gelegentlich der Enthüllung des Rietschelschen Denkmals König Friedrich August des Gerechten im Dresdener Zwinger von einem Massenchor gesungen und i|t von Wagner nachdrücklich mit selbständigen Jnstrumentalpartien versehen worden, was bisher niemandem, selbst im Hause Wanfried nickt, bekannt war. Diese Instrumentalmusik kommt am 25. Mai zum Geburtstage des Königs beim sogenannten .Turmblasen vom Dresdener Rathaus zur.Uraufführung, Aus Stadt und Land. Gießen, 24. Mai 191L Christi Himmelfahrt. _ An einem schönen Frühlingstage, da die Bäume mit frischem Grün bedeckt waren und Blütenduft die ganze Welt durchzoa, ging ich durch ein abgelegenes Gebirgsdorf im deutschen Südwesten. Die Einwohner waren auf ihren Feldern; in stiller Ruhe, beleuchtet von der Nachmittagssonne, lagen die Häuser. Inmitten des Dorfes, wo verschiedene Straßen sich kreuzen, ragte die schlichte Kirche auf. Der Platz, der sie umgibt, war mit Gras bewachsen. Das war sicher in alten Tagen der Begräbnisplatz gewesen, aber nichts mehr erinnerte daran. Nur ein an die niedrige Umfassungsmauer angelehnter Grabstein wies aüf den ernsten Charakter des Ortes. Dieser Stein war ganz mit Moos überzogen, aber die Figur war noch wohl erhalten, sie stellte in Lebensgröße einen Ritter dar in Harnisch und Beinschienen, den kurzen Dolch zur Seite. Tie Hände hatte der Mann über der Brust gefaltet, die Augen waren zum Schlafe geschlossen. Wer mag dieser Ritter wohl gewesen sein? Das ist schwer zu sagen; Denn eine Inschrift war auf dem Steine nicht zu finden. Einst hatten die Rheingrafen in dieser Gegend ihren Sitz, ein kraftvolles, trotziges deutsches Geschlecht, das Schlösser baute und in Krieg und Frieden sich hervortat, dessen letzter Sproß 1795 im E.end gestorben ist, nachdem der Sturmwind der französischen Revolution, nicht zuletzt auch die eigene Haltlosigkeit seine Machtstellung vernichtet hatte. Vielleicht hat der Mann auf dem Grabstein diesem Geschlechte angehört, nun aber ist es versunken und vergessen. Ein solches Schicksal erinnert immer wieder an das Bibelwort: Wir sind Fremdlinge und Gäste vor dir, wie unsere Väter alle. Dichter und Weltweise haben diese Bekundung in tausendfacher Wendung wiederholt. Sie fingen alle das Lied von der Vergänglichkeit und Rastlosigkeit unseres Erdenwallens, das niemals volle Befriedigung bringt. Von einer Lebensstation zur andern hofft der Mensch, daß es besser werde. Die Jugend erwartet von dem späteren Lebensalter die Fülle, und wenn der Mensch alt ist, schaut er erinnerungsselig nach dem vermeintlichen Glücke seiner Jugend zurück, wie der Auswanderer nach den blauen. Bergen, da seine Heimat liegt. Wo du nicht bist, da ist das Glück. Unvertilgbar aber bleibt im Menschenherzen die Sehnsucht nach einem besseren Vaterlande, wo alle Wünsche zur Ruhe kommen. Dieser Sehnsucht kommt der christliche Glaube entgegen. Er richtet den Blick des vergänglichen Menschen auf eine unvergängliche Welt. Jesu Auferstehung und Himmelfahrt weisen hin auf diese Welt. Mag der logisch abwägende Verstand und die Beobachtung des Naturgeschehens die Frage nach einem „Himmel" völlig unentschieden lassen oder sie gar verneinen, das Gemüt des Menschen, das von der modernen Psychologie als eine dem Verstände völlig gleichwertige Seelenkraft erkannt worden ist, wird sich immer wieder an die Verheißungen an» klemmen, die die Bibel in mannigfacher Wendung und poetischer Einkleidung von der neuen Welt gibt, und wird seine Hoffnung auf em besseres Jenseits setzen. Dort blüht ein ewiger Frühling, dort kommen alle Sturme zur Ruhe, dort ist dje Binde, die hier so manches verhüllt, von ien Augen genommen, dort werden die wieder vereinigt, die hier unter Trauer und Schmerz voneinander geschieden int). „Die Heimat der Seele", fo sagt ein vielgesungenes ;eistliches Volkslied, „ist droben im Licht." H. P. Die Flugwoche in Sachsen. Chemnitz, 23. Mai. Auch heute behinderte böiges Und nnttchtiges Wetter die programmäßige Abwickelung der Flug- lonkurrenzen. Zunächst wurde am Nachmittag der Aufklärungspreis ausgetragen. In einer Entfernung von etwa 15 Kilometer vom Start wurde die feindliche Stellung durch Flaggen dargesteltt. Die Aufgabe lautete: In kürzester Zell die beste Meldung über die Zahl der verschiedenen Flaggen und über öen Ort der Aufstellung zu bringen. Grade absolvierte einen Flug von 23 Min. 23Vs Sek., Laitsch 25 Min. 577s Sek., Lindpaintner 28 Min. 467- Sek. Alle drei brachten sehr gute Erkundungen; die beste Grade. Heber die Zuerkennung der Preise ist noch nicht entschieden. Um 5 Uhr 15 Min. stieg Lindpaintner zum Fluge nach Dresden auf. Ihm folgten um 5 Uhr 30 Min. Laitsch und v. Moßner. Dresden, 23. Mai. Laitsch ist um 6 Uhr 47 Min., Lindpaintner um 7 Uhr 30 Min. hier gelandet. Beide hatten unter starker Kälte zu leiden sowie unter böigem Winde über, dem Elbetal. Lindpaintner hatte wegen Motordefekts zwei Zwischenlandungen vornehmen müssen. Ein Wettflug Paris— Rom—Turin. Varis, 23. Mai. Ter vom „Petit Journal'' veranstaltete Wettflug Pans—Rom—Turin ivirb am näch sten Sonntag ftatifiuben. Aus Gründen der Sicherheit wird jedoch als Startplatz nicht Jssy-les-Mouliireaux, sondern ein vorläusig noch aeheim gehaltenes Flugield in der Nä.;e von Paris gewählt. Das Publikum wird zu der Veranstaltung überhaupt nicht zugelassen werden. Tie Flieger werden lediglich unter der Kontrolle eines Sportsausschusses starten. Stapellauf eines englischen Marineluftschiffes. £ London, 23. Mai. Gestern morgen 4 Uhr fand zu Barrow der Stapellauf des so geheimnisvoll gehüteten englischen Marine-Luftschiffes statt. Man hatte eine Zeit völliger Windstille abgewartet. Langsam glitt der riesige Körper des Luftschiffs aus seiner Halle. Auf dem Wasser schwammen die beiden Gondeln des Luftschiffs, in )enen sich die Offiziere und Mannschaften befanden. Einzelheiten über die Konstruktion des Luftschiffes wer- )en strengstens geheim gehalten. Es ist aber trotzdem bekannt geworden, daß der innere Raum des Luft- chiffes in 17 Abteilungen zerfällt, und daß der Auftrieb nach der Füllung mit Wasserstoff 21 Tonnen beträgt. Das Fahrzeug ist 502 Fu ß lang und hat einen mitd- eren Umfang von 48 Fuß. Es gehört dem starren Typ an. Die äußere Gestaltung ist die eines Zwölfecks. Die Maschinen in oer vorderen und der Hinteren Gondel entwickeln je zweihündert Pferdekräfte. Die Steuerung geschieht durch eine ganze Anzahl von horizontalen und vertikalen Ruderflächen, die sich sowohl am eigent- ichen Ballonkörper wie auch an den beiden Gondeln befin- >en. Nachdem das Luftschiff aus der Halle herausgezogen war wurde es über dem Wasser an einer 93oje festgemacht. Zur Seite des Luftfahrzeuges befindet sich ein ung e- ) eurer schwimmender Windschirm. Die äußere Hülle des Luftschiffs besteht aus einem wasserdichten Seidenbezug, der mit Aluminium imprägniert ist. Nunmehr ollen die ersten Probefahrten des Luftschiffs beginnen, >as in seiner äußeren Gestaltung eine große Aehnlichkeit mit dem Zeppelin-Typ zeigt. ** Landtags ersatzwahl. Im Sitzungssaal der Stadtverordneten versammelten sich gestern nachmittag auf Einladung von Geh. Justtzrat Dr. Schäfer die 1908 gewählten Wahlmänner, um zur Kandidatenfrage für die am Freitag stattfindende Landtagsersatzwahl in der Stadt Gießen Stellung zu nehmen. Geheimrat Dr. Schäfer, der als einer der Ätesten der Wahlmänner die Besprechung eröffnete und den Vorsitz übernahm, gedachte zunächst der großen Verdienste unseres seitherigen Abgeordneten Geh. Justizrat Dr. Gutflestch und ging dann zur Besprechung der bevorstehenden Wahl .über. Es gelte, dabei einen Mann zu wählen, der völlig unabhängig gegenüber der Regierung fei, die nötige Sachkenntnis besitze und den Willen und die Fähigkeit habe, die Interessen Gießens im Landtag mit Entschiedenheit zu vertreten. In erster Linie fei für die Kandidatur Justizrat Grünewald in Betracht gekommen und als dieser abgelehnt habe, habe man Oberbürgermeister Mecum Vorschlägen wollen, der sich zur llebernahme des Mandats bereit erklärte, wenn kein anderer geeigneter Kandidat sich aufstellen ließe. Nachdem Justizrat Grünewald seine Bedenken gegen die Kandidatur habe fallen lassen, schlage er im Einverständnis mit mehreren anderen Wahlmännern vor, Herrn Grünewald am Freitag möglichst einstimmig zum Abgeordneten zu wählen. Oberbürgermeister Mecum empfahl ebenfalls )ie Kandidatur Grünewald, da dieser der geeignete Mann ei, unsere Stadt im Landtag zu vertreten. Stodtv. Eichetauer betonte, daß die Wahlmänner 1908 auf eine Agitation der freisinnigen Partei hin gewählt worden seien und die Partei sich selbstverstäiMich mit der Benennung eines Kandidaten beschäftigt habe. Der Vorstand der fort- chrittlichen Volkspartei habe, nachdem Justizrat Grüne- mld ursprünglich abgelehnt hätte, in der Wahlmänner- Zesprechung Oberbürgermeister Mecum Vorschlägen wollen. Angesichts der veränderten Sachlage werde oie Fortschrittspartei ebenfalls für die Kandidatur Grünewald eintreten. Stadtv. Löber führt uas, er sei wie vom Alpdruck befreit, daß Oberbürgermeister Mecum nicht gewählt werden solle, denn man könne ihn bei den wichtigen, noch vorliegenden Aufgaben der Stadt hier nicht entbehren. Pros. Dr. Fromme erklärt ebenfalls sein Einverständnis mit der Aufstellung des Justizrats Grünewald und macht >arauf aufmerksam, daß angesichts der beabsichtigten Grun- >ung einer Universität in Frankfurt die Interessen der Iniversität auch im hessischen Landtag mit Nachdruck und Sachkenntnis vertreten werden müßten. Es empfehle sich deshalb, für das im Herbst zu besetzende zweite Mandat einen Angehörigen der Universität zu wählen und in der Zwischenzeit nach einem geeigneten Vertreter Umschau zu halten. Beig. Emmelius erklärte, daß er ür Justizrat Grünewald stimmen werde und er glaube, >aß dies auch noch von anderen, nicht der fortschr. Bolks- jartei angehörigen Wahlmännern geschehen werde. Geh. usttzrat Dr. Schäfer, der noch beauftragt wurde, dem ()eh. Justizrat Dr. Gutfleisch für feine ersprießliche Tätigkeit als Landtagsabgeordneter zu danken, schloß hierauf die Besprechung mit der Aufforderung, Justizrat Grünelvald einftimmig zu wählen. ** Auch den Zugführer ir der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft wuroe gleichzeitig mit den Lokomotivführern der Rang der mittleren Beamten' zuerkannt, Ebenso wurden ihnen die Ächselsüicke verlieh en. TaS letzte Zeiche n dcS # Lollar, 23. Mai. im Groß- Hochofenbetriebes Beobachten Sie einmal Amtlicher Teil. Blendend weisse Wäsche Mosel- ! Weine JAVOL gegen Haaranxs&H Jaroletea Beste ♦ Weinstube Seibel. 3385] Der Wirt: A. Lern. Sprengung beseitigt. Tie erste Sprengung, der zwei der Schlote zum Cpfer fallen, findet mittag- zwischen 12 und 1 Uhr statt, und die viereckigen Hochöfen werden heute abend fallen. 1 ladet ergebenst ein Gebr. Julimann« filessen. Kleine Laqerchronik. Wie der „$oflt(cuibiSrt)c Anzeiger^ meldet, durchscknilt in der. Nacht »um Dkontag m Bram dach die Ehefrau de- HiN-weichen- wärterS Adler ihren ä l t e st e n K i n d e r n im Alter von vier, sieben und ach: Jahren nut einem Rasiermesser d t e K e h l e und ertränkte sich mit den beiden jüngsten Kindern im Mühlen- graben. DiebstahlSverdocht veranlaßte die etrau, die brieflich ihre Unichiild beteuert, au der furchtbaren Tat. In München überwies eine ungenannte Dame der Stadlgemeinde 400 000 Mark zur Errichtung emer Wohl» tätigkeitsstiftung für weibliche Angehörige des M i 11 e l ft a n d e s. Amtlicher Wetterbericht. WellerauSüdsten in tiellen nm Donnerstag dem 2b Mai 1911: Trub, strichweise geringe Niederschläge, kühl, westliche Winde. Lästige Haare im Gesicht, an d. Armen, entfernt Prof. Dr. Grunwalds Enrhaar- ungsvuder. T. ILO. Niederlage: Velikau-Avorbeke, Sreuzplay 2 dacht abgdxdtim hat. TuS nu» dem Abbruch getoeibtt Hospital- gebäubc kann seiner Bauart nach über 300 Jahre alt fein und har während btcicr Zeit teil- als Krankenhaus, tellS zur Am nähme altersschwacher Männer und Frauen gedient. Es wurdr vor einigen Iobren überflüssig, alS daS Provutzial-Siechcnhous an der Licher Strobe eröffnet wurde Landkreis Giehen. Halsfreie Stickereikragen, gutes Schweizer Fabrikat die Stiefel Anderer. Der mil Erdal behandelte Schuh fallt Ihnen sofort durch seinen wunderbaren Lackglanz auf. er an da» n dir, toit n die e Sie inan tafllo igten ei'nediguni! hofft de! wartet von der Mensc meintlichen tberer nad- !o du nicht bleibt im :ren Batei- Gasthaus zum Bahnhol Leihgestern am Bahnbof Grotzen-Linden gelegen. Himmelfahrttag, den 25. Mai 1911 grvhs Tanzbeluifigung Visitkarten büLnpSrol Brühl’sche Unlvereltäts-DruckerolJ ehemals einzigen Herzogtum Hessen, die Hochösen und Kamine der Lollarer Hütte, werden heute von Pionieren quS Colmar durch Handel. 6 Rheinische Kreditbank, Pfälzische Bank, Süddeutsche Bank. Die durch eine gestern aukgegedene amtliche Veröffentlichung bekannt geworden ift, ist die von unschön wiederbolt erwähnte Iutereftengemeinschait nunmehr perfeft geivoiden. Tic Süddeutsche Bank wird von der Pfälzischen Bank an'genommen werden, während letztere mit der Rheinischen Kreditbank durchInterefsengcmeinschast verbunden wird. TteV'älzische Bank' erhält durch den Anschluß an die grobe Gruppe der Teutschen Bank gennsiermahen Bestening an« ihrer iiolieilen Stellung, andererseits erweitert die Teutiche Bank ihren Dirlungskrei« in «nddenlschland. nur noch mehr. Tie Pfälzische Bank wird ihr Aktienkapital von 50, auf 40 Millionen ermäßigen und dadurch einen Bnchgewinn von. 10 Plillionen Mk. erzielen, der teil« zu Abschreibungen auf zweifelhafte Konten, anderme-.tr znr Schaffung einer stillen Reserve verwendet werden soll. Tn« Aktienkapital der Süddeutschen wmL. die in die Pfulnsche Bank anfpeben ivird, beträgt 10 Millionen. Tic Pfäl,ische Bank mirb den Aktionären der Süddeutschen Bank und bei Wiedererhöimng ihre« Uavital« auf 50 Alillionen Mk. die. vorerwähnten 10 Millionen Mk. Aktien der Süddeutschen Bank im Wege d>'.. 11 intmifc! ev aiiNcte.i. Heute Rindfleisch 58 Pfg. IB:| & WU- Täglich frische ”W GrdbeerBowle Carl Schwaab Weinhandlung empfiehlt seine garantiert reinen Rhein- , Bordeaux- J Keliannlinachung. 2 etr.: Milzbrand zu Ederstadt. Bei einer fiub de« August Gorlach zu Eber st ad t ist i!>:Uibtanb scslgestcllt worden. Desinfektion ist angeordnet. G i e ß e n , den 22. Mai 1911. Großherzogliches KreiSamt Gteßen. Dr. U f i n g e r. 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Lina Bernard Bismarckstr. 6 Letzte Nachrichten. Der Zuverläsftgkeitsflug am Lberrhein. Straßburg, 24. Mai Dom Flugplatz Polygon wird gemeldet, daß heute morgen 5.02 Uhr als erster der Militärflieger Leutnant Macke nthun mit einem Passagier an Bord direktnach Karlsruhe gestartet ist, vhne über Weißenburg zu stiegen. Die weiteren Flieger sind in folgender Reihenfolge gestartet: Jeannin aus Aviatik ohne Passagier b. 11 Uhr nach Weißenburg, Witterstätter ohne Passagier auf Euler 5,32, Dirth mit Passagier aus Rumpler 5.33 und Brunhuber aus Albatros mit Passagier 5.35 Uhr. Damit haben die letzten Flieger Straßburg verlassen. Tie Flaggen sind eingezogen, der Flugplatz Polngon Straßburg ist ossillell aufgehoben. Weißenburg (Gif.), 21. Mai. jeannin tst um 5.58 Ubr in Weißenburg glatt gelandet. Jeannin ist um 6.24 Uhr nach Karlsruhe abgefahren. Bitter-< stätter landete von Straßburg her um 6.37 Uhr glatt. Brun-- Huber hat Notlandung bei tzerlisbeim (Kreis tzagenau) vornehmen müssen. Ausfällig bemerkt wird, daß Äirth, der mit seinem, Rumplerslugzeug als schneller Flieger bekannt ist, bis jetzt noch nicht gesichtet wird. Gr scheint sich verslogen zu haben. Karlsruhe, 24. Mai. Von den Fliegern, die heute morgen Straßburg verlassen haben, ift Leutnant Mackenthurr. um 5.54 Uhr in Karlsruhe glatt gelandet. Herde für Stadt u. Land finden Sie in grösster Auswahl bei J. B. Mi®, Biessen Neustadt 56 Bodheimer Str. 42 Ein Jahreseinkommen von 8—10 000 Mark, welches ich nachweife, kann ein fleißiger Penreier verdienen und.- suche ich für den hiesigen Bezirk einen tüchtigen Herrn. Beamter, Werkiuhrer, Meister oder bessere Arbeiter «auch vom Lande, können, obigen Betrag coent al« Nebeneinkommen erwerben. Der Artikel ist ein Bedürfnis und wird gebraucht wie daö tägliche Brot, z. Zt. ift derselbe der größte Schlager der Gegenwart, weil jetzt noch steuerfrei. Es wollen sich nur fleiß. Herren meld., die 10O—150 Mk. z. Beriuguna haben, um ein kleines Lager unterhalten zu können. Bei eoent. Anstell, sind Mk. 25.— für die erste Ware fof. a Conto zu zahlen. Mein Angeb., woiu kein Kavital nötig, ist daher ein sehr Mn't. und grundreelles u. nicht mit den alltägl. Angeb. zu verwechf. Zu melden von Donnerstag abend 6 Ubr bis Freitag 4 Ubr bei Plaß, Hotel Schutz u. Samstag Hotel Kaiferbof tn Marburg. 13410 erzielt man mit DiiThompson'5 SEIFENPULVER ISalomon&Cie. Konkursverfahren. Heber das Vermögen der Jakob Arnold II. Vitwc ?lnna geb. Schmidt tn Gießen wird heute am 23. Mai 1911, vormittags 8 Uhr, da« KonkurSverfahrcn eröffnet. Ter Kaufmann Louiö Althoff in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. KonkurSforberungen sind bis zum 15. Juni 1911 bei dein Gerichte anznmclden. GS wird zur Bcschliißfaffung über die Beibehaltung des ernannten ober die Wahl eines anderen Verwalters, sowie | Über die Bestellung eines GläubigerauSschuffes und cintrctcnbcn s^llL über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfimg der angemeldeten Foidc- rungen -auf SamStag den 17. Juni 1911, vormittags 9»Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 18, Termin onbcraumL _ stillen Personen, welche eine zur Konkursmaffe gehörige Lache in Besitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gememschuldner zu verabsolgen oder zu leisten, auch die Verpstichtung auf» erlegt, von dem Besitze der Sache und von ben qorbe- nmgen, für welche sie auS der Sache abgesonderte Besnedi- c;ung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 25. Juni 1911 Anzeige zu machen. B*4/ Grobherzogliches Amtsgericht m Gießen. Ilaube ent, ? t Menschen ’ hung und der logisch ' i Natnrge. £ unentschik' | ; des Men- > eine dein i fannt toor» i Bungen an- I nbung und I , unb tont j tort blüht zur Uuhe, , von te einigt! gep^' lgesu^ igssaal ta Stt für die r der Etck Schäfer, SespreMN.- | zunächst bc nieten Aed Sesprechur^ -inen 3M der Neai-- den Wen s im Lauter Linie sei 11 inBetracht nanCber- | en, der MI , wenn ke>» I ieße. * I en die Nb iverständm- ! Grünevalt ordneten st i( ebenfalls ; nete Wnr. dtv.Lnchc' eine W lorden KieB <3enennunJ Ad der so^ » rat ' Zahltnännel' jqen woUen- Fortschl^ $ei>r; Älpdruä übt geM ditigen, mw riversländ"'' dundE tigten GlA Np KreiS Büdingni. §k. A. Büdingen, 23. Mai. Tas Gesamtergebnis des BlumentageS im Kreis Büdingen ist 3438,28 Mk: die Gesamt- Unkosten betragen 40,62 Mk, io daß als Reinertrag 339,,66Mk verbleiben. Dieser Betrag wird an die Zentrale m j.atm|tabt abgclicscrk, aber lediglich für Zwecke der Mutter- und <;äughnne-' pflege im KreiS Büdingen verwendet. In den einzelnen Gemeinden gingen ein: Altenstadt 158,51 Mk, Altwiedermus 37,15, Aulendiebach 3, Bad Salzhausen 20,50, Bellmutb 3 Bergbetni 29,76, Vergabt 44,75, Q3inbiad;int 40,78, Btnaenheim 46,20, Bisses 35,60, Bleichenbach 25,45, Babenhausen 7,05, Bösgesäß 5,45 VorS- dort 24,60, BücheS 11, Büdingen 705,05, Durgbracht 3,90, Calbach 10,75, Dauernbeim 33,84, Diebach 18,50, Dudenrod 4,60, Düdelsheim 57,20, Cd zell 88,55, GckartSborn 8,35, Gckarto- Hausen 22,20, Gfsolderbach 31,71, Fauerbach 33,41, Geiß-Ridda 26,47, Gelnhaar 14,30, Gettenau 38,30, Glauberg 40,40, batnchen 59,45, £>ainqrünbau 19,65, Heegheim 10,83, Heuchelheim 17,15, tzimbach 13.60, Hirzenhain 46?62, dttzkirchen 5 30, Höchst a d. R. 29,52, Illnhausen 8,10, Wcienrob 14,7o, Kohden 20,50, Langcnberghcim 35,25, Leidheden 25 77 Lmdhe,m <5,93, Siflberg 7,62, Lorbach 16,50, Merkenirttz 16,80, Mraielau 7 .-,5. Michelnau 14,15, Mittel-Gründau 20,01, Nidda 579,27 Nieder- Mockstadt 15,86, Eberau 31,10, Ober-Mockstadt 12,58, £ber- WidderSheim 22,50, LrleShausen 12,01, Crtenbcrg 275,89, Ranstadt 36,65, Rinderbügen 17,69, Rodenbach 7,90, Rohrbach 4,50, Rommelhausen 20,15, Schwickartshausen 6,11, Zelters 19,30, Stockheim 92,45, Unter-Schmitten 28,28, Unter-Wibdershetm 15,85, Usenborn 23,30, Vonhausen 21,96, Wallernhausen 34,85, Wenings 49,99, Wippcnbach 4,70, Wolf 10,01 Mark (?) Calbach, 23. Mai. Unter überaus zahlretcher Beteiligung wurde am (Sonntag im Hardccker fißaß) die 40jährige Gedenkfeier des Friedensschlusses von 1871 festlich begangen Ansprachen hielten Pfarrer Pabst, Cckartshausen und Pfarrer Hartmann, Hainchen. Gesangs- und Musiivortroge der Kirchengffangvereine und b?r Posaunenchöre her Nachbarorte verschönten die Feier. KreiS Friedberg. -M. Friedberg, 24. Mai. (Priv.-Tel). Bei der gerichtsärztlichen Untersuchung der Lerche der ~srau Wagner wurden feine inneren Verletzungen fest- gestellt Der Tod ist jedenfalls infolge eines Nervenschocks eingetreten. — Die Firma Roßbach stiftete anläßlich ihres 60jährigen Bestehens der evangeltschen Äirdjen- gemeinde 10 000 Mf. 0>crid)isfaaL Berlin 23. Mai. Wie die Abendblätter melden, erhielt von den Opfern des Gffener M e t n e i d s v r o z e s s e s b?r Bergarbeiter Ludwig Lchrödcr für unschuldig verbüßte Untersuchungshaft und Zi-.chthausüra e vom Iustizmintltcrium eine Entschädigungvon 5 2 5 0 M ark und der B c r g a r bet- ter Friedrich Thiel eine Gntschädtgung von 1000 öil9it e.8 Torsr« i Star bi, [abnijDU •J*® diiz »lein vv n°tf) tocjjf tet bat Ate. Die luc*, - Tas ii »em 6tei« 1 in bitte: Äscher tz,. stieben üi 'fiorben iij Jtü»n, eilt ellung txr. i Grrchslc!!: fünfen unb - Seine erste Ballonfahrt wird der neu be- i :ründete Gießener Lu st sch if fahrt Sve re in am SamStaa tiefer Woche unternehmen. Die Vorbereitungen dafür sind iom Gaswerk bereits getroffen. Als Zeit der Füllung ist 30 Uhr vormittags bestimmt, da bis dahin der Meteorologe Dr. Peppler feine Wetterprognose gestellt hat und eS von befer abhangt, ob die Fahrt ohne Gefahr vor sich gehen kann. Zur ersten Fahrt wird der Ballon .Marburg' l -nutzt, der 1400 cbm GaS aufnimmt unb besten Füllung 10—30 Minuten Zeit erforbert. Der Aufstieg unb die Vorbereitungen zur Fahrt können sehr gut von ber höher als t> Jägertal zur Klippe und über die weithin bekannten juMnqer Sandsteinbrüche auf den Aussichtspunkt Pial^enwaU). .Aw Schluffe wird eine Besichtigung der Stadt und des ^chlosies jt Büdingen vorgenommcn werden, um die Wanderer mit der . Serie Lberhessens" bekannt zu machen. , o Gin altes Stück Gießen, das Loivital- cebäude am Lcltersweg, wird in den nächsten Wochen Dom iMboben verschiomden. Es soll niedergelegt werdeii, well cs baufällig ist- Wcflcrn hat man aus dem Türmchen das Uhrwerk nu seinen schweren steinernen Gewichten und die Glocke herunter- p nonunen. Sie werden mit zwei altertümlick)en Le,en, die noch ii h.n Ökbäubcn standen, dem Museum des Obcrhes,i,chen 0)e- »Rlichtsvereins überliefert. Die Glocke ist nach ihrer Jmchrnt iAi Jahre 1828 von den Glockengießern Gebrüder Otto in Gietzen o goifen und hat bis zum Jahre 1904 regelmäßig den B.- nohnern der Gegend die Zeit verkündet, seitdem die Glocke Krltummk, ging auch die Uhr nicht mehr, weil ,ie einer griind- idr. ii Reparatur l»eburft hätte. Bis 1887 hat die G.ocke im Ihrturm dazu gedient, zum Gottesdienst tn der öoipi lall adle (3 läuten, in der zuletzt eine altlatholischc Gemeinde ihre An- Konkordia Am Himmelsahrttag: Hesftog nach der Badenburg Abmarsch pünktlich 3 Ubr von Ecke Eder- unb Stern strane Zahlreiche Bcieiliguns erwünscht. Bet ungünstiger Witterung um 4 Uhr Zusammenkunft im Gaf6 Gbcl vM; Der Vorstand. Achtung! Kammerjäqer Tchwarz empfiehlt sich ^ur Berlilaung von Ratten, Mäusen, Lchwabcu, Wanäeu u. Ungeziefer jeder Art. Schriitliche Angebote unt. 3422 a. d. Gießener Anzeiger erbeten. KM dcYhompsons ? SEIFCNPULVER Jackenkleider in leichten blauen und schwarzen Stoffen, englischen Stoffen und solchen engl. Charakters in braun und grau etc. Seidene Jackenkleider in ganz besonderen Stoffen. Wdgener & Sdilötel Goetheßrape 9, 11. Frankfurt a. M. „24.-28.- 48.-60.- 70.- Besonders vorteilhaft im Preise Reise-, Staub- Regenmantel „ 8-12-16- 20. $i{ > „Krti o>öd>! s- Ainil'ttr Präs Sftinmini Grh. meirerten bot Ibä WSciM Ulf fülluitg i unterem 3taa ou^ujh fing ndti ratung b jungsurfi Sie giänbem bic Land (inftimmi bem M Ritgliedc der zu und k Sadj beu Sarmftai tb sie fli kt slädli an die i berung i aus der beamten lheoters daus de itcdici der An Ultid Es den referenl Gießen (In LöberS Hof 9), den 24. Mai 1911 ■BWT gebaut Am Tr. B _ 3" --itzunc Antrac im Bi erklärt stelle _ L fr etatio Zwangs Sas 2. Kam« Beta gemein ichutzberat statt. Nc Vorlage gleichen Nachdem berg zu< Nttcn ' £4 R: I I ',nl1 ?,«* to^lQhe Elchen l%?i ve wl-rd Bs L'A L- le % t.'° (Sei 3i &Lbftc ließ, e folgenb „ Es Seit Gt "Blumei geu «erfaufs unö Mjli ?e ung, '9t, die aiibe Wndeu, Ar iPoll neh. hi, en !1 >."cht Silonj moi 31. Stjtiiter 1916 1. 1 266 118,58 3430 Spar und Borschutzkaffe zu Kesselbau 2. 3. Direktor: Schwalb. Kapitalien a) gerichtl. Obligationen b) gegen Bürgschaft c) gegen Güteraufgeld d) gegen Wertpapiere nach dem Kurs am 31.Dez.1910 Kassenvorrat Ausstände Ausgeschieden in 1910 Stand der Mitglieder Ende 1910 Kesselbach, den 22. Mai 1911. Aktiva 1. Ausgeliehene Stand der Mitglieder am 1. Januar Neu beigetreten 1910 4. Mobilien 18 10°/<.Abschr. „ 2 Passiva