Mittwoch, 22. März 1911 161* Jahrgang Darauf kann man die Hinterbliebenen nickt vcr- lentrum.) Wenn b i c Reich sver- deZ ReichSamt des Innern über die Verwendung ■HM Nr* 69 «UgktA w* •nfwsttiW tönidaji Darf man wollend Er hat die HotirftemM ** eedne »* eroendxB Uatoetltidto - Bu4> «nb 6teinöcud««L Ä. «KBm. der Kaliabgabe. lieber die Kam. Abg. Huc (Soz.): annehmen, daß die Herren drrcken (chweigeu Vizepräsident Dr. Schultz: Stelle, die ihm nach der starke seiner Fraktion beansprucht, sondern erklärt, daß er spater zu setzung). Schluß 6% Uhr. Zentrum.) Abg. Dr. Becker-Arnsberg (Zentr.): Das bringt keine Re- gierung fertig, sich mit Dr. Mugdan z. B. über die A e r z t e • frage zu verständigen. Abg. Dr. Mugdan (Vp.>: TaS war recht ungeschickt, denn gerade in dieser Frage bat sich die Regierung auf meine Vorschläge zurückgezogen. (Hört! Hört!) Parlament und Regierung müssen Zusammenarbeiten, sie dürfen nicht auf verschiedenen Stühlen sitzen. Abg. Dr. Becker (Zentr.): Dr. Mugdan hat sich in der Aerztefrage meinen Vorschlägen angeschlossen. (Hort! Hört! im Zentr.) Dre Vorlage über die Prolongierung der lex Trimborn wird tn erster und zweiter Lesung unverändert gegen die Volkspartei. Polen und Sozialdemokraten angenommen. Die Kali- Propaganda, ftebttTHmv typebtHmi enl ftrurferei: ftragt 1. Expedition and Verlag; fcJU* 6L 8lti>af tton:1 UL rel.-Adr- AnLrfgerGietze». Unterstaatssckretär Richter: Eine Spezialisierung war für die Regierung sehr schwierig in dieser vollkommen neuen Materie. Wir müssen bei jedem Punkte sehr vorsichtig prüfen, ob wir nicht die Kali Industrie schädigen. In bezug auf die Empfängerproben kann ich dem nur zustimmen, daß es durchaus wünschenswert ist. darin den Ab- nebmem mehr als bisher cntgegenzukommen. Die Ueberkontin- gentsabgabe können wir nicht sofort erheben, wir müssen den Ab. sckluß des Kalenderjahrs abwarten; maßgebend kann nur die letzte Kontingentierung sein. Zwischen Provagandageldern und Rabatten besteht freilich kein Unterschied, wenn nur die großen Verbände die Propagandagelder bekommen; aber soweit das nicht der Fall ist, ist der Unterschied da: Rabatte können nur bei größeren Abnahmen gewährt werden. Dem Bundesrat wird in der nächsten Zeit eine Vorlage zugehen. in der darauf Bedacht genommen werden soll, die Staffelung der Ra. barte so zu gestalten, daß solcke Sprünge nickt mehr Vorkommen, durch die die kleinen Verbände ihre Unabhängigkeit verlieren. Ter Unterstaatssekretär erklärt die Zustimmung der Regierung zu den Kommissionsbeschlüssen. Die politische Frage sollte man nicht in die Sache hineinbringen. Irgendwie mit poli. tischen Angelegenheiten muß sich ja heute jede wirtschaftliche Korporation befassen. Vizepräsident Schultz erteilt dem Abg. Hue das Wort. Abg. Hue (Soz.): Ich bin überrascht, jetzt heranzukommen. Herr Roejicke stand doch vor mir auf der Rednerliste. Vizepräsident Dr. Schultz: Er hat erklärt, daß er später sprechen wolle. Missionsverhandlungen ist eingehend berichtet worden. Tie Kam. Mission hat eine S p e z i a l i s i e r u n g der Verwendung der nach dem Etat auf 4 800 000 Mk. gesckiatzten Kaliabgabc beschlosien. Unter anderm "sollen von den 1 100 000 Mk., die für praktische Versuche sowie für wisiensck)aftlick'e Arbeiten und Veranstaltungen zur Hebung des Kaliabsahes nach näherer Bestimmung des Bun- desrats im Inland bestimmt sind, an landwirtschaft. Zur Verhandlung stehen nunmehr die noch ausstehenden Titel aus dem Etat *" ° ° 01 f)t» „eieBtw #emtlteeblätter* werft» bem ettn#eiQer* rtevmaJ ®dd)eniltd) beigelegt, ba» .Krelsblat) M» ®reb iroetmal eikbemlidx f>te ^kaitbwtrtschoktltche» Uli* haaev* alchern« wwnallufc ypeunaL Abg. HauSmann (NaM.r Wir sind für die Vorlage. Was hätten die Hinterbliebenen für einen Vorteil, wenn wir sie ablehnen? Wir werden alles tun. um das Gesetz im Interesse der Hinterbliebenen unter Dach und Fach zu bringen. Staatssekretär Dr. Delbrück: mb. Deutscher Reichstag. 168. Sitzung . Dienstag, den 21. SR ä r 8- Am BundeSratStisch: Delbrück. Richter, Gaspar. Präsident Graf Schwerin-Löwitz: So wie am 21. März des Jahres 1871 bet damalige Alterspräsident v. Franckenberg-LudwigSdorff die erste, so habe ich heute genau nach 40 Jahren die 8 42 6. Sitzung de§ deutschen Reichstages eröffnet, was die Herren interessieren dürfte. (Das HauS !hat sich bei Beginn der Rede des Präsidenten erhoben und bricht nach diesen Worten, aus die sich der Präsident beschrankt, in lebhaftes Gelächter aus.) Die Prolongierung der Lex Crimborn. Zunächst steht das Gesetz über den Hinterbliebenen- fonos und den ReichSinvalldenfondS zur Debatte, durch das die nack der lex Trimborn versprochene Witw en- und Bai 1 e n - Versorgung noch um ein Jahr hinauSgeschoben wird. Abg. Dr. Mugdan (Vv.): Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Der Antrag Mugdan ist unannehmbar. Dr. Mugdan irrt sich, wenn er glaubt, daß die Hinterbliebenenverfickerung vor der ReichSversicherungSordnung in Kraft gesetzt werden kann. (Hört! Hört! im Zentrum.) Wenn die. R 2 ich S Versicherung nicht zustande kommt, so trifft die Schuld dafür wahrhaftig nicht die verbündeten Regierungen, («ehr richtig! im Zentrum.) Abg. Dr. Mugdan (Vp.): Staatssekretär Dr. Delbrück: Natürlich, wenn man sich geradezu auf den Moment freut, vor einem Berg vor Scherben zu stehen. (Große Unruhe links.) Ick muß unter allen Umständen dagegen Protestieren, daß an den Schwierigkeiten, die augenblicklich zu überwinden sind, die Negierung allein ober auch nur in erster Linie die schuld tragt (Beifall rechts und im Zentrum.) Wenn Dr. Mugdan der Regierung den Vorwurf gemacht hat. daß sie sich nicht vorher uoer diesen mehr als 1700 Paragraphen umfassenden Ge,etzentwurs mit den Parteien verständigt bat, so möchte ich ihn wirklich bitten, mit zu sagen, wie wir dos hätten anfangen sollen, (-sehr richtig, reckrts und im Zentr. Zurufe links: Grundzüge!) Tas ,|t einfach unmöglich bei einem Reichstag, der Parteien mit so verschiedenen Meinungen aufweist. Die verbündeten Regierungen tun -ihie Pflicht, wenn sie nach Maßgabe der oer- fügbaren Mittel und auf Grund der von ihnen zu vertretenden politischen Grundsätze und deren praktische Durchführbarkeit dem Reichstage ihre Vorlagen machen. Dr. Mugdan hat weiter behauptet, die Neicksversicherimgßordnung hätte in der Kommission eine Fassung bekommen, die von der ursprünglichen um eine Privatangelegenheit, die uns eigentlich nicfjlS anging, -tu wurde lange darüber gesprochen, weshalb lediglich den "'N den Bund der Landwirte sich gruppierenden Verbanden diCfe Pro. Visionen gezahlt würden, und besonders Dr. Heim wies auf die Unhaltbarkeit dieses Zustandes bin. - * Der fetzige Fall Dr. Heim ist \a bekannt. Wir wurden unv in diesen hau sricken Streit des Zentrums nicht cm- mischen, wenn Nicht in der Presse lange Erklärungen gerade von den beteiligten Herren selbst erschienen waren Der Antritt deS Zentrum dabgeorbneten mit dem P o Int 1 n Mandat in die Kommission (Heiterkeit) war aus feden Fall ungewöhnlich. Tr. Heim hat sich ja öffentlich befdjtoert über seine Zurücksetzung und hervorgehoben. daß er persönlich an dieser Frage nicht interessiert sei. Daraufhin bat die ..S ch l e s. 93 o 11 8 atm acantroortct. daß er Aufsichtsrat bet einem Kaliwerk fei. (Abg. Tr. Leim: ..D a s i st eine Lüge D Ich habe nur verlesen, ivas in der Presse gestanden hat. Dr. Heim muß ]id) gegen die UntersleVuna wehren, daß er sein Mandat auSnutzt zu p"'on- lichen Vorteilen. (Abg. Dr. Heim : ..Wird er schon be orgenl ) Der Zentrumsabgeordnete mit dem polnischen Manda — tdl hoffe, daß man weiß, wer gemeint ist. ohne daß der Abg. Dr. Heim genannt wird (Große Heiterkeit) — hat m der Budget- kommission ausdrücklick erklärt, daß die Meinen Organiftiltoncn von den großen Verbänden vergewaltig» werden. Alle Angriffe und Vorwürfe sind — das muß festgestellt wer. ben — vom Zentrum und der Rechten ausgegangen, .tte Mehr- , heitsparteien haben also erst den Stein ins Rollen gebracht, —aren die Debatten nicht durchgeführt, so hätte die Regierung ihre ur. sprüngliche Absicht zur Ausführung gebracht, die m den Etat ein. , gestellten Gelder einfach dem K a l i s h n d i k a t zu überwerfen, i (Sört! hört! links) Gegen die Zuwendung an die Deutsche . 2 an dwirtschaftsgesellschaft hat niemand etwas ge. sagt Anders steht es mit dem Gelde. das der Bund der Landwirte eingesteckt hat. Andere landwirtlchafthche Craant. i’ationen hat man nicht bedacht. So die schlesischen und süddeutschen Organisationen und auch der T e n t s ch e Bau e r n b u n d Warum nur sein Konkurrent, der Bund der Landwirte. ^.«wei steht fest, daß dieser Bund das Geld für parteipolitische Zwecke qusgegeben hat, daß er Agitationsredner pur sich^bezahlt hat. Diese Organisationen haben mit dem Gelde gemacht, was sie wollten. Das hat der V er tr eter der Polen aus dem Zentrum ausdrücklich bewiesen. Ter Bund der Landwirte M politisch. Er stellt Kandidaturen auf. Selbst Tr. Roesicke gckt als seine Parteizugehörigkeit im Reichstags-Kursc^ier an »Bun der Landwirte" und dann erst ..Konservativ . Auch die «Deutsche Tageszeitung" redet ganz offen von eigenen Kandidaturen des Bundes der Landwirte. Und da stellt sich der ^silerstaatsiekretar hilflos hin und tut. als ob er gegen den Bund der Landwirte mcku» tun könne. Die Regierung ist sa sonst so energifdi. hxnn e® unsere Jugendorganisationen als politiich zu bezeichnen. Ueberall Schmierereien und Bestechungen! Wenn Tr. Heim nur au^-paaen wollte! Ick glaube, verschiedenen Leuten hier wurden,die Haare zu Berge sichen! Und mit diesem Gelde werden cimeihg hock- schutzzöllnerische Bestrebungen unterstützt. Toller treibt man 8 ja nicht in der russischen Duma! Auch Tr. Heim sprach von einem Saustall, von Terrorismus gegen die Klanen. L.iwhdem bat man alle unsere Anträge, die der Korruption -u Leibe aßge. lehnt. (Hört! hort! links. Erzberger . Ich habe mehrmals dafür gestimmt!) Aber nur, wenn sie wußten, daß der Antrag sicher abgelehnt werde! (Lebh. Hört! hort! links.) Ten freisinnigen Anträgen stimmen wir zu. Sassen.Sie zum v i c r z i g st e n I u b i l a u ni d e s R e i ch S ^ ^ Jcmen Beschluß, der die Sckivachen vergewaltigt, i-er die o^?tUchen Einrichtungen korrumpiert l Wenn Sie noch itögeW haben, dann müssen Sie für unseren Antrag itiminen. Macken mir reine Wirtsckiaft. Aber die Behörde kümmert, sich um nichts. Ruhig siet sie auch zu, wie allerhand a’u § I ä n u 11 m e 5 m • vengesindel der ehrlichen Arbeit in den Kaliwerken Kon. kurrenz macht. Ta kann man sich nicht wundern, wenn die Arber, ter in den Ausstand treten. Landfriedensbruckwrozesse sind die Folge So hat man m Köln den Gewerkickiaftsfuhrer '^ohlick zu der ungeheuerlichen Strafe von zwei Wen jicben Monaten verurteilt. Herr Staatssekretär, nehmen sie sich doch mcht bloß oer Unternehmer, sondern auch der Arbeiter an! Unterstaatssekretär Richter: Von einer Vergewaltigung der Kleineren knn keine Rede sein Ter Bundesrat wird sich mit den Rabattfähen.belchaingen und'dafür sorgen, daß sie allen Interessenten in glmcher Weise zugute kommen. Niemals bestand die ^^.diee Gelde. ohne weiteres dem Kalishndikat zu überweisen. Der Reichskanzler behalt sich die Verteilung der Gelder und die Kontrolle durch- aus vor. Uebrigens befinden sich gegenwärtig noch keine Gelder in der Reichskasse. Tie bisherigen Grund- sätze der Verteilung werden sorgsam geprüft werden. Die landwirtschaftlichen Crganifationcr iverben wie bisher daS Geld bekommen und jeder Verband soll das erhalten, was er wirklich ausgegeben hat. Es wird auch eine wirksame Kontrolle dar- über stattfinden, ob die Gelder wirklich zu Propagandazwecken verwendet worden finb Keinesfalls sollen Heinere Verbände an größere verwiesen werden. Bei der großen Bedeutung der Wirt- schastsvolitik und der Sozialpolitik ist es natürlich daß auch toirt« schaftlicke Verbände hier und da mal eine politiiche Tendenz er- kennen lassen. (Hört! Hört! links.) Sonst hat das politische Moment mit der Frage nichts zu tun. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Mittwoch, 2 Uhr: Hinterbliebenenfücsorge. Kalidebatte (Fort- lichen Korporationen. G e n os s en, cha f t e n und Verbände 600 000 Mk. gegeben werden. EL liegt hierzu ein Antrag der Volkspartei vor, der in der Kommißion ab- gelehnt worden ist. Tanach dürfen Lrganisationen, die polt, tische Zwecke verfolgen, weder mittelbar, noch unmittelbar Propagandabeihülfen erhalten. Ter £ I e E c f 0 n 3 , einsnveilen mit 300 000 Mk. dotiert werden loll, soll nach dem sortsckrittlichen Antrag ausdrücklich bezeichnet werden als ein ~.onb5 ,ur weiteren Hebung des Absatzes von Kali, ö'crricr bcan- uagt bie sXor'ei eine S e f o lu . i on, die den Bunbebrat er iuebt umgebend gemäß § 21 des KaligesetzeS auch sur den Bezug von sialirohsalzen Abzüge festzusetzen, wobei der höchste Rabaltfatz bereits bei einem Bezug von 20 000 Doppelzentnern Rcinkali er- rcickt wird. Diese Resolution will den kleineren ^ollcnfchaften beim Kalibezug d,e gleichen Vergünstigungen gewahren, wie den großen Verbänden. «ml cqnns als ioldwr bat auch gar nichts bannt zu tun, fondcrn NU unsicher. Darauf kann man die Hinterblievenen mmt ver- trösten. Wir beantragen, schon am 1. Oktober 1911 die Witwen- und Waisenversorgung in Kraft treten zu lassen. werden. Abg. Speck (Zentr.): 1 Die Kommissionsberatung hat sehr lange S^L'eie^waren großem Vortest, besonders für unsere Landw'rtichaft. die Landwirtschaft das größte Interesse daran daß dwfe Pr^pa ganda in der bisherigen Weste weiter verfolg!: w rd (-ehr richtig! rechts und im Zentr.) Dazu selten rn^t nur In nen- sckaftliche Forschungen, sondern auch p" "'lche verbuch . Ausstellungen und V o r t r a g e. damit weiteitc -Deoune rungs reise über den Wert der Kalidüngung aufgeklärt werden ^stse Kalipropaganda ist unentbehrlich. D.e Sozialdemokraten haben eine Resolution eingebracht, die die ganze Abgabe der Reichskasse überweisen will. Wer es Mit der Kaliinduftrie und der Landwirtschaft gut meint, kann diesen Antrag nichtannehmen (Sehr richtig!) Bei der Verteilung der Gelder müssen nicht nur die großen landwirtschaftlichen Crganifatumen berücksichtigt werden, sondern alle ohne Ausnahme. Sie wüst nur beweisen, daß sie wirklich Kalipropagandoi treibenunb bafe sie bas Geld nur für biesen Zwe ck verwenden. Diese Verwendung ist gesetzlich festgelegt und cm finanzielles Intcresse. de einzelnen Bauern liegt also mcht vor. Es ist daher deplaziert, wenn die „Augsb. Abendzlg." kürzlich ichriCb. das Zentrum gäbe zugunsten der Konservativen die Interessen der Bauern verraten. Die Interessen der Bauern sind bei uns am besten aufgehoben (Beifall im Zentr.) Ganz anders liegen die Verhältnisse bei den Rabatten, die das Syndikat direkt den Abnehmern gewahrt, beim Bezug eines bestimmten Quantums. Mit den Rabatten können die Organisationen machen, was sie wollen. Durch d,e -Staffelung der Rabattsätze werden nun aber bie m i 111 e r e n u n b 11 e i n e n Organisationen gezwungen, sich ben großen Körperschaften anzuschließen. Tas ist natürlich kein wümckfcnswcrter Zustand. Taher stimmen wir bem Antrag ber Volkspartei wonach ber höchste Rabattsatz bereits bei Bezug von 20 000 D-Ztr. Rein- falt gewährt werben soll. zu. Tic für bie Auslanbspropaganda eingesetzten 2 Millionen genügen. Es wäre mir heb gerne]en, wenn auch bie einzelnen Bundesstaaten Propaganbagelber erhalten hätten, leider bin ich nicht damit durchgedrungen.,, -^as neue Institut der Probenehmer ist zu begrüßen. Jeder Empfänger muß die Möglichkeit haben, auch seinerseits noch eine Probe entnehmen und untersuchen zu lassen, ohne die Kosten dafür tragen zu müssen Mit dem fortschrittlichen Anträge, daß Politiken Kongregationen keine Propagandagclder gewährt iixrben sollen, kommt ein Moment in bie Sacke, bas gar nichts damit zu tun hat. Der soll über den politischen oder nichtvolitischen Charakter einer landwirtsck^aftlichen Körperschaft entscheiden? Wir legen 'n Bayern ben größten Wert batauf, baß an ber lanbesge setz- lichen Kompetenz ber Entscheidung über diese Frage mcht gerüttelt wird. Ich halte den Bund der Landwirte für eine lediglich wirtschaftspolitische Organisation, denn ihm gehören Vertreter verschiedener Parteirichtungen an. Die steht es denn mit dem Hansabunde? Er wurde ja als ' Gegengewicht zum Bunde der Landwirte gegründet. Ter neucfte College aus Immenstadt ist ein Beweis dafür, daß der Hansabund eine politische Organisation ist. Wir werden , uns überlegen müssen, ob wir unsere nationalen Schätze noch weiterhin an das Ausland abgeben wollen, denn wenn die Ausbeute , so weitergeht, ist der Vorrat an Kali in hundert Jahren erschöpft. , Wir werden also den Kommissionsanträgen zustimmen. gefkdjtt lerzH-SpE tad)cl6rabt, ;ntr, JHabi» lk. und verzkt, iriflcflcdiic. Dralsticile, nenn, taufen Ibait bei -beimrr Str- Ans Stadt rind Land. Gießen, 22. März 1911. ♦* Die Gietze^re^ Ruder-Gesellschaft 1877 E. L. eröffnet am Samstag, L April, ihre Rudersaison. Das Bootshaus an der Lahn ist von da ab täglich von 6 Uhr abends an geöffnet; Freunde des Rudersports sind stets gerne willkommen. Das schöne Bootsmaterial, das in Sief em Jahr durch einen neuen Rennachter und einen Rennvierer verstärkt worden ist, bietet reichlich Gelegenheit, den gesunden Rudersport auszuuLen. Der bewährte englische Ruderlehrer Mr. Arlett wird im Laufe des Monats April die Leitung des Trainings übernehmen; bis dabin üben die Mannschaften in Gigbooten unter Aufsicht der beiden Ruderwarte. Landkreis Gietzeu. X Kleiu-Liuden, 21. Wrj. Die Generalversammlung unseres Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins beschloß, die Verba n d s au s st ellu ng oberhess. Kaninchenzüchter am 7. August in der „Deutschen Eiche" abHuhalten und damit eine allgemeine Geflügelschau zu verbinden. Dem oberhessischen Verband ist der Verein Watzenborn-Steinberg neu beigetreten. Kreis Lauterbach. 5 Lauterbach, 2L März. Eine Feuerloschprobe wurde gestern nachmittag aus dem hiesigen Viehmarkt durch einen Vertreter der Feuerschutz-G. m. b. H. aus Gießen mittelst des Trockcnfeuerlöschers „Rapid" vorgeführt. Drei aufgeschichtete .Holzhaufen, die mit Teer und anderen leicht brennbaren Stoffen übergossen waren, wurden nach einander angezündet uni>, nachdem das Feuer den ganzen Holzhaufen ergriffen hatte, mit dem mehlartigen Feuerlöschinittcl überstreut. Sofort erlosch das Feuer auf den Stellen wo die Masse hinfiel, so daß in ganz kurzer Zeit der ganze Holzhcmfen nur noch aus rauchenden Holzstücken bestand. Dasselbe gesckiah an den übrigen beiden Holzhaufen und einer in Brand gesteckten Teertonne. Allerdings ist dieses Feuerlöschmittel nicht für große Brände, sondern nur im Entstehen begriffene Zimmerbrände uni) dergl. bestimmt. 5 Wernges, 2L März. Johannes Köhler von hier, der in der Neujahrsnacht den Konrad Möller hier durch einen Me sserstich schwer verletzte, wurde gestern am Schöffengericht zu Lauterbach mit sechs Monaten Gefängnis bestraft und sofort ein Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die von üjm bei seiner Vernehmung vorgebrachtc Notwehr rourbe durch die Zeugenaussage widerlegt, Kreis Friedberg. dr. Friedberg, 22. März. Der Friedberger Geschichtsverein geht soeben an die Gründung von Ortsgruppen in der Wetterau und wird fortan in seinen alljährlichen umfangreichen Veröffentlichungen auch die Geschichte der Wetterauer Ortschaften eingehend berücksichtigen. Von fleißigen Geschichtsfteunden, meist Wetterauer Pfarrern und Lehrern, sind für die nächstfolgenden Bände der „Friedberger Geschichtsblätter" zahlreiche beachtenswerte ortsgeschrcytliche Abhandlungen eingelaufen mit dem Hinweis, daß das Volk nach Historie dürstet und daß gerade die Landbevölkerung dankbar jede Aufklärung über die Vergangenheit entgegcnninrntt. Der stattliche Band III (1911) der „Friedberger Geschichtsblätter" erscheint Ende April: sieben von den 18 darin enthaltenen Abhandlungen sind ausführliche Beiträge zur Geschichte von Bergen, Echzell, Heldenbergen, Hungen und Wohnbach. Der heimatkundliche Schulunterricht, die Tättgkeit des Vereins für ländliche Heimatpflege und die Bestrebungen der Volksbildungsvereine finben so in den vielseitigen Veröffentlichungen des Friedberger Geschichtsvereins eine wesentliche Stütze. m. Bad-Nau heim, 20. März. Im Betrieb der Badedirektion hat das Jahr 1910 in allen .Abteilungen der Verwaltung eine sehr erhebliche Steigerung gebracht. Das .Elektrizitätswerk erzeugte 409178 Kilowattstunden: gegenüber dem Vorjahre bedeutet dies eine Zunahme von 89178 Kilowattstunden. Die Fernheizung der Dadehäuser, die durch den Fernheizkanal erfolgt, die Warmwasserleitung, Wäschetrwännnng, Niederdruckdampfheizung usw. machten einen Dampfverbrauch von 6 Mill. Kg. erforderlich. In der Dam p fw as ch an st alt wurden 950000 Kilogramm trockener Wäsche gewaschen. Als Höchstleistung wurden an einem Tag 9000 Kilogramm gefördert. Mit den vorhandenen Maschinen können 10 000 Kilogramm tägllch gewaschen werden und bei der Entwicklung des Bades durfte diese Leistung bald verlangt werden. Unsere Saline setzte an Koch-, Viech, Gewerbe- und Badesalz 34 200 Zentner ab, an flüssiger Mutterlauge war ein Bedarf von 102 500 Liter. Steinkohlen- und Naßpremteine wurden im Bereiche der Badeverwaltung 415 Doppeuvaggon — ca. 83 000 Zentner verbraucht. Für Kanalisationsanlagen wurden 45500 Mk. und für Bassinanlagen 52 000 Mk. aufgewendet. — Der Voranschlag der Stadt für 1911 weist in Einnahme und Ausgabe 967 556 Mk. auf. Die Haupteinnahmen und -Ausgaben sind: Gebäude 12 700 Mk., Ausgabe 22 500 Mk., Gaswerk 15 000, Apotheken 20 032 (7600), Stadt. Verwaltung 12 850 (59 000), Kirchliche Bedürfnisse 14 700 (14 700), Fuhrwesen 15 000 (15 000), Reinigungswesen 20 205 (31 700), Arbeiterabteilung 35 000 (35 000), Polizeiverwaltung 1880 (21200), Unterhaltung der Kanalisation und Müllabfuhr 5500 (15 900), Verbrauchsabgaben 12 000 (1200), Provinzial- und Kreiszuschuß 47 000, Kapitalzinsen 74 40Ö (96 800), Schuldentrlgung 12105 (31 500), Gemeindesteuer 340 000 (17 284), Besitzwechselabgaben 16 000 (480). Die Vermöaensrechuung stellt sich in Einnahme und Ausgabe auf 311680.75 Mk. m. Ober-Mörlen, 20. März. Bürgermeister Gei- bel hat bei der Oberpostdirektion Darmstadt den Antrag gestellt, eine A u t o m o b i l - F a h r p o st einMrichten, die von Bad-Nauheim ausgehend die Orte Nieder-Mörlen, Ober- Mörlen, Langenhain—Ziegenberg, Fauerbach, Ostheim und vielleicht auch Nieder-Weisel berühren soll. Die Handelskammer Friedberg hat sich diesem Antrag befürwortend angeschlossen. Kreis Wetzlar. ■ s. Wetzlar, 21. März. Das neue Amtsgerichtsgebäude ziert heute die große Flaggenstange mit aufgezogener Fahne, ein Zeichen, daß es seiner Bestimmung übergeben wurde. Wenn auch das Aeußere den Eindruck den Massigen erweckt, so wird beim Betreten der Jnnenräume dies ausgeglichen durch die weiten Gänge, die breit angelegten kreppen, die schlanken Säulen u. a. m. Im Interesse des Publikums ijt es zu begrüßen, daß auch die beiden Matafteiämter in dein Amtsgebäude unter- gebracht wurden. Nunmehr ist auch über das alte Kantongesängnis am Schillerplatz das Urteil gesprochen. Es wird demnächst von der Bildfläche verschwinoen, um für die angrenzende Franziskanerschule mehr Raum zu schaffen. Hejjen-Nassau. -(Marburg, 21. März. Tie Stadtverordneten genehmigten eine Abänderung der Einquartierungsordnung, nach der auch die Inhaber von 9)i ietswohnungen erforderlichenfalls Einquartierung erhallen werden. Darmstadt, 21. März. Tie Klage gegen den Groß- Herzog, die von Seiten eineo Gutsbesitzers in Holstein eingereicht worden war, dessen Huno angeblich durch Verschulden des Großherzogl. Clstruffeurs s. Z. in Stiel überfahren worden war, wurde heule durch beit vom Senatsprüsidenten und ben vier längsten Mu gliedern Cbcric.ic .. rh v ü izten Gerichtshof abgewresckn, da nach der Beweisaufnahme der Hund, der einen Wert von 300 Mark hatte, selbst unter das Auto lief und der Chauffeur nicht unvorsichtig gefahren ist. Univevsitats-Nachrrchten. hr. Marburg, 21. März. Tie venia legendi für das Gesamtgebiet der germanischen Philologie wurde von der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität Dr. Wolf von U n - werth erteilt _________________________________ Höhenflüge. Ein neuer Meerflug Ende Januar 1911 hat eine wunderbare und auch aus praktischen Gründen beachtenswerte Beobachtung ebradjt. Der amerikanische Flieger M c. Curdy überquerte am 30. Januar die Floridastraße vom Key West nach Havana. Drc Flugwette war nicht übermäßig groß, nachdem von einem anderen Flieger schon 585 Kilometer erreicht sind. Denn die gemessene Entfernung zwischen Aufflugs- und Zielstrecke betrug nicht mehr als 170 Kilometer. Auch wurde sie nicht ganz durchflogen, deshalb weil ein nicht völlig erklärtes '-Beilagen des Motors den Flieger nötigte, im Gleitflug schon etwa 15 Kilometer vor Havana ins Meer l-erabzugeben. Bedeittsam aber war eine optische Erscheinung, die Mc. Curdy wahrnahm, wie W. Krebs in der Halb- monatschrift „Natur und Kultur", Herausgeber Dr. F. I. Völler, München, Jsaria-Verlag, öarlegt, nicht zum mindesten um deß- willen, weil sie geeignet erscheint, den besonnener Ruhe und scharfer Orientierung besonders benötigten Führer eines dahinschießenden Flugzeuges zu überraschen und zu verwirren. Mc. Curdy begegnete der Erscheinung unmittelbar nach dem Aufflug von der kahlen Reihe der sandigen Florida Keys. Die Meeresfläche schien nicht unter ihm zu liegen, sondern ausgerichtet vor chm zu stehen. Die verfolgenden Torpedoboote und Zerstörer waren deutlich in gleicher Lage ans ihr zu sehen. Dabei waren, trotz der fast 400 Meter betragenden Flughöhe, alles auf ihnen, bis auf Einzelhetten, genau zu erkennen. Diese, fälschlich von Mc. Cu r d y selbst und den nack; druckenden Zeitungen als Luftspiegelung bezeichnete Erscheinung ist der außer- ordentlick) hoch entwickelte Fall eines Vorganges, der als „Erhebung" bezeichnet und aus Strahlenbrechung in klarer Atmosphäre erklärt wird, Am bekanntesten ist er von der Besteigung einzeln tehender Bergriesen her, des Aetna, des Pico de Teyde, des Mistt, auch des Aconcagua. In ausgeprägteren Fällen kommt sich der Bergsteiger auf einem solchen beherrschenden Gipfel vor, als stände er inmitten einer Schale, deren Randteile sich rings erheben. An hochgelegenen Meeresgestaden führt derselbe Vorgang manchmal zum Erkennen ferner, sonst weit unter dem Horizonte liegenden Berge oder Inseln. So wurde am 20. März 1784 nach D a n g o s von Malta aus der Actnagipfel gesehen, so unvermutet, daß Seeleute und Fischer ausfuhren, um die anscheinend neue Insel in Besitz zu nehmen. Die Erklärung kommt hinaus auf die Strahlenbrechung innerhalb einer Atmosphäre, deren Dichte von der Erdoberfläche oder von einer nicht all zuhock) über ihr gelegenen Fläche an stärker als gewöhnlich ab nimmt. Das führt von Schicht zu Schicht eine Abänderung des Strahlenganges herbei, der nach oben hin wegen der abnehmenden Dichte vom Einfallslote abgebrochen wird. Er ergibt sich schließlich als ein nach der Erdober- läche hin hohlliegender Bogen, der, in das Auge eines in einiger Höhe ausgestellten Beobachters gelangt, dort den Eindruck erweckt, der gesehene Gegenstand läge wesentlich höher als in Wirftichkeit. Bei ganz starker Krümmung kann eine so betrackstete Fläche um 90 Grad gegen ihre eigentliche Lage auf gerichtet erscheinen. Kurz nach Sonnenuntergang und bald nach Sonnenaufgang, sind nach Pernters Werk über meteorologisck-e Optik die günftigften Witterungsbedingungen für diese Vorgänge der „Erhebung" gegeben. Orientierung darüber ist für ausübende Flugtechniker ohne Zweifel von großem Wert. Von ihr darf ein Beitrag zu vermehrter Sicherheit des menschlichen Fluges erhofft werden. In den Zeitungen erschien unter der Ueberschrift: „Die Bergkrankheit im Flugschiff" eine Darstellung über den Absturz, durch den am 31. Dezember 1910 der amerikanische Flieger Hoxtey zu Los Angelos tödlich verunglückte. Die Darstellung ist aus dem Scientific American nach einem demnach wohl amerikanischen „FackMann" wiedergegeben mib nicht vor Januar 1911 erschienen. Sie erwähnt Beobachtungen eines Physiologen M ou- tinier über das törperlickst Befinden von Fliegern, nach denen in einer Höhe von mehr als 1200 Metern eine Steigerung des Blutdrucks, manckynal auch Kopfschmerz und Sck)lafsucht einzutreten pflegen. Die Erscheinungen der fogenannten Bergkrankheit seien überhaupt schon von mehreren Fliegern empfunden wordem Besondere Gefahr wird bei kurzen und heftigen Wendungen, „vor allem aber bei sehr schnellem Ausstieg oder Abstieg" gefunden. In der Sache kommt diese Darstellung mit den Ausführungen in dem Ikarus-Berichte zu „Natur und Kultur" von Oktober 1910 hinaus. Sie zielten auf die Cinschärsung einer den Vorschriften für Taucher entsprechenden, vorsichtigen Verlangsamung des Auf- und Abstieges ab. Diese warnende Mahnung sck>ernt demnach durch das bedauernswerte Ende des amerikanischen Fliegers, mein als sechs Wochen nack) ihrem Erscheinen, die denkbar schärfste Bestätigung erhalten zu haben. Jedenfalls aber darf die deutsche Priorität gegenüber jenem amerikanischen Berichte als gewahrt gelten. Vermischte». * Lamas auf der Lüneb arger Heide. Die preußische Staatsregierung beabjichtigt, gutem Vernehmen nach, auf wenig brauchbaren Ländereien Versuche mit südamerikanischen Lamas anzustellen. Als erstes Versuchsfeld ist die Lüneburger Heide ausersehen. Das Lama ist das genügsamste Tier der Art und außerordentlich nützlich. Es wird als Zieh-, Reit- und Schlachttier verwendet. Das Fleisch besitzt einen sehr zarten Geschmack. Von grobem Wert sind auch Wolle und Fett. Die Einführung dieser Tiere verdient die Beachtung aller, die sich für den Aufschwung der deutschen Viehzucht interessieren. »Die Opfer der Berge. In wie beklagenswertem Maße mit der wachsenden Vorliebe für die Hochtouristik auch die Zahl der Opfer der Berge im Laute des letzten Jahrzehnts angenommen hat, lehrt eine kürzlich von den deutsch-österreichischen '.Ulpenoereinen ausgestellte Statistik. Ans ihr ergibt sich, daß im Kaufe des letzten Jahrzehnts nicht weniger als 890 Menschen im Hochgebirge tödlich verunglückt sind. Auf bie einzelnen Jahre verteilen sich die Zahlen wie folgt: 1901 öd Unglücks,alle. 1902 70, 191)3 76, 1904 72, 1905 56, 1906 93, 1907 85, 1908 lü8, 1909 144 und 1910 128. Ihrer Nationalität nach verteilen sich die Cpier des Bergsportes auf die einzelnen Länder: Deutschlands vom H., Oesterreich 24, die Schwerz 19, Italien 6, England 4 und Frankreich 3 v. H. v , * Das Segel zu Lande. Bei uns werden Segelwagen nur zu Sport zwecken verwandt. In manchen Gegenden der Erde, in denen man mit gewissen starken, regelmäßigen Wiudströmungeu rechnen darf, spielt dagegen das Segel zu Lande auch eine Rolle im Verkehr. In China z. B. ist das der Fall. Aus der Straße, die von Tientsin nach Peking fuhrt, sieht man häufig Schubkarren, auf die man Segel gefetzt hat, um sich das Vorwärtskommen zu erleichtern. Zur Winterszeit wird auch im Handelsverkehr der Segelschlitten auf Flüssen eifrig benutzt. Wer fühlt sich hierbei nicht an unseren europäischen Eisjachtsport erinnert? Wirkliche Segelgefährte finden wir aber auch in Südamerika. Hier sind es Eisenbahnwagen, einzelne Güterwagen, die man mit Segeln oec- ftebt und so durch die Lraft des Wmdes treiben laßt. Ties ge- ichieht auf einer bekannten und wichtigen Eisenbahnlinie, der Auloiagasta and Bolivia Nailway, die den chilenischen Hafen Autofagaua mit der Stadl Cruro in Bolivia verbindet. Getreide-Bsvchenbericht der Preisbe: . ir.schaftsrats vom 14. bis 20. März 1911. Der Gccrcidehandel l>at in den letzten Tagen eine etwas freundlichere Haltung angenommen. England, das sich seit Wockstm von größeren Aujck-aifungen zurückgehalten hatte, zeigte vermehrtes Interesse, und auch Frantreich nahm einige Erwerbungen in australischen und argentinischen Weizen vor. Die Exportgebiete erhöhten darauf ihre Forderungen. Hinzu tont, daß Indien über ungünstiges Erntewetter klagte nnb daß in Nordamerika kaltes und trockenes Wetter Befürchtungen wegen der Saaten hervvrrief. Auch in Rußland ist cs wieder tälter geworden, und wenn dieses zunächst and) keinen Anlaß zu Besorgnissen gab, so verzögert sich dadurch immerhin die Eröffnung der Binnenschiffahrt. Besondere Wichtigkeit hat dieser Umstand für Gerste, denn die Vorräte üi den Häsen sind Inapp und es fehlt an Material, um bie laufenden Verbindlickstetten zu erledigen. Tie Folge davon ist, daß die Forderungen für diesen Artikel wieder merklich angezogen haben, aber auch für die anderen Getreidearten bewirkten andauernd flehte Zufuhren und das Beispiel des Gerstenmarktes eine Befestigung der Preise. In Deutsch land trug neben den Anregungen des Weltmarktes der Eintritt von Nachtfrösten in der zweiten Wochenhälfte zur Befestigung der Tendenz bei. Eine Besserung des Geschäfts machte sich zu- nächst nur am Rhein bemerkbar, während sich in Mittel- und Norddeutschland angesichts der erhöhten ausländischen Forderungen etwas mehr Interesse für das keineswegs reichliche Jnlandsangebot kundgab. GelegeMlich kamen wohl auch kleine Abschlüsse zum Export zu Stande, aber im allgemeinen sind draußen den Jn- latidsforderungen entsprechende Gebote schwer zu erlangen. Ebenso wenig rentieren aber Auslandsbezüge auf Basis der Berliner Lieferungspreise. Jedenfalls hielten sich die Rogeser im Liefe- rungsgeschaft infolgedessen mehr zurück, so daß Deckungen im Verlaufe den Maipreis um 1J i Mark steigerten, während Juli nun 1/2 Mark gewinnen konnte. Roggen war, durch Weizen angeregt, gleichfalls fester, zumal ein größerer Teil des Ladungs angebots an der Küste Aufnahme gefunden hat und für spätere Sichten nur spärliches Angebot vorlag. Auch sttitzten die höheren russischen Forderungen. Im Jnlande war der Absatz angesichts unbefriedigenden Mehlgeschäftes schleppend. Auch über den Absatz von Hafer wird allgemein geflagt während die Provinz an ihren Forderungen festhalt und Rußland mehrfach Rückkäufe (4- 3) 1) 1) (- 170 (- l IW1/, (- ) ) (- (- (- (- (- (- 17j 180 203.00 1) ) 2) 1) 1) 1) ) ) 1) 170 (■ 170 (■ 164 ( 152 (■ 175 (■ 155 (■ 5) ) ) (+ 2) (+ L25), (- 0.00), (+ 0.20). 203 (+ 197 (- 192 (— 195 (— 191 (- 197 (+ 193 (— 192 (— 195 (— 196 (— 166 (4- 199 (— 198 (— 204 (— Königsberg Danzig Stettin Posen Breslau Berlin 'JJiagbeburg Halle Leipzig Dresden Rostock Hamburg Düsseldor' Frankfurt a.M. Mannheim Straßburg Riunchen 2) Mai 147*/2 149 147 143 144 1471/. 148 150 146 149 144 155 155 1611/, 162 V, 167V, 178 Budapest April 199.80 (-ft 3.85); Paris Aiärz 220 Liverpool Mai 153.30 (+ 0.90), Chicago Mai 140.70 207 V, (—21/,) 205 (- ) 218 (- ) folgt: Roggen Hafer 160 (- > 155 (- ) 154 (-ft 2) 156 (- ) 155 (— 1 173 (- 1) 172 (- ) (■+* Weltmarktpreise: Weizen: Berlin oornahm. Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (-l-)^bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in Klammern () bligefügt ist, wie Weizen Roggen: Berlin Mai 156.00 (— 0.25). Hafer: Berlin Mai 157.50 (-ft 1.25) Mk. handel. ** Konkurse in Hessen. Heber das Vermögen des Inhabers der Firma Heinrich Jakob Lampe, hier: Christian Lampe in Darmstadt, Feldbergstraße, wurde am 9. März das Konkursverfahren >eröffnet, da die Firma John A. Gade, "Tabakhandlang in Bremen, den Antrag auf Konkurseröffnung gestellt und ihre Forderung glaubhaft gemacht bat und auch die Zahlungsunsähiglett des Schuldners seststeht. Rechts anwalt Dr. 6)ebner in Darmstadt wurde zum Kortkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis 5um 1. April bei dem Amtsgerttlst Darmstadt I ait3umclixm. — lieber das Vermögen des Kaufmanns L u d w i g Schmidt zu Reinheim, Inhabers der Firma Joh. Schmidt, ist am 11. März das Konkursversahren eröffnet worden. Reckstscmwalt Dr. Ecihard zu Reinheim ist zum Kontursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. April bei dem Amtsgericht Reiicheiin anzumelden. — lieber das Vermögen des Elektrotechnikers August Ebel in Mainz, Nackftraße 9, wurde am 9. März das Kontursverfahren eröffnet. Reckstsamvall Dr. Gaßner in Mainz wurde zum Kontursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 3. Aprtt bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber das Vermögen des Paul Englert in Weiterstadt wurde am 17. Acärz das Konkursverfahren eröffnet. Amisgerichtstaxator Ernst Wolff in Darmstadt, Mühlstraße, wurde zum Koickursverwaller ernannt. Konkursforderungen sind bis 5um 3. April bei dem Amtsgericht Darmstadt II anzumelden. ** P 0 stnachnahmen. Um für die Privatindustrie die Herstellung der vor einigen Monaten eingefühcren braunen Nachnahmeformulare mit anljängenöer Zahlkarte weiter zu bereinfad>en, bat das Reichspostamt nachgegeben, daß die Zählkarte ohne die für die Eintragung der Konwmunmer sonst vorgeschriebene Schraffierung hergestellt werden kann, sofern die Kontonummer bei dem Drucke des Formulars gleich mit vorgedruckt wird. Märkte. fc. Frankfurt a.M., 21.Aiärz. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 16 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Rian notierte: Heu 8,00—8,60 Mk., Stroh (Kornlangstroy) 2,50 bis 2,70 Alk., Wirrstroh 0,00—0,00 Alk. Alles für 5u Kilo. Geschäft an'angs flott, später gedrückt. Die Zufuhren waren aus Oberhessen, den Kreifen Dieburg und Hanau. |] Kirchhain, 21. März. Dem heutigen Schweinemarkt waren rund uuO Ferkel und Läufer zugefahren. Erstere wurden mit 25 - 40 Alk., letztere mit 50—80 Mk. je nach Größe und Qualität verkauft. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. - II.. u _ ..‘l rJjl ==' rr Mörz Wetter 1911 Niederschlag: — 0,0 mm. >a 2« Bf ZZ (N Höchste Temperatur am 20. bis 21. März — -ft 13,5 ° 0, Niedrigste , , 20. , 21. , = — 0,3 “C. -o V 21. 2’" 745,4 12,3 6,6 62 ESE 2 0 Sonnenschein 21. 9SI 746,2 7,1 6,7 88 NE 2 3 Bew. Himmel 22. 7" 746,9 3,5 5,4 92 N 2 4 Sonnenschein schallt laut und frei und sie war am Tage vorher so überanstrengt worden. dass am Abend kein Ton mehr heraus kam. Ein paar Wybert- Tabletten haben die Stimme wieder rein, den Hals frei gemacht. Sie sind für niemanden zu entbehren, der viel und laut zu sprechen hat. Eine Schachtel mit ca. 400 Tabletten kostet in allen Apotheken nur 1 Mark. Depot in liessen: Pelikan-Apotheke, Kreua2 S6»/e SoMwririsdn WM" bei Welzlar. Herrliche Waldieee. / * Gas- u. 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