teile anbetrifft — nicht gleichgültig Denn die Wähler find gemäß ihrem schwer,älligcn Charakter Hessische Schülp scher Schulreformer int ichwahl) Irrft dem inzwischen -um Kommodore ernannten beiden Stephen Tecatur gelang ts im Jahre 1815 durch einen au<4 tapserste durchgeführten Kriegsplan, einen Frieden mit Tripolis zu erzwingen, dem auch die anderen Barbaresktnstaaten bnuaten. _tn wichtige Gesetzesvorlagen wr Verdunklung stehen, wie • B die Revision der Gemcindo ordnung, des Cinlommenstcuergesetzes und die Einführung obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts. Au» Hessen. xZurhessischenLandtagswahl. Man schreibt uns: Jrn Wahlkreis Nibba-Lrtenberg war von der natio- — Mark Twains Vaterhaus. Tas Haus, in dem Mark Twatn seine Jugend verbracht hat und das sein Vater John M. Clemens 1839 erbaute, ist von einem Mären, George A. Mayam, der 2labt hannidal in Missouri geschenkt worden und soll nun als öffentliche^ Gebäude erhalten werden. Tas alte £*auß ist cm zweistochger Holzbau mu fünf Raumen und be- lindel sich in einem sehr gut erhaltenen Juftanb. Es liegt nur wenige Fuß von dcr titlet, an der der umierbtichc Tom 'otjikt durch seine ingeniöse Idee die anderen Jungens den Zaun für sich anstreichen l,eß und dabei noch so gute Geschäfte machte, an deren anderem Ende Rucklederry Finn lebte. Auf der anderen Seite der Straße lag das Zeitungsbureau deS Vaters von i'lart Twain. Kf. Die schwimmende Inseln entstehen Gibt es eigentlich schwimmende Inseln, oder gehören fie nur der 2ege an? Im Altertum war TeloS, die Geburtsstätre deS Apollo, der Sage nach ursprünglich eine schwimmende Intel gave'en, aber hierbei handelt es iich wirklich um eine bloße Fabel, weil die ganze Infel ein Graninclsen ist. der nie schwimmen tonnte. Tagcgen ist im Jahre 1892 im ArlaMi'chen Lzcan eine wirNich schwimmende Intel beobachtet worden. St-.e Sidney Powers im „Populär Science Monrhly" mitt eilt, wurde die In>'el un Juli unter 39,5 Grad nördlicher Breite und 65 Grad westlicher 2ange beobachtet: im September wurde sie unter 45’t Grad nördlicher Breite und 42 Grad und 40 Minuten tpeülicher Xlänge wieder gesichtet. Zum Teil hatte der Golfstrom bie Insel weiter ge» trieben, zum 2al aber har^e em Sturm sie entiührt, io* daß sie im ganzen orinahc 2000 Kilometer gereift ist. Bei dieser Infel, die c:ne Lder'lache von ftroa 1009 Quadrannetcr baue und wegen ihrer beinahe 10 Meter hohen Bäume beinahe 10 Kilometer wert üchtbar war, handelte es sich augenscheinlich um eine Insel, die durch den Wellenschlag vom amerikanischen Ufer los- gerinen war. häufiger find 'chwimmende In c.n in Binnenseen Powers bildet zu seinem 'Jluiiarz schwimmende Inseln tii>, du er un Sadowaga in New-Hamoihire ausgesunden hat. Bei Binnenseen werden die 3mrin auch vorn Ufer aus gebildet, aber auf Nr. 228 Ter Gießener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonntags. — Belagen: viermal wöchentlich Gießener,^cnnlliendlälter; Iroeimal ro3d)enil.Kreis> lattsürdenXrei,Gießen (Xicnfilag unbfjreuani; zweimal monnil. tonb> wirtschaftliche Sell!reger Fernsprech • Anschlüsse. lüt die Redaktion 112, Die Wahlen in Oldenburg. Qm 29 September im > voßherzogtum Oldenburg st alt find end en Wahlen beanspruchen diesmal ein größere* politisches Interesse als sonst. Sollen sie doch zum ersten Male unter Anwendung des vom Landtage im Jahre 1910 verabschiedeten neuen Wahlrechts vor sich gehen, das das frühere, aus dem Jahre 1832 stamnAnde, gleiche, gc- beüne und allgemeine Wahlrecht insofern verbessen, als es an Stelle des indirekten Wahlakts den direkten setzt. Und das ist für die Bewohner des Großherzogtums Liber, bürg, das sich aus dem eigentlichen Lldenvnrg, dem Fürstentum Lübeck und dem linksrheinischen Furstenium Birleuseld zusammensetzt — wenigstens was Die erstgenannten Gebiets Denn die dortigen nicht weniger als 31 amerikanische striegsfahrzeuge im Mittel- meer versammelt, ohne einen endgültigen Erfolg gegen den listigen und behenden Gegner zu erzielen. Es zeugt von hoher politischer Einsicht, daß die olden- burgische Negierung und der Lldendurger Landtag durch das neue Wahlgesev politisches Leben m ^rostheizogtum ivecken und durch Politisierung des galten Landes, also durch wirkliche politische 'Parteibildung, Die VlbgeorDncten von der gebundenen Rute der stirchturmsinteressen ablenken wollen, um ihre Tätigkeit dem Gesamtwohl be-.> Großherzog tuins nutzbar zu machen. Tazu wird unzweifelhaft die Einführung des direkten Wahlrechts förderlich sein, mag dieses auch immerhin eine Einschränkung durch die Ber- leiljung einer Ivetten Stimme an Wähler über 40 Jahre und in legislativer Beziehung durch Einführung einer fünfjährigen (statt der bisherigen dreijährigen) Wahlperiode erleiden. den Nationalliberalen keine allgemeine Einigung für die Hanptwahlen abschließen konnten, also auch vier, wie bei den kommenden Reichstagswahlen, gesondert vorgehen. Es ist zwar in einigen Wahlkreisen, rote Oldenburg- Ltadt, Cfternburg, Brake und in verschiedenen Birkenfelder Mreifen gelungen, gemeinsame nationalliberal-forlfchriltliche Manbibaicn aufzustellen: in weitaus den meisten Landtags- wahlkreifen aber gibt es solche nicht Tas liegt vor allem daran, daß, da eine konservative Partei in Clbenburg nicht besteht, es viele Rationalliberale aus wirtschastlichen Interessen nut dem Bund der Landnnrte halten. Bei den zum erstenmal unter Dem neuen Wahlgesetz in Clbenburg ftottfinbenben Landtagswahlen war eine Klärung der politischen Lage gegenüber den sriiheren Bcr- l.ältnissen unumgänglich notwendig. Diese hat auch tatsächlich im eigentlichen Clbenburg und im Fürstentum Birkenfeld, wo 20 Kandidaten aller genannten Parteien um fünf Mandate ringen, staltgefunden. Nicht dagegen im Fürstentum Lübeck, wo di. Verhältnisse noch heute fo unklar sind, daß eine zwischen Bundlern und F o r t s ch r i 111 i ch e r P o l k s p a r t e i a b g e s ct, l o s s e n e Wahleinigung aus dem Jahre 1908 auch heute noch erneuert werden konnte. (Eine amerikanische (trpeiition gegen Tripolis. Tie nordafrikanischcn Küstenstaatcn waren nicht immer so kvehrloS gegenüber den Beutegclüsten der europäischen Nationen, wie sie es heute sind. Bor hundert und mehr Jahren war doS Verhältnis zwischen Europa und Nordafrila gcrase umgekehrt: Damals waren es die Barbareskenstaaten, die mit Tripolis an der Spitze. Europa beunruhigten. An eine „Aufteilung" bat damals wohl niemand gedacht, im Gegenteil, jede einzelne Schiffahrt treibende europäische Nation mähte den Beys von Algier, Tunis und Tripolis alle möglichen nonzc'üonen, um auf dem Meer Frieden zu haben: ia, manche verstanden sich sogar zu einem regelmäßigen Tribut. Nur Amerika wollte nichts davon wissen, die Barbareskenstaaten weiter das Mittelmeer beherrschen zu laben, und fo begann cs, wahrend auf dem Ztvntment die napoleonischen Kriege tobten, eine Expedition auszurüsten. Im Jahre 1801 machte sich ein amerikanisches Ge'chwader nach deut Mitielmeer auf. Es bestand aus drei Fregatten und einem Schoner. Erst erschien es vor Tunis und Algier. T:r Beys dieser beiden Raubstaaten versprachen, angesichts dieser Flottendcmonstration, Frieden zu halten: nicht so Tripolis. Es eröffnete vielmehr sofort die Feindseligkeiten, und der See- krieg, den Amerika erst gegen Drei Staaten ssthren wollte, galt vorläufig nur mehr dem Bey von Tripolis. Ader er allem machte den Ameritancrn genügend zu schaffen: nicht weniger als vierzehn Jahre lang hielt er sie in Schach. Auf die .stunde, daß die Amerikaner einige kleinere und größere Seesiege errungen hatten, bewilligte der Kongreß bedeutende btrebüe und sandte weitere sechs Fregatten gegen Tripolis ab. Also verstärkt hofften die Amerikaner, die Stadt Tripolis nehmen zu können 2ie blockierten sie — aber ohne Erfolg, denn Tmtis, Algier und Marokko sandten Schiffe zum Erfatz, der auch gelang. Amerika rief einen 2eil feiner Schiffe zurück und der Seekrieg ruhte einige Zeit. Zwei Jahre Darauf 1&U3- eröffnete ihn Amerika wieder: wiederum verliefen einige Blockaden von Tripolis erfolglos. Ta gelang den Tripolitanern ein großer Handstreich, dem allerbing:- rin ebenso glänzender der Amerikaner folgte. Ten Tripolitanern glückte es, ein amerikanisches Schiff, Die Fregatte „Philadelouia", zu nehmen und in ihren £*afcn zu führen. Aber der Leutnant Tecatur wagte sein Leben an die Wiedergewinnung: mit 82 Mann bestieg er ein den Tripolitanern abgenommenes Fahrzeug, hißte out ihin die Barbareskenflagge und gelangte Damit, ohne Argwohn zu erregen, in den Haien Der Stadt. Tort enterten er und feine Leute Die „Philadelphia", machten Die Besatzung nieder und führten das Schiff zurück. Der Mricg Dauerte fort. 180q waren o 111 i f. Ter vorn Bund Jbeffi* Juni d. I. eingefetzte Aussck)uß zur Ausarbeitung einer Denkschrift über bie Neugestaltung oes hessischen Bolksschulgefctzcs hielt in Frankfurt seine Schlußsitzung ab. Ter vorgeleglc Entwurf wurde dabei in allen seinen Teilen^ gutgeheißen. Er 8erfüllt in zwei Teile, eine allgemeine Einführung sowie Leitsätze zur Schulgesetzreiorm Tie Eii.fubrung gib: di? gcs i icht- liche Eninicklung Der Volksschule nno beweist aus Den Schul- netzen von 1832 und 1874 Die Notwendigkeit einer Reform, die Die Errungenschaften uno Ansätze jener Gcietzcstatcn Durd) Wetterführung und flare Heraushebung ihrer Icnbenjcn zum Ziel haben müsse. Der zweite Teil Der Denkschrift stellt Die Leitsätze zu einem Schulgesetz aus. Die auf den Grundprinzip Der „freien Schule im freien Staat" bie Volksschule zu einem auf Dem Boden des Staates, ourch Seionvenvaltuiig von Eltern und Lehrern, von allen politischen, kirchlichen und float licüLunxm- kratischen Einflüssen freien, einheitlichen, lehmigen Lraamemus erklären. ( Keid}stagswal)Icn in Schweden. Stockholm, 2/. katholische Christen zu v.rleven. Äa^ würde wolst die herein - Iritung Daju lagen, nenn ne litholischeu '.UhißiicDa de» allgemeinen Staats-Elsenv-ihlw . .ins tur ihre 3mcrriftn etwas d.-r- artiges „verlangen" würden ? Air glauben, daß der StaatSeisenbalmverein sich nicht» vorzuwerscn hat. Wenn er für eine Aufführung das 2iucf „Glaube unb yeimat" auscrsel-en hat, jo war Das sehr ver- stanDig, Denn fein künstlerllcher '^‘ert überragt Den aller Dramatifcher Neuheiten. Dem Mainzer Zentrum».blatt wäre es wahricheinlich lieber gewesen,' wenn man sich für „Buri- Dans Esel" entschlossen hatte? B-.'rnunftige Menschen jmb sich längst Darüber einig, Daß das historische Drama „Glaube unb Heimat" keine Verletzung bet -tathvliken beabsichtig. Wenn einige Thealerbirckroren Die Aufführung abgelehnt haben, fo geschah es wo bl lebiglich an» Besorgnis, Die Zcnlmmsherren könnten ihre Mach! mißbrauchen unb m? Dheater wirtschaftlich schädigen Tergleichen kommt für Gießen ja glücklicherweise nicht in Frage. Zahler |uiD gemäß ihrem schwer,alligcn Charakter ats Nach- kommen ber allen Sachsen unb Friesen politischen Fragen nicht leicht zugänglich, unb bas siühere indirekte Wahlrecht war diesem Voltsck-arakter völlig angepaßt. Tcr Olbcn- burger kümmerte sich im allgemeinen tvenig um Die Wahlen, unb wenn er eS, vielleicht acht Tage vor bem Wahltermin, tat, so erfolgte bat unter bem Zeicheti von Kirchturms- inlereffcn. Wie Dem NieDcrsachsen im Gegensatz zum Fran- lcn, Schwaben unb Bauern, sein meist allein liegender Hof Die Welt bedeutete, so ist er auch heute noch nicht geneigt, über sein Tors und seine Stadt 1 uiauszublicken unD bas Allgemeinwohl seines Landes in» Auge zu fassen. Ties ist eine lief im niedersächsischen 'ctammc&ajaraLcr begründete Eigenart, die wir darum nicht tadeln durseu, Denn gerade sie bringt cs mit sich, daß wir in dcr nieder,achsischen Ebene noch heute jene prächtigen, knorrigen InDividuali- 'täten anlreffen, wie man sie im übrigen Deutschland nur noch selten findet. Es ist unmöglich, irgendwelche Voraussage zu geben, wie die jetzigen oldeiiburgismen Landtagswahlcn ausfallen werden. Tenn wenn auch bie olbenburgifdie Wählerschaft burcf) DaS Direkte Wahlverfahren wahrfchcinlich in weitaus größerem Umfange mobil gemacht werben wirb, so weiß man boch nicht, wie bie bisherigen Nichtwähler sich ent- scheibcn, unb wie vor allem auch Das Pluralwahlrecht bei Der Hauptwahl wirken roirD. Es Dürfte hier nur in ganz seltenen Fällen eine EntscheiDung herbcigeführt werDen: Die meisten AbgeorDneten Durften erst bei Der Nachwahl zu ihrem Man bat gelangen, unb ba kann vorerst bie Frage, ob hier unter Dem Truck Der einfachen Mehrheit nicht Doch Wahliompromiffe eingebauten werDen, keine Beantwortung finDcn. Es werben^wichtige Gefetzcsvorlag— Verhandlung stchcn^ Tie Tenkschrift wirb, um noch bei ber jetzt im Gange andere Weife: der Pilonzemouchs am Ufer bilde! eine i-.dtc Tecke, die in sich fest »uiamntmbmot; steigt nun ber Wasser!. i:gcl des SeeS um mrnwuenerte Betrage, io ipcrDen D: Usc. eben auf Diese Weise los gern-en. Zuiveäen werden lie Dann burdi den Wnid auf Das U’cr getrieben und uranben, womr aurj einige Bilder als BelcLe bringt Eine befonderc tut ia,w.mmcnber Inl'cln ist aus ber Zeu ber Romer ziemlich glaub Han verbürgt: PliNius bcndnci, nie die römische Flotte in brr Jtorbl. a.ij schwimmende Waldungen stieß. Es waren große Sruckc vo,i eichen* iväldern, die an der Em^mündung von den Fluten unterwüh t unb aus die ott hrnauSgetneLen worden waren Kf. Tie größte Statue der Seit wird voraussichtlich Die für Den Lincoln-Park in San Francisco ßf* vlame -olo'salstatue werden, da sie an Große Die betanme Frci- Uitögöttin tnt Hafen von Nem/ork noch uüeriref'en icil. Tcr Plan roirD in huni'rlcrkrnsen lebhaft crurtetr, Da oer Bildbauer A. F. -calhews dafür eine Prciskonturrenz mit einem ersten Irene con 12 000 Tollars oder 48 000 Jiarf und mehreren anM n Preisen von insgesamt 8000 Tollars vorgeschlagen bat 2o Dürfte sich wohl eine Anzahl der bcbeuiaWHen Münitltr per Sanzcn Well um den Auftrag für Die Au-iuhrung ou e: Tenk- mal» bewerben. Mathews ist der An'ich., daß es größere Timen- fronen, haben muß als die Barlholdifche Freiheusnatue, wnl sich dieses Moiunnen: direkt vom Wasserspiegel aus cr^-M, n>lhreno daS Tenlmal im Liluolw-Zark in nner h.,-e von nnhrer-.n 1<>- Fuß über der Bai von San Francisco zu stehen kommen wird. kf. Tie letzten Ta g e von Pompeji als C Per. AuS Wien läßt sich Die „Srampa" in einem längeren Briefe bc* nckilen, daß Aarziano Perosi, der jünger« Bruder Lorenzo Bcros„ der int einigen Jahren als Ctganin an Der italier.iid. n Minorttenkirche tätig ist, gegenroän - an einer Lper arbtUu Die BulwerS bekannten Roman „Tro legten Tage vr-i in dramatische Handlung umseyr. Ter Text, vier Ave, d.e :n sieben Bildern jerfaUen, soll eine gemeunäme Arbeit von . schteder uno Rodert M. Prest sein. Tro hanslun- t< £c schtreßt sich ziemlich eng an den Roman an un: soll c - ordentlich fcirbenpröchttze Bühnendllocr bieten Als brienoerj langen roitb bie Schtuuinie f, ngeftdlt, ine ein : \ ■. ■ zeigt Porn.xeii ist bern:s Der)(hüllet, ringsum ist ter L hmrn'.el gerötet, eine Barke mit zwei Zchküsern c... vorüber u:id verichivindtt, w hrcno b:e he. ' : ctudt:, -,e geliebt, 8-1::. n /, .i, ihre Srtzu.o Durch ttn jtcv roilügen Top büßt Md sich ins tytu stürzt Blatt 161 Jahrgang Donnerstag, 28. September 19U GietzenerAmeiger So hat denn auch — im Gegensatz zu früher — Die Wahlbewcgung in OlDenburg schon vor reichlich vier Wochen eingesetzt. Tie ersten. Die auf Dem Plan erschienen, waren Die «o jiaIDemo f raten, Die gemäß ihrer Reichstags- wahltaktik in allen 20 Wahlkreifen, tn Denen 45 AbgeorDnete zu wählen finD, itanDiDatcn auf gestellt haben, sogar in Den üblichen Wahlkreisen Llbenburgs, bem sog. MunstcrlanDe, »essen acht Vertreter wegen bes Dort vorherrschenden üalho- lizismuS Dem Zentrum absolut sicher sinD. Davon hielt sich Die Fv r t, ch rittl i che Bvlksvartci fern. Die nächst Der SozialDcnwkralie Die eifrigste Werbearbeit für Die olDenburgischen LanDtagswahlen entfaltete und in Den meisten übrigen Wahlkreisen eigene üanbiDaten aufftclltc. Tas war Deshalb gelwten, weil sie gleich beim ersten Wahl- gange unter reinlicher LcheiDung nach rechts und links auftreten mußte. Tenn nach dem Wahlgesetz entscheidet wohl bei Der houpttwabl bie absolute Mehrheit, wie bei ber Reichstagswahl, bei ber Nachwahl (nicht aber bie einfache relative Mehrheit. Sehr bebauerlid) bleibt es, baß bie Fortschrittler mit den von N 8tt., SOD’S LVER ckS Mnnchei lll mit bem H“ s nur wein» troeS Pfuca • tn. ' ' ^r6chnei. 'weiss ■ r Strasse 12 ie sämtlich UffST’] BornBiii iigträttbß^» t J ihaber | »Tir.l Ä 1 ymil •d)en/n8ri'fiL?Ät Seibcilb m sto*» ^"1 181111111 WW k für Tarnen b Herren Babnhosffr. 311 Kurse u.L-l^l (laubclöfäaiem t q, tauim. fließe 1 cn, Morrcipouy 1 rc. §chön>chmdo I e n.MME^l I [J iifiiinj chime, empfi®1111 pi befircklichen Landtagswahlbewegung ihre Wirkung zu. tun, in den nächsten Tagen im Druck erscheinen. Deutsches Reich. Die „Schweriner Zeitung" erfährt amtlich: Die meck- lenbnrgische Staatsbahn schließt sich ab 1. Oktober den Darifmaßnah rnenderpreußisch-hessischen Staatsbahn ans Frachtermäßigung für Düngemittel, Rohmaterialien, Kunstdüngerfabrikaten, frischen Feldfrüchten, Gartenfrüchten, Hülsensrüchten und frischen Kartoffeln an. Der HäuItVorstand der liberalen Vereinigung in Düsseldorf beschloß, auch für die Stichwahl die Parole unbedingter Stimmenthaltung auszugeben.___________ Ausland. Der böhmische Landtag erledigte am Dienstag nachmittag die formelle Tagesordnung. Rach einer Meldung der „Bohemia" ist eine Erleichterung der Lage eingetreten, da die Tschechen von der Forderung auf Reuwahl des Landesausschusses Abstand genommen haben und der Norstandsanttag entsprechend abgeandert werden soll, so daß die nächste Sitzung die beiderseits vereinbarte Tagesordnung mit sachlichen Punkten enthält, nämlich den Gesetzentwurf über die Permanenzerklärung der na- tionalfwlrtischen und der beiden Schul-Ausschüsse, sowie iie Zuweisung des Notstandsantrages an den Landesausschuß. Meldungen von Eingeborenen aus Tanger besagen: Die Spanier mußten alle Stellungen am rechten Ufer des Ued Kert räumen. Eine Kolonne sei am Donnerstag überfallen und ihr die Munition weggenonrrnen worden. Bei Selnan, welches am Sonntag die Spanier geräumt haben sollen, erbeuteten die Riffleute angeblich fünf im Stich gelassene Kanonen. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor. Heer und Lloiie. Noch ein Unfall in der französischen Marine. Tvullon, 27. Sept. Im Verlaufe von Hebungen, die mrf der Höfte der Iles d'Hyers stattfanden, stieß der Torpedo bo ots zerstöre r „M o usqu et o n" mit dem Torpedobootszerstörer „Trident" zusammen. „Mousqueton" wurde so schwer beschädigt, daß er auf Strand gesetzt werden mußte. Der „'Mousqueton" erlitt so schwere Beschädigungen, daß das Wasser in Strömen ein drang. Der Maschinenraum wurde vollständig zerstört und die Kommandobrücke geriet in Flamwen. Greuel eines Zndiancrausstander. Neuyork, 27. Sept. Wie aus Mexiko berichtet wird, plünderten aufrührerische Indianer im Staate Las Chiapas am Samstag den Ort Chamnla. Sie sollen einen Mann an das Kreuz, geschlagen, F rauen und Kinderinbarbarisch er Weis ehin- geschlachtet und Säuglinge in die Luft geworfen und mit Lanzen spitz en aufgefangen haben. Schon seit einiger Zeit gärte es stark unter den Indianern im südlichen Mexiko, weil gewisse, den Indianern von der Republik Mexiko gewährte Reservatrechte an Land und Jagdgründen von den lokalen Behörden und den weißen Bewohnern der.Provinz nicht respektiert wurden. Die Eingeborenen von Chiapas sind fast ganz besitzlos und werden von den Weißen fast ausschließlich zu groben Arbeiten verwendet. Arbeiterbewegung. Minden (Wests.), 28. Sept., Die angekündigten Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der westfälischen Zigarrenindustrie sind ergebnislos verlaufen. Infolgedessen werden die Mitglieder des westfälischen Zigarrenfabrikantenverbandes ihren sämtlichen organisierten Arbeitern, insgesamt 7000, am letzten d. M. kündigen. 85. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte. ~ Karlsruhe, 27. September. Die allgemeinen Und Abteilungssitzungcn des deutschen Naturforscher- und Aerztetages nahmen am heutigen Mittwoch ihren Fortgang. In der Abteilung für mathematischen und naturwisslln-- schastlichen Unterricht stand das Thema: „Philosophischer Unterricht an höheren Schulen mit besonderer Berücksichtigung auf deren mathematischen und naturl'uiwigen Unterricht" zur Verhandlung. Der Vortragende Müller aus Konstanz untersucht die Bildungsziele der höheren Schulen und kommt zu dem Schlüsse, daß einem gesonderten philosophischen Unterricht die bedeutsame Aufgabe zufalle, unter ständiger Mitteilung von Einzelkenntnissen die himranistische und die realistische Bildungseinheit im Bewußtsein der Schüler herzustellen uitd zu einer höheren Einheit zu verschmelzen. In der Abteilung Pshchiatrie Und Neurologie spricht Professor Oswald Bumke (Freibutg i. B.) über Nervöse Entartung. das Problem ist sehr alt, und man hat sich immer damit beschäftigt. Heute ist es besoirders die soziale Strömung unserer Zeit, die die Degemnattonssrage immer wieder an die Oberfläche treibt, und dann die Entwickelung der modernen Anthropologie. Entartung ist jede von Generation zu Generation zunehmende Verschlechterung der Art. Sie äußert sich in unzweckmäßigen Abweichungen vom Grundtypus. Daß diese 'Abweichungen grundsätzlich vererbbar sind, ist nicht notwendig: auch die bloße Zunahme äußerer Schädlichkeiten — Ausbreitung von Syphilis und Alkoholismus — könnte ohne die Mitwirkung erheblicher Momente jedes folgende Geschlecht kränker UTib schwacher machen, als das vorhergehende war. Schon deshalb war es ein Fehler, daß die Psychiatrie allmählich den Entartungsvorgang ganz vernachlässigt und dafür das Moment der Erblichkeit mehr und mehr in den Vordergrund gestellt hat Dazu kam noch, daß der Begriff des Psychopathologischen überdehnt wurde. Man mußte einen erheblichen Teil der Menschheit für entartet halten, wenn ntan gleich mit dem Genie den Anfang machte. Die wahre Gefahr aller europäischen Kulturvölker ist bekamitlich die, an der schon Griechenland und Rom zu Grunde gegangen sind: der Völkertod, das Ausslerben durch die Beschränkung der .Kinderzahl. Ter Vorgang beginnt gesetzmäßig in den oberen Schichten und so wäre auch eine gualitative Verschlechterung der Art eine „Ausrottung der Besten" — aus diesem Wege wenigstens denkbar. Auch das würde niemals zu einer Entartung im psychiatrischen Sinne fuhren können. Daß es aber eine solche überhaupt gibt, ist gewiß; man braucht nur an Syphilis und Paralyse und an die Beziehungen des Alkohols zu GeistAttanken -und zum Verbrechen zu erinnern, um das zu zeigen. Aber auch hier liegen die Dinge nicht ganz so klar, als manche menten J^e meisten Trinker sind von Hause aus abnorm und deshalb wiffen wir nicht, wieviel von ihrer Krankheit sowohl wie von der ihrer Kinder wirklich auf Rechnung des Giftes kontmt. Garmcht beantwortet ist bisher die Frage, wieweit die SckMlgimg der De^endenz reicht. Ob außer den Kindern auch die Enkel noch betroffen werden, das haben bisher weder klinische noch expernnentelle Untersuchungen ganz aufgeklärt Sicher ist dagegen, daß Alkohol und Syphilis die Sterblichkeit der Nachkommen erhöhen und so zum Llussterben der erkrankten Familiär Veranlassung geben. Bei diesen Vorgängen handelt es sich nicht Um Vererbung tnt biologischen Sinne, sondern um Keimvergif- itungen. Vielleicht kann jede Allgemein-Krankbeit, können zu hohcZ Mr W me^eres Mer per .Eltern den Kindern in ganz ähnlicher Weise verhängnisvoll werden. Die Frage nach^der Vererbung erworbener Eigenschaften ist trotz zahlreicher -vrer- versuche noch nicht restlos beantnrortet worden, aber schon heute kann gesagt werden, daß die Vererbung erworbener psychischer und nervöser Eigenschaften nach den bisherigen Ergebnissen nahezu als ausgeschl offen gelten muß. Funktionelle Abänderungen durch Gebrauch und Nichtgebrauch z. B., werden ebensowenig vererbt, wie Verstümmelungen und ähnliches. , Bei den Versuchen von Brown-Seguard, Westphal nNd Ober- stciner hat cs sich um Keimschädigungen, nicht um wirttiche Vererbung gehandelt. Nicht zur Entartung führen die Ver- erbungsgesetze, sondern zur Regeneration. Eine gewisse Wahrscheinlichkeit der Erkrankung besteht nur für^ den, der ckvn beiden Eltern her in gleichsinniger Weise belastet ist. Auch, die Inzucht wirkt nur dadurch, daß fie gleichartige Anlagen verstärkt. Lind diese Anlagen wertvoll, so verbessert sie die Art, sind sie krankhafter Natur, so läßt sie sie entarten. Daß die Geisteskrankheiten wirklich zunehmen, ist nicht bewiesen. Häufiger geworden sind die Selbstmorde und auch die Kurve der Kriminalität steigt noch. Auch das sind soziale Erscheinmiaen. Die Art wird dadurch nicht schlechter. Aber auch die Nervenkrankheiten nehmen zu. Selbst wenn wir abzieben, was Mode und soziale Fürsorge an scheinbarem Zuwachs bringen, neurasthenische und hypochondrische Zustande sind doch wohl häufiger geworden und nur die Kurve der Hysterie hat früher schon stärkere Gipfel erreicht,. Dazu sind wir im ganzen nervöser „regsamer" geworden. Reizsamkeit, Subjektivismus und hypochondrische Grundstimmung künden ben lieber« gang von einer Kulturepoche in die andere. In allen ähnlichen Epochen der Weltgeschichte finden sich die gleichen Symptome, sogar das eigentümliche Streben, bei bestimmten Naturheilmethoden seine Zuflucht zu suchen. Das Korreferat über das gleiche Thema erstattete Oberarzt Dr. Schott (Stettin i. R.). Tie ganze Medizin steht in Beziehungen zur nervösen Entartung; es ist deshalb eine wichtige Aufgabe der gesamten Aerzteschaft, Mittel und Wege zur Verhütung oder Beseitigung der nervösen Entartung zu suchen. Tas Schlußwort .der Aussprache halte Geheimrat Exz. Ehrlich. Dr. S. Carl (Karlsruhe) sprach über „Malignes Oedem bei Haustieren", dessen Erreger Valeur entbedt und kur) nachher Koch und Gaffky genauer erforscht haben. Professor E. Becke (Wiens sprach über „Das spezifische Gewicht der Tiefengesteine". Professor Dr. Julius Uralter (Graz) berichtete über eine tölliche Physostigminvergiftung nebst Bemerkungen über den forensischen Nachweis. Lieber „Untersuchungen von Zwangszöglingen in Baden" sprach E. Thoma (Jlkenau). Von 620 badischen Zwangszög- lingen waren etwa 52c/o als geistig minderwertig befunden worden. Aus Grund der Untersuchungsergebnisse empfiehlt Redner eine intensivere Beteiligung psychiatrisch vorgebildeter Aerzte bei der Zwangserziehung, sowie Errichtung von Sonderabteilungen unter psychiatrischer Aussicht. Im Anschluß hieran sprach Dr. Sim m o n d s (Hamburg) über „Die Basedowsche Krankheit". Als Ergebnis seiner Forschungen und Darlegungen bezeichnete er es, daß die Basedowsche Krankheit keine eigentliche Krankheit für sich sei, sondern ein Komplex von Krankheitserscheinungen, welche durch Störungen und pathologische Veränderungen in der Schilddrüse sich kundaeben. Vom Standpunkt des Internisten sprach Prof. Stark (Karlsruhe) mit, vom Standpunkt des Chirurgen Geheimrat Rehn (Frankfurt) zu dem Thema. Prof. Kromayer (Berlin) sprach über „Tas Licht t n der Kosmetik", das heute zu einem der wichtigsten, wenn nicht züm unentbehrlichsten Hilfsmittel des Arztes geworden und in vielen Fällen mit dem günstigsten Erfolg angewerldet inerte. In Gegenwart bes Großherzogs Friebrich II. von Baben, der mit großem Gefolge in Begleitung bes Kultusministers sowie von, Vertretern ber Unterrichtsverwaltung und der Wissenschaft erschien, sand heute vormittag in der Abteilung für Tcr- maltologie eine Sondersitzung über das neue Heilmittel Ehrlichs Salvarsan statt. Ter mit lebhaftem Beifall begrüßte .Vortragende wies zunächst darauf hin, daß feit der ausführlichen Besprechung über bas Salvarsan aus ber letzten Naturforscherpersammlung in Königsberg sich verschiedene Aenderungen und Neuerungen ergeben hätten. Es sei durchaus nicht verwunderlich, daß die Ergebnisse sehr wechselnde gewesen seien. Man muß den Aufgaben dieser Verschiedenheiten nachspüren und so die Grundlagen feststellen, nach denen die Behandlung in der zweckmäßigsten Weise erfolgen könne. Von Anfang an habe er, Ehrlich, die Frage nach der Schädlichkeit des Salvarsan in ben Vorbergrund gestellt. In neuerer Zeit werde jeder Zwischenfall bei ber Salvarsanbehandlung kritiklos und einseitig als Beweis für die schädigende Wirkung des Sal- varsan angesehen. Die häufig beobachteten Nebenerscheinungen wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Diarrhöen, die in sehr heftiger Weise auftreten, konnten auf ben Bakteriengehalt des für die Einspritzung verwendeten destilierten Wassers zurückgeführt werden, und sind somit vermeidbar. Sehr eingehend behandelte dann Ehrlich auch die N e u r o r e e i d i v e (krankhafte Nervenänberun- gen). Die Ansicht, daß derartige Störungen auf das Arsen zu beziehen sind, ist ohne tveiteres hinfällig, weil dieselben Erscheinungen in ber gleichen Anzahl auch bei ber Quecksilber- behanblung beobachtet wurden. Geheimrat Ehrlich geht dann auch auf die Todesfälle ein, die mit dem Salvarsan in Verbindung gebracht worden sind. 'Hier handelte es sich meist um Fälle, in welchen bas Salvarsan nur als allerletztes Rettungsmittel verwenbct würbe. Wenn man bedenkt, daß im Laufe dieses Jahres mehrere _ hunderttausend Patienten mit Salvarsan behandelt wurden, so kann man sagen, daß die Zahl der Unfälle so gering ist, daß zu ernsten Bedenken fein Anlaß vorliegt. Tie Heilung durch vollkommene Abtötung der Krankheitserreger ist nicht nur eine Theorie, sondern eine experimentell erwiesene Tatsache. Prof. Ehrlich hofft, daß es auch für die späteren Stadien durch eine Verbesserung der Belwndlungsmethode möglich sein werde, eine Heilung zu erzielen. Aufgabe der Dermatologen werde es sein, mit Unterstützung durch die Neurologen diese Methode auszuarbeiten. Bei allen Teilnehmern bekundete sich das größte Interesse für den Vortrag. Ter Großherzog unterhielt sich mit Prof. Ehrlich längere Zeit. Zu der Aussprache, die unter Ausschluß der Oefsentlichkeit am Nachmittag stattfand, hatten sich zahlreiche Aerzte aus dem In- und Auslande gemeldet. 21 us Stadt und Land. (liegen, 28. September 1911. * * Lehrerpersonalien. In den Ruhestand zersetzt wurde die Lehrerin an der Gemeindeschule zu Sprandlingen, Kreis Offenbach, Elise Kern auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste. Erledigt sind: Eine mit einem evaug. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Rüsselsheim: eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Rüsselsheim. • * Verdingungswesen. Die Handwerkskammer zu Tarmsladt hat an die gewerblichen Korporationen in Hessen ein Rundschreiben gerichtet, in dem sie auf den im Druck erschienenen neuen Nachtrag vom Februar 1911 zu dem Erlaß, das Verdingungswesen betreffend, vom 16. Juni 1893 hinweist und die Anschaffung der Drucksachen, des Erlasses selbst, sowie des Nachtrages von 1911 nicht nur für die Bibliothek der verschiedenen Korporationen, sondern gleichzeitig auch für die einzelnen Bauhandwerker empsiehlt, da es im Interesse des gesamten BacihandwerkeS gelegen ist, wenn diese Vorschriften mehr als bisher unter den Bauhandwerkern bekannt iverdcn. * * Stadttheater. Die neuen Dekorationen zu der >Sonntagsaufführunq von „Meister von Palmyras so numentlich die Dekoration des letzten Aktes, „die Ruinen von Palmyra" darstellend, sind von Hnrn Dekorationsmaler Karl Schwedler angefertigt und in der eigenen Werkstatt des Theaters auSgesteift. Die weitere neue Ausstattung zu dem Stuck ist von den Firmen Hugo Baruch & Co. und Friedrich Löw, Frankfurt a. M., geliefert worden. — In Ergänzung des Prospektes sei mitgeteilt, daß die jugendliche Heroine Frl. Helene Ho ermann vom Elberfelder Stadttheater anderweitiger Verpflichtungen halber erst Ende Oktober eintreffen kann. " Das Kolosseum Gießen wird am SamStag wieder eröffnet. Wenn eS dem Unternehmen gelingt, einwandfreie und gute Unterhaltung zu bieten, wird cs jedenfalls existenzfähig sein und gern besucht werden. Von der Leitung des KolosseumS wird uns geschrieben, daß dem Direktor Karl Ohm ein vorzüglicher Ruf vorausgeht, so daß zu erwarten sei, daß das Kolosseum in einer einwandsfreien Weise geführt merken wird. DaS Eröffnungsprogramm, daS aus lauter Novitäten zusammengestellt ist, dürste wohl den Beweis dafür erbringen, daß die Direktion bestrebt ist, nur erstklassige, dezente Programme zu bringen, so daß zu hoffen ist, daß Herr Ohm durch recht zahlreichen Besuch in die Lage gesetzt wird, das Kolosseum unserer Stadt als einziges Familien- Variete zu erhalten. * Landkreis Gießen. -m. Garbenteich, 28. Sept. Am kommenden Sonntag, 1. Oktober, findet die Einweihung unseres neuerbauten SchulhauseL statt. 0 Harbach, 27. Sept. Ein Großvater befand sich auf einem Apfelbaum, um die Früchte zu pflücken. Er verlor daS Gleichgewicht, stürzte herab und siel sich die Schulter auseinander, Dazu erlitt er noch innere Verletzungen, so daß er in Lebensgefahr schwebt. Kreis Büdingen. o. Büdingen, 27. Sept. Am Mittwoch begannen die vierzehntägigen HeMtferien. Mit diesen Ferien schließt das Sommersemester des Wolfgang-Ern st-Gymnasiums; das Wintersemester beginnt am 11. Oktober. Zugleich am Mittwoch fand eine mündliche Reifeprüfung statt. Bon den Abiturienten, die sich ihr unterzogen hatten, be/ standen Forster-Offenbach und Metternich-Hirzenhain. Kreis Alsfeld. A l s f e l d , 27. Sept. In der geftrigen Stadtvorstands- s rtz u n g erstattete der Vorsitzende zunächst Bericht über den Stand der zu erbauenden Eisenbahn Alsfeld-Niederaula: darnach liegen zurzeit die Pläne dem preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten zur Entschließung vor, man hoffe auf einen baldigen Entschluß. Zu der Angelegenheit der Wiederber st e l l u n g bes Rathauses würben in der geftrigen Sitzung die Glaserarbeiten vergeben und zwar an den wenigftwr- bernben Glasermeister Ernst Leuth jr. hier für sein Angebot von 1038 Mark. Die Installation der elektrischen Beleuchtungsanlage wurde dem Spenglermeister Karl Klingelhöffer für sein Angebot von 154,50 Mark zugeschlagen. Man hofft die Fertigstellung bes Rathauses bis zum 31. Dezember 1911 zu erreichen. — Der Einspruch gegen den Ans a tz ber Gebühr für die feststehenden Babeeinrichtungen (Wassergeld 2 Mark für jebe Babeeinrichtung) würbe für begründet anerkannt und es soll die Anforderung für i>a§ laufende Rechnungsjahr unterbleiben, da die Abnehmer bereits im l'lpril l. ,J. mit ihrem gesamten Wasserbedarf rechtsgültig nach dem seitherigen Statut eingeschäß/ worden sind, während das neue Statut erst später in Kraft getreten ist. — Ein Gesuch um Anschluß des sogenann- tenWalkenmühlenwegesandiestädtischeWasser- leitung würbe genehmigt, ba ber eine Teil der Straße zum größten Teil jetzt bebaut ist; ebenso wurde dem Gesuch der Firma Georg Dietrich Bücking, mechanische Kleiderfabrik, um Anschluß für ihren Fabrikneubau in der Leuseler Hohl an die Wasserleitung zugestimmt. Dabei wurde zugleich beschlossen, einen Nachttag im Ortsbaustatut einzufiigen, der bestimmt, welche Straßen künftig zur Bebauung frei gegeben werden sollen. — Tas Ersuchen ber Forstbehörde um Geivährung eines Zuschusses zu den Kosten ber Erbauung einer Dienst- Wohnung für ben Forstwart Lohfink, ber zugleich stäbtischer unb staatlicher Förster ist, würbe nach längerer Besprechung abgelehnt. — In nichtöffentlicher Sitzung würbe dem .Kirchenvorstand für die zu besetzende Kirchenbienerstelle unter sechs Bewerbern der seitherige Stellvertreter Schulz macher G. H. Hyll präsentiert, da bem Stadtvorstand für diese Stelle das Präsentattonsrecht zustcht. — Zum Schluss«! gab der Vorsitzende eine Aufklärung über das von ihm auf Grund des § 123 R.St.G.B. erlassene Verbot des Zutritts von Händlern zu ben Alsfelber Viehnrärkten. A Rainrod, 27. Sept. Um einen stärkeren Wasserzusluß der Nidda herbeizuführen, haben die Mühlenbesitzer von Rudingshain, Schotten und Rainrod beschlossen, mehrere Quellen oberhalb des Landgrafenborns, die unbenutzt versickern, zu fassen und der Nidda zuzuführen. Die Mühlenbesitzer de8 oberen Niddatals hatten diesen Sommer sehr unter Wassermangel zu leiden. Einige mußten den Betrieb einstellen, andere Motore benutzen. Kreis Lauterbach. — Lauterbach, 27. Sept. Als vor einigen Wochen im hiesigen Schlachthofe bei einem Schweinetransporte aus Norddeutschland die Maul- und Klauenseuche fest- gestellt wurde, glaubte man infolge der sofort ergriffenen Maßnahmen die Seuche auf ihren Herd beschränken zu können. Nach einigen Tagen jedoch kam sie in einem Gehöft in Angersbach zum Ausbruch, und zwar unter Umständen, die daraus schließen lassen, daß die Seuche aus dem Lauterbacher Schlachthause eingeschleppt wurde. Nun ist die Seuche auch in zwei Gehöften zu Lauterbach auSgebrochen, und zwar bei Spediteur Th Günther und Metzgermeistec Zimmermann. Infolge ihres Gewerbes verkehren beide, bezw. ihr Personal, sehr viel im hiesigen Schlachthof, und eS wird wohl niemand darüber im Zweifel sein, daß die Seuche durch Uebertragung aus dem Schlachthofe auf deren Viehbestand überging, zumal die Seuche erneut im Schlachthofe festgestellt wurde. Die Laliterbacher Viehbesitzer haben nun zum zweite« Male binnen kurzer Frist die Sperre zu verspüren. O Bermuthshain, 27. Sept. Unter lebhafter Be^ tciligung fand heute hier die Bürgermeisterwahl statt, um die seit Wochen eifrig gestritten wurde. Auf das Ergebnis war man sehr gespannt, da man in der Person des Landwirts Lauser 'einen Gegenkandidaten gegen den seitherigen Bürgermeister Frd. Jost aufgestellt hatte und beide Parteien sich gleich stark gegenüberstanden. Es ent* fielen auf den seitherigen Bürgermeister Jost 62, ans Landwirt Lauser 53 Stimmen. Ersterer ist somit auf 9 JaAe wiedergewähtt. Kreis Schotten. st. Schotten, 27. Sept. Da das Ministerium M Innern einen Ersatz der lebenden Gewinne durch Geld- getoimte nicht genehmigt hat, hat heute das Marktkorortes beschlossen, die lebenden Gewinne auf Grund UM Ängo-- boten anzu kaufen. Die Derlosung finbct also tote früher, im 18. Oktober t I, bei günstiger Witterung auf den: Marktplatz, bei ungünstiger Witterung im Rathause statt. X Au S dem Kreise Schotten, 27. Sept. Rach- dem nun Eichelsdorf auch eine Wasser! eitung erhält, sind alle Orte des Niddatales und seiner bcnach- barten Gemeinden, selbst bad sehr hoch gelegene Storndorf, mit dieser zeitgemäßen Neueinrichtung versehen. Nur da:- etwa 500 Einwohner zählende Ober-Schmitten hat noch keine Wasserlcituna. Doch hofft man, daß die Gemeindeverwaltung auch bald einen diesbezüglichen Beschluß fassen wird. Starkenburg und Rheinhessen. R. B. Darmsladt, 27. Sept. Der Neubau der zweiten Oberrealschule (Liebig-Schule) ift beule vormittag in Gegenwart zahlreicher behördlicher Bertrtter seiner Bestimmung überwiesen worden. Oberbürgermeister Tr G l L k s i n g rcnej daraus hin, daß die Errichtung deS stattlichen Neubau- im Iobannismerlel notwendig wurde, al-vor zwei Dohren die Schüler- zahl der Oberrealfchulc auf 900 anwuchs. Tas Gebäude umfaßt 18 Klassenzimmer und 8 den praktischen und naturwissenschastlichen Hebungen gewidmeten Räumen und erforderte einen trvstcnaufwanL von 570 000 Mark. Ter Chef der Schulabteilung, Gcheimerar Tr. Puffert, dankte den städtischen Vertretern für die Errichtung des neuen Gebäudes und gab dann einen Ueberblick über die rapidc Entwickelung de- Darmstädter Oberrealfchulwesens. Nichts sei verkehrter, als au glauben, daß die Regierung den humanistischen Anstalten nicht mehr das frühere Interesse entgegendringe. Wäre daS der Fall, so würde man ja den Ast absägen, auf dem man sitze. Tie Regierung habe aber die Pflicht, auch den Lberreal- schulen die Möglichkeit zu geben, die Ziele, die sie sich gesteckt haben, zu erreichen. Tie neue Schule sei mit dem Namen eines der größten Söhne der Stabt geschmückt worden, durch den ihr auch die Richtlinien gegeben seien. Dem neuen Direktor bringe die Regierung daS Vertrauen entgegen, daß er die Beziehungen zwischen Schule und Elternhaus zu verbessern sich bestreben werde; man solle jfom auch von der andern Seite volles Vertrauen schenken. — Direktor Tr. Dorfeld entwickelte dann in großen Zügen die Ziele und leitenden Gesichtspunkte für die neue Ober- realfchule, die vor allem beutfdie Männer erziehen und Persönlichkeiten und Charaktere bilden solle. — Tie stimmungsvolle Feier ivurde durch Gesänge deS SchülerchorS mit Orchesterbegleitung eröffnet und geschlossen. M. Offenbach, 27. Cept. Bei der Stadtverordneten» Versammlung wird vom VersastungSauSschuß beantragt, daß der Bürgermeisterei zur Bekämpfung der Teuerung 80000 Mk. zur Verfügung gestellt werden, die in erster Linie zum Ankauf billiger Kartoffeln verwendet werden sollen. — Worms, 27. Sept. Infolge der immer noch herr- ichenden starken Nachfrage nach Platzen zu den Luther- e st spiel en hat sich der geschäftsführende Ausschuß ent* chlossen, nochmals zwei Vorstellungen einzuschieben und zwar am Freitag, 29. und Samstag, 30. September. Bei diesen beiden Vorstellungen ermäßigen sich die Preise teilweise erheblich. Ta aus diese Weise eine größere Anzahl bilHßcrc Plätze geschaffen werden, wird jedermannLlelegen- beit gegeben, gegen ein sehr billiges Entgelt das gewaltige Drama Devrient- auf der Wormser Bühne noch zu eben Hessen-Nassau. w. höchst a. M., 27. Sept Ein tödlicher Unglücks- fall ereignete sich gestern nachmiitug im benachbarten Unter- I i e b e r b a d> dadurch, daß der sechs Jahre alte Sohn des Ar- Leiters Heibert sich an einen Milchwagen des Lwigutes Ober- Iieberbach anhängte, dabei zu Fall kam und unter die Räder geriet. Diese gingen ihm über den Hals und brachen ihm daS Genick. w. Wiesbaden, 27. Sept. Ter Landeshauptmann a. T. Otto Sartoriu», Qrbrenpt&iibent der LandwirtsckaftSkammer und deS Verein- nassauischer Land- und Forstwirte ist Henle im 80. Lebensjahre gestorben. Schwurgericht. th. Gießen, 28. Sept. Straßenraub. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den Kutscher Johann Muth von Hitzkirchcn wegen Raub. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Bbill, die Veineidigung führte Rechtsanwalt Tr. Katz. Es sind zur Verhandlung neun Zeugen, fünf von der Anklagedebörde und vier vom Verteidiger geladen. Ter Angeklagte ist 31 Jahre alt, vorbestraft wegen Sachbeschädigung, Bedrohung, TiebttahlS sowie Unterschlagung. Er soll am 17. November 1910 aus dera f s c n e n L a n d ft ra ß e zwischen dem Bahnhof und dem Crt Groß-Karden den 64 Jahr? alten Maurer uitb Kriegsmvaliden Johann Busch mit Gewalt daS Portemonnaie mit 20 Mark Inhalt abgenommen haben. Ter Angeklagte bestreitet beit Raub und schildert den Vorfall wie folgt: Er habe an dem betreffenden Nachmittag in Vilbel in der Wirtschaft von Will den Busch getroffen, b:r den Gästen mehrere Glas Bier bezahlt habe. Er habe sich mit ihm an» gefreundet und er bäht ihn eingeladen mit nach Groß-Karben zu kommen. Man fei gegen 9 Uhr in Groß-Karb.n angcfommai und nach dem Ort zu gegangen. Unterwegs habe es Differenzen gegeben, und es fei zu einer kurzen Rauferei gekommen. Der Angeklagte will nach dem Bahnhof zurückgegangen und nach aranf- furt gefahren sein. . Der Maurer und Invalide Konrad Busch III. von Groß- Barben bekundet, daß sich am Tage bet Tal der Angeklagte in Vilbel in einer Wirtschaft ihm zugesellt habe. ES kann so gegen 7 Uhr abends gewesen fein: er lud den Muth, den er vorher nicht kannte, zu einem Glas Bier em. Als er dann später die Zeche bezahlte, muß am Tische Muth geieben haben, daß er Geld im Beutel hatte. Ter Zeuge nimmt aur fernen Eid, daß er den Angeklagten nicht nach Groß^starden em geladen^ habe. Muth habe erklärt, er fahre auch dahin. Dort wollte er Lchlat- und Zehrgeld haben und als er dies ablehnte, wurde er zu Boden geworfen und ihm mit Gewalt die Hand au-5 der -tai^e gezogen, in der et sein Portemonnaie trug, das Muth ihm abnahm. Darauf flüchtete Muth mit feiner Buue, etwa 20 Mark. Ter Zeuge versichert, daß er völlig nüchtern, war. uw re« fragen des Verteidigers erzählt der Zeuge, daß er am Mittag m Frankfurt gewesen, aber nicht eingekehrt sei. , Der Beigeordnete Hera et, der un Jtnege Korporal ichanS- führer des Busch gewesen ist, stellt ihm ein günittgeS Zeugnis aus. Er saß in der Wirtschaft am selben Tftch, hat aber nicht gehört, bae Busch den Muth zum Mitgehen au'gnordert lat. Staatsann'alr Dr. Brill pläbierte für schuldig bes Verbrechens des Raubes und überließ es den Geschworenen zu befinden, ob dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen ftten. Ter Verteidiger, Rechtsanwalt Katz, wies darauf hm, daß für die Schuld des Angeklagten nur ein Zeuge, nämlich der 64 Jahre alte Busch, aufgetrettn sei. Dieser sei angetrunken gewesen und das rechtfertigt gewiß den Zweifel an feiner xar- stellung. Es stehe Aussage gegen Aussage. Segen Straßenraubes sei daher aus nicht schuldig zu erkennen. Wegen schwerer Körperverletzung sei er zu heitreren. Nach kurzer Beratung sprachen die Geichworenen den An- geklagten wegen Straßenraubs schuldig, billigten ihm aber milbanbe Umstände zu, worauf der Gerichtshof auf eine Gefängnisstrafe von drei Jahren nebst bem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Tauer von fünf Jahren erkannte. vievIullatvonMedermörlen vor dem Schwurgericht. th. Gießen, 28. Sept. 1911. Leute vormittag begann vor dem bieiigen Schwurgericht bte Verhandlung gegen die Geschwister Wolt und den schloß« Erbe, die am 6. Juli b. I. in Nieder-Mörlen den Raubmord an ber 60 Fahr« alten Frau deS Fabrikarbeiter- Dalt her beganatn haben. An geklagt fonb der 22 Jahre alte, wiederholt wegen Raub. Diebstahl, Unterschlagung ulw. vorbestrafte, in Frankfurt c M geborene Schlosser Friedrich W, 1 h. Job. Erbe sowie der 17 Fahre alte, unbestrafte, in Nieder-Mörlen gebotene Schmied Heinrich Hermann Dolf. Sie sollen gemeinsam : 1. in der Nacht vom 3. zum 4. Huli b I in Nieder-Mörlen in der Schmiedewerkstätte deS Ludwig Keßler einen (hnbrueb#- diebstabl verübt haben, wobei ihnen ein Dietrich, 4 Schlüssel und ein Meißel in die bände fielen: 2. am 6. Juli d. 3. die Georg Valter Ehefrau geb König in Nieder-Mörlen vorsätzlich getötet und die lat mit lieber- legung auigeführt haben: 3. einen Gelobettaa von 350 Mk , 2 silberne Uhren, etwa 30 Postwertzeichen i 10 Bfa. sowie eine An'ahl Zigarren weg- genommen haben und durch Oie angewendete Gewalt den Dod der Frau h-rbcige'ührt haben. Fern« ist angeNagt: Tie Schwester des Wolf, Latha- rind Wolf von Nieder-Mörlen, 18 Jahre alt, unbestraft Sie soll im Juli d. I. in Franklurl a. M. den Angeklagten, Erde und ihrem Bruder, in der Straftat gegen Frau Walter durch fh'ai ober lat wissentlich Beihilfe geleistet und weiter Sachen an fich gebracht haben, von denen sie wußte oder den Umständen nach onnehmen mußte, daß sie mittels strafbarer Handlung erlangt waren, nämitch einen Teil des von Erbe und Wolt geraubten Geldes. Ter Gerichtshof besteht aus Landgericht Seat Brüel als Vorsitzenden und den Landgerichtsräten Schmohl und Schnitzipahn als Beisitzern. Tie Anklage wird vom Oberstaatsanwalt Hofmann vertreten. Tic Berteibigung führt für den Hauptangeklagten Erbe Rechtsanwalt Kaufmann, für den jungen Wolf Rechtsanwalt Kochs und für dessen Schwester Rechtsanwalt Hornberger ES sind 27 Zeugen zu hören. Als medizinische Sachverständige sind Medizinalrat Tr. N e b e l - Friedbera unb SanitdtÄrat Tr Becker- ortebberg zur Verhandlung erschienen. Der Andrang zur Vcroauo.uug ut icijc narf, vor Eröffnung der Sitzung find Die Plätze des Zuhörerraums vollständig gefüllt. Ter Angeklagte Erbe macht den Eindruck eine- energischen, intelligenten Menschen Er Uägt-euten kurz geschnittenen Schnurrbart und verfolgt mit Spannung, wa- im Saal vorgeht, fceinrufr Wolf ist der TypuS eine- jungen herrenlosen, mchtSsagenden Menschen vom Lande, der niedergeschlagen zu fein scheint unb sich schämt. Katharine Wolf ist eine hiübiche Blondine: sauber Idjroareen Kostüm gekleidet, betritt sie trch.nenden AugcS bu Anklagebank. Angeklagter Dolf erklärt, daß sein Baftr noch al- Taglöhnei lebt und wegen Trunksucht ennnünbigt sei. Bor 5 Jahren fei bic Mutter gestorben und er kam zum Bürgermeister zur Erziehung Nach Beendigung b{t Schulzeit sei er bei dem Schmied Walter in die Lehre gekommen unb habe während der Lehrzeit 1—2 Tage im Hause der ermordeten Frau Walter zu tun gehabt. Einmal habe er den Wallersckjcn Eheleuten von feinem Meister eine Quittung vorgelegl und habet bat der Angeklagte wahrgenom- men, wo sie ihr Geld aufbewayrden. Ter Angeklagte schildert, wie er, von seiner Schwester veranlaßt, als Schrniedegeselle nach Frankfurt gegangen sei, wo angeblich eine Stelle frei fei, die er nicht bekam unb er hat fiaj bann ohne Arbeit fcrumgetricben, nachdem er durch seine Schwester Erbe kennen gelernt batte. Dorübcr- gel.enb sand Wolf Arbeit in Lßcnbach. Tie Schwester hatte ihre Stelle Ende Mai verloren, we.l sie Erbe und ihren Bruder be- berbergt halte Fm Juni halten die drei Angeklagten keine Arben, sie nächtigten in einem von Erbe gemieteten ßimmer in Sachsenhausen zusammen unb da- Geld wurde alle. Zuerst versuchte man mit Erfolg von Nieder-Mörlen Mittel zu bekommen Tte Großmutter gab angeblich tum Maui eines Anzuges 50 Mark und Oi-r Vormund gab dieselbe Summe erbe bat alle diese Beträge zum Aufheben bekommen. Auch der Erlös eines gemeimam gestohlenen Fahrrades ging an Erbe über. Am 1. Huli war wieder kein Geld vorhanden und man [am auf die Idee, f,ch durch eine Gewalttat aus der Not zu helfen Ein gewisser Männche, ein Freund des Erbe, machte den Vorschlag, in einer Frankfurter Bank cinzubrechen. Erbe hatte stet- gesagt, „man müsse roafl machen" und frug, ob denn in Nieder- Mörlen nichts zu holen sei, worauf der Angeklagte Wolf auf den Rechner Möbs hinwies, der allein im Häufe wohne und leicht zu bestehlen fei, weil er ein alter schwacher Mann sei Etwa 14 Tage vor der Mordtat begab sich Erbe uiid Wolf nach Niedcr-Mörlen. Er kam allem nach Friedberg Erbe und feine Schwester kamen hinterher nach Nauheim, wo man sich traf. Man wollte in der Nacht bei Mobs einen Einbruch begehen, doch muöfV man von der Tut ablaffen, weil der Hofhund laut anfcblua. Erbe erklärte, daß man die Sache später machen müsse, er wolle bann den Hund vergiften, inzwischen sollte Wolf ermitteln, wo Möbs fein Gelb habe. Zu diesem Zwecke ist der junge Wolf am nächsten Tage zu Möbs gegangen; er hat seinen Vater mitgenommen und wollte angeblich 50 Mk. geborat haben zu einem Anzug, um zu erkunden, wo der Mann sein Geld hätte. Möbs ließ sich aut die Sache nicht ein, und er und die Schwester rieten den Erbe von der Tal als zu gefährlich ab. Dagegen machte die Schwester den Vorschlag, bei WaltherS einzubrechen. Sie frug in Gegenwart von Erbe: „W a s m e i n st T u H e i n - rich. wenn wir bei Königs Bcttche was machen." Sie wies darauf bin, daß die Waltherfche Wohnung abseits vom Torfe liege und daß man von hinten leicht ungesehen in das Haus kommen könne. Sie wies auch darauf hin, daß der Mann tagsüber nicht zu Haufe fei. Er pflichtete dem Plane der Schwester bii und bemerkte, er roiffe im Haufe Bescheid, auch wo öie Leute ihr Geld haben. Man erwog nun ernstlich den Plan und Erbe erfiärte wiederholt, wenn jemand käme, würde er kalt gemacht. Am 3. Juli erklärte Erbe, man müsse Werkzeuge haben, und Wolf will den Vorschlag gemacht haben, sie hex seinem ehemaligen Meister zu stehlen. Am Abend desselben Tages begaben sich Erbe unb er nach Friedberg und von da nach Nieder-Mörlen. Man erbrach in der Nacht die Verlstatt dcö Lehrmeisters und entwendete daraus die eingangs erwähnten Dinge. Hierauf begab man sich nach dem Frauenwald und legte sich dort zur Ruhe. Gegen Morgen war eS zu kühl, man erbrach em BienenhäuSchen an der Ufa und sand darin einen Unterschlupf. Hier ließ man den gestohlenen Meißel ;urüd. Am Morgen des 4 Juli gings nach .yrannurt zurück mit dcm festen Vorsatz, am nächsten Tage bet WaltherS zur Tat zu schreiten. Erbe, Wolf und feine Schwester kamen am 5. Juli abends, nach Nauheim, kehrten Dort in einer Wirtschaft ein und machten sich um Mitternacht auf den Weg nach Nieder-Mörlen. Sic legten sich in den Wiesen m der Nähe der Waltherichen Hos- reite nieder. Als der Morgen anhrach, gingen fit alle drei in den Frauenwald. Tie Schwester sollte dort m einem TempelHen so lange warten, bis Erbe unb er gekundschaftet hätten sie nähetten sich vor. hinten dem Grundltück bis zum fcamgrabtn, wurden aber durch eine des Dege- kommende Fiau Derdxudü unb lehrten zur Schwestar zurück, der man sagte, der Walther tei jiocfa zu Haute. Erbe ging bann nach Bab-^.aubv.m zu, um aus einer Wirtschaft Bier m'w. zu holen. Wolf gibt zu, batz a inzwischen zur Ziegelei bet Bad-Nau beim ging, um zu leben ob Walther schon dort sei. Man ttat gegen mittag im Wald wieder zusammen und wartete den Nachmittag ab. Kurz na* 4 Uhr begab man sich wieder über die Wieien, die dicht mtt Cbftbäumen bestanden find, an die Waltherfche Horreite. Tie Schwester war im Ft-uenwaU> zurückgeblieben. (Tie Verhandlung dauert fort) (Ein schwerer Automodllunsall in Paris. In Parts ist am gestrigen Mittwoch ein Automobil- omnibus bei der Brücke von Archeoöche in btc Seme gefallen. Es sollen 20 Personen tot und ver- Jsir erhalten folgende Trahrnachrichten: Parisi 27. Sept Ter in die Seine gestürzte Auto- mobilomnibn- kam in rascher Fabrt über den Pont bt' l Archevsche, alö ihm ein anderer Automobilomnidu» ent« aegenkam, bem er auSweichen wollte. Dabei riß der Wagen- lenfer da- Steuerrad befug herum, fo daß her Cmnibu# auf den Bürgersteig fuhr. Die Brüstung durchschlug und in die seine stürzte Sofort tmirbe ein Hilf so nft eingerichtet, und die aus bem Wasser gezogenen Per> ..eu wurden ins Krankenhaus gcbrackft. Unter den Toten befinden fich brri Kruder, ferner der Wagenlenker und der Schaffner, jo daß genauere Feststellungen über den Hergang des Unglücks nicht möglich find. Tie Namen von zwölf Toten und Verwundeten sind bereits ffftgepeltt. sie sind sämtlich Einwohner von Paris. Eine riesige Menschenmenge umsteht die, Unglücksstelle. Paris, 27. Sept Gegen 7 Uhr fliegen Taucher nieder, fanden den Wagen aber leer. Neun Tote und zehn Ler- ii’unbeic wurden in- Krankenhaus gebracht. Man de- f ft reblet, daß vier Personen von der Strömung fortget rieben wurden ein Dammbrud) in veutjch Lhina Berlin, 27. Cept. Ter Ijiefigen Ineftiou der Cchantling- Eilenlahn-Uötftllswa'l wirt' aul Tsingtau gemelhet, daß intolße weiterer beftigei Regengüsse em neuer Teiajvmch am 2a(iiiliiü ftaitgchinben bni und hny durch die daraus sich er.ucßendeii Wasser- ei iui di v null un unb zjitotschuang t efctäbigt wurde. Tie Betriebkuiiterdiechung wird eine Woche nicht übersteigen. Vermischtes. • Eine Stiftung Carnegie- sür Italien. Andrew Carnegie bot ivm ftönigo von Italien 750000 Tvllar- zur Sdwirung einer chitumi in Italien an, bte Den Zweck Hoheit fall, für Taten b t» Hclbenm ute- im bürgerlichen Leben Pr