Die heutige Nummer umsaht 14 Selten. IV C 11 raro reien 8 § darauf hin, wie aus der Unter- S> Varen und .nkenpflege. A öu w 0 fl 3 e* 3 ♦ c o ecni clbcn erheischten. Ter Sraarsietretär wies Schmid Jeuenweg 16 S jrpfjcn ökonomischen Interessen, die es dort vertrete, mild ein müsse. Er habe gewartet in der Hoffnung aus ein ländigung zwischen uns und Frankreich, nachdem aber, wie er jetzt höre, unsere Forderungen dcrartia lebende seien, daS eS augenscheinlich sei. dass die h aller A Ausstattung prelswr ckerei, Schuls: halb Härten ro i r eine Zeitlang nicht weiter verhandelt, solange uns nicht das Geheimnis ocr Verhandlungen garantiert worden sei. Durch den S i® »t $ KZ SZ f « s oä tf Ss 5> ?5?@ rb 5» jezialität r i und Pincenez1 Die vertraulichen Mitteilungen öcs Herrn v. Kiöcrkn. Endlich erscheint der angekündigtc amtliche Bericht über die vertraulichen Mitteilungen deS Staatssekretärs, die nach amtlicher Tarslcllung so überzeugend gewirkt baden sollen, waS aber von । den Beteiligten bestritten würbe. 9?ad) dem biS jetzt sestgestellten Bericht Hal Staatssekretär v. Kiberlen-Wächtcr in der Sitzung vom 7. November über die Vorgeschichte des deutsch-fran zösischen Abkommens vom 4. November 1911 u. a. auSgesührl: Im Jahre 1880. als auf Anregung Englands und aus Einladung Spanien- die Mabrib.r Konferenz statt and, habe Fürü Bismarck durch einen Immediatbericht an den Kaiser ein Ab' gehen von d.m bisher eingenommenen S andpunkt veranlaßt und die Aufiassung vertreten, eS könne Tcutickilanb nur erwünsdit sein, wenn Frankreich sich in Marokko böslich fcslsetze. Im Jahre 1889 höbe Chamberlain fine Absicht in Bezug aus Marokko gehabt. Enaland sollte Tanger, T utsdstanb einen tzascn an der atlan- ischen Küste erhalten. ES sei aber niemals zu formellen Verstand- ungen gekomm n. Im Jahre 1905, nach der Tanger-Reise deS deutschen Kaisers, habe £>crr Telcasss einen Versuch einer direkten Verhandlung gemacht, der aber mangels positiver Vorschläge zu einem Ergebnis nicht geführt habe. Tann habe Rouvier wiederum auf offiziösem und auch aut offiziellem Wege dem Wunsche na.' einer Bersiändi"'Mg Ausdruck gegeben. Damals. fei zum ersten Mal daS Dorr o n g o" gefallen Von unserer Seile feien positive Vorschläge verlangt worden, ohne daß sie zu einem Ergebnis geführt haben. Inzwischen hätten wir unS auf den Standpunkt feiige.'egt, ba(i Änderungen in Marokko nur mit Zustimmung der Signatar- möchte der Madrider Konferenz erfolgen könnten, um unS nicht eventuell zwischen zwei Stühlen zu setzen. Daher habe Fürst Bülow nicht weiter aus die französischen VerstöndigungSwünsdie eingeh.n können, die niemals von positiven Vorsd)lagcn begleitet gewesen seien. Bichon habe niemals einen Vorschlag gemacht. Inzwischen sei es zur Algecirasakte gekommen. Ungeachtet der- elben s.i der Einfluß Frankreichs in Marokko aber ständig ge- v. Bethmann-Dollweg sd;on g macht hat.) Aus bcutfdicr S itc habe man lange überlegt, was zu tun sei. Man hatte ein Ultimatum stellen können. Welchen Eindruck butte cS aber wohl gemacht, wenn der Reichskanzler im Reichs- Torf an der Grenze der Schauja mit unauSsprechlick>em Namen besetzt: deshalb hat Seine Ma csiüt dcr Kaiser den Krieg erklärt." Tic Lage für Deutschland sei deshalb schwierig gewesen, weil sie sich allmählich entwickelte und nie zu sagen gewesen sei, ..gerade mit dieser Mastregel in diesem Moment ist die AlgectraS-Akte verletzt und wir erheben Einspruch." _ Man sei also zu dec Ueberzeugung gelangt, dast es am klügsten wäre, abzuwarten, wie weit die französischen Maßnahmen gehen würben, um bei andauernder Verletzung der Algcciras-Ak.e die volle Aktionsfreiheit für uns ebenfalls Wieder in Anspruch zu nehmen. Als nun von deutschen Staatsangehörigen, insbesondere audi ans dem SuS - Gebict bei Mogador und Agadir, Klagen über Bedrängnis und Bitten um Schutz gekommen seien, habe man sich aus deutscher Seite gesagt. Frankreich sei keineswegs der Mandatar Europas, komme also keineswegs allein als Schutz- macht in Frage. Wir müßten für uns in gleichem Maste das Recht zum Schutze unserer Untertanen in Anspruch nehmen. Aus diesen Erwägungen heraus sei die Entsendung eines deutschen Schiffes nach Agadir erfolgt. Deutschland habe damit in erster Linie zum Schutze seiner Staatsangehörigen gehandelt, daneben auch, in einer gewissermaßen symptomatischen »anblung dem Vorgehen Frankreichs gegenüber, bad eigene gute Recht wahren wollen. Niemals aber habe bie Absicht bestauben, ein Stück von Marokko zu nehmen. Ties habe ber Staatssekretär auch einem bekannten Alldeutschen gegenüber ganz deutlich ausgesprochen. Leiber habe ber betreuende tzerr es ihm nicht geglaubt. Ter deutsche Botschafter in London antwortete unter dem 1. Juli, daß er mittags seinen Auftrag in Abwesenheit von Sir Edward Grey bei Sir A. Nieolson ausgesührt habe. Die erwähnte Mitteilung sei also am 1. Juli ber engliichen Re- gieruug überreicht worben. Tie englische Regierung sei bamald vor bem Eintreffen des Schiffes über die deutschen Absichten genau informiert worden. Nunmehr Hütten die deutsch-sranzösi- 1 dielt Verhandlungen eingesetzt, gleichzeitig aber hätten bie Fran- zofcn über die deutschen Abiichten die wildesten Nachrichten in die Presse lanziert, um gegen Teutschland Stimmung zu machen. Tics habe seinen Eindruck Nicht vcrsehlt, und insbesondere in London Mißtrauen gegen Teutschland hervorgerusen. Nach Pressenachrichten sollen damals in Paris und London gewisse Strömungen für bie Entsendung von Kriegsschiffen n a d) Agadir entstaiiden fein. Tas würde natürlich eine sehr gespannte Situation berüorgcruicn haben, bei der aber Trutschend, daS nur von seinem guten Recht Gebrauch gemacht habe, eventuell der angegnhene ^eü gewesen wäre. Toch sei ein solcher Schritt unterblieben, und bie deutsch-franzöuschen Ber- Handlungen in Gang geiommen. Es sei wiederholt gesagt worden, wenn Teutschland von vornherein den Gedanken eines Lanberweros in Marokko ausgeschieden hatte, so hätte cs auch der Entsendung deS Kriegsschiffes Nicht dedurst. Tas sei aber ein ganz falscher Standpunkt. Es hätte uns also in erster Lime daraus ankommen müssen, den guten Willen der Franzosen zur Verständigung fest- zustellen, und dasür sei die Entsendung des Kriegsschiffes ber belle Prüfstein gewesen. Während der auf die Entsendung des deutschen Knegsschisies folgenden deutsch-französischen Verhandlungen fei es auch nun zu Auseinandersetzungen mit der englischen Regierung gekommen. Auf die Mitteilung, bie ber Botschafter in London gemacht hatte, sei eine Anfrage von englischer Seite weder bei unserem Botschafter in London, noch hier m Berlin erfolgt. Erst am 21. Juli habe Sir E. Grey eine Unterredung mit unserem Botschafter herbeigeiührt. Tic Auffassung, die E. Grey inzwischen von unserer Haltung gewonnen gehabt habe, entgegen den von unterem Botschafter bei der Entsendung des Kriegsschiffes gegebenen Aufklärungen, hätte sich in dieser Unterredung widergesoiegelt. Tiefe Äunassung sei heroorgerufen worden durch bie Verbäch - tigungen, die bie französische, zum Teil auch die englische Presse und wob! auch einige Beamte tomeauenl gegen umere Politik erhoben hatten. Grey habe ben Wunsch ausgedrückt. Die Marokkofrage in nichtamtlicher Form mit bem Botschafter z u besprechen, da er seit der ersten Te- mardie des Boifchasters nichts mehr von ihm gehört habe. Er fürchte, es könnte ein Zuitand entstehen, wo eine Stellungnahme seinerseits in bcc Marollofrage von ernsterer Bedeutung sein werde, als eine folgende Aussprache im fetzigen Stadium, irr habe von vornherein fernen Zwei-et darüoer getanen, dast bei einer Regelung der Marottofrage .England ui Anoetracht der rebung mit Grey hervorgehc, dast der Minister offenbar angenommen habe, dast wir uns in Marokko festsetzten wollten trotz der ihm bei Eut'cndung des „Panther" nach 'Jlgabu gemachten Mit* tcilung des Botschafters. D i e Tepeiche über bie Unterredung traf am 2 2. Juli i n Berlin ein. Die Antwort darauf ging von hier sofort ab. Ter Botschafter wurde darin beauftragt, dem Minister zu sagen, wir hätten von Aniang an erklärt, uni er Schiff in Agadir idjuye lediglich dortige deutsche Interessen. Ten besonderen Anlaß habe u. a. cm Angriff der Eingeborenen auf eine deutsche Farm gegeben. Bisher sei nichts vorgefallen« was auf eine Aenoerung unserer Absichten schließen ließe. Es ict noch lein Mann an Land gcictzt worden. Daß England Instrutlu-'nen über unsere Abiichten, die offenbar ton uns feindlichen Seiten ausgingen, Glauben zu schenken scheine, bedauerten wir. Wir hätten niemals an die Schaffung eines Kriegshafens an der marokkanischen Küste gedacht und ivürden Niemals daran brufen. Tas seien Halluzinationen, auch hätten wir teine Absicht auf marokkanisches Gebiet. Wir müßten wohl verlangen, baß Frankreich cntWuCir tic Algecirasakte strikte innehalte, oder sich mit uns auscjnander- letze, wenn es fenes nickt tun zu können glaube. Tic Verhandlungen hätten begonnen; beide Teile hätt.n sich streng ne Wahrung d.'s Gehnmnnfes gegenseitig zugeiich.rt 2 ? >'< Verpflichtung hatten wir ernst genommen und nicht einmal unsere Bundesgenoffen informiert Frankreich habe cui anderes Verfahren eingc schlag en, und bedauerlicher Wnse nicht nur die Presse, sondern wie es scheine, auch seine Freunde teilweise mit Nachrichten versehen, die ungenau und unooll- Regierung fie nickt annebmen könne, so liege die Ges nahe, daß die Verhandlungen ohne Ergebnis beendet ivi und damit trete dann wieder die Frage in den Vordergrund: Was tut denn Teutschland in dem aesdilo,lenen Hasen von Agadir und in seinem vintcrlandc? Er müsse Anfragen im Parlament gewärtigen und sei nickt in der Lage, eine auMärende Antwort zu geben. Wenn bie deutsch ranzösiscken Verhanblungen zusammendradien, w aS in A n- b c t r n cd t unserer Forderunge n i« d) I c i di t r r c t g - neu könne, so trete bamit sofort bie Agabirirage, bei der audi englische Interessen involviert seien, in den Vordergrund. Ta her glaube er, baß ber Zeitpunkt gekommen sei, wo auch En glaub in bie deutsch-sranzöiischen Verhanblungen mit hineiiigezogen werben solle. Ter Botschafter habe erwibert, über ben Gang unserer Verhanblungen mit Frankreich fei er im einzelnen nickt unterrichtet. Er könne aber trotzdem nickt zugcden, daß unsere Fviderungcn selbstverständlick, wie der Minister sagte, unannebui ■ ber seien, da nir sie sonst nicht gestellt haben würden. TieS vorausgcsckickt, könne der Botsdiaster ihm seckstverständlidi nur eine pcnönlicke Ansicht entwickeln. Grey stelle den, wenn and) licht osiiziellen Satz aus, daß nun der Zeitpunkt gekommen ci, a trois zu verhandeln, da englische Interessen in Bctracl't amen. Er begründe dieses 'Jlniinncn damit, daß mir eventuell einen flnegdhafcn in Agadir bauen und das Hinterland ab chlicßen konnten. TieS seien Vermutungen, von welchen dem Botschafter nichts bekannt sei. Auf reine Vermutungen begrün', c fick) fein Anspruch. Falls englische Jntereifen b u r d) unter Vorgehen verletzt worden feien, möge bet Minister fie nennen. Ta er hierzu nicht in der L'age sei, wäre c5 wohl richtiger, abzuwarten, biS er nachweifen könne, daß ein englisches Jnleieiie ober Recht in Mitleibenschait gezogen sei. Ter Botschafter wiederholte, es bestehe bei unS nicht die ge- ES sei aber durch den Gang ber Ereignisse ber Zeitpunkt eingetreten, wo wir vor bic Nolivenbigkcit gestellt feien, uns über das Maroklogeschäst mit ben Franzosen zu üerftänbigen. Wenn, wie Greii anu.yau, uiiicrc Iorilutage auf anderem Gebiete für unannehmbar gehalten würben, so zeige bieS nur, baß Frank reich auf bie freie Betätigung seiner international nicht qncdaiinlc.t Ansprüche in Marok'io nicht soviel Wert -u legen jdjeine, als man hätte erwarten können. M a n müsfe bann a u d) ein sremdeö Kriegsschiff in einem marokkanischen Hafen mit in Kauf nehmen. Ein norbafrikanifches Kolo- uialrcieh von ber tripolitaniidien Grenze bis Scnegamuien mit einer Vormachtstellung in Marokko sei keine geringe caci’e. eng lanb fei von Frankreich in Aegypten abgefunben iu o r o c n , was und) leine ocuitge Sau-e iuar, wir aber mit nichts. Wünsche Frankreich, bau wir gleich Englanb, aber immer unter Wahrung der Handeisinteressen in Marotko in ben viutcr- grunb treten, |o müiie cs hierfür ein Aeauivalent bieten, welches k-cni gtüLcii Ziele, vus cs aniireoe, annuyenio gleichwertig fei. Wenn nicht, io würden ro i r unsere unabhängige Stellung in Marokko zu wahren wissen. Ter Mi» Nister scheine großen Wert daraus zu legen, daß wir ein Kriegsschiff nach einem geschlossenen .vakn Bdarokvos tniuiiot - und zwar gerade nad) Agadir, wo iwch im vorigen Herbst das Erscheinen eines franzosisaren lfriegsschifses zu 'Äm ragen u n lerer * icits bei ber französuchen Regierung Veranlassung gegeben habe, hierauf hatte der Botschafter zu bemerken, daß dec franzüiischc Grobcrungszug nach Fez im vorigen Herbst noch nicht cingcleitct gcroeien sei. Er könne dem Minister nicht verhehlen, daß er mit zwei Maßen zu messen scheine, em Maßsür Frankreich ein anderes für Teutschland. Wenn ihm an der Unverletzlidftcit des marokfanischen Gebiets! io viel liege, müsse er sich vor allein und zunächst an Frankreich um Aufklärung wenden. Ter Mini ft er erwiderte, er würdekeineswegS einer Vergrößerung des deutschen Kolonialbesitzes im Herzen von Afrika im Wege stehen. Nur lönne et nicht verhehlen, daß durch die eigentliche Marokkosrag« M englischen Intercncn ernste st in Mitleidenschaft gezogen werben könnten. Er habe daher aufrichtig eine Verständigung zwischen Frankreich und Teuti'astand e^hoftt, nur für ben unerwünschten Fall, baß diese fehl schlüge, habe er schon jeßt klar aus- 1 prechen müssen, daß die Demarche in Agadir zu einer Aussprache zwischen und und England führen würde. Er glaube, daß die Situation an Schärfe verliere, wenn eine Aussprache zwischen un5_ ftattfnibe, ehe vor Agadir neue Tatsachen e.ntratcn, bie eine Stellungnahme Englands zu 5 tb 5 s er 2 2 h " § ar llt fl Der italienisch-tüttüche Krieg. Nachdem berichtet worben ist, baß baS Wetter in Tripolis wicber schön geworben sei, folgen auch schon wieder Melbungen über neue Gefechte. Die Türken scheinen den Mut nocki nicht verloren zu haben; die amtliche italienische Berichterstattung weift von zahlreichen Angriffen des Fein deS zu melden, und man wird stillschweigend ergänzen können, daft die Türken und Araber den Italienern heiß zu schaffen machen: Tripolis, 21. Nov. (Agenzia Stcfani.) Bei To bruk feuerten am 18. November die Batterien c lieaenbe Verschanzung, hinter dcr bi Araber sich anscheinend für einen Nachtangriff sammelten Tie Araber flößen, verfolgt von dem Schrapncllfeucr der Batterien. Noch Abgabe von 44 Schuft wurde das Feuc. eingestellt. Während dcr Nacht kam es zu einem lebhaften Kampfe bei Der na. Der Feind hatte sich unter dem Schuß derTunkelheitgenähert, wurde aber durch sehr lebhaftes Gewehr- und Mitrailleuscnfeuer sowie durch die bis zu einer Redoutc vorgebrachtcn Landungs- geschütze »urückgcworfcn. Von B e n g h a s i und h o ni s wurde nichts neues gemeldet. Zur Unterstüßung der Armen in Tripolis lieft General C a n c D a von Anfang an Getreide, Reis, Brot und Kleider verteilen. Für die Verteilung unter den Arabern sorgt ein AuSschuft von Notabcln unter dem Vorsi^ has,un Mascha, für die Verteilung unter ben Israeliten ein Ausschuß unter dem Vorsitz bed Groftrabbiners. Täglich werden ungefähr 5000 Brote verteilt. Bis jetzt find 260 000 Kilogramm Getreide unter die Araber und 6?000 Kilogramm unter die Juden verteilt worden. Sechs große Kes,cl find für die Zubereitung und die Verteilung öoh Reis auigcftcllt. Von 21W Baracken, die hergestellt wurden, sind bereits 500 verteilt. In dcr Stadt wurde der sanitäre unb hygienische Dienst organi.icrt und ein bakieriolog.sa)-cl)emi- schcs Laboratorium eingerichtet. Tie Straßenbeleuchtung, bic Slraßcnreinigung und die Kchrichtabsuhr ist geregelt. ES wurde ein Zivilgericht gebildet, der Nocariatsdicnst und die öffentliche Lrdnung wiedcrhergestellt. Tie bei ber letzten Uebcrschwemlnung schwer befchabig.e Wasserleitung vom Bu- mcliaita ist toieber in Stand gesetzt worben. Gestern morgen 8 Uhr räumten Geniesoldctten ein östliches Schußfeld auf. Ein Leutnant auf Aufklärung entdeckte lagernde Araber. Die Italiener eröffneten daS Feuer und gingen dann mit dem Bajonett vor. Tie Araber flohen und ließen neun Tote zurück. Ter Feind griff um 11 Uhr das zweite Grenadierregiment an der Ostfront an; die Italiener erwiderten mit Gewehr- rind Mttraillcujenfeuer. Ärachmittags erfolgte abermals ein feindlicher 2X n griff. Tas italienische erste Gardcregiment machte einen Gegenangriff in zwei Abteilungen in der Front und der Flanle. Tic Araber mußten sich mit Hiittcrlassung von 20 Toten zurückziehcn. Tie Italiener folgten bis an die feindlichen Schützengräben. Sie hatten feine Verluste. Fünf Flug- fchiffe, die Erlundigungsflüge unternahmen, berichteten, der Feind habe feine Stellung wenig geändert. Die Flieger warfen Bomben und richteten dadurch große Verwirrung an. Auf das Zeichen eines hochgelassenen Trachcnballons bombardierte das Kriegsschiff „Earlo Alberto" das feindliche Zentrum und Henni. Die auswärtige politii im engliichen Unterhaus. Endlich rückt man jetzt in Loiidon offen damit heraus, daß der englisch-franzöiische Vertrag von !Ol>l geheime Klauseln enthielt, die Sir Grey harmlos als „erganzeiidc Bestimmungen" bezeichnete. Jedensalls war die Ausichal- tmig Teut|chlands lein Schritt im Interesse bei Weltfriedens ; London, 21. Nov. Im englischen Unterhaus K Gras Ronaldshay (Unionist), ob. der zwischen nd und Frankreich im Iayre 1904 abgeschlossene Vertrag zwei geheime Klauseln enthielt, denen zufolge einmal Frankreich seine Zustimmung zur Aushebung der Kapitulationen in E g h p t c n g.ben solle, tvami immer Großbritannien mit andern davon berührten Machten in Unterhandlungen treten sollten, ob durch diese Ktatiscl ferner die Zone im 9!orden Maroklos festgelegt werde, die von Laraich nach der atlantischen Küste lause, innerhalb welcher die Aition Frantreichs ähnlichen Be,chränkungcn unterworfen fei, wie sie an der Mittelmeerküste gegenüber Gibraltar in Gültigkeit wären. Ter Minister des Aeußern Grey erwiderte: Ter eng- lisch-franzö|ischen Tellaration von 1904 sind gewisse nicht veröffentlichte Artikel hinzugefügt, sie sind als ergänzende B c ft i m m u n g c n zu ben veröffentlichten Artikeln wichtig und werden fetzt dem Parlament vorgelcgt werden. ^Beifall.) Grey erklärte, indem er eine Anfrage beantwortete: wenn nicht Rußland gestattet wirb, in der laufenden Saison wenigstens öOUUOO Tonnen Zucker nach dem Westen auszu- jühreu, so lünbigt die briti|che Regierung die Absicht an, sich von der Zuckerkonvention und der Zuia^akle 190V zurückziehen zu wollen, und zwar und) dem September im Jahre 1913, dem frühesten Zeitpunrt, wo es zurücklreten tonne. Tie englischen Vertreter der Zuckerkonscrenz, die jetzt Derlagt ist, erhalten eine entsprechende Anweifung. Ur. 275 Erstes Blatt W. Jahrgang Mittwoch, 22. November 19U ZWehenerAnzeiger Fernlvrech-Anschlüße: WM tlernnhoorlltd) für ben für bi« Rcdaklio.i 118, 9 m „ politischen Teil: Anmüt tggSr General-Anzeiger für Gberheffen f"!"^?"r^num!ner Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.'vuch. und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Erpedilion und Druckerei: Schulstrahe 7. ^E.dcir; ^är den dis vormtliags s Uhr. vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 SeschSstssteSe vahnhosstratze 16a. Anzeiqenteil: o. Beck. chauvinistischen Ton der französischen Presse könnten die Verhandlungen nicht gefördert werden. Sollten diese scheitern, so hätten wir doch auf marokkanisches Gebiet keine Absicht. Wir müssen aber dann mit allem Nachdruck und Entschiedenheit von Frankreich die volle Ausführung der Algecirasakte nach Wortlaut und Geist verlangen. Als Großmacht könnten wir uns nicht von Frankreich entgegen geschriebenen Verträgen in unseren Rech.en kränken lassen. Wir hofften aber noch immer, daß eine freundschaftliche Aussprache ä deux verhindern werde, daß es soweit komme. Wir rechneten auf die Unterstützung der anderen Mächte, speziell Englands, wenn die Franzosen eine Verständigung auf den von vns vorgeschlagenen Grundlagen nicht wollten, und wir in Marokko die Wiederherstellung des Status quo ante verlangten. Ter Staatssekretär stellte fest, daß die in einem Teil der deutschen Presse aufgestellte Behauptung, die deutsche Regierung habe der englischen auf eine Anfrage 14 T a g e keine Antwort geschrieben, hinfällig sei. Als die Antwort an den deutschen Botschafter auf die von Grey angeregten Fragen abgegangen war, sei in Berlin der Wortlaut der Rede bekannt geworden, die Lord George in Mansion House am Abend des 21. Juli, also gerade am Tage der Unterredung zwischendemBotschafterunddemenglischenMini- ft er des Auswärtigen gehalten hatte. Am 24. Juli sei der Botschafter in London beauftragt worden, darauf hinzuweisen, daß in einem großen Teil der englischen Presse und in der gesamten französischen Presse die soeben im Wortlaut bekannt gewordene Rede des englischen Schatzkanzlers Anlaß zu heftigen Angriffen aus Deutschland gegeben habe, könne dahingestellt b'cibcn, wie weit diese Wirkung von dem englischen Minister beabsichtigt gewesen sei. Sollte die englische Regierung die Absicht haben, die politische Lage zu verwickeln und zu verwirren und einer gewaltsamen Entladung entgegenzuführen, so hätte sie allerdings kein besseres Mittel wählen können als die Rede des Schatzkanzlers. Daraufhin habe der Botschafter gemeldet, Sir Edward Grey habe zwar zugesagt, die Mitteilungen über die Absichten Deutschlands, ein Gäiet in Marokko zu erwerben, parlamentarisch nicht zu verwenden, aber bemerkt, er habe dann auch kein Mittel, hinsichtlich dieser angeblichen Absichten auf Agadir die öffentliche Beunruhigung zu beschwichtigen. 'Tie Rede des Schatzkanzlers habe der Minister als maßvoll verteidigt, und behauptet, es sei durchaus richtig gewesen, daß sie gehalten wurde. Sie enthielt keine Drohung gegen Deutschland. Der Botschafter habe dann den Minister erneut auf die Tatsache hingewiesen, daß die englisch-französische Presse die Rede des Schatzkanzlers als eine Drohung gegen Deutschland hinstellte. Der Minister habe hervorgehoben, daß Deutschlands eventuelle Absicht, die Wiederherstellung des Statusguo ante allein vorzunehmen, geeignet sei, der MarokLofrage noch eine ernstere Bedeutung zu geben. Der Botschafter habe daraufhin betont, drohende Warnungen würden Deutschland nur zum Festhalten an seinem Recht ermuntern. Später sei dann die bekannte Reutermeldung veröffentlicht wvrden. Aus Hessen. Die amtlichen Stichwahlergebniffe. Die „Darmst. Ztg." veröffentlicht die amtlichen Stich- ^oahlzahlen: Darmstadt: Henrich, Staatsschuldenbuchsührer, (Fortschritt!. Volkspartei) 6896, Knoblauch, Redakteur, (Soz.) 4391 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 11419; ungültig 132 Stimmen. Henrich ist gewählt. — Starkenburg 3, Höchst i. Odenw.: Fleckenstein, Straßen- meister in Höchst, (christl.-soz.) 1925, Hartmann, Landw. in Mühlhausen bei Neustadt, (Soz.) 2090 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 4015. Hartmann ist gewählt. — Starkenburg 11, Bensheim-Zwingenberg: Auler, Fabrikant, (natl.) 2553, Neumann, Krankenkassenbeamter in Offenbach, (Soz.) 2550 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 5103. Gewählt ist Auler. — Starkenburg 12, Gernsheim-Pfungstadt: Friedrich, Landwirt in Groß-Rohrheim, (Bund der Landlos 3359, Raab, Parteisekretär in Pfungstadt, (Soz.) 2933 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 6292. Gewählt ist Friedrich. — Rheinhessen 3, Wöll- stein: Schott, Bürgermeister in Uffhofen, (natl.) 2056, Eibach, Bürgermeister in Pfasfenschwaoenheim, (Fortfchr. Volkspartei) 2048; ungültig 20 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 4124. Schott ist gewählt. — Oberhessen 13, Büdingen: Bähr, Landwirt in Rohrbach, (Bauernbund) 2053, Schaub-Büdesheim (Soz.) 1843; ungültig 22 Stimmen. Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 3918. Gewählt ist Bähr. Ueber die übrigen Wahlbezirke sind die amtlichen Zahlen noch nicht veröffentlicht. Bestbewährto 70% Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Durch die Elektrizitätswerke und InntallaUons- ffi geschälte zu beziehen. Auergeselischaft, Berlin 0.17 Ausland. Die belgische Kammer begann am Dienstag nachmittag die Beratung der von der sozialistischen Kammer- fraktion eingebrachten Anträge über die Frage der Landesverteidigung. Kriegsminister General Helle baut erklärte, man habe durch eine übertriebene Pressekampagne in den letzten Monaten das Land beunruhigt. Alle Vorbedingungen seien getroffen, um im Ernstfälle die Armee rn fünf bis sechs Tagen zu mobilisieren. Das Mllitär- gesetz von 1909 hätte sich bis jetzt in seiner vollen Konsequenz noch nicht zeigen können, dennoch habe der Effektivbestanb im Etatssahre 1910/11 42 850 Mann betragen gegen 36 000 Mann im Jahre 1908. Nach seiner Ansicht mü^te die Frie- denzpräsenz auf 44 500 Mann gebracht werden. hessische Landwirtschajtskamnier. R. B. Darmstadt, 21. Nov. hessische Landwirtschaftskammer setzte heute früh schon um 9 Uhr ihre Beratungen fort, die Präsident Haas mit dem Ausdruck der Hoffnung eröffnete, daß die geizige gründliche Aussprache über die Maul- und Klauenseuche einen guten Erfolg zeitigen möge. Die Versammlung wählte zunächst als Mitglied des Ausschusses für den Grunderwerb nach § 53 der Satzung das Voritands- mitglied Hensel-Dortelweil. Nach dem neuen Wahlgesetz hat die Landwirtschaftskammer für die vom Großherzog erfolgende Berufung eines Vertreters der Landwirtschaft in die 1. Kammer drei Kandidaten zu präsentieren. Es wurde einstimmig beschlossen, dafür die Herren Präsident Geh. Negierungsrat Haas, Bürgermeister Nü mer -Erbesbüdesheim und Oekonomierat H off- mann-Hosgüll in Vorschlag zu bringen. Darauf trat die Ver- lammlung m die Beratung der Revision der Satzung ein über die der puristische Beirat Dr. Braun berichtete. Er wies m seiner Emlellung darauf hin, daß sich die Revision als not- r? ^101^ en habe unb bie jetzige Fassung einen besseren Ueberblick über die Organisation gewähre, daß aber im all- gemetnen keine wesentlichen Aenderungen erfolgt seien. In der zunächst abgehaltenen allgemeinen Besprechung bemerkte Abg. Korell, daß er eine bessere Berückftchtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse bei der Einteilung der einzelnen Wahlkreise gewünscht hätte, namentlich für Oberhessen. Landwirt Hensel-Dortelweil betonte, daß fich gerade in Oberhessen die wirtschaftlichen Verhältnisse fortwährend änderten; er bitte deshalb, an der jetzt vorgeschlagenen Einteilung nichts zu ändern. Ministerialrat H ö l z i n g e r drückt sein Bedauern darüber aus, daß die von der landwirtschaftlichen Abteilung des Ministeriums gemachten Abänderungsvorschläge nur zum Teil berücksichtigt worden seien. Ob die Regierung die Satzung in der jetzt vorgeschlagenen Fassung genehmigen werde, könne er noch nicht zusichern, da die Frist zur Prüfung für die Ausschußabänderungen zu kurz gewesen sei. — Nachdem Abg. Korell noch darauf hingewieien hat, daß auch die Regierung bezüglich der Wahlkreiseinteilung in Oberhessen nicht mit den Abänderungen des Vorstandes einverstanden sei, wird in die Einzelberatung eingetreten. Heber § 1 entspann sich eine längere Aussprache. Im Entwurf war bestimmt, daß die Landwirte in Hessen einen Berufsverband bilden und daß die Interessen dieses Verbandes von den Landwirtschaftskammern vertreten werden. Ter Vorstand wollte dagegen statt Landwirt „die Verbandsangehörigen" gesetzt wissen. Es wurde nach längerer Besprechung die Fassung genehmigt, daß die Landwirte usw. einen Berufsoerband bilden. Bei § 4, der die Feststellung der Wahlbezirke betrifft, wurde eine Fassung angenommen, daß die „Kammer ermächtigt" wird, das Ministerium um Durchführung der Wahlen zu ersuchen, anstatt, wie es der Vorstand beantragte, es dem Vorstand der Kammer „überlassen bleibt", zu ersuchen usw. Bei einer Reihe der folgenden Paragraphen wurden nach umständlicher Besprechung zumeist die Anttäge des Vorstandes genehmigt. Sehr eingehend wurde u. a. über § 105 gesprochen, der die Auslagevergütung bestimmt. Bisher waren 9 Mark Tagegeld, 3 Mk. Uebernach- tungsgebühr, 6 Pfg. für den Kilometer Eisenbahnfahrt und 60 Pfg. für den Kilometer Landweg für Mitglieder der Kammer, 5 Mk. für Provinzmlausschu,,- uno 3 Ml. Ur ^e'irlsauchcyußmitgliedcr festgesetzt. Der Vorstand beantragte, als Vergütung 5 Pfg. und 30 Pfg. für den Kilometer festzusetzen. Ministerialrat H ö l - zinger ermahnte namentlich verschiedenen weitergehenden Anträgen gegenüber, angesichts der hohen Verwaltungskosten größtmöglichste Sparsamkeit walten zu lassen und Diäten und Unkosten mehr den Bestimmungen für die Staatsbeamten zu beschließen. Gegenüber dem Antrag Krafft, nur die Fahrkosten 3. Klasse zu vergüten, betonten die Abgg. Breidenbach, Bähr u. a. die Notwendig,.ll, b,e Vergütung Ur die zweite Klam beizubehalten und sich nicht den Beamten gegenüber zurücksetzen zu lassen. Der Antrag wurde gegen 8 Stimmen abgelehnt, bie Vorschläge des Vorstandes angenommen, ebenso der Rest der Satzung. Da es inzwischen schon VZ3 Uhr geworden war, nahm die Versammlung die gleichfalls vom Vorstand mit zahlreichen Abänderungen versehens Wahlordnung im ganzen an und vertagte sich darauf. Nachmittags 4 Uhr fand dann noch eine weitere kurze Sitzung statt, in der noch die Wahlkreiseinteilung beraten und genehmigt wurde. Alsdann vertagte sich die Kammer mit Dankesworten des Präsidenten Haas. Aus Stadt und Land. Gies; en, 22. November 1911. ** Tageskalender für Mittwoch, 22. Nov. Stadt- t b e a ter: yiacijmiuug o*/, Uhr: ,EharteyS Tante"; abends 7*/3 Uhr: „P otnische Wirtschaft". R e t i g i o n s w i s s e n s ch. Vorträge. Prof. E ck: Tie Persönlichkeit Gottes. Abends Bxj4 Uhr in der neuen Universitätsaula. * ** Hilfe für Blumenau. Während cs in Lusern alteingesessenes Deuischtum zu erhalten gilt, handelt es sich bei Blumenau in Brasilien darum, au।blühendes deutsches Volkstum zu unterstützen. Die Kolonie Blumenau in Südorasilien, etwa halb so groß wie das Königreich Württemberg, wurde 1850 von Dr. Blumenau aus Rudolfstodt begründet und 1859/60 von der brasilianischen Regierung angebauft. Sie zählt letzt ungefähr 50 000 Einwohner, Darunter 36 000 Deutscl-e, vorwiegend Ackerbauer und Handwerker. Wenn, wie es häufig geschieht, den Nordamerikanern namentlich von englischer Scite aus suggeriert wirb, bie deutsche, in dieser Beziehung doch wirklich gänznch harmlose Regierung, habe Absichten auf Südamerika, und suche bie Aäonroedoktrili zu verletzen, so gründen .sich diese Verdächtigungen in erster Linie auf das Aufollihen Blumenaus. In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober brach üoer bie Süolonie eine ungeheuere Ueberichwemmung herein, bie hauptsächlich bie deutschen Kolonisten in schwerster Weise traf. Viele Häuser sind emgestürzt, Werkzeuge unb Vieh würben fortgeschwemmt; bie Ernte ist vernichtet, die Aecker sinb verwüstet. In der Hauptstadt Blumenau standen die meisten Häuser bis zum Dach unter Wasier; bie Flut war im Zeitraum von 48 Stunden auf 16,5 Meier über den normalen Stand gestiegen. An eine Rettung der Gegnstänbe war unter diesen. Unniunoen nicht zu benfen, unb was bu» Wasser verschont hat, hat der Schlamm verdorben. Hu.se tut hier dringend not; die hiesige Ortsgruppe des All- deullchen Verbandes wendet sich mit der Bitte um regen Besuch des zu Gunsten der Blumenauer unb der Lu.erncr veranstalteten GrammophonLonzertes unb in einem Ausruf (vgl. den Anzeigenteil) auch an Gierens Bevölkerung um Hilfe. ** In dem Hessischen Verein für L u f t s ch i f f a hr t Ortsgruppe Gießen, bi eit am Montag den 20. November Herr Dr. Karl Stuchtey aus Marburg, ein bekannter Ballonführer, eitzen fesselnden Vortrag über den Freiballon. In weiten Kreisen ist bie Ansicht verbreitet, ber Freiballon habe burch bie Entwickelung der Kraftballone unb Flugapparate seine Daseinsberechtigung verloren unb werbe in nicht zu ferner Zeit seinen mit Motoren versehenen Rivalen weichen müssen. Diese Ansicht ist burchaus irrig; denn zwei Momente sind es vor allem, bie eine Verdrängung des Freiballons verhindern werden, bas wissenschaftliche unb ethische Moment. Nur im Freiballon sinb ausgedehnte wisienschafttiche Beobachtungen möglich. Ter Kraftballon erhebt sich in ber Regel nur wenige hundert Meter über bie Erbe; Höhen von 1500 Meter können schon als bie Maximalhöhe gelten, die ein Motorballon gefahrlos zu erreichen vermag. Der gewaltige Gasverlust dieser Schisse setzt hier ihrer Steighöhe eine unüberwindbare Grenze. Der_ Freiballon dagegen kann ohne Gefahr bie größten Höhen, selbst bis 10 Kilometer, aufsuchen, wenn seine Insassen mit Sauerstofiinhalatoren versehen sind. Ihm ist es daher allein möglich, das Reich der Wolken und der Niederschläge zu erforschen. Tie für den Wärmehaushalt der Erde überaus wichtigen Beobachtungen über Intensität der Sonnenstrahlung und die A l b e b e n der Erde und ber Wolken können nur in größeren Höhen angestellt werben. Desgleichen kann man nur im Freiballon, ber jeder horizontalen unb vertikalen Bewegung ber Lust folgt, bie Trisierscheinnngen in Hoch- und Tiefdruckgebieten studieren, wie auch bie für bie Molorluftschisfahrt unb Flugapparate so gefährlichen Vertikalströme. Dem Freiballon ist in ber wissen- fchas.licyen Erforschung ber Atmosphäre noch eine große Zu- lunft beschieden. Und nun erst das ethische Moment des preiballonsporls. In unserem nervösen, unruhevollen Kulturleben macht auf den Menschen nichts einen gewaltigeren und erhebenderen Eindruck, als jm Freiballon hoch im Reiche ber -bollen über bie Lande zu schweben, frei von allen kleinlichen Egen des Berufslebens. Nich.s stört die erhabene Ruhe des vom Winde getragenen Luftschiffes, iveder die tief unter ihm liegende Erde, noch bie Strömung des Windes, mag sie auch mit ber Geschwindigkeit eines Sturmes dahinfließen. Ob untt- uns im Sonnenglanze liebliche Landschaften vorbeieilen, oder ein Wolkenmeer unter uns wogt und brandet, es sind die gleichen paradiesischen Genüsse. Gerade die absolute Ruhe, mit der wir im Freiballon durch das Lnftmeer segeln, wirkt so unendlich erquickend auf uns Kulturmenschen. Ganz anders eine Fahrt im Kraftballon; das Getöse ber Luftschrauben erschüttert das Schift und ermöglicht kaum eine Unterhaltung, ein schneidender Luftzug weht uns entgegen unb Benzingerüche erfüllen bie Atmosphäre. Nur in geringe Höhen werben wir getragen unb das Reich ber Wolken bleibt uns verschlossen. — An der Hand zahlreicher, vorzüglicher Landschafts- unb Wolkenphotographien schilderte der Redner den Verlauf einer Ballonfahrt, von Beginn der Füllung bis zur Landung. Auch Gießen wurde aus der Vogelperspllsive vvrgerührt. Durch den Taunus, über den Mein unb die herrlichen Moseltäler zurück nach der Eifel und dem Westerwald führte die Fahrt, die der Vortragende mit Lichtbildern veranstaltete. Lebhafter Beifall wurde dem Redner für feine fesselnden Ausführungen. ** Der Nadklub „Germania* Gießen feierte am Samstag in ber Turnballe sein Winterfest, das sehr gut besucht war. Nach erfolgter Begrüßung der Gäste durch dv 1. Vorsitzenden, Herrn Nödiger, brachte bie Festfolge ein einaktiges Tbeaterstück, bas sebr flott gespielt würbe und reichen Beifall fand. Ganz besonbers gut gefielen auch bie bumoristischen Aufführungen, so baß sich bie Vortragenden zu mehreren Zugaben verstehen mußten. Ten Glanzpunkt deS Abends bot bas Auftreten ber beiben Kunstfahrer völberle unb Meurer-Wetzlar, bie die Zuschauer mit ihren vorzüglichen Leistungen und mit der Sicherheit upd Eleganz, mit der sie dieselben auSführten, in Spannubg hielten. Reicher Beifall war der Lohn für ihre Mühe. Ferner wurden ihnen von dem Verein zwei silberne Becher überreicht. Ter darauf folgende Ball, der mit einer Fahnenpolonaise eröffnet wurde, hielt die Teilnehmer bis zur frühen Morgenstunde zusamuien. ** Allg. Staats-Eisenb abn » Verein zu Gießen. Am 2. Dezember findet oas erste Winterfest des hiesigen Allgem. Staats-Eisenbahn-Vereins in Steins Garten statt. Es wird mit der Feier des Geburtstages unseres Großherzogs verbunden. Das Konzert wird von der hiesigen Regiments-Kapelle ausgeführt. Dazwischen werden Gesangsvortrage und humoristftche Szenen die Gäste unterhalten, während ein Ball die Festlichkeit abschließen wird. *• Von ber Heilsarmee wird uns geschrieben: Am kommenden Dienstag wird die Heilsarmee im Saale des Hotels Einhorn eine Versammlung abhalten. Bei den llaatlicherseits anerkannten sehr guten Bestrebungen auf bem Gebiete der Nächstenliebe ist der Heilsarmee für ihre Ver- anstaltiing ein ausverkauftes HauS zu wünschen, so daß der Reinertrag, der nur den Aermsten zu gute kommt, möglichst hoch wird. Em guter Besuch sieht auch zu erwarten, weil 9iestauratiousbetrieb nicht stattfindet und daS Eintrittsgeld sehr gering bemessen ist. Landkreis Gießen. d. Wieseck, 21. Roo. Donnerstag, 23. b. Mts, abends 8 Uhr, findet Gemeinderatssitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beratung über den Voranschlag für bas Jahr 1912. 2. Vorlage des Voranschlages betreff des Baues der Wasserleitung von der Grabenstraße auf die Marburger Straße. 3. Vorlage des Vertrages über den Bau und die Lieferung von Wasser durch die Gemeinde und den Bewohnern der Marburger Straße. — Watzenborn, 21. Nov. In unserem Ort bricht sich allmählich die Erkenntnis Bahn, wie sehr eS für einen jungen Menschen von großem Stutzen ist, wenn er in der Zeit von feiner Schulentlassung bis zum sJJiihtärbienft einem Turnverein augehört unb regelmäßig die Turnstunden besucht. Das bestätigen auch Leute, die zurzeit ihrer Militär- psticht genügen. Unser Turnverein, ber dem Turnerbund Lahn-Dünsberg angehört, sucht möglichst mit anderen hiesigen Vereinen im besten Einvernehmen zu wirken. Auf Weihnachten veranstaltet et eine Feier, verbunden mit Gabenverlosung. ? AIkendorf a. b. Lahn, 22. Nov. Heute war hier über die jetzt fertiggestellte Wasserleitung große Freude. Nachbem nochmals alles durch Herrn Friedel von der Kulturinspektion geprüft worden war, konnte die Leitung heute zum ersten Male m Gebrauch genommen werden. Die Quellen sind oberhalb des Torfes, wo das Waffer in einem Behälter gesammelt und von da aus in einen vor zwei Jahren auS- geführten Brunnen im unteren Dorfe geleitet wird. Von hier aus wird das Waffer durch zwei Motore in den Hochbehälter gepumpt. Nachdem anfangs eine Anzahl der Bewohner sich geiueigert hatte, ihre Hofreiten ber Leitung anschließen zu lassen, hat schließlich sich doch nicht em einziger der Bequemlichkeit verschloffen. Die Kosten ber Wasserleitung belaufen sich auf rund 60 000 Pik. /X Holzheim, 21. Nov. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten hier die Eheleute Gg. Hch. Reuhl V. Das Ehepaar erhielt vom Großherzog besten Bild, vom Ober* konsistorium ein Neues Testament und vom Kirchenvorstand eine Bibel. Landwirt Reuhl ist Mitglied des Kuchen- vorstandes. Kreis Büdingen. s. Tübingen, 21. Nov. Unser Städtchen prangte gestern anläßlich der Hochzeit der Prinzessin Anna zu y ) enburg und Büdingen mit dem Grafen und Edlen Herrn Ernst zu Lippe-Weißenfeld in reichem Fahnenschmuck. Bereits am Montag abend brachten die Bü- dinger Vereine einen Fackelzua dar, bei dem Bürgermeister Fendt dem Paare die herzlichsten Glückwünsche darbrachte. Der Bräutigam dankte in schneidiger Rede und der Für,! bereitete den Vereinen einige gemütliche Stunden bei freiem Bier und Zigarren. Am Dienstag beförderten die Wagen und Autos die Gäste nach dem Schloß, wo schon am Tage vorher viele Herrschaften angekommen waren. Auch viele Schaulustige aus der ganzen Umgegend waren gekommen, um sich bie Feier anzusehen. Die einzelnen Vereine bildeten um 2 Uhr vom Schlosse nach der Kirche Spalier und um i/23 Uhr bewegte sich der Hochzeitszug nach der Kirche. Nach erfolgter Trauung ging der stattliche §ug wie er gekommen, nach dem Schlosse zurück, wo ein Diner ftattsand. Um y47 Uhr erfolgte die Abfahrt des neuvermählten Paaren 1». U|; et ffird Sixiii wN LDldorf b S Alinbr-ch,^ Lt zu :.6 fln r Schliß' 21 i°bg-Men dtr n'hr-ge Sch Mnitten. 3un Je fielen 'M zu- ;im SchM^d 8 q Iad-Naul IL'in diesem M M rasch vorwc yipäbieöirmaCt »^arbeiten des »iiierbahnhos |Lj3üben. Güter IM bie Firma Sb II tatbeiten für de | ^nördlich des feil | M aus drei Fl | hjjitma Reuß l ||Ä sind dem V |Abbruch und liind das Portal |mng nach dem < |-ilieg nach den 5 hjt Die Firma T Ln begonnen. $ ||:b der ganze $ | I ches Licht. I Groß - 6 llasserwerk für l li Angriff genonm Iprben, Niedert I 'iodelroeil, die eli |i Morgen. Die C Miiptleitnng wir! ■IS'I, Kilometer lai UJnhalt meiden ei Sti I w. larmfta I' GöerM ber 16 5 | wine iabrenbe fflangi | Rum hierbei ju fall 1linfe Bein oberhi ■'Ne Bein schwer be ||' das städtische mitt jffeneB Neue trotze Hel lohnen, k do. q ®e(bc tzr. ?lucksfall ereigne! Inn« 6 Mann wurde infolg -Kinder- mehl Dilidalkssn fiDloniulmnnn fiotifttntn • Wrinr • Am Zentrale: Zranksutt a. M. 70 Zilialen 26, Telephon 186 Cliessen do. BortreffliAfä fiompott, 1-W.-W 45 Psg. Flnfi- und Seefische 6726 djmjhum C.ualität bei | L,Scr.t«rn»~] »nh M Sanitns-Brot* v*u l^ufeK® 7ucK’ Mirabellen 2 Md.-Tote 72, 82 Psg. Reineclauden, 2-Bfd-Dose 90 Psg. Birnen, weih, 2-Psd.-Dote 75 Pkg. B«O- eed TM- hurüM ul »» TbUkrri Krankenkost. Gegen aufgesprungene rote HaatI Ein schwerer Grubenunglück bei Nordhausen. Ein schweres örubemmglücf, das seither elf Men chenleb en. geforbert Hut, ereignete sich in dem fiskalischer Kaliwerk Llein-Bedungen bei Nordhausen durch ein Explosion hei SprengmigSarbeiten. Dir erhielten folgend. Meldungen: Hervorragend bewahrte Nahrung. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. t rstag, 23. d. Mil. Ssitzung nül folgen- lung über btn '-Bor . Lor/age bei H!oi- Verleitung von if rhe. 3. Vorlage bi mm Baffer Mr c Marburger M-' n unserem Ort buri wie sehr el str me» l ist, wenn er tt ■ im 'Jliilitärbienfi eines] lig ble Turnstunden b» zurzeit ihrer Mw der bem Turnerdu! Hst mit anderen h>eW wirten. Auf Wei! verbunben imt Eacs Umtlicher Wetterbericht. 'JVettcraii8nrfiten in besten ntn Donnerstag, den LS.November 1011 • Trüb, Irtdnc Negeulälle, fühl. Schneebericht des SchiklubS Winterlvort. F e l d b e r g im TaunuS: Schneehöhe 10 cm. Schibahn gut. Dr. Bergmann"» 6233 Nerven Tropfen .,Bonal‘4(et6t Baldri andeitillatt lind. Kopfschmerz, Lchlaslongkett, Aufregung ä 1.—. Ctto Schaaf. GerichtssaaU DasUrteilirnProzeßgegenbieNieder- deutsche Bank. Dortmund, 21. Nov. Die Strafkammer verurteilte nach 17tzgigcr Verhandlung den früheren Inhaber der Niederd^ttschen Bank «Ohm wegen Vergehens gegen das Depotges^tz, Urkundenfälschung und Untreue zu acht Monaten.Gefängnis und 2100 Mark Geldstrafe, die Prokuristen Schmitt und Benner wegen Beihilfe zu vier D^onaten bezw. einem Monat Gefängnis; diesen beiden wurden die Strafen durch die Untersuchungshaft als yerbüßt erachtet. «Ich unö Lekfische kauten 2ie in anerkanut bester Letzte 2Iacbricbtcn. Die ©tmembttahwoblen in München. München, 22. Nov. Bei den GemeinderatS- ivahlen wurden gewählt 8 Sozialdemokraten, 6 Liberale, 5 Zentrumsleute, 1 Kandidat des HauStrefigervereinI und kein Christlichsozialer. von Aerzien und Gelehrten warm emptohlen. 6872 Reformhaus, Äreuzplatz 5- ff Fe«™ DI® okbtfettende W Haatcremc I Komiiella ^'36 Pst. ,ra la- 45 Psg. llg. iV- - <40 Psg. Reine 1 LV Psg BL an. Bimbeerslräuehe Boriährige starke Triebe 100 »inet 9 Mark. 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Aei bi- Beslrebungen auf ber lärmte für ihre Ln- wünschen, so daß br gute kommt, möglich!: ich zu erwarten, ror. und baS EintrittSzkl! Jungt Sdinittboönen do. prima 40 Pfg., 3 Hanne Vrechdobnen 10j aungc Wachsbobncn 48 (Ocmüie Erbten L-Pfd.-DÜ Iungc Erbten 4S Pfa. 4 do- mittels. 60, feine 90, re Lpinat, feinster, vasüert. ■ Stangeotvargcl von 120 Lchnittlvargel von 85 Pf Neue Preiselbe Kleine 3ügcsd>ronit. InDildungen ist der GeschäflSfüürer der ^eMralgenossLW- chail zum Bezug landwirtsäiastlicher BcdarsSartlkel, Kähler, nach U n l e r ' ch t a g u n g von 24 000 Mark flüchtig geworden. Tie Genossenschaft soll angeblich keinen Schaden erleiden, da die Verwandten .stöhlerS einspringen wollen. Die Ruhr uno die Wupper führen stark vochwasscr. Der Mnbcr des Stangenschen Reisebureaus, Karl Friedrich Stangen, ist in Groß-Lichtersclde int Alt« von 79 Jahren gestorben Aut der Chauisec zwischen Bräp und Dürrlettel (Kreit Meserib) wurde der Landwirt Böhle, der mit seinem Fahrrad einen unbeleuchteten Wagen an fuhr, von dessen Insassen durch M e s s e r st c ch c derartig zugcrichtcl, daß er bald daraus starb. tiiftfdiiffobrt. Friedrichshafen, 21 Nov. Tas in den Besid der 'ieiche MOitar-Bcrwaltung ubergegauacne Luftschiff ,L- 3- 9" hat heute vormittag > .10 Uhr nach seiner Berlangeruny )ie «ste Probefahrt angetrcicn, an der Mifor Neumann mb Hauptmann Schoos als Kommissare teil nahm en. Xrrtlicb empfohlen il» Bestes xur Haut- und Schönheitspflege! Zar Erhaltung eines jugendlichen, reinen Teints gegen aufgesprungene rote Hunde und alle Hautunreinheitea. Tube 60 u. 100 PL Zu haben in der Viktoria-Drogerie Wllh. Schrader und In den Apotheken. hvM/u Nordhauscn, 21. Nov. 2luf dem im Abbau bc finblichen Schacht des fiskalischen Kaliwerkes Klein-Bedun- vrn hat sich heute ein schwerer Unglücksfall ereignet Ein« Drittelmannschast in Stärke von 16 Mann wurde infolg eines plötzlich losgegangenen SprengfchuffeS durch herab fallendes Gestein verschüttet. 11 Mann wurden getötet, einer schwer verletzt, vier konnter. Nov. Heut« a« v | eitung grobe V* I -rn Friebel öon x 1 konnte bir Lestung^ n werben. Die - U affet in einem. | vor zwei I leintet wird. J ' ti -s! ■SÄ* nb voni^ l jDlitgUeö Lhintfische Srcuclta cn. Peking, 21. Nov. (Reutermcldung) Schwedische Missionare, die gestern abend in Tientsin eintrafe», .»ertchten, daß in Siansuschul die Vorsteherin Beckmann und fünf Kinder von Ausländern e r m o rb et .vorden seien, ebenso ein in chinesisclrcm Postdienst lehender Deutscher und viele chinesische Mad- j) c n Viele Ausländer verließen auf den Rat der Konsuln Tschungkina. _ ,, , , Peking, 21. Nov Ausländische Miiswnare brachten die Nachricht hierher, bei dem Gemetzel in Hsianju (Vrovinz Schenji) Ende Oktober seien eine Anzahl Weiße ermordet worden ES sind schleunige Ermittelungen ein* geleitet worden, um den Tatbestand festzupellen. €. G. Kleinhenn Babnbosstr. 59 Telefon 66 ZM" Grove Sendung etngetronen. UM- Preise billiflft "MR 09332 Arische Sied-Eier 10 2t. 88 Pfg., fetnrte Trinkeier 10 Sl 96 Psg. iKalkeier führe ich keinei emf. W- Ullrich, Lchloggaüe 7. Gardinen weist n. creme Stückwaren, febr billig. l®10 Louis Hammel, Polsterer n. Dekorateur. W-st-Anlage 10. Brat-Schellfische ™ 19 • Kabliau S 22 lebend geborgen werden. Nordhausen, 21. Nov Von dem heutigen llnglüc auf dem Kalibergwerk Klein-Bcdungcn wird fol genbe Darstellung gcaeben: ^eute früh 6 Uhr fuhr bei Steiger Ionisch mit 15 Mann in ben Schacht ein und Icgti etwa 20 bis äo drei Meter tiefe Bohrlöcher auf der Schacht sohle an, die mit Dynamit geladen und durch elektrisch An zündukig zur Explosion gebracht werden sollten Um 9 Ulp waren die Arbeiten soweit gefördert, daß mit den Vorberei tungen zum Sprengen begonnen werden konnte. Da dic im Schacht befindliche Heine elektrische Lampe, die betr Steiger burch ihr Glühen anzeiate, daß die Leitung im Gange ist, nicht brannte, nahm der Steiger an, er hättt die Leitung selbst abgestellt und schaltete die Zünder bei Spreugschüise ein. Als er einem Bergmann den Auftrag gab, Starkstrom zu befehlen und diesen einschaltete, erfolgte die Explosion. Die Wirkung war furchtbar Durch die Explosion wurden die Bergleute, die zwischen den Bohrlöchern standen, buch st üblich in Stüde gc- rissen. Nur einer wurde lebend, aber in schwer verletztem Zustande zutage gebracht, so baß er in anderthalb Stunbcu ft a r b. Tie Nachricht von dem Unglück ver breitete sich mit Blitzesschnelle in der Umgegend, und die Anaehöngen der Bergleute sammelten sich vor dem Ver- wallungsgebäube. Die zu Tage geförberten Ucberrcftc ber toten Bergleute wiesen entsetzliche Verstümmelungen auf Die Bergbehörbc und die Staatsanwaltschaft hatten sofort eine Untersuchung verfügt, aber ben Betrieb am Nachmittag wieder freigegeben. Tie Namen ber bei ber Explosion im Kaliwerk Klein- Bebungen Umgekommenen finb': Führer Janisch, Steiger Bock, Führer Habermann, sämtlich aus Bleicherode, Mer 1 düngen, Häuer 2 di u i ; c Stöckey, Steiger König-Kreya, Lehrhäuer Kalm-Klein- Bebungen, Lehrhäuer T r o st-Bleicherobe, bie Scklepper Karl unb August A s e r h e l b - Schliebungen, Schlepper Hilpert- Schliedungeu. der neuen Heimat in Dresden. Im Schloß fand von ^Uhr ab Tanz bis zum soupor um 9Uhr unb um 10 Uhr wieder Tanz statt. ... X Nidda, 21. Nov. Heute haben roir hier wieder cn Stück AU-Nidda zu Grade getragen: den Hoi- shieferdecker AßmuS. Geboren 1827, hatte er ein Sliter ton 84 Jahren erreicht. Er war sehr tüchtig in fernem Be- (if,, den er bie vor zehn Jahren auSübte. ?U8 er seinerzeit b:, Dachdeckerarbeiten auf Hof KonradSdors, dem Liebling», o.stnthalt Grohherzoge Ludwigs I1L, anSsührte, wurde er .im Hoffchieferdecker ernannt. An Schickfalrn fehlte ed ihm n d)t; er stürzte in Ausübung feine« Berufes zweimal ab, f nnial von der Kirche zu Lißberg, das andere Tlol von der ftuebe zu Kroidorf bei Gießen. Das erste Mal trug er nur , nfn Armbruch davon, das letzte Dial hatte ber Sturz eine Engere Krankheit zur Folge. Sonst war er nie krank; er rntb an Altersschwäche. Er hatte 7 Kinder und 19 Enkel. Kreis Lauterbach. 4- Schlitz, 21. Nov. Auf ber am Sonntag in Als- (elb abgehobenen oberhessischen GeslügelauSstellung der rührige Schlitzerlänber Geflügelzuchtoerein vorzüglich ^schnitten. Fünf Ehrenpreise unb zahlreiche onbere Breite fielen ihm zu. TaS Ergebnis ist em Beweis batür, im Echtitzerlanb bie Geflügelzucht auf ber Höhe steht. Kreis Friedberg. L. Bad-Nauheim, 21. Nov. Bei der guten Witte- ting in diesem Jahre ist der Umbau unseres Bahn- toses rasch vorwärts geschritten. Im Juni 1910 wurde ,rch bie Firma Otto Konrad von Berlin mit den Erweite- eungSarbetten des Bahnkörpers begonnen; heute ist der | il t e r b a 1) n I) o f soweit hergestellt Er erstreckt sich weil -lich Süden. Güterl-atle und Abfertigungsgebäude wurden )2rch die Firma Reuß-Friedberg hergestellt. Auch sind bie Vorarbeiten für ben Personenbahnhof beendet, der jich nördlich des seicherigen Empsangsgebäudes erstreckt. Er dsteht aus drei Flügeln, der Rohbau wird ebenfalls burch d'.e Firma Reuß hergestellt. Der nörbliche und südliche Flügel finb bem Verkehr übergeben Seit gestern wird an km Abbruch und Neubau des mittleren gearbeitet Hier ftmmt bas Portal zum Empsangsgebäube und die Unter- Ehrung nach bem Goldstein hin. Weiter wird ein Personen- luiftieg nach ben Bahnsteigen angelegt. Diese Arbeiten be- prgt bie Firma Th. Mörschel in Friedberg; sie hat damit fron begonnen. Bis zum Beginn der Sommersaison 1912 e;rb der ganze Bahnhof vollendet sein. Er erhält elek- aisches Licht. /\ Groß - Karben, 21. Nov. Ein Gruppen- Sasse rwerk für die Orte beS NibdataleS wirb nunmehr i Angriff genommen. ES soll Groß-Karben, Klein-Karben, I Okarben, Nieber-Erlenbach, Kloppenheim, BübeSheim unb I Dortelweil, bie etwa 10000 Einwohner zählen, mit Waffer Irerlorgen. Die Quellen liegen am Abhang beS TaunuS, bie I bauptlritung wirb 87 Kilometer, bie Ortsleitungen werben 19'f, Kilometer lang. Zwei Hochbehälter mit 600 Kubikmeter IInhalt werben erbaut. Starkenburg unb Rheinheffen. W. Darmstadt, 21. Nov Hatte früh 6 Uhr sprang in I Ed erstatt der 16 Jahre alle Scklosserlehrling Jak. Rüber au I tue fahrende Rangierabtellung der Da mps- Straßenbahn, 1 fun hierbei zu Fall und unter ben Zug zu liegen, von bem ihm I bjo linke Bein oberhalb des KnieS vollständig abgefahren unb bas | t-d)tc Bein schwer verletzt wurde. Der Verunglückte wurde sofort I 1 das städtische Krankenhaus nach Darmstadt gebracht. _____ LmbiirgerUse^'P^O Romatour-Käfe per Pfund 65 Pfg. Schweizertäse per Pfund 128 Pfg. EdamerKSse iEcht. Holländ.) 110 Pfg. Rotwurst, vorzügl.Qual., Psd. 65 Pfg. Mettwurst,weiche Braunfchw.,130 Pfg. Cervelatwurst, la.Holsteiner, 150 Pfg. do. extrafeine Thüringer, 170 Pfg. Dörrfleisch, la. Pfund V0 Pfg. Fft.Frankf.Würstchen Paar 8er 24 Pf. WaWiißalt Alva« Elektr. Betrieb Liebigttr. 63 emonehlt sich im Reinigen von Wäsche jed. Art. Hauspäne 2.75 M. flltiniim.llliielliih 3.25 URL per Starren frei ins Haus. [7022 J. Weilhöfer Tel. 743, Marburger Str. 34. 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Donnerstag, U. November, 87. Uhr, in Steinfi Korten: Zum Besten der abgebrannten Deutschen in Lusern Schürzen Schuller-Krag en, Kopf-Tücher und Umhang-Sharis aus Wolle und Chenille. -■ und der Ueberschwemmten in Blumenau: = Grammophon - Konzert Richard Wagnerabend Stücke aus den Meistersingern, Lohengrin, Ring der Nibelungen, gesungen von Knote, Feinhals, Bender, van Rooy, Morena, Arnoldson, Schumann-Hetnk. Als Zugabe 2 Carusoplatten. Eintritt 1 Mk. Studenten 75 Pfg. Mitglieder u. Jugend 50 Pig. Vorverkauf in der Hofbuchhandlg. A. Frees, Seltersweg'lO. Veranstaltet vom Alldeutschen Verband. D”'u Die Ortsgruppe des Hansabundes hat unsere Mitglieder zu dem am Donnerstag, den 23. November, abends 9 Uhr, im Saale des Hotel Einhorn stattfindenden — Vortrag ...... des Herrn Dr. Hüttemann Berlin eingeladen. Das gewählte Thema ist für jeden Gewerbetreibenden von grossem Interesse, und bitten wir, der Einladung allseitig Folge zu leisten. v”/n) Der Torstaud. feebütrnil'l'e der ew» Millionen Franc bchäligt die Angl Erfordernis nächsten Voransci nicht die Si trag reichen sinanziellen Snt falls barauT drii iam gewirtschail schafllichen und kommen dürsten In der Au daß man nur dürfe durch der mehr an Ausgc gespart wer Von sor Ticherl)est ein erwarten fei, würde erheblich wirtschaftliche ( timpiung bet aud) bet Sfottfü mWer Slufiafi erworbenen Zipf für uns von Bede Terrain und tDUrheimettl bai Hf, 2^5 Biber-Wäsche ?£ Qualitäten Außerdem ein vorzügliches Programm, n. a Das Schicksal eines Reporters. Hervorragendes Drama. — Usw. kiebigshöhe Jeden Donnerstag nachmittag von 4-6 Ubr: lstikeeWrert StädttheäterGM Direktion: Hermann Stelngoetter. Mittwoch, den 22.Nov.lStl, Charley’s Tante Schwank in 3 Akten von Brandon Thomas. Ende nach 7. MittwoärAbonw-Borstelluna PolniscbeWirtschafi Vaudeville Posse mit Gesang «n 3 Akten von Kraatz u- lowsu. Mt