Nr. 221 Zweites Blatt M. Jahrgang (itfddnl Uefi» mH «u8na!)me bei Sonntag«. A • Tw „etffccitt SaBtlimblälUr“ werden dem I | SX y g| | ■ |g ) g 4g H .Anzeiger» viermal wöchentlich beigeleqt. bat J 1 E « g L A/Ä g g. y B l|B L. > „KrtliMatt für bte Kreis »ictzen" »wei.nal QJS v "T v v v wöchentlich. Die „laebwlrtlchaftllchte 3eU» — e «N trage," erscheinen monatlich itveinioL (oCHCrOl*Anzeiger für Oberhejfen Mittwoch, 27. September |9U Rotaitonfbrud und Vertag der Vrübliche« Univerfuäti • 8ud>* und Sieindruckerri. St. Lange, (Biepnu Rcbakiion, Expedition und Tnitferel: Schuf- firafje 7. Crocdit.an und Verlag: 6L Rebaftion.^om 112. Tel.-Adro AnzeigerEieben, politische Tagerscliau. Teuerung und Lebea.-mitlelhandel. Ter Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften schreibt uns: Tie allgemeine Teuerung steht heute im Mittelpunkt deS FnterefjeS. Ter Vorwurf, die Teuerung im wefent- lichsien mitverschuldet zu haben, wird gegen den Lebensmittelhandel erhoben. Man vergibt ganz, baß im Gegenteil der Lebensmittelhandel, speziell der Moionialmarcn- 1 anbei, unter der Teuerung ebemo leidet, wie Die übrigen Eerussstände Tic allgemeine Preissteigerung wird auch für ihn in seinem eigenen Hausbalte suhlbar: dazu kommt, daß der Umsatz in seinem Geschälte zurüctgeln und der prozentuale Gewinn an den im Preise gestiegenen Artikeln geringer wird. Toch der Kicinhanbel wird fick, bannt ab- Hnben müssen, bau er unter ber Teuerung ebenso zu leiden hat wie die übrige Bevölkerung. Ex mu,j außerdem nach, dructlich bemüht bleibe», diese Steigerung nach Möglichkeit abzujchwächen. Ties kann er u a durch eine befierc Organisierung seines Einkaufes tun. Tie Vorteile des gemeinschaftlichen Einkaufs sollten gerade zu der jetzigen Zeit der Teuerung alle Lebensmutel-Händler, speziell die Kolonialwaren-yänblcr, veranlassen, sich zu Einkaufsgenossenschaslen zusammenziischllcßcn, um die durch Groß-Einlauf billiger bezogenen tßaren cm sprechend preiswert an die Bevölkerung abzugeben Ter xolonialtvaren-Hanbel würde sich ein ganz beonberes Ver dienst um die Volkspersorgung erwerben, wenn er auf diese Weise mit dazu beitrüge, die Teuerung in erträglichen Grenzen zu halten. * „Höhere Töchter" als Derkäuferitinen. In ihrem amtlichen Organe hat vor kurzem die Halb erst äd ter $ a n b c l ö l a in in c r cs als durchaus wünschenswert hingeitellt, daß sich junge Mädchen auch aus den besseren Ltanden weil mehr als bisher dem Berlaufe- rinncnjtanbe widmen möchten. Wenn man auch in gewissen tzandlungSgehilsenkreiscii, die die weibliche Arbeit im Maup mannsstande bekannt lick) grundsätzlich verwerfen, dieser Anregung nicht sympathisch gcgcnubcrstcht, so ist sie, wie uns der „Verband deutscher Waren- und Häuf- Häuser, e. V." schreibt, doch aus verschiedenen Gründen burchauS beachtenswert. Ter Stand ber Vcrläuferinnen ift, so schreibt brr Verband, weil iich ihm meistens nur junge Mabchcn aus den unteren - landen zuwrndcn, im ganzen leider zurzeit nicht auf der Höhe, worunter naturgemäß auch bic Geschälte leiden, in denen iic tätig sind. Wirb dagegen in den gebildeten Mreisen mit den Vorurieilen, die noch gegen den stand der Verkauicrinncn herrschen, gebrochen, wenden lich mehr als bisher junge Mädchen aus jenen Mreuen die,em star.be zu, so wird -wersellos dessen ganzes Niveau halb gehoben. Tenn auch bic anderen Verlausennnen würden sich bestreben, cs den gebildeteren Kolleginnen möglichst gleich zu tun Und dieser Wetteifer würde dein ganzen Stande, wie auch den G. schäften und dem Publikum nur zum Vorteile g.reichcn 'st keineswegs z u befürchten, baß durch den Zufluß junger Mädchen au6 gebildeten Kreisen bte Löhne und G e - Halter der Verkäuferinnen gedrückt iv e r d e n iu n r» ben. Fm Gegenteil! solche »raste, die durch ihre Erziehung und durch das Nkilicu, in dem sie ausgewachsen sind, einen guten Geschmack, gute Umgangsiormcn und größ.re Gewandtheit tm Verkehr von vornherein nutbringen, würden gut bezahlt werben. Auch ber sog. „verschämten Vlrnmt" m mandre» besseren Kreisen würbe durch eine weitere Erschließung des Tätigkeitsl.'ldes alS Verkäuferin abgehoffen. Es ist ferner Klbftvmtuiiblidi, das; auch dem bessereit Publikum sehr damit gedient sein wird, mcnii eS beim Einkauf mit gebildeten jungen Tarnen zu tun hat. • sind militärische NachtragSforderuugen für 1911 zu erwarten? In ber Presse hieß es jüngst, bem Reichstage würben noch int Herbste Nachtragsvoranschtäge zugeh.n, bic Mi tel zum Bau von Augfahrzeugen und erhöhte Mittel für bic Reue Zcuerbach-Lrinnerungcn. Ter Verlag von E. A. Seemann in Leimig Derönenilicbt soeben eine hübsche Mappe mit acht wohlgelungcnen farbigen Wiedergaben von Meisterwerken Anselm Feuerbachs, die iichcrUch viele Freunbe finden imrb. Eine wertvolle Ergänzung dieser Marpe bilden bte Erinnerungen an Anselm Feuerbach, die ber Maler 91 u g u ft Wolf in einer Beüage veröffentlicht. Soli, ein Babener von Geburt, der letzt, fast TOiähng, in Venedig ansässig ist und in weiteren Streuen besonders durch seine Kopien aller Meisterwerke für den Grafen Swack bekannt geworden ist, hatte schon als kleiner Zunge den damals noch jugcnbhdxn Feuerbach gelegentlich gesehen, dann sich nm ihrem gemein'amen Gönner, dem Grasen Swack, viel über den Stünftlcr unterhalten, und als er Ende ber siebziger Fahre im Palazzo Tolnn in Venedig wohnte, hörte er eines Tages, baß Feuerbach den großen Saal des Palastes gemietet habe, um ein Deckengemälde für die Wiener Akademie zu malen. Allein obwohl ihm der Meister nun fo nahe war, gelang es Wolf doch nicht feine Dekaiintschait zu machen Feuerbach lebte so zurückgezogen, baß es ganz unmöglich war, sich ihm zu nahem ober^gar ihn zu besuchen Selbst bet Hausherr des Palastes, der Signor Brufa, wurde höchstens bis zum Korridor eingelassen, wenn es mal etwas Notwendiges zu beivrechen gab. ö-euerbad) ermutigte wahrlich keinen, »ch ihm zu nähern. AIS Wolf eures Abends mit ferner Jamilie tm Garten des Palastes faß, wollte Feuerbach das Haus verlaffen, und obwohl es eigentlich schicklich gewesen wäre, seine Hausgenossen zu begrüßen, vielleicht auch ein Wort mit ihnen zu wechseln, io war doch feine Scheu, Menschen zu begegnen, so groß bau er sich an ber Janrilie Wolf vorbeischlich. Ludwig P a) f t n t erzählte damals Wolf eines Tages ärgerlich, er habe gestern bei Bauet den Feuerbach fipen sehen, und als er herzlich von seinem Tische lieh zu ihm icöcii wollte, hätte Feuerbach ruhig gemeint: „C bitte, wir können auch von einem Tische zu andern uns hinüber unterhalten." TtoeaUebem trat Wolf in dieser Zeit ^enerbach naher — es geschah auf eine recht drollige Weif, kam da nach Venedig ein Landfchaftsmaler namens X.' ;r, nm dem Feuerbach von Rom her intim und nut dem auch Wolf bekannt war. Ta die beiden oft von Feuerbach gesprochen hatten, bot Lenz eines Tages Wolf an, ihn 3ii dein Meister mitzunehmen. Nach einigen Bedenke-i beschloß Wolf, das „Unternehmen" zu wagen. Len; llovue, die Tür öffnete sich und Feuerbach begrüßte Wolf mit solcher Herzlichkeit, baß er ihn mit Dankesworten geradezu ubericbüttete . . . er hielt ihn nämlich für einen Mann, der ium einen guten Tischler empfohlen hatte . . Trotz dieses anfänglichen Mißoern^ud- nifses traten sich die büiben .Hcimatgenossen doch so nahe, daß Feuerbach in lebhafter Weise Wolf sein riesiges Titanenbild zu er^ Naturaloerpflegung der Truppen info'.g' der Teuer uig ver langen würben. Wie wir aus Berlin hören, trifft dies nicht zu. Mittel zur weiteren Ausgestaltung ber Flugwaffe wirb der Haushalt «ur 1912 forbern, unb die bewilligten Mittel für bic Natural Verpflegung durften trotz ber teuren Preise ausretchen, ivenn es auch schwer fallt, zu bcn bisherigen Preifen Naturalien einzulaufen. Ttc Lieicrungen finb aber zu festen Sätzen vergeben, so baß unter ber Teuerung die Lieferanten leiden, die zu d.n jetzigen Preiscii bei spateren Submissionen nicht mehr liefern können. Spater wird man bic Mittel deshalb erhöhen müssen. • Großadmiral von Koester an Herrn von Tirpitz! Großadmiral von Koester, der verdiente Leiter des Teuischen Flottenvereius, hat auf einer Versammlung der Kasseler Flottensreunbe Anlaß genommen, an ben S t a a 14 f c l r c t ä r des Reichs marineamt, G r o ß a b m i r a l von ! i r p i tz, sowie an ben Reichskanz- k a n z l e r einen Appell zu richten, ber großen Wider Halls sicher ist. Herr von koestcr hat vor bem kurhessischen Provinzialverband des Teutschcn Flotteuvercins erneut die Ausführung der bekannten Nürnberger Entschließung gefordert, nämlich den Ban von jährlich einem Panzerkreuzer mehr ins Auge zu fassen, um so schneller aus die Zahl von zwanzig brauchbaren Panzerkreuzern zu kommen. Auf die vielfacheii Angriffe, die diese Entschließung erfahren habe, wolle er zur Klarstellung bemerken, daß das Zlottengcsetz sich lediglich mit den direkten Kriegszwecken bicncnbcn Schiffen bejchaftigte, baß also Schiffe, die in der Liste ber Schul und Spezialschiffc geführt werben müßten, wie z. B. Kreuzer, bie im Auf- klärungs- unb AuSlandsdienst keine Verwenbung mehr finden lönncu, nicht in ben Rahmen dieses Gesetzes hinein- gehörten, baß es ihm weiter aber ganz unmöglich er- scheine, daß diese so ivohlbegrunbetc und wohlvoroereitete Nürnberger Einschließung, bte sich in jedem Punkt nut dem schon vor drei Fahren aufgestclltcii Flotlcnprogramm des Teutschcn Flotte iwcreius decke, von der Reichsrcgicrung unbeachtet gelassen unb übergangen werben könnle. Mit erlobener Stimme hat Herr von Koester weiter auSgesührt: „Fch möchte von biefer Stelle aus an die ucrantmorihdicit Staatsmänner, vor allem an ben r:taatssclr.tär des Rcichs- im Reiche herrschenden tiefgehenben Besorgnis um bie Unabhängigkeit unserer Nation bei dem Bau- Programm verharren wollen, baS meines Erachtens diese Selb- ständiglcit zu üchcrn iucqI imitaubc ist. mochte au ben Reick-stag, bei schon einmal ut Iriuscher Zei^ unbefugten sremdeir Einspruch burdi bic debattclosc Annahme beS MarmchaushalieS bcamwortcie, bic Mahnung richte», daß er auch jetzt, als etnr keiner letzten Taten, der Tolmctfch des bcutfdKn Volke- fei unb dessen Willen zur Wahrung seiner Selbständigkeit durch die For beruiig der i djj, e 11 c r c n Durchführung des Flotten gesetzes im Sinne der Nüriiberger Eiitschlui ung bekunde. Tas deutsche Volk wird, benen bürten wir gewiß fein, in seiner Mehr zahl einen solchen Beschlus- mit Freuden begrüßen. Denn aud) fernerhin müssen wir ein Volk in Waffen bleiben, wenn wir uns unsere Stellung unter ben Welimad len i.i Ehren wahren unb bic wirlschaillichc Zukunfl unseres Volkes sichern wollen " Es banbclt sich bei biefer Nürnberger ^nlschließung, wie erinnerlich sein wirb, um bic wal.rlich bescheibeue Forbcrung, bic nur noch als Schulschiffe berwenbbaren Kreuzer ber Henhaklaffe unb bic uralte 1888 auf Stapel gelegte „Kaiserin Augusta" anstatt in ben sechs Fahren 1912 1917 (n)ie ber Bauplan bcs Flottengcsctzcs oor- l'chreibt• in ben nächsten brci Fahren zu bauen; ab 1912 also bis 1914 jährlich einen großen Kreuzer mehr auf Stapel zu legen Ter im Flouengcsetz fcftgelcgtc unb vom Reichstag genehmigte „sollbeftanb", welcher, abgesehen von ben Linienschiffen, 20 große Kreuzer vor^ schreibt, ist mit bem Marinectat für 1911 offiziell als „erfüllt" erklärt worben. Feboch ist biefe Zahl nur auf bem Papier oorbanben unb iptr machen, ioznsagen, und selbst eiwas vor, wenn mir unter EinreMnuna chrnmrbigrr, zum Teil ober volhg ungevanzerter Krisgsiahrzsuge uns unseres „Sollbestanbes" von „20 großen Kreuzern" er» freuen! Es gibt bock' luabrlidi zu denken, wenn selbst bas blcsiahrigc oiiizielle Weißbuch der brittidifn Admiralität, welche un Verfolg unb zur Begründung ihrer neueren gewaltigen Flollcnrustungen doch eher Anlaß batte, bic beutsche Manne starker oarzusteuen, als sie tatiachlick» ist, es ablehnt, bie Deutsche Sclbfttäusckmng muzumachcu. und int Gegensatz zu unterem Reickismanneamt Die Zahl unserer großen Kreuzer auf 14, nicht aber auf 20 angibt. wieder eine Entführung im Baifait Konstantinopel, 2<> Sept. Ter grieck, ifche Vizekonsul von Kirkilifse, Der ui Begleitung eines Kawassen sich auf einer FagDpartie befand, wurde am 22. September von Räubern ent führt. Ter Kawasse wurde getötet Ter Vizekonsul wurde gegen Zahlung von L ö s c g c l b f r e i g c l a ff c n. 85. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerztc. u. Karlsruhe, 26. Sept. Fu ben fortaefetztei» Vcrhaiidiiingen der einzeln.» VlbteiUingrit tc6 Teul'dicn Natnnorichcr- und A.rzietagcs wrack» in der Abteilung für innere Medizin Stabsarzt Tr. Ernst Kuhn ^Mchnzl über „Yluloiiiolulatunstbcrapic bei L u n g c n t n b c r k u l o j c". Fn der Abteilung für K i n d e r h rn l l u n o e erstattete Professor P r a u - n i tz ^Graz einen Vortrag über die Sommersterdlichkeit bet Säuglinge Tie Ergänzung der ailgemeincil Statistik durch bie inbii'ibuah- iurfiibf, die Verhält in sie eines jeden verstorv.-ncn Kindes b.ruck- Üd hgenbe. bat bte Bedeutung der Wohnung für bas Wohl und Wche des Säuglings '.iczeigt, eme Anschauung, bic erst ton vielen Seiten 1,’utig bclampit wurde, nunmehr aber allgemeine Anerkennung finbet, wenn man auch nocki nicht barüber einig ist, ob bic Wohnuiigsverhälinisic, WohnungsUima in erster Linie, direkt oder uitnrclt Die hohe Säugliiigssterblichkeit hervor- fcnngen Tas WohnungSUuna, seine Abhoiigigken vom Klima' des CrteS und bem Bau ber Häuser wirb beimvckien unb hervor-i gel oben, baß bas Wohnungsklima nod» viel zu wenig erforscht, bau es anberchcit» durch zweckmäßige Behandlung der Wohnung >Lü'lung. Schutz vor Bestrahlung- in ausgedehntem Maße günstig beeinflußt werden kann. _ < Dasselbe Thema vom Standpunkt der Ernädrungsfragcn und der pathologisch-klimschen Fragen aus behandelte Prof Riet -> schel Dresden . Ticwr führte aus: Tie Sommerfkrbhd)fcu ter Säuglinge kommt dadurch zustande, daß zu den vielen Schäb- lichkciten, bte die Säuglnigssterbltchketl bedingen, im Sommer ein neues schädliches Moment hinzntrüt: die Hitze. Tic Sommerhitze kommt für ben Säugling wesentlich als hohe Woh- nungstemperatur in Betracht, nur in anuergcroohnlidxm fVdllrn' tann burd) Bestrahlung bie Hitze schädlich wirken. Iic Wvh- nuugstemperaruren tonnen tu Proleiaricrwohnungen fekbst in ülhltn Sommern sehr heiß hin unb ubrridrrriten oft die Mapimal- außeiilemperamren. Das Problem der Sommcr-Säughngsftcrb- lid/feit liegt also tm wesentlichen in ber Frage: in ioeldxr Weile wirkt bte hohe WohnüngStemperatur am bas Kind? Für eine direkt id)äoiid)c Wtrlung der Hitze aut das Kind spncht der Umstand, daß echte Wärmcstauungeit bei Säuglingen zur Beobachtung kommen. Ttc mit Krämp'en, Bewußtlo'igkcit, T'hverthcrmie rasch tödlich ocrlauicnbcn Todesfälle int Sommer und echte Warme- ftauungcu ^Hitzschläge' Erbrechen unb Durchfall können völlig schien, hoch werden iic meist beobachtet Es können auch gesunde Kinder, ja selbst Brustkinder, unter diesen Erscheinungen zu Grunde gehen. Fi» der Abteilung für Chirurgie sprach der bcFannie Krebssorscher Geheimer Hosrat v. Czerny (Hnbelberg, über die Therapie bcs ttrtdseS. Er erklärte, daß er nicht in der Lage sei, etwas Neues über die Therapie des Krebses zu lieiern Es je. zweifellos, daß es das ficherste fei, den Krebs so früh als möglich zu ruagnoftojicrcn und durch Lveratwn zu heilen. Ticflicgciidc Krebse, bic nicht operabel finb, entziehen sich bet Therapie Wir können in solchen Fällen nichts tun, als bic Schmerzen lindern. Alle Sta- Hären begann. Allerlei Umstände brachten cs mit sich, baß dcr Besuck» sich nicht wiederholte, dec Titancnsturj wurde beendet, Feuerback» reifte ab, unb daß er später wieder nacy Venedig zurück gekehrt war, das war weder Wolf noch sonst einem fernes Kreises dekanni. „Eines Tages am Morgen des 4 Fanuar 1880, um 11 Uhr vormittags, kommt mein Freund, der Maler Reichard, in mein Atelier gelaufen und ruü: „Feuerbach i st tot! Eben sagt mit Bankier Beiimcncr, daß er im Hotel Luna gestorben ist." Nachdem mich Reichard wieder vctlasfen hatte, ging ich erregt ins Hotel Luna, um Näheres zu erfahren Ein Kellner führte mich »n fein Zimmer. Fn einem Himmelbett lag Änfelm Feuerbach mit onenen Augen fast w,c lebend. TaS schöne lockige Haar, ein wenig ins Graue spielend, umgab bic edlen Züge Zn seinen Häupien hing eine große Phoiograpbic der Amazon^nichlacht. Fnzivifchcn war das Zlinmermädd?en hinzu getreten unb berichtete mir, he hätte wie gewöhnlich am Morgen Feuer gemacht, ber Herr Professor hätte aber noch geschlafen, unb da labe sie gedacht, er hätte ja gestern abend 'ich noch zwei Flaschen roten Wem aufs Zunmer kommen lassen, die doch fast geleert auf dem Tische standen. Erst als sie um 10 Uhr und dann noch einmal wieder kam, wäre ibt das Geschehene Har geworden." Dolf schildert dann noch bic Leichenfeier, die zwei Tage später in ber evangelisch-deutschen Kirche stattsand und der neben allen deutschen Künstlern und Kunstfreunden auch fämklichc italienische Maler dcr Stabt beiwohnten Tann wurde Feuerbachs Sarg in bic Gondel getragen, eine zweuc Gonbel führte bic Kranze, unb in dcr brüten nahmen Reichard, ein ihm oerwanbier Mufilct unb Woli Platz las waten bic einzigen, öie bem armen Anfclmo bas Tolcngcleitezuni Babn- h of e g aben. Feuerbachs Mutter übermittelte Wol' fpaitr bie Bitte, ben Nachlatz ihres Sohnes zu ordnen und >ur bic liebet- fenöung bet Habe nach Nürnberg zu Jörgen. Fn Begleitung des deutschen hon "ule betraten Wol' und Reichard »ach Loiung der Siegel das Atelier, das sich in einem Gatten bei San Giorann: Evangdista befand, und bic bciccn Maler blieben ro;c gebannt vollendeten Bilde, bem jetzt in der Berliner Nallonalgalcrie bcsindlichen „x o n $ e r V neben Es 'anden sich im Atelier nocki vier fertige, abar von ben Kerlrat'men genommene und achtlos, gdruckt, m bie Ecke geroor'enc, lebensgroß- dekorative Figurenbipier, die urforünglich ben Tüanenstur; iciilid) umgeben sollten, eine große noch underührte Lemwand, gefüllte Siu.un^ r.iarc:», eine Menge von Stonen und bas ein'achste Mobiliar Mil Ausnahme des mcrtlofcn Hausrats r.>.:rbc alles nach Tcui'ch- lanö gcicyickt, und zur Erinnerung ai f i in dcr Frc.nb: Üorbencn .Ncistcr tebi . August Wcl eine noch unbenutzte Palette und bas weiße (Hcnxinb, mit bem Feuerbach bas Modell seiner Fphigenie bcapiert batte, • — Tas unsichtbare Luftschiff Ein eigenartiges „verbessertes Lustschtss" hat sich ein Ersinder, Baron Abam Roen ne, für Englanb patentieren lassen: ein' Lustschiff, bas in einer Entfernung von etwa 1U00 Meter. unsichtbar sein wirb Tie Hülle bteses verbesserten Luftschiffes fall aus EhromiNium bergeftellt werben, einem Metall von so glanzenber Lberslachc, baß eS Dblhg bie! gleichen Eigenschaften hat wie cm Spiegel. Ta bas Metall stets bic Farbe seiner Umgebung reflektieren wirb, hell ober bunlel, ganz ber Atmosphäre sich anpassend, so nnrb bas Luftschiss nicht erkennbar sein. Um zu Perhinbern, baß ber untere Teil bes Lustschifts eine Wiederfpiegelung Der ErDe zeigt, soll ein besonderer «tel angebracht werden. Der über Die ganze Länge Des Schiffes sich hrnziehl und nach unten spttz ^uläuft, io Daß feine Lberslache porhon- Den ift, in Der bie Erbe sich wieberspiegeln könnte. Aber ber Ersinbcr will sein Luftichiff nicht nur unsichtbar, son- bern auch unhörbar machen, unb er sinnt jetzt auf Ver- besserungen, burd) bic fein unsichtbares Schilf auch zu einem geräuschlos megenben wirb. - Schön: unsichtbar — unhörbar — Pielleicbt auch unfahrbar. — Kurze Nachrichten a u 8 Kunst unb W i ssen- schakk. Eine Gcsami-Ausgabe der Werfe Ernst o o >i Wiloen- bruchs, bie Proleß'or Tr. Berthold Liymanii berausgili, dc'indct sich im Grotc'sche» Verlag, Berlin, m Vorbereitung. T,c eisten drei Väiide foilen tm Herbst ausgegeben werden. F-n gleichen Verlage werde» um dieselbe Zert ein »euer Roman von Foleph La»'' ,Lox aeterna- »nd eme Erzählung aus dein cee»m»»5lebe» von Gustav Äreiifien „Scr Umerg^ug der Anna Hollman»' ericheinei:. — Jn 3 Henau (Bade - starb am 2-3. ccpleml tt dcr Aillestainemler, ord. Pro'eüor an der Ibiioerfuai GreilSwald Geh. Ronüitonalrat Tr. lheol. Samuel C e uli im Alter von 65 Fahren — Fn Straßburg u Elf. ist am ns. d. Dl. der vrev'" or in ter dortige» phckcwt Fakultät, Tr. Wilhelm Eloetta im Alter vo» 53 Zahrcn gestcrW.^ — Tie Ersmufsühru.ig desRoienkavultlersim Koninglichen Lpernhaus in Berlin in ent gültig auf c? : 'moci icrgcetzl n-orbm. — Ty Siadtrerordn-ien von Tu iiclborf btS 26. Septbr. + 17,1 • C. -u ft * 25. 26. 16,8 12,2 12,5 0 0 9 1) 1) 5) 76 96 94 S still SE 2 still 2 Ochsen Kälber Schweine 10,9 10,1 10,1 220 (- 225 (—: 235 (— 2" 8» 181 (- 178 (4- 173 (— 195 (4- 197 (- Klammern () Königsberg Tanztg Stettin Posen Breslau Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Hamburg Hannover Düsseldorf Köln 170 174 178 174 177 182 185 190 190 189 182 178 190 187 190 195 200 211 (+ (- (- 2) 2) 1) 2) ) 1) (- (+ (+ (+ (- (+ (- (- 8) 2) 1) 1) 2) 1) ) 1) 2) ) 1) 5) eo .52,5 »53,2 753,3 ) 2) 1) 1) 1) erber be= 20u (H- 199 (— 202 (— 202 (+ 199 (— 202 (- 203 (— 207 (- 204 (— 200 (— rcl^'W-n vl Sonnenschein Klarer Himmel Bew. „ beigefügt ist, wie Weizen 204 (+ 6) 207'/, (4-6*/,) (+ 2*/,) (- 1) Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 25. September 1911.__________ Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschastsrats vom 19. bis 25. September 1911. 184 (4- 192V, (- 195 (— 200 (— 193 (— Frankfurt a. Dl. Mannheim Straßburg Markte. -■ xri io. Frankfurt a. M., 26. Sept. Heu» und Strobmarkt Anqesahren waren 10 Wagen Heu und 2 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 5.00—5.30 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2.60—2.70 Mk, Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschält mittel- mäßig. Die Zufuhren waren au5 Oberhessen und aus dem Kreise Dieburg. — Kartofselmarkt-Bcricht vom25. September 1911. B erl rn: Note Daber J-hf. 3.25—3. >0, andere rote Sorten Dlk. 3.10—3.25, Magnum bonuiu Dtk. 3.00—3.20, weiße runde Mk. 2.90- 8.10. Breslau: Rote Daber Mk. 3.00-3.30, Rote Sorten Mk. 3.00 bis 3.30, Magnum bonum Mk. 0.00—0.00, weiße runde Mk. 3.00 —3.30. « jegnitz : Magnum bonum Mk. 3.50—3.75, weiße runde Mk. 2.50 bis 3.00. Leipzig: Rote Daber Mk. 4.10, andere rote Sorten 3 90—0.00, Magnum bonum 3.80—0 00, weiße runde Mk. 3.70—0.00. Dl a g d e b u r g: Rote Daber Mk. 0.00—0.00, andere rote Sorten Mk. 3.00—3.25, Magnum bonum Mk. 3.25—3.60, weiße runde Z.00—3.25, Gelbfleischige rote Mk. 3.25—3.75, weiße 4^0—5.00. Köln: Rote Daber Alk. 0.00, andere rote Sorten Alk. 0.00—0.00, Magnum bomtin Mk. 3.50, weiße runde 3.80, Gelbfleischige blaue 3.50. Dort m und: Rote Daber 0.00-0.00, andere rote Sorten Alk. 0.00—0.00, Magnum bonum Mk. 3.80—0.00, weiße runde 0.00 bis 0.00, Gelbfleischige blaue Alk. 0.00—0.00, rote Mk. 3.60. K emveu : Magnum bonum Mk. 3.50, Gelbfleischige rote 4.00. Plaidt: Magnum bonum Alk. 3.10—3.20, Gelbfleischige rote Mk. 3.00—0.00. (Alles für 50 Kg.) ; '«ner, mit D Elektrische,11 S"9 illm l. Ll 26. 26. 27, Höchste Temperatur am Lliedrigste „ Niederschlag: — 0,0 mm. Haier 178 (4- 6) 175:(4- 6) 7">!torstr Mr KZ tteM» Die abgelaufene Woche hat endlich den so sehnsüchtig warteten Regen gebracht. Tie Landwirte waren daher in Lage, sich in stärkerem Maße als bisher auf den Feldern zu ., schäftigen, und die Folge davon war, daß das Angebot eine wesentliche Einschränkung erfahren hat. Währeird das Warengeschäft im Jnlande seinen schwerfälligen Charakter beibehielt, begann sich bei den ermäßigten, Preisen an der Küste wieder Nachfrage zu Exportzwecken cinzustellcn, und in Verbindung damit zeigte 55 z Lv sich aus dem Lieferungsmarkte wieder inehrseitig Interesse für Roggen, dessen Preisstrack) infolgedessen eine Verbesserung von 3—4 Mark erfahren konnte. Die Anregung zu der gleichfalls festeren Stimmung für Weizen ging zunächst vom Roggenmarkte aus, doch fehlte es im weiteren Verlaufe auch für diesen Artikel nicht an befestigenden Einflüssen. In dieser Richtung wirkte vor allem der Umstand, daß der amerikanisch-kanadische Gegenseitigkeits-Vertrag, der dem kanadischen Weizen zollfreien Eingang nach Amerika versckwssen sollte, durch den Ausgang der kanadischen Parlamcntswahlcn als gefallen zu betrachten ist, was die amerikanischen Getreidemärkte mit einer scharen Hausse be- prni. 3‘0U nc ß-Zim. S.W Ibh-E SU^ Verein der Kurorte und Mineralquellen-Meressenten Deutschlands, Oefterreich-Ungarnr und der Schweiz. 11. Bad-Nauheim, 26. Sept. Nachdem der gestrige Nachmittag und Abend dem Vergnügen gewidmet waren, nahm heute früh die Arbeit der Hauptversammlung wieder ihren Fortgang. Tr. von der Heide, Assistent ran Tierphysiologischen Institut in Berlin, sprach über „Die Folgerungen für. Aerzte und Interessenten aus physiologischen und chemischen Untersuchungen der Kohlensäure in natürlichen Mineralquellen". Die Ausführungen boten dem Fachmann viel Anregung und fanden in der Aussprache lebhafte Anerkennung, die sich vor allem auch in dem an beit Vortragenden gerichteten Wunsche äußerten, er möge seine Untersuchungen noch weiter fortsetzcn. Geheimrat Dr. E s c r betonte, daß alle natürlichen Bäder in großer Menge über den Gebrauch hinaus Kohlensäure haben: deshalb sei die Konkurrenz-Reklame gegeneinander nicht am Platze. Badedrrektor Tr. Büttner- Zdlzbrnnn behandelte die Wirkung der natürlichen Bäder. Darauf sprach Dr. jur. Gertz, Syndikus der Handels- kaMiner Koblenz, über „D i c j e tz i g e Regelung des N a h - rungsmittelwescns in Deutschland und ihre Form". Der Vortragende gab einen Ucberblick über die den Verkehr mit Nahrungs- und Genußmitteln regelnden Bestimmungen und führte aus, wie für das, was bei der Herstellung und der Bezeichnung jener Waren zu beachten ist, eine starke Rechtsunsicherheit besteht, unter der die Gewerbetreibenden teilweise schwer zu leiden hätten, und ging dann zu einer Schilderung und Kritik der Maßnahmen über, die yur' Abstellung der Mißstände in Vorschlag gebracht worden wären. In der Hauptsache handelt es sich darum, eine Zentralstelle zu schaffen, die unter Leitung des Reichsgesundheitsamts und unter Mitwirkung in derselben Weise wie das Deutsche Nahrungsmittelbuch zustande gekommen ist, Bestimmungen auszuarbeüen, die infolge der amtlichen Mitwirkung eine größere Anerkennung genössen als das Nahrungsmittelbuch. Der Vortragende empfahl, keinen Widerstand zu leiftcn, wenn etwa bei einer Reform der Nahrungsmittcl- gcsctzgebung der Plan ernstlich verfolgt würde, auch die Herstellung der Nahrungs- und Genußmittel einer ständigen lieber wachung zu unterstellen. '2hid) hinsichtlich einer Verschärfung her Strafen erklärte sich der Redner durchaus mit der Forderung einverstanden, daß künftig die Möglichkeit gegeben werde, Herstellern und Händlern, die sich wiederholte gröbliche Verstöße gegen das Nahrungsmittelgesctz und dessen Ergänzungsgcsetze hätten zusckulden kommen lassen, die weitere ^Betätigung auf dem Ge- Wie viele Kinder werden jetzt wieder gezwungen, Lebertran zu trinken. Gewiß meinen es die Eltern gut, die Kinder aber werden ihnen dankbar sein, wenn sie Scotts Emulsion anstatt des Tranes nehmen dürfen, welche bei noch größerer Wirkungskraft den Kleinen gut mundet. Der Zwang und das Sichdrücken vom Einnehmen hört auf, sie kommen von selbst herbeigesprungen zu ihrer guten Scotts Emulsion. ScoUS Emuliion wird von unö ausschließlich Im großen verkau!:, und zwar nie lose nach Gewicht ober Matz, sondern nur in versiegelten Ortainalflaschrn in Karton mit unserer Schutzmarke (tytfaier mit dem Dorsch). Scott & Bowne, G- m. b. H., Frankfurt a. M. Bestandteile: Feinster Medizinal-Ledcrtran 160,0, prima Glyzerin 50/), unlerpboövkwrigsaurer Kalk 4,3, unterphoSphorigsaurev Natron 2A Vu(d. Tragant 3.0, feinster arab. Gummi pulv. r/>, Wasser 12»/), Alkohol 1LO. Hierzu aromatische Emulsion mit ZimU, Mandel- und Gaultheriaöl je 2 Tropfen. biete des Nahrungsmittelverkehrs zu untersagen. Nicht leicht zu überwindende Schwierigkeiten scheint die Verwirklichung des Verlangens, bei Strafprozessen die Mitwirkung von geweblichen Sachverständigen in einem Maße zu sichern, daß Fehlgriffe ausgeschlossen sind. Ter Redner empfahl, sich, auf die Forderung zu beschränken, daß gewerbliche SachverstäMüge in allen zweiteiligsten Fällen gehört werden mußten, und daß der Begriff "Sweffri- hcffte Fälle" weit auszulegen sei. Von den bei den Dandels- lammern einzurichtenden ständigen Sachverständigen-Ausfchüffen versprach er sich nichts. Eine wesentliche Besserung der Verhältnisse erwartet der Redner von einer besseren Ausbildung der Chemiker im Hinblick auf die Praxis, namentlich wenn diese sich auch beftrebten, mehr Verständnis für die Eigenart des Kaufmanns zu gewinnen, der nun _ einmal _ nicht Wissenschaftler sei, den vielmehr seine Lebensaufgabe auf möglichste Steigerung des Ertrags seiner wirtschaftlichen Unternehmungen Hinweise. In der Aussprache fanden die Ausführungen des Vortragenden die Zustimmung der Versammlung. Nach einer kurzen Pause trat man nach einem Bericht von Tr. L. Grünhut, Tozent und Abteilungsvorsteher am Chemischen Laboratorium Fresenius in Wiesbaden, in die Beratung über die Notwendigkeit der Abänderung der Geraer Beschlüsse, b etr. bi e Bezeichnung der M i n er al - wässer ein. Tie vorgeschlagene genaue Unterscheidung und Bezeichnung von 1. rein natürlichem Mineralwasser, 2. natürlichem Mineralwasser mit Kohlensäure versetzt, 3. Tafelwasser aus natürlichem Mineralwasflft, unter Zusatz von Kohlensäure bereitet, 4. natürlichem Mineralwasser, enteisend und mit Kohlensäure versetzt, 5. kü n ft l i chent M i n e r a l w a s s er wird angenommen und soll dem Reichsgesundheitsamt vorgeschlagen werden. Es folgten noch geschäftliche Verhandlungen. Zuiiächst wird der Antrag, den Verein in einen „eingetragenen" umzuwandeln, angenommen und dem Vorstand wird, dessen Wiederwahl einstimmig erfolgte, die Befugnis zur Aufstellung der -Statuten gegeben. Tie Wahl des Vorortes für die nächste Hauptversammlung fiel auf Ems. Mit Worten herzlichen Tankes schloß Prof. Tr. Hintz-Wiesbaden gegen 1 Uhr die ergebnisreiche Hauptversammlung. Nachmittags fand, nachdem Geh. Baurat Dr. Es er vorher einführende Erläuterungen gegeben hatte, unter reger Beteiligung und großem Interesse eine Besichtigung der Bäder- und Kuranlagen statt. Heute abend wird die Großh. Bade- unb Kurverwaltung noch ein Diner im Kurhaus geben, woran sich bann Konzert im neuen Konzerthaus anschließt. Morgen wird ein gemeinsamer Ausflug nach Homburg v. b. H. und der Saalburg die meisten Mitglieder nochmals vereinigen. 200 (— ) 201 (— 1) 198 (- ) 192 (- 1) 195 (— ) 183 (- 2) Brotpreife in Gießen Weißbrot 2 Kg. 62 Pfa. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg. — Krebs in der Zunahme begriffen ist. Außerordentlich wichtig ist es, ein geeigntes Verfahren bei der Operation zu finden. Czerny operiert in vielen Fällen zweiseitig. Neben der Operation wird auch die Behandlung mit Röntgenstrahlen, mit Radium und schließlich auch mit Salvarsan empfohlen. In der Abteilung fiir gerichtliche Medizin sprach Genchts- przt Tr. Strauch (Berlin) über die Fauna der Leichen, d. h. über diejenigen Vertreter der Tierwelt, die nach dem Tode des Menschen dessen Leichnam anfressen, ober an der Vernich- hmg und Auflösung besselben mitarbeiten. Von den Säugetieren gehören zu den Neerophagen bie Hyänen, Hunde, Haus- und Wildschweine und vor allem die Nagetiere. Von diesen pflegt ran häufigsten und ausgiebigsten bie Ratte menschliche Left^ame zu zerstören und Verletzungen zu erzeugen, bie auf den ersten Blick an ein Verbrechen denken lassen. Von den Vögeln kommen außer den Geiern die Rabenvögel in Betracht, rat ben Seeküsten Möven und Sturmvögel. Kriminalfttftch wichtig ist es, daß bei Fällen von Leichenzerstückelung bisweilen Krähen und Raben Leichenteile in ihrer Form verändern und vor allem verschleppen können. Bei den alten Aegyptern und Jiüiern bestand die Sitte, den Krokodilen, die 'sie für heilig hielten, ihre Leichname junt Auffressen zu geben. Vorn den Fischen kommen die M e n s ch e n h a i e in Betracht; die int ä^olke verbreitete Ansicht, daß besonders Aale sich von Leichen nähren, ist in dieser Allgemeinheit nicht richtig. Ter Vortragende berichtet bann über eigene Untersuchungen bezüglich der Tätigkeit ber Insekten an Leichen. Es geht baraus hervor, baß bie Insekten keineswegs regellos über eine menschliche Leiche hersallen, sondern baß dabei eine ganz bestimmte Reihenfolge unter den Aaskäfern, Totengräbern, Fliegen unb Ameisen vorherrscht, baß je nach bent Fäulnis ber Berwefüngsgrabe die eine oder bie andere Art auftritt, allmählich verschwindet und wiederum anderen Platz Macht, bis bann schließlich ber Leichnam durch die Tätigkeit mehr der Larven als der- eigentlichen ausgebildeten Jnsetten soweit zerstört und verzehrt ist, daß nur noch trockene Sähnen unb Bänder, Haare nnb Knochen übrig bleiben, die schließlich Motten und ganz kleinen Bohrkäfern zur Nahrung bienen. Die größten Zerstörungen und Veränderungen der Leichen bringen von ben Jnsetten bie Zwei flü gler, bie Fliegen, hervor, und ber Ausspruch Linnes, baß b r c i Fl e i s ch f l i e g e n vermöge ihrer starken Vermehrung ein totes Pferb schneller unb ausgiebiger als ein Löwe aufzufressen v er mögen, wirb verftänblich, wenn man die, zuweilen im Freien gefundenen, ganz von Fliegenmaden durchsetzten menschlichen Seidl* name, befattberä pon Kinbern, zur Obduktion bekommt. Man soll deshalb vermeiben, Leichen lange im Bett unb in ber Wohnung zu lassen unb soll sie vor bent Befallenwerben durch Fliegen schützen, anderenfalls später im Sarge die Leichen von Maden in ausgiebigster Weise zerstört werden können. Im Anschluß hieran gab der Redner einen Ueberblick über die Fauna ber Särge, b. h. über die Tiere, bie man bei Exhumierung in ben Särgen gelegentlich finbet. Die Biologie der einzelnen Jnsettenformen ist lnoch zu wenig bekannt, um aus dem .Lttrffinben einzelner Entwicklungsstabien an _ einer Leiche sichere Schlüsse zu ziehen auf die Zeit bes Todes, auf bas Leichenalter, aus welchen Jahreszeiten und Monaten eine Leiche stammt ober wie lange sie an einem bestimmten Ort liegt. Zum Schluß zeigte ber Vortragenbe an Sammlungsstücken, wie die Benagung von Skelettknochen durch Tiere öfters auch Anlaß gegeben hat zur Erörterung der Fragen bezüglich des Alters des Menschen- S"chlechts. Man fand in geologisch sehr frühen Erdschichten ochen unb Knochenstücke, bie ben Eindruck machten, als feien sie künstlich von Menschenhanb bearbeitet worben unb bie somit bie Anwesenheit von Menschen an bestimmten Orten unb zu bestimmten Zeiten z. B. in ber sogenannten Tertiärzeit bewiesen haben würden. Das genaue unb vergleichende Studium ergab aber, daß jene Knochenverletzungen nicht durch die Menschen, sondern durch Tiere, speziell Nagetiere, jener Zeiten hervorgerufen worben sind. _ ., In ber Abteilung für Astronomie berichtete der Direktor der Ämnenwarte Kassel, Stephani, über „Die Entdeckung einer Periode, des Entstehungsortes der Sonnenflecken, die mit der Stellung ber Erde zusammenhängt". In der gemeinschaftlichen Sitzung ber Abteilungen für Hals-, Nasen- unb Ohren- kraiikheiten hielt Dr. Max Schemer (Berlin) einen Vortrag über das Thema: „Zur Verwertung ber Röntgenstrahlen für bie Physiologie bes Schluckaktes". In ber Abteilung für Anthropologie berichtete Profesfor H ab er er (Griesbach) über die zweite innerafrikanische Reise des Herzogs Adolf Friedrich zu -Mecklenburg-Schwerin. Zu diesem Vortrag hatten sich auch der Großherzog Friedrich II. unb bie Großherzogin eingefunben. In berselben Llbteilung sprach Dr. Rich. Henning (Berlin) über: „Telegraphensysteme ber Naturvölker". In höchster.Entwicklung finbet man sie bei ben auf sehr niedriger Kulturstufe stehenden Eingeborenen von Australien, die mit Hilfe von besonders geformten oder gefärbten Rauch- oder Fenersäulen fast jede beliebige Meldung über sehr große Entfernungen zu senden vermögen und zwar mit einer Schnelligkeit, die gelegentlich schon den Arbeiten der europäischen Telegraphisten überlegen war. Neben diesen optischen Telegraphen, die nur Wert gewinnen und dort anwendbar sind, wo große Ebenen einen weiten Ausblick gestatten, kommen noch die Akustiken, die sogenannte Trommeltelegraphie in Betracht, die man erst in den allerletzten Jahrzehnten kennen gelernt hat. Mlltoff Getreibepreise in Mannhei m Weizen 100 Kg. 21.75-22.00 Mk. Roggen 100 Kg. 19.60-00.00 Mk. München — > ~ . Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Sept. 20o.7o (+ 4.75), Dez. 212.25 (+ 3.00); Budapest Oft. 200.25 (+ 0.96); Liverpool Oft. 166.20 (+ 2.90); Chicago Sept. 147.66 (+ 6.06). Roggen: Berlin Seist. 184.25 (+ 3.75), Dez. 190.00 (4- 3.25). Hafer: Berlin Sept. 182.00 (+ 2.75), Dez. 185.75 (+ 4.50). Futtergerste: cif Hamburg Sept. 129.50 (-j- 1.50), Nov. 133.75 (4- 2.25), Dez. 134.50 (4- 2.00). Mais: Mixed Dez.-März 128.00 (— 0.50), Donau Sept. 131.50 (— 1.00), Odessa schwim. 131.00 antworteten. Hinzu kamen in den letzten Tagen wieder tttile politische Besorgnisse, auch der geringe Umfang der dieswochrgen Weltverschiffungen trug zur Befestigung bet, so daß wr Verlcmse eine Wertbesserung von 3—5 Mark Platz grerftn konnte. Im Gegensatz zu der lebhafteren Nachfrage auf dem Lieferungsmarkte bestand im Warengeschäft nur geringe Unternehmungslust, unb auch seitens des Exports blieb Weizen vernachlasftgt., Hafer hatte diesmal gleichfalls festere Tendenz, zumal Rußland mfolge belferen Absatzes nach England seine Forderungen ftetgerte und vom Jn- lande nur mäßiges und teures Angebot vorlag, für das |id) mer aber nur wenig Kauflust zeigte. An der festen Situation für russische Gerste haben die umfangreichen Abladungen der letzten beiden Wochen angesichts der starten Aufnahmewhigkett DQiffch- lands nichts geändert. Nur Mais haben einerseits dce ermäßigten Bahntarift unb andererseits die Aussicksten auf Besserung ber Schiffahrtsverhältnisse etwas mehr Kaufkust angeregt, ohne daß die Anschaffungsbedingungen dadurch sonderlich beeinflußt murbat. Cs stellten sich bie Preise für inländisches Getreide am letzten Markttag in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (4-) bezw. Weniger (—) gegenüber der Vorwoche in ' ........ folgt: Roggen Srem«m Zubeblir, eleM- «nmeten-, ^dwig,tra»c^ L'ulwiflit jchöuc 6-Zimnie I IL 2ioct »üt 31 I rober zu vermiet I Meres nn dim I ' Mbclmü I k-MMtz I allem Zubehör s 5 Zii Nord-Al z-ZimmerWoh Zuerst, b. Baaei "mdenvlah. 27i>2) Zu vermiet bei. güuit.Bedi mod.'»-Zim.M «ich!, fompl ein lemnbelaa i. a. 2 Leranden iV MW ?!eubau, icköl nunflcn m. Ba lirler, Ballon betiör v. 1. Öl' M.H.Horv m 5-3iu Mansarde, T vlatz, Gas, c 1. Ott, zu ve: «itbigün neu berget. I mitmd}L3ub vcmjuein xicBiah Turnfest der Dünrberg-Turnerbunder. — Großen-Buseck, 25. Sept. Am frühen Morgen trafen gestern die Turner des Turner- bundes Lahn-Tünsberg zum gemeinsamen Turngang ein. _ Auf dem herrlich gelegenen Hoh-Berg spielte sich ber Wettkampf ab. Wett-Uebungen waren: Stemmen (37,5 Klg., zweiarmig). Stabhoch, Freiweit, Wettlauf (100 9)2tr., 18—13 Sek.) unb eine Freiübung. Es mögen bie Preise hier folgen: 1. Balth. Dori, Heinr. Rühl, Großenbuseck, 444/g Punkte, 2. Karl Weller-Wieseck 441 6, 3. Wilb. Schmibt-Walbgirmes 435/6, 4. Ehr. Karber-Odenhansen 434/6, 5. K. Klinkel-Lollar, Joh. Becker- Wieseck 433/6, 6. Wilh. Lehr-Traibringen, E. Will-Launsbach 43"/^, 7. Ludw. Meyer-Alten-Buseck 43, 8. Heinr. Kuhl-Lollar, Wilh. Frank-Lollar 424/e, 9. Rob. Eisenhut-Wieseck 423/g, 10. Will). Fey-Dorlar, Ludw. Hoffmann-Lollar 422/6, 11. Otto Möser- Wieseck, Wilh. Walther-Großen-Buseck 42V,6, 12. Heinr. Simon- Odenhausen, Karl Hilbesheim-Lollar, Wilhelm Schwalb-Alen- borf 415/g, 13. Wilh. Spaar-Mainzlar, Ludw. Schäfer-Reiskirchen 413/6, 14. Wilh. Weller-Wieseck, Heinr. Atzback»-Stein- bach 412/g, 15. Karl Möhringer-Bieber, Wilh. Tainbmann-Großen- Buseck 41, 16. Ernst Bierau-Wieseck, Jost Pfefser-Roth 405A, 17. Heinr. Frank-Wieseck, Heinr. Sckstifer-Taubringen, Karl Klinkel- Lollar 403/6, 18. Wilh. Menges-Hausen, Ludw. Müller-Hausen, Hch. Hahn-Großen-Buseck, Hermann Renker-Lollar 40-/e, 19. Karl Bechthold-Rodheim 40, 20. Joh. Seibel-Wenkbach, Karl Winter- Launsbach 393/6, 21. Konr. Willershausen-Wenkbach, Wilh. Seip- Rodheim 39* 6, 22. Willy Ott-Ruttershausen 39, 23. Ludw. Schomber-Wieseck, Wilhelm Junker-Wieseck, Louis Haas-Steinbach 38d/6, 24. Ludw. Stumps-Garbenteich 384/ti, 25. Fritz Stumpf- Garbenteich, H. Motz-Gr.-Buseck 383'6, 26. Ph. Pfaff-Launsbach, L. Kraft II.-Odenhausen, H. Kienholz-Fellingshausen 38-/6, 27. Ldw. Klinkel-Lollar, Daniel Karle-Roth, Alex Hild-Reiskirchen, Karl Stumpf-Reisttrchen 38’/ß, 28. Karl Weller-Lltzbach, Karl Schlier- bach-Rodheim, Fr. Schwarz-Lo5lar 38, 29. Heinrich Rühl- Lollar 373/fi, 30. Ludw. Feiling-Rodheim 374/6, 31. Heinr. Schmidt- Großen-Buseck, Heinr. Stroh-Wißmar 373/G, 32. Karl Balser- Steinbach 37-/6, 33. Wilh. Größer-Großen-Buseck 371/.-., 34. Ludw. Kraft-Obenhausen 37, 35. Wilhelm Rühl-Großen-Biffeck 36Vg, 36. Ehr. Simon-Obenhausen 364/G, 37. Lubwig Schienbein- Hausen 363/6, 38. Heinr. Hormel-Roth, Phil. Becker-Reiskirchen, Otto Frank-Lollar 36Vs, 39. Lubw. Kreiling-Mainzlar, Heinr. Krüchler-Allenborf 36, 40. Karl Seip-Lollar 355/e, 41. Alfred Voll-Großen-Buseck, Karl Schieferstein-Launsbach 354/ß, 42. Ludw. Hofmann-Wieseck 35Vs, 43. Karl v. d. Heid-Hausen, Ludw. Bernhard-Bieber, Herrn. Dreut-Dorlar 35, 44. Heinr. Größer-Großen- Buseck, Emil Bergen-Allendorf, Ludw. Oswald-Lollar 34V«, 45. Wilh. Schienbein-Hausen, Joh. Benner-Allendorf 344/6, 46. Heinr. Hoffmann, Lollar, Georg Henkel-Odenhausen, Ludw. .Krämer-Ruttershausen 343/6, 47. Ludw. Lemmer-Mainzlar 34-76, 48. Ludw. Karper-Odenhausen 341/«, 49. Ludw. Bremer-Bieber 34, 50. Louis Pseiffer-Launsbach, Ludw. Damm-Reiskirchen, Wllh. Bittendorf-Wißmar, Wilh. Schreiner-Wieseck 33V«, 51. Heinr. Magner-Wißmar, Heinr. Michel-Taubringen 334/e„ 52. August Erbe-Lollar, Wilh. Matern-Fellingshausen 332/6, 53. Karl Lückoff- Lollar 33V6, 54. Fr. Kienholz-Fellingshausen, Heinr. Münch- Großen-Buseck 33, 55. Gg. Wiesemann-Lollar 32V«, 56. Heinr. Tamm-Reisttrchen, Heinr. Weimcr-Roth 323/6, 57. Fr. Velte- Mainzlar, Heinr. Fauster-Garbenteich, Emil Schäfer-Taubrrngen, Wilh. v. b. Heid-Hausen, Karl Schmandt-Watzenborn 322/«, 58. Hch. Becker-Reiskirchen, Ludw. Lang-Rodhrim 32, 59. Ernst Deibel-Lollar 315/«, 60. Ernst Klinkel-Lollar, Wilh. Schmidt- Rodheim 314/6, 61. Fr. Stumpf-Burkhardsfelden 313/6, 62. Wilh. Röhrsheim-Ruttershausen 312/«, 63. Hermann Schmrdt-Launs- bach, 64. Fr. Frank-Lollar, Wilh. Groh-Atzbach, Kari Peter- Reiskirchen 30V«, 65. Heinr. Iung-Waldgirmes 30V«, 66. Ludw. Bender-Fellingshauscn 303/6, 67. Karl Schmidt-Rodheim 302/6, 68. Herrn. Wagner-Lollar, Karl Krombach-Ldenhausen 30V«, 69. Heinr. Pfeiffer-Mainzlar 30, 70. Heinr. Spaar-Wrßmar 295/e, 71. Gottfr. Henkel-Odenhausen 28V«. 72. Chr. Rohrbach-Großen- Buseck 28V«, 73. Karl Launsbach-Reiskirchen 283/fi, 74. Heinr. Hahn-Hausen, Heinr. Voget-Bieber, Heinr. Geier-Atzbach 282/6, 75. Fr. Schwalb-Alten-Buseck 28V«- nungcn mit B )'icht. Loggia i bedör ö.LClt _i'iüöeme 5- Wetzlarei Ne, der Friedrich" vermieten. 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