Rr. 175 Zweites Blatt M Jahrgang LrjchekU tLgllch mit Au-nohme bei Sonntags. Die „•itfrrner JamlUenblätter'' werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich betgelegt, dal „KrelsNatt fir bee Krell •Icfcen“ zweimal wöchentlich. Die „kavdwfttfchaflllchen Zelt- fragen“ erfchemen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Mittwoch, 26. juH 19U Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Unioersuats - Buch- und GteinbrucfenL R. Lange, Dietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulflratze 7. Expedition und Verlag: bl. Redallion:LElir.Te1.-AdruAnzeigerDretzen. Nacht Feuer-eichen zur Benackrickuigung der Feuerwehr. Nun weis» die tfeuenoebr Bescheid, alsbald öttnen sich ihre Tore und beraufiprengt nicht etwa der 3pnyenmagtn nut den Hilismann- schonen sondern cm einzelner Neuer, tiobin? 3um Pa la ne bet- suttans, denn ohne den Willen des l'trpBberrn bart die Ällnöricuerwebr — um diese handelt es sich tr.er — Nicht ausrücken, und eru wenn der Neuer baj Iaih’riid>c Jradc zurück- bringt, bari die Fcucrivehr ihre Pinckt erfüllen l Monftontinopd hat noch eine Feuerwehr, die freiwillige. gegen tue he selbst machtlos ist, io gut eingerichtet, wie es in der Türkei eben denkbar ift und arbeitet auch redit wacker Tic frei' willige Feuerwehr dagegen ist eine höchst zwei sei Hail e Gesellschaft, und es gibt Leute, bic behaupten,^oas Feuer selbst sei weniger zu hirchten. als diese freiwillige Feuerwehr. Ihre MilgUeder iinb »nur verwegene Gesellen, lecher aber lonnnt zu dieser höchst schätzenswerten Eigenschaft eine zweite, ctc olles Gute, was die wieder hrnfallig macht: toad Spritz enlcute such nämlich von großer B e u t e g i e r beiessen, unb wo ihnen etwas gefällt, scheuen sie durchaus nicht davor zurück, es nntgehen zu heißen Tie „Tulilrnbadsckics", wie diese wackeren Gesellen lieißen, stellen sich bei genauer Betrachtung alS eine Lwrdc halb nackter Silber bar; es sind Tagediebe mit höchst zweibentigen Gesichtern, die, sobald der 5cuerruf ertönt, sich mit spießen, Strasken, Vierten und Picken bewaffnen, um der Bratid' statte iuiuiilen. 3ur Ausrüstung Der Fenernxhr gehört nach curo- pöischen Begriffen auch eine Feuerspritze. Tiefe, Tulumda ge- . and), aber sie ifl Nicht der Rede wert, denn ne faßt nur wenige Liter Wasser, so das; sie »um Besprengen von Blumengarten zioar vortrefflich, »ur Löschung einer Feuersbrunst dagegen weniger tauglich ist. Mit der Wasserbeschaffung hapert cs in Konstantinopel bei Bränden überhaupt. Zuweilen sind die Schlüssel zu den XtDbranten nicht zu finden, und bei dem iHicienbrauöe im Fahre 1908 mußte die freiwillige Feuerwehr in allen möglichen Gesäßen das Wasser aus den benachbarten Privat- Häusern herbeischafien Tiefes Wasser aber mußte sie erst — bezahlen. K. F. Ein amtlicher Bericht. ftonstantinopel, 25. Juli. Amtlich wird bestätigt, baß der Kriegs in ini st er gestern durch einen hcrab- sallcnden Ballen eine drei Zentimeter lange Verletzung im Gesicht und mehrere leichte Kontusionen erlitt. Man hofft, daß der Minister in drei bis vier Tagen völlig wieder her- gestellt ist. Gegen Mitternacht wurde ein Brand in dem auf dem asiatischen User des Bosporus gelegenen Stadtteil Skulari gemeldet. Weitere Einzelheiten. Nach einem amtlichen Bericht sind bei dem Riesenbrand 2224 Häuser, über 300 ft auf lägen, 16 Moscheen, zwei Negeriungsgebäude, zwei Bäder, ein Mausoleum, zwei Ter- wijchklöster und einige Schulen und Gendarmeriewachthäuser niedergebrannt. Ter Bericht stellt fest, daß das Feuer durch die Unvorsichtigkeit eines Persers, namens Mahntet, entstanden ist. Mehmet und sein ft am er ab Muytar wurden verhaftet. Bei dem Brande sind zwei neunjährige Mohammedanerinnen aus ttreta und ein Ärmeuicrumgekomme n Tas jungtürkische Komitee stellte ihre Klublotaie zur Unterbringung der £b- bachlosen zur Beringung, bic auf den Höfen Der Moscheen und beit freien Plätzen kampieren. Tas .Komitee verteilte Lebensrnittel. Tie Regierung spendete 5000 Pfund für die Betroffenen. Tic meisten tur rischen Zeitungen eröffneten Substrivtionslisien. — Ter Zustand des ftriegsministers ift befriedigend. Tie Stätte des Brandes, die sich unweit vom Goldenen Horn bis dicht an das Marmara^Mccr ausdehm, bietet einen schrecklichen Anblick. Soweit das Auge reicht, ficht man nur rauchende Trümmer. Tie Obdachlosen, die üOOOU Mann überfteiaen, läger'n im Freien. Bi.her hat die Polizei keine Anhaltspunkte dafür, daß Brand- stiftung vorliegt Ter Brand Dürfte einem unglücklichen Zufall zuzuschreiben fein Tic riesenhafte Ausdehnung ift auf SB a | f er mangel und ungenügende Organisierung der Feuerwehren zurück- zuführen Tic Polizei nahm heute mehrere Verhaftungen vor, größtenteils von Personen, die gerettete Obselte zu rauben versuchten. Tie Zahl der verwundeten Soldaten. Feuerwehrleute und Privatpersonen durfte 30 betragen Tie Polizei gibt die Zahl der niedergebrannten Häuser mit 3000 bis »000 an: her Gesamtsckiaden übersteigt 11 Millionen Pfund. Ter Schaden der Pcrsicherungsgesellfchasten belauft sich auf 25000 Pfund. Einern Rundschreiben des fttiegsministcrs zufolge würben bei dem Brand sämtliche To turne nie des Generalstabes gerettet, nur einige unbedeutende Papiere sowie einige Generalstabskarten gingen verloren Bon fremden Herrschern und Regierungen liefen Kondolenzdepeschen ein. Eine Hilfsaktion ist eingeleitet. Der Sultan fpenbete 2500, die Ottomanische Bank und die Leuchtturmverwaltutig je 2000 türkische Pfund. Unter dem Vorsitz deö ftantnter Präsidenten bildete sich ein Hilfskomitee. Gestern sand die Polizei unterhalb der Galatabrucke brennenbe Zündstoffe, welche sosort gelöscht wurden. Während die seit gestern nachmittag gegen 2 Uhr wahrscheinlick) im JnvalidenhospiLal in dem am goldenen Ho tu gelegenen Jsraelitcnvtenel Balat auSgebrochene Feuersbrunst sich nach zwei Richtunaen sortpslattzte, brach gegen 4 Uhr in dem unweit der Brandstätte gelegenen Bienet Jussus Pascha ein dritter Brand aus, der jedoch nach einer Stunde gelöscht werden konnte. Der Schaden ist nicht bedeutend. — Die unteren Bevölkernngsschich ten fassen die Katastrophe als Strafe Gottes auf. Tie Gegner des jetzigen Regimes nützen die Katastrophe gegen die Regierung aus. e Weitere Brande. Straßburg, 25. Juli. In Fluxburg sftreis Mols- heim) iinb gestern abend neun Hauser, zehn Scheunen und Stallgebäude abgebrannt. Die Kirche fonnle nur durch das energische Eingreifen der Feuerwehren der de nadibartcn Orte gerettet werden. Das Feuer ift durch Fahrlässigkeit von Leuten beim' Honigschleudern entstanden. Erfde «Schleswig-Holstein), 25. Juli. Seit heute morgen ist hier Großfeuer: bisher sind 6 Wohnhäuser nieder • gebrannt. Man Hof st letzt das Feuer in der Gewalt zu haben; die Entstehungsursache ist unbekannt. Der schaden ist bcbcutcnb. _____________________________ Der Streit über den Oberbefehl über das französische Heer. Paris, 25. Juli. Ter nationalistische Deputierte von Nancy, Major Drrant, kündigte dem Kriegsminister an. daß er beim Wiederzusammentritt der Kammer eine Anfrage an ihn richten werde über die politischen Einflüsse, bic sich nqch dem Rücktritt des Generals Tremeau gelicni» gemacht hätten, um der Armee einen Generalissimus auf zu d r äng e n, der von sämtlichen Mitgliedern des Lberkrtegsrates als für diesen schwierigen Posten ungeeignet worden sei. Das Land müsse jene Männer und jene Jntrigucn Tennen, welche die Befehle einer geheimen und internationalen Körperschaft höher stellten als die Lcbensiitteressen Frankreichs Ter KriegSminister hat den Erlaß, durch den der Heere; befehl umaeftattet werdxn soll, bereits in den Hauptzügen fertiggestellt und wirb ihn heute dem Präsidenten der Republik und voraussichtlich übermorgen dem bann jtal 1 findenden Ministerrat unterbreiten. Es heißt, der Minister Seuer und Feuerwehr in KonftantinopcI. Langhin war — der berühmte und gefürchtete Feuerruf Shm- tzantuwvelS ist federn Türken geläufig, und wenn er sich nicht auf seinen eigenen ^tabtteü bezieht, beunruhigt er ihn ziemlich roenifl. Denn die Einwohner Konstantinopels sind an bic Riesenbrände nachgerade gewöhnt — kein Jahrzehnt vergeht, in dem nidu ein Riesenbrand einige Tausend schlecht gebauter .Holzhäuser aur zehrt und in einzelnen Jahren verheert das gefräßige Element die Stabt am Goldenen Horn mehrmals. In buiem Jahre ist es schon der zweite Ricsenbraird, der aus Koiislantmopc. gemeldet worden ist. Im Anfang Äpnl ist der große und reiche Stadtteil ftabifot ein Raub der Flammen geworden, und ba:- Feuer hat auch auf den Brllcnvorort Moda übergegriffen. Dci Brand der Hohen Pforte, der im Februar dieses Jahres da- ehrwürdige Gebäude fast völlig vernichtet hat, ist eigentlich auch unter ine Riesenbrände zu zählen, wenn auch das Feuer auf feinen ursprünglichen Herd eingedämmt werden konnte. Die Brandchronik Konstantinopels ist reich an solchen gewaltigen Unglücksfällen. Im vergangenen Jahrhundert sind es vornehmlich drei Brände, die der Stadt und ihren Bewohnern gewaltigen Schaben angetan haben, ber vom September 1836, der vom August 1848 und das Riesenfeuer vom 5. Juni 1870, das ganz Pera einäscherte und auf eine Strecke von 1000 Meter Länge, die beinahe halb so breit war, über 7000 Häuser verzehrte, wodurch ein Sachschaden von beinahe 100 Millionen Mark an- gerichtet wurde. Amicis hat von dieser Katastrophe eine höchst anschimliche Schilderung gegeben. Sie brach am 5. Juni aus und hätte vielleicht schnell gelöscht werden können, hätte fid) der Brnnnenwächter nicht lange gc« rocigert, den Waslerbrunnen auszuschließen, der, wie das in ftou- üantinopel die Regel ist, nach der Entnahme des Wassers durch die Waiserträger geschlossen worden war. So breitete sich denn da» Feuer, unglucklick-erweise durch einen heftigen Wind unterstützt, rasend aus und ward zu einem Glutstrome, der sich in dämonischer GesckMindigkeit die Hauptstraßen von Pera hinabwälzte und, sich mit anderen Feuerströmcn vereinigend, bald zu einem Meere auswuchs Vergebens wurden ganze Bataillone gegen das Element ins Treffen geidpeft, vergebens eilte eine ganze Schar hoher Stornier und Offiziere herbei: einen Augenblick zeigte sich togar am Eingänge des brennenden Viertels der Sultan selbit zu Pferde von seinem befolge umgeben, bleich wie ein Toter, mit roeit aufgcrificnen Augen in die Glut starrend, als ob er an die Worte denke, die sein Vorgänger Selim I bei ähnlicher Gelegenheit gesprochen hatte: „Tas ist der glühende Atem meiner Opfer! Ich fühle ihn, der die Stadt zerstören wird, mein Serail und wich selbst?" Um 7 Uhr abends flammte noch der Palast der englischen Botschaft auf, dann legte sich der Wind und das Feuer daS die Menschen nickt hatten besiegen können, erstarb größtemeils von selbst. Woraus die Riesenausdehnung der Brände beruht, zu der beinahe icdes Feuer in KonftantinopcI gelangt, weiß man ja: eine große Anzahl von Hausern ist aus Holz gebaut, so daß em Feuer, daS eines der Holzhäuser ergriffen bat, mit Bestimmtheit auch die Nochbarhäufer ergreift und io Die ganze Straße vernidtteii muß. Die Hauptsckuld an der Größe der Brände aber trägt die — Feuerwehr. Man sollte meinen, eine ■Stabt, die besonders feuergefährlich gebaut ist und schon sehr oft ■unter Bränden hat leiden ntüssen, sollte ihrer Feuerwehr besondere Sorgfalt widmen. Weit gefehlt! Das Feuerlöschwesen Kon- nantinopels ist gerade das Gegenteil Pon porbilbhd). Wegen des schlechten Straßenpflasters und der vielen Sackgassen, die die Annäherung an bic Brandstätte erschweren, haben die türtischen Spritzenleute schon mit besonderen Schwierigkeiten zu kärnpsen. Diese llebelstände werden aber durch andere Einrichtungen noch verstärkt. Jede andere Stadt — d. h. im westlichen Europa — eichtet ihre Feuerwehr so ein, daß fie sogleich ausrücken kann, wenn die Feuermeldung eintrifft. In Konstantinopel ift das nicht der Fall, Man muß damit rechnen, daß wenigftens eine halbe Stunde das Feuer ungestört brennen kann, wie und wo eS mag, ehe die Feuerwehr überhaupt ausrücken darf. Die Feuerwehr wird nicht etwa lelephonifd) oder telegraphisch benachrichtigt, jondern durch ein Zeichen, das der Feuerwachter auf dem ©alata- nirm aushängt; am Tage dienen große purpurrote Korbe, bei Vie Jn|tl der Seligen. Ein kleiner Roman von Frödsric Bout et. Autorisierte Übersetzung von G u 11 i Alsen. Es geschah in den südlichen Meeren, um den 52. Grab südlicher Brette und dem 47. westlid-er Länge herum, baß ber berühmte Soziologe, Hygieniker, Statistiker, Herr Pluvinage, ber außerbem noch Mitglied aller gelehrten Gesellschattcn und vor allem ein berühmter Redner war, Schifsbruck erlitt. Niemand verstand cd besser als er, den guter^ Willen leiner Zeitgenossen zu entmutigen, indem er sie von 3ad)en, die sie gar nicht zu wissen wünschten, „um ihre Httlidje Grotze^ zu heben", unterrichtete; nientanb verstand es besser als er, Statistiken und Tabellen auszustellcii, die ganz uniiüverwciie das Gegenteil von allem, was man wollte, bewicfeu. Auf diese Weife war sein Ruhm allumfassend geworden. Gegen sein 40. Lebensfalw war er, von Ehrenbezeugmigen erstickt unb vor propaganbisnschein Eifer gluljenb, zu einer großen Unterrichts- unb Stubienfabrt runb um bic weite ^Welt Verum abgereist. Er hatte Bortrage in ben verschiebenen sprachen, bie schuldbeladene Eltern ihn lernen ließen, gehalten und überall statistische Aufstellungen gesammelt: in Asien, in Afrika, in Amerika; und all diese drei Erdteile begünfrigten ihn gleichmäßig, doch Australien ließ ihn mt Stich. Mit andauernder Wildheit fiel das Wetter über bas Schiss her, bas ihn trug, ivars es aus der Bahn und schlieUich auf feindselige Korallenrisse, io baß Herr Pluvinagc sich eines schonen Morgens,, nach perschiebcnen heftigen Erregungen unb nur imt einem rosagestreiNen Unter geroanb unb gestickten Pantoffeln befieibet, an bem äußerlten Enbe einer Pon einem loentg srieblichen Ozean heftig umhergeworfenen Segelstange befanb. Herr Plupinage hatte seinen mit Platten Pcriehenen photographischen Apparat unb seine drei große Hefte ^füllenbcn sta- listiktabellcn gerettet. Er besaß sonst nock» eine Schachtel voller Süßholz. Ein Chinese nahm bas anbere Ende bet -Stange ein. Alles übrige mar untergegangen. „Wissen Sie, ob iidj in einiger Gntiernung Lanb benubet t ‘ fragte Herr Pluvinage ben Chinesen, sobalb er sprechen konnte. „Sechzig Meter roeit von hier," sagte der Chinese. ,'Unb in weld)er Richtungfragte Herr Pluvinage ziemlich lufriebengeftellt. „In Tiefenrichtung/ erwiberte ber Chinefc. „Ich habe vor Lern Rifs Untersuchungen angestellt." Herr Pluvinage war von bieser mäßigen Posse wenig erbaut. Zwei entsetzliche Tage verbrachte er so, in ber Furast vor ben Haifischen und vor dem Mrampf. vor Tur ft verschmachtend unb Jon seinem cfclerrcgenben süßdolz ungenügend genährt. Im Bause dieser Zeit sagte der Chinese, baß er ötc Sache satt habe, 3inb ließ sich in bic Tiefe jallen. Herr Pluvinage klammerte iid) um so fester an seine Segelstange unb an bas Leben. Erst am anberen Morgen trieb bic Spange mit Herzu Pluvinage aus eine Küste mit schwarzem Sanb, aus ber einige mitsühlenbe menschliche Wesen ben erschöpften, por Hunger, Ermattung unb Frost sterbenben Schiffbrüchigen aufnahmen uub aufs Beste pflegten. Fünf Tage lang blieb Herr Plupinage einzig unb allein bamü beschäftigt, wie eine Riesenschlange zu essen unb nach bem Essen zu schlafen. Im Verlauf biefer Zeit hatte er feine Kräfte unb seine Hellsichtigkeit loiebcr erlangt unb konnte seine Augen nutzbringend umherschweisen lassen. Es war eine kleine, ziemlich wüste Insel, bie von ber übrigen Welt ganz abgesonbert lag. Es gab darauf Pinguine, wilde Ziegen, eingeführte Schweine, Kohl, ftartofieln unb Zwiebeln im Ueberfluß: nicht viele Bäume, einen kleinen Bach unb int ganten vierzehn Einwohner: neun Manner, von denen brei Farbige waren -zum größten Teil entwichene Sträflinge ober zweisell-afie Abenteuer er, bie jetzt roeber Warnen, noch Herkunft, noch Religion besaßen, und brei aus Tahiti ober ber borngen Umgegend gefpininenc Frauen mit zwei Kindern, sie danbeu in ftmcrlei Beziehungen zu ber übrigen Welt unb ersehmen sie auch nicht. Alle zwei bis brei Jahre warf ein Schiff, gelegentlich eines Fischfanges, in ihrer Nähe Anker, übermittelte ihnen ungefähre Nackfrichten von Kriegen, Revolutionen, über bic sie sich luftig mackten, unb tauschte mit ihnen gegen Robbenfelle unb Oel einige Gegenstänbe tum notroenbigften Gebrauch ein, besonders aber einige Tonnen Rum, dank derer diese brauen Leute fick leben Sonntag ein kleines, gemütliches Fest leisteten. In ber übrigen Zeit bestellten sie ihre Kartoiieln unb Zwiebeln, mästeten ihre Schweine unb angelten ftabeliau. Tic Frauen aber nähten Kleidungsstücke aus Fellen. Seit sehr langer Zeit Lebten sie so glücklich, gesund unb heiter, in Tugend und Unschuld unb hatten Leidenschaften unb Gelb vergessen. Ta kam Pluvinage zu ihnen, voll ber besten mpbernen Lehr säge, voll Gedanken, bie sich auf leben Gegenstanb festsetzten, voll überzeugter Statistik unb gebrängter Reben Er war im übrigen von ‘großer Dankbarkeit für bi eie Leute, Die ihm das Leben gerettet hatten, erfüllt unb roünfdyc aus voller Seele, ihnen Gutes tu tun. Seine erste unb barmloiefle Tat roar cs. Die kleine Kolonie, bie zu bieiem Zwcckd ihre besten Fellkleiber anzog unb sich in einer Gruppe am Strand auntellte, zu photographieren. Es war ein Vergnügen, btese zwölf braven Leute unb b:c beiden kleinen Kinder, so voller Gesundheit, ftraü und LebTnsfreubig- feir, zu sehen. Sie waren entzückt darüber, Photographien -u werden, aber es war eine platonische Freude, denn Herr Plu- rinage bedielt feinen vparat und teuic auigeuomincnen Platten für sick. Tock sagte er ihnen, daß es ihm ein großes Vergnügen bereiten würbe, seine Pflicht zu erfüllen, indem cr ihr Glück bearündetc; unb von ber Stunbc an befchäitlgtc er sich mit diesem. Gr begann bannt, ihnen, vermittels eines Notizbuches, zu offenbaren, daß fie nicht mehr bie genauen Daten wüßten, unb baß der Tag, Den sie iur Den sonnt ig hielten unb burd) Ruh' und Rum feierten, tatsächlich Mittwoch war. Tas hat den Sdjein ber Belanglosigkeit, aber cs verstimmte sie in tiefster Seele; unb fie änberten ihre ganze Lebensweise, im besten Bestreben, einem so unverzeihlichen Irrtum abzuhelsen. Nun schritt Herr Pluvinage enetgiid) auf br.it Wege bes Heils unb ber Reben fort. In wenigen Tagen gewann cr einen ungeheueren Einfluß auf sie, indem cr ihnen eine Menge allgemeiner ftenntnifc beibrachte und sic daran gewöhnte, ohne cui' zuschlascn, zuzuhören. Er hielt ihnen Vorträge über Gesundheit-- lehre (in Kleidung unb Wohnung >, jroerfmäftige Ernährung, Wärmeeinheit, Turnübungen für jedes Organ, Kinbereiziehung, Bodenbearbeüung, chemische Tüngung, Guano, Einteilung ber selber in Schlägt, künstliche Fisdnucki, Jücktung oer Hausl-ere, schweinesinnen, Trichinose und BauchseUentzündung. Er bewies ihnen mit unumstößlicher Sicherheit, baß sie in einem elenden, allen modernen Fortschritten Hohn sprechenden Zustande lebten Er flößte ihnen Ekel vor sich selbst und vor allem, was sic umgab, ein, indem cr he unaufhörlich auf alles, was ihnen fehlte, binwies. Er demütigte sie, niDem cr sie mit den so machtvoll organisierten Völkern Europas verglich, das ganze von Zitaten, genauen Tatsachen, unwiderlegbaren Zahlen und nieder- ichincttcrnben statistisdien ÄilSmhrungen begleitet. Tie Unseligen, bie von b?m Gebauten beherrscht waren, baß cr ihnen in allen Singen überlegen sei, und davon überzeugt, daß er alles wüßte «was unglücklicherweise mit zu wahr war. schenkten ihm vollstes Gehör und setzten alles daran, seine Lehren zu verstehen und zu bciolgcn. Sie wagten es nidtt, sich gegen die Zivilisation aufzulchncn, und Pluvinage wurde ihr Wohltäter unb ihr Führer. Tas entfcileite Herrn Pluvinage. Er ließ bie Hütten niebcr- reißen und he nach schreckenerregenden hygienischen Ansichten mit einer fttünlcnabteilung „für Die mit ansteckenden Leiden Beta steten" niemals waren solche bagcroeien, wrederaufbaucn. Er ließ einen Teich, einen Fahrdamm unü einen Leuchtturm errichten, alles unsagbar übcrflüihgc Tinge Jeden Morgen vereinigte cr seine Opfer am Straube uno zwang sie zu einer vervollkommn.len schwedischen Gymnastik voll gräßlicher Gliederverrentungen Er verdammte sie dazu, ihr Wasser vor Dem Trinken abkochen zu lassen, denn er hatte im Lacke Bakterien gefunden. Er emzog ihnen, da cr Vegetarier war, säst gänzlich das Flen'ck und Köpfte he mit unickmackhaften Mehlen, Die sehr schwer herzustcllen waren. Er schrieb ihnen bie Stunden des Auhtehcns uno Schlafengehens vor UND eine LröeilseiNtetlimg, die fie tief verst-mmte, unb nötigte sie, alles, was sie früher getan hatten, auszugeben, um nur noch das zu tun, was er, Pluvinage, für sie für gut erachtete unb was tatsächlich in ber Thcor>e auch im höchsten Grad" vort.ilhait war — aber keineswegs in ber Praxis. Tic Schwein bic den wissenschaftlichen Züchtigungsnrethoden unterivorfen roui Den, starben fqit alle. Tic von der neuen Art des Angelns er Ää3 Englische auswärtige Sorgen. X Fechen, Handlungen des Cigenlumern der futter Osthafens der Forderungen geführt. Der Mc Line Hilfeleistung des Nronprinzen. Potsdam, 25. Juli. .Als der Kronprinz heute vormittag von Berlin nach Potsdam fuhr, begegnete er Lei Wannsee einem Radfahrer, der mit seinem Rade gegen einen Baum gefahren war und dadurch eine schwere Kopfverletzung erlitten hatte. Der Kronprinz veranlaßte sofort die Ueberführung des Verunglückten in das nächste Haus und holte, nach Potsdam fahrend, einen .Arzt aus dem städtischen Krankenhause. Er beauftragte diesen, sich mit seinem Auto an die Unfallstelle zu begeben, während er selbst in einer Droschke nach dem Marmorpalais fuhr. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Verunglückte im Auto des Kronprinzen nach dem Krankenhause Nowawes gebracht. streckten Kabehaue-entflohen ins weite Meer, und die Robben wanderten aus. Kohl und Kartoffeln hörten zu gedeihen aus ebenso die Zwiebeln. WaS die vierzehn Einwohner anbetraf, so waren sie einfach im Sterben begriffen. Vierzehn neurasthenische, von Arbeit uni> mangelnder Mhrung erschöpfte, von der Furcht vor Krankheit und Tod gemarterte, von Ehrgeiz, Neid und gegenseitigen: Haß verzehrte Skelette (Herr Pluvinage hatte ihnen die Notwendig- keck einer polckischen Organisation zwecks Herstellung ihrer Würde 'N den Augen der Völker offenbart) ersetzten die einst so früh- lrchen, kraftstrotzenden Menschen. So weck hatte Herr Pluvinage die kleine Kolonie in we- mger als einem Jahr gebracht. Aber er sah seine Verheerungen nrcht, er war mit sich und den anderen zuftieden und setzte Fett an. . rC Jahrestag seiner Ankunft veranstaltete Herr Pluvinage öffentliche Vergnügungen, die er „Mäßigkeitsfest" benannte, denn dieser Menschenfteund war fest entschlossen, sein Werk zu krönen. Er vereinigte sie am Morgen und photographierte sie, wie es be: ferner Ankunft getan hatte. Dann hielt er ihnen einen eindrücklichen Vortrag über den Alkoholismus und seine Ver- wuitungen und kündigte chnen an, daß er, um diesen schönen Tag zu feiern und um ihren letzten Feind zu unterjochen, es aus , ich genommen habe, dem Fäßchen Rum, das ihnen noch verblieben war, den Boden auszuschlagen und den Inhalt bis zum letzten tropfen ins Meer zu entleeren. Die Menschen, die alles ertragen hatten, ertrugen dies nicht wehr. Ohne jede Verabredung gingen sie auf Pluvinage los, schlugen chn zu Boden und fesselten ihn. Tann trugen sie ihn out_ ihr kleines Schiff und ruderten ihn nach einer ganz wüsten Jn,el, Die ftch achthundert Meter von der ihren befand. Dort bauten ne ihm eine kleine Hütte, versahen ihn mit Lebensrnitteln und ergriffen, nachdem sie ihn von seinen Fesseln befreit hatten, die Flucht. ' „In einigen Monaten wird vermutlich ein Walfischfahrer fommen , sagte einer von ihnen, während sie ihn verließen. „Bis dahin wird man Ihnen Nahrung Herdringen, aber sehen will man sie mcht mehr. Man würde Sie töten. Die Absonderung i|t auch eine heilsame Methode." ov dluvinage begriff niemals, lvas ihm geschehen war. MonLte spater erschien der Walfischfahrer. Er schiffte sich aus demsewen ein, nachdem er von ferne einen letzten Blick aus ferne Opser geworfen hatte, die, von ihm befreit, ihre Qualen »ergoßen und sich nach und nach dem Leben wieder zuwendeten. zbie "rückkehr des Herrn Pluvinage nach Europa war ein ungeheurer Triumph. Man stritt sich um diesen Helden, und seme Vortrage erzielten Riesenpreife. Er erzählte in ihnen fein staunenerregendes Abent-v.er, aber zweifellos in gutem Glauben, unb un tfcucr feiner Ueberzeugung verwirrte er Vie trüben Er- lebniffe und sprach nur von dem großmütigen und nützlichen daß er tn zwols Monaten so zum Guten zu leiten gewußt hatte. photographischer Gruppen erläuterte Er Seite frohe herkulische, von Gesundheit Atzende Gestalten, auf der anderen einige abgezehrte klägliche vicicnc. , ^or meiner Ankunft!" sagte Herr Pluvinage, indem er auf. die Lkeletck wies. ,,^m Augenblicke meiner Abreise!" schloß er, indem er die Herkulesmenschen zeigte. Und die Begeisterung war unbeschreiblich. Aus Stadr mit LanH. Gießen, 26, Juli 1911, Ein neuer Frauenerwerb. Fast jede neue Reisezeit bringt einen neuen Erwerbszweig für diejenigen Frauen, die in den Ferien nicht verreisen können, sondern die freien Tage sogar noch zur Schaffung eines neuen Erwerbes benutzen müssen. In Paris hat sich ein Institut gebildet, das Wohnungs- verwahrerinnen anstellt. Es sind junge Damen, deren Zuverlässigkeit bekannt ist, deren Familie für ihre Ehrlichkeit bürgt und die durch eine leichte Beschäftigung sich sehr gern einige Mark in den Ferien verdienen. Das Institut der Wohnungsverwahrerin rechnet mit den Familien, welche ihre Wohnung im aufgeräumten Zustande iviederfinden wollen, wenn sie von der Erholungsreise zurückkehren, welche ihre Blumen gepflegt haben möchten, die Zimmer gelüftet und vor dem Ungeziefer, Motten, Fliegen usw. geschützt haben wollen. Nicht immer will man seine Wohnung dem Hausmeister anvertrauen. Das Institut für Wohnungsverwahrerinnen sendet nun zuverlässige junge Damen einmal in die Wohnung der Abwesenden, damit sie dort nach dem Rechten sehen können. Zugleich ist den verreisten Familien damit eine Sicherheit gegen Einbruch und Diebstahl geboten, denn bekanntlich suchen sich die Feriendiebe hauptsächlich die Wohnungen auH, deren herabgelassene Jalousien daraus hindeuten, daß das Heim leer steht. Die Wohnungsverwahrerinnen haben, wie man sich vorstellen kann, keine zu schwere Tätigkeit. Sie gehen des Morgens in die leere Wohnung, schließen bei großer Hitze die Fenster, die nachts geöffnet waren, gießen die Blumen, wischen Staub und gehen am Abend wiederum dahin, um die Fenster zu öffnen und die Blumen zu pflegen. Auch überwachen sie das Aufräumen, zu welchem das Institut ihre Frauen stellt achten darauf, daß aus der Wohnung nichts gestohlen wird und daß die Familie ihr Heim in bewohnbarem Zustande an- trifft, wenn sie zurück kehrt. Die Reisenden abonnieren bei dem Institut für einen verhältnismäßig geringen Betrag sie senden oder übergeben der Vorsteherin eine Lifte, welche alle Gegenstände aufzählt, die in der Wohnung sich befinden Das Institut schickt eine Dame hin, bamit sie sich durch den Augenschein überzeuge, daß alles so vorhanden ist, wie die Liste beiagt, und garantiert dafür, daß die Abwesenden auch alles tn der richtigen Anzahl wiederftnden. Sehr viele Damen aus guter Familie haben sich bereits für den Posten der Wohnungsverwahrerin entschlossen und gemeldet. Sie werden durch,chnittllch mit 1,5 Franken täglich bezahlt, eine nicht gerade hohe Surnme, die aber doch verhältnismäßia leicht verdient ist. Die Nachfrage nach Wohnungsverwähl rinnen übersteigt in diesem heißen Sommer bei lveitem wolle die Dauer des Dienstbriefes, der dem geplanten Erlaß zufolge dem Generalissimus und Generalstabsche übergeben werden wird, ans ein Jahr beschränken, doch soll dieser Tienstbries erneuert werden tönnen. Allgemein wird bestätigt, daß General Pau zum Inhaber dieses Dienstbriefes ausersehen worden sei, durch den ihm der Oberbefehl über die Ostarmeen übertragen werden soll. Es heißt, daß das Entlassungsaesuch des Generals Michel nicht abgewartet werden wird, da die bloße Verlautbarung des Erlasses seinen Rücktritt zur Folge haben müsse. unterstützt wurden. Die Bauern würden von den Soldaten mißhandelt, aber ohne Erfolg. Auf einen Brief Hin,, in welchem Richter bat. ihn von ftinen Leiden zu erlösen, sind von den Freunden direkte Verhandlungen eingeleitet worden.________________________________ Die petroleumexplosion in Schotten. Zu der schweren Petroleumexplosion in Schotten, die bereits zwei Menschenleben gefordert hat und eine Anzahl schwerer und leichter Verletzungen verursacht^hat, erhalten wir noch folgende ausführliche Schilderung unseres dortigen Berichterstatters, der wir den amtlichen Bericht über den tief bedauerlichen Anfall anfügen. Da beide Mitteilungen die Ursache der Explosion noch nicht mit Sicherheit fest- steilen können, bleiben weitere Nachrichten abzuwarten. st. Schotten, 25. Juli. Wie in letzter Nr. schon kurz gemeldet, brach gestern abend um 10 Uhr im Waschhaus des hiesigen Bahnhofs auf unaufgellärte Weise Feuer aus. Direkt an dem Feuer lagerten zwei Fässer mit Kerospetro- leum für die am Bahnhof befindliche Keroslarnpe. Das Feuer wurde sofort bemerkt und eine Anzahl Leute sprangen hinzu, um zu retten. Es wurde versucht, das volle Vetro- leumsaß vom Feuer zu entfernen, was aber bei wiederholten Versuchen nicht gelang. Das Faß explodierte uno die Kleider der in oer Nähe stehenden Herren Rektor ®r. Rausch, Oberpoftassistent a. D. Wolsschmidt, Metzger Otto Herchert und Stationsvorsteher Frevmann fingen Feuer. R. und W. legten sich sofort in den gegenübw- gelegenen Straßengraben und versuchten die Flammen zu ersticken, O. Herchert sprang in die vorbeifließende Nidda uftd löschte die Flammen an seinen Kleidern, während der Letzte nur leichte Brandwunden an den Armen und dem Kopf erlitt. Die Ehefrau des Gg. Spamer XII., die herbei- geeilt und Dr. Rausch brennend im Straßengraben liegen >ah, besaß soviel Geistesgegenwart und warf sich auf ihn, um mit ihren Kleidern Die Flammen zu ersticken. Sofort waren drei Aerzte zur Stelle. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle. Durch die Explosion des Petroleumfasses breitete sich das Feuer rasch aus und bald standen das Waschhaus, die Abortgebäude des Bahnhofs und das Baumaterialien- und Kohlenlager der Firma S. Kaufmann in Flammen. Die Feuerwehr konnte nur das Feuer auf seinen Herd beschränken. Glücklicherweise wehte dtordwind und konnten infolgedessen keine Funken in die Htadt getrieben werden. Gegen 2 Uhr war das Feuer soweit gelöscht, daß die Feuerwehr bis auf die Wachmannschaften ab- rücken konnte. Oberpostassistent W o l f s ch m i d t ist bereits heute um 3 Uhr seinen Verletzungen erlegen. Er hinterläßt drei Mädchen, von denen zwei noch unmündig sind. Die Mutter der Kinder ist vor 2 Jahren gestorben. Um 5 Ubr ist auch der Rektor Dr. Rausch, ein in der ganzen Stabt sehr beliebter und hochgeschätzter Beamter, seinen Verletzungen erlegen. Der Zustand des Metzgers Otto Herchert ist sehr bedenklich, auch in dem Be- inden des Stationsvorstehers Fr eh mann ist eine Ver- chlimmerung eingetreten. Bei dem Versuch, den brennenden Männern zu helfen, zogen sich einige Personen Verletzungen zu. Das E:se nbahnbetriebSamt macht uns unterm 25. Juli über den Brand auf Bahnhof Schotten folgende amtliche Mitteilung: Gestern abend gegen 10% Uhr chlugen plötzlich Flammen au§ dem Magazingebäude auf dem Bahnhof Schotten. Zwei Petroleumfässer waren in Brand geraten; eines davon explodierte alsbald. Durch die Explosion erlitten die zum LöschungSoersuch Herbeigeeilten: BahnhofSverwalter Freymann, Oberlehrer Dr. Rausch, Rektor der höheren Bürgerschule, Sparkassenkontrolleur Wolsschmidt, Metzgergeselle Herchert, sämtlich zu Schotten, starke Brand- wunden. Wolsschmidt ist seinen Verletzungen heute nachmittag erlegen. Die Explosion ist wahrscheinlich durch Selbstentzündung von Petroleumgasen, die sich bei der großen Hitze entwickelt haben, entstanden. Niedergebrannt sind das Magazin» und Waschküchengebäude, das Abort- gebäude und eine kleinere Lagerhalle einer Privatfirma. Die Schottener Feuerwehr hat den Brand gelöscht. zu machen. Asquit lichen Interesse liegen und auch im allgemeinen besser passen, wenn Derartige Mitteilungen am Donnerstag gemacht würden, wo der Etat des Auswärtigen Awtes zur Beratung stände. Carlile fragte, ob der Staatssekretär des Aeußern irgend eine Nachricht habe über die Rück keh r des Exschahs nach Persien und ob irgendwelche Maßregeln ergriffen seien, um im Falle eines Bürgerkrieges in Persien die britischen Interessen sicherzustellen. Sir Edward Grey erwiderte: Ich habe keine neuen Nachrichten und hoffe zuversichtlich, daß die britischen Interessen nicht ernstlich berührt sind. Wir werden aber natürlich von dem enalsjchen Gesandten in Teheran auf dem laufenden gehalten werden. John Ward fragte, ob russische Unteroffiziere dem Exschah bei seinem Einrücken in Persien behilflich gewesen seien. Grey erwiderte, davon habe er nichts gehört. Alle Nachrichten, welche er über die Haltung der russischen Regierung yabe, lassen aber darauf schließen, daß dies gänzlich unmöglich sei. ^11^» Äf solvci S S *>\ sni T 6«f«d il ff S* ‘ wiri> nnd } ’ ®»8 So 9«ni btl Sw n>ih«"d ss** •” S.SÄ" Mit, »*" 0t? °N 1 »ruit an vielen Sb größten Hltz M Zahl muß auch ste - Stockha U. dö. MS. stül 1L gubrop >n Brat Crftnbctonbnide üb eiode eines hiel'! unö erlitt schwer Krankenhaus nach Sla 1 Mainz, 2 oon Manns unb Aentor gegenwart yim Äussreren b MWN UV w '.Mainz, sich mit dem niuseum zu föüchern, Mode lieber den Pla die Stabte Köl trie verlautet, jeum zu betör Aheinbrücle Haushaltsetat t> Ausarbeitung b bahnbr'reÜMk Ä MWer Sibel pMergtor einei eigener Lebensge Heimer, tzhrenbü sein 75. Lebenssr vOjährige Ämtvl iich durch seine fannt vom entführten Ingenieur Richter. Einer Meldung der „Daily Mail" aus Saloniki zufolge sollen den Räubern, die den deutschen Ingenieur Eduard Richter vor 2 Monaten auf dem Olymp gefangen nahmen, 60 000 Mark als Lösegeld angeboten worden fein, und zwar von Freunden des Gefangenen. Die Räuber haben bisher eineMillionMark verlangt ünd außer- demnochEdelsteine,die türkische Regierung hat jedoch die Anerkennung dieser Forderungen verweigert und zwei Abteilungen Militär fausgeschickt, um die Räuber zu fangen, die aber von den Bewohnern der umliegenden Ortschaften das Angebot. Die Preise für das Abonnement sind nach den Größenverhältnissen der Wohnungen verschieden. Doch nicht nur die wohlhabenden Familien, auch sehr viele weniger bemittelte Leute haben ein Abonnement genommen, weil sie bedeutend ruhiger reisen, toenn sie ihre Wohnung gut verwahrt wissen. ** Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 27. Juli 1911, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Mitteilungen. 2. Gesuch des C. Valentin um Erlaubnis zur Anbringung eines Balkons am Hause Schützenstraße 18. 3. Anbringung einer Laterne am Laden Bahnhofstraße 61 durch Photograph Borst. 4. Entwässerungsanlage Ludwias- platz 5; hier: Dispens. 5. Ankauf der Halle auf dem früher Eulerschen Grundstück an der Steinstraße. 6. 93er tauf ber alten Klinik. 7. Neubau der Oberrealschule. 8. NeubaueinerVolksschule. 9. Fortbildungsschulzwang für weibliche Personen im Handelsgewerbe. 10. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 11. Gesuch des Wilhelm Kraushaar um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft Frankfurter Straße 7. 12. Desgleichen des Friedrich Weber zum Betriebe einer Gasd- und SchanQvirtschaft im Hause Tiefenweg 4. •• Truppenschau in Mainz. Die verschiedenen Regimenter treffen zur Truppenschau vor dem Kaiser bereits jetzt ihre Vorkehrungen. In der Frühe üben die berittenen Truppen und nach diesen die Infanterie in Gefecht und Parademarsch. Die Kavallerie-Regimenter Nr. 6 und 24 beteiligen sich an der Truppenschau. Es werden jedoch einzelne Teile der Regimenter fern bleiben, da unter dem Pferdebestand Brustseuche herrscht. ** Einjährigen-Prüfung. Nach einer Bekanntmachung der Großh. Prüfungskommission für Einjährig- Freiwillige werden diejenigen jungen Leute, welche beab- fichttgen, sich der im Herbst 1911 stattfindenden Prüfung zu unterziehen, aufgefordert, ihre Gesuche um Zula s su n g bei Meldung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1911 einzureichen. Gesuche um Zulassung zu einer späteren, als der im Frühjahr des 1. Militärpflichtjahres — d. i. des Jahres, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird — stattfindenden Prüfung bedürfen der Genehmigung der Ersatzbehörde 3. Instanz und sind bei den Ersatzkommissionen des Aufenthaltsorts einzureichen, lieber Die Anforderungen, die an die zu Prüfenden gestellt werden, .gibt die Prüfungsordnung (Aul. 2 zur Wehrordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 68 1901) Aufschluß. ** Der Konzert-Verein schreibt uns: Die Mitglieder des Konzertvereins werden darauf aufmerksam gemacht, daß in den nächsten Tagen der Mitgliedsbeitrag 1911/12 (6 Mk.), der bei Entnahme der Abonnementskarten voll in Anrechnung gebracht wird, durch die Mitteldeutsche Creditbank zur Erhebung gelangt. Der Vorstand hat, ihm geäußerten Wünschen entsprechend, eine neue Abonnements- Einteilung vorgenommen, ohne jedoch die Preise zu er- höhen. Serie I: für alle 10 Konzerte zu den bisherigen Preisen (30 Mk., 25 Mk., 20 Mk., 15 Mk.); Serie II: für zwei Ehor-, zwei Orchester-, drei Künstler- = 7 Konzerte (25 Mk., 20 Mk., 15 Mk., 10 Mk.); Serie III: für drei Kammermufikkonzerte (6 Mk. für den ersten Platz). Dagegen muß der Preis der Tageskarten für einzelne Konzerte erhöht werden; so z. B. für das Konzert der Meininger, welche sich für eine Hanprprobe nicht zur Verfügung teilen, sowie für die Konzertausführung des Parsival, welche besonders hohe Ausgaben erfordert. Wegen der Künstttr- Konzerte verhandelt der Vorstand mit den ersten Kräften. Das Programm wird demnächst veröffentlicht werden. Jeden- alls ist der Abonnementspreis in Anbetracht der erheblichen Kosten für Künftlerhonorare unb Orchester, welche nur zum Teil durch die Einnahmen aus Abonnements- und Tageskarten gedeckt werden, ein sehr niedriger zu nennen. Neuanmeldungen von Abonnenten nimmt Herr Challier, Neuenweg 9, entgegen, woselbst auch die Pläne ausliegen und jede Auskunft mündlich und schriftlich erteilt wird. ** Beginn der landwirtschaftlichen Win- ter schul en. Der Lehrgang von 1911/12 an den landwirtschaftlichen Winterschulen beginnt Montag den 6. November. Anmeldungen sind rechtzeitig schriftlich oder mündlich bei dem Vorsteher der betreffenden Schule zu bewirken, von welchem der Unterrichtsplan und Jahresbericht unentgeltlich bezogen und jede gewünschte Auskunft eingeholt werden kann. Im englischen Unterhaus sind gestern wieder Anfragen über die auswärtige Politik gestellt worden. Den persischen Vorgängen gegenüber nimmt die englische Regierung eine höchst vorsichtige und abwartende Stellung ein: London, 25. Juli. Bei Eröffnung der Sitzung des Unterhauses war noch der Nachhall der gestrigen Tumulte wahrnehmbar. Als sich Hugh Cecil, der gestrige Hauptlärmer, zu einer Frage erhob, gaben ihm die Ministeriellen ihr Mißfallen zu verstehen. Darauf ging das Haus zur Beratung unbedeutender Etatstitel über. Iw weiteren Verlauf der Sitzung fragte Balfour den Premierminister, ob es im öffentlichen Interesse liege, Mttteilung über Fragende r auswärtigen Politik zu machen. Asquith erwiderte, es würde mehr im öffentlichen Interesse liegen unb auch im allgemeinen besser assen, wenn Derartige Mitteilungen am Donnerstag ge- ** Versicherungsbeiträge und Steuerabzug. Eine für Bankbeamte bedeutsame Entscheidung hat das Oberverwaltungsgericht erlassen. Im Gegen atz zu den Vorinstanzen stellte es fest, daß die von einem Bankbeamten an den Beamtenversicherungsverein des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes zu Berlin entrichteten 93er- icherungsbetträge abzugsfähig sind, da nach den Satzungen dieses Vereins für die Versicherten zweifellos ein ilagbarcr Rechtsanspruch auf die bedingungsmäßigeii Leistungen begründet unb damit die gesetzliche Voraussetzung der Abzugsfähigkeit erfüllt fei. ** Das Gewerbeblatt für das Großherzog- en (Zeitschrift des Landes-Gewerbevercins) ent- feiner Nr. 29: Die neue Neichsversicheruiigsordnung (Schluß.) Großh. Zentralstelle für die Gewerbe. Bekannt- nachung, betr. Ermittelung ber dem Landesgewerbeverein eit 50 Jahren angehörenden Mitglieder. Bezirksver- band Gießen.. Gewerbeverein Langen. — Handwerkskammer zu Darmstadt.. Meisterprüfung unb Lehrlingsanlei- tung. Hufbefchlagprusung unb Meisterprüfung. — Allgemeiner Teil. Verschiebenes. .Anzeigen. ** Mißstänbe bei der Stempelung von Post- w e\ 1 ■ .als recht unangenehm empfunden vorden, daß die ^.evbarkeit von Mitteilungen auf der Vor- berfeUe ber Postkarten durch den langen Stempel ber Stem- lelmaschine stark beeinträchtigt wirb. Der Ausschuß des )eutschen Handelstags hat sich mit der Angelegenheit befaßt ™n9£be«ran?en Staatssekretär des Reichs- frf?rucf gegeben, daß auf Postkarten der zu schriftlichen Mitteilungen benutzbare linke Teil der Vorderseite nicht vom Entwertungsstempel getroffen werde. Staatssekretär ftraetfe dem Handelstag soll Kindes Schreiben zugehen lassen: „Die Unzuträglichkeiten b" der Stempelung der Postkarten mit Briesstempelmaschi- i yd auch I>iec schon erkannt worden. Die Technik ist y^lgebessen angeregt worden, eine brauchbare und leb ÖÄSx Stempelmaschine herzustellen, die nur den ^^Vorderseite der Postkarten unb Briefe mii versiegt. In letzter Zeit sind einzelne Mcher ^tempelmaschinen versuchsweise in den Betrieb eingestellt ?orden und haben schon annehmbare Ergebnisse in ber Sor Fxoi Koh . • c bafje r zu erwarten, daß 1211 -^eratungert des Handelstags hinsichtlich der Stempelung der Postkarten geäußerte Wunsch in absehbarer Zett erfüllt werden wird." t Ta» Suftidrifi „Sdmxibra" unter* a gierf a b r t und berührte gegen ß. tannen. raenn /en S ezn non r/tzn IVIM bie (Einleitung des GnicignungSDtriabrenS beantragt, worauf der Regierungspräsident in Kassel den Landrat . Juli, Sdjüii fcit langer Zett tragt man such mit dem öeoanten, ein R l) e i u f cy i f f a y r t s - in. u f c u m zu errichten, das zur Au,nähme von Bildern, y uchcrn, Mooeltcu uno äbniidjen Q)cgen|ianbcn bienen soll, lieber oen Platz ist man sich noch nicht einig Es kommen bie Stabte jtöln, Tusseldorf und Tuhburg in Frage, und nie verlautet, hat Tuie-biirg bie meiste Aussicht, das Must um zu bekommen. — Für bie Vorarbeiten bet neuen l), i)einbrüde Bingcn-Rüdesheim wird im nächsten Reichs* I, ushaltoetat bie Summe von 3j0000 Mc. auitreten. Tie V.ii»arbcüung des Planes wird voraussichtlich der Eifen- bihnbirektioil Mainz übertragen. — Gestern rettete ein stübtischer Arbeiter bei bet Wateinschen Babeanstatt am IDbergtor einen Jungen vom Lobe des Ertrinkens unter eigener Lebensgefahr. — Lanogenchtsbirettor Tr. Bocken* hetmer, Ehrenbürger unserer Stadt, vollendet am 6. Ang. L in 7ü. Lebenswahr und blickt an demselben Tage aus eine K'iährige Amtstätigkeit zurück. Bockenheimer i|t namentlich durch seine Forschungen in der Mainzer Geschichte be* t ^nnt. Hessen-Nassau. X Fechenheim (»lr. Hanau), 24. Juli. Tie Verhandlungen bis Magistrats der Stabt Frankfurt mit den Eigentümern der Grunbstücte, bie zur Anlegung des Frankfurter SsthafenS erforderlich sind, haben injolgc der Höhe bet Forberungen noch nicht in allen Fallen zum Abschluß geführt. Der Magistrat dec Stabt Franlsun hat deswegen Karlsruhe, 25. ehili. nahm brate seine erste Pass 9 Ubr Donmttagi ftarlerube. Dcrmiübtc». * Das höchste Bauwerk der Welt. Der Ehrgeiz der amerikanischen Baumeister verliert immer mehr icbc Vergleich? Möglichkeit mit bet Baukunst der Alten Wett: auS Eleve* land kommt nun die Skachticht, baß eine der mächtigsten amen* kanischen HauSbesitzerorgamsattonen, die National BuUdmgs' Lwners Eonventton, den Plan »u einem Neubau in Auftrag gegeben hat, der alle Bauwerke der Welt an Höhe übertreffen wird Ter einzigartige Baukörper wird in Network erstehen: ein Wolkenkratzer von 100 Stockwerken und einer Ge,arnthob von nicht weniger als 365 m Dieses neue Gebäude läßt alle bisherigen Rekords deS Wolkenkratzerbaus weit hinter nch. In Neuyork arbeitet man gegenwärtig an einem neuen Rielenhaufe, dem Woolworth Building, das genau 262 m hoch wird und 46 Stockwerke aufweisen soll. TaS Woolworth Building wird bi- zur Fertigstellung mehr als 30 Millionen verscbiunaen haben: man kann daraus schließen, welches Kapital für den neuen Hundert-Stock-Wolkenkiatzcr festaclegt werden muß Nack» «ollen- düng bei BaueS wird das Gebäude der National Buildings Lamers Eoiwentioii das höchste Bauwerk der -O-Clt fern, neben dem der 300 m hohe Eiffelturm beinahe wie em Spielzeug — Aufklärung der Reisenden. ES ist vielfach «läge darüber geführt worden, daß das Zugbegleitpersonal es an der Unterrichtung *bcr Reisenden fehlen lasse, wenn ein Zug auf freier Strecke zum Halten gebracht ist. In solchen Fällen ist, rote der Herr Minister in einem Erlaß ailSsuhrt, zur Beruhigung dec Reisenden die Ursache deS Aufenthalts, soweit sie dem Personal bekannt ist, in an* i'mesfener Weise mitzuteilen Ist das Personal über die lrsache des Haltens selbst nicht unterrichtet, oder ist dec big — roie es wohl zumeist zutreffen wird — vor einem -auptfignal -um Halten gekommen, so ist auch dies in , eignetet Weise herannt zu geben. — „Sofort zurück!* Nach einer neuen Verfügung J(| ReichSpoftamtes müssen Nachnahmesendungen mit dem I Lermeck ySofort zurück direkt an den Absender zurück» H?}anbt werden, fall- dec Empfänger beim erflenmale nicht on- j troffen wird und weitere« Vorzeigen aussichtslos erscheint. •* DaS Tränken der Tiere erfordert in dec heißen ^ahreSzeit ganz besondere Sorgfalt. Es ist gut, Pferden und i Eseln schon während der Mahlzeit einen mit Wasser gefüllten ijimer zum Löschen ihres Durstes hinzustellen. Ter schon durch Staub und Schwitzen vorhandene Durst steigert sich durch das Hauen des trockenen FuttcrS noch mehr. Tie Tiere können zuweilen nicht Speichel genug absondern, um das Futter genügend anzufeuchten. Auch bie Hunde bedürfen jetzt täglich reichlichen frischen Wassers. •* TaS Schöllkraut verdorrt. Als ein Zeichen dafür, welchen großen Schaben diese- Jahr die sommerliche Gluthitze an den Feldfrüchten an richtet, darf die Tat- fache angeführt werden, daß bas bekannte giftige Schöll- kraut an vielen Stellen abgedörrt und versengt angetroffen wird. Schöllkraut ist eine Pflanze, die gewöhnlich bei dec größten Hitze ihr frisches Grün nicht verliert, aber dieses Fahr muß auch sie unter den heißen Sonnenstrahlen leiben. Ism e» indessen »um Glück für bie schwer geprüfte Tarne nickt, ba sich im lebten Augen, sick ein paar ihrer amcrnaniitpen Bekannten ein:anben. tue al» Bürgen für sie ein trat en und ihr danrtt bie itinwanberungscrlaudniS verickastten Tie in ihren heiligten Gesüdleu grfrdnlic Witwe betrat ben Boden Amerikas nut dem feften koriatz, an dem nculoien Herrn Luß furchtbare Rache |u nehmen. • Wie der Bildhauer Houdon der Guillotine entging Ter berühmte fran»ösiiche Bildhauer HotDonvon dessen Ttnficrbanb bie ’ipcnbc Marnwnigur Voltaires im Fover de Iboatre Francais in Paris geschaffen worden ist. entgmg in der Lchreckensicit, als man nur auf der Liste ber Verdächtigen iU neben brauchte, um sestgenommen und inö befiere ^enfetts bcsöiber! zu werden, wie durch ein Wunder der Guillotme. Er hatte seine Renung einem klugen Jun all des LonveniSmitgliedes Barsre de Brrarac zu verdanken. Aus die ffunbe, da» ihr Gtatte verhaftet iin-rben würbe, eilte Frau Houdon ins Yhmiktuim be-? Inncru m Barste und bat den £dbt«fcn#mann, den man, weil er bic Btu.de trete, für die er sprach, mit blumenreichen Phrasen zu schmucken pflegte, den „Anakreon der GnÜlotme" nannte, flehentlich, tbren Mann zu retten. Barsre erwiderte ackielzuckeub, daß er r.ickt wüßte, mit er den >wp, de» auch von ihm geschabten Künstlers vor dem Fallbeil bewahren konnte, da der 'Waler Tavid bet spätere Liebling NapolwnS 1.) fick in den stopf gesetzt babr, alle ÄunfÜer. bte stärkere künstlerische Wirkungen erzielten als er, aut oer Welt zu schonen: -^rotb aber fn int stonvent so mächtig, daß kein Maler.und kein Bildhauer mehr seine- Sopfes iiOjcv wäre, brau voudon, die m größter Bc ureulung wat, wolttc sich ickon enneruen, aU Bar-re ne fragte, an ivas für einem Werk rdr Gatte augenblicklich arbeite. „Es ist ein allegorisches Werk," eNorberte sie; „der Wlauhe, der über bie Lehre non Gott ludtxmft." „Unb nne ist das barflcftellt „4ine Frau b'traditet imnenb eine Papierrolle „3ft bie Frau schön?" .Sehr schön!" „Dann ist Ihr Warm gerettet: ich habe aber feine Zeit, Ihnen das -u erklären, ba uh nt oie Versammlung eilen muh.' Erne stunde später trat Baröre im üonvent aus bie Rcdnerbühne unb tagte: „Mit besonderer Freude teile ick den Vertretern des Balkes mit, daß ein großer Aünftler, der in der ganzen Welt berühmt ist, der Bürger Houdon, ein von den lautersten Burgergesiihlen cui- gegcbenes Werl beendigt hat unb dieses Werk der Nanonolver* '..Himlung -um Geschenk macht: es stellt die Frechen ^tc U>er bie Konstitution nachdenkt " Stürmischer Beifall folgte diesen Worten, und man beschloß, dem Bürger Houdon sofort den Tank der Versammlung ouszuiprechen. So liegtc der große Bildhauer über den Neid des Moll egen Tavid. (Nach einer ander en v ers w n sott Baröre die Statue als eine Darstellung der Philosophie bezeichnet haben.) "■»' c ? Sdicucrrt J, Kesseln.Teil s NLLAA? S wirken würde. _ B «. * Liebesabenteuer an Bord eines Ejean* dampf ers. Auf Ellis Island, wo die Einwanderer landen, um die Erledigung der Zulassungsiormalitäten abzuwarten, wurde in diesen Tagen cm Ehebund geschlossen, bet eure vttzwrckte Liebesgeschichte zum vorläufiacn Abschluß bringt, dre an 5ort) be deutschen Tampfers „Präsident Grant" roabrenb der UcbcrtahTt abibidte. Ter Held her Geschichte, ein gewisser Luy, dem Fräulein Claßtann angetraut wurde, war Pasiagicr -werter Mlahc und suchte sich die Langeweile der Fahrt durch cm Liebesgeländel -u kürzen, an dem besagte- Fräulem Elaßtann unb eine liebenswürdige Hamburger Witwe zu gleichen Teilen beteiligt roaren. -taa unterhaltsame Tovpelspiel konnte ohne bic Befürchtung unliebsamer Zwischenfälle umso vergnüglicheren Fortgang nehmen, als die beiden Rivalinnen, von denen keine Don_ber Eztstenz der an« bereu wußte, sich niemals auf dem den Schauplatz des Ereignisses bildenden Teck trafen, alldieweil die Witwe bis zum ^püt« nachmittag schlief unb ent des Abends an Teck lam, wenn Herrn Lußens TageSgeliebte bereits die Äabine ausgesucht hatte, um dort der wohlverdienten Ruhe zu vfleaen. Die Katastrophe trat bet der Ankunft des Dampfers in Neuyork em Tic beiden Tarnen stürzten sich a ttmpo auf ihren Verehrer und hingen |ich rechts und links an seinen Arm Bei der nun lolgcnben Aus* spräche machte jebe der Huldinnen ihr Recht auf den Allembesitz des Mannes energisch geltend, während der wild umworbene Herr Luß sich mit raschem Entschluß für die Jungfrau entldjtcb unb seine Wahl mit bem Hinweis rechtfertigte, datz er der Witwe roabrenb der Reise für 50 Mark Champagner spenbiert hätte, daß dagegen Fräulein Claßtann ihm auch nicht einen Pfennig Unkosten verursacht hätte. Tie reichlich fließenden -tränen der Witwe ließen den hartherzigen Ton Juan ungerührt, der mit seinen beiden Bräuten aul Anordnung des argwöhnisch gewordenen EmwanderungsinspektorS schließlich -um Zwecke dec Auf* llärung des Lalle» aus Ellis Island interniert wurde. Seim Verhör crtlärte Herr Luß, daß er zu Besuchszwecken nach Amerika gekommen sei und auf dem Schiss durch Zufall die beiden Tarnen leimen gelernt gäbe. Er fand beide sehr anziehend, aber eine Heirat mit dec Witwe sei ihm nie m den Sinn gekommen. Anders lägen bic Tinge bei Fräulein Elaßtann, bie er auch zur Gattin nehmen würde, wenn |ie arm wie eine Kirchenmaus wäre. Wad) diesen Eröffnungen wurde die Trauung unverzüglich vollzogen, und das glückliche Paar zog triumphierend von bannen. Tic schmählich zurückgelassene Wittib aber rauste sich verzweifclnb das Haar, unb sie hatte zu dieser SdMerzensaußerung um |o eher Grund, als bic Emivandcrungsbehörde im Hinblick auf ihre Mtttel- longlcit drohi-, sic nach Europa zurückzuschicken. Zum äußersten LZW )er^al(e auf er Obeir, fa,ufbti ,er onpn? ^iten unb tiörtb^ unt Erlaubn !'?"^^ harter Strafe 7 fr 8ekiebeätffl ieg 4. er ®Qft- unt t K üben di, 2"" eben febotfi 4 ^iflen -°L;'LL •e e besuche n». -vy luss^vm dieser „L' V MHnbenben Prü- bet Ersatzbehörbe 3. gn- fftonen des Aufenthalts, forberungen, bie an bie 9 lKn(,’örtnilnJ 22. November 1888 - 1 schreibt uns: Tie M- 11 darauf aufmerksam ae- ^en her Mitgliedsbeitrag e der Monnementskarlen ' durch die Mitteldeutschk Der Vorstand hat, ihm eine neue Abonnement». jedoch die Preise zu tr- izerte zu den bisherigen , 15 Mk.); Serie II: für Künstler- -- < .«sonzerle f.); .Serie III: für drei den ersten Pla^i. la- irten für einzelne Äon- ba§ Konzert der Ski? obe iiidjt zur Berjügne/ ing des Parfival, roe: . Wegen der Kstnsst nit den ersten Mjltr sientlicht werden, gtta« nbetracht der erheblil>en rchester, welche nur W onnements- und Taoer- rriger zu nennen, xt» -lt Herr Challier, 'Jlcutr- Zlane ausliegen unb jrtt erteilt wird. tfchaftlichen Bin- i 1911/12 an den Imib' nnt Montag den 6. D- liq schriftlich obeimunb- rden Schule zu beroirfen, mb Jahresbericht unent- chte Auskunft eingeholt iqe unb Steueiab- beoeutsame Enticheldung erlassen. Im GegeiW daß die von einem Sani mg-verein des Deutichen Berlin entrichteten $e- b, ba nach den , zweifellos ein klagbar« affigen Leistungen be^ ! Voraussetzung der > ix das Großherzog- iWß '»eMini- ? »eber. SSL--" t unangen* 8„. Stuilungm Äu S1(B, langen penutzbare roen. SZM HM in Ergebnis!^ ' .hmbare w erlDflrt n,» KM ßerle (Erdbeben in $üiffrantrcid>. Paris, 25 Juli. In bet verfloßenen Rächt wurde im dkbiete der Ve st Pyrenäen unb in einem Teile Südwest- fran kreicks ein Erdbeben verspürt, da» sich bis Bordeaux erstreckte und an einigen Crten lebhafte Beunruhigung verursachte In Louvie'Juzon iZetertement Nieder-Porenäen) löste ,'ich ein Fctsblock ab und zertrümmerte ein HauS, dessen Bewohner sich wegen des Erdbebens geilüchtet batten. Kleine Tagerchronik. Aus Berlin meldet man; Ein in 9)1 a n nbe im ansässiger, bisher sehr angesehener Kaufmann wurde in Bersin, wo hm er sich zur ärztlichen Untersuchung begeben hatte, wegen einer öton- balanärc, in oic Soldaten des Mannheimer Feldartilierie-Regi- ments verwickelt sind, auf ?liwrbming des Staatsanwalt- verhaftet In einem unveachteten Augenbsick machte der Kaufmann im Untersuchungsgefängnis seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Tie Untersuchung gegen die übrigen Beteiligten wird sorlgeiuhrt. Ter demiiachst in Mannheim zur B er handln ng kommende Prozeß dürfte einen großen Umfang annehmen. Albert Nauen der frühere Prokurist unb spätere Teilhaber des Bankl>auseS Gebt. Schicki er, ist, wie aus Berlin gemeldet wird, im 72. Lebensjahr nach langer ittanfbeit verstorben. In der werteren Umgebung Berlin- wurden durch Blitzschlag fünf Personen getötet Beim Baden ertranken in Straßburg vier Personen, bar uni er ein Soldat. Alle erlitten im Wasser einen Sonnenstich unb gingen unter. Aus verschiedenen Crten Bayern- werden Todesfälle durch H i v s ch l a g gemeldet. In Ansbach kann baß Wasser werk das erforderliche Wasserguantum nicht meist herbei schaff en. — Bon einem in München nachts angekommenen Schweine- transport find 60 Tiere infolge bet Hitze verendet. Tae Fabritciablisicment von umil Moichall in Osterode ist vollständig n i c £> c r g c b r a u n t. Ter Schaden wird, auf über 800000 Mark geschätzt. Aus Sftcl wird gemeldet: In ihrer Wohnung in der Teichstrabe wurde am Ticiietag früh bie Schneiderin Margarethe Groth mit durchschnittener Kehle auf gefunden Sie konnte noch erlären, daß sie nachts von drei Männern übersatten wurde. Tie Polizei verhaftete den Schneider Seda, der bie Tat aus Eifersucht begangen haben will. Tic Verhütung von Tarmgarnngen ist ein Haiivtmoment für das Wohlbefinden der ^auglrnge und wird am leichtesten dadurch beiDirti, baß man bei den ersten Anzeichen als Nahrung statt Kuh mild) einige Tage „Mufetc" allem, ohne Busah von Milch gib, Alan verhuiet aui diese Weife sehr oft fchwere Darmkranthetten. hv’l11 Du u er mieten Per 1. Oktober 4224 I. Etage mit 9 Zimmern und 1 Mansardenzimmer zu öcr- mieten. Frankfurter Str. 31. HiinHtrMinimii zu 700 Mk. zu verm. Wohn, wird neu hergestellt. Auskunft erteilt Fränl. Schulz daselbst. 46L5 7 Zimmer Walltorstraße 24 Mittl. Stock, 7 Zimmer mit Zub. für 700 Mk. alsbald zu vermieten. 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