161. Jahrgang Erstes Blatt n» milie Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. 666 Rödgen. t on auH Dollcnbet' rudrnren- üCetung der ar ommen. innig0, 0 , dar inkorporieren Sru- .nten. Acior Ausschüsse chung. Halbach für 1912 S lt Tage lang aus br der Interessenten of«. die Satz- arlament i t bte 91eboftion 112, Itfdnq u. Expedition 51 llhicfie lur Depeschen: Einberufung italienischer Reservisten. Ter „Berliner Lotalanzeiger" nielDet aus Ehiasso Wie das „Giornale d'Jtalia" meldet, ist die Eindem 11. Göbelnrod. sein. Ter Lpitzüergischrn Station ist es gelungen, sich einige Male Verbindung mu der deutschen Telesunienstarion Nord.» deich und der irländischen Station Poldhu zu schaffen. Nr. 256 Tex «iebener Anzeiger etidifint täglich, außer Sonntag-. - Beilagen: nin mn ( wöchentlich Oits-tnerZamilienblütter, ifvttinnl ipödientl.KteiSi dlattsvedeullreirSietzen siellerisch wie stimmlich besonders gut aufgehoben. Etwas weniger | gewinnende Stimmittel vermochte Fräulein Schaub als die Mgcndschwache Frau Georgette zu entfalten; doch hatte auch sie reckt glückliche Momente, besonders bei dem ergötzlichen Schwanken zwischen ihrem koketten Treiben und der Angst vor dem verräterischen Glöckchen. Ihre Ehehäl.tc, der dummpftisigc^ boshafte und stets geprellte Thidaut, überwiegend Spreck>- und Sviclroll?, fand in Herrn Bernhardt einen sehr gewandten, mit natürlicher Komik begabten Vertreter. Prächtig lag Herrn S e m v e r der flotte, stets wein- und liebedurstige Wachtmeister Belamy. Wie üblich, wurde von ihm im 3. Akt das Lied „Soldatenart" von Abt, eingelegt, dessen frischlebendige Wiedergabe über die Leere der Kor.iposition hinwegtäuschcn konnte, Herr Jahn als Snl- vain gebot über recht gute Stimmittel: bei „Sck)macht"-Ltcllen möge er sich vor dem Klebenbleiben hüten, die nickt seltenen Plattheiten der Musik verttagen das nicht: sie sind am erträglichsten bei stets flottem Tempo und leichtem Zugreifen, (im Teil des Publikums schien zwar bei mehreren besonders „gemhlovl.en" Stellen des Werkes anderer Ansicht. Nun, ohne oie gewährte Salbung mit einigen „Sckmal;"-Tropfen geht cs nun einmal nicht! Tie Chöre waren recht frisch: schade, daß ihre Amgabe manchmal musikalisch etwas durstig ist. Regie und Inszenierung ließen kaum zu wünschen übrig. Für die Pausen dün-e sich wohl eine kleine Kürzung und für den Souffleur-Kastengeist etwas mehr Vorsicht empfehlen. Tas zahlreich erschienene Publikum zeigte sich mit Recht dankbar für die gebotenen, hier nicht allzu- käufigen Genüsse. Dir würden uns freuen, die verehr.en Darmstädter Gäste bald wieder hier sehen zu dürfen. Vielleicht vermitteln sie uns bald einmal den G.enuß einer oder der anderen bedeutungsvollen Neuheit. P; iS neuen 6662 — Studentenparlament in Leipzig. Deute versammelten sich auf die Einberufung deS UniversitälSrektors Pros. Tr Lamprecht etwa 2000 nicht inkorporierte Studenten, die über die Satzungen des seit langem geforderten Studentenausschusses, den Entwurf des ersten S«dentorwarlsm«tts ad- ftimmat sollten. Geheimrat Lamprecht -^.richnere btn_ Zag als einen der denkwürdigsten, di- in der Entwicklung der S "v ickaft zu vcrzcickncn und. Ber der Ab unmung wurden ungen gegen eine kleine Minderheit c:;_ setzt sich aus zwei Ausschüssen zusam. deuten und der nicht infoi pariert en C । zweiniol monoil. tant>- «irlschaftliche Leilfracea ^eniiprcd) - Anschlüsse: Tie Rückeroberung von Tripolis durch die Türken? Berlin, 31. Okt. Tas „Berliner Tageblatt" meldet auS Konstantinopel: Im General stab ist heute nachmittag eine DepescheausTripoliseingetroffen, wonach Tripolis von den Türken wieder erobert worden ist. In zweitägigem erbitterten Kampfe wurden 5000 Italiener getötet, 700 gefangen genommen und 75 Geschütze, 37 Mitrail- leusen und 1700 ft i ft e n Munition erbeutet. Die Bestätigung der Meldung durch das Kriegs- ministerium steht noch aus, ist aber wahrscheinlich, da das Kabel von Tripolis ebenfalls in türkischem Besitz ist und die Depesche direkt aus Tripolis kam. Der Korrespondent erfährt von einem hohen Tiplomaten, daß ihm heute nachmittag beim Diplomatenempfang auf der Pforte der Minister des Aeußern mitgeteilt habe, die Italiener seien in Tripolis ein- geschlossen und die weiße Flagge sei gehißt. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Pera: In der Kammer teilte der Abgeordnete von Bolu, Hamid- Bey- mit, daß Tripolis wieder von den Türken erobert worden sei. Die Verluste der Italiener feien außerordentlich groß, 5000 seien getötet, 700 gefangen. Tie Nachricht wird von kompetenter Seite bestätigt. Das Blatt „Jeune Turque" erfährt, daß die Pforte am Samstag? abend ein dringendes Telegramm der italienischen Regierung erhalten habe, worin um sofortige Einstellung^der FeindseligTei- ten und Einleitung von Verhandlungen nachgesucht wird. Eichener Lheaterverein. TaS Glöckchen des Eremiten. Gastspiel des Großh. Hoftheaters. und der Hofmusik in Darmstadt. Gießen, 30. CLobcr. Ter Komponist dieser h.ireren Over, A. MaiNart igeb. 1817 zu Montpellier, geil. 1871 zu Moulins auf. der Flucht vor den Teutschen) hat noch 5 andere Opern geschrieben, die aber aus der Bühne nie heimisch wurden. Nur mit dem Glöckchen des Ereniiten gelang cs ihm nach der erfolgreichen Eritaufsührung zu Paris im Jahre 1856 die Gunst des Pubihkums ;u erringen und bis heute zu erhalten. Er verdankt dies in erster Linie seiner leichtflüssigen, gefälligen Musik, die zwar die Meister- werte der französischen Splewper iBoildieu, Aub^r, Adam' nicht erreicht, aber doch von einem gesunden Hauch jener prickelnom Anmut und Leichtigkeit durchweht ist, die leider in der Munk immer seltener zu weroen droht. Zum guten Teil ruht sein Erfolg auch auf dem glücklich erfundenen Textbuch (der -siost hat auch zu einer italienischen, in Deutschland undeach.et gebliebenen Oper von Sarria, Neapel 18 <5, Anlaß gegeben). Ein guiet- Text ist bekanntlich erste Lebensbedingung einer Oper, und an dieser Klippe ist schon manch.'s musikalisch wcrwollere Werk gescheitert. Das Textbuch des „Glöckchens" zeigt zwar keine tincien literarischen Qualitäten, bringt aber mit den nötigen Ingredienzen von Leichtferttgleit und Scntimentalilät eine hübsche. Bcrwicke- lung und Lösung nebst den erwünschten Gelegenheiten. — oder Borwänden — für Trink-, Liebes- und Soldaten-Lieder u. dergl. bewähtten Requisiten, auch ein bischen historisckien Hintergrund (Eevennenkrieg 1704) — kurz eine ganz ehrenwerte Routine aus der Grundlage eines gesunden Talen.es unb gefälligen Könnens. Tas ist durchweg der Charakcei des Wertes, daS uns oh.te v.el Geistes- oder Gemüts-Anspammng einen Arend anständigen, heiteren Genusses versehafst — ein Verdienst, das mit gar nicht unterschätzen. __ ' Tie Ausführung, welche den kunstlert,chen Gelang-- w.e ^n- strumcntalkrästcn des Darmstädter LoftheaterS eine dankbare und nicht schwierige Ausgabe bot, war durchweg sehr lobenswert. Es fällt uns hier zwar gleich ein Won Goethes ein (aus Wuhrlm Meister - Ter Künstler muß nur niemals einen unbedingten Seifall für" das, was er hervor'oringt, verlangen, denn der unbedingte ist am wenigsten wert, und den bedingten wollen bte Herren nicht gerne", aber wir haben diesmal in der Tat mdtf viel Anlaß zu einschränkenden „Bedingungen" unsekes LobeS. Die sympachifche Hauptrolle der ebenso temperament- als gesühl- — Kurze Nachrichten a ' r Kunst n n b Wissenschaft. Tr. Konrad Willgerodt, ttatsmäßiger a. o. Pro- feuer der anorganischen Chemie und Technologie unb Abteilungsvorsteher an der naturwissenschaftlich-mathematischen Abteilung des chemischen Laboratoriums der Universität Freiburg L Br. begeht am 2. November seinen 7 0. Geb urts- tag. — T i e Telefunkenstation auf Spitzbergen ist nun vollständig errichtet, doch wird die Festlanostati ter Insel Jngö bei 5?ammcrfe't erst anfangs November rt — Eine Akademiefür kommunale Verwaltung, In der Städtischen Tonhalle in Tüsscldorf war am Montag nachmittag ein Fest antai-lich der Eröffnung der von der Stadt Tüsseldorf gegrunoeten Atademie für kommunale Verwaltung. Nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters £ et)« l e r uiid des Vor'ipendcn des Tirektoriums der Atademie, Most, hielt der 5tnbicnoitettor der Atademie, Unwcrsitätsvrosessop ^ticr-Somlo die Festrede über kommunale Wilsenschaft und kommunale Ausbildung. — Darnach begannen die von der Sladt- verivaltung uno der Handelskammer Tür den Bezirk Düsseldorf gemeinsam eingerichteten akademischen Vorlesungen für allgemeine Fortbildung unb wirtschaftliche Wissenschaft. — Zur Errichtung eines Denkmals für Robert Koch, den verstorbenen berühmten Bakteriologen, hat sich unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Tr. Kirchner ein Ausschuß, gebildet, dem namhafte Persönlichkeiten aus allen Kreisen bet' Bevölkerung angehören. Es ist beabsichtigt, nut einem Ausruf zur Sammlung von Beiträgen an die Eeifentliäjfcit zu treten.' Dem Kaiser, der den orrstorbencu Forscher besonders schätzte, ist von dem Plane Meldung erstattet worden. Tie Minister v. Dallwitz,: Tr. Telbrück, 2r. Lentze und von Tro.t zu Stolz, sowie der Staatssekretär des Reichskolonialamts v. Lindcyui'r Üben ihren Beitritt erklärt, und der Reichskanzler Dr. von Belhmann-Hollweg hat den Ehrenoorsitz übernommen.' In den leitenden Kreisen der städtischen Verwaltung von Berlin steht man, da Robert Koch der Ehrenbürger der Stadt Berlin war, dem Plane sympathisch gegenüber. fung dcrRefervistenklasfevon 1880, im g a n z e n 100,000 Mann, unmittelbar bevorstehend. Tie italienischen Verluste. Rom, 30. £It. Ter Tberlommandant des tripolitani- scheu Lperationskorps teilt heute hierher telegraphisch die Verluste mit, welche die unter seinem Kommando stehenden Streitkräfte v o m 2 3. b is e in s ch l i e ßli ch 2 6. L k 1 o b e v in den Kämpfen vor Tripolis erlitten. Demnach wurden 13 Offiziere unb 369 Mann getötet, 16 Offiziere und 14 8 Mann verwundet. Der Kriegs- minister behält sich vor, die Namen folgen zu lassen. Das Mißverhältnis zwischen der Zahl der Toten und Verwundeten ist dadurch erklärlich, daß einige Mteilungen, darunter das 11. Bcrsaglieri-Regimcnt, aus allernächster Nähe angrisfen. Tic Lücken in den verschiedenen Heeresabtei- lungen vor Tripolis sind übrigens bereits ergänzt. D-e Begeisterung in Konstantinopel. Konstantinopel, 30. Olt. Tie t u r k i s ch c P r e f f e jubelt über die Erfolge in Tripolis. „Sabah" sagt, der Krieg enthülle die große Kraft des Lttomanen- tums, nämlich die Treue der Araber gegenüber dem Khalifat. Ten Blättern wurde verboten, Me.duugen über die Durchreise der türkischen Offiziere durch Aegypten nach Benghasi und über die Entsendung von Geld und Lebensmitteln durch Aegypten zu veröffentlichen. Tic wirtschaftlichen Maßregeln der Türkei. Die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet: Tie türkische Generalzolldirektion ordnete zur Aussührung des Gesetzes, nach welchem seit dem 23. Oktober von allen italienischen Waren eine Zollgebührvon hundert Prozent vom Werte zu erheben ist, an, daß alle Aaren, die vom 2. November 1911 ab aus europäischen Ländern, aus deren Besitzungen im Mittelmeer, aus Marokko und Aegypten ausgefuhrt werden, bei der Einfuhr in die Türkei von einem Ursprungszeugnisse begleitet sein müssen, widrigenfalls sie bis zum Gegenbeweis als italienische Waren angesehen werden. Taö Ursprungszeugnis kann von der zuständigen Lokalbehörde des Ausfuhrhafens sowohl auf die Lriginaliaktura gesetzt als auch besonders erteilt werden. Die Legalisation des Zeugnisses durch einen türkischen Konsul ist nicht erforderlich. Konstantinopel, 30. Okt. Wie verlautet, hat die Pforte an ihre Botschafter Telegramme gerichtet, die besagen, die Pforte wünsche keine Vermittelung mehr, sondern sei zum Kriege eirtschlossen. Eine Abordnung von vier Senatoren unb sechs Deputierten soll die Hauptstädte Europas aufsuchen, um gegen die Italiener Propaganda zn machen. . Die italienische Zensur. Der telegraphische Namtichttuverlehr der römischen Korrespondeirten mit ihren Mailänder Blättern ist von der Zensurbehörde verboten worden. „Corriere d'Jtalia" weist darauf hm, daß die Zenfurbehörde sogar vor einer Verletzung des Briefgeheimnisses nicht zurückschcue. An Zeitungen gerichtete Briefe würben geöffnet ober über- Haupt nicht zugestellt. Die Regierung habe das Recht und die Pflicht, gegen falsche und tendenziöse Nachrichten cmfzu- tretetL Was aber jetzt geschehe, sei eine unbegreifliche Ungeheuerlichkeit, eine barbarische Belästigung und eine törichte Uebertreibung des Rechtes, das in diskreter Form angewendet werden sollte. Die italienische» Streitkräfte. Erst in den allcri-eptcn Tagen bejannen sich die Italiener darauf, daß die bisherigen Truppen in den ausgedehnten Operationsfeldern von Tripolis nicht genügen, um gegenüber den bereinigten Türken und Arabern große Lor- strömen immer zahlreicher herbei, selbst auS den entfernteften Gebieten. . •> -Sicher ist, daß bfc Italiener das zwischen Türken und Arabern bestehende Verhältnis falsch beurtei t hatten. MS ihnen die arabischen Bewohner von Tripolis huldigten, glaubten sie schon die ganze Wüsteiibevölkcmng hinter sich zu haben, und mußten es nun erleben, daß zu der Garnison von Tripolis von 10000 Mann noch mindestens 60000 Angehörig? der verschiedenen Wüsteustämme stießen unb weitere Zu-ckae in Aussicht stehen. Von einer wirklichen Eroberung Tripolitaniens kann wohl nicht mehr bie Rede ein, seitdem die grüne Fahne des Propheten von den -Tua- rcgs erhoben ist, seitdem die Italiener auf ihrem Rückzüge begonnen haben, Moscheen zu entweihen, arabische Frauen zu vergewaltigen und im krassen Widerspruch zum Völkerrecht alle bewaffneten, aber sonst friedlichen Eingeborenen als Rebellen uiederzuschießeu. Die Italiener können Gott danken, wenn sie bei dem erwachten Fanatismus der Araber und der Taktik der über Aegypten nach Tripolis gelangten GeneralstobSossi-iere überhaupt noch ihre Schiffe erreichen. Truppenuachschübe können ihnen heute wohl die Küste sichern, aber nicht den Vormarsch iuS Innere; denn dieses wird wegen der Regenzeit bald wie ein großes Sckflamm- Meer ausseheu, wo 200 000 Mann, wie sie Jla.ien brauchte, wenn sie nicht wie die Eingeborenen, ausschließlich von Datteln leben, gar nicht zn ernähren sind. Ter Berliner „Lokal-Anz." vom Montag enthält die erste Meldung seines Sonderberichterstatters in Tripolis über Tunis, worin die Kämpfe vom 23. d. M. nochmals der Wahrheit gemäß dargestellt werden. Darin heißt es: In dem Äanwi am Montag, den 23. d. M., wurden 56 5 Italiener getötet oder verwundet. Tie Verluste der türkischen Truppen waren nur gering, dagegen die der arabischen Reiter sehr erheblich, wenn auch geringer als die der itaiieuischcu. Seit dem Putschversuch, der in der Stadt sich aushaltcuden Araber am Montag ist die ganze Außenstadt abgesperrt. Alle, auch die vornehmsten Araber und die Kawassen werden, sowie v- die Straßen betreten, visitiert. Hunderte wurden gesesselt eingebracht und massenweise erschossen. Die Italiener schießen schlechter als die Franzosen in Casablanca, ihre frühere Disziplin hat ausgehört, und oie MannschasI hat buchstäblich dcn Kops verloren. Tie Lstiziere haben die Leute teilweise nicht mehr in dec Hand. Ter Generalstab ist ÜbernervöS, ebenso die Gendarmerie. Die Türken, haben einen regelmäßigen Karawanendienst eingerichtet, wodurch sie^ihre Sßcr- pslegung aus den südlichen Provinzen ermöglichen. Die Arader Tie Italiener auf dem Rückzüge. Seit etwa einer Woche ist cs den italienischen Truppen trotz aller Tapferkeit herzlich schlecht gegangen: nur war eS bis heute nicht möglich, diesen Mißerfolg der italie-- Nischen TripoliSerpcditi'ou einwandfrei festzustellen. Denn während bte türkischen Depeschen schon lange von ber ungünstigen Lage ber Italiener sprachen, gaben bie italienischen höchstenfalls zu, baß bie Verluste auf italienischer Seile bei ben fortwährenden Kämpfen wohl groß gewesen wären, die Toten und Verwundelen aber noch nicht hätten gezählt werden können. War bas schon einigermaßen seltsam, so mußte es noch seltsamer berühren, oaß die italienische Preise die Zahl ber getöteten Türken unb Araber ganz genau zu beziffern wrHte unb babei in Anbetracht dec geringen türkischen Heccesstärke wahre Zahlenorgien feierte. Wenn bie Zeitungsberichterstatter vom Kriegsschauplätze möglichst serngehalten werben, und bie amtlickcn Depeschen bie Zahl ber Toten unb Verwnnbeten nicht anzugcbcn vermögen, bann sieht es nach allgemeiner Erfahrung schon ' schlecht um bie bctressenbe lriegführenbe Macht. Die italienische Verlustliste vorn 23. bis? 26. Oktober liegt ja nun heute allerdings vor. Sie gibt zu, daß in diesen vier Tagen 13 Offizterci unb 3o9 Mann getötet unb 16 Offiziere, i sowie 142 Mann verwundet sind. Aber es muß sehr be- f bcnFlid) erscheinen, baß sie nicht bie Namen der außer t Gefecht gesetuen 540 enthält, so baß man, zumal auf Grund türkischer Nachrichten, (denen zufolge allein am 23. Oktober 565 Italiener getötet wurden, gezwungen ist, die Verluste der Italiener bedeutend höher anzunehmen. Die Italiener könnten sich aber über diese Verluste noch hinwegsetzcn, wenn nicht gleichfalls feststände, daß sie sich auf dem Rückzüge nach ber Küste befinben. Unb heute wird von verschiedenen Seiten auS Konstantinopel gemeldet, Tripolis sei von ben Türken und Arabern wieder zurückerobert worden unb die weiße Fahne sei über der Stadt gehißt worden. Jcbensalls steht es um bie italienische Sache recht schlecht. Wenn die Melbuug bestätigt wirb, bie italienische Negierung habe in einem bringenden . Telegramm an bie Pforte angeregt, daß bte Feindselig^ leiten sofort eingestellt würben, so erhellt bas.bie Lage. Tie Stimmung in Konstantinopel ist natürlich begeistert unb kriegerisch; man will bort von Frieben jetzt nichts mehr wissen. unb tugendrcichen Rose Fricruet war bei Fräulein Brüter dar-! sind gleichberechtigt. Je 50 Studenten wählen einen Abgeordnttcn. -....... - ' ' * Die Satzungen des ersten Studentenparlaments dürsten für bte anderen Universitäten vorbildlich sein. Dienstag, 5|. Oktober (9U Ve^nqvvrei»: monalÜck75Ps^viertel- jälnlich Pik. 2.20; bür* Abholt- il ZiveigsicÜen monnilid) 65 Pf.; durch die Post Pik.2.— viettel- jährl. mvtfdiL Bestella. ZeilenvreiS. lokal 15M* auSivärt» 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Verautwortltch für ben politischen Teil: August General-Anzeiger für Gberyeffen Annahme" von Anzeigen Kofaflonsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchnlstrahe 7. Land': C.Heb:^'ur den bi! öormiuagti'ti'iit)“ vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 GeschästLstclle Bahnhofstraße 16 8. Auzeigentcit: H. Beck ;n Che®»® dSte begu'ac11*6 / t das Lei-el 6 / indUci xer ) Harbach. ______66» httNg Ldtzen für dos Rj. lang auf bem 87.? :eresscnten offen. jung. von Frankfurt a. M - W eines Tamvileifelr 7 lanmmachung weilen, I ~ vnlane tum I övofct). Kreisam, (üir-1 s hm. toei Sieben. _ f.’M chttng. [ )e ®öbehuoö für » . I. an acht Taqe laM Einsicht ber ^nteresfenM ampa »erspart Ersparnis Süd- W ■ *im --Fußball. An smegungSjpiele mit jn Ins Llardurger A. i. i hinildja’teii traten sich größter Beliebtheit und hat sich auch weit darüber hinaus den Ruf einer vorzüglichen Pianistin gegründet, nachdem sie mit keinem Geringeren, als Professor Henri Martean in den Toi “niete flute Mutter? 8m hl ^ter von 52 Die Ludwig ^»elbeim, Dar Nheinlanden, m Köln, Leipzig, Berlin tind anderen Mnsik- centren, gelegentlich einer Konzerttournee auch in Holland, große Triumphe gefeiert hat. Landkreis Gieren. ---- Wies eck, 31. Ott. Heute abend findet hier int Saale des Gastwirts Ziegler eine von der nationalliberalen Partei veranstaltete W ä h l e r v e r s a m m - l u n g statt, in der deren Kandidat, Fabrikant Adolf Kling- spor und Professor Luley sprechen werden. U Reiskirchen, 30. Oft. Am 1. November verläßt Lehrer Schaf, nachdem er ein Jahr die obere Schulklasse geleitet hat, unseren Ort, um die Lehrerstelle in Groß-Gmupen zu besetzen. In der kurzen Zeit seines Hierseins hat er die Gunst und Liebe seiner Schüler und der ganzen hiesigen Einwohnerschaft erworben. Den Gesangverein „Harmonie*, deut Herr Schaf als Dirigent vorslaud, brachte er zu hoher Blüte. — Auch unser Ort beabsichtigt, sich an das oberhessische Elektrizitätswerk anzuschliegen. — Soeben ist man hier mit der Bahn Hof Serio eitern ng beschäftigt. Die Güterhalle ist soweit fertiggestellt. Es werden noch zwei Warte- räluue, einer für ine 1. und 2. Klasse und der andere für die 3. und 4. Klasse, erbaut. Die Arbeiten iverden iir Sommer n. I. fertig werden. Kreis Alsfeld. § Flensungen, 29. Olt. „jn der Freitag nacht wurden einem hiesigen Einwohner in seinem yauSßaricn einige Wäsche- gegen st ä n d e g e it oh l e n. Bon den Dieben hat man leine Spur. Möge dieser Fall zur Warnung dienen, seine Wchche abends, an einen sicheren Ort zu verbringen. Kreis Schotten. \ O Laub ach, 30. Okt. Das gestern Nachmittag von der Konzert- und Vortragsvereinigung veranstaltete 1. Konzert, ein Liederabend der Konierllängerin Frau Werner-Jensen | Äi IW Itztz; I.J auf dec ® >3^ Starlet I m Worms, & ksä B inb vfitot _ Wißmar, ^aniaMB . Anlaß 'si 9 & mvrde der ' ft einem Surf Siasbach. 20 tiimod wirb auch J tritt Wetzlar, mi de L gerade in unsere, Ln Erschg gepflegt ■ so Wiesbaden PnerL Guilleaume ^Konzession zur bahn Wiesbader Hab-Eltville erte rinjern begonnen. war die Hebung uclanitt geworden, und so stand an beiden Gelte« des Bahnkörpers eine dichtgedrängte Zuschauermengc. Tie Eisen.bahnkolonne stellte sofort ihre Azetylenleuchter auf, die den Dahn- körper hell erleuchteten, und alsbald rückten die Kolonnen mit ihren Tragbahren zum Aufsuchm der Verletzten aus. Tie Art der Verletzung war auf angesteckten Täfelchen erkenntlich.^ Unter sachkundiger Leitung hatten die Sanitäter alsbald die schwere der Fälle erkannt, und von ihren geübten Händen waren bald alle möglichen Verbände angelegt. Das ging so rasch, daß schon 15 Minuten nach Eintreffen die meisten Verletzten in den Krankenwagen untergebracht waren. Hier wurden die Tragbahren an Riemen, Seilen usw. schwebend befestigt. Besonders interessierte das neue System der städtischen freiwilligen Kolonne, durch das alles Schaukeln und Stoßen während der Fahrt verhütet werden soll. Die Kolonnenmitglieder besichtigten den Eisenbahnlazarettwagen. Durch die Leiter der Uebung, Eisenbahndirektor Zimmer- mann, Regierungsrat Stäbler und Landgerichtsrat Wiener, sand dann die Prüfung der Verbände und der Unterbringung der Verletzten in den beiden Krankenwagen statt. Sanitätsrat Tr. Käs und Landgerichtsrat Wiener hieltm die Kritik ab, die int wesentlichen die rasche und geschickte Arbeit der Leute hervorhob. Um 10 Uhr verließ der Hilsszug die Station Großen-Buiea, um etwa Voll Uhr wieder in Gießen einzutreffen. Hier erfolgte noch als Schlußakt das Ausladen der Verletzten. Die Uebung, an der etwa 70 ausgebildete Sanitätsleute teilnahmen, war in allen Teilen wohlgelungen. c , ** Etwas, daS billiger wird. Während zahlreiche Verbrauchsgegenstände im Preise steigen, haben die Metallfadenlampen eine Preisermäßigung erfahren. Der Preis einer 25 kerzigen Metallfadenlampe, 220 Volt, betrug früher 3,50 Mk., der jetzige Preis beträgt 2,50 Mk. Eine 32 kerzige kostete früher 3,50 Mk., jetzt 2,50 Mk., eine 50 kerzige kostete früher 3,00 Mk., jetzt 2,50 Mk. Hierzu käme noch eine Steuer von 40 Pf. für jede Lampe. Obige Preise sind für Lampen, die eine Spannung, wie sie für die Stadt Gießen in Frage kommt, haben. Auch für die Ueberlandzentrale, die eine Licht- . spannung von 120 Bolt besitzt, sind die Preise für Metallfadenlampen ebenfalls ermäßigt worden. Die Lampen 16, 32 und 50 Kerzen kosteten früher 2,00 Mk., jetzt 1,50 Mk. für das Stück ohne Steuer. ** Um eine Steuerfreiheit der Polizeihunde und der bei den Gefangenanstalten verwendeten Wachhunde herbeizuführen, haben einige Polizeiverwaltungen eine 2lbänderung des Hundesteuergesetzes vom 12. August 1899 beantragt. Das Ministerium des Innern ist in Uebereinstimmung mit Ministerium der Finanzen der Ansicht, daß diese wünschenswerte Steuerfreiheit der fraglichen Hunde nicht durch eine Aenderung der Gesetz- j gebung, sondern dadurch erreicht werden soll, daß die \ Staatshundesteuerbeiträge für diese Hunde aus der Staats^I lasse ersetzt und als Polizeikosten und Kosten der betr.l Gesängnisanstalten verrechnet werden. In gleicher Weise j wäre die Gemeindehundesteuer von den Gemeinden den 6etc. Behörden oder Beamten zurückzuerstatten. **DerLaubfall erschwert in den stark ansteigenden Straßen den Betrieb der Straßenbahn ungemein. Die auf die Schienen fallenden Blätter bilden dort eine glatte, zähe Masse, die die Reibung der Näder aus den Schienen empfindlich beeinträchtigt, so daß mancher Wagen nur durch fortgesetztes Sandstreuen sich vorwärts bewegen kann. Heute kam es hierdurch z. B. zwischen 7 und 8 Uhr früh in der Licher Straße zu erheblichen Störungen und Verspätungen im Straßenbahnbetrieb. •• Konzerte. Dcr Konzert verein veranstaltet Sonntag, den 5. November, in der neuen Aula der Universität (nicht im Klubsaal!) als zweites Konzert einen Lieder- und Klavierabend und hat dafür die hier von früheren Konzerten her wohlbekannte ipid geschätzte Sopranistin Frau Tilly Eahnbley-Hinken, gewonnen, deren glockenreiner Sopran und von edelstem Empfinden getragene Gesangskunst hier, wie aller Orten, die Hörer begeistern dürfte. Tie Künstlerin war in den Jahren 1909 und 1910 für nicht weniger als sechs große Musikseste engagiert (u. a. Königsberg, Saarbrücken, München, Bach-Fest in Duisburg) und gilt gegenwärtig auch als eine der allerbesten Liedersängerinnen. Auf thrcn Wurffch hat Herr Professor Trautmann die Begleitung der Lieder übernommen. An Stelle der leider erkrankten Wynne Pyle-Berlin ist Fran Ellen Saatweber- Sch lieper ans Barmen gewonnen worden, eine treffliche Pianistin, bei welcher die Kritik glänzende Technik, gesangvollen Anschlag und starkes ursprüngliches Temperament allenthalben hervorgehoben hat. Sie erfreut sich in ihrer Hemmt Verlangen Sie überall ausdrücklich das Fabrikat der Wolfrnm-Lampon Act.-Ges. Auffftbnc'R Stand.Lager u. Vertretung: Allgern. Elektro- u. Maschinen technischer Vortr. Louis Geicrshöfer, Frankfurt a. M., Neue Mainzerstr. <*5L höttttepbtett, h i» teb,i, ä Meern finde mi Leeren zu pflücken. Es sind neue Truppens end una en Nnter- vogs. lieber die bisherigen italienischen Streitkräfte schreibt -er römische Mitarbeiter der „Franks. Ztg.": Bekanntlich waren zunächst auf den Kriegsschauplatz' zwei kriegsstarke Divisionen gesandt worden, die sich aber sofort als ungcnügenD erwiesen hpben. Von den beiden Divisionen steht die erste unter Peeori in bet Stadt Tripolis, die zweite unter Briceola in B e n g h a s i. An eine gemeinsame Aktion dieser beiden Hauptteile ist bei der großen Entfernung von etwa 500 Kilometer zwischen Tripolis und Benghasi nicht zu denken. Jede Division muß deshalb ihre eigenen Reserven haben. Die italienische Bor Postenkette um Tripolis umfaßt zwischen dem Fort Gargaresch im Westen und der Oase Schara Schat int Osten einen Umkreis von 10 Kilometer mit einem Maximalradius von 4 Kilometer zwischen Tripolis und der Oase Schara Schat. Diese Stellung wird an der Außenlinie von vier Infanterie-Regimentern, dem 40. auf dem westlichen Abschnitt, dem 84. und 6. auf,dem mittleren und dem 11. Bersaglieri-Regiment auf dem östlichen, einge- iwmmen. während das 82. Infanterie-Regiment als Reserve in der Stadt steht. Diese fünf Regimenter sind also auf eine sehr lange Front verteilt, so daß bei einem Angriff auf einen Flügel geraume Zeit vergeht, bis Verstärkung eintrifft. Das hat auch der Kampf vom 2 3. Oktober gelehrt. Die arabische Reiterei machte zunächst einen Scheinangriff auf den italienischen linken Flügel und wandte sich, sobald Verstärkung kam, auf den italienischen rechten Flügel, der unterdes Truppen abgegeben hatte und dadurch sehr geschwächt war. Zu gleicher Zeit gingen auch die Türken zum Angriff auf den rechten italienischen Flügel über. Es gelang den Italienern zwar, den Angriff abzuwehren, doch erlitten sie schwere Verluste, die sie darüber belehrten, daß dieser Stellung nicht nur keine Kräfte für den Vorstoß ins Innere entzogen werden können, sondern daß sie, bei der heutigen Lage wenigstens, eine Verstärkung dringend nötig hat, Ztatieuische Grausamkeit? Der sozialdemokratische „Avanti" meldet, daß die italienischen Soldaten die arabischen Gefangenen sehr grausam behandelt hätten. Diese Meldung des sozial^- pemokratischen Blattes wird durch einen Bericht, den die konservative „Stampf, ein Giolitti nahestehendes Blatt, veröffentlicht, bestätigt. Der Berichterstatter der „Stampa" gibt eine herzzerreißende Schilderung der Art und Weise, wie die italienischen Soldaten die arabischen G reise,FrauenundKindersplitternacktaus- gezogen und in diesem Zustande fest aneinander- gebunden durch die ganzeStadtbis in die Gefängnisse getrieben hätten. Die unglücklichen Menschen hätten mehr vor Scham als vor Furcht gezittert. Der „Stampa"-Korrespondent erzählt, daß er sich selbst ins Mttel gelegt habe, um diese unmenschliche Behandlung, die von dem Vorgesetzten befohlen worden sei, zu verhindern. Eine gewisse Entschuldigung der fürchterlichen Erbitterung der Italiener kann in dem Umstande gesehen werden, daß ihre Kameraden von den Arabern in ebenso grausamer Weise hinterrücks niedergemetzelt wurden. So weiß der „Avanti" zu berichten, daß infolge des Rückangrifss von drei Bersaglierikompagnien nur 125 Mann Und von zwei Jnfanteriekompagnien nur 60 Mann kampffähig geblieben seien, während alle anderen entweder tot oder verwundet seien. Für die Erbitterung des Kampfes spricht auch noch eine andere Episode, die die „Stampa" mitteilt: Der Bersaglieri-Hauptmann Bucchio wurde von Arabern umzingelt und sah sich in der fürchterlichen Lage, keinen Widerstand mehr leisten zu können. Um der Ge- ^mtgenschaft zu entgehen, schoß er sich selbst eine Kugel durch vie Wahlkampagne der Herrn v. Sethmann-hollweg. Die „Nordd. Allg. Ztg." wendet sich gegen die von verschiedenen Blättern verbreitete Nachricht, wonach an die Landräte eine Anweisung ergangen sei, die diese zur nachhaltigen Orientierung über schwerwiegende Angriffe gegen die R e g i e r u n g in der Presse oder in Flugblättern, die auf die Reichstagswahlen einwirken könnten, auffordert. Die „Nordd. Alla. Ztg." stellt demgegenüber fest, daß der preußische Minister des Innern lediglich die Regierungspräsidenten und zwar bereits am 12. September ersucht hat, ihm über die in der Provinz gegen die Politik der Staatsregierung gerichteten, auf wirkliches oder angebliches Tatsachen- oder Zahlenmaterial gestützten Angriffe schwerwiegender Natur, welche die kom- Urenden Reichstagswahlen zu beeinflussen vermögen, Bericht zu erstatten, um so eventuell Gelegenheit zu haben, in sachlicher Form gehaltene Erwiderungen zu veranlassen. Von einem Ersuchen um Angabe der Kosten der betreffenden Erwiderungen, sowie von einem Rat an die Landräte, sich die Flugblätter der Parteien aus vertraulichem Wege zu beschaffen, enthalte der Erlaß kein Wort. Wie man der Regierung wegen dieses Erlasses ein unzulässiges Eingreifen in die Reichstagswahlen zugunsten bestimmter Parteien vorwerfen könne, fei unverständlich. Es sei nicht nur das gute Recht der Negierung, die aus unrichtiges, Tatsachen- oder Zahlenmaterial gestützten Angriffe gegen ihre Politik sachlich zurückzuweisen, sondern, sobald solche Angriffe nach Art und Inhalt dies erforderlich machten, auch ihre Pflicht. Sonst hat der Reichskanzler bei Anfragen im Reichstag immer sorgfältig die preußischen von den Reichsan- gelegenheiten zu unterscheiden gewußt. Es bleibt dabei, daß die Anweisungen, in dieser oder jener Form, unklug waren. Sie werden das Gegenteil von dem bewirken was ihr Zweck sein sollte. 4 auch den neben Vorsitzenden ab mit der Bemerkung, er wolle sich hier doch nicht zum Klown der Versammlung machen lassen; er weiche nur sprechen, wenn Herr Prof. Urstadt selbst den Vorsitz übernehme. Dies geschah nicht, und so mußte Prof. Urstadt das Schlußwort erteilt werden. Deutsches Reich. Das viele tausend Mitglieder zählende Kartell der VerbändePreußisch-hessischermittl. Staats^ eisenbahn-Beamten hat an den Minister von Breitenbach in Berlin eine Eingabe gerichtet, mit der Bitte, den durch die Teuerungsverhältniffe schwer betroffenen Beamten durch besondere Maßnahmen zu,helfen, da die aanze Hoffnung der Beamtenschaft auf ein tatkräftiges Eingreifen der Staatsregierung gerichtet sei. Es wird hin- gewiesen auf das Beispiel zahlreicher Kommun alverwal- tunaen und industrieller Unternehmungen. Eine durchgreifende Hilfe könne jedoch nur in der Gewährung allgemeiner einmaliger Zulagen erblickt werden, die ohne besonderen Antrag jedem Beamten bewilligt werden müßten. Aus M ü l h a n s e n i. Els. wird gemeldet: Am Montag nachmittag verschied im Hospiz Sankt Peter auf dem Ottilienberge Prälat Kanonikus Ladolin W i n t e r e r, Stadtpfarrer der Sankt Stefanienpfarrei in Mülhausen. Prälat Winterer war eine der markantesten Persönlichkeiten int elsässischen politischen Leben. Er vertrat seit einer langen Reihe von Jahren den Bezirk Altkirch im Reichstag und im Landesausschuß. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Mörs: Die Nationalliberalen stellen im Reichstagswahlkreis Mors-Rees den Staatsanwalt Tr. Rosenfeld- Berlin auf. Das Zentrum stellte anstatt deS zurückgetretenen Negierungsrates Klocke den Rechtsanwalt B e e r a n - Hamburg als neuen Kaiüüdaten für den Wahlkreis O s n a brück auf. rSuslaud. Vor dem Geschworenengcricyt der Grafschaft De'oonchire begann am Montag das Verfahren gegen den Deutschen Schultz wegen Vergehens gegen das Gesetz zur Wahrung des Amtsgeheimnisses. Der Lord-Oberrichter führte aus, Schultz sei angellagt, durch Bestechung versucht zu haben, Informationen über maritime und militärische Angelegenheiten zu erlangen, deren Bekanntwerden gegen das Interesse Englands verstoße. Im englischen Unterhaus fragte der Abgeordnete Pcase an, ob die Handelsbeziehungen zwischen Deutschl and und Englarzd durch den Vuudesratsbeschluß geregelt seien, der lediglich nach Belieben Deutschlands umgestoßen werden könne, und ob G r c y eine Erklärung aogebeir wolle, worin die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen über den dauentdeu Moistbegünstiaungsvertrag mit Deutschland beständen. Der neue Unterstaatssekretär des Aeußeru, A e l a n d , erwidert, die 5>andels- beziehungen zwischen Deutschland und England würden durch das Gesetz geregelt, das periodisch durch den deutschen Kaiser mit Zustimmung des Bundesrats und deS Reichstags erlassen werde. Dieses Arrangement, das den britischen Produuen Meistbegürtsti- gung gewähre, erscheine vom englischen Standpunkt ausreichmd, um gegenwärtig Vertragsverhandluugen unnötig zu machen. Deursche Aolonien. Hamburg, 30. Okt. Der ^Direktor des hamburgischen Institutes für Schiffs- und Tropeitkrankheitm, Medizinalrat Professor Tr. Nocht> ist im Auftrage des Staatssekretärs des Reichskolonialamtes zum Studium der sanitären Verhältnisse und zur Erforschung der Schlafkrankheit nach Deutsch-O stafrika labgereift. Er wird dort mit dem Generaloberarzt Prof. Dr. Stendel-Berlin zttsammenarbeiten, der die Reise im August angetreten hat. Aus Stadt rrsed Land. (Stegen, 31. Oktober 1911. ” Tageskaleder für Dienstag, 31. Okt. Stadttheater: „Die Haubenlerche". ^Anfang 8 Uhr, ** Kon troll Versammlung en. In der Presse sind in der letzten Zeit Artikel erschienen, die eine kürzlich gegebene Verfügung des Kriegsministeriums behandeln. Nach diesen Artikeln wäre es den Kontrollpflichtigen frei- gestellt, von den betr. Versammlungen fernzubleiben, wenn irgendwelche beruflichen oder häusliche Verhältnisse da- ßegen sprechen. Diese Auffassung ist vollkommen falsch. Die Verfügung des Kriegsministeriums ist lediglich an die Bezirkskommandeure gerichtet und gibt diesen Anweisung für die Beurteilung von Besreiungsgesuchen Kontrollpflichtiger. Besreiungsgesuche sind daher nach wie vor so frühzeitig einzureichen, daß den Kontrollpflichtigen, Nachricht gegeben werden kann, ob ihr Gesuch genehmigt oder abgeschlagen ist. Unpünitliches Erscheinen und Versäumnis einer Kontrollversammlung werden wie bisher mit Arrest bestraft. ** Die Reihe der r e li g i o n s wi s s e n s ch a f t- lichenVorträge setzt morgen aoend Proseisor Dr. Balde n s b e r g e r mit einem Vortrag über das Thema „W a r Jesus eine geschichtliche Persönlichkeit?" fort. Da das Vortragsthema in der letzten Zeit vielfach erörtert tvurde — es sei nur an die Stellungnahme des Professor Drows-Karlsrithe zu der Frage erinnert —, wird der Vortrag wohl bei allen religiös Interessierten auf besondere Beachtung Ansprua) machen dürfen. ** U n i v e r s i t ä t s - B i b l i o t h e k. Die ständige Ausstellung wird während des Wintersemesters Montags von 11—1 Uhr und Dontierstags von 3—5 Uhr jedermann zugänglich sein. Den Gruuostock bilden wertvolle Handschriften aus dem Besitze der Bibliothek, darunter das gotisch- lateinische Bibelfragment und der Papyrus mit den Resten einer griechischen^Uebersetzung des samaritanlschen Pentateuchs. Es schließen sich an Werke aus der Frühzeit des Buchdrucks und Holzschnitts und aus der Blütezeit der Illustration im sechzehnten Jahrhundert. Die jetzt noch ausgestellten Autogramme von Schriftstellern und Gelehrten des neunzehnten Jahrhunderts sollen im nächsten Monat erlesenen ex libris, diese nach Neujahr Taschenbüchern und Almanachen den Platz räumen. Hervorragende Handschrif- fremder Bibliotheken — so jetzt Miniamren des Britischen Museums — werden durch Lichtdrucke veranschaulicht. .-k* ©ine Probealarmierung hielt gestern abend Die Gl senba hn-Sanitätskolonne .Greße n im Verein mit s r e No l l l i g e n S a n i t a t s k o l o n n e vom Roten Kreuz Gteßen—Klem-Ltndeir ab. Es wurde angenommen, daß bei ?.en/.”uic? au der Bahnstrecke Giegen—Fulda ein Zug entglcift sei, wobei es zahlreiche Schwerverletzte gegeben hatte. Um 8.05 Uhr verließ der Eisenbahn-Hckfszug den Bahichof Gießen, um 8.2o trat er in Großen-Buseck an Der Unfallstelle ein. Hier Aus Hessen. ließ er eine Wähle roeciammlung in Klein- öxnhen schreibt man uns: Am Sonntag abend sprachen im Saale der „Deutschen Eiche" hier der Kandidat der geeinigten Fortschrittler und Natwnalltöeralen, Bürgermeister Kreilina- Hsichelheim und als zweiter Redner Professor U r st a d t - Gießen in einer von etwa 80—90 Teilnehmern besuchten Wählerversamm- Itatg. ^n, dn Aussprache griff der antisemitische Agitator, Herr Reuther, die hes,ischen Lehrer an. Vom Leiter der Versammlung, einem Lehrer, wurde dies mit EntMung zurückgeiviesen. Daraus Miternahm Herr Reiither Angriffe gegen den Vorsitzenden der Versammlling. Die Folge davon war, daß ihm das Wort entzogen wurde. Da sich sonst niemand zum Wort meldete, bedauerte Herr Prowisor Urstadt den vorzeitigen Sästuß der Aussprache und forderte Herrn Reuther auf, doch noch einmal das Wort zu ergreifen unter Vermeidung aller persönlichen Angriffe. Herr R e u - t h e r lagte zu unter der Bedingung, daß man einen Wechsel im ^Jlß nemtTe'tCn Dies wurde bereckwillrgst zuaesagt. Aber unter allgemeiner Hnterkeck der Versammlung lehnte Herr Reuther _ ■*usL^0*!raü,K^rnPBn w <1 -t ringe old Soli, |ort tot. Kreis Wetzlar. Preis pro Stück 20 Pfg. Ab 20. Oktober überall erhältlich. Bahnhofstraße 51« Bahnhofstraße 51. it geb. Henkelmauu 16701 Heuchelheim, Darmstadt, den 30. CItober 1911 mittags 2 11 Ur, stau. 09063 Plockstrasse 5 6687 Amtlicher Teil. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. November, nachm. 1 Uhr, vom Sterbehause, Braubauvstrabe 43, auS statt. ^Jch litt seit 8 Jahren an gelblichem AuSschlag mit furchtbarem Hautjucken. Durch eia halbe» Stück Sucker'- Patcnt-Mcdiäinal Leise habe ich das Nebel völlig beseitigt. H. Poliz.-Sern." ä Dr.v0 Bf. tilgst». 1.50 Di.s3S°/otg, stärkst eyorms. Daiu Zuck^-Ereme (nicht fett. u. mild) K Pi. u.2M. in derUutversttät». 09053 Das •im Alter von 52 Jahren unerwartet sonst entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Henkelmann und Familie. Besonders wird man überrascht sein über die absolute Schonung jedes Gewebes, sei eS gewöhnliche Wäsche, sei eS Wolle, Baumwolle oder Seide. Die Stoffe laufe« nicht ein und behalten ihre Weiche und ihre ursprüngliche Farbe«, fchönheit. Dabei ist die Kavon-Seife außerordentlich ausgiebig. Schou bei ganz leichtem Aufstreichen ist der Schaum da. meine Lokalitäten in empfehlende Erinnerung Diner von 12—3 Uhr in und äusser Abonnement — Souper von abends 6 Uhr an Hiesige sowie Münchener und Pilsener Biere Festlichkeiten und Kommerse usw. steht der Saal zur Verfügung ---------------- Sport. (Siesten, 81. Oktober. --- In st ball. Am Sonntag spielte der (Gießener Verein für LewegungSspiele mit zwei Mannschaften gegen die erste und zweite des Marburger N. s. B. und geivaiur beide Spiele. Tic ersten Ltannschasten trafen sich in Marburg zur Austragung de» Kreis- Bekanirtmachnttg. Betr.: Milzbrand zu Langsdorf. Bei emet jruU M Ph. ^ch. Köhler in Langsdorf ist Milz> brand fciigeucilt roorDen. xejinfriiion ist annwronri Stießen, den d0. ClLober 1911. Sroßherzoglichcs Strcisamt Ziesten. Dr. Usinger. » nurmit echfen G Heiimannf Farben r Sthufzrarfre: Fucbsl'Dgf h Sr?rn E Todes-Anzeige. Verwandtem Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dast heute nachmittag meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwägerin und Tante Frau Katharina Henkelmann — Wißmar, 30. Oft. Dcr hiesige Gesangverein Germania blickt jetzt auf ein 6^jahnacs Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß ist ein großes Gesangfest für nächsten Sommer gc- tlani. Eo tvurde der 7. und 8. Juli gewählt; der zweite Tag soll zu einem Jugendfcst auSgestallet werden. b. BlaSbach, 30. Oft. Infolge dcr Zusammenlegung dcr Feldmark wird auch hier, wie an so vielen andern Lr.en deS s reiscS Wetzlar, mit der Schafzucht aufgeräumt. Wurd. doch gerade in unserer Berglandschast diese Zucht bisher mit gutem (lrfolg gepflegt. Hessen-Nassau. io Wiesbaden, 30. Oft. Die Regierung hat den seltner & Guilleaume Lahmeyerwcrken A.-Ä., Frankfurt a. M., die Konzession zur Erbauung einer elektrischen Rund- bahn Wiesbaden — EhausseehauS—-Schlangenbad— Eltville erteilt. Mit den Vorarbeiten wird binnen kurzem begonnen. Sie sHiL iW1 Universitätr-Nachrichten. Jubiläum. Auf eine 25jährige Tätigkeit im preußischen Bibliotheksdienste fann am 2. November der Cbcr- bibliochekar an der Marburger Universitätsbibliothek, Dr. phil. August Reuter zurückblicken. — Dcr Privatbozent Dr. Paul Jaeobsthal in Göttingen wurde vom Kultusministerium beauftragt, im Wintersemester 1911/12 archäologische Vorlesungen an der Marburger Universität vertretungsweise zu halten. ttilbinaer,O.Lck>aaf,Ku»ilKarn ii. Ernst WoM, Drogerien. (elV« „Frostfort“ beiier koSmet. Balsam geg. Röte, Beulen, äVOPsg. Adlcr'Drogerie. 637.°)!Otto «ebnaf. rn Asb •'(' ■ I NtenA,- die .delondn; ;• " Kolonne, nbafmb-rrtOl tt'chtSrat gtUnÄ? Fressen. Hst- nletztcn. |it lte “»««tat«, Kuverts mit Firma billigst vriihl'jche Universitätr-Vruckerei. R. Lange, Sieben Meisterscha-tsspielS. 5t f. B. Gießen gewann na» hartem, ab- wechselungsreichem Kamps mit 2:0 Toren, hat jetzt drei Spiele aernennen und Hebt mit 6 Punkten nn der Spitze deS hessischen Rreiiei. Die zweite Maunschast geivain hier auf dem P. (. B.. Tportplatz mit 3:2 Toren. Tie Dlannschatt spielte gut zusammen und Hot ihren Sieg wohl verdient. Nächsten eonntoq spielt dte erste deS V. f. B. ans ihrem Sportplatz an der Marburger Straße gegen die erste deS sfnßballNnbS .Würzburger Kikcrs' em Privatspiel. — Aul dem Sportplätze an der Hardt spielten am Sonntag die ersten Mannschaslen deS hiesigen Sportvereins von 1 900 und des Fußballklubs o ru f s itri - F ul d a ihr iälliges Kreisspiel. Entgegen dem letzten Sonntag konnte man diesmal bei der hiesigen Mannschaft iebr gute Leistungen sehen. Sm irischer Zug hing durch die Maunschast und mit 4:1 Tore» konnte sie ihren Gegner, dem man von vornherein die besseren Aussichten zugesproDen hatte, schlagen. — Ans dem Trieb spielten die 2. Mannschaft deS Sportvereins von 1 900 gegen die 1. Mannschaft des Sportvereins Ai er kur. Durch ein Selbsttor konnte Pierkur das Spiel mit 1:0 Tor gewinnen. \ Während ighst^ II erfe bie II «Wen 2er , I J Gute 32ltn»ll '«in« 60 lew SH käme noch eine cv‘ t. U 5ei ; und. für Lm^.W 5tabt Gicgen in ientralt, bie eine fijj ■ 1 Lampen 16, 32 -jl 1,50 Mk. für dar Lli! M eit der Polizei, I anstalten verivendrtnW einige Polizeiverm^W lidesteuergeseßes vorW aiisterium des JniuM sterium der rte Steuerfreiheit otW Änderung der VesiW lverden soll, daß bD Sunde aus der sla^-M und Kosten der bet™ n. In gleicher WeiM den Gemeinden deD lzuerstatten. den stark ansteigender M jn ungemein. Tie ql- ■ i dort eine glatte, M 1 luj den Schienen cm; | cher Wagen nur btuj I ts bewegen kann, hau: f nid 8 Uhr früh in her gen und BerMng..! | toerein tmannollc I der neuen Aula bn | jiveiteS flonjert rinn 1 bie hier von frühere-1 ihte Sopramssitz ist-; | n, deren ßlodenrx- I zetraczene ÄesangLr rn dürfte. Tie^- I 910 für nicht >m:n I . a. Königsberg, <■«■’* I jtirfl) und gilt fltj* ■ stederiangerinkien. M I tmann die Beglnluq I der leider ttlronha ■ Lllcn Saatwetn« I worden, eine BW I nzende Technik, gcst°i' I ,,es Tcinperament oUf,a'M ut sich ™ ihm „eil dmibl- tii««»1 :iinbct, n-chd'"' |;l”| „ti aJlartea“ '«*■ m iin» a"b,r,n£.;‘,;;.l Mie «uch in«*! wohlverdient. /\ Volkart-Hain, 80. Okt. Eine Milchkuh grafte friedlich auf der Wiese. Sie näherte sich unvorsichtiger» weise dem Stand eines Jägers, der dort einen Rehbock erwartete. Tie Dämmerung mar bereingebrochen. Ta krachte £in Schuß und das ,5Eilb' brach, vom Keruichuß getroffen, mit lautem ,Muh^ tot zusammen. DaS Jleisch deS erlegten ,WildeSE wurde gestern öffentlich versteigert. Starkenburg und Rheinhessen. w. WormS, 30. Ott. Vergangene Rächt stürzte der Bremser Rudi aus Heßloch von einem fahrenden Güter- :ugc der Strecke Worms-Bensheim und erlitt einen Schädel- bruch und schwere innere Verletzungen. Er war so- C“wü> ii* i^ai ,es»;r -«“ad dcr ganze» W" J goetti" >»at'nh’1)(I«:4 I zwei rocrü” * onb<« * ffÄ* Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit bie traurige Mitteilung, vast mein innigitneliebter Gatte, unser trcusorgender Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Hcrr Friedrich Ernst Bender III. Baumwart und Weißbindermeister beute morgen 9 Uhr ganz unerwartet tm Alter von 87 Jahren sanft entschlafen ist. 3m Rainen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Beuder und Kinder. Grüningen, den 30l Oktober 1911 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1 Novembers nach- ILj Lützügl. Sintttltjtr lauft man jetzt bet «3» M. Becker, Geflügel- Hos, Weidenau Lieg. ii6u/e ------ BreiSbuch gratis. — Obstkeltern and Obstdiirren, M-liMMMs empfiehlt in grober Auswahl Edgar Borrmann Eisenwarenhandlung Neustadt 11 Telephon Ito 5884 Gerichtssaal. Leipzig, 30. Ott. Jrn Prozeß gegen die drei Vorstandsmitglieder des Vereins „La Lorraine Sportive" erkannte das Reichsgericht auf Verwerfung der Revision. Der Hausfriedensbruch fei einwandfrei festgestellt, die Angeklagten waren sich der Recktslosigkeit ihres Vorgehens bewußt. Leipzig, 30. Ott. Verworfen wurde vom Reichsgericht die Revision des Taglöhncrs Josef Raith, der am 28. Sept, vom Schwurgericht in Regensburg wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist. Er hatte am 8. August einen Hilfsschuvmann vorsätzlich erschossen. Cllllllfl 01 «i*"' K>i= ,t(L vrrE,,i,rnel^ Handel. ,V o n d er Reichsbank. Rn der Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank, die am Montag stattsand, teilte Präsident Haven ft ein mit, daß sich feit Ultimo September die Rückflüsse normal gestattet hätten, aber die ungedeckten Noten hätten am 27. Oktober noch 603 Millionen betragen gegen 506 Mitt, am gleichen Tage des Vorjahres. Vom 23. bis 27. Oktober hätten bie Anlagen um 2 Millionen acgen 1 Million im Vorjahr zugenommen, bie Barmittel um 8 Millionen gegen 28 im Vorjahre zugenommen, bie fremden Gelber um 50 Millionen / einC '""artige Hanshaltfeife iLZ / von fabelhafter Waschkraft uuno an Aufsehen erregendes Drama, dargestellt von der berühmtesten Künstlerin der Welt, Fräulein Polaire, der Schöpferin des weltbekannten ApachcntauzeS „Dause noir“. Tie großen Tageszeitungen schreiben spaltenlange Artikel über bie ,Polaire", bie Dame mit dec dünnsten Taille der Welt und ihre für ihr Spiel erhaltene Riefengage von 15000 Mk. für eine Woche, die ihr eine Düsseldorfer Filmfabrik zahlte. Der besiegte Sieger Kunstsilm, 520 m lang. Inszeniert von Walter Schmidthaßler, Berlin. Tie Waschfrau, humoristisch. Um ein Weib, Drama. Little Hans fatzt sein Tienstmadchen, Humoreske. Lean Wolfs Ende, Drama. Eine Fahrt mit der Berninabahn, Lialuraufnahmc. Ta kann man sehen wie die Frauen sind, Tonbild von Clio Reuter. atgen 43 Millionen im Vorjahre Die Ausspannung in t>ei ttflttn Septttnberwoche, die 772 Millionen betragen habe.- sei l1»« gewesen alS je zuvor Es hätten verschiedene mißliche Umstände ba;u betnriragm. Die WirtsckwstSlage und die BSrse seien stark aui Srcbit ausgebaut. 68 sei notwendig, auch bet dem erleichterten Geldftand Emscsiränkungen vorzunehmen. Die 23a- haltnihc seien aber im allgeincinen gesund. Die Reich»bchck Kt mit ihrem starken Derisenvorte-euitte in der Lage gcipefnt,- den Aoldciport ausruhalten Seit Be.nnn des Jahres bis zum 27. Oktober seien 170 Millionen eingeführl und 61 Millionen Gold auSgeführt worden. Von dem Ueberschuß seien der Reichs-' bank. 100 Mülwnen zugeslosscn. Der Stand der Reichsbank sei nicht ungünstig. WetteranSstcbten in dessen o:n Mittwoch, den 1. £Qovemberl911 Trub, Regeittätle, kühl, später Vlachlafseu der Niederschläge. Berlin-Dllmersdorf hatte sich eines guten Besuch- von hier unb der Umgebung --u erfreuen. Das gut gewählte Pvoaramm [rf-anb aus einer fHcibe Lieder von yranz Schubert, Ar - r-.:elssohn. Richard Magner, Zoh. DrahmS und Hugo S ^-lcke bie Sängerin mit ihrer starken, klangvollen Altstunme nut vollendetem Vottrag zu Gehör brachte. In fetnnnniger Weise jnjrte bie Begleitung ber Lieder am Flügel durch Herrn Uni» tsrriitui'birchor Proi. Trautmann auS O.eyen ausgesührt. Dcr reiche Leiiall, den das Publikum den Künstlern spendtte, war Letzte 21 ad?richten. Tcr italienisch.türkische ttrieg. Tripolis, 30. Okt. In den letzten beiden Tagen s^rrschke Ruhe. Tie Araber unternahmen keine neuen Angriffe, es ist jedoch seftgestellt, daß starke Streitkräfte sich in unmittelbarer Rahe der italienischen Linien befinden. Der gestrige Tag war für die Italiener überaus beschwerlich. Sic gingen gegen zerstreute türkische Abteilungen vor, bie noch immer die Lase halten und die Italiener durch Schüsse, bie sie nachts gegen die italienischen Stellungen abgeben, beunruhigen. lLinzelne Häuser, die den Türken Deckung boten, wurden von den Italienern in die Luft gesprengt. Rach einer Meldung, die freilich noch unbestätigt ist, sind die arabischen Stämme durchaus uneinig darüber, ob sie einen neuen Angriff unternehmen sollen. Einige Stämme wären, so heißt es, zum Angriff bereit, wenn sie nicht doch die Stärke des Feindes fürchteten, andere dagegen, möchten sich nreber ins Hinterland uirücfbrgcbcm. Nach einer LNutzung, die allerdings auf Genauigkeit keinen Anspruch erbeben fann, sind vom 23. bis 27. Oktober 4000 Araber gefallen. Für Kinder in der Entwicklung ~ r . von größtem Wert! Ich wandte Bioson bet meinen zwei etwa» schwächlichen ZttnbeNi Im Alter von 8 und 2 Jahren bei Bleichsucht und Appetitlosigkeit an unb habe bald gemerkt, daß der Appetit gehoben wurde und die Kinder irischer aut-taben. Sie sind jetzt auch lebhafter, was wohl auf bie Bluiverbesserung btndeuten dürfte. Ich kann Bioson nur emvsehlen. Offenbach, 9. Juni 1911. Karl August Wendel, Schulftr. 9, Unterschrift beglaubigt: Dr. Max Goldschmidt.Äoiar. Bioson da» beste und billigste Nähr» und Sräftigungomittel feiner Art, Dose Uirfa '/, Kilo) Mark 3.— in Apotheken, Drogerien. Ber- langen Sie o. Biosvnwerk Orantfurl Main) Grativprobe u. Broschüre. __________________________________________________________________ d"/,' VISITKARTEN iedtr beliebigen Schriftart undKartomort^ ------ —r - sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert za mäßigen Preisen die Brühl1 sehe Univ.-Druckend, PFAFF- Nähmaschinen H. 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Hochachtungsvoll Wilh. Will Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Stelngoetter. Dienstag, d. 31. Oktober 191b abends 8 Ubr: 5. Dienstag-Abonn.-Borstellum Gewöhnt. Preise Gewöhnt. Preise Die Haubenlerche Schauspiet in 4 Akten von Ernst von Wltdcnbruch. Ende 10*/2 Ubr. Mittwoch, den l. Novbr. 191b abends 7 Ubr: 6. Mittwoch-Abonn.-Vorstellunö Gewöhnt. Preise Gewöhnt. Preise 8er Harrer eliircWI I Volksstiick mit Gesang in 4 Akte- von L. Anzengruber. Ende 9'/, Mr. Fhorgeülelle iiir tageoMe (Medizinische Klinik, Klinikstraße). Sprechstunde: Jeden Mittwoch abend von 5—1/27 Uhr, Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkranken. v'/, Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Ver- jkiebigshöhe Jeden Donnerstag nachmittag von 4-6 Ubr: 07885 XaffeeXottzeri abhängig vom Kl seinen Wunsch wur entfernt und eine I mit Chinesen besc | eine zu seinem ; | von 12 M Mann auch im Einvey'tä augenblicklich in uni) abimnijtratw. I unb btt (tyne/cnt lifjm ^gefaßt tourb, I auch in der Verbote; l daß es Jüanschmku I Einigung zu gelange »der Mandschndimast^ Idomus Züanschikai. . Diese Verhältni ranzösische Banklon Anleihe in .Höhe v leserliches Edikt hi ' W wird die jetzt etwas wissen wollen Sammlung will ii Öligen, weil Chino "°n den Hemden qe 1 nicht ve ZE'gen Sieges kein S b,1ier unter bt ®°«ent, d«z unter ö? aus ' M MI ba die l ! l:T«n ™ ttn bvrlnten I ^"sührun?o^^er i ^oben Vd)lnate n' ^enn das I to .’>■ 30. Glwklilllikilnist Gieße«. In diesem Jahre bat die Wahl der Vertreter zu den Hauptversammlungen für eventuell 3 Jahre stattzufinden. Der Vorstand hat hierzu den Wahltermin auf Mittwoch, den 8. November l. Js., festgesetzt und als Wahllokal das Kassenlokal Ludwigstraße 12 bestimmt. Die Kasfenmitglieder wählen von 12 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends, die Arbeitgeber von 2 bis 6 Uhr nachmittags. Es sind zu wählen 99 Vertreter der Versicherten und 49 Vertreter der Arbeitgeber. Wahlberechtigt und wählbar sind von feiten der Kassen- mitglieder nur diejenigen, welche großjährig und im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind, und von feiten der Arbeitgeber nirr solche, die Beiträge aus eigenen Mitteln leisten. Legitimation ist nicht erforderlich. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. D26/« Gießen, den 24. Oktober 1911. Der Borstand. tr. 256 * oievnol «Sn' ’i «t für W Tie , Iiagtn V31 /io und Damen-Vereln „Gabelsberger Mittwoch, den 1. Nov. 1911 Lpazierganß nach her Hack. Abmarsch abends 8'/, Uhr von __der Lahnbrücke. Kaufen. Verein weiblicher Angestellter. Jeden Mittwoch, 8-10 Ubr 1 Tee-Abend Plockstraße 5 III. M Verein Freundinnen junger Miiiichen ladet nur Stützen, Laden- und Kinderfräulein zu einem Te®-Abend auf Sonntag, den 5. November, freundlichst ein. Anfang 8 Uhr. . . E«de 10 Uhr. Vereiuszimmer: Kaiferhof, Sonneustraße, 1. Stock, Eingang durch den Hoi. 6G93 Biograph Plockstraße 12 09086 Plockslraße 12 ---------- Morgen - vollständig Mues Programm. In den vorderen Räumen des Theaters heitere Künstlerkonzerte von 7 UHr abends ab. Ausstattungshaus Jul. Mi, Giessen Seltersweg Plockstr. Porzellan- und Fayence- Speiseservice. Wasch-rarnituren etc. Kaffee- und Obst- Service. a’% B Giessener Konzert-V erein Zweites Konzert Sonntag, den" 5. November 1911 51/* Uhr in der neuen Aula Lieder- und Klavierabend Aus führende: Frau Tilly Cahnbley-Hinkcn, Würzburg (Sopran). Frau Ellen Saatweber-Schlieper, Barmen (Klavier). Programm: Lieder. Erz. Schobert, Du bist die Ruh'; Schumann. Der Nusbaum; Liszt, Die tote Nachtigall; Mozart, Allelujah; CorneIi»r, Weihnacht sheder; Brahms Der Tod das ist die kühle Nacht, Ständchen. Salome, Der Schmied; Cahnbley, Draussen im Garten; van Eyken. Kurze Antwort; Heger. Mein Schützelein; Pfltzner, Gretel. Klavierstücke. Beethoven, Sonate Cis-moll; IMKihul, Suite A-Dur; Schubert, Impromptu G-dur; Chopin, Nocturne C-moll. Flntrittskarten • L Platz Mk- 5-- ' IL Hatz Mk. 4.-, HL Platz Mk.3.-, TV. Platz Mk. 2.50. £«011809 («die w t!i Grund ° Peking an das Ml , °m («w ff“ “ mit seiner NM zügerte, weil er sein Äerhaupt die ganze dischen Provinzen m Das mußte, da Wünschen Aiserhc I Mit fand eben keim ’ Mai und mußte | mehmcn, zumal \ Wpischen zum Prüft ■ ,roklamiert hatte. M im Titel eines Alle ralissimus, dem dir