Hr 205 Erstes Blatt 16|. Zayrgang Mittwoch, 30. August 19U SGietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefjen ZWU Annahme von Anzeige» Rotationsbrud und Verlag dervrühl'scken Unio.'vuch- und SteindruSerei R. Lange. Redaktion. Lrpeditton und vruckerei: Zchulstratze 7. \n VEN bi! »omütage 9UII^ Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 SeschäsKslellc vahnbosslrahe lb». A.rreiaen.e.l: e. Beck. Die heutige Nummer umsaht 10 Seiten. Prinz Eitel Friedrich — Statthalter von Pommern. Tic Provinz Pommern bat im nranze der preußischen Provinzen keine grobe Beden lang. Sie kann nicht, rote die urg, sich rühmen, das; sie den ersten der Hoheiizollernherrschast iin Norden bildete, auc dein sich das spätere Murfürftentum Brandenburg ciuroidcltc. Sie kann auch nicht, wie Ostpreußen, i.u sich in Anspruch nehmen, daß sie den Hohenzollern die üvnig-krone unb ihren bisherigen Gebiet beit Namen verlieh, und sie kann sich schließlich nicht mit geroissen, im Westen der preußischen Monarchie beleaenen Lcuidestcileu vergleichen, die in erster Linie zur Grogmachtstellung Preußens das ihrige bei getragen haben. Pommern fiel eben nach dem Aussterben seiner Herzöge (1637) auf Grund von Erbverträgen an daraus Brandenburg, war aber in feiner Gesamtheit bis zum ^afjre 1814 insofern ernstlich umstritten, als Frankreich feine Besitznahme durch den Großen tturfürften zu verhin dcrn gewußt hatte, und auch Schweden, Norroegeu und Tänemark auf Teile Pommerns Anspruch erhoben So rangiert Pommern eigentlich in die Reihe derjenigen jungen Provinzen, die Preußen erst, wie z B. die Provinz Lachsen, nach dem Wiener Frieden in definitiven Besitz nehmen konnte. Es war daher immer einigermaßen bc fremdend, daß Pommern stets eine viel größere Rolle spielte, als die dickt bevölkerten und industriell bedeutenden Pro vinzen Westfalen und Rheinland. Tefto stärker ober ist ihre Treue, mit der sie einst an den angestammten Herzogs geschlechtern hingen, und die sie auf die Hobenzollern übertrügen. Groß ist auch der Reicktum des Landes an gesunden und guten Loldaten, sowie an tüchtigen Landwirten. Lolche Eigenschaften in der jungen Provinz zu finden, mußte natürlich den Hoheiizollern in jeder Beziehung erwünscht feilt. Lie zeichneten denn auch die Provinz in icber Weise ans. Nicht nur baburch, daß sie sich im alten Greifenschlosse zu Stettin nur Herzöge nennen ließen und lassen, sondern auch dadurch, daß sie, gleichsam als sei Pommern nicht ein integrierender Bestandteil des preußischen Ltaates und Deutschen Reiches, von Zeit ru Zeit Ltal- Halter aud der Reihe der Prinzen des königlichen Hauses ernannten. Lo ist Prinz Eitet Friedrich der vierte H o h e n z o l l c r, der in Stettin seines Amted als Statthalter Pommerns walten wird. Seine Ernennung aber mutz deshalb einigermaßen befremden, weil es bisher nur ilronpriiizen waren, die, wie der nachmalige slönig Friedrich Wilhelm IV., der nachmalige Kaiser Wilhelm I. und der nachmalige Kaiser Friedrich III., als Statthalter in das alte Lchloß der pommerschen Herzöge einzogen. Weshalb also wurde nicht der jetzige Kronprinz zum Statthalter von Pommern ernannt, weshalb will man ihn in Danzig als Oberst der Leibhusaren auf einen sogenannten Fsolierjchemel setzen und räumt ihm nicht die traditionellen Rechte des Thronfolgers auf die Statthalterschaft Pommerns ein? Wir möchten hier nicht auf den Hofklatsch eingehen, wie er sich seinerzeit, als die Versetzung des Kronvrinzen nach Danzig bekannt wurde, an feine Fersen heftete; es mag genügen, daß die Statthalterschaft in Pommern an sich eine Sinekure bedeutet, mit bereit Besetzung ein alter Wunsch der Pommern und besonders der Stettiner erfüllt wird. Allerdings, seine Ernennung stellt — und das ist bas zweite Moment, weshalb wir die Ernennung bes Prinzen Eitel Friedrich nickt gerne sehen — den Prinzen über den Dberpräfibenten und den ihm gleich- georbneten kommandierenden General. Und doch ist Prinz Eitel Friedrich, der fetzt im 29. Lebensjahre steht, nominell nur Major und Kommandeur der Leib- eskabron im Leib Garde-Husarenregiment Er ivirbroabr- sckeinlick jetzt zum Obersten und Mommanbcur des Stettiner Grenodierregiments König Friedrich Wilhelm IV Nr. 2, bei dem er bereits ä la suite stehl, aufriiden, aber auck das beteiligt nicht den Zwiespalt, wie er zwischen dem Ober Präsidenten und dem foinmanbicrenbcn General auf der einen Seite und dem ihnen als Statthalter vorgesetzten, als Oberst aber m bei militärischen, sowie bureaulrauschen Rangordnung untergebenen Prinzen auf der anderen Seite bestehen wird. Man bars gespannt daraus fein, ob man künftig in Stettin bei Festlimleiten in Prinz Eitel Friedrich den Statthalter oder den Oberst sehen und ihm demgemäß seinen Platz an der Tafel anroeifen wird. Es wäre zweifellos beffer gewesen, man hätte mit der Ernennung des Prinzen Eitet Friedrich zum Statthalter Pommerns solange gewartet, bis er, wie seine Vorgänger auf diesem Posten, den Grad eines kommandierenden Generals erreicht hätte. Vic Einkommen- und Dmnögcnsftcuer in Hessen für das Steuerer 19U gegen 1910. An Einkommensteuer ,st für bas Steucriahr 1911 im ganzen Land, nach den „Mitt. b. Zentralst. f. i>. Landes- - , der Betrag von 13 519 121,24 Ml zur Veranlagung gekommen, der einem steuerbarm Einkommen von 597 321 12 > Ml cniipridit. Tics bedeutet gegenüber dem Vorjahr, in bem mir 13181 125,69 Ml. Einkommensteuer veranlagt war, cm Mehr von 334 995,55 Mk Steuer oder eine Zunahme von 2,54 Proz. wie das Mehr an Vermögenssteuer entfällt auch daSMehr an Üiiifomnieiineuer ausschließlich auf bi: beiden Provinzen Star keiiburg und Lbcrhessen, während in Rheinhessen 481,96 Mk. . - 0,01 Pro; weniger als im Vorjahr an Einkommensteuer veranlagt worden sind. In fünf rheinhessischen Finanzämtern bat denn ig ber Einkommensteuer abgenommen, dabei am stärksten mt Finanzamt Osthofen, in welchem 8 475,40 Mk. 4,93 Proz.) weniger Einkommensteuer veranlagt worden sind als für das Vorjahr. Fn den Provinzen Starkenburg und Ober- Hessen weist )C ein Finanzamt einen Rückgang an Einkommen,teuer aut, nämlich Beerfelden nut einem Weniger von 3 534,30 Mk. Steuer -- 3,69 Pro-.) uno Homberg mit einem Weniger von 2410,84 Mk. Steuer . 1.24 Pro- . Die absolut größte Zu nähme hat die Einkommensteuer dagegen im Finanzamt Offen bad) 1 erfahren, bas gegenüber dem Vorjahr ein Mehr von 6,51 Pro- aufbringt, während m relativer Beziehung Has Finanzamt Groß-Gcrgu mit einem Mein von 1 an der Spitze steht Wie das Finanzamt Oncnbach I unter den Finanzämtern, so hat die Stadt Offenbach unter den Städten bes Landes gegenüber dem Vorjahr weitaus die größte Zunahme an Einkommensteuer erfahren. Mit ihrem Mehr von 97 669,64 Mk. übertrifft fic bas an zweiter Stelle stehende Bensheim um nicht weniger als um rund 90 000 Mk., während Mainz und Bingen sogar einen nicht unbeträchtlichen Rückgang (7505,23 Mk. und 11/8,14 Mk.) zu verzeichnen haben. Immerhin weist aber die Stabt Mainz auch letzt noch den größten Ginlommenftcucrertrag auf, der sich sür 1911 auf 2 245 218,79 Mk. beläuft, während daS an zweiter Stelle stehende Tarrn,‘tabt nur 1 938 964,63 Mk. Einkommensteuer aufbringt. 375010 Personen sind für das Stcucrjabr 1911 zur Em« kommensteuer veranlagt worden: dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 7633 Pflichtige. Weitaus der größte Zugang hat dabei in der Provinz Starkenburg nattgcfunöJi, für welche fiel) die Zahl ber Pflichtigen um 5516 erhöht hat, während in Oberhessen 1845 und in Rheinhessen nur 272 Personen mehr als im Vonahr zur Einkommensteuer veranlagt sind. Unter den Finanzämtern hat denn auch das Finanzamt Tarmstadt I weitaus den größten Zugang nut einem Mehr von 1316 Pflichtigen zu verzeichnen, während Lberheffen und Rheinhessen 5 Finanzämter aufzuweifen haben, in denen sich sogar die Zahl der Ein- tommcnlleuerpflidnigcn gegenüber bem Vorjahr vermindert bat Tiefer Rudgang ist allerdings nur für das Finanzamt Mainz I von größerem Umfang, in welchem i tige weniger als tm Vorjahr zur Einkommensteuer veranlagt find. Dem Rückgang int Bezirk des Finanzamts Mainz I entsprechend hat die «ladt Mainz eine Abnahme in ber Zahl der Einlommensteuerpflichtigen zu verzeichnen, die fid) hier auf 375 Pflichtige beläuft. Fmincrlnii w.m aber die ctatt Main; ent- sprechend ihrer überwiegenden Cinwolmeri ’i l um er d.n .übten des Landes nach wie vor die größte Zahl uir Einkommeii'ienec veranlagter Personen auf. Tenn wahrend in l mmbad' nur 28 434, in Tarmstadt sogar nur 2« 206 Personen zur Euikontmen- steucr veranlagt find, bat die Stadt Mainz nunmehr 36 709 tfmtoiniiicnfteikrvihdmge aufzuweisen. Tie V e r m v g en S ste u e i weist für das -stcuenahr 1911 bei einem Gesamtertrag ton 1 406 594 Mk gegenüber t-em Vor - jahr ein Mehr von 3/ 777,70 N«k Steuer ober eine Zunahme um 0,86 Proz au’. Bei dein derzeitigen Ausidstag von 95 Pia aus ,c 1000 Mk Vermögen bedeutet dies für das ganze Land ein gZamtes steuerbares Vermöge.i von 1638 520 000 und gegenüber bem Vorjahr eine Verntögenszuitahmc von 39 «66 OM '.ni r. Tk'C Zunahme entfällt ausschließlich au' die haben Provinzen Starkenburg und Cberbeiien, imlebe gegenüber dem Vorjahr ein Mehr von 26 682,65 Mk. und 13618,25 Mk. an Vermögens- steuer anuuiveiicn haben Für älbembeifcn ist dagegen der Oi* trag der Velmogenssteu'i gegenüber dem Vonahr um 2523,20 Mark - 0,16 Proz.) iiirüdgcgangeii. Fu ber Provint starken- buig hat ,'id) baruad) bas steuerbare Vermögen um 28087 OOOMk. inib in ber Provinz Cberbeiien um 14 335 000 '.Vir »rbobt, tu der Provinz Rheinhessen dagegen um 2656 000 Mk. vermindert. Dieser bebentenbe Rückgang des steuerbaren Vermögens in ber Provinz Rheinhessen ist im ivriciitli(hen veianiaßt durch die 'Jlbnahmc des steuerbaren Vermögens in dem Bezirk des Finanzamts Bingen, in dem sich die Vermögenssteuer gegenüber bem Vonahr um 4001,40 Mk. 2,53 Proz - und bas ,teuerbare Vermögen um 4 212 000 Mk. vermindert hat. Hierzu kommen noch flcinerc Ausfälle in den Bezirken ber rheuihmochen Finanz- am ter Mainz I, £bcr1 ranken zu erroeden. Es handelt sich eben um einen Ausblick in bic ^ufunit, mc dazu ermutigt, aus bem einmal betretenen Wege weiter zu gehen. w L. ft. Mottls Nachfolger. Aus Müncken wird gemeldet: Die Fntendanz der Kgl. Bühnen erklärt, daß die leit Mottls Tod erledigte Stelle eines Geperalmujikdirigenten nicht bcfe( t iverbeii solle. ES soll cm ein,acker .-ooslapellmeister angeueilt werden. Uni diesen Posten i.aben lid) über 80 Bewerber gemeldet, von denen Kapellmeister Mi koren, em Sohn des srüheren Münckener Hosopernfängcrs, die meisten Aussickten haben soll. * — Falsiler Regen. Die Frage, ob die eigenartigen Merkmale, bie fick auf einigen Steinplatten erhalten hoben, Spuren eine» , foffiten Regens" barstellen, hat die prähistonsckc Willen- 'äraft vieOack be«d)äitigt Zahlreickc Geologen haben angeitom- men, daß bitfe Neinen Aushöhlungen Gmbrüde von prahiüori'cken Regentropfen sind, Die vor vielen FahrUiu'enden auf die nanc Obei'lackc ircidHn Tones fielen Auf einem vicckcprockenen fossilen Ucbcrrcn, der sich tm Peabody-Museum in Dale befindet, und Vogclivuren mit diesen Entdrüden von Regentropfen vermiichl, und es ist bei genauer Nadion'ckung möglic*. ?u ’egen, ob der Dogcl über dieses prähistorische Schlamm>:üd vor ober nach dem Fallen des Siegend gcidjnnen ist. Ta bic Emdrüde Ränder Haden, die ans der einen Seite Mer lmd pls auj der gndern, io läßt fid) die schräge Richtung, in der der Regen einsicl, und dadurch auch die Richtung des Windes zu dieser Zeit scitsicllcn. Gegen diese Hypothesen, die von einem .fossilen Regen sprachen, hat sich nun vor kurzem ein osterreichisdicr Geologe, Hoeui, gewendet, der in einer Untersuchung, die er der Wiener JIlaDcmic der Wissenschaft vorlegte, eine ganz neue ErNärung biefei vermeintlichen Regcntropscnhohlungen au'stellte. Nach feiner Meinung konnten die Höhlungen sehr leidit und sind wahridieinlich burd) Blasen eines Gases hervorgerusen, bas sich an bfr Lbcrsläche ber schlammigen Erbe entwickelte, bevor sic versteinerte. Nun erhob iid) bte Frage, ob bie Erklärung ber kleinen Gruben durch RcgcMropsen überhaupt möglid) ist, und daS hat ein sva- , nlfcker Gelchtter Prof. .Hermano Foss Esteban packgewieieu Er ianbte dem Herausgeber des Pariser „EosmoS" ein Liück Lehm, ' das genau dieselben Merkmale, durch einen Regen unserer Tage hervorgerufen, aufwies, wie der prähistorische Stein. Ter Ge- lehrte schreibt dazu: „Tic Tatsache „fossilen Regens" gehört burdjau? ins Bereich ber Möglichkeit unb man kann noch beute | beobachten, wie bte Spuren zustande kamen. Fm vergangenen März erzeugte em Niederschlag von bedeutender Heftigkeit in meinem Hof eine Menge 'ehr feinen Schlammes Eine 2tunte ber Ruhe und des Sonnenicknns gab dem Waffer die Möglichkeit abiulaufen unb trocknete bie Erde, so daß eine weiche Schicht von Lehm übrig blieb. Tann kam ein leiser Regenschauer, der nur wenige Sekunden dauerte uno jeder Tropfen, der auf diese weiche Schicht fiel, ließ ein .Zeichen zurück, eine kleine hohle Halbkugel, die den Spuren des fossilen Regens auf Steinen durchaus gleichen. Es ist also durchaus möglich, daß bic rätsel- baften Spuren im Gestein auf bte Wirkung eines prähistorischen Regens zurückzuführen sind." — Tiebstähle im Louvre. Ein Mitarbeiter des „Petit Fonrnal" teill mit, daß ein Unbekannter ihm eine Büste übergeben habe, die er vor einiger Zeit im Louvre gestohlen hab? Fn einem sehr eingehenden Bericht erzählt der Ihibefannt:, daß er seit März 1907 im Louvre vier derartige Ticbstähle begangen habe. Ter Konservator der egyptischen Altertümer dcs^ Louvre-Museums, P o t l i e r, erkannte die Büste in bei TajL, al- Eigentum des Louvre wieder. KLer 47 987 in Oberhessen ititÖ 50138 in Rheinhessen zur Vermögenssteuer veranlagt sind. 9 Finanzämter weisen einen allerdings durchweg geringfügigen Rückgang in der Zahl der Vermögenssteuerpflichtigen auf; von den übrigen Finanzämtern hat Worms I den größten Zugang mit einem Mehr von 164 Pflichtigen zu verzeichnen. Dementsprechend ist auch unter den Städten des Landes die größte Zunahme in Worms eingetretcn, in welcher 157 Personen mehr als im Vorjahr zur Vermögenssteuer veranlagt sind. Im übrigen hat sich auch in 2 Städten, nämlich in Friedberg und Bingen, die Zahl der vermögensslcuerpslichtigen Personen gegenüber dem Vorjahr vermindert, während sie in der Stadt Alzey mit 1062 Pflichtigen die gleiche wie im Vorjahr geblieben ist. Tic gesamte durch die .Hauptveranlagung für 1911 festgesetzte Staatsstcuer 'Einkommensteuer und Vermögenssteuer) beläuft sich auf 17 925 715,24 Mk., was gegenüber dem Vorjahr ein Mehr von 372 773,25 Mk. oder eine Zunahme Um 2,12 Proz. bedeutet. Dabei bringt Starkenburg insgesamt 7 979196,02 Mk. oder 289 756,35 Mk. mehr als int Vorjahr, Ober Hessen insgesamt 3 583 416,21 Mk. oder 86 025,06 Mk. mehr und Rhein- Hessen insgesanit 6363 103,01'Mk. oder 3008,16 Mk. weniger als im Vorjahr. . Entsprechend dem Rückgang ihrer Einkommen- und Vermögenssteuer bringen 7 Finanzämter, nämlich Beerfelden, Bingen, Homberg, Mainz III, Ober-Ingelheim, Osthofen und Wörrstadt weniger Gesamtsteucr als int Vorjahr. Der Rückgang schwankt dabei für diese Finanzämter zwischen einem Weniger von 1317,15 Mk. und einem solchen von 8556,15 Mk. oder von 0,44 Proz. und 3,2 Proz. und kann somit keineswegs als unbedeutend bezeichnet werden. Auch die Städte Mainz und Bingen bringen ttach ihren Ergebnissen der Einkommen- und Vermögenssteuerveranlagung für 1911 ein Weniger au Gesamtsteuer gegenüber dem Vorjahr, und zwar beläuft sich dieses Weniger für Vlainz auf 7305,73 Mk. Steuer (=-- 0,27 Proz.) und für Bingen auf 3137,04 Mk. (= 1k3 Proz.). Unter den übrigen 8 Städten des Latches hat dagegen b?n absolut größten Zuwachs Offenbach aufzuweiten, das im Jahr 1911 insgesamt 104 087,84 Mk. mehr Steuer als im Vorjo.hr erbringt, hiermit übertrifft sie weitaus die übrigen Städte; so bringt z. B. das an zweiter Stelle stehende Bensheim, das in relativer Beziehung mit einem Mehr von 6,98 Proz. die größte Zunahme zu verzeichnen hat, gegenüber dem Vorjahr nur ein Mehr von 10 470,54 Mk. Steuer und Darmstadt ein solches von 8381 Mk. (= 0,34 Proz.), während Worms sogar nur ein Mehr von 76,75 Mk. (= 0,007 Proz.) aufzuweisen hat. Der Kaifer in Stettin. Stettin, 29. Aua. Heute vormittag begann auf dem ÄtoEotoer Exerzierplatz oiegroßeParadedeszweiten Armeekorps. Ter Kaiser ritt mit den Fürstlichkeiten und der gesamten Suite die beiden Treffen ab und nahm darnach den Frontrapport der Kri e g er v erein e, von denen er einen Teil der Fronten abritt, entgegen. Hierbei svrach der Kaiser zahlreiche Veteranen an. Es war nur ein Vorbeimarsch befohlen. Der Kaiser führte das 2. Grenadierregiment, die Königin von Schweden ihr Regiment. Großen Jubel erregte es, als das Kürassierregiment Königin mit der Kaiserin an der Spitze anrückte, hinter welcher der Kronprinz folgte. Der König von Schweden führte die Terfflinger-Grenadiere zu Pferde. Nach der Parade hielt der Kaiser Kritik ab und nahm militärische Meldungen entgegen. Nachdem der Kaiser die Front der Sani- tätskolonncn abgeritten hatte, setzte er sich an die Spitze der Fahnenkompagnie des Grenaoierregiments Nr. 2 und der Standarten-Eskadron des Grcnadierreg^m.mts zu Pferde und führte die Feldzeichen des Armeekorps nach dem Königlichen Schloß nach Stettin zurück. Unterwegs bildeten Truppen, Vereine und Innungen Spalier. Wie der Kaiser das 2. Armeekorps ehrte. Stettin, 29. Ang. Heute abend 7 Uhr fand bei dem Kaiserpaar im königlichen Schlosse Tafel für das 2. Armeekorps statt. Ter Kaiser hielt dabei folgenden Trinkspruch: I Eurer Exzellenz möchte Ich nochmals von ganzem Herzen Meiner Freude als oberster Kriegsherr Ausdruck geben über den hervorragenden Stand, in dem Sie Mir heute das pommersche 2. Armeekorps vorgeführt haben. Es hat voll und ganz den Erwartungen entsprochen, die Ich von dem Korps hegte auf Grund Meiner langjährigen Verbindung mit ihm und Meiner Kenntnis des Verhaltens seiner Truppen. Unter besonderen Auspizien ist die heutige Parade Ihres Korps verlausen: das Korps hat die Ehre gehabt, unter den Augen Ihrer Majestäten des Königs und der Königin von Schweden an dem Denkstein vorbei zu defilieren, den pommersche Sotdatentreue dem großen Kaiser fefetc zur Erinnerung an seine letzte Heerschau aus diesem Felde. Mit Stolz hat das Füsilierregiment Königin Viktoria von Schweden, die Enkelin des großen Kaisers, an seiner Spitze reiten sehen. Und wir wissen alle ganz genau, wie ihr altpreußisches Soldaten herz höher geschlagen hat, wie sie die Fahnen hinter sich rauschen hörte uird die Tambours die Musik dazu schlugen. Das Grenadierregiment zu Pferde hat die Ehre gahabt, hinter seinem Ches zu defilieren, dessen Namenszug es.jetzt für alle Ewigkeit trägt. Ihre Majestät die K a i s e r i n und Königin hatte die Gnade, das ihrem Herzen nahestehende Regiment mit seiner unvergleichlichen Geschichte heute wieder persönlich zu führen uitd Meine Schwiegertochter ihre ^Dragoner. Das sind Ehrenbezeugungen, die das Korps n i ch t v e r g e s s e n möge, und Ich hoffe und wünsche, daß das Korps in derselben Art wie es in der Parade sich gezeigt hat, rm Manöver in feldmäßiger Ausbildung von neuem bestehen wird und daß das Korps stets eingedenk sein möge der Dielen Beziehungen seiner schönen alten Regimenter, deren Geschichte bis in die Anfänge der preußischen Königsgeschichte hinauf- reicht und deren Entwicklung mit derjenigen des Königshauses zusammenfällt. Ich erhebe Mein Glas auf das Wohl des pom- merschen Armeekorps. Das pommersche 2. Armeekorps Hurra! Hurra I Hurra! Der Abschied des schwedischen KöuigSpaares. Stettin, 29. Ang. Um 10 Uhr 45 Min. begaben sich der König und die Königin von Schweden nach der Liegeftelle des schwedischen Panzerschiffes „Os- kar II," an der Hakenterrasse. Der Kaiser, bte Kaiserin, sowie sämtliche anwesenden Prinzen und Prinzessinnen gaben den schwedischen Majestäten das Geleite. Die Verabschiedung war überaus herzlich. Nach 11 Uhr verließ das schwedische Panzerschiff den Hafen. 3ur Marottosrage. Kiderlen-Wachter wieder in Berlin. 29- Aug. Staatssekretär v. Kiderlen- W a ch t er ist heute vormittag in Berlin eingetroffen. Botschafter Cambon. Paris, 29. Aug. Der Botschafter C a m b o n, der sich morgen nach Berlin zurückbegibt, wird vor seiner Abreise noch eine^Besprechung mit dem Ministerpräsidenten Caillaux haben, ^m Laufe einer Unterredung, die der Botschafter gestern mit dem Minister de Selbes hatte, erhielt er die Weisungen betreffs der zu Ende dieser Woche in Berlin wieder aufzunehmenden Verhandlungen. Ter „Matin" erklärt gegenüber anderslautenden Meloungen, daß diese Weisungen nicht schriftlich erteilt worden sind. Müller-Meiningen über die Marokkopolitik. In einer vom Amtsrichter Dr. Hogfelo in ^altunaen ernberusenen Versammlung, die zur Marottosrage Stelluna nahm, sprach der Reichstagsabgeordnete Dr. Müller- Meiningen sich sehr scharf gegen die Zurücksetzung Deutschlands aus. Er wandte sich gegen das Flugblatt der Berliner Parteileitung der Sozialdemokratie und erklärte sein Einverständnis mit einer baldigen Einberufung des Reichstags, jedoch erst nach Vorlage eines absolut nötigen Weißbuches. I Er schloß, wir seien nicht kriegslustig, und es wäre tief beklagenswert, wenn die drei fortgeschrittensten Kulturvölker der Erde aufeinanderschlagen sollten. Aber wenn der Krieg uns auf gezwungen werden sollte, dann werde das deutsche Volk einig seinen Mann stehen. Darauf wurde, nach der „Nat.-Ztg.", folgende Drahtung an den Reichskanzler als Entschließung einstimmig angenommen: „Tie in Bad Salzungen zahlreich versammelten patriotisch Gesinnten bitten den verantwortlicknm Leiter der Reichspolitik, die deutschen Interessen in Südwest-Marokko kraftvoll zu wahren." Ein französisches Manöverbild. Paris, 29. Aug. Der Berichterstatter des „Temps" meldet über die gegenwärtia bei Verdun stattfindenden Manöver, daß insbesondere oie Leistungen der Militärflieger großen Eindruck gemacht haben. Die Photographien, welche diese heule morgen über Toul aus einer Höhe von 1200 Metern und bei einer Stundengeschwindigkeit von 100 Kilometern ausgenommen hätten, sowie ihre Mitteilungen über die bei Toul getroffenen Maßnahmen riefen bei ihrer Genauigkeit allaemeine Bewunderung hervor. Was die Photographien anlangt, muß man sich fragen, was im Kriegsfälle geschehen würde, wenn eine Armee über die andere solche besitze? Im übrigen, fügt der Berichterstatter hinzu, lasse ich es mir nicht nehmen, daß in diesem Falle Toul eigentlich Metz bedeuten sollte. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß alle drei Flugzeuge ihren Weisungen zufolge über einen Ballon Hinwegsliegen, welcher infolgedessen oem Manöverthema gemäß als vernichtet angesehen wurde. Die russisch-japanische Zreundschast. Petersburg, 2d. Äug. Aus Anlaß des Telegrammwechsels zwischen dem Kaiser von Rußland und dem Kaiser von Japan führt die'amtliche „Rossija" aus: Alle durch den Krieg bedingten gegenseitigen Ansprüche sind endgültig ausgeglichen und ohne Hilfe eines Schiedsgerichts erledigt. Besondere Schwierigkeiten waren mit der Regelung der Frage der Hospitalschiffe verknüpft, die für die russische Regierung grundsätzlickte Bedeutung hatte und zwar infolge der besonderen Stellung, die das Rote Kreuz in Kriegszeiten einnimmt. Für die japanische Regierung war die Regelung der Frage schwierig, weil die Prisengcrichte die beiden Hospitalschiffe „Angara" und „Drei" als gesetzliche Prisen anerkannt haben. Bei dieser Frage ist insbesondere der Wunsch der beiden Regierungen hervorgetreten, einen entgegenkommenden Ausgleich zu finden. „Angara" wird Rußland ausgeliefert werden und „Örel" für 150000 Pen von Japan erworben werden. Nunmehr, schließt die „Rossija", sind die letzten Streitfragen aus dem Wege geräumt und zwar zu Bedingungen, die nicht nur beide Teile befriedigen, sondern auch ein Zeugnis gegenseitiger Freundschaft geben. 2lud L?e?jen. -s- Bischofsheim b. Mainz, 28. Aug. Der Wahlkampf für die Landtagsmahl hat begonnen. Es gilt in dem Wahlkreis Bischofsheim-Nüsselsheim um eine Macht- probe zivischen der fortschrittlichen Volkspartei und dec Sozialdemokratie. Die erste Versammlung der »Fortschr. Vp.* fand am 26. Aug. zu Bischofsheim statt. Der Kandidat dieser Partei, Bürgermeister Hünerkopf (Bischofsheim), sprach über das Thema: „Der alte und der neue Landtag". Vor allem protestierte der Redner gegen die neue Wahlkreiseinteilung, die sehr nach Willkür und zum Schaden der fortschrittlichen Volkspartei ausgefallen sei und kritisierte das Verhalten der Nationalliberalen bei dem Zu- standebringen des neuen Wahlgesetzes. Pfarrer Kore 11 (Königstätten) knüpfte Ausführungen an den Satz der hessischen Verfassung an: „Alle Hessen sind vor dem Gesetze gleich". Er bezeichnet diesen Satz als „illusorisch". 2)111 scharfen Worten wies er das Begehren des Zentrums (die Einführung dec Konfessionsschule) zurück und sprach die Hoffnung aus, daß es den liberalen Parteien gelingen möge, die Sunultanschule zu erhalten zum Segen der Kirche und Schule. Ein „kurzer Abriß der Geschichte und Verfassung des Großherzogtums Hessen" ist im Breslauer Verlag von Ferdinand Hirt erschienen. Tas 16 Seiten starke Büchelchen ist von Prof. K. Henkelmann, Oberlehrer am Gymnasium in Bensheim a. d. B., abgefaßt. Die kurze, präzise Fassung, die doch alles wesentliche enthält, wird beim Gebrauch für manchen seine Vorzüge haben. Ausland. Eine neue Abänderung des § 188 der Statuten der kaiserlich-russischen, Familie wird bestimmt, daß fortan kein Großfürst und keine Großfürstin mit Personen, die keinem regierenden oder ftandesherr- l i ch e n Hause angehören, die Ehe eingehe. Auf dem M a r 11 e tri Ären naymcn oie Hausfrauen eine so d roh ende Haltung gegenüber den Händlern an, daß diese sich genötigt sahen, die Butter- und Eierpreise um ein bedeutendes zu verringern. Aus verschiedenen Orten werden große Straßenkundgeb ungenderHausf rauen gegenüber den teuren Lebensmittelpreisen gemeldet. Wie in unterrichteten türkischen Kreisen verlautet, erscheinen die englisch-türkischen Verhandlungen bezüglich der letzten Strecke der Bagdad-Bahn und die übrigen damit zusammenhängenden Fragen aussichtslos. Es sei ein Abbruch der Verhandlungen zu befürchten. (Ein Lebenszeichen von Richter. Jena, 29. Aug. ^jei oen An gehörigen Richters traf heute nachmittag ein Telegramm von Richter selbst aus Cosana vom 29. August 11.20 Uhr datiert in französischer Sprache ein, mit Edward unterzeichnet. Richter fragt nach dem Aufenthaltsort feiner Fra und erbittet Antwort an die angegebene Adresse nach Saloniki. 2lus Stafct und Land. Gießen, 30. August 1911. ** Erledigt ist eine eüang. Schul stelle zu.'M etzlos, mit der Kantordienst verbunden ist. Dem Inhaber fann eine Ortszulage verwilligt werden. ** Blüten und Früchte. Einen seltenen Anblick bietet ein Zwergobstbäumchen am Hause Goe'flhestraße 69. Es hat gleichzeitig Früchte und Blüten. ** Der Herbst naht! Tie Natur hat ihr Spät- sommerkleid angezogen, das Heuer mit Herbstsarben durchsetzt ist, und die Tageshelle hat schon merklich abgenommen. Tie Tagesspanne, die zu Johanni (24. Juni . 16 Stunden 37 Minuten betrug und am 1. August noch 15 Stunden 30 Minuten umfaßte, ist zu Ende des Monats auf nur 13 Stunden 40 Minuten gesunken. Mithin beträgt die Differenz der Tageslänge in den 31 Augusttagen schon nahezu 2 Stunden, 1 Landkreis Gießen. 8. Wieseck, 28. Aug. In der heutigen Gemeinde- ratssitzung wurde zur Besetzung der mittleren Kanzlei und Unterbeamtenstellen bei den Kommunalbehörden nsw. mit Militäranwärtern dem Beschlüsse des Kreisausschusses, der dahin lautet, daß der die Rechn er stelle übernehmende Beamte oder Militäranwärter eine Kaution von 10 000 Mark zu stellen habe, vom Gemeinderat einstimmig zugesttmmt. Ferner hatten sich zu der zu besetzenden Stelle einer Krankenpflegerin mehrere gemeldet. Hierzu wird der Bürgermeister beauftragt, einen Kontrakt auszufertigen und sodann mit den betreffenden Personen in Unterhandlung zu treten. Das Schinderhaus auf der Urselum soll, da es überflüssig ist, auf den Abbruch verkauft werben. Zur Herstellung der Brauhausgasse wird der Bürgermeister beauftragt, vorerst das Gemeindeeigentum festzustellen, und sodann mit den Anliegern wegen Tragung eines entsprechenden Kostenanteils zu unterhandeln. Zum Finanzausschuß wurden die Gemeinderäte Luh, Weller und Becker und zum Bauausschuß die Gemeinderäte Völzel, Deibel und Oßwald gewählt. In nicht öffentlicher Sitzung wurden die Kosten zur Verbringung des O. Sch. in eine epileptische Anstalt durch den Gemeinderat genehmigt. — Leihgestern, 29. Aug. Am Sonntag hielt der Turnverein »Frisch auf* sein Abturnen ab. Nach dem festlichen Umzuge durch die Ortsstraßen begann man auf dem Turnplätze mit Riegenturnen, anschließend Kürturnen. Herr Karl Schmidt, der das Amt als Turnwart schon neun Jahre ununterbrochen mit immer gleichem Interesse bekleidet, hatte alle Anordnungen aufs beste getroffen. Gegen Abend begab man sich nach dein VereinSlokal, wo sich eine Tanz- belustigung anschloß. f. Lauter, 29. Aug. Die Kirchweih erfuhr heute morgen einen jähen Schluß. Kurz vor 2 Uhr ertönte F e u er- lärm. Es brannte das La gerhauS des Fabrikanten Godosar auf dem Georgenhammer. An eine Rettung des Gebäudes und des Inhalts war nicht zu denken und die Feuerwehr mußte sich auf Sicherung der Hauptgebäude beschränken. Von auswärtigen Feuerwehren war die zu Wetterfeld eingetroffen, kam aber nicht mehr in Tätigkeit. KreiS Büdingen. X Nidda, 29. Slug. Die Beerdigung des Rechners Louis Zell gestaltete sich zu einer großartigen Bezeugung von Liebe und Anhänglichkeit an den Verstorbenen. Selten war eine solche Beteiligung Leidtragender hier zu sehen. Pfarrer Werner hielt nach vorausgegangener HauSaudacht auf dem Friedhof die Gedächtnisrede und zeichnete das Bild deS Ent- ichlafcnen in Haus und Amt. Zugleich legte er einen Kranz nieder namens der Kirchen- und Hospitalkasse, Bürgermeister Erk legte einen Kranz nieder namens des Stadtvorstandes und Oberamtsrichtec Roemheld namens der BezirkSsparkasie. Auch der Gesangverein Sängerkranz spendete einen Kranz. F. C. Bad Salzhausen, 29. Aug. Mitte Seplember wird hier die Grundsteinlegung zu dem ersten deutschen Kaufmanns-Erholungsheim vollzogen werden. Dem Akte wohnen voraussichtlich der Finanzminister Dr. Braun, mehrere Ministerialräte, der Kreisrat des Kreises Büdingen und dec Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime, Sitz Wiesbaden, usw. bei. Ortenberg, 28. Aug. Die hiesigen Backer haben beschlossen, infolge des hohen MilchpreiseS die Brötchen nur noch für 3 Pfennig abzugeben und keine Zugaben mehr zu gewähren. Gleichzeitig ivird das Antasten von Backwaren aus hygienischen Rücksichten verbeten. Kreis Lauterbach. n. Rieder-Stoll, 29. Aug. Am Sonntag wurde hier unter Teilnahme zahlreicher Gäste das Lauterbacher D e k a n a t s - G u st a v - A d o l s - F e st gefeiert. Im Nach- mittagsgottesdienste im überfüllten Kirchlein predigte Pfarrer Beller-Wahlen; er legte den Zuhörern die Mitarbeit im Gustav-Adolf-Verein eindringlich ans Herz. Pfarrer Zinn-Herbstein wies sodann nach, wie infolge der Freizügigkeit in Hessen in vielen einst ganz katholischen Dörfern blühende evangelische Gemeinden entstanden sind, die aber zum großen Teil noch auf brüderliche Handreichung angewiesen seien. Nach einer kleinen Pause "begann auf dem schattigen freien Platz an der Kirche die Nachfeier, wobei noch Dekan Schmidt-Schlitz und Pfarrer Höhne-An- gersbach Ansprachen an die große Feftaemeinde hielten. Gustav-Adolf-Feslschriften fanden willige Käufer. Tie Fest- lollekte in Höhe von 74 Ml. wurde geteilt zwischen den Diasporagemeinden Herbstein und Bretzenheim. Erstere erhielt 40 Mk., letztere 34 Mk. Mit herzlichen Dankeswvrten konnte sodann der Ortspfarrer das Fest beschließen. Kreis Schotten. A Vom Vogels berg, 29. Aug. Den Anschluß an die projektierte elektrische Zentrale zu Wölfersheim haben nicht nur zahlreiche Orte der Wetterau beschloffen, sondern auch die Gemeinden des Vogelsbergs wollen die Vorteile dieses Kulturfortschrittes nicht entbehren. So haben bis jetzt außer mehreren Dörfern Grünberg, Schotten, Ortenberg, Gedern, Laubach und Hungen den Anschluß an Wölfersheim genehmigt. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 29. Aug. Die Entlassung am Evang. Prediger-Seminar wird diesen Herbst nach zweijähriger Unterbrechung wieder öffentlich sein. Sie findet um.-18. Sept, statt. 5 Kandidaten werden entlassen, 9 bleiben das 2. Semester in der Anstalt und 11 werden neu eintreten, so daß der Bestand des Seminars 20 Kandidaten fein wird. Starkenburg und Nheinhessen. rm. Weiterstadt, 29. Aug. Ein Sittlichkeitsverbrechen wurde heute früh an einem 18 Jahre alten Mädchen verübt, als es in daS Feld gehen wollte. In der Nähe des Gehaborner HofeS im Walde begegnete dem Mädchen ein Radfahrer, anscheinend ein Maurer, dem es »Guten 'Morgen* wünschte. Er kam aus der Richtung von Darmstadt. Der Mann machte einen Umweg und legte sich in einen Graben. Als das Mädchen wieder in seine Nähe kam, übersiel er es, schlug ihm in das Gesicht und riß es nieder. DaS Mädchen wehrte sich mit aller Kraft, doch gelang es dem Burschen, cs zu vergewaltigen. Man fand cs stark verletzt und ohnmächtig. Dec Bursche suchte das Weite. Bisher gelang es nicht, ihn zu erivischen. Hepen-Nasfau. ) ( Marburg, 29. Aug. Bier Einwohnern aus Eoioe, die mit unendlicher Mühe den fast 30 Zentner schweren sog, Letzte Nachrichten. Ankunft in -KlndtfwN Beobachten Sie einmal PlockatraAe 11 PlacketraOe 12 Kleider Sommer- Kinematograph Babnboistraße 54 C7002) v«h»bofftrafte 54. Heute große Extra-Einlage Opfer 1 der Untreue! Qtnemffer, 650 m iana. Großer dramat.Zweiakter, 650mlang Persil gegen den Schultz an Freilassung 07018 Die behandelte Schuh flfllt Dinen sofort durch seinen wunderbaren Lackgianz auf. “auf tretn LUS der £t>m ans Ufer gebrach» haben, iU, wie Vw hört, nahe gelegt morden, den Stein wt^er an s e tn e n früheren Standort zu bringen, da es sich hier um Naturdenkmal handelt, das nicht beseitigt werden darf die Stiefel Anderer. Der nrft' Erdal Nahrung fUr: sowie schwächliche. In der Enfwlekketg zurückgeblieben Kinder. c n (Amt Bonndors) brach ein Feuer äufer in Asche legte und 24 Fami- Bestbewährte gesunde und magendarmkranke ßchern unö hosten, daß derselbe auch hier dreselben Erfolge erlebt, wie bet seiner Premiere in Berlin. jjy Gewöhnliche Eintrittspreise A«s dem Leben eines Abgeordneten, herrliche Photographie, wunderbare Ausstattung, siwit bas übrige aaüKäabije PrazitM. rimllicher Wellerderichk. Oessentliche LS e t t e r dic n ft ft el le «ieften. tyeiierouiudxtrii in Vesten om Tonneritog, brn 31. ziug. zvil. Wolkig, meist it?.fe.-. t ».••• -f» Henkers Bleich - Soda Ktlrammnaaiung. Betr: Dm An- und Berkaus von Ziegenböcken. Der Kreisziegenzuchtvercin Hal eine ^rmittelungS stelle zum An- und Verkauf, sowie zum Umtausch von Zie^-»k>5^,n Stetten und Lämmern eingerichtet. 7* die Gemeinden unseres London, 30. Aug. Die Voruntersuchung Spion Schultz ist nunmehr abgeschlossen und da« Schwurgericht verwiesen worden. Line araen Stellung einer groben Kaution wurde verweigert. London. 30 Aug Tn 0 b er ko mm andrer endet bet .nolifd,«« «Tme«. «tnra! Fr-n». 'ft rmt Stab tn I o u 1 zur Teilnahme an dm dortigen Manavern Zum Neubeziehen für Sonnen-u. Regenschirme grösste Auswahl Stoffe Billige Berechnung Casseler Schirm-Fabrik Gieünen, Selterswpg 9 Reparaturen schnell und :: :: billig :: :: tOfe' Extra • Angebot HitolalMeiiieo für Bettücher. Rasenbleiche Pa. 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Seine Saloniki ist nicht vor heute abend -u erwarten. Gericbtdsaal. n Marbura 29 Aug Lin Borftralmregifter mu 7t jtummern Hatte ein Mann aus der drooinz Polen, der Heul, rrgm Betteln- und Landitreichen» vor der ^Strafkammer i-end Das Gericht diknenk >dm, ebenso wie die «»nnftoni m -‘mberg, vier Woche» «efängntfl unö Uederweisung an die Landes — ferner verhandelte dos Gericht gegen vier Männer ’S*Sne Frau au« fcartenrob wegen Filchrüudere, ttin Mann SÄTli riiSn 3ie" .nb m,n lÄonatm 3ud>tb=u» k.ne £ai, Grinern Jahr Zuchthaus und die übrigen AngeNagten zu Geld- , rasen verurteilt. Drei weitere Muangeklagte waren nicht zu I i a 29 Aug Der 31 jährige russische Student Ischanjan, der in brn D. bliotheke »der Universitäten Kerl in und Leipzig und m anderen öffentlichen Biblw- i^ken Bücherdieb st adle beging, wurde vom ^djonengeridjt oegen Diebstahls. Unterschlagung und Sachbeschädigung zu zwei Mona t e n Gefängnis verurteilt etiies jartCT rete» SfMltn «ti rosge^ fugefiMrlkben Ällfrben wb Uttixxb idöcew Cd Ul aebrauä)« nur die «2 ' Ct«Je»PferJ« 50 Vfe. bei. B. I. MöbS, Carl Seibel, Cuul Lar». _ EW» ■us WaschsloH reinigt man vorzügfich durch Waschen mit Persil. Kain Ängraihn des Gewebes bei gründlichster Entfernung von Staub, Schmutz u.Flecken. ErsaUlur chem.Reinigung. ' trhXlUleb ur i- Orlr^-F^““ __nUemig* Fabrikant«, HENKEL & Co., D0SSELDORfl_«^b_^LJ!22^2iS!r~ Bekainitmachiing. Die (BrummelnraäDerfteigerunq vom 28.1. MtS-ift genehmigt- Ausgabe der Absahrichcinc durch die zuständigen Zahlstellen vom Srcitao, 1. k. Mio., ab. Vcyict aabrtag: 20. k. MtS. B*/, Gieficn, 29. August 1911. _ , Grohherzogliche Cberförfterci ^chisscnberg. X r a u t io c i n. _ €)ebr. Jnllmniin. SS " n In Schwanin hen obdachlos machte/ Ter Öfebäubdcböben bettäat etwa 133 (XX) Mark, den FahrniSverlust schävt man aus 100 000 Mk. Ter Hamburger Liermöfter -Thekla" ist auf der Fahrt von (larbiff nach «ulparaifo m dn L« Ma're-Stra». (Rcuerlanb) g e ft r a n b e t. Neun Mann ber Besatzung wur- den von einem anber* deutschen 6d)iff ftttt U e l uub tn Anlosagafto gelandet Ter Bnblnb des Reftrs der Bembima ist unbekannt. Ferner soll em Schiff unbekannten Namens in der Le Maire-Strafte «^anbet fein. DaS Schicksal ber Mannschaft ist unbekannt, dock wurden Leute an der Lüfte gesehen. Der in Amerika allgemein bekannte, hervorragende Jour- nalift Graf Mar Gebhard von Seckendor f ilt 'N Frankfurt a M gestorben Tie Beisevung eriolgt am Donnerstag in ber Familiengruft des Schlosses Brand in Oberfranken. Zur Bekämpfung deS WaldbrandeS bei Elmpt sind außer drei .ftomvagnten ftölner Pioniere auch Truppen auSRör mond nnaetroffen. Bis beute vormittag w°r eine Flache von rund 50 00 0 Morgen aut deutschem und hollandiichem (>c biet abgebrannt. °Biele kleine Waldhäuser wurden cm- gräidicrt DoS Feuer ivütct fort. Menschen futb, soweit bekannt, nicht umgekommen. Der schweizerische BundeSrat genehmigte den vergleich zwischen der Eidgenossenschaft und der Gotthardbahnge ellschaft, betreffend den giückkaufsprei- für hie Gotthard- U ° bTer Student Drage ist im Tatragebrrge alS n feinen beiden, aus Warschau zum Besuch gekommenen Schwestern beistehen wollte, in eine tiefe Spalte gestürzt Trc Leiche wurde geborgen stakaos — SchokoladeN zu Fabrikpreisen in «ieftcn bei Krau Emma Sellhetm, Vismarckstr. 38. Morg.DonuerStag, v.81 ,Uhr an tMMSK I.be^3°n«5 aui üen. Mutigen y. , teste L'KLL >u”8 tarben t fcT :e,nt ywjgs s-. , Utnen ab, giu S-,9an" 'M lutnnott f*on 3nlert|it 9 IroBtn. Qfn(n o;l ' I Si^n,ei6 «Ich btuu D«2 U^r «lönle ia“’ d-, $Obtl|,m,. »'et. An en« SJettur.: c ni4‘ ju denken und die I l9 der hauplgebäude be. vehren war die zu >hr in Tätigkeit, gen. -erdigung des Rechne 'c großartigen Bezeuge dm Verstorbenen. 6d: ! nder hier zu sehen. Wm: ! ner hauSandacht aus bi..: ichnete das Bild des (int. strich legte er einen Rron; ; )ospitolkasse, Bürgermeil!,: mens des StablvoiflanW nenS der BezirkSsparke^ spendete einen Kranz, ).Aug. Mitte Eepiembc: j zu dem ersten beulte ' vollzogen werden, $t manzminister Dr. ®rt'A tat deö fatiftl Müh" leseltschch sür llousmonnf usw. bei. Die hiesigen Bäcker greises die Brötchens ! und keine Zugaben nut: iS Antasten von Backum: en. stach. ufl. Am Sonntag wu2 ch-d°sL°uI-r"n s Vogelsbergs w _r nicht «lM«Lle6n’cnn. Achtung! Kammerjägkr Tchwarz empfiehlt stch zur Vertilgung von Natten, 'JMauicn, Schwaben, Wanzen u. Unaeziefer icbcr nrL Schri'tliche Angebote unt. .,2X7 a. b. Gießener Anzeiger erbeten. Verkauf, sowie z i e g c n b ö tf c n , Ziegen und Lä. Ich mache die Vercinsmitglteder und _nlctt9 Vereinsbczirk-L darauf Mit dem Dm- weise^ äusmerksam, daß gegenwärtig eine 91 n »a b 11 unger Ziegenböcke zum Berkaus angeboten ist. Die ^mer- eifenteif wollen daher ihre Angebote b" dem Verwalter der Bermittelungsftelle, Herrn Zucht Verwalter Kreutz tn Gießen ^andwirtschaftskammer-AuSschuß, ctttrcl^n- . Ich em»l?6tc hierbei anneleaentlidnt ben Mttgl.cbern unimck Vereins und den Gemeinden die Benutzung ber Vermittelungsstelle. Gieften, am 28. August 1911. . - Der Vorsitzende des Kreiöziegen-uchtverelns Gieften. Dr. Merck. D z« Aul «incui Ouuviap oci sa a 11 :11U ****? aramni des gefährlichen ^pratgftoRc# G h e b b 11 e mtb Sftn b T a P f e 1 n gestohlen Tie Koli»ei nahm vier »er- Haftungen vor. doch konnte bas gestohlene Chebbite bisher nicht gefunden werben «««..■ 3n Toronto wurde die canabil (be netto** Heilung vom Generalgouvcrneur Earl Gr ev feierlich er- >> net Unter den Ehrengästen befand sicher ofessor 9obner* Serltn, der iid> auf einer nxnidxiftlidxn ctubifnttue tn Äunaoa befindet. r wird dK^Ae stitie •ÄS» S'tf*’"' ua ®” ,« ä“' An eine'N v qa Kt Vreiian im Hotel SchÜt» 03^ anwesend. Ter Besuch diesei £orcd)itunbcn ist dringend zu emo k’blru da 'ich dav Warnecke^^sche. •^rlahren nb5I?c ^•«unMet^iSä Am 1. Oktober werden neue Schülerinnen aukaeunmine» Auch junge Mädchen, welche sich nicht für den Beruf" uSbUden wollen' kennen einlrelen und an den Stunden teilnehmen, die für sie in Betracht kommen. Kinder werden vom 5. Sept, an ausgenommen Für »chulpflichnge Kinder von Oktober an an 2 Nachmittagen Werkunterricht. — Auskunft und Prospekte durch D. Moeser Fiber- w i . Kretin, «artenitrafte 30. Hnmclbungen möglichst bald Ztteten. । Sünmetmeffte^ u”b Säg=i>ert. A. Salomon 8t Cie. empfiehlt 1 Geisse:: Hiessen —< KMMWW e Tu-ÄSP y HERBSTi Geflügep Fustschweist 789 Hand u. Achsel,chwcist, Wolf, wunde Fütze, Creme „Medetur" Sch. 25,40Pf. Hai sich tausends, bcw. Ndl.: Pelikan A^oth., Krcuzpl. 2 Bad-Nauheim Bahnhof-Allee 8 Villa Diana, best empfohlene Fremden-Pension. Zur Nachsaison ermäßigte Preise, Mk. 6.50—7.50 per Tag inkl. Zimmer. (->/. 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Sonntag, de« auf der Kegelbahn der Ndiimtioii Enter, HamstrchlS, Großes Preiskegeln! statt, wozu sämtl. Freunde dieses Sports eingcladen sind. Bahn itt geöffn. :an Wochentagen ab 7 Uhr abds., Sonntags v.3Ubrnackm.ab. Sie laufen Gefahr D(6»fihw6 Veilchen- Seifen p*tr 6oWper!e TW W ______, -- ein minderwertiges Veilchenseifenpulver zn erhalten, _ wenn Sie beim Einkauf nicht ausdrücklich Df Centner’s Veilchenseifenpulver „Goldperle“ (Schutzmarke Kaminfeger) verlangen. Jedes Paket • enthält ein hübsches, praktisches Geschenk, v M.fürit: Carl Gentner, FMth» tui.M., Göppingen.