Nr. 175 Erstem Blatt W. Zahlgang Mittwoch, 26. Juli Ml ns (fiiefttticr MtKcwr ■ ggViv|jviivi «njviyvijg ®SS? General-Anzeiger für Gbertzefsen DSM b "'aoaesnlmmM Botationsbnid und Verlag der vrähl'schen Unlv.-Vllch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion. Lrpedition und vruckerei: Zchulstratze 7. Z,nd-: den bi» vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhofstrahe I6a. Anzeigenteil: fr. -'ec?. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Der Ausstand aus Haiti. T-cr seit Februar dieses Jahres auf der westindischen Insel Haiti tobende Ausstand ist bisher Ziemlich spurlos an uns vorüberaegangen: er wurde durch die parlarnen rarischen Ereignisse und dann durch die Marokkofragc völlig in den Hintergrund gedrängt. Was bedeutet es scküießlicv auch, wenn in einer Negerrepudlik von ganzen I8OOOO0 Einwohnern zum so und sovielten Male Revolution aus bricht, weil, wie so oft schon, ein großer Teil der Haitianer mit dem 1908 unter allgemeinem Jubel gewählten Präsidenten Antoine Simon, der dem verjagten Präsidenten Nord Alexis folgte, nicht zufrieden ist. Cb mit Reibt oder Unrecht, läßt sich schwer entscheiden: daS eine aber steht fest, daß nämlich der eigentliche Zweck des ganzen Aufstandes nur darin zu erblicken ist, daß Lecomte sich an die Stelle Simons fetzen wy'tlte, um Pch unb „feine Anhänger rvieder einmal an "ber Staatskritztze tüchtig aufzufuttern. Als „General" Lecomte im Februar dieses Jahres die Fahne des Aufruhrs im Norden Haitis erhob, hatte er zu nächst wenig militärischen Erfolg. ES kam ihm aber wesentlich zustatten, daß Präsident Simon eine Schreckcnsherr schäft in Haiti errichtet hatte, unter der zahlreiche politische Gegner des Präsidenten hingerichtet wurden, mehrere Städte von Negern geplündert, ja, sogar zerstört wurden, und die Unsicherheit so zunahm, daß z. B. in Aux Chases das deutsche Konsulat das einzige Gebäude war, wo die Europäer Schutz finden konnten. Auch Lecomte mußte damals die Flucht ergreifen und sich nach St. Thomas begeben, doch gewann er infolge der politischen Unklugheit des Präsidenten Simon so viele neue Anhänger, das; er es bald wieder wagen konnte, in Haiti aufs neue zu landen und beit Kampf wieder auszunchmen. Seine kriegerischen Erfolge waren jetzt überraschend: es gelang ihm und seinen Anhängern, bis zum 20. Juli sich des ganzen Nordens der Insel zu bemächtigen, nachdem er tags zuvor die Regierungstruppcn bei Trou so schwer aufs Haupt geschlagen halte, daß Präsident Simon gezwungen war, seine Truppen mit Ausnahme der Besatzungen der Forts Liberte und Cap Haitien zurückzuziehen und für die Verteidigung der Hauptstadt Port-au-pnucc zu verwenden, der sich die Aufstnndttchen mit unheimlicher Geschwindigkeit näherten, während sie sich gleichzeitig auch fast des ganzen übrigen Landes bemächtigten. Ta der Versuch, die Revolutionäre vor den Toren der Hauptstadt auszuhalten, mißlang, die Rcgicrungötruppen knapp und überdies unzuverlässig sind, loirb Präsibent Simon cs schwerlich auf eine Eroberung der Hauptstadt ankommen lassen Tenn wenn auch die Revolutionäre noch immerhin 20 Meilen von Port-au-Prince entfernt stehen, Präsident Simon also noch Zeit hätte, die Hauptstadt in Verleide gungstzustcmd zu setzen, so ist bei dem ChaoS, das trotz aller Verhaftungen und Hinrichtungen politisch unzuverlässiger Elemente dort herrscht, an eine erfolgreiche Ver- 1 Düngung von Port-au-Prince gar nicht zu denken. Verhalten sich die Aufständischen doch nur deshalb abwartend, weil sie wissen, daß ihnen aus Haiti selbst, als auch auS Jamaika, wo zahlreiche von Simon Verbannte leben, in kurzer Zeit Verstärkungen zuströmen werden. So ist her Einzug der Aufständischen in Port-au-Prince sicher. Aber Präsident Simon wird dem siegreichen Heere Lecomte- schwerlich in die Hände fallen, wenn er nicht mit dem General Thomas das Schicksal der Enthauptung teilen will Er, der am 12 Full", als es um ^ixine Sackte schlecht stand, schon auf den deutschen Tampfer ,.3nvia 1 geflüchtet' war, wirb nicht verfehlen, sich letzt, wo er seine Rolle überhaupt ausgeipielt hat, aus einem norbameri konischen Scki'f in Sicherheit zu bringen. Tas; durch bic Revolutionskämpfe bezw. durch die Eroberung von Port-au-Prince bte Lage der dort lebenden Europäer aufs äußerste bedroht wird, und daß die Gefahr ihren Höhepunkt erreicht, wenn unter General Vereinte, der sich soeben in Cap Haitien zum Präsidenten erklärt hat, der seinen Fahnen folgende Negerpöbel in Port-au-Prince eindringt, kann keinem Zweifel unterliegen Auch unter dem Präsidenten Snnon hatten die Europäer auf Haiti feine angenehmen Tage Er drückte und schikanierte sie aller Orten, ja, er ließ sogar Deut sche a u i Haiti ausweisen, weil sie und die übrigen Fremden mit den Revolutionären angeblich unter einer Decke steckten Kein Wunder darum, wenn man in Washington schon am 19. Juli die Entsendung eines Kriegsschiffes nach Haiti für erforderlich erachtete, dem bann noch mehrere folgten. Aber auch die Italiener Dctfaiigtcn von ihrer Regierung Schutz gegen die Revolutionäre, und ebenso richtete bic deutsche Gesanbtschaft aus Anlaß ber bei der Er oberung beS Cap Haitien vorgekommenen Plünberungen an das Auswärtige Amt in Berlin die Forderung, Kriegs schiffe in die haitianischen Gewässer ju entsenden. Tas Reichsmarineamt befand sich dieser Forderung gegenüber in einer recht üblen Sage. Tcmi ber streuzer ,-Vremen", dem es obliegt, bie beutfdje Flagge in ben l aitianischen Gewässern zu zeigen, weilt augenblicklich zu Vermesiuiigszwecksn in ber Hudsonbai, hätte also eine gewaltige Strecke zurückzulegen, wenn er rechtzeitig in Haiti cuitreffen und dort unsere Staatsangehörigen schützen wollte. Trotzdem hat sich das Reichsmarineamt heute zur Entsendung der „Bremen" entschlossen. Taß von einem ernstlichen Widerstande der Haitianer gegen eine Flotten- Munbgcbung der Mächte, wie sie sich jetzt vorzubereitcn scheint, nicht die Rede sein kann, liegt auf der Hand. Ihre Armee ist ebenso schlecht und klein, wie ihre Flotte. Tie Hauptfrage ist nur: Was soll geschehen, um diese ewige Revolution in Haiti zur Unmöglichkeit zu machen? Ttc Union, die, wie auf >iuba, wo ja auch Unruhen auS- gebrochen sind, so auch auf Haut wegen ihrer wirtschaftlichen Interessen den größten Anspruch hätte, will von einer Besitznahme ber Insel wegen der Neger- und Misch- lingsbevöltcrung nichts wissen. Anders dagegen steht es mit einer amerikanischen Lchutzherrschaft über Haiti, wie sie die Union schon über Muüa und die Philippinen ausübt. Tenn im Golf von Mexiko und im Earaibischen Meer/ sowie aus ben im Stillen Ozcan liegenden Philippinen/ haben wir den Schwerpunkt der auswärtigen amci5Tarit- schen Politik zu suchen, nicht nur wegen des Panarnalanals und bei Ausdehnung der Herrschaft ber Union über Mittel- ameril’a, sondern auch für' ben Fall eines japanisch-amerikanischen Krieges. Berlin, 25. Juli. Ter zurzeit in Montreal rtanaba) befindliche Kreuzer „Bremen" crbstlt den Befehl, zur Wahrung ber deutschen Interessen in Haiti nach Port- au-Prince in See zu gehen. Port-au-Prince, 25. Juli. Tic Revolution breitete sich im 3übi 11 aus. Ter Ort Ieromic erhob sich zugunsten beS Generals Foucharb, des haitianischen Gesandten in Teutschlan0. ReuV 0 rk, 25. Juli AuS Port au-Princ' ixnrb qemeldet, bafi der ganze Norden 111 den Händen der Au ist ä n dischen sei. Die Rcgierungstruopen seien bei Croix tu* Btauets nadi schwerem ttamvfc gelchlagen worden, iic Ltraßcn ■ wie anögestorben__ ~ Die englische Einmischung in die MaroNssrage. Ter Unterftaateietrctär beS englischin auswärtigen Amtes Lat im englischen Unterhausc eine Andeutung gemacht, bie wiederum als eine Erschwerung ber schwebenden deutsch sranzbsischen Verhandlungen angesehen werden mutz: London, 25. Juli. Unterstaatssekretär dcS Auswärtigen Amts, Mc. Kinnou Wood, sagte gestern in Erwiderung einer Anfrage im Un ter hause, bic Regierung sei sich ber Wichtigkeit eines 0 ff c 11 c 11 H a f en» in Vlgabir voll bewußt und iverde feine Gelegenheit vorübergehen lassen, um dies den Vertragsmächten dringend nahe zu legen. Es gibt kein deutsches Blatt, das sich bei Eindrucks er- wehren könnte, daß bie englisck^n Zwischenruse eine große Unfreilndlichkeit Teutschlands gegenüber bedeuten und die bisherigen guten und korrekten Beziehungen zwischen beiden Ländern wieder trüben müssen. Auch aus neuen Berliner halbamtlichen Erläuterungen geht dies hervor. Tie amtlichen dentsch-euglischen Beziehungen. Ter Berliner Mitarbeiter der „Franks. Ztg." hat offenbar im Auswärtigen Amte Erkundigungen eingezogen über die Aufnahme, die dort der „Trompetenstoß" des englischen Schatzlanzlcrs gefunden hat. Aus dem Ton und Inhalt feiner Mitteilungen ift anzunehmen, daß er wirklich etwas erfahren hat. Er sagt u. a.: Wenn "aij0 hiesige maßgebende Stellen deshalb noch au den privaten Charakter der Schatzkanzler-Rede glauben möchten, so bestimmt sie vielleicht auch darin die Kcnnrm», ouß das, was England durch seine Tiplomaten amtlich bis icyt an und gelangen ließ, eine ganz andere Sprache redete als bet „dröhnende TromveteMtoß" Lloyd Georges. Und zudem weiß man offiziell allerdings auch noch nicht, ob der englische Schatzkanzler die Rede, die er vom Zettet oblas, tm vorauSgegangenen Labinettsrat verabredet hatte, ob man sie dort billigte oder ob man ihn dort gar beauftragt hatte, diese Rede zu halten. Wie gesagt, das alles weiß man noch nicht und es war ja bis jetzt auch kein engludjefc Parlamentsmitglied so neugierig, es wissen zu wollen und im Parlamente danach zu fragen. Wenn man sich dort schon von der.Regierung bestätigen läßt, daß sie sich der Wichtigkeit eines offenen Hafens von Agadir vollkommen bewußt sei, so wäre ja doch in der jetzigen Situation eine Frage nach dem eigentlichen Charakter der Schatzkanzler-Rede ganz imer- essant und aufklärungsverheißcnd gewesen. Und wenn sich unsere maßgebenden Stellen an diese mehr formellen Dinge halten und Sir Grey die Fähigkeit zuttauen, das, was er zur auswärtigen Politik zu sagen hätte, selbst zu sagen, so kann das ja auch für den Gang der Marokko-Verhandlungen selbst nur von Vorteil fein. Tenn wollten sie an einen offiziellen Charakter der Schatz- tanzler-Rede glauben, so ergäbe das nur ein $) er übet- und Hinübersragen und -Antworten, das den Gang der Verhandlungen sicherlichnichtbe schleunigen und fördern könnte. Es wäre bann sicherlich auch keine sehr angenehme Sache, Dritten gegenüber sagen zu müssen: Wir brauchen deine Warnungen nicht; tue in Ruhe das, was unsere eigenen Volksgenossen in beiden Ländern tun müssen: Warte, bis wir mit den Verhandlungen fertig und im Reinen sind! WaS will England? lieber diese Frage gibt bie „Germania", eines ber führenden Zentrumsblätter, Antwort. Das Blatt behauptet, Der Retter von ErauSenz. (Zum 100. Todestage Courbiöres.) Unter ben wenigen, bie nach bem Zusammenbruch des preußischen Staates bei Jena unb Aucrstäbt bcm alten Heldengeiste Friedrichs bes Großen treu blieben, ragt als IcuchtenbeS Vorbilb bic prächtige Gestalt bcS alten Cour- diöre hervor, dessen 100. Todestag in diesen Tagen feierlich begangen wird. Er war es, der die Weichselfeftung Graubenz bis zum FriedenSschluß rühmlichst gegen bic Franzosen behauptete. Während bic anbcren greifen Generale in müder Stumpfheit sich bem Korsen ergaben, während all die anderen „Feberbüsck^e', wie man bie Hom- manbeure nannte, in ein furchtsames Zittern gerieten, hatte er mit seinen 74 Jahren noch nichts von ber tapferen Energie verloren, die ihm einst bie Anerkennung bes großen Friebrich eingetragen. Einem aus Frankreich feines Glaubens _megen ausgewanberten Geschlecht entstammenb, war er 1756 als Jngenieurkapitän in preußische Tienste getreten, hatte im siebenjährigen Krieg mit 2luszricknung ein Freibataillon geführt unb von Friebrich ben Orden pour le m6rite erhalten. Während der langen Friedenszeit machte sich Courbiöre durch Ausbildung ber Füsiliere um das preußische Kriegswesen verdient, führte dann in den Revoluttonskriegen die preußischen Garden, eroberte Verdun unb entschied die schlacht bei Pirmasens. Seit 1798 hatte er ben Ruheposten eines Gouverneurs von Graubenz, aber er bewies, baß er biesen Posten auch in ber Stunbe ber Gefahr ausznsüllen wußte Obwohl bie Verteidigungsmittel nicht in bestem Zustande waren und er sich auf bie zum Teil aus Polen bestehende Garnison nicht recht verlassen konnte, hielt er doch an bem dem König gegebenen Gelöbnis fest, die Festung nicht zu geben, solange noch ein Tropfen Blut in seinem Körver sei. Im Januar 1807 kam die erste französische Aufforderung zur llebergabc. Mit Entrüstung wies ber Gouverneur dies.Ansinnen von sich. Als bann Savary die Festung Gelagerte, wies er jede Bitte um eine Zusammenkunft rücksichtslos von sich. Der Franzose beklagte sich bitter über diese Unhöflichkeit und schickte ihm einen Brief, in dem er bemerkte, der König von Preußen habe ja den Franzosen seine Staaten überlassen und ihnen damit alle feine Rechte cingeräumt. Courbiöre aber erwiderte dem französischen Abgesandten lachend, was auch für Preußen gelten möge, für Graudenz treffe solch sonderbare Beweisführung tcdenfalls nicht zu, hier fei Friedrich Wilhelm noch Gebieter unb bleibe cs: „Wenn es keinen König von Preußen mehr gibt, so gibt es noch einen König von Granden z." Ende Mai begann der Feind eine förmliche Belagerung, aber Courbiöre hielt sich gut und fügte bcm Feind vielen Schaden zu. So blieb die Festung preußisch, unb bie tapfere Tat hatte ben schönen Erfolg, baß ber König beim Friebensschluß daburch fast ganz Westpreußen erhielt. Courbiöre wurde vorn König zum Generalfelb- marschall ernannt. Tie Zitadelle, bic er so treu vor Feinbeshond bewahrt, führt heute ben Namen des Retters von Graubcnz. • — Tas Schema des Cperettenterteä. Ter modernen Wiener Operette widmet Tr. Jos. C. Wirth in der Neuen Freien Preise eine läimerc Untersuchung, aus der wir den Abschnitt über das Textbuch mit einigen Kürzungen wicder- geben: Tas Libretto wird bei der Operette mit Munk umhängt und drapiert, tm Gegensatz zur Over, bte es mit Musik füllt und beseelt. Vor allem darf das Libretto nicht langweilig sein, sonst schlottert das mu>ikali''che Gewand um bte magern Glieder und wirst häßliche Falten. Viel weniger wichtig ist die Forderung nach Logik und Wahrscheinlichkeit der Handlung. Mag sich auch die Gestalt des Librettos bei näherer Besichtigung als eine in allen Scharnieren knackende Gltederpruppe crroci’cii — der schillernde Mantel der Pttn'ik deckt alles. Nur des Gesicht muß lachen können. Mau hat für diele Lizenz des Operettenpoeten den un- l'.ebenswürdtgen Nomen „Operettenblödiinn" aufgebracht, doch dieser allein bat noch nie den Erfolg einer Operette in Frage gestellt. Es l)andelt sich also beim Libretto nicht so sehr um das „Was", sondern um das „Wie". Tiefe Erkennmis hat unsere modernen Buchmacher dazu geführt, ein für allemal eine Art Schema für die Handlung air'suitdlen uns nur in Ausnahmewllcn davon adzugehen. Ta ist vor allem ein mehr oder weniger seriöses Liebespaar, das >ingt, und ein beüeres, das tanzt. Tas Erstere wird au5 zwei Edelmenschen gebildet, die zweiemhalb Akte lang unglücklich ineinander verliebt und uno mit allen möglichen ttninen davon abgehalten werden, sich in die Arme zu fallen. Tas zweite, das tanzende Liebespaar ist von Anfang an vollkommen einig und keinerlei sentimentale Anwartblungen trüben seine heuere Weltanschauung. Nur haben meist beide Teile ein äußerst streitbares Temperament, was zu den Zankduetten unb den stets mit einem Tänzchen endigenden Verföhnungsszenen führt. Durch bteic beiden Liebespaare ist für Abwechslung gesorgt unb bie gefährliche Klippe der Langeweüe wird glücklich umschifft. Außerdem entspricht dieses Schema dem modernen Prinzip der Arbeitsteilung, dessen wirtschaftliche Vorteile auch hier ohne westeres einleuchten. Tie erste Sängerin muß nicht tanzen können, der Soubrette dagegen wird weder viel Gesangskunst noch eine besonders schöne Stimme zugemutet. Bei der ersten ist ein wohlausgebilbetcr Kehlkopf bie Hauptsache, bet der zweiten eine zierliche graziöse Gestalt und em munteres Augenspiel. Es ist ohne westeres klar, baß es für jedes Theater leichter ist, sich zwei Darstellerinnen zu verschaffen, die diesen Bedingungen genügen, als eine, die alles in sich vereinigt. Es wirkt nicht mehr besonders peinlich, wenn die erste Sängerin em bißchen gar zu junonifd; in der Erscheinung und gar zu phlegmatisch tm Spiel ist: wenn sie nur singen kann. Tie Soubrette braucht dafür nur ein kleines scharfes Pieps- stunmchen zu haben, mit dem sie ihre manchmal ein wenig zweideutigen Tanzstrophen vortragt. Bei bem darauffolgenden zierlich gehüpften Ritornell kommt das Publikum sicher auf ferne Rechnung. Btt den Parmern dieser beiden Tarnen verhält sich die Sache ähnlich, nur müssen dem seriösen Liebhaber außer den glan^ollcn hohen Tönen auch ein paar Gesten des verletzten Mannes- ftolzes oder wehmütig reiigmerten Schmerzes zur Verfügung stehen. Tas lernt sich aber bald, unb ein geschickter Regisseur kann da auch bei dem darstellerisch unbegabtesten Rstter vom hohen C Wunder wirken. Tas Perfonenverzetchnis ber modernen Operette führt außer den zwei erwähnten Liebespaaren stets eine komische Alte und einen noch komischem Alten an. Bei der erstem hat der Librettist bie Wahl zwischen einer sehr dicken alten Tome, die sämtlichen in ber Operette vorkommenden Männern nach- stcllt, oder einer sehr magern alten Tante oder Gesellschafterin, die sie sämtlich verabscheut. Beide sind der römischen Wirkung stets von neuem sicher. Ter komische Alte hat weniger Spielarten. Er muß unter allen Umstanden möglichst vertrottelt fern und sich im '.Ibendglanze eines Ton Iiianmms sonnen, das ihm nieman ■ wehr glaubt. Tie beiden komischen Alten sind, abgesehen von der Abwechslung, die fie in die Handlung bringen, wichtige Stützen des mufitalischen Ensembles, indem sie der Kvmpoiwt bei den Aktschlüssen mit den beiden Liebespaaren zu einem Sextett vereinigen kamt. schon &u wissen, daß England mit der Besetzung von Langer liebäugele: Englische Interessen sind bekanntlich immer ;,bedroht?, und England muß bei der Regelung aller fragen auf unserem Globus stets eine Kompensation für sich herausschlagen, wenn diese Fragen es auch gar nichts angehen. Und zwar ist die Aufrechnung btcier Kompensation folgendermaßen durch die Praxis geregelt: Ottu- piert irgend ein Staat em Dorf, so verlangt England zum Schutz seiner so ungemein gefährdeten Interessen zum mindesten derer drei, lieber aber schon vier! Die neuesten Äeußerungen der englischen Minister sind zwar völlig nichtssagend, aber trotzdem recht charakteristisch. Wenn diese Herren mit einem gewissen ernsten Ton und undurchdringlicher Miene über Verhandlungen zwischen zwei Staaten, die territoriale überseeische Annexionen bezwecken, die Auskunft neugierigen Parlamentsmitgliedern, verweigern, w darf man es für sicher annehmen, daß sie beabsichtigen, diesen Staaten eine Rechnung ihrerseits zu präsentieren, die sich gewaschen hat. Herr von Kiderlen und Herr Cambon werden dies auch jedenfalls wissen und schon entschlossen sein, dem edlen John Bull ein Stück vom marokkanischen Reiskuchen abzugeben. Man munkelt davon, daß man in London im Fall der Austeilung von Marokko sehr mit der Besetzung von Tanger und dessen Hinterland liebäugelt; sollte das der Fall sein, was wir natürlich nicht wissen, so könnte man nur unserm Herrn Staatssekretär des Auswärtigen raten, alles zu versuchen, diesen Plan scheitern zu lassen. Wir wüßten gar keine Kompensation für Deutschland zu nennen, die den eiiglischen Besitz dieses Hafens aufwiegen könnte, der Besitz von Agadir wäre sicherlich keine.solche. .Die „Kölnische Volkszeitung ' nimmt eine ähnliche Haltung ein und bemerkt ganz zutreffend: Und wenn Herr Lloyd George den Gedanken ?lusdruck gibt, daß England sich nicht ignorieren lassen wolle — hatte Englano vielleicht nicht Deutschland schon 19 04 im Komplott ignoriert, als über Marokko verfügt wurde? Wenn Frani- reich jetzt allein mit Deutschland verhandelt, so hat England das Recht zu einer Beschwerde wegen Ignorierens durch |eut eigenes Verhalten verwirkt. Diplomatische Beratungen. London, 2a. Juli. Wie das Reuterbureau erfährt, haben heute die Minister Asquith, Lloyd George und Sir Edward Grey die Anwesenheit des englisch enBotschaf- ters in Paris, Bertie, benutzt und sich im Auswärtigen Amt vereinigt, um die Lage in Marokko zu besprechen. Minister Grey hatte dann eine Audienz beim König, doch erklärt man, daß dieser Besuch beim König keineswegs das Ergebnis der Konferenz im Auswärtigem Amt war, da die Audienz schon vorher festgesetzt war. Der österreichische Botschafter und, wie man glaubt, auch der französische Botschafter haben heute im Auswärtigen Amt einen Besuch gemacht. San Sebastian, 25. Juli. Der Minister des Aeußern und der französische Botschafter berieten in einer gestrigen Konferenz über die Maßnahmen, welche zu treffen seien, um einer Wiederholung der Zwischenfälle in der Umgegend von El Ksar vorzubeugen. Die Deutschen in Agadier. Köln, 25. Juli. Der nach Agadir entsandte Sonderberichterstatter der „Köln. Ztg " telegraphiert seinem Blatt aus Agadir unterm 23. d. M. über Teneriffa: Ich bin hier am 15. Juli eingetroffen und von dem Kaid Gelluli und feinen Scheiks empfangen worden. Die Anwesenheit des deutschen Kriegsschiffes wirkt für alle Nationen in jeder Weise und weithin günstig. Der bisher nur in Ausnahmefällen von Europäern begangene Weg von Mogador nach Agadir ist dadurch völlig sicher. Nicht weniger als 13 Europäer, 5 Deutsche, 4 Franzosen, 2 Engländer und 2 Spanier weilen seit dem 15. d. Mts. hier. Heute sind noch ö Deutsche, 2 Spanier und ein Franzose in Agadir eingetrossen. Zwei Vertreter des französischen Tabakmonopols eröffneten hier, aus der durch die Anwesenheit des deutschen Kriegsschiffes geschaffenen Lage einen Nutzen ziehend, eine Niederlage. Der Kommandant der „Berlin", Fregattenkapitän L ö h l e i n, hat auf eine Anfrage des Kaids Gelluli ausdrücklich den Wunsch ausgesprochen, daß alle Europäer freundlichst empfangen würden. Der Verkehr des Kriegsschiffes mit der Bevölkerung ist von der freundschaftlichsten Art, im übrigen aber zurückhaltend. Das Eingreifen Deutschlands ist den Eingeborenen zur Erreichung geordneter Zu stände erwünscht. In Sus hat die Anwesenheit des deutschen Kriegsschiffes allgemein eine Beruhigung der Gemüter her- vorgerusen. London, 25. Juli. Der Vertreter der „Morning Post" in Tanger telegraphiert, daß den letzten dort aus Agadir einge- troffenen Meldungen zufolge dort alles ruhig sei. Es seien keine Truppen gelandet und auch nichts unternommen worden, was in irgend einer Weise wie eine militärische Kundgebung hätte aussehen können. Einige Offiziere und Mannschaften von dem Kreuzer „Berlin" seien täglich an das Land gekommen und hätten mit den Lokal- bchördcn verhandelt, von welchen sie mit der größten Freundlichkeit und Gastfreundschaft empfangen wurden. Man habe ihnen oft Gelegenheit gegeben, Exkursionen nach den südlichen Ausläufern des AtlaLgebirges zu unternehmen. Die Herren seien auf die Jagd gegangen und hätten sich auch mit den Scheicks des Susgebietes in Verbindung gesetzt, die in großer Zahl nach Agadir kamen, in der Hoffnung, daß der Hafen wieder dem überseeischen Handel eröffnet werden möchte. Die öffentliche Meinung in der Susprovinz, der reichsten in Marokko, sei entschieden für die Herstellung direkter kommerzieller und industrieller Verbindung mit Europa, ganz einerlei ob infolge der Erlaubnis der Regierung des Sultans oder infolge von einer Intervention des Auslandes. Mit großem Eifer erwarte man das Resultat der diplomatischen Verhandlungen, von denen man hoffe, daß sie zur Eröffnung dieses bisher noch beinahe ganz unausgenutzten Distriktes führen werden. Das Zatereffe des deutschen Kronprinzen. Berlin, 25. Juli. Der Kronprinz stattete heute dem Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter im Auswärtigen Amt einen längeren Besuch ab. Aus Reifen« Disziplinuruntersuchung gegen einen Offenbacher Lehrer. Gegen den Offenbacher Lehrer Peter soll, weil er Musikkritiken für das sozialdemokratische „Offenbacher .Abendblatt" geschrieben hat, eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet worden fein. Das betreffende Blatt gibt jetzt folgende Einzelheiten des Falles: „Der Offenbacher Lehrer Richard Peter war gegen Anfang des Jahres von unserer Redaktion, die erfahren hatte, daß er ein tüchtiger Musiker ist, eingeladen worden, für unser Blatt Musikkritiken zu schreiben. Herr Peter, der zur Fortschrittlichen Volkspartei aehört und in politischen Fragen schon öfters sachlich scharfe Fehden mit uns ausgefochten hatte, nahm unser Angebot an, weil er der sehr anerkennenswerten Ansicht war, daß seine Tätigkeit als Musikrezensent eines Arbeiterblattes durchaus in der Wegrichtung seines Berufes als Volkserzieher liege. Niemals ist ihm, ist uns und wohl auch allen objektiv denkenden bürgerlichen Lesern seiner um ihres musikalischen Wertes vielbeachteten Artikel der Gedanke gekommen, Herr Peter könnte dadurch seine Pflichten als mittelbarer Äugestellter des. hessischen Ordnungsstaates verletzen. Anders dachte die Offenbacher Schulaus)|id)t^ behörde. Gegen Herrn Peter wurde eine Difziplinar- untersuchung eröffnet, weil er durch seine Musikkriti^r- tätiqkeit seine Amtspflichten verletzt haben soll -tie Akten sollen sich zurzeit im Darmstädter Ministerium befinden. , Wenn es sich nur um Musikkritiken gehandelt haben sollte, müßte man das Einschreiten der Behörde als unrli^a und übereilt bezeichnen. Wir warten die Untersuchung ab und nehmen an, daß eine amtliche Erklärung erfolgen wird. Deutsches Aerch. Der Kaiser wird programmäßig am 28. Juli in Swinemünde eintreffen und dort mehrere Tage verweilen. Während des Aufenthalts wird der Monarch, wie in früheren Jahren, eine Reihe von Vorträgen entgegennehmen, darunter wahrscheinlich auch den des Reichskanzlers. Von Swinemünde wird sich der Kaiser zum Truppenübungsplatz Alten-Grabow begeben, um dort Besichtigungen vorzunehmen. Die Kaiserflottille trat am Dienstag nachmittag von Balholmen aus die Heimreise an, wobei dem Kaiser von der Bevölkerung und den zahlreichen Sommergästen ein überaus herzlicher Abschied bereitet wurde. Der Kronprinz sagte auf Einladung des Königs Victor Emanuel seinen Besuch in Racconigi zur Jagd zu. Der Kronprinz wird in den ersten Taoen des August dort eintreffen. Die Stadtverordnetenversammlung in Düsseldorf beschloß am Dienstag die Errichtung einer Akademie für Ko mmu- nalverweltung als erste derartige Einrichtung in Deutschland. Auf der Anstalt werden leitende Verwaltungsbeamte über die Frage des Kommunalwesens auf akademischer Grundlage eine fachliche Ausbildung erhalten. Ausland. Der französische Ministerpräsident Caillaux hat beschlossen, die bisherige Kultusdirektion auf- z u h c b e n , die trotz der Trennung der Kirche vom Staat fortbestand und unter anderem gewisse religiöse Orden zu überwachen sowie die Ruhegehälter an die Priester zu bezahlen hatte. Die Obliegenheiten der Kultusdirektion werden verschiedenen Abteilungen des Ministeriums des Innern zugewiesen werden. Tie portugiesische Nationalversammlung hat die Beratung der einzelnen Arlitel des Versa ssungsent- Wurfes begonnen. Sicheren Nachrichten zufolge hat sich der türkische Marineminister nach Loudon begeben, um einen Vertrag mit der Armstronggruppe über den Bau von Dreadnoughts zu unterzeichnen. • Aus stttdL und Land. Gießen, 26. Juli 1911. • • Der Zar in Friedberg! Wir erhalten von einem unserer Friedberger Mitarbeiter folgende Nachricht, die wir unter allem Vorbehalt wiedergeben: »Trotz der Dementis von Petersburg weiß man hier jetzt bestimmt, daß der Zarenhof in nächster Zeit, wahrscheinlich Mitte August, wieder hier eintreffen wird. Seit ungefähr 14 Tagen sind Beamte der politischen Polizei aus Elberfeld hier. Wie es heißt, werden Beamte der politischen Polizei aus dem Osten (Berlin) um deswillen nicht mit dem Ueberwachungsdienst betraut, weil sie in russischen terroristischen Kreisen zu begannt sind.* " Ernannt wurde am 21. Juli d. IS. der Reallehrer an der Realschule zu Butzbach Ludwig Fel sing zum Reallehrer an der neuen Oberrealschule zu Darmstadt, mit Wirkung vom 1. Oktober 1911, ferner den Lehrer an der Ernst Ludwigs-Schule zu Bad-Nauheim Otto Weide zum Reallehrer an der Realschule zu Butzbach, mit Wirkung vom 1. Oktober 1911 an, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. • • Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde am 23. Juli d. Js. dem Lehrer Valentin Löwenhaupt zu Steinfurt die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Petterweil. * * Der Provinzialdirektor istau§ dem Urlaub zu- rückgckehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen. • * Die keusche Susanne, die letzte Operetten-Vor- stellung, brachte uns zugleich die Bekanntschaft mit dem Emser Kurtheater, von dem einzelne Mitglieder von früheren Gastspielen her noch in guter Erinnerung stehen. Auch die neuen Mitglieder machten einen guten Eindruck, und wenn man es der Direktion nicht verdenken kann, daß sie nach den schlechten Erfahrungen, die sie mit den hiesigen Operettenvorstellungen gemacht hat, die Gastspiele beendigt, so ist eS immerhin bedauerlich, daß die leichte Muse nicht länger hier weilt. Die gestrige Aufführung, die die Anwesenden aufs beste unterhielt und lebhaften Beifall fand, war von echtem Temperament beseelt. Namentlich Alma Walls als Susanne errang sich stürmische Anerkennung und eine Anzahl der Lieder mußte sie wiederholen; so vor allem „Das ist Paris", an dem die Herren Josef Jerry und Emil Wehrhan stark beteiligt waren. Margarete Müller hatte ebenfalls einen lebhaften Erfolg. Richard Helsing, der einen tadellosen Privat- gelehrten spielte, hatte die Leitung der flotten Aufführung, um die sich vor allem noch Fritz Lößl und Elly Schumann verdient machten. Außerordentlichen Beifall errang auch das Lied: Wenn der Vater mit dem Sohne u. a. Das Orchester unter Herrn. Weinacks Leitung brachte die zwar nicht immer originelle, aber anmutige Musik Jean Gilberts zu schöner Wirkung. * e Das 6. letzte Abonnementskonzert der Regimentskapelle finoet morgen abend in Steins Garten statt. Das Programm ist auch diesmal wieder sorgfältig au5» gewählt, überraschend dabei ist eine Klaviersonate von Beethoven im Arrangement für Militärmusik, auf deren Wirkung man tatsächlich gespannt fein darf. Obermusikmeister fiöber will "ns scheinbar den Abschied diesmal besonders schwer machen, er stellt morgen abend nicht weniger als 6 Solisten heraus, interessant ist es, daß es diesmal nicht auswärtige Kräfte sind, sondern hervorragend befähigte Herren auS der Kapelle. **HessischerAereinfürLuftschiffahrt,Orts- gruppe Gießen. In der Vorstandssitzung der Ortsgruppe Dietzen des Hesiischen Vereins für Luftschisfahrt vom 24. b. M. wurde die vorbehaltene Ergänzung des Vorstandes durch Zuwahl der Herren Dr. jur. Georg Gail und Photograph Zimmer vollzogen, von denen der erstere in den Fahrtenausschuß eintritt. Der rührige Verein, d« bereits über 60 Mitglieder zählt, will nach Beendigung der Sommerferien eine Mitgliederversammlung abhalten, in der über die bisherige Tätigkeit berichtet und eine Schilderung der bis dahin bewirkten Aufstiege gegeben wird Daran sollen sich öffentliche Lichtbildervorträge über Wissenschaft und Technik des Flug Wortes anschließend ** Gegen die Abonnentenversicherung b £ r Zeitungen wendet sich eine Maßregel des Hess. Ministeriums, das die Kreisämter auffordert, alsbald darüber Erhebungen anzustellen, ob und welche Zeitungen und Zeitschriften in den in Betracht kommenden Gemeinden verlegt werden, die ihren Lesern nach den bekannten Mcustern eine sogen. Abonnentenversicherung gewähren. Auch die im Bezirk verbreiteten, auswärts verlegten Zeitschriften dieser Art sollen mit in die Maßregel einbezogen werden. Die Bürgermeistereien haben bis Mitte August zu berichten. Ein Riefenwels. Ein aus dem Bodenfe stammender Wels von mehr als 150 cm Länge und einem Gewicht von 55 Pfund langte kürzlich als neues, äußerst dankenswertes Geschenk des Herrn A. H. Wendt-St. Goar im Aquarium des Zoologischen ©artens in Frankfurt a. M. an und wurde im Becken für große Kaltwafferfische untergebracht. Hoffentlich gelingt es, das imposante Schaustück einzugewöhnen. " Briefmarken Heftchen. Die ReichSverwaltung beabsichtigt neue Briefmarken Heftchen einzuführen, die 20 Marken zu 5 Pfennig und 10 Marken zu 10 Pfennig enthalten sollen. Der Preis wird somit nicht verändert (2 Mark). Vom 1. Januar bis 1. Juli sind über l1/, Millionen Heftchen verkauft worden. ♦* Postausweiskarten. Nach Vereinbarung mit der spanischen Postverwaltung werden die in Deutschland ausgestellten Postausweiskarten fortan auch in Spanien als vollgültige Ausweispapiere angesehen. ** Herb st verkehr auf der Eisenbahn. Die im Herbst jeden Jahres regelmäßig eintretende Steigerung des Güterversandes wird auch in diesem Jahre größere Anforderungen an den Eisenbahnbetrieb und die Zuführung offener und gedeckter Wagen stellen. Zur Bewältigung des stärkeren Verkehrs ist es notwendig, daß die hierauf gerichteten Bestrebungen der Eifenbahnverwaltung allerfeits Unterstützung finden. Hierzu ist es in erster Linie erforderlich, daß der Bedarf an Kohlen usw. für den Winter schon während des Sommers bezogen, jedenfalls aber nicht ausschließlich auf die Zeit der Rübenernte (Oktober bis Ende November) verschoben wird, weil in dieser Zeit der verfügbare Bestand an offenen Wagen knapp zu werden pflegt. Für den Versand von Gütern in gedeckten Wagen ist es nach den Erfahrungen notwendig, daß die großen Versendungen an Düngemitteln gleichmäßiger auf das ganze Jahr oder wenigstens einen längeren Zeitraum verteilt werden. Bei allen Wagenladungen muß außerdem auf die volle Ausnutzung des Ladegewichts sowie auf die schleunige Be- und .Entladung der Wagen Bedacht genommen werden. ** Zigeunerplage. Um die Zigeunerplage möglichst einzufchränken, ging den Polizeibehörden infolge ministerieller Anordnung ein Zigeuner-Meriblatt zu, das Andeutung gibt, wie man auf Grund der bestehenden Gesetzes- bestimmungen die Zigeunerplage mit gutem Erfolg bekämpft. Werden Zigeuner mit Wandergewerbfcheinen angetroffen, so ist zu ermitteln, auf welche Person, zu welchem Gewerbe und von welcher Behörde der Schein ausgestellt wurde. Dabei sollen möglichst Tatsachen festgestellt werden, die eine Erneuerung oder Verlängerung des Scheines verhindern können. Die Zigeuner seßhaft zu machen, ist unmöglich, da die Landbevölkerung dagegen ernsten Einspruch erhob. Landkreis Gießen. -m. Langd, 25. Juli. Unsere im vorigen Jahre erbaute Wasserleitung hat sich bis jetzt glänzend bewährt. Trotz der überaus trockenen Witterung der letzten Zeit hat das Wasser nicht nachgelassen und es läuft sogar noch so viel ab, daß ein kleines Dorf damit versorgt werden könnte. — Die Ernte ist in vollem Gange. Trotz der frühen Ernte ist der Körnerertrag em verhältnismäßig guter. Kreis Büdingen. # Nidda, 25. Juli. Trotz der Hitze der letzten Tage — die heute nacht vorübergezogenen Gewitter haben wenig Regen und keine Abkühlung gebracht — ist unsere Wasserleitung stets leistungsfähig. Es ist jetzt auch ein Rohr nach dem Friedhof gelegt worden und damit einem lange gehegten Bedürfnis abgeholfen worden. — Die Ernte ist in vollem Ganae. Steht hier und da die Frucht etwas dünner als in den Vorjahren, so sind die Aehren um so kräftiger und voller. Nur stehen Früchte und Brotpreise auch hier nicht im rechten Verhältnis. Die .Fleischpreise sind von einigen Metzgern heruntergesetzt worden. Kreis Alsfeld. ®yLLey>* 25. IuU- In der Schwalm herrscht auch ein großes Fischsterben. Eine große Menge toter Fische, darunter stattliche Forellen, trieb das Flüßchen hinunter. Zuführung von Unwäsfern ist hier nicht gut möglich. — Geradezu bar- bariich wurde ein hiesiger Metzgerlehrling von seinem Meister auf ossener Landstratze behandelt. Der Junge hatte die Klappe am Viehtransport wagen nicht genüaenö verschlossen: einige Tiere waren nun unterwegs, als die Klappe herunterfiel, aus dem Wagen entsprungen konnten aber sofort wieder eingefangen werden. Deshalb mißhandelte der Meister den nicht besonders stark gebauten Jungen derart mit seinem Krückstock, daß sich die Passanten einmischten und Einhalt boten. Der Metzgermeister kam zur Anzeige, weshalb bie Staatsanwaltschaft durch die Gendarmerie Erhebungen anstellen ließ. Starkenburg und Rheinhessen. R. B Darmstadt, 25 Juli. Das Bensheimer Lehrerseminar kann am nächsten Samstag die Feier seines 90 lahrigen Bestehe^ smern. Nachdem im Jahre 1817 inFried - berg das erste Lehrersenllnar für Evangelische errichtet worden war, solgte am 29 Juli 1821 die Eröffnung eines katholischen Seminars tn Bensheim. Tstese neue Lehrerbildungsanstalt ging hervor aus der dort feit Anfang des Jalnbunderts dort begründeten „Normal) chule, die m vier Monatökursen junge Leute zu Lehrern vorbereitete Der Unterrichtskursus in dem katholischen .Schülern und wax so gestaltet, daß er bei wöchentlich 3b Stunden zwei Jahreskurse umfaßte. Unter Unterrichtsgegenitanden befanden sich neben den üblichen Ochern der allgemeinen Jugenderziehung auch Kurse über all- ^!^^bnjchenge)chichte, Vaterlandsgeschichte und Geschichte der scheu und über Obstkultur. — Aus diesen bescheidenen Ver- hällnisten heraus entwickelte sich unser heullges großartiges und allgemein anerkanntes Lehrerbildungswesen. Es mußte im Laufe lt ^jtteS Lehrerseminar in Alzey errichtet, . Jn Bensheim und Friedberg gegründete wieder- holt erweitert werdeii, da bei dem wachsenden Bildungsbedürfnis und der Einführung der allgemeinen Volksschule sich die Zahl der Zöglinge in den Seminaren auf rund 500 steigerte. Während im ^ahre 1891 die Zahl der aus der Abschlußprüfung her- vorgegangenen mngen Lehrer 82 betrug und 1900 auf 91 flieg, 1?°° aus 112, 1906 auf 142, 1907 auf 126 WÜ7 auf 134 an, während jetzt auf durchschnittlich 150 neue Lehrkräfte gerechnet werden kann. Um den Anforderungen genügen und von der Errichtung eines vierten Lehrerseminars absehen zu können, wurde vor einigen Jahren der große Er- weiterungsbau des Bensheimer Senrinars beschlossen, der einen vto)tenaufnjanb von 900 000 Mark erforderte. Das mustergütig flusge|tatiete Seminar in .Bensheim, das bisher das tleinste im kommt, mache ub Euch kalt". 40 Mk erhalte. Ter AngeNagte ist in vollem Umfang geftänbig. Er kommt mit zwei Wochen Gefängnis davon. 70. Geburtstag. Ä. Reurath. Landwirtschaft Waff er wärme der Lahn am 88. Juli: 2t* R. 8 C 3 C. Well« c — vermischte» i Jp *1 «1 i IN d" «47,2 j 21,4 15,4 7" 747,1 i 18,9 i 15,0 Rebel Rtederfchlag. = 0,0 mm. Vier Vorzüge Bekanntmachung sämtlichen Roßmann B“/, B“/r 'l Biograph | l’lockbt raße 12 06054 Plocketraße Deutsche Luftschiffahrts • Actieu - Gesellschaft Plocketraße 12 Juli 1911 L E® SZ 54 WSW 2 81 । NE 2 92 , NNW 1 8 Eine köstliche Juli-Süßspeise Geschmorte Himbeeren und Johmmisbeeren, sie passen gut zusammen — mit Mondamin MGmm Köstlich, nahrhaft und erfrischend. Mondamin überall erhältlich in Pocketen ä 60, 80 u. 15 fßffl. Erprobte Rezepte auf jedem Packet. Geschäftsführer bestellt. Gießen, den 24. Juli 1911. Gronberzoaliche- Amtsaericbsi Der ertappte Einbrecher. *i. verübte der Maurer H. B. von Brüchen- Passagierfahrten mit dem Zeppelin - Luftschiff „Schwaben“. Bel günstiger, das heißt nicht stürmischer Wetterlage, sind von Ende Juli ab täglich Paesagier- fahrten von der Luftschiffhalle Baden-Baden über die reizvollen Täler und Berge des Schwarzwaldes, in die Rh einebene bis Weißenburg und Wörth etc. von 2-stündiger Dauer zum Preise von 200 Mk. pro Person geplant. Anmeldungen werden entgegengenommen bei der Hamburg■ Amerika Mnie --- Abteilung Luftschiffahrt --- Baden - Baden, Sophienstrasse 5 Telegr.-Adresse: Hapag, Baden-Baden, Telephon Nr. 78S (D*/r In doS Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen bezüglich der Firma Moritz Roßmann zu Gießen: Das Geschäft ist auf die Moritz Roßmann Witwe, Clementine geb. Loeb, m Gießen übergegangen, das dieselbe unter der bisherigen Firma und unter Uebernahme der f Aktiven und Passiven weiterführt. Dem Isidor S5 I Gießen, den 25. Juli 1911. Betr.: Tie Ausführung des Fischereigesetzes. An die Grohh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises und das Groszy. Pollzeiamt Gießen. Wir machen darauf aufmerksam, daß dos BerichtSformülar zu Anträgen auf Erteilung von Fischereikarten bei der trinito ©iHh Klee in Gießen erhältlich ist. ___ AroßhszoglicheS LreiSamt Gießen, . • L B.; WelckeL__V 4 | Sonnenscheti 8 10 VIS/TKA Z? TFM mbeliebigen Schriftart andKarwnsorte, so^ m;t Zirkftudenteschen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die BrühTsche Univ.-Druckerei. Bekanntmachung. In das Handelsregister Abteilung B imuoe bezüglich der Firma .Verlag der Gießener und Wetzlarer Zeitung, G. ni. b. H. zu Gießen*, eingetragen: An Stelle des Hugo Helfer, Kaufmann in Wetzlar und Robert Roller, Kaufmann in Wetzlar, ist der Schriftleiter Otto Heinecke in Gießen zum in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 22. Juli 1911. GrvßyeizvglicNes Amtsgericht. MA ' TürKinder und Kranke Gießener Strafkammer. X Gießen, den 26. Juli 1911. AuSgeseßte Verhandlung. D« Lotteriekollekleur M L. aus Leipzig .ist wegen btt Vertrieb- von Losen, die in Hessen nicht iugelanen sind, unter Anklage gestellt worden. Gs stellte sich heraus, datz der An- geklagte wegen des gleichen Vergehens in p en en schon nwhr- auxl» vorbestraft ist. Er hat deshalb wegen strafrechtlichen Rück- f.rll- eine höhere Strafe lW -gewärtigen. Der Angeklagte war zum „eutigen Termin persönlich nicht crichtencn, sondern lieb Nch durch nnai Anwalt vertreten. Ta der AngeNagte aber über die Er- ^oeUerung der Anklage wegen Rückfalls noch nicht verantwortlich vernommen wvrdai ist, so mußte die Verhandlung auSgcicfct werden. Ein trauriges soziales Familien bild tot die Verhandlung gegen den I. F. von Gießen. 4,er Mann i imn Bei ■ < . nsrchu und u-oic (e£t wohl un ferne ,ind ferne beiden Kinder durch redliche Arbeit durchzubringen. _rr hat aber eine gewisse Scheu vor regelrechter Arbett und alt in keiner Stelle längere Zeit aus. Am liebiten verrichtet er !'innere Gelegenheitsarbeiten. Tas wenige Geld, das er verein vertrinkt er alsbald im Wirtshaus. a.er \:ljigellagtc i|t zurzeit 30 Jahre alt, hat aber schon eine ganze Reihe von -strafen erlitten; auch hat er wegen Müßiggangs jchon zwei Jahre un .irdeitshaus zugebracht. Tie Frau des AngeNagten sucht sich und il/rc Kinder durch ihrer Hande Arbeit zu ernähren, Aer Verdienst reicht aber nicht aus und so muß sie öffentliche unter- üftunfl in Anspruch nehmen. Eines TageS vor Pnngsten kam bet Angeklagte nach HauS. Um sich Geld zum Vertrinken zu verschaffen, hängte er die Wanduhr ab und wollte irc ms Psand- l^us bringen. Als ihn seine Frau daran hindern wollte, nabm ec sie und band chr mit einem strick die Hände auf dem Rücken zusammen. Tann band er ihr mit einem wollenen Tuch den ' 'tund zu, um sie am Schreien zu verhindern und sperrte ste ui eine kleine Kammer ein. Ter AngeNagte hat nach und nach fast den gesamten HauSrat verkauft oder versetzt, um sich Mittel •itr Vier und Branntwein zu verschaffen, u. a. sogar Kleider einer Frau und Kohlen, die der armen Familie von der Stadt »ur Unterstützung geliefert waren. Einige Tage nach dem ersten Vorfall bedrohte er seine Frau mit einem Hackmesser. Als er wiederum einen Haushaltungsgegenstand ins Pfandhaus bringen wollte und die Frau sich wider,evte, versetzte er ihr mit der Fau,t einen Sdjlag gegen Mund und Rase, daß sie ohnmächtig zusammen- brvch. Zwei Krankenscküvestern mußten die Frau zu Bette bringen. Ta man fürchtete, der Angeklagte werde der Frau in der Nacht ein Leid antun, verständigte man die Polizei. Um einer rohen Gewalttat voizubeuaen, schritt der Schutzmann zur Verhaftung de» Angeklagten. Tiefer aber widersetzte sich, packte den schütz- »iann an der Kehle und rief: „Hallmik, einer bleibt aut der Stelle, ich oder du." Erst als ein zweiter Schutzmann hinzu- kam und einige andere Leute zugriffen, gelang es, den rabiaten Menschen in das Haftlokal zu bringen. Dabei schimpfte er |ort- oefebt auf die SäMtzleute und stieß Drohungen gegen sie aus. Mh.A bet Zelle rief er jenen noch nadi: „Wenn ich wieder heraus. einett 1 betrug > 'sMS ixt -Ktz« V» 4;Syet "tuee, äuSerr??'615' ?H- W-ndi.tz tens in c> „ Öoat ,6e Rait4S *■ * ,3 ^Eionen hchchs, »■äs .nlnuSteLSm'eetf«tto '" ■ul1’- f™ bin 8i„tt. &lebe»W«6etiri* MäCtnlL(Ctt»b11 bl: » ifeU m dieser heil bn ?agen knapp zu roeröer Uern in gedeckten Waaei- wendig, daß die «JL e.In gleichmäßiger am einen längeren Zeüraun. ilabuntjen muß außerdev ldegewichts sowie aus du der Wagen Bedacht ge, die Zigeunerplage mö6. ntzetbehorden infolge m. ner-Mertblalt zu, das 2r, S der bestehenden Sese^ >e mit gutem Erfolg br- tüandergewerbscheinen ar., welche Person, zu welche de der Stijein ausgestelt: tfadjen festgestellt Werber jerung des Lcheines Der ßhast zu machen, ist m agegen ernsten Einsprllw feen. 're im vorigen Iahte )iS jetzt glänzend i len Witterung der lep. assen und es läuft ic:at ors damit versorgt iwttn ollem Gange. Trotz Ln »in verhältnismäßig gut.", gen. der Hitze der letzten ‘2.M. :en Gewitter haben rom: yt —ist unsere Ä ässe: Ls ist jetzt auch ein M i und damit einem Ian;: orden. — Die Ernte ir mb da die Frucht etlvü o sind die Aehren um it n Früchte und Srotprtm Mnis. Die Fleischpre>!- untergesetzt worden. ^Schwalm heM'chl auch e- lenge toter Fische, d-rue &(hen hinunter. Zusuhr^ Sich - ^*2-, l-hrlmg Ter 3^ at,te u end verzollen/ euu^ ‘»ssgbts S-UL'S- richtskursus m d-z e rrieh^L^und andsgeichtchtt . uni« « W *£. mgSwesett-Asteo erl^ ttb FnedbetS iSiamarinqen, 25. Juli. Gebern nachmittag ver-I --- — , -----r.—,--_. . 11 nichtete IN Weilheim und anderen Orten ein schweres Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Hagelwetter die Getreideernte vollständig. Die Hagel- "™ [ötner bedeckten den Boden bis -u zehn Zentimeter Hohe. Unbe war, ist nach dem am 1. Juli d. S- In betrieb gtixom- '"»L Uat“e dEg.ln trief enbeim in der Zeit, wo die Sinwohner des Dorfes M Felde tätig waren, in ein HauS ein und stahl dort wa. sicht niet-und naaetsest war u. a H^ShaltunASgegenstande, ton Kasten Flaschenbier und zehn Hühner, «chlictzlich leg t,rt sie daS im Kinderwagen schlasenoe Kind in em Bett und nahmen auch noch den Wagen mit. M * Bingen, 25 Juli. Ter Wasser st and deS »Veins ist in der letzten Zeit betartig zuruckgegangen, bil sich schon mehrere Schleppkähne sestgefahren hatten, die allerdings nach einiget Zeit fteigezogen und weiter- acf&leppt werden konnten. 0 « Caub a. Rh, 25. Juli. Das volkStumlirbe Wett- turnen deS Turngaues „Süd»Rassau" findet am Sonntag, 20. August, statt, verbunden mit diesem Turnen ist die ^Osährige Jubelfeier und Fahnenweihe des hiesigen Kreis Wetzlar. .g. Garbenheim, 25. Juli. Infolge der ungünstigen LLÜterung mußte unsere Jungviehweide abgebrochen werden. Mudersbach, 26. Juli. Der Schulhaue - Neubau ist für nächstes Jahr zurückgestellt. Gleichzeitig wird ein Betfaal für die Gemeinde eingerichtet. Hessen-Nassau. X Gladenbach, 26. Juli. Seitdem die .Wunderdoktoren' kn Hattenrod wieder ihr Geschäft eröffnet haben, herrscht in diesem Orte wieder ein so . reger Fremden- verkehr, daß für die dort Uebernachtenden die Gasthöfe picht ausreichen. Es soll deShglb, wie man hört, ein Kurhaus eingerichtet werden. Im Heilinftitut ist übrigens jetzt euch ein studierter Arzt beschäftigt. Person verliehen worden war, in I Knaben, die Ehefrau deS Korbflechters Lauffrau bedienstet ist. Sie hatte den Anzug mitgenommen und ist des bald vom dorng« --chönengmcht »u^ Tagen Ge'angms 1 döniggefüllten Jolinber auf den Som. zog 'dn ihm verurteilt worden. In der heutigen Verhmidlung wutoe ibre l . iV-estch:, riß all t-a» Papiergeld an iid) und vendnvand — Schuld wiederum einwandfrei dargttan. fo daß ihre Frei'prrchuna unglückliche ftauunann, dem Enti-ungStode nahe, bezweckende Berufung all unbegründet z u ruck gewiesen wurde. I —.a Versuchte Erpressung. I — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- Ter Zimmermann Hch. L. von Sich war von dem Meister, bei DoS Befinden des Generaldirekwrl der daoenschen dem et in Arbeit stand, entlassen worden. Er schrieb barauf an 3taQlj.galcTicn, Gcbeimiats v. Tschudi, bat 'ich io verfchlun- ben Meister einen Briet, in dem er drohte, er werde bie tuen- mcr{ dn vlcbororgaiun eine Eperatwn unteriwnunai bahnverwaltung auf Mängel einer von dem Meiner ausgcnihrten mutz — Der klassische Philologe, oid. Hvnororprofefior an Arbeit aufmertfam machen, wenn er nicht binnen 24 stunden Universität Göttingen, Gvmna'ialdirektor Ged. iHegxe- 40 Mk erhalte. Ter Anaeklagte ist in vollem Umfang geständig. I ^ngsrat Tr. phll. Anton Viertel, feiert am 28. Juli seinen Das schwere Eisenbahnunglück bei Müllheim Einzige, autorisierte Austtabme, sofort nach dem Unglück ausgenommen. Stare und scharfe Photogravhie. Außerdem die großartigen Schlager Ser Gebrandtnarfle Große- amerilan. Drama, effefteoHe Retterfzenen. Der genarrte Seck iLine glänzende Somödic sowie das übrige großartige Programm. ist« Temperatur am 24. bis 25. Juli «■ -si 29,8 *1 iiiebriflfte , , 24. , 25. , ■ -t* 17»ö Am 24 Juni l. I. verübte der Maurer H. B. von Brüchen-1 tliärltt. brücken einen Einbruch in einem Ziegeleigebaude in der Gemar- Frankfurt a. M., 2b.Jnli. Heu- und Strohmarkt. tung Friedberg. Es fielen ihm ein Portemonnaie mit 10 50 Mk. Angelahren waren 5 Alagen Heu und 4 Wagen Stroh. JDlan Inhalt, Hemden, Strümpfe usw. in die Hände. Die Siegelet- noltcvlC; yeu, alte«, O.uO—u,u0 SHU neue* 3.00-8,50 Mk. «-trotz Arbeiter ertappten ihn aber und nahmen ihm die geswhlenen (jtonilaiigiivon) neu 2po Alk., Wirrstroh 0,00 - 0,00 Mk. Alle« Sachen wieder ab. Diese Arbeiter haben eine sehr derbe Faust, 5U Slilo. Geschäft stoll. Tie Buhibreu waren an» vderhesten. bad mußte bet breifte Einbrecher an seinem Leibe erfahren. Er | öcm greise Dieburg und au« dein TaunuSkreiS. wurde nämlich so gründlich verhauen, bau er zunüchii dem jtranfen- -------------—---- - - ----—— bau« in Fnedbera übergeben werden mutzte. Außerdem erhält er Verantwortlich für „AuS Stabt und Land" t. v.: heute für seine Tat acht Monate GefLngniS. .. -■______ 1 —---=« Müllcr'fche Babcanftalt ' " • 2er Angeklagie bat sich wegen I für ihn her bestimmt roaren Guun bockst originellen TifbftaH S*reiteÜ6bcTttubung und Mißbandlung feiner Ehefrau sowie wegen leistete fick vor längeren Jahren ein Gauner m einem der emn 'idei stands gegen tne Staatsgewalt, wegen Bedrohung und Lrogcnge,chä-tc her cuS. Ver. :ia Marn da ^ vornehmer leibigung ber ^dmaleute zu »eumirooricn. Tas Gericht erklärte Gebrock und Achnber in den r.aden und verlangte K^lo Honig, emrrn Menschen wie dem Angeklagten, der kein füi .Alber bafür batten Sie an d 'atz mxibnngtn müffen. fieber Pf sich-, und vtre mehr Ixibe. keine Milde zuzubilligen sei Ta? Jnbader be*Vrttaint*. -fcxtx \\t nn», cnoiberti llrtri! tautrt mif röt Hahr GefLngniS teurer und hielt ihm innen Znlinderbur bin ..D> banbJt 'ich Urteü lautet aur em janr ^nangnie ..... nämlich um eine Veite, erklärte er dann lächelnd dem ernannte« w . D ^^se st ob le ne .ta jJtn ain9 u g. I Kaufmann, der sich Mube gab. mmmcbr den Liberi dochst lustig Auf Famiacht bemerke an Lchneibmneister in iinbrt, und ihm alsbald den Honig in bat Hut schüttete Um daß cm Knabe einen Mas enanzug trug, den er leit längerer 3eu • ' lfJte ,un vci si.uid. einen rau'endine'chnn auf den vermivte. SS Itellte sich betau», daß ber er Vorstand: D. Schlosser. Ein klein« Autorisin Es geschah in I«f|er Breite unk Jtztte Sozioloc autznbem noch A . ein bnuhn 0. Emand Vetff ßj* i« » S?' Mnrichtk »und Xobe Sy von alle] f Ruhm al J** lein 4( «Illut und hm. ? Kereisi. k NMÄ 5* Hel bas S2ettpr! fettigen S0’1 eS knm6Äg‘ KZ 3« ft 3 «। Fußschweiß, * Hand ii. 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