Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. Frankreich rüstet zum marokkanischen Krieg. Frankreich macht Ernst! 2rr französische Ministerrat hat weittragende Beschlüsse gefaßt, die noch über das hinausgehen, was Herr Cruppi beantragt hatte, uiid in der amtlich beeinflußten Presse bemüht man sich, das Eingreifen der 10000 Mann französischer Hilfskräfte nicht nur als im Interesse Frankreichs liegend, sondern auch als eine selbst- verständlichleir darzustellen, die einer Zustimmung durch die übrigen Mächte nicht einmal bedürfe. Namentlich der T e m p s" fordert dazu auf, nicht mehr die Algcciras-Akte 'unter die Lupe zu nehmen" und erklärt. u. a., die Notwendigkeit, das Leben der französischen Militärkommissron zu retten, stehe außerhalb der Verträge. Es wäre daher, so meint das Blatt, ein Fehler, wenn man die Zustimmung der fremden Mächte verlange. Ter Sozialdemokrat Zaurös erklärt die Nachrichten aus Marokko seien wohl übertriebene Treibereien, um Frankreich in ein bedenkliches Abenteuer zu verwickeln. Jedenfalls hat sich die Lage so zugespitzt, zeigen des einen Jahres sogar 4219! Tculschland verurteilt m einem' einzigen Jahr vor Gericht 200 000 Jugendliche — ungeiähr nur ein Drittel der zur Anzeige gebrachten. Wahrhaft erschreckende Zochlen! * — Eine.Seewasser-Heilanstalt. Zur Bel-andlung von Haut- und Verdauungskrankheiten mit Seewasser wird in Kürze in London eine Heilanstalt eröffnet werden. Ein Aus schuß von Aerzten hat bereits ttäumlidjfeiten gemietet, die eben der Einrichtung für den erwähnten Zweck unterzogen roerben. Tr Rens Qui nton hat mit dem neuen Verfahren bereits bemerkenswerte Erfolge erzielt. Die Behandlung mit Teewasser wird durch Einspritzungen vollzogen werden. Tas verwendete Teewasser wird in den Tiefen des Meeres bei angemessener Entfernung vom Lande entnommen. kf. Wie Paganini eine Liebesromanze geigte. Binnen kurzem wird Arnaldo Bonaventura auf Gruiid neuerer Untersuchungen einige interessante Mitteilungen über den Geigenvirtuosen Paganini veröffentlichen, aus denen die,Nazione bereits jetzt eine hübsche Probe zu veröffentlichen in der Lage ist. Wahrend seines Aujenthaltes am voie von Lucca hatte Paganini mit einer Tarne von Adel zarte Beziehungen angeknüpit, die er häufig bet den musikalischen Zusammenkünften zu sehen Gelegenheit halte, die die Fürstin Elija Baciocchl leitete. Paganun machte stch nun anheischig, während eines Konzertes seine Dame durch eine .mmuattsche Galanterie' zu überraschen, die aus ihre Beziehungen aiispielte, und teilte dem Hole mit, er wolle eine neue Kompost! ron spielen, die er „Scema amorosa“ genannt hätte. »Die allgemeine Neugier war _, wie Paganini selbst schrieb, „außerordentlich erregt; aber wie groß war die Ueberraschung der Gesellschast, als sie niich mit _einer Geige eintreten sahen, die nur zwei Satten hatte." ~te eine -saite Gllte die Empfindungen eines Mädchens ausdrucken, die andere denen eines leidenschastlicheu Liebhabers ihre Summe leihen. '.Vm öilie der beigen Saiten kam aus diese Weise eine zarte und *enh- mentale Zwie'prachc zustande, in der auf die saiistesien Worte Ausdrücke von Eifersucht folgten. Bald waren die Akkorde schmeichelnd, bald klagend, man hörte Freudenrufe, Zornausbrüche, Aeunerungen des Schmerzes und des Glückes, aber die Liebesromanze endigte mit einer Wiederversöhnung der bei e.i Verliebten, die zum Schluffe noch verliebter als zu Beginn des Stückes einen Pas de deux aus° führten, der mit einem glänzenden Finale abschloß. Gefährdete Kinder. Bon Privatdozent Dr. A. Uffenheimer. Wir wollen hier von jener großen Gruppe von Ämtern sprechen, die wir am besten wohl unter dem Schlagwort „ine Gefährdeten" zusammenfassen. eie umfaßt alle d^e Elemente, tei denen die Gefahr besteht, daß sie die von der Ge,ell>chatt erforderte normale Stellung im sozialen Organismus nicht einnehmen rönnen. Sie werden also entweder gegen deren Geseye handeln und sich straffällig machen, oder sic werden im Sumpfe ter Berwayrlosung zugruitde gehen. Ganz allgemein hat Körner in ] einer ischnst „Volksbildung als Gruitdlage des modernen Staats- und KAI Mr- lebens" die wichtigsten Vorbenglmgsmaßregeln gegen eine derartige Gefährdung der Jugend in den folgenden Worten zuiammen- g cf atzt: „Die Staatsgemeinde Hal dafür zu sorgen, teb das Heranwachsende Geschlecht gesund ist: daß es diejenige allgemeinei Bildung sich aneignct, um sich selbständig zu erhalten und am Staatsleben sich beteiligen zu können, endlich daß die Schule den sittlichen Charakter ter Jugend zur Entwicklung bringe, weil in der allgemeinen Sittlichkeit die Sicherung des einzelnen und der Staatsgesellschast liegt." . .. m.. . , Fragen wir uns mm, so lagt der Vertaner ut dem Bändchen „Säuglings- uni) Jugendfürsorge", das in der bekannten Sammlung Wissenschaft und Bildung vor kurzem erschienen i)t, aus welchen Kreisen eigentlich die gefährdeten Kinder sich remitieren, io lautet die Antwort: Aus allen Schichten der Bevölkerung. -L-enn auch in teil Reihen der Begüterten wird vielfach die Ausbildung des Charakters in ter eindrucksfähigsten Zeit, dem „neutralen Kindesalter", d. h. in den eigentlichen Jahren des Elternhauses, m falsche Künde gelegt. Ich will ganz absehen von den Sunden Psychopathischer Eltern selbst, deren Folgen ter Kinderarzt alle Sage zu sehen bekommt — in den „Lanterziehungsheimcn" haben wir eine Institution, welche geeignet ist, für ein solch ungünstiges häusliches Milieu wirksam cinzutrcten. Dagegen verdient es besonders hervorgehoben zu werden, daß außer den Ettern wie Zappert sich ausdrückt — noch eine Anzahl anderer Personen die Entwicklung des Kindes beeinflussen, ja in teden Fällen viel nachhaltiger auf dieses wirken als seine natürlichen Erzieher. Ter Einfluß, den Bonnen, Kinderfrauen, Dienstboten aller Art auf das Heranwachsende Kind ausüben, darf gar nicht zu niedrig ein geschätzt werden. Die ausgezeichnete körperliche. Pflege ter jungen Kinder in wohlhabenden Häusern und ihre, in den ersten Jahren vielfach fremden und teilweise ungebildeten Menschen überlassene, Zeitige Förderung bilden einen krassen Gegensatz. (Ein Problem aus der hessischen Gemeindefteuerresorm. Aus Darmstadt erhalten wir folgende Zuschrift: Seit nahezu zehn Jahren wird düe Frage der Neuregelung unserer hessischen Gewerbebesteuerung in allen Kreisen . der Bevölkerung erörtert: an der Notwendigkeit gewisser Aenderungen zweifelt niemand. Die Wege aber, welche zur Lösung der hier gestellten Probleme vorgeschlagen wer- , den, laufen noch lange nicht in der gleichen Richtung, geschweige denn, das; sie sich decken. Auch jetzt, nachdem die zweite Regierungsvorlage vom Jahre 1909 durch die Kritik der Oeffentlichkeit und die eingel>enden Beratungen der Stände wesentliche Aenderungen hat erfahren müssen, bleibt -,iocf) eine ganze Reihe von Punkten übrig, über die eine Jnigung noch nicht erzielt ist, ja hier und da für kaum möglich gehalten wird. .Hierher gehört insbesondere die Frage nach der richtigen B e st e u e r u n g d e s u n b e b a u - ten Bodens in den Städten. Dieses Problem ist in den letzten Jahren nicht nur von finanziellen, sondern vornehmlich auch von wohnungspolitischen Gesichtspunkten ans einer tieferen Erörterung unterzogen worden. Die Frage, ob es möglich sei, baureifes r'and durch eine irgendwie geartete Steuer rascher der Bebauung zu erschließen und dadurch den Wohnungsmangel und die Wohnungstcuerung zu verhindern, stand lange .Seit im Vordergrund der Agitation der Bodenreformer. Bebbern aber gewisse Erfahrungen auf diesem Gebiete gemacht worden sind, welche darauf hindeuten, daß das Wohnungsproblem doch nur in beschränktem Maße ein Bodcn- problem sei, daß jedenfalls die Besteuerung nach dem „gemeinen Wert" eine Verbilligung der Mieten nicht garantiere, hat man von dieser Seite die steuerlichen Momente mehr in den Hintergrund treten lassen. Es bleiben hiernach nur die finanziellen Forderungen, die allerdings bei dem steigenden Finanzbedarf der Städte immer lauter er» i oben werden Die Städte sehen in der Möglichkeit, die ui spekulativen Köpfen entstehenden, allzuhäufig allerdings nicht realisierbaren Bodenwerte — die durch das Bedürfnis der Sparkassen und Banken, ihre Mittel anzulegen, künstlich c.ochgehallen werben — steuerlich zu erfassen, eine willkommene Gelegenheit, den Eintontinensteuerloefjizienten, der für sehr viele den einzigen Maßstab (der steuerlichen Belastung bildet, niedrig zu halten und den steigenden Bedarf dem Be- völkerungsteil zur Last zu legen, der „unbeweglich" ist. Diesem Bestreben hat jawohl die Regierungsvorlage, als auch die Zweite Kammer durch die Einführung der Besteuerung nach bem gemeinen Wert Rechnung getragen. In der Ersten Kammer sind aber gewisse Bestandteile jenes unbebauten Geländes der Städte, nämlich Gärten, Parks und landwirtschaftlich genutzte Grundstücke von der allgemeinen Besteuerung nach dem gemeinen Wert ausgenommen und Sonderbestimmungen unterstellt worden. Für diese Grundstücke wurde nämlich die Besteuerung nach dem Mittel vom Ertragswert und gemeinen Wert vorgeschlagen. Diele Beschlüsse habeti aber, wie wir glauben, mit Unrecht in einem Teil der Presse eine wenig günstige Ausnahme gefunden. Denn die Gründe — namentlich sozialpolitischer Natur —, welche für eine derartige Regelung sprechen, sind so bedeutsam, das; man sich ihnen aus die Dauer nirgends bat entziehen tonnen. Es gibt kaum eine preußische ie von ihr beschlossenen Maßnahmen mitzuteilen. Wir haben in Marokko gebieterische Pflichten sowohl unseren Landsleuteii wie den übrigen Europäern gegenüber zu erfüllen. Welche Macht würde die Verantwortung aus sich nehmen wollen, uns den Weg zu versperren? Wir handeln in vollständiger Jdeengemeinschast mit Rußland und England, welche bereit lind, unsere Anstrengungen mit aller möglichen Energie zu unterstützen." Ja u ras schreibt in der „Humanits": „Wie seinerzeit während der Parlamentsferien der Streit von Casablanca unternommen wurde, so werden auch diesmal nach Schluß der Parlamentstagung plötzlich bedrohliche Nachrichten über Marokko verbreitet, und die Kolonialgruppcn verdoppeln ihre Bemühungen, um die Regierung und die Nation mttsort- zureißen. Tas alles sieht nach bedenklichen Mach en - chaften und Ränken aus. Man sucht durch eine Panik einen umfassenden Jnvasions- und Besetzungsplan zu erzwingen, der in gar keinem Verhältnis zu der in Marokko herrscheiiden Gärung steht. Die Urheber dieser Machenschaften treiben uns mit alarmierenden Meldungen zu einem regelrechten Kriege gegen Marokko. Wenn die Regierung so schwach ist, diesen öffentlichen Missetätern nachzugeben, dann verwickelt sie sich und Frankreich in ein unheilvolles und unsauberes Abenteuer. Im Minifierrat teilte der Minister des Aeußern, Cruppi, die letzten Telegramme des französischen Geschäftsträgers in Tanger mit, die über die Lage in Fez am 18 April und über die Bewegungen der Abteilung Brenionb bis zum 12. April berichten. Der Rttnisterrat billigte die Maßregeln und hielt cs außerdem für angezeigt, die Absendung neuer ausreichender Streitkräfte nach Casablanca ins Auge zu fassen, um gegebenenfalls den ftemdcn Kolonien Hilfe bringen zu können. Die Vorbereitungen, die Bertemrx in dieser Hinsicht getroffen hat, wurden gebilligt. Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Tie Regierung erhielt N ach r ich ten aus Fez, vom 15. ds., welche besagen, daß die Berber infolge der Niederlage am 12. April entmutigt scheinen Gleichwohl befürchtet man, daß die Hvaina und Lcheraja abfallen, wenn Bremond nicht bald nach Fez zurückkehrt. Der französische Geschäftsträger in Tanger erhielt von Brsmond Nachrichten unterrn 18. ds. Bremond rechnet darauf, daß die Regengüsse ihr Ende erreicht haben und daß die Truppen durch den Erfolg vom 12. April besonders ermutigt sind. — Der Ministerpräsident und die Minister Cruppi und Btzrteaux hielten eine Besprechung der heute früh aus Marokko eingegangenen Nachrichten ab, welcher der Chef und der Unterchef des Generalstabcs, General d'Amade und Dubail, beiwohnten. General M o i n i c r telegraphierte, daß die leichte Kolonne, die beftimmt sei, das schcrifische Heer zu unterstützen, von heute ab bereit sei, vorzurücken Es sei ihm geglückt, die Kolonne in einer noch viel kürzeren Frist zu- iammenzustellen, als zuerst angegeben gewesen, da ja die Kolonne seiner Berechnung nach sich erst am 26. SlprU in Marsch setzen sollte. . Casablanca, 22. April vier lind Offiziere der Leiter sind auch die Fälle nicht so selten, in denen durch krankhaft veranlagte und sittlich detettc Ptlegcpersonen den Kmtern nicht wieder gutzumachender rdxibcn zugenigt wird (Heller). Die Mahnung, die solche hier nicht näher auszusuhrente Tatsachen aussprechen, heißt: Tie Mütter nmtscn wieder mehr, a cs allgemeine Gewohnheit ist, die Erziehung ihrer Kinder als Hauptaufgabe betrachten. Andererseits nt unbedingt ec ne Hebung ter Stellung der im Hause tätigen erziehenden Hittsperwnen notwendig. Was aber in den wohltebenden Kreisen immerhin nur als Ausnahme sich ereignet, daß ein Kind msolge schädlicher Er- ziehittig auf Abwege und ins Unglück gerat — das ist bei ten Armen und Elenden das Alltägliche. Es kamt hier nicht naher ausgefithri werden, was mit den Kindern geichieht, deren Ettem nicht die Zett haben, sich um ihre körperliche und genttge Aul- zücht zu bemühen. Sie kommen entweder nur tagsüber m An- ftaüen oder vollständig in Kostpslegc. Das Band der Fanntts ist gelockert oder ganz gelöst, von eurer erziehlichen Leemttustung ift kaum mehr die Rete. Bei wichen Kindern übernimmt^ bann — laum daß sie sich nstbürftig fortbewegen können — ine Ltratze die Rolle des Erziehers. Das Resultat ihrer mir am besten aus einigen Zahlen aus ter Statistik ter Verwahrlosten. Die englische Nationalgesellschaft „zur Verhütung von Grau- samkett gegen Kinder" hatte innerhalb von 14 Jahren zu wegen tut 198 101 verwahrloste und Hungerleitente, 45 756 verwundete und grausam mißhandelte und 8 557 moralisch durch männliche Berwaiidtc zugrunde gerichtete Kinder. Barnardo, jener warmherzige Menschenfreund, den man den Pflegevater von „Niemands Kmtem" nannte, hat in London an einem Tage 37 heimlose Kinder von ter Straße amgeleien und in 38 Jabren 55 962 Kinder bes^itzt, sie m Anstalten untergebracht und erziehen Urnen. — In Wren haben ttch tn einem einzigen Jahre 7000 Arretierungen verwahrloster und «rrfsm- mentr Kinder ereignet. Viele bei Schuftnlichtigcn (mb dort ter StutSn^oter dem Diebstahl verfallen In München, ttnd bei einer Bevölkerung von 600 000 Einwohnern nut Eimchlutz ber Landbezirke und bei einer Kopfzahl von ol 000 jugendlichen" ün Sinne des Strafgesetzbuches 3196 Anzeigen wegen kleinerer und größerer Delikte gegen dtc,e in dem 3abr 1909 eingelaufen: m ter 3rabrif|jabt ^rnberg^ te? ber Münchener Einwohnerzahl enthalt, betrug tee Zahl tez sw Nr. 95 Erstes Blatt M Jahrgang Montag, 24. April M S,r ei«6«l«c • d monaUidAm.o'itrtel- (ölvnClKr AHuWI s irtschastttcheSeitstag«i M M MM Vkraistwortlick für den "N'Iprech'2lnschli.ffe. _ politischen Teil: August General-Anzeiger für Gberhesien WZMI Annahme^ von Anzeige« Rofofionsdrud mid Verlag der Vrühl'schen Univ.'vnch- und zieindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe Land": E.Heß-. für den JiJ porm^®nTute- Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. französischen Militärmission, die beauftragt worden sind, in Rabat eine Truppe nabteilung zu bilden, mit Kriegsmaterial und Munition eingetroffen. Rabat, 22. April. Die Zemurs rückten in Mo- quin es ein und plünderten die Stallungen des Sultans. Der Pascha von Moquines ist geflüchtet. Neue Truppensendungen. Cherbourg, 23. April. 600 Mann Koloni al- truppen gehen am Dienstag nach Marokko ab. Biserta, 23. April. Zwei Bataillone Tirail- leurs, ein Bataillon Zu a v en, eine Eskadron Spa h is, eine Eskadron Chasseurs und eine Batterie Artillerie gehen am 28. April nach Marokko ab. Bona, 23. April. Ein Dampfer mit einem Bataillon Tirailleurs ist nach Casablanca abgegangen. Die .Ausreise eines zweiten Dampfers mit einer Abteilung Mi- trailleusen, einem Trainkommando und einer Batterie aus Tunis steht bevor. Madrid, 23. April. Der Kreuzer „Rio de La Plata", der angeblich, wie verschiedene Blätter gemeldet hatten, den Auftrag haben sollte, die spanische Militär- kommission nach Casablanca zu bringen, erhielt lediglich den Befehl, für eine Kreuzfahrt längs der Küste von Marokko klarzumachen, um in Erfüllung der Spanien und Frankreich übertragenen Aufgabe auf Kontrebande zu fahnden. Die neuen 8kandalgeschichten in Frankreich. Mit einem sanften Ab klang scheint man in Paris die auf- yedeckten Betrügereien ufto. zu den Akten legen zu wollen. .Das kann man vielleicht aus folgenden Meldungen schließen: Paris, 23. April. Bei feinem gestrigen Verhör gestand Harnon, daß er 200000 Franks v ergeudete, die aus einem Geschenk herrührten, das ihm ein Privatmann für ein Konsulat im Orient überwiesen habe. Eine weitere Unterschlagung habe er nicht begangen und er habe sich sonst nichts vorzuwerfen. M a i m o n erklärte vor dem Untersuchungsrichter, daß alle Dokumente, die bei ihm gefunden wurden, ihm von R o u e t geliefert und für eine englische Zeitung bestimmt gewesen seien, deren Korrespondent er gewesen. Er verwahre sich dagegen, Spionage getrieben zu Haden. Rouet gibt in einem Schreiben an den Untersuchungsrichter zu, daß er allein Maimon informiert habe und fügt hinzu, daß unter den mitgeteilten Schriftstücken auch Aufzeichnungen über das Potsdamer Abkommen gewesen seien, und zwar über die Frage der Eisenbahnen in Kleinasien. Rouet erklärt schließlich, er habe wohl eine tadelnswerte Handlung, aber kein Verbrechen begangen, da die übermittelten Dokumente die .Sicherheit Frankreichs keineswegs gefährdeten. Vie Gärung in der junglürkischen Partei. Die Krisis in der jungtürkischen Partei scheint mit einem Siege der national gerichteten Strömung über die liberalen Kulturniederlagen geendet zu haben: Konstantinopel, 23. April. In der Beratung der jungtürkischen Partei, an der 178 Abgeordnete und fämtlidje Parteiminister mit Ausnahme des Finanzministers teilnahmen, verlangten die Dissidenten die Annahme ihrer Forderungen ohne Aussprache. Der Obmann Talaat erklärte dies für unmöglich, worauf eine lange stürmische Besprechung folgte. Nach einer Rede des Ministers des Innern wurde der größte .Teil der Forderungen der Dissidenden mit einigen Abänderungen angenommen. Ein von der Partei ausgegebenes Communiqus besagt, daß einstimmig beschlossen wurde, dem Parteiprogramm einige Artikel Hinzuzufichen und stellt fest, daß innerhalb der Partei vollständige Einmütigkeit erzielt wurde, daß die Partei nunmehr mit verstärkter Kraft auf das Wohl des Landes hinarbeiten werde Und daß das Vertrauen der Partei zum Kabinett in keiner Weise geschwächt fei. Hartnäckig umlaufende Gerüchte wollen wissen, daß der Mnanzminister und der Marineminister demissionieren werden. Erregung unter den pfälzischen Winzern. Neustadt (Hardt), 22. April. Wie der „Pfälzische Shrrier" aus St. Martin meldet, begaben sich gestern die Landtagsabgeordneten Eugen A b re sch und Dr. H a m - merschmidt in das dortige Winzergebiet, um die Be - völkerung zu beruhigen. Die Winzer fanden sich in ^großer Zahl zusammen. Die Stimmung war eine sehr erregte. Die Winzer machten die beiden Abgeordneten darauf aufmerksam, welch großer Schaden bei den Nach- reibearbeiten dadurch entstehen könnte, daß die jungen Triebe.an den Reben abgebrochen würden. Diese Tatsache sei auch der Grund der Aufregung, in welcher sich die Winzer bei dem Vorkommnis am letzten Mittwoch befunden hätten. Es gelang den beiden Abgeordneten, die Bevölkerung durch das Versprechen zu beruhigen, bei der Regierung eventuell dahin wirken zu wollen, daß weiteve Abreibearbeiten angesichts der fortgeschrittenen Jahreszeit unterbleiben. Landau, 22. April. Mit dem gestrigen Tage sind, wie die Blatter melden, die von der Oberkontrolle in den einzelnen Gemeinden für notwendig erachteten Nacharbeiten zur Wurmbekämpfung in den Weinbergen beendet, so daß nunmehr im ganzen, nördlich der Queih gelegenen Teil des Amtsgerichts Landau, wozu auch St. Martin gehört, die oberpolizeilichen Vorschrlf- ten durchgeführt sind. Deutsches Reich. Die Gesellschaft für soziale Re form hält ihre Hauptversammlung vom 11. bis 13. Mai in Berlin ab. Die gesamte Tagung wird das Thema: „Die gewerblichen Lohnarbeiter beiderlei Geschlechts int Alter von 14 bis 18 Jahren" behandeln. Ausland. Der Kaiser von Rußland verlieh dem Minister Stolypin den Alexander Newski-Orden und dem Finanzminister Kokotzow den Wladimir-Orden 1. Klasse. Justizminister Schtsch eglowito w wurde unter Belassung aus seinem Posten zum Mitglied des vollziehenden Senats ernannt. Die Verleihung des Alexander Newski-Ordens an den Minister des Innern Stolypin erfolgte durch ein kaiser liches Schreiben, in dem es heißt: Ihre vielseitige Tätigkeit auf dem Gebiete der höchsten Verwaltung, durchdrungen von eifriger Sorge für den Nutzen des teuren Vaterlandes, erwarb Ihnen mein vollkommenes Wohlwollen. Unlängst, in einem unterm 4. März an Sie gerichteten Reskript, wies ich auf eine Reihe wohltätiger Maßnahmen zur Regelung der Verhältnisse der Bauernbevölkerung hin, für deren Ausarbeitung Sie so erfolgreich gewirkt haben. Aufrichtig Ihre Verdienste um den Staat schätzend, verleihe ich Ihnen den Alexander Newski-Orden. Aus StaOt und Land. Gießen, 24. April 1911. • • In Audienz empfangen wurden vom Groß- Herzog am Samstag u. a.: Professor Dr. v. Eicken von Gießen, Oberarzt Dietz von der Landesirrenanstalt Gießen und Geh. Kanzleirat Schaeffer von Gießen. * * Russische Gesandtschaft in Darmstadt. Del erste Sekretär der russischen Gesandtschaft in München, Kammerherr v. Stolypin, ist wegen Beurlaubung des russischen Ministerresidenten Baron v. Knorring und des Legationssekretärs Bacon Pilar v. Pilchau bis auf weiteres mit der Führung der Geschäfte der russischen Gesandtschaft in Darmstadt beauftragt worden. * * Titelverleihung. Der Großherzog hat dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alsfeld Dr. Gust. Heyer den Cha- rakter als „Amtsgerichtsrat" erteilt. * * Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Rud. L o r z zu Rothenberg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bieber. — Erledigt sind eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Schulstelle zu Münster (Kr. Dieburg). Die mit ftnem kath. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Mörlen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem kath. Pfarrer in Ober-Mörlen steht das PräsentationSrecht zu. * * Einstellung von Einjährigen bei den Ver- kebrstruppen. Während bisher bei den Verkehrsttuppen außer bei den Eisenbahntruppen nur bei den Telegraphen-Ba- taillonen Einjahrig-Freiwillige eingestellt wurden und bei den vierten (Funkentelegraphen-) Kompagnien besonders Elektrotechniker erwünscht sind, werden vom 1. Oktober d. Is. ab auch bei den drei Luftschiffer-Bataillonen, sowie bei dem Kraftfahr-Bataillon Einjährig-Freiwillige eingestellt, jedoch, wie bei allen technischen Truppen, nur zum Oktobertermin. * * Veränderungen im 18. Armeekorps, v. Lin- denau, Gen.-Ltn. und Kommandeur der 76. Jnf.-Brig, zum Kommandeur der 16. Div. ernannt. — Zum Gen.-Lt. befördert: v. , Plüskow, Kommandeur der 1. Garde-Inf.-Brig., und beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte der Kommandantur von Potsdam, unter Ernennung zum Kommandeur der Großherzogl. Hess. (25J Div. — Zum Gen.-Major befördert: der Oberst: Franke, Kommandeur des 7. Rhein. Jnf.-Regts. Nr. 69, unter Ernennung ^unt Kommandeur der 50. Jnf.-Brig. (2. Großherzogl. Hess.). — Der Charakter als Gen.-Major verliehen: dem Obersten: v. Ruville, Kommandant von Mainz. — Versetzt: Frhr. v. Gregory im 5. Großherzogl. Hess. Inf.-Regt. Nr. 168, zum Stabe des 1. Oberrhein. Jnf.-Regts. Nr. 97. — Zu Bats.-Kommandeuren ernannt: die Majore: Trommer im Großen Generalstabe, unter Versetzung in das 5. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168; Klotz, Major im Kriegsministerium, in die 4. Jngen.-Jnsp. versetzt und zum Ingen.-Offizier vom Platz in Mainz, — ernannt. — In den Generalstab der Armee versetzt: der Hauvtrnann v. Eggeling, Battr.-Ches im Groß- herzoglichen Art.-Korps, 1. Großherzogl. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25, unter Ueberweisung zum Großen Generalstabe. — Versetzt: der Major Crämer beim Stabe des 3. Lothring. Jnf.- Regts. Nr. 135, zmu Stabe des Füs.-Regts. von Gersdorfs (Kurhess.) Nr. 80. — Unter Beförderung zu überzähligen Ma- loren versetzt: der Hauptmann und Komp.-Chef Schmitz im 5. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, zum Stabe des 9. Bad. Jnf.-Regts. Nr. 170. — Ein Patent seines Dienstgrades verliehen: dem Hauptmann und Komp.-Chef Hofmann im Leibgarde-Inf.- Regt. (1. Großherzogl. Hess.) Nr. 115. — Zum Komp.-Chef ernannt: der Hauptmann Pyhrr im 5. Großherzogl. Hess. Jnf.- Regt. Nr. 168. — Zu überzähligen Hauptleuten befördert: der Oberleutnant Rausch, v. Sierakowski im Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großherzogl. HesfO Nr. 117. — Versetzt: der Leutnant Theis im 8. Lothring. Jnf.-Regt. Nr. 159 in das Jnf.- Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 116. — Zur Dienstleistung bei der Jnf.-Schießschnle kommandiert: der Oberleutnant Lorenz int Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großherzogl. Hess.) Nr. 117. — Zum Obersten befördert: der Oberstleutnant von der Schulenburg, Kommandeur des Garde - Trag. - Regts. (1- Großherzogl. Hess.) Nr. 23. — Versetzt: der Major und Eskadr.-Chef v. Schlichting im Magdeburg. Drag.-Regt. Nr. 6 zum Stabe des Thüring. Ulan-Regts. Nr. 6. — Ein Patent eines Dienstgrades verliehen: dem Rittmeister und Eskadr.-Chef Graf v. Königsmarck im Leib.-Drag.-Regt. (2. Großherzogl. Hess.) Nr. 24. — Zum Battr.-Chef ernannt: der Hauptmann von Morenhoffen im 2. Westsäl. Feldart.-Regt. Nr. 22; mit dem 1. Mai 1911 unter gleichzeitiger Enthebung von dem Kommando als Assist, bei der Art.-Prüfungskommission und Versetzung in >as Großherzogl. Art.-Korps, 1. Großherzogl. Hess. Feldart.- Regt. Nr. 25. — Heimann, Lt. der Res. des Jnf.-Leib-Negts. Großherzogin (3. Großherzogl. Hess.) Nr. 117, kommandiert zur Dienstleistung beim Trier. Feldart.-Regt. Nr. 44, als Lt. mit Patent vom 30. November 1904 im letztgenannten Regiment angestellt. — Müller, Hauptm. im 2. Nassau. Pion.-Bat. Nr. 25, unter Enthebung von der Stellung beim Stabe zur Dienstleistung beim Jngen.-Komitee kommandiert. Nigmann, Major im 2. Nass. Pion.-Bat. Nr. 25, unter Enthebung von dem Kommando zur Dienstleistung beim Jngen.-Komitee, zum Stabe des Bats. übergetreten. — Lothes, Hauptm. und Militärlehrer an der Militär- technischen Akademie, in das 1. Nassau. Pion.-Bat. Nr. 21 ver- etzt und gleichzeitig zur Dienstleistung beim Großen General- "tabe kommandiert. — Zum Komp.-Chef ernannt, unter Be- örderung zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent: der Oberleutnant Soffner im 2. Nassau. Pion.-Bat. Nr. 25. — Osch- mamt, Major und Verkehrsosfizier vom Platz in Mainz, zum Verkehrsoffizier vom Platz in Metz; Boethke, Major beim Stabe des Eisenbahn-Regts. Nr. 2, zum Verkehrsoffizier, vom Platz in Mainz, — ernannt. — Befördert: der Oberfeuekwerker Feldmann beim Art.-Depot in Mainz unter Versetzung zum Art.- Depot in Thorn. — Reichmann, Rittm. und Vofttand der Militär- Lehrschmiede in Hannover, unter Versetzung in das Magdeburg. Trag.-Negt. Nr. 6, vom 4. April 1911 ab, — ein einjähriger Urlaub bewilligt. — Zu Fähnrichen befördert: die Unteroffiziere: v. Reckow, Weder im Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großherzogl. Hess.) Nr. 117; v. Schubert im Großherzogl. Art.-Korps, 1. Großherzogl. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25j Sonntag im Fußart.-Regt. General-Feldzeugmeister (Brandenburg.) Nr. 3. — In Genehmigung ihres Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disp. gestellt: der Gen.-Major v. Grumbkow, Kommandeur der 50. Jnf.-Brig. (2. Großherzogl. Hess.); dann Major beim Stabe des Thüring. Ulan.-Regts. Nr. 6, mit der Erlaubnis rum Tragen der Uniform des Ulan.-Regts. Hennigs von Treffenfeld (Altmärk.) Nr. 16. — Der Abschied mit der gesetzlichen Pension aus dem aktiven Heere bewilligt; dem Lt. Naumann im 5. Großherzogl. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168; zugleich bei den Res.-Offizieren des Regts. angestellt. — Zum Regts.-Arzt ernannt unter Beförderung zum Oberstabsarzt: der Stabs- und Bats.-Arzt Dr. Klein des 1. Bats. Fußart.-Regts. General-Feldzeugmeifter (Brandenburg) Nr. 3, bei dem 2. Nassau. Jnf.-Regt. Nr. 88. — Versetzt: der Oberstabs- und Regts.-Arzt Zemke des 2. Nassau. Jnf.- Regts. Nr. 88, zum Füs.-Regt. von Gersdorfs (Kurhess.) Nr. 80; der Assist.-Arzt Dr. Sauer beim 2. Nassau. Pion.-Bat. Nr. 25. ’,um Metzer Jnf.-Regt. Nr. 98. — Der Mschied mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform bewilligt: den Oberstabs- und Regts.-Arzt Dr. Stapelfeldt des Füs.-Regts von Gersdorfs (Kurhess.) Nr. 80, — unter 23er leihung des Charakters als Gen.-Oberarzt. — Im Beurlaubten stände. Zu Stabsärzten befördert: der Oberarzt der Res.: Dr. Dietz (I Darmstadt); die Oberärzte der Landw. 1. Aufgebots. Dr. Lejeune (Frankfurt a. M.), Dr. Cirä (Hanau). Dr. Doch nahl (Wiesbaden), Dr. Schlink (Worms). — Zu Assist.-Aerzten befördert: die Unterärzte der Res.: Dr. Klein (Höchst), Tr Lotz (Mainz). — Der Abschied bewilligt: dem Stabsarzt Dr. loch (Karl) (Wiesbaden) der Res.; dem Oberarzt Dr. Landen Heimer (II Darmstadt) der Landw. 1. Aufgebots. — Zum Oberveterinär befördert: der Veterinär Schober beim Magdeburg. Drag.-Regt. Nr. 6. — Der Mschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt: dem Oberstabsveterinär Reinicke beim Großherzogl. Art.- Korps, 1. Großherzogl. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25, mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform. ** D er Landesausschuß der Alice-Frauen- arbeitsschulen tagte dieser Tage irr Darmstadt unter dem Vorsitz der Großherzogin, um Bericht zu erstatten über die Erfahrungen, die bezüglich der Ausbildungskurse für Haushaltungs- und Handarbeitslehrerinnen i» den letzten zwei Jahren gemacht wurden. Allgemein war man der Ansicht, daß die Dauer der Ausbildung, wegen der zu erwerbenden pädagogischen Kenntnisse nicht unter einem Jahr betragen dürfe und daß möglichste Einheitlichkeit der Lehrpläne und Prüfungsordnung bei den in Bettacht kommenden Schulen zu Darmstadt, Mainz, Worms und Gießen zu erstreben sei. Um einen einheitlichen Maßstab für die Beurteilung der Schulen zu gewinnen, soll die Regierung ersucht werden,' daß die Prüfungen und alljährlichen Besichttgungen der Schulen in die Hände desselben Staatskommissars gelegt werden, der alljährlich der Großherzogin darüber einen Bericht vorzulegen habe, aus dem der Landesausschuß alsdann die für ihn nötige Information schöpfen könne. Die Verwendung der in den hauswirtschaftlichen Kursen ausgebildeten Lehrerinnen hat Fortschritte gemacht, die Kreise haben Wanderkurse eingeführt und auch die Gemeinden beginnen den Nutzen einer tüchtigen hauswirtschaftlichen Ausbildung der jungen Mädchen zu würdigen. Der Staat hat Sorge getragen für die Sicherstellung der an den Alieenschulen tätigen Lehrerinnen, die nach fünfjähriger Tätigkeit bei mindestens zwölf wöchentlichen Unterrichtsstunden Pensionsanspruch haben. Die Regelung der Gehälter soll von den einzelnen Schulen möglichst im Einklang mit den am Ort bestehenden städtischen Bestimmungen vorgenommen werden, wobei auf möglichste Gleichheit unter den Schulen Rücksicht zu nehmen ist. Die Prüflinge für beide Kurse konnte^ an,allen Schulen mit durchschnittlich guten bis sehr guten Zeugnissen entlassen werden. Bezüglich der Handelskurse und der Ausbildungstürse für Kindergärtnerinnen wurde zunächst noch von einheitlichen Bestimmungen für die Schulen Abstand genommen. * * Das Museum für Völkerkunde ist durch eine wertvolle Seit) gäbe des Herrn Dr. Dauert, bestehend aus über 80 Gegenständen der Ooambo und Herero, be* reichert worden. • • Fortschritt!. Volkspartei. Man schreibt unS: Der Verein der fortschrittlichen Volkspartei hält am Dienstag abend seine Hauptversammlung im ,Einhorn^ ab. "'Lohnsteigerung im Baugewerbe. Seit dem 1. April ist der Lohn der Maurer usw. um 2 Pfg. für die Stunde gestiegen, beträgt jetzt in Gießen 44 Pfg. In den letzten 10 Jahren ist der Lohn von 34 auf 44 Pfg. gestiegen. Allerdings sind während dieses Zeitraumes die Preise fast sämtlicher Lebensbedürfnisse in die Höhe gegangen. ** Diebstähle. In der Nacht zum Sonniaq wurden in den E i ch g ä r t e n zwei Gartenhäuschen erbrochen und ein Anzug, ein Paar Schuhe, sowie eine Rosenscheere gestohlen. Die von einem Poli eihund aufgenommene ©pur des Täters führte nach der Straße nach Wieseck, wo sie sich verlor. "Verhaftet wurde hier am Samstag der wegen Einbruchsdiebstahl verfolgte Maschinist Theobald aus Frankfurt a. Al. Landkreis Giesien. ZS Klein-Linden, 23. Avril. Der 76jährige Orts- gerichtsmann Weigel, ein allgemein geachteter Mann, starb an den Foilgerr eines Unfalles. Unter großer Beteiligung wurde er gestern beerdigt. — Konfirmiert' wurden heute 46 Kinder, 24 Knaben und 22 Mädchen. — Großen-Linden, 24. April. Lehrer Di einer begann heute, mit dem Beginn des neuen Schuljahres, das 31. Jahr feiner hiesigen Amtstätigkeit. AuS diesem Anlaß schmückte die Gemeinde heute vormittag feinen Katheder mit einem prächtigen Blumenstrauß. △ Allendorf a. d. Lahn, 23. April. Die ganze Gemeinde und die Vereine nahmen heute an der Beerdigung des Matrosen Arnold teil, der im Hafen von Lübeck ertrank. Pfarrer Heinebach hielt die Grabrede. Von dem Torpedoboot 8. 185 war eine .Abordnung anwesend, bestehend aus einem Maschinistenmaaten und Kwei Matrosen. Prachtvolle Kränze vom Kommandanten des Schiffes, den Maaten, den Unteroffizieren und Kameraden waren angekommen. Arnold war am 1. Oktober 1910 in die Marine eingetreten und diente als Heiner auf dem Torpedoboot 8. 185, das in Wilhelmshaven stationiert war. Auf der Manöverfahrt nach der Insel Rügen erhielt er in Lübeck Urlaub, von bent er nicht zurückkehrte. ZS Reiskirchen, 23. April. Kriegsveteran Joh. Menge! wurde am Freitag beerdigt. Die Kriegervereine von Reiskirchen und Lindenstruth gaben ihm das letzte Geleite, die 'Gießener Regimentsmusik begleitete den Leichenzug. Menget machte den Feldzug 1870/71 als hessischer Dragoner mit. i Lich, 22. April. Das heute nachmittag vor einem Gasthaus stehende, unbeaufsichtigte Pferd eines auswärtigen Fuhrmanns scheute vor einem Automobil und ging durch, in rasendem Galopp die Bahnhofsttaße entlang eilend. Die Straße war sehr belebt, besonders auch von kleineren Kindern, die ahnungslos beim Spiel waren. Nur dem entschlossenen raschen Handeln eines vom Bahnhof kommenden Militärurlaubers vom Regiment Nr. 115 ist es zu danken, daß ein Unglück verhütet wurde. Er warf sich zuerst dem Tier entgegen. D un Ginta-j mgen ■ den Mt konnia Slüen t>e und bt sunachsl noä Abslanü jt ft durch tim l, beltehki« Herero, bt- lchreibt unl: »n Diknita; m' ob. - Seit den Psg. für bi fg. In d« 14 Pig. gi> raumeS bn gegangen 3 wurden h rochen uni fleüot)len Täter» führt wegen Linaus jjrajit- Kreis Schotten. = 0ber-6eemen, 21. April. Bei der hem.gen Stichwahl wurde Heinrich Heröther V. mit 110 Stimmen zum Beigeordneten gewählt. Sein Gegner erhielt 68 Stimmen. Von ihrem Stimmrecht machten 71,2 Proz. "N°äbÄs"b-°i Earl etfitfratb. gpitergroefl 38. ----- ch der 6 ml tion üben yv 7 die 5 Den begi äbiltna. Zioll bah neu -An sch l uss gleise. Miete «. Kauf. Neu- u.Altmaterial vorrätig. , ,.7 _ M HoXrwtoUer^plaii 8, Frankfurt a. ja., TA-*™t n.» 7570. am SE r men “®ÄW* sich 4O'fi7 geil» LW. ilt ' 'tfttj UH- ®ru« > l^L> V-L .. । Zimmern neun ou*^vu1' v'-u io fort oder später zu vermieten. .. I Näh. Babnbostlr. 50 L [2081 Tie Feier ihres 600jahrigcn Brstehen» wurde von der Berliner Fleischerinnung unter großer ^itabme NamenS des Handelsministeriums erlebten der Geh. uperreye tu na 5rat Franke, der un Auftrage des Kapers einen Ulocntac Der erste Stock meines Hauses Schottstrabe 10, bestehend aus fünf sehr schönen geräumigen Zimmern nebst Zubehör, ist uer etwa 35 Jahren. Hessen-Nassau. w. Frankfurt a. M., 23. April. Heute-morgen gegm 9 Uhr hat sich in einem Hause Ecke Ginnhmmer und Dauser Straße die 51jährige Frau des Oberaufsehers Luck von der Straßen- I bahn nebst ihrer 22jährigen T 0 chter und dem »w^Mrtgen Sohn in ihrer Wohnung mit L eu ch,t a a s v er gifteTie Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Der dreifache Selbst mord ist darauf zurückzuführen, daß die Tochter vor 3 Mten von einem nach Frankfurt kommandierten argentinischen Offizier I I unter dem Versprechen der Ehe veranlaßt worden war, mit ihm nach Argentinien zu reisen. Sie kehrte vor bret Wochen untrer-1 ^F tTnT? Vrt, ^23^Äpril. Einen interessanten Versuch, um dem auch sonstwo sich immer mehr geltend mack>enden Mangel an Trinkwasser abzuhelfen, hat die Stadt Frantturt mit bestem Erfolg unternommen. Die drer ftadti)chen Pumpwerke der Wasserleitung im Frankfurter stadttvald hatten anfänglich täglich 2000 Kubikmeter Master M liejern, aber letzt nnro I itcmlid) das doppelte Quantum gefördert. Durch die Auspumpung Ides Waldbodens ist der Grundwasserspiegel so tie) ge)unten, baßl von der Forstbehörde ernste Bedenten wegen der Austrocknung des Waldes geletnd gemacht wurden Die Ltadt hat nun aus dem I Main durch eine Rohrleitung täglich etwa .1OO Kubikmeter Wafstr I i n d e n W a l d g e p u m p t und das Marnwasser versickern lasten. Es hat sich ergeben, daß das so filtrierte Mainwasser genau dem Grnndwasser entspricht. Die Versuche sollen in gröberem Ma^ wrlgesetzt werden. Es dürfte damit die Frage der Äasterversorgunc in tin neues Stadium treten, und wo man nur Wasser uberhaup- in der Nähe hat, wird sich künftig auch gutes Trinkwaster erlangen Becher überreichte. . In Wiesbaden wurde der deutsche Kongreß mr innere Medizin geschlossen Ter nächsnährige Kvngrey rutitet ebenfalls in Wiesbaden al- ständigem Tagungsort statt. Auf der Zeche „SucaS" bei Tortmund wurden bei Mauer- ungsarbeiten unter Tage durch Einatmen von Stiffigaien Der B er g ins pektostund elf Der gleu le betäubt, sie wurden ins Krankenhaus nngeliefert. Bet den NeNiingsarbeiteii wurden i z w eiiF euerwehrleutebetaubt und ebenfalls ins Krrni^. ! haus geschafft. Die RcUungsabteilungen der benamvaNen Ziehen iind in die Grube eingesahren, um festzustellen, ob noch weitere Opfer an der Unsallstelle sich befinden. Eine Batterie des B r e s l a u e r ^eldartitterieregimentS Ni^k> unter)uti)ung battc Qm Samstag nach einer Hebung ein BauerngelwN in Mach Es liegt an« bcrn ausgesucht. Als durch einen Miiidstoß das ^cheunenwr zu- geworfen wurde, scheute ein Pferd einer Gefchstvbefpannung und riß die anderen mit sich. Die Pferde raiten mit dem schweren Geschütz über die teils auf der Erde lagcrnhen Mann- schäften; neun Soldaten wurden verletz). Der soldat Berger starb nach (Einlieferung ui daS Darmfotckazarett. Vei der Einfahrt eines PerfonenzugeS in deii Sabnhof Schncidemübl fand am TonnerStag abend cur Zufammeiistoß mit einer Rangrerabteilung statt. Don dem gleisten die Maschine und drei Personenwagen, von der Rangi«. ! abteilung fünf Viehwagen. Der Lokomotivführer, der 3u9nibrer, ein Postschaffner und acht Reuende wurden lcich t vcr letzt. Der frühere Kommatchant von Helgoland, Vizeadmiral $. Menseng, der als erster Kommandant der neuerroorbetten Znfel deren Armierung durchgeführt hat, ist ui Wiesbaden gc- Lustschissahtt. I Berlin . 24 April. Die Morgenblätter melden aus D ü s -1 seldorf: Die Reparaturen an dem Luftschiff „Deutschland" sind beendet, doch ist die aus FriÄ>richshasen cm der Unsallstelle einaetroffene Ersatzschraube wahrend des Trans- vortes beschädigt worden. . . Petersburg, 23. April. Die Jnternatwnale Aeronautische Ausstellung wurde vom GEürsten Alera^er Michai- lowitsch eröffnet. Außer rufflschen Firmen, die m der Mehrzabl vertreten sind, stellten viele deutsche, englische und französische Firmen a.u5._______ ______ Wrim 60I.ÄÄ: swei 4=3imiüer=$i)§nmigtn mit Zubehör zu vermieten 26491 Kreuzvlatz 9. | 3 Zimmer | 08288] Schöne 3-Zimmerwobnuna zu vermieten. Hammftrane 1. ÜOt&wn dm Schatzmeister des Dmtschcn Fr-uender-in- v°m Roten Ärm, sstr di- R'olonim, den B-um-tster de» MngrstrntS £)Uao Wölfer in Berlin, wurde Anzeige erstattet, weil er während zehn Jahren 200OOÖ Mk. aus der Deretnslasse oer- untre u t habe. Wölfer hält sich gegenwärtig in einem Lank- nutzer Sanatorium auf. , . „x.a In der Stadt Aaleborn wurde,nach eater Vk^ung cmS Kopenhagen der erste weibliche Poli^ift angestellt. Tne Dame । erhält 1200 Kronen Gehalt und 100 Kronen für Kleidung. Eine besondere Uniform ist nicht vorgesehen. cm™»» « In Moskau wurde kürzlich die Lerche .ManneS m einem Sack aufgefunden. Die Uitterfuchung ergab, daß eSfich um pen verabschiedeten Hauptmann Alfer 0 w handelt, der Dem Trunk ergeben war und auf Betreiben 1 einer Fu., Jorom bereit Tochter durch den Geliebten der Frau gegen ein Eiitgelt von fünf Rubel ermordet worden war Alle drm ivurden verhaft«^ I In Rom wurde der Generaldirektor der italiemschen Ar I tUIerie General Castellani im Gebäude des KrregsmmistertumS von dem Fahrstuhl erfaßt und erschlagen. In London haben sich unter der Bank von England er hebliche Bodensenkungen eingestellt, so hast mnfa Mauerungen notwendig geworden such. Sei. Isind römische Töpferwaren und Versteinerungen von Wtld- schweinteilen gefunden worden. , I Allennes bei Lille wurden ui einer Sptettusfavrtv durch Explosion eines Riesenswhltessels vter Arbeiter getötet und drei schwer verletzt. Em Seitenfabrikgebaude wuck)e I zerstört. Büdingen, 22. April. Gemeinde ratssttzung vom 21. Aprll. Anwesend: Bürgermeister s^ndt Beigeordnüer lotter, die Gemeinderäte Andrae, Tümer, Hinkel, Keil, Klein, Methfessel, Jiullmann, Schäfer, Schulz, Treier und Wltlekmd als Vertreter des Fürsten Kammerdirektor Müller. Der Ge- nteinberat stimmte der Wiederwahl der seitherigen Mitglieder der I örtlichen 2 t e u e r v e r a n l a g u n g s - K 0 m m l s s 10' n, Imb, fö. Diem er, Karl Wagner II., Hch- Eckert lll. und der Crsatz- mitgliebcr Karl Schulz I. und H. Jaü Schivarz zm - Dem Antrag des Unternehmers für das Stein brechen um Er \ Höhung seines Auordlohnes wird nur insoweit itattgegeben, als ihm das zum Betrieb erforderliche Geleis unentgeltlich geliehen nntb — Ta für die dem Verkauf ausgesetzten alten Str aßen-> la t e r n e n u n d S t e i n s 0 ck e l ein befriedigendes Angebot nicht I abgegeben worben ist, sollen die Laternen und Stander nochmals ausgeboten werden. Für die Verwendung der Stetnsockel hat! vrig. Dotter beantragt, die Sockel entlang dem Ölrschgraben, »Hotel Stern aufwärts bis zum Gebück zur Herltellung einesI nbes zu verwenden. Der ©emtinberti beschließt, vor der öeschlusn'assung einen Kostenvoranschlag aufftellen ju lallen. — 1 Dan Einspruch der Fürstlichen Rentkammer, die als Anliegerin brr Di-unostraße zu den Kosten der B ü r g e r st e i g her st ellung brrangezogen werden sollte, wird stattgegeben und beschlaf]en, den Bctiag nicberzuschlagen. — Wegen Erstattung des Schadens, dei ber verstorbene Bankier Rothschild durch Unterlchiebung von Akten der in Liauidation befindlichen A k t i e n - Zu ck e r 1 a b r i k Büdingen in Stockheim der ntabt zugeiugt, ilt gegen die Aktwnärr der Fabrik bas Prozeßverfahren eingcletict roorben Der Termin vor dem Oberlandesgertcht ist auf den 8. Mai ^gesetzt. Es wirr | beschloisen, die eingelegte BeruMng beiin Lberlandesgertcht durchzuführen. Wegen der Errichtung emes V e r b t ndun 6 s st eg es I über den Seemenbach bei der Budinger Muhle durch die Fürstliche Standesherrschaft wird dem Gemein berat der Entwurf eines Reverses vorgelegt Danach soll die ^^?o de^ Steg^ auf Widerruf gestattet, die Entfernung aber Vorbehalten werden, sobald der Steg mitzständig ober gefährlich wird - weiter wird vorbei alten, daß die Gesuchstellerin für ieden Schaden auskommt, der durch Abschwemmen des StegS an Brucken, Bachufern uno Eigentum entsteht. Der Gemeinberat erklärt ,ich mit JJailung des Reverses einverstanden. — Neber die Beteiligung des B e - wässerungsgrabens längss der Bahnhofstraße durch den Bahnhof Büdingen soll nach der unter Zu-iAna emes backwerstänbigen der Kulturinspektion erfolgten Ortsbefichtiguiig Seidili:,' nrf^t werben. - Di- D-ichluvkaüung über bie bcrnc^ [img zweier C n 11 ü f t u n 6 » | d) a c61 e für ben unterm Sal. ieu^n wirb bi. nach B°sichtignnn nnb Suiieljung eine» eadr verstäntiaen ansgefetzt. — Ter Turnverein Büdingen Hal auS Anlaß des am 1. und 2. Juli hier stattsindend^t ^u-^ turnfefted die Stadt um Zeichnung eines cnriyrtcfcnben Bertragv zum Garantiefonds geboten. Es wird beMo.steu^dre Bürgermeisterei zur Zeichnung von 200 Mark zu ermachtigen, fall fest gestellt wird, das, bei ähnltcheii 'Anlagen die ^tadt stch an^^der Gar.i itiezeichnung beteiligt lwt- — Der Gnneinderat hatte iruber beschlossen den Hach Ausführung der Kanalisatwn enlbchrlich gewordenen Bleickgraben den Anliegern Preist: ton 2 Mark für den Quadratmeter al- Eigentum zu überlast em Die Anlieger wollen den geforderten Preis aber stur unter der Be dinamig zahlen, daß die -Stadt den Graben ö* ullt. 63 nnrb beschlossen, nochmals mit den Anliegern in Verhandlung zu treten. § Düdelsheim, 22. April. Hier wurde Landwirt Hermann Neun mit 140 Stimmen zum Beigeordneten Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. WetterauSüchten in Hessen am TienStag dem 25 April ISN: Zeitweise wolkig und nur vereinzelt geringer Regen, etwas kühler, frischer Westwind. ____ Letzte Nachrichten. Ein friedlicher Ausgang in Mexiko? Newstork, 24. April. Nach einem Telegramm auS El Paso haben der Führer der Aufständischen, Madero, und der Regierungsvertreter Navaro einen Waffenstillstand von fünf Tagen abgeschlosfen. Die Friedens Verhandlung en, für die die Regierung sehr I entgegenkommende Bedingungen ausgestellt hat, sollen fo- fort beginnen. Die Frage des Rücttrttts des Präsidenten Diaz wird von keiner Seite mehr aufgeworfen. -reine leisten. Für alle Ziegenzüchttr empfiehlt sich der, 9 N'chluß an einen Verein, da dvs Tiere nur durch ^^Bereine tni> die Landwirtschastslammer zu Körungen und Pramne- lunaen zugelassen werden. 1910 wurden 7 Docke und 13/ liehen neu angekört. In Saasen, Lauter, Hattenrod und Stangenrod hat die Körung noch nicht ftattgehinben, fiel <-.[( im Mai vorgenommen werden. Am 6. Juli 1910 fand h Gießen ein Ziegenmarkt statt, der recht ^eplief. An rstämiiorungsgeldcrn wurden vom Deretn 151 Mk. aus pTgebcn. Dieses Jahr soll Kassel die Deutsche and wirtschafts-AuS st ellung abgehalten werden, gfit Rücksicht auf die bedrohliche Ausbreitung der Maul- 'nb Klauenseuche ist die Viehausstellung abgesagt worden. ra diese gefährliche Seuche unscrm Kreise sehr nahegruckt i[t er mahnt der Vorsitzende die Landwirte, verdächtige Er- pVmungm sofort zur Anz-ig- zu b-ing-n unb he fant, taren Vorschriften streng zu beobachten. Auch daS Zu- frommen 'per Kr-?s?i-rsch°u für den Krers ließen ist durch die Seuche in Frage gefleltt. 2InJan0 auli wird die Landwirlschastskammer über ihre Abhaltung rnlscheiden. Als Zeitpunkt kommen Ende September- oder Lniang Oktober in Betracht. Ob neben der Kreis schau nn qenmartt mit Prämiierung ftattsinden wird, ist noch rid)i bestimmt. I. Weisel-Gießen beantragt einen Zregen- riarli ohne Preisverteilung am 2. August im Anschluß cn den Gießener Viehmarkt unb die Abhaltung unangemelkter Stallschauen. Der Verein zu Langsdorf bittet um Unterstützung des Langsdorfer Ziegenmarttes. Beide An-1 trage werden dem Ausschuß überwiesen. Die 1910 be- schlossene Vortragstätigkeit hat sich bewahrt und foH fort- cejeht werden. Vortrage hatten Burkhardsfelden, Trohe, ^aubringen, Großen^Linden, Lich, Reiskirchen, Großen- Luseck, Grünberg und Leihgestern. Weideplätze für Ziegen werden angelegt in Burkhardsfelden, Großen-Buseck und tzteinberg. Regierungsrat Dr. Merck empfiehlt, bet £>e> ftelluna der Feldbereinigungen Weide- unb Tummelplätze für Ziegen vorzusehen. Tic Jahresrechnung für 1910 zeigte ime Einnahme von 721.64 Mk. unb eme Ausgabe von 582.69 Mk. Das Vermögen stieg auf 822.64 Mk. Aus gegeben würben für Ziegenmärtte 181.15 Mk., Prämiierung lol.50, Körungen 9860, Vorträge 71.85 Mk. Die Bezirkssparkasse Gießen unb bie Lanbwirtschastskammer unterstußen ben verein. Der Voranschlag für 1911 schließt unt /9A9o Mk. ab. Für Schauen unb Ausstellungen sinb 300 Mk. vor- Eine 2-Zimmcrwobuung m. Küche u. Garienanieil los. zu verm. I. D. Preib, Detzlaier Weg 80. 2 Zimmer Bi am'ardenwoduuug mit einer groben Kammer, Bad^ 8immer, abgefcbL Korridor, Gas und Wafferi. u. all. Zub. a. rubme Leute z.verm gg« Scllcrswea?«» Die m i deerdMNtjz ■ von bte Z brtbe. ISfi | .g anwesend H b M nbantrn da | b KMerada f ober 1910 in zer auf bau itioniert wa erhielt er o eteran 3^ stiegerverm! int das W* eben Leichen- als hessW dt einem M ch, m rofeiw® e Strafet M die aW aschen b°"dt"> vorn Rtgimt^ er, ditie »« a tofeiengung w nittag stürz" Landivirls auf »H in. r «IngeÜ"^,' llerf, tml fart-fti «277 ^cböne 2-Zimmcrwobnnug C vermieten. Hcunmsrraße 15. Verschiedene | 08200] Wobnnug, für 1—8 Perf. > vaff. au verm. dtäh. SettrrLwev 5 -tzulda, 24. April. In hiesigen maßgebenden Kreisen ist nichts davon bekannt, daß die diesjährige Zischofskonferenz nicht hier sondern in Marnz im Anschluß an die dortige Katholikenversammlung sbattnu- den soll. Berlin, 24. April. Gestern nachmittag fand unter ungeheurer Beteiligung die B e i s e tz u n g des soziaLemo- kratischen Landtagsabgeordneten und Stadtverordneten Borgmann statt. Außer den Vertretern üteter foytal- demokatischer Körperschaften nahmen Vertret^ des Magistrats, der bürgerlichen Fraktionen und der stadwerwal' runfl teil. Der endlose Zug mit mehreren Musiklorps und vielen sozialdemokratischen Bannerträgern bewegte sich I rum städtischen Friedhöfe Friedrichsfelde wo nach An» sprachen des Reichstagsabgeordneten Zub ei! und des ^andtagsabgeordneten Hirsch die Beerdigung ersolote. Mehrere Hunderttausende besetzten die Wege zum Friedhof. Rom, 24. April. Herzog Arthur von Eon- naugth hat gestern abend nach herzlicher Verabschiedung vom König die Rückreise nach England angetreten. Konstantinopel, 23. April. Sicherem Vernehmen nach hat der Ministerrat die gestrigen Beschlufse der Komiteepartei gebilligt. Einige Minister erklärten bte Gerüchte von einer Kabinettskrise, ]owie ine Demission des Finanz- unb Marineminister für falsch. Tanger, 23. April. Ein Telegramm aus Mazagan meldet, Port sind Offiziere ber französischen Mili- Itärmissionan Borb bes Kreuzers „Forbin nngetroffen unb ans Land gegangen. Bei ber Ausschiffung tarn zu Zwischenfällen zwischen bem franrosiscken Konsulat unb dem Pascha. Nähere Nachrichten über die Zwischen- LikbißsiM 58, Zub., Bleichvl. u. Garienam. 'VW. eine 2-Zimmerwohu. tm Necen- hause fof- ob. fvaier zu oerm. ; — Kleines Logis fofort beziehbar K_oerm. «aibariuenqane 8 082371 Ein Zimmer mit Lüche »u vermieten. Lahnstraße Ib v. Mödl. ZiMkr vermieten. 030631 Liebigstratze 91 UI- 03078’ Schön möbl. Zimmer zu vermieten Löberstraße 4II. (6166] Möbl. Zimmer, eventl. m. Lennon, z.verm. Ludwiqnr. 14III. 2M6] 2 möbl. Herreuwobnung. mit eleftr. Licht zu vermieten. ^rankiurier Giraffe 311. 03111] Em möbl. Zimmer m. fev. Eina, zu oerm. Schillerftt. 19 v. 63(68’ Anftänd. 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Heute weilte Staatsanwalt Trümpert aus Gießen, strwte I Schutzmann Kaiser mit zwei Polizeihunden zur Untersuchung' ihier, ohne etwas bestimmtes zu ermitteln. E- '"2, """ scheinend Brandstiftung au5 Rache vor. Von dem Tater, bet sich nach vollbrachter Tat an einem fünf Meter langen Seil zur Erbe ließ, fehlt jebe Spur. , ,e- Butzbach, 24. April. Paul Pteßler, geboren am 2. Mai 1893 zu Erfurt, Sohn beS Stationsvor]tehers i. P. Otto Pteßler in Butzbach, von kleiner Statur, mit bunferbraunen Haaren, befleibet mit einem braunen Hut, grünlichbrauner Jacke, gestreifter Arbeitshofe (engli]ch Ledet) hat fich am Donnerstag den 20. April 1? 11 vormittags gegen 6V-> Uhr ans der elterlichen Wohnung in ber Richtung nach Gießen zu entfernt. Tie Personen, welcke über ben Verbleib Pretziers AuSlunft geben können, werben gebeten, seinen Vater sofort zu benachrichtigen. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darm stabt, 23. Aprll Vrin z essin S einrrch v o n P r e u ß e n fuhr heute abenb nut ihrem Gemahl im Auto- mobil nach Frankfurt und hat von da um^ 8,45 Uhr nut dmi fahrplanmäßigen Sckmettzuge die Lmreise KrKasfel^nach Mel angetreten. Prinz Heinrich wird die Ruckreife am Drontag srüh mit dem Automobil antreten. — Der iebener C. lstclt am Samstag abend in ben Räumen berBeremiEn Getell- schast hier einen Jahreskommers ab, ber von SanttatSratI Dr. Habicht geleitet unb sehr gut bei acht war. — Dte Berge orbnetenwahl in G r o ß - Z r m me r n wrn Gegenstenb ber 1 gestrigen Verhanblung vor dem Prvvmzialausschuß m Da^ stadt. Bei der am 12. November oorgeiwmmenen Wahl Nmrde Beigeordneter Kempf mit 388 stimmen wicdergewahlt- I Gegner, Landwirt Kullmann, erhielt 378 StiMmen^Teisen An-1 ' Hänger erhoben Einspruch, da die Wahl v v r Gemcind^ats wähl stottgesunden habe und vorher, m, Franttmt Fr ei bis« gespendet worden sei. Der Kreiens,amtz verwaig die, Revision, da die formellen Gründe nicht stichhaltig seien und eme Be.iN- slussung durch das Spenden des Bieres nicht nachgcwicsen ser^ Der ProvinzialouSschuß hob dagegeii das Utteü auf, und erklärte d i e W a h l f ü r u n g ü l t i g , da aus der Beweisaufnahme her vorging, daß durch daS Spenden des Freibiers einzelne Peiionen M beeinflu fen licSen. M- Stoffen bat Ixe Semnnbe p. tragen. rm Eberstadt bei Darmstadt, 23. April. Ter Polt-, beamte Ruhl wurde gestern abend auf dem hiesigen Bahnhos von dem aus Heidelberg kommenden Personenz ugüber- fahren und fofort getötet. R. hatte den Zug bec Weben- I bahn Eberstabt—Pfungstadt zu begleiten und die Postsachen in den Personenzug überzusühren; er kam dabei der Riafchtne deS einfahrendcn Zuges zu nahe, wurde unter die Räder geschleudert und entzwei geschnitten. R. ist verheiratet und galt als solider, zuverlässiger Beamter. Er stand im Alter von n» W Alicestratze 19 1. 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Der Amtsanwalt. Das sind die äusseren Merkmale der haltbaren Dürkopp-Fahrräder Neuheitt Leichte Tourenmaschinen Katalog o. Rtnnfahrerpoitkarton mnaonat des Hotel „Einhorn" Haupt-Versammlung, Bürgerverein Gießen. Freitag den 28. April er., abends 81/, Uhr, im Saale Der Gefangene im Kaukafns _________ Nusfisches Drama Allgem. Bürgerversam m B ung. Tages-Ordnung: Berlehrsfragen für Gietzen. (Verlegung der städtischen Aemter in die alte Klinik, die Errichtung einer Universität Frankfurt a. M., Einjährig- Freiwilligen-Einstellung beim Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, die projektierte Hinterlandbahn, Viehtransport durch die Bahnhofstraße, Bahnsteigsperre, Eisenbahn-Verkehrsfragen rc.) Zu dieser Versamnilung laden wir uiiserc Mitglieder sowie die Bürgerschaft freundl. ein und ersuchen um recht zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand: Valentin Müller. Tüchtiger Heizer 03120 Tüchtiger Pferdeknecht ges. Hoh. Lohn, dauernde Beschäft. C. Rübsamen, Dampsbaggerei. Laadw. 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