Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. Ein Vertreter der Nation «illiberalen ivarnt vor mi optimistischer Auffassung. Man solle die nulitärifdien Fähigkeiten der Marokkaner nicht unterschätzen In der nwdcrncn Kriegs- tedmif aiisgeblldet, konnten sie sehr Kfährlich werden. Ter natronalliberale Redner halt es daher für erforderlich, zu erwägen, daß man vor bic Notwendigkeit von Gegen- maßregeln gestellt werden könnte. In scharfer Weise erhebt der Wortsührer der Sozialdemokraten Einspruch gegen jede Anregung einer Verstärkung der Rüstung. Von volkSvarteilichcr 2eile wird dazu bemerkt, cS sei nicht Sacke der Volksvertretung, solche Anregungen zu geben, das sei Lache der Regierung. Ein konservatives Mitglied findet gewisse W i d c r - sprüche zwischen den Darlegungen des Staats-' sekrctärs des Auswärtigen und des Vertreters des K r i e g s m i n i st e r s. Tas Auswärtige Amt scheine doch nickt ganz so eingehend, wie es wünsclnnswert sei, mit anderen Nessons, in erster Linie dem Kriegsministerium, in Verbindung gewesen zu sein Im übrigen betont der konservative Redner nochmals die Notwendigkeit einer möglichst vertraulichen Belrand- lung der ganzen ?lngelcgenheit, um eine Schädigung der deutschen Interessen, die sonst leicht einrieten könnte, zu verhüten. DaS Zentrum äußerte sich zu der behandelten Irage nicht. Eines seiner Mitglieder machte den Vorschlag, über die von Bassermann im Plenum aufgeworfene Frage zu verhandeln, ob anstelle Entsendung des „Panther" nach Agadir nicht besser zwe, Armeekorps hätten mobilisiert werden sollen. Auf den Einspruch eines .nationalliberalen Mitglieds, daß man darüber nicht gut in Abwesenheit Basscrmanns verhandeln könne, mitb davon abgesehen. Die iveitercii Verhandlungen waren durchaus vertraulich. Am Nachmittag werden sic fortgesetzt. In der heutigen Nachmittagntzung hitll Generalseldmarsckall' Frhr. v. d. Goltz einen Vortrag über die islamitische Frage in ihrer Beziehung aus das Marokkoabkommen und den italienisch-türkischen Mricg. Es kann hierüber nichts weiter mil- geteilt werden, als daß Frhr. v. d. Goltz ebenso wie Staatssekretär v. Kiderlen-Wachter betonten, daß eine andere Stellung nähme als tuender Neutralität für Deutschland nicht habe ut Frage kommen können. Tann trat der Ausschuß in die Lesung des Marokkoabkommens ein. pragraphemveise. In der auch hierbei vertraulich geführten Verhandlung stellte der Staatssekretär mit Entschiedenheit in Abrede, daß Deutschlands Interessen in bezug auf die Schifsahrl, die Fischerei oder den Bostbetrieb durch das Abkommen benachteiligt würden. Tcr Termin Der wrey'schcn Erklärung. London, 20. Noo. Im Unterhaus fragte Bari ng (Unionist), wann der Minister des Aeußeren, Grey, die versprochene Erklärung abgebe und ob Premierminister Asquith deut Dause die Zusicherung geben wolle, daß die Gelegenheit zu einer ausreichenden Erörterung über die Erklärung gewährt mürbe. Asquith ertmberte, die Regierung sei brr Ansicht, daß unter diesen Umständen die Erklärung und Besprechung über die Politik des Aeußern im Unterhanse mast Länger verschoben werden sollte^ und hat Montag den 27. November für diesen Zweck befHmmt, Grey wird die Sbussprache mit einer Erklärung eröffnen. Berlin, 21. sJtoD. Ter Berliner „Lok. Anz." meldet aus London: Tos Erstaunen und der Unmut des britischen Publikums über die Gefahr, in welche die Entente mit Frankre'ich un"b Rußland Engla nd beinahe geführt hätte, wachsen immer mehr. Der unionisttsche „Evening Standard" schreibt: Wir müssen durchaus klare Mitteilungen haben, daß dis Entente kein Bündnis ist, das den Zweck hat, es Frankreich und England zu ermöglichen, Deutschland von dem Platz an ber (Sonne fernzuhalten. Das Blatt erklärt weiter, Grey müsse die unumnntnbene Versicherung erteilen, daß die englische Nation nicht ohne ihr Wissen und ohne ihre Zustimmung in die unbeschränkte Haftpflicht eines Kriegs unl> Friedens hinein- gezogen werde. In englischen parlamentarischen Streifen herrscht sichtliche Befriedigung über die Festsetzung des Termins schreibe — 14 Tage lang unbean twortet gelassen habe. Nun soll zwar Herr v. SHbcrlen diese Behauptung in der Freitagssitzung des Ausschusses widerlegt haben, da aber auffallenderweife von dieser Widerlegung in der amtlichen Meldung nicht die Rede ist, so wird man vorläufig daran fefthalten müssen, daß auch hier wahrscheinlich unser Auswärtiges Amt ein Verschulden trifft. Ueber das ganze Verhältnis Deutschlands zu Eng land während der Marokkoverhandlungen wird man, weil dabei die Persönlichkeit des Kaisers in Betracht kommt, wohl erst nach geraumer Zeit klar sehen. Allerdings dürfte die Rede, die Sir Edward Grey demnächst über das deutsch englische Problem im Unterlaufe zu halten gedenkt, sowohl einige Aufklärung über den Gang der Marokkoverhand- lungen bringen, als auch die Faberschen Behauptungen, soweit das möglich ist, richtigstellen. Tie Kolonialabkommen im BtidgklanSschuß. . : Berlin, 20. Nov. Ter Budgetausschuß des Reichstags setzte heute die in der Hauptsache vertrauliche Verhandlung über die Marokkoangelegenheit fort; sic wird auch nachmittags tagen. Zu Beginn der Sitzung wurde von den Vertretern mehrerer Parteien Beschwerde erhoben über die unzutreffende Darstellung der Vorgänge der letzten Sitzung in einigen offiziösen Blättern, sowie über Nichtbeachtung der Vertraulichkeit. Staatssekretär v. Kiderlen Wächter erklärte dazu, daß, was die vertrauliche Behandlung anlange, er nur die Zweckmäßigkeit der Veröffentlichung von Regierungserklärmrgen zu beurteilen habe. Soweit es sich um Notizen in der Presse über den vertraulichen Teil der Verhandlungen handle, so sei keine einzige davon durch das Auswärtige Amt veranlaßt worben. Der Staatssekretär äußerte sich bann zu dem Vorwurf, das Auswärtige Amt habe sich mit den militärischen Instanzen nicht in genügender Fühlung gehalten. Von irgendeiner leichtiinnigen Behandlung der militärischen Seite könne keine Rede (ein. Schon vor dem Abkommen von 1909, das ja der Reichstag einmütig gebilligt habe, sei das Auswärtige Amt über die marokkanische Angelegenheit in eingehenden Erörterungen mit den militärischen Behörden geroclcn. Ter in dieser Beziehung erhobene Borwurf müsse mit der größten Entschiedenheit zurückaewiesen werden. Eine schwarze Gefahr bestehe zurzeit nicht. Don sozialdemokratischer Seite wird dieser Auffassung beigetreten. Daß marokkanische Truppen im Falle eines europäischen Krieges in Europa Verwendung finden würden, sei nicht anzunehmen. Zum mindesten würde Frankreich einen erheblich größeren Teil an europäischen Truppen in Afrika halten müssen im Hinblick auf die Gefahr von Ausständen. Ter Staatssekretär beftätiate das unter Bezugnahme auf die Vorgänge im Kriege 1870/7 1. Die Ziffern, die er darüber in der Plenarverhandlung mitgeteilt habe, hinsichtlich der Verwendung afrikanischer Truppen, stammten Dom Generalstab Der in Algier mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht angestellte Versuch — nur ein solcher komme in Betracht — sei bei den Franzosen in der Kolonie auf starken Widerspruch gestoßen, da diese in der militärischen Ausbildung der Farbigen eine Verstärkung der Aufstandsgefahr erblickten. Der Staatssekretär verweist u. a. auf den Aufstand der Scpoys. Der Vertreter des Kriegsministers, General Wandel, gab die gewünschten näheren Auskünfte über die Auffassung des Kriegsministeriums hinsichtlich der „schwarzen Gefahr". „I n a b s e h b a r e r Z e i t" werde man nicht damit zu rechnen haben, daß Frankreich zur Verstärkung seiner militärischen JVräftc in erheblicher Zahl marokkanische Truppen werde verwenden können. Die „schwarze Gefahr" sei tatsächlich nicht so groß, wie man früher geglaubt habe. Es werde wohl noch lange Jahre dauern, bis man größere Truppenmassen aus Marokko in das Heer werde einstellen können. Freilich „auf die Dauer" sei es nicht von der Hand zu weisen, daß das Protektorat zu einer .Verstärkung der französischen Wehrmacht führen werde. Die Nachwirkungen der deutjch-sranzWchen Verträge. Tie Nachrichten, die von den Parteivertretern euv dem unter Ausschluß der Oefsentlichkeit tagenden Budgetausschuß des Reichstages laut werden, stimmen schlecht mit einer offenbar amtlich beeinflußten Mitteilung der „Köln. Ztg." überein, wonach Kiderlen 'Wächter am 'Samstag Nachweise geliefert hätte, daß die Kritik des Reichstags und der Presse nicht begründet gewesen sei. Wenn sogar ein Blatt wie die „Kreuzzeitung", die Meldung der „Köln. Ztg." zurückweist und schreibt: „Wir haben uns bei allen in Betracht kommenden Fraktionen erkundigt und übereinstimmend die Antwort erhalten, daß die Notiz (bet Kölnischen) eine glatte Erfindung ist und die vertraulichen Mitteilungen des Staatssekretärs über die Haltung der deutschen Regierung gegenüber der englischen nichts enthielten, was den Fraktionen nicht schon vorher, d. h. vor chrer Stellungnahme zum Marokkoabkommen, bekannt geworden ist, auch nichts, was die Ansichten der M.tglieder ber Budgetkommrssion hätte andern können", so wird dadurch die amtliche Prcßmache Kiderlen-Wächters direkt an den Pranger gestellt. Daß das Auswärtige Amt es gegenüber England an Hochdruck nicht hat fehlen lassen, bezweifelt heute überhaupt kein Mensch mehr, nachdem durch Indiskretionen des englischen Hauptmann a. D. Faber, der als konser- vativor Abgeordneter zu den eifrigsten Vorkämpfern der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England gehört und auch in der englischen Flottenliga eine tonangebende Rolle spielt, bekannt geworden ist, daß Deutschland kurz vor der Rückkehr des Kaisers von der Nordlandreife (28. Juli) am Vorabend eines Krieges mit Frankreich und England stand. An den Indiskretionen Fabers ist ja zweifellos im einzelnen manck>eS unrichtig s das eine aber läßt sich daraus erkennen, daß die englische Regierung nicht gewillt war, dem von Deutschland tatsächlich ausgeübten Druck zu weichen. Erst nach Rücksprache mit dem Kaiser haben, wie man schon früher vermutete, Herr v. Bethmanu- Hollweg und Herr v. Kiderlen-Wächter England gegenüber in ihren Marokkoforderungen nachgegeben, so daß es verständlich genug ist, wenn sie über diese Episode mehr als gerne schweigen. Nein, um den von Deutschland auf England damals ausgeübten Druck handelt es sich heute gar nicht mehr, [onbem um die Frage, warum »veder Herr v. Bethmann- t.Hvllweg, noch Herr v. Kiderlen-Wächter die bcEannte drohende Rede Lloyd Georges im Mansion House (21. Juli), der die von Faber behaupteten Ereignisse folgten, unter Darlegung des deutschen Standpunttes ebenso öffentlich beantwortet hat. Es wäre dann vielleicht möglich gewesen, England, falls es die deutschen Gründe würdigte, Von seinen Kriegsvorbereitungen zurückzuhalten, und vor allem wären Herr v. Bethmanu uno Herr v. Kiderlen bann nicht in die Lage gekommen, den für Deutschland schmählichen diplomatischen Rückzug antreten zu müssen, mögen die Gründe, die den Kaiser zu diesem Befehl veranlaßt haben, gewesen sein, welche sie wollen. Man hat als eigentliche Veranlassung der Lloyd Georgeschen Rede angeführt, daß das deutsche AuswärtigeAmt England beleidigt habe, indem es eine Anfrage der englischen Regierung, die kurz nach dem „Panthersprung" nach Agadir, also Anfang Juli, erfolgte, — sage und tlx. 274 Erstes Blatt M Jahrgang Dienstag, 2(. November M ter ««ebener Q "X*T O »ntmOreU: erldjeini täglich, außer ▼ !■ Nf r-c'narIlck7LM,viertek- Sä < AM AM wl 40AM Ferniprech - Anschlüsse: M ■ MM Verantwortlich für den ffir die Redatnon 112, < politischen Teil: August WS General-Anzeiger für Vberhefsen SsfeSS A?Ä7*rag!sn!m!ner Bofofiottsbntd und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinörudcrei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerel: schuistratze 7. Land': E^eß:°ür den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: Beck. Heues über einen Liederroman Heinrich o. Kleifts. (Zum 100. Geburtstage des Dichters, 2L November.) Es war im Jahre 1802. Heinrich v. Kleist war wund und verzweifelt. Das Verlöbnis mit der Braut hatte er gelöst, feinem dichterischen Schassen wurde keine Anerkennung zuteil. Da ward ihm das stille Gütchen, wo der liebenswürdige alte Lieland mit seiner Familie hauste, eine Stätte der Ge- nesung, wo er zum ersten Male das Glück reiner Anerkennung seines Dichterberuses genoß und wo er für fein wundes Herz neue Liebe fand. Eine Tochter hatte der Dichter-Patriarch noch dn sich in Ösinannstätt, das war Luise, damals 137, Jahre alt und so hübsch, daß Kleist um ihretwillen saft Bedenken trug, aus einem häufigen Tagesgaste der Mitbewohner Lsmann- ÜattS zu werden. Daß zwischen dem Dichter und dem lieblich heranblühenden Mädchen fick eine zarte Zuneigung cniipann, das ist den Biographen Kleists schon lange bekannt gcwe,en, und bekannt ist auch, daß der ewig Unstete forteilte, als er inne wurde, datz er Liebe gewonnen habe. Erst jetzt aber erlaubt uns ein neu ans Licht kommendes Schriftstück einen tieferen Blick in diesen merkwürdigen Herzensroman des Dichters deS „Käthckens von Heilbronn". Professor.Bernhard Seubert in Graz hat nämlich einen Bries Luisens ausgcsunden, in dem sie selbst über ihre Beziehungen zu Kleist Auskunst gibt Ter Bries ist bisher wohl in einzelnen Stellen bekannt gewesen, gewinnt aber seinen Wert erst als Ganzes: er wird mit den nötigen Erläuterungen versehen von Prosefior Seussert im näckucn Hefte des „Grenzboten" verössenllicht loerben und liegt uns in den Aushängebogen vor. Zum Verständnis dieser werivollen neuen Urkunde über das Herzensleben Kleists ist daran zu erinnern, daß Luise das jüngfte von Wielands Kindern war und nach dem Tode der Mutter bis zur Ankunst Kleists recht Der rinfamt dahinlebte. Kleist war ihr erstes großes Erlebnis. Bei dem Verhättnisse mit Luise Wieland empsing er wohl mehr als er gab; daß er dabei Wünsche ausregte, die er nicht aus regen wollte, sah er und wollte es doch nicht sehen, und so kam es schließlich dahin, daß er dieser Liebe entsliehen mußte. )teun Jahre nach dieser Idylle bat nun Luise, damals 22 läbrig, m einem Bliefe vom 19. 'Jlpril 1811 ihrer Schwester ein Ge- itändnis ihrer yugenbliebe abgelegt und zugleich den Tichter und «ich dabei in einer Weise psvckologisch erörtert, die sie in der 'hmft der Beobachtung als Wielands Tochter zeigt. Sie spricht in diesem Briese von ihrer Vereinsatnung, von der gefährlichen Zeit, in der sie sich damals befunden habe. Tie Mutter tot, der Vater beschäftigt', in ihrem Innern erwachen neue Empfindungen, die sie doch niemand anvertrauen kann, da ihre Ge- 'chwister ihr fernstehen. „In dieser für mich, ich glaube für alle jungen Mädchen, gefahrvollen Zett kam Bruder Ludwig wieder zu uns, und mit ihm sein Freutid Heinrich v. Kleist, den Tu auch persönlich kennst. Eine Beschreibung von diesen eigenen Sterblichen brauche ich Tir daher nicht zu machen. Tiefer Freund eines Bruders den ich liebte machte von dem Tlugcn- blick an wo ich ihn fah einen Eindruck auf das Herz Deiner ganz unerfahrenen Schwester der jetzt nach acht Jahren nicht ganz verwischt ift Es ist schwehr alle die anscheinenden Kleinigkeiten zu beschreiben die aber alle von so großem Einfluß waren daß er durch die Umstände begünstigt mir glauben machte, ick scy wieder geliebt — und ich war zu schwach an ihr zu zweifeln. Ludwig war ernstlich aufgebracht gegen Kfleist) und cs hat, wie ichs erst spät erfuhr, manchen unangenehmen Wortwechsel zwischen ihnen geben. Schwester Amalie haßte ihn von ganzer Seele, und dieser Haß war allein hinreichend mich von ihr zu entfernen; Caroline war selbst zu sehr von ihm eingenommen um mich zu beobachten; im Ganzen war das Benehm aller Trey gegen mich unverzeihlich. Ich hatte Verstand genug die unglücklichen Folgen dieser Leidenschaft zu begreifen, w^nn sie mir mit Verstand und Theilnahme wären Dorgenellt worden, was aber nickt geschah. — Ter Vater wußte Anfangs nicht von ihr — wie er sie aber erfuhr hatte sich Shleift) schon auf mein und der Caroline Wunsch entschlossen, uns zu verlassen. Er reift auch würklick ab — ich blieb zurück! mein Gemüths- zustand mußte nothwendig auch auf meinen Körper einigen Einfluß haben da ich ohnehin schwächlich war. Jetzt erscheint mir K leist-s Betragen gegen mich freilich in einem Hellern Lichte; doch wünschte ich nicht daß Tu schlimm von ihm dächtest. — Wenn er auch nickt zu den ganz edlen Menschen gehört, die ja ohnehin eine Ausnahme machen, so ist fein Caracter doch gut; und er würde sich dieses Leichtsinns gegen mich Nicht schuldig gemacht haben, wenn er weniger Ädelickes Blut >oder vielmehr unadcliches) in seinen Adem hätte. — Bald nach seiner Abteile zogen wir nach Weimar; als ich da ein Jahr still und höchst eingezogen gelebt, aber leider weder Muth und Kraft gehabt hatte etwas mehr zu wollen und zu werden: erschien dieser zauberische Kleist wieder. Noch ganz derselbe licbe^roüröige Mensch der durch seinen Geist, dazumahl noch sehr" bricheidenen füllen Caracter und Benehmen, so intcrei'iant war. Mein Vater empfing ihn als einen allen Lieben Freund,^und ich mit einer Fassung die ich mühsam errungen hatte. So erhielt ich mich in dieser Stimmung auch wie ich mit ihm allein war: bis zu seiner Abreise die wenige Tage später, erfolgte. Nach diesen kurzen Besuch schrieb Kleist, zwey Briese an Vater die aber unbeantwortet blieben und so haben wir von ihm selbst nichts wieder gehört. Hier hast Tu meine Charlotte die kleine Gr- schichte meiner frühen. Liebe die meinen Caracter einen noch ernsthafteren Anstrich gegeben hat als er wahrscheinlich sonst erhallen hätte, well ich von Natur sehr hellerer Gemuthsatt bin. die auch zuletzt den Sieg über sie getragen; und was das Beste ift, vor vielen jungend (!) Thorhriten bewahrt hat. Ich weis nicht hast Tu etwas von ll leist) gelesen? ich habe ein Lustspiel von ihm hier ausführen sehen welches aber gänzlich durchfiel (die Weimarer Llufsührung des „Zerbrochenen Ztruges"). Tiefen Winter bekam ick Gelegenheit wieder em Schauspiel, Käthchen' von Heilbronn und 3 Erzählungen von ihm zu lesen. Ich dächte man könnte keinen von diesen seinen Werth absprechen, aber es kann sehr viel an alle getadelt werden, so wie viel fehlt bis sie vollendet genannt werden 10191ten. Er ist aber einer von den ausgezeignenden (!) Poetischen Genien dieses Zeitalters gegen die aber jeder Vernünftige Mensch viel einzuwcnden hat: hauptsächlich daß sie selbst mit ihren Werken so vollkommen zufrieden sind — und größtcnthells die verachten die sich anmaßen em gescheites Unheil über sie zu fällen. — Habe die Güte wenn Tu mir über diese Eröffnung Deine Gedanken und Gefühle schreibst, sic allein auf ein Papier zu sagen. Dieser Gegenstand ist bei uns schon so verjährt als daß ich wünschen tönte ihm beim Vater und. besonders bei den klebrigen in Erneuerung zu bringen." Mit Reckt bemerkt Professor Seufjert, daß der Ernst, die Klarheit, Tiefe und Wärme dieses Briefes wobl verstehen lassen, was Kleist in dem Kinde aHille, dessen Seele ihm ihre Blüte öffnete. Auch der Vater ocritand, was in ihr vorging; er hat in die Novelle „Menander uird Glycerion", die er während Kleists Besuch niederschrieb, Porträtzüge Kleists und Luisens cui- gezeichnct, und erst durch dies Erlebnis scheint sein jüngstes Kind ihm seelisch nahegerückt worden zu sein. Und Kleist selbst ? Hat Luise Wieland m feinen Dichtungen gar keine Spuren hinterlassen ? Mit Sicherheit ist diese Frage nicht zu entscheiden, wohl aber meint Scun'ert, daß die Fabel von den beiden Tauben nicht sowohl auf Kleists einstige Braut Wilhelmine, als auf Luife Wrelaiid zu bauen fei, und bestechend ist auch seine Vermutung, daß die Gestalt Luisens Kleist bei dem vierzehn) ährigen schlichten K a thchen mit oorgeschwcbt habe, bas Wetters Zauber unterliegt, wie die gleichaltrige unverbildete Luise ,piesem räuberischen Kleist" Kch hingibt. — EinBilderdiebstahlinFlorenz. Während eines Gewittersmrme- drangen in der Nacht von Sonntag zum Montag Drebc durch das Dach des San Marco-Museums in Florenz und erbeuteten eine Reliquienmalerei des Fra Beato Angelicos im Verte von einer Viertelmillion Mark. Tie Diebe hatten sich nach bvrübter Tat auf den P a-zo fan il'iarco hmabgelasfen. 2*r Diebitahl wurde Durch zwei Burger eiuCetft, die über das herabhangende Seil stolperten.. Beide Redner ernteten für ihre Ausführungen den an. Verlangen Sie überall ausdrücklich das Fabrikat der W olfram-Lampen Act -Ges. Augsburg Ständ. Lager u. Vertretung: Allgem. Elektro- u. Maschinentechnischer Ve: tr. Louis Geiershöfer, Frankfurt a.M-, Neue Mainzerstr. 11 Zunggeseüensteuer in Mecklenvurg. Der mecklenburgische Landtag nahm bei der Beratung des Steuergefetzentwurses einen Antrag auf Einführung einer Junggesellen ft euer an. Es sollen unverheiratete, über 30 Jahre alte Männer um 2j Prozent höhere Steuern als verheiratete zahlen, wenn sie nicht für Familienangehörige, die mit ihnen zusammenwohnen, gesetzlich zu sorgen haben. ■ Btonö d I In Münster ■ö, ehrwürdige M ■Siimni) von mehr, ■coiben ist, in Bran ■nim Teil aus den M Mehrere Häuser bei ■nnb niedergebrann ■ Dazu wird uv M Rariiniiirche teilt ■ Kirche war um ai ■ drei Begleitern de I ^euer wahrgenomi | ‘bie llnooiiidjtigteit 1 gjMjn^itsmögig l j | urfadjt muibe. Luc eines Gnadengesuches verzichtet. *' Der Borlrag über die Tätigkeit der Frau in W o h nu n gs a u fs l ch t und Wohnungspflege, der im Lagcskalender irrtümlich für gestern angezeigt war, findet am näch sten Montag, 27. Noveutber, statt. "Der Bericht über die gestrige Bürgermeisterversammlung in Lich erscheint morgen. Landkreis Gießen. ? Lang-Göns, 20. Nov. Heute nacht 12 Uhr wurde die Freiw. Feuerwehr alarmiert. Als Brandstätte war der höchst und äußerst gelegene Punkt des Dorfes ausersehen, das Anwesen der Frau Wentzel Wttv. in der Obergasse. Nach kaum 20 Minuten stand das Brandobjekt unter Wasser. Man sieht hieraus, daß unsere Freiw. Feuerwehr auf der Höhe ist und unsere Wasserleitung den höchsten Anforderungen entspricht. x Tr eis a. d. Ld a., 20. Nov. Der hiesige Zweigverein des Evang. Bundes hielt gestern abend einen in allen Teilen wohlgelungenen, zahlreich besuchten Familienabend in Benners Saal hier ab. Mehrere schöne Chöre des Kirchengesangvereins, Deklamationen durch die Konfirmanden und gemeinsam gesungene Lieder umrahmten die beiden Vorträge, deren ersten der Vorsitzende des Vereins, Lehrer Walter hielt. Er sprach in eingehender und ansprechender Weise über die Tagung des Hess. Hauptvereins des Evang. Bundes in Butzbach und gab in fast einstündiger Rede ein klares Bild der dort gepflogenen Verhandlungen. Den zweiten Vortrag.hielt Pfarrer Böch- n er über die Vergangenheit unseres Dorfes. Er schilderte in klarer, leicht verständlicher Darstellung die politischen Schicksale unserer Gemeinde von Ansang ihres Bestehens | Welche verließen, mei I feienden Brand. , IjprmgeitioB der Fei ' I i Münster trug: : ■ üten Hrömten Tai fWß durch Feuerwehr ■pent war. Gegc i pdte Turmhelm l Uinnende hol, I ’wirä und gefährdet säende Regen fragen werden k 11 äderen Straßer -menden Giebel i und setzte d • "'S zum erste 5 iuztln war nich I Tebalk und be I LÄStn iufamnu 1 Äfl.r$ gingen Klrcheninner Bw als besei : l \ ^ng gedeckt. Di SW Jahren i ftW unteejo lvorden w | von Westsa ÄH Ä > wti : Humcantat ge, n diese Feagen I ttlunsall ei iksurter Sttaße ! ^Lchmüt ge | n gefahren kam, G mit einem S En AnMll w ^niert, wahrend -ngl wurde. L tz) ein Haus« .,[ Ms NeuenHatzl tulmhause zu har ,yucr Lo,ege,chast ’Wttevie. Aus d ."■-ante Equipage mi Jsllen. 5« W § tülftigsten Berhc ^iui natürlich lehr ' w. Wiesbad -ilordnetenw juididaten der bü Demokraten in in fünf Sonder 3i weniger als d " liine eine1 V,ola bei Neu, 4hK^uie eri 111 e>n Zwe %2lleit ein Oidtjei ^tnbihi ei- Fweid L S °Qn beiden ä, ä*mte bieiec . wird und 5emi5le^ieili9 i b Don bene .F^uroe fehlt Mchine gof*. Ab Cna d> und bie lieb wahrend des Kri.ges den die Vorgänge ... ..... . „ D. Keßler geschilderten Erlebnisse unter besonderer Berücksichtigung des damaliaen Postwesens fanden ebenso wie die Ausführungen des Redners allgemeinen Beifall. ** Das Jubiläums fest .der hiesigen Methodistengemeinde am Sonntag verlief, wie uns geichrieden wird, sehr schön. Die Solo-, Duett- und Chorgesänge wurden recht ausdrucksvoll und ansprechend zu Gehör gebracht. Die Festrede des Predigers S t r ä h l e - Marburg gab ein Bild von der Entwickelung der Gemeinde und zeigte, wie sich die Methodisten- gemeinden stets freundlich zu den Allianzbeftrebungen stellen. In kurzen, kernigen Worten lud hieraus Pr. Stieöig-Gießen zur Umkehr zu Jesu ein. Ter vollbesetzte Saal zeugte von Cer Beliebtheit der hiesigen Merhodistengemeinde. ** V o g e ls ch utz tur s e. Auf Veranlassung des G r o ß. h e r z o g s ist in D a r m st a d t eine V o g e. 1 s ch u tz st a t i o n ins Leben gerufen worden, deren wefent.ichste Aufgabe darin bestehen wird, Kurse über Vogelschutz aozuhatten. Der erste Kurs, an dem sich 16 Herren beteiligten, fand in der Zeit vom 13. bis 16. November statt. Zwtt weitere Kurse sind für den Dezember vorgesehen. Im ganzen sind bis jetzt 53 Teilnehmer angemeldet. ** Der Raubmörder E r b e hat auf die Einreichung de8 be] Ausland. Einer Blättermeldung aus Teheran zufolge weigerte sich das Parlament, der Zusammen>etzung des neuen Kabinetts, wie sie ihm unterbreitet worden ist, die Zustimmung zu erteilen, da es mit der Ernennung von Mohtescharn es Saltaneh zum 'JJtinifter des Aeupern nicht eurverstanoen ich. Tie Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika ersucht den Kongreß um Zustimmung zum Bau zweier 'Panzerschiffe von 30 000 Tonnen, die mit zehn 14- Solligen Geichützcn ausgerüstet werden und große Kohlenvorräte fassen sollen. Von der deutschen Mission in B o m b a y wird der „Kölnischrn Volkszeitung" gedrahtet, daß in Indien infolge der langen Dürre Hungersnot ausgebrochen und die ganze erste Ernte vernichtet sei. Tie Getreide- und Butterpreise sind um das Dreifache gestiegen. Just Wolfram-Lampen W sind gut und haltbar r Innung Gießen. Gießen, 20. Nov. Gestern gegen abend hatten sich die Mitglieder der Gießener Fleischer-Innung mit ihren Angehörigen in Steins Saalbau eingefunden, um das Doppelfest des 25 jährigen Bestehens und die Weihe des aus diesem Anlaß der Innung von deren Damen gestiftete Fahne vorzunehmen. Als Ehrengäste waren anwesend: Der Vorsitzende des Deutschen Fleischerverbandes Marx-Frankfurt, als Vertreter der Stadt Beigeordneter Keller und -L-chlacht- hofsdirektor Liebe, als Vertreter des Ortsgewerbeoereins ©tabtö. Petri, als Vertreter der Häute- und Fellverwettungs-Geiiossenschaft Kassel Obermeister Schnell-Kasiel, als Vertreter des Bezirksvereins beider Hessen und Nassau Obermeister Schwarz-Fulda und Gewerberat Falk-Mainz. Den musikalischen Teil hatte die Weller- sche Kapelle übernommen. Obermeister Sack begrüßte die Erschienenen. Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" leiteten stimmungsvoll zu der Weihe der neuen Fahne über. Vor der Bühne, zu der eine mit kostbaren Teppichen, von der Firma Bloedner Nachf. zur Verfügung gestellt, belegte Freitreppe in den Saal führte, sprach Ruo. Goll einen Prolog,^woraus der Festversammlung eine prächtige Gruppe vor Augen geführt wurde. Frau Pirr hielt die in poetischer Form getaute Stiftungsrede, worauf Gewerberat Falk die Weihe der Fahne vornahm. Frau Pirr überreichte bann die Fahne dem Obermeister Sack, der für das prächtige Angebinde, welches durch die Firma Fuhr von der Bonner Fahnensaöril' geliefert ist, den Dank der Innung aus- Iprach, er übergab darauf die Fahne an den Fahnenträger, Meister Louis Vogt und die Fahnenbegleitern K. Pirr und Meister Adolf Möhl fr. Hierauf führten 12 Meisterstöchler einen von Der Ballettmeisterin Oldini cingcübtcn Reigen auf, der wiederholt werden mußte. Obermeister Sack teilt mit, daß die Fleischer- Jnnung den BerbandsvorsitzLndcn Marx-Franl'futt a. M. und den Bezirksvorsitzenden beider Hessen und Nasi au Lautz-Darrn- ftabt zu Ehrenmitgliedern ernannt habe. Marx- Frankfurt dankte für Die ihnen zuteil gewordene Ehrung. Als Vertreter des Deutschen Fleischeroerbandes sprach tut ar? bann der Innung dessen Glückwünsche aus und überreichte als Angebinde einen kunstvoll gearbeiteten Fahnennagel. Beigeordneter Keller sprach namens der Stadt der Fleischer-Innung herzliche Glückwünsche aus. Obermeister Schwarz überbrachte namens des Bezirks- oereins beider Hessen und Nassau Glück- und Segenswünsche. Als Angebinde überreichte er einen schweren silbernen Pokal. Der Vertreter Der Fleiicher-Jnnung Wetzlar überbrachte Grüße und Glückwünsche, inoem er einen silbernen Becher überreichte. Obermeister Schnell-Kassel sprach für die dortige Innung und für den Vorstand und Äufiichtsrat der Häute- uno Fellverwertungs- Genossenschaft, er überreichte eine silberne Schreibtischgarnitur. Ferner überreichten Fahnennägel die Schlachtergesellen „Bruder- >chaft"-Gießen, die Fleischer-Innungen Limburg, Marburg, Dillenburg, Bingen, die Bäcker-Jnmmg Gießen, der Gastwirte-Verein |ür Gießen und Umgegend und die Fryeur- und Perückenmacher- Jnnung in Gießen. Der Obermeister Sack dankte für die Glückwünsche und die der Innung erwiesenen Aufmerksamkeiten. Gan- besonders aber spreche er den Vertretern der Gesellen, die heute am Ehrentage Der Innung sich unter den Gratulanten eingestellt haben, für ihr Kommen seinen Dank aus. Die Gießener Meister werden stets darauf bedacht sein, mit der Gesellen!chast in Friede und Eintracht zu leben, denn nur so könne das Handwerk gedeihen. Die Festtafel wurde mit dem Walzer Herbstblumen von Hofmetzgermeister Hanitein zu Friedberg eingeleitet. Bei dem Festessen hielt Obermeister Sack die Festrede, in der er ein Bild der Entwicklung des deutschen Fleischerhandwerks in den letzten drei Jahrzehnten und daran anschließend in unserer Stadt gab. Seine Rede klang aus in einem Hoch auf den Kaiser und auf Großherzog Ernst Ludwig. Meister Malkomesius toastete auf die Damen, Restaurateur JaSkowskh auf den Deutschen Fleischer-Verband usw. Nach dem Festessen wurde von Mitgliedern des Neuen Stadttheaters „In Zivil", ein Schwank von Kadel- burg, unter reichem Beifall aufgeführt. Frau Flimm jr. erfreute die Festversammlung mit einigen Liedern usw., worauf der Tanz begann. Beifall der aufmerksamen Zuhörer. Kreis Schotten. R. Bobenhausen b. Mücke, 20. Nov. Heute wurde der älteste Einwohner unseres Dorfes Johannes Pabst zu Grabe getragen. Der Verstorbene, der ein Alter erreichte von 91 Jahren, war bis zu seiner letzten Stunde körperlich wie geistig rüstig. — Hier wird auf Anregung des hiesigen Pfarrers ein Posaunenchor gegründet. Q Lambach, 20. Nov. Der hiesige Zweigverein des Evang. Bundes hielt gestern abend im „Schützhof" feinen ersten F am il i en a b e n d in diesem Winter ab, der recht gut besucht war. Der Kirchengesangverein leitete mit dem Lied: „Herr deine Güte reicht so weit" die Feier ein. Nach einem Dialog „Luther und Melanch- t-on", gesprochen von zwei Schulkindern, hielt Psarrer V o lp eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß der Abend dem Gedächtnis des großen Reformators gewidmet fein sollte. Zu einem Vortrag über das Thema: „Brauchen wir eine Kirche?" war Pfarrer Ho h g rä f e aus Gonterskirchen gewonnen worden. Die Ausführungen des Redners wurden mit großem Interesse aufgenommen. Noch weitere Chöre des Kirchengefangverems, als auch mehrere gemeinschaftlich gesungene Lieder trugen zur Verschönerung des Abends bei. r. Ulrichste in, 20. Nov. Es hat geschneit. Wald und Feld haben über Nacht ein weißes Kleid bekommen. Es wird aber wahrscheinlich nicht lange so bleiben, denn es geht eben ein feiner Regen nieder. Kreis Friedberg. L. B a d - N a u h e i m, 20. Nov. Durch die dem Verkehr übergebene neue Güterhalle nebst Abfertigungs-Gebäuden hier und die verschiedenen neuen Zufuhrftraßen zu ihr mußte die Kr eis ftr aß e Bad-Nauheim — Rödgen zum Teil anders gelegt werden. Dadurch ist ein Teil der früheren Kreisstraße zu dem neuen Güterbahnhof verwendet worden. — Wiederum ist in einem Gehöfte hier die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Seit ein.'m halben Jahre ist dies bereits das vierte Mal^ daß die Krankheit hier herrscht. Starkenburg und Rheinhessen. R.-B. Darmstadt, 20. Nov. In Gegenwart dc8 Grobherzogspaares, des Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen, des Prinzen und der Prinzessin 'Andreas von Griechenland, der Ntinister und der fremdländischen Vertreter mit ihren Damen, sowie des Offizierkorps und zahlreicher Vertreter von Kunst und Wissenschaft fand heute abend im Saale des Hotels ,zur Traube" eine größere Versammlung statt, die auf die zukünftige Gestaltung des hiesigen gesellschaftlichen Ledens einen entscheidenden Einfluß ausüben dürste., Es wurde der Gedanke erörtert, in welcher Weise in Darmstadt besser als seither für die Pflege des gesundheitlichen Sportes gesorgt werden kann, ähnlich, wie dies z. B. in Frankfurt und anderen größeren Städten schon längst geschieht. So wurden verschiedene Pläne erörtert und Projekte besprochen; man sprach sich besonders dahin auS, auf einem hierzu geeigneten größeren Platz in der waldigen Umgebung em allen modernen Anforderungen entsprechendes Klubhaus zu errichten, in dessen unmittelbarer Nähe sportliche Beran L^eer und Flotte. Aus Anlaß des Todes des Generals der Ka- ^te veröffentlicht das „Arrneeverordnungs- blatt eine Kabinettsordre, die bestimmt: Sämtliche Lf,izicre des rÜtfetor^ legen drei Tage Trauer an. — An den Trauer- leierlichkerten in H nacht 12 llhr WA t Als ©ranbnatr: I E des Torfes aud l Wtw. in der CbeiJ s Brandobjekt unter e ^eiw. ^euerirj.b: >ng den höchsten L-, -er hiesige ßroeiq- gestern abend ein.? reich besuchten hier ab. Mehrere Teilamationen bur: sungene Lieder um. rsten der Vorsitzen^: r sprach in eing.hen. le Tagung des bt’1 Butzbach und gab r der dort gepslo^m? hielt Pjarrer Bot- Lorses. Er schi.dein llung die politische, ang ihres Seftthzn* ; Ausführungen her ^iSiefed am 20. November 1911- Großherzoattchc Burgei meifterei Sic,cif 2 chomber. Lchuhwarendändlers Konrad Hartem er TV. Amtlicher wellerverlcht. Oeff entließe Wetterdienst st eile Dieben. Weiteraussichten m Hellen am Mtttwoch, den 82. November 1911: Trüb, leichte Regenfölle, kühl. „Frostfori“ bc’ier toc-met. Bal'am gcs. ‘i3;c, Bcutcn. L ö-lPsg. $loler-3)togerie 6375 Ott» Schaaf. d) t Bauerngehöfte cingeäschert. > elsheim in Baden brannte die lieben- Bekanulmachung. Ter Voranschlag der Gemeinde Sie feit für 1912 liegt vom 24. b. Dtts. ab acht Lage lang aui unserem Geschäftszimmer zur .a» litt feit 3 Jahren an gelblichem ÄuSfchlag mit furchtbarem Hautjucken. Durch ein halbes 2tüd Zucker's Batcnl MediLinai rcifehabc ich das Ucbcl DolUg beseitigt. H. S-, Voliz.-Lerg." k Lt.50Bf.il5 ,'ig)u. 1.501>L(35 ,iß,flärtiicyorm). xoau 3ud!2S Sterne micht fett. u. mild, 75 Bi- il‘2 M. in betUniverütctc Lvotdckc, Hirich-Avothelc. Lei Aug. vtoll, (i. Leibel, ruZild. ftilbinocr.C. ctbaof,(gmil K arn u. Ernst Noll, Drogerien. ial2, Der Voranschlag dec Gemeinde paUcniod für 1912 R;. liegt vom 27. d. Nlls. ab 8 Tage lang aus unserem Geschäfts- zimmer zur Einsicht der Interessenten offen. Hattenrod, den 21. November 1911. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Hattenrod. Rock. | hielt Pfarrer Lost lwies, bnp der 'M tators gewänne. |ti Leina: „Brauchm-L r e aus Gouterskich i des Redners wuck Noch weitere Eh>.'lc»r re gemeinschailsich? rung des Abends )at geschnelt. ,3 Kleid befommen. > bleiben, denn cis Philosophenwald. Morgen, Mittwoch, 22. November, ____ ===== Schlachtfest. Morgens Wellfleisch mit Kraut. Abends von 6 Ühr ab Mcycliuvpe, woäu sreunblichN etnlabet :uea JF. Barnickel. rzeZwrlgvnnn | t abend im „* ■, tb in diesem Swu neufonfintierten Apparat blieb bet Erfinder in einer Höbe von etwa 200 m eine Viertelstunde in der Lust und die sachverstänbiaen ‘ eugen bee ProbestuqeS waren auf» Höchste erstaunt und äufeeiirn ich nachher enthusiastisch über die Leistung. Bolland selbst meint voll Bescheidenheit; .Wir wissen so wenig von Jlugmaschinen. dav eS nickt im Geringsten überraschend iit, wenn wir entdecken, daß ich viele verschiedene Fliigzeuqtypen entiuideht und verbesseni lassen.E In amerikanischen Fachkreisen halte man schon vorher von den tilänen BoUandS gehört und weidlich darüber gespottet, bi< seyl gleich der erste Versuch ein so ausgezeichnetes und einst- weilen unerklärliches Ergebnis gezeitigt hat. IoHames Labil i:M der ein Wer emi.:M teu Stunde lürveil M A des hiesigen PE-.kW Die Erdbeben-Ursache. Einer unserer Mitarbeiter schickt und folgende amüsante Geschichte: Immer trübsalSschwang'rer wird» im Reich: Teurung, suauvu®*» Maul» unb »Lauem.ud)‘, Nun kommt gar noch außer Rand und Band Rings daS rvoblregterte Dcuticbe Land, Und eß wackelt sträflich gar am End' Unser hvchsolideS Fuiidament. Das schien Privileg doch andrer Zonen, Wo Analphabeten ruppig wohnen, Fern im Osten, Norden oder Lüden, Nun dem braven Michel ward» bcschieden. In der Geologen bälgen Hallen Hört man schon dte Hupothel^i knallen: Ob der Grund des Phänomen- tektonisch, Oder ob tS gar plutotüsch. feier, ihr Herren könnt ihr- lesen, WaS deS BedenS Grund gewesen: — Ob so mancher Unbegreiflichkeit Unsrer lieben Politik von hem Hat Fürst BiSmarck mit Impulsivität Sich un Grab herumgedreht. Letzte Nachrichten. Ler italienifch'türkische Rrieg. Konstantinopel, 21. Nov. Vlad) einer türkischen Mel» düng sind bei einer neuen Beschießung von Akabah durch zwei italienische Kriegsschiffe nur die Kaserne und das Militär- Hospital beschädigt worden. ,, . , Konstantinopel, 21. Nov. Gegenüber der Blattermeldung, daß die italienische Flotte vor dem Hafen ^obe* Ägatsch erschienen sei, teilt das piefige Preßbureau mit, daß nur kürzlich eine Flotte in Entfernung von dreißig Merlen in den Hasen eingelaufen, fünf Stunden später aber wieder ab gedampft sei. , In der Kammer begannen gestern die Verhandlungen übet baS Chester-Proickt, das einer amerikanischen Gesell,chaft dm Bau und Betrieb der zweitausend Kilometer langen Eilenbahn Eharput—Wan mit Abzweigungen nach 5uKimanie und Iumur- talif gewährt. Eine FriedtNLvermittluvg der Grotzmachtei P ar i s, 20. Nov. (Privattel.). Unterrichtete Kretse versichern, daß die Großmächte vertraulich über eine an* neljmbarc türkisch-italienische Friedensbans unterhandeln. r vtunaen größeren Stile, abgeholtcn werden können. Nament* 3 Ede auch auf die Schaffung eines Spielplätze, für ! 'z.Lpiele Gewicht gelegt. Es wurde nach eingehender L terung des ganzen Plane, ein provisorisches Komitee ge* t öft das die nötigen weiteren Schritte vorbereiten soll; a ich erklärten sich sofort viele der Anwesenden zur Zeichnung g.^trtr Beitrage bereit, so daß die finanzielle Unterlage für -iS Projekt als gesichert gelten darf. 1 a c m ft a b t, 20. Nov. Die „Groß-Freimaurer- ur Eintracht trat Sonntag nnttag in der hte- Einzig wirken B.-ü .-Bonbon» 5u 1 —Hinck Lvotbcke.ihv*/!, schlun als Brandursache. . . , ju dem Brand der Malzfabrik in Sangerhausen wird noch gemeldet: Ter schwer verlevle Lchornsteinseger Brand ist im Kranken Hause gestorben, so daß die Zahl der Toten drei beträgt. Am Sonntag abend wurde die Feuerwehr von neuem alarmiert, da der Brand auf ein verschont gebliebenes Gebäude Übergriff. Am Montag morgen war die Feuerwehr noch tätig. Ter altangesehene Kalender-, Bibel- und Gesangbücherverlag von T r o w i v s ch L 2 o h n in Frankfurt a. d. O. feiert heute sein 200 jähriges Bestehen. . Tas Observatorium in Catania meldete eine starke Tätigkeit des Stromboli. Es fanden zwei heftige Explosionen btt starker Rauchentwicklung und starkem Steinregen statt. ^.'lus Konstantinopel wird gemeldet:. F e u e r vertiichtele in Kutaushia in Anatolien tausend Häuser, darunter die meisten Regierungsgebäude. _ m t ,, x In Kraseneiarak erschoß der Rentecheamte Memchi- kow den Arzt Schukow, der ihn mehrere Jahre erfolglos bc- handelt hatte, und verübte herauf Selbstmord.. . Im Staate Washington ist der ganze Küstenstrich von Überschwemmungen heimgesuchk. Vermischter. Hk. Neues Verfahren zur Herstellung von BilderninPhotographie. Ter „Umschau" zufolge hat der Berliner Techniker 2 b o r o w i ß ein neues Ber- ahren zur Herstellung von Silbern in Photographie, Druck oder Farbendruck usw. entdeckt. Ter Erfinder leitet das \wc Uebertragung bestimmte Bild, das mit besonderen Chemikalien bestrichen ist, auf eine präparierte Trockenplatte au» Kalk mittels elektrischer Ströme ab. Tie so hergestellten Bilder sollen dieselben Farbeiiefsekte wie das Original aufweisen, sollen nicht abwaschbar sein und eine Oberfläche wie Emailbilder besitzen, tonnen aber auch genau die Ober- fläche wie baS Original beibehalten. Kleine Cagerchronik. In Köln erregen mehrere Verhaftungen in Handelskreisen großes Aussehen. Ter Großkaufmann Licht wurde wegen be- trügerischenBankroltS verhaftet. Er hatte einen IahreS- nmsao von über einer Million Mark, doch wurde in der Konkursmasse nichts vorgefunden. Der Kaufmann Graf ist wegen Sei* stritd U t b,[N$5 W 211*:- SPWis y.N ein L -• 'Nch dii Ak-' Don-; g ÄMÄ tDe,t«e 6uti( |* “«'» Ünb bi! °u!di-kiii«ich^ j, '9«Pil!gi, bc u W ®:r, jinlti ai en. Zum Totenfest emviehle große Auswahl in Kränzen au jeder Preislage. . Wild. Gerhard, üidattci, nthtu Otu ilitl Mühoi. Samstag Markthalle b. Ü9äbö , A e zur EiNlralyr irat cwniuuy muiug ili ucr yie- aen Freimaurerloge zu ihrer Herbittagung zusammen, an der die Vertreter aller hessischen Logen teilnahmen. i jrf) Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten beschaf- .. ite sich die Versammlung mit der Beratung von Lrgani- tlond- unb Erziehnngsfragen Deren Mittelpunkt bil- tot die vom „Verein deutscher Frein;aurer", einer weit übet 12000 Mitglieder zählenden freien Bereiniguna, ver- ^ilaßlen preisgekrönten Schriften von Seysert, Wolgast jr.b Beyer über daS Thema: „Wie kann dte Gesundung । unseres sozialen Lebens durch VolkSerziehung im Geiste j t Humanität gefordert werden?" Dte Verhandlungen MltC diese Fragen sollen in nächster Zeit noch auf breiterer tpiS fortgeführt werden. (Darmst. Ztg.). m. Offenbach, 20. Nov. Sin schwerer Äuto- »lobilunsall ereignete sich heute nachmittag in der frankfurter Straße, Ecke Körnerstraße. DaS ber Firma jtjper & Schintdt gehörige Automobil, daS durch die Korner- lltaße gefahren kam, stieß beim Etnbiegcn in bie Frankfurter -kraße mit einem Trambahnwagen zusammen Durch ben eiligen Aitprall wurde ber vordere Teil des Autos -er- 1 nummert, währenb ber Trambahnwogen unerheblich be- S Damen „Ernst Bergbaus“ aus Elberield. * Lnftjchiftahrt. — (xine eigenartige neue Flugmaschine. In liineola bei gieuyovt tat in ^ejen -tagen eine eigcnarhge Vtuc Flngmaschine er'olgreich ihre erste Probe bestanden, eine tti- f.nhma des amerikanischen Ingenieurs Frank Holland. Ter -ipparai isi ein Zweidecker unb selbst lur die «achoerstandigen emiroeilen ein 'Jiaijel, beim die Maschine zeigt iveber eine Steuer« 'lache noch etabilifierungoflädjen. TaS blugieng sieht ’u‘e e,,l j’e* iväbnlidier Zweidecker and, aber außer dem sehteiiden -^chwanzleil ^tiat e» an beiden äußeren Seiten zwischen den Tragflachen eigen- ad.ggetormte dreieckige Hranbalten. Wie d'-ft Borrtchnuig qe- xuibbabt wird und arbeitet, wem diSher nur d-r Erfuider, aber c wirken gleichzeitig als eciteniteuerung und zur Jirbattung des ^leichgeivickts. Sie Ltetgfläche am Vorderteil der ^fchiue unter« scheidet sich von denen der bisher bekannten Zweidecker daciirch, die Kurve 'ehlt, die bisher als unerläpliches EttorderiiiS feder stäigmaschuie galt. Ter Apparat ist nicht aanz 30 F»v breit und ÄW »e.u Pfälzer Hof, Scbauzeuslr. Mittwoch. 22. November. Anfang 3Vt l^hr Abschieds-Konzerte DGGOOGOGGW Prima Speise Zwiebeln per .Rentner Ac5 &50 versendet rer *?(a±nobn;c Abravam ^ocbcuftciu, Hanau. 511 g e 6 b e i m ivurbe am 7. Dior», da» flontmäuedabren eröffnet, da der Geuieinschuldner seine Zadlungsuiiiäüigkeit eingeräumt bat. Recht-anwattS chrc » ber in Ober-Ingetheun wurde zum Konknrs- verivalter ernannt JloidurWorberuugen find btt jum 2S. Rov. bei deni Amtsgericht Ober-Ingelbeiiii anzuinelden. — lieber den Rachlav deS am 28. 6epL oerftorbenen Handelsmannes Bernhard e r t b e i m e r von Messel wurde am 10. Öloveniber daS HonfnrtDcdabrcn eröffnet, i^ertchtsvollzieber L P. Reid« ftein in Donuitadt wurde jum 'xonfurevenvaltcr emannL Ron* (urtforberungen find bis zun» 30. Rooember bei bem 21uitsgerichte Tannstadt 1L anjumelöen. — Uebcr das Vermögen des Heinrich Schul, allenugen Inhabers der Firma ,isedr. Schul' in Darm- tabt wurde am 16. Nov. das Konkuisvedahren eiöRnet, da der vfeineuifchiildner seine Zahlungen eingestellt und Eröffnung des Rün(urtveriabren8 beantragt hat. Rechisauivalt Tr. iveßner in Darmstadt wurde zum lloukurSverwalter ernannt Mon(m6- forberungcu find dis zum 8. Tez. bei Dem Amtsgericht Tarnsitadt l anjumelöen. — Hebet das Vermögen des Schreiners unb Schuh- bäiiDler6 Joseph I ebn zu Reu»Iseuburg wurde am 4. Vlov. da« jlonkursvedahren eröffnet. Rechtsanwalt 51 e 6 l e r ju CRenbad) wurde zum Ronfuröuenvalter ernannt, llonkursiorder- ungen find bi« zum 16. Tez. bei bem Amtsgericht Offenbach an- zumelden. vstchcNifch. — Dem ® r o 6bet jog t u iu Mecklenbura-Schwe- rin ist die neueste Nummer der Leipziger 11 u 1t r irr t c ii Zeitung' (Nummer 3568 vom 16. November, EitizelpretL L,öO Mk.) gewidmet, die damit von ihrer mit so großem Bet'all auf genommenen und allgemein als glanzend anerkannten wrie „Kulturbüber aus Teurichland" daS 5. feeit ausgibt. AuS dem Inhalt sei vor allem ber hervorragende Bilderfchmuck hervor« gehoben. Von Professor Julius Äraut« Meisterhaiid rühren die ganzseitigen Portrats des regierenden Großherzogs Friedrich Franz 1\ . und feiner Gemahlin Alexandra mit bem Erdgroßberzog Friedrich Franz her, joivie die kleineren Brldnisse des Odcr« hosmarichalls von Bietinghofi unb de« Generalintendanten des DoftheaterS in Schwerin, Frcchcrrn von Ledebur. Eine vorzügliche Wiedergabe erfährt das im Besitze des GroßberzogS befindliche Gemälde „stühc im 2ec" von Professor Karl Malchin. Weiter sind in Vierfarbendruck die Gemälde „Blick auf die Marienkirche m Rostock" von Thuro Balzer und „Abend in Frtedrichsmoor" von Hugo Frhr. von Stenglin wtedergegeben. Großem Interesse dürsten die Fürsten- und Edelsihe im Großherzogtum Mecklenburg- 2chwcrin begegnen, die uns den RetchNtm des Landes an schönen Schlössern vor Augen fuhren. Dem neuentdeckten Meister des Rokoko, Georg Tavio Malthieu, der von 1764 bis 1778 in Schwerin wirkte, ist ein vierseitiger, reich illustrierter Beitrag von Professor Ernst 2tcinmaim gewidmet. Aus der reichen Fülle der illustrierten Ausi'ähe nennen wir „AuS^der Geschichte Mecklenburgs" von Geheimen RcgierungSrat Tr. Schröder, 2d>roetin von HanS Witte, Theater in Mecklenburg von P. Fr. Evers, Roiwck und seine Universität von OberbibUothekar Tr. Kohfeldt, Mccklcn« burgrsches Volkstum von Professor Dr. Wossidlo, AuS WiSmarü Geschickte von Ratsarchivar Tr. F. Techen, Pferdezucht und Renn- iport in Mecklenburg von H. schwarz. Einen fesielnden literarischen Beitrag bildet die rnecklenbiirgiiche Bauerngeschichte „Ltc silberne Peitsche" von dem einheimifclfen Dichter Otto Metter- hauseii. Frip Reuter utid die Hauptgestalten aus feinen Dichtungen hat Johann Bahr auf einem Tableau vereinigt. Neben der sich großen Amchens erfreuenben mecklenburgifchen Landwirtschaft ist auch die aufblühende Industrie des Landes würdig vertreten, und so bietet die Nummer tatsächlich daS, was sie fein will; ein Kulturbild des Laiides, dem sie gewidmet ist. jpielplan der vereinigten zrantfurter Stadttheater. Vxcrnhaü-. Mittwoch, den 22. Noveurber (Buß- unb Bettag), geschlossen Donnerstag, den 23. November'): ,Rönlfl für einen Tag.' Freitag beu 24. November, abends 7'/, llhr: .Fräulein Xcu’cl." LamStag, den 25. November: „Tie Entführung aus bem Serail.' -onutag, den 26. November, nachmittags 3*/. Uhr: „Tie fliegt- meiustockter.'' AbenbS 7 Uhr: „Tie'lanb.' Aiontag, ben 27. Nov., abends 71, Uhr: .Martha.' Dienstag, ben 28. November: .Fphigcnie auf TaunS.' Mittwoch, den 29. November: „Der Verschwender.' Schauspielhaur. Mittwoch, den 22. November, geschloffen. Donnerstag, ben 23. November, abends 1% Uhr: „König t'ear.' Freitag, den 24. November, abends 77, Uhr: .Madame Sans Gsne.' CamS- taa, den 25. Slooember *): Anläßlich des 100. Todestages von Hinrich v. Kleist (21. November 1811): „Penthesilea.' Sonntag, ben 26. November, nachmittags Uhr. „Glaube unb Heimat.' Abends 7 Uhr: „Penthesilea." Llontag, ben 27. Slooember: Penthesilea.' Dienstag, den 28. November: „Minna von Barn- heiuu" (Franziska : Frl. Olga Fuchs vom Etaditheater in Leipzia als Gast.) Mittwoch, ben 26. November: „Die Braut von Dlesfina.' *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr., In M ü n st e r (Westfalen) aeriet am Sonntag abend bie dte, ehrwürdige Martinikirche, die vor kurzem mit einem Aufwand von inchreren hunderttausend Mark vollnändig erneuert roorben ist, in Brand. Ter Turm stürzte ein. Die Kirche stammt ium Teil aus dem 12., -um Teil au» dem 15. Jahrhundert. Mehrere Häuser der Nachbarschaft sind ebenfalls in Brand geraten unb mebergebrannt. Ter Brand erhellte die ganze «tabt. Dazu wird uns noch weiter gemeldet: lieber den Brand der > artinikircke teilt der „Münsterschc ^lnzeiger" mit: In ber - rchc >var um acht Uhr Wendandacht. Als der Glöckner mit hm ie Gefahr als beseitigt gelten. Ter schaden ist durch Ber- I ichernng gedeckt. Tie stirche und der Kirchturm waren in ben • c|tcn fünf Jahren un Innern und Aeuvern.^""r orundllchen Renovierung unterzogen worden, welche m der letzten Woche Ti't beendet worden war. An dem Brandplatze weilten ber Lber Sfibent von Westfalen, Prinz von Rotibor-Corvey, und Re- zierungSprafidenl v. Iarotzkv. cädigt wurde. Hessen-Nassau. X. Gelnhausen, SO. Nov. Ern Steinbrucharbeiter aus Neuen-Haßlau kaufte, als er feine krank in einem rttanlenbaufe zu Hanau befindliche Ehefrau besuchte, bei einem i'aiiaucr Losegeschäsi ein Los der Schleswig-Holsteiner ^eroelDttcrie. Auf dieses Los ist der 1. H a u p t g e w i n n. eine elegante Eauipage mit 4 Pferden, im Werte von 10 000 Mark, gefallen. Ter infolge langjähriger Krankheit feiner Frau in jin dürftigsten Berhaltniffen lebende Arbeiter kann den Haupt- jrroinn natürlich sehr gut gebrauchen. iv. Wiesbaden, 20. Nov. Tie heutigen Stadt- v e r o r d n e t e n w a h l e n hatten daS Ergebnis, dasi die imbibaten der bürgerlichen Parteien mit denen der So- ,ulbcinofraten in bie Stichwahl kommen. Die Beamten jetten fünf Sonderkandidaten aufgestellt, die nur 300 ©tim» men weniger als die bürgerlichen erhielten. Grand der Martinikirche in Münster. Durch die dem V tpbft Abfertigung^-' ’lSSSf ftr-w : d-° P-M jwinblönb'li" ; it '< j-- ■ ■8 W ,, i: d-r A Handel. HauptversammlungderdeutschenVerlagsanstalt in Stuttgart. Stuttgart, 20. Nov. In der heutigen Hauptversamm lung ber Deutschen Berlagsanstalt waren 3450 Aktien vertreten. Tie BUanz wurde einstimmig genehmigt: ebenso wurde Techarge erteilt und der Ute Aufsichtsrat wiedergewählt. Auf eine Anfrage, ob es richtig fei, daß dem Aussichtsrat ein festes Gebot Vorgelegen habe, nach welchem ein Konsortium bem Anteil d e r Verlagsanstalt an ber Stuttgarter Z e i - tungsverlags-G. m. b. H., welcher bei ber Verlagsanstalt mit ö00 000 Mk. zu Buch steht, gegen Zahlung von 21 Mill, bar erwerben wollte, und warum die,es Gebot nicht angenommen worden sei, erklärte der Vorsitzende, es sei richtig, daß em Gebot in ungefähr der genannter Höhe für bie Beteiligung an ber Württemberger Zeitungsverlags- und Papierfabrik Wildbad vor- gelegen habe, bie Verwaltung habe cs aber im Interesse der Aktionäre gelegen erachtet, zu diesem Preise nicht abzugeben, ba fie das Gebot für zu niedrig hielt. Als der Vorsitzende weiter auSfühNe, falls ein neues, höheres Gebot cmlaufen sollte, wurde die Verwaltung eoentuell dem Verkauf näher treten, entspann sich darüber eine lebhafte Aussprache, und von mehreren Aktiv, nären wurde der Wunsch ausge'prochen, einen Verkauf nicht ohne Genehmigung einer Hauptveriammlung vorzunehmen. Ter Vorsitzende erklärte, bie Verwaltung könne sich nicht fe,siegen. Em Attionär sprach barauf bie Bitte aus, einen Verkauf kein es- falls unter vier Millionen vorzunehmen, ba bieie Beteiligung der weitaus wertvollste Bsianzvosten sei und hieraus für später noch große Gewume zu erwarten feien. Für 27.— blau Cheviot u. blau Kammgarn Mk. 55—, 43—, 35,— Röcke 550 Mk. 20.- bis zu bedeutend herab gesetzten Preisen. a“/u hnachten 19 Flausch-Paletots Frauen-Pahto s 11.-, 8.50, 5.90, Mk. 19.— bis in schwarz und blau Cheviot, Kammgarn, engl. Art Mk. 30— bis auch in extra grossen Weiten in Tuch, Eskimo, Velour du Nord und Saal-Plüsch zu besonders billigen Preisen. Gehr. IMHEUSER Glesse!, Marktplatz 9—10. igoo 75J machen wir nachstehend besonders wohlfeiles Angebot: Tanzstunden- u. Ball-Kleider , in Voile, Tüll, Seide und Batist Mk. 37—, 29.—, 22.—, I Strassen-Klelder reinwoll. mod. Machart Mk. 33—, 27.—, reinwoll. Popeline, mod. Machart Mk. 49.—, 45—, Sämtitche Kinder-Mäntel im Preise reduziert. 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