«c Wella s stordnung. ober 1911: ichten )c Tübingen. ;(ben 29. D(tobe nst. ber-Haingründau. Stoss] »ML ’M- "KT i:i M n» 5=| Helm rHn e., ■ % .Wri i J>. Öotmonn ' I erg. 1 Mana Burk, betbc j 0IDl9 Babel eine lochra ita», den 29. Okti Ug- bis 12 thr nacbtf reffen: D“ ;r Strasse 4. oethestrasse 10. der Station Llchz 2 10 Regen 2 3 Bew. Himmel 2 8 , , ttcbtt = + 12.1 *0. , WG UmT mitde® Ijl Kreuzst8r" ’ C*/i. । gUPPet1, säiäti «AW SsK £,e”S meine , weroen ( memtM, 2)nru'" I?, eine sE J Erstes Blatt 161. Jahrgang Montag, 50. Oktober 1911 Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. 255 Ter Siebener Anzeiger erlcheint täglich, aiifeer ConntagS. - Beilagen: viermal wöchentlich OiebenerZamiliendlätler; jUDiunnl wöchentlUrei»' dlatlsvrdenKreisSiesten «TienStagttnd Freitag); zweimal invnall. Land- wirtschaftliche Zeitsragen Fernivrech - Anschlüsse: lür die Redaktion 112, Verlag it. Expedition 61 Ldiesie für Depeschen: Knzcigcr «tieften. vezu qSvrei»: mcnirt tlicb 75 ilfn viertel* jährlich Wik. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 6o Pi.: durch die'Bost Alk.2.— viertel* jährt auSscht Benellg. ZetleupreiS: lokal 15'Bi^ auSivaUS 20 Pieuniq. Chefredakteur: 91 Doey. Verantwortlich für den politischen Teil: 9lupnft Noeq; für .Feutlle* ton*, .Vermischtes* und .Dencht-saal": R. 9lcu* rath; für .Stadt und Land": E.Heß; lür den Auzetgentetl: H. Beck. JrbuiZ'niiSic! Rotationsdruck und Verlag der vriihl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. bis vonnütags 9 Uhr. vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Eeschäftrstelle vahnhofftrahe 16a. Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. ——-a~ "■ .■■■■■■■ ■- Negierung und Dolf. Wir sind wieder einmal vor eine eigenartige amtliche Kundgebung gestellt worden. Die „Nordd. Allg. Zeitung" schreibt: Die Frage, ob ein Staatsvertrag über die Abtretung oder den Erwerb von Kolonialbesitz zu seiner staatsrechtlichen Gültigkeit der Zustimmung des Bundesrats und der G e n e h m i g tt n g des Reichstags bedarf, ist, wie wir hören, von den z u st ä n d i g e n Reich samtern geprüft und in verneinendem Sinne beantwortet worden. Das deutsch-französische Abkommen geht nach allen vorliegenden Nachrichten seinem Abschluß entgegen, und es ist zu hoffen, daß, wenn erst einmal die Leidensännten sich gelegt haben, die Nützlichkeit dieser Abmachungen für beide Teile Anerkennung finden wird, lieber die Vorgeschichte und den Verlauf der Verhandlungen -u sprechen, wird ncy bei der Erörterung des Abkommens Anlas; bieten. Tics ist um so erwünschter, um nicht zu sagen notwendiger, als noch immer die merkwürdigsten Mythen darüber verbreitet werden. Insbesondere wird die Ro11eEng - lands und seine Einwirkung auf die Haltung Deutschlands noch immer falsch dargestellt. Es wird sich weiterhin zeigen, wie haltlos die Behauptung ist, das; Deutschland bei der Einleitung oder währe,rü des Verlaufs der Verhandlungen mit Frankreich .vor dem Einspruch von dritter Seite zurückgewichen sei. Deutschland sprach von Anfang an den Wunsch aus, mit Frankreich allein zu verhandeln, und ist dabei geblieben. Die Reichsvcrsassuug war das eigeti|ic Werk Bismarcks, sie paßte sich in ihren manchmal nicht straff gezogenen Paragraphen seiner ständig wachsenden politischen Größe an, während sie um feine Epigonen, die dieses Riefengewand nicht ausfüllcn konnten, nur herumschlotterte und sie am Gehen hinderte. Formell ist natürlich der Rcichstanzler völlig im Rechts wenn er den Marotkovertrag dem Reichstage am 8. November nur zur Kenntnisnahme mitteilen will und sich eine Beschlußfafsung über i£n verbittet. Tenn die Rcichsverfafsung bejlimmt zwar ^Artikel 1), daß es tur Aenderung der Grenzen des Bundesgebiets eines Gesetzes bedarf, weshalb für jeden Vertrag, nach dem das Bundesgebiet verkleinert oder vergrößert wird, die Zustimmung der gesetzgeberischen Faktoren nötig ist. Aber Schutzgebiete gehören im Sinuc des Artikels 1 der Verfassung nicht zum Bundesgebiet. Ihre Vertleinerung oder Vergrößerung unterliegt allein der Prärogative des Kaisers, und das Konipensationsablommen mit Frankreich müßte nur dann dem Reichstag vorgelegt tverden, wenn es augenblicklich die Bewilligung von Geldmitteln nötig machte. (Artikel 11.) Cb Bismarck wohl von diesen Artikeln Gebrauch ge- mächt hätte, um "den Reichstag dadurch zu einem politischen Disputierklub zu erniedrigen? Er würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, wie mit feinem Erbe geschaltet wird. Gesetzt, Bismarck hätte aus diesem oder jenem Grunde bei dem Marolkoabkommen nicht mehr erreichen können als Herr v. Bethmann, so hätte er doch niemals zu diesen Artikeln gegriffen. Er hätte ihnen viel* mehr die Auslegung gegeben, daß, da die neue Kolonial-- erlverbung Teutfchlands im Stongo uns bald große pekuniäre Cpfer anserlegen wird, sic zur Zuständigkeit des Reichstags gehöre, und auch das spezielle Marolkoabkommen vom Reichstage gebilligt werden müsse, da es in der Zukunft für das deutsche Volk von einschneidender wirtschaftlicher und politischer Bedeutung sein würde. Uraufführung von Leo Tolstois Schauspiel: „Der lebende Leichnam". AuS Hannover, 28. Cftober, wird uns geschrieben Leo Tolstois nachgelassenes Schauspiel „Der lebende Leichnam", daS nach der russischen Uraufführung zu Moskau in deutscher Sprache ursprünglich an der „Hofburg" ui Wien her- auskoinmeu sollte, ist nun in Hannover nicht nur dem deut- scheit Publikum, sondern in dieser Gestalt überhaupt zum ersten sHi a l der Oessentlichkeit vermittelt worden, schon bei der Moskauer Ausführung war die Slrilif übereiniummcnb der Meinung, man habe es bei den im 'Nachlaß Vorgefundenen elf Szenen nicht mit einem fertigen Schauspiel zu tun, vielmehr mit einem bloßen Szenen entwarf, dem die teste Um- und Ueberarbeüung fehl.’. Aus diesem Grume daben zwei französitae Dramatiker, Jean Iosv Frappa und Georges Silber eine Bearbeitung vorgenonimen, die die elf Szenen des Lrtgma.s in ein vierakligcs Schauspiel zusammenzieht. Diese Bearbeitung hat unstreitige Vorzüge; eine wirklich dramatische Dichtung ist auS dem dramatischer Bearbeitung an sich abholden ^tori nicht geworden. Tas Ganze war und blieb eine in Szenensoigcn air gelöste Novelle, die ohne Steigerung und ohne Konflikte eine seltsame Begebenheit erzählt. Fedor verläßt seine Frau, nachdem er seine Familie durch seinen Hang zum Trunk und zu lockerer Gesellschaft hat verarmen lassen. Dem Versuch der $amn, die Ehe zu lösen, setzt er keinen Widerstand entgegen; nur scheut sich fein Wahrheitsgefühl, alle Schuld durch Inszenierung des nötigen Lügengewebes aur sich zu nehmen. Er laßt sich, in seiner Niedergeschlagenheit schon zum Selbstmord bereit, von einem Zigeuneriiebchc.t bereden, durch iinen fingierten Selbstmord für seine Frau und die Lessentuchk.it aus dem Kreise der Lebendigen zu scheiden. Die Frau wird in ihrem Glauben bestärkt, da man |ie an die stark verweste Leiche eines Ertrunkenen führt, die sie in Abscheu und Aufregung als die des verschollenen Gatten zu erkennen rerme.nl. Sie heiratet einen Jugendgelieb.en. Durch eine Unvorsichtigkeit des immer rn.hr verkommenen „lebenden Leichnams" kommt es zu einer Anklage wegen Bigamie; und nun opfert sich der Verschollene durch Selbstmord. Der stärkste Fehler auch dieser, äußerlich das Vorhandene dramaturgisch recht geschickt verwertenden Bearbeitung ilt der völlige Mangel an tragenden Konflikten, die absolute Passivität des Helden, die Wiederholung des gleichen Motivs mit dem fingierten Selbstmord. Amy fehlt es an den Figuren an eigenem "eben; sie sind die Schemen einer Handlung, die dem Zusa;aucr innere Anteilnahme kaum abzuringen vermag. Was schließt^ Herr v. Bethmann-HolUvca mußte den Wünschen deS Reichstags in dieser nationalen Frage entgegenkommen und nicht am Buchstaben kleben, wenn er von seinen Marokkosündcn entlastet werden wollte. Er mußte den Vertretern des deutschen Volkes die Entscheidung über eine Frage der nationalen Ehre und der nationalen Zukunft selbst überlassen, auch auf die Gefahr hin, daß die Rcichs- tagsmehrhcit erklärte: Air wollen von einem solchen Abkommen nichts wissen und wollen uns wieder auf den Boden der Beschlüsse der Algeciraskonferenz stellen, mag daraus folgen, tvas will. Ueber die Marokkosrage hinweg wird das deutsche Volk eine 'Aenderung der Verfassung verlangen, die das Bestimmungsrecht des Reichstags Über answärtige Verträge einführt, die kaiserliche Prärogative also beseitigt. Und weiter wird das deutsche Volk ciu M i u i st e r v c r a n t w o r t l i ch k e i t s g e s e tz, eine Parlamentarisierung der Kanzlerschaft und der Reichsämtcr fordern, die cs den künftigen Reichsministern unmöglich macht, auf Grund des Vertrauens der Krone gegen die vom deutschen Volke gewählten Vertreter zu regieren. Das bringt natürlich an sich eine Schwächung der Zentralgewalt mit sich, läßt aber wiederum keine Disharmonie zwischen Regierung und Volk aufkommen, wie sie heute infolge eines überalterten Reichstags und eines nicht volkstümlichen Reichskanzlers an der Tagesordnung sind. Es ist eine recht gefährliche Politik, die Herr v. Bethmann durch seine Mißachtung des Reichstags und des deutschen Volkes überhaupt bei dem Marokkovertrag treibt, wo die Reichstagsncuwahlen kurz vor der Tür stehen. Er stellt damit die Verfassung des Deutschen Reiches in Frage und schädigt daS Ansehen des Kaisers in höchstem Maße. Er, der eigentlich nichts mehr zu verlieren hat, spielt eben va banque mit dem, was das deutsche Volk nod) an monarchischen und nationalen Imponderabilien besitzt. Erft wenn ihm der Tgg von Philippi am 12. Januar aufgeht, wird er ahnen, welches Urteil einst die Geschichte über iHn füllen wird. Die Wahlen in LIIatz-Lothringen. Straßburg, 29. Okt. Die Parteizusanimensetzung in der heute erstmalig gewählten Zweiten Kammer von Elsaß-Lothringeu wird sich folgendermaßen gestalten: 24 Zentrum, 9 Liberale-Temokraten, 11 Sozialdemokraten, 10 Lothringer Block, 6 Unabhängige und zwar vier liberale Unabhängige und zwei zentrumsgesinnte Unabhängige. Das ist also etiua daS vorausgesagte Ergebnis. Die Klerikalen verfügen über 26 Mandate, die Linke einschließlich der Sozialdemokraten, über 24. Der Lothringer Block ist die ausschlaggebende Gruppe. Tie Nack)wahlen ergaben, wie aus den Meldungen zu entnehmen ist, vor allem die Vervollständigung der Niederlage des Nationalbundes. P r e i s - Eolmar ist seinem sozialistischen, Blumenthal* Eolmar dem demokratischen Gegner unterlegen. Ebenso ist in B i s ch w e i l e r der nationalistisch gesinnte Abb6 E l a d dem Bürgermeister A tz e l von Sescnheim, dem agrarischen Kandidaten des Blocks der Linken, unterlegen. Unterlegen ist ferner der Nationalist utü> Führer des elsaß-lothringischen Zentrums Langel in Schimeck dem sozialistischen Gegner Hegsch. Auck) ocr Generalsekretär des Nationalbundes, Rechtsanwalt Helmer in Markirch, ist hinter dem Block- Sozialisten Metz er zurückgeblieben. In Strafe- b u r q sind, gemäß dem Block-Abrommen, die Führer der Liberalen, Rechtsanwalt Burger und Gg. Wolf, sowie die Sozialisten Imbs und Wolfer gewählt worden, im Landkreis Strafeburg Fix und Fischer. Vorn elsaß-lothringischen Zentrum in Mülhausen Stadl 3 der Liberale Drumm, in Mülhausen-Land der Block- Sozialist Martin gegen den RcichstagSabgeordnetcu Tr. .Spahn jun. (Zentrums, in Huningen und Habshcim die Zentrumslcute Tr. Brom und B r o g l i e. In Ält- kirch-Dammerkirch ist der bisherige Abgeordnete Tr. i cf- tin (Zentr.) gewählt worden. In Zabcrn Bürgermeister Knöpf sler (Zentr.), kn Gebweiler der unabhängige Fabrikbesitzer Schlumberger gegen den Sozialisten W i x k y. Der italienisch-türkische Krieg. Die letzten Gefechte zwischen den Italienern und den Türken in Tripolis müssen außerordentlich blutig gewesen sein. In einer neuen amtlick-en italienischen Meldung heißt es, die Verteidigungslinie der Italiener hätte wegen der Ausdünstung der Leichen zurückverlegt werden müssen. Wahrscheinlicher ist, daß sick) die Italiener vor der seind- lichen Truppenmacht haben sichern wollen. Noch immer fehlt die genaue Angabe der italienischen Berlustziffer, und das gibt nach wie vor sehr zu denken. Tripolis, 28. Oft. lAgenzia Slefani.) Von den während des gestrigen Kampfes gefangen genommenen Türken u nb Arabern erfuhren die Italiener einiges über die Zahl und Art der am Kampfe beteiligten feindlichen Kräfte. Ter Kampf konzentrkerte sich hauptsächlich auf das Zentrum und den linken Flügel der italienischen Kampflinie. Von den Gefangenen erfuhr man, daß dem linken Flügel nicht weniger als 4 5 00 Türken und Araber gegenüberstanden, dem Zentrum die gleiche oder nod) höhere Truppenmacht, dem red)teil Flügel aoer weniger als die Hälfte. Tie Gesamtstärke kann man demnach mit zehn* bis zwölf tausend Mann veranschlagen, einsd)ließlick) der Kavallerie, Artillerie und Mitrailleufen. Die Verluste der Türken und Araber überschreiten weit die ersten Vermutungen. Sie müssen sick) nach übereinstimmenden Nachrichten auf 2000 Tote und b c i n a 1) c 4000 Verwundete belaufen. Eine Menge Leichen wurden im Stiche gelassen, besonders auf dem Zentrum und linken Flügel. Aus Rücksicht auf die Ausdünstungen der Leid) en und die Gefahr einer Verseuchung des Wassers iourbe die Verteidigungslinie geändert. Tie Berichte von Heldentaten sind sehr zahlreich. Tie Heeresleitung behält sich vor, später darüber zu berichten. Außer der grünen Prophetenfahne eroberte das 84. Infanterieregiment auch die rotseidene Fahne mit Halbmond und Stern und Koranversen auf weißem Feld. Tie Feinde, die die Kampflinie durchbrodien hatten, wurden umzingelt und beschossen; sie ergaben sich, nachdem sie über 50 Tote hatten. Von jetzt ab> kann das Oaseninnere als vollständig von den Arabern gesäubert gelten. Der italienische Seitenflügel ist gesichert. Tie Araberchess von Tripolis unter Führung Heftuna-Paschas erbaten Pardon. Trotzdem sie dem Oberst- (onimanbanten für bie öffentliche Sicherheit garantierten, ließ ber Kommandant den Wachtdienst in der Stadt uno der Umgebung verstärken. Bei Haussuchungen nad) Waffen wurde viel Tynamit aujgefunben, bie betreffenden Bühnenwirkung tut, sind Nebensächlichkeiten. Aber auch diese Bilder wirken zu skizzenhaft, als daß sie di: int Laufe des Abends immer drückender wirkende, bleierne Langeweile zu lösen vermöchten. So hatte auch die Aufführung, trotz sichtlicher Hingabe der einzelnen Hauptfpieler, einen harten Stand. Tie Ausnahme war kühl, dem nur vereinzelten Beifall, vor dem sich nicht einmal der Vorhang hob, gesellte sich freilich auch kein laut werdender Widerspruch. P. K. * — Die Eröffnung des neuen Kollegienhauses in Freiburg. Am Samstag vormittag 1210 Uhr fuhren vor dem neuen Gebäude der Freiburger Universität das Groß- Herzogs paar, sowie das Prinzenpaar Max von Baden nebst großem (Befolge vor. Auf die Ansprack^ des Prorektors der Freiburger Universität Geh. Hofrat Prof. Dr. Fabricius, der auf die Bedeutung des Tages himvies und gelobte, daß Die Alma Mater immerdar bereit sei, rinzutreten für Kaiser und Reich, für Fürst und Vaterland, antwortete der Großh.n:zog mit einer längeren Ansprache, in der er an den Tag der Grundsteinlegung des Gebäudes erinnerte, an dem sein Vater einst so denkwürdige Worte gesprock,en. In der hierauf folgenden Festsitzung in der Aula der neuen Universität überbrachte der Kultustniniiter Tr. Boehm die Glückwünsche der Regierung. Hieraus rer.as Hofrat Pro. Tr Fabricius eine Stiftungsurkunde über eine vom Großherzog Friedrich II. zur Förderung der Wissenschaft gestifteten „Großherzog-Friedrrch-P.reis", der alle zwei Fahre einem sich durch nnsfensckrastliche Leistungen auszeichnenden Privatdozenten, nichtetatsmäßigen, außerordentlichen ober Honorar- i'rofch'or der Universität Freiburg zur Fortsetzung seiner wissenschaftlichen Arbeiten erteilt werden soll. Ter in einem Geldbeträge von 1000 Mark bestehende Preis wird 1912 zum ersten Mal verteilt werden. Zum Schluß der Feier wurden twch einige Promotionen bekanntgegeben. U. a.jvurbe ernannt zum Ehrendoktor der Theologie Erzabt Schober von Beuron, zum Ehrendoktor der Jurisprudenz der Tirektor des Reicbsamrs oes Innern Easpar. '.taa) freut dtiDtudtAro i n •^eft, M» sich bis nach 2 Uhr ausdehnte, versammelten sich die Teilnehmer zum Festessen, an dem auch das Großherzogspaar und das Prinzenpaar Max von Baden teilnahmen. — Warn in 83 ö l f f l i n nach München geht. Aus Berlin wirb gemeldet: Wie der „Lokalanzeiger" berichtet, äußerte sich Professor Tr. Heinrich Woliiltn am Freitag in der ersten Stunde seines Kollegs über die Gründe, die ihn veranlaßten, einen Rus nach München anzunehmcn. Er octonte, daß die Erörterungen in der Presse, in denen behauptet wurde, er ginge nach München, tu eil ihm von Seiten der Behörden cntgeger.gcarbeitct werde, voiltonuucn unrichtig seien. Man sei ihm von Seiten des K u 11 u s - M i n i st e r i u m s sehr ent« gegen gekommen und habe ihn autqcfjrbert, seine Wunsche und Bedingungen, an die er sein Hierbleiben knüpfte, zu nennen und habe alles aufgeboten, ihn zu halten Tie Gninde, die für ihn maßgebend waren, den Ruf trotzdem anzunehmen, seien rein persönlicher Natur. Er sei Süddeutscher, und wenn ihn auch die Arbeit des Norddeutschen und feine feste Art zur Bc- löuntcrung hingerissen hätten, so ginge er doch lieber nach Süddeutschland, das ihm altvcnraut sei. Sein Lehrer Jakob B u r ck- harbt habe gesagt, mit vierzig Jahren müsse jeder wissen, wo er üerben wolle, und so fei es seine Absicht, in München nod) hoffentlich einige Jahrzehnte ton oer Lehrkanzel herab za verkünden, was er zu sagen habe, und dort die Arbeit seines Lebens zu beschließen. — Tiefer sie deutsche Hochschule für Frauen wurde am Samstag in Leipzig eingeweiht Tic bfijaftrige Frau Tr. Henriette Goldschmidt, bei das Zustand.komme.! der ersten Einrichtung dieser Art in Teutschland zu dank.ii ist, hielt die Begrüs ungsrebc Obcrbürgetmaib.r Sicflriit ? iy brachte die Glückwünsche der Stadt. Ter Rektor der Universität, Professor Lamprecht, trat für hie Notwendigkeit von Fraueii- schulen ein. Für das am 1. November beginnende 1. Semeilcr haben sich bereits über 100 Damen angemeldet. — Kurze Nachrichten aus Kun st und Wissen- Hf) a rt. Ter Psychologe Alfred B ine t ist, 54 Jahre alt, am Samstag m Paris gestorben. — Zur Feier des 25jährigen Stiftungsfestes der Berliner Termatologischen Gesellschaft sand abends im Langenbeckhauie unter dem Vor itz des Geheimrats Pros. Lesser eine Festsitzung statt, an der zahlreiche Termatologen des In- und Auslandes tcilnahmen. San;-» tätsrai Rosenthal hielt die Festrede über die Fortschritte ocr dermatologischen Wissenschaft. Tie Sitzung schloß mit einem Festmahl. — Tie Heidelberger Liszt-Feier schließt nach einer vorläufigen Feststellung mit einer Einnahm, von rund 23 000 Mk. und mit einer Ausgabe von nahezu 2li OUO ab, so daß der Garantiefonds nur einen geringen Fehldetrao zu decken hat. — Tie Buchausgabe des „Pfarrers von Kirchseld", b-r am vergangenen Freuag mit so großem Beifall hier auiqeführt wurde, liegt nun in 17. und 18. Auslage vor. Tas Bändchen, das bei 3. G. Eotta in Stuttgart erschienen ist, enthält a; , dem Text eine Vorrede Anzengrubers, sowie einen dramai:r - Bericht von Heinrich Laube. — Auf eine 25jährig' . gfc t als akademischer Lehrer kann am 30. d. M. ber iöotaimtr ßro Tenor an der Forsuckademie zu H a n n -M ü n d e n 2r Moritz Busgen zuruckblicken. Prof. Büsgen ist 1858 zu Weilburg a. d. Lahn geboren. ^tecriidxrnfig ue nächstjährige S MrMefißtt sW verhaftet worden. Man nahm einen türkischen Soldaten fest, der verdächtig erschien, im italienischen Lager Spionage getrieben zu haben. Der Verhaftete schwieg auf alle an ihn gerichteten Fragen. In der Stadt herrscht große Bewegung infolge des fortgesetzten Eintreffens von Gefangenen, die zum großen Teil nach den Inseln Tramiti und Ustica gebracht werden. Die Verwundeten werden nach dem Hospitatschiff „Regina Margherita" und nach kleineren Militärhospitälern gebracht. Die italienischen Soldaten sind nicht bloß mit der Bewachung der Oase und der Stadt, sowie mit der Verstärkung der neuen Verteidigungslinien, sondern; onch mit dem Transport der Verwundeten uud tausend anderen Arbeiten beschäftigt; sie begraben auch die von den Feinden in der Nähe der ualienischen Linie zurückgelassenen Leichname. Die italienischen Verluste stellen sich ebenfalls größer heraus als gestern gemeldet wurde, es ist aber unmöglich, die Gesamtzahl an zu geben, da die notwendigen Meldungen noch nicht eingelaufen sind. Am schwersten litten das 84. Infanterie-Regiment, von dem 70 Mann kampfunfähig gemacht wurden, und die Kavallerie aus Lodi, die 18 Mann verlor. Die Erkundungsflüge werden fortgesetzt. Viele Gefangene versichern, daß die Araber den Türken nicht freiwillig folgen, sondern nur, weil letztere ihre Familien als Geisel genommen haben. Trotzdem kann man nicht leugnen, daß die arabischen Massen auch von religiösem Fanatismus getrieben werden, der in geschickter Weise in ihnen angefacht worden ist. In Derna geht alles seinen ruhigen Gang. Die Ausschiffung der Truppen ist vollendet. Die in Malta verbreiteten Meldungen über Kämpfe bei Derna entbehren jeder Begründung. Auch Radiogramme aus Ben - GHasi melden, daß die Stadt und Umgebung ruhig sind. Aus Homs ist nichts! Bemerkenswertes zu berichten. Der Geist der Truppen ist gut, der Gesundheitszustand ausgezeichnet. * Die neueste Kriegslage. Tripolis, 29. Okt. (Agencia Stefani.) In der ver- gaugenen Nacht gegen -2 Uhr erfolgte auf die südliche Front der italienischen Stellungen ein neuer verhältnismäßig unbedeutender Angriff, der namentlich gegen den Brunnen Bumeliana gerichtet war, aber zurückgeschlagen wurde. Gegen 4 und 6 Uhr wurde der Angriff wiederholt und ebenfalls glänzend .abgewiesen. Sobald der Tag angebrochen war, stiegen Militärflieger zu E r tu n d igu n g s f l'ü g e n auf, big sich aber wegen des starken Windes nicht weiter als 10 oder 15 Kilometer ausdehnen konnten. Die Flieger berichteten, daß die Oase auf dem linken Flügel der Italiener noch von feindlichen Streitkräften besetzt sei, deren Stärke jedoch nicht abzuschätzen gewesen ist, da sie von Bäumen und Gebüsch verborgen waren. Ferner wurden einige Haufen bemerkt, die sich aus mehreren hundert Mann zu Fuß und Reitern zusammensetzten und zwischen der Oase und Aind Zara eine Beobachtungsstellung einnahmen. Von diesen Aufklärunosscharen sind, wie es scheint, die drei während der Nacht zurückgeschlagenen Angriffe ausgegan- aen. Im Süden bezw. Südwesten konnten beträchtliche feindliche Abteilungen wahrgenommen Werden. Es verlautet, der im Kampf am 26. Oktober gefallene feindliche Führer sei der Kommandant der türkischen Streitkräfte in Tripolis. Nach anderen Berichten soll' es der Chef seines Generalstabs sein. — Seit 26. Oktooer beobachten die Araber sowohl in der Stadt wie in der Umgebung eine entschieden unterwürfige Haltung. Dies ist ein Zeichen dafür, welche schwere Verluste sie erlitten. — Die Lage in Homs ist unverändert. Eine drahtlose Depesche aus Tobruk besagt, daß eine italienische Aufklärungsabteilung, die den Zustand b/r Telegraphew- leitung untersuchte, von 200 arabischen Reitern angegriffen wurde. Die dortige Garnison, verstärkt durch zwei Kompagnien von den'Schiffen „Etna" und „Piemonte", ging, vom Feuer des „Etna" unterstützt, gegen die Angreifer vor und warf sie mit Verlusten zurück. Die Italiener hatten zwei Leichtverwundete. Die Kosten des Krieges. Die „Tribuna" erklärt bezüglich der von italienischen Uttb ausländischen Blättern veröffentlichten Mitteilungen rü.6er die Kosten des tripolitanischen Feldzuges: Auf Grund der Erfahrungen in den früheren Feldzügen in Afrika seien die leitenden Kreise der Ansicht, daß die Kosten, auch wenn der Krieg sich noch einige Monate hinziehe, 100 Millionen Lire nicht überschreite. Der Staatsschatz befinde sich in ausgezeichneter Verfassung und könne oas für die außerordentlichen militärischen Ausgaben erforderliche jGeld ohne besondere Maßnahmen liefern. Ueberdies verfüge der Schatz noch über 225 Millionen Lire kurzftistiger Schatzanweisungen, da von den 300 Millionen, zu deren Ausgabe das Parlament alljährlich ermächtige, erst 75 ausgegeben seien; ferner ständen dem Schatze auch beträchtliche Summen zur Verfügung, die er in deutschen, französischen, »englischen, österreichischen und anderen Banken deponiert Habe. Schließlich seien in den Kaffen hundert Millionen Lire an Gold und 200 Millionen anderweitige Depositen. Der Dank des Königs. Rom, 28. Okt. Die Minister des Krieges und der Marine haben folgende Depesche an die in Tripolis zind Cyrenaika kämpfende Armee und Marine gerichtet^ Der König drückt den Land- und Seestreitkräften, die in Tripolis Und Cyrenaika gekämpft haben und noch kämpfen, seine Genugtuung und seine hohe Bewunderung für den Mut und die Kaltblütigkeit, von denen sie vnederholte Beweise ablegten, aus. Die Marine und die Armee, die in Zukunft immer verknüpft sind durch so heilige Bande, haben sich wiederum wohlverdient gemacht um König und Vaterland. Deutsches Reich. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt in ihrer Sonntagsnummer: Die Meldung eines hiesigen Blattes, daß zwischen dem Reichskanzler und dem Staatssekretär oes Auswärtigen einerseits und dem Staatssekretär des Reichskolonialamts andererseits ernste Differenzen wegen des Kongo-Abkommens beständen, die zu einem Rücktritt des letzteren sführen würden, entbehrt der Begründung. Der Bericht des Budgetausschusses des «Reichstags über die Besprechung der bergrecht- pichen Verhält nisse und der Diamantenfrage in Südwestafrika, verfaßt vom Abg. Dr. Goller, wissen hat. Kreis Lauterbach. auf der Spur. Kreis Friedberg. Auf dem Seigen- die Koffer erbrochen Dem Dieb ist man stimmte Uhr ist gestern eingetroffen. — Hof wurden galizischen Arbeitern und insgesamt 2b Mark gestohlen. Aus Stafct und Land. Gjeiren, 30. Oktober 1911. *• Tageskalender für Montag, den 30. Okt.: Stadt- Heater: 1. Gastspiel der DarmstädterHosoper: „Das Glöckchen ist im Reichstage zur Ausgabe gelangt. Der Ausschuß beantragt die Annahme folgender Entschließungen: 1. Der Reichstag spricht die Erwartung aus, das; gemäß den Erklärungen des Reichskolonialamts, mit denen sich der Rncksstag einverstanden erklärt, die Organisation der Lramanten- örderer 'in Südwestaftika und deren Anteilnahme an der 2,ra- mantenregie bald vollzogen werde; 2. der Reichstag nimmt von den Erklärungen des Rcichskolonialamts über den Bcrgprozctz vom 1. Februar 1908 Kenntnis und spricht die Erwartung aus, daß gemäß demselben bei Verleihung von Sonderberechtigungen verfahren werde. Horst-Frredberg an älterer und jüngeren tübttoaumcn eine prar- tische Unterweisung in Schnitt und Ausputz erteilen wird. = Wieseck, 27. Okt. Ju der heutigeu Gemeinde- ratssitzung erläuterte der Vorsitzende vorerst, daß,in dem Baderaum der neuen Schule sich die Tünche als nicht dauerhaft erwiesen und durch Platten ersetzt werden müsse. Nachdem diese sich öfters iviederholenden technischen Fehler vom Gemeinderat gerügt worden waren, wurde dem Mau- rermeifter Hch. Oßwald die Arbeit zum Preise von 6.80 M k. für den Quadratmeter übertragen. Die Stelle eines Heizers' der Zentralheizung in der neuen Schule soll bis zum 1. April 1912 vorläufig besetzt werden. Die Bekanntmachung zur Meldung für Interessenten soll' auf ortsübliche Weise geschehen. Die Sandgrube in der Haide, die von Gebr. Seip- Lollar für den Preis von 400 Mk. ersteigert war, sand kerne Genehmigung. Es wurde bestimmt, sie nicht unter 500 Mk. abzugeben. Zur Wahlkommission für die Landtagswahl wurde Heinrich Becker als Protokollführer und bte Ge- meinderatsmitqlieder Deibel, Oßwald, Luh, Weller, Wacker und Deibel alä Beisitzer ernannt. Der Gehalt der ^,n- dustrielehrerin Frl. Hansult wurde von 450 auf 600 Mk. erhöht. Nachdem noch verschiedene Gemeindeangelegenheiten, die der Verbesserung bedürfen, besprochen waren, wurde die Sitzung geschlossen. . Gr ü n b e r g, 29. Okt. Unter dem Vorsitze des Krers- schulinspektors Professor Dr. All-es to-urbe in ber Volksschule eine Lehrerkonferenz abgehalten. Seminardirektor i. P. Dr. Quentel hielt einen Vortrag und führte einige sehr schöne physikalische Apparate, Druck-, Saug- und Luftpumpen, vor. Lehrer Schmidt- Rüddingshausen bot zahlreiche wohlgelungene Versuche über Reibungselektrizität dar. Der Vorsitzende berichtete über den Lehrplan in der Fortbildungsschule und die geplante Einführung des Turn- und Zeichenunterrichts. Um den Zeichenunterricht werter zu heben, soll gelegentlich der Kreiskonferenz in Gießen eine Ausstellung von Schülerzeichnungen stattfinden. Die Versammlung beschließt, daß jeder Lehrer einen Vertrag für die Ki:eislehrerbibliothek zahl!. In nächster Zeit sollen größere Neuanschaffungen von Werken der neueren Literatur erfolgen. △ Röthges, 28. Okt. Unser Kriegerverern verlor dieser Tage zwei Mitglieder durch den Tod, darunter den Kriegsteilnehmer Christian Schmidt, der 1866 hessischer Pionier war. Kreis Büdingen. i Ortenberg, 28. Okt. In unserer Gegend sieht man ganze Scharen von geringen Leuten hinaus in die Eichenwalbung-en eilen, um die Eicheln als Futter für die Schweine zu sammeln. In den Eichenwäldern kann man zurzeit häufig beobachten, wie das Wild, besonders das Reh, die Eicheln als willkommenes Futter verzehrtj. i. O r t e n b e r g , 28. Okt. In B i n d s a ch s e n wurde dieser Tage durch den Genbarmeriewachtmeister B. zu Wenings ein etwa 24jähriger Zigeuner verhaftet. Es ist dies der schon seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgte „Usenborner Ernst", der mehrere Straftaten auf dem Ge- **DerVerbandDeutscherHandlungsgehilfen zu Leipzig hielt am Freitag einen öffentlichen Vortrag ab. Geschäftsführer Delling er aus Mannheim sprach über: „Sozialpolitische Streitfragen". Der Redner führte aus, daß viele Prinzipale zuviel Lehrlinge und solche mit ungenügender Schulbildung annehmen, die nach beendeter Lehrzeit ohne genügende Kenntnisse dem Berufe zugeführt würden. Die so ausgebildeten jungen Leute arbeiteten dann zu Schundlöhnen und drückten dadurch die Gehälter der anderen Handlungsgehilfen. Es müsse obligatorischer Fortbildungssckulunterricht mit Aufnahmeprüfung emgeführt werden, dann würden ungeeignete Elemente dem Kaufmannsstande serngehalten. Weiter beschäftigte sich ber Redner mit der Gehaltsfrage und tritt für Einführung von Mindestgehältern ein. Der Achtuhrladenschluß und die völlige Sonntagsruhe müsse reichsgesetzlich geregelt werden. Ferner sei die Beseitigung der Konkurrenzklausel erforderlich. Der Redner kam dann auf die Pensionsversicherung zu sprechen, die augenblicklich den Reichstag beschäftigt. Er hob hervor, daß sämtliche Parteien von der Notwendigkeit des Gesetzes überzeugt seien. Die Lebensversicherungsgesellschaften strengten sich jetzt an, noch möglichst viele Versicherungen abzuschließen. Dadurch würden gerade die besten Risiken der Pcnsionsversicherung entzogen. Der Gesetzentwurf müßte eine Bestimmung enthalten, daß die Versicherung, die seit Bekanntgabe des Entwurfes abgeschlossen worden sind, als ungültig erklärt würden. Er verlas eine Entschließung an den Reichstag, die einstimmig angenommen wurde. In der folgenden Aussprache wurde den Ausführungen des Redners zu- gefthnmt. Es wurde ferner gebeten, seine Stellungnahme zur Frauenfrage im Handelsgewerbe darzulegen. Herr Dellinger führte aus, daß die Frauenarbeit im Handelsgewerbe sich nicht oeseitigen lasse. Es müßten Schritte getan werden, um ber Frau den Eintritt in unseren Beruf zu erschweren. Deswegen forbere der Leipziger Verband obligatorischen Fortbildungsschulzwang mit Aufnahmeprüfung. Die Frau würde sich bann in vielen Fällen lieber anderen Berufen zu wenden. Ferner fordert der Verband, daß die Regierungen die veralteten Gesindeord- nungen, die teilweise noch das Züchtigungsrecht Anlassen, prüfen sollten. Es würden bann auch Mädchen ber gebildeten Stände sich dem Hausbeamtinnenberuf, ber ihrer Natur besser zusage, zuwenben und ber Llndrang nach anderen Berufen würde sich abschwächen. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen. Landkreis Gietzen. X Wieseck, 29. Okt. Der Oberhessische Obstbauoerein hat gestern im Kreise Gießen seine belehrende Tätigkeit, bestehend in Vorträgen mit ansckstreßeiwer Verlosung von Obstbäumen und Schriften über Obst- und Gartenbau mit Gartenbesichtigungen und Gemarkungsrundgängen, in unserer Gemarkung begonnen. In einer sehr gut besuchten Versammlung sprach Dr. Hoffmann-Friedberg über Beerenkulturen. Er ging davon aus, daß man in unserem Kreise auf diesem Gebiet noch sehr rückständig sei, obgleich man für diese Früchte in Gießen einen sehr guten Markt habe, auf dem für gute Früchte lohnende Preise bezahlt werden. Die Ausführungen des Redners fanden das Interesse der Dbftbauenben und Gartenbesitzer, so daß er nm Schlüsse seines Vortrages viele Fragen beantworten mußte. Heute fand eine Versammlung von Obstbauinteressenten in Rödgen statt, in der ebenfalls Dr. Hoffmann sprach. Am Montag wird noch eine Versammlung des Obstbauvereins in Leihgestern übgehalten, bei welcher Gelegenheit der Obstbautechniker Grafen- L. 5 r i e b b e r g, 28. Oft. Der sozialdemokratische Verein hat sich mit einer Eingabe an die Stadtoerordneten-Ver- sammlung gewandt, in Anbetracht der Teuerung Kartoffeln, Brot, Fische re. anzukaufen und sie an die ärmere Bevölkerung zum Einkaufspreise abzugeben. Die Versammlung beschloß, einen Versuch mit Kartoffeln zu machen. Gestern hat die Bürgermeisterei die minderbemittelten Bewohner auf* gefordert, das Quantum anzugeben, das sie abnehmen würben. Die Stadtverwaltung wird bann ersehen, ob für Friedberg ein Bedürfnis zum Ankauf vorliegt. — Gestern abend gegen 8 Uhr wurde ein fremder Mann auf einem Wagen ins hiesige Spital gebracht, der anscheinend einige Tage im Ockstädter Walde gelegen hatte. Der Mann war steif gefroren. m. Rieder-Mörlen, 29. Okt. Eine Bürgerne r s a m m l u n g beschäftigte sich mit der Frage der Errichtung eines Schwesternhauses. Hierfür ist das alte SchulhauS in Aussicht genommen, während die jetzt noch in ihm befindliche Schulklasse in dem neuen Schulhause untergebracht werden soll. Da die Versammlung auch von Gemeinderatsmitgliedern besucht war, ist anzunehmen, daß die Gemeindevertretung alsbald der Errichtung eines Schwesternhauses nähertritt, zumal wir keinen Arzt am Platze haben. h. Vilbel, 30. Okt. Die Obduktion der Leiche des Nachtwächters Mvxter hat keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, daß Moxters Tod auf ein Verbrechen zu- rückzuführen sei. Starkenburg und Rheinhessen. hc. Darmstadt, 29. Okt. Ein Verbandstag der Hessin schen Staatsbaubeamten fand gestern nachmittag in Frankfurt statt. Den Vorsitz führte Großh. Baurat Becker- Gießen. Die Verhandlungen, die vertraulicher Natur waren, drehten sich um verschiedene interne Angelegenheiten im staatlichen Bauwesen, namentlich wurde die infolge der Sparsamkeitsbestrebungen in der Kammer angeregte Neuorganisation eingehend ~ Hör genau, 27. Okt. Zu dem am Montag hier beginnenden Kursus der wandernden Kreishaushal- tungs-und Kochschule haben sich insgesamt 35 Schülerinnen von hier und einigen Nachbarorten gemeldet. Diese Zahl wurde ut keinem der vorausgegangenen Kurse erreicht und es ist überhaupt die höchste zulässige Zahl, die infolge der mir sechswöchentlichen Dauer der Kurse ausgebildet Inerden kann. Mr die Gemeinde Engelrod wird voraussichtlich ein besonderer Kursus abgehalten, da sich an dem jetzt beginnenden Kursus keine Schülerinnen aus diesem Ort mehr beteiligen können. Kreis Schotten. i. Gedern, 28. Okt. In einigen umliegenden Orten herrscht schon seit längerer Zeit unter den Kindern der Keuchhusten. Besonders ernstlich tritt diese Krankheit in Ober-Seemen, Steinberg und Merkeiffritz auf. In den beiden zuletzt genannten Orten sind der Seuche bereits je ein Kind erlegen. r. Ulrichstein, 28. Okt. Die für den Kirchturm be- des Eremiten." Anfang 7 Uhr. ** Die Zweistirnrnen-Wähler bei der Landtagswahl machen wir daraus aufmerksam, daß sie, um den Wahlakt nicht unnötig aufzuhalten, im Wahllokal sich 2 Umschläge ausständigen lassen müssen intb in jeden Umschlag einen Zettel zu Nrn haben. Zwei Stimmzettel in einem Umschläge mit demselben Namen -zählen nur für eine Stimme. Wenn aber zwei Strmm- zettel mit verschiedenen Namen in einem Umschläge abgegeben] werden, sind selbstverständlich beide Zettel ungültig. •• Lehrerpersonalren. liebertragen würbe bem Lehrer Joh. Alt in GraS-Ellenbach eine Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Eichelsachsen; dem Lehrer Otto Weber zu Steinberg eine Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Glashütten; bem Schnlamtsaspiranten Karl Volp au§ Linbenstruth eine Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Lollar. •* Der erl'te anhaltende Frost ist heute nacht eingetreten. Er führte zu einem vermehrten Blätterfall, so baß die bunte Färbung unserer Wälder nicht mehr lange anhalten dürfte. ** Obligatorische Turnstunde in der Fortbildungsschule. Die Schulabteilung des hessischen Ministeriums hat an die Leiter der Fortbildungsschulen im Lande eine Umfrage gerichtet, wie diese sich zur Einführung des obligatorischen Turnunterrichts stellen. In den größeren Städten sollen die Schul- Ieiter meistens der Ansicht sein, daß die besteheirden Turnvereine vollauf das ihrige tun, um die schulentlassenen jungen Lewe tm Turnen auszubilden und daß die Einführung einer Turnstunde, wenn dies auf Kosten eines anderen Lehrfaches in der Fortbildungsschule geschehen sollte, nicht vorteilhaft sei. Zluslnn-. Im österreichischen Abgeordnetenhause wurde die erste Lesung des Budgets fortgesetzt. Der Finanzmrniiler wandte ich gegen die pessimisiische Auffassung der Finanzlage. Wenn das Haus mit der Regierung zusammenarbeiten und sich werter reformierend mit dem Budget beschäftigen würde, würden dre Besorgnisse um die Kursverluste sich als grundlos erwenen. Hummer (Deutsch-Radikal) und Freißler (Deutsche Arbeitspartei) sprachen sich für die Mitarbeit der Tschechen bei den Aufgaben des Parlaments aus, ohne daß rh ien y'. er für ein Kaufpreis bezahlt toeib , oder die Remyer. oec Verwaltung dabei leide. S e d l a k (Tscl^che) erklärte, man möge es einmal auf hie Mitarbeit der Tschechen ankommen lassen, dann werde man sich übcr’cugen, daß sie nicht darnach tracht n, die st. en 'wen ,u verspeisen. Dann könnte es auch c,einigen, zu einer V r- tändigung zu kommen. Die nächste Sitzung findet am 6. November statt. ___________ Heer riird Flotte. Berlin, 28. Oki. Das „Armeeverordnungsblatt" meldet, daß nächstes Jahr die Manöver des dritten, vierten, zwölften und neunzehnten Armeekorps vor dem Kaiser statt- inden. _________________________ Überall erhältlich. I Auergesellschaft L Berlin 0.17 . l&S I HF-Ah IZ-kS- ■ ganuai In, Mainz, lä meder * I’ 20 Mark; der Ä 20 Mark mit D als er seine ■liegen N>W « S Mark zu b -^MenZlgarr ö Marl nach den k daß der „W D:Itbe in Hagen.er Mende, der mit surfte, nannte sich, ä 30-32 Jahre al taktlos, tränt, gra - 2er Mhuge < längere Zeit im D M Mark Erspar fci eine Gesellschafl Stu sie ihn betrun Äi Sonntag mvra .stunden, sein gesi inn Rock, Hut und rm. Heppenh^ Ihkineinnütziger I üdt heute hier untn ILltzschcl seine diesjc ILnitö gut besucht Wichen Ministerium I rgierungsrat v. H ■o|lmei|ter Wiege ffttnaN-Bensheii Sßillwnen Wt. Stgicriingfrat Dr. r; st, Entgegenkommen Men, tonne einzeln '1 bereit. Seh . -Heber. De fta die Steinpelfrag R über die einschrä ' der Reich , empsiehlt bi ' ’ wirb ber: Ter Aoranschla vom 2. Nove, M Einsicht Sumba, den 28 Troßk Kr'Ä E'vgen, 30. । Nii, schulte <2 m durgermeisterej- Holzheim, 30. j- Troßh. Ä 2k Un8cr bester Glühkörper ■ ■ ME M M ist nur echt in Originalpackung mil Aufschrift „Degea D'0»'*n*6 Veilchen- öddperle Konetgewerbehaus Jol. Bach, Giessen Seitenweg Ptedutr. Kunat-Porzdlane Kgl. Nympfenburg Meiseen u. Kopenhagen diveroe deutsche Fabrikate Klavier- Stimmen Reparieren Z Polieren In tadelloser Atnftihmng. Wilh. Rndolph Großh. Hess. Hoflieferant Pianobandlg.u. Reparaturwerks t&tte. Selters weg 91. Fernipr. 389 den Kantonen egeroerein ottlor Tod, barunter brn t, der 1866 hessischer Basel, Bern, Neuenburg und Genf. Tie '.H Dohmon in China. uferet Gegend sieht Uten hinaus in die Eicheln als Futter Eichenwäldern kann umliegenden Otter r den .Andern der ritt diese KankM ensritz auf. 9n k der Seuche bcrrH- Amllicher Wetterbericht. ®etterausrid)ten in Liessen am Tienötag, Den 31. Oktober 1911; Wechselnd bewölkt, vereinzelte Niederschläge, etwas wärmer, Auf- hören der Nackckröfte Kreis Wetzlar. A Slrofborf, 29. Lkt. RietSarjt Dr. Braun nuS Wetzlar untersuchte sämtliche Schüler von Krofdorf-Gleiberg auf ihren Gesund hei IS zustan d. Besonders wurde den Kindern die Zahnpflege an das Herz gelegt. Hessen-Nassau. F. C. Biebenkopf, 29. Lkt. Jin Kreise Biedenkopf hat d,e Maul- und Klauenseuche sich auf das Tors Königsberg ouSgebreitet, wo ein Gehöft verseucht ift; m Naunheim sind 33 Gehöfte und in Waldgirmes ift ein Gehöft von der Seuche befallen. Gaumte Wtit» » ,ett •«ÄtUk Lunche evt ^^ifihen lvurdt btt n * S!e °°* lu^btuer’ ^hiiachunn 'Übliche - von Gebe pt unter 50T) F bie Landtags >rer und biTS Weller, 4o°, auf 600 M emeinbeangelea^, besprochen^ Ersitze des Aei-. ' 'lNderVolksschuk . ^minardireklin r führte einig, Alua. und Lust, Ahausen bot lahU . mgseleklriMt büi ,y" o E. Robert Böhme, Dresden. kirchliche Nachrichten. tiatho...» r viemcinbc. •ettftbitnlL Dienstag, den 31. C flober 1911: Naclmntlags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: rs>elegeuhelt zur heil, ibeid.i. Mittwoch, den 1. November. H-eR AklerheUisteu. Vormittags von 6'/. Ubr an: 6ielegent>eit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Tre erste heil. Meile. , um 8 Uhr : Austeilung der bL Komnumion. , um 9 Ubr: Hochamt mit Predigt. , um 11 Uhr: Heil. Tlefic mit Predigt. Militärgotterdien'l. Nachmittags um 5'/, Uhr: No enkianz-^lndacht mit Legen. , um 6 Uhr ift ihebtat, darauf Andacht für die Ad» Adgeilorienen. , um 5 und 8 Ubr ift Beicht gelegen beit. 4OOOOO Marl erschwindelt. Degen eigenartiger Betrügereien wurde der 34 jährige B o - gcnidirciber bei dem Berliner Gericht £» a n ö Möl - l e r verhaftet, her unter dem Namen Dr. Mcrtini, unter bau Titel eines Gerichlsassessors, Stabsarztes oder früheren Charite arzteS Zutritt zu allen Gesellschaftskreisen gefunden bitte. Ucberall tand er leidTtgläubigc für da.' Märchen, er erhalte von eurem befreundeten Gchcimrat im Patentamt Prospekte zu Patentanmel düngen, die er als patenttechnisch ausgebildeter Mann für grobe Firmen onrcharbeitete. Itiir ihn selbst komme hierbei der höchste (^civinit heraus, aber and) jeder andere, der ihm mit Kapital bii« springe, könne auf eine Verzinsung von 1OO b i s 300 Prozent rechnen. So ergaunerte Möller in Jahresfrist Über 400000 Ml. Bei seiner Verhaftung sand man bei ihm 107 000 Mark Papiergeld Bei einer Grossbank wurde ein Guthaben von 20 000 Mk. beschlagnahmt, bei seiner Braut 15 000 Mk. Kostbarkeiten. vermischter. * Großes Eisenbahnunglück in Nord-Amerika. Aus Neuyork wird gemeldet: Infolge falscher Weichenstellung fuhr auf der Union-Paetfie-Bahn ein Ex- preßzug auf einen leeren Frach zug Die Wirkung de> Zusammenstoßes war furchtbar. Dte beihen Züge sind volluändig ineinander gefahren. 20 Personen wurden getötet, 30 verwundet. Kleine Tayorchronik. In Weinheim (Bergstraße) tritt der seitherige Bürgermeister zum 1. Februar 1912 nach 27jahrigec sehr erfolgreicher Tätigkeit im Alter von 72 Jahren in den Diuh stand Tie Bürgermeisterstelle, die icith’.'t mit 8000 Mark Jahresgehalt bedacht war, ist nun .ausgeschrieben worden. Die Einweihung des neuen Berliner Stadthauses hat am Sonntag in feierlicher Weise stattgefunden. Als Vertreter der Stacf sregierung waren die Minister v. Dallwitz, und als Vertreter des Reichskanzlers Unlerstaatssekretar v. Eisen- hart-Rothe erschienen. In Hamburg herrschte am Samstag von ungefähr 10 Uhr vormittags bei Nebel unb Regen eine derartige F i n ft e r n t s, daß überall die Beleuchtung in Tätigkeit war. Die Finsternis verdichtete sich im Laufe des Vormittags derart, daß einzelne Schulen geschlossen werden mußten. In Salle a. d. Süale ist nach Unterschlagung von 70 000 Mk. der 25jährige Kassierer Lehmann flüchtig gegangen. In «rafau wurde der seit langem gesuchte Mäd- chenhändlerLazarewiczmitdreiseiner Agenten verhaftet. Es wurden bei ihm 30000 Kronen vorgefunden Ter Präsident des Moskauer deutschen Klubs, Dr. Bitte, und drei Verwaltungsmitglieder wurden unter der Anklage der Unterschlagung von 45 000 Rubel verhaftet. Bitte und ein Verwoltungsmitglied wurden gegen Kaution freigelassen. Ter Abt des griechischen Klosters Prodrom os wurde in der Nähe von Serres ermordet an einem Baume hängend aufgefunden. Der Täter ist unbekannt. ?n der japanischen Provinz Nagano ist eine eigen- ge, ansteckende Krankheit ausgebrochen, der kräftige Leute sofort erliegen. In vier Tagen kamen fünfzehn Todesfälle vor. ktctztc richten. Der italicnisch-türtischc Krieg. Konstantinopel, 29. Cft. Der Minister des Aenßern erhielt eine Teppiche des türkischen Konsul- in Malta, nach welcher der seit Tagen erwartete allgemeine Angriff der türfifrtKit Truppen gegen die itaheniidicn Positionen aus Tiipvns erfolgt ist Der Kampf sei für die Truppei' siegreich gewesen Die TeucidK gibt keine Details über die beiderseitigen Verluste. Cs lwndelt «ich zweifellos uni den von den heutigen Morgenblättern gemeldeten Kampf. Konstantinopel, 30. Okt. „Sabah" veröffentlicht eine Depesche aus Tripolis van gestern, nach wcldxr die italienische Division von den Türken angegriffen wurde. Als diese durch Freiwillige verstärkt, kräftig oorgmgen, hätten die Italiener aus Furcht, ihre Rü ck z u g s l i n ie n könnten abgejchni11en werden, si ch in Unordnung in bie Stadt zurückgezogen Tie Meldung beziffert die Verluste der Italiener auf 300 Tote, darunter einige Offiziere und 700 Verwundete, irinigc italienische Verschanzungen sollen in die Laude der Türken gefallen sein. — Der „Tanin" meldet: Die Türken halten! drei italienische Maschinengewehre erbeutet. Die Bevölkerung in der Stadt wende sich gegen die Italiener, bereit Lage dadurch erschwert werde. Seltsame Zustande im französischen Heere. Paris, 30. Ott. Der „Gaulois" bespricht die Nachricht der France militaire, daß im Juli, als die Gefahr einer kriegerischen Verwickelung infolge der Marorloangelcgeithett besondere nahe lag, 6 7 5 Soldaten desertiert seien und 1131 Reservisten s i ch der Dienstpflicht entzogen hätten. DaS Blatt fuhrt diese ungewöhnlich hohen Zahlen auf dieantimilitaristische Propaganda zurück Die Wahlen zum Schw izenichen Nationalrat. Bern, 29. Okt. Die Wahlen zum Nationalrat sanden in der Schweiz ohne Zwischenfall statt. Ter neue Rat dürste dem alten gegenüber keine wesentlichen Veränderungen ausweiscn. Gewählt wurden im ersten Wahlgange 35 Katholisck)-Konservative, 10 Sozialisten, 10 Mitglieder des liberal protestantischen Zen- rums, 7 Angehörige der sozialistischen Gruppe, 107 Mitglieder der radikalen Regierungspartei, im ganzen also 169 von 189 Abgeordneten. 20 Stichwahlen müssen stattfinden, namentlich in P ekiny, 29. Okt. Aus $> anIa u wird vom 28. Oktober gemeldet: Die Aufständischen stellten In der Nacht unterhalb Wutschang eine Batterie auf und besckwftcn bei Tagesanbruch die vor der Stadt ankernden Kanonenboote, die das Feuer nur langsam und unregelmäßig erwiderten. Aus Sinyangchan sind Briefe vom *25. Oki ober eingetrofsen, in denen es heißt, daß General Bintschang feinen Son Verzug, beffen Maschine nach Norden gerichtet ift^unb sich beständig unter Dampf befindet, nicht verläßt. Die Soldaten in Taiyuansu haben gemeutert. Die Stadt Tschengtu ist ziemlich ruhig, aber in der Umgebung greift das Räudenvesen immer mehr um sich. In Sinvangchan unb Skirrnisching werden täglich zahlreiche kaiserliche Soldaten getötet. os Wild, besonder? ied Futter verzehrt I 6ofinmfi*er'Wi e gandt-Heppenheim und Bürgermeister Dr. ijtmeqter B. «fr 1 Q.rcnull Pensheim. Nach «vcftuellung der Anivesenl-ertsltstv Hier berljQltet IS | gdb B.'isif->ude den Geschäftsbericht. Aus ihm ist hervor- :etfbriefhd) Verfolgs I iUbebcn, daß das lebte Geschäftsiahr bie früheren normalen 93er- Iftaten aus dem Qk» I hältnisse nid t wieder ergeben bat, baß aber im laufenden Jahre ein erfreuliches Ginseßen der Bautätigkeit festzustellen war. Der Redner hält es für sehr wünsckxmswert, wenn bie Arbeiter, in deren Interesse die Haupttätigleit der Bauvereine sich bewege, sich selbst mehr beteiligten. Tic Reserven des Verbandes haben im lebten Jahre um 30 000 Mk. zu genommen und betrage» 110 000 Mk. Das 6ft-fckwftskapital bat die Höhe von fünfviertel Millionen erreidu, davon sind 1 150 000 Mk. eingezahlt. Bisher tmrbrn 702 Häuser mit 1500 Wohnungen zum Betrage von 7' , Millionen Mark erbaut. Besonderer Dank wird dem Geh. NegiemngSrat Dr. Dieb von der Landes Versicherungsanstalt für inn Entgegenkommen in Geldfragen. ausgesprock>en. Auch andere -assen, sowie einzelne Arbeitgeber leien jetzt leichter zur Geld- »ergabc berät. Sehr wünschenswert sei die bessere Mitarbeit her Arbeitgeber. Der Redner macht bann noch Erläuterungen iber die stempel frage, über bie Nachteile der Wertzuwachssteuer unb über die einschränkenden Bestimmungen wegen der Anlegung der Gelder der Reichsverficherungsinstitute. Geh. Regierungsrat Dr. Tie'crr, mit einer Aktenmappe unter dem Arm, kam in verschiedeiie diflonenlüben unb suchte sich Zigarren aus, von denen er ein »i sich en bestellte Er bat, die Zigarren am-Nachmittag uvischeu 4 und 5 Uhr in seine Wohnung zu schicken und Den Betrag zu erheben. Er behauptete, Assessor zu fein enb gerade aus einer Gerichtssitzung zu Tommen Nach seiner Visitenkarte hieß er Dr. Fritz Schotten, er wollte nif her ttaisersttaße bei einem Arzt, der sein Schwager sei, wohnen Ter „Assessor" empfahl sich, kam aber als- -»alb tuicber eiligst zurück und erklärte, er habe etwas mit nach .Hause zu nehmen, und bat um ein Darlehen •jon 20 Mark: bei dem Empfang der Zigarren werde er bie 20 Mark mit Dank rurückcrstatten. In vier Gescksäften gingen die Inhaber auf den Handel nicht ein, auch dann iridit als er seine wertlose Taschenuhr zürn Pfand anbot, dagegen wußte er eine Zigarrenhändlerin zu der Hergabc von 20 Mark zu bewegen. Als am Nachmittag die Frau das Uiftchen Zigarren und die Rechnung Über die geliehenen 20 Mark nach dem bezeichneten Haufe sendete, zeigte es sich, daß der „Assessor" nicht existierte. Vor einigen Tagen wurde in Hagen ein ähnlicher Schwindel verübt. Der Betreffende, der mit dem hiesigen Schwindler identisch sein Durfte, nannte sich dort Baron Egon von Fürstenberg. Er ist 30—32 Jnhre alt, etroa 1,75 M.ter groß, breitschulterig, bartlos, trägt grauen Ueberzieher, weichen grauen Hut. — Der 36jährige Taglöhner Hch. Müller aus Sieg, der längere Zeit im Arbeitshaus zu geb rächt und am Samstag mit 18 Mark Ersparnissen entlassen wurde, geriet am Abend in eine Gesellschaft von Herbergsbrüdern, die ihn, nachdem sie ihn betrunken gemacht, vollständig ausplünderten. Um Sonntag morgen wurde Müller auf der Straße auf- ßcsunden, sein gesamtes Geld war fort, außerdem fehlte fein Rock, Hut und Stiefel. rm. Heppenheim a. B., 29. Okt. Der Verband der (4em einnüyigen Bauve reine im Großherzogtum Hessen hielt beule hier unter dem Vorsitz des Landeswohnungsinspektors riret>fd)Ct seine diesjährige Tagung ab, bie aus allen Teilen des feanbe-5 gut befud)t war. Ansprachen hielten im Namen des ^fischen Ministeriums Regierungsrat Pfeiffer, für denKreiS Daierungsrat v. Hahn, Bürgermeister Kohl- Heppenheim, Sie laufen Gefahr ein minderwertige- Veilchenselfenpukber zu erhalten, wenn Sie beim Einkauf nicht ausdrücklich Dr Centner’s Veilchen8eiTenpulvernColdperle“ (Schutzmarke Kaminfeger) verlangen. Jede- Paket e enthält ein hübsche-, praktisches Geschenk, e M.füriL: Carl Gentner, ikl trat. Göppingen. 6663 Schultheiß. 6669 6668 1912 Rj. d. I. auf 1912 Rj. d. I. auf den Kirchturm bt- Auf dem Seigen« die Koffer erbrochen Dem Dieb ist man Bekanntmachung. Dec Voranschlag der Gemeinde Villmgen für liegt vom 3. November bis einschl. 10. November dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht offen. Villmgen, 30. Oktober 1911. Großh. Bürgermeisterei Villingen. Rühl. Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Holzheim für liegt vom 3. November bis einschl. 10. November dem Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht offen. Holzheim, 30. Oktober 1911. Großh. Bürgermeisterei Holzheim. Klotz. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lumda für 1912 Rj. liegt vom 2. November d. I. ab acht Tage auf unserem Bureau zur Einsicht der Beteiligten offen. Lumda, den 28. Oktober 1911. Großh. Bürgermeisterei Lumda. = Aquarium Wallthor*tra*se 5 Wallthorfitraeec 5. Iptjial-Allsschmik dtk Löwknbrauerei Dortmund. Mittagstisch in uni) nußtr Absnncmcnt. g — ' Reichhaltige Abendkarte. - ialbemofcÄ®?” ! StabtoerotSnettn.SJ« | , leuetuni •*” I s rie an die to® > en. titelten . rtt abnfll"""1* ob fit 3n,ib'' Seilern abenb 9-«" ... Ein- ein»; ~ bet Erricht Hauses nahe-tt'"' her MM kvaHtliilher Kirlhellgesangverein. Rur Verstärkung der Männerstimmen, besonders des Tenors, kst ber (Eintritt stimmbegabter Herren dringend notivendig. ES erlebt daher an solche — unter anderen an ehemalige (sbondiulcr — die herzliche Sitte, sich dazu bei dem Unterzeichneten anmelden zu wollen. Tic Proben hüben jeden Dienstag von 8 Ubr an im ßohanneSsaalc statt. Auch für die Frauenstimmen sind noch ewige musikalisch geschulte Stimmen sehr erwünscht. v“/16 __Der Pornvendc: D. Schlaffer._____ zurlfchnttlich - politischcr Silöungs - Stttin. Die Mitglieder werden gebeten, an den Politischen Ausluldnngs - Kursen ! iri Gießen (4., 5. und 11., 12 November) recht zahlreich teil- ,2inehmen. — Anmeldungen bet Geheimrat Ster mann oder "Uroicnor 11 r st a i) t.___10 Rudolf Mone, Düsseldorf. B80/« Heute Ochscnfleitech 65 Pfg. 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Sie erhebt also mit Fug und Recht Anspruch auf die Vertretung Gießens m der^hessischen Kammer Aber nicht nur aus Grund der Zahlen. Die Partei darf von sich auch behaupten, daß sie während des letzten Landtages den Kampf sur Gerechtigkeit und VolksfreiheZt wacker gekämpft hat, und sie ist dabei von der „auchliberalen" Bruderpartei fast in allen Fragen im Stich gelassen worden, wo es galt, die Volkskammer gegen erhöhte Machtansprüche der Herrenkammer zu verteidigen, wo es galt, die Uebergrifse des Ültramontanismus abzuwehren, wo es galt, das städte- und kulturfeindliche antisemitiiche Agrariertum zu bekämpfen. . , In dieser Tatsache, daß die Nationalliberalen im Kampf gegen rechts versagt haben, liegt der tiefe Grund dafür, daß es zu einer Verständigung zwischen bett beiden Parteien nicht gekommen ist, und nicht in persönlichen Zänkereien oder in unserer Haltung zu der Sozialdemokratie. Wir erklären wiederholt, daß wir ein Bündnis mit der Sozialdemokratie nicht eiugegangen sind, und wir weisen darauf hin, daß keine Partei so schneidig wie wir den großen Prinztpienkampf mit der Sozialdemokratie geführt hat und führt. Aber wir halten es für unwürdig einer liberalen Partei den Gegner mit Ausnahmegesetzen zu bekämpfen und teilen mit den Nationalliberalen anderer deutscher Bundesstaaten die Ueberzeugung, daß eine Gesundung unserer politischen Verhältnisse nur eintreten wird, wenn es gelingt, die Sozialdemokratie zur positiven Mitarbeit heranzuziehen oder dabei sestzuhalten. . Wir brauchen im Landtag aufrichtige tapfere Männer, die nichts für sich begehren, deren Herz dem Volk gehört. Solche Manner gibt es in ledem Beruf und in jedem Stande, und wir wissen, daß auch die Gewerbetreibenden Güßens es verurteilen, wenn man, dem Vorbilee der Agrarier folgend, die einzelnen Berussklassen gegeneinander ausspielt. Hat doch selbst der Ortsgewerbeverein sich unlängst einen Oberlehrer zum Vorsitzenden gewühlt und ist es doch allen politisch Interessierten bekannt, daß wir keine Ständewahl, sondern eine Staatsbürgerwahl vorzunehmen haben. Es handelt sich nicht um diePersonen, nicht um eine „Kandidatur Urstadt" oder eine „Kandidatur Klingspor", sondern um eine Entscheidung über die politische Gesamtauffassung, die auf der einen Seite von Männern wie Gutfleisch und Korell, auf der anderen Seite von solchen wie Osann und v. Hehl vertreten wird. Wir glauben gern, daß auch der Kandidat der hiesigen Nationalliberalen den ernsten Willen hat, in liberalem Sinne zu wirken, und seiner Partei wieder liberalen Geist einzuhauchen; aber was dem Abg. Pagenstecher mißlungen ist, ivird auch ihm kaum gelingen. Auch er wird es nicht vermeiden können, wieder zurückzutreten oder auch in Fällen mit seiner Partei zu stimmen, wo es seiner Parteileitung nützlich erscheint, den antisemitischen Bauernbündlern einen Gefallen zu tun, deren Hilfe man, ach, so nötig hat, oder den Bundesgenossen des Herrn Dr. Becker, der mit Zentrumshilfe als hessischer Natioualliberaler in den nächsten Reichstag wieder eiuzuüehen hofft. Dann heben sich die beiden Gießener Stimmen einfach auf, und es ist, als wären mir nicht vertreten. Darum betrachten Sie die Taten der Nationallibeialen im letzten Landtag ganz unbefangen, überlegen Sie die Wichtigkeit der Aufgaben des nächsten Landtages und dann gehen Sie hin und Helsen Sie, daß unsere liebe Vaterstadt den Ruhm bewahrt, daß in ihren Mauern eine gut fortschrittliche, freigesinnit Bürgerschaft wohnt. Wählen Sie den Kandidaten der fortschrittlichen Volkspartei, den Stadtverordneten [a’°Ao Hm« Df. Ato WM in GW Der Verein der fortschrittlichen Volkspartei. RandfagswühL Landtagswahl ttifl. Wählnnnilq Kotau Weltstädtisches Variete Dir.: K. Ohm. 09059 MIlc. Ma m£Srm Farm lgrohartiger Auöstattungsakl) der einzig dastehende ^avero, Gedankenleser, Donnerstag, 2 November, abds. S'/2lll)v, in Steins Garten. Redner: 1. Reichstagsabgeordneter Kopsch-Berlin. 2. Dr. Strecker-Bad-Nauheim. 3. Stadtverordneter Prof. Urstadt. Freie Aussprache. a80/10 Jedermann willkommen. Der Vorstand des Vereins der fortschrittliche« Vollspartti. Biograph Plockstraße 12 Plockstraße 12 09045 Verirrte Seelen Nachbar ml Nachbarin Armer freund komische Sperre niw. usw. eine reizende Komödie, gespielt von Herrn Max Linder. großes Sensationsdrama in 3 Akten. — Borführuugsdauer über 1 Stunde. Ans htm übrigen vorzüglichen Programm heben mir hcrnor: Dienstag, 31. Oktober, abend 8 Uhr in» Saale des Herrn Ziegler Redner: 1. Der Kandidat der nationalliberalen Partei FW A. XHngspor 2. Professor Lnley. w Religionswissenschafti. Vorträge Neue Aula der Universität. Mittwoch, den 1. November, abends 81!, Uhr: Professor Baidensperger: War Jesus ein© geschichtliche Persönlichkeit ? Mittwoch, den 15. November, abends 8V< Uhr: Professor Krüger: Das kirchliche Bekenntnis im Lichte der Geschichte. Mittwoch, den 22. November, abends 81/, Uhr: Professor Eck: Die Persönlichkeit Gottes. Mittwoch, den 29. November, abends 8l/t Uhr: Professor Schian: Modernes Christentum u. geschichtliche Ueberlieferung. Eintrittskarten zu 75 Pfg. für den einzelnen Vortrag, zu 50 Pfennigen nur für die Galerie in der J. Kicker’scnen Buchhandlung. Der Reinertrag ist zu gleichen Teilen für das Evangelische Schwesternhaus in Giessen und den Hessischen Diakonieverein bestimmt. DH/IO Aachener Lanibertz-Printen Frisch eingetroffen: Nürnberger ßaeberleill-Lebknchen L. Weihl, Schokoladen-Hans :: Mäusburg 16. Mitglied der Rabatt-Spar-Bereimguirs. [653»' Zahn Mcttras, Fächerkünftler. Miriam SÄ $S Elly Blanko, S°?brkit° Die «'scherte Katl, °Z!T Max Walde/LiS Norman« Scortt KL, Zauberkunst, 3 Wels, in'TÄw1 Arsorb nnb Lttka, Reckturner. Täglich Vorstellung pünktlich abends 8 Uhr. Sonntags 2 Vorstellungen nachm. 4 Uhr zu ermäßigt Preisen abends 8 Uhr In den vorderen Räumen bei Theaters nach Schlug der Bo? stellung heitere Künstlervor träge. Unrerbaltungsmustk voa 7 Uhr abends ab. Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag, d. 31. Oktober 1911, abends 8 Mir: 5. Dicnstag-Abonn.-Borstellung Gewöhnt. Preise Gewöhnt.Preis 1 Die Haubenlerche \ Schauspiel in 4 Akten von Ernst von Wildenbruch. Ende 10V2 Uhr. Mittwoch, den l.Novbr. 191b abends 7 Ubr: 5. Mittwoch-Abonn.-Borstellun«! Gewöhnt. Preise Gcwöhnl. Preiir DerPlarrer von Kirchlein Volksstück mit Gesang in 4 Akts von L. Anzengruber. Ende 9'/, Uhr. a*% Jleuc London, scheu Meaue, Autschang denen dav eis.e Die kaisttilche ■ »riegiidlifl1”'1 schiampiao zu r diehesügleilde- dM gegen Mt gingen bis oW füllen wettere unterbleiben. Etwas liege: aus Peking, die c barstellt: Peking, 2 jagt, daß das e lschang gelten geruckt ist und d zurückgeschsi zahlreiche W ^änbe. Nach de Gruppen weiter sladt von Ha wärtig in W Hankau entfern Truppeiiabteilur dbgesandt, wo sil Tie abgesandten fehl, die Eisend zivijchen den $ sanden bei st ar legten große T Eine anitli gebung vor sand. 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