Nr. 273 trldjetn! ti-lich mit Ausnahme des Sonntags. «txe „Siebener HamiliendlSttcr" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreilbtoti für den Krtls Gießen" zweimal wöchenlltch. Die „landwirtschaftlichen SeU- Irogtn" erlchemen monatlich jroeunaL 161. Jahrgang Montag, 20. November 1911 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejjen Rotationsdruck und Verlag der Vrübliche». UnwersitälS • Buch- und Steindruckenr. R. Lange, Sieben. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schui strabe 7. Expedinon und Verlag: Redaktion: eaä) 112. Tel.-Ad tu AiiieigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 209. Sitzung. Sonnabend, den 18. November. Am Tische des BundeSratS: v. Breitenbach. X r. PelerS. Präs. Graf Schwerin.Löwitz eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 16 Minuten. Zunächst werden die zur Frage der kleinen Kiautschou - Aktien beim Reichstag cingegaugenen Petitionen, die inzwischen bereits von der Petitionökommission beraten und von dieser zur Berücksichtigung empfohlen sind, der Budget- kommission Überwiesen, die die Regierungsvorlage zu beraten hat. Die zweite hefung des Sdiiffahrfsabgabengeiefjes. (Vierter Tag.) der g der für die fünf Klassen fest. Einheitssätze auf daS Die Meinungsverschiedenheit zwischen dem Abg. Haußmann Und dem bayerischen BundeSratSbevollmächtigten löst sich sofort, wenn man erwägt, daß die ReichSgesetzgcbung mit voller Souveränität alle Schwierigkeiten beseitigen kann, selbn wenn sau an nehmen wollte, daß die Strombeiräte gegen eine Erhöhung auf dem Wege des Rcichsgesetzcs wären, würden Reichstag und DundeSrat immer in der Lage sein, das ganze Gesetz zu ändern. In der Praxis wird ja so verfahren werden, daß nie hier ein Beschluß gefaßt werden wird, ohne daß ein Votum der Strombeiräte vorliegt. Bayerischer Bundesratsbevollmächtigter Ritter bnit Großmann erwidert auf die Anfrage des Tr. Pseifser: Es wird abgewartet werden müssen, wie sich die Flößerei auf dem fanali- § 8 ist der wichtigste Paragraph des Gesetzes, er enthält die einheitlichen Tarife, die in Zukunft auf den Verbands. Wasserstraßen erhoben werden dürfen und damit die wirtschaftliche Grundlage des ganzen Unternehmens. Xie Bedenken und Meinungsverschiedenheiten waren in der Kommission so groß, daß nicht weniger als v i e r u n d z w a n z i g Anträge ge,rellt wurden, die eine überaus schwierige und komplizierte Abstimmung nötig machten Xie Hauptbcdcnken erstreckten sich nach fünffacher Richtung: Auf die willkürliche Erhöhung der Einheitssätze, die willkürliche Aenderung der Einteilung der Güter in die verschiede- nen Klassen, die verschiedenartige Festsetzung der Tarife für bu? verschiedenen Ströme, die Ausnahmetarife und die Abgabenfreihett. Diesen Bedenken wird durch die KommissionSbcschlussc in der Hauptsache Rechnung getragen. U. a. ist die Bestimmung ausge- nommen, daß eine Erhöbun" der für die runf Klassen festgesetzten tonnen-kilometrischen ------ - . - • . doppelte oder mehr nur durch Reichögesetz erfolgen kann. Für Versetzungen von Gütern in eine höhere Klasse ist eine Zweidrittelmehrheit nicht nur der VerwaltungSauSschuffc. sondern auch der ©tro in beträte erforderlich, wodurch die Mit- wirkungder Interessenten gesichert wird. Kohlen und Erze sollen stets in die niedrigste Tarifklaffe geboren. Weiter hat die Kommission Abgabensreiheit beschlossen für Guter tn Schiffen ohne eigene Triebkraft b'S zu einer Tragfähigkeit der Schiffe auf dem Rhein und Nebenflüssen von 200 Tonnen, auf der Weser und Elbe von 150 Tonnen und auf den Übrigen Verbands- Hüffen von 100 Tonnen. Güter in Schiffen mit eigener Trieb- kraft sind abgabenfrei biS zu einer Tragfähigkeit von 50 Tonnen, völlig abgabenfrei sind der Personenverkehr und daS Reisegepäck sowie die Flößerei. Zur zweiten Lesung tm Plenum hadie Sozialdemokraten zwei Anträge gestellt Danach sollen auch RahrungS- u n d F ut t er m i tt e I ffet« in bie niedrigste Tarifklasse gehören. Xie Abgabcnfrcheit soll sich auf Rhein und kanalisierten Main b,S zu 600 Tonnen Tragfähigkeit erstrecken, im übrigen bis zu 300 Tonnen. Abg. Dr. Pfeiffer (Zentr.): Die Flößerei auf den kanalisierten Strecken deS Mains wird eine erhebliche Sck)ädigung erfahren durch die Stauwerke usw.. darum wird von den Interessenten dringcnb gewünscht, daß a u dem Main ein regulärer Schlepp dienst e'ngcricklci wird, und zioar mit Schlevvgebühren, d.e grundsätzlich nicht hoher fein dürfen als der Floßlobn. ^cr Redner sragt, ob von den interessierten Staaten das Erforderliche tn d'c Wege geleitet ijL Dr. Pfeiffer kommt sodann ,n überaus erregter W«tse auf die gestrige Auseinandersetzung mit dem Ab 6- Schmd über die Wahl in K o n ü a n z zuruck. .^S handelt 'ch um die Bemerkung in der Konstanzer Zeitung, da« die Erhebung bon SchiffahrtSabgaben die Lebensmittel in Konstanz um 1«.5^ Mark verteuern würde. Abg. Naumann hat gemeint, em fiomma sei in der Ziffer verrückt. Nicht das Komma ,st verrückt, fonbern ganz jemand anders. (Große Unruhe links, lärmender Beifall im Zentrum.) ES gehört dazu eine granitene ^tirn, härter als die Steinplatten Ihrer Heimat (zum Abg. «chm'd. Große Unruhe.) — oder vollständige Unkeimtnis. Wir werden über den Wahlkampf noch fpredten Xer 9lebnc^h05^t ■ den Abg. Schmid und die Nationalliberalen an und bemerkt aui die Glocke des Präsidenten: ..Herr Präsident. ,ch bin mitteri tm Thema." (Heiterkeit und Unruhe.) Xie Linke versucht vergeblich, den Redner zum Schweigen zu bringen. Zentrum Weit und lacht die Z-vischenruser nieder. Aus dem Lärm und Toben hört man den Tr. Psi-iffer die Worte rufen: DaS ist ein e aus Bosheit zusammengesetzte E l e p h a n 11 a 11» des Schwindels. Abg. Haußmann (Vp): Aus der Rede des Dr. Pfeiffer sprach der fassungslose Unmut über die Wahlniederlage seiner Partei in Konstanz. (Sehr richtig! links, Lärm im Zentrum.) Die Rede war Keineswegs geeignet, einem neuen Mitgliede des Hauses Muster pa rla in cn la rischer Redeweise zu pcb<*. Ich will 'c'"' denn es handelt sich um den wichtigsten Paragraphen deS Gesetze-, die Höbe der Tarife und die Jnsta-izen, die sie andern können die wirtschaftliche Grundlage. Die Kommission bat eine glückliche Aenderung getroffen: die ReichSgesetzgebung behatt den Schlüssel .-ur Tariferhöhung in der Hand. Der bayerische Bundes ratSbevollmächtigte hat gestern den § 8 dahin interpretiert, daß der Reichstag eine Erhöhung der Tarife nur dann vornehmen dürfe, wenn die Strombeirate vorder einen diesbezüglichen Beschluß gefaßt hatten, daß also die Reichsgesetzgebung ab.iangig sei von einem vorhergehenden Antrag der betrettendenInstanzen. Wir sind nicht dieser Auffassung. Der Reichstag muß das Gesetzgebungsrecht frei in der Hand hab en. Der Reichstag muß das Reckt behalten, selbständig, wenn c8 iöm richtig erscheint, eine Erhöhung der Tarife ein treten zu lassen, und das scheint mir auch in dem Paragraphen festgelegt zu sein. Ministerialdirektor Dr. PctcrS: gegeben. Abg. Dr. Kolbe (Rp) An- An- will die statutarische Verpflichtung zum FortbildungSschulbesuch durch eine reichsgesetzliche ersetzen unter Vorbehalt landes- gesetzlicher Regelung der Ausnahmen Xie vom Redner vorge- schlagenen Bestimmungen regeln den Sonntagsunterricht derart, daß der Besuch deS Gottesdienstes dadurch nicht gehindert wird. Ter Redner zieht nach längerer Rede feinen Antrag zurück (Heiterkeit.) Abg. Günther (Vp.)' spricht zu dem Antrag der Freisinnigen, außer Erz und Kohle auch Brotgetreide und Futtermittel in die niedrigste Tarifklaffe zu setzen. Sachsen kann seinen Getreidebevarf nur für 80 Tage im Fabre aus Eigenem decken, ta ist eS also von höchster Bedeutung für die Nahrungsmittelversorgung: und dem kleinen Landwirt in Sachsen muß durch billige Futtermittel ermöglicht werden, seine Viehproduktionskosten hcrabzudrücken. Abg. Gothein (Vv.): Wenn Sie den freisinnigen Antrag nicht annehmen, so liefern Sie die erstmalige Festsetzung der Tarife der Bureaukratte aus und vertreten die Theorie des beschränkten UntertanenverstandeS. Wer behauptet, daß in dieser Tarisklaffeneinteilung, diesem Simmelfammelfurium (Heiterkeit), überhaupt em Fun- f en von Verstand steckt, der muß ein sehr kühner Mann fein. Die Interessenten werden gar nicht gefragt, alle» wurde in der Dunkelkammer gemacht. Unser Antrag ist ein Exzeß de r Bescheidenheit. Der fetzige Tarif bedeutet abwlute Willkür Herr Pfeiffer bat den Kollegen Schmid zu unrecht angegriffen. Er bat diese Attacke mit großer Kunst tn den Nabmen dieser Debatte einaepaßt, er ist ein Äunftpfcifcr. (Heiterkeit.) Aber die Politik, die er vertritt, pfeift auf dem letzten Loche. (Heiterer Beifall linkS.) Abg. Dr. David (Soz.): . Man will gerade wieder den kleinen Schiffern schreiendes Unrecht tun. Wir warnen Sie davor' Die Aussprache schließt. Abg. Schmid'Konstanz (Natl.) persönlich: Dr. Pfeiffer hat die Liebenswürdigkeit gehabt, meinen Namen nochmals in die Debatte zu ziehen. Er bat getagt, daß zu meiner gestrigen Bemerkung eine granitene Stirn gebäre, so hart wie der Granit des Hohentwiel. Denn er in den künftigen Wahlkampf ziehen wird, wird er finden, daß der Hohentwiel überhaupt keinen Granit hat. (Heiterkeit.) Er warf mir vor, daß ich wohl von den Vorgängen im Wahlkampfe in Konuanz nichts wüßte. Dafür spräche auch der Umstand, daß ich mich noch nicht zu dem Vorwurf geäußert hätte, ich sei bereit gewesen, auch Zentrumsabgeordneter zu werden, wenn man mir das nur ungebeten hätte. Ich habe sofort, nachdem diese verleumderische Unterstellung mir bekannt wurde, an die liberalen Zeitungen die Mitteilung gelangen lassen, daß dieser Borwurf von A bis Z erfunden ist. Ick wiederhole das auch an dieser Stelle. Es ist kein wahres Dort daran. (Beifall links.) •§ S wird mit dem Anträge Hausmann (Statt), der die -Iller bezüglich der Abgabenfreiheit der Weser und Elbe gleichstellt. angenommen. Alle anderen Abänderungsanträge werden abgelehnU fierten Main entwickelt, ob sie überhaupt in dem bisherigen Umfange fortgesetzt wird. Tie bayerische Regierung hat in Aschaffenburg Einrichtungen geschaffen, die den Interessen der Flößerei in weitestem Umfange Rechnung tragen. Außerdem sind bic an der Mainfchiffahrt beteiligten Regierungen bereit, an der Mainmündung, wo es nötig ist, Verbesserungen im Intereffe der Flößerei zu schaffen. Abg. Dr. David (Soz.): Der Abg Pfeiffer bat die Gelegenheit am Schopf genommen, nochmals auf die Konstanzer Wahl einzugehen. Das ist baß dritte Mal, daß vom Zentrum diese Sache in die fachliche Beratung gezogen worden ist. (Zuruf vom Zentr.: Kommt noch öfter!) XaS beweist, wie groß der Zentrumsschmerz ist. Nach den bayerischen Wahlen wird er noch größer fein. (Rufe im Zentrum: Abwarten!) Die Wahrheitö! lebe deü Zentrums in der Agitation werden wir bei einer späteren Gelegenheit aufdecken. 'Lachen im Zentrum.) Heute nur eine Illustration dafür. Xer Abg. Pfeiffer hat wahrend seiner Rede erklärt: Ich bin mitten im Thema! (Große Heiterkeit.) XaS ganze Hauö, auch die eigenen FraktienSkollegen des Tr. Pfeiffer werden den Begriff Thema nicht so auSlegen, daß Xr. Pfeiffer recht hat. (Heiterkeit.) Xer Redner begründet die An- träge seiner Partei. Wir wollen verhindern, daß die Abgaben auf die Stonfumcntcn abgewälzt werden. Wissen Sie denn, wie lange die Abgaben so gering bleiben? Wer kann dafür garantieren, daß die einflußreichen Agrarier die Abgaben nicht so gehalten, daß bu Kleinbauern ja nicht billigere Futter- mittel erhalten können. Zeigen Sie burch Annahme unseres Antrages, daß Sie keine agrarischen Absichten haben und ben Kleinbauern helfen wollen. Abg. Dr. Ccfcr (Vp.) begrünbet einen von seinen Parteigenossen gestellten Antrag, daß bei der erstmaligen Verteilung der Güter aus die einzelnen Tarifklassen die G ü t c r c i n t e i I u n g b e r E i s enbahn- frachttarife zum Anhalt zu nehmen ist. JnSbesonoere sollen die Guter deS RohstofstarifS. dcS Spezialtarifs 3, sowie ter unter diesen herabgehenden Auönahmelarife in bic niebrigfte Tarifklaffe ausgenommen werden. Unbedingt festlegen wollen wir die zuständigen Jnitanzen auf Die Einteilung im Eisenbahngütertarif nicht. Aber es scheint, als ob man tic Erze in die niedrigste, dagegen das Getreide in die höchste Tarifklasse hineinbringen will. Dagegen müssen wir protestieren. Fu 11 c r m i 11 e I müssen auf jeden Fall in bic niedrigste Klasse ausgenommen werden, schon weil Die Binnenschiffahrt sonst gegenüber der Eisenbahn nicht konkurrenzfähig bleibt. Wir verlangen aber daS gleiche auch für daS Brotgetreide. Der Redner stellt einen entsprechenden Antrag. Die patentierten MittelstandSrettcr haben uns in der Kom- Mission im Kamps für Den Mittelstand völlig im Stich gelassen. Xie Kleinschiffahrt sollte man in weiterem Maße frei- lassen. Die Sozialdemokraten freilich wollen bis zu 600 Tonnen gehen; diesen kapitalistischen Schwanz wollen wir abhacken. Es sollten die Schiffe abgabenfrei bleiben, wo der Eigentümer auf den Schiffen selbst mit tätig ist. Abg. Hausmann-Hannover (Natl.): Ausgerechnet die SchiffahrtSabgaben hat sich Herr Pfeiffer ausgesucht, um seinem Schmerz über tic Konstanzer Wahl Aus- druck zu geben. Der Redner weist die Angriffe zurück. Er begrünbet JoDann einen Antrag, der in bezug auf die Abgabenfreiheit dieAllerder Weser und Elbe gleichstellen will, d. h. die Grenze der Tragfähigkeit von 100 auf 150 Tonnen hcraufsetzl. Ministerialdirektor Dr. Peters: Die verbündeten Regierungen stimmen dem trage HauSmann zu, lehnen aber alle anderen träge ab. Die Bestimmungen über Die Abgabenfreiheit zu ändern geht nicht an, weil man das in ben Schiffen investierte Kapital auch nicht annähernd abschätzen kann. Abg. Cuno (Vp.): Es ist pädagogisch in feiner Weise wünschenswert, daß um bie Jugend ein politischer Kampf entfesselt wird. Ein schwerer Schaden ist e2, wenn die Jugendlichen die Fortbildungsschule versäumen, wenn sie arbeitslos sind. Xie Verwaltungsbehörde muß dafür sorgen, bah bie Großinbustrie sich nicht mehr gegen die Fortbildungsschule sträubt. § 120 bleibt unverändert. Auch der Rest der Vorlage wird unverändert angenommen. Tas Gesetz soll am 1. April 1912 in Straft treten. Das Haus vertagt sich. Montag, den 27. November. 2 Uhr: Eisenbahnvorlaae für Ostafrika. Hausarbeitsgesetz und HilsSkaffengesetz. Schluß 6 llhr. Bei § 10 wird ein Antrag v Stromdeck (Ztr.) angenommen. wonach bic Tarife sofort mit der Verkündigung im 3cntralblatt des Deutschen Rcick>e» verbindliche Kraft erhalten Bei § 11 wird ein Antrag HauSmann- Hannover Natl.) angenommen, der beftimmte Fahrwasscrtiefen auf den einzelnen Strecken der Weser und Aller Vorsicht. Abo. Gothein (Vp.) beantragt, einige bet folgenden Artikel (2a, 3 und 7) abju- setzen. Für ben Fall des Widerspruchs kündigt er bie A n - zweifelung der B c s ch l u h f ä h i g k e 11 an. Auf bie Jvragc des Vizepräsidenten Schultz, ob er sich feine Anträge nicht inr bic brittc Lesung Vorbehalten wolle, erwidert Gothein, er fürchte erfahrungsgemäß die Guillotine der Schlußantrage bc* den dritten Lesungen. Abg. Streth (Kons.): ...... Wir werden Herrn Gothein die Gelegenheit nicht abschnelden, seine Anträge zu begründen. Abg. (Mutbein: Und da» Zentrum? Da« Zentrum schweigt. Ich bleibe bei meinem Antrag. Vizepräsident Schult»: Ich nehme an. daß da» Hau» mit Ihrem Antrag auf Zurückstellung der Artikel einverstanden ist. (Zustimmung.) Abg. Kreil, (Kons.): Dann ziehe ich meine Zusage zurück. (Heiterer Zuruf rechts: Schade um die schöne Rede!) Der Artikel IV enthält die Strafbestimmungen für Abgaben- Hinterziehungen. Er bleibt unverändert: ebenso bic Artikel V und VI. Damit ist daS Schiffahrtsabgabengesetz bis auf die zurück- gestellten Artikel in zweiter Lesung erledigt. , Es folgt bic zweite Lesung der Novelle zur Abänderung der 114 a usw. der Gewerbeordnung (Lohnbücher usw.). Nach 8 114 a kann der Bundesrat für bestimmte Gewerbe Lohnbücher oder ArbeitSzcttcl vorschreiben. Abg. Stadthagen (Soz.): Alle unsere Bemühungen, etwa» Vernünftige» für die Arbeiter zu erreichen, waren vergeblich. Wir fanden einen steinernen Boden vor. Die ganze KommissionSarbett ist nichts wert! Im § 114 b hat die Kommission eingefügt, daß der Bundesrat bestimmen kann, daß die Lohnbücher in der ®f£r'c& 6 ' Hätte verbleiben, wenn bic Arbeitgeber glaubhaft machen, daß bic Wahrung von Fabrikationsgeheimnissen diese Maßnahme erheischt. Abg. Albrechr (Soz.) beantragt, diese Bestimmung wieder zu streichen. Dem Arbeitgeber ist es ein leichtes, in jebem Falle zu behaupten, daß 'Fabrikationsgeheimnisse auf dem Spiele stehen. Durch diese -Bestimmung machen Sie die ganze Vorlage illusorisch und fugen dem Arbeiter ein ungeheures Unrecht zu. Abg. Everling (Natl ): Wir halten diese Bestimmung für sehr wichtig. Sie ist von uns angeregt worden. Ohne sic stehen wertvolle ^abrikatione- geheimmffe tn Gefahr, verraten zu werden. Die beteiligten Arbeiter muffen ja vor Erlaß einer solchen Festsctzuna erst sichort werden. Die Sozialdemokraten treiben es so weit, daß Die arbeitet schließlich nicht ohne Lohnbücher, aber ohne Lohn basttzen. Meine Freunbe sind diesmal einstimmig für die KommisswnS- fassung. (Heiterkeit.) Abg. Molkcnbuhr (Soz.): WaS ist denn ein Fabrikgeheimnis? Die Hohe des Lohnes? Der Zeitpunkt von Vergebungen? XaS ist bei ben Arbeitern ohnehin alles bekannt. Die ganze Sache ist die: Die Arbeitgeber schämen sich, öffentlich zu zeigen, daß sie Hungerlohne zahlen. Aba. Henning (Kons.): Die ganze Vorlage legt dem Arbeitgeber strengere Vcrptlich- tungen auf, darum ist cS ganz berechtigt, ihm hier eine kleine Lizenz zu gewähren. Abg. Dr. Pieper (Zentr.): XaS Lohnbuch ist zugleich Abrechnungsbuch, ^aher ift ber Wunsch berechtigt, daß eS nicht in die Ocffenllichkett gelangt. W,r haben auch keine Veranlassung, den freien Gewerkschaften Material z u Lohnstatistiken zu liefern. Abg. Schmidt Altenburg (Rp.) ist für die KommissionSfaffung. AuS einem Buche kann man kein Geheimnis ersehen, wohl aber wenn man mehrere verschiedener Kategorien vergleicht. Abg. Molkenbuhr (Soz.): ES besteht die große Gefabr. daß von den Unternehmern m i t den Lohnbüchern Mißbrauch getrieben werden kann. Tas muß die Arbeiter mißtrauisch machen. Abg. Cuno (Vp.) erklärt sich für die KommissionSfaffung. Nicht die ®Ir6eitflebei entscheiden darüber, ob die Bücher in der Fabrik bleiben können. foncern ber Bundesrat. 3 Der sozialdemokratische Antrag wird abgelehnt, § 114 b bleibt unverändert. 5 120 führt die statutarische Verpflichtung zvm Besuch der Fortbildungsschule auch für bie Zeit ber StroeitS- lofigieit der betreffenden jugendlichen Arbetter ein. Die Kommission hat dieser Deitimmung einen obligatorischen Charakter SS» 'Nur die Dio Gew&hr.)) (Nachdruck verboten.) (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) [600] 925 283 303 42 42011 148 1500] 253 608 17 40 717 946 902 605 532 80 87 3013 139 63 226 46 328 62 601 22 676 83 876 4187 260 448 640 614 994 [3000] 6067 163 686 642 [500] 810 61 6077 144 77 200 331 616 61 70 83 569 469 536 655 800 894 76 82 681 732 828 34 39 37310 46 806 69 38200 [600] 62 302 11 84 892 963 224 426 504 [3000] 746 64 61 66 37288 38162 635 78 406 964 400 903 617 495 904 832 238 626 617 [3000] 22 867 75 34381 92 428 833 66 919 47 [1000] 81 35149 63 634 058 36328 447 63 96 649 602 727 89 394 625 72 681 99 742 [600] 77 428 63 667 730 822 84 904 39028 72 [3000] 76 496 607 48 63 712 34 86 837 60 1006 42 56 108 41 61 262 612 81 700 46 977 2048 124 637 43 66 709 90 826 36 89 687 84 520 410 66 610 60 76 781 86 40039 41070 90 908 [600] 640 783 97 859 71 4 9000 172 274 835 50 98 941 50110 92 [1000] 276 373 560 [1000] 647 [1600] 956 51266 84 [600] 337 613 612 14 878 52101 [1000] 268 304 418 619 693 53117 [1000] [500] 443 48 626 820 966 54014 32 321 71 80 636 [1000] 66 798 966 55131 69 266 341 86 428 82 702 12 88 39183 307 817 902 47 80 [3000] 110 99 382 489 167 97 323 68 94 607 69 34 386 222 48 76 916 187 96 [1000] 28 912 Die (Ohne 157 931 43 61 832 erwähnt, die Gemeinde Tein Glück gehabt, denn die Beschwerde wurde verworfen. 36 [600] 816 66 97 990 43067 133 468 [500] 646 80 720 802 94 44180 222 41 [1000] 81 332 463 866 908 61 45013 63 262 393 425 46045 143 63 442 638 80 [600] 666 91 789 818 [500] 67 942 47005 66 168 [3000] 70 98 236 346 66 690 [600] 734 42 879 909 45 65 48026 [600] 140 75 491 [3000] 635 49 72 92 67 805 [3000] 13 95 [600] 98 7049 57 101 222 665 915 [6000] 96 8149 364 82 608 611 712 817 [600] 9061 94 364 [600] 75 81 468 72 76 645 10091 217 [600] 19 643 [600] 664 736 971 11094 970 94 217 27 41497 435 641 810 [600] 74 901 [3000] 6 15240 829 16130 279 404 22 34 639 64 96 88 719 18045 [1000] 197 681 649 847 48 [1000] 956 [500] 20042 88 325 85 491 687 619 292 686 780 894 95 96 992 22138 64 149 346 68 73 90 838 909 38 95 1186 217 341 64 487 654 84 741 2255 328 60 67 71 [1000] 79 866 935 3242 308 434 96 686 601 6 706 889 4056 70 117 249 670 784 [3000] 861 63 87 5494 662 878 6067 161 89 486 643 809 65 76 915 7009 206 14 [600] 30 68 611 41 600 66 8042 67 130 283 351 414 637 76 769 76 9000 [600] 107 249 402 38 644 [1000] 87 659 707 16 24 44 992 10185 428 676 616 25 60 11082 191 286 314 53 622 728 12089 214 [3000] 354 647 64 696 711 [1000] 73 966 [600] 13028 300 43 71 417 670 99 820 969 14024 74 124 290 316 43 415 628 629 714 49 [600] 68 30063 123 42 211 356 488 843 998 3 1 033 20 36 [600] 760 76 917 32052 164 77 247 638 44 707 74 929 73 33009 137 309 411 10. Ziehung 5. KI. 225. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 18. November 1911, vormittags. Nummern in Klammern beigeftigt. Gewinne fallen auf die bezeichneten Lose beider Abteilungen. 10. Ziehung 5. KI. 225. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 18. November 1911, nachmittags. Nttr die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden 683 601 21 795 866 966 40083 126 361 65 437 41 61 641 [600] 609 [3000] 21 823 42036 78 87 136 221 92 396 485 607 836 77 12112 213 360 402 13 639 64 824 36 [3000] 63 13001 37 112 203 472 635 776 14052 201 89 336 41 664 15138 422 698 770 836 60 961 16328 444 67 617 63 17086 137 527 788 [600] 836 42 43 18032 298 [3000] 406 78 638 63 629 [1000] 33 700 19168 241 74 [600] 486 694 709 39 806 16 36 44 80 Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. Gewinne fallen auf die bezeichneten Lose beider Abteilungen. 54 305 406 69 671 696 777 947 17270 946 19218 342 61 864 68 912 gll24 62 [1000] 234 309 410 [600] 601 708 94 [3000] 646 68 444 68 619 46 75 573 .648 768 974 640 76 802 61 77 603 981 [500] 159117 93 443 542 651 868 160031 [1000] 66 184 238 350 63 642 623 65 761 180090 100 229 646 67 760 912 93 1 8 1 008 71 163 228 53 67 71 339 481 549 719 35 906 30 [6001 64 182355 420 607 93 747 [3000] 867 934 |600] 183110 292 326 37 623 634 849 98 906 [5001 66 [1000] 184^42 116 42 67 360 441 644 84 707 10 879 88 901 185 95 124 237 688 742 841 979 186051 95 308 68 470 74 1500] 677 614 20 [600] 37 66 912 187011 196 11000] 303 528 621 68 764 847 990 [600] 188130 63 232 581 189108 [600] 21 474 1600] 812 14 Im Gewinnrate verblieben: 2 Prämien zu SOOOOO M 2 Gewinne zu 600000, 2 zu 160000, 2 zu 100000. 2 zu 75000, 2 zu 60000, 2 zu 40000, 8 zu 30000 14 zu 15000 64 zu 10000, 100 zu 5000, 1408 zu 3000, 2198 zu 1000, 3876 zu 600 M ?^O002 130 47 277 [600] 462 95 733 894 121016 97 124 1l3000] 65 272 [3000] 83 382 684 606 flQ4 120^i5o-r 8KaJ1:23167 699 878 90 976 [500] 86 89 1?4127 [1000] 65 287 324 69 480 687 644 84 as4 eia 7|4caai 1 Oa37a 63 125073 11° 505 14 [600] 16 and 6rot 952 126010 21 78 [600] 82 169 404 312 418 31 661 816 63 128013 234 33n® Rc^8 722 60 940 1600] 12 9029 48 130 88 234330 60 432 666 650 798 [1000] 976 , P^16 296 16001 389 417 696 784 883 93 970 oL io«004 29 190 466 77 93 [3000] 601 611 [600] 848 132252 324 452 665 643 728 77 808 133113 207 71 [600] 84 366 466 607 41 94 730 45 915 57 13413446 65 88 95 298 413 61 61 94 564 [1000] 645 766 84 975 135124 514 865 906 84 [500] 136051 [1000] 259 64 526 676 [1000] 85 6 79 1 37 1 85 208 6 6 637 65 [1000] 705 839 967 1 38012 114 31 345 420 582 6M 139027 178 355 [500] 737 140083 99 169 86 97 254 343 608 626 918 60 64 141047 119 79 397 422 62 692 783 950 142012 [3000] 33 88 265 380 [3000] 4C7 884 922 143024 85 203 [500] 95 353 6 22 33 3 7 68 1 832 36 1 44051 1600] 344 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Diese Tatsache ist durch einen Streit bekannt geworden, den der Gemeindevorsteher mit dem Bezirksamt vor dem Verwaltungsgerichtshof ausgefochten hat und bei dem die Gemeinde freilich unterlegen ist. Dezenacker zählt etwa 150 Einwohner, kann sich also keinen eigenen Nachtwächter leisten. Die Verpflichtung, abwechselnd den Posten eines Nachtwächters zu versehen, ruht auf ungefähr 20 Bauern. Diese fühlten sich durch das Amt stark belästigt, namentlich im Sommer, wenn sie schon frühzeitig aufs Feld mußten. Sie richteten daher eine Eingabe an das Bezirksamt, in der sie darum baten, die Verpflichtung, in der Nacht zu wachen, aufzuheben. Zur Begründung ihrer Eingabe führten sie noch an, daß ein Nachtwächter in ihrer Gemeinde völlig überflüssig sei, denn seit hundert Jahren sei bei ihnen kein Diebstahl vorgekommen, und ebensowenig habe es in dieser Zeit einmal gebrannt. Der Bezirksrat gab dieser Eingabe jedoch nicht statt, worauf sich die Gemeinde beschwerdefübrend an hie Regierung von Schwaben und Neuburg wandten. Aber auch die Regierung nahm einen ablehnenden Standpunkt ein, worauf der hartnäckige Gemeindevorsteher Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof erhob. Auch hier hat, wie 63 774 [500] 83 902 8 56139 339 64 E60 70 697 [600] 938 57202 73 623 716 62 66 966 90 [500] 5 8267 493 94 749 905 59132 273 468 788 [1000] 97 899 [1000] 601 88 429 38 66 90 669 874 11000] 88 61037 47 69 79 183 415 74 674 95 671 81 784 62002 207 60 719 [600] 867 926 63118 221 36 81 [1000] 6'. 7 631 87 712 832 60 966 92 64101 269 669 736 311 62 997 65037 44 296 420 49 64 613 6 6115 43 7 9 436 67009 [16000] 83 100 [600] 234 [3000] 599 839 IfOOl 863 68043 192 434 66 621 697 736 61 64 6 9030 87 [3000] 95 168 443 686 613 765 80 811 65 flo6 67 60 94 70032 138 83 608 64 [600] 65 627 834 928 84 71067 200 616 24 [600] 806 72028 248 70 623 73 909 66 73116 48 67 206 399 408 564 90 633 874 97 963 74167 76 92 523 65 84 693 766 828 49 65 7 9 625 67 60 81 7 5063 98 138 [3000] 71 317 48 826 74 75 76048 148 222 46 318 32 440 62 640 44 618 47 73 882 77020 186 448 60 892 [600] 78018 147 54 217 337 664 80 732 49 77 813 79076 486 606 27 833 80058 96 204 350 466 612 649 [500] 62 761 866 69 81194 645 648 [3000] 94 797 823 82016 2 16 11 38 682 600 761 945 76 83074 188 311 16 [1000] 404 616 r839?3^64041 113 638 41 [6°0] 42 1600] 764 933 37 [3000] 85039 54 72 238 86 [500] 342 72 401 603 701 93 9o7^?°?a-217, 24 310 22 63 16001 418 707 32 886 97 8 7 081 107 44 77 13000] 81 242 397 [1000] 496 675 620 809 88033 334 54 416 632 631 89020 40 190 99 247 357 413 627 713 89 948 71 90027 75 76 168 402 675 612 82 706 890 [1000] 91135 258 80 412 [500] 793 934 60 9 2079 178 284 332 459 73 664 69 [3000] 706 65 91 938 93060 202 36 667 97 645 98 841 [1000] 56 [600] 93 94 956 91 MOB .134 66 99 IßOQl 419 623 638 76 720 [500] -64 Bauhandwerk noch recht günstig; für Zimmerer waren dreimal fartnel Stellen gemeldet, als Arbeitsuchende vorgemerkt waren. In Wiesbaden herrschte Mangel an Bauschlossern, in Worms an Maurern und Zimmerleuten. Bautaglöhner konnten in Worms in großer Anzahl Beschäftigung finden. Kassel meldet rege Bautätigkeit, besonders im Tiefbau. Auch in Wildungen war die Bautätigkeit ziemlich gut: allerdings wurden die Maurerarbeiten an der Edertalsperre Anfang November eingestellt. In Rüdes- heim haben die meisten Bauhandwerler, Maurer, Zimmerleute, Tüncher usw. sich schon vor Saisonschluß Arbeiten für den Winter gesichert. Die Arbeitsgelegenheit im graphischen Gewerbe hat sich anscheinend gebessert. Frankfurt berichtet, daß Anfang des Monats ein starker Zuzug von Arbeitslosen zu verzeichnen war, hervorgerufen durch Fertigstellung der Fahrpläne. Bei Herstellung des Adreßbuches fand eine größere Anzahl von Setzern Arbeit; die Zahl der Arbeitslosen sank von 95 im Vormonat auf 68 Ende Oktober. Im Gast - und Schank Wirtschaftsgewerbe war in Frankfurt und Wiesbaden bei männlichem Personal ein großes Ücberangcbot von Stellensuchenden, besonders älteren Leuten, vorhanden. Für Aushitfspersonal bot sich nur wenig Beschäftigungs- gelegenheit. Bei weiblichem Personal begegneten sich Angebot und Nachfrage eher in befriedigendem Ausgleich. Tie Nachfrage nach landwirtschaftlichenAr heitern war überall sehr gering. Darmstadt führt das darauf zurück, daß infolge der günst^en Witterung die Erntearbeiten nicht so drängten und meistens mit eigenem Personal bewältigt werden konnten. Für ungelernte Arbeiter hat die Arbeitsgelegenheit gegen den Vormonat nachgelassen, wie Frankfurt, Mainz, Darmstadt, Worms und Seligenstadt berichten, in letzterer Stadt hauptsächlich hervor- gerufen durch die Betriebseinschränkung einer Braunkohlenzeche. Auf dem weiblichen Arbeits markt (Dienstboten usw.) hielt sich das Angebot, wie Wiesbaden berichtet, in mäßigen Grenzen. Die Nachfrage gestaltete sich, wie alljährlich nm diese Zeit, etwas günstiger, so daß sich der Prozentsatz der befriedigten Gesuche erheblich steigerte. Bei höheren weiblichen Berufsarten war der Andrang von Stellensuchenden auch in diesem Monat wieder sehr- groß. Auf 100 offene Stellen kamen durchschnittlich 255 Arbeitsuchende, während sich bei dem übrigen weiblichen Privatpersonal auf 100 offene Stellen nur 79 Arbeitsuchende meldeten. Zn Kassel herrschte int Derichtsmonat starker Andrang von Mädchen für häusliche Dienste, hauptsächlich vom Lande, und zwar von solchen, die noch nicht gedient hatten. Diese Mädchen konnten >zum größten Teil nicht untergebrackst werden. Dagegen konnte in Frankfurt und Mainz die Nachfrage nach weiblichem Haus- und Küchenpersonal nicht gedeckt werden. Vie Lage des Arbeitsmarttes in Hessen, Hessen-Nassau und Waldeck im Oktober 191L Zn der M et allindustrie war ein Nachlassen der Konjunktur noch nickst zu spüren. Frankfurt berichtet über starke Nachfrage nach Bauspenglern und Bauschlossern; hauptsächlich ältere Leute wurden verlangt, an denen aber Mangel herrschte. [Ter Metallarbeiter-Verband schreibt; In Wiesbaden fehlte es bei den Bau- und Kunstschlossern zeitweise an Arbeitskräften. Der Beschäftiaungsgrad in der Maschineu-Jndustrie war in Mainz und Offenbach gut, während in Worms ein Ueberangebot an Maschinenschlossern zu verzeichnen war. Bei einer Werkzeugefabrik in der Nähe von Frankfurt sind ca. 100 Arbeiter wegen Lohndifferenzen in den Streik getreten. In der optisch-mechanischen Industrie in Wetzlar werden größere Neueinstelluugen geplant. An Wagnern, hauptsächlich Kastenmachern, machte sich immer noch Mangel bemerkbar. Die Lederwaren - und Reiseartikel- Industrie in Offenbach war gut beschäftigt und hatte eine Besserung zu verzeichnen. Tie Zahl der Arbeitsuchenden übersteigt aber immer noch die der offenen Stellen bedeutend. Worms Und Wiesbaden melden ein Zurückgehen der Arbeitsgelegenheit für Sattler und Tapezierer. In Wiesbaden stellten nur einige größere Möbelgeschäfte Polsterer ein, während die Kundschaftsmeister ver- Nirzt arbeiten ließen und die Kleber wenig Aufträge hatten. Nur in Worms konnten «offene Stellen für Tapezierer zum Teil nicht besetzt werden, während in Frankfurt alle offenen Stetten glatt besetzt werden konnten. In der Industrie derHolz-undSchnitz stosse scheint ein Stillstand und teilweiser Rückgang in dem Beschäftigungsgrad eingetreten zu sein. In Frankfurt a. M. wurden durch Schließung der Lahmeperwerke 50 Modelltischler arbeitslos. Während in [Tarmstadt im September noch flotter Geschäftsgang mit Ueber- stunden zu verzeichnen war, ist int Oktober ein Stillstand bezw. Rückschritt eingetreten; in einem Betriebe erfolgten 16 Entlassungen von älteren Leuten. In Wiesbaden hat sich die Zahl der arbeitsuchenden Schreiner um 34 vermehrt, während das Stellenangebot fast gleich war wie im Vormonat. Nur in Frankfurt Und in Worms war für Möbelschreiner gute Beschüftigungs- gelegenheit; in beiden Städten konnte ein großer Teil der stellen nicht beietzt werden, in Frankfurt hauptsächlich nicht die auswärtigen Stellen, da junge zugereiste Leute, die besonders verlangt wurden, fehlten. Der in Hanau im Vormonat ausgebrochene Streik in einer Möbelfabrik war noch nicht beendet. Bei den Holzbildhauern ist der Geschäftsgang, wie aus Mainz gemeldet wird, normal. Die Industrie der Nahrungs-- und Genußmittel! Eomtfe manchem ungelernten Arbeiter Beschäftigung in den Aepfel- weinkeltereien und Weinkeltereien bieten, wie aus Frankfurt und Langen gemeldet wird. Die Arbeit in den Weinbergen dagegen konnte, wie aus Rüdesheim gemeldet wird, meistens durch Einheimische erledigt werden, Jo daß die genügend eingelaufenen Angebote von auswärtigen Arbeitskräften nicht berücksichtigt werden Tonnten. Der im vorigen Monat in Kassel empfundene Gesellenmangel im Fleischergewerbe tonnte gehoben werden. In der Tabakindustrie war, wie aus Gießen gemeldet wird, der [Geschäftsgang schlecht. Ärbeitereinstellungen wurden nicht vorgenommen, im Gegenteil gibt es eine Reihe Zigarrenfabriken im Bezirk, die nur von 8—4 Uhr arbeiten, während andere bei [Eintritt der Dunkelheit die Fabrik schließen. Im Bekleidungsgewerbe ist, wie Wiesbaden meldet, Estige Arbeitsgelegenheit für Schneider. Die Offenbacher Schuh- üken waren gut beschäftigt und zwar besser als im gleichen nat des Vorjahres. In Worms dagegen waren Schneider und Schuhmacher schwer.unterzubringen, da Mangel an Arbeitsgelegenheit herrschte, der gegen Ende des Monats sich noch verschärft fyat. Im Baugewerbe war der Beschäftigungsgrad int Berichtsmonat verschieden. In Frankfurt, Offenbach, Rüdesheim, [Darmstadt und Gießen hat die Bautätigkeit nachgelassen; in den beiden letzteren Städten herrschte am Anfang des Monats noch rege Vermittlungstätigteit int Baufach, die aber gegen Mitte tunb Ende des Monats bedeutend nachließ. In Mainz hat sich nur für Anstreicher und Maler der Arbeitsmarkt verschlechtert, Ihn allgemeinen war aber in dieser Stadt die Arbeitstage jim Börsen-Wocherrbericht. Frankfurt a. M., 17. Nov. Nach der stürmischen Aufwärtsbewegung der letzten Wochen hat sich an der Börse neuerdings ein kleiner Rückschlag eingestellt, indem vielfach vorgenommene Gewinnrealisationen in vorher stark begünstigten Werten die Kurse wieder etwas ins Weichen brachten. Im großen Ganzen ist die Stimmung aber doch eine zuversichtliche geblieben. Tie politischen Fragen sind nach der Beendigung des Marokkostreits ganz in den Hintergrund getreten, man hat sich selbst mit der voraussichtlich über die anfänglichen Erwartung n doch erheblich hinausgehenden Tauer des Krieges um Tripolis ziemlich leicht abgefunden. Mit um so größerer Aufmerksamkeit verfolgt die Börse nun die Vorgänge int Wirtschaftsleben und namentlich auch die Entwicklung der Dinge in 'Amerika. In Neuyork hat sich in letzter Zeit eine kräftige Erholung .durchsetzen können und zweifellos hat dort der Markt eine bessere Grundlage dadurch gefunden, daß nach der Einleitung des gerichtlichen Verfahrens gegen den Stahltrust die ungünstigen Einflüsse erschöpft sein dürften und die Börse nun den .ganzen Feldzug gegen die Trusts von einem rüstigeren Standpunkt aus betrachtet. Von den übrigen Auslandsmärkten empfing die Börse nur wenig Anregung, obwohl auch dort nach dem Ausscheiden der Marokiofrage eine zuversichtlichere Stimmung zum Durchbruch gekommen ist. Die Haupt - anregung für die Börse war die heimische Wirtschaftslage, die sich zurzeit in recht günstigem Lichte präsentiert. So stimmen die Berichte weiter darin überein, daß die Beschäftigung der Eisenwerke eher jtod) in der Zunahme begriffen ist und das; infolgedessen auch hie Preisrichtung weiter nach oben geht, zumal in der letzten Zeit auch der amerikanische Eisenmarkt den StSl- stand int Geschäft allmählich zu überwinden scheint. Bei dieser Sachlage ist die Börse ferner geneigt, die Verbandsfrage vertrauensvoller zu beurteilen, da die Werke bei der gegenwärtigen Marktlage selber das größte Interesse daran haben müssen, einer Verständigung den Weg zu ebnen. Unterstützt wird die feste Grundstimmung der Börse auch durch die befriedigende Lage bcs Geldmarktes, die ffich neuerdings besonders dadurch kennzeichnete, daß das um die Monatsmitte regelmäßig zu beobachtende Anwachsen der Geldnachfrage eine wesentliche Veränderung bet Geldsätze nicht zur Folge hatte, da die Nachfrage durch die aus dem Auslande zufließenden Gelder leicht befriedigt werden konnte. Es steht zu erwarten, daß auch dec Jahresschluß dem Geldmarkt zwar naturgemäß höhere Zinssätze, aber keine Schwierigkeiten bringen werde. Die Spekulation betätigte sich in dieser Woche trotzdem nur auf einzelnen Gebieten und Versuche, das außenstehende Publikum zu neuen Käufen zu veranlassen, hatten nur geringen Erfolg. Am Montanmarkte hatte das Geschäft zeitweise einen lebhafteren Charakter, wobei die Schlesischen Werte an der Spitze standen. Von den westlichen Werten waren nur Phönix mehr beachtet auf Gerüchte über günstige Monatsüberschüsse. Für Kaliwerte stimulierte die Erwartung, daß bei der Festsetzung der Beteiligungszifsern, entsprechend der Produktionsvermehrung, eine vorteilhafte Neueinschätzung für die älteren Werke eintreten iverde. Andere Jnduftriepapiere verkehrten in nicht ganz einheitlicher Haltung. Bevorzugt waren die Aktien von Metallfabriken, insbesondere der Aluminium-Gesellschaft im Zusammenhang mit neuen Syndikatsverhandlungen, ferner chemische Werte, Elektrizitätsaktien und einzelne Maschinenfabriken. Zementwerte und Terrainaktien waren gleichfalls begünstigt. Interesse zeigte sich auch für Kolonial- paptere und am Bankenmarkt für Diskonto-Commandit, infolge her neuen Fusion in >r Braunkohlenindustrie. Bahnen und Schiffahrts werte blieben gut behauptet, ebenso heimische und fremde Fonds. Privat-Diskont 49/16 %. SvULlos Alien die Fabre an Ihnen vorüber, wenn Sie täglich Myrrholmseffe benutzen, denn diese Seife konserviert wie feine andere, dre Haut, reinigt sie von Pusteln und dergl [b6/' 224 429 627 851 166315 [1000] 433 513 613 167200 42 622 93 726 168068 443 74 660 [6000] 724 921 169018 223 84 [3000] 322 44 608 57 87 618 [3000] 717 [1000] 901 17 9020 458 641 638 80 896 916 81 171116 242 60 [500] 384 [600] 457 684 88 912 63 172126 34 64 296 99 674 95 796 812 941 [600] 173663 76 680 735 74 91 174001 177 235 619 641 95 716 934 69 [30001 175156 207 73 302 458 692 727 37 [500] 809 [1000] 12 83 906 176199 214 38 67 325 64 488 534 625 774 80 881 94 920 45 177061 114 22 27 432 69 624 883 97 953 1 7 8 016 17 65 134 99 350 89 716 962 1 79078 179 93 308 10 600 42 727 862 994 _ , 180251 [500] 391 747 963 71 181176 600 925 182037 75 [1000] 117 378 417 [500] 94 503 [5001 661 704 810 82 1 83 279 884 943 64 68 1 84121 61 471 672 767 917 185066 72 460 79 93 681 777 801 7 966 186106 17 383 661 798 807 26 35 982 187040 83 93 293 [600] 361 610 684 814 [600] 939 1 8 8 068 [3000] 162 826 [1000] 189273 [3000] 338 99 .493, 1J113 62 717. 815 Die Achrich 18 dem unter Wetauslchust Acht mit emer n „Köln. 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