Drittes Blatt 161. Jahrgang ür. 94 Gietzener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des EonntLgS. General-Anzeiger für Sberheffen Die „Olehener LamllinidlStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für de« Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die .^andsirtfchastlichev Seth fragen" erscheinen monatlich zweimal. Samstag, 22. Apru syy Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchan UnwersuätS - Buch- und Steindrrickerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. 9iebaftion:e^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerDreßen. Ans Stadt und Land. Gießen, 22. April 1911. ** Mutter- und Säuglingsfürsorge. Der Ertrag des BlumentagS fließt der Mutter- und Säuglingsfürsorge zu, die in ganz Hessen einheitlich organisiert ist, so daß der Ertrag deS BluinentagS dem Bezirk wieder zugute kommt, wo er eingegangen ist. Die Meinung, daß es sich habet nur um eine Fürsorge für uneheliche Kinderhandelt, isi, wie schon mehrfach betont wurde, irrig. Die Zentrale und ihre Zweigstellen wollen Kenntnisie verbreiten in einigen elementaren Grundsätzen der Hygiene. Dadurch werden sie tausenden von Kindern das Leben retten können und wiederum tausende von Kinder vor Krankheit und Siechtum bewahren. Für diesen edlen Zweck sollen die Gelder deS BlumentagS benützt werden. ** Hessischer Blumentag Die Vorbereitungen zum Allgemeinen hessischen Blumentag sind auch auf dem Lande in vollem Gange. Im Kreis eLauterbach wird in sämtlichen 67 Gemeinden Blumenverkauf stattfinden, ebenso in sämtlichen Gemeinden des Kreises Heppenheim, Mainz und Dieburg. Nicht die kleinste Gemeinde hat sich davon ausgeschlossen. Auch in den Kreisen Friedberg und Schotten scheinen Veranstaltungen in allen Gemcin- den ohne jede Ausnahme zustande zu kommen. Die Nachrichten aus den anderen Kreisen lauten ebenfalls sehr günstig. „Keine Gegend des Hessenlandes will" — wie ein Komitee schreibt — „an Gemeinsinu und sozialem Pflichtgefühl hinter der anderen zurückbleiben". Kommt doch auch der Ertrag immer der Zweigstelle des Kreises zugute, in dem er eingeht Besonders erfreulich ist der Umstand, daß täglich in größerer Zahl Material für Borträge über die Mutter- und SäuHlinasfürsorge bestellt wird. Es werden sehr viele derartige Borträge gehalten werden. Der ideelle Gewinn des Blumentags für den Gedanken' der Mutter- und Süuglingsfürsorge wird deshalb allein schon ein schöner Erfolg sein. Dock) ist nach dem Stand der Dinge die Hoffnung berechtigt, daß auch der materielle Erfolg nicht ausbleiben wird. Landkreis Gietzen. «= Allendors a. d. Lumda, 20. April. Am 3. Oster- feicrtag haben wieder vier junge hiesige Handwerker — 1 Schlosser und 3 Schreiner — ihre Gesellenprü- sung mit „gut" bestanden-, außerdem liegen noch einige Anmeldungen und bezw. Gesuche um Zulassung zur Prüfung vor. Der vor etwa zwei Jahren neu gegründete Orts- gewerbeverein hat sich recht gut entwickelt. Es gehören ihm Lu.rzeir ca. 50 Mitglieder an. Auch die vor Jahresfrist ms Leben gerufene Sonntag szeich enschule erfreut sich bei den angehenden Handwerkern eines regen Besuches. Starkenburg und Rheinhessen w. Worms, 21. April. Unter der Firma Elektrizitätswerke Rheinhessen, Aktiengesellschaft, Worms wurde eine Gesellschaft gegründet, die den Zweck hat, die Provinz Rheinhessen mit elektrischem Strom zu versehen. Tas Aktienkapital der Gesellschaft beträgt drei Millionen Mark, auf das vorerst 25 Prozent eingezahlt werden. Sitz der Gesellsck)aft ist Worms. Gründer der Gesellschaft find die Stadt Worms, die Rheinische Schuckert-Gesetlschaft, Mannheim und die Süddeutsche Diskonto-Gesellschaft, Mannheim, Bauunternehmer Zucker-Worms und Prokurist Wiedermann-Mannheim. Dem Ersten Aufsichtsrat gehören an: Oberbürgermeister Köhler-Worms, Justizrat Dr. Stephan-Worms, Kommerzienrat W. Kölsck>-Worms, Kommerzienrat Dr. Ernst Blankenhorn-Mühlheim (Baden) und Direktor Frank-Heidelberg. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 21. April. Mit dem 1. Juli tritt der Geschichts- und Altertumsforscher unseres Kreises und zugleich der Senior der rheinischen Geistlichen, Pfarrer Allmenrod er zu Oberbiel, in den .wohlverdienten Mhe- stand. 4- Münchholzhaus en, 21. April. Ter Kreistag hat den Gemeinden Dutenhofen und Münchholzhausen zu den Kosten des Ausbaues der Verb in-' dungsstraße einen Kreiszuschuß von 2270 Mark bewilligt. — Hier herrscht fortgesetzt eine rege Bautätigkeit. Für die Folge steht der Bau einer neuen Kirche auf der Tagesordnung, da die alte Kapelle schon längst nicht mehr den Bedürfnissen entspricht. Die Zusammenlegung der Ländereien hat auch die Platzfrage für die neue Schule enbgültig geregelt. n. Hadamar, 21. April. In dem hiesigen Kalkwerk- und Steinbruchbetriebe der Firma I. G. Brötz aus Limburg ereignete sich gestern abend 7 Uhr ein schwerer Unfall. Der 37 Jahre alte Verwalter Ph. Thorn geriet in die Steintrommel und wurde darin zermalmt, so daß der T o d sofort eintrat. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder. Sport. D. Gießener Regatta. Tie Id. Regatta deS Süd- deutschen Ruderoerbandes wird hier Sonntag, 11. Juni, unter Leitung des Ruder - Klubs „£>afl"ia“ abgehalten. Tie Ausschreibungen sind folgende: 1. Begrüßnngs - Vierer (Ehren- preis des hiesigen Rad-Klubs „Germania", zwennal nacheinander oder dreimal ohne Reihenfolge zu gewinnen); 2. Junior- Giner; 3. Ansänger-Dicrer; 4. Senior-Vierer (Ehrenpreis der Stadt Gießen, Wanderpreis); 5. Junior-Vlerer; 6. Senior-Vierer (Verbandsprets, zweimal nacheinander ztt gewinnen, Mannschaften von 4 ausgeschlossen); 7. 2. Achter (Mannschaften von 12 ausgeschlossen) ; 8. Einer (Lahnpokal, Heraussordertrngspreis der „Hassia", zweimal nacheinander zu gewinnen) ; 9. Senior-Vterer (ft'ir Mannschaften, die im Rennboot noch nicht gesiegt haben); 10. Ermunterungs-Vierer; ll. Trost-Vierer; 12. 1 Achter (Tamen- preis). Meldesckftnß Sonntag, 21. Mai, nachmittags 3 Uhr. Rennungsschluß unb Startverlosung Sonntag, 28. SDlai, nachin. 3 Uhr, im Bootshaus der „passia". D. Süddeutscher Ruderverband. Laut Beschluß der in Frankiurt a. Ai. abgehaltenen Vorstandssitzung sind der Rildervereiii Nieder r ad unö der Ka steter Ruderklub .Germania" in den Verband ausgenommen worden. vörserr-Wochcnbericht. = Frankfurt a. M., 21. Aprft. Die Unternehmungslust, die schon vor den Feiertagen sich stark reinnierte, blieb nur auf ein Minimum beschränkt. Während die Grundstimmung kürzlich noch immer als fest bezeichnet werden konnte, hat sich jetzt der Börse eine schwankende, vorwiegend zur Schwäche neigende Haltung bemächtigt. Die Auswärtsbewegung war nicht mehr so geschlossen wie bisher, da die Kurse zahlreicher Papiere eine Höhe erreicht haben, bei denen sie von selbst ihre Beweglichkeit einzubüßen beginnen, nniter mehrten sich aber auch die Anzeichen für eine Ueberschätzung der Konjunktur, so daß die Börse nicht mehr darüber hinwegsehen konnte und sich zur !E r l ei chteru ngderBezugsverpflich- t u n g e n veranlaßt sah. Die rückgängigen amerikanischen Eisenpreise gehen parrcklel mit einer gleichen Bewegung am englischen und belgischen Eisenmarkt, die Ausführungen der Oberschlesischen Eisenbahnbedarfs-Gesettschaft über die wenig günstigen Aussichten der schlesischen Hüttenindustrie, der Rückfall des deutschen Stabeisenmarktes in Schwäche, die Verschlechterung des westlichen Kohlenmarktes und die kritisch: Wendung des Frachtenmarktes Marktes haben ihren Eindruck nicht verfehlt. Auch die schlechteren Geschäftsabschlüsse, mit denen jetzt die Nachzügler unter den Jn- dustricgesellschaften herauskommen, sind nicht unbemerkt geblieben. Zu den Gründen, die der Spekulation eine Verminderung ihrer Engagements nahelegten, gehörte auch die Rücksicht auf die Geld- marktverhältnisse. Es lagen zwar wieder freundlichere Meldungen über die Gcstalttntg des englischen Gckdmarktes vor, aber bei uns liegen die Geldverhältnisse nicht so günstig wie sonst im Avril und hat sich der Privatdiskontsatz wieder etwas ermäßigt, so will man doch erst abwarten, in welchem Maße sich eine Erleichterung des Geldstandes bemerkbar machen wird. Beachtet wurde, daß der Produktenmarkt unter dem Einfluß des letzten wenig günstigen Berichts vom Saatenstand in Preußen eine feste Haltung angenommen hat. Die Ernteaussichten scheinen nicht so günstig zu liegen, wie es den Anschein hatte. Unter stärkeren Schwankungen verkehrte namentlich der M o n t a n- markt, an dem Phönix-Aktien im Vordergründe des Interesses standen, weil verlautete, daß die Gesellschaft seit Juli 1910 einen Mehrgewinn von rund 4 Millionen Mark erzielt habe. Die Auftoärtsbewegung war nur von kurzer Tauer, sowohl.Phönix- Aktien als die anderen Montanpapiere unterlagen später stärkerem Angebot. Aehnlich war es mit t>cm Kassamarkt bestellt. Das Gros der favorisierten Papiere stagnierte oder lag schwach. Etwas fester lagen Schlickert ^Aktien auf Andeutungen über Elektrisierungspläne in Bayern, wobei cs sich um ein Objekt von etwa 15 Millionen Mark handeln soll. Andere Elektrizü.ätswerte zeigten ebenfalls befestigte Haltung. Ter Danken in a_r k t neigte zur Schwäche, ebenso Bahnen, nur Schontung und Staatsbahn waren gebessert. Schiffahrtsaktien zeigten matte Haltung, konnten sich aber schließlich erholen. Etwas gebenett waren auch heimische Fonds infolge der Auslösung des Konsortiums für die 31 * * *,2ooigcn Anleihen. Von fremden Renten batten Portugiesen und Mexikaner unter den politischen Meldungen etwas zu leiden^ Privatdiskonto SVie0/»- Handel. O Nidda, 21. April Gegenwärtig sind in unserer Ofcgenb’ die Preise für schlachtbares Rindvieh so doch, wie noch nie. Zum Osterfeste Taufte Metzgermeister H. Rullmami II. hier von einem Landwirt zwei Ochsen für 1600 Mark. Die Gemeinde Wallernhausen erlöste beim Verkauf eines dienstuntauch- lichen Faselochsen 900 Mark. Tas Tier hatte etwas mehr als 30 Zentner Lebendgewicht. Für Kälber wurden 60 bis 62 Psg. Lebendgewicht bezahlt. Dagegen ist der Preis für fette Gdvoeinc gesunken. Solche wurden schon zu 56 Pfg. das Pfiirw Schlachtgewicht eingefauft. Markte. F. C. Wiesbaden. Diehh o a r k tb e r i cht vorn 21. April. Austrieb: Rinder > 9 (Ochsen 6, Kühe 63, Bullen 00), Kälber 240, Schale 126, Sehweine 228. Tendenz: Rinder, Kälber, Schaft und Schweine ruhig. Pt eis Turch- pro 100 Psd. schnittspreiS tebcnb» L-ru-ch> pro 100 l'hmt) gtividu ■ Ochsen. von-blSvon-bir Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtivettes, höchstens 6 Jahre alt 49—51 88—90 Junge, fleischige, nicht ausgernäsle und äUeve ausgemästete 45—48 S4—87 Ungejochte 50—53 91—95 Färsen, K ü h e. Bollsteischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtivertes 47—52 35—91 Vollfleijchlge ausgemästete Kühe höchst. Scl)lachtwertes bis zu 7 Jahren. . 40—43 77—78 2UUere ausgemästete Kühe und ivenig gut entwickelte jüngereKühe it. Färsen 36—39 73—77 Mäßig genährte Kühe und Färsen . . 32—35 65 — 70 Kälber. Feinste Mastkälber 65—68 105-114 66 109 Mittlere Mast- und beste Saugkälber . 63—68 104-112 >3 108 Geringere Mast- und gute Saugkälber 57—62 95—103 59 >9 Geringere Saugkälber 42—45 85—90 43 87 Schale. Aeltere Masthammel und gut genährte Schaft 40-42 82-85 41 83 Weidemastschase 47-49 61-63 48 62 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 47—49 61—63 48 62 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 47—43 60—61 47 60 Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgeivicht 47—48 61—62 47 61 Fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 43-00 55—00 43 55 Ueberftanb bei Rindern, Kälbern, Schaken und Schweinen. flcromt 50 89 46 85 51 93 19 88 41 77 37 75 33 67 fe. Frankfurt a. M., 21. April. H e u- und S t r o h m n r kt. Angeiahren waren 9 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,30—3,50 2)1 f., Stroh (Kornlangstroh) 0,00 bis 0,00 Mk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles Siir 5u Kilo. Geschäft rege. — Die Zufuhren waren aus Oberhessen und bem Kreise Dieburg. Dr. Zucker's >1 obleniäurebäber mit den Kisten sind nach den neuesten vergleichenden Untersuchungen von Vrosessor Dr. Junghahn und Dr. Baedecker-Berlin ein einzigartiger vollwertiger Ersatz der Bäder in Rauhei ni, Kissin g c n nsiv. dis Abeba abspielten. Oft durchlebten wir Augenblicke der furchtbarsten Aufregung. Wir waren häufig nahe am Bürgerkrieg, und es war ein tiefer Schmerz, den unglücklichen Kaiser zu sehen, wie er stumm der furchtbaren Tragödie in seinem Palaste, von der er jede Phase verfolgte, beiwohnen mußte. Man kann sich kaum ein ergreifenderes Drama vor stellen, als das dieses Herrschers, der über den Kampf gegen die Kaiserin, die Gefährtin seines Lebens und seine Mitarbeiter in, genau unterrichtet mar unb der doch weiter nichts tun konnte, als mit seiner zitternden Hand auf ein ätikE Papier die Worte kritzeln: ,^Jch will nicht, daß sie abreift." Die Kaiserin reifte denn auch nicht ab unb bleibt fitzt am Schmerzenslager bes alten Kaisers als eine hingebende Krankenpflegerin, die auf jeden kleinsten Wurrfch des Leidenden lauscht. Sie hat jede politische Absicht aufgegeben. Die Ras regieren im Namen von Ligh Jassu, und der Kaiser beobachtet sie, besorgt, was aus seinem Werke werden sott. Als ich von Abessinien ab reifte, ging es Menelik besser, und ich begab mich zu ihm, um mich zu verabschieden. Seit über einem Jahr hatte er kein Wort mehr gesprochen, aber jetzt öffnete er den Mund und fragte: „Wohin gehst du?" Ich antwortete ihm: „Nach Paris." Da hob er die Hand, die sich noch bewegen konnte, drückte mir den Arm und sagte: „Aber auf den ersten Ruf wirst du doch zurückkehren?" Ich versprach es ihm, und er dankte mit einem Blick. An jenem 5. Januar hatte also der Negus das Wort wiedergefunden, aber für einen Mann wie Menelik heißt es nicht leben, wenn er auf einem Lehnstuhl ober auf einem Bett wie gefesselt daliegen muß, unfähig, seinen Witten auszuführen, unb in schwerer Sorge, ob seinem Werke Lebensdauer verliehen sein wird. ..." gestellt, deren Ergebnis sie hoffen läßt, ein Serum zur Erzielung von Immunität gegen diese schreckliche Krankheit zu entdecken. Sie hatten für ihre Untersuchungen das Lepra-Krankenhaus von Jberville zur Verfügung, das bereits feit 20 Jahren besteht unb in dem eine Reihe von sehr komplizierten Fällen zur Behandlung gelangen. Lange Zeit war es sehr schwierig gewesen, die Leprakranken in dem Asyl festzuhalten, aber man hat bas Heim so komfortabel eingerichtet, daß jetzt alle Vorurteile dagegen aufgegeben sind und die von der Krankheft Befallenen ober auch nur Verdächtigen sich ohne weiteres hineinbegeben. Auf diese Weise hat man die Krankheft in Luisiana erfolgreich bekämpfen und die Fälle von Erkrankung bedeutend herabmindern können. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, zeigen auch die .Kranken selbst Besserung ihres Zustandes, unb in sechs Fällen ist sogar eine Heftung erzielt. Tie Behandlung ist einfach unb besteht in der Hauptsache in einer vernünftigen Lebensweise, häufigen warmen Bädern unb ernigen Ritteln. Zugleich haben die beiden Aerzte über das Wesen der Krankheft einige n?ue Tatsachen ermitteln können, über die die Revue berichtet. Man schreibt die Entstehung der Lepra gewöhnlich dem Genüsse nicht gekochter und verdorbener Fische zu, wie die Krankheft in der Reget auch nur unter einer an einem Ufer wohnenden Bevölkerung ausbricht. Sie ist jedoch nicht erblich unb durch einfache Berührung zu übertragen, wie man wohl angenommen hat, sondern sie entsteht nur durch den Genuß von mit Levrabazillen infit ziert em Fisch, insbesondere des Goldfuchs. Der Leprabazillus, der bereits von Hansen und Neißer 1880 entdeckt wurde, gleicht! in seiner Form und seinen sonstigen Eigenschaften fein' genau dem Tuberkelbazillus. Er widersteht jedoch den Mitteln, b-: die anderen Mikroben zerstören. Die beiden amerikanischen Aerzte sind nun eifrig tätig, ein' Serum zu entwickeln, bas die Leprabazilleu: zu vernichten vermag. — Krankenlektüre An die Aerzte. Dem „Kunstwart" wirb geschrftben: „Es gibt kaum eine Zeit, die den Menschen so empfänglich für gute Lektüre findet, wi? die Wochen r nesung nach einer schweren Krankheit Auch während der L id ten Krankheitszustände, die bei dem heutigen Vcrsicherungswe >en selbst die Minderbemittelten in Scharen in die Krankenhäuser -sühren, sind die Leute geneigt, ihr Interesse von den Alltagssorgen bcc Berufslebens höheren Ting en zuzuwendett. ^inb nun unsr. •; rauten* Häuser gerüstet, dieses Verlangen nach geistiger „Theraui-" zu; befriedigen? Tie Antwort muß betrüben. Tie Bücherei, die den Patienten zur Verfügung steht, ist in den meisten /Villen durchaus minderwertig. Von einer bewußten Auswahl bester, oder doch guter Bücher ist keine Rede. Meist findet man • ? iehr geringe Anzahl von mittelmäßigen Romanen, die von u ndeinem Gönnerder seinen Bücherschrank vom Schund säuberte, geftif! t wurden^ Taneben eine Reihe von alten Journalen, Witzblättern, illustrierten Wochen- und Monatsschriften, die die Aerzte nr! - -u Hause Herumliegen lassen wollen." Nicht minder trostlos sieht es übrtgensi in den Wattezimmern der Aerzte (unb Rechtsanwalt- aus. Auch hier werden dem Patienten, der bei dem langen, oft unru befallen Warten geradezu zum Lesen gezwungen ist, alte Bäderprospekte, illustrierte „Prachtwerke", zerschlissene Albums und ab<".grift-mq Bände irgendeiner „ttnterhaltungsbibliothei" ober gar :K 11-imr» albums zu gemutet. Unb bock ist eine kleine geh-;-’. Bus .rrt- etwa aus ben billigen Sammlungen zusammcngestellt, um . nig Geld zu beschaffen. Tie „Regiekosten" könnte das Einkommen des fcerrn Doktors nrch tragen. Fr. -v •/.; den Einfluß des seelischen Zustandes seiner 9? arten Len aur ‘ ren i .rr erlichen sehr unterschätzt, wird er.sogar diese Au-o- ols „unnütz" im engsten Berufsinteresse anseh.it b:ir;rn .-swuhl wird nicht allzu große Schwierigkeiten bereit .- ein gefunbaj Humor wird den Vorzug versienen, doch nick: allein ! ?rrschen! dürfen. Der Dürerbund wird in der Liste „Leichtes zum Lesen", die er vorbereitet, auch einige besonders als Krankenleftüre geeignete Bücher anführen. Standesaiirtsriaehrichten. Gießen. Aufgebote: ?lpril 15. Heinrich Schmalbach, Maurer, tnit Gifabetha Rahn, beide in Rebgeshain. — 15. Konrad Weppler, Krauerciarbeiter in Schlitz, mit Maria Geßner in Grebenau. — 1b. Karl Müller, Postschaffner in Gießen, mit Katharine Broch tu Holzheim. — 19. Heinrich Wilhelm Heidlindemanu, Kaufmann ßn Gießen, mit Maria Dernhardine Marxmeier in Bremen. — A). Moritz Weisenbach, Bankier in Würzburg, mit Betty Stern in Fulda. Eheschließungen: April 15. Karl Schmidt, Schlosser- Vieister in Jena, mit Christine Weis in Gießen. — 15. Karl Pfeil, Schreiner, mit Katharina Lingelbach, beide in Gießen. — 15. 6ohann.es Schl eit er, Hilfsheizer, mit Minna Klingel Höfer, beide in Gießen. — 15. Arno Voigt, Glaser, mit Johanna Sickert, beide in Gießen. — 15. Karl Reeh, Schreinermeister in Grünberg, mit Charlotte Preis, geb. Hill, in Gießen. — 15. Berthold Tannhauer, Maschinentechniker in Mettmann, mit Marie Vogel in Gießen. — 15. Wilhelm Giesler, Schlosser, mit Helene Schneider, geb. Herrmann, bcibe, in Gießen. — 18. Dr. Heinrich Lust, prall. Arzt in Kirtorf, mit Emilie Brück in Gießen. — 18. Karl Schork, Lehramtsassessvr in Ober-Ingelheim, mit Charlotte Gregori in Gießen. — 19. Dr. Hugo Hepding, Hilfsbibliothekar und Privatdozent, mit Anna Luise Quentell, beide in Gießen. Geborene: April 5. Dem Kaufmann Ernst Balke eine Tochter, Ottilie Lydia Hildegard. — 11. Dem Friseur Johann Leonhard Götz eine Tochter, Anna Margarete. — 12. Dem Fabrikarbeiter Philipp Brück ein Sohn, Wilhelm. — 12. Dem Lazarett- Unterinspellor Friedrich August Weide ein Sohn, Hans Heinrich Louis Otto Tilo. — 12. Dem Großh. Kreisgeometer Georg Knapp eine Tochter, Emma Margareta Anna. — 13. Dem Metzger Adolf Schrader ein Sohn, Adolf Paul. — 14. Dem Oberlehrer Friedrich Lamby ein Sohn. Heinrich Joseph. — 14. Dem Makler Otto Scheel eine Tochter, Ludmilla Alfrieda. — 15. Dem Dienstmann Heinrich Wilhelm Frank ein Sohn, Paul Theodor. — 16. Dem Druckereibesitzer Wilhelm Herr ein Sohn, Otto. — 16. Dem Eisenbahnschaffner Wilhelm Jünger eine Tochter. — 16. Dem Maler- und Weißbindermeister Wilhelm Emil Euler eine Tochter. — 18. Dem Reisenden Wilhelm Wieth eine Tollster, Margarete. — 19. Dem Postboten Christoph Hochstein ein Sohn, Ludwig. — 19. Dem Hilfsheizer Wilhelm Clemens ein Sohn, Arthur Erich Willy. — 20. Dem Maurer Ludwig Rinn eine Tochter, Marie Wilhelmine Friederike. — 20. Dem Fabrikarbeiter kLudwig Müller eine Tochter, Alwine Marie. Gestorbene: April 15. Mina Daum, geb. Hirsch, 88 Jahre alt, Licher Straße 74. — 15. Anna Schupp, 9 Monate alt, Sonnenstraße 3. — 17. Karoline Lampas, geb. Koch, 77 Jahre alt, Moltkeftraße 2. — 18. Marie Engel, 22 Jahre alt. Neuen Däne 2. — 18. Luise Vetzberger, 54 Jahre alt, Licher Straße 74. *- 18. Anton Biehl, Heizer, 40 Jahre alt, Neuenweg 31. — 19. Karl Bonarius, Schuhmachermeister, 58 Jahre alt. In Löbers Hof 9. Alten vuseck. Eheschließungen: April 17. Heinrich Faulstich, Stein- hauer in Rüddingshausen, mit Sophie Schmidt in Alten-Buseck. Geborene: April 13. Dem Landwirt Ludwig Opper erne Tochter, Magarethe. Beuern. Sterbefälle: April 15. Philipp Müller V., Schneidermeister, 56 Jahre alt. Bübingen. Aufgebote: April 13. Christian Wilhelm Wagner, Schreiner in Büdingen, mit Auguste Sophie Marie Fay in Gedern. Eheschließungen: April 17. Wilhelm Steinmark, Küfer, mit Anna Marie Lust, beide in Büdingen. — Karl Türck, Landwirt in Büdingen, mit Karoline Lirnpert in Gedern. Geborene: April 15. Dem Fabrikarbeiter Konrad Bechtold eine Tochter, Marie. Butzbach. Aufgebote: April 18. Nicolaus Brandt, Meiereibesitzer tn Driedorf, mit Trine Algen in Brokdorf. — 19. Ludwig Krug, Sergeant, mit Elisabethe Buß, beide in Butzbach. die Nähmaschine des 20. Jahrhunde ts. Man kaufe nur in unseren Läden ------ oder durch deren Agenten. = Reparaturen schnell,billig,fachgemäss Ersatzteile, Nadeln, Oel, Garn. Singer Co. Mähmaschinen Act. Ges. liessen, 1. 2699 Große Reklame zu machen erlauben mir meine alleräußersten, billigsten Verkaufspreise nicht. Mein Lager ansehen und sich überzeugen! Es lohm sich zu mir zu kommen! [2563 Joh. Fr. Schaaf Fahrradliandlung, Wetzsteinstrasse 44, Die besten Werkzeuge zur Holzbearbeitung 2698] kaufen Sie bei J> Hauset*, Giessen Neustadt 56. Telephon 660. Rodheüner-Str. 42. Eheschließungen: April 15. Dr. Georg Heinrich Paul, Oberlehrer in Rixdorf (Kreis Teltow), mit Alice Elise Heil in Butzbach. — Johann Georg Schäfer, Fabrikarbeiter in Lamm erspiel (Kreis Offenbach a. M0, mit Marie Binkmann in Butzbach Geborene: April 16. Dem Sergeant August Friedrich Ernst Heißner ein Sohn, Robert August Heinrich Lang-Göns. Aufgebote: April 19. Ernst Alfred Rompf, Landwirt, mit Anna Luise Nern, beide in Lang-Göns. Eheschließungen: Aprll 16. Heinrich Boller IV., Schlossermeister, mit Emma Elise Schimpf, beide in Lang-Göns. — Karl Heinrich Wenzel, Dienstknecht, mit Emma Schmidt, beide in Lang-Göns. — Wilhelm. Schaub, Maurer in Lang-Göns, mit Christina Zimmermann in Lützellinden. Langsdorf. Eheschließungen: Ernst Jung, Schlosser in Münzen- berg, mit Minna Roth in Langsdorf. Laubach. Eheschließungen: April 20. Karl Becker, Oberlehrer in Alzey, mit Luise Marie Amalie Johanna Roßbach in Laubach Sterbefälle: April 17. Lina Köhler, 4 Jahre alt. Leihgestern. Eheschließungen: April 15. Karl Gremm, Dienstknecht in Leihgestern, mit Katharine Peppler in Großen-Linden. Sterbesälle: April 9. Philipp Opper, Grubenarbeiter, 30 Jahre alt. — 14. Karl Brück III., Telegraphenarbeiter, 27 Jahre alt. Lich. Aufgebote: April 18. Arthur Bruno Braun, Schreiner, mit Anna Elisabethe Zörb, beide zu Lich. — 20. Ludwig Wolf, Landwirt, mit Dtarie Magdalene Jung, beide zu Lich Lollar. Geborene: April 14. Dem Former Peter Müller ein Sohn, Albert. — 16. Dem Schlosser Jakob Brück ein Sohn, Ernst. Zriedberg. Aufgebote: April 19. Heinrich Grünewald, Lehrer in Vonhausen, mit Anna Zöll in Friedberg. Eheschließungen: April 15. Friedrich Reinhold Frickinger, Kaufmann tn Nürnberg, mit Maria Winkler in Friedberg. — Heinrich Siebert, Zahlmeisteraspirant und Sergeant in Ließen, mit Johanna Frieda Kegler in Friedberg. — Johann Heinrich Friedrich Balser, Gärtner, mit Lina Elisabethe Katharina Mosbach, beide in Friedberg. Geborene: April 15. Dem Schuhmacher Bernhard Deutsch ein Sohn, Fritz. Sterbefälle: April 13. Maria Müller, 3 Jahre alt. — 18. Heinrich Karl Sck)äfer, Messerschmiedemeister, 67 Jahre alt. — Adolf Wilhelm Bender, Taglöhner, 58 Jahre all. Garbentelch. Geborene: April 10. Dem Weißbindermeister Heinrich Briegel eine Tochter, Anna. — 10. Dem Taglöhner Heinrich Stumpf eine Tochter, Enenore. — 17. Dem Bergmann Friedrich Zipse eine Tochter. Großen-Linden. lttein-Linden. Eheschließungen: April 15. Heinrich Becker, Tag. löhner, mit Emilie Jünger, beide in Klein-Linden. — Wilhelm Brückel, Weißbinder tn Leihgestern, mit Katharina Reusckling in Mein-Linden. — Friedrich Lenz II., Weißbindermeister in Klein- Linden, mit Katharine Luh in Darmstadt. Sterbefälle: April 19. Philipp Weigel XII., Landwirt, 75 Jahre alt. Kroftorf. a) Standesamt Krofdorf: Gemeinden Kinzenbach, Krof« dorf-Gleiberg, Vetzberg. b)StandesamtLaunsbach: GemeindenLaunsbach,Wißmar Eheschließungen: 2lprll 15. Ludwig Schnepp, Hüttenarbeiter in Krofdorf, mit Karoline Vogel in Vetzberg. Geborene: April 13. Dem Pflasterer Ludwig Kreiling in Krofdorf ein Sohn, Wilhelm Ernst. — 15. Dem Hüttenarbeiter Ludwig Baacarde in Wißmar eine Tochter, Johannettc. 16. Dem Maurer Karl Schieferstein in Krofdorf eine Tochter, Klara Johanna. — 19. Dem Schuhmacher August Kesselring in Wißmar ein Sohn, Albert. Sterbefälle: April 18. Katharine Hofmann, geb. Tasch, in Kinzenbach, 70 Jahre alt. Treis an der Lumda. Aufgebote: April 4. Johann Heinrich Wolf, Lcurdwirt tn Treis a. Lda., mit Helene Röhrsheim in Mainzlar. ©ebortfne: April 11. Dem Taglöhner Balthasar Lemmer ein Sohn, Balthasar. Sterbefälle: April 8. Helena Schaaf, 88 Jahre alt. — 11. Johannes Becker VIII., Landwirt, 71 Jahre all. — 16. Heinrich Kehr III., Landwirt, 36 Jahre all. Schotten. Eheschließungen: April 15. Karl Glock, Stadtrechner, mit Antonie Elise Karoline Grandhomme, beide in Schotten. Geborene: Aprll 12. Dem Lanübriefträger Friedrich Wilhelm Stoffel ein Sohn, Karl. Watzenborn-Steinberg. Geborene: April 9. Dem Schuhmacher Karl Haas II. em Sohn, Karl. wieseck. Eheschließungen: Aprll 17. Karl Balser, Landwirt, mit Emma Keßler. Geborene: April 12. Dem Milchhändler Philipp Oß- wald V. ein Sohn, Karl. — 13. Dem Bahnarbeiter Karl Schnabel ein Sohn, Karl. — 17. Dem Schuhmacher Hermann Schwarz ein Sohn, Hermann. Zamiiien-Nachrichten aus anderen Orten. Verlobte: Fräulein Hulda Jakobi in Helfta bei Eis leben mit Max Wolter in Bad Salzhaufen. Fräulein Emmy Vollrath in Freiend,etz-Tietz mit Herrn Ferdinand Glöckner in Wetzlar. — Fräulein Elie Behr in Esfen-Rüttenjcheid mit Herrn Hugo Becker in Düsseldorf. Gestorbene: Frau Elifabetha Dörr Witwe in Hoch- Weisel. — Herr Konrad Christian Wolf in Wohnbach. — Herr E. Scriba in Darmstadt. — Herr Jakob Ml'mcy in Wetzlar. — Herr Konrad Köhlinger in Nauborn. — Herr Heinrich Schmoll, Fräulein Christiane Purgold, beide in Marburg. Eheschließungen: Wilhelm Spengler, Taglöhner in Großen-Linden, mit Elisabethe Schmidt in Kraftsolms. Geborene: April 10. Dem Schuhmacher Rudolf Klotz ein Sohn, Albert Rudolf. Sterbefülle: Aprll 19. Luise Christine Albach, 14 Tage all. Heuchelheim. Eheschließungen: April 17. Wllhelm Gernandt II., Militäranwärter, mit Helene Hofmann, beide in Heuchelheim. Geborene: April 8. Dem Landwirt Georg Jung III.. eine Tochter, Katharina. — 14. Dem Zimmergesellen Wllhelm Kröck III. ein Sohn, Theodor. Sterb efä ll e: Aprll 19. Philipp Kröck IV., Fabrikarbeiter, 73 Jahre all. TAPETEN1 * imt •*- MQUJBEJITZERN25%RABOTT ------1----------- Verlangen Sie franko gegen franko Katalog I........Tapete von 14- 45 Pfennig Katalog II........ Tapete von 50- 70 Pfennig Katalo III........Tapete von 75-300 Pfennig Ringfreie Tapeten-lndustrieC.Kupachf Frankfurt a.M. O. Alte Gasse Nr. 14 A-r: • ... ’ • IH r Frl. Olga Theiss, HÄ® empfiehlt sich zur Anfertigung künstl. Zähne in Gold und Kautschuk. Kronen und Brückenarbeiten, Plomben in Gold, Silber und Porzellan. Schmerzloses Zahnziehen. Schonendste Behandlung. 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