Dte heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. b lief Lid) e Gewinn. verliefen. ergebnislos Pros. Wilhelm Gftwais über Universttätsreform ratS Ausdruck gegeben. Teilweiser Erfolg 47,3 °/0 64,ö % Kein Erfolg 32,2°|e 5 p/r Die Nachwahl im ReichStagSwahlkreise Jmmenstadt-Kempten, die durch den Tod des Abgeordneten Schmid notwendig geworden ist, wird eine recht interessante werden. In diesem Wahlkreise hat das Zentrum ein Mandat zu verteidigen, welches es im Jahre 1907 nur mit Hilfe der Sozialdemo- Der Hirtenbrief des Papstes. Elf ent schreibt uns: Was der römische Priester Prinz Max von Sachsen in seiner Zuschrift an die Zeitung „Rom und der Orient" an der römischen Kirche gesündigt hatte, war durch seinen Fußfall im Vatikan gesühnt; was er mit seiner Zuschrift erreichen wollte, nämltch die Vereinigung der römischen und der griechischen Kirche, hatte in Konstantinopel eine Ablehnung erfahren, so daß damit die ganze Angelegenheit erledigt war und nur in Deutschland ein Rest des Mißbehagens davon zurückblieb, daß ein Prinz, der einem deutschen Fürstenhause angehört, das sich ganz hervorragende Verdienste um die Reformation erworben und "der ein fast ganz protestantisches Land herrscht, rüekhaltlos zu Kreuze kriecht, wie jeder andere beliebige Landpfarrer, sobald man in Rom nur die Stirn runzelt. oaen WM en. irr meint, es roeroe !che durchaus für die Ausbildung zu Berufen eingerichtet sind, und außcr- Damit hätte die Angelegenheit des Prinzen Max aus der Welt geschasst sein müssen und ebenso die Frage, ob an eine Vereinigung der römischen und gried)ischeu Kirche heute überhaupt noch zu denken ist. Der neueste Hirtenbrief des Papstes droht aber diese beiden Fragen wieder in einer Weise neu zu beleben, daß sie wohl nicht so bald von der Tagesordnung verschwinden dürften. Denn wenn Papst Pius X. jetzt vor aller Welt dem Bruder des Königs von Sachsen Dinge ins Gesid)t schleudert, die wie „verdammte Irrtümer", „schwerer Tadel", „schweres Aergernis", „schmerzliches Erstaunen", „frechste Entstellung", die ganze brutale Herrschsucht und UeberhebungRoms zeigen, so dürfte das, mag auch der frühere Reiteroffizier im Priesterrock untergegangen sein und auch diese neueste Ohrfeige demütig ent gegen nehm en, doch am Dresdener Hofe schweres Aergernis und in Sachsen überhaupt einen Sturm der Entrüstung Hervorrufen, der für das Verhältnis zwischen Dresden und Rom nicht gleichgültig sein kann. Gleichzeitig aber werden auch die Bischöfe der orientalischen Kirche, an die der Hirtenbrief gerichtet ist, und die der Papst ermahnt, von ihren Irrtümern abzustehen und so den Augenblick der Vereinigung der beiden Kirchen zu beschleunigen, erkennen, daß man in Rom nach wie vor daran festhält, die christliche Wahrheit am reinsten zu besitzen, und daraus die Suprematie des Papsttums über die Pariarcheu von Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem begründet. Und doch hat sich die christliche Lehre im Orient zweifellos reiner erhalten, als im Okzident. Denn die Frage, ob der heilige Geist nur vom Vater, oder vom Vater und Sohne ausgegangen sei, die zum Schisma führte, wird in den Evangelien ebenso wenig berührt, wie die römische Lehre von der unbefleckten Empfängnis und dem Fegefeuer in ihnen eine Grundlage findet. Die griechische Kirche hat oeshalb diese Dogmen auch nicht angenommen, und wenn Prinz Max von Sachsen sie kritisierte, so hat er dabei jedenfalls das Recht der Wissenschaft auf seiner Seite. Und ebenso steht es mit dem Vorwurf, den er der Herrschsucht der katholischen Kirche machte, an dem man im Vatikan ganz besonderen Anstoß genommen zu haben scheint. Wie die katholische Ueberlieferung, daß Petrus der erste römische Bischof gewesen sei, nicht historisch beglaubigt ist, so sino auch die Mittel und Wege, die die Päpste einschlugen, um Roms Herrschastsansprüche zu begründen, recht dunkle und sragwürdige. Man hat mit den Fälschungen eines Isidor Mercator gearbeitet, der im 9. Jahrhundert eine Sammlung päpstlicher Dekretalien verausgab, unter die solche der Päpste der ersten drei Jahrhunderte eingeschmuggelt waren, aus denen nicht nur die Ansprüche des Papsttums auf den Kirchenstaat, sondern auch auf die Suprematie über die orientalischen Patriarck)ate hervorgehen sollte. Das ist zweifellos historische und wissen- schastliche Wahrheit: wer sic aber ausspricht, wie Prinz Max, oder daran festhält, wie die orientalischen Bischöfe, muß es sich gefallen lassen, daß Rom chn zum Widerruf zwingt oder zur Ablegung der Irrtümer ermahnt. Was der Papst mit der Veröffentlichung des Hirtenbriefes eigentlich bezweckte, läßt sich schwer sagen. Er mußte von vornherein wissen, daß dieses neueste Werk einen Sturm zur Folge haben würde, aber er sagte sich wohl gleichzeitig, daß diese schwerste Demütigung eines deutschen Fürsten, sowie die zur Schau getragene Ueber- hcbunq gegenüber der orientalischen Kirche wohl geeignet seien, die dNacht Roms so recht der Welt vor Augen zu stellen. Und das war im Interesse des Vatikans notwendig in einer Zeit, wo sich Frankreich, Spanien und Portugal von der Kirche abwenden, und wo der Kamp) gegen den Modernismus trotz aller Knebelungsdekrete noch keineswegs mit einem Siege geendet hat. Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, bedeutet der neueste Hirtenbrief des Papstes einen Fischzug nad) all den Seelen, die sich von der römischen Kirche bereits abgewendet haben oder auf dem besten Wege sind, es zu tun. Wir glauben aber, dc.ß man sid) im Vatikan dabei verrechnet. Denn wird nicht das Aufrühren dogmatischer Streitigkeiten gerade sehr viele Katholiken, die sich jetzt nicht darum bekümmern, dazu ücranialen, sid) mit dem Inhalt der Lehre der katholischen Kirche einmal näher zu beschäftigen? So sind für den Vatikan recht peinliche Auseinandersetzungen keineswegs ausgeschlossen, und der Verlust, den sJlom hier erleidet, dürfte in der Folge größer sein, als der äugen» politische Lages-ctiarr. Ein Kampf» und Lernjahr für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In einem Rückblick auf das Jahr 1910 geht in den Mitteilungen der Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbande, im „Arbeitgeber", Dr. Tänzler, auf die wirtschaftlichen Kämpfe des verflossenen Jahres näher ein und stellt fest, daß das Jahr 1910[ür die Arbeitgeberverbände ein Kampf- und Lernjahr gewesen ist. Als Kampfjahr kennzeichnet sich das vergangene Jahr schon dadurch, daß in den ersten drei Quartalen fast die vierfache Zahl der Arbeiter in Arbeitskämpf e verwickelt war gegenüber der Zahl des Jahres 1909, mehr aber noch durch die große grundsätzliche Bedeutung, welche die großen Arbeitskämpfe des vergangenen Jahres für alle Teile gehabt haben. Aus diesen Kämpfen haben die Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände zahlreiche Lehren zu ziehen und werden gegenüber den erfolgreichen Vorgängen der Gcwerk- sd)aften noch mehr darauf bedacht sein müssen, ihre Organisation straffer und geschlossener zusammenzufassen und die Verbände nicht nur nach der Breite, sondern durch sorgsame Kleinarbeit auch nach der Tiefe auszubauen. Ein unerfreuliches Moment bei den Arbeitskämpfen des vergangenen Jahres war das Anwachsen der Ausschreitungen und der Gewalttätigkeiten. Mit den Wahlrechtskundgebungen und den Spazrergänaen sing die Eroberung der Straße an, bis sie in Moabit und auf dem Wedding ihren blutigen Höhepunkt erreichte. Mit Bedrohung der Nichtorganisierten begannen zahlreiche Ausstände, um mit schweren Kämpfen gegen Arbeitswillige and Polizei zu enben. Die Ausschreitungen in Charlotten- auf der Nelson-Säule stehen, nnb Src werd en mehr Publikum anlocken, als 25 Salomes. Es spricht nicht für das Publikum, daß es sich nur für diese beiden Premieren interessierte, und es spricht noch weniger für unsere Theaterfreunde, daß ich gezwungen wurde das Libretto und die Handlung zu verstümmeln. Eines i|tlieber: im Jahre 1910 gab es in England niemand, der das Be- dürfnis hatte, große Opernaufführungen zu erleben, ^zch habe die besten Künstler zu gewinnen gesucht, aber oft war das Haus kaum bis zu einem Siebentel gefüllt. Wenn ich unter solchen Umständen Opernaufführungen fortsetzen wollte, müßte ich Rockefellcr und Carnegie zug.eich sein/ Für Hammerstein klingen diese Erfahrungen se.nes R'.valen nid)t gerade ermutigend, sie sind eine Bestätigung der Meinung derer, die immer wieder betonen, daß London feinen echten Sinn für Musik besitze. Berlin, 4. Jan. Unter dem Vorsitz des Prinzen HeinricÜ konstituierte sich im Generalstabsgebäude der Arbeitsausschuß der dcutschenantarktischenExpeditiondes Oberleutnants Filchner. Der Prinz fprad) seine Freude aus, noch immer Männer zu finden, die bereit seien, für eine Idee ihre Haut zu Markte zu tragen und Opfer zu bringen. Die PerionachkeiL des Führers und der Expeditionsteilnehmer bürge ;ür einen Erfolg In den Arbeitsausschuß wurde unter anderen außer Filchüer der bayerische Gesandte Graf v. Lerchenfeld gewählt. Nach dem Plan des Oberleutnants Filchner soll daS öd}ifr „Deutschland" der antarktischen Expedition im kommenden Früh- iabr die Heimat verlassen und zunächst nach Buenos Aires gehen. Bon dort soll die Expedition zu Anfang des Südsommers ilber Süd-Georgien und die Sandwichinseln in den - Weddelsee vor-, stoßen. Äuf der Ostseite des Weddelsees in Eoatsland sott eine Basisstation für wissenschaftliche Arbeiten errichtet werden und als Ausgangspunkt für die Schlittenexpeditionen ins Innere bienen. Ein größerer S chl i 11envor stoß soll von vier Manu der Stationsbesatzung im Sommer 1912/13 in das Innere des Südpolarkontinents unternommen werden. Auch Kraftfahr- zeuge sollen benutzt werden. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Dem Vernehmen nach unterbreitete de^General-Jntendant be§ B r aunschweigischen HoftheaterS, Freil)err v. Wange n h e i m, dem Regenten die Bitte, in den Ruhestand tretet zu. dürfen. Dar Siasto der ©per in London. Während Hammer st ein unermüdlich an dem Bau seines neuen Operntheaters in London fortarbeitet, überrascht der Leiter der letzten Opernsaison in London, Thomas Beech am, die britischen Musikfreunde mit der pessimistischen Erklärung, daß die englische Metropole nicht imstande sei, ein ständiges Opernunternehmen zu besitzen, weil es in London kein Publikum gibt, das wirklich mit Liebe und Verständnis der Oper entgegentiitt. Thomas B echam hat im vergangenen Jahre drei Spielzeiten veranstaltet, zwei im Covent Garden und eine in His Majestys Theatre, und bei diesen Versuchen feststellen können, wie groß oder vielmehr wie klein das Theaterinteresse der Londoner Gesellschaft ist. Als ein Mitarbeiter bes Observer ihn dieser Tage besuchte, um von dem bewährten Theatermanne zu hören, wie er mit dem Erfolg seiner Jahresarbeit zufrieden sei, da antwortete Beechani mit einem lakonischen: „Aufs höchste unzufrieden." Nachdem die erste Sensation einer Aufführung verrauscht ist, wenn die Premiere erledigt ist, dann kommt niemand mehr in das Operntheater, und für hundert Nrusikfreunde allein kann man nicht eine große Oper unterhalten. Beecham wies darauf hin, daß er nun zum ersten Male den Versuch einer ganzjährigen Spielzeit unternommen hat; er gab dem Drängen jener Enthusiasten nach, die über das Fehlen einer großen Oper in London jammerten, und das Ergebnis dieses Experiments ist für die britische Siebenmillionenstadt mehr als beschämend. „Es handelt sich nickst um nur mittelmäßig oder chlecht besetzte Häuser: in London gibt es kein Opexnpnblikum. Tie Ankündigung eines neuen Werkes wirkt wie die Aufrichtung einer Warnungstafel: man meidet wochenlang die Gegend, wo dieser künstlerische Versuch unternommen wird. Das Wort „Erstaufführung" hat auf das Londoner Publikum nur eine Wirkung: es schaudert und flieht." Als dann die Rede darauf kam, mit welcher Spannung und Aufregung Beecharns Aus- führungen der „Elektra" und der „Salome" erwartet wurden, hatte der Operndirektor nur ein bitteres Lächeln, «fassen Sie einen Elefanten auf einem Bein bürg, Köln, Remscheid, Hamburg, Bremen usw. stehen mit blutiger Schrift auf dem Schuldkonto der Sozialdemolratia und ihrer Gewerkschaften. Solchen Dingen und der neuerdings immer mehr beliebten Sabotage muß mit den schärfsten Mitteln entgegengetreten werden. Zweifellos stehen schwerere Kämpfe als 1910 bevor, und es wird fid) zeigen, ob man auf die Dauer sich die Mißachtung der persönlichen Freiheit ohne energische Sühnemaßregeln wird gefallen lassen tonnen. Das Reichsarbeitsblatt macht über Umfang und Ausgang der Arbeitskämpfe im dritten Vierteljahr 1910 folgende interessante Feststellungen: Die Gesamtzahl der im dritten Quartal zum Abschluß gekommenen Aus stände betrug 6 5 5 gegen 4 4 5 in dem- Zeitabschnitt int Vorjahre. Von diesen Streiks wurden 29oo (1909: 1546) Betriebe betroffen, von denen 943 (480) zum völligen Stillstand gebracht wurden. 108 384 (1909: 69-689) dlrbetter beteiligten sich an diesen Arbeitseinstellungen. Soweit Streiks in Betracht kommen, steht in diesem Quartal, wenn man dte Bedeutung einer Arbeitseinstellung nach der Anzahl der setern- den Arbeiter bemißt, dte Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate an erster Stelle. In dieser Industrie wurde tn 46 Betrieben mit 26 242 Beschäftigten die AusstaudSbewegung beendet. Es folgen alsdann das Baugewerbe, m welcher es für 1007 Betriebe mit 26 126 Arbeitern zum Frieden kam, die Metallverarbeitung mit 7Ö2 Betrieben und 11177 Arbeitern, die Industrie der Holz- und Schnitzstvffe (448 Betriebe und 8685 Arbeiter), die Industrie der Steine und Erden (192 Betriebe und 8185 Arbeiter), das Verkehrsgewerbe (385 Betriebe und 4717 Arbeiter), die Textilindustrie (18 Betriebe und 4010 Arbeiter). In den übrigen Gewerben sanden nur belanglose Arbeiterbewegungen statt. Von den 655 im dritten Quartal beendeten Streiks der Arbeiter brachten diesen nur 134 (20,4 v. V) einen vollen Erfolg, 310 (47,3 v. 5).). einen hulmenen und 211 (3 2,2 v. H.) überhaupt keinen Erfolg. Die Gesamtzahl der in dem gleichen Zeitabschnitt von den Arbeitgebern verhängten Aussperrun gen betrug 79 ge gen 4 9 im Jahre 1909. Hiervon wurden 633 (1909: 1205) Betriebe mit 32 055 (24 961) Beschäftigten betroffen. Die umiang- reichsten Aussperrungen wurden von der Metallverarbeitung vorgenommen-, es wurden in 143 Betrieben 19173 Arbeiter entlassen. Sämtliche elf von dieser Industrie vorgenommenen Aussperrungen endeten mit einem Erfolg für die Arbeitgeber, neun sogar mit einem vollen Erfolg. Im Baugewerbe sahen ud) 415 Unternehmer mit 7034 Arbeitern zu einer Stillegung ihrer Betriebe gezwungen. Diese Maßnahme war tn 5 Fallen von einem vollen Erfolg, in 39 von einem teilmeifcit (Uio^a gekrönt, während nur bei 3 jeder Erfolg ausblieb. In der Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate endeten von 5 Aiissverrungen mit 22 Betrieben und 166b SIrbeitern - mit einem vollen, 3 mit einem teilweisen Erfolg. Im Bekleidungs gewerbe, in welchem 18 Betriebe mit 1608 Arbeitern den Be trieb einstellten, hatte diese Maßnahme tn einem tfalle einen vollen Erfolg, in 3 Fällen war derselbe nur teiltoeue. Ergebnislos war auch in dieser Branche keine Aussperrung. Zusammenfassend stellt Vie Uebersicht des Kaiserlichen Statistischen Amtes fest, daß von den sämtlichen 79 rm dritten Quartal 1910 beendeten Aussperrungen 24 (30,4 vom Hundert) einen vollen, 51 (64,5 v. H.) einen teilweisen Erfolg hatten und nur 4 (5 v. H.) »**■•’* Das Gesamtergebnis ist also: Voller Der bekannte Leipziger Chemiker Geh.-Rat Pros. Dr. Ostwald macht in der „Umschau" Vorschläge über eine Reform der Uni* versitäten und der höheren Schulen überhaupt. Er will zwischen Fachschul- und Forschungsunterricht, oder auch unterrichtsloser Forsdping eine Grenze gezogen wissen. Er meint, es werde Anstalten geben müssen, wel, beftimmten wissenschaftlichen Berufen eingerichtet sind, dem andere Anstalten, für welche die schöpferische Erweiterung der Wissenschaft die eigentliche Aufgabe ist, wobei sich ein persönlicher Unterricht dazu gesellen will oder nicht, je nach der Art und Natur der leitenden Forscher. Die Eigenart dieser Entwich lung liegt nach der Meinung des Leipziger Gelehrten darin, daß die gegenwärtigen Universitäten wieder unzweideutig den Charakter wissenschaftlicher Fachschulen annehmen werden. Von allen Lehrern dieser Fachschulen werde man dann, da ja für die Entwicklung der Wissenschaft durch das Vorhandensein der Forschung^ anflalten gesorgt sei, verlangen dürfen, daß sie den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf den Unterricht legen. Mit dieser Umwandlung hänge auch eine Reform u n- sererMittel schule zusammen. Wir werden endlich begreifen, daß die zwei oder drei letzten Schuljahre ein Raub an der Persönlichkeit des Schülers und an dem geistigen Ka' tat der Nation sind und daß ein regulierter Schulunterricht höchstensbis zur Erreichungdes Freiwilligenzeugnisses fortgeführt werden darf. Dann sind die jungen Leute reichlich reif, um in den Fachunterricht einzutreten. Sie sind aber gleichzeitig jung genug, um noch einige Beschränkungen ihrer persönlichen Freiheit zu ertragen, die für die erfolgreiche und regelmäßige Absolvierung des Fack>- ftudiums nur von Vorteil sein kann. Es wird mit einem Wgrt die künftige Universität sich wieder ein wenig dem Typus des englisch-amerikanischen College nähern müssen, von dem sich die Docküchule in Deutschland wegen der Aufnahme der Forschungsausbildung unter ihre Ziele entfernt hätte. Ostwcckd sagt, man müsse sich darüber klar werden, welche von beiden Ausgaben man lösen will, da man beide zusammen nicht wohl lösen kann. Er erwartet wegen dieser Ansicht insbesondere Proteste gegen die Degradierung der Universitätslehrer. In der Tat haben sich ja die akademischen Lehrer stets energisch gegen die Beschränkung der Universität zur Fachschule ausgesprochen und dem hat noch der jetzige Rektor der Berliner Universität, Geh. Rat Max Rubner, beim Antritt seines Rekto- Ersolg Bei den Streiks.....30,4 °'o Bei den Aussperrungen . . 30,4 °/9 Nr. 8 (Erftes Blatt W. Jahrgang Mittwoch, 4- Zamar M Der siebener ö TSF mo$attid)75 ertel- erscheint täglich, außer /W» ▼ . . . . 1 A jährlich Mk. 2.20: durch gSj»flÄ*AMAitA-tt i| -A#4AiAAMäsj«äs EiehenerZamttienblalter. SMRk M Md MZ M d W W M V M M W ■ ■ i F ■ ■ B diePost Mt.2.-viertel- sääfililr nr IIIl I ZI II ilIULL (DienstagundFrenag); WfiF » S W M TOW BL auswärts 20 B'enniq. monal - Land- ÖT 'ÖF M BS M ▼ M ▼ V yW ▼ Chefredakteur: A Goetz. wirtschaftliche deitfragen B Ä M Verantwortlich für den ' Anschlüsse: WKX volmschen Teil: August General-Anzeiger für Oberhessen Annahme" von Anzeige« ßotÄflottStoitf tttö Dctlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und rieindnrckerei R. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: §chu!ftrahe Land": E.Leß; für den bis v7r^w7s'9'üh^ Expedition für Büdingen: Vahnhosstrahe fba. - Telephon Nr. 50. Anzeigenteil: H. Beck. Tratte erlangt hat. Nach der durch den Mund des sozial- demokratischen Abgeordneten v. Dollmar erfolgten Kriegserklärung der Sozialdeinokratie gegen das Zentrum ist anzu- nehmen, daß die Sozialdemokratie bereits bei der Nachwahl das Zentrum nicht mehr unterstützen wird. Bei äußerster Kraftanstrengung wäre eS möglich, daß das Zentrum aus eigener Kraft das Dlandat behauptet. Den 12 013 Zentrumsstimmen standen 1907 10 638 nationalliberale und 2000 sozialdemokratische Stimmen gegenüber. Da die National- liberalen den bekannten Rechtsanwalt Dr. Thoma in AugS- blirg ausstellen werden und die Sozialdemokraten in einer Stichwahl für diesen Kandidaten stimmen werden, so dürfte das Mandat für das Zentrum kaum zu halten sein. * Die Hamburger Erbschaftssteuer für Abkömmlinge soll werter auS gebaut werden, und ;toar nach der Richtung, daß auch die Schenkung s st euer auf Abkömmlinge auSgebetynt wird. Aus Hamburg wird der „Boss. Ztg." darüber geschrieben: Während die Anhänger der schwarz-blauen Mehrheit, wenn auch schloeren Herzens, den Gedanken aufrecht zu erhalten suchen, daß eine Heranziehung der Abkömmlinge des Erblassers zur Erbschaftssteuer zu einer Schädigung des Familiensinnes und -Zusammenl-angens führen müsse, ist man h.er, wo die Erb- schastssleuec für Abkömmlinge schon längst besteht, bestrebt, d:efc noch weiter auszubauen. Ein bürgerschaftlicher Ausschuß, der über eine Abänderung des hamburgischen Erbschaflssteuergesedes berät, hat nämlich beschlossen, den Senat zu ersuchen, auch b.d Schenkungssteuer a u f Abkömmlinge auszu- dehnen. Er geht davon aus, daß die Steuer auf Schenkungen unter Lebenden eine wünschenswerte Ergänzung der Erbschasts- steuer bilde, weil ohne sie die Erbschaftssteuerpfticbt dadurch umgangen werden könne, daß der Erblasser erhebliche Teile seines Vermögens schon bei Lebzeiten seinen Erben schenkungsweise überlasse. Diese Gefahr wachse natürlich mit der Nähe der Verwandtschaft und sei besonders groß im Verhältnis zwilchen Eltern und Kindern. Gegen die Erweiterung der Steuerpjlicht der Abkömmlinge werde geltend gemacht, daß ein Eindringen der Behörden in die zwischen Eltern und Kindern bestehenden Beziehungen zu erheblichen Bedenken Anlaß gebe. Doch ergab eine Anfrage in Bremen, wo die Schenkungsabgabe für Abkömmlinge bereits seit dem Jahre 1904 besteht, daß dort die Handhabung des Gesetzes zu keinerlei Unzuträglichkeiten geführt hat. Deutsches Ueich. Die Berliner Korrespondenz bezeichnet es als erwünscht, daß die Stadtverwaltungen ihre ©teuer- Zahlstellen in den Postscheckverkehr einbeziehen, damit die Inhaber von Postscheckkonten ihre Steuern aus das Konto der Steuerzahlstelle überweisen lassen und die übrigen Steuerzahler ihre Steuern mit Zählkarte am Voftschal- Ler zahlen können. Zur Erleichterung wird für Die Postscheckkonteninhaber folgendes Verfahren eingeführt: . Die Steuerzahlstelle teilt dem Postscheckamte die zu den Fallig- keitstermtnen abzuschreibenden Beträge mit, das Popschect- amt belastet die Konten der einzelnen Steuerzahler, die sich vorher schriftlich damit einverstanden erklärt haben müssen und übersendet die Zettel den Teilnehmern mit hem nächsten Kontoauszüge. Die abgebuchten Beträge werden dem Konto der Steuerzahlstelle in einer Summe gutgeschrieben. Die Anfrage der Fortschrittlichen Volkspartei betreffend die Aufl)ebung des Z ü n o wa r en st e ue r° gesetz es, die an erster Stelle Der Tagesordnung der am wird, wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, 10. Januar stattfindenden Sitzung des Reichstages steht, sofort beantwortet werden. Ausland. Die Nachrichten über das Befinden des Kaisers Franz Josef lauten andauernd äußerst günstig. Meldungen aus NewOrleans besagen: Der frühere Präsident Boni! la sei in der Nähe von Puerto Cortes gelandet und habe sich selbst zum konstitutionellen Präsidenten von Honduras proklamiert. Es werde täglich ein Angriff zu Lande und zur See aus Puerto Cortes erwartet. Der Dampfer „Hörnet" sei bereit, die Stadt zu beschießen, falls sie sich nicht ergibt Den türkischen Blättern zufolge bestellte das türkische Marinem in i ft erium bei den englischen Werften zehn Kanonenboote, von denen acht für den Persischen Golf, zwei für die albanesische Küste bestimmt sind. Demnächst erfolgt die Ausschreibung eines Angebots für den Bau von 30 kleineren Kanonenbooten, die zur Ueberwachung der Küsten des Roten Meeres dienen. Die bulgarische Sobranje wählte einen Ausschuß, der den Tatbestand der Anklage gegen die stambulowisrischen Minister genau feststellen soll und der Sobranje noch in der gegenwärtiaen Session Bericht erstatten soll. Tie Sobranje wird dann entscheiden, ob die angeklagten Minister einem Ausnahmo- gerichtshos überwiesen werden sollen. AuS T e h e r a n wird acmeldet: MotassinedSaltaneh wurde dem Medschlis als Minister des Aeußeren vorgestellt, durch diese Ernennung ist das Ministerium der Justiz unbesetzt Deutsche Kolonien. Hamburg, 3. Jan. Heute vormittag fand eine Trau er- feier für den Major Dominik statt. Vertreten war der Senat der Stadt Hamburg, die Deutsche Kolonialgesellschast, das Kolonialmstitut, die Geographisch Gesellschaft, die Garnison von Hamburg-Altona und viele deutsch-afrikanilche Firmen. Das Infanterieregiment Nr. 76 stellte die Ehrenkompagnie. Professor P a s s a r g e vom Kolonialinstitut hielt die Gedächtnisrede. Ferner sprachen Alfred Stücken für den Verein westasrikanischer Kaufleute, Dr. Frierichsen für die Geographisch Gesellschaft. Der Hauptpastor Dr. v. Pröcker segnete dann die Leiche ein, die bann zum Bahnhof übergeführt wurde. Sehrimerat Zreiherr von Sagern s. Gestern um die Mittagsstunde gelangte die Nachricht hon dem Ableben des hessischen Gesandten in Berlin, Freiherr von Gagern, hierher. Wie überall in Hessen, hat die Trauerbotschaft, Die wir im größten Teil der Auflage noch mittcüen konnten, namentlich in Gießen und Ober- hesfen herzliche Anteilnahme hervorgerufen. Stand doch der oerftüibene verdienstvolle Beamte unserer Stadt und der Provinz Oberhessen durch seine langjährige amtliche Tätigkeit als erster Verwaltungsbeamter Overyessens besonders nahe. Ter äußere Lebenslauf des Dahingefchiedenen gestaltete sich wie folgt: Maximillan Freiherr von Gagern, geboren am 9. Oktober 1844 in Monsheim bei Worms, sein Vater war Heinrich Freiherr von Gagern, ehemaliger hefiischer Staats- mini|ter und Präsident der deutschen 9dationatOvr|anunlung 8H ptanLfürt a. M.) studierte nach Absolvierung des Gnm- nafiuniS zu Heidelberg auf den UniDer|itateii Göttingen, Heidelberg und Wien. Nach Absolvierung seiner Studien den hejsftchen Staatsdienst und war 1864—1866 ;OU «litaajee bei den hessischen Gesandtschaften in Wien hat dem Quer, die feit mehr als einem Blerieliahrhundert sich daran AN gewöhnt haben, FayS achie Sodener Mlneral-'pasuUen als unentbehrlichen vauöschatz zu berrachlenl UliUiimcn Schachteln Haden Segen und Linderung htnausgetrage« tn Die Welt und heute weiß so -teintich jeder, daß bet WM allen Erlatlungserjchetnungen der Atuiungsorgane FaoS *<♦ achte Sodener öte zuverlanigsteu Helfer und. Man tauft ne für dü Psg. in allen etnschlägigen Hatidlurigen, ver- - -lange aber stets nur ,FaoS ächte Sodener^. lange aber stets nur »FavS ächte Soöener*. (Mu/a 1911. Stadt- Au» StaOt unO CanO« Gießen, 4. Januar ** Tageskalender für Mittwoch, 4. Januar, thrater: .Hohe Poluik." An'attg 7 Uhr- ** Ordensverleihung. Der Großherzog Letzte Nachrichten. Saarbrücken, 4. Jan. Beim Rodeln fuhr ein mit 2 Knaben besetzter Rodelschlitten direkt in ein voroeisahrendes Fuhrwerk. Die beiden acht und neun Jahre alten Knaben wurden schwer verletzt. Lüttich, 4. Jan. (Priv.-Tel.) Der Bergarbeiter- q u 5 ft q n b dehnt sich aus. Neuerdings hat er auf das Revier Seraing übergegrifsen. Paris, 4. Jan. In einem offenbar offiziösen Artikel wird mitgetellt, daß der Minister des Auswärtigen P i ch o n am 13. Januar aus Anlaß der Budgetberatung eine Darlegung der Stellung Frankreichs in der Weltpolitil geben wird. Aus seinen Mitteilungen wird heroorgehen, daß sich an den allgemeinen Bedingungen für die Politik Frankreichs nichts geändert hat. Bigo, 4. Jan. Bei Mansao an der portugiesisches Grenze wurden zwei Automobile beschlagnahmt, die mit Gewehren beladen die portugiesische Grenze passieren wollten. Die Garnison von Valenca do Minos steht -um Abmarsch bereit. VT Winterkur für > W NervenKrankti Or- » Sohulxe-Kehleyee, Nervenerit ipjjjrj.»,A4 _____ä*n*tonuin Hofholm im Taunus. Wer zählt die Völker, nennt die Namen Kleine Lageschronik. In Rastenburg üergnugien sich 15 Kinder mit Eisläufen auf dem Oberteich, plötzlich brach das Eis und vier Kinder versanken und ertranken; während zwei gerettet wurden, ertranken zwei im Aller von 11 und 10 Jahren. In Rom ist starker Schneefall eingetreten. In K i r ch g r a n, b o v brach, wie aus R o sl o ck gemeldet wird, der Sohn eines Arbeiters auf dem Else eines Leiches ein. Zwei Söhne eines Ehausseewarlers im Alter von zwölf bezw. zehn Jahren versuchten ihn zu reuen, alle drei ertranken. und in Paris beschäftigt. Ten Krieg von 1870/71 machte Freiherr von Gagern als Kriegsfreiwilliger im 2. Hessischen Reiterregiment mit Er wurde im Kriege zum Leutnant befördert und erwarb sich das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Nach dem Kriege wurde Freiherr von Gagern im Jahre 1874 in das Sekretariat des Ministeriums des Innern berufen. Bald danach wurde er ban.t ReZierungsrat, 1881 Kreisrat in Worms, 1S88 Provinzialdirellor für Oberhellen in Gießen und Kreisrat des Kreises Gießen und 18£8 Provinzialdirektor für Rheinhessen und Territorialkommissär in Mainz. Aus dieser Stellung wurde er am 22. Septemoer 1908 zum Nachfolger Dr. von Neidhardts als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am Preußischen Hofe unter Verleihung des Charakters als Wicllicher Geheimerat mit dem Prädikat Exzellenz nach Berlin berufen; am gleichen Tage wurde ihm das Kommisfarium als stellvertretender Bevollmächtigter zum Bundesrat erteilt. In allen seinen Slellungen hat Herr von Gagern s.ch .als tüchtiger kenntnisreicher Beamter und wohlwollender Vorgesetzter erwiesen, wie er auch als Mensch allgemein geschätzt und verehrt wurde. Mll feiner Gemahl.n (Elisabeth, geb. Gräfin von Wimpffen), seinem Sohne und seinen zwei Töchtern betrauert ihn unser Land als einen feiner besten Männer, der dem Lande und namentlich auch der Provinz Oberhessen seine hervorragenden Kenntnisse und Arbeitslast lange Jahre mit großem Erfolg zur Verfügung gestellt hat Herr von Gagern war hessischer Kammer.-err und Inhaber einer großen Reihe seltener Ordensauszeichnungen. Noch am letzten 2ö. November war er vorn Großherzog durch oie Verleihung des GroKreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen geehrt worden. Freiherr von Gagern gehörte der kathol.schen Religion an. An Freifrau von Gagern in Berlin ist gestern von hier folgendes Telegramm abgegangen: Aus Anlaß der soeben hierher gelangten Trauerbotschaft übermitteln Eurer Exzellenz und Familie die Beamten der Provinzialdirektion und des Kreisamts zu Gießen sowie die Mitglieder der Selbswerwaltungskörper von Provinz und Kreis die Venichcrung herzlichster Teilnahme. Das Andenken an den Verstorbenen der lange Jahre Ches unserer Provinzial- und Kreisverwallung war, wie es heute noch überall in der Provinz wach ist, so auch in Zukunft bet all denjenigen lebendig bleiben und in Ehren gehalten werden, die mit dem nach einem arbeitsreichen Leben nunmehr zur ewigen Ruhe Heimgegangenen zusammen arbeiten durften. Dr. U f i n g c r, Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen. • Freiherr von Gagern wird am Samstag auf dem Fried- Hofe in Darmstadt beigefetzt. Seine sterblichen lleberreste werden am Mittwoch abend mit der Bahn in Darmstadt eintreffen, um dort aufgebahrt zu werden. Bahnmeister in der Hessisch-Preußischen Eifenbahngemeinschast Karl Dickel zu Alsfeld aus Anlaß seiner Versetziing in den Ruhestand die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Bevölkern ngsbewegunginGießen. Vorn hiesig enStandesamt wurden im abgelaus ^nen Jahre 1096 Eintragungen in das Geburtsregister, 184 in das Heiratsregister und 677 in das Sterberegifter vollzogen. ** Tödlich verunglückt ist der Kaufmann Richard Schäfer, ein geborener Gießener, in Metz. Er halle bei Heyligenstaedt il Co. gelernt, war später in Aegypten als Kaufmann tätig und tarn, well er das Klima nicht vertragen konnte, in die Heimat zurück. Er war dann als französischer und englischer Korrespondent mehrere Jahre .hindurch bei der Firma Scha,sftaedt beschäftigt, um Mille Dezember eine Stelle bei Den Krombacher Werken anzu- nebmen. Seine Mutter erhielt gestern abend die telegraphische Nachricht von dem puitz.ichen Ableben ihres Sohnes. Schäfer war unter den hiesigen jungen Kaufleuten sehr bekannt und recht beliebt ** Ringkampf-Konkurrenz im Kolosseum. Gestern nahmen die Endkämpfe ihren Anfang. Es gab zunächst einen interessanten Kampf zwischen Lem mertz und Bi l ka n; letzterer siegte nach 13 Minuten. Als zweites Paar rangen dann der Türke N u r l a h und Meister Eberle. Beide rangen zunächst mögliche vorsichtig, um sich keine Blöße zu geben. Durch verfehlten Hüftschwung mußte Eberle zur Erde, und die vergeblichen Versuche des Türken, Eberle auf den Rücken zu drehen, erregten die Heiterkell des Publikums. Unter ungeheurer Kraftanstrengung gelingt es Eberle dann wieder, in den Stand zurückzukommen. Im weiteren Verlaufe mußte auch der Türke einmal zur Erde, konnte sich aber sofort wieder erheben, so daß der Kamps nach 20 Minuten abgebrochen werden mußte. Beim Entscheidungskampf Eggeberg gegen D e b i e siegte Eggeberg nach mühevollem Kampfe in einer Gesamtzeit von 49 Minuten. Debie sowie Lemmertz hatten ihre 4. Niederlage und schieden aus. Einen hochinteressanten Verlauf nahm auch der Protest- kampf Hitzler gegen den Indianer Bill. Hitzler hatte beim erpen Kanipf eine Niederlage erlitten und Protest eingelegt, so daß der gestrige Kampf maßgebend war. Trotzdem Hitzler bemüht war, einen Erfolg zu erzielen, konnte er nicht verhindern, daß der Indianer auch dieses Mal Sieger blieb. Von heute ab müssen sämtliche Kämpfe bis zur Entscheidung ausgetragen werden. Heute finden wieder 4 Kämpse patt, iu a. die Entscheidung zwischen Eoerle und dem Indianer Bill. Kreis Büdingen. -I- Büdingen, 3. Jan. Am Samstag, 7. Januar, oorm. IO1/, Uhr, findet im Hotel Stern hier zur Er» richtung einer Zweigstelle Büdingen für Ni utter- und Säuglingsfürsorge eine Versammlung statt Prof. Tr. K oeppe» Gießen wird über »Mutter- und Säuglings- fürsorge im allgemeinen«, RegierungSrat P i >l or-Darmftadt über »Oertliche Organisation der Zentrale" sprechen. (?) Lind heim, 3. Jan. Zwei 13— 14pl)r ge Jungen wußten sich einen Revolver zu verschallen. Sie hantierten damit so unvorsichtig, daß der eine dem anderen eine Sch rotladung durch die lin ke H a nd schoß. Die Affäre zeigt wieder einmal, daß nie ost genug daraus aufmerksam gemacht werden kann, Kindern die Erreichung von Sck)uß- wassen unmöglich zu machen. — Heute fand die Eröffnung des ersten diesjährigen Kurses (1. Januar bis 31. Mai) der hiesigen Haushaltungsschule statt. Die Sck)ule — die von der Landwirtschaitsiammer verwaltet wird erweist sich fast bei jeder Eröffnung als zu Nein, was wohl als Bestätigung der bisher erziellen guten Erfolge gelten kann. Kreis Alsfeld. ----Alsfeld, 3. Jan. Zu der in Nr. 2 des Gieß. Anz. mitgeteitten Nachricht, daß gegen einen hiefigen Bäcker- meister Anzeige wegen Tierquälerei erhoben worden sei, wird unS geschrieben: Anfangs Nooember v. I. warf eine dem Bäckermeister gehörige Hündm sechs Junge. Ta die Mutier, ein schwaches, heruntergekommenes Tier, bereits eines der Jungen totgebinen hatte, war er der festen lieber,eugung, daß diese die übrigen doch nicht hochbringen könne. Er nahm deshalb die beiden schwächsten und noch blinden Jungen und tötete sie durch Ausschlagen auf den Hinterkopf und warf bann die beiden Kadaver in die Feuerung, worin ll/s Zentner Kohlen zur Weißglut gebracht werden. Hervorzliheben ist, daß die Feuerung mit dem Backofen in keinerlei Zusammenhang steht — eS handelt sich um einen engl. UiiterzugSosen — von diesem vielmehr vollständig getrennt ist. Es versteht sich hiernach von selbst, daß von Anstrengungen, die bag lunge Tier gemacht haben soll, daraus zu entrinnen, gar keine Rebe sein kann. Die Tatsache, daß das eingeleitete Verfahren auf eine Anzeige zuruckzuführen ist, die em vertragsbrüchig qeioorbener Gesell erstattet halte, beweist genug, daß eS sich hier um einen Racheakt handelt. KreiS Lauterbach. Altenschlirf, 3. Jan. Eme der hiesigen Kl rch en- glocken, die erst im letzten Sommer an Stelle einer alten unbrauchbar gewordenen neu angeschafst wurde, ist plötzlich in den Turm herabge stürzt und anscheinend unbrauchbar geworden. Wahrscheinlich liegt eine fehlerhafte Konstruktion des GlockenstuhleS vor. Die KreiSbaudehörde ist zur Untersuchung der 'Angelegenheit benachr!chtigt worden. Kreis ftricölierg. △ Stammhei rn, 3. Jan. In der Neujahrsnacht wurde unser Polizeidiener von einem Burschen, dem er das Schießen verbot, mit einer Lalle z u Buden geschlagen, so daß er besinnungslos liegen bäeb. Hessen-Nassau. )( Aus dem Kreise Marburg, 3. Jan. Die Bevölkerung unseres Kreises hat sich von 53779 tm Jahre 1905 auf 5 7 64 1 vermehrt. Davon sind 28 503 £26 874) männlichen und 29 138 (27 574) woiolichen Gc- ichlechts. Auf die Stadt Marburg entfallen 21 869 (‘20 136) Einwohner. Bemerienswert ist, daß saft sämtliche Landorte zugenommen haben. Die Londoner Polizei im Kampfe mit Anarchisten. London, 3. Jan. Die Poliz.i suchte sich nachts in dem Hause S^dne.lltraße zweier gefährliche r Anarchisten zu bemämiigen, die unter dem Namen Fritz und Peter der Maler begannt sind und als Rädelsführer des bei Houndsditsch auf d i e Polizei verübten Re- oolveranschlags angesehen werden. Bei dem ersten Versuch, frühmorgens in die Wohnung der Anarchisten ein- zudringen, wurde einer der Polizisten durch einen R.volver- jchuß schwer verletzt. Daraus änderte die Polizei ihre Taktik, indem sie alle Zugänge zum Hause und die Straße durch ein startes Ausgebot besetzte. Tie eingeschlossenen Anarchisten unierl,L.teii nunmehr ein ständiges Revolver jener auf b i e Beamten. Schließlich wurde Militär ausgeboten, das mit einem Maschinengewehr anrückte und das Haus regelrecht beschoß. In den benachbarten Straßen sammelte sich eine ungeheure Menge Neugieriger, die jedoch durch eine ftarke Polizeimannschaft von dem Schauplatz des Kampfes selbst ferngehalten wurde. Das Haus geriet schließlich in Brand. Nachdem die Flammen das ganze Haus ergriffen hallen, stiegen die Belagerten auf das Dach, von wo sie auf die Soldaten und Polizeibeamten sck)ossen. Vielleicht hallen die Eingeschlossenen das Haus selber angezündet. Es p ü r z t e ein und begrub die Eingeschlossenen unter den Trümmern. Zwei Leichen wurden auf der Brandstätte aufgefunden, die so verstümmelt waren, daß schwer die Periöntichkeit festzustellen ist. Die Polizei ist jedoch überzeugt, daß es Die gesuchten Anarchisten sind. Handel. Berlin, 3. Jan. Laut Bankausweis vom 31. Dezember 1910 ist die Reichsbank mit 611557 Millionen in die Steuerpflicht gekommen. ----■ —SUB-■-!!!—L.—----- Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, bem ö. Jan. 1911: Wolkig, geringe Schneefälle, östliche Winbe; Temperatur wenig veränbert. Schneebericht: HoherobSkopf 60—80 em, Felbberg i. T. 60—80 cm, Westerwald 30—40 cm; Schibahnen gut. ö Zimmer ~| 00003 Möbliertes Zimmer mit fev. Eingang z. oerm. Sonnenstr. 1211. LAden etc. neuen Friedhofes aus. 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Zur Verhandlung steht folgende Tagesordnung: 1 Bericht über den Stand der Lahnlanalisierungsfrage 2. Bericht über das Proiekt einer Xlauntaiialliicxunfl für 2l0d-Schifse lBexichternatler Herr Direltor Bania-Lnuburg) 3. Bericht über die Bermögenslage 4. Aeuderung der Bereinssatzungen 5. Neuwahl des Borstandes und zweier Rechnungsprüfer 6. Sonstiges iÄeschästliche Mitteilungen, Anfragen usw.» Wir bitten alle Mitglieder unseres Vereins und alle Freunde der Lahulaualisatioix, n der Bersammlung teiHuncomen, um diese für unsere Bestrebungen möglichst wirkungsvoll zu gestalten. Geschäftsstelle Wetzlar, den 23. Dezember 1010. Rimini. Obersörfterei Haiger. SubminionSverkauf . . aus »Schutzbez. Steinbach" Diitr. 42a Htr,chstem am Basaltbruch tu der Nahe der Ehaussee lDurchforitung». Voß I: 88 Rm. Buchen-Schett (bie Holä-Nr. 27-76 auSschl. der rrnüvvelholz-Nr. dazwischen» darunter 54 Rm. Roll- und 84 Rm. SvaltscheiU Los 11: 87 Rm. Buchen-Schett lNr. 77—111 wie vor» darunter- 39 Rm. Roll- und 28 Rur Spaltfchctt. Los III:,88 Dtni. Buchenscheit OJir. 118—171 wie vor» darunter 71 Rm. Roll- u. 17 Nm. SvaltscheiL dtäberes auf der Oberförsteret oder Föx-uer Neinbaxdt, Forsth. Steinbach. Gute Abf. n. Station Würgcndorf, Strecke Eölu- Gieüen ca. 4 KUu. Die schriftlichen Gebote wolle man mit der Er- Uaruilg, dav Mäufet sich den Berkaussbedingungen unterwirtL ge- treinit für die einzelnen Lose bis Montag den 0. Januar an die Cberförfterei einseuden. Eröffnung Dienstag den 10. Januar, 12 Uhr im Geschäftszimmer der Oberförsteret. ----------LLLL 115» Schöne Mansarde sofort zu vermiet. Zu erfrag. Steinstr. 49 131J Sch. Rians, m. Zub. v. 1.April zu venu. Kaiser-Allee 151. 071» Stube, parL, auch sür Werkst. geeign ,zu oerm. Kaifer-Allee 15 l. | Möbl. Zimmer \ 01U578j Möbl. Zimmer zu ueyuuet. Babuhofstrage 48 1L 3 Mlill-Irthbanle gegen Barzahlung versteigert. Bersteigerung bestimmt. 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Ausserdem grosser Entscheidungskampf: Eggeberg, Finnland gegen Jakson, Amerika GabBlsbergeF-Slenographen-Ferehi (E, V.) geqr. 1861. Damen-Verein Gabelsberger Giessen. Ein neuer Anfängerlebrgaug beginnt am Montag den 23. Januar 1911, abends 8' ,'Ubr im Gate Ebel für Tarnen und Herren, (llnter- rlchtsgetd S— Mk). Gleichzeitig beginnt ein Kursus für Schreibmaschine für Mitglieder der Vereine und Teilnehmer an dem Ansangerkursus. Anmeldungen an den Vorsitzenden, Sekretär Lob, Grofie Mühlgasse 43, ober zu Anfang des Unterrichts, Liebigshöhe. Donnerstag Kaffee-Konzert Eintritt 20 Pfg. (87 Pa. Angel-Schellfische UÄ,Bw Irische Bratfische ®Äb i® A"L Kablian, kopflos Fisch Kottelets per Pfund 30 Pfennig. Einen Poeten färb. Damen-Paletots jetzt M. 4, 6, 8nnd 10 früher M. 8—25 Hermes Lehr-Institut für Damen und Herren, Glessen, Bahnhofstr. 39 p. Gute u. gewiffenhafte Ausbildung m Schön- und Tchnellichreiben, Vuchiübrung n. cmf., doov. und amerik. System, faufnt Rechnen, Zlorrcivondcnz, Wcchsellebre, Stenographie, Maschinenschreiben, Ruud- u.Varfitbrift rc. — Tages- und Abend-Kurse. — Amneldungen täglich. gegen Christensen, Schweden gegen Bllkan, England Turnverein Giessen Unter Hinweis auf die betr. Bekanntmachung der Bürgermeisterei ersuchen wir die ^Mitglieder unseres Vereins, die gesonnen find, an einer der beiden Feiern am 15. Januar iRMsgriiMW-Zubklscitt) teilzunehmen, sich um Ausstellung von Eintrittskarten fpäieit bis zum 5. d. M. an die Bürger- metttcrei — Zimmer Nr. 15 — mündlich oder schriftlich zu wenden und zwar unter ausdrücklicher Berufung aufdic Zugehörigkeit zu unserem Vereine. Tcr Vorltaud. große, frische Siedeier 10 Stck. 85 Pfg., 100 Stck. Mk. 8. pfelsinen feinste vollfaftige, farbige Früchte (a44 per Dutzend 40, 50, 00, 70, 80 und 100 Pfg. Gebr. Berdux Saisn läiinii leriiil zu aussergewöhnlich billigen Preisen. Herren- und Knaben-Paletots, -Kapes Preisermilsslgnng. ta Wen OMen 4 We ee eloM em