«r. 128 Zweites Blatt 16t. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Gderhefjen Tie „Giehener Familienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS ..Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger ßrettag, 2. Juni J9U Rotationsdruck und Verlag der BrühNschen UniversitälS - Buch- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Tnrckcrei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^A bl. Redaktionen 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Tagungen der deutschen vortrag§verbande§ und der verbände; Kaufmännischer Vereine. Vom 27. bis 29. Mai fanden in Wiesbaden die Taglungen des Deutschen Vortragsvrrbandes und des Deutschen Per Landes Kaufmännischer Vereine statt, welchen Verbänden auch der Gießener Kaufmännische Verein angcbört, der Durd) zwei ferner Vorstandsmitglieder an den Verhandlungen teilnahm. Der Deutsche Vortrags-Verband besteht jetzt 35 Jahre und ift die älteste Organisation auf dem Gebiete des Vortragsweicns in Deutschland. Ihm gehören 230 wissenschaftliche, kaufmännische, Gewerbes er eine, sowie Privatgesellschaften an, die sich über ganz Deutschland verbreiten. Außerdem zählt der Verband eine Reihe deutscher Vereine int Ausland zu seinen Mitgliedern. Tic Rednerliste setzt sich aus etwa 70 Rednern und Rezitatoren zusammen und umfaßt alle Gebiete der Wissen' schäft und Kunst. An der Spitze des Verbandes stand 32 Jahre, seit der Gründung, Herr Edmund Lotz-Koburg: seit 1907 ist die Leitung an Direktor Josef Kinkel-Mannheim übergegangen. Die Tagesordnung des Deutschen Verbandes Kaufmännischer Vereine war sehr umfangreich. lieber „Die freien Hilfskassen" sprach Herr Ernst Vesper, Barmen, über „Erholungsheime für Kaufleute" Herr Heinrich Glücklich, Wiesbaden, über „Die staatliche Pcnsionsversicherung der Privaiangestellten" Herr Earl Fischer, Offenbad) und über „Vorschläge zur Regelung der Frauenarbeit im .Handelsgewerbe" Herr Richard B a u m , Frankfurt a. M. Außerdem wurden Verbairdsangelegenheiteu erledigt. Zu dem Vortrag über „Die treten Hilfslassen" wurde eine Entsdzließung angenommen, in der es heißt: Der Verband begrüßt die seitens der Reichs-Versicherungs- . kommission und in 2. Lesung auch vom Plenum des Reidistags an bent Abschnitt „Ersatzlasscn" der Rcittis-Versichcrungsord- nung getroffenen Abänderungen als wcsentlid)e Milderungen der Regierungsvorlage. Gleichwohl muß er sein größtes Bedauern darüber aussprechen, daß durd) die Beschlüsse über die Mindestmitgliederzahl eine ganze Reihe kausmännischer Krankenkassen, deren Tätigteil seither einwandfrei war und deren finanzielle Sicherheit gleichfalls außer Zweifel stand, ihres Ellaratters als Ersatzkasscn entkleidet und dadurch ihrer Lebensfähigkeit beraubt werden. ’ lieber die Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Errichtung von Kaufmanns-Erholungsheimen sprach der Verband seine Freude aus uird beschloß, oer Gesellschoit als Mitglied beizutreten. Ferner gab die Hauptversammlung ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß der Entwurf eines Versicherungsgcsetzcs für A n g e st e l l t c nunmehr dem RcickfStag zugestellt worden ist. In der belresscuden Entschließung heißt es darüber weiter: Tie Versammlung erwartet, daß der Reichstag den Entlvurs der kommenden Herbst-Session zur Verabschiedung bringt und bei der Beschlußfassung die Bcrbesserungsvorschläge des .»aupt- ausschusses, insbesondere die Bestimmungen über die Selbstverwaltung bei den Entschließungen berücksichtigen werde. Tie anwesenden Vertreter des Verbandes nehmen mit Bedauern davon Kenntnis, daß die vercinigten Kommissionen für Sozialpolitik uno für Klcinhaltdel des Teutsd-eu Handelstagcs sid) dem Entwurf so wenig srcundltch gegenüber gestellt haben. Die Versammlung kann in diesen Beschlüssen eine maßgebende Kundgebung der selbständigen kausmännisd>en Arbeitgeberlreise nidjt erblicken. Die dem Verband angehörigen seivsländigen und unselbständigen Kaufleute erklären sich wiederholt bereit, die durd) die vorgeschlagene gesetzliche Regelung der Privatangestell- ten-Bersicherung enr.adn'enbcn Lasten zu tragen. Tie Kundgebung des Verbandes über Vorschläge zur Regelung der Frauenarbeit int HandelSgcwerbe lautet: Ter Verband erblickt m der ernsthaften Erziehung nttb Ausbildung der weiblichen Handels-Angeitellten ein wirksames Mittel zur Regelung der ständig anwachsendcn Frauenarbeit im Handelsgewerbe und hofft, daß auf dem Wege der organisato- rischcn Selbsthilfe zusammen mit gesetzgeberischen Maßnahmen die vorhandenen salärdrückenden Tendenzen der Frauenarbeit beseitigt werden. Zu-diesem Zwecke empfiehlt der Verband: 1. Tie Durchführung eines obligatorischen Fortbildungs-Schulunterrichts für weibliche Angeste l l t e bis zum vollendeten 18. Lebensjahre, sowie eine staatliche Beaufsichtigung der Handelsschulen für Mädchen iinb zwar in allen Bundesstaaten. 2. Tie Einführung einer praktischen Lehrzeit für weibliche Angestellte, die mit der, theoretisdwn Ausbildung Hand in Hand gehen soll. 3. Gesetzgeberische Maßnahmen, die das Verbot der Frauenarbeit in Betrieben mit gesundheitlichen oder sittlichen Gefahren herbeisühren. Tic Durchführung dieser Forderungen ist in erster Linie von einer ft r a f f c n £ r g a n i) a t i o n der w e ib l t ch en A n g e st e l l- ten zu unterstützen, die in eigenen Reihen, sowie bei Eltern und Vormündern aufklärend wirken muß. Die tage der Tadak-Zndustrie. Wir entnehmen der „Reuen Bad. Landeszeitung" folgenden Bericht: Im Hotel Rational zu Mannheim tagte am 31. Mai die Abteilung 5 des Deutschen Tabak-Vereins, die sich, in der Hauptsache mit der gegenwärtigen Lage der Tabakindustrie beschäftigte. Ten Vorsitz führte Kommerzienrat Wellensiek (Speyers. Als Einleitung der Aussprache gab Fabrikant Julius Thorbeckc (Mannheim) zuuächlt einen kurzen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des neuen Tabalsteuergesetzes und auf die Vorgänge nach seinem Inkrafttreten. Infolge der Mangelhaftigkeit des Gesetzes leibst und des Fehlens jeglicher Motive gestaltete sich die Heber» führung in die Praxis, die Aufstellung brandroter Ausiübrungs- beftirnntungen nicht ganz einfach. Ter loyalen und aufopfernden Mitarbeit des Deutschen Tabak-Vereins sei cs in erster Linie zu danken, wenn die Härten des Gesetzes gemildert wurden, und cs sei wickstig festzustellen, daß die objektive Haltung des Vereins von den damaligen Dezernenten der in Betracht kommenden Regierungsstellen als solche gewürdigt wurde. Gegen die unberechenbaren Wirkungen, die Sachverständige warnend ooraus- gefagt hatten, sei man aber machtlos gewesen. Um so schwerer müßte mait es empfinden, als nun plötzlid) im Reichstag und in der Presse die Klagen für übertrieben erklärt und die schweren Herzens nnternommcnen Arbeiterentlassungen als P r otestcnt- lassungen bezeick;nct wurden und das harte Wort siel, die ! Klagen der Interessenten seien, wie immer gefärbt und lediglich von der Angst vor einer neuen Tabakstcuervorlage eingegeben. Die üblen Nachwirkungen der Steuererhöhnng sollten, so fuhr der Redner fort, also sozusagen auf einen Machtspruch hin überwunden sein, wie unter anderem auch in der offiziösen Rordd. Allg. Ztg. zu lesen mar. Vor allem seien, so argumentierte man, die Verzollungen gestiegen und es wurden am Rohtabakmarkte noch nie dageweseite Preise bezahlt. Demgegenüber muß zunächst bemerkt werden, daß die hohen Preise in der Hauptsache eine direkte Folge der Steuererhöhung und des Systems sind. Tie 40 Prozent Belastung nach dem Werte des Tabaks zwang die Fabrikanten, mehr billigere Tabake zu verwenden und infolge der vermehrten Nachfrage setzte eine erhebliche Preissteigerung «in. Ferner legen die Fabrikanten für Helle Tecktabake dic höch- "en Preise an, weil sie durch möglichst gutes Fabrikat ihrem schlechten Absatz aushelsen wollen Allerdings sind im Zn und Auslande die letzten (miten verhältnismäßig klein gewesen. Also, so paradox es klingen mag: die hoben Preise sind nicht eine Folge des Umstandes, das; die Tabaiindustrie die Folgen der Steuer überwunden hat, sondern umgekehrt, weil es der Industrie nod) schlecht geht und sie noch unter der -.'Nachwirkung des Steuer- gesetzcS steht, muß sic hohe Preise zahlen. Das sind eben die von der Regierung sck;on 1905 vorausgesagten unberechenbaren Wirkungen des WertsteuersystemS. Ebenso suchlxütig sind die Behauptungen von einer Zunahme der Verzollungen und von unerwartet hohen Erträgnissen aus dem Tabak. Ein Beweis für die Unrichtigkeit der Behauptung der Zu- naffiip der Verzollungen sei der Rückgang der pro Kopf und Jahr des beruü-gcnonenschastlichcn Pollarbeilens verzollten und verttcucrten Tabakmenge. 1900 bis 1904 waren es pro Kopf des Arbeiters 6,1 Tz. durchschnittlich, 1905 bis 1907 6,35 Tz. durchschnittlich, 1908, 1909, 1910 dagegen nur 5,9 Tz. Im Jahre 1910 wurden mir 5,5 Dz. pro Kopf des Arbeiters verzollt und versteuert, ttotz der zurückgegangcnen Arbeitcrzahl: ein Beweis dafür, in welchem Umfang im Jahre 1910 die Arbeit eingeschränkt worden ist. An der außerordentlick) lebhaften Aussprache beteiligten sich u. a. die Herren Hähnel - Tinglingen, Hauck- Heilbronn, A p se l - Mannheim, 51 r a n c f u 6 »Ceftringcn. Allen Aus führungen war gemeinsam, daß die Zigarrenindustrie sich immer noch in schwieriger Lage besinde. Ter Absatz halte mit der Produktion nicht gleichen Schritt, die Lager wüchsen von Tag zu Tag und durd) die großen Posten Ramschware, die von weniger kapitalkräftigen Fabrikanten zu Schleuderpreisen aus den Markt geworfen würden, sei in manchen Preislagen eine vollständige Absatzstockung eingetreten. Wenn nicht der gegenwärtigen lleberproduktion Einhalt geboten würde, seien schwere Rückschläge unausbleiblich. Sehr geklagt wurde auch über die geringe Verdienstmöglichkeit bei den derzeitigen hohen Tabak- preisen. Allgemein wurde eine erhebliche Zunahme des Zigaretten ko n sums festgestellt. Aus dem Auöschus; der hessischen Ersten Kammer. R. B. D arm staö t, 1. Juni Der vierteAusschuß der E r st e n Kammer trat heute unter Vorsitz des Grafen Solms-Rödelheim zu einer Sitzung zusammen und erledigte eine größere Anzahl von Anträgen und Vorstellungen, indem er den darüber von der Zweiten Kammer gesüßten Beschlüssen zuslimmte. Erledigt iourden die Vorstellung des hessischen L a n d e s - L e h r c r v e r e i n s, betr. die Abänderung der Ferienordnung, der Antrag auf Abänderung des schwedischen Handelsvertrags, der Antrag Ulrich, betr. die Ausbildung derLolksschul- l e h r e r, die Vorstellung des Zentralverbandes der Hand- lungsgehilfen, betr. Stellenvermittelung, die Vorstellung der technisch-industriellen Beamten, betr. Pensionsversicherung, der Antrag, betr. die Errichlnng eines Gewerbegerichts in Weisenau, die Vorstellung des hessischen Gauverbandes gegen den Alkoholismus, betr. Winzerunterstützung. Aus Staöt unö Lano. Gienen, 2. Juni 1911, Bcrkaufstag der Großherzogin. Die Vorarbeiten im Steins Garten werden bis Ende der Woche außerhalb des Saales beendet sein, so daß nach den Psingstseiertagen mit der Ausschmückung uiib Einrichtung der Verkaussstünde im Innern des Gebäudes begonnen werden kann, -schon heute läßt sich ersehen, daß die Anordnung des Ganzen den größtmöglichsten Verlehr gestattet und selbst bei startem Menjchenandrang hinreichende Sicherheit für Aufrechterhaltung der Ordnung vorhanden ist. Mit der Einrichtung der Verlaufsstände sind durchweg hiesige Firmen betraut worden, die in entgegenkommendster Weife sich bereit erklärt haben, ihre Arbeiten zum Selbstkostenpreis auszuführen. Um das ReinerträgniS durch die entstehenden Unkosten nicht zu verringern, tragt der Großherzog die M oft en für die Einrichtung und Ausschmückung der ganzen Verkaufstagsanlage. Ein wirtlich hochherziges schönes Opfer. Die Stadt Gießen hat die Saalmiete und die Kosten für die Beleuchtung und deren Anlage übernommen. Sämtliche Mitwirkende stiften kostenlos, entsprechend dem schönen Vorbild des Großherzogspaares und aller übrigen Fürstlichkeiten, die Verkaufsgegenstände und leisten damit einen sehr anerkennenswerten Beitrag. Es darf darum wohl erwartet werden, daß sich niemand beiseite stellt oder seine Taschen verschließt, sondern jedermann nach Kräften sein Scherflein zum Gelingen des Vertaufstages beiträgt. * ** Eine Lehrerkonferenz der Lehrer aus den Landorten fand gestern unter dem Vorsitze des Krcisschulinspetiors Professor Dr. Alles statt. Die Lehrer Becker und Sch epp hielten Probelektionen über den Unterricht in Heimatstunde und Geographie. Beide Lehrproben brachten viel Anregendes. *♦ Der Vorstand der Landwirtschaftskammer beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 31. Mai mit der Einteilung der Wahlkreise, sowie der Aenderung der Satzung und nahm zu dem Entwurf eines Verficherungs- gesetzes für P r i v a t a n g e st e l l t e Stellung. Weiter sprach er sich gegen den Erlaß eines Spezialg-setzes, welches den Verkehr mit Obstwein regeln soll, aus, indem er von der Ansicht ausging, daß auf Grund der jetzigen Bestimmungen des Rahrungsmittelgesetzes und des Weingesetzes Unredlichkeiten im Handel genügend begegnet werden könne. Tie Landwirtschaftskammer wird sich bei dem Landwirtschastsrat für die Festlegung des Osterfestes auf den letzten Sonntag im März aussprechen. ** Ter Vorstand des Landesverbandes d'er Hausbesitzer-Vereine in Hessen hat dem Ministerium des Innern feine Eingabe hinsichtlich der Reform des Landcsbrandoersicherungsgesetzes eingereicht, sowie auch den Kammern der 1. uns 2. Landstände: ferner noch der Landesbrandiammer. Auch sind beiden Kammern die nötige Anzahl der Abdrücke der Eingabe für die einzelnen Kammermitglieder zugegangen. — Der Vorstand des Landesverbandes hat weiter den einzelnen Verbandsvereinen ausgegeben, ihrem zuständigen Kreisamte und ihrer Bürgermeisterei je ein Exemplar nut kurzem Begleitschreiben zur Kenntnis zu unterbreiten, das den Vereinen mit ber notigen Anzahl Exemplare für ihre einzelnen Vorstandsmitglieder im Drucke zugegangen ist. Ter Vorstand des Landesverbandes bat damit seine zweite Aktion seit der kurzen Zeit seines Bestehens «die erste betraf den Gemeinde stcucrgcsctzcntwuri vollzogen, ausweislich der Akten zwei recht mühevolle Arbeiten, die erheblichen Aufwand an Zeit und Mühewaltung erforderten. •• Befitzwechfel. Tie Besitzung der PaScoc'fchcn Erben an der Frankfurter Straße ist für 81000 Mk. in den Besitz des ProfesiorS Dr. Soetbeer übergegangen. Landkreis Gießen. = Grüningen, 1 Juni. „Friede fei dein c r ft Geläut e", fo rufen dem heute mit 101 Stimmen neu - gewählten Bürgermeister Adam Lorenz B i n g e l seine Wähler glückwünfchend zu! Möge die Zeit für (Mnin* gen nie wiederkehren, in der Zwietracht, Reid und Streit wacherhalten wurden, damit einzelne Personen Ihrem chohlen Großtnertum und Eigennutze frönen konnten. -V Leihgestern, 1. Juni. Zu dem nationalen Gesangs -Wettstreit, der am zweiten Pfingstfeiertag hier in Verbindung mit dem 5 0 j ä h r i g c n Jubiläum des Gesangvereins „Eint r acht" stattfindet, haben sich über 1000 Sänger angemeldet. Davon nehmen zwanzig Vereine mit etwa 500 Sängern am Wettstreit teil, der fünf Klassen- umfaßt. Die wettstreitenden Vereine sind meist aus der Frankfurter, Darmstädter, Mainzer und Gießener Gegend und ans der Wetterau. Tas Protektorat hat Pröviuzialdirektor Tr. Usinger-Gießen übernommen. Am 1. Pfingsttag findet eine Vorfeier zur Ehrung der Gründer statt. = Burkhardsfelden, 31. Mai. Am Sonntag sand die Einweihung des Ziegentummclplatzes des hiesigen Zuchtvereins für Saanerzicgen statt. Weit Über 500 Leute von nah und fern ivohnten der Feier bei. In dem oberen Teile vergnügten sich die Ziegen in freier Luft und Werdegang. Ter Vorsitzende, Peter Sche pp, begrüßte den Vertreter des Landwirtschaststämtner-Ausschusses Gio ßen und den als Gast erschienenen Kreisrat Krämer in Walldürn (Baden), den Lrtsvorstand, die auswärtigen Ziegen- zuchtvercine usw. Er schilderte die Entwickelung des Vereins. Im Jahre 1910 sei der Verein entstanden. Rur durch den Rat des Regierungsrats Tr. Merck, der Landwirtschafts- tämmcr und der Gemeindevertretung sei es möglich geworden, das Bestreben in die Tat umzusetzen, lieber die Ziegenzucht früher und heute, die Entstehung der Saanerziegen- zucyt in Hessen, den Wert der Tummelplätze sprach der Vertreter der Landwirtschaftskammer, Herr Kreutz-Gießen. Dieser übermittelte auch die Grüße des Negierungsrats Tr. Merck, welcher am Erscheinen verhindert sei. Herr Kreutz sprach sich anerkennend über die hiesige Anlage aus, besonders über den schönen und prattischen Bau der Halle in schweizerischem Stil. Kreis Schotten. = Schotten, 31. Mai. Heute fand in der Turnhalle die 6. ordentliche Hauptversammlung der Sparund D arl e h ns ka s s e statt, die gut besucht war. Karl Weitz, Vorsitzender des Aufsichtsrats, konnte die Mitteilung machen, daß die Kasse aoermals bedeutende Fortschritte gemacht und zu den besten Hoffnungen berechtige. Rechner Stang erstattete den Geschäftsbericht des abgelaufenen Rechnungsjahres. Der GesamUasfenumsatz betrug 2410 289 Mark, der Reingewinn 4512 Mk., die Spareinlagen etwa 100 000 Mk. Tas eingeführte Heimspartassensystem zeitigte günsttge Ergebnisse, die Einlagen betrugen 826 Mk. Wünschenswert ist cs, so führte der Direktor, Buchdruckereibesitzer Wilh. Engel, aus, daß der Sparsinn schon von Jugend auf durch diese Einrichtung gepflegt werde, aus 61 ausgegebenen Sparbüchsen wurden durchschnittlich 13 Mk. abgeliefert. Die Milgliederzahl der Kasse beträgt jetzt 394 (bei Gründung 122;. An Dividende wurden 3 Prozent verteilt. Tie am 2. und 3. März durch l)cn Lberrevisor Lehr-Tarmstadl vorgenommenc Revifion der Bücher hatte ein äußerst günstiges Ergebnis, die Bücher wurden in musterhafter Srdnuug gesunden. Bei bir mit Stimmzettel erfolgten Wahl würbe ber Tircrtor Engel einstimmig wie- ber gewühlt. In ben Aufsichtsrat würbe wiebergewahlt Hch. Alt II.-Michelbach, neugewählt Ernst Schmtbt-Schotten unb Karl Hosmaun-Betzenrob. Kreis Wetzlar. i Greifenstein, 1. Juni. Tic Besucher unserer Ruine sinb erstaunt über bie einstige Herrlichkeit des Bauwerks, die im letzten Sommer durch Forträumen des Schuttes sreigelegt wurde und nun den Besuchern des Greifenstein veranschaulicht, wie gewaltig einst ber alte Tiuaitensitz sich ausgedehnt hat. Ter große gewölbte Vorratskeller der Burg, der burch eine bequeme Treppe mit den sreigclegtcn Räumen des Erdgeschosses in Verbindung steht, ist äußerst sehenswert, ebenso die Roßmühle mit ben bariim gruppierten Kasematten, in benen bic Geschütze stauben. Auch bie untere Kirche auf ber Burg, bic im gotischen Stil gehalten ist, soll restauriert unb ber Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hessen-Nassau. 4+ Aus dem Dilltal, 1. Juni. Auf den Höhen unseres Tales hat man bereits mit dem Einfahren des Heues begonnen, während im Tale der erste Grasschnitt vor sich geht. Die Futterernte ist in der ganzen Gegend ausgezeichnet. wandern und Reisen, Bäött und Sommersrischen. •.Serienreifen nach England. Tie Rundschreiben über die öiC5jäi)rigeii Serienreifen in die englischen und schottischen Ferienhäuser Der Co-operative Holidays Association, uerausialtcr von der Ferlenheiin-Geselljchait Fianifurl, sind erschienen. Die Abreis- oon Franlüirt erfolgt slels am Freitag 2 Uhr LH Min. nachmittags, lind zwar am 16. und 30. Juni, am 7., 14., 21. und 2s. Juli, am 4., 11. und 2d. August und am 8. September. Run gilt es, sich rasch zur Teilnahme zu entschließen, und zwar spätestens bis zum 1. Juni, weil danach die Teilnehmerzahl für die englischen Jerieii- gaste ie'.'zulegen ist und hi jedem Heini mir eine bestimmte Zahl von Plätzen zur Veriügung steht. Es kommen zivött Ferienheime an den jchouiien Plätzen Großbritanniens in Betracht: Whitby, Row 'J?latlod, London, Paycockes, Bangor, Barnioutb, Newlands, Amblestde, Wharledale und Portballmtrae. Rach dem Au'enthatt ui den Ferienhäusern kann man gegen Erstattung der Selbsikoyen eine Woche in einer gut cmp'ohlenen englischen Familie zudnngen, gewiß eine Annehmlia.leü, Die man lontt io leicht nicht nnden wird. zur 'Markusgemeinde gemeinfmn. Pfarrer Schwabe. zur ISO Rekord bis gewonnen. Amtliche VckklltMchgngkk der §tkdt Gießee Continental - Caoutchouc - nnd Gutta-Perclia-Co., Hannmr. (697 Eiserne v B»/« 2163 DurKopp Süd-Anlage 7 Giessen Telephon 680 1910 1909 1908 1907 1906 1905 Prinz-Heinrich-Fahrt . 1, PfCIS Prinz-Heinrich-Fahrt . 1, PTOIS Prinz-Heinrich-Fahrt . 1, PfClS Herkomer-Konkurrenz 1. Preis Herkomer-Konkurrenz 1. Preis Herkomer-Konkurrenz 1. Preis als Freibad für Frauen bereit gestellt. Es ist geöffnet: Montag und Donnerstag von 4—7 Uhr nachmittags Mittwoch und Samstag von 2—7 Uhr nachmittags Sonntags von 9—11 llbr vormittags. Emmentaler Edamer Gouda Tilsiter Gervais Roquefort Camembert Hup! Hup’ Täterätä! Tempo: 80 km! 2^-2 das war eine Fahrt. Aber Sie höreu's,Herr Wirt = stockheiser sind wir alle geworden. Lassen Sie uns mal schnell 'n paar <****—sn Schachtel Sodener Mineral-Pastillen besorgen, aber nur Fays ächte, verstanden? Wir müssen in zwei Stunden wefter, dann muff die Heiserkeit behoben sein, und dazu helfen uns die Sodener. Die Schachtel kostet 85 Psg. ss21 ln In der Zohanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Bechtolsheims v. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johann es gemeinde. Pfarrer A u s f e l d. katholische Gemeinde. Gottesdienst. SaniStag den 3. Juni 1911: Nachmittags um ö Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beicht. Samstag nachmittag uub Sonntag vormittag wird ein pol° Bekanntmachung. Betr.: Milzbrand zu Mlendorf a. d. Lahn und Villingen. Bei einem Rind des Georg Amend zu Allendorf a. d. Lahn und einer Kuh des Wilhelm Koch II. in Villingen ist Milzbrantz festgestellt worden. Desinfektion ist angeordnet. Gießen, den 1. Juni 1911. Großherzogliches Kreisamt' Gießen. Dr. Ufinger. Montag den 5. Jnni, P s i n g st m o n t a g: Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 1. V f i n g st s e i e r t a g den 4. I u n i: Kollekte für die hessische Lutherstislung. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags S Uhr: Pfartassisleut S ch o r l e mm e r. Vormittags 9*/2 Uhr: Pfarrer Schwabe. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markus- yemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags ll1/« Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- und nifcher Priester Beicht hören. Sonntag den 4. Iuni, Pfingst - Sonntag: Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Blesse. , um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. „ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt , um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt. Militärgoltesdieust. Nachmittags upi 2 Uhr: Feierliche Vesper mit Segen. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beicht. Lotten töten Sie nm sichersten nur durch Tinoxa, beites Schutzmittel geg. Ni allen. 20 Pf. Allein. Bertams- slelle: Adler-Drogerie, Seliers- weg 39. Otto Schaaf. 3383! Dem Gesuche sind beizufügen: 1. Selbstgeschriebener Lebenslauf. 2. Militärpapiere, Führungszeugnis. 3. Aerztliches Zeugnis darüber, das; Bewerber gesund imS tn dieser Beziehung in der Lage ist, den Dienst als Schutz-, mann versehen zu können. Persönliche Vorstellung ist erwünscht und Dann ftn jedem! Vormittag von 9 bis 12 Uhr vor uns erfolgen. Gießen, den 30. Mai 1911. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Gebhardt. Kelranntmachnng. Betr.: Besetzung einer Schutzmannsstelle bei Gvoßh. Polizeiamt Gießen. , . __ Bei der unterzeichneten Behörde ist alsbald eine Schutzuvmus- stelle zu besetzen. _ „ . . „ „ . Der Amangsgehalt beträgt 1475 Mar^k sterg-end alle dret Jahre um 115 Mark bis zum Höchstgehalt von 2050 Mark. Außerdem wird ein jährliches Kleidergeld von 75 Mark Frauen - Freibad. Das Schulbad an der Lahn ist von Samstag (3. Juni) ab gewährt. Dauer der Probedienstzeit sechs Monate. j Bewerber, welche während ihrer aktiven Dienstzeit beim Deutschen Reichsheere oder bei der Kaiserlichen Marine mindestens drei Jahre als Unteroffizier aktiv gedient haben, wollen sich. zum 30. Juni 1911 spätestens bei uns melden. Alle Sorten Käse wie: 2. P f i n g st f c i e r t a, den 5. Juni: In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanneskirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer A d o l v h. In der Zohanneskirche.. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer A u s f e l d. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes- gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11'/« Uhr: Kinderkirche für die Lukasgeineinde. Pfarrer B e ch t o l s h e i m e r. kaufen Sie stets frisch bei Carl Schwaab Telephon 27 Seltersweg 23 WAM in beliebig. Reifestadium per Pfund 38 Psg. 2 Stück 15 Psg. Apfelsinen aus heutigen Zufuhren p. Dtzo. 40, 60, 80,100 Psg. Zitronen feinste Messina, per Dtzd. 70 Pfg. Pa. oeräucberl. Lachs in dünnen Scheiben per 7« Pfund 43 Pfg. te*« Spargel heute u. morgen eintreff. Wta Be* Bahnhofstraße 27 Fernsprecher 2.31 Mitglied der las/6 Rabatisparvereinigung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend am Mittwoch den 7. Juni „ im Jmpslvkale — Schulgebäude, Neustadt (»1 — für die nächsten 5—6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5—6 Ulir, abgebalten werden. Jinpspflichtig im lausenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die rückständigen aus früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfvstichtige Kinder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in demselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung feines Pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlüsse auf feine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vicrwöchcntliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gefetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren sind, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals, erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge müssen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem LandeSimpsinstitut geimpft. Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. BVe Hervorragend schnellaufend nn verwüstllch konkurrenzfähig im Preis sind MW-, Mit imi ti-Milomp Continental Stock. Vormittags um 7 Uhr: Die er He hl. Messe. „ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. „ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. „ um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt. Mllilärgollesdienst.^ Nachmittags um 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen. Aifchliche AachvLchtsn der evangelischen Gemeinde Büdingen. Pfingsten, 1. Festtag, den 4. Juni: Vormittags 10 Uhr: Pfarrer Göbel. (Mitwirkung des Kirchengsfangvereins). Beichte ünd heil. Abendmahl. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schäfer. 2. Festtag: Vormittags 10 Uhr: Pfarrer Schäfer. Nachmittags 2 Uhr: Kandidat Fran k. Katechismuslehre (Mädchen). Kollekte für die Lutherstiftung. Die Amtswoche hat Pfarrer Göbel. Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: August Goetz. Kasten karren Erteile, wie Weg n. Kasten fertigt stets tn großer Auswahl Karl Ger«, HeuchelheiHi. Ph. Meiekei Sonnenstrasse 14 empfiehlt in größter Auswahl: Tische, Stühle, Blumentische, Sessel, Spiegel, Kontorstühle und Papierkörbe. Das Flechten, sowie sämtliche Reparaturen an Stühlen in kürzester Zeit.______________ <2038 reisende Hospiz Damen evang Schwesternhaus, tiieeee», MBanaoMtr. 1. Diese bedeutendsten Touren-Dauer-Wettbewerbe über lange Strecken und schwieriges Gelände wurden auf Coi rtinenta! 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Es iucken Arbeit: 1 Bäcker, 3 Schlosser, 1 Maurer, 2 Weißbinder, 1 Schneidnuiller, 1 Heizer, 1 Kistenmacher und Packer, 1 Gartenarbeiter, 1 Lagerarbeiter, 1 Hausdiener, 3 Arbeiter, 2 Hausburichen, 1 „Fuhr knecht, 1 Schneiderin und Stickerin, 1 Büglerin, 1 Naherm, 1 Waschfrau, 5 Putz- und Lausfrauen, 1 Schreiber. Lehrlinge: 1 Schlosser. Gast- und SchankwirtschaftSperional: Kellner, AuShiuo kellner, Zäpfer. K artvffel. Smm-Mlta.Pjd.lHM. Ükuc WttMP,d. 1,25 „ Dient Matjeö - HmiM Stück 10 Pfg. 3549] Jakob Maternus. 60 tote Ratten, L Mäuse, fand man nach. Ausleg. ein. Pak. „Gs schmeckt prachtrg". Pak. 50,100'13$. Geflüg.,Dlensch. unschadl. Ndl.-. Pclikan-Apotb., Kreuzvl. \ \- len. L Bernhardt ^ttlnischlcs". Schulstrasse 10 Telephon 435 a * Damen-Hüte empfehle die Sommerfrische C’/e Braunfels n Pension Quisisana Pens.-PreiS. Schattiger Garten, ncbecftc Halle. □oooooooooa MD l rt der etätlm ? h ■ Beachten Sie gefl. meine Spezial - Hut - Fenster A. 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