Nr. 102 Dritter Blatt 161. Jahrgang Gujchrivl IV-lich mü Au»nahme der Sonntags. Die „Giehener Famlllenblätter" werden dem ,81n4Ctger* viermal wöchentlich beigelegt, bai „Krtüblett fir den Kreis Liehen" zweimal »Ochenilich. Die „£anbwlrtfdteftHd>en Seit» fragen" erfchemen nwnaikd) zweimal. Gießener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Gderheffen Dienstag, 2. Mai 19fl MotaHonfbrutf und Verlag der VrüdNchen UniDcrfitälfl - Buch- und Stembcudetti. 91 Lang«, Giepen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: 5L 9teöaltwn:e«112. rel.-AdruAnzeiger«teßen. (BeridKsfaaL Z. Schlitz, 1. Mai. Im Februar d. I. war der hiesige Gräfliche Rcvierförster Adolph wegen angeblicher Wild^ dieberei angeklagt worden. Tie Strafkammer zu Gießen sprach den Angeklagten frei. Tie Berufung gegen dieses Urteil wurde heute vom Reichsgericht verworfen, was in der hiesigen Bürgerschaft großen Jubel hervorrief. Man ist allgemein gespannt darauf, ob nunmehr der Graf von Schlitz den Reviersörster ADolph, nad)bem dessen Schuld- losigleit gerichtlich festgestellt worden ist, wieder in sein Amt einsetzen wird. Darmstadt, 29. April Tie Strafkammer beschäftigte sich heute mit einem Fall aus Bad Nauheim, in dem ein Urteil der Strafkammer Gießen durch das Reichsgericht aufgehoben und abermalige Verhandlung hier angeordnet worden war. Jene aufgehobene Entscheidung hatte dem 44 Jahre alten Rentner, früheren Installateur B. St. I. aus Bad Nauheim wegen aualifizierter UrbindenMischung und Betrugsversuchs auf sechs Docken Gefängnis erfannt, während das Neoisionsgericht aus rechtlichen Gründen keine Urkundenmlschung annahm. ES handelt sich also nur noch um die Prüfung, ob St. des Betrugsversuchs schuldig sei, und er wurde deshalb jetzt zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Ter Fall ist von allgemeinem Interesse. St. wohnt seit 8 Jahren bei der Witwe I. und diese hatte mit seinem Beistand im Jahre 1908 eine Villa der Frau Senator B. auf 1 Jahr gemietet Ursprünglich war zweijährige Mietzeit beab- sictstigt und Frau B. hatte einen Vertragsentwurf unterschrieben. Tiefer blieb, nachdem man sich auf ein Jahr geeinigt batte, aus Versehen in den fänden der Mieterin und als nack Ablauf des Jahres mir Räumung geklagt wurde, beriefen sich die Beklagten I.- und St. fälschlicherweise auf zweiiährige Tauer. St. übergab dem Verteidiger Anwalt Brücher jene imckttäglick mit Frau J's. Unterschrift versehenen erfreu Vertragsentwürfe und unterrichtete ihn wissentlich falsch. Ulm, 29. April. Die Strafkammer hat den Rechtsanwalt Alfons Hetzel- Ulm wegen zweier mit Vergehen der Unterschlagung zusammeinallender Delikte zu 2 Monaten 15 Lagen Ke- längms verurteilt. Hetzel hatte in einem Fall von Mündelgeldern, im zweiten von einer Sicherheitsleistung Cbligationen gegen Tar- leben verplan bet und das Geld einem in Not befindlichen Bruder geliehen. Geickädict wurde niemand, da das Geld zurückgezahlt ist. Das Gericht hielt die Vervfändung für unzulässig und straf- bar. Es liefe aber die vorliegenden Milderungsgründe im weitgehendsten Maße gelten. Kiel, 29. April Der Matrose Nikolaus vom Linienschifs Nassau" wurde vom Kriegsgericht des ersten Geschwaders wegen veriuclnen Verrats militärischer Gehrimmsse, Fahnenflucht und Diebstahls >u l12 Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Kiel, 2. Mai. Tas Schwurgericht verurteilte einen entmenschten Pater wegen Mordes und Blutschande zum Tode. Ter Wüstling hatte das Kind seiner Tochter mit einer Schlinge erdrosselt und verlangte, daß es den Schweinen zum Fraß vorgcworfen werde. Au» Stadt uuS Lariv. Gießen, 2. Mai 1911. " Ordensverleihung. Der Großherzog hat dir ‘leone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Wachtmeister unb StationLfuhrer Hch. rchäfer im GendarmeriekorpS verliehen. •• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem vchulamtsaspiranten Phil. Hamm auS Elsheim eine Lehrer- ielle an der Gemeiudeschule zu Stein-Bockenheim, den Schul- mttsaspiranten Val. Herbrand auS WormS und Joh. Nüller auS Nieder-Olm Lehrerstellen an der Gemeinde- chtile zu Bürstadt. ** Ein Denkmal des heil. Bürokratius. Ein Wiesbadener Rentner ließ sieb aus München einen Rentter riaten senden, ohne dem Akziseamt die Neuigkeit miriutcv len. Er wurde aber angeschwärzt und erhielt dre Llufforde- ring, 1,72 M. ans Amt einzusenden. Ter Rentner besorgte d >es brieflich und legte Briefmarken im Betrag von 1,73 M weil es Zweipfennigmarken nicht mehr gibt. Er hattl ^'-n Renntierbratcn samt der Akzise bereits wieder vco M'sen, da kam ein mit 5 Pfg. Porto belasteter Brtef bei Mesbadener Magistrats bei ihm an, der neben einem ent 'Mechenden Schreiben einen Pfennig enthielt, der afe Wei gezahlt znrücksolgte. Ter Rentner soll fick geäußer '•cbert, wenn ihm eine solche Sache nochmals vorkäme, wolli ■’tf den überzähl gen Pfennig ausdrücklich als Geschenk m ö"s Akziseamt bezeichnen, und zwar als Grundstock füi nnnDenkmal des h l. Büro kratius, denn dann könm Prsvinjial'Au»schuß der Provinz Lberhessen. L Gießen, 29. April Anwesend der Vorsitzende Provinzialdirektor Dr. Ufingci Tvtr ordenllicke und zwei Ersatzmitqlieder. Anfang 9 Uhr, Eni) ■ 4 Uh 1 )i ekursgegeneinenPolizeibefehldesi Kreis (mt S Gießen bezüglich des H 0fgu ts Utphe. Durch Beschwerden der Ortseinwohner von Utphe veranlaß', erließ bav Mrrisamt Gießen gegen Pächter Jakobi daselbst einen Volize.bricbl, in dem gesagt war, daß I Jakobi öfter aus dem Hoigut Jauche, Abortcnbalt usw m stärk.-ren Mengen in den Ortskanal ablaufen lasse. Der Miß hnf sei Imuptsächlich dadurch veranlaßt, daß die Abortgrubc ttb die Sammeljauchegrube nicht rechtzeitig geleert würden. Tc ter aus dem Ortskanal durch die Einfallschächte auiflcigcnh (i ftanf erheblich belästige und besonders die Schulkinder beui > 71 reicht durch die Ekel erregenden Ausdünstungen gejundheitlio wiflhrbet würden, werde ihm bei Meldung einer Strafe voi Hi Mark für jeden Tag und Fall der Zuwiderhandlung verboten. fragliche Flüssigkeit in stärkeren Mengen in den Ortskana Müßen zu lassen. II. Festgestellt sei, daß der für den Schlamm aus der Bren rrri angelegte Fang nicht rechtzeitig geräumt werde und diese: ßbelriechende Schlamm sich in einen Gemeindegraben ergieße unb he Passanten belästige. Bei Meldung einer Strafe von 20 Mk. für fixii Tag und Fall der Zuwiderhandlung werde ansgegeben, den k.usstuß des Schlammes in den bkaben zu unterlassen. III. Jakobi aus seinem Schweinestall ein Abflußrohr in den inirr II genannten Graben fülyre und die stinkenden Mwäsfei ans diesem Stall dorthin leite. Deshalb sei die -lbflußöfsnune. binnen 10 Tagen dauernd zu schließen ober zu beseitigen, andern stlls dies zwangsweise aul feine Höften geschehen tverde. Jakobi erhob gegen diesen Polizeibefehl Rekurs an den Pro tengal Ausschuß. Er beftntt zunächst, daß er öfter Jauche- unb “boriinljalt in den Ortskanal leite ober die Älborb- und Jauche mibe nicht rechtzeitig entleere. Ein Austreten der Flüssigkeit töniv. »t unb ha bei Regenwetter vorgekommen sein, was nicht v?r nbert werden könne Vielleicht fei auch ein etwas undicht?: .uudkfanal hieran Schuld, dessen Wiederherstellung aber bereit: iis Auge gefaßt sei. Im übrigen trete keine Belästigung der Aw rcfinn: ein und es ließen auch die übrigen Landwirte ihre Jauch- in den Ortskanal fließen. Außerdem werde der Ortskanal nicht rechtzeitig geräumt. Zur Ableitung der Abflüsse aus der Bren । Tret und dem Schweinestall in den Graben habe die Rent | farme 1 ein Recht laut Vertrag aus dem Jahre 1845. Der iZchwrinestall werde täglich mehrmals gespült, so daß die Abwässer Iflüv ihm zum größten Teil aus Wasser beftünixm. Belästigt lönne niemand dadurch werden außer den seltenen Besuchern MS Friedhofs. . _ . Tie erste Verhandlung vor dem Provinzräl-Ausichuß fand Mn I I Januar d. I. stakt, es wurde aber, beschlossen, zunächst ' iiwenschein einziinehmen. Tiefer fand inztvischcu statt. In dein IMligen Dermin wurde neben mehreren Zeugen auch als eath- | jfcanbiger Medizinalrat Dr ha der körn von Gießen vernom IVK Er bcfränglc, daß tatfädilid) ein unhygientscher Zustand Iüöflegcn habe, der ein Einschreiten im öffentlichen Jirteresse laiorbcit hätte. Ter Provinzial-AuSschuß wies auf Grund der lanaditen Feststellungen den Rekurs gegen den Polizeibefehl zurück unb verurteilt.- Jakobi zur Tragung der Kosten des Verfahrens owie zur Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 20 Mark. 2. Gemeinderatswahl zu Ober-Erlenback. Aus der Gemeinderatswabl zu ^Ober-Erlenbach am 7. Januar b. I. gingen Franz Beith, Jak. Schaub II. und Jobs, sdimitt de gewählt hervor Das Kreisamt Friedberg beanstandete aber He Wahl, weil zwei Vertreter des höchstbesteuerten Drittels zu r.hibkn gewesen seien, aber nur ein solcher gewählt worden wäre. Der Kreisaitssckuß entschied deshalb, daß eine Nemvalst stattzu- finben habe Tage gen wurde Rekurs erhoben, der jedoch vom Ärovinzial-Ausschuß heute lostenfällig verworfen rourbe. , 3. klage des Ortsarmenverbande s Gretzen gegen den Ortsarmenverband Griedel wegen Unterstützung des A. S. . A. S. mußte zuletzt vom 20. März, bis 16. April 1909 tm br i'igeu städtischen Hospital verpflegt werden und trat nach vier- Hdgtger Abwesenheit am 20. April 1909 wieder in dieses ein. Nun 19. Mai verliefe er cs wieder, wurde am 29. September in Ibi Klinik und am 22. Dezember 1909 in das Johann-Friedrich' L&tift in Lau back» aufgenommen. Der Ortsarmenverband Gießen begehrte nun Ersatz seiner Borlagetl für S. vom 20. Avril 1909 Kb mit 444.42 Mark von dem Ortsarmenverband Griedel, weil E? dort vom 14. September 1906 bis 28. Februar 1908 und Jom 16. Juni bis 5. November 1908 gearbeitet habe und nadi Rber Novelle zum Unterstützmigswohnsitzgesetz tn>m 30. Mai 111908 feinen Unterstütztmgswobnfltz cmwbcn habe. Da <5. am 16 dloril 1909, als er das städtische Hospital verließ, -ock) im Besitz ausreichender Geldmittel gewesen sei und sich »bis zum 20. April 1909 habe selbst ernähren können, so stelle ’jHc Erlranlimg am 20. April einen neuen Pflegefall dar, so sei Hricöcl zahlnngspflichlig. Griedel weigerte sich und es kam zur Klage Ter Provinzialausschuß war im Gegensatz zu der Klägerin Iter Ansicht, daß es sich um die Fortsetzwtg der früher bestandenen 'oilfsbedürftigteit handele und wies die Klage ab. hm der Magistrat wenigstens nicht unfrankiert schreiben, nernt etwa die Stiftung nicht angenommen würde. Starkenburg und Rhkinhrsfen. Darmstadt, 1. Mai. Am Sonntag, 28. Mai, fin- -t auf Wunsch des Großherzogs im Hoftheater ein •Zuf iTf eft statt, bei welchem MaxRegers 100. Psalm 'p. 106i zur Aufführung kommt. Tie Vorbereitungen zu iffem Konzert großen Stils sind bereits in vollem Gange m Chor wirken mit: der Musikverein, der Sängerchor es Lehrervereins aus Darmstadt und der Rühlsche Ge- angverein aus Frankfurt a. M. Dieser stattlichen Zahl on etwa 500 Gesangstimmen entsprechend wird auch die rirrmstädter Hoskapelle erheblich verstärkt, so daß der Ton • .per die von dem gewaltigen Werke geforderte Fülle esipt. Das Konzert, dessen Reinertrag für wohltätige .wecke verwandt werden soll, wird von dem Komponisten elbft geleitet werden. cd. Ain gen, 30. April. Herr Alfred Hahn in Frank- rt a. M. hat eine Stiftung von 6 2 50 Mark für dic Stabt Bingen gemacht. Die Zinsen sollen mit 250 Mk. ihr!ich an die Armen der Stadt zur Verteilung gelangen. Hessen-Nassau. — Biedenkopf, 30. April. Arn Freitag konnte die seit änger als 30 Jahren erstrebte Eisenbahn, die das obere ^ahntal mit dem Sckeld- bezw. Tllltal verbindet, elngeweiht werden. Es sind dadurch auck) Gelände des seither so bahn' innen Hinterlandes, mit zahlreichen Bergwerks-, Hütten- und Zteinbnicksbetrieben, wie auch große Forsten dem Verkehr er- jffnet, jedenfalls zum Segen der Bewohnerschaft, die vielfach ihr Brot in der Fremde suchen mußte. Die neue Bahn ist die ängste Verbindung zwischen den Linicii^Marburg—Creuzthal unb st eßen—Köln und zwar zwischen den Stationen Biedenkopf bezw. b; al lau und Oberscheld bezw. T Ulenburg. Die Fahrt beträgt etzt nur noch 42 Kilometer, seither betrug die Verbindung zwischen Biedenkopf und Dillenburg 102 Kilometer. Mit dem Bau dieser durch schwieriges Gelände führenden Bahn wurde im 21. Juni 1909 begonnen, die Gesamtlosten betragen rund 3 300 000 Mk. Sie liegt ihrer ganzen Länge nach im Regierungsbezirk Wiesbaden und zwar entfallen 19 Kilometer auf Den Kreis Biedenkopf und 7 Kilometer auf den Dillkreis. b. Diez, 30. April. Eine Oranien st einer Ausstellung wird am Samstay, 13. Mai, eröffnet unb dauert bis 6. Juni. Der Katalog weist 250 Nummern auf und enthält folgende ^Lbtcilungcn: 1. Ansichten und Pläne des Schlosses Oranrensteln und feiner Umgebung, darunter als Unterabteilung die Ausstellung des Hofphotograpl,en Bender mit 60 verschieden.n Architektur- unb Innenaufnahmen aus dem Schlosse Oraniensieiu; 2. Porträts von Fürstlichkeiten, die in Oranienstein residierten: 3. Münzen, Schaumünzen, Autogramme usw : 4. Druckwerke: 5. Möbel und Bilder aus Oranienstein: 6. Silber-, Porzellan- und Kristallwaven. Der Möbel sind so viele vorhanden, daß es möglich mürbe, drei vollständige Zimmer in Barock, Rokoko- unb Zopfsttl zusammenzustellen. Von den Ausstellern seien u. a. genannt: die (hroscherzogin-Mutler von Xlurcmbutg, Herzogin Adelheid zu Nassau mit H Bildern aus dem Königsteiner Schloß (es sind dies Bilder schöner und berühmter Frauen aus dem 18. Jahrhundert, die ehemals zur Galerie schöner Frauen, einer Hauptsehenswürdigkeit des -Dranicnfteiner Schlosses, gehörten) : die Großherzogin-Regentin von Luxemburg mit Bildnissen nassauischer Fürstlickketten aus dem Weilburger Schloß, die im Jahre 1898 auf der großen OraniemNasfamAusstellung in Amsterdam gelegentlich der Krönung der Königin Wilhelmine figurierten: die Stadt Dillenburg mit Bildern usw. ans dem Wilhelmsturm des Landesmuseums in Wiesbaden usw Der Erlös der Ausstellung soll zu gleichen Teikn^urrfercm Krankenhaus und den alten Baudenkmälern unserer Stadt zugute kommen. £uftfd?tfiabrt Petersburg, 30. April. Ter erste a 11 ru s f i s ch e L uf t - schificrkongreS beschloß, einen allrussischen Lultschifserverband zu gründen, dessen Haupttätigteil die Heranbildung eines Stammes von Fliegern für Kriegszwecke ist. Pans 29. April. TaS Zivilgericht hat in dem von den lranzöfichen Besitzern des W r i g h t p a t e n le s gegen verschiedene 'ranzofische Flngzengbauer angestrengten Prozeß die vor läufige Entscheldung ge'älll, daß drei Eack)verstandige die Patentansprüche Gebrüder Wrights zu prüfen haben werden. DcrmiKhtes. * Ein seltsames Testament. Bor einigen Tagen starb, wie auS Paris gemeldet wird, in Lossard-en-Bresse einq alte Tarne ohne Nachloinmenschast. Sie hat ihrer Heimalgemeindg ein kleines Landgut vermacht unter der Bedingung, daß ihr Grab unterhalten werde, lieber den Rest ihres Vermögens aber verfügte sic in folgender Weise: cs soll nämlich unter alle die gleichmäßig verteilt 1 verben, bic sie zur letzten Ruhe bcgtcitWI haben. Ein Notar hat deshalb bei der Beerdigung jedem Anwesenden eine Karte überreicht, auf der er seinen Namen eintragen mußte. Im ganzen haben 140 Personen an dem Leichenbegängnis teilgenvmmen und jeder Teilnehmer wird nun eine ziemlich bedeutende Summe erben. Wenn alle Leute nad) dem Beispiel dieser seltsamen Frau verfahren würden, bann konnten sie jedenfalls auf ein „anständiges" Begräbnis rechnen. * Tragödie zweier Greisinnen. Ein seltsames Drama hat sich in Schmargendorf abgespielt. In dem Hause Sulzerstraße 14 wohnten gemcifam die 76 Jähre alte Witwe Cäcilie L ö w i n s 0 h n und die gleichaltrige Witwe Lina Weiß seit einer Reihe von Jahren. In der letzten Zeit taten sie Nachbarinnen gegenüber Aeußerungen, die darauf Hinzieltenbaß sie nicht mehr lange leben würben, und daß sie gern gemeinsam sterben möchten. Gestern erhielten nun die Verwandten der Greisinnen von diesen Abschiedsbriefe. Die beiden Frauen teilten mit, sie hätten beschlossen, gemrinfam zu sterben, da s« beide des Lebens überdrüssig seien. Die Schmargen- borser Polizei wurde sofort benachrichtigt, cs war aber schon zu spät. Als ein Beamter in die verschlossene Wohnung cin- brang, fand er die Bewohnerinnen in bewlif'l losem Zustand auf« Sie hatten sich mit Leuchtgas vergiftet. Vorn Olashahn hatten sie den Schlauch gelöst unb die giftigen Gase cingcatmet. Ein Arzt stellte Wieberbescbungsversuche an, die aber nur bei Frau L. Erfolg hatten, Frau Weist war bereits tot. In hoffnungslosem Zu stand wurde Frau L. nach dem .fhranfcnfaruS gebracht. * Der belagerte H 0 senr 0 ck. Im (Safe Florian auf dem Marcusplatz in Venedig zog die Marchesa D a v i 110 durch ihren Hoscnrock und ihren Ehanteelairhut die Aufmerksamkeit der promenierenden Menge auf sich, die sich sofort um die, unglückliche Modedame scharte, sie auspfiff, ihr zujohlte und sie mit Schlimmerem bedrohte. In wenigen Mttucten war ganz Venedig um das Modewunder versammelt, das durch die dickte Menschcn- mancr, die es umgab, nickt entschlüpfen konnte und der Verzweiflung nahe war. Dem Polivipräsidenten von Venedig mit fämtlidien Agenten gelang es nicht, dio Menge zurüchzufreibor; er mußte um die Tarne eine Barrikade aus allen Tischen ituti Stühlen und anderen Reguisiteii des Caf6s errichten und dies« bis zur Landungsstelle einer Gondel verlängern. Erst so gelang es der Hosenrockträgerin, sich vor der tollgewordenen Menge in «Sicherheit zu bringen. * Ein „A nde n ke n i a m m 1 e r". Aus Petersburg Mrd, gemeldet: Ter TumaabgeorDncte Kammerlimr Glebow ersuchte den Tumanräfibenten um Urlaub bis zum Schluß der Session. Tas unliebiamc Vorkommnis ist zurückzuführen auf einen Besuch, den der Kammerherr kürzlich der internationalen Lust-, schiffahrts-Ausstellung abstattete. Er sand großen ballen an« einem fleinen Apparat, einem sogenannten Nrigungsmesser, ultb steckte ihn einfach ein. Der Vorfall wurde bemerkt, Glebow leugnete anfangs, gestand aber, er habe den GeLenstand als Andenken mitgenommen. Er pflege auf allen Ausstellungen kleine Aridenken mitzunehmen. Der peinliche Vorfall hat nun das Urlaubsgesuch des Dumaabgeordneten zur Folge gehabt. Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 1. Mai 1911. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 87—90 Mk. ',,Kg.Schlachtgew. 100-107 Pi. 7, , ._____60-V2 , 7, Kg. 88-96 Psg. '/, , 88—92 , '/, , 70—90 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Wetzen 100 Kg. 21.00-21.25 'Ult. Roggen 100 Kg. 16.75—00.00 Mk. 1 Weißbrot 2 Kg. 62 ütg. | Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pig. 3 Meteorologische Beobachtungen -er Station Siehe«. Wett« SZ L & E E T Z CO Mai 1911 I 12 b • liS 1.1 2” 148,4 10^ 6,0 65 N 4 8 Bew. Himmel 1.1 7^5' 6,1 79 W 2 9 , , 2., 7« ' «51,4 । 4,8 5,7 89 SSW 2 9 Höchste Dernperatur am 30. 2 lpril bi 3 1. Mai = 4- 12,6 • X Niedrigste ■ ■ 30. ■ ■ 1. , = + 5,8*0. 9tiederschlag: — 0,0 mm. Ein guter Rat! Teile mit, daß ich in 2' , Monaten 3 Pakete Biolon verbraucht habe. Früher hatte ich oft Schwindelaniälte und häufig Kovf- fchmerzen, ja sogar über starke Gewichtsabnahme batte ich zu tlagen, da ich fast nichts efien konnte. Seitdem ich Bioson trinke, bat nch die Sache gedreht: ich bin imolge dessen rcgelniäfeigen Gebrauchs so iebr qcfräit;gt£ daß ich über dergleichen liebel nickt mehr zu klagen babc, esse jetzt das Ttci'adic gegen früher unb habe in dem Zeitraum von 2* Monaten 1(>>, Pfund zuge- nommen. Sowohl mit dem Geschmack als aud) in jede -. anderen Hin'ickt bin ick sehr zufriedengefiellt und idi kann nur Jedem wünschen, bah er, gleich wie ir. mit nriiofcn“ iich tirärttgung und damit Abhilfe verickant. Jiürnbcrg, 9. August 10. Ost Hans Sanös, Artist, (3oitenbofer Schttlgasie 22 II. Unterschrift beglaubigt: »lönigL Notariat Nürnberg VI. Biofon ist dgtz beite und billigste Nähr und Kräitigungsmittel: erhällüch in Apotheken, Drogerien usw., Pake^ izirka V- Kilo Qf. 3.—. 43— 5u 2: 5" ©3- 3 ff O: et-ff UV 2 3 ® tib p >^n £ 'S © 5 « D 5?"cO© COD cfl ”3« I 1*®'® s 5g: CP- ?E9 § 3 3 ® X ffi ö 3 3 U> r* s <» 3 DZ-§ 3 © S3 ^ff*3 ®§* 2 -n 3 3 a.cr -=? er ö <5*5* '’*■•» £ D u> » & 3 ff o © o ff ff 3 3=d'Cäy? 2^^ •*» 2 r S %4ZL 3 ? 3. CD CO Cb ® H 6b CL CP SSsi 5^0, 3 n T? s » 5 e5aä re X 3 43& ?L öp 3 „ «u a» d © 5 D 3 LS « 9 3 <& co po Zl li «IV 6CO ÖS OD s: CO CO I 42 s 3 Z- 3 CO CO K z x" «V t 3 3 S*" -' 3 a © _, ff 2.c'9 «•tSp -ZLL^ 3 r> o Ö» '^s e^LS^ w 3 eß ßr^ £« -'S «d S 3 3»P \i x X3Z 2.^1 itF 3.5 5 5' ?VZ 5? tl ° 8" orcsn h er CL d‘ o-_ 3.3 3 L 3 5.6v *3 " 3 © -* £>9 3«» §E B*S 3' (?) ff Z Ä'L § 2 so 5 8«ZL II Vä «a ff^s Äc £ SM3 “"gs »? Z43^ 3 LZ - P COD-5 5. -I. 01 a «-6V rs § §s o-S 3 2. 3 & «2. p Z.I fl 3 3- !f §g ffT 3.3 IN ff-R 5 ©re* 8^2 e- §s cps^'S' 3 5 3 «LZZ q 3 - vv 3^S*3Lp 5 P rT-C* ^is=3§: tie f'- H a 3 &zn« STS'S'a. 52.S® ifg| JA« Z-3. L 3 8*2 ||| H a q ®ö§. s:ai öo^5; Z s-3 ov • 3 S 2S B-® M3 ?^a'2r-ä a '-"er n9,'<^'f6S'” = r» 3 fST?^- a-a 3,5 2'^euEi 5 2.r äS&g LNZIcr S» co'2. 3^?« 2.5- a S2*3*w 8 55 sr ÖD° 2. 2.® ■§' W 5 H CD '+ r-- 3 ' r? ;yg. « ß ö § 5:1' rt c t-'A S'3 rtX 3-> LL re a I' ff3 M3 öff r@es g2° h,2 D.^ts:.: 8"« Zb- 5.Z,L.53Z^L ss-Z* ^'32&SS^5 Z s^VT's'"^ 5§3 s o O 3 S p 'S ’Q-^3 5 p «2 h c-az ^07^“®/ - r - o er □ ;o 0 K5J2.2 S-5j-«a -3 $2 er-5 jo" 2? w ^3.S-3 5^h.3Ö5S a^, o a 2 S:co 3 —,<3 3 ?^3 g & s 3 (F)3 5.2. 1- a tjc S s£~ CD ~'D D >••5. xo 6v o n- a V rrti h Q — ' |tS cd' 8 to o ff Z. £§33 BihajffMJT ros*s fnw ^83§3 2 &ffS,2xö^ 2^-sCD to a,04 ° -©* ex oo5Tc ^T-- " ST S E're 3ZZ-Z.^s «adS-^5- 3 t3 3^2. V er \\ <-,. 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