Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Nationalliberale Wahlcrversammlungen. dcationalliberale Partei hat in der abge- hat allein Der Kampf im Reichrtagswahlkreir Sieben-Grünberg-Nidda. 3m Lande wogt es von Wählerversammlungen. Daß die nationalliberale Partei nach der Entscheidung des Bundes der Landwirte nicht etwa, wie es in einem Teil der Presse hieß, die Flinte ins Korn warf, beweist wieder ein parteiamtlicher Bericht, der uns die Agitation der vergangenen Woche schildert. Die rechtsstehenden Parteien, einschließlich der Na.ionallibcralen, la,sen es sich angelegen jein, besonders der sozialdemokratischen Gefahr zu begegnen. Der hessische sozialdemokratische Führer Ulrich hat, tote wir vielfach hören, mit einem oberflächlichen Vortrag in der Gießener Versammlung am Samstag nicht gerade Lorbeeren gepflückt. Es ist viel interessanter und nützlicher, die Aussprache über die Ver- staat.ichung der Produktionsmittel im sozialdemokratischen Programm zu verfolgen, wie sie durch den Gcno.sen Krumm selbst in unicrem Biatte angeregt worden ist. Auf seine Antwort in unserer Montag-Nummer melden sich heute wieder seine beiden Gegner zum Wort. Diese Auseinandersetzung hat vor ähnlichen Kumpfen in Wahlversammlungen offenbar den Vorzug, daß der Gegenstand von beiden Seilen erschöpfend, ohne doch weitschweifcnd oder un.achlich zu werden, behandelt werden faiui; wir beabsichtigen niemand das Wort abzuschneiden, auch nicht die Aussprache durch besondere Wählerschmerzerr und unzeitgemäße Aeußerungen unterbrechen zu lassen. Die gründliche Aufrollung vreter Fragen des soziatdcm. Zutuns tsstaates war in diesem Zusammenhang natürlich nrcht zu vermeiden. Aber das schaoet nichts, im Gegenteil, es ist von Nutzen, zumal die Auseinandersetzung keine persönlichen Schärfen l at. Wir nehmen an, daß der nationall,bcrale Politiker in seiner heutigen Zuschrift Herrn Krumm nicht hatte verletzen wolten, indem er von' der Führung durch „Zrrllchter" sprach. Redner wurden mit großer Ausmerrfamkeit angchört; vor allem aber verstand es Herr Prof. Gisevius durch seine ruhigen, sachlichen, mit großer Frische vorgetragencn Ausführungen dos Ohr und auch die Herzen der Hörer zu gewinnen. Das verriet der Beifall, das zeigte der Gesichtsausdruck der Hörer, das bewiesen Aeußerungen, die die Hörer unter sich mistauschten und zuweilen offen aussprachen. Die ungünstigen Wegvcrhältnifse — die Chausseen waren auf den Höhen mit Eis überzogen — verhinderten leider das Abhalten einiger augetündigter Versammlungen. Das Auto konnte aus dem Eise nicht fort. Zn einigen . Versammlungen entwickelten sich Aussprachen. Auch nahm Herr Prof. Gisevius mehrmals Gelegenheit, die Don dem Parteisekretär der Fortschrittlichen Volks Partei, Herrn Kuhlmann, in Gelnhaar ausge- erwecken. 2. Ausländischen Studenten den Studienaufenthalt in Berlin zu erleichtern und möglichst anregend und fruchtbar zu gestalten. 3. Freundi'chafttiche Beziehungen zwischen Studmten aller Nationen zu fördern. 4. Das allgemeine Interesse an internationalen Kutturvroblemen zu verstärken. Veranstaltet werden zur Erreichung dieser Ziele Vorträge, Tiskussionsabende, Ausflüge, Besichtigungen nnd größere internationale Festlichkeiten: auch ist die Errichtung eines Klubhauses, einer Bibliothek und eines Leiczimnicrs in Aussicht genommen. Ter studentische Vorstand besteht aus einem Amerikaner als erstem Vorsitzenden, einem Chinesen als Stellvertreter, einem Deutschen, einem Russen, einem Engländer, einem Südafrikaner und einent Griechen. Tic erste Versammlung hält dieser Verein am 20. Februar tm Motivhaus zu Charlottcnburg ab. Ter Direktor des Amerika-Instituts, Prof. Tr. Hugo Münstcrberg von der Harvard- Universität, wird über das Thema „Tie internationalen Kulrur- beziehungen und das nationale Bewußtsein" sprechen. Zrn Anschluß daran gibt's ein geselliges Zusammensein, bei dem Vertreter von vierzehn verschreocnen Nationen Ansprachen halten werden. — Ter Internationale Srudcntenverein hielt am Montag in Berlin seine Erofinungsversammlung ab. Ter Verein nrili alle politischen und religiösen Fragen ausschalten und darnach trachten, bei den Ausländern das Verständnis für die deutsche Kultur und bei den Deutschen das für die ausländische Kultur zu fördern, lö Abgeordnete verschiedener Nationalitäten hielten Begrüßungsansprachen. — Ein englisches Pompeji. Kaum zwanzig englische Meilen von der britischen Hauplsradr entfernt ist man mit Ausgrabungen beschäftigt, die voraussichtlich ein englisches Pompeji ans Licht fördern werden. Im Norden von London dehnte sich in alten Zeiten eine römische 3tabt, Verulam, aus, die in ihrer Ausdehnung Pompeji glcw'lommt. Die Gesellschaft bn- lischer Altertumshändler, so berichtet die Revue, hat von b.nt Besitzer des^Geländes, dem Lord Verulam, das Rccbi mcorbm, in großem Stile Ausgrabungen vorzunchmen. Tic Arbeiten hab.n bereits außerordentlich ermutigende Ergebnisse gehabt. Man Hai eine Reihe rörnisdstr Villen und Wohnhäuser freig'lcgt und darin reiche Mcrrgen von Eebrauchsgeg en ständen und Geräten a undrn, die von einer weit forrgeichrittencn Kultur Zeugnis abl.gen. — Der S t r ick st r u m p f i n „T r i it a n und ■ i o I b c'. Eine Dresdener Dame «cyreibr dem dortigen „Anzeiger": „Größere und Heinere Unacren deZ Thcuterpublikums find schon Mederhott zerbiß und zerriß. Nach einer solchen Aufführung war er dann so erschöpst, daß er einige Tage lang völlig arbectsunfabig war. Besonders unruhig war er bei der Premiere des Schauspiels „Adrienne Lecoudreur", das er bekanntlich der Rahel auf den Leib geschrieben hatte, der hier Gelegenheü gegeben werden sollte, in einem und demselben Stück die Macht ihres tragischen G.nies und den Reiz der modernen Salonsprache zu offenbaren, naiv- seiitimental und grauenerregend tragisch zu sein. „Niemals habe ich," so erzählte später die Rachel, „bei einem Dichter einen solchen Wechsel der -Stimmung beobachtet". Scriüe kam mit jeder Szene, mit jedem Akte zu mir, mir sein Werk vorzulescn. Er kam mit den Minen eines Triumphators. Er fühlte nur zu wohl, daß er baü Beste in diesem Stücke geleistet, das fe seiner Feder entflossen. Er war voller Tankbarkcit für mich, meinte wiederholt, daß er ohne mich das Stück nicht so hätte schaffen können, obwohl ich ihm nichts raten und sagen konnte über sein Werk. 'Aber er behauptete, oaß er durch meine Kumt bei seinem Werke angeregt worden sei, daß ich ihm ohne es zu wissen, die Feder geführt habe. Und indem ich ihm Szene für Szene vorfpieltc, wuchs seine Schöpfung und fügte sich seine Gestalt ganz meinem Wesen an. Ze näher aber der Tag der Aussührung heranrückte, je mehr sank sein Mut, während der meinige wuchs. Und am Tage vor der Aussührung begann Scribe, mir Borwürre zu machen. Er behauptete, daß er, verführt durch mein Spiel, nicht so wirkungsvoll geschrieben, wie er es sonst tat und wie er es hätte tun sollen. Seine Vorwürfe waren zu schmeichelhaft, daß ich sie hätte Übelnehmen können; doch konnte ich sie nicht gelten lassen. Während der Aufführung aber steigerte seine Aufregung dtc Vorwürfe in solchem Maße, daß der sonst so liebenswürdige Autor beinahe beleidigend wurde. Als er nach dem ersten Alt aui mich zutrat, packte er meinen Arm mit solcher Gewalt, daß ich ihn schmerzvoll zurücksticß. Später, als dann der Beisall ihn überzeugte, daß er wieder einen Sieg errungen, ließ seine Aufregung etwas nach." Die Rahel erzählt noch, daß bei einem zweiten Stuck, das Scribcjm Hinblick auf ihr Talent geschrieben, ,,La Czarine", sich jene Szenen zwar wiederholten, doch in geringerem Maße, und zwar in dem Grade geringer, als dies Stuck und fein Erfolg schwächer waren. — Gin „internationaler Stndcntenverein" hat sich dieser Tage in Berlin gebildet. Er bezweckt: i. Ausländ, sä en Studentin Verständnis für deutsche Kultur, deutschen und ausländischen StuberUeij Verständnis jus fremde Kultur Zst es arbeiterfrcunblidi, gegen die Arbcitcrschutzgesctzc zu stimmen, weil sie angeblich nicht weit genug gingen, trotz dem sic nach bem Genossen Kampfmeycr ent? Besserstellung der deutschen Arbeüerschast nm IV* Milliarde bedeuten, und obgleich sie von der deutschen Arbeiterschast jenes Elend scrnhaltcn, das z. B. auf der schutzlosen englischen lastet? 3ft es arbeitcrireundlich, gegen Heer und Flotte zu lein? 3ft es arbeitcrfreundlich, die Kolonialpolilik zu bclämpscn, die gerabc'für unsere Webindustrie von unendlicher Bedeutung sein c§ arbeilcrsreunülich, den Schirtz der deutschen Industrie und Landwirtschast mit billigen Ausreden zu bckämpsen? Müßte nicht gerade der Arbeiter in erster Linie Hunger leiden, wenn die Konkurrenz des Auslandes unsere gewerbliche und landwirtschastliche Erzeugung zerdrückte? 3a, wären nur eilt einmal die Arbcitermassen so weit, daß sie den ticien Sinn der Schutzzollpolitik verständen, das; sie den Kulturwert eines scharf- blickenden Nationalismus begriffen, dann schlüge auch die Stunde der Internationale. Wir werden treu an der Erreichung bujed Das tue ich und verlasse mich deshalb auf den sozialdcmokra- ■ tischen Parteitag in Breslau. Tort wurde mit überwältigender Mehrheit eine Entschließung angenommen, daß die sozialdema- lratischc Partei den Bauern die Erhaltung ihres Privateigentums nicht garantieren könne. Wie ist denn das gemeint? Doch nur so, datz im Falle her Einrichtung des sozialiftifchen Zulunstsstaalcs auch das Privateigentum der Bauern aufgehoben werden muß, wie jeder kleinste Sondcrbesitz. Tas ist doch auch ganz selbstverständlich. Wie iann man denn einen sozialnlischen Staat errichten, in dem dem Einzelnen sein Eigentum „garantiert" wird? Wer das bestreitet, muß dach über die Konsequenzen des Sozialismus recht unklare Vorstellungen haben. Die soziclldemol'ratischa Partei weiß aber ganz genau, daß sie di- politische Macht nicht erringen turnt, o h n e d a ß s i e d i eB a u e r n gewinnt. Tahcr hört man im diesmaligen Wahlkampf kein Wort von „Fleischwucher" und „Brotwucher". O, sie sind klug und weise! Indessen, der Fischzug wird auch jetzt nicht gelingen. 2. Die Todfallsteuer mit 2 Prozent von 2000 Mark auswärts (nicht mit 1 Prozent, wie Herr Krumm schreibt), ist em Pc ilagramma, das den Sozialdemokraten Pein macht. .Tenn das sieht doch schließlich auch der beste „Genosse" ein, daß eine solche Steuer von 40 Mark und mehr auf einmal und nicht in Raten von siebzig Pfennigen im Jahre entrichtet werden muß, und daß es der Witwe des kleinen Mannes ganz gleichgültig fein kann, ob die oder die indirekte Steuer noch besteht oder nicht, sobald der Ernährer stirbt, und von der Nachlaßmasse Erbschaftssteuer bezahlt werden soll, obgleich in den meisten Fällen Barmittel dann laum vorhanden sind. Dazu kommt, daß die Sozialdemo- lralen beantragten zu § 39 des Erbschaftssteucrgesetzes von 1903 als Ablaß 1 voranzustellen: „Der Wert ieocr N a ch l a i; m a, | e, deren Wert voraussichtlich 1000 itausend!) Mark überfteigt, sowie die Werte der aus ihr den erbschaftssteuerpflichtigen Erwerbern zufließenden Erbanteile find vom Erbsck-astssteueramt festzustellen." Sollte dieser überaus bezeichnende Antrag nickst manchen Leuten die Augen öffnen? Und „herzlich gleichgültig" soll cs fein, ob Nachlaß oder Vermögen besteuert wird, meint der svzialdemotratischL Einsender. O nein, die Nachlaßsteuer ist grausam, die Baroermögens- steuer diskutabel. 3. Die Sozialdemokratie sei keine Feindin der kleinen Leute, meint Herr Krumm weiter. Nun, der'Schein trügt. Ter Erb- schastssteucrantrag seiner Partei beweist das Gegenteil. Tic Ab- Ichnung der Rcichswertzuwachssteucr, die die kleinen Leute niemals trifft und den Veteranen helfen soll, spricht nicht für Herrn Krumm, selbst wenn er mit dem billigen Einwand der durch 18 Stimmen der Nationalliberalen erhallen gebliebenen Steuerfreiheit der Landesfürsten kommen sollte. Denn selbst wenn das Gesetz diesen Schönheitsfehler hat, durste es seiner anderen Vorzüge halber keineswegs abgclehnt werden. Die Ablehnung der Börsen-, Automobil- und Champagner st euer durch die Sozialdemokratie darf nicht vergessen werden, ebensowenig ihr Votum gegen den Zoll auf Austern und Kaviar und ausländische Parfümerien. Tic „Junker" haben dafür gestimmt, obwohl sie nach sozialdemokratisch-sreisinni- gcr Meinung sich fast ausschließlich von Sekt, Austern, Hummern usw. nähren! ICunft, Wissenschaft nnd Leben. — Ein Berlagsjubiläum. Ter weltbekannte Leipziger Verlag B. G. Teubner tann am 21. d. Mts. auf die ersten hundert Jahre seines Bestehens zurückblicken. An diesem Datum vor hundert Jahren wurde die Firma von Benad etus Gottheif Teubner durch llcbernaljmc der vis dahin von ihm geleiteten Weiuedclschcn Buckstwuckerei unter eigenem Namen gegründet. Sic entwickelte sich trotz der Kricgsercignisse rasch und gehörte bereits 1813 mit zu den grüßten Leipziger Druckereien. Die Teufnieridie Druckerei pflegte von Anfang an besonders wissenschafllichen, zunächst philologischen, dann auch mathematischen Satz, was für die spätere Verlagsculwicklung von Ledcuiung wurde. Dec philologische Verlag, der sid) inzwischru auch auf wissenschaftliche Ausgaben aus- dehnte, wurde allerdings in den 30 er Jahren durch starke Zcü- bewegungcn beiseite geschoben und Teubner versuchte es ein Zalst- zehnt mit populärer historischer und belletristischer Literatur. Aber im Jahre 1849 gestatteten ihm günstige Zcitverhältnisse, seiner Neigung für den philologischen Verlag wieder nad)3ugc()eii, und Ansang 1850 erschienen die ersten zur weltbekannten „Bibliv- thcea Teudneriana" gehörigen "Ausgaben, die heuic auf etwa 250 Autoren und 550 Bünde angewachsen ist. Audi die meisten Allerswcrke. von Boeckh und zcllürcich: Arbeit en ans der Schule Rüfchls erschienen dainals, und dieser konnte fd>on 1855 aus - sprechen, daß „in gcnerc phllologico der Teubner)d;c Verlag sich mii wahren Adlcrf'chlv.n^cn über alles Achnliche em vor hebt." 2urd) die Begriindung der „Mathemarischen Annalen" tm Jahre 1838 wird der Verlag nud? auf marhentacischsm Gebiet führend. Die. neueste Zeü, in der ein Enkel Teubners sowie zwei Urenkel an der Spitze stehen, brachte den planmäßigen Ausbau dieser Ver- lagszweigc. Hervorzuhebeu sind hier üic großen Unternehmungen des int Auftrage dec fünf deutsch:n Älodemien herausgegebcnen „Thesaurus llngnae Litinac" seit 1900 und dec von den vier Aiademicn, Göllingen, Leipzig, München und Wien, unter stützt en „Enchtlovädie der mathem.riiü' n Wissenschaften" seit 1898 — Scribe und d i e R a hcl. Eugönc Scribe, dessen Todestag sich am 20. Februar zum 50. Male jährt, war, obwohl er mit seinen Premieren fast immer glänzende Erfolge hatte, bis an sein Lebensende voll Angst und Sorge vor 10er neuen Premiere, und in größter Auslegung u-ähreno ihrer Tauer. Es • wird erzählt, daß ihn jcoc derartige Vorftellung ein Tafdientud) toüele, das er in Erwartung peinli>cher Ungewißheit des Erfolges lau'enen Woche rüstig weiter gearbeitet. Sie am' S a m Stag und Sonntag 16 Versammlungen in der Umgebung von Orten berg und Gedern abge- halten, nachdem vorher solche in der Nähe — in Annerod und Aldach — mit Donnerstag vorausgegangen waren. Die hiesigen Redner wurden am Sonntag von Herrn Ober- amtsrichler Tr. Fuhr in Ortenberg und zwei auswärtigen Rednern, den Parteisekretären Ackermann nnd Tr. Brüß, unterstükt. In allen Versammlungen sprach unser unermüdlicher Kandidat, Herr Professor Gise- vius. Tie Versammlungen waren durchgängig sehr gut besucht; vielfach waren die Versammlungsräume überfüllt Und überall trat das Gleiche zutage: die unterstützenden Zieles miierbeiten. . 4. Herr Krumm redet bann noch von „aus dem Zufammen- hang geriffelten Zitaten". Das ist Gcnosscnart, und Herr Krumm macht es genau wie die andern. Was da unbequem ist, wird abgeleugnet, ziirechtgestutzt oder als „aus dem Zusammenhang gerissen" bezeichnet. Ten Sozialbcmokraten hingegen ist es erlaubt, Zitate außerhalb des Zusammenhangs zu bringen. Oder liest Herr Krumm in seinen Versammlungen den ganzen Brockhaus vor? Zn den sozialdemokratischen Versammlungen da zitiert man neben dem Herrn Schulze aus Poscmuckcl oder Rawitsch den Reichskanzler Hohenlohe oder den Minister von Vodmann oder gar unsern Kaiser. Hält man ihnen dann Bismarck und andere entgegen, so ist das natürlich aus dem Zusammenhang gerissen, weil es den Herren nicht paßt. Zndessen ist auch der objektive Gegner wohl der Anfidst, daß meine „Zitate" innerhalb und außerhalb des Zusammenhangs genug beweisen, nämlich, was zu beweisen war. 5. „Wir versprechen nichts, wovon wir nicht die feste Heber* zeugung haben es halten zu können", sagt Herr K. von feinen Parteifreunden. So? Wie ist es denn mit dem Zukunfts- stoat mit den Zuckererbsen, „bis daß die Schoten platzen"? Verhieß nicht Bebel schon für das Jahr 1898 den „großen Kladderadatsch"? Wie spottete doch der alte Auer über Stadthagen, der durchfiel, obwohl er „die Stange mit dem daran- bammelnden Endziel" vorantrug! Mögen sich die gläubigen Genossen die Zeit bis zum Erscheinen des suEünftigcn Sozial staatcs nickst gar zu lange werden lassen! Was der sozialdemo» kratischc Abgeordnete v. Elm da neulich in Hamburg über die Unfähigkeit der Massen zur Regierung und über den „Unsinn des Referendums" sagte, klingt nicht sehr ermutigend. Es wird sich zeigen, wie lange der sozialistische Wechsel Kreditkraft hat. Tr. F. Werner. * Der nationalliberale Gegner des Herrn Srunun schreibt: Herr Krumm hat durch seine Antwort in Nr. 45 des Gieß. Anzeigers bewiesen, daß er so fix wie liebenswürdig sein kann: aber cs hapert in dem wichtigsten Punkt — der Richtigkeit. Zunächst bemängelt er meine Angaben über die Zunahme der Klein- und Mittelbetriebe, rov: den „hübschen" Ausdruck „Mittel-' betriebe". Tas ist aber der technische Ausdruck, den das kaiserliche statistische Amt anwendet. Dieses erfaßt in seiner Statistik die Kleinbetriebe (mit 1—5 Personen, Mittelbetriebe mit 6—50 Personen irnö Großbetriebe mit mehr als 50 Personen. Und deren Entwicklung hatte ich ohne genaue Angabe aller Zahlest ganz richtig dargestellt. Die Kleinbetriebe haben von 1895 bis 1907 nm 189 475 Angenommen, desgleichen die Mittelbetriebe um 76 109, die Großbetriebe unr 13044. Sie, Herr Krumm, begehen den sd)wcren Irrtum, zu schreiben, die gesamten Betriebe in Zndustrie und Geioerbe hätten um 100 000, also um 4 Prozent abgenommen. Die WahrhciU ' ist aber eine Zunahme um 278 628. Tann meinen Sie, die : stärkere Zunahme der Lohnarbeirerschaft, eine unbestreitbare Tatsache, drücke an sich schon aus, daß immer mehr Menschen ein ' Interesse an gemeinsamem Eigentum hätten. Diese Schlußfolgerung stützt sich bei Ihnen wohl auf Ihre Akkumulationsthevric. : Es ist auch richtig, daß unsere Wirtschaftsverhältnisse eine Reihe von Personen Gelegenheit gegeben haben und geben, sehr große prochene Behauptung, Herr Gisevius habe das Programm >eS Bundes der Landwirte unterschrieben, als unwahr zu bezeichnen. Hört denn die Verbreitung derartiger un wahrer Gerüchte nicht endlich auf? Es wäre endlich Zeit, solche Enten nicht anzunehmen oder sie hübsch tm Stall zu lassen und den Kamps sachlich zu führen. Zn den nächsten Tagen wird btc Wahlagitation, die sich mit jedem Tag mehr als erfolgversprechend erweist, rüstig ortgesetzt. Erwiderungen auf die Krummsche Veröffentlichung. Herr Dr. Werner, gegen den der Genosse Krumm zuerst seine Erwiderung gerietet halle, schreibt uns: 1. Herr Krumm meint, ick) solle cinsehen, daß es besser sei, die Haltung und Stellungnahme der sozialdemokratischen G e s a m t p a r t e i als maßgebender zu betradjten, wie meine „bübidien Zitate" einzelner feiner Parteifreunde. Nr. 44 Erster Blatt M- Jahrgang Dienstag, 2\. Kedruar M Der Siebener Anzeiger Ä W monatlich75^.,üiertel- erscheim täglich, außer Äff» ▼ M A A ▲ ▲ ▲ A. A ährlich Mk.S.S0. durch SonruagS. - Beilagen jj. A Ak 'fttA wH AA 't-.-c'.r- roödicnthil) W Aä WAV 41A A Bf ■ ■ ■■ J monatlich i 6irtzener§amilienblö!tcr. ■ HZ ■ S Ä W ■ fS II Jk B A H IP I M ^| w B ■< B B B ff ■ B B Br B ■ B Br B dlaUsürdenUrei»Sichen iß B W ES Br B B^ Hk B B HT B H B H ÖL. H BA M 9 ZeilenpreiS: lokallüPf* Fienstag undFreiiag); ■ ■ ■ Mi HS ■_ auswärls 20 "Bienniq. ::oeimal monatl. Land .ff M H| B ^ff B B Chesredakteur: A. Goetz. wirtschafllicheSeitfracen Verantwortlich für den ^ernfprech - Anschlüsse: Xtjr politischen Teil: August General-Anzeiger für Oberyefsen S-gSgEB Amiahme^ von Anzeigen Kotationstrud und Verlag -er Vrühl'schen Univ.'vuch- UN- Steinöruderei R. Lange. Re-aktion, Erpedition und Druderet: Zchulstrahe 7. Land": E.Hcß; für den 'm «w'S“ Büdingen: 8-rnsprecher Nr. SV Se,ch°ft-ft-ll-vahnhssftratze Ib-. » w. Reichtümer zu erwerben. Es ilt aber grundfalsch, daraus den Schluß zu ziehen, daß die anderen Menschen dadurch armer geworden seien, denn das Gegenteil ist wahr. Wir baden Ijrutc einen wohlhabenderen Mittelstand als jemals in Deutschland, und unser Arbeiterstand ist wohlhabendir, lebt weit besser als früher. Das pfeifen ja die Spatzen von den Dächern, rvenigstens Ur alle die, deren Keift nicht in der Marxschen Vcrelendungs- theorie besangen ist. Wenn Ihre Großlieferanten auch reicher geworden sind, Ivie ich annehme, so hat doch die von Ihnen so geschmähte kapitalistische Wirtschaft auch Ihnen Gelegenheit gegeben, durch Aufwendung mm Geistes und Willenskraft, vorwärts zu kommen. Auch ich bekenne von mit dasselbe, wenn auch in anderer Form. llitö in unserer Umgebung haben wir wohl gar vielfach diese Beobachtung gemacht. Diese Wahrnehmungen werden von allen möglichen Statistiken, die sich mit den Per- mögens-- und Ginlommensverhältuissen befassen, beftätigt. Das schließt ja nicht aus, daß es da oder dort aus verschiedenartigen Gründen auch rückwärts gegangen ist. In einem Artikel Ihrer eigenen Zeitung wurde die Forderung einer erhöhten Bildung des Arbeiterstandes begründet mit „dem wirtschaftlichen Aufstieg der A r b e i t e r s ch a s t" und Ihre Berichterstatter haben gar manchmal bei Schilderung sozialdemokratischer Feste über den ungeheueren Konsum an Speisen und Getränken bei solchen Gelegenheiten Jubellieder gesungen. Da paßt Ihre Verelcndungs- theorie nicht. Es ist doch zweifellos, daß unser Kapitalismus, der gewiß nicht lauter Lichtseiten hat, vor ollem unserem wachse n- demVolkc Arbeitsgelegenheit verschafft hat. Und es ist sehr, sehr sraglich, ob Ihr gepriesener Zustand des gemeinsamen Eigentums eine solche Vermehrung der Arbeitsgelegenheitl zu schaffen vermag. Bisherige kleinere Proben haben das Gegenteil, eine wirkliche Versumpfung zur Folge gehabt. Sie werden es den anderen nicht verübeln, wenn sie nicht nach Ihrer auf dem Dache, vielleicht noch etwas höher sitzenden oder gar fliegenden sozialdemokratischen Taube greifen. Die von Ihnen angegebene gesunkene Kaufkraft des Geldes ist eine Tatsache. Die habe ich ja selbst oft erwähnt. Aber gerade das Arbeiterein-» kommen ist - bitte sehen Sie die Calwersche Statistik und andere an — mehr gestiegen als der Geldwert gesunken ist. In anderen deutschen Staaten sind auch die sich aus der Verminderung des Geldwertes ergebende Folgen für die Beamten durch Gehaltsaufbesserungen beseitigt worden. So in dem von Ihren Parteigenossen so „geliebten" Preußen. Bei uns war es bisher leider, — ich sage es auch als Leidtragender — infolge der verkehrten Finanzpolitik eines Staatsmannes, den Sie und Ihre Freunde ja so sehr gestützt urrd in Schutz genommen haben, nicht möglich, diesem dringenden Bedürfnis abzuhelfen. (Sie führen die Beamten als Beispiel au, daher die obigen Sätze.) Was Sie dann vom Zukunstsstaat schreiben, von Ihrem Verlangen, nicht einige in ihrem Ueberflusse ersticken und Millionen dafür darben zu lassen, daö ist so allgenrein gehalten, und Ihre Behauptung von unserer „Meinung", daß mit unserer Entwicklung der höchste Grad der Vollkommenheit erreicht sei, ist so wenig wahr, wie oben die von dem Hemmschuh für alle Fortschritte der Arbeckerklasse, daß ich in diesem engen Rahmen die schweren Irrtümer nicht im einzelnen Nachweisen kann. War denn Deutschland ein Barbarenstaat, der seine Arbeiter in Unkultur verkommen ließ, ehe Ihre Genossengrüßen gekommen sind? Wer anders hat denn oft g eg en den Willen der unteren Volksschichten die Einrichtungen geschaffen, die es unserem Arbeiter viel mehr als dem des Auslandes möglich gemacht haben und noch möglich machen, sich kulturell, berufstechuisch und wirtschaftlich höher zu erheben, als dw gleichen Schichten im Ausland, als gerade die Kreise, denen Sie solche Vorwürfe machen? Meine Aufforderung an Sie, als Führer der hiesigen Sozialdemokratie, das sind Sie doch, gehen Sie hübsch aus dem Wege. Ich verlangte ja nicht einen Expropriatiousplan, den Sie in 10, 30 oder 80 Jahren — wenn die Herrschaft da in Ihre Hände kommen sollte, ftricktc ausführen müßten. Ich wollte nut eine Probe, so ähnlich wie unsere Staatsmänner Probesteuervcran- lagungen, Probegesetzentwürfe machen, damit man sieht, wie sich die Sache macht. Bei dem von Ihnen gewollten radikalen System- wvchscl wäre das doch noch mehr wünschenswert als etwa bei unserem hessischen Gemeindesteuergesetz. Sie streifen aber da die Halfter aus, wie ein Gaul, der nicht ziehen will, und Sie zwingen uns ungläubige Thomase zu der Annahme, daß Sie die Sacke nicht können, daß Sie fürchten müssen, Ihre Popularität — ich meine nicht Ihre persönliche — zu verlieren. Einer Führung von Irrlichtern aber will und wird sich das deutsche Bürgertum in Stadt und Laub nicht anvertrauen und .Herr Krumm, ich glaube, sie sind viel zu menschenfreundlich, als daß Sie es uns verübeln, daß wir uns nicht in den Abgrund stürzen, auf den Sie und Ihre Parteigenosjeu uns zufiihren wollen. Das gilt auch für Ihre so weit weggewiesene Gleichmacherei. Ich habe aus dem Lager Ihrer Anhänger schon andere Töne gehört, und ich erinnere mich auch noch, wie einst auf einem Ihrer Parteitage der alte Liebknecht gegen solche Umwandlungen um sein höheres Gehalt zu kämpfen hatte, das er nötig zu haben behauptete, um seine Kinder standesgemäß zu erziehen. Und daß Sw nicht Herr der Massen sind, hat ja Ihr sruchtloses Ankämpfen gegen den von Ihnen und anderen Führern so verurteilten Lokalbohkott kürzlich bewiesen. Wie ich schon oben gezeigt habe, haben Sie, trotzdem Ihnen letzt Ihr Aktenschrauk zur Verfügung steht, grobe durck die Tagespresse öffentlich gerügt worden: so das leidige Zuspätkommen oder das geräusckwolle Aufbrechen vor beendeter Vorstellung. Selbst die der Gelegenheit nicht angemessene Kleidung mancher Theaterbesuck»er ist Gegenstand der Kritik gewor- den. Was ich aber in der letzten Tristan-Aufführung in unserer Hvfoper erlebt habe, hätte ich nie für nröglich gehalten. Ich hatte meinen Platz in der Mittelgalerie des vierten Ranges In der Reihe vor mir saßen fünf junge, englisch redende Damen, deren eine einen groben braunen Strickstrumpf mitgebracht batte und sich nun die Zeit vor Beginn der Vorstellung' mit Stricken vertrieb. Als sie ihre Arbeit auch im bereits verdunkelten Saale während des Vorspiels fortsetzte, überkam mich eine gelinde Empörung und ich beschloß, die Dame während der Pause auf diese Ungehörigkeit aufmerksam zu machen. Glücklicherweise hörte sie noch vor Schluß des Vorspiels auf, ließ die Arbeit auch während der Pause und des zweiten Aktes ruhen, so daß ich eine Intervention nicht noch für notig hielt. Da, kurz vor Beginn des wundervollen dritten Vorspiels erschien der entsetzliche Strickstrumpf wieder auf der Bildfläche. Da ich die Dame, die durch einige Plätze plan mjiri getrennt war, nicht erreichen konnte wandte ich mich an ihre gerade vor mir sitzenden Begleiterinnen mit der Bitte, sie möchten dos junge Mädcksen doch veranlassen ihr Strickzeug wegzulegen, da das entsetzlich störend sei. Ein sehr erstauntes: „Warum weglegen?" war die einzige Antwort. Und nun denke man sich! Die Dame stticktc währenb des ganzen Vorspiels, sie strickte unentwegt weiter währelid des Zwiegesprächs zwischen Kurwenal und dem Hirten, sie strickte mit der' größten Seelenruhe, während Tristan seine Sehnsuchtsqualen offenbarte, und erst das Erscheinen Isoldes ließ sie in ihrer Beschäftigung innehalten. Daß mir jegliche Stimmung geraubt war, bedarf !wvhl keiner Erwähnung. Hoffentlich findet dieses Beispiel der jungen Dame Feine Racliahmung. Sonst müßte man in der Hof- vper, nach dem Beispiel eines hiesigen Damenvereins, Plakate anbringen, durch welcke die Damen aufgefordert werden, während der Vorträge aus Rücksicht auf die Vortragenden die Handarbeiten ruhen zu lassen." <-> Kurze Nachrichten a usKun st u. Wissenschaft. Ter Berliner Magistrat bewilligte, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten, für die deutsch-antarktische Erpe- drtwn des Oberleutnants Filchner 10 000 Mark. — In D r es d c n nr der Wagner-Schriftsteller Professor Eduard Beuß ST?gestorben. — Im Opernhaus: zu trn gongte Mozarts „Zauberflöte" mit der von dem -^ulicn-Häseler besorgten Neueinrichtung in und mehrerer Prinzen und Prinzessinnen 9?(ül öur Aumi.hrung. Die Aufführung fand starken BerfiUl hei dem ausverlausten Haus und dem Hof , Schnitzer gemacht. Dasselbe ist Ihnen auch passiert mit Ihrer Behauptung, gewisse Zitate die ich gegen Sie ins Feld geführt habe, seien nur Aussprüche einzelner Sozialdemokraten, die deshalb keinen Allgemeinwert haben sollen. In der Erwiderung gegen mich, nehmen Sie das Dr. Franksche Zitat vor. Aber Herr Krumm, dieses Wort ist aus oem Leipziger Parteitage gefallen und dahinter ste h t im Protokoll (Verlag des Vorwärts) als Zuruf (Sehr gut!). Das zeigt dock, daß die Gesetzgeber Ihrer Partei zustimniten. Das Kautskysche Zitat war gleichsalls keine bloße Einzelmeinung, sondern es enthält denselben Gedanken Ivie die noch jetzt rechtsgültige Breslauer Resolution von 1895. Ihre Berufung auf Kaul, Miquel u. a. beweisen nicht im mindesten, daß diese Männer heute auf Ihrem Boden stehen. Miquel bat diese Jugendträume in reiferem Alter als das erkannt, was sie waren — Utopien. Sie suchen am Schlüsse die heutige Gesellschaft als eine Förderin selbstsüchtiger Eigenziele darzustellen und Ihre LVcltansckxumng als die V:r- körvening der wahren Nächstenliebe. Ich glaube. Sie begehen Unrecht nach beiden Seiten. Ihre eimeitige Beurteilung der bestehenden Verhältnisse läßt Sie übersehen, was an wahrer Nächstenliebe, nicht nur theoretische sondern auch praktischer, in Millionen von Menschenherzen wohnt, trotz allem Egoismus, lind Sie übersehen, daß Ihre Einwirkung auf die Massen nicht aus der Pflege reiner Selbstlosigkeit beruht, sondern in hohe m MaßeaufderWeckungdesVerlangensnachMehr- besitz und Mehrgenuß, also auf einer Weckung und Förderung des persönlichen Jnteressenstand- punktes. Die vielgepriesene Solidarität und Opserwilligkeit in Ihren Parteikreisen ist an sich sehr schön, sie ist aber zweifellos in den meisten Fällen ein Preis, den man einsetzt, um auch f ü r s i ck künftig mehr zu erlangen. Ihre Theorieen werden das Menscheicherz, in dem die Natur immer nur den Trieb der Sclbst- erhaltung und, der Förderung des eigenen geliebten Ich ein- pflanzt, nicht in dem Maße umwandeln, wie Sie. träumen, so loenia ober noch weniger als die erhabene christliche Lehre, ans die /sie sich berufen, mch die Lehren so vieler wohlmeinender Ethiker. In Ihrer Art, die jetzige Welt zu beurteilen, liegt eine große Gefahr, nämlich die, sich zum Pharisäer zu entwickeln. Es möge darum ein jeder zuschauen, daß er nicht nur die Splitter in des anderen Auge erforsche und dabei den Balken int eigenen Übersehe. Selbstbeobachtung und Selbstkritik — die Außenwelt besorgt uns das übrige schon von selbst — werden uns feber diese Gefahr hinweghelfen. Darum wollen wir alle sie fleißig üben. Die Hauptversammlung des Bundes der Landwirte. Berlin, 20. Febr. Die Hauptversammlung des Bundes der Landwirte wurde im Sportpalast in Anwesenheit von fast 10 000 Personen von dem Vorsitzenden Freiherrn von Waugenheim durch eine Begrüßungsansprache eröffnet, die begeistert ausgenommen wurde und mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Ein Huldigungstclcgramm wurde an den Kaiser abgesandt. Rittergutsbesitzer von Hohenlohe begrüßte die Versammlung namens der Landwirte Oesterreick)s. Im weiteren Verlaufe betonten die Abgeordneten Roe- sicke und Hahn, es.sei dringend erforderlich, daß der Bund der Landwirte bei den nächsten Reichstaaswahlen die gesamte Linke, einschließlich der Nationalttberalen, aufs s ch ä r f st e bekämpfe. Inzwischen war ein Telegramm des Kaisers eingegangen, lautend: „Ich danke der Generalversammlung des Bundes der Landwirte für die mir gesandte Begrüßung und wünsche, daß die von mir dem Deutschen Landwirtschaftsrat gegebenen Anregungen zum Nutzen der Landwirte ausfallen werden, gez. Wilhelm. I. R." Ferner sprachen Chefredakteur Oertel und Abgeordneter Oldenburg-Ianuschau, der bemerkte, es gäbe zwei Gruppen Nationalliberale, mit der einen „können wir halbwegs bei den Wahlen Zusammengehen, die andere habe den sozialdemokratischen Bazillus im Leibe". (Große Heiterkeit. , Rittergutsbesitzer v. B o d e l s ch wi n g h - Westfalen l adelte scharf das Verhalten der Nationalliberalen in Baden und des badischen Ministers B o d nta n, die mit den Sozialdemokraten kokettierten. Man tömie sich dann nicht wundern, daß an dem Begräbnis Singers zirka 150 000' Menschen teilgenommen haben. Der Antrag, eine Reichstagswahlkriegskasse zu fdtaffcn durch Erhebung eines Extrabeitrages in Mindesthöhe des jährlichen Mitgliedsbeitrages des Bundes wurde angenommen. Darauf wurde die Hauptversammlung geschlossen. Auszeichnungen für die Bergung des Unterseebootes U 3 Berlin, 20. Febr. Der Kaiser erließ nachstehenden Kabinettsbefehl an den Chef der Marinestation der Ostsee: Im Anschluß au Meine Ordre vom 20. Januar 1911 verleihe I ch hierdurch nachbenannten Angehörigen Meiner Marine und der Verwaltung des Kaiser Wilhelm- Kanals, welche sich bei der Rettung der Besatzung und bei der Bergung des Unterseebootes „U 3" teils unter Nichtachtung des eigenen Lebens riihmlichst hervorgetan haben, als Ausdruck Meiner warmen Anerkennung folgende Auszeichnung: Den Roten Adlerorden 4. Klasse dein Kapitänleutnant v. Forstner und dem Oberlotsen Freiwald, den Königlichen Kronenorden 4. Klasse am Bande der Rettungsmedaille dem Oberleutnant z. S. Mcqe Valentiner, den Königlichen Kronenorden 4. Klasse dem Werftinspektor Natzke von der Werft in Kiel, die Rettungsmedaille am Bande dem Torpedobootsmannsmaaten Friedrich Heinrich und dem Torpcdoheizer Johann Gießner, das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens dem Kommissarischen Taucher- meister To epp er vom Kaiser Wilhelm-Kanal, das Allgemeine Ehrenzeichen dem Meistersmaaten Peter I e p p sowie den Tauchern BussaeuS und Lampe vom Kaiser Wilhelm-Kanal. 2111» Hessen. Eine neue Kündigung von Baubeamten. Die hessische Staatsbauverwaltung hat nach dem „Darmst. Tägl. Anz." nunmehr allen im Staats- unb Kreisdienst provisorisch verwendeten Regierungsbauführernunb-Baumeistern aus spätestens 1. April 1912 gekündigt Es ist deshalb wohl damit zu rechnen, so schreibt das genannte Blatt weiter, daß bis dahin die geplante Neuorganisation, die eine Vereinigung des staatlichen und kommunalen Bauwesens vorsieht, in Wirksamkeit treten soll. Deutsches Neicb. Die „drurddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Betriebseinnahmen der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen betrugen im Januar 1911 gegenüber Januar des Vorjahres int Personenverkehr 1,8 Millionen Mk. gleich 4,55 v. H., im Güterverkehr 8,5 Millionen gleicf) 8,41 v. H., insgesamt einschließlich der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 11,3 Millionen gleich 7,52 o. H. Der Januar 1911 hatte einen Festtag weniger und einen Werktag mehr, als der Januar des Vorjahres. Sei gleicher Zahl der Fest- und Werktage würde die Verkehrssteigerung sirh im Personenverkehr auf etwa 8 Prozent, im Güterverkehr aber auf nur etwa vier Prozent gestellt haben Diese leise Abschwächung der Berkehrssteigerung im Güterverkehr bericht darauf, daß der Iamrar un Vorjahre bereits einen außergewöhnlich starken Verkehr gezeigt hatte. Ausland. Aus Glasgow wird gemeldet: Eine Versammlung der Maschinisten der ich attischen Bergwerke beschloß, den Kohlengrubenbesitzern am Mittwoch bie Arbeit zu kündigen. Die Arbeitseinstellung der Maschinisten, die die achtstündige Arbeitszeit verlangen, wird den Betrieb aller Kohlengruben Schottlands, die zusammen 95 000 Mann beschäftigen, lähmen. Deutsche Aolonlen. Berlin, 20. Febr. Zu der schweren Bluttat in Kamerun veröffentlicht das „Tageblatt" heute eine Zuschrift, in welcher der Vorwurf gegen die Kolonialverwaltung herausgelesen werden muß, als ob der Täter, Sekretär Kerner, wegen gewisser bedenklicher körperlicher und geistiger Eigenschaften überhaupt nicht nach den Tropen hätte hinausgeschickt werden dürfen. Demgegenüber ist das Wölfische Bureau zur Feststellung ermächtigt, daß Kerner bei der amtsärztlichen Annahme für den Kolonialdienst, bei der vorausgehenden Untersuchung als gesund und tropendiensttauglich befunden worden ist. Auch im übrigen ergaben sich weder aus den amtlichen Aeußerungen der früheren vorgesetzten Dienstbehörden Kerners, noch aus derjenigen des Kolonialinstitutes in Hamburg, dem Kerner zur Ausbildung überwiesen war, für die Kolonialverwaltung Bedenken gegen die Verwendung Kerners im äußeren Kolonial- dienst. Aus Stadt und Land. Gießen, 21. Februar 1911. ** Tageskalender für Dienstag, 21. Febr.: Stadttheater: Benefiz von Regisseur Rudolf Goll: Man soll keine Briefe schreiben. Anfang* 8 Uhr. " Vorn Großherzoglichen Hofe. Die Groß- herzoglichen Herrschaften begaben sich gestern vormittag 8.30 Uhr im Auto nach Lich unb kehrten abends 11.30 Uhr wieder hierher zurück. ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Rechner und Schatzmeister deS LandeSkriegeroorbandeS, Hauptmann b. L. a. D. Karl Walde eker in Darmstadt, die Krone zum Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großniütigen verliehen. ** Landesuniversität. Nach einer Mitteilung der Darmst. Zta. wird die Frage der Erbauung einer Klinik für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten int Staatsvoranschlag für 1912 ihrer Lösung entgegengeführt werdet:. " Kreistagswahlen. Gestern und heute fanden die Wahlen zum Kreistag des Kreises Gießen statt. Gestern wurden die Vertreter der Gemeinden gewählt. ES wurden gewählt Oberbürgermeister Mecum-Gießen, Geh. Justizrat Dr. G utsleisch-Gießen, die Bürgermeister Schneider- Utphe, Dörrn er-Lich, Kreiling-Heuchelheim (dessen Gegenkandidat Ortskrankenkassenkontrolleur Beckmann-Gießen blieb um 7 Stimmen in der Minderheit), Zimme r-Grünberg, Hor st-Nicder-Bessingen und Leun - Großen-Linden. Heute wählten die Höchstbesteuerten ihre Vertreter im Kreistags ** KaufmannSgerichtswahl. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Beisitzerwahl zum Kaufmanns, gericht am Samstag, 25. ds. Mts., in den Stunden von 6 — 9 Uhr abends stattfindet (nicht am Mittwoch. ** Zu der karneva.l. Veranstaltung des Turnvereins am nächsten Sonntag schreibt man uni-: Recht genußreiche Stunden stehen für kommenden Sonntag in Aussicht. Diese karneval. Veranstaltung zeichnet sich von ähnlichen bereits gebotenen Unterhaltungen dadurch aus, daß sic viel Abwechselung bietet. So bildet der erste Teil eine richtig rheinische Damensitzung, in der nur neueste Karneval-Schlager aufaetischt, Lokalsachen mit viel Humor vorgetragen und zwischendurch gern ein jchnftlich FastnachtS- l'iedcr der diesjährigen Saison gesungen werden. Viel Arbeit bedingt das vorgesehene Varrete-^roaramm. In diesem Teil werden nur für Gießen neue Sachen zur Vorführung gelangen. Täglich finden hierzu Proben statt und es bcbpr’f auch großer Vorbereitungen, sind doch nicht weniger aT.- etwa 75 Mitwirken de, Damen und Herren, "tätig, um das ganze Programm glatt abzuw'ickeln. ** Fast nachtsverbote. Das Polizeiamt erläßt im heutigen „Gieß. Anz." eine Bekanntmachung über die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung während der Fastnachtszeit. •* Gasexplosion. Gestern abend fand in einem Nebenraume in der Stadtkirche eine Gasexplosion statt. Ein Fenster wurde zertrümmert, eine Tür beschädigt und der Kirchendiener trug leichte Verletzungen davon. Die Ursache der Explosion war, daß in dem Raume ein Gashahn ungeschlossen geblieben war. " Schlägerei. Am Sonntag abend erschien in der Wirtschaft von Pfeil, „Vater Jahn-, ein sehr stark betrunkener Herr, der nach seinen Angaben au§ Marburg gekommen war und der eine stark blutende Kopf wun de aufwies. Von dem Wirt wurde eiligst ärztliche Hilfe herbeigeholt, worauf der Verletzte von der Sanitätskolonne in die Klinik geschafft wurde. Die Verletzung hat der junge Mann bei einer Schlägerei in einer anderen Wirtschaft baoongetragen. ** Maul- unb Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus: 1. Hummendorf, Bezirksamt Kronach Rcaierungsbezirk Oberfranken; 2. Kreuzwald, Kreis Dolchen, Bezirk Lothringen: 3. Buschhütten, Kreis Siegen. RegierungsbezirS Arnsberg: 4. Gültlmgen, Oberamt Nagold, Württemberg. Landkreis Gießen. ^Leihgestern, 20. Febr. Unser Ziegenzuchtverein hielt gestern abend eine gut besuchte B er sarn m- ung ab. Den Vorsitz führte Georg Langsdorf III. Land« wirtschaftskamrnerbeamter Kreutz hielt einen Vortrag über Ziegenzucht, Pflege, Haltung. Aufzucht usw. In unferm Dorfe ist die ZieAe nicht nur die Kuh des kleinen Mannes, sondern auch bte Landwirte halten immer mehr dieser nützlichen Tiere und benutzen die Milch zur Aufzucht von Schweinen. Auch für die Aufzucht von Fohlen ist die Ziegenmilch sehr vorteilhaft. Den sachlichen und interessanten Ausführungen des Redners stattete Lehrer Lotz )en Dank der Züchter ab. = Lollar, 20. Febr. Auf der Militärbrieftauben- Ausstellung am 18., 19. unb 20. ds. Mts m. Wandsbek- Hamburg errang Karl Junker, Mitglied unseres „Mllitärbries- taubenvereins Wiedersehen"-Lollar unter großem Wettbewerb einen ersten Preis. Kreis Büdingen. Büdingen, 20. Febr. .Schöffengericht.) 1. Fünf orts- uni) landfremde Settier erhielte» Frecheitsswafar wegen Bettelns w«x einem bis zu vierzehn Tagen Hast, aud> wurde bei drei Benrrteilten weiter ertatnt, daß sie nach verbüßter Strafe der Landespoli-eibehorde ai überweisen seien. 2. Der Schlosser- meister und Installateur H. A. van Büdingen ist angeklagt wegen fahrlässiger Brandstiftung und Körperverletzung infolge einer Gaserplosivn. Er wird zu einer Geldstrafe von 75 Mark oder 15 Tagen Gefängnis verurteilt. 3. Ter.Metzger und Fuhrmann P. Eh. ft. aus Düdelsheim ist der vorsätzlichen Körperverletzung angcklaot. Er wird unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer Geldstrafe txm 20 Mark oder mit 4 Tagen Gefängnis verurteilt. 4. Der Landwirt A. R. von Atnderbügen ist der vorsätzlichen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs angeklagt und wird deshalb unter Annahme mildernder Umstände in eine Gefängnisstrafe von einem Monat i>erurteilt. Das Schöffengericht empfiehlt den Verurteilten zum bedingten Strafaufschub, weil die Tat mehr in Leichtsinn und alkoholischer Erregtheit als in Roheit und Grausamkeit ihren Ursprung hat. 5. Der Dienstknecht ö. P. aus Speyer, früher in Eckartsbausen bedienstet, wird wegen Hausfriedensbruchs, vorsätzlicher Körperverletzung und Saclcheschadigung zu einer Gesamtstrafe von sechs Wochen verurteilt. 6. In einer Verhandlung gegen einen Jugendlichen wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde aus einen Verweis erkannt. Nächste Schöffengcrichtssitzung Montag den 6. März L I. KreiS Schotten. p Laubach, 20. Febr. Wie alljährlich, hielt gestern abend der hiesige Zweigvevein deslVogelsbcrger HöhenNubs ein W i n t c r- •feft ab. Lehrer Massig begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und Freunde de» Bercins. Das Programm war zu- sammengestellt aus zwei gut gewählten Thcaterstückn: „Die Tante aus Schwaben" und „Die Villa", letzteres in Darmstädter Mundart. Die Rollen lagen durchweg in guten Händen Reicher Beifall bavies $ur Genüge, daß die Mitspielenden sich ihrer Aufgabe in vortrefflicher Werse erledigt .hatten. Zwei gut einstudierte vierstinrntigc Volkslieder, vorgelraaen von der jüngst gegründeten Gesangsabteilung, verschönten das Programm. Daran schloß sich ein flottes Tanzvergnügen. Starkenburg und Rheinhessen. Alzey, 18. Febr. Ein äußerst frecher Bubenstreich, der sehr leicht ein Unglück hätte herbeiführen können, wurde am Mittwoch nachmittag auf der Bahnstrecke von hier nach Gau-Odernheim verübt. Der Zugführer des um 5.41 Uhr von hier nach Bodenheim abgehenden Zuges sah auf dem Geleise links der Schafhouser Chaussee etwas liegen, daS er anfangs für ein Tier hielt; un, dasselbe zu verscheuchen, läutete er fottwährend. Beim Näherkommen bemerkte der Zugführer, daß eS ein anderer Gegenstand war und lreß den Zug halten, so daß die Lokomotive nur daS Hindernis berührte und teilweise zerstörte. Die hierauf vorgeuommenc Untersuchung er» gab, daß auf dem Gleise ein P/s Zentner schwerer Stein nut Draht befestigt worden war. ES ronrbe sofort eine polizeiliche Untersuchung nach den Tätern einqeleitet, die jedoch bi« jetzt noch kein greifbares Ergebnis hatte. ßanöd. -th. Gewerkschaft Gießener Braunstein-Bergwerke d o r in. ft ec nie. Ter Brutto-Ueberschuß des Unternehmens für das 4 Vierteljahr 1910 betragt nach dem den Gewerken erstatteten Bericht Mk. 158 942.87; hiervon sind zn bestreiten: die Zinsen und die Tilgung der Anleihen mit Mk. 70516.25, so daß ein Neito-Ueberlchnß von Mk. •■8 426.62 verbleibt. Ter lleberlchun für !—3 Vierteljahr 1910 beirug Mk. 263 997.38, so daß ein Jahres- nberlchns; in 1910 voii ' k. 352 424.— erzielt ist. ftür da« vierte 0-nar al ist bereits wie m den bin voihcruebenben Vierteljahren eine Ausbeute von Alk. 50 hlr den Rur au^gefdn ttet ivoiben, so baß in 1910 Mark 20" 00 H9u9 her gleiche Bettag) als Ausbeute an die G,-werten zur Veiieünna kam. Amtlicher Wetterbericht. Infolge der Sturmschäden -inb die Wettert elegrammc ausgeblieben, so daß bei Schluß der R.dtt.'tion noch kein Bericht Hcrcuts- gegeben werden konnte. Letzte Hacbricbfcn. Gieß en, 21. Febr. Von den Höchstbesteuerten wurden Bauunternehmer Sinn und Justizrat Hirschhorn wieder-, sowie Kommerzienrat Schirmer und Justizrat Grünewald (für Kommet unrat H h igcnstaedt und Landgerichtsdirektor Bücking) neu in den Kreistag gewählt. w Bedauerliche Vorkommniffe bei einem Begräbnis. Köln, 21. Febr. Gelegentlich eines sozialderno- kratischen Begräbnisses kam es, als von der P o l i - zei die roten Kranzschleifen geivaltfam en fernt werden jollten, zu einem HandgernengezwischendenLeid- tragenden und den Polizeibeamten. Der amtierende Priester verließ den Friedhof, ohne die Zeremonicbeendigt zu haben. Polizc2>«Mtfe besetzten die Gruft, um Grabreden zu verhindern. Verschollene Expedition. Brisbane, 20. Febr. Reuters Bureau metbti: Staniforth Smith, Adrntiristrator der össentlicheu Ländereien von Papuas, zwei weiße Offiziere. Zwölf ei geborene Polläcimannschaften und vierzehn Träger ocrlicßLn Mores- bl) am 18. November 1910, um das innere New-Guinea zu erforschen. Seit dem 7. Dezember sind keine Nachrichten von der Expedition eingetroffen. Infolgedessen werden die ernstesten Befürchtungen über ihr Schicksal gehegt. Alle Mann, außer zwei Eingeborenen, die Goari- bati erreichten, sollen niedergemctzclt fein. Die cvus- gesandte Hilfsabteilung wird Zlcichsaus vermißt. Die erwähnten Berichte bedürfen noch der Bestätigung. * Berlin, 21. Febr. Bis zum 8. Februar wurden von dem chinesischen Gouverneur in S ch a n t u n q 551 tödliche Pestfälle aus seinem Berwaltungsgebiet festgestcllt. Davon 221 in Tschifu, 49 im Kreise Tstmo und 16 in der Kreisstadt Kiautschou, nicht in dem deutschen Kiautschougebiet. Das deutsche Schutzgebiet ist pest frei. München, 21. Febr. Der Juwelierschwindler Becker-Pforzheim, der im September 1910 dem Hosiuwelier Kock-Fronksurt (Main) Juwelen im Wert von 140 030 Mark entlockt hatte, wurde in Paris von der Polizei gestellt und in Haft genommen. London, 21. Febr. Ter wegen Vergiftung einet Dinergesellfchait polizeilich verfolgte Hutchinson verübte, als et auf der Insel Guernsen verhaftet roerbai sollte, Selbstmord, indem er Blausäure trank. Saloniki, 21. Febr. Die Villa, in der Abdul Hamid untergebrad)t ist, wurde bisher von 40 Gendarmen unter Aufsicht einiger Offiziere bewacht. Infolge Unregelmäßigkeiten im Wachdienste wurde die Bewachung deS Gefangenen durch 100 ausgewählte Soldaten unter dem Kommando zweier ganz erprobter Offiziere angeordnet, die die volle Verantwortung für alle Vorkommnisse tragen. ^Der echte Kardinal-Malzkaffee (rote übertrifft jeden anderen an Wohlgescfesa^ik, Ein Versuch beweist ; es sofort. Ueberall zu haben. SM M Bote lUililnt tagen ungehenet ~~~ jeder Gasbeleuchtung grundsätzlich die floß- un- fchlagfesten Bruno-Glühkörper verwendet werden! 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In geeigneten »Fallen wirb auch die Unterstützung durch Lieferung guter Milch, ober Gewährung von Stillprämien oder Kinderwäfche ermöglicht werben. Leiter der Bcratnugsttelle ist Herr Dr. med. Ctto Brette! Sprechstunde findet alle 11 Tage Freitags, von 10—11 Ubr vormittags, beginnend Freitag den 24. ds. MtS. in einem Zimmer des neuen Volksfchulgebändes (Erdgeschoß) statt. Ich fordere alle Beteiligten auf, vertrauensvoll bie Hilfe der Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen unb bitte bie Bevölkerung, vor allem bie Herren Acrzte, bie Hebammen, bie Stadlschwestrrn. die Krankenkassen und bie Damen bes AlicesrauenvereinL der Einrichtung ihr lebhaftes Jntereffe zuzuwenben unb anregend auf ben Besuch der Stelle hinzuwirken. (Bd“! Bübingen, den 13. Februar 1911. Der Vorsitzende der Zweigstelle rm ftteife Büdingen: Boeckmann. Frische Ke! Mittwoch früh 9 Uhr und Donnerstag eintreffend: Tapeten-"Reste zu bedeutend herabgesetzten Preisen ■Robert Hasse vorm. E. 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Dirigent: Solisten: Orchester: Cembalo: Orgel: Herr Universitätsmusikdirektor Professor Gustav Trautmann Frau Sophie Schmidt-Jilin" ans Darmstadt (Sopran) Fräulein Clara Lion aus Frankfurt am Main (Alt) Herr Anton Hohmann aus Frankfurt am Main (Tenor) Herr Otto Schwendy aus Berlin (Bass) Der Akademische Gesangverein unter gefl. Mitwirkung der Evangelischen Mädchenchorschnle und der Evangelischen Knabenchorschule Das Konzert-Orchester des Palmengartens zu Frankfurt a. M. Herr Assessor Curt Blumenan Herr Organist Otto Görlach aus Giessen Giessener Konzert-Verein Mittwoch den 22. Februar 1911, abends 5y2 Uhr, mit einer Hauptprobe: Dienstag den 21. Februar, abends 51/2 Uhr, in der Stadtkirche Achtes Konzert . Erstes Chor-Konzert tA*16' jrage" Ansverkanf wegen Geschäftsaufgabe. Um schnell zu räumen cc. 800 Paar Strumpfe f. Herren, Zrauen u. ftiuber enorm billig, co. -50 Schürzen aller Art, ioeit nut. Preis, ca. 300 Stück Normal- Hemden und Unterhosen jetzt enorm billig. 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Tct tneti, getan M Annahi ^chlherun 9W borgesÄag Höhung de bringe Vorlage Ken Rei Weßllng gebet und i drivakanges ^chvierigkei Ksetzes tue freie P^atanW iPWentjd Mim Eintrittskarten • I- Platz Mk. 5.— (am Altar u. 1. Reihe der Emporbühnen). II. Platz Mk. 4.— lim MiuuBMiiwi. Schiff vordere Reihen und 2. Reihe der Emporbühnen). III. Platz Mk. 3.- (am Altar und hintere Reihen der Emporbühne links). IV. Platz Mk. 2.5Q i hintere Reihen im Schiff). Unnumeriert bezw. Stehplatz Mk. 2.—. Studentenkarten Mk. 1.—. Texte in der Musikalien- Handlung Ernst Challier (Rudolph’s Nachf.), Studentenkarten auch bei Herrn Hausverwalter Ritter und vom 20. Februar ab alle Karten bei Herrn Kaufmann Louis Lind, gegenüber der Stadtkirche. Zur Hauptprobe Mk. 1.50, für Mitglieder (nur bei Challier) Mk. 1.—. Schüler- Ebeihkaketel Morgen, Mittwoch 1245 Metzel-Suppe Morgens Wellfleisch mit Kraut. Blütenheller Kabliau im ganzen 4—12 pfundiger Fisch ohne Kopf per Pfd. 18 Pfg., im Ausschnitt per Pfd. 22 Pfg. 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