Nr. 146 Ter Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag?. — Beilagen: viermal möchenlii SiebenerZamilsenbliitier ^rocima(ir>orf)enll.Krei$: blatt färben Kreis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal ntonail. Land wirtschaftliche Seitfrooen Tvcmfprcch - Anschlüsse. tut die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse f(it Depeschen: Anzeiger «tetzcn. Annahme von rinz^igen für die TageSnummer bis vormittags S Uhr. Erstes Blatt 16b Jahrgang Samstag, 24. Juni (9U metzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsbrud und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Stcinörutfcrei R. Lange. Rcbßftion, Erpedilion und Druckerei: Schulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschastsstelle Bahnhofstraße (6a. VezugSpretS: monatlich 75 Pi^viertel- ,äl;rlich 9)IL 2J?0; durch Avhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Bost 2)it.2.— otertel- lährl. mtfridjL Bestella. Seilenprei«: lokal löPf^ uuSwanS 20 Pfennig. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für der politischen Teil: August Goey; für .Feuille- ton“, .DennifchteS^ und .GetichtSsaal-: K. Neurath; für ,6tabt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: $>. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. politische Wochenschau. Giktzcn, 24. Juni. Ten großen Riß, der seit der Rrichsfmanzreform des Jahres 190$) durch die erwerbstätigen Stände des deutschen Volkes geht, hat die Krisis im P r a s i d i u in de s Hansa- bundcs wieder deutlich vor Augen geführt Ter äußere Grund, den Landrat a. T. Rötger zum Anlas; seines Rück tritts nahm und der auch in seinem Briefwechsel mit o>r Heimrat Rießcr zum Ausdruck kam, war die Stellung des Hansabundes zur Sozialdemokratie, besonders die Stich Wahltaktik bei den nächstjährigen Reichstagswahlen, '.'■.'■eil] renb der parteipolitische frei konservative Landrat o T. dem hansabund eine Frontstellung gege>i die äußerste Linke geben lyolltc, ging der nationalliberale Vorsitzende des Lundes von der Ansicht aus, daß die gegen „die lieber agrarier" gerichtete Vereinigung der in Industrie, Handel und Gewerbe tätigen Erwerbstreise auch bei bett Stichwahlen keinen Anlaß habe, mit den konservativen gegen die Sozialdemokraten anzukämpfen. Nur beging der taktisch sonst so gewandte Hansabundführer dabei insofern den Fehler der Halbheit, als er erklärte, die Ausgabe von Stichwahlparolen fei nicht Lache des Hansabundes, sondern der politischen Parteien. Es war klar, daß diese Stellungnahme die Vertreter der sogenannten „schweren" Industrie nicht befriedigen konnte und so kam es zum Ausscheiden des Vorsitzen den des Zentralverbandes der Industriellen, dem mancher andere Austritt folgen wird. Uebriaens sind beide seither im Hansabnnd vereinigten Teile mit dieser Entwicklung zufrieden, da sie davon eine Klärung der'Sachlage erwarten. Tas wird umsomehr der Fall sein, als die sogenannte schwere Industrie gerade in Zollfragen einen Standpunkt einnimmt, der von dem der übrigen in Staubet und Gewerbe tätigen Berufe wesentlich abweicht. Tie Frage der L t i ch iv a h l t a l t i k ist auch durch einen anderen Vorgang wieder in den Bereich der Erörterungen gerückt worden. Graf von Schwerin-Löwin, der Präsident des Reichstages, hat am 20. d- Mts. in einer zn Treptow a. b. Tollenfc gehaltenen Wahlrede nach dem „Demminer Tagbl." wörtlich erklärt: „Sollte ich also, was ich allerbings nicht hoffe, jemals in bic Lage kommen, in dieser Hinsicht (int Falle einer Stichwahl) etwa in unserem Kreise eine Parole ausgeben z.t müssen, so werde ich immer und unter allen Umständen auch den schlimmsten bitr- gerlichen Demokraten docn noch mit aller Entschiedenheit (als das kleinere Hebei gegen jeden Sozial - bemofraten zu unterstützen bitten." Dieser für Je- manben, bem es ernst ist um die Bekämpfung der Sozial- bemokratie, selbstverstänbliche Stanbpuntt bat bei der „Teut- schen Taaesztg.", große Erregung verursacht. Sie erklärt, zn ber Mitteilung „in der Lage" zu sein, das; „die Mehrzahl der bei der Leitung der konservativen Partei beteiligten Herren in diesem Punkte vom Grasen Schwerin Lötoitz abweichen und der Ansicht sind, man müsse von Fall zn Fall entscheiden und direkte Bundesgenossen der Sozialdemolratie genau wie diese selbst auch bei den Stichwahlen behandeln". Mau wird mit dieser „Mitteilung" nicht viel anfangen können, weil sie den Begriff der „direkten Bundesgenossen" der Sozialdemokratie nicht näher definiert. Das preußische Herrenhaus hat nunmehr das Feuerbestattungsgesetz, oder, wie seine klerikalen und konservativen Gegner so schön sagen, das „Leichenverbrennungsgesetz" mit einer Mehrheit von sechs Stimmen angenommen. Bis zuletzt stand das Schick sal des Gesetzes auf des Messers Schneide und seine Annahme im Herrenhaus ist nur dem entschiedenen Eintreten ber preußischen Negierung für bic Vorlage zu verdanken Tie Negierung hat sich damit toleranter erwiesen als bic Partei, die sich sonst immer, wenn sie sich Vorteile baoon verspricht, als bic Tolcranzvariei zu be zeichnen pflegt, nämlich als bas Zentrum, das sich bei ber Bekämpfung der Vorlage merkwürdiger Mittel bediente. So behauptete z. B. Graf Oppersdorf ernstlich, daß die Erbbestattung Preußen groß gemacht habe. In unserem Nachbarstaat Lest erreich haben bic in dieser Woche vorgenonnnenen Stichwahlen den Ein druck verstärkt, den man von bem ersten Wahlgang hatte Tie Christlich-Sozialen, bic seither bic größte deutsche Partei waren und namentlich die Reichshauptstadt Wien vollständig beherrschten, haben beträchtliche Verluste erlitten und sind von einer Reichspartei zu einer Vertretung des flachen Landes geworden, die noch dazu im Reichsrat ohne ihre seitherigen namhaften Führer sein wird. Ten Gewinn dieses Umschwunges trägt der deutschnationale Verband davon, da auch die Sozialdemokraten, namentlich in Böhmen, Einbußen erlitten, die sie durch ihre Stichwahlerfolgc in Wien nicht ganz ausgleichen konnten. Ta die Christlich-Sozialen sich nach ihrer Niederlage freie Hand Vorbehalten haben, ist die Stellung des Ministeriums Bienerth erschüttert, das ohne die ihm seither gewährte Unterstützung dieser Partei außerstaude ist, eine Arbeitsmehrheit zu bilden Interessant ist die Beurteilung ber burch bic österreichischen Wahlen geschaffenen Lage durch den ungarifaicn Ministerpräsident, Khuen-Hederparn. Er äußerte sich über den Ausfall ber Wiener Wahlen, baß die Ehrisllich-Sozialen in Wien verschwinden, ist die natürliche Entwickelung des Landes. Vom Standpunkt der u n g a r i s ch e n P o l i 11 k macht das Zurück - brängen ber Ebristlich-Sozialen einen guten Einbruck. Tas Schicksal ber Führer ber Christlich-Sozialen ist für uns darum von Bebeutung, weil aus ihren Reihen alle jene hervorgeheu, die sich in Wien zur Turchführung einer ungarfeindlichen Politik angeboten haben. Während also Ccfterreid) seiner Ministerkrisis einstweilen nod) entgegen sehen bart, ist das französische M in i ft c r i u m inzwischen gestürzt worben. Während es in ber Wahlreformirage noch biefe Woche sich geschickt aus ber Affäre zu ziehen wußte, ist es gestern über eine verhältnismäßig geringe Ursache gefallen. 2er Kriegs Minister Goiran hatte im Senat u. a. gesagt, Frankreich habe im Falle eines Kriegs keinen Generalissimus, sonbern bic Operationen würben gemeinschaftlich von der Regierung und dem obersten Mricgvrat geleitet, also von einer Körperschaft, bic lebhaft an ben ehemaligen Wiener Hofkriegsrat erinnert. Tiefe Stellungnahme des Kricgsministeis erregte lebhaftes Aufsehen unb führte, trotzdem er sich mit Mißverständnissen l.crauszureden versuchte, zu einer Anfrage in der .stammer, die anstelle des von dem Ministerium erwarteten Vertrauensvotums die einfache Tagesordnung annahm und damit dessen Rücktritt veranlaßte. Man geht wohl nicht fehl, in der Annahme, daß der Hauptgrund der Abwendung der .Kammermehrheit vom Ministerium Monis nicht diese an fick) geringfügige Geschichte, sondern seine Stellung zur Wahlreform war. Denn gerade der Mein seiner Mehrheit, die Radikal-Sozialisten, waren aus Partei- egoistifchen Gründen Gegner der von ihm vertretenen Pro- porrionalroal 1 2a aber bei unseren westlichen Nachbaren Hceressraacn in der Bevölkerung immer besser ziehen, zogen Monis „Freunde" es vor. den Gegner ihrer AahlrechtS- wünsche über eine solche stolpern zu lassen. Während so Frankreich der Welt wieder ein Bild seiner unruhigen und unberechenbaren öffentlichen Zustände gab, bot England bei der st ö n i g s k r ö n u n g das gerade Gegenteil davon, näntlid) das Bild gefestigter, durch ihre historische Entwickelung geheiligter, staatlicher Einrichtungen. Neben der freudigen Anteilnahme der englischen stolonien und des .Kaiserreichs Indien gab die Anwesenheit vieler deutschen Fürsten der strönung ihr charakteristisches Gepräge. Möge sie ein glückliches Vorzeichen sein für die Gestaltung unserer Beziehungen zu den englischen Vettern. Das Kabinett Monis gestürzt. Ta die französische Hammer in ber Inlcrpetka- tionsbebatte über die Rede des striegsininisters int S^iat vorn Iustizministcr im Namen der Regierung ab- gelehnte einfache Tagesordnung mit 248 gegen 224 Stimmen angenommen hat, ist das M i n i st c r i u Ni als gestürzt an zu sehen. Tie Demission ist noch nicht ofsizicll. Prchi- bent Falliöres ist heute nachinittag zur Tausendjahrfeier nad) Rouen abgereist. In der Hammer rief das Abstimmungsergebnis große Aufregung hervor, gleichwohl blieben die Minister ruhig auf ihren Plätzen. Ein sozialistischer Teputierter bestieg die Rednertribüne um die Interpellation über die Ländcrcikonzesfionen in Tunis zu begründen, doch wurde von der Opposition ein solch anhaltender Lärm verursacht, daß der Vizepräsident Etienne sich genötigt sah, die Sitzung zu unterbrechen. Nach ber Wiebcraufnahmc vertagte sich bic Hammer dis zum Dienstag. In beit Wandelgängen ber Kammer verlautet, mehrere Minister hätten gegen ben Iustizministcr lebhafte Vorwürfe erhoben, weil er sich nicht mit ber einfachen Tagesordnung begnügt habe. Es heißt, baß Ministerpräsident Monis telephonisch erklärt habe, baß er bic einfache Tagcsorbnung annehme. lieber ben Verlauf ber Sitzung wirb aus Paris ge- melbet: Ter debütierte Audrß H c i f e begründete ferne Anfrage an ben MricjämimHcr über dessen Anschauungen von dein Oberkommando im Kriegsfälle. Tcr Redner warf dem Kriegsmiinstcr vor, im Senat gesagt zu haben, daß es einen Generalissimus nicht gebe, und daß mi Hriegssalle die Leituug der Operationen der Regierung zuslchen würde. Er führte weiter aus, zu .KriegSzciteu sei ein Oberbefehlshaber nölig Admiral Bicnaiius setzte auseinander, daß cs uolivendig wäre, schon von langer .Hand einen Führer Inrciijustellen, der fähig sei, einen Krieg zu organisieren. Er wies auf das Beispiel Preußens, Mollke, hin. General Pedoya faßte die Hypothese eines Krieges mir dem Dreibünde ins Auge uud deutele darauf hin, daß die Armee in deu Alpen, im Osten und Norden geteilt sein werde, so daß ein einziger Mann nicht alle Armeen leiten könne. Er forderte, daß die Oberbefehlshaber, wie in Deutschland, bereits m Friedenszeiten ernanni würden. Tcr >l r i e g s m i n i st c r crtlärte, man gäbe feinen Worten eine Bedeutung, die sie lüdit hätten. Er drückte im Senat nur feine persönliche Meinung aus, die übrigens der ÄniiäN seines Vorgängers Berteaux ent ivradic. Er schloß mit den Worten: Nichts ist geändert an der feit lange vorgesehenen Organisalion und dem Kommando. dar allen Bedürfnissen genügt 3d) habe dem nichts hinzurusugen. Nad) Den Erklärungen des .Kriegsminitters beantragte der Reputierte Hesse die ein ja die Tagesordnung Ter Justiz- m i it t ft c r Perrer erklärte, die Regierung könne diese Tagesordnung nidit aiinehmcit, sondern die Tagesordnung Picard, mcld-.e besagt, daß die Hammer bic Erklärungen der Regierung Giehen braucht eine Kunsthalle. Tic neue Frankfurter Universität steht manchem als drohendes Gespenst vor Augen, besonders in Marburg und Gießen. Bei objektiver Ueberlcgung sollte man sich aber dock) freuen, daß endlich auch einmal bei uns in Tentsetz land, wie in Amerika )dion längst, das Privatkapital für die Wissenschaft nutzbar gcmadit wird. Und wird der Wissenschaft genützt, so wird aud) dem einzelnen wissen schastlichcn Arbeiter genützt: aud) in Marburg und in Gießen. Wir müssen uns eben in dein uns Eigenen zu behaupten suchen. Kampf stählt die Kräfte Frankfurt wird eine G r o ß st a d t u n i P c r s i t ä t, Gießen i st eine Kleiustadtnuiversität: cs gilt also, nicht jene größere Form schwächlich nachzuahmen, sondern die einer KleinstadtuniPersität eigentümlichen Vorzüge nutzbar zu machen unb zu steigern. Diese Vorzüge sind oft genug geschilbert worben. Ihr Wesen läßt sich oiclleidit zusammen fassen in bic Worte Intimität unb Konzentration. Seit bic moderne Kunst im Leben des Gebildeten wieder wichtig geworden ist, und breitere verbildete Schichten wieder sehen gelehrt Hat, ist aud) die Freude an der Natur wieder gewachsen. Turd) diese Naturtreude ist der Zuzug ui landschaftlich schöne Universitäten wie Freiburg, Kiel, Marburg so außerordentlich gestiegen. Audi unser Gießen liegt in einer landschaftlich wundemchönen Umgebung. Aber das Stadtbild, das Bild der täglichen Umgebung, ist vorläufig noch verdorben burd) ben EisenbaHnbarnrn, der das Flußtal, das den größten Reiz bieten könnte, von der Stadt abschneidet. Es ist höchste 3cit,_ daß die an dem monströsen Tamin gestaute Stadt den Sprung über? Wasser wagt, daß jenseits der Lahn am Abhang des^Glei bergs eine künstlerische Gartenstadt entsteht, die bic Schon heit des Flußusers und des welligen Bodens anSnützt. Dann wird Gießen in landsd-aft'icher Beziehung so an ziehend werden wie die anderen L.ahnstädte, wie '.'.’i irbnrg int besonderen. — Es lag mir daran, nur an diesem einem, aber besonders nndjtigen Beispiel zu zeigen, weldicii Wert die künstlerische Betrachtung für niiscr Gießen un besonderen hat, wie wertvoll also bic InnsNcrische Erziehung dazu für unsere Universitätsstadt- ist. In Gießen wird zurzeit an drei verschiedenen Stätten Kunst und Kunstcrzikhung gepflegt. In dein archäologischen Institut der Universität, in dem kunstwissenschaftlichen Institut der Universität und im Hnnstvereiu. Jede dieser drei Anstalten hat sich zu einer gewissen Bedeutung heraufgearbcitct. Aber alle drei sind jetzt auch gerade ans einem toten Punkte angelangt, über den sie )id) allein nicht hinausschwingen tonnen. Tas a rchäo logische Institut krankt an museumstechnisch absolut uiizulanglicheii Räumen, die eine gute und wirksame Aufstellung ^der großen Gipsabgüsse ttassischcr Bildwerke und der übrigen Sammlungsgcgcnnande unmöglidi machen. Tas lunstwistensd-aftliche Iniiuut ist in einem schwer zugänglichen Gartei'.bäuschcn untergebradit, in kleinen beschränkten Räumen, die nod) nicht einmal einem halben Tatzend Besucher die Benutzung der dort gesaminelten Abbildungs schätze und reichhaltigen .Kunstbioiiothel erlauben. Gänz Üdi abgesonden von diesen beiden Instituten, in einem ganz anderen Stadtteil, liegt das Heim des Kunstvereins. Seine Ausstellungen teilen sich brüderlid) mit Den städtischen Feuerspritzen in ein für diese wohl brauchbare?, für Ausstellungszwecke aber bürd) fein Tovpellidit gänzlich ungeeignetes Lokal. — Turd; bie Vercinignng bicfcr brci Anstalt c u in einem gut gelegenen und gut eingerichteten Gebänbe würde die Universitätsstadt Gießen ohne erhebliche Kosten mit einem Schlage um einen Anziehungspunkt bereichert werden, wie ihn schon eine Unipcrsitätsstadt, Kiel, mit dein denkbar günstigsten Erfolge ^esdiaffen hat. Und man brauchte hier noch nicht einmal cm neue? Ge bände zu errichten: cm nad) Lage und innerer Einteilung zu einer solchen K u u ft I) a 11 c sehr gut geeignetes Haus ift vorhanden: Tie ja wahrscheinlich über kur; oder lang frei werdende B ü rger in einet c i, die frühere Rea V j di u l c. Hier ließen lidi mit leichter Mühe würdige Räume für die Aufstellung der antiken und der mittelalterlichen und neueren Sinlvmrenfammlung schaffen, deren Bildungswert jetzt fast oöltig Leseräume für die Kunst- bibliothek, die so weiteren Kreisen besonders in ihren Zett- schriftcl zugänglich wurde, ein Vortragssaal mit Projektionsapparat, der aud) für öffentliche Vorträge zur Vcr- füaung stehen würde, einen größeren und jetzt fehlende kleinere intime Räume für die Ausstellung des Him'fner- eins und vieles andere mehr. Ein ausführliches Programm, das die Vorteile im einzelnen noch mehr ins Licht fetzt, liegt bereits ausgearbeitcc vor Tiefe Ausstellung würde hier in sehr viel befferer Lage ciljcbUd) besser besucht werden und dem Kunftvercin neue Mitglieder und neue Mittel zuführen, die vielleicht einmal für eine städtische Kunstsammlung fruchtbar werden könnten. Tie ständige fachmännische Einwirlnng auf bic Darbietungen des Munjt- vereins wurde ebenso erleichtert tocrbni, wie sie jc|it burd) bic Entfernung erschwert ist. Tos würbe die Qualität ber Ausstellung l)cbcn, bie bann auch als wertvolles Bit- bungsniittel bes künstlerischen Unterrichtes genutzt werben, könnte. Aud) wäre es möglich, bie Ausstellungen burch Reprobuttionen aus ben Bestäuben ber Institute zu Per» pollftänbigcn unb — zu pcrbilligcn. So könnte hier n u r bur d) jujanimenschlußund bessere Ausnützung ber v orhan benen Mittel für Gießen eine Bilbungsftättc oon hoher Bebeutung nicht nur iur bie Akabemiler, sonbern auch für weitere Hrcifc geschaffen werben, ähnlich wie sie anbcrc Stäbte unter Auiwanb großer Mittel z. T. schon geschaffen haben, z. T. erstreben -- unb bom von ber befonberen Eigenart der kleinen U n i o c r s i t ä t s st a b t Gießen. Christian Rauch. * — Tic neuen Äustauschprofcssorcn. Im liächsten Wintersemester wird der Professor Paul Rciufch aus Wis- confin als R o o f cd c 11 p c o f c j ’ o r an ber Berliner U nid e i i 11 j t wirken, er . . -Vrojcor für Staats - und Vökkerrcchie und wird über „Tie Eniwickclung und Welt- fldlung der Verciiiigien Tkaaleu von Nordamerika" iprcchrn. Aurerdcm wird er kminariitiidv Hebungen über völkerrechtlid>c jregm und auswärtige Volilit in. Nord- uud Südamerika ver- anü.iltci Tci -wiite -’1 siauid.vroie'wr, Theobald Smlkh von der Haroardunwerfiiäl in E a_ni b r i D g c, ist Pathologe Als Roofeveliprofcjsor für das Semeftrc 1912—1913 ift William Mittigan Sloan von der Eolumbiauiiiverinät in Neu York gewählt wordcu Er .Historiker und mirDjiber die „Geiduchlc Der Paneircgicrungen in Den bereinigten Staaten" leien. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schaft. Ter Direktor der Uuipersitälsbibliothek in Ha Gcheüural Gilbert, ift in Goslar, wo er zur Kur weilte, un 72. Lebenswahre gestorben. füllige. Tie Regierung lehne die einfache Tagesordnung ab. Darauf wurde die einfache Tagesordnung abgelchnt. In Kammerkreisen wird erzählt, daß eine Anzahl von Radikalen gegen das M i n i st e r i u m g e st i m m t habe, weil sich dasselbe in der Frage der Wahlreform auf die Seite der Anhänger der Proportionalwahl gestellt hat. Immerhin wird die Niederlage des Ministeriums I)auptfächlich einem Mißverständnis des Instizminister Pe- rier zugeschrieben, welcher als Vertreter des Ministerpräsidenten Monis der .Kammersitzung beiwohnte und die Erklärung abgeben zu müssen glaubte, daß er in einer so ernsten Frage nur die von dem Radikalen Pieard eingebrachte Vertrauens-Tagesordnung annehmen könne. In den Wandelgängen der Kammer wird die politische Lage als besonders verwickelt bezeichnet. Wenn das nächste Kabinett für die Proportionalwahl sei, so werde es zweihundert Republikaner gegen sich haben, die sich gestern gegen die Proportionalwahl ausgesprochen haben. Sei es gegen die Proportionalwahl, so werde es überhaupt feine Mehrheit in der Kammer finden. Die Politiker, die als Nachfolger Monis in Frage kommen können, müssen dementsprechend als Proportionalisten und Antiproportionalisten unterschieden werden. Unter diesen wird Clemeneeau, unter jenen Eaillaux, Briand und Del- easso genannt. Die Kömgsfrönuiig in England. v. London, 23. Juni. London verbrachte die Nacht schlaflos. _ Kaum hatte die Menge, die die Illumination besichtigte, sich zerstreut, so ^strömten schon wieder neu Ankommende aus allen Teilen der Stadt und den Vorstädten herbei. Heute sand ein 11 mzug des Äönigspaare s durch London statt. Der Zug ging vom Buckingham-Palast nach der City und kehrte durch einen Teil Süd-Londons auf dem rechten Thernse- user nach dem Palast zurück. Als Schausviel war der Umzug weit imposanter als der gestrige Krönungszug und bot der Menge, die die ganze Strecke des Weges erfüllte, einen Ueberblick der militärischen Macht des britischen Reiches. Jedes Regiment der englischen Armee war durch ein Detachement von 25 Mann «und einem Offizier vertreten. Der Zug zerfiel in drei Teile; der erste vertrat die Kolonien, der zweite Indien, der dritte bildete den eigentlichen Krvnungszug. In der Mitte des ersten Zuges fuhren die Wagen der Premierminister der Kolonien, in dem indischen sah man eine Anzahl von Maharaiahs und Rajahs. Den Königszug sührten die einzelnen Abteilungen der englischen . Armee: ihm schlossen sich die fremden Militärattaches und die Deputationen der ausländischen Regimenter an. Von deutschen Regimentern waren vertreten: das Earde-Dragoner-Regimenl Königin Viktoria von Groß-Britannien und Irland durch Oberstleutnant von Bärensprung, Rittmeister, Burggrafen und Grafen zu Dohna-Lauck und Leutnant Freiherrn von Steinäck'er. Das Kürassier-Regiment Graf Gehler /Rheinisches Nr. 8) durch Oberst Heidboiu, Rittmeister v. Meßliug und Oberleutnant Jonkyerr Rendorp. Das Husaren-Regirneut Fürst Blücher von Wahlltatl ^Pommersches Nr. 5) durch Major Freiherr von Barnekow, Rittmeister v. Poncet und Lt. Freiherrn v. Thielmann. Anläßlich der Krönung fand im Auswärtigen A m t ein Bankett statt, an dem die königliche Familie, sowie die Fürstlichleiten und die anderen hohen ausläiwischen Gäste teil» nahmen. Die Majestäten wurden bei ihrem Erscheinen von Sir ^Edward Grey empfangen. Die Flotte vor Spithead hatte gestern,Feiertag. An den internationalen sportlichen Veranstaltungen, welche am Nachmittag stattfanden, beteiligten sich die britischen und die fremden Seeleute in großer Zahl trotz des Regens. Das interessanteste Ereignis bildete das Seilziehen, wobei Abteilungen von immer 20 Mann, die 16 Nationen repräsentierten, mit einander wetteiferten. Schließlich geroannen die schwedischen öeeleute. Alt dem abends von der Admiralität gegebenen Bankett beteiligten sich 1000 fremde und 500 britische Seeleute. Vie Verhandlung gegen Pfarrer Zaiho. Berlin, 23. Ium. Die Hauptverhandlung des I i r d, l i d) e n Spruchkollegiums in Sachen des Falles 5 a 11) o - Köln hat heute vormittag 10 Uhr in den Räumen des evangelischen Oberkirchenrats begonnen. Die Frage, die das Spruchtollegium zu beantworten hat, lautet etwa dahin, ob Jatho noch geeignet ilt, feine Wirksamkeit im Dienste der Landeskirche auszuüben. Zur Verneinung der Frage ist Zweidrittelmehrheit erforderlich, also 9 von den 13 Stimmen. Tie Verhandlung dauerte von 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und wurde sodanii nach zweistündiger Pause um 5 Uhr wieder ausgenommen. In seinem Verhör, das drei Stunden dauerte, soll der Angefchuldigte seinen religiösen Standpunkt vollkommen ausrechterhalten und diesen als in der evangelischen Landeskirche durchaus gleichberechtigt bezeichnet haben. Als einziger Zeuge würbe der Landtagsabgeordnete Dr. H i n tz m a n n-Elderfeld vernommen, die übrigen Zeugen wurden vom Spruchkollegium abgelehnt, wogegen die Verteidiger Protest erhoben. Um 8 Uhr abends wurde oic Weiterverhandlung auf morgen vormittag 10 Uhr vertagt. Aus Hejjen. Das L a n d e s k o m i t e e o e r Hess. Zentrums- Partei hielt in M ainz eine Versammlung ab, die nach dem Mz. I. sehr zahlreich besucht war. Ten Vorsitz führte Landtagsavgeordneter Tr. Schmitt. Kommerzienrat Haffner erstattete den'Kassenbericht des Landesausschusses und berichtete über die rückständigen Parteibeiträge. Justizrat Dr. Schmitt gab dem Wunsche Ausdruck, baß mit Rücksicht aus die finanziellen Anforderungen bei den bevorstehenden Wahlen die Parteiorganisationen ihren Verpflichtungen gegen die Landestasse gewissenhaft nachkommen möchten. — Abg. v. Brentano berichtete über die Stellung der Fraktion bei der neuen Wahlrechtsvorlage. Tie Versammlung sprach der Fraktion und besonders dem Abg. v. Brentano für die Haltung in dieser Frage Tank aus. — Generalsekretär Dieyl erörterte die Wahistatistik der einzelnen Landtagswahlkreise. — Eine eingehende Aussprache fand über die vevorstehenden Wahlen statt. Es ist in Aussicht genommen, daß, wenn nicht ganz besondere Gründe dagegen sprechen, bei den Landtagswahlen in fast allen Wahlkreisen Kandidaten ausgestellt werden. Auch über die Taktik bei den Reichstagswahien wurde allgemeine lieber» einstimmung erzielt. Im Herbste soll ein Landesparteitag in Mainz abgehalten werden. Deuthcyes rreieh. Tem Kaiser ist der Vorschlag gemacht worden, anläßlich der Krönung des englischen Königs die englischen Spione T r e n ch und Brandon, die augenblicklich aus den Festungen Glatz und Wesel wegen der Borkumer Spionagenasfäre ihre Strafen abbußen, zu begnadigen. Der Kaiser hat die Begnadigung der engliidjen Spione ab gelehnt. Wie verlautet, war der Vorschlag dem Kaiser von ihm sehr nahestehender Seite gemacht worden. Von irgend einer amtlichen Seite ist indessen solcher Vorschlag nicht angeregt worden Mit großem Interesse sieht man der am kommenden Mittwock) stattfindenden Landtagsersatzwahl in Marburg entgegen. Bei der Wahl un Jahre 1908 erhielt der verstorbene Abgeordnete v. Ncgelein die Stimmen von 130 konservativen und bündlerischen Wahlniännern, während der nationalliberale Kandidat Professor Reissen 39 Stimmen und der freisinnige Kandidat Professor Sdriilliitg 22 Stimmen auf sich vereinigten. Da nun diesmal der Bund mit einem eigenen Kandidaten hervortritt und die Konservativen und Nattonalliberalen zusammengehen, wird das Bild etwas anders. Die letzten Wahlmännermahlen haben nun gezeigt, daß der Bund auch auf dem Lande hiesiger Gegend nicht viel zu hoffen hat, und daß von den etwa 110 ländlichen Wahlmänilern wohl kaum ein Trittel der Bundessahne folgt. Deshalb dürfte die Wahl des lonservativ-nationalliberalen Kompromißkandidaten Professor Brcdt sicher sein. Ausland. Der • „Slavischeu Korrespondenz" zufolge überreichte der ö st e r r e i ch i s ch e E i s e u b a h u rn i 'n i st e r Dr. G l omb ins ki heute dem Ministerpräsidenten sein Dem i s s io n s g e s u ch. Das Mitglied des niederöstcrreichischen LanodsaussdiusfeS Dr. Albert G e ß m a n n hat sein Wiener G e m e i n d e r a t S m a n - dat und gleichzeitig seine Stellen als,Landesschulrat und Herausgeber im Konsortium der „Reichspost" niedergelegt. Sein Landtags- und La n d e s a u s s ck u ß m a n d a t behält er bei, ließ iid) jedoch gegen Verzicht auf die Gebühren vom Landesausschuß berurlauben. Gleichzeitig hat er _ an die ,,Reickspost" ein Schreiben gerichtet, in dem er seinen Entschluß mit Erholungsbedürfnis begründet. Der schweizerische Ständerat beriet heute den Niederlassungsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland. Die Kommiision beantragte die Annahme des Vertrages. Boehi-Turgau und der Sozialist Scherrer-St. Gallen bekämpften den Vertrag, besonders wegen des Artikels betreffend die Lösung von Legitimatiouskarten für schweizerische Arbeiter in Sachsen und Preußen. Bundesrat Hoffmann erklärte, in dieser Hinsicht sei die Schweiz mit Oesterreich und Italien gleichgestellt. Im ganzen sei der Vertrag für die Schweiz mindeftens ebenso günstig wie der bisherige. Hierauf erfolgte mit 2b gegen zwei Stimmen die Ratifikation des Vertrages. Anläßlich eines im Madrider „Jmpareial" erfchienenen Interviews, in dem sich der spanische Botschafter in Paris, Perez Caballero, mehrfach über die franzomche Kolonialpartei ausspricht, schreibt das „Ecko de Paris": Man ist in politischen Kreisen Frankreichs über diese Aeußerungen, die mit der diplomatiswe.i ö’irüdbalrung durchaus unvereinbar sind, sehr erstaunt. Man glaubt sogar, daß die französische Regierung das Reckst hätte, die Abberufung eines Botschafters zu verlangen, der sich zu einer derartigen L-Prache hm- reißen lasse. Der Ausstand der Seeleute. R o 11 c r bam, 23. Juni. Heute früh siitd etwa 100 M ann hier eingetrosfen, um die aus ständigen Seeleute zu ersetzen. Ein Teil begab sich an Bord des Dampfers „Batavier IV", dessen Mannschaft die Arbeit einstellte. _ Ter Tampfer wird heute abend in See gehen. Tie Polizei ist mit Gewehren bewaffnet und bewacht das Schiff. Zwei andere Dampfer sind mit voller Bemannung abgegangen. Tas Angebot von Arbeitern aus dem Auslande ist so groß, daß schon jetzt voraus- 5 u leb en ist, daß die Sache der Ausitändigen verloren ist. London, 23. Juni. Der Aus st and der Seeleute in Hüll wird immer ernfter. Die Mehrzahl der Tockarbeiter schloß sich den Ausständigen an. Auf zahlreichen Schiffen ruht der Betrieb gänzlich. Southampton, 23. Ium. Die White Star Company einigte sich mit den ausständigen Seeleuten, damit ist der ganze Streit beigelegt. Liverpool, 23. Juni. Die g r o ß e n D a m p f e r warben heute ohne jede Störung Mannschaften zu erhöhten Löhnen an. Ans nno Gießen, 24. Juni 1911. Das Baden im Freien. Glücklich ist jebermauit zu schätzen, der ein kaltes Vollbad nehmen kann, beim nur gänzlich körperlich gesunbe Menschen dürfen sich diesem Genuß Yingeben. Schwächliche blutarme Personen, oder solche mit Anlagen zu rheumari- schen, gichtischen oder Herzbeschwerden täten besser, das kalte Bad zu meiden. Wie man überhaupt stets giu daran täte, ehe man sich in die kalten Fluten begiebt, den Arzt zu fragen, ob er es für angemessen hält oder nicht. Mütter sollten niemals gleich iyren Kindern die Erlaubnis dazu erteilen, mögen diese auch noch so große Lust dazu haben, oder im Babe Kühlung suchen wollen; oft sinb schon durch leichtsinniges Baden unyettbare Leiden enistanoen. Wann soll man mit dem Baben im Freien beginnen? Streng genommen, Mitte Juni, doch richtet sich oieS ja natürlich nach ben jeweiligen Witterungsverhältnissen. Ter Volks- inuub sagt und hat damit auch vollkommen recht, nicht eher, als bis das Wasser geblüht yat, d. h. sich vberwärts mit einer leichten grünen Schicht, die wohl von den verschiedenen Sumpf- und Schlingpflanzen herrührt, bedeckt hat. 18—22 Grad Celsius sind das Rechte für die ersten Bäder; an heißen Sommertagen kann man dann arglos auf 14 bis 15 Grad herabgehen. AIS Prahlerei am verkehrten Platz mutet es den Sachverständigen an, wenn er hört, wie jemand zähneklappernd und ooch freudestrahlend berichtet, heute bloß bei 10 Grad gebadet zu haben. Ein großer Unterschied besteht in dem Baden im still- stehenden Gewässer und im fließenden Wasser und sei es ein noch so bescheidenes Bächlein oder in der mehr oder- minder bewegten See; welch letzteres schon allein des Salzgehaltes wegen von größerem Nutzen für den Betreffenden ist. — Nun hat freilich nicht jeder solch großes Wrtemonnaie, um sich und seinen Kindern einen ^eeau,entyalt zu ermöglichen, doppelt dankbar empfindet man dann die städtische Fürsorge betreffs einer Badeanstalt. Wenn sie oft auch nur bescheiden und nicht so luxuriös wie die einer Großstadt eingerichtet ist, Oftmals auch nur aus einem Teich, vesser gesagt, Tümpel besteht, — 's ist halt Wasser. Wohl verstanoen nur äußerlich, für innere Kühlung sorgt er lieber durch etwas anderes, und hieran anlnüpfend, möchte ich gleich daraus Hinweisen, daß das Baden mit vollem Magen, nach Genuß schwerer Speisen und Alkohol enthaltender Getränke, gefahrvringend ist, da der Berdauungszustand schon an und für sich die Leistungsfähigkeit des Badenden herabsetzt. Die beste Zeit ist stets eine Stunde nach dem ersten Frühstück. Auch Die Dauer soll nie länger als 5—20 Minuten währen; zu beachten sei auch stets die fortwährende Bewegung. Fröstelt man im Bad, so ist es sofort zu verlassen; ein rasches .Abtrocknen, am besten ^scharfes Frottieren, ist dann Dringende Notwendigkeit. Schnell schlüpfe man in Die Kleidung, das so beliebte Herumlungcru in den Bademänteln ist verwerslich, weil man sich zu leicht dabei erkältet. Gar viele huldigen der Unsitte, die Kleider über dem nassen oder feuchten Körper anzulegen, sie dürfen sich dann späterhin über Rheumatismus nicht wundern. Aach dem Bade mache man sich zunächst etwas Bewegung, esse eine Kleinigkeit, sei nicht gleich tätig, besonders nicht geistig tätig, sondern ruhe sich noch ein halbes Stündchen aus, erst dann kann uns das Bad den Nutzen, die Erfrischung bringen, die wir von ihm verlangen dürfen. * *• Tageskalender. Kine matograph: Neuer Spiel- plan. _ Biograph: Neuer ^pielplan. * " Auszeichnung. Die Akademie der Wissenschaften zu Paris hat in ihrer Sitzung vom 19. Juni den Vorstand bei Großh. Hessischen landwirtschaftlichen Versuchsstation zu Darmstadt, Geh. Hofrat Professor Dr. phil. Baut Wagner, Dr.-Jng. h. c., zum korrespondieren, den Mitglied ernannt. *< T er Alldeutsche Verband hatte im Anschluß an einen früheren Vortrag, den Professor an der Handelsakademie Frankfurt a. M. Dr. P. Arndt zu einem Vortrag über: „Ter deutsche Handel von 1871—1911" gewonnen. Der Vorsitzende wies in seiner Eröffnungsansprache auf die Ziele des Verbandes hin und erteilte dann dem Redner das SB ort, der ungefähr folgendes aussührle: .Die wirtschaftliche Entwickelung Deutsckstands in Den letzten vier Jahrzehnten ist eine so ungern ein günstige, daß es in absehbarer Zeit England eingeholt und übci- holt- haben wirb. Zur Beantwortung -der Frage, wie sich die Entwickelung des Handels gestaltet hat, muß man die Ergebnisse der drei Zählungen in Betracht ziehen, nämlich die von 1882, 1895 und 1907. Es zeigt sich dahei, daß Die Zahl der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung etwas zurückgeht, obwohl Die Bevolke- rungszifser in den letzten 40 Jahren um mehr als 50 v. H. ge- . Hegen ist. Im Jahre 1882 waren Vr2 Millionen Menschen in Handel und Verkehr tätig, 1907 3Vs Millionen, während 811 Millionen Bcrusszugehörige gezählt wurden, d. h. solche, die von Handel und Verkehr abhängen, gegen 41/? Millionen in 1882. Besonders bemerkenswert ist Die Zunahme Der weiblichen Arbeitskräfte, die in Dem Zeitraum von 1895 bis 1907 annähernd eine Verdoppelung erfahren hat (von 411 Million auf 8Vi Million). Die Steigerung ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß Der Verkauf heutzutage viele Zwischenglieder durchläuft. Am gewaltigsten aber hat sich der Außenhandel entwickelt. Ter Redner vergleicht dann Die Verhältnisse Englands und Deutschlands miteinander und kommt zu dem Schluß, daß sich Der BinnenhanDel owohl, wie der Außenhandel Deutschlands, in den letzten Jahrzehnten sehr zu Ungunftcn Englands gesteigert hat. Eine Folge der Betätigung der Deutschen im Ausland ist die Anlage deutschen Kapitals in außerdeutschen Ländern. 35 bis 40 Milliarden Mark besitzt Deutschland in auswärtigen Werten und empfängt davon einen ZinSgewinn von IVs Milliarden. Diese Blüte des deutschen Handels und Verkehrs hat sich seit der Errichtung des Deutschen Reiches entwickelt. Ter Redner schloß unter lebhaftem Beifall mit Der Mahnung: Möge Der deutsche Kaufmann sich immer vor Augen führen, daß wirtschaftliche und politische Interessen eng zusammenhängen. Tann kann er mit Recht Anspruch darauf machen, Kulturträger zu sein. • • Zwei neue Wagen für die elektrische Straßenbahn sind Henle hier angekommen und werden demnächst in Dienst gestellt. * * Fahrradmarder bei der Arbeit. In letzter Zeit ist hier eine Anzahl Fahrräder, die von den Eigene tümern unbewacht auf der Straße stehen gelassen wurden, gestohlen worden. Am-22. l. Mts., abends, wurden wieder wei Fahrräder entwendet, ohne daß Anhaltspunkte für die Täterschaft sich ergaben oder etwas über den Verbleib der Räder bekannt wurde. Jedenfalls handelt es sich um'Per- onen, die den Fahrraddiebstahl gewerbsmäßig betreiben und die Räder außerhalb zum Verkauf bringen. * * Betrüger. Einem Unbekannten gelang es m den letzten Tagen mehrfach Geldbeträge bis zu 10 Mk. auf folgende Art bei hiesigen Einwohnern zu erschwindeln. Er gab sich als Anhänger des Jungliberalen Vereins aus, uchte Mitglieder dieses Vereins auf, bei denen er vorbrachte, er sei von Köln nach der Bahnhofstraße hier zugezogen, um ein Geschäft zu gründen, das Geld sei ihm dabei alle geworden, jedoch seien 800 Mk. für ihn unterwegs und er bitte um ein Darlehen. Dies wurde ihm dann gewährt, jedoch stellte sich später heraus, daß alle Angaben falsch und die mitleidigen Helfer in der Not geprellt waren. Landkreis Gießen. HLich, 22. Juni. Die Heuernte auf dem sich im Wettertal in einer Länge von l1/. Stunden von Kolnhausen bis Ober-Bessingen hinziehenden weit und breit bekannten Licher „Wiesgrund" wickelt sich infolge des guten Heuwetters diesmal außerordentlich rasch ab, so daß sie schon in einigen Tagen, im Vergleich zu den Vorjahren ein außergewöhnlich früher Termin, beendet fein wird. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 23. Juni. Der nächste Taubstumm e n - G o t t e s d i e n st hier findet am Sonntag, 2. I u l i, und zwar diesmal vormittags um 11 Uhr, statt. Daran anschließend ist ein gemeinsames einfaches Mittagessen und nachmittags ein Ausflug nach dem schöngelcgenen Schloß Eisenbach geplant. Unbemittelte Taubstumme mögen sich behufs Erlangung von Fahrpreis-Ermäßigung alsbald mit einer Postkarte an Oberpfarrer Müller in Lauterbach wenden, unter Angabe ihrer Bahnstation, von der sie abfahren. Kreis Friedberg. R. B. Rockenberg, 23. Juni. Zu ben Unter* fd) la gütigen des Rechners Leichner vom Landes- zuchthans ist noch zu berichten, daß sich die Höhe der veruntrertten Gelder insgesamt auf 12 450 Mk. beläuft. Eine Anzahl größerer Firmen läßt einen Teil ihrer Fabrikate im Landeszuchthaus anfertigen und auch die Rohstoffe werden von dort geliefert. Tie für Arbeitslöhne und Rohmaterialien zu entrichtenden Betrüge werden monatlich dem Rechner angegeben, der ihre Einziehung zu veranlassen hat. Gelegentlich einer durch die O b e r r e ch n u n g s k a m m e r bei der Kasse des Landeszuchthauses vorgenommenen Visitation war es nun dem Beamten aufgefallen, daß verschiedene dieser Firmen, darunter zwei Offenbacher, den Büchern nach mit ihren Zahlungen im Rückstand waren. Die weitere Nachforschung ergab nun, daß die betreffenden Firmen ihre Rechnungen längst beglichen hatten. Der Rechner hatte die eingegaugenen Gelder einfach nicht gebucht und auch nicht in die Kasse getan, sie also unterschlagen un’a für sich verwendet. "Nachdem dies festgestellt war, wurde der ungetreue Beamte sofort seines Dienstes enthoben und dem Amtsgericht in Butzbach zugeführt, wo er Zeine Schuld ein- gestanden hat. Leichuer gibt als Veranlassung für seine Verfehlungen an, daß feine zweite Frau leidend sei und er auch für seine erste, geisteskranke'Frau erhebliche Zahlungen zu leisten Habe, auch sonst mit mißlichen wirtschaftlichen Dingen zu kämpfen hatte. Er selber galt als eine durchaus solide und sympathische Persönlichkeil, fein Schicksal wird aufrichtig bedauert. Leichuer steht in der Mitte der 40er Jahre und war früher lange Zeit Registrator beim Landgericht Mainz: seit dem Jahre 1903 ist er beim Landeszuchthaus angestellt und hat nie zu Klagen Anlaß gegeben. Er bezog ein Gehalt von 3400 Mk. und 320 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. = Okarben, 23. Juni. Am Abend des zweiten Pfingstfeiertages verschwand der Verwalter Ernst Zoll- mann, der bis dahin auf dem Hofgut des Herrn Kaz in Okarben bedienstet war. Es wird befürchtet, daß ihm ein Unglück zugestoßen oder er einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Wer Auskunft über feinen Verbleib geben kann oder ihn nach dem Abend des zweiten Pfingstfeiertages gesehen hat, wird gebeten, dies der Staatsanmaltschaft in Gießen direkt oder durch die Ortspolizeibehörde milzuteileri. n für dir ?nrf>dffunanb, worauf er spurlos verschivatid, ohne den Tank des alten Mannes abzuwarten Wenige Tage später kehrte der junge Herr Marquis^nach einer anstrengenden nächtlichen Klubsitzung erst im rosigen Schein der Morgendämmerung in seine Wohnung zurück. In seinem Zintmer herrschte wüste Unordnung: ein Einbrecher war eingebrnngen und hatte aus dem Schreibtisch Geld und einige Staatspapiere entwendet. Ter Beraubte war bereits im Begriff, zur Polizei ;u eilen, als er auf feinem 'Rachitisch einen Bries fand. Er öffnete den Um- scklaa und fand darin eine mit Dem lakonischen Worte „Rechnung überichriebene Mitteilung: „Ihren alten Kammerdiener in ein .Hotel gebracht und andere Bemühungen: 170 Frs.; Entschidi gung für den Greis 100 Frs.; Kost und Wohnung im Hotel för reisende HOSPIZ Damen erang. Schwesternhaus, fiieuen, Maawwfr. ?. die den guten ..an,end rechiferti.it nnb unter beit gleichzeitigen anderweitigen Icrannaltiuuieii nut einen der ersten Platze einnelnnen Dürfte. Dr. Varl Weichcudi — Frankfurt hoi Den oricnticrciiDen Text dazu geschrieben, i^cucr bringt Das v-eU noch einige Architektur- und lunsigewerbliche Arbeiten des oslcrieichischeu Architekten van* Cincr; Dem L'cbcn inei'ierbah nachempfundene Bogeltypen von E in i l P o t l n e r, auegefubrl von der Großh. llAanu'aktur—KarlS- utljc; Schmncksachen tinö allerlei Rlcuifletät m Bernstein mit Silber, Gold und Halbedelsteinen und zuletzi treffliche Erzeugnisie neuer Dein scher Buchkunst von der Ersten 'Ausstellung Defl Vereins deutscher nächste Taub« Sonnlag, 2.3U*’' Ihr, siall. Daran § Mittagessen und ngctegenen Schloß nie mögen sich ^* alsbald mit einer anterbach wenden, sie absahren. die Polizei zu rufen, ging er ins votel, überzeugte uch, daß sein alter ttnmmrrbiener von Dm ir.ntcren Jäten feines Wohltäters nichts ahnte, und nahm ihn wieder bet sich in Ttenst. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner teuren, unvergeßlichen Gattin Lischen Petri geb. Feller meinen innigsten Dank. Der tieftrauernbe Gatte: Wilhelm Petri. Todes-Anzeige. Gestern mittag entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder und Schwager Herr Peter Worch. vüchcrüsch. — lieber die Kunst-AuSstetlunq Tarmstadt 1911, die Mitte Mai ihre t aricn geostnet bat. ist soeben eine beachtenswerte Sotiderveroffeutl chunq int Jnnt-peft her ^Teuischen Kunst unb Tekoration' Verlagsanstalt Alerauder Kost' — Tannftabi cr- schieucn. Die allen Denen hochwillkommen sein Dürfte, Die sich über das auf Der Au-'ieUnng Gebotene etngehenber unterrichten Wer Erholung sucht gehe nach Hochwaldhausen ■ Meter I Hoher Vogelsberg 800 Meter. Vorzügliche Verpfiegung im Hotel zum Felsenmeer. Volle pei7ni: Zimr.t-r Mk. 4-~A Pro-re'-t Reichsgerichtsdrief. (Flachdruck verboten.') ' js. Leipzig. Juni IAH. Architektonische Schönheit und Verkehrssicherheit. Tas Bestreben der Architekten und Baumeister, in erster Linie mit ästhetischen Schönheiten des Baustils zu glänzen, hat vielfach schon Veranlassung dazu gegeben, daß Anlagen von Bauiichteueu erstanden sind, die für den praktischen Gebrauch unzulänglich^waren und in mehreren Rich'ungcn Nachteile auswiesen. Sluch die Sicherheit des Verkehrs hat bar unter schon zu leiden gehabt; denn Schutzvorrichtungen wie Geländer nno Abjäimuugen stören den ruhigen, künftlertichen Eindruck. Von einem solchen ästhetischen Gesichts- punktc ist man auch bei der Erbauung des Kurhauses in Wiesbaden geleitet worden. Dort führt vom ,y)auutboital des Kurhauses ans eine breite Treppenanlage in den Kurgarten. Tie Treppcnanlage beginnt au einer etwa zwei Meter hohen Rampe, die rechts unb links von der Trepvenanlage schräg abfällt unb auf beiden Seiten mehrere Meter lang ist. An den Seiten der Rampe war bis zu diesem Rechtsstreit eilt Geländer zum Schutze des Verkehrs nicht angebracht, nur eine s l a che B rü stu n g begrenzte die steil abfallenden Seiten der Rampe. Tiefe Brüstung bestand aus einer 6 Zentiineler hohen und 30 Zentimeter breiten Stufe, an dic sich in einer weiteren Höhe von 20 Zentimeter ein 70 Zentimeter breiter Podest anschloß, der ohne weitere Verwahrung steil abfiel. , Auf der eben beschriebenen Rampenanlage verunglückte in der Nacht vom 1. 3um 2. Mai 190b der Rittergutsbesitzer S, der sich als Gast in Wiesbaden aufbiclt. S. wollte in Begleitung seines Sohnes nachts zwischen 12 unb 1 Uhr vom Restaurant durch das Vestibül des Kurhauses nach dem Sturgarten gehen, um von dort seinen ycinnoeg anzutreten. Auf her Rampe benutzte er nicht Die breite Freitreppe, sondern ging trotz der Herrschenden Finsternis nach links. Nach einigen Schritten bog der zum erstenmal in Wiesbaden war und nicht wußte, ob er richtig gehe, fajlciiDcii Ucbcibhd Uder Die beDcunamiten Werke Dieser Kunst- "A UMi 3,‘* ur-M2.sc- KräMgunQS'uNährmiftel I.Rg. bbnieid 6t5utacht.AerzH.bevDr zt'pl vorzüglicherGesthmatk. Qu den Unter* r vom Landes* sich die Hohe der >450 M BeM ■25$ äKÄ? -allen, wp Lern B*' 6Tfe ivestere ®are Sen ihre senden chlinen ncht uno , Wv nNU'^Lreue Uin'W’ t und DCL [k em*. er^ne.Wseine an« sei und -au leM 3a * nnöll^" a(ä ein; selber * gdjid* nl*Vebl MD igc m K &««»y' L.P *Ä«*‘ '••«Ä c’ 39 ü’ott- <*;‘ -E: Echm Arbkitz. aniuhernd ein- Auiührcn, öaij Alaun. Am gc . -ter ReLnk. "UUl°Ndsm7- “ ■ä'nnenbanbtl «ÖS empfangt baoon Mdes^ulsckrn ng bes Deutschen leohaitem Seifali m uch immer vor ie 3ntetefien eng Anspruch darauf >che Straßenbahn nnächst m Dienst Todes-Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unser lieber Sohn, Bruder, Neffe und Onkel Herr Konrad. Lotz Unteroffizier und Zahlmeisterapplikant im Lg.-Rgt. 115 heute Nacht 3 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im 24. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Lotz. Giessen, Darmstadt, den 23. Juni 1911. Die Ueberführung der Leiche vom Garn.-Lazarett Darmstadt nach dem Bahnhof findet Samstag den 24. Juni 1911 1.45 nachmittags, die Beerdigung Sonntag den 25. Juni 1911 nachmittags 3 Uhr in Giessen vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. Letzte Nachrichten. London. 21. ciini In einer gestern abend in fculL abgehaltenen Versammlung von bedeuten und Hafenarbeiter^, an der eima 10 0UÜ Personen icilnahmen, wurde bcschwNen, baß keine einzelne Gruppe die Arbeit iu icbct auf nehme u solle, bevor eine vollständige Regelung der Streitfragen erhielt sei. Tie Hafenarbeiter hab'n nunmehr auch ihre Forderungen in Bezug aus die Erhöhung der Löhne formuliert. V e it e b i g , 23. Juni Ter Bürgermeister von Venedig teilt her Agenzia Striani mit: Gegenüber den im Auslande hartnäckig verbreiteten Meldungen, daß sich in Venedig die Eholera aus- breüe, halte ich es für meine Pflicht, ossiziell zu erklären, daß bei Gesundheitszustand in Venedig ausgezeichnet ist und daß die Stadt von jeder epidemisch«n Krankheit vollständig frei ist. Triest, 24 Juni. Die Slättcrmelbungen über Cholera und T » v h u s f ä l l e n in den Kurorten des Küstenlandes sind vollkommen unbegründet. : Reuyork, 24. Juni lPrivattelegramm.) In Chile roületc gestern ein Wirbelsturm, der große Verheerungen anridilele. Viele Personen wurden verletzt, zahlreiche schisse sind g e i u n t e n. Chicago, -3. Juni. Gegen die Seknuäre von 14 Ber-- cinigungen von Äolzdejailgcfckfaficn mschneßlich der Sekretäre der RachrichlenbiireiuS der tzolzhöndler, btt eine Organisation der Lwlzlrändler von Pennshlvanien bis zur paciiischcn Müftv darstellen, ist von dcr Bundr-rcaierung An Hage wegen Verletzung des AntitrustgesetzeS erhoben worden. nach rechts gb, weil er eine der beiden im Kurgarien bmtnenben Bogenlampen erblickte, die als Richrlamo-?n die Rächt durch brannten Er überschritt die 6 Zentimcier hol e Vorstufe der Brüstung, betret dann auch den 70 Zentimeter breiten Teil her Brüstung, taumelte hier und fiel kopfüber in der höhe pon etwa l’.j Meter hinab in den Garten. Wegen der Folgen der bei dem Sturz erlittenen Verletzungen bat S. die Stadtgemeinde Wiesbaden auf Schadlos Haltung in Anspruch genommen. Tie Beklagte erklärt, daß der Kläger das Restaurant durch den Ausgang nach der Sonnenburger Straße hatte verlassen sollen und daß er den Unfall durch eigenes Verschulden herbeigefuhn habe. Tas Landgcrlchl Wiesbaden und das C ber- landesgericht Frankfurt a. M. Haden die Ansprüche des Klägers Dem Grunde nach als berechtigt onerfannt Tas Ebcrlanbcegeridjt führt aus, baß mit bem ^.'andgerichl davon auszugehen ist, daß die beklagte Stadigemcinde für einen geiabr» lofen Verkehr der Besucher des Kurl>aufes zu sorgen bat. Ein Fahrlässigkeit der Stadlgeweinde findet das t?berlandesger^ x darin, daß sie dic gefährliche Aickage so bestehen ließ, ohne für die nötige Beleuchtung zu sorgen. Jemand, dcr d.e Anlage nid t kannte, habe, wie das LberlauDcsgcrichi weiter barlcgt, ann omen können, der Weg führe auer über die Rampe hinüber in d.n >*ur» garten Ein eigenes Verschulden des >1!tigerä wird vom Tberlanbe.igerichi verneint. — Auf die Revision der Stadt- gemeinbe Wiesbaden ist oaS Urteil des Lberlandesgcrichts Frankfurt a. M. aufgehoben und die Sache selbst zur anberrociten Verhandlung und Eiuscheidung an dos Cbcrlonbedgeria t zurück- verwiesen worben. Tas Reichsgericht billigt die Ent'cheidung des Lbcrlandesgerickns soweit fic das Verschulden der Stadtg: meindc feststellt. Dagegen beanstandet das Reichsgericht Die Ver ncinung des eigenen Verschuldens des Klägers Zunodist hat, so führt der erkennende Senat aus, das Obcrlanoeögcrhcht nicht geprüft, ob man nicht dadurch schon fahrlässig handelt, daß inan auf einer Rampe Die Wegcrich:ung im Finstern ändert und quer über die Rampe schrecket unb weiter zu geben versucht. Tenn auf einer Rampe kann man nicht ohne weiteres nach allen Seiten geyen. Auch bietet die ganze Sachlage noch erhebliche Zweifel, da vorn Lberlandesgericht nickt scstaestellt worden ist, wie icmanö, der auf einer Ramve strauchelt, über die Brüstung himvegfallcn Taun. Weil das Oberlandesgericht sich hierüber nicht näher ausgesprochen hat, mußte das Urteil aufgehoben und die Sache zur weiteren Entscheidung zurückverwiesen werden: denn bei vorsichtigem Gehen ist cm solcher Sturz, wie er hier vorliegt, ohne eigenes Verschulden nicht gut denkbar. Vf^fTk'A PTFNI in J^er beliebigen Schriftart und Kartonsorte, VIQl 1 L.i V mit Zirkein auCr studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die Brühl'sehe Univ.-Druckerei, beiallt 140 falscher Sch zusammen < erhalten zu 1860 Mistiger WO Waldfest 1 am morgigen Sonntage laut EinlaSungskartc. LcilliMigec VilleMg: Liebigshöhe, großer Uhr: Oeffeiuliche Festversarnrnlung in der großen Anla der Universität. Nachmittags 1 */_■ Uhr: Festessen tn StemS Garten. Die Taselmusik wird von der Kapelle des Fnsanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" gestellt. Nachmittags 1 Uhr: Gemeinsamer Spaziergang durch den Bhiloiophenmald nach der Liebigshöhe. Hier Konzert und Tanz. AbettdS 8 Uhr: Feier deS 50 jähriacu Bestehens des GabelSüergcr Stenographen-Vereins Gießen in Steins Garten. Bekanntgabe des Ergebnisses des Wettschreibens. Konzert, ansgesübrt von der Kapelle desFnsanterie Regiments „Kaiser Wilhelm", Gesangsvorträge (Bauer scher Gesang- uerein). Ball. MouLag den 3. Juli. Vormittags 11 Uhr: Frühschoppen im Easä Ebel. Nachmittags 1 Uhr: Gemeinsames Mittagessen daselbst. Nachmittags 3 Uhr: Ausflug mit Musik nach dem Schiffenberg. 9,'ach der Nülkkehr gemütliches Zusammensein im Hotel „Einhorn". Der Ehren Ausschutz: , . . Pros. Dr. Bierman-::, Geh. Imtizrat. Rektor der Landes Universität. Dr. Güngerich, Landesgerichtspräsident. S. Hcichcl- Helm, Geheimer Kommerzienrat. Präsident der Handelskammer. Mecum, Oberbürgernicistcr. von Trotta genannt Trcvdcn, Oberst und Regimentskommandeur. Dr. Usingcr, Prooinzialdircktor. Der Fest Ilusfchutz: m Albach, Reallehrer i.P. Bergen, Gas- u. Wasserwerksdirektor i. P. Bichler, Brauereibesilzer. Blau, Bors, ds V. D. H. Boa, ^chrtststeller. Braubach, Sladtbaumeister. Tcnningboff, Branereibenper. Dr. Ebel, Stadtverordneter. Eichenauer, Stadtverordneter. Koinm.-Rat EmmclinS, Beigeorditeter. Friedberger, Stadtverordneter. Geh. Komm.-Rat Gail. Geb. Iuilizrat Gebhardt. Regierungsrat Gebhardt. Gerbet, Stadtbanmeister. Giesler, Bors, des D. H. B. Grießbauer, Bankdirektor. Znstizrat Grünewald, Stadtverordneter. Medizinalrat Dr. Haberkorn, Stadtverordneter. Hanbach, Stadtverordneter. Heichelheim, Bankdirektor. Helui, Stadtverordneter. Geh.SchulratDr.Heiliell. Hornberger,Fabrikant. Hubu,Stadtverordneter. Fann,Stadtverordneter. Fughardt, Sladtverordn. Keller, Beigeordneter. .Kindt, Hosbuchdriilkereibesiüer. Klingspor, Ad., Fabrikant. Knauß, Hauptlehrer. Geb. .Kirchenrat Bros.Tr. Krüger. Krumm, Stadtverordneter. Lcmme, Brauereidircktor. MaN,Fabrikdiretlvr. Prof. Dr Ntittermaicr. Noll, Fabrikanl. Dr. Ploch, Arzt. Geh. Schulrat Dr. Rausch. Dr. Sander, Provinzialrabbiner. Schäfer, Pvstdirektvr. Komnlerzietirat Schaffstaedt, Stadtverordneter. Professor Dr. Schian. Komm.-Rat Schirmer. SHrd,curat 1). Tchlosfer. Geh. Zustizrat Prosessor Dr. Schmidt. Schuchard, Gg., Kaufmaini. Schwabe, Pfarrer. Schwalb, Bors, des B. f. H.-C. von 1858. Schwieder, Apotheker. Geh. Schlllrat Dr. Stoeriko. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Strahl. Todt, Bors, des Bauerschelt Gesangvereins. Troß, Stadtverordneter. Pros. Urstadt, Stadtverordneter. Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Vossius. Reg.-Rat Welcher. Win», Stadtverordneter. Zimmermann, Eisenbahndirektor. Für den Verbands-Vorstand Für den geschäftsführenden Ausschuß Wilh. Müller, I. Berbandsvorsitzender, Offenbach. Will). Lob, I. Vorsitzender, Gießen. Die anläßlich dieser Tagungen erschienene Festschrift, ist zum Preise von 50 Pfg., vom Preß-Ausschuß: Richard Hafenkrug, Großer Steinweg 13, zu beziehen. v?t/6 Klnematograph. Bahnhofstraße 54. (05162) Bahnhofstraße 54. Heute neues Schlager-Programm. Der Skandal 380 Meter lang, ein packendes und ergreifendes Drama aus dem Leben. Dargestetlt von ersten Pariser Künstlern. Rosane und Lottchen im Theater Größter humoristischer Schlager der Woche. N Bnt der feinen Vdjet Ergreifendes Drama. fiottiiib Wurm als roter Eilbote Der neueste humoristische Schlager. Franzi Ein Künstler-Drama. Lemkes DrarttU, äußerst belustigend. Helgoland, reizende Naturaufnahme. Robert Stcirl als Flötenvirtuose, Tonbild Heute und morgen noch als Einlage Der Aufstieg der beiden Luftballons sowie dec Verkaufstag der Großherzogin „3ten,harten- Sängerkranz. Sonntag den 25. d. Mts., abends 7 Uhr: Bommerseß in Steins Garten. v____________________________________Der Vorstand. Dünsber^-Verein Sonntag den 25. Juni 3960 Sonnenwendfeier auf dem Dünsberg Die Wirtschaft ist den Janzen Tag über geöffnet. Hotel Schütz. Vom 10. bis 30. Juni 1911 Kcmzerft der so beliebten Original Türolcr Sanger, Tänzer- und Musiker-Truppe ES’Befreggee* Direktion B. Pontiller ß Damen (3745, 6 Herrell Anfang Sonntags 5 Uhr Wochentags 8 Ubt. "Restaurant Windhof. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit :: Täglich frisch Kaffeegebäck :: Schützer Auerhahnbräu, hell 3 tul.lr. 10 Pfg.. dunkel J/i0Ltr. 12 Pfg. :: Schattiger Garten :: Herrliche Turinaussicht :: Korporationen und Vereinen große und kleine .'. Säle zur Verfügung :: Auto-Garage und Pferdeställe oc । Kohlheyer. Tanzvergnügen Sonntag den 25. 3 mit im „Gasthaus zum neuen Frankfurter Hof". Es ladet crgebeust ein 05143 Adolf Allendorf, Lang-Göns. 25.6. Oefatt teile taelmig 25.6. 8v= - hr im flolel Großherzog von Hesse» SV2 Uhr veranstaltet vom Vorstand der Marburger Zionistischen Vereinigung. Thema: 05191 Das Judentum am Scheidewege. Redner: Dr. med. Margulies, Dr. phil. et med. Regensburg. Biograph Blockstraße 12 05174 Blockstraße 12 Ab heute neues großartiges Programm. Nur erstklaffigc Schlager I Ein böser Flau Großes, außergewöhnlich spannendes Drama von Cloudens, gespielt von Herrn MoSnier ..... Der Onkel Herrn Georges le Roy. . ♦ Der Neffe • Frl. Sylvene ...... Die Nichte. Fritzchen hypnotisiert. Z°drL «'bLd°^L Musik: Rough and ready, Polka von Geibel. Des Mullers Tochter. Musik: Quand Famour meurt von Cremieur. Der Hund Fregoli. @*‘"ser ,cini Musik: Gourmand-Marsch von Waldteufel. Herrliche Küste am Golf von Biskaya, Naturaufnahme Musik: La Barcarolc Walzer von Fcträs. Ein Masfen-Rcndez-vouS, eine köstliche Humoreske. Musik: Bummelmarsch von Sinne. Tonbild: Molly. Großes fesselndes Drama <350 m). Musik: Frühlingserwachen von Back. Wir machen darauf aufmerksam, daß das Biograph-Theater am Sonntag trotz der eingestellten Stromlieferung infolge Erweiterungen am Elektcizitätslverk ab 3 Uhr spielt. Das Biograph-Theater besitzt eigene Stromerzeugungs-Anlage und ist daher unabhängig von der Stromlieferung des Elektrizitätswerkes. Kaffeneröffnung um ll2S Uhr. Möialer taipMI 1., 2. und 3. Juli Klein-Linden. .■ Q Wetzlar, Schiitzengarten. Sonntag, 25. Juni V,v Hunde-Ausstellung 6esaegweii>ilerH‘ Sonntag den 25. Juni iusilug ins HarMttn. Abmarsch nachm. 31/2 Uhr von der Lahnbrücke. Bei ungünstiger Witterung im Malzsaal der Hardt. v-'7s Der Borstand. G. F. F. Montag den 26. Juni 1011, abends 8V2 Uhr [BM/6 Uebuttg. ________Das Kommando. Frival-Tanz-Werriclil erteilt zu jeder Tageszeit Th. Bäulke, Tanzlehrer Wolfftraße 9, Ecke Kaiser - Allee. Mor@8ö Tanzmusik zum Ostend | Tanz • Nnsil Bäulke, Knser-Allee. | Nationaler. Verein tau Dienstag, 27. 3uwi, abends 871 Uhr im Kaiicrbo»: Diskussious - Abend Redner: Parteisekret. §rnittcl-Wcirbnrg Thema: Die Arbeiterversicherung. Um zahlreichen Besuch bittet D-’,6 • Der Vorsmeudc. !tr. st Erschei" Tie..<$> .Anzeig Lrrirb wöchent frag Teuts llnterr einen f einen Sor idjuitlidtl' in Zeit s deutsche.L Tietc schule zu niiihungeu Alle Mitt Ausivendu luigeschinn Tie < fil9; d-- Aslande ahmt nat: auf die V.< abgesehen der heim: überrasche dem tiebi kurzer Fr darum Pr tor Germ „Keir den es au führung d bildung g halten kc diesem Gk '.'lnstrengi Hafk sein, Äeltmack für tücht leistungs leistungs die da n aus der Lchiäsai eine nick Äuskläri Form l Uns Lchulve gebung mortlidjt 'paulfen itrengnitgi Bolksöildu Taß 1 ernsthaft - Muttcrspr deutschen gehend, gc liert. Im teilungen gegemvärt tischen Kar Nationalist soll prüfen und hollär uifchen Un W« l Dämmten ^iirarias Umwände, siedeluna diesem tze gebauten halten h)i tn Treue 1 Di- ®ng, putsch, dw Itnterj 6tc heute vsii »er » ®c«=rii, Nr Ä9e S" und 4 3-iieVb 611 d? I-h? üb,5 «fih? «ic ß 10 iuttch'u Qn >°»d £,* üct nebt