161. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfafet 20 Seiten Die randtagsftichwahlen in Hessen. Nachdem nunmehr auch die Ergebnisse der Stichwahlen vorliegen, läßt sich ein Bild über die Zusammensetzung des neuen Landtages gewinnen. Sieht man von den acht neugebildeten Wahlkreisen ab, so waren 25 Neuwahlen vor- zunebmen. Davon wurden im ersten Wahlgange endgültig entfd)icbcn 17, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilten: Nationallideralc zwei, Bauernbündler sechs, Zentrum fünf, Fortschrittler ein, Sozialdemokraten drei. Zn den Stichwahlen wurden in den übrigen acht alten Wahlkreisen die Mandate so verteilt, daß die N a t i o - ualliberaleir drei erhielten, und zwar siegten die Nationalliberalen .uredel in Beerselden-Hirschhorn-Wimpsen iStimmenmehrheit 3 3), Mergelt in Fürth-Reichelsheim iStimmenmehrheit 44 , Auler in Bensheim-Zwingenberg (Stimmenmehrheit 14). Tie Bauernbündler bemannen in den Stichwahlen zwei alte Wahlkreise; Friedrich in Gernsheim-Pfungstadt (Stimmenmehrheit 415) und Bähr in Büdingen mit einer Stimmenmehrheit von 239. Tie Sozialdemokraten erhielten von den alten Wahlkreisen in den Stichwahlen Höchst und Vilbel. Zn Höchst siegte Hartmann über den Christlich-Sozialen Flcckcnstctn mit einer Mehrheit von 358 Stimmen. Zn Vilbel siegte der Genosse Busold über den Rationallideralen Will mit 142 Stimmen Mehrheit. Von den acht neu* ge schaffen en Wahlkreisen fielen Darmstadt, Mainz und Gießen in die Hände der Fortschrittlichen, Offenbach wurde sozialdemokratisch, in Dieburg wurde ein Zentrums- tandidal gewählt, in Worms ein Rationalliberaler und in Nierstein sowie Rodheim Obcr-Rosbach je ein Bauernbündler. Na6) diesen Ergebnissen werden die Parteien im neuen Landtage folgende Stärken aufweisen: Nalionalliberale 16 (bisher 18), Bauernbündler 15 (bisher 13), Zentrum 9 (bis her 8), Fortschrittler 9 (bisher 5), Sozialdemokraten acht (bisher 5), Fraktionslos 1. Die Stichwahlen haben also im wesentlichen das gehalten, was sie versprochen hatten. In einzelnen Wahl- bieisen stand die Entscheidung auf des Messers Schneide; bis heute früh waren die Ergebnisse in Wöllstein und Merstem noch einigermaßen zwclsell)ajt. Zn diesen beiden Bezirken sind die Nationallibcralen mit einer ganz kleinen -'saht hinter dem Gegner zurückgeblieben: in Wöllstein hinter Jbeni Fortschrittler Eibach mit 6 Stimmen, in 9Hcr|icin hinter dem Bündlet Wolf mit 53 Stimmen. Aber im Verhältnis zur Haupnvahl hat in Nierstein doch der nationalliberale Kandidat Schätze! den größeren Stimmenzuwachs zu verzeichnen gehabt. Tie geringe Mehrheit, mit der Wols über Schatzei siegte, zeigt, wie erbittert hier um die Liegespalme gerungen wurde. Ebenfalls eine 9ttederlage erlitt die nationalliberale Partei in Vilbel, wo ihr Kandidat Will dem Sozialdemokraten Busold unterlag, der 236 Stimmen mehr erhielt. Das Ergebnis in Gießen bietet keine Uebcrraschung. Die Sozialdemokraten haben fast vollzählig gewählt und den Sieg des fortschrittlichen Kandidaten llrstadl gesichert. Bei der Hauptwahl betrugen die fortschrittlichen uiü) die sozialdemokratischen Stimmen zusammcngenommen 2489; in der In Eilmärschen geht es jetzt den großen Zanuarwahlen entgegen. Ein Bortreffen soll demnächst in Bayern geliefert werden. Erinnern die letzten Vorgänge in der bäuerischen Kammer nicht an die berühmte Eiterbeulen Ma tat strophe im Fahre 1906, als Staatssekretär Ternburg dem Zentrum die Fehde ausagte? Was Ternburg damals vollbrachte, war diesmal dem Verlehrsminister v. Frauendorfer Vorbehalten Er hatte sich gesträubt, dem Zentrum Reverenz zu beweisen. Es hätte freilich daraus auch anders kommen können, das Zentrum hatte den ihm mißliebigen Minister absägen können, wenn nicht der greife Prinzregent widerwillig von dem anmaßenden Gebaren der Zentrumsherrscher sich abgewendet und dem Kabinett Pode- wils den Rücken gesteift hätte zur Auflösung des Landtages. Damit hatte der Zentrumsgetvaltige Herr v. £r» terer doch wohl nicht gerechnet. Wenn es ihm und feinem Anhang auch gelingen wird, dem bayerischen Zentrum die Trumpfkarten wieder zu gewinnen, so wird doch der Kampf der Geister nicht vergebens entfacht werden. Der hochmütig mit der bayerischen Negierung vorn Zaun gebrochene Streit kann dem Zentrum bei den Reichstagswahlen nur sciiadeii, zumal o hier, in Minister gegenüber, auch sozialpolilisch das Vollseinpfin- den gegen sich hat. lieber die Wahlaussichten schreibt die „Köln. Ztg": Der am 31. Mai 1907 nach dem neuen Wahlgesetz von 1906 gewöhne bayerische Landtag zählte 98 Ultra- montane, 25 oder mit Einschluß des Pfarrers Grandinger 26 Liberale, 20 Sozialdemokraten und 19 Mitglieder der Freien Bereinigung (darunter 6 Konservative und 13 Bauernbündler). Damit unter insgesamt 163 Abgeordneten das Zentrum nicht mehr die Mehrheit hätte, müßte es niindestens 17 Mandate verlieren. Aber selbst wenn dies der Fall fein sollte, wird es darauf antommen, ob dis Freie Bereinigung, die sich in letzter Zeit immer mehr vom Zentrum umgarnen ließ, von dieser Verbindung losgelost werden kann. Bei der Entrüstung, die der unerträgliche Uebcrmut des Zentrums in weitesten Volkskreisen wach- gerufen hat, wäre ein günstiges Wahlergebnis wohl zu erhoffen, wenn nur nicht das dem ultramontan fozialdemo^ iplomalie einigermaßen wiederyerzustelleii. 'dem. Die Aufklärungen, die er im Budgetausschuß Samstag, 18. November 19U Vez«q*vrei»: monatlich viertel- AA 'Vv--V Fl M iS Mk.ä.—vier Hf ■ jähxl. auSschl. Benell«. . Zeikenpreis: lokal 15i?U w* a ▼ ▼ Uioey; füt ,Feinlle- lo»i*, .Verunschler' und was unter „Grenzberichligungen" und ..Aeuerweebungen' zu verstehen sei, nicht so leicht auSbrechcn werde -v ist also der Weg fiir die Zukunst oorge,eichnet Di t'.'aiioual- liberalen aber sträubten sich noch dagegen, dem iept ab- geschlossenen Marokko- und Kongovcrlrag ein lestuches Leichenbegängnis zu gewähren und bestanden darauf, auiii über diesen Vertrag eine Abstinimung herbei.usühren 2ie Linke stimmte ihnen zu, aber die Rechte ^wollte der Regierung die neue Demütigung ersparen So hat also Herr v. Beu'mann Hollweg die Ablaßzettel in seiner Tasche Mit der Wahlstimmung steht es icdoch schleckst. Man hätte denken sollen, der Staatssekretär v Kiderlen Wächter, der zum ersten Male eine große Aktion seines Ressorts vor der Volksvertretung zu verteidigen batte, würde bei dieser Gelegenheit ein paar großzügige Worte ins Volk rufen, um die bisher nicht gerade glänzende Reputation der d..u- schen Divlomatie einigermaßen wiederyerzustellen. Nicht» e eite ' cimal i :onnil. tand' »irtschastliche-eits ragen gernipreü' -Anschlusie: ES General-Anzeiger für Gberheffen Annahme von An zeigen notationsbrutf und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stcinörudcrd R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: §chn!strahe 7. !or7nuwgs's'uhQ vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Sefchästsftelle vahnhosstraße 16a. __________________________ Stichwahl brachte Pros. Urstadt es auf 2413 Stimmen. Ter nationalliberale Kandidat Klingspor hat gegen die Haupt wähl noch 307 Stimmen aus dem nichtsoziaidemokratischen Bürgertum hinzugewonnen. Bei der Hauptwahl führte er 1362 Slimmen ins Feld; diese sind jetzt auf 1669 äuge- wachsen Herr Klingspor ist also mit Ehren unterlegen und die nationalliberale Partei hat keinen Anlaß, das Ergebnis dieser Wahl zu beklagen. Was die Wahlhilfe der rechtsstehenden Gruppen aulangi, so ist man auf bloße Vermutungen angewiesen, und wenn wir kürzlich die Zahl der weiter rechts stehenden Wähler auf etwa 300 bezifferten, so kann das natürlich bestritten wer den. Jedenfalls hat man dieser Wahl als Lehre zu ent nehmen, daß die beiden liberalen Parteien in Gießen zu gemeinsamer Arbeit sich zusammenschließen sollten Es hat sich gezeigt, daß das Bürgertum einseitige Parteiinteressen zurückstellen möchte, und das ist zu begrüßen, da die bevor- stehenden Reichslagswahlen ein gemeinsames Vorgehen unbedingt erheischen, wenn der Einfluß des Liberalismus nicht von vornherein ausgeschaltet werden soll. Während in Darmstadt die vom nalionallibcralcn Landesausschuß ausgegebene Wahlparole, überall da, wo ein bürgerlicher Kandidat gegen einen Sozialdemokraten in Stichwahl stehe, die Stimme für den bürgerlichen Kan- didaten abzugeben, streng befolgt wurde, so baß der Fortschrittler Henrich mit großer Mehrheit über seinen sozial- oemolratifchen Gegner Knoblauch liegen konnte, scheinen viele nationalliberalen Wähler im Wahlkreise Höchst ihre Stimme entgegen der offiziellen Wahlparole dem Sozialdemokraten Hartmann gegeben zu haben, der mit großer Stimmenmehrheit über den Ehristlich-Sozialen Fleckenstein siegte. In G e r n s h e i m - P f u n g st a d t dagegen siegte der Bauernbündler Friedrich mit Hilfe der Nationallibcralen und des Zentrums über den Sozialdemokraten Raab. Tie Landtagsersatzwahl in Offenbach-Land. Wie die „Darmstädter Zeitung" erfahrt, ist die Land- tagsersatzwahl im 17. Wahltreis der Provinz Starkenburg für den verstorbenen Abg. Erb auf Donnerstag, den 25. Januar 1912, anberaumt worden. von alledem. -----,------ -u . ..... gegeben hat, fallen vertraulich bleiben. Wenn man die oft großzügigen Reden fremder Staatsmänner, besonders englischer, dagegen hält, wird man sich einer gewissen Resignation nicht erwehren können. politische Wochenschau. Gießen, 18. 9toh. Während Herr v. Bethmami-Hollweg und feine Helfer nicht ablasfen, Zusnnunungserklärungeu zu [ammeln für ihre Marollopolitik, die vom Reichstag und her deutschen Presse so wenig Beisall gefunden hat, wurde im Budget- ausichuß amtlich ein langsamer Rücktritt angetreten. Es verhält sich also wirtlich so, wie es in den zahlreichen Veröffentlichungen gutwilliger Industriellen und Handelstreibenden zu lesen ist: man will den marokkanischen Kadaver, der die Luft verpestet, endlich verscharren, will mit der Volksmeinung Frieden machen, indem man ihr für die Zukunft Besserung verspricht. Künftig sollen koloniale "Neuerwerbungen und Abtretungen von Reichsgebiet in besonderen Gesetzentwürfen zur Abstimmung dem Reichstag vorgelegt werden. Nur „Grenzberichligungen" will die Regierung unter eigener Verantwortung auch fünftig selbständig vornehmen. Ter Reichstag hat dem zugestimmt. Man hat sich offenbar dabei beruhigt, daß „Grenzberichtigungen" zu den Seltenheiten gehören und daß ein Streit darüber, Hriedrich von Thudichum. (Zu feinem 80. Geburtslage.) Friedrich Karl Wolfgang Thndichum ist am 18. November 1831 zu Büdingen geboren, als zweiter nohn des durch feine Sophotlcs-Uebcrsctzung bekannten Gumnajial ^irekiois und Eber- Midi en rat S Dr. Georg Thndichum, und seiner Ehelrau Friederike, geb. Baift. Im Frühjahr 1849 bezog er als li>,-Jähriger die ilnwersitä: Gießen, um RcchlswinensebaN zu ftuoiercn, metepe nach den großen Äeignissen des Jahres 1848 zu erhöhter Wichtigkeit zu tommen versprach. Im Frühjahr ISo- beitanb er Referendar-Examen und wurde dann auf ieuren Wumar zur Erlernung des prältlichen Dienstes zuerst jur ein halbes ^ahr dem Hofgericht zu Darmstadt, dann für ein ^rahr dem Landgericht Amtsgericht) Büdingen und zuletzt dem Krersamt Bübingen 9 Da für den Sohn von Georg Thudichuni, der am 27. Lev- lanber 1850 als ^geordneter zur Zio^uen Kammer den Llaais- slreichen des Ministeriums v. Talwigk Widerstand geleistet halte, in Hessen alle Aussicht fehlte im Staatsdienst voran zu kommen, siedelte Thndichum im Mai 1856 nach Gießen über, um nch dort sür den Beruf eines Advokaten Reästsamvalts- vorzubc- reuen. Allein die Zahl der Advokaten war eine geubloncne, vor ^Iblauf vieler Jahre an ein Emrücken in eine frei werdende Ltelle nicht zu denken. , Sv trat Thudichum einmveücn beim Gie, er Vorgericht ein, dann bei zwei Rechtsanwälten, fühlte sich über nicht wohl ui öiqem Beruse und beschloß mit Bervüligung ferne» Vaters, nch der akademischen Lansbahn zu widmen. Am 19. Augnit Ibo/ erwarb er den Doktorgrad u.id versaßte die Habilitatwne Lchrtn, eine Arbeit über die „Geschichte des Freien Gerichts Karchen in der Wetterau". . Als Gegenstand seiner im April 1858 begonnenen Vorlemngen wählte er zunächst die Deutsche Rechtsgeichich:e, die ihn zu wichtigen Entdeckungen führte, und Temsches Privatrechl. .. . Durch eifrige Studien und Fonamngen verschalle er nch eine iidx'te Kenntnis von den ehemaligen Rechts Zuständen der Wetterau. Das Ergebnis war sein großes Werk: „Tie Gau- und Mark-Bersassung in Deutschland" J860., in dem er dte Markgenossenschaften iiachgewicsen hat. Ohne Zögern wandte sich Thud'.cknim nun der Er'orichung des Germanischen Altertums zu,^und nach monatclangen V’i\-;tng und Erklärung der Germania des Tacitus" zum Abschluß. Dec von Thndiü'UM in Gie:>n ins Leo en gerufene historische Verein hat erst später eine lebhaftere Tätigleit entwickelt. Neben seinen Hauptarbeiten ließ Thuaiämm die tirchlichen Angelegenheiten nie außer Augen und v.nnchte einen '< - - in iur Be ehrung über die zeitgemäße Snnpdai oerfaifung in»iAeit iu rufen. Er eröffnete die erpe öffentliche Versammlung im Rathaus zu Gießen am 13. Februar 1862 mit einem Vortrag: „lieber die lässigen Freunde und die tätigen Feinde der Union". Damals entftaiU) seine Schrift „Kirchliche Rückscknitte im Groß- herzogMms Hessen". Am 11. März 1862 erhielt Tbndichrun einen Ruf an die Universität Tübingen als außerordentlicher Professor für Deut sch es Prwalrecht und Rechtsgeschichtc. Während eines AusenthaltS' in Liebenstein hatte er Viktoria Stein, die Tochter eines in Darmstadl lebenden Gutsbesitzers Gustav Stein naher kennen gelernt, mit der er sich am 1. Juni 1865 vermählte. 1865 erschien seine Schritt „lieber unzulässige Beschränkungen dos Rechts der Verehelichung", und 1866 der 1. Band einer „Rechtsgeschichte der Weiicrau", der aussührliche Beweise für die früheren Aufstellungen m feiner Gau- und Markversasfung lieferte. Durch seine Arbeüen über das Eherechl u. a. trug er viel zur Aufhebung der polizeilichen Beschränkunaen der Eheschließung bei. Bald darnach erichien sein großes Werk über das Ver- iassungsrecht des Norddeutschen Bundes und des Zollvereins. Das Buch zog dem Verfasser die volle Ungnade der Machthaber ui Stuttgart zu und der von der Fakultät zuerst la.n 2. Januar 1868 gestellte, am 26. Februar 1870 wiederholte Antrag aui Beförderung Thudichums zum Lrdinarlus sand daher keine Gnade bei dem Prcußenfernd Golther. Im Dezember 1868 fühlte sich Thndichum aufgefordert, dem Hessen-Darmstädtisck^n Minister Frciherrn v. Talwigk und fernem Stab zu Leibe zu gehen, und fertigte in Einer Tags-Arbeit von morgens 6 dis abends 9 eine Uebcridü ihrer Taten, unter dem yliche Rückfchrirre im GroßherzogtLn Hessen 1850—1869". _ Fm Februar 1871 beantragten die ^u.rnger ^urmcn-tjanuuit und der akademische Senat zum bnncnniai vergeblich die Beförderung Thudichums zum ordentlichen Professor. Sein Freund Roben Römer ließ jetzt die Trohung verlornen, die Zurück lefung Thudichums ui der Kammer der Abgeordneten zur Sprache bringen zu wollen: das wirkte: am 23 ü’cai 1871 erhielt Thuch amm, nach y jülmgem Dienst, im Schwabenalter von 40 Jahren, die Ernennung des Srdinarms. Im Herbn 1873 folgte t.r bisherige Vertterer des Kirchenrechts einem Ruf an eine andere Universität, uno cs nahmen - fortan eie kirchenrechtlicheu Sorieiungcn zu übernehmen. 1877 erichien dann der 1. Band über das geltende Deutsche Airchenrecht unter dem Titel „Deutsches Kirchenrecht des 19. Jahr- hundetts". Tuudichum faßte nun den Entschluß, in einem größeren Werk mit de... Titer „Bisma.as parlarn.mansche x^mvfe und Siege' I die Po, .. des Kanzlers in durchaus unu.id.lcver aber allgemein I Deiüu.n .er Form dar .eilen und zu rechifenigen. Tie I. Ad- | teümig e.ichieu im Mai 1887. Drei Jahre später, im Oktober 1890, folgte die II. Llbteilung der Parlamentarischen Kampfe und Siege. De Entstehung und Bedeutung der Westfalischen Femgerichte unterwarf ec in einer Festschrift einer eingehenden Prüfung und gelangte zu dem Schluß, daß die Femgerichte nichts Altgermanischcs oder von Karl dem Großen Eingefulnles seien, sondern ein Werkzeug der päpstlichen Inquisition gegen die Häretiker. Im Jahre 1898 folgte eine Schrift „Die Rechtssprache in Grimm's Wörterbuch". Thudichums Forfchungcn über Gau- und Territorial^eschichte waren früher wefentllch auf Fränkische Lande, Wetter au, Unter- Main und Hessen, sowie auch auf Westfalen gerichtet gewesen; sich auch mit feiner neuen Heimat Schwaben eingehender zu beschäftigen war bisher bei seinen amtlichen Aufgaben und der Teilnahme an der Erörterung politischer Fragen nur in bescheidenem Umfang tunlich gewesen; feit J.880, iah er fich in diesen Hinsichten erleichtert und nahm die neue Aufgabe mit Eif:r in die Hand. In der Münchener Allgemeinen Zeitung vom 13. Januar 1884 über „Organisation und Arbeitsplan der historischen Vereine", sowie in einer gedruckten „Denkschrift über die Einrichtunx und den Nutzen gedruckter historischer Grundkarten" vom 8. Mai 1885 setzte er die Ziele des Plans und die geforderte Beschaffenheit der Karten näher auseinander, betonte namentlich die Notwendigkeit eines einheitlichen Maßstabs, Formats und Harten* Netzes für ganz Deutschland. Zur Feier des 300jährigen Bestehens der Universität Gießen verfaßte Thndichum für die Festschrift: „Wettereiba, eine Gau- Geschichte", welche ein Bild der Entwicklung von den ältesten Zeilen bis zur Gegenwatt bietet Im Hinblick auf das neue B. G B. entroar er die Geschichte deS Deutschen Prioatrechts Am 1. April 1901 trat der Gelehrte in den Ruhestand und iand nun ungestörte Muße, kirchen- geschicktliche und theologische Arbeiten, Cie ihn feit Jahrzehnten beschäftigt hatten, 5am glücklichen Ende zu führen. Zunächst erfd-ienen die „Äirchliäien Fälschungen" und 1901 „Tie Wahren Lehren Jesu". Juzwifchen halte Thndichum an der Vorgeschichte der Reformation em'ig weiter gearbeitet, und im Juli 1903 fein Werk „Papsttum und Rcsormaiion im Mittelalter" veröffentlicht. In den Jahrcn 1907 und 1909 folgte dann in zwei Banden Cie Geschuhte der Deutschen Reformation von 1517 bis 1525 und 1525 bis 1537. Nach glücklicher Bewältigung dieser weitgrcifendcn Aufgaben, wandte fich Thndichum lieber den Kirchlichen Fälschung,n zu Das neueste im September d. Js erschienene Wett Thi''"l>um- hat die „Gefck'.chic d-es Eides" zum Gegenstand. Sckon vor längerer Zeit jpurbc Thndichum von dem König von Württemberg, dcr fein Schüler war, der persönliche Adä verliehen. Irakischen Wahlbündnis von 1905 entsprossene neue Wahlges etz mitsamt der ungerechten Wahlkreis- ernteilung gar so parteiisch wäre. Aber am 31. Mai 1907 sielen aus die Liberalen 24,1 Prozent aller abgegebenen Stimmen und nur 15,3 Prozent der vorhandener: Mandate, aus das Zentrum dagegen, das die Wahlkreise nach feinen selbstsüchtigen Interessen umgrenzt hatte, 44,3 Prvz. der Stimmen und 60/1 Proz. der Mandate. Ungünstig ist auch fiir die Liberalen, wie überhaupt für die Minderheiten, daß das Zentrum statt der absoluten Mehrheit die relative durchdrückte, der zusolge ein Drittel der Stimmen für die Wahl ausreicht. Stichwahlen, bei denen sich früher die Minderheiten erfolgreich zusammenzufinden pflegten, sind dadurch äußerst selten geworden. Die Verhältniswahl, welche die Stellung der Minderheiten hätte verbessern können, ist bon der Selbstsucht des Zentrums zwar für die Gemeindewahlen, bei denen sich die Ultramontanen in der Minderheit befinden, zugelassen, für die Landtagswahlen dagegen abgelehnt worden. Ein sich mit der abermaligen Prüfung der Verhältniswahl beschäftigender, liberaler Antrag lag dem jetzt aufgelösten Landtag vor, der aber, anstatt ernstlich zu arbeiten, vorgcrogen hat, seine mit Diäten bezahlte Zeit fast ausschließlich dem Parteigezänk zu widmen." Deutsches Reich. Der Berliner „Börsen-Courier" schreibt: Die in die Presse gelangten Mitteilungen über dieStellungnahmedesKron- prinzen zum Marokko-Abkommen haben im In- und Auslande größtes Aufsehen erregt und sind durch das Verhalten des Kronprinzen im Reichstag hinreichend bekannt geworden. Auf Befehl von höchster Stelle ist nunmehr nach der Quelle der Indiskretionen geforscht worden und die eingeleitete Untersuchung hat ein überraschendes Resultat ergeben. Der Schuldige ist Telegraphenbeamter in Danzig. Durch seine Hand sind die schon erwähnten Telegramme des Kronprinzen an seine Brüder gegangen, durch die der Kronprinz sie zu einer gemeinsamen Ak tion gegen den Marokko vertrag aufforderte. Gegen den Schuldigen dürste voraussichtlich die Anklage wegen Verletzung der amtlichen Schweigepflicht eingeleitet werden. Die Betriebseinnahmen der Preußisch-Hessischen Staatseisenbahnen betrugen der „Norddeutschen Allg. Zeitung" zufolge im Oktober 1911 gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 1,9 Mill. Mark gleich 3,74 t«, im Gütervekehr 8,2 Mill. Mk. gleich 6,22 °/o, insgesamt nach Abzug der Mindereinnahme aus sonstigen Quellen 9,6 Mill. Mark gleich 4,91 °/o mehr. Die Zahl der Sonn- und Werktage ist in beiden Jahren gleich. Der Güterverkehr würde eine noch wesentlich höhere Mehrcinnahme ohne die im Herbst 1911 angeordnete namhafte Ermäßigung der Tarife für Futter-, Nah- rungs- und Düngemittel erzielt haben. In Wirtlichkeit war also die Steigerung des Güterverkehrs wesentlich stärker als 6,22 °/o, was bei Beurteilung des Wagenmangels nicht außer Betracht bleiben darf. Ausland. Nach einer Meldung der „Morningpost" aus Victoria lBritisch-Columbia) vom 16. Nov. zufolge, kaufte ein britisch- k a n a d i s ch es S y n d i k a t die im Stillen Ozean gelegene britische Washingtoninsel und die F a n n i n.g i n s e l * gruppe für 70 000 Pfund Sterling an, um dort im Hinblick auf die Eröffnung des Panamakanals ein Kohlendepot zu errichten. Deutsche Kolonien. Durch einen Entwurf betreffend Eisenbahnbauten im o st afrikanischen Schutz gebiet wird der Reichskanzler ermächtigt, neben der Gewährung eines Darlehens zur Fortführung der Eisenbahn Moro- goro bis Tabora an den Tanganikasee auch die durch den Voranschlag für das ostafrikanische Schutzgebiet zur Fort- M/rung der Usambarabahn und zum Ausbau des Hafens zum Tanga bereitgestellten Mittel auch zu Ergänzungsund Neubauten aus der Stammstrecke Tanga bis Mombo zu verwenden. In der Begründung wird ausgeführt, daß der Verkehr auf der Usambarabahn von Tanga bis Mongo erheblich zugenommen hat, so daß diese Bahn den Verkehr nicht mehr bewältigen kann. Es ist; deshalb ein Um- und Ergänzungsbau erforderlich, der mit 1800 000 Mk. veranschlagt ist. Betreffs der Weiterführung der Zen trat bahn von TaboranachUdjidji wird noch ausgeführt, daß eine UnterbrechungdesBabnbaus b ei T a b o ra der Baufirma eine Einbuße von U/2 Milt. Mk verursachen würde, daneben würden noch wesentlich größere mittelbare Schädigungen eintreten, weil nicht nur der Zeitpunkt, zu welchem eine Rentabilität der Strecke zu erwarten ist, herausgeschoben würde, sondern auch die allgemeine Enttvickelung der mit der Bahn zu erschließenden Jnnen- bezirke sowie die Hebung der Steuerkraft der Eingeborenen erst entsprechend später einsetzen könnte. Deutsche Erdbeben. Deutschland ist nicht arm an Erdbeben, aber s>o heftige Stöße, tote jetzt in Süd- und Mitteldeutschland beobachtet worden sind, sind in deutschen Landen sehr selten. Von den 10499 als Epizentren bekannten Orten der Erde sind in Deutschland nur 425 und von diesen sind die meisten im Erz- und Fichtelgebirge, nämlich 80, 68 ht Württemberg. Im Odenwald und in Baden je 43, an den Küsten der Nord- und der Ostsee 33, im Taunus und im Hunsrück 32 in Westfalen 29, im Elsaß 24, im Harze 18, inj Ost-Bayern 11, m Thüringen 10, am Mittellauf der Mosel, in der Hardt and in Luxemburg 10, in Lothringen und der Pfalz 9 m Schlesien 8, und im Riesengebirge 7. Die Häufigkeit der Erdbeben ist am größten in Württemberg, dann kommen Baden, der Odenwald, Taunus und Hunsrück usw Ganz frei von Erdbeben ist die norddeutsche Tiefebene, in der nur im Jahre 1755, im Anschluß an das fürchterliche Erdbeben von Lissabon, Bodenschwankungen bemerkt wurden. Oester find Erdbeben im deutschen Alpengebiet, in den @e=> btrgen am Oberrhein, in der Schwarzwaldgegend und den Vogesen, Hauptzentren für Deutschland aber find Herzogenrath bet Aachen und Großgerau in Hessen, und noch häu- stger find deutsche Erdbeben im sächsisch-böhmischen Hoch, land, hauptsächlich im Bogtlande. Schon aus dem Mittelalter sind aus dieser Gegend sichere Berichte von Erdbeben vorhanden. Dr. F. Meinecke in Halle hat etwa 35 Erdbeben in Sachsen, insbesondere nm Vogtlande gezahlt, die zwischen 1332 und 1856 beobachtet toorben sind, und dte spatere Zeit ist ganz ausfiihrlich in jehem größeren ^erfc über Erdbeben behandelt Ein be- starkes ©rbbeben in der älteren 3eit war augenscheinlich das vom 13. April biß zum 15. Juli 1552 Im Jahre 1674 bebte im Bogtlande die Erde drei Wochmt Ung [° heftig, datz in beit Bergwerken die Schächte ein- sturzten. Em Erdbebenschwarm mit zahlreichen Erschütterungen trat dann vom 13. März bis zum 23 April 1701 auf, der besonders m Annaberg, Schneeberg, Johannaeor- aenstadt und Plauen bemerkt wurde. WeÜere Cwdbeb^ schwärme folgten m der zweiten Hälfte des Jahres 1711, im Spätherbste 1770, im Anfänge des Winters 1824, sowie 12 Jahre später um dieselbe Zeit. Im Jahre 1872 fand ein besonderes heftiges Erdbeben am 6. März statt, das eines der bedeutendsten in Deutschland überhaupt war, zwischen Berlin, Breslau, in Böhmen, bis Regensburg, in Stuttgart, in Frankfurt a. M., in Hessen und im Harz wahrgenommen wurde und sich im ganzen über 170 000 Quadratkilometer erstreckte. Kleinere Erschütterungen wurden zwischen 1875 und 1896 häufig wahr- genommen; 1897 traf ein größerer Erdbebenschwarm das Vogtland, der vom 24. Oktober an 37 Tage lang die Bewohner in ständiger Furcht erhielt. Mit dem 1. Just 1900 begann eine neue Periode der Erderschütterungen, die 52 Tage lang dauerte, aber schwächer war und noch schwächere Erdbeben traten vom 8. Mai bis zum 28. Juni 1901 auf. Im Jahre 1903 wurden 95 Tage hindurch schwächere Erschütterungen wahrgenommen, uno im Jahre 1908 traten im Oktober wieder stärkere Erderschütterungen auf. Am 3. und 4. November erreichte diese Erderschütterung ihre größte Stärke in einem Stoße, der in Sachsen bis zur Elbe, im ganzen Egerlande, in Thüringen bis nach Gotha ,und zur Unstrut und bis in die Gegend von Halle gespürt wurde. kf. Das Erdbeben in Deutschland. Heber das gestrige Erdbeben gingen uns noch folgende Nach richten zu: das schwere Dach!" ist mein das mime Haus. Die Frau den Kindern; das älteste ist Ich stehe gebannt — ratlos, nach, und ich sehe klar: ein erster Gedanke. Jetzt toanl't stürzt in die Schlafstube zu erwacht und fragt ängstlich. Da lassen die Schwantungen Erdbeben, ein Erdstoß. Die Aus Hessen. -r. Gießen, 17. Nov. Ein Leser schreibt uns: Einsender erinnert sich noch deutlich an das Erdbeben im Jahre 1846. Bald darnach brach der Strudel in Nauh im hervor, dem das Städtchen seinen .Weltruf verdankt. Ein zweites Erdbeben erlebte der Einsender in den 70er Jahren am Felsenmeer im Odenwald. Die gewaltigen Granitfelsenblöcke rieben sich aneinander, daß es fürchterlich knirschte und krachte, worauf ein Schlag von unten erfolgte, der den Erdboden weithin erzittern ließ. Eine Stunde lang hatte ich das Gefühl von Seekrankheit. Bersrod, 16. Nov. Es ist gegen 11 Uhr. Wir sitzen am Tisch, meine Frau strickt, ich schreibe Noten ein. Die Kinder liegen zu Setti. Ruhe ringsum. „Was wackelst du nur am Tisch?" frage ich plötzlich. Da schwankt der Tisch, die Hängelampe zittert und schwingt. Wir springen auf. Die Ampeln an der Decke schwingen hin und her, die beiden Blumenständer wackeln, in den Wänden knisterts, in einer Ecke krachts, die Vorhänge, bewegen sich wie im Luftzuge, der Fußboden schwankt. „Altmächt'ger Gott, das Haus stürzt ein, die schwachen Lehmwände tragen nicht Spannung der Nerven löst sich, die Ampeln schwingen noch, die Lampe kommt erst viel später zur Ruhe. Wir sehen uns an, leichenblaß von dem plötzlichen Schrecken. 15 Sekunden, schätze ich, hat der Stoß angehalten. Ich öffne das Fenster, In der Nachbarschaft schreien Hühner. Leute treten aus den Häusern. Sie haben dasselbe wahrgenommen. Einige sind vom Schlafe geweckt worden und fürchten sich. „Erdbeben", ruft man sich zu. Eine Ahnung will uns aufgehen von dem Unglück Messinas. Nidda, 17. Nov. Das Erdbeben am gestrigen Abend war in solcher Stärke hier noch nicht erlebt worden. 'Der.Stoß war so stark und die wellenförmige Bewegung, welche sich daran schloß, so heftig, daß Leute, welche schon in den Betten lagen, heraussprangen und Licht machten, besonders in den oberen Stockwerken der Häuser. In den Wänden vernahm man ein Knistern. Am stärksten war die Bewegung in dem unteren Stadtteile, besonders der sog. Rauna. In manchen Ställen fingen die Hühner an zu schreien. Zurzeit des Bebens herrschte ein heftiger Sturm bei gelinder Temperatur. In Bad Salzhausen gab es an einzelnen Häusern Risse in den Wänden. — Lorbach, 17. Nov. Gestern abend 10 Uhr 30 Min. verspürte man hier ein heftiges Erdbeben, das mehrere Sekunden anhielt. Dabei konnte man zwei verschiedene Stötze in nordwestsüdöstlicher Richtung unterscheiden, von denen der letzte am heftigsten war. Die Gebäude erzitterten in ihren Fundamenten, alles Mobiliar geriet in Bewegung, einzeln kamen Ziegel von den Dächern, die Vögel verließen ihre Schlupfwinkel und eilten ängstlich umher. Auch das Vieh in den Ställen, besonders das Kleinvieh, wurde unruhig und bestürzt eilten viele Bewohner an die Fenster und auf die Straßen. Hirzenhain: Gestern abewd 1/2H Uhr starker Erdbebenstoß in der Richtung Norden nach Süden. Sehr heftig bemerkt wurde er in den oberen Stockwerken massiv gebauter Häuser, während er in Holzbauten weniger fühlbar war. Er dauerte 3—4 Sekunden. O. Ortenberg, 17. Nov. Hier wurde gestern abend um 10.30 Uhr ein heftiger Erdstoß wahrgenommen. Vielfach wurden Möbelstücke ins Schwanken gebracht, Türen gingen auf und sogar das Vieh in den Ställen fing an zu brummen. Besonders bemerkt wurde das Beben in höher gelegenen Häusern. Die Leute, die sich teilweise schon zur Ruhe begeben hatten, verließen ihre Betten und sammelten sich auf den Straßen an, um dort daöl seltsame Vorkommnis zu besprechen. § Flensungen, 17. Nov. Gestern abend gegen 3/4II Uhr wurde hier ein ziemlich starkes Erdbeben wahr- genommeu. Der Stoß war so heftig, daß die Möbel schwankten. Die Richtung war von Norden nach Süden. § Ruppertenrod, 17. Nov. In der verflossenen Nacht gegen 1,211 Uhr wurde hier ein etwa 5 Sekunden anhaltendes Erdbeben verspürt. Türen ttapperteu, leichi stehende Gegenstände gerieten ins Schwanken und verursachten Poltern. In einer Stallung sprang sämtliches Vieh auf und die Hühner flogen aus dem offenen Hühnerhaus auf die Straße. In einem anderen Haus erklang die Schlagspirale in dec Uhr. Zur Zeit des Bebens herrschte ein starker Sturm. Seit Menschengedenten hat man im Vogelsberg kein Erdbeben gespürt. M. Maulbach. Gestern abend um Voll Uhr wurde hier eine deutlich spürbare Erschütterung der Erde wahrgenommen. Unmittelbar aufeinander folgten vier kurze Stöße. Die Bewegung schien wellenartig zu verlaufen. Die Richtung, aus der'das Beben kam, konnte, nicht sicher festgestellt werden. Doch hat es den Anschein, als sei sie von Nord nach Süd verlaufen. tt Hochwaldhausen, 15. Nov. Gestern abend genau um 10.30 Uhr wurde hier eine ziemlich -starke Erderschütte- rung beobachtet, die von West nach Ost zu verlaufen schien. Obwohl die Bewegung, die als ein Beben empfunden wurde, nur vielleicht 30 Sekunden dauerte, rief sie doch eine gewisse Beunruhigung hervor. Schreiber dieser Zeilen erlebte das Erdbeben zu San Franzisko am-21 Oktober 1868. wi? Sn der vergangenen Donnerstagnacht um 7,11 Uhr wurde hier bei heftigem Sturm ein starkes Erd- beben verspürt, das etwa 15—20 Sekunden dauerte. Der Erdstoß war so stark, daß man das Gefühl hatte, im Bett hin un£ JF gewiegt 5" werden. Kleinere Gegenstände schwankten und Uhren blieben teilwerie. stehen. Der Schrecken über diese hier noch nie beobachtete Erscheinung war kein geringer. U f e n b 0 r n, 17. Nov. Gestern abend i/2ll Uhr wurde Ijter em deutlich wahrnehmbares, etwa 4 Sekunden anhaltendes Erdbeben verspürt. In den Häusern merkte map die Erschütterung, die von einem dumpfen Rollen be gleitet war. A Gedern, 16. Nov. Heute abend 10 Uhr 27 Min, erfolgte hier ein heftiger Erdstoß, der etwa-3—4 Sekunden anhielt. Es war eine schwankende Bewegung wahr zunehmen, Schränke, Tische, Oefen zitterten, Wände krachten und Zuglampen setzten sich in Schwingung n. In verschiedenen Häusern fielen Bilder und Vogelfänge von den Wänden und aus einem offenen Hühner stalle flüchteten die Hühner, die infolge des Erdbebens erwachten. Bad-Nauheim, 17. Nov. Auch hier wurde gestern, wenige Minuten vor 1/2H Uhr, in einigen Stadtteilen ein- Erdstoß verspürt, teils ganz schwach, teils auch etwas stärker, daß in vielen Häusern die Möbel unruhig wurden und sich von der Stelle bewegten, Uhren blieben stehen. Viele Leute, die bereits in tiefem Schlaf lagen, erzählen, daß sie durch die Erschütterung aufgeweckt worden sind. In anderen Stadtteilen wurden die Stöße nicht verspürt. Aus dem Reich. Reichelsheim, 16. Nov. Abends gegen Vsll Uhr wurden hier einige Erderschütterungen wahrgenommen. Die erdbeben- artigen Stöße waren an einzelnen Stellen so stark, daß Stühle ins Wanken kamen und Lichter umfielen. [] Marburg, 17. Nov. Das Erdbeben gestern abend brachte auch hier die Einwohner vielfach in Aufregung. Der 2—3 Sek. anhaltenden wellenförmigen Erschütterung ging ein leichtes unterirdisches Rollen voran. In einigen Wohnungen fielen Spiegel und Bilder von den Wänden. Fulda, 17. Nov. Auch hier wurde das Erdbeben um Voll Uhr, besonders im westlichen Stadtteil, in ziemlicher Stärke wahrgenommen. Erfurt, 17. Nov. Aus ganz Thüringen gehen Meldungen über das gestern abend bemerkte Erdbeben ein. Das seismo- graphische Institut in Jena stellt die Entfernung des Herdens aus 100 Kilometer fest. Auch in Magdeburg wurde abends ein leichter Erdstoß verspürt. Leipzig, 17. Nov. Das gestrige Erdbeben ist auch hier wahrgenommen worden, doch scheint es keinen Schaden angerichtet zu haben. Ebenso wurde in Plauen gestern abend um IOV2 Uhr ein Beben von IV2 Minuten Dauer verspürt, das die Richtung von West nach Ost hatte und von einem dumpfen Rollen begleitet war. Berlin, 17. Nov. Aus zahlreichen Gegenden, ganz Bayern, Württemberg, Tirol, aus Koburg, Metz, Belfort und B e s a n c 0 n laufen Meldungen über das gestrige Erdbeben ein. Nirgends wurde jedoch ein größerer Schaden dadurch angerichtet. In Sigmaringen spürte man nachts gegen 3 Ubr noch einen zweiten schwächeren Erdstoß von kurzer Tauer. Heidelberg, 16. Nov. Die Sternwarte auf dem Königs st uh l teilt mit: Um 10 Uhr 27 Min. wurde hier ein Erdbeben wahraenornrnen, daß 7 Sekunden andauerte. Tie stärkste Bewegung der Apparate hielt eine halbe Stunde an. In der Nacht wurden weitere sieben Stöße verspütt. An vielen Otten, so in Stuttgart, Konstanz, wurde ein kometenartiger Feuer- st r e i f am Himmel bemerkt. Dem Heidelberger „Tageblatt" wird von sachverständiger Seite mitgeteilt, daß das Naturereignis mit dieser Erscheinung, in keinem Zusammenhang steht. Stuttgart, 17. Nov. Wie hier, so ist auch in allen übrigen Teilen des Landes das Erdbeben sehr heftig aufgetreten. Von überall her laufen Nachrichten ein, daß Kamine von den Tüchern fielen, daß in den oberen Stockwerken der Häuser Risse entstanden, Möbel durcheinander geworfen wurden und Uhren stehen blieben. Tie Bevölkerung stürzte allenthalben erschreckt ins Freie. In Ebingen scharten sich etwa 500 Mann um Kreisfeuer, die im freien Felde an gezündet waren. Mehrfach ertönten die Kirchenglocken. Der Bahndamm zwischen Laut- l i n g e n und Ebingen ist gerissen und der Verkehr wirb ; durch Umsteigen aufrecht erhalten. In Lautlingen entffanb infolge des Erdbebens im Elektrizitätswerk der Witwe Haag durch Kurzschluß Feuer. Das Wohnhaus, die Mühle und das Elek- ; trizitcitswerk wurden vollständig eingeäschert. Nur das Vieh konnte gerettet werden. In Laufen an der Eyach stürzte in der Wirt- Ü schäft „Zum Lamm" die Decke ein. Auch sonst werden einige U Gibeleinstürze gemeldet. Personen sind nach den bisherigen Nachrichten nirgends zu Schaden gekommen. Bedeutender Schaden. Konstanz, 17. 91ob. Vom Münsterturm fielen bei dem Erdbeben große Steine herab. Die etwa vier Meter hohe Kreuzblume auf dem Münster zertrümmerte an zwei Stellen den Dachstuhl und fiel ebenfalls auf die Straße. Die Kolos salfigurder Germania auf dem Gebäre der Oberpostdirektion, die etwa fünf Meter hoch ist sei ca. 20 Zentner wiegt, sauste gleichfalls auf die ©irafet und zersprang in kleine Stücke, die sich teilweise tief in das 1 Straßenpflaster einbohrten. Der Reichsadler, der eine Flügelspannweite von etwa fünf Metern hat und etwa zehn Zentner wiegt, fiel ebenfalls ans die Straße. «Eine Dienst- magb wurde aus dem ersten Stockwerk heruntergeschleudert .. | und erheblich verletzt. Zahlreiche Dächer wurden zum Teil abgedeckt. — In Villiwgen fiel ein Stück des Kirchturms auf die Straße. :7t unter SN SS"*'S Att ist bisher " Honen W N -«•Ereil ssä esS Easse angegliAiri Lsür staatlich. an talt für staatlick "Hilke für rneiiliiii'cheu/ liegt, eine kleine den nohner, arme Geb, welichlin^verjuchen Me Gemeinde hert nm 9. August 58 H Familien mit 365 f mobiler - verloren ganze Habe bis auf las Gemeindehaus, Itinle, sind mit abg Die Wetterführung (eines Hauses zur 5 hohen Hochebene li nächsten Eisenbahn! sehr kostspielig und (eit einiger Zeil zu möchte am nächste eines W 0 hltälis Bevölkerung, die vc juchten Sizilianer herantreten, auch !ie an ichwer gesät tu gewahren. Der (ernern, zum ander in Blumenau ('Bro ** Kunstve mälde von Prof. R. Riemerschmid- Darmsladi und b1 ginalradierungen noch morgen, Sc Ausstellung wege! geschlossen. Glei eintrelcnde Mitz/i ihren Familien ftt äiiit ium KnM "Gtabttfig öes, erfolgreichen übi Ne es vielleicht i theaterdirektion eil Mater Norderney t * der sich lau Halt zu dieser Bo M bedarf es wohl Ehrung morgen ein L." Die gesl Platzmangels wege "Kolosseu! ""zahl hervorragen ^gesetzt eines gut, l[anim- dessen Besu Sechen kommen ...” Aom Tele Wti Telegraphen Milin vermehrt MjionsÄj Das Stammschloß des Kaisers arg beschädigt. H echingeu, 17. Nov. Das Erdbeben hat dem Stamm- schloß des Kaisers übel mitgespielt. Die Besatzungs- kornpaguie mußte die dort gelegene Kaserne verlassen und die Nacht auf dem Exerzierplatz im Freien zubringen. Viele Figuren im Schlosse wurden beschädigt. Die Turme zeigen große Risse. Aus hem Ausland. Bern. 17. Nov. In der ganzen Schweiz wurde das gestrige Erdbeben verspütt. In den Theatern von Bern und Zürich brach eine Panik aus. Die Besucher stürzten, die Fensterscheiben einschlagend, auf die Sttaße, mehrere wurden ohnmächtig. Paris, 19. Nov. Gestern abend 9 Uhr 20 Min. wurden in LuneVille, Langres, Vesoul, Epinal, Belfort und Pontparlier Erdstöße verspürt. Personen wurden nicht verletzt. Zlus Stadt und Land. Gießen, 18. November 1911. * * Tageskalender. Stadttheater: Sonntag abend 7*/3 Uhr: „Meyers". Konzertoerein: Chor- und Orckesterabend: Gedächtnisfeier iür Franz Liszt. Sonntag nachmittag 4V, Uhr im Neuen Stadttheater. JubiläumsfestderMethodistengemeinde. Sonntag nachmittag 31/, Uhr im Cafö Ebel. Kolosseum: Täglich Vorstellung. Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. A n l a g e m u s i k am Sonntag, vormittag 11V, Uhr, in der Süd°Anlage (bei gutem Wetter). Spielplan: 1. Niederländisches Tankgebet: von E. Kremser. 2. Ouvertüre zur Oper „Ascanio in Alba", von W. A. Mozart. 3. Türkischer Abendsegen und Auszug der Scharwache a. d. Oper „Khedive" von C. Faust. 4. Frisch, fromm, fröhlich, frei! Turnermarsch von W. Löber. (Zum ersten Atale.) * • * Ordensverleihung. Der Großherzog hat das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Verdienste^ dem Vizefeldwebel a. D. Karl Zinn, seither im Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, verliehen. * * Reichsbankstelle Gießen Zu unserer gefangen Nachricht der Reichsbank wird, uns mitaeteilt daß die Stadt nicht Neue Ai War Eck. D u de» 1 f*» Schi»n MV“ & hh filiert. ä arg oeiu/uv.: «e Eintritt frei! Tcr Vorstand. 698J ypein bestimmt. v" ES lobet 6öfL ein verbunden mit v-?' • Heb. Keater.yutüui «ool.L. will an- Üicuc Neue ttcuc Neue Neue .ferne VE Die Turme gelbe aeiv. Erbieu ganze grüne Crrbien aau-c «ugeitfc. Erbieu Bodueu und Linien aan-e u. gern. c^rünkeru sich an da» Oberhessifche Elektrizitätswerk lchließen. Abends Thcalcr- ^u,,uhrullg?u. Fr. Krüger. 2lniücrjiräfi»2Iadiriditcn. Hk Warburg, 17. Wor Zum Oberarzt der chirurgischen Rumr der biefigtn Universität wurde der Prrvatdozent für ttbirurgie und Dr. rneh Friedrich Hohmeier von bet Uni« oerfität ErcifSwald berufen angenommen. Unverheiratete, nicht unter 18 Jahre alte weibliche Personen mit mindesten- guter Volksschulbildung, die Neigung für diesen Dienst haben, können sich möglichst bald schriftlich beim Telegraphenamt melden. ** Der religionSwissen schaftliche Vertrag, ber am 29. November itattnnbcn sollte, ist mit Rücksicht ans die an diesem lag ftattfinbenbe Opernvorstcllung verlegt worden. LS. Zns.) Landkreis Giehen. — Großen-Buseck, 17. Noo. Zu dem Denkmal unseres verstorbenen ehemaligen Reichs- und LandStagS- abgeordneten Philipp Nöhler-LangSdorf sind hier 35,25 Mk. gesammelt worden. Dieser Betrag ist an Bürgermeister Roth in Bettenhausen abgeliefert worden. Hcsscn-Nassau. 0 Marburg, 17. Noo. Außer in Fronhausen ist jetzt auch in Niederweimar und Halsdorf die Maul- uud Klauenseuche ausgebrochen. DaS BeobachtungS- geluet ist auf Ertzknhauscn, Tamm, Lohra und Stedebach ausgedehnt. II Marburg, 17. Nov. Ein auf einem Jagdausflug begriffener junger Nimrod beincrkte gestern, als er auf der Landstraße am Cappeler Berg neben seinem Wagen stand, auf dem Felde einen Hasen, den er auch sofort niederknallte. In demselben Augenblicke rasten die Pferde die abschüssige Straße hinunter, rissen einige Bäume um und blieben erst stehen, als der Wagen total zertrümmert war. F. C. WicSba den, 17. Noo. Konservative, National- liberale, Zentrum und Freisinnige haben zu den am 20. d. M. slattfindendcn Stadtverordnetenwahlen auf eine Hein einsame Kandidatenliste sich geeinigt. Die Bc- amten sind mit einer eigenen Kandidatenliste hervorgetreten. Dieser Schritt trägt zu einer Zersplitterung bei, die der sozial- demolratischen Partei zugute kommen dürfte. Religionswissenschaft!, Vorträge Neue Aula der Universität. Mittwoch, den 22. November, abends 81/, Uhr: Professor Eck: Die Persönlichkeit Gottes. Mittwoch, den 6. Dezember, abends 81/, Uhr: Professor Schien: Modernes Christentum u. geschichtliche Ueberlieierung. Eintrittekarten zu 75 Pfg. für den einzelnen Vortrag, zu M Pfennigen nur für die Galerie in der J. Hicker’echen Buchhandlung Der Reinertrag ist zu gleichen Teilen für das Evange- luche Schwesternhaus in Giessen und den Hessischen Diakonie- hier im Gasthaus „Bum Ritter" ein Bortrag für tue Wendung der künstlichen Düngemittel statt. D. Burkhardsfelden, 17. Nov. Unser Crt HospizVmT mng. Schwesternhaus, leasen. toCanueeetr. 9. Heatern «J xSS W.® Gro ße n-Bu seck, 17. Nov. Am Montag abend findet n üViftfiMil Qum SJiHm-" «,h W . . > . . . £n_ k;. g Klein-Lind 8n= Gasthaus zur Deutschen rLiche. Sountag, den 19. November: (U902b « i,. : au* )cl unruhig !"gen, nic-. W tooiben t ke nicht versp^ Freidenker Vereinigung Hiessen. Montag, den 20. November, abends 81/, Uhr, im Saale des Hotel Einhorn OeffentL Vortrag* (mit Diskussion) von Prediger W. Klauke, Frankfurt a U. über: Die religiöse Krisis der Gegenwart Kreis Friedberg. B- Friedberg, 17. Nov. Zur Feier bc5 zehnjährigen Bestehens unterer Gewerbe-Akademie hat eine Anzahl Häuser Friedberg- geflaagt. Km Herbst 1901 gründete ein Direktor Schmidt die Akademie dahier. Tie Stadt stellte das Lokal, bie ehemalige Augustinerschule, und erweiterte die Räumlichkeiten durch Anbau von Baracken. Auch stellte sie einen Neubau in Aussicht. Vor einigen Jahren ging die Anstalt ganz in städli- «chen Betrieb über. Heute besuchen 160 Studierende die Schule. Tie Stadtverordnetenversammlung beschloß im November b. I., den zehnjährigen Stiftungstag durch einen Kommers zu feiern, zu dem sie die Dozenten und Studierenden der Anstalt cinlud. Heute bewegte sich um 8*/, Uhr vom Burghotel aus unter Vorantritt einer Militärkapelle ein Fackelzug durch unsere Stadt. Die vier Farben tragenden Verbindungen, sowie die anderen Techniker nahmen an ihm teil. Im Anschluß hatten die einzelnen Korporationen Kommerse. Vill Ufr | Tn Die Ä I 1° stark, daß $ ■ n Astern abend b -. I Mg Tn 2-3!■ >ln9 ein leichte- u* I Hungen sielen 3h I das Erdbeben ! ln runllichn Sn | gehen Meld^' :n ein. Tas Mng des beiden-'M cg wurde abends 1 Erdbeben ist auch M hnen Schaden Jen gchern abend 1 lauer verspürt, bckE einem dumpsen 4en Gegenden, zM aus K 0 burg, O düngen über das W I ein größaer Sch^W ?n spürte man n-W en Erdstoß von küiM DtmiiDark aus fcjy 7 Min. tvurde ha e<4 andauerte. Tie ita6.fl tinbe an. Jnba^J In vielen Orten, s» -.M inartiger Feui:« ibeöetger „TageblcW daß das MaturnagsH mmenhang steht. , so ist auch in dbl sehr heftig auf gürte® daß Kamine von ■ lerfen der Häuser SÄ in wurden und Uhll allenthalben erffc’- etwa 500 Mann J bet waren. Mehlt l :mm rwischen Sai* ' und btt Änsthr M auitvngen tnM der Witwe Ni fit Mühle und das M t. Nur da-Mtonr ad) stürzte in ba L- ich sonst werden ntz .ch den bisherigen xs den Bauolay zu einem neuen Bankgebaude gddxmft hat, sondern daß der Platz zu einem sogenannten FreunbschattSprme überlassen leorben ist unter der Bedingung, daß Glichen statt brr bisherigen Neicbsbanknebeustelle eine selbständige Bankstrlle erhält, brr u. a. 1 ;e Nebenstellen Wetzlar unb M arburg angeglicbcrt oder unterstellt werden sollen. 'Dieses Abkommen ist von der Zentralstelle der Reichsbank in Berlm, mit bet unsere Bürger meisterei im Einverständnis mit den Stadtverordneten verhandelt hatte, genehmigt loorben. hierüber regt sich in seiner aestrigen Nummer der Wetzlarer Anzeiger auf und verlangt, daß, wenn man schon an der Lahn ein«? >elbstandige Rcichsbankmllc schaffen will, daS nur in Wetzlar geschehen müsse. Das Blatt meint: Der ©auf, der den Laser verdient, kriegt ihn nicht. Nun, der Laser ist bisher in Gießen verdient worden, in welcher Stadt die Relchsbank im letzten Jahre einen Umsatz von mehr wie 300 Millionen Mark gemacht hat. Statt sich zu freuen, daß der Handel-- weit im -reise Wetzlar, dessen selbständige Reichsbankstelle bisher Koblenz war, eS bcxjuemer gemacht wird, wenn die Nachbarstabt Gießen nun auch eine Reichsbankstelle erhält, blickt man, rote dies schon wiederholt geschehen ist, mit Mißgunst und Neid auf den Fortschritt, den ließen macht. Wir sind der Ansicht, daß diese vcrabietzung der Stadt Gießen im Wetzlarer Anzeiger nicht im Sinne der Mehrheit der Wetzlarer Bevölkerung geschieht, denn diese haben im allgemeinen recht viel von den Gießenern, die gern nach Wetzlar gehen unb dort Geld ausgeben ♦* Staatliche Betrieb« f ran feit! affe. Um einer Beunruhigung der beteiligten Kreise entgegenzutreten, sind wir ,mitzuteilen ermächtigt, daß aus Anlaß deS Inkrafttretens der ReichsversicherungSordnunsi eine Aufhebung der staatlichen Betriebskrankenkasse für daS Großberzogtum Dessen und der dieser Sasse angegliederten lonitigen Wohliahriseinrtchtunacn (Medizinal, fasse für staatliche unb kommunale Unterbeamte und Versorgung-- anstatt für staatliche Arbeiter) nicht beabsichtigt ist. " Hille für Lus er». Im südlichsten Winkel TnolS, im Iricntint«lla.Tcutichcr»rau«:nvercin, Ortosruvve Gießen: E.Biermann. _ . OrtskraukenkaNc Gießen: Ä. Bolz. «äugenoncnfchart des cvaug. 'Arbeitervereins, E. G. m. b. H. erür den Aufilchtsrar Für den Vorstand: G. KrauSmuller. H. Doering. , Gemeinnützige Bange,ellfchaft, E. G. m. b. H. »Jur den Auistchtsrat: Für den Vorstand: A. Slhngfpor. H. Fourier. Eintritt frei. ~WX________D-__________Eintritt freL Kuverts mit Krma billigst vrühl'Iche Universitäts-Druckerei. R. Lange. Sieben )rau gesund. Nach Entfernung der Zigeunerin stiegen der Fraii doch Bedenken auf, sie lief ihr nach unb verlangte ihr Geld wieder. Erst mit Hilfe des Bürgermeisters gelang dieses. Tic Zigeunerin ließ man laufen. In der Nähe von Ziegenberg gelang es, sic einzuholen. Als die benachrichtigte Nauheimer Gendarmerie kam, roar die Frau mit ihrem Mann ausgerisscn und hatten Pferd, Wagen und fünf Kinder zurückgelassen. Dem überwachenden Polizeidiener hatte das Gesindel erklärt: „Sic müßten fort, um Geld zu verdienen!" Tas Pjerd mit Wagen und den fünf Kindern trabte nach Usingen zu, wo die .Eltern jedenfalls ihre Lieblinge wieder in Empfang nahmen. ^ägemehl von Nadelhotr, gut trockn, zum •streuen feor geeign» hei. billig.: 1124_______B. Rubn, Lollar. Hauspäue U5 Mk. ÄlcinijciHj|iiall6ol|3.2.)llit per Starren frei mc- ^auo. (7022 •J. WeHhöler XcL 743, Marburger Str. 31. Neue gelbe geich. (*? 5. von Warne AM JlJ von bis Selten günstiges Angebot. a18/n -.11 Gleiche Geschäfte inFried- berg, Mainz, Wiesbaden, Mannheim, München Gleiche Geschäfte InFrled- berg, Mainz, Wiesbaden Mannheim, München = Tanzmusik : im „Ostend“ N Von 3 Ausgabe der Rabatt-Spar-Marken heute Samstag, 18. November Samstag, 25. November A K O G Tapeten! Z Naturell-Tapeten v. 10 Pf. a. Gold-Tapeten „ 20 Pf.a. in d. schämt. u. ncucstcn Mustern. 9)L verl. kostcnfr. Muster b. Nr. 420. Gebrüder Ziegler, Lüneburg Abends Aufnahme bei elektrisch. Licht Genau wie Tageslicht. (Kein Blitzlicht.) 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K-: i w KOLOSSEUM Direktion: KARL OHS- Telephon 645 Telephon 645 Goltz Trio Eauilibristen auf rollender Kugel und Drathseil. Hete Tamara Verwandlungs-Tänzerin. Max Image Das „Sächsische Unikum". Bernhard Leszinsky genannt: „Bernhard singt noch eines". €L Walther Evolutionen auf sreistehend.Leiter- Paula Wacker Soubrette. The Darleys Komische Radfahrer. Paula u. Maxon Humoristisches Duett. Hose u. Melfort Englische Sand- und Holz!« Tänzer. tÄD8‘ Orkjinal-Paul Mokaschly-TrappG Grosze komische akrobatische Pan- tnmime„EinstdclesEcrangu^-- A. 2?2 .»iger "«• fragt» ersch fiesangvereiu Heiterkeit. Am Sonntag nachmittag gp Zusammenkunft bei Mitglied Schuler (Stadt Vich). Um zahlreiches Erscheinen bittet v18/n)__________Der Vorstand. Tanze-Musik 09507 morgen, Sonntag tieft. Äulke, Kaiscr-Mt Morgen Sonntag (0939 Großes Preiskegeln findet Sonntag, den 19. November 1911, von nachmittags 2 llbr ab, auf meiner Kegelbahn statt, wozu jedermann freundlichst eingeladen ist. 109502 Fritz Euler, Gastwirt, Hammstraße 15. ganz gleich in welcher Preislage, bei uns eine Aufnahme bestellt, ohne irgendeine Bedingung wie Kaufzwang von Rahmen usw. auch bei Postkarten-Aufnahmen. im daher im Jnb WSparkverein r sicherte. El b T-gend, den Wilf, Mß. Morgen- i W durch Vorvl Slete (äusamme SW üon Forst ^vergrößert iv Mete liegen, Zi^rdichnuclen i°chi'!cher Kultur e KL* meress, SLkWmei bl?efHnCl E?^n mit eiü*1 bewunde -,?uch im Sübe güre T« J11 Wittel- un 7 M Wunsch Maß !^ße 5 M.'^at fe&S" £ .?nb bi ’HttieJ, Wh chd Z e«tte : N) A’W) tu >q Q *nsl*it 1 ein , eine Vergrösserung seines eigenen Bildes 30x36 cm mit Karton ' Diese Gratisbeigabe eignet sich sehr für Weihnachtsgeschenke ———————— Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Samstag, den Nov. 1«N. nachmittags ck/- »or. . «Bolks-Vreise. Volks Prem-. Schiiler-Vorstellung Die Jnnijfrau von Orleans Ende nach 6 Uhr. 1 äitlt' Meyers Schwank in 3 M-n v°n 8llt» SnÄÄ6tn* eeeesee®»» Fabrikation alleiniges streng gewahrtes Geheimnis der Firma: H. UNDERBERG-ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestlt des Kaisers und Königs Wilhelm II. RHEINBERG (Rheinland). Searr Bitter. xSaäHt I] n ■ Fracnr Schublager fei PfilOO GIESSEN D E SyS D Ä Hk Mäusburg 12 Telephon 539 deutscher Luttflotten-Verein (Ortsgruppe Gießen) 3u dem am nächsten Montag, S'/i Uhr im grosten Höriaal des Kollegienhauses Ngrtl'Ng be§ statlfindenden -OUlllUI| Herrn Dr. Stuchtey sind unsere Mitglieder v. der Ortsgruppe Gießen des Hessischen Vereins für Luft- schinahrt eingeladen worden und werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. D18/u Der Vorsttzende stahl der Mona Lisa eine äußerst spannende aber doch lustige Geschichte. Oie MimUI to Eiikji großes fesselndes amerikanisches Drama. Die Furcht vor dem Schatten, Humoreske. Die Jungfrau, herrliche Naturaufnahme. ein kinematographisches Meisterwerk nach dem berühmten Drama von Victor Hugos. „Der Glöckner von Notre-Dame" ist unbestritten die größte Leistung Victor Hugos. Nur die Lichtbildkunst konnte dank seiner Hilfsquellen dieses Werk in ein Theaterstück umwandeln. Man sieht hier Künstler vereint spielen, die auf keiner Bühne zusammen arbeiten können. Wer Victor Hugos Schriften kennt, wird kaum versäumen sich dieses Kunstwerk anzusehen. Dieser Film wurde von der bekannten Firma Väths freres unter hervorragender Regie von Mitgliedern der Comedie Fran<;aise und der Pariser Oper geschaffen. Dies allein bürgt für die Güte Dauer der Vorführung ca. 1 Stunde. Ausserdem: Nie Winter u. der Dieb- Extra-Preise für üBtitor Sduii einlaohT J J B W® I Jj Wortmarke 17 826. Sache günstig. 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November 1911, 8 Uhr abends, in der alten -lula der Universität. Herr Hauptmann a. D. von N a m s a y : „Reise-Erlebniffe in Ost-Asrika". Eintritt auch Nichtmitglicdern gestattet. D13/u 3ur Deckung der Druck- und Saal-Unkosten Eintrittsgeld 30 Pfg. Mitglieder ncaen Bor',ci.u'n der Einlodiimiskai»en tret. Biograph Plockstraße 12 09525 Plockstraße 12 Her ülöckier