Erstes Blatt 161. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhessen Ur. 145 Erstes Blatt 161. Jahrgang Zreitag, 25. Juni 19U Ter Liehen» Anzeige, A MW Ve,ug«pret»: erscheint tagli*, außer MMMD ▼ ■ ▼ monatlick7LVl.,viertel- Sonntags. - Beilagen: Ä k A .A A. A. -A A, ▲ B A A A ▲ A fihdich -l’IL 2.20; durch vlvhvllvl 411 ivlUvl wirtschaftliche Seitfraoev ” W M ^F ■ ▼ ^F ▼ ■ ▼ ■ ^F ▼ ▼ W ^F CbclreDatteiir:$LQoe5. 7,ernsprech-Anschlüsse N M fl LJ ^crnniroortltd) für btn lür di« Redaktion )1S, wV^ V F politischen Teil: Tluaust -LLE" General-Anzeiger für Oberhessen ShSk ^d^^ag^uunn?,» Rotationsörud und Verlag der vrühl'schen llnio.-vuch- und Sleindruckerei R. Lange. Redaktion. Lrpedition und vruderei: Zchulftratze 7. Lan^:^Lveb^ür den bis vormittags 8 Uhr. Bübingen: Fernsprecher Nr. 50 Leschäslsftelle vahnhofstratze fba. Änzeigenuu: *t>. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Die Königsfrönung in England. iv. London, 22. Juni. Tic ganze 'Jlad)t vor bcm Krönungslagc hak London wenig Ruhe gesunden Als um 1 Uhr srüh eine Batterie im Hyde Park den Tag mit 21 Kanonenschüssen begrünte, herrschte in den Straßen bereit» ein rege» H'cben. Auf allen Bahnhöfen, aus und unter der Erde, quillt unaufhörlich eine bunte Menge. Tic Lager und Biwaks in den Part» sind bereits mobil; licrt, und die für die Absperrung bestimmten Truppen in der Stärke von >OOUO Mann jctzen sich in Marsch. Ter Polizeidiensk ist entsprechend verstärkt. An allen Zugängen, die aus die Feststraße führen, sind starke Holztore ausgcrichtet, um den Andrang der Menge aufzuhalten. Um 8',.. Uhr srüh ist die Feststraße gefüllt uuö abgcsperrt, und alle Tribünen sind besetzt. Auf dem Charing-v5roß war der Andrang der Menge so gewaltig, daß sie die Polizeikette durchbrach. Tod) gelang es den Beamleik, die Ordnung ohne Schwierigkeit aufrcchtzuerhalten. Ilm 8 Uhr setzte leichter Regen ein. Um ü'/r Uhr wurden die großen Pforten der Westminster Abtei geöffnet, und in glänzenden Staats la ross en begannen die Peers und Peeresse in ihren roten, mit Hermelin verbrämten Roben, die indischen Fürsten in ihren juiuelcngcfduiiüdlen tieivänbcrn und die anderen Krönnngsgäste einzutreffen Tic Wagen mit den fremden Fürstlichlekten fuhren ziemlich sd>ncll vorüber, zuerst eine Reihe von Landauern, feder von zwei braunen Pferden gezogen, deren reidjc Beschmüdung in Scharlach und Gold gehalten mar; bann folgten eine Anzahl von vierspännigen Equipagen. Tic Zuschauer bestrebten sich, die fürstlichen In- fassen zu erkennen, aber dies war meist unmöblich, außer wenn es sid) um besonders hervorstchende Persönlichkeiten handelte, wie die Prinzen vvii China und Cghvten und den Bertreter non Aethiopien. Mehrere Prinzen trugen über den Uniformen die Mäntel ihrer britischen Crbrn Ter deutsche Kronprinz, Prinz Heinrich von Preußen uno der Gio ß h c rz 0 g v o n H esse n hatleii die Roben der Ritter des Hosenbandordens angelegt. Um 9 Uhr waren alle Geladenen in der Abtei versammelt, um die Au tunst der Majestäten zu erwarten. Gegeti 9"-, 3 Uhr verließ der glanzende Zug'der fr cm den Fürst e u unb Vertreter den Buckingham-'Palast und begab sid) auf den Weg n a d) d e r W e st m i n ft er Abtei Tic Spitze des Zuges bildeten das Trompetcrkorps und die Musil der Leibgarden in ihren roten, reich mit Gold gestickten Uniformen und schwarzen Samtkappen. Ter Zug bestand aus 14 Staaiswagen mit Borreitcru und Poftillioiien in fcharlachnen Livreen. Tic Eskorte wird durch Royal Horfe-Guards in dunkelblauen Uniformen und Silbernen Müraffen gebildet. Um 10 Uhr verließ der Zug des P r i n z e n v o n W ales . der von Royal Horsc-Gnard» eskortiert wurde, den Palast. Ter Prinz wurde von der Menge lebhaft begrüßt. Um IO1/.. Uhr tündigte die Artillerie im Hydc Park burd) 21 Kanoneiischüsse an, daß der Ziig der Maie (täte ii fiel) in Bewegung setze. Au der Spitze des Zuge» marschierten m mittelalterlichen Kostümen die königlichen Sdiiffskuechte, hinter ihnen ritten die Adjutaiiten des Königs. Es folgten die Generäle, darunter die Feldmar fälle Sir Ivl n Hamilton und Sir John Freuch, alle in großer Uniform, in roten Waffen rocken mit fcdergeschmüdteil Hüten und ordengeschmückt Tie Hurrarufe begannen, als an der Spitze der löniglicheu Eskorte die Offiziere der fiibifd)cit Kavallerie norbcirittcn, uno sie wuchsen immer stärker an, sobald die große Staatskarosse der Majestäten mit ihren Lorreitcrn und Postillionen in Sicht tarn Tiefer Wagen, der ganz aus Gold nnt> Glas besteht, wurde von acht ijQbellcnforbcncn Pferden gezogen. Es folgte die Standarte, darauf Lord ttitchener, begleitet von dem Herzog und Prinz Arthur von Eonnaught. Prinz Ludwig von Battenberg, dein Herzog von Teck. Prinz Christian von Schleswig-Holstein, und eine glänzende Kavalkade von Adjutanten und Leibgarden. Alle Abteilungen des Krönungszuges wurden auf dem ganzen Wege mit lauten Zurufen begr Ü.ß t. Wäh» renb de» Borbeifahrens der ersten Abteilung regnete es und die Equipagen waren deshalb geschlossen Zn bcm Augenblick, wo die Equipage des Königs in die Mall einbog, hörte es zu regnen tuif und die Sonne begann zu scheinen. Ter Beifall schwoll so gewaltig an, als des Königs Equipage vorüberfuhr, daß er den Tonner des Salutschießens her Batterien im Hvdepar! übertönte Um 12 Uhr mittags haben die M a i est ä t c n die Abtei betreten. Ten Geistlichen folgten die großen Wiirdenträger des Hofs, denen Pagen die Kronen trugen, mit den Standarten Englands, Schottlands. Zrlands, des Bereinigten Königsreichs und denen des größeren Britanniens, die von früheren Bizekönigen unb Generalgouverneuren getragen wurden. Run erschien bie Königin, die große, 18 Fuß länge Schleppe von sechs jungen Mädchen, den schönsten des englischen Adels, getragen, bann bet König, dem Edel- leute mit den Regalien voranschritteii. König Georg selbst int Krönungsornat trug bie Halskette bcs Hosenbandordens unb das samtene StaatSbarett. Sein langer vuruurner, mit Hermelin besetzter Krönungsmantel wurde von acht Pagen getragen. Zu den Seiten des Königs gingen zwei Bischöfe unb die königliche Leibwache. Tic jugendlichen Stimmen der Schüler von Westminster begrüßten das Königspaar mit den traditionellen ßufen: „Bivat Regina, Vivat Rexl" Ehe der König unb die Königin die Thronscisei e nahmen, lnieten sie zum Gebet nieder. Tann folgte der cr|tc A l, der Krönung, die feierliche „Ancrlcn- n u ii g" des Königs. Ter E r z bischof von (Sauter- b ury, begleitet von dein Lordlanzler, dem Tord Groß- lammerer, dem Lord High Conetable verzog von Fifc, dem Earl-Marschall und dem Wappenkönig des .Hosenband ordcne, stellte den König dem versammelten Volk vor mit den Worten: ..Hier zeige idi Euch den K-nig Georg,T>en unzweifelhaften König dieses uomgreid)? Seid ihr alio, die ihr licryergckoinmen seid, um die Hu! bigung und eure Pflicht zu leisten, bereit, cs zu tun?" Eine Lroinpeteilfansare und Zurufe: „Gott schütze König Georg", vollzog bie Anerkennung Tann begann der reit giöse Teil der Zeremonie. Rach der Predigt trat der Erz i'ischof vor den Uönigyunb fragte ihn, ob er den K r ö - nungöcib leisten wolle. Ter König erhob sich, rnicie am Hochaltar nieder und leistete mit entblößtem Haupt den Eid auf die Bibel. Tann trat er vor den Krönung, stnhl König Eduard', über bcm die Lords Rosebery, Cade gan, Crewe unb Miuto einen Baldad)in hielten, unb der Erzbischof vollzog die Salbung, der sid) die Investi- tur mit den Insignien der iöniglid cn Madst anschloß. Mit den Symbolen seiner Macht beileidet, bestieg der König nun den Thron zur Krönung. Ter Erzbischof sprad) ein kurzes Gebet, die Krone mürbe in Prozession vom Altar gebracht unb der Erzbischof setzte sie dem König auf> Haupt. Zn demselben Auaeuvtick setzten alle Peers unb die Waffenlönige sich ihre Kronen auf, und die Bersamni hing brach in den lauten Ruf aus: „Gott schütze den König!" Trompeten schmetterten, die Kanonen des Towers und die Batterien in den Paris lösten Freudenfd)üsse, und alle Glocken der Stadt begannen zu läuten. Tic Zn schauer auf den an der Abtei errichteten Tribünen stimm ten die Hymne „God save thc King" an unb die ganze Whilehallstraße cniiang wurde der Gesang von der Menge aufgenommen Auf die Krönung folgte die Huldigung. Ter König, auf dem Haupt die Krone mit dem berühmten „Cullinan", saß auf bcm Throy, umgeben von ben Groß Würdenträgern bcs Reiches Als erster leistete der Prinz von Wales die Huldigung. Er nahm seine Krone ab, tnictc vor seinem Baker nieder bie übrigen Prinzen des kö niglichen Hauses knieten gleidzfalls unb leistete den Treueid. Ta rauf berührte er die Krone des Königs unb küßte ihn auf die Wange. Es folgten die übrigen Peers nach ihrem Range. Runmehr (chatt der Erzbischof von b c r b n r c r Pracht Ter Glanz der Roben des Adels, die Toiletten der Tarnen und bie vielen militärischen Hof uniformen, alles vereinigte sich zu einem eindrucksvollen Bild von uolllommcncr Schönheit Im Chor des südlichen Längsschiffes saßen die diplomatischen Korp:-. Gegenüber befanden iid) die Platze der fremden Fürstlichkeiten. Rack) dem Einzug der Mitglieder des Königshauses war bie Abtei bis auf den Raum vor bcm Altar völlig, gefüllt. Tas ganze Bild konnte keinen würdigeren Rahmen finden als die edle Archilettur der Abtei, bereu Wirkung durch keinerlei Ausschmückung beeinträchtigt wurde. Bewundernswert war die Leitung der Feier und bie Ordnung, mit der fielt alles vollzog. Jeder Teil des Altes kam >o zu voller Geltung. Tic mehrtach wiederholten Huidigungs rufe „God save King George" crtlangcn in buchstäblicher Einstimmigkeit wie von einem gut geschulten Korps. In würdevoller Weise entfaltete sich die Handlung der Krönung und der Huldigung. Sichtlicki bewegt war der König, als der Prinz von Wales als erster Peer des Reiches bic töulbiauug leistete. Er drückte feinem Sohne die Hand unb liißtc ihn. Als der tönigliche Zug die Abtei verließ, durchbrausten mächtige Hurras für die Königin, ben König unb ben Prinzen von Wales bic Kirche Eine ähnliche Begrüßung wurde ganz fpontan bcm deutschen Kronprinzen zuteil. Tie Spitze des K r o n u n g s u g c s mit d- n Mai, Hüten, dahinter in kurzen Abstanbcn der Prinz von Wales, bic anderen englischen Fürstlichkeiten, sowie bic ausländischen Fürstlichkeiten, erreichte kur zvor 3 Uhr den Bücking h a m Pala st. Wenige Minuten später, uadibem die Majestäten ausgestiegen waren, erschienen sie im Krönungsornat auf dem Ballon des Schlosses, von ber Menge mit brausendem Jubel begrüßt. Tic Truppen schlossen sich den Freuden tuudgebungeu der Menge an, indem sic ihre Waffen m der Lust schwenkten. Ttc Feierlian uen verliefen bisher, ohne daß die Polizei einzuschreiten brauchte Ter Am bulanzdienst und alle militärischen Borkehrungcn iunktio- nierten ausgezeichnet. Es ereigneten sich nur wenige machtsfälke. Ganz London war nachts feenhaft beleuchtet und alle SlCbtreile in ein Meer von Licht gctaudii. Tausendfältig erstrahlt bic Rose von England an den Fassaden von Klubs, großen Handclsinstitn'cn, öffentlichen Gebäuden, ber Bant von England, dem Mansionhauje und zahllosen Gebäuden der Stadt llcberall ist „God save the King" in fnntchibcn Lettern zu scheu, tibcrall sind Kronen und die Bildnisse der Majestäten in leuchtenden Linien uadi- gczogen. Ilm 10 Uhr wurden 2000 Freudenfeuer entzündet, die wie ein glänzende Geschmeide von Hügel zu Hügel ziehen. Wegen ungünstiger Witterung wurde bic Illumination der vor Spithead liegenden Flotte bis morgen verschoben. Berlin, 23. Juni Tic englische Molo ui c ber« anstaltctc gestern nachmittag aus Anlaß der Königskronung ein Gartenfest im Restaurattt HundeTchIc. Die Vorgänge im hanjabund. Ter „Nationalzeitung" zufolge richtete ber Borstanb des Bundes der Ind ustr ic11cu au den Hanfabnub anläßlich des Ausscheidens des Landrales a. D.'Rötger eine Kundgebuna, in der bcm P r ä j i b i u m des Hanf ab u n « des bas Bert raue n ausgesprochen tuirb. Auch von verschiedenen anderen Bereinigungen, unter anderem vom gcschäftsführctidcn Borstand des Landesverbandes und von der Ortsgruppe Mannheim sind beim Präsidium des Bundes BcrtrauenSkundgcbungeu eingegangen. Geheimrat R t e ß e r hat das Schreiben des Landrats Rötger folgendermaßen beantwortet: Sehr geehrter Herr Landrat! In Ihrem Geehrten hont 21. d. M. gehen Sie bavon ans, baß in den letzten Lagen ein Werbeausrut des Haniabundes erschienen sei, welcher ohne Zustimmung des Präsidiums einen wesentlichen Teil meiner uer • wnlichcn Austührungen auf dem Haniatage unzulässiger Weise wiederholt habe. Tcingcgciüibcr stelle ich zunächst for» mell fest, daß mir seitens des verstärkten Präsidiums ausdrücklich die Genehmigung zu derartigen Werbe- und Wahlfonds- Ausrufeu generell erteilt worden in. Sachlich aber iorbert jener Aufruf in Gemäßheit der Richtlinien des Hansabundes lediglich den Stow Di gegen die „Ueberaatarier", also speziell gegen den Bund der Landwirte, einen Kamps, den auch Sie Nets als Ziel des Haniabundes bezeichnet und immer auch Ihrerseits mit Entschiedenheit vertreten hatten. £>iernad) kann Ihr Austritt nur den Sinn haben, daß Sie letzt ans Gründen poli- tischee Taktil wünßZieii, daß der Hansabtind nicht mehr den saynngsmäßigen wirtschaitsvvl,tischen Kampf gegen die lieber» griffe des Bundes der Landwirte führe, sondern einen satzungs- widrigen Kampf gegen alles, was links steht, aufnehme. Ein solches Berfahren widerspricht nach meiner lieberjeugung in hohem Maße den dauernden Lebensinteressen des gesamten deutsche.! Gewerbestandes. Ter Hansabund wird, gestutzt auf die begeisterte Zummmnng weiter Kreise des denpchen Gewerbe- stände., fein Programm unbeirrt iortseven und durchführen, seine Aktionskraft und Geschlossenheit wird durch Ihren Schritt nicht gemindert. A'achdem Sie gestern Ihr Schreiben vom 21. d. M. der Tcffentlichkeit übergeben haben, bin ich genötigt, mit diesem meinem Schreiben in gleiche!. Weue zu verfahren. Der Ausstand der Seeleute. Amsterdam, 23. Juni. Gestern nacht trafen mit der Bahn etwa 30 deutsche .Seeleute ein und begaben sich nach dem Bureau der Eomvagnie Ronale Maritime. Tie Polizei richtete einen strengen Ordnungsdienst em, um Betastigunaen der Seeleute durch die Ausständigen zu verhindern. Bei der Ankunst aiu dein Bahnhof wurden die Teiitschen von den Ansstaiidlgeir ansaevusten. Tie Polizei inaa,te von der Waffe Gebrauch. Einige Personen wurden verletzt Auf dem Bahnhof erfolgte eine Verhaftung Rach einer Versammlung >er Seeleute veifuchten zweihundert Ausständische einen Zug zu bilden, wurden aber durch bic Polizei Daran gel indert Tic Seeleute bewarfen die Polizei nut Steinen, worauf oiefe blank zog Tru Seeleute wurden verletzt, zwei Verhaftungen vorgenoninicn. Rotterdam, 22. Juni. In Zusammenhang mit dem Ausstand der Seeleute ereigne: sich in Der letzten Nacht ein b c - deutlicher Z w if ch e nfal 1. Tie entlassene Mannschaft des Tarnpfers „Maas-Haven" erstieg den Tamp'er mit Hilfe einer Schaliivve und schlug die Türen des Maniischaftslogis ein, um die n i ii Ak ann schäft . n ihre Revolver gebrauchten, zogen sie iid) zurück Infolgedcsseir Hellte der Polizeikommii'ai allen Kapitänen, die den Wunsch äußerten, mit Karabinern bewaffnete Polizeibeamte zur Der- füginig. „ _ Southampton, 22. juiu. iie flauer haben cmit- Dic vi l b c i t aufgenomm cn. Tic White Star Line Hal den SeAeuten in Son'.hamvton die gleichen Bedingungen angeboten, ,vic in Liverpool angenommen worden sind. Ausland. Bei der Beratung des Marinebudgets erklärte Marineminister Telcaifä un französischen Senat, mit Dem Flotten- material i?unfcc cs nicht so, wie es sein müßü, aber seit zwei Jahren sei feine Zeit verloren worden und alle neueren großen Schiffe seien in den itano gesetzt, unter den besten Be liege die Sache weniger günstig, aber Die Uebcricgenheit der Unterseeboot, erlaube, mit Ruhe die Bolleiwung Des Flotten- vrojramms abzuwanei' Tr 2di;*'e der Tantonflanc, Die vom mu;:ariid Standpunkte aus ,.i Dm stärksten gehörten, müßten verband ausgenommen zu iDeroci Tas würde im August der Fall, und Dann die Lage sehr günstig sein. Tic Minister werden iirh bemühen, eine einheitliche Ausbildung der Seeoffiziere ticher- zustellen. Tie französische 1 a ni m c r l>at heute bei der Beratung der Wahlreform mit 311 gegen 223 Stimmen einen Zusatz anira i verworfen. Der Die Wahl Der ' ammcrmiiglifber aufgruno ovn Majoritätswahleit festietzen will. Tiefes Abstimmungsergebnis beamtet einen großen Erfolg der Aiihäiig.r Der Proportional wählen. Tic portugiesische konstituierende Berfa m in lung nahm du-ck, 3uruf einen Antrag an, in Dem sie Englan c als befreundete und verbündete Nation begrüßt und sich Der seinem Köniz erwiesenen Huldigung anschließt. •Jimf Meldungen, Die bei Der türkischen Rcgieruna aus den tiuaiets cmlic'cn, begannen die Jialifforen gestern mit Den Unterrorrri'.ngen. Langer nird i meidet. Dir in E l K s a r cina .rosfene spanische Tbcm Sylrestro habe dein stwnverneur mügeteih, daß er nunmehr bic gesamte Verwaltung der r t n b t, bic Scv= tunq beS Gesundheitswesens und bte Aufrechterhaltung ber Ordnung übernehme. Dieselbe Mitteilung habe er dem französtichen Haupttitantt Moreau gemacht, der sich in Bu Dena bei El Ksar befinde. Ties alles s.ueife, das; die Spanier die Besetzung von El Ksat keineswegs als provisorisch ansehen. ~ Deutscher Verein gegen den Mihbrauch geistiger Getränke. > Düsseldorf, 22. Juni. Unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder aus ganz Deutschland trat hier ui der Städtischen Tonhalle der Deutsche Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke zu ferner 28. Iahresversam in lung zusammen. Nach den üblichen Begrüßungsansprachen wurden bic Berichte zu dem Hauptthema Alkohol und Leistungsfähigkeit erstattet. Erster Redner war Geh. Mediziuatrat Prof. ,Dr. Tuczek (Marburg . Er stellte sich bic Aufgabe, die auf physiologischem und pathologischem Gebiet liegenden Ausgangspunkte der Untersuchung über die Wirkung des Alkoholgenusses aus den Orgatns- mus, die Wechselbeziehungen zwischen Alkoholgenuß und den körperlichen und geistigen Funktionen und deren Störung sowie die Rückwirkung des Genusses aus die Produktivität materieller und ideeller Werte darzulegen. Der Redner kommt zu dem Ergebnis: Die Leistungsfähigkeit bei geistiger und körperlicher Arbeit ist dauernd größer bei Enthaltung von Alkohol als bei Alkohol- genuß. Der durch alle Schichten der Bevölkerung verbreitete Älkoholmißbrauch bedeutet für die Nation eine Minderung der produktiven Kräfte und eine Mehrung der unproduktiven Ausgaben. Der Königliche Gewerbeinspektor Dr. iug. Denker behandelte unter Hinweis auf den medizinischen Vortrag lediglich den Einfluß des Alkohols auf die Leistungsfähigkeit der gewerblichen Arbeiter in Verbindung mit der eng damit verknüpften tfrage der Betriebssicherheit. Der Redner führte das Material an der Hand statistischer Tabellen vor und unterzog es einer eingehenden kritischen Untersuchung. Eingeleitet wurde die Tagung mit der 12. Jahresversammlung des Verbandes von Trinkerheilstätten des deutschen Sprachgebietes. Der Vorsitzende, Oberregierungsrat Falch t Stuttgart) hieß die Erschienenen willkommen. Nachdem Pastor Kruse (Lintortt den Geschäftsbericht erstattet hatte, sprach Dr. mcd. E o l l a , Leiter des Sanatoriums Buchheide bei Stettin, über „Trinkerbehandlung einst und jetzt". Den zweiten Vortrag hielt der Vorsteher der Anstalten zu Eckardtsheim Pastor Dietrich über „Ausgegebene Trinker". Neben den Verhandlungen sanden zwei geschlossene Konferenzen der in den Heilstätten tätigen Berussarbeiter statt. — Zur Förderung der Antialkoholbewegung unter den Frauen fand am Nachmittag eine besondere Frauenversammlung statt, in der Frau Laurentius (Düsseldorf) über die Frage sprach: „Was geht uns Frauen die Alkoholsrage an?" In einer am Abend stattgesundeuen Volksversammlung sprach Rektor Terbrüggen (Hamm) über: „Wahre Lebensfreude^._________________ Arrs Stsröt ntttO LattS. Gießen, 23, Juni 1911. * * Tageskalender für Freirag, 23. Juni. Alldeutscher Verband: Vortrag von Pros. Dr. Arndt - Frantfurr: Der deutsche Handel 1871—1911, abends 81,4 Uhr in Steins Garten. 'Akademischer Kursus für Jugendfürsorge. Abends 7 Uhr Vortrag im Hörsaal für psychische und nervös« Krankheiten l Frankfurter Straße 90,). *. * * Lehrerpersonalien. 11 ebertragen wurde dem Schulamtsaspirnnten Hch. Blitz aus Hering die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reckarhatisett, der Schulamtsaspirantin Eva 51 a i s e r aus Seligenstadt eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Froschhausen. " Das zweite Konzert unserer Negiments- kapelle in Steins Garten hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen. AIS besonders anziehende Kraft hatte man Erna Finke-Berlin, eine jugendliche Trompeten-Künstlerin, gewonnen, die sich des lebhaften Beifalles zu erfreuen hatte und sich mehrfach zu Zugaben bereit finden mußte. Die junge Künstlerin, von der Kapelle schmiegsam begleitet, handhabte ihr Instrument mit gutem Geschmack und erstaunlicher Fertigkeit und bewies auch bei den schwierigsten Stücken eine geläufige Sicherheit und Verve. Der übrige Spielplan, der abwechslungsreich und unterhaltend zusammengestellt war, wurde unter der festen, hingebenden Leitung des Ober-Musikmeisters Löb er sehr schön und exakt zum Vortrag gebracht. • * 2)er Tu rnv erein von 1846 feiert am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juli, sein 65jähriges Stiftungsfest durch einen Festkommers in der Turnhalle und ein Sommerse st im P h i l o s o p h e n w a l d. Bei ersterem wird einer außerordentlich stattlichen Anzahl von Jubilaren eine Ehrenurkunde für 25jährige Mitgliedschaft überreicht werden können. Bei dem Fest im Philosophenwald ist u. a. ein Schauturnen der gesamten aktiven Turner und ein Wettturnen der sich sehr günstig entwickelnden Schülerabteilung vorgesehen. ** Schülerwetturnen. Man schreibt uns: Der Männerturnverein hat in einer seiner letzten Sitzungen beschlossen, den „Jahnschild" wieder in diesem Sommer aus- kämpsen zu lassen und damit gleichzeitig wieder ein Schüler- wetturnen in derselben Weise wie im letzten Jahr zu ver- binden. Als Tag für die Veranstaltung wurde Sonntag, 16. Juli, bestimmt. Die Hebungen sind: Freiweitsprung, Steinstoßen, Klettern (für die Oberstufe: Klimmen) und Schnelllauf. Außerdem wird eine Freiübung als Pflichtübung vorgeschrieben. Geturnt wird in drei Altersstufen: Unterstufe -bis zu 14 Jahren, Mittelstufe von 14—16 Jahren und Oberstufe über 16 Jahren. An dem Wetturnen können Schuler aller hiesigen Schulen (Gymnasium, Oberrealschule, Realgymnasium und Stadtschule) teilnehmen. Anmeldungen werden am nächsten Samstag, 6 Uhr, in der Turnhalle des Realgymnasiums bei dem Schülerturnen entgegen- genommen. • • Evang. Arbeiterverein. Am kommenden Sonntag findet eine Besichtigung der neuen Jrrenanstal statt. (Näheres s. Inserat.) •* Neue kathol. Kirchengem einden. Der Groß Herzog hat am 8. April die Errichtung einer kath. Kirchengemeinde Arheilgen für den Bezirk der politischen Gemeinde Arheilgen und am 21. April die Errichtung einer selbständigen kath. Kirchengemeinde Hain gründ genehmigt. Landkreis Gießen. ? Allen do rf a. d. Lahn, 22. Juni. Endlich scheint man die richtigen Quellen zur Wasserleitung gefunden zu haben. Es ist noch einmal oberhalb des Dorfes ein Versuch gemacht worden und man hat bei 3 Meter Tiefe bereits so viel Wasser gefunden, wie unterhalb des Dorfes in 18 Meter Tiefe. Tas Wasser wird in einem Behälter gefaßt, durch Rohrleitung in den 18 Meter tiefen Brunnen und von hier aus mittelst Hochdruck in die Häuser geleitet. Die Kanalisation unterbleibt vorläufig, dagegen soll eine Unterführung de§ durch das Dorf fließenden Bächleins vorgenommen werden. Kreis Alsfeld. »j-- Vrauerschwend, 22. Juni. Der Landwirt Schuchardt von hier war gestern in seiner vom Orte etwas abseits gelegenen Sandgrube beschäftigt. Plötzlich löste sich eine große Menge Sandes und schlug dem Schuchardt so heftig auf den Kopf, daß der Mann eine Gehirnerschütterung erlitt. Andere Personen eilten herbei und trugen den Bewußt- osen nach seiner Wohnung. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe 'onntc nicht verhindert werden, daß der Bedauernswerte, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, heute sterben mußte. △ Lehnheim, 22. Juni. Landwirt Hch. Erb II. und seine Ehefrau begingen das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten wohnten bis 1870 in Paris, wo sie 1861 getraut wurden. Kreis Lauterbach. = uetzhausen, 22. Juni. Die am nördlichen Ausgang unseres Ortes über die Schlitz führende Stein brücke ist schon seit ihrer Erbauung das Schmerzenskind der Gemeinde. Alljährlich wird unser Ort nach dieser Seite oft wochenlang durch Hochwasser von jedem Verkehr abgeschnitten. Bei anhaltendem Regenwetter oder rascher Schneeschmelze können die ankommenden Wassermassen durch die engen Flutdurchlässe der Brücke nicht rasch genug abgeführt werden uxid ergießen sich weit über das anliegende Gelände, so daß die Straße nach Schlitz und der Zugang zur Bahnstation meterhoch unter Wasser gesetzt werden. Der einzige Verkehrsweg bleibt die hochgelegene Straße nach Salzschlirf. Um diesem unhaltbaren Zustande abzuhelfen, ist der Umbau dieser Brücke von der Kreisbehörde in die Wege geleitet. Gestern wurde eine Augenscheinnahme durch Kreisrat v. Bechtold und einigen Mitgliedern des Kreisausschusses vorgenommen. Kreis Schotten. st. Schotten, 22. Juni. In diesem Jahre wurde die dritte Teilstrecke der hiesigen Ortsdurchfahrt mit Ileinpflaster ausgeführt. Die Arbeiten an der Fahrbahn ind nun so weit gediehen, daß der Fuhrwerksverkehr wieder lngehindert ist. Die Sperrung hatte namentlich bei den Landwirten Unzufriedenheit hervorgerufen, da die Arbeiten gerade in die Heuernte fielen. Gleichzeitig läßt die Kreis- lraßenverivaltung die Kreisstraße Schotten—Raiurod ein» valzen. — Die Stadt kirche ist in ihrem Aeußeren sehr baufällig geworden, so daß ihre Herstellung mit einem Kostenaufwand von etwa 60 000 Mk. beschlossen werden mußte. Zur Aufbringung eines Teiles der Kosten ist eine Kirchenbaulotterie geplant. Zurzeit wird von einer Firma aus Mainz ein festes Gerüst um das Gebäude gestellt, damit mit den Renovierungsarbeiten begonnen werden kann. Kreis Friedberg. $ Friedberg, 22. Juni. Ter Vertretertag der Krieger kam er adsch ast Hafsia beginnt nächsten Samstag um 11 Uhr vormittags durch eitte Prä- idialfitzung im Hotel Trapp, um 6 Uhr ist eine Sitzung der Verbandsredner, um 9 Uhr nimmt der Kommers im Saalbau feinen Anfang. Die Vertreterversammlung beginnt Sonntag vormittag um Uhr int Saalbau. Mittags ist Konzert am Kriegerdenkmal. Nachmittag ist Besichtigung von Friedberg und Bad-Nauheim, abends Konzert und Tanz im Hotel Trapp. Eine Besichtigung der- Saalburg bildet Montag den Abschluß der Tagung. Ein Festausschuß läßt ich die Ausschmückung der Stadt zum Empfang der Gäste angelegen sein. x Bad-Nauheim, 22. Juni. Die heutigen Veranstaltungen der Kurverwaltung standen im Zeichen der englischen Krönungsfeierlichkeiten. Im Park und auf der Terrasse war große italienische Nacht von noch selten gesehener Pracht. Von der Terrasse aus bot sich dem Publikum, das reichen Beifall spendete, ein bezaubernder, feenhafter Anblick. Der Park war mit Menschen dicht gefüllt, aus der ganzen Umgebung waren ie herbeigeeilt, um sich am bunten Bild, das Tausende von Dichtern und Lampions in allen denkbaren Farben boten, zu erfreuen. Auf der Terrasse war wahrend der Beleuchtung Doppelkonzert der Kurkapelle und des Musikkorps des Feldartillerie-Regts. Nr. 25 aus Darmstadt mit besonders angepaßtem Programm. Im Konzerthaus erfreute sich ein Ball mit Blumenwalzer außerordentlicher Beteiligung. Die Militärkapelle spielte nachmittags am Golfplatz. — Auch heute wurden wieder die Fesselballons der Koblenzer Telegraphen-Abteilung, die bei Friedberg übt, gesichtet und vom Publikum mit großem Interesse beobachtet. Zahlreiche Kurgäste besuchten ben Uebungsplatz. Starlenburg und Rheinhessen^ rd. Darmstadt, 22. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde die Genehmigung erteilt, daß auf dem Grundstück der Techn. Hochschule eine Halle für kriegss technis che Sammlungen und ein Anbau zur Unterbringung von Papiermaschinen errichtet werden. Weiter wurde beschlossen, daß in Zukunft die Wirtschaftskonzessionsgesuche hinsichtlich der Bedürfnisfrage von einer Verwaltungsdeputation begutachtet werden, was eine bedeutende Ersparnis von Zeit und Schreibwerk ausmacht. Es wird vorgeschlagen, auch bei anderen Fragen ähnlich vorzugehen. rb. Darmstadt, 22. Juni. Bei der Kassenverwaltung des Landes-Zuchthauses Marieuschloß bei Rockenberg sind größere Unterschlagungen entdeckt worden, die die Verhaftung des Rechners Leichuer zur Folge hatten. Es war bei der unvermuteten Vornahme einer Revision der Bücher aufgesallen, daß eine Reihe größerer Firmen, die seit längerer Zeit eine Anzahl von Gefangenen beschäftigen, mit der Begleichung ihrer Verpflichtungen in ungewöhnlicher Weise im Rückstand blieben. Man forschte näher nach und da ergab sich, daß diese Firmen ihre Rechnungen prompt beglichen batten, der Rechner aber die Forderungen nicht gelöscht und die eingegangenen Gelder unterschlagen hatte, nach den bisherigen Ermittelungien etwa 12 000 Mark. Die von der Staatsanwaltschaft vorgenommene Untersuchung ergab die Richtigkeit der vermuteten Veruntreuungen: sie ordnete die sofortige Verhaftung des ungetreuen Rechners an, der auch bereits seine Verfehlungen eingestanden hat. w. Offenbach, 23. Juni. Der Tari svertrag für die Lederwarenindustrie wurde mit 1079 gegen 99 Stimmen bei ca. 500 Stimmenthaltungen angenommen, ebenso in Suttgart mit 180 gegen 36 Stimmen. in. Offenbach a. M., 22. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten bildete die Frage der Errichtung eines Theater neubau es auf dem städtischen Lagerplatz den Gegenstand einer längeren Besprechung. Es handelt sich um die Uebevlassung des städtischen Platzes in der Frankfurter Straße für einen Theaterneubau, der von privater Seite errichtet werden soll. Trotz mancher Bedenken gegen die Ueberlassung des Platzes stimmte die Versammlung grundsätzlich dem Antrag zu unter der Voraussetzung, daß der Zollverwaltung andere Lagerräume zur Verfügung gestellt werden können. Für die durch das Unwetter im Frankenland Geschädigten werden 500 Mk. bewilligt. Dein Theaterdirektor St ess ter- Hanau wird für die Winterspielzeit ein Zuschuß von 1200 Mark gewährt. Für die Erbauung eines Altersheims durch die Wilhelm Schramm-Stiftung soll d?.s hierzu erforderliche Gelände zum Taxationspreis von 2.50 Mk. für den Quadratmeter abgegeben werden. = Mainz, 22. Juni. Tie Vorarbeiten für das I a h r e s f e st des Hessischen G u st a v - A d o l f - V e r- einS in Mainz am 25. und 26. Juni sind beendet. Die Feier wird eingeleitet durch Choralmusik von dem Turm der Christuskirche und Glockengeläute aller evang. Kirchen. Vormittags finden in allen Vorortgemeinden FestgotteS- dienste statt. Die Festpredigten halten meist frühere ^Geistliche der Gemeinden. Es predigen in Kastel Pfarrer Schar- mann-Ober-Jngelheim, in Mombach Pfarrer Bechtolsheim e r-G i e ß e n, in Bretzenheim Pfarrer Beller-Wehlen, in Gonsenheim Professor Lampas-Friedberg, in Gu- stavsburg Professor Engel-Mainz, in Kostheim Tiv.-Psr. Tirsmeyer-Mainz, in Weisenau Div.-Pfr. Büttel-Schleswig. Jugendgottesdienste in den Vororten und ür der Christus- kirche schließen sich an; nachmittags ist im Saale der Stadt- haUe Evangelische Volksversammlung. Die Kirchengesangvereine der Stadt und der Vororte wirken, zu einem Gesamtchor vereinigt, mit. Geleitet wird die Versammlung vom Vorsitzenden des Hessischen Hauptvereins, Pfarrer Dingeldey-Darmstadt, begrüßt vom Senior der Mainzer Geistlichen, Geh. Kirchenrat D. Frohnhäuser; Ansprachen halten Universitätsprofessor D. Dr. Sch i a n - G i eß en: „Der Gustav-Adolf-Verein ein Tatbekenntnis zur evangelischen Wahrheit, und Pastor Rosenberg-Kempen-Posen: „Bilder aus der ostmärkischen Diaspora-Arbeit". Abends ist Festgottesdienst in der Christuskirche, ferner im Evangelischen Vereinshause gesellige Vereinigung mit Ansprachen und musikalischen Vorträgen. Am Montag ist öffentliche Versammlung in der Johanniskirche. Dort spricht Prof. D. Eger-Friedberg. Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Vereinshanse wird eine Rheinfahrt mit Sonderdampfer und Musik nach Oppenheim unternommen zum Besuch des Lutherhauses, der Katharinenkirche und der Landskrone. Dabei wird Geh. Kirchenrat D. Frohnhäuser über den .Schwedenkönig und dessen Rheinübergang sprechen. Kreis Wetzlar. ? Dutenhofen, 22. Juni, Heute abend um 81/., Uhr landete hier ein Luftballon in den „obersten Hecken" wischen Dutenhofen, Allendorf und Kinzenbach. Der Ballon war um x/26 Uhr in Wiesbaden aufgestiegen und landete nach dreistündiger Fahrt hier am Ufer der Lahn. Die Jn- assen waren vier Männer und eine Dame. Die Landung ging gut vonstatten, denn die noch im Felde beschäftigten Leute eilten herbei und halfen den Ballon zur Erde niederziehen. Schon nach einer halben Stunde konnte er an den )iefigcn Bahnhof gebracht werden. Hesfen-Naffau. ^.Weilburg, 22. Jun». Zur Anleitung der an ländlichen Fortbildungsschulen tätigen Volkschullehrer für die Erteilung des Unterrichts an diesen Schulen findet an der hiesigen Landwirtschaftlichen Schule unter Leitung des Prof. Kieniß-Gerloff vom 14. August bis 16. September ein Kursus statt. wandern und Reisen, Säver und Sommerfrischen. — Bad-Nauheim, 22. Juni. Viertes Künstler - Konzert. Tie gefeierte Koloratursängerin Eve Simonp von der Königl. Oper in Brüssel wird der Stern des Abends fein. Tie Dame war Gast der ersten Konzertsäle Deutschlands, wie Leipziger Gewandhaus, Frankfurter Museum, Wiesbadener Kurhaus; sie sang ferner mit ausgezeichnetem Erfolge im Kurhaus zu Scheveningen, in der Queens-Hall-London, sowie in vielen anderen großen Städten. Tie Leipz. Ztg. vom 9. Nov. 1909 sagt: Fräulein SimonhS selbst in schwindelnder Höhe reine und sichere Stimme erregte bei den Zuhörern Bewundlwung; wie Sterne glitzerten ihre Triller und Stakkatos. Auf vielfachen Wunsch gab die Künstlerin, die sehr gefeiert wurde, noch ein Stück Mozart zu. Bad Brückenau. Die fiele Zunahme der Frequenz veranlaßte die Staatsregierung, kurz vor Schluß, der vorjährigen Saison mit dem Batt eines neuen B a d e h a u s e s zu beginnen. Tas Badehaus, nach den Plänen des Hofoberbaurates Eugen Trollinger, München, ausgeführt, enthält Moorbadkabinen sowie Moorpack- und Massageraume in gediegenster Ausführung; ebenso eine Anzahl neue Stahlbadkabinen, eine Abteilung für Hydrotherapie unb elektr. Bad „Radiotherm". Anfang Mai ist die Anstalt dem Betrieb übergeben worden. Auch eine neue Wandel-- halle vom Kürgarten bis zur Wernarzer Quelle mit zwei großen eingebauten Pavillons wurde errichtet, was die Kurgäste mit Freuden begrüßen. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlaus der Witterung seit gestern früh: 2n§_ Hochdruckgebiet ist weiter ostwärts gewandert; unter seinem Einfluß werden mir hellte noch heiteres ivarmes Welter behalten. Im Nordwesteir und Süden liegt tiefer Truck. Voraussichtlich werden wir morgen in den Wirkungsbereich der über dem Mittelmeer lagernden Depression kommen. Welteraussichten in Hessen am Samstag dem 24. Juni 1911: Unbesiänig, warm, strichweise Gewitter und Regelt.______________ Verantwortlich für den politischen Teil i. 83.: R. Lang e. Letzte Nachrichten. Kiel, 23. Juni. Heute früh wurde die fünfte Teilstrecke des deutschen Rundfluges, Kiel—Lüneburg, angetreten. Um 4.02 stieg Büchner, 4.09 Lindpaintner, 4.10 Reichardt, 4.13 Thelen, 4.14 Schauenburg, 4.20 Vollmöller, j Thelen und Reichardt flogen ohne Fahrgast. Das Wetter war i regnerisch. Prinzessin Heinrich und Prinz Waldemar waren am I Start erschienen. London, 22. Juni. Tie Anzahl der Unfälle, die in dem gestrigen Gedränge vorgekoinmen sind, ist verhältnismäßig klein. Tie im .Hospital behandelten Falle sind in der Mehrzahl Ohmnachtsattfälle und solche hysterischer Art, die auf zu langes, Martert und Nahrungsmattgel zurückzuführen find. Schwerer ver-' letzt wurden zwei Damen eingeliefert, welche Beinbrüche erlitten haben, sowie ein kanadischer Offizier, der infolge Sturzes einen Schädelbruch davongetragen hat. Southampton, 22. Juni. Tie Union-Castle* Linie macht bekannt, daß ihre Seeleute, Heizer und Stewarte dte ihnen gestellten Bedingungen angenommen haben, sodaß der Ausstand auf dieser Linie beigelegt ist. Athen, 22. Juni. Prinzessin Alice, die Gemahlin des Prinzen AttdreaS von Griechenland, eine geborene Prtnzeiltn von Battenberg, ist von einer Tochter entbunden worden, Mutter und Kind befinden sich wohl. an den liiarftloubcn. 0501R gesucht. 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