Hreitag, 27. Ottober 19U 161. Mrgang Erstes Blatt gewesen sei, einen eigenen Kandidaten aufzuslellen. In Herrn Professor Urstadl habe man den Mann gefunden, der den Wahl- Die heutige Nummer umfatzt 14 Seiten. kreis Gießen-Wieseck in fortschrittlichem Geist vertreten werde. Tätig schrist: Gießen, 26. Oktober. XstoN®^11 Sfr'** iutf, t-Z der :bet habe, ent- Aus Hessen. Tie Landtagswahl in (Siegen. In Wieseck hat am gestrigen Donnerstag abend im Saale von Adam Ziegler eine von der Fortschrittlichen Volks- Var t e i einberufene Wählerversammlung stattgefunden, die von ungefähr 70 Personen aus Anhängern aller hier _ in Veracht kommenden Parteien besucht war. Herr Hanau -Ließen eröffnen die Versammlung und rotes daraus hin, wie die Foit- Kmittlidje Volkspartei, nachdem Die Einigungsversuche mit ocn Jiationalüberalen durch deren Schuld geicyeitert waren, genötigt unehrliche Politik vorwars, der sich Bastian wohl auch anschlösse. Tr. Osann rügte diesen Ausdruck und es entspann sich eine Aussprache über persönliche und politische Ehrlichkeit. Eines Miß- braiidi-5 des Gast rechts machte sich der Sozialdemokrat Tr. B o r n e- mann schuldig, indem er sich in stündiger Rede in scharfen persönlichen Ausfällen gegen Tr. Osann crg.-.ig. Ter Vorsitzende des jungliberalen Vereins Ritsert trat den Angriffen entgegen: auch Tr. Osann widerlegte die Anschuldigungen des Sozialdemokraten. Schule und Religionsunterricht. Ter Vorsitzende des Gießener Lehrervereins, Valentin Müller, bittet uns um Ausnahme folgender Zu- i jurV, meint n hat. zur Ordnung. Hr. 253 Ter Gießener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFamiltenblätter; iivcnnal ivecbenlLKtcis» dlattsürdenUreüSiehen tTienslag und Freitag); zweimal monail. Land- wirtschaftliche Aeitfragen Fenisprech - Anschlülse: lür die Redaktion 112, Verlag n. Expedition 51 Adresse für Tepeschen: Deutsches Reich. Der Bundesrat stimmte der Vorlage betreffend den Entwurf eines neuen statistischen Ware nverzeich- n i s s e s usw., der Vorlage betreffend die Vereinbarung eines einheitlichen Gebührensatzes für Weinuntersuchungeu und die Festlegung des Begriffs „hochwertiger Wein" und der Vorlage betreffend den börsenmäßigen Zeithandel in Getreide an der Protuktenbörse in Danzig zu. Ter Entwurf betr. die 5) andelsb eziehun g en zum britischen Reich ist dem Reichstage zugegangen. Durch den Entwurf wird die deutsche Regierung ermächtigt, das geltende Handelsprovisorium mit England aus die Tauer von 2 Jahren bis zum 31. Dezember 1013 zu verlängern. Tas gegenwärtige Provisorium läuft bekanntlich am 31. Dezember d. I. ab. Dem Entwurf ist eine erläuternde Denkschrift beigegeben, die ein Bild der gegenwärtigen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und England gibt. Ein neues B i t t s ch r i f t e n - V e r z e i ch n i s ist im Reichstage ausgegeben worden. Eine große Reihe von- Bittschristen bezieht sich auf das Versicherungsgesetz für A n g e ste l l t e; so bittet die Handelskammer in Gera die Errichtung von Werkpensionskassen auch nach Erlaß des Gesetzes als Ersatz für die Zwangsversicherung zuzulassen, weitere Wünsche gehen dahin, die Pensionskassen privater Verbände weiter zuzulassen, alle Bureauangeftellten dem Gesetze zu unterstellen und die Wahl von Frauen zu den Rentenausschüssen zuzulassen, alle Bureauangestellten dem Gesetze zu unterstellen und die Wahl von Frauen zu den Rentenausschüssen und Schiedsgerichten zuzulassen. Von sonstigen Bittschriften seien erwähnt: Erhöhung des Zolles auf baumwollene Fischernetze, Vorschläge zur Bekämpfung der Lebensmittel- teuerung, reichsgesetzliche intersnationale Regelung des Fremdenrechts uno Anerkennung der Aufsichtsbefugnis des Reiches über die in Preußen erfolgenden Ausweisungen^ Gewährung von Ro^'tandszulagen an die Altpensionäre, Bekämpfung des heimlichen Warenhandels, Einführung des Befähigungsnachweises in der Maßschneiderei, .gesetzliche Regelung des Auskunfts- und Prioatdetektivwesens, gesetzliche Regelung des Freibankwesens. Herr v. Bethmann-Hollweg scheint sein geliebtes Preußen immer mehr in Mißkredit bringen zu wollen, wenn folgende Meldung der „Franks. Ztg." bestätigt werden sollte. Nachdem der Termin für die Reichstagswahlen be- lanntgegeben ist, sei bereits eine Anweisung an die Landräte ergangen, worin diese zur „nachhaltigeren Orientierung" uoer icywcrwngende Angriffe gegen die Regierung in der Presse oder in Flugblättern, die auf die nächsten Reichstagswahlen einwirien tönnten, aufgefordert weroen, damit „,achliche" Erwiderungen gegeben werden tonnen. Tie Landräte sollen auch gleich Vorschläge über die Art der Erwioerung und Aufklärung machen. Eine solche Anordnung wäre unseres Erachtens so unklug und unpolitisch, da sie die Angriffe gegen die Regierung nur verschärfen würde, daß wir vorläusig an die Richtigkeit nicht glauben können. TerZentralausschußderFortschrittlichen Volkspartei, der aus den Reichstagsabg.ordneten, den Mitgliedern oes g^^ . tsführenden Ausschusses und aus etwa bu Delegierten der Bezirtsorganijationen besteht« ist Wie mir verschiedene Teilnehmer an der vom hiesigen Nationalliberalen Verein einbcruscnen Wählerversammlnng mitgeteilt haben, mußten die Ausführungen des Abgeordneten Tr. Osann bei uneingeweihten Zuhörern den Glauben erwecken, der Landtags- abgcordnele Hauptlehrec Bach- Mainz habe aus dem nationallibc- ralcit Parteitag in Darmstadt die Entfernung des Religionsunterrichtes von dem Lehrplan der Volksschule ^verlangt. Ta solche A-cnßerungen, wenn sic, nie im rorliegcncm Falle, osfentlich getan wurden, leicht geeignet sind, die deutsche Lehrerschaft und ihre Führer bei breitesten Schichten der Bevölkerung in falschem Lichte erscheinen zu lassen, habe ich mich sofort nach jener Versammlung an den Abg. Bach gewandt mit der Bitte, mir mitteilen zu wollen, was er in Darmstadt gesagt habe. Darauf erhielt ich denn and) sofort von ihm, was ich erwarten mußte, nämlich die Erklärung, daß er genau das Gegenteil verlangt habe. Er habe „ausdrücklich betont, daß wir den Religionsunterricht in den Volksschulen gar nicht entbehren könnten; einmal, weil er das wertvollste Kulturgut sei, das wir von unseren Voreltern überliefert bekommen hätten, und das mir der Nachwelt durch die Schule w eiter überliefern müßten; bann aber auch ivege n der ethischen M o - mente, d i e der R e l i g i o n s st o f f enthalte, und die uns iv e r t v o l l e, unentbehrliche Hilfsmittel bei der Erziehung der Jugend feien". Diese Mitteilungen Bachs stimmen denn auch überein mit einem mir vorliegenden Bericht des Mainzer Tagblatts (vom 9. Olt. > und, wenn ich mich recht erinnere, auch mit einem solchen des Gießener Anzeigers über den nationalliberalen Parteitag., Und sie stimmen — was für uns Lehrer die Hauptsache ist — überein mit den Forderungen und Entschließungen des Deutschen Lehr e-r Vereins und des Hessischen Landcs-Lehrervereins. Landtagskandidat Professor II r st ad t ergriff darauf das Wort, nm in etwa einstündiger Rede darzutun, wie er sich seine Tätig- Horen, haben b« n Grausamkeilw ;c. Der neue Heu •nber Direktor nut ;t viel zu tun, M m der Mona am icabsichligt er nun, in Eisenstangen in ■m Platz entfernt” f einer ingenwicn Ivie bisher oie Wenigen Znilüum rgeinäßam MM >as Pariser ZeM us bcirmnbcri, w em cinmen *cil Am Morgen Ä bin W» lob und Hiegel i °er *... •* ;>r^’ .. ^QTlbiflfp ?*• Witte iS auch das Gesetz vorschreibe. Was nun die Zustände selbst betreff?, so könne er mir sagen, daß unser Hessenland durchaus nicht mehr das fortschrittlich regierte Land sei, wie man das früher rühmen durste, denn kühner >vie je erhebe die Reaktion ihr Haupt. Diese Reaktion gehe von der Ersten Kammer der Stände aus, die ganz unter dem Einsluß seiner Hepligkeil von Worms stehe und der sich auch die Zwci.c Kammer gefügt habe, was nicht Wunder nehmen könne, da dort das Zentrum im Verein mit den Bauernbündl.rn und Nationalliberalen eine durchaus reaktionäre Mehrheit gebildet hätten. Zwar habe dieser Landtag an die Stelle des seitherigen indirekten Wahlrechts das direkte gesetzt, so daß die Abgeordneten jetzt auf geradem Weg zur Vordertür des Ständehauses hineinkämen, ohne wie früher dreimal ums Haus herummarschieren zu müssen, um endlich an) den Schultern der Wahlmänner zur Hintertür hineinbesördert zu werden; aber dieses bircitc Wahlrecht fei durch die der Ersten Kammer gemachten Zugeständnisse viel zu teuer erkauft. Dieser Ausgang sei hauptsächlich den 'Nationalliberalen zu danken, die durch die Vorschläge des Abgeordneten Glässing-Dannstadt das Ministerium Ewald gestützt hätten. Dann noch die Erschwerungen durch die Kantelen, die Zugabe des Pluralwahlrechts, sowie die einseitige Wahlkreiseinteilung, alles Tinge, die unsere Zustimmung und Billigung nicht finden könnten. Bei der Gemeindeordnung sei das Prinzip der Selbstverwaltung viel zu wenig berüsckichtigt worden. Tas bei der Wahl eines Bürgermeisters oder Beigeordneten her Regierung cingeräumtc Bestätigungsrecht sei durchaus überflüssig, man solle den durch das Venrauen seiner Mitbürger gewählten Beamten doch ruhig gewähren lassen. Begehe er eine ungesetzliche Handlung, so habe die Regierung Mittel genug, ihn am Ohr zu fassen. Die strengste Kritik fordere die seitherige Finanzwirlschaft heraus. So könne es nicht weiter gehen. Dabei sei es eine Tatsache, daß die Beamten und ihre Hinterbliebenen in einer harten 'Notlage sich befänden. Hier müsse geholfen werden. Kleine Mul:ln,en tönnten über die teure Zeit, in der die unteren Schichten des Volks besonders litten, auch die Landwirte, nicht hinwcghelsen. Beseitigung der Futtermittelzölle und der Einfuhr sa eine seien diiugend geboten. Wohl sei es möglich, neue Einnahmequellen zu schaffen. Seine Partei habe verschiedentlich vorgeschlagen: Revision des preußisch- hessischen Eisenbahnvertrags (2*,3 Million Mehreinnahmen), höhere Besteuerung der großen Einkommen, progressive Vermögens steuer und Einführung der Erbschaftssteuer. Doch müsse auch gespart werden. Tas könne geschehen, wenn man mehr Freiheit nach untenhin gewähre uuo die vielfach überflüssige Beaufsichtigung unterlasse. Für die bevorstehende Revision des Volksschulgesetzes steht der Kandidat auf dem Boden der Simultan- und Einheitsschule und werde niemals gegen eine rückschrittliche Revision zu haben sein. Tie seither durch indirekte Wahl gewählten Mitglieder der Landwirtschaftslammer, die zurzeit keineswegs im Sinn und Vorteil des kleinen Bauernstandes wirkten, müßten auf direkte Weise gewählt werden. In diesem Sinne glaube er, falls am 3. November seine Wahl als Landlagsabgeordueter erfolge, am besten das Vertrauen seiner Mitbürger zu rechtfertigen. (Beifall.) Nach einer Pause von 5 Minuten eröffnete der Rechner Berlin- Londorf die Aussprache, indem er ausführte, wie außerordentlich schwer manche Gemeinpen unter den Vorrechten der tast steuerfreien Sondergemarkungen zu leiden haben und gab der Hoffnung Ausdruck, es möge die fortschrittliche Volkspartci mit dazu beitragen, daß dieser alte Zopf beseitigt werde. Bahnhofsvorsteher Fiedler hebt hervor in längerer iXcoe die übcrycugungstrcucu, bestimmten Ausführungen des Kandidaten Urstadt nno empfiehlt dessen Wahl. Tie Stellung der fortschrittlichen Vollspartei zu den Arbeitern und zu der sozialdemokratischen Partei, wird von Privatdozent Tr. Vogt dahin gekennzeichnet, daß seine Partei von dem Staate in erster Linie Gerechtigkeit verlangt, aber nicht das Wohl eines einzigen Standes, sondern das Wohl des Ganzen zu fördern sucht. Diesen Gedanken führt Bahnhofsvorsteher Fiedler noch weiter aus, indem er das staatserhal'.ende Monteur der fortschrittlichen Vollspartei noch stärker unterstreicht. In dem Schlußwort spricht sich Professor Urstadt noch dahin aus, daß seine Partei kein Abkommen mit der Parteileitung der sozialdemokratischen Partei getroffen habe. Jete andere Angabe in di. er beruhe auf Unwahrheit. Darauf schloß der Vor ätzende d.e Versammlung. Aus dem Wahlkreis Ero'gen-lüiiden- Heuchelheim. wird uns berichtet: Am vorigen Tonnerstag sprach Bürgermeister Leun-Großen-Linden in einer Versammlung in Gambach über seine bisherige Tätigleit im Landtage. In eingehender Weise legte er dar, daß seither in Hessen zu wenig gespart worden sei. Durch kostspielige Bauweise von Staatsbauten usw. sei Hessen eine große Schuldenlast ausgehalst worden. Aus einen ihm von sozialdemokratischer Seite gemachten Vorwurf, er hätte sich vor 12 Jahren das Mandat erschlichen, erwiderte Herr Leun, das Gegenteil sei der Fall; die Sozialdemokratie hätte das Mandat vor lt> Jahren erschlichen. Damals wären von sozialdeinokr Seite, um die bürgerlichen Wachmänner zu tausche.:, 6 Wachmännern immen auf ihn Leun aölommandiert worden. Ta nun beim ersten Wahlgange eine absolute Mehrheit nicht vorhanden war, habe ein zweiter Wahlgang stattunden müssen. X)icr genügte die relative Mehrheit: es erhielten Crbig (Lo;.- 15, Bahr 14, Geißler 3 und Leun 1 stimme. x,ioig war somit gewacht. rtt,o läge die Erschleichung eines Mandates auf sozialdemotratischer Seite. Ein Vetsammluugskrieg in T arm st ad t. bs. Darmstadt, 27. Okt. In einer gestern abend ab- gehaltcnen Versammlung der nationalliberalen Partei fprach der Kandidat für den 3. Wahlkreis, Regierung-rat Bastian, dessen Ausführungen lebhafte.! y cif all lanoen. In der anschließenden Aussprache kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen den Nationalliberalen und einigen so- z i a l ö e m o t r a t e ii. — Als erster sprach der soz. Geg^mandcdat, ZhcDatieur Knobla uch, der der nationallioeralen Partei eine Die gespannte Lage in Tripolis. Die Italiener, die sich in ihren Hoffnungen, den Feldzug ht kurzer Zeit beendigen zu können, schon halb enttäuscht ohen, wollen jetzt die Verantwortung für ihr Abenteuer luf — Deutschland abladcn! Eine Notiz in diesem Sinne oeht fetzt durch die italienische Presse. Herr v. Kiderlen- Wächter habe die nationalpolitischc, durch die kl-erikalcn Interessen verstärkte Strömung in Italien in kluger Weise benutzt und dieses zu seinem Vorgehen in Tripolis veranlaßt. Linen klaren Beweis dafür sehen die italienischen Journa- .isten in der Tatsache, daß die deutsche Regierung in ihrer Politik gegenüber der Tripolis-Affäre vollständig von der Haltung der führenden deutschen Blätter ablveiche. Sic kommen zu dem Schluffe, bajj Deutschland glaube, wenn Italien Tripolis besitze, so sei dat^ft ein Keil zwischen Tunis und Aegypten und damit zwischen England und Frankreich getrieben. Um die Sache noch besser zu machen, vijb in türkischen Kreisen das Gerücht ijennngetragen, »s bestehe ein deutsch-italienischer Gcheimbuitd, der das Deutsche Reich unter gewissen Umständen verpflichte, Italien mit Truppen zu Hilfe zu kommen. All diese unsinnigeit und dreisten Verdrehungen werden schon dadurch wioerlegt, daß Italien, wie erst dieser : Tage im österreichischen 'Abgeordnetenhause amtlich dar- > gelegt worden ist, seine Treibundsgenossen über seine Ab- L rchten überhaupt nicht unterrichtet hatte. Auch dcr ucucstc italienische Bericht läßt ersehen, daß die Türken in Tripolis einen kräftigen Widerstand organisiert haben: Tripolis, 26. Okt. Tie Nacht vom 24. zum 25. Oktober verlief ruhig Gestern bemerkte ein Fltegcr an - rückende feindliche Streitkräfte, sowie andere, 15 Kilometer von den italienischen Vorposten entfernt lagernde Truppen. Sie wurden durch einen Aufklärnngsoffi- zier auf nicht weniger als 5 bis 6000 geschätzt. In der Oase von Tripolis, bOO Meter von der italienischen Verteidigungslinie, bemerkte man zahlreiche Bewas,nete, die jedoch nicht angrifseu. Tie Oase wurde darauf durch die l italienischen Kruppgeschütze und Schiffsgeschütze beschossen. — Die im Rücken der italienischen Stellungen befindliche Lase wurde von gefährlichen arabischen Elementen, die dort wohnten, gesäubert. Bei Rekognoszierungen auf dem Italic» ES nischen linken Flügel wurden über 300 von den Feinden zurückgelafsene Leichen gefunden. Man beschlagnahmte eine sehr große Zahl Waffen aller Art, alter und moderner Konstruktion, über eine Million Kartuschen, Waffen und Munitionsvorräte, die überall in Tripolis und in der Umgebung versteckt waren, in Häusern, Magazinen, Karawansereien, zwischen Waren und Getreidesäcken, in Kellern und in unterirdischen Brunnen. Die Durchsuchungen dauern fort. Schon jetzt darf die italienische Verbindungslinie als sicher betrachtet iverben. Die Araber dürfen nicht mehr frei passieren; die Ueberwachung ist überall sehr streng. Ein türkischer U n t e r hä n d l e r traf gestern bei dem ^Oberst Fara ein und verlangte die Rückgabe der türkischen Stellungen. Man antwortete, die Türken und Araber sollten kommen und sie nehmen. Es handelte sich sicher um einen Offizier, der ausgeschickt war, um unter diesem Vorwande die italienischen Linien zu besichtigen. Natürlich wurde er mit verbundenen Augen herein- und heransgeführt. Es ist n o ch . unmöglich, die i t a l i e n i s ch e n ,V e r l u st e genau auzugeben. Aber man kann sagen, daß sie niedriger sind, als vermutet wurde. Die Lage in H oms, Be n gh asi, Sema und Tobruk ist unverändert. In Benghafi ist die Ausschiffung aller Truppen und Materialien beendet,^ebenso in Terna; ulles geht regelmäßig weiter. Auch in Tobruk ist der .Gesundheitszustand sehr gut. Berlin, 27. Okt. Tie „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Wien: Tie „Wiener Allgemeine Zeitung" meldet aus Rom, daß man dort über den unerwarteten Widerst an d der A r a b er in Tripolis beunruhigt sei. Man hätte die Dauer des Feldzuges auf etwa zwei Monate veranschlagt und auf jeden Monat 200 Millionen Lire Kosten aerechnet. dttlumehr aber stelle sich heraus, daß an eine I o schnelle Beendigung nicht zu denken ist und die 400 Millionen Lire lange nicht ausrcichen werden, denn - jeden Tag brauchten die Italiener eine Ausgabe von 6 bis 7 Millionen Lire Kriegskosten. Tie Regierung sicht also den Zeitpunkt herannahen, wo sie größere Anleihen auf- nehmen muß. °^° N'bic 1)011* im o,!», 3« ............. Seneral-Anzeiger für Gberhefsen ~So°n Anzeigen Rotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stcinbruderet H. Lange. Nedaktion, Lrpedilion und Druckerei: Zchulstrahe 7. bis vormittags" s'üE vudingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosftrahe 16a. Bestbewährte Glühlampe 70% Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Durch die Elektrlzlintswerke und InataJlaUon»- geschnfle zu beziehen. 8^ Auertfesellschaft, Berlin 0.17 OSRAM auf den 12. November zu einer Tagung nach Berlin ieinherufen. Der bayerische Kammerpräsident D'r. v. Orter er gab int katholischen Kasino in München int Verlaufe einer Rede zur Wahlparole des Reichskanzlers folgende Stellungnahme des bayerischen Zentrums kund: „Im Neichstagswahlkreise werden wir mehr oder weniger allein stehen. Wir haben keine große Verlegenheit um eine Wahlparole. Der Reichskanzler hat im Reichstag ein Arbeitswahlprogramm aufgestellt. Aber so wichtig und bedeutsam die Worte des Reichskanzlers sind, man könnte ihnen gegenüber doch sagen, das; es sich um ein bißchen mehr handelt: Wir wollen Brot, aber auch noch anderes. Noch höhere Güter der Nation lind zu schützen, zu -bewahren und zu mehren. Wie es damit steht, hatte der Reichskanzler auch sagen können. De!m Derrn Reichskanzler ist ja doch die Aussprache über die päpstliche Enzyklika nicht fremd, auch nicht die Frage der Feuerbestattung und die Frage des Modernisteneides. Alles das mahnt doch sehr zur Vorsicht." . Tas bestätigt nochmals, daß der Reichskanzler mit feiner Wahlparole auch auf das Zentrum nicht rechnen kann. Tie Redaktion des ^Freien Volkes"-teilt dem „Berliner Tageblatt" folgenden ver t r auki ch en E r l a ß d es b atz- risch e n K r i e g s m i n i st e r i u m s an die b a y e r i s ch e n Reserveoffiziere mit: Ein Offizier eines-nicht bayerischen Kontingentes hat vor der StichwahlDas Entlassungsgesuch des gesamten Kabinetts Gautsch steht unmittelbar bevor. Man erwartet rin Uebergangsministermm unter dem bisherigen Unterrichtsminister Grafen Stuergkh. -Aus Petersburg )vird gemeldet: In der Bersandstelle des Amtes, in dem die Staatspapiere angefertigt werden, wurde ein großer Diebstahl entdeckt: 200000 neue Kreditbillette, die nach der Staatsbank gebracht werden sollten, sind gestohlen worden. Ajnf den Billetten fehlt die Unterschrift des Kassierers und des Direktors. 'Tie geswhl'enen ztreditbilletS wurden in dem dem Rauchzimmer nahen Kassengewölbe unter Schränken und Kisten ausgefunden. Es> fehlen nur 400 Rubel. Unter dem Verdacht des Diebstahls wurden süftt f G e l dz ä h l e r verhaftet. Die Vuchdruckertarifvechandlungen. Wie wir bereits mitteilten, begannen am 25. September Dis Tarifverhandlungen der deutschen tariftreuen Buch- druckerschaft. Am 7. Oktober erreichten sie ihren Abschluß. Mso fast 14 Tage gebrauchte man zur Neugestaltung eines Tarifs, dem die beiderseitigen Tariffunktionäre ihre Zustimmung -gaben. Dabei ist von morgens früh bis abends spät in Plenarsitzungen und mehrfach bis in die Nacht hinein in Kommissionssitzungen beraten worden. Um das zu verstehen, müssen wir etwas ausführlicher auf die'Organisation eingehen. Der Tarifgemeinschast -gehören 7659 Firmen in 2158 Orten und 64 031 Gehilfen an. Der Buchdrucktarif mit Kommentar (der auch als Gesetz gilt) stellt ein ziemlich dickes' Buch dar, in dem außer den Löhnen die Rechte urib Pflichten beider Parteien bis ins Kleinste aufgeführt sind. Die Darifperiode erstreckt sich über fünf Jahre. Vor Ablauf dieser Zeit wird der Tarif durchberaten und über Aenderungsanträge, die beiderseits von vier Kreisen bis 1. Juli des letzten Tarifjahres eingebracht Menden müssen, (ganz Deutschland- ist in 13 Kreise ein geteilt), beraten und abgestimmt. Die eingehenden und oft langwierigen Verhandlungen über Aenderungen einzelner Bestimmungen wollen wir hier nicht Vorbringen, sondern nur die wichtigsten, den Laien hauptsächlich interessierenden Lohn fragen. Außer einer allgemeinen Lohnerhöhung um etwa 10 Prozent hat eine Verkürzung der Arbeitszeit von wöchentlich.531/2 auf 53 Stunden stattgefundeu, sowie eine teilweise Erhöhung der Lokalzuschläge. Letztere sind z. B. -in Gießen, Marburg, Nauheim, Friedberg von 5 bzw. 6V3 aus ?V2 Prozent erhöht. Das Minimum des gewissen Geldes wurde erhöht für Neuausgelernte im ersten Oehilfenjcchr von 18 auf 19.50 Mk. 4- 7i/2 Proz., für Gießen ■= 20.96 Mk.; für Gehilfen bis 21 Jahre von 23 auf 25 Mk. 4- 71/2 Proz., für Gießen = 26.88 Mk.: für Gehilfen von 21—24 Jahren von 24 auf 26 .Mk. -s- 7y2 Proz., für Gießen = 27.95 Mk.; für Gehilfen über 24 Jahre von 25 auf 27.50 Mk. + 71/2 Proz., für Gießen ■= 29.56 Mk. Gehilfen, die 3 Mk. über das Minimum bekommen, nehmen an der Lohnerhöhung teil. Die an den Setzmaschinen beschäftigten .Gehilfen bekommen das örtliche Handsetzerminimum plus 25 Proz. Ausschlag. Ein Maschinensetzer über 24 Jahre bekommt als .Minimum für Gießen 36.96 Mk. Hierbei ist zu bemerken, daß die Setzzeit für letztere täglich von 7l/2 puf 8 Stunden erhöht wurde. Viele Orte haben -also nach diesen Aufstellungen- mit einem allgemeinen Lohnaufschlag bis zu 15 Proz. zu rechnen. Der Gehilfenschaft ist eine Lohnaufbesserung, namentlich in diesem Jahre, in dem manche Lebensmittel recht teuer sind, gewiß -zu gönnen. Es handelt sich aber nicht um eine Teuerungszulage -für das nächste Jahr, sondern um die Festlegung -der unteren Lohngrenze für die nächsten fünf Jahre. Da ist doch'die nächstliegende Frage: Sind die Arbeit- geber in der Lage, diese Mehrbelastung» aus den jetzigen Einkünften selbst zu tragen oder aber durch entsprechende Preiserhöhung hereinzubringen. Betrachten -wir zunächst die reinen Lohndruckereien. Bei der letzten Lohnregulierung vor fünf Jahren handelte es sich um eine Lohnerhöhung Don etwa 10 Proz., außerdem wirkte eine Materialverteue- rung außerordentlich preissteigend. Da die Preise für Drucksachen sehr schlecht waren, versuchte man sie durch die Her- misgabe eines Druckpreistarifs für ganz Deutschland auf die normale Hohe zu bringen, die einen entsprechenden Ber- inenlt gewährleiste. Daß dies nur in den wenigsten Fällen gelingen ist, steht heute fest, und welchen Verdienst die Lohudruckereicu abwerfen, können am besten die Steuer einschätzungskommissioiieii beurteilen, trotzdem sie oft genug noch eine geschminkte Darstellung bekommen. Wenn z. B. ein Gehilfe 30000 Mk. zur Verfügung hat, gründet damit eine Druckerei und hat einen Rohgewuin von 3000 Mark, so hat er noch keinen Pfennig verdient, denn 10 Proz. Abschreibungen muß er mindestens vornehmen, will er sich nicht selbst betrügen. In solchen Fallen wird meistens bei -der Steuererklärung gewiß noch eine Einnahme angegeben, schon, um nicht in Mißkredit zu kommen. Das ist eine große Selbsttäuschung, der die andere folgt oder schon vorausgcgangen ist, daß man glaubt, selbst bei den niedrigsten Preisen für eine Drucksache noch etwas zu verdienen. Derartige Existenzen werden von dem Drucksachen benötigenden Publiiüm, Behörden wie Privaten, häufig dazu benutzt, die Preise allgemein herabzudrücken; auch gibt es unter den Verlegern genug, die sich dieses Mittels gerne bedienen. Irgendwoher weiß man sich ein abnorm billiges Angebot zu verschaffen und versucht damit, die Preise der Konkurrenz herabzudrücken und macht dann meist noch eine saubere geschmackvolle Arbeit zur Bedingung. So ist es selbst den solidesten Firmen nicht möglich geworden, die im Preistarif sestgelegten Sätze durchweg auch nur annähernd zu erreichen Die bedeutend erhöhten Her- stellungskosten'siiid also nicht vorwiegend von den Bestellern, sondern zum größten Teil von den Druckereien getragen. Zu diesen uneinvriuglichen Mehrausgaben tritt nun iim nächsten Jahre die neue Lohnerhöhung. War es also in deii letzten fünf Tarif;ahren nicht möglich, die Lohnerhöhung von 1907 einzubringen, wie soll es da mit der neuen Erhöhung werden? Diese Belastung wird in den überwiegenden Fällen in voller Höhe durch die Druckereien getragen werden müssen, sie werden also von neuem belastet, und es ist zu befürchten, daß viele diese neue Belastungsprobe nicht aushalten wenden, wenn nicht ein ganz anderes Solidaritäts- gefühl platzgreift. Daß eine Qualitätsarbeit, auf die in den letzten Jahren von allen Seiten endlich wieder mehr Gewicht gelegt wird, bei so außerordentlich gedrückten Preisen schwer zu ermöglichen ist, oft direkt ausgeschaltet werben muß und so künstlich zutückgehalten wird, wollen wir hiev nur beiläufig erwähnen. Schleppen sich die wirtschaftlich Schwachen wirklich noch einige Jahre hin unter den jetzt herrschenden Konkurrenzverhältnissen, so findet in fünf Jahren sicher ein großes Aus kehr en statt. Dann wird die Gehilfenschaft mindestens einen Fonds von 12 Millionen Mark besitzen und schon vermöge dieses Besitzes eine neue Mehrforderung durchdrückeu. Die Preisschleuderer müssen dann von der Bildfläche verschwinden und erst danach, werden die Preise zu normaler Höhe gelangen ober ein Krieg zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wird unvermeidlich'. Also dem Lohntarif steht der Preistarif gegenüber. Die Löhne müssen in voller Höhe bezahlt werden, die Druckpreise dagegen werden nicht -gehalten, weil den meisten Druckern die Einsicht -oder das Rückgrat fehlt. Alle Bäcker nehmen für die Semmeln den gleichen Preis, aber Frachtbriefe, Postkarten, Paketadressen und dergleichen gebräuchliche Sachen kann man bei gleicher Papierqualität zu nicht zu erklärenden, voneinander abweichenden Preisen beckom- men. Während die Arbeitnehmer durch die begehende Lohnregulierung in ihrein Einkommen ständig fortschreiten, sind die Arbeitgeber infolge der jetzigen ungesunden Verhältnisse nicht imstande, Schritt zu hallen, sie bleiben weit zurück. Ein -anderer gefährlicher Punkt des Lohnlarifs ist die Festsetzung eines M i n d e st lohnes. Dem müßte naturgemäß auch -eine Mindestleistung gegenüberste'hen. Bei dem Emporschnellen der Löyue und den schlechten Preisen für Drucksachen ist es ganz selbstverständlich, daß die Mindestlöhne immer mehr N-ormallöhne werden müssen. Die Minderbegabten oder schlecht Ausgebildeten erhalten also unter Umständen mehr als sie zu verdienen imstande sind, während bis jetzt wenigstens jede Mehrleistung durch höhere Löhnung anerkannt wurde. Im Jahre 1910 wurden entlohnt : zum Minimum 35,6 Proz., über Minimum 61,5 Prozent, unter Minimum 1,7 Prozent. Es liegt daher im eigensten Interesse der Buchdruckereien, für eine möglichst gute Ausbildung der Lehrlinge zu sorgen. Aber auf diesem Gebiete wird auch durch die Gehilfenschaft viel gesündigt. Recht häufig komm- es vor, daß junge intelligente Leute vor diesem Berus graulich gemacht werden. Das Gespenst der Lungenkrankheit u. bergt, wird ihnen gezeigt, trotzdem es heute wohl la um einen gl eich gearteten Beruf gibt, für den in hygienischer Beziehung so' viel geboten wird- und in dem Die Sterblichkeitsziffer so zurück- gegangdn ist, wie bei den Buchdruckern. Auf der anderen Seite trifft aber auch die Buchdruckereien für den oft recht mangelhaften Nachwuchs die Schuld. Ist es nicht möglich, Leute mit besserer Schulbildung zu erhalten, dann muß eben dafür gesorgt werden, daß 'das vorhandene Lehrlings- material nachträglich gut unterrichtet wird. In dieser Beziehung soll man die Weiterbildung nicht den Fortbildungsschulen allein überlassen, sondern sich selbst helfen. Solche Selbsthilfe verursacht Mühe und auch Kosten, dafür wird aber auch der Erfolg befriedigend sein. Die Klagen über ungenügende Leistung .werden nur bann aufhören, wenn mit der Minimallöhnung auch wirklich eine Minimalleistung Hand in Hand geht. Und es ist wohl ohne weiteres klar, daß der intelligentere und besser ausgebildete Gehilfe auch der leistungsfähigere sein wird. Ein besser vorgebildeter Gehilfe toirb außerdem seine ganze Kraft dem Unternehmen widmen, er wird nicht mit der Arbeitsleistung zurückhalten wie es leider heute so häufig geschieht. Der Erfolg für chn wird ja dann ebenfalls nicht ausbleiben. Daß in dieser Beziehung heute nicht alles in Ordnung ist, geht wohl aus folgender bei den Tarifverhandlungen gehilfenseitig ab- aegebenen Erklärung hervor: „Die Verbandsleitung und die Gehilfenvertreter erklären, daß durch die offiziellen Organe der Tarifgemeinschaft der Gehilfenschaft kundge- aeben werden soll, daß ein eventuelles Zurückhalten mit der Leistung verurteilt werde, und daß die einzelnen Gehilfenfunktionäre verpflichtet sind, für erforderliche Gegenmaßnahmen zu sorgen." Im Zeitungswesen liegen die Verhältnisse ähnlich. Ganz große, gut rentierende Zeitungsunternehmungen werden die höhere Löhnung tragen können, die mittleren und kleineren Zeitungen werden sehr darunter zu leiden haben viele ganz kleine Zeitungen sowie unsolide Unternehmungen werden nicht fähig sein die neuen Lasten zu tragen. Dabei wird es den großen Unternehmungen am leichtesten die neue Belastung abzuwälzen, den mittleren ist es nicht oder nur unvollkommen und den kleinen meistens überbauet ** In der „Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde" begann gestern abend Dr. Kurt Wegener (Göttingen) dje Vortragsreihe mit einem Bericht über Samoa. Diese Inselgruppe besteht im wesentlichen aus vier Inseln: Sawaii, Upolu, Dutuila und Manna. Davon I 0. Ortenberg Izckofskii für den befa »volle fünf Tage M 'bilden, Kinemaiograp vkignugunacn in all« in ausgiebigster Wei BichmarstS einigen in anderem dem Pi i. Wenings, Menen Sommer t .bemerklich, da die Dori Tas Wasser mußte d. it(innen ivtit Her gcf, cufbet durfte nadj ei'i fcurd) ßrbcuung einer bdfer, ba in bet eit A Unlerhaudlung mit i Muss einer Quelle, ju zerschlagen, da man fann. sollte naiv , -Ulrichstein Mi am 1. 9loüei ^biläum als Reck kuacn, Rebgeshain' Mitein und Feldki Asahre, daß er an d K^Mererzilvei sich durch jeme rege ganzen Kassenbezi Gedern, 26. Q ^agelsberger S Msommer nächsten^ Siifih -Sw im August 12 962 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 86 000 Mk. = 0,67 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 61668 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 1 773 000 Mk. -= 2,96 Proz.; für die Preußisch-Hessische Eisenbahngemeinschaft: im August 1911 194 756 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 11 169 000 Mk. = 6,08 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 910 127 000 Mk. ober gegen das Vorjahr mehr 59 644 000 Mk. — 7,01 Proz. Wd b"k >Zigen begeb n. Ms rt erfaßt und übkch ♦* Warnung. irOiimna “ ßmlritl vcc Dunkelt) Mlomobil gar nicht Tie Lchutz'nannfchast schlungen streng zu an zeigen vorzugehen. " Betrüger. Stabten ein Betrüger- sich von Kaufleuten 2 Men ließ und dan Ü’iann ist 18—19 Ja nicht ausgeschlossen, i MZHalb Vorsicht geb, " Die Besuch - austalt sind täglic nicht möglich. Abgesehen von- manchen sogenannten Generalanzeigern haben viele leichtfertige Neugründungen, das frühere solide Geschäftsgebaren der Zeitungen außerordentlich beeinträchtigt. Ein Schlaglicht auf bie Gewinne der Zeitungsunternehmungen werfen die Veröffentlichungen der Dividenden von Zeitungs-Aktiengesellschaften im „Zeitungsverlag". Danach haben von 54 Gesellschaften nur 11 Firmen 10% und mehr verteilt, 17 von 5 9%, 10 unter 5% und 16 0%. . , Das ist gewiß kein glänzendes Bild unb wir werden in den nächsten Jahren noch von manchem eingeschlafenen Zeitungsuntemehmen hören, oder vielleicht auch von der milderen Form der Verschmelzungen. rrn n TMcil hfe bie fern K-fiWs sind bie beiden -ersten deutsch, währenb die zuletztgenannten Amerika gehören. Die frühere B^eichnung „Schifferinseln" ist ganz außer Gebvaulch sgekommen und beruhte wohl auf einer Verwechselung mit den -benachbarten Tonga-Inseln, die früher „Freundschaftsinseln" genannt wurden. Während nämlich die Tongauer die geschicktesten Schiffer abgeben, beschäftigt sich der Samoaner nur insoweit mit dem- Meere, als ihm der Fischfang und die Lust am Wassersport als unumgänglich notwendig erscheinen läßt. Dagegen ist die Gasffreundschaft auf Samoa in solch ausgedehntem Mäße zuhause, daß sie auch vor dem hilfsbedürftigen Feinde nicht Halt macht. Verdankten doch bei dem «roßen Taifune^ der im Hafen von Apia der deutschen unfr amerikanischen Flotte je drei Kriegsschiffe vernichtete, viele der Geretteten nur der Hilfeleistung der wenige Tage vorher von ihnen noch beschossenen Samoaner ihr Leben. Diese haben die Weißen stets gern aufgenommen, haben es jedoch verstanden, sich ihre wirtschaftliche Selbständigkeit zu wahren. Sie arbeiten, aber nur für sich und ihre Familie, nicht in fremdem Solde. Zur Bewirtschaftung des reichen Bodens müssen deshalb chinesische Landarbeiter herbeige^geu werden, nachdem die Neu-Guinea-Eomp. es abgelehnt hat, der „Deut-e scheu Handels- und Plantagen-Gesellschaft" von ihren eignen Arbeitern abzugeben. Der Hauptaussuhrartikel ist i ^Erzeugnis der Kokospalme, die Kopra; daneben kommen noch Kakao, AabaT und Guttapercha in Betracht. Trotzdem Klima W den heißesten der Erde zählt, macht sich die Hitze doch nicht so ehr fühlbar, weil sie durch den harschen- > den Sudostpassat erheblich herabgemildert toirb. Die täg- ^ «-^^bnmenge ist eine ganz bedeutende (2500—4500 ftufiilienämeter). Darnach herrscht in Samoa fast an- | dauernd schönes Wetter, weil der Regen in ungeheuren Güssen in ganz kurzer Zeit herunterstürzt. Dadurch schwel- ^.u dw kurzen Flußlaufe im Nu zu reißenden Strömen an, die unpassierbar sind. Nach einigen Sttinden kann man jedoch , re<^nen' daß die Wassermassen sich I oUTl? das Flußbett wieder als Straße des Landes verwendbar ist. Die Vegetation d^r reichlichen Bewässerung fast überall den tropischen Regenwaldes, der mit seinem Ge- eden Aus^un?^/u und Zweigen im Innern des Landes reden Ans- und -----ch macht und damit der Aus Stabt und Lund. Gießen, 27. Oktober 1911. 2lus der Sitzung der Stadtverordneten. Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten besckstiftigte sich zunächst mit lauter Kleinkram, sozusagen Verwaltungs- augelegenheiteu und es wird gewiß von allen beteiligten- mit Befriedigung empfunden werden, daß bei einigen der verhandelten Gegenstände beschlosseii wurde, in Zukunft die Verwaltung allein darüber entscheiden zu lassen. Damit wird nicht allein die Stadtverordnetenversammlung entlastet, sondern es wird auch vianche Angelegenheit schneller entschieden werden können. Nur der letzte in der öffentlichen Sitzung verhandelte Gegenstand rief größeres Interesse hervor. Es ist der Bürgermeisterei gelungen, mit hiesigen Kartoffelhändlern ein Abkommen zu treffen, wonach sich diese verpflichten, bei Bestellung durch die Bürgermeisterei den Zentner Kartoffeln für 3,50 bis 4 M. zu liefern. Die ausgedehnte Besprechung über diesen Gegenstand hatte hauptsächlich das Ziel, über diesen Vorschlag hinaus billigen Kartoffelbezug zu ermöglichen, namentlich für die Mnehmer kleinerer Mengen als die in dem W- kommen genannten 4 Zentner. Mit dem. Vorschlag selbst war die Versammlung einverstanden. ** Tageskalender für Freitag, 27. Okt. Stadt- t Heater: „Der Pfarrer von Kirchfeld". Anfang 8 Uhr. Leipziger Handlungsgehilfenverband. Oesf. Vortrag von Geschäftsführer D c 11 i n g e r ans Mannheim: Sozialpolitische Zeitfragen. .Abends 9 Uhr im „Großherzog von Hessen" » ** Die Hessische Landes-Hypothekenbank gibL bekannt, daß sie in Aenderung^der bisher gültig gewesenen Darlehensbedingungen den Satz der Geldbeschaffungskosten mit Wirkung für die vom 1. Nov. 1911 ab bei ihr eingehenden .Anträge auf Gewährung von Hypothek- und Kommunal-Darlehen bis auf weiteres auf V/4 Prozent festgesetzt hat. ** Zwei bedeutsame Beschlüsse wurden gestern in der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten gefaßt. Stadtv. Geh. Justizrat Schäfer wurde (anstelle des verstorbenen Kommerzienrats Georgi) zum unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen gewählt. Weiter wurde Geh. Justizrat Dr. Gut fleisch in Anbetracht seiner vielen und großen Verdienste um die Stadt Gießen einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. Mit dieser Ernennung des alten verdienten Stadtverordneten und langjährigen Vertreter der Stadt Gießen im hessischen- Landtag ehrt die Stadt rftcht nur den damit Geehrten, funbem auch sich selbst. **DieVerkehrseinnahmenansdcmPersonen- und' Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung: für die Eisenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz: ld. ßho&tt i9i| ordneten. vissA V Mir. S "chen. Dar- Sammlung ent. Weit schnelle ? der ö^J Ujjew 3ntr. ei gelungen, bu I ? treffen, t*. 'N bis 4 grB fe* diesen Geg^. Men Vorschla- JW namenllir ' die in dem K. n Vorschlag jeU Wen im dvn 5^9 ;• >vir iyf'. W?Sl J-.Dtt. Stadt- Anfang 8 Uhr. i Verb and. vcsi. us Mannheim: Soll „Grvbhnzog vn! thekenbank gitl tltig gemsenen Dai4 -ailungslosieif bei ihr einaehmdn Kommunal-Darlcha ißt hat. s s e wurden gestern verordneten gefaßt ? (anstelle des Dtr- unbesoldeten t gewühlt. Weiler sch in Anbetrcbt i die Stadt Gießen :nt Mit dieser Er- irdneten und lang- hesMflr Ämdtaz Myrten, sondern bcm^tqonw ’Wxa. FesNlckM a. M. und Mamn das Vorjahr nutz m Beginn des Re-' . das Vorjahr m» Msch-bcssische Sil» 5000 M. oder gem 8 Proz., in der 8r- 000 M. oder gtgti L Proz. Erd- und Völ- r. Kurt Wegener einem Bericht über m wesentliche M- nd Manna. Davor, die zuletztgenawM nra „Ählfferm b beruhte wW :rten Tong°-3nM intt wurden, lkteftn Äffer a? ir insoweit rm* iuft am Wassers^ rstigen Feinde ^ „großen W uiw' ainenkanl^ AderGere^' -vorher vonlhw- Diese habens -s i^L f ui wahren. dnt^ ®Vü=d ««15 p )ie WM z, Bekanntmachung. Mittwoch, den 1. November 1911, mittags 2 Uhr, soll drr Gemeinde-Bulle zum Schlachten öffentlich meistbietend versteigert werden. 6603 Grüningen, den 26. Oktober 1911. Großh, Bürgermeisterei Grüningen. I. V.: LZHeim, Beigeordneter. ordern Sie Bekanntmachung beim Einkauf von Margarine nur diese Marken, sie bieten Ihnen volle Gewähr für feinste Qualität und einwandfreie Beschaffenheit: Alois Staudt in Gießen. Gießen, den 25. Oktober 1911. Großherzogliches Amtsgericht. Märkte. A Homberg n. d. Ohm, 25. C(t. Unser heutiger „Kalt- Mail l" batte eine außergewöhnlich starke Auffahrt an Schweinen; cs wögen nahezu lOOd Sluck aukjciricbeu gewesen sein. Infolge dieses 'Augevot«) und der zurzeit sehr niedrigen Preise wa r de Handel so schleppend, daß fast die Halste des Austriebs nuverkauf blieb. Alan kaufte nur die stärkeren Ferkel, die Ciulegeschweine, für die man für das Paar 50-6')-70 Dlk. bezahlte; geringere (o|telcn das Paar 8O—4U—5O Alk., ja man konnte Ferkel für lu Alk. das Stück kaufen. § Ruppertenrod, 26. Okt. Schlechtes Wetter begleitete unseren heutigen H e r b st m a r k t. Ter Lchwememarkt hatte eine Anfahrt von über 30'.) Inngschweinen. Ter Handel stockte trotz sehr niedriger Preise. Tas Paar Ferkel ivurde verkauft für 20—25 Alk., 2.—30 Alk., 3i —35 Mk. Ter Krämermarkt hatte in Hinsicht des vorangegaugenen schönen GallusmarkteS nicht geringen Besuch aufzuiveifen. le. Wiesbaden, 26. Cft. H e u- und Stroh markt. Angeiahren waren 81 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Veli U.GO—ll.ou Alk., Stroh (Richtsiroh) 4.60—6.00 Alk. — F r u chtmark t. Hafer 18.50—10.00 Alk. Alles für 100 Kilo. Vermischtes. ♦ lieber den verstorbenen Herzog von Devonshire erzählte Lord Midleton während einer politischen Rede, die er in Guildford hielt, folgende Anekdote: Einstmals sagte der In das Handelsregister 2Ibt. A wurde neu eingetragen: 1. Die Firma Baß & Landesmann, Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Eier- und Bnttergroßhandlung. Inhaber: Heinrich Baß und Max Landesmann, Kaufleute in Gießen. 2. Tie Firma Alois Staudt in Gießen. Inhaber: Kaufmann ■ — ■ - p?7. *-* 10 Siegerin -Margarine, wie allerfeinste Molkereibutter in jeder Verwendungsart. Ftv Nicht übersehen! "03 jarurc Leute erhalt. k08lenk ausführlichen Projekt <* LauC.^rteef’aM Lehnntlalt u. Lehrmolkeral “riunschwelg, )Ucin,er.-.veg 1 Gr&ud.., pedleg. Aust : m V- r»-altei, r»e.nT-r.c.«' r. u.iam:. ).0-«tenLbleüenvennittig. In IS JaUrcu über 3600 Schüler. Direktor krause. Mohre -Margarine, ein Landbutter -Ersatz ohne gleichen. Palmato feinste Pflanzenbutter- Margarine, einzig haltbare Nussbutter. Lnftschifsahrt. L. Z. 9. Berlin, 26. Okt. Die wrmelle Abnahme des „L. Z. 9" ist noch nicht erfolgt, da die Luftschiswaugesellsck-aft Zeppelin auf bedingungslose Abnahme des Schiffes Wert legt. Da die eine Abnahmebedingungen des Nebels wegen bei der 20-Stunden-Fahrt nicht vorgesührl werden konnte, findet in den nächsten Tagen noch eine Fahrt stall, an der zwei Offiziere der Abnahmekommission leilnchmen. Es handelt sich um eine Höhenfohrt, die in einer Höhe von 1200 Metern acht Stunden dauern soll. Gerichtssaal. Meiningen, 23. Cft. Tie Strafkammer hat heute nach zweitägiger Verhandlung den Rechtsamvall G r ä tz n e r wegen Beleidigung des herzoglichen Staal-öministerinms bezw. des Geh. RegieiimgSrals Höfling unter Zubilligung des Schutzes des § 193 des Strafgesetzbuches kostenlos f r e i g e s p r o ch e n. Grotzner ist der Verfasser der Brofchüre „Hojball nnb Armee", die vor etwa Jahresfrist großes Auffehcu erregt und auch in dem Beleidigungsprozeß eine Rolle gefpielt hat. ____________________________________ Rittergut im Kreise Kronen n. C., Große 2000 Morgen, guten -läcr- und LhieieuverhäUmiien und ca. !ämj Acorg. Wald, neuem, geräumigem vcrrenhaus m schönem Park, guten ^.-irtichailsgebauden, gutem Inventar und vorzüglicher Aa ib lauw yiotunlb.i zu verkaufen, ^chriftl. Angebore unter P. W. ‘JUSO an den Gieß. Anzeiger erbet 16029 London, 26. Okt. Der von der Regierung eingesetzte Rat zur Erleichterung derBeilegungderStreiti gketten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern hielt heute seine erste Sitzung ab, wobei der Präsident des Handelsamts, Buxton die Mitglieder begrüßte und in längerer Rede die Gründe zur Schaffung des Rats darlegte. Der Rat tritt regelmäßig dreimal im Jahre zusammen, außerdem jeder Zett bei eintretender Notwendigkeit. _____ rVucksachen aller Art fcsäx liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 Alleinige Fabrikanten: A. L. MOHR (5. m. b. H., BAHRENFELD. " ----— - --------- -V". • 3 V Jets '" ‘ • 'M, zu 1 13 Mk. geliefert. Die Bäcker geben an die'clben Personen den Laib von 5 Pfund 6 Pfennige billiger n.> Nach einem Per rag mit den Kartosselhändlern liefern diele den Zentner Kartoffeln zu 3.50 Mark. Nach einer Mitteilung des Beigeordneten Ekert wird der Erössnungstermin des neuen B a h n b o f s, der aus 1. Mai 1912 vorgesehen ist, voraussichtlich eingehalten. Tie Ab nähme der Bauten wird demnächst erfolgen. Die Zahl der im Rechnungsjahre 1910 im städtischen P>and! ause v'rsetzten Pfänder betrug Zusammen 35979 mit einem hicraui ausgeliehenen Kavital von 303 667 Mark. Abgeaangen sind durch Einlösung und Per- steigernng im Jahre 1910 22 647 Pfänder mit einem .stavital von 187 567 Mark Die städtische Arbeitsordnung, sov'.e die Bestimmungen über die Arbeitsausschüsse für die Arbeiter in den städtischen Betrieben werden nach weiterer Aussprache nun mehr genehmigt. m. Offenbach a. M., 26. Okt. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde das B a h n h o f s p r o j e k t verabschiedet. Es galt namentlich der Genehmigung dcö Vertrag,- entwurss mit der Eisenbahndirektion Frankfurt, der wegen der von dem Beig. Weil vorgebrachten Bedenken hinsichtlich der .stosteufrage eine lange Erörterung hervorrief. Schließlich stimmte die Versammlung gegen die Stimmen des Beig. Weil und Ctadtv. Tr. Rothschild dem Vertrag in der Fassung, die er zuletzt in der Sitzung des Souderausschuises vom 23. Oktober erhalten hat, mit kleinen redaktionellen Aenderungcn zu und bewilligte d - erforderlichen Mittel. Die Stadtverordnetenversammlung ermät tigte ferner die Bürgermeisterei, der Eisenbahudirektion gegenüber die Erklärung abzugeben, daß die Stadt bereit sei, in Ver ./nd lungert mit der Ersenbahndireltion einzutreten darüber, unter welchen Voraussetzungen die Stadt Verzicht leisten würde, gegen eine Aenderung des 8 21 des Staatsvertrages vom Jahr 186s Widerspruch zu erheben. Die Versammlung nahm schließlich Kenntnis von der Erklärung der Eisenbahiwirettion Frankfurt vom 25. Oktober, daß sie die L-chassung des gewünschten Perionen- haltevunktes der Rodgaubahn bei dem Minister befürworten werde. — Ein Nachspiel des Offenbacher K a n a l s k a n d a l s sand heute vor dem Kreisausschuß statt, in dem die Mage des Ingenieurs Kolloge wegen widerrechtlicher Entlassung ans städtischen Diensten verhandelt wurde. Die Klage wurde fojicn pflichtig abgewiesen, da Kolloges Anstellung nicht im Sinne des § 51 der Städteordnung erfolgt sei. Es steht nunmehr dem Kläger frei, etwaige Ansprüche auf dem jivilrechtltchen Wege geltend zu machen. Kreis Wclzlar. w. Wetzlar, 26. Okt. Einem vielseitigen Wtmsche des PubltkmnS entsprechend, hat die hiesige Metzgerinnnng die Preise für Wurst- und Fleischwaren wie folgt herabgesetzt: Leber- und Blutivurst kosten das Pfund 60 Pfg., Fletsch- und Knoblattchivttrst und Preßkopf 80 Pfg., Koteletts und Schweinebraten 80 Pfg. und Kochfleisch (Stich) 70 Pfg., Speck und Dörrfleisch 90 Pfg. im Pfund. Hessen-Nassau. h. Aus dem K r e i s e M a r b u r g , 26. Okt. Einen außerordentlichen Reichtum an Eicheln berchm in diesem Herbste unsere Waldbestände, eine Erscheinung, auf die sich in solchem Maße selbst alte Leute nicht zu entsinnen vermögen. Das Ein- sammeln der Eicheln zum Zwecke der Schweinefütterung wird des! alb in den Gemeinde- und Privatwaldungen sehr eifrig betrieben. Es lohnt sich umsomehr, als die Eicheln in diesem Jahre besonders groß geraten sind. h. Biedenkopf, 26. Okt. Bei einer in den fürplrchen Waldungen bei Berleburg kürzlich abgehaltenen Treibjagd wurde auch eine völlig wildgetvordene Kuh erlegt. Das recht aut getrahrte Tier war, tote sich bald hcrausstellte, im Juni dem Landwirt Schneider in Wundertl-ausen entlaufen und hatte sich während dieser Zeit in den Wittgensteinischen Forsten umhergetrieben. _ , W. Wiesbaden, 26. Okt. Ter Könrg von Griechenland hat heute abend 7 Uhr Wiesbaden verlassen, um mit dem V-Zug über Frankfurt a. M. nach Paris zu fahren. Die Königin begleitete ihren Gemahl zum Bahnhof. Amtlicher Wetterbericht. Oeffeutliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteralisüchten in Hessen nm SnmStag, den 28. Oktober 1911: Trüb, Regenfälle, Temperatur wenig verändert. Letzte r^nchrichten. Bootsnnglück im Kieler Hafen. Kiel, 27. Okt. Als gestern abend 10Va Uhr der kleine Kreuzer „München^ in den Hafen zurückkehrte und an einer Boje anlegen wollte, kenterte das Boot. Die Insassen, ein M a a t und sechs Dt atrosen ertranken. Die im Hafen liegenden Schiffe haben halbmast geflaggt. Französisch-spanische Sorgen. Paris, 27. Ott. Der Madrider Korrespondent deS „Pettt Parisien" meldet, daß man glaubt, die französisch-spanischen Verhandlungen über Marokko würden sich schwierig gestalten, wenn Frankreich auf der Räumung von (ü- kasar und Barrasch durch Spanien besteht. In den Regierungs- kreisen bentt man über die Sache optimistischer. :|: Köln, 27. Okt. (Prio.-Tel.). Ein auswärtiger auf der Fahrt nach Brüssel hier durchkommender Diplomat hat erklärt, daß nach den bisherigen Sondierungen an der Zustimmung d e r A l g e c i r a s m ä ch t e zu dem deutsch-franzöiischen Marokko- Abkommen nicht zu zweifeln sei. Einzelne Mächte hätten ihre Zustimmung schon erklärt. Man verspreche sich von der in dem Abkommen enthaltenen Garantie des freien Handels Vorteile für alle Länder. * i Wiederum Unfälle an Bord französischer Kriegsschiffe. Toulon, 26. Ott. An Bord des Linienschiffes „Di- derod" ist infolge Kurzschlusses in der Wteilung der Dynamomaschinen Feuer ausgebrochen. Durch sofortige Maßnahmen wurde die Gefahr in wenigen Minuten -beseitigt. Auch an Bord des Linienschiffes „Justice" trat Kurzschluß ein. Die Funken flogen in die Nähe der vorderen Pulverkammern, die sofort unter Wasser gesetzt wurden. Hcr-og zu einem Freund: eitern schlief ich ein und träumt-, das: eine Ansprache im Ob.ihause hielt, und als ich erwacht sand id, daß ich ni’iirfi ri : • Red' im Ober hause hielt. Kleine GfigcschroniL Rittergutsbesitzer Gott hold L c s f i n g in Merseburg hat zu Gunsten her Angehörigen der „B osstichcn Z ci t u n g", die schon zit Lebenszeiten i nies Vaters und währenp seiner eigenen Gcsckmftsführung ihre straft in den Dienst der genannten 8 ei hing stellten, den Betrag von 10 0 00 0 Mark gespendet «US Beweis danfoaier Anerkenmmg für träte Mitarbeit. Dcr schwedische Kammerausschuß erNarte ganz Frankreich für verseucht durch Maul- und Klauenseuche. Aus B u z u l u k TGouvernement Samaras wird gemeldet: Durch eine Zugentgleisung der Bogatower Zweigbahn der Taschkentbalm wurde ein Schaffner getötet, ein Maschi- u i st tödlich verwundet und der O b e r s ch a i f n c r verletzt. Zwei Wagen sind zertrümm.rt worden, die Lokomotive ist d:n Bahntamm b c r a b g c st ü r z t._________________________________ Oandcl. Ofenpest, 26. Okt. Die 200 000 Kronen Aktienkapital besitzende r o ß - T a v o l o s a n y e r - S v a r k a s s e ist f a l l i t. Ti? Tirektionomitglieder liint.'rlegten tvertlose Wechsel bei dem Institut und verps.mdeten darauf die Sparkasseneinlagebücher bei anderen Geldinstituten. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte dic Bücher und verhängte die stassenspcrre. Die ungefähr 2 Millionen betragenden Einlagen, zumeist von kleinen Landwirten, sind verloren. lartogcaphischeu Aufnahme die größten Schloierigkeiten ent- 0 ^Stadttheater. Ta die Vorstellung von »Hauben, kerche^ so allgemein gefallen hat, wird das Wildenbruch'jche Schauspiel am nächsten Dienstag im Abonnement wiederholt. 2 och besteht die Absicht, solche ältere Stücke nicht durch daö ganze Abonnement gehen zu lasten, nm bessere Verwertung ffic die Gutscheine zu bieten. •• Der Turnverein von 1846 hält morgen abend ■eine ordentliche Hauptversammlung ab, ans der außer- o deutlich wichtige Gegenstände zur Verhandlung kommen. Besonders die Besprechung über das nächstjährige Gan- turnfest sollte namentlich auch die älteren Mitglieder ver- anlassen, recht zahlreich zu der Hatiptversammlung zu kommen. (S. Inserat.) " Bahn Unfall. Heute nacht 3.20 verunglückte aus dem hiesigen Bahnhof der 26 Jahre alte Schlußbremser Ehr. rämer auS GunterShagen bei Betzdorf bei Güterzug 6764. ES wurden ihm beide Beine abgefahren, der linke Arm ge- brochen und die linke Kopfseite verletzt. Nach Anlegung eines '.'wtoerbandeS wurde Strömer in die Klinik verbracht. Ter Verunglückte schwebt in Lebensgefahr. Soweit bis jetzt fest gestellt werden konnte, war Krämer, als der Güter',ug . icr eingesaliren, von seiner Bremse an dem Schluß des Zuges abgesticgcn und hatte sich in das Geleise zwischen die vagen begeben. Als sich der Zug in Bewegung fetzte, wurde er erfaßt und überfahren. •• Warnung. In letzter Zeit ist wiederholt die Wahr- nehmnng gemacht ivorden, daß Automobilfahrer bei Eintritt der Dunkelheit das Hintere Kennzeichen am Aiitomobil gar nicht oder nicht genügend beleuchtet hatten. Tie Schntzinannschast hat Wetsmig erhalten, auf diese Ber- sehlungen streng zu achten und gegebenenfalls mit Straf- anzeigen vorzugehen. , •• Betrüger. In letzter Zeit ist in benachbarten Städten ein Betrüger ausgeteeteu, der sich als Student auSgab, sich von Kaufleuten Waren zur AuSivahl in seine Wohnung schicken ließ und dann mit diesen das Weite suchte. Ter '.'.'wiin ist 18—19 Jahre alt und tritt nobel auf. ES ist nicht atiögeschlosten, daß er auch hier Gastrollen geben wird, wcShalb Vorsicht geboten erscheint. ' Die Besuchszeiten in derHeil- und Pflegeanstalt sind täglich von x/22—5 Uhr. Kreis Büdingen. 0. Ortenberg, 25. Ctt Jetzt werden Vorbereitungen 'getroffen für den bekannten Ortenberger Kalten Blarkt, der volle fünf Tage währt. Zahlreiche Buden, KarustelS, Schießluden, Kinematograph usw. und ebenso Konzerte und Tanz- vergnügungen in allen Lokalen werden für die Unterhaltung in ausgiebigster Weise sorgen. Obwohl daS LlnSfallen des ViehmarlcS einigen Abtrag tut, so wird man sich bemühen, in anderem dem Publikum um so mehr ®einige zu tun. i. Wenings, 26. Okt. ?luch hier machte sich im verflossenen Sommer ein empfindlicher Wassermangel l nmliid), da die vorhandenen Brunnen öfters leergepumpt waren. Das Wasser mußte dann mit großem Zeitverlust in Fässern und Hannen weit her geholt werden. Schon längst ist man daher cus der Suä-e nach einer ergiebigen Quelle, um dieser Kalamität durch Erbauung einer Wasserleitung abzuhclsen. _ Tie Gemeinde steht daher, da in der eigenen Gemarkung fein Wasstt zu sinden ist, in Unlerhaiidlung mit dein Ortsvorstand in Ober-Seemen wegen Ankaufs einer Quelle. Leider scheinen sich diese Uiiterhandlungcn zu zerschlagen, da man sich über den Kostenpunkt nicht einigen kann. Kreis Schotten. = UI r i d) ft e i n, 27. C kt. Landtagsabg. Meiski hier begeht am 1. ÄUwemher sein 2 5^ähriges Dienst- jubiläum als Rechner der Gemeinden Altenhain, Feld- ttücken, Rebgeshain und Kölzenhain sowie der Kirchen Ulrichstein und Feldkrücken. Im Frühjahr d. I. waren es 30 Jahre, daß er an der hiesigen Spar- und Leiykasse wirkt. Tas bei letzterer zu verwaltende Aktiv- und Passivlapital hat sich durch seine rege Arbeitsamkeit und große Beliebtheit nn ganzen Kassetrbezirk mehr als verzehnfacht. Gedern, 26. O ktober. Das 7. B u n d e s s e st der Vogelsberger Sangervereinigung findet im Borfommer nächsten Jahres in Bergheim statt. Starkenburg und 9-hctnhessen. rrn. Darinstadt, 26. Okt. Sitzung der Stadtverordneten. Der Oherbürgermeisler teilt mit, daß das Gr. Ministerium die Genehmigung zur Freigabe deS Geländes für den Wald fried erteilt habe. Nach Mitteilung des Bürgermeisters Müller haben die Vorarbeiten zu den Notstandsmaßnahmen ihren Abschluß gefunden. Die Aeesischmärkte sind sehr gut besucht und von sehr gutem Erfolg. Zn den städtischen Fische kochkursen haben sich 350 Bewerberinnen gemeldet. An die durch )ie Bürgermeisterei mit Ausweiskarten versehenen Personen werden »prch die Kohlenhändler die Kohlen bei Abnahme von 15 Zentnern Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Oder-pörgern für 1912 Rj. liegt vom 1. November d. I. ab acht Tage auf .unserem Bureau znr Einsicht der Beteiligten offen. I Ober-Hörgern, 27. Oktober 1911. Großh. Bürgermeisterei Ober-Hörgern. Holler. ______6608 6611 09 CD von 5.50 bis 9.90 Adolph. Dr. Weimar. CD E u mit 85 Hauptversammlung. S -LL 1. Berichterstattung, 2. Rechnungsablaae, Mv-l'MM!» teffl 3 Sulius Schulze B Cel. 774 Kreuzplafj E genommen. a'27io E wir Der Uhrmacherverein Gießen D*/io Bedarf sehr billig zu decken. 6488 C. F. Schwarz Söhne m ■ Carl Schwarz Reichhaltige Abendkarte. 6414 Kinematograph Laden: Bahnhofstr. 65 Fernsprecher 367 Ecke Wettergasse Giessen Ecke Markt Kolosseum Bahnhofstraße 51. (08965) Bahnhofstraße 54. Volkspartei bei. D,7/n ■ ■ Henkels Bleich-Soda H 0 V W 3 0 Ä '3 D 3 a 3 S B E 3. Wahl des 4. Festsetzung 95 110 Glas Psg- von 3.50 bis 7.50 allen Grössen CD E 03 gibt es nichts besseres, als das überall beliebte selbsttätige, vollkommen unschädliche Waschmittel Persil. 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Telegramm, die K/^uvorgerü ^sechtengekom» Ann sich die Regit Sammelt hätten" Äte 'heilbar unentjd As^^nghaj, ^eng.dervon genommen tvnrde Sorungm?ra /nflige €rinr lein gab et 2en Solltet Inders NsSehel. WW •Manie ^nö |aq[ fille! N^e Erinü^icht n Für die Wasche Stadttheater Giessen Direktion: Hermann Steingoetter. Freitag, den 27. Oktober 1911, abends 8 llbr 4. Freitag - Abonnern.-Vorstellum Gewöhn!.Preise Gewöhn!.Preise BAniMIsU Volksstück mit Gesang in 4 Akteir von L. Anzengruber. Ende IO3/« Uhr. Sonntag,den 29. Oktober 1911, nachmittags 3l/3 llbr Volks Vorstellung Volks-Preise. Volks-Preise. DT” Zum letzten Malek "WI Glaabe und Heimat Die Tragödie eines Volkes in 3 Akten von Karl Schönherr. Ende 5V3 Uhr. Abends 7V, Ubr Neuheit! Neuheit! Gewöhnl. Preise Gewöhnt. Preise ZS9- Aus Verlangen! "WX PolnischeWirtschaft Vaudeville-Posse mit Gesang bi 3 Akten von Kraatz u. Okonkowsr Musik von Jean Gilbert. 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Fi Regierung habe d lungpao habe es führen und habe b plan mit &ewalt WadjioiQeiSd) fibent des Werfet) r Gegen den Präsiden die das Schriststücl genehmigt wurde, iuchung eingeleiti die Hastentlassung! jung von Szechuat 'n -tschengtu angeoi gouverneur von Zr .sollen zur Verantw. l j .Anzeiger & Sie Samstag, 28. Okt. 1911, abends 9 Uhr, int Darmstädter Haus ortall. VtzlNlN-sMMlMz Tages-Ordnung: 1. Bericht. 2. Entlastung des Rechners für 1910/11. 1. Turnwarts und Ergänzungswahl des Turnrats. der Winterseitlichkeiten. 5. Verschiedenes. . . Wir laden zu dieser Versammlung unsere verehr!. Mitglieder freundlichst ein. Der Vorstand. Notwein von 85 Pfg. an pro Flasche 5 Pfa. Erina ßianng. MZ Flaschen werden mit 10 Psg. zuri'ick- Das JMtel des Bertas. lerere Mr Innere Mission findet za Gießen am 8. u. 9. November statt. Mittwoch, den 8. November, nachmittags 3 Uhr, im Mätthäussaal, Kirchstraße 9: Mitgliederversammlung: Gemeindeblätter (Pfr. Meisinger-Fränk.- Crumbach und Pfr. Hess - Michelstadt). Abends 6 Uhr in der Stadtkirche : Festgottesdienst, Pfr. Wissig-Bad-Nauheim. Abends 8V3 Uhr: Familienabend in Steins Garten. 1. Praktisches Christentum in England, Pfr. Schlosser aus Rodheim. 2. Leiden und Freuden eines Jugendfürsorgers, Pfr. Röschen aus Freienseen. Donnerstag, den 9. November, vormittags 10 Uhr im Johannessaal: Oeffentliche Jahresversammlung. Morgenandacht. Referat von Pfr. Wurm-Stuttgart: Was fordert die Gegenwart von der Inneren Mission, und welche Forderungen hat die Innere Mission an unsere Gegenwart zu stellen. D ho Zur Teilnahme ladet herzlich ein Der geschiiftsführende Ausschuß: Weltstädtisches Variete Dir.: K. Ohm. 08972 Mkle.Liolo Tänzer garina «großartiger Ausstattungsakt) 8aber0,bc@e"antenle!ertie Mn Mettros, oätiiertünirter, Miriam ggffiE Elly Bianka, Die g'siberte Kott, ’ÄS1 Max Walde, NormannScortt Zauberkunst, 3 Wels, inteÄ"“Ie8 Arsord unö Lttko, Ä». Täglich Vorstellung pünktlich abends 8 Uhr. Sonntags 2 Vorstellungen nachm. 4 Uhr zu ermäßigt. Preisen abends 8 Uhr In den vorderen Räumen des Theaters nach Schluß der Vorstellung heitere Künstlervortrage. Unterhaltungsmusik von 7 Uhr abends ab. 19000000000 Der schwarze =Traum = Großes Mimodrama aus dem Leben einer Zirkusreiterin in 4 Akten von Urban Gab. 1381 Meter lang. — In der Hauptrolle die unvergleichliche Kinodarstellerin 4$ta Nielsen Total-Ausverkauf Theater-Weresa Montag, den 30. Oktober !■ Ogsersi- des Großh. 5)ofrheatcrs und der Hofmusik in Darmstadt Pas GlütHch« des Eremiten Komische Over in 3 Akten von A. Mcnllart. Anfang 7 Uhr pünktlich. Ende gegen 10 Uhr. Eintrittskarten und Tertbücher in der Musikalienhandlung von E. Cbaklier und an der Abendkasse. Für Studierende an der Abendkasse halbe Eintrittspreise.__v n» Tnrnderei« 8ier§e» Samstag, 28. Oktober, abends 9 Uhr, Max Mar nm, Bahnhalstras« 4 Bordeaux - Weine naturrein, direkt importiert Fl. m. 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