öS» .. n Pia >Jgä4S« l?r^2 c-°2 Jlbbole- u. Zweigstellen monatlich 65 ilf.; durch Die heutige Nummer umsaht 22 Seiten. 2--AS f«sl- = 2»' fh? s e e (?5ta I«? SÄ 05 3 3 2. II T-, ?? habe seine Heeresausgaben auf 195 Proz vermehrt, während! Frankreich nur 39 Pro-, habe. Der Redner bat den Minister, er möge erklären, ob im Kriegsfälle Munitionsvorräte in ausreichendem Maße vorhanden feien. Die Militärausgaben seien infolge der Einführung des zweijährigen Dienstes, der Erhöhung des Soldes der Offiziere und Unteroffiziere und des Steigens der Lebcnsmittelprcife angewachsen. Trotzdem sei die neue Forderung, die nur auf die zur Erhaltung des Effektivbestandes notwendige Permehrung der Nusrüstung abziele, im Vergleich zu den Aufwendungen, die DeutMand mache, minimal. Frankreich müsse zweifellos nach Frieden streben und dürfe nicht cinschlafen zu trügerischer Sorglosigkeit. Es wurde auS dieser Sorglosigkeit vor einigen Jahren herausgerlssen, als am Tage nach der Rede Jaurös, der die Vision des Friedens zeichnete, es in Eile die Rüstunaen wieder vervollständigen mußte, die es ein wenig vernachlässigt hatte. Heute könne Frankreich der Zukunft mit vollem Vertrauen entgegensehen, umsomehr als es dem Auslande in sich geeinigt gegenüberstehe. hingebungsvoller Liebe und Zärtheit. Kurt Gühne a(3 Sapor erfüllte seine Rolle, und auch Karl V o l ck als Bcchrarni war erfreulich bis auf einen Fall. Die Ausstattung, zum größten Teile neu, war in Form und Farbe von an- genehmster Wirkung und zeigte ausS neue das Geschick zu schönen, wirkungsvollen Bühnenbildern. K.N. Friedrich Haase f. Friedrich Haase, eine der letzten Großen aus einer vergangenen Epoche deutscher Schauspielkunst, ist, wie wir schon in einem Teil« unserer gestrigen Auslage milgeteilt haben, am Freitag früh um Vr5 Uhr in seiner Berliner Wohnung gestorben. Ein hartnäckiges Blasenleiden hatte den Vierundachrzigjährigen in diesem Winter auss Krankenlager geworfen. Ein chirurgischer Eingriff, den man vor zwei Monaten borgenonrmcn, vermockste nur vorübergehende Linderung zu bringen. Zu bedenklicher Herzschwäche gesellte sich vor Wochenfrist ein rascher Kräfteversall. Am Donnerstag verfiel er in Bewußtlosigkeit und ist nicht mehr aus ihr erwacht. Friedrich Haase, der sich von seinen vielen Gastspielen, die ihm den Spitznamen der „Mauernweiler", eingetragen hatten, rn behaglichem Ruhme ausruhte, war am 1. November 1825 zu Berlin geboren. Zeitlebens vom Glück begünstigt, war er btt gefeierte Liebling unserer Großeltern, die er durch sein mehr seines und vollendet vornehmes Spiel, als durch Tiefe fesselte, in dem er in der Pose des großen Darstellers jahrzehrrtelang von Theater zu Theater zog. Unserer Zeit hatte er nicht mehr viel zu sagen, aber „Wer den Besten seiner Zeit genug getan, der hat gelebt für alle Zeiten". Wie sich seine schauspielerische Laufbahn entwickelte, das hat er im diesjährigen Theaterkalender so nett geschildert, daß wir diese Selbstbiographie hier folgen lassen. ; „Durch ein Handbillet des Königs Friedrich Wilhelm IV. empfohlen, konnte ich aus Weimars klassischer Hofbühne am 14. Januar 1846 als Lorenzkindlein in Kotzebues „Armen $oet" und als Magister Lassenius in Hells „Hofmeister in tausend Aengsten" debütieren. 1848 kam ich dann an das brave kleine Theater in Potsdam, das damals unter Louis Huths Leitung schon eine selbständige Existenz führte und nicht mehr auf die umständlichen Wagenfahrten der Berliner Hofschauspieler angewiesen war. Hier habe ich bereits Bonvivant- und Charakterrollen gespielt. Dann stand eines Tages anno 1849 aus dem Zettel Die Jubiläumsfeier in Italien. Rom, 17. März. (Kammer.) Aus dem Hause wird angeregt, daß der Stadt Turin anläßlich der 50. Wiederkehr des Jahrestages der Aufrichtung des Königsreichs Italien der Gruß des Hauses entboten werde. Präsident M a r c o r a erklärte sich bereit, den Dolmetsch der Gefühle lebhaftester Dankbarkeit und Zuneigung zu sein, die baS Haus gegen die ehemalige Hauptstadt beseelten. Ministerpräsident Muzzatt schloß sich in bewegten Worten der Turin gewidmeten Begrüßung an, wobei er darauf hmwies, daß die Herzen Italiens einmütig hoher schlügen, wenn, man die Erinnerung an die glorreichen Tage der Wiedergeburt Italiens wachrufe (Stürmischer Beifall). Im weiteren Verlaufe der Sitzung teilte Unterstaatssekretär Fürst D i s c a l e a in Erwiderung einer Anfrage des Deputierten Galli mit, daß Grünbücher, die "Schriftstücke über Kreta und Marokko bis zum 31. Dezember 1910 enthielten, vorbereitet seien. Die üblichen Verl>andlungen mit den anderen Regierungen zwecks chrer Veröffentlichung seien (ün Gange. Im weiteren Verlaufe verlas der Präsident die Glückwunschdepesche des Präsidenten des Dentsck>en Reichstags. Ter Präsident und alle Deputierten erhoben sich von den Sitzen. (Wiederholter enthusiastischer Beifall.) Der Präsident erklärte im Anschluß an die Verlesung des Telegramms, nach dieser Kundgebung, die ein Zeugnis dafür sei, wie das italienische Parlament und ganz Italien des Bandes gedächten, das Italien mit der edlen deutschen Nation verknüpft, erachte er sich ohne weiteres für beauftragt, dem Reichstag durch ein Telegramm die Gefühle der Freundschaft Italiens auszudrücken. (Lebhafter, andauernder Beifall.) Unterstaalssekretär Fürst Disc al ea schloß sich im Namen der Regierung in erhebenden Worten dem Präsidenten und der ergreifenden Kundgebung an, mit dec die italienische Kammer den Gruß des großen, befreundeten und verbündeten Volkes erwiderte. (Lebhafter Beifall.) Turin, 17. März. Die 50. Wiederkehr des Jahrestags der Aufrichtung des Königreichs Italien wurde hier durch eine glänzende Versam m lun g der Bürgermeister aller Gemeinwesen des ehemaligen KönigreichsSardinien festlich begangen. Nach feierlichem Empfange im Rathaus begaben sich die Bürgermeister im Festzuge nach der Mole Antonelliana, wo in Gegen- politijche wochenßcbari. Gießen, 18. März. Die heißen politischen Kämpfe in unserem Wahlkreis Sießen-Grünberg-Nidda haben in diesen Tagen einen lauten Widerhall im ganzen Reiche gesunden. Nicht nur hatte man sich damit abzufinden, daß die Erfahrungen aus allen Reichstagsersatzwahlen seit dem unglückseligen Reichssinanzstreit wieder betätigt wurden in dem Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmenzahl — hinzu kommt noch für den Liberalismus die sckstvere Gewissensfrage bei der Stichwahl: soll die Umsturzpartei gefördert ober ein Vertreter jener rechtsstehenden Partei gewählt werden, die mit der Bezeichnung „antisemitisch" auch den Unmut und das Widerstreben zahlreicher zweifelsfrei national gesinnter Menschen erworben hat? Für die Parteien der Rechten gab es keine Ekrupel und Zweifel: Von der „Kreuzztg" und „Deutschen Tagesztg" bis zur „Post" und „Germania" erscholl die Warnung vor dem Umsturz, mit dem eine nationale Partei, also auch der Liberalismus, nichts gemein haben dürfe. In der nationalliberalen Presse aber fpi.gelte sich ein Widerstreit der Pflichten: der Kampf gegen die Mehrheit der letzten Meichchinauzre'orm und das Beharren bei der aften nationalen Ueberlieserung standen gegeneinander im Widerdruck). Während in der sortschrittlickum Volkspartei fast ohne Zögern die radikale Neigung nach links siegte, sprachen nur einige Reihen in Bassermanns Partei zu Mephisto Atef mann das verzagte Wort: „Wie ich beharre, bin ich Knecht, ob dein, was frag' ich oder wessen" Schlietzlich siegle bei den nationalliberalen Vorständen in Gießen nach einigen Auseinandersetzungen die Losung für den bürgerlichen Kandidaten über die Neigung zur Stimmenfreigabe, die dem Einzelnen die Verantwortung zug schoben, i.jn selbständig vor die Entscheidungsfrage gestellt haben würde Stimmenthaltung werden ja nur laue oder unentschlossene Wähler üben, d:e es nicht fertig bringen, in einer schwierigen Frage > einem bestimmten Ergebnis zu kommen. . , m , Tast bei der Stichwahl zwischen Dr. Werner und Beckmann die sachlichen Gegensätze in den politischen Auf- afjungen scharf hervortreten, daß auch die Wogen der Leidenschaften hoch gehen würden, war ja vorauszusehen. Unwürdig und widerwärtig aber berührt das Treiben jener Hetzpreise, die sachliche Ueberzcuaungen und Ent- l"(l)heßungcn beschimpft und beleidigt und damit of enbart, W> ihr das wahrste und höchste Gut liberalen Denkens, die .fltbtun-g und Duldung fremder Ueberzeugung, nichts gilt, kölnische Schwärmer und Phantasten bedürfen vielleicht anderer als rein fachlicher Schritte und Auseinanderfetzun- gen und mit ihnen spielt der politisch S.rup.l o e der mit bewußten Verdrehungen und Verdächtiaung. n arbeitet, eine wenig beneidenswerte Rolle. Wir haben uns darüber ge- stieut und uns gern anerkennend darüber ausgesprochen, daß die Gießener sozialdemokratische Führung in diesem Mumme um ein Reichstaasmaudat einer sachlich einwand- fieien Kampfeswcise sich befleißigt hat. Die große „Frankfurter Zeitung", die sich so gern als geistige Führerin auffpielt, könnte an dem immerhin anständigen Berha.ten eines [leinen sozialdemokratuchen Organs sich ein Beijpie. nehmen! Ihr geht aber auch in dem Gi.'ßener Kampfe die Hetze über alles. So reizt sie gegen den „Feuereifer" aus, mit dem der Gießener Anzeiger für den Antisemiten Ijm.'sSraien m der französischen Kammer. Pari,s, 17. März. Die französische Kammer setzte die Beratung des Kriegsbudgets fort. Der Berichterstatter Clementel ervlärte: Tie Schwäche der Bestände sei eine Folge der geringen Geburtsziffer, die im Gegensatz steht zu dem Anwachsen d.r Geburtenziffern in Deutschland. Der Efse.ti^bestand der Infanterie nahm trotz der Einstellung von Mindertauglichen seit 10 Jahren beträchtlich ab. Der Redner erinnert daran, daß als Heilmittel die Einstellung der sckstvarzen algerischen Truppen vorgeschlagen worden sei. Das Parlament müsse sich darüber aussprechen, denn diese Vorschläge seien auch von der andern Seite der Grenze gehört worben und dienten zum Vorwand, die Bestände zu erhöhen Man müsse die Mannschaften zu Kapitulationen ermutigen. Tcrs Parlament werde die notwendigen Kredite nicht verweigern. Clementel führte dann aus: Die Ausgaben für das Militär seien in anderen Ländern viel höher. Deutschlanb entdeckt sich der Königin. Artaban gibt einen neuen Beweis feiner Größe, indem er sich wortlos in das Todesurteil findet, und der König ersttcht sich, um wenigstens einmal größer zu fein. Dies ist der Inhalt des Stückes, von dem man sich nicht recht klar ist, ob es eine Komödie oder tatsächlich ein Schauspiel sein soll, das aber im letzten Grunde nur ge* schickt aufgeputzte Theatermache ist. Die Leute, die da herum reden, in schönen, wol l Tingenben Worten, sind nichts weiter als blut osePuepen,Kttchees, die nicht einen einzigenTropfen Blut in den Äoern haben und wie Marionetten geschoben werden. Von den psychologischen Vergewaltigungen soll gar nicht erst geredet werden, auch nuht viel davon, in welchen Stücken uns alle diese Figuren schon begegnet find, die da ihre klugen, aber nicht neuen Sätzchen herunterplappern. Das einzige, woran man seine uneingeschränkte Freude hat, ist Fuldas gewandte, wohllautende Sprache und sein sicherer Blick für das Bühnenwirksame. Als Kunstwerk in seiner Gesamtheit aber hat sich Fulda gegen frühere Werke weit, weit unterboten; es ist fein echtes Gold und sind keine echten Steine, die er da zu einem blendenden, reichverzierten Geschmeide verarbeitet hat. Besonders erfreulich ist es und sehr anerkennenswert, daß das Werk so rasch nach der, am 30 Oktober im Deutschen Theater zu Berlin erfolgten, Uraufführung auf den Gießener Spielplan kam, und zwar in einer durchaus anerkennenswerten, gut durchgearbeiteten Darstellung. Unter der Leitung von Direktor Steingoetter war alles getan worden, um einen Erfolg vorzubereiten, und der blieb denn auch keineswegs aus. Die Darsteller wurden immer wieder an die Rampe gerufen. Frau Baumeister- Felsegg spielte die Königin mit Kraft und Leidenschaft, blutwarm und lebendig, soweit es die Dichtung zuläßt, aber ihr starkes Organ verleitete die übrigen Darsteller im ersten Auszug zu einem wahren Schreien, das die Wirkung nicht besonders begünstigte. Groß und kraftvoll, aber zu äußerlich, war Richard Bruno als Artaban. Die weit in die Schläfen lausenden Augenbrauen — offenbar eine Besonderheit — sind mehr auffällig als schön. Karl > Marx wahrte die Königswürde, soweit es der Dichter gestattet, mit seinem warmen Temperament, das schon oft rühmend anerkannt wurde. Im Verhältnis zu seiner . Gattin aber war er viel zu jung. Fränzi Koch war voll eintrete und vergißt dabei ganz, daß chr eigener Feuer- ciser, mit dem sie anerkanntermaßen an der Vernichtung der nationalliberalen Partei arbeitet, immer mehr zum gewöhnlichsten Scheiterhaufenfanatismus geworden ist. Wo ist da der stolze Geist wirklich liberaler Gesinnung, der von hoher Warte der Menschen Treiben beobachtet und beurteilt? Lder erschöpst sich der neudeutfü»e „wirkliche" Liberalismus nur in wüster Agitation und öder politischer Hetze? Was wir in diesem Wahl kämpfe tun konnten, war aus ein Zusammenbauen, nicht ein Auscinanderreißen, auf die Vermeidung allzu großer und gefährlicher Zersplitterung der bürgerlichen Wähler, gerichtet. Darum haben wir immer wieder die Einigung d c r beiden liberalen Parteien KU fördern gebucht. Heber das Verhalten unseres Blattes während des Wahlkampfes, unser Fernbleiben von jeglicher Agitation, haben roir aut? verschiedenen Lagern anerkennende Zuschriften bekommen. Wir lassen uns von keiner Partei als Agitationsinstru- ment gebrauchen. Wenn wir in der Slichwahlfrage die Cntschcidung für Dr. Werner dem Eintreten für Herrn Beckmann vorzvgen, so haben wir uns damit doch dem Antisemitismus nicht verschrieben! „WaS geht der Schweb mich an?", könnte man da mit Wallenstein rufen. Freilich hassen wir ihn, den Schwed', nicht gleich wie „den Pfuhl der Hölle". Die Duldung gegenüber anders Denkenden und anders Gläubigen i,t aber, wie wir wiber- 1)0len, ein vornehmes Gut liberaler Gesinnung. Darum haben wir jede Judenh.'tze und Schmähung andersgläubiger Mitbürger verurteilt und finden es menschlich begreifttch, wenn die Verletzten und Gekränkten gegen ihren Anareiser stimmen wollen. Auf der anderen oeite ist die Abwehr der internationalen Umsturzbemühungen eine Pflicht des national gesinnten Teiles des deutschen Volkes. „Von den sozialdemokratischen Anschauungen trennt uns eine ganze Welt", hat auck) Pfarrer Morell, der Kandidat her fortschrittlichen Vo.lspartci, gesagt. Soll man diejenigen, hie über diese Kluft nicht markieren wollen, schmähen und brandmarken? „Dem tauben Grimm, dec leinen Führer hat, soll die Entscheidung übergeben sein?" Nein, das schone liberale Wort: „Alles verstehen heißt alles verzeihen" solllc in der jetzigen Lage unseres Wahlkreises auf allen Selten die Gemüter wieder etwas beruhigen und dazu mahnen, daß der bisher verhältnismäßig ruhia verlaufene Wahlkampf ohne törichtes Geschrei und gehässige Verunglimpfungen zu Ende geführt werde. Gicszener Jtnöttbcatcr. Herr und Diener .Schauspiel von Ludwig Fulda. Gießen, 18. März. KoSru, König der Perser, hat das Glück, einen bedeutenden, ihn natürlich weit überragenden Staatsmann und Feldherrn zu haben und das. Unglück, eine ehrgeizige, zielbcwußte Gattin. eine Brunhuden- natur, die auck) das Schilsal der Da kure te.lt Sie wurde von Artaban, dem Diener, ihrem Gemahl zur Hock>zeit eingeholt, und nur sein blankes Schwert vermochte, daß das heißblütige Weib, nicht, dem Drange ihres Blutes folgte und unterwegs den Vasallen zum Gatten erhob. Seine Unnahbarkeit verkehrt — getreu dem Nibelungenlied — ihren Haß in Liebe und all ihr Sinnen rlastet sich darauf, wie sie die Sck)inach räche und den Pflicht- getrcucn demütige. Mit Hohn und Spott, mit Liebcv- laut und klugem Spiel, reizt sie den König, einen unbedeutenden gutmütigen Menschen, gegen den Diener auf, daß er sich mit ihm messe und ihn niederzwinge. Aber die Macht versagt, wo ihr der Geist und das Können fehlt und sich eine harmlose, heitere Beschränktheit mit kühner Selbstgefälligkeit über die eigene Bedeutungslosigkeit hinwegsetzt Der Staatsmann ist seinem König in allen Stücken überlegen, an Klugheit und Edelmut, im Schach und im Turnier In ohnmächtiger Verzweiflung verbannt der Herr seinen Diener auf seine Güter, nackchem er ihn aller Würden euttleibet hat, weil er nicht um Gnade flehte. Doch der König ist noch viel kleiner, als man glauben sollte. Er kommt bei einem gefälligen, pünktlick)en Gewitter unter einem Vorwand in das Haus des Artaban, da er lüstern ist nach Gülsade, der schönsten Frau seines Landes, der Gattin Artabans, die in inniger Liebe an ihrem Manne hängt. Da sie ihm nicht gefügig ist, verspricht er ihr, sie zur Königin zu erheben, und drückt ihr einen Dolch m die Hand, den Gatten damit zu töten. Abermals aber ist Artaban größer, er schenkt dem König seine Frau, der König äst entwaffnet und gebemütigt. Als Gülsabe bekennt, baß sie mit bem Dolch den König ermordet hätte, wenn er ihr genaht wäre, itrieb ihr Gemahl wegen Hochverrats abgesührt. Gülsabe ellt nach ber Hauptstadt und Nr. 66 Erstes Blatt 16b Jahrgang Samstag, 18.jnSrj l9n WM (hiCnvUCl älliilUvl monXtl. Land. »r ■ ■ Q W M B ^F ^F Ct-etredakteiir^ A Goetz. otrlschoflticheÄei'tra en ~ ■ HF A J Verantwortlich sür den • llnldüüfie • polnischen Teil: Auqust General-Anzeiger sür Oberhessen — DsMI Umrahm? von Anzeige, Hofattonsbrw! und verlaa der Vrühl'schen Unlv.'vuch' unö Steinbruderei B. fange. Redaktion, Expedition und Druckerei: LLulstratze T. Land": E.heg; lür den S XnXTSuE Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Leschöftsstelle Bahnhofstraße lba. Anze.aenie.i- H. Beck. der Liebigstraße brauerei. •• Maul- Seuche auf dem 2lusiaiifc. Der deutsche Botschafter Graf Wolff-Metternich zur Gracht verließ London zu mehrwöchigem Urlaub. Die russische Reichsduma schloß wegen der Lärm- zenen am 15. März den Sozialdemokraten Jegorow auf füns Sitzungen, die Mitglieder der extremen Rächten Obraszow und SamySlowski auf drei Sitzungen aus. . Aus Christiania wird gemeldet: An der Nachmrttags- itzung des norwegischen Storting, zu der auf den Tribünen ich viele Damen eingefunden hatten, nahm für den beurlaubten Abgeordneten Bratlie Fräulein Anna Rog stabt teil. In seinen Begrüßmlgswvrten bezeichnete der Präsident, während sich die Abgeordneten von ihren Witzen erhoben, den heutigen Tag als einen Werktag in der Ge- chichte Norwegens. Auch der Ministerpräsident, mit dem die meisten anderen Vertreter der Regierung erschienen waren, begrüßte Fräulein Rogstadt, der zahlreiche Glückwunschtelegramme und Blumenspenden zugingen. , Der ehemalige Sutton, Abdul Hamid, befindet sich verhältnismäßig wohl. Die Nachricht, daß er einen Selbstmordversuch gemacht habe, ist unbegründet^ von dem ehemaligen Gelände der Aktien- und Klauenseuche. Erloschen ist die Schlachtoiehhofe zu Nürnberg. Der Ausstand in Marokko. Paris, 17. März. Aus Fez tvird berichtet: Die Stadt war am 12. Marz von den aufrührerischen Mter- leuten belagert worden, die bis dicht an die Mauer heranrückten und den Palast des Sultans beschossen. Es entstand eine große Panik ,imb der Sultan traf bereits Vorbereitungen zur Flucht. Doch ge- gelang es nach heftigem Kampfe, beit Angriff des Mter- stammes zurückzuschlagen. des Berliner königlichen Schauspielhauses: „Auf königlichen Befehl Gastspiel des Herrn Haase." Der König hatte mich in Potsdam im „Galanten Abbs" gesehen und an mir Gefallen gesunden. Der Intendant Küstner, der noch zwei Jahre seines Amtes walten sollte, war aber weniger entzückt von meinen Leistungen. Ein unglücklicher Zufall, der mich als Dr. Wespe den Stuhl zu weit an die Rampe rücken ließ und mich damit beim Fallen des Vorhanges von den Mitspielenden abschloß, machte meiner Berliner Karriere ein rasches Ende. Das Genie eines Döring, der übrigens einen Narren an mir gefressen hatte, und seines unversöhnlichen Feindes Dessoir hinderte den jugendlichen Anfänger, der unter der aüsprechenden Kritik von Gubitz und Mischer ohnehin zu leiden hatte, am Emporkommen, und so zog ich es vor, das Jahr hernach (1850), am 13. Februar, als Carlos im „Clavigo" in Prag ein neues Engagement anzutreten. Schon hier von der Gunst des Publikums getragen, habe ich doch erst nach der Karlsruher und Münchener Zeit in Frankfurt (1856 bis 1858) unter der Direktion von Roderich Ben cd ix, der den Widerstrebenden zu halten wußte, meine schönsten Erfolge errungen. Mit einer meiner bekanntesten Rollen, dem Königsleutnant, ist es mir sehr merkwürdig ergangen. Gutzkow, von meinem Riceaut angeregt, drang in mich, auch den ebenso gut das Deutsche radebrechenden Grafen Thoranc zu spielen. Ich war von der Rolle und dem Stück nicht sonderlich begeistert, habe sie zuerst auf einem Gastspiel in Fürth und Nürnberg gegeben und bin erst allmählich in sie hineingewachscn. Dawison, der bekanntlich alles spielen wollte, hat es ebenfalls mit dem Königsleutnant versucht, aber eines Tages kam er zu mir und erklärte mir sehr ernsthaft: „Diese Rolle spiele ich nie wieder, denn da hast du etwas vom lieben Gott selbst mitbekommen." In diesen fünfziger Jahren wurde meine Entwickelung als Schauspieler abgeschlossen. Ich weiß, daß man mir mehr als einmal den Dorwurf des Virtuosentums und der allzu häufigen Gastspiele gemacht hat. Den ersten Vorwurf kann ich schon deshalb ruhig hinnehmen. weil er so ziemlich keinem bedeutenden Talent erspart worden ist, und was den zweiten anlangt, so habe ich nie ein Hehl daraus gemacht, daß ich unter Bewahrung meiner künsllerischen Ambitionen mit meiner Kämst auch Geld verdienen wollte, um im Alter gegen jede Not gesichert zu sein, .und heute noch nicht einzusehen vermag, weshalb ich das Geld, das. mein Talent einbringt, in fremde Kassen fließen lassen soll." tion in der Blockara ein, charakterisierte diese als die Zusammenfassung aller Kräfte des Bürgertums außerhalb von Ultrkrmontanismus und Sozialdemokratie, um deren ausschlaggebenden Einfluß zurückzudämmen, und bezeichnete es als die Pflicht der Fraktion und der Partei in damaliger Zeit, den Block zu stutzen und aufrecht zu erhalten. Der Redner berührte die Erbschastssteuerfrage und die abweichende Haltung des Frhrn. v. Heyl sowie dessen Angriffe, ferner die Rede des Dr. Diederich Hahn in Worms. Zum Schluß sagte er noch u. a.: Wenn man eine Linksschwenkung der Partei daraus ersehe, daß sie vielfach mit der Frotschrittlichen Partei gemeinsam vorgehe, so sei auch dies eilt Trugschluß., Nicht die Nationalliberale Partei habe sich geändert, wohl aber sei die Fortschrittliche Volkspartei etwas anderes als zu Eugen Richters Zeiten. In einer Zeit des Kampfes um neuaufgetauchte Kulmrfragen müjfe der Liberalismus das Trennende mehr in den Hintergrund treten lassen. — Kreis Friedberg. -- Bad-Nauheim, 17. März. Der Frühjahrs-! Gautag des 3. Gaues der deutschen Motorfahrer- Vereinigung findet morgen vormittag hier im Hoteü. Wilhelmshohe statt. (S. Inserat.) Kreis Büdingen. -l- Büdingen, 17. Mürz. Die auf heute nachmittag tt ben Hirschgraben cinberufene allgemeine G a st w i r t ev e r«, sa'mmlung war, trotzdem wichtige Gegenstände auf der Tages-! ordnung standen, schwach besucht. Der geschäftliche, ben Gall» wirteverein Büdingen und Umgegend angehende ^.ell der Br- ratungen. u. a. Belassung des Jahresbeitrages auf b Mk., Wahl von zwei Vertretern (Beck-Gelnhaar und Bender-Rohrbach) für den Vertretertag in Pfungstadt und Zustimmung zu einem Anträge auf Erreichung einer bereits von ringfreien Brauereien zugeitan? denen Ermäßigung des Bierpreises wurde glatt erledigt, >o büß die Redner des Tages bald mit ihren Vorträgen beginnen konnten. Der Verbandsvorjitzende C. H a u st - Darmstadt sprach über D£ Bestrebungen und Ersolge der Gastwirte-Vereinigungen. & zeichnete ein klares Bild einer Reihe von Mißständen im Ga - wirtsgewerbe, wie das Zäpferwesen, und gab wertvolle ©in» zur Hebung der Lage des Gastwirtsgewerbes, genossen, cfesHich«r Zusammenschluß behufs Wahrung der Berühmteres,en und Einkaufs der Waren, insbesondere der Kohlensäure und der Minerotwässer aus den eigenen Betrieben des Rhem-Main-Haßwitto' Verbandes und empiahl schließlich Pflege der Einigkeit und Be- kämpiung der Interesselosigkeit. — Der folgende Redner, Direktor G. Hermann-Darmstadt, sprach über Besteuerung des Gwt- wirte-Gewerbes, die Schäden der Privat-Kostgeberei, Penlionai und PrivathotelS, des nahezu steuerfreien FlajchenbierhanbelS, die durch Wittjchallskonze,,ion beeinflußte WertzuwachSsteucr, bas Weinsteuergesetz mit seinen in den Wirtjchajtsbetrieb tief ein* ichneidenden Bestimmungen, die Einrichtung und Führung der Kellerbücherei, und schließlich über die Wohliahrtseinrichtungm des Verbandes, die Stcrbekasfe und die Haftpflicht der Gait- luirte für Personen- und Sachschaden, letztere durch Vclannkgavr von Haftvjlichtfällen und richterlichen Entscheidungen besonders beleuchtend. Ter Redner schloß mit der Aufforderung zu« Anschluß an die Gastwirts-Bereinigung jmb an die Verjichermrgs« 1 einrichttuigen. gezogen. ** ReichstagSstich 10 ahl. Wie uns mitgetetit wird, hat sich am Abend der Hauptwahl eine große Anzahl von Privaten von hier und auswärts telephonisch beim Kreis- amt teils nach dem jeweiligen Stand der Wahl, teils nach dem Schlußergebnis erkundigt. Es wird ersucht, derartige Anfragen bei der Stichwahl z u u n t e r l a s s e n, da auf sie umso weniger eine Antwort gegeben werden kann, als die Fernsprechapparate des Kreisamts bis spat in die Nacht hinein für die amtliche Feilstellung des Wahlergebnisses zur Verfügung gehallen werden nrüs,en. •• Wa y l c r o e rs a m m l un g. Ter Wahlausschuß für die Kandidatur Werner bittet uns, noch darauf hinzuweisen, daß am Sonntag abend in Steins Garten eine Wähler- oerjanmilung jlaufinbet, in der Fabrikbesitzer Schau in au n- Mülheim über: „Tie Industrie und die Sozialdemokratie* und Reichstagsabgeordneter Handwerksineisler Raab über „Der Mittelstand und die Sozialdemokratie* sprechen werden. ** Der Verbandsraa Hejsischer Hrivat - Lrchitekten findet dieses Jahr tun &, 9.t 10. April hier statt. Mit der Tagung beginnt eine VerbandsauS- tellung von architektonischen Entwürfen, die bis Ende April geöffnet bleibt und den Entwickelungsgang der in Hessen epflegten Architekturen darstellen soll. Zahlreiche Anmel- »ungen aus allen Teilen des Landes liegen vor, so daß )ie Ausstellung ein übersichtliches Bild der gegenwärtigen Kunstrichtung zu werden verspricht. ** Stadttheater. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß für jeden, der einmal herzlich lachen will, die Sonntagnachmittagaufführung des burlesken Schwankes „Die g o l- reneRitterzeit" eine ausgezeichnete Gelegenheit bietet — Die beiden Faustaufführungen am Dienstag und Mittwoch gelten als 20. und 21. Aufführung im Mittwoch- Abonnement. Beide Vorstellungen beginnen deshalb um 7 Uhr, auf welchen Punkt besonders hingewiesen sei. *♦ Kun st verein. Wegen des verspäteten Eintreffens der neuen Bilder kann die Ausstellung nicht wie vorgesehen morgen Sonntag eröffnet werden und bleibt noch einige Tage geschlossen. Die Gemälde „Frühling" von F. Blök- Antwerpen, „Vor dem Gewitter" von H. Kreysfig-Münä-en und „Wiesengrund" von O. Jung-Stultgart wurden verkauft; sie gingen in hiesigen Privatbesitz über. **Vom Kolosseum wird uns geschrieben: Gestern abend fand im Kolosseum die erste Vorstellung der Lichtspiele vor geladenem Publikum statt Der große, neu renovierte Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Vorstellung begann mit einem von Herrn Straub ge- prochenen Prolog, der lebhaften Beifall fand. Darauf olgten die einzelnen Nummern, die in bewunderungswür- >iger Weise, besonders durch Klarheit und -Plastik, an den Augen der Zuschauer vorüber zogen. Am meisten interessierte wohl die Aufnahme „Eine lustige Fahrtdurch, Gießen", welche als gut gelungen, trotzdem die Witterung bei der Ausnahme ziemlich trübe erschien, bezeichnet wer- den kann. Sämtliche Bilder wurden durch die Musik, Herr Kapellmeister Herrn. Weller, musikalisch lllustriert und bolerr desl)alb doppelten Genuß. Hochbefriedigt verließen die Gäste die Stätte der modernen Technik und wir dürfen wohl annehmen, daß die Darbietungen den vollen Beifall res Gießener Publikums gefunden haben bezw. noch finden werden. **Jhr25jährigesGeschäftsjubilLum feiert am Montag, 20. März, die Vtodewaren-Firma Alexander S a l o m o n u. C i e. Aus kleinen Anfängen hervorgegangen — das Geschäft wurde Ki^chenplatz 9 gegründet — hat es die Firma im Laufe der Jahre verstanden, sich zu einer der bedeutendsten am Platze emporzuarbeiten. Heute zeugt das prächtige Geschäftshaus Schulstraße 4 von der Große der Firma. Im Inseratenteil unseres Blattes dankt die Firma für das Vertrauen, das sie bei der Gießener Damenwelt genossen feit - Die allgemeine Fortbildungsschule in Gießen wurde vom Oktober 1910 bis März d. I. von 440 Schülern besucht. Die Leitung der Schule hatte, wie in früheren Jahren, Hauptlehrer Knauß. Die Entwicklung der Einrichtung hat sich dahin bewegt, daß man zwar an den allgemeinen Bildungszielen festhält, dabei aber an den Gedankenkreis dec Schüler anknüpfte und deren Berufstätigkeit zum Ausgangs, punkt ihrer Belehrung macht AuS diesem Grunde hat man die Besucher in 6 Gruppen mit je 3 aufsteigenden Jahres- klassen eingeteilt. Die Gruppen umfaßen: 1. Kaufleute und verwandte Berufe, 2. Metallarbeiter, 3. Holzarbeiter und im Baugewerbe beschäftigte junge Leute, 4. Nahrungsmittel- und Bekleidungsgewerbe und 6. Schüler mit ungelernten Berufen. Zweifellos laßen sich diese Gruppen bei stärkerer Zunahme der Fortbildungsschüler noch weiter spezialisieren, so daß man mit der Zeit zu reinen Fachklaßen kommen würde. In den 15 Klaßen der Schule wurde Unterricht im Rechnen, Lesen, Aufsatz, Geometrie, Buchführung, Wechsel- lehre, VecfaffungSkunde, Kalkulation, Berufs- und Material- künde erteilt. Am 16. Marz fand eine Prüfung dec fünf zur Entlassung kommenden Klaßen der Schule statt, die bewies, daß Lehrer und Schüler ihre Schuldigkeit getan haben und die entlaßenen jungen Leute gar manches gelernt haben maS ihnen im Leben von Nutzen sein wird. •* Die Besitzer von Luxuswagen, LuxuS- reitpferden, Automaten, Musikwerken und Fahr- rädern weisen wir daraufhin, daß bis zum 31. März die betreffende Steuer (Stempelabgabe) bei dem KreiSamt entrichtet sein muß, wenn man sich vor Nachteilen schützen will. - Besitz wechsel. Weißbindermeister Fink kaufte von j der Stadt 800 Quadratmeter Baugelände zu je 16 Mk. in Au» Heften. Abg. Dr. Stresemann in Mainz. Am Mittwoch hat Reichstagsabg. Stresemann in Mainz in einer Rede sich gegen die „Wormser Ecke" gewandt Die parteiamtliche „Ncttionallib. Korresp." verweist darauf, daß seine Ansick)ten auch die Ansichten der nationalliberalen Parteileitung seien gegenüber den Angriffen, die von der „Wormser Zta." gegen die Führer der Partei erhoben worden seien. Dre Korrespondenz druckt u. a. folgende Stellen aus der Rede Strefemanns ab: Die „Wormser Ztg." hält sich für berechtigt, die Mitglieder der Reiic^tagsfraktion und die Führer der Partei Tag für Taa nicht nur sachlich, sondern auch in persönlich verletzender uno absprochender Weise anzugreisen. Wenn aber die so angegriffene Parteileitung sich dazu anschickt, ihren Standpunkt im Hessenlande W vertreten, dann wird der Vorsitzende der Hessischen LandeS- partei dagegen um Hilfe angerufen und man droht mit den Folgen, die nun eintreten würden. Es ist ganz selbswerstänblich, daß sich die Parteileitung baird) solche Drohungen nicht davon znrückhalten lassen wird, ihren Standpunkt zu vertreten. Die heutige Rede entspricht einer Anregung des geschästsführenden Ausschusses der Nationalliberalen Partei, der es als seine Pflicht angesehen hat, hier in Hessen einmal die Stellungnahme der Partei in den Kämpfen der Vergangenheit und Gegenwart darzulegen. Dr. Strefemonn ging alsdann in etwa 1t/,stündigen Ausführungen auf die Haltung der nationalliberalen Frak- Aus SiaOt uno Land. Gießen, 18. März 1911. ** Tageskalender. S t a d 11 h e a t e r: Sonntag nachmittag 3*1, Uhr: ,Tie goldene Ritterzeit"; abenüs 71/, Uhr: „Heimat." Kolosseum: Samstag abend 6 Uhr: Eröffnung bet Lichtspiele. Kinematograph: Neuer Spielplan. Biograph: Neuer Spielplan. Ausstellung der Alicejchule (Kirchstraße 20) Sonntag und Montag 11—b Uhr. W a h t e r v e r s a m m l u n g für bie Kandidatur Dr. Werner Sonntag abenb 8*/, Uhr in Steins Garten. Redner: Fabrikant Schaumann -Mülheim und Reichstagsabg. Raab. A n l a g e m u s r k am Sonntag vormittag U1/, Uhr in der Süd- Anlage. Spielplan: 1. Ouvertüre g. {Operette: „Banditenslreiche* von Suppö; 2. Fantasie a. d. Oper „Tlignon" von C- Thomas; 3. Hommage ä Saiut-Sauis von Louis Lombard; 4. Marjch aus der Oper „Faust* von Gounod. *• Lehrerpersonalien. Ueb ertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Diefenthäler aus Spiesheim Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Herchenhain. ♦* Steuerpersonalien. Der Steuerauf- feher Peler Eugert zu Als,eld wurde an das Hauptsteueramt Mainz versetzt und Ludw. Bender aus Alsfeld 3um Schreibgehrlfen bei dem Finanzamt Alsfeld ernannt. **DieErlaubniszurEinsuhrvonSchlacht- v i e h aus Frankreich nach Hessen wurde vom Ministerium des Innern mit Wirkung vom 18. März ab zurück- Deutsche» Aeich. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeichng" schreibt: Dem Vernehmen nach macht dre Kaiserin die Fahrt nod) Korfu gemeinsam mit dem Kaiser; demgemäß wird sie trotz ihres angegriffenen Gesundheitszustandes bei der Unterbrechung in Wren an dem Besuche des Kaiser Franz Josef teilnehmen. Prinzessin Victoria Luise begleitet die Eltern nach Wren und Korfu, ebenso mack)t Prinz Joachim die Reise nach Wien mit, da der Kaiser Wert oarauf legt, dem Prinzen den Paten vorzustellerr. Im R e r ch s j u st i z a m t fand am 15. März eine Beratung mit Sachverständigen und Vertretern des Verbandes deutscherLohnfuhrunternehmer und des Vereins deutscher Straßenbahn- und Kl ein b a b n vermal t u n g e n statt, bei der es sich namentlich um die Ausdehnung der reichsgesetzlichen Regelung auf die Haftpflicht für Sachbeschädigungen und die besonderen VerlMttrisse der Straßenbahnen handelte. Die Sachverständigen waren grundsätzlich mit den von dem Reichsjustizamt gemachten Vorfchlägen einverstanden und haben auf weitergehende Wünsck)e im Interesse des Zustandekommens des Gesetzes verzichtet. , „ c , Von neuen Anträgen im Reichstag sind bemerkenswert: Zur zweiten Beratung des Haushalts des Reichsamts des Innern beantragt das Zentrum die verbündeten Regierungen um Einbringung eines Gesetzentwurfs zur Abänderung des Gesetzes, bett, bas Viehseuchengesetz vom 26. Ium 1909 zu ersuchen, in welchem bie Entschäbigungspflicht bes Staates cmsgedehnt wirb aus Viehverluste, welck>e burch Maul- und Klauenseuche und deren Folgen hergeftihtt werden. — Zum Haushalt für das auswärtige Amt beantragen bie Sozialdemokraten und die fort- 'chrittliche Volks Part ei den Reichskanzler zu ersuchen, mrch Anknüpfung von Verhandlungen mit England dre A r m ee - und Marinerüstungen zu beschränken. Der Bittschriften-Ausschuß bes Reichstags hat eine Bittschrift bett. Festlegung bes Osterfestes bem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen und folgende Entschließung angenommen, den Reichskanzler zu ersuchen, durch geeignete Maßnahmen dahin zu wirken, daß entsprechend den Beschlusien des Handwerker- und Gewerbetages und bes deutschen Haiidelstags bie großen zeitlichen Schwankungen des Ostersestes beseitigt und bad Osterfest aut einen bestimmten Sonntag sestgelegt werde. wart der Prmzessiu Latikia, deS Herzogs von Genua und des Finanzministers Facta als Vertreters der Regierung imb der Vertreter Roms und Florenz eine Gedächtnisfeier abgehalten wurde. Sodann vereinigte ein großes Bankett auf dem Gelände der Ausstellung 1911 die Bürgermeister und die Spitzen der Behörben. c AM in Mailand, Bologna, Genua und m trnderen Städten wurde der Tag festlich begangen. Staatssekretär Grey Lbe^die Schieüzgerichtzsrage. In London fand am Freitag abend daS JaHresbankett der Internationalen Schiedsgerichtsliga statt. Sir Edward Grey führte aus: Ich bemerke, daß einige Worte, welche ich neulich geäußert habe, so ausgclegt wurden, als ob ich behauptet hätte, daß ein allgemeiner SchiedSgerichtsver- tr ag zwischen zwei großen Nationenglei chbc de u- tenb mit einem Desensivbündnis sei. Wenn em allgemeiner Schiedsgerichtsverttag zwischen zwei großen Nationen abgeschloffen und feste Wurzeln in bem Empfinden der Bevölkerung beider Lander schlagen würde, dann aber eines von beiden im Lause der Zeit infolge eines Stteites mit einer dritten Macht angegriffen werden sollte, in welchem Stteit dieser dritten Macht eine schiedsgerichtliche Entscheidung vorgeschlagen und von ihr abgelehnt worden wäre, so wurde meiner Ansicht naa) sicherlich eine starke Sympathie zwischen ben beiden Mächten bestehen, die den Schiedsgerichtsverttag miteinander abgeschlossen haben. Aber das ist eine Angelegenheit, die von der ösfentlichen Meinung ab hängt. Die Bedingung oder Bestimmung eines Descnfwbüno- nisses aber in den Schiedsgerichtsvertrag einstigen, hieße seine Aussichten hier und anderswo verschlechtern uno könne sogar andere Länder zu der Annahme verleiten, daß der Vertrag zwischen ben betten Mächten gegen eine ober mehrere der anderen Mächte gerichtet set. Das würde seine mögliche Wirkung^ auf bie Verminderung der allgemeinen Rüstungsausgaben vollständig vernichten. Wenn der Schiedsgerichtsverttag zwischen zwei großen Landern geschlossen wirb nach ben Grundlinien, wie ihn der Präsident der Vereinigten Staaten als möglich entworfen hat, so lassen Sic ihn von beiden beteiligten Mächten ohne Hintergedanken abschließen, aber lassen Sie die Akächte keine engen Grenzen setzen sür ihre Hoffnung auf die wohltätigen Folgen, die auS bem Vertrage im Laufe der Zeit sich ergeben können. Folgen, bie, wie ich benle, sich weit über bie beiten in Bettacht Eonunenten Länder hinaus ausdehnen müssen. Die Wirkung von dem gesetzten Beispiel auf die ganze Welt würbe unbebtngt wohltätige Folgen haben müssen. Ein gutes Beispiel setzen heißt hoffen, baß andere folgen werden. Wenn andere Mächte folgen, so wirb es schließlich envas wie eine Frietensliga geben. Diese Dinge müssen stcb jedoch den Weg durch ihr eigenes Gewicht bahnen können und nicht erzwungen werden. Man muß den Ansang machen, bevor es irgend einen Fortschritt geben kann. Hat man begonnen, so mutz bas Tempo bes weiteren Fortschritts von ten Umftänben ab- hängen und davon, baß Ebbe und Flut in ten Gefühlen und Steen ber Menschen sich nicht zergliedern lassen und Dinge zu einer Zeit möglich machen, die zu einer anderen unmöglich waren. Ich möchte aber bie Jte-e Tafts nicht beschwören burch zu vieles Grübeln barüber, was alles aus ihr entliefen könnte. i« E A8 h'°- u° ÄH Hrtz MhrilL ?“8 wb r„' °> «iL 2*1» »«len Iti.™ ™ ^ntttljt,, ™e‘°'Oe|'k '* M etn;-. ,he»« 8. 8,i; ^Wltbn lo, Nt-n Wellung t* 7 a^be, li 6 oyuiit. xt •” vlraub anb. Aerungz^ W an bti J1 meislen u> Sahnduiz ‘bitfflittennJ bezeichnet at> >l.e Musil, htn nccl unb bvlki verliehen &.» nb mir bür - , dollen Beijai rezw. noch p» bilLumfe^ Alexander »ervorgeganga irinbet - >„ -n, sch zu n-i: n. Heute von bei Qiir alles banh iehenei Xair,.- chule in (Sie; )n 440 Scbiic nie in srü^ I bet Tinich - ben flügemc: • Kedanlenkitii!c juni 3lu8gar> ßrunbe Hai:. iigenben ßab:;■ t: 1. fofyaibtitn ••'- laiianigSmiUtA lt UtVJtlflWflT n bei Wwt , tt . Mstn tomm ;bt Mkwch! tu ührung, z. unb Nltwl, Prüfung ki v. ule Halt v. «• gleit fltl igen, 8»l‘v r(en unb uc;t' zum 31. -li:l bei bem fitttk teilen chüP'- . jtinf laustem zu je 16 iU d« ■*> Erlösche" 'st ibetg. wä! Lnbe vu' chiM^ei hcude?Nl., £;< LtzkL- «LZ i«intÄ ; 6imoIel <^nl SÄ; xKrZ g U^.Sl^’^ ÄS T, durch ^tei^ etartrnbur« unb Nhi'n heften. rm. Darmstadt. 17. Mir, In der heutigm Siöung bn Stadtverordneten wurde der Voranschlag i ü r 1 9 11 zu ßnbe beraten. Aus eine Anregung des Stavev. Bastion ettlflrtc der Vorsitzende, Oberbürgermeister Dr. Glässing, daß man gerne bereit sei dem Wunsche, bei den Stadtverordnetensitziingen Titulaturen gegenseitig wegzulassen, nachzukommen. Man beschlotz ferner, daß in Zukunft auch daS biefige sozialdemokatiiche Blatt die Bekanntmachungen erhalten soll, n>as einen Mehraustvand von 1000 Mark verursacht. W Darmstadt, 17. MSrz. Der Maler Hans Pellar in München ist von dem Großherzog als Mitglied der Darmstädter Rünfllrrtolonie unb zwar für die dekorative Malerei und Flächenkunst berufen morden. Kleine Sageschronik. „Daily Chronicle" zufolge wurden in Vancouver in Britisch-Columbia, am Tulameenfluß zwischen Granite-Creek und Princeton Diamanten in solcher Menge gesunden, daß der Abbau lohnend erscheint. Nach amtlichen Meldungen bilden die Schichten, in den sie lagern eine ähnliche Formation ro«e €ie von Südafrika. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Ohsginb reich an Diamanten ist. fianbeL — Welthandel. >er Außenhandel der nachstehend genannten vier Staaten ha» int Jahre 1910 bedeutend ar. Umfang zugenommen. Der Wert der ein- und ausgeführten Waren hat in den letzten zwei Jahren betragen (in Millionen Mark): England 1909 : 20 459, 1910: 22 624; Deutschland 15121 (16 076k Vereinigte Staaten 13 456 (14 395); Frankreich 9 571 (10 212). Für die vier Länder zusammen stellt sich die Zunahme auf 4700 Mill. Mk. oder rund 8 Prozent. Davon entfallen auf England 2165 Mill. Mk. — 10,5 Prozent, auf Deutschland 955 Mill. Mk. — 6,3 Prozent, auf Amerika 939 Mill. Mk. — 7 Pro;, unb auf Frankreich 641 Mill. Mk. — 6,8 Proz. Tie stärkste Zunahme hat hiernach der englische Außenhandel erfahren.____________ Die nach- A np7fp *’nd am Sonntag dem 19. Mtire »lebenden Avl/ilü von 1Uhr iniliag« bi u .. uae.iii- nur liir dringende fälle eicb-r anz.ntreflen : D ,e/w Dr. Schäffer, Plockstr 9. — Dr. Steinreich, Neuen Bäae 22. 1---■■ "l!_________________ - — ---- ■ .1 . ? lürdtlicbe Tlncbricbfcit her evangelischen Gemeinde Büdingen. S o n ii l a q O c n l i, den 1 9. M ä r z: Vormittag« 10 Uhr: Piarrcr Gödel. l'oumltaqS 11'/, Uhr: Kmde»gottesdiensL OladinvilnnS 2 Uhr: i:unter edjäier. Tie Wmi-MDod)e hat P'arrer 2chät sämtlich tu Dtstrikt Hailob der Sornwarlci Langd. Dao Nutz iolz touuni gegen 1 Uhr zum Auogeboi. '.'labere Äuotunsl erteilen die Gr. Soruwarte Flohr zu Langd, Zimmer zu Ulm. Jacob zu Ltornielo und Schmitt zu Eichelsdorf. Dieselben sind angewiesen, das Holz auf Anmeldung rwrzuzeigcn. Slannnholz- verzelchntsje tönueu von der unterzelchneten Behörde kostenlos belegen werden. Etchelodork, den 16. März 191L Grouherzogliche Cbcrförftcrel EichelSdorf. Verkauf von Nutz« und Brennholz aus dem UniverfitätSwalde bet Ealderu — Stalion der Bahn Marburg—(Lreuzthal. DW, Königliche Unioeriitätskaste. Mittwoch ben 22. März 1911, von morgens IO1/, Uhr an, foUcn in der Siegfried'schen Wirtschaft zu Caldertt und zwar au6 den Joslorten L 2, 3, 4a, 5a, 5b, 6, 7a, 9a Lausekuppel, Kemberg, Grube lMtchelbacher Seiles» Knochen' belle, Fraltzosendrücke, Grube, Stemmetzetche und ülui Stedeield össentlich melslbteleiid vertäust werden: n , m (Sutcu: 76 Llamme L—IV. Klaffe von 2—7 Mir. Länge, 80—61 Etui. Durchmesser mit 34M Fstm. — vorzügliches Schrcliier- h0U —, 153 Stamme V. Klasse von *46—10 Ntlr. Lunge, 15—29 U-im. Durchmesser nut 3L29 Fstm., 22 Derbstangen L—11. Klasse, 4 3tin. Stuhscheit 1. Klasse, 1 Mir. lang, gesvalten — Küserholz —, 37 Rm. Scheu, 74 ÖIul (eiaminlnüppeL 20 Rm. Ästknilppel, 715 Rm. Reis 11L »lasse, . Ä1 Grubenholz in stempeln: 90 Stück von 2,2 Mtr. Lange, 18-21 Ulin. Zopsstärke mit 6M2 Fstm., büO , , iW , , 14-18 » - » - 490 , » 44 * w 11 14 ■ * r 1^'^46 „ 450 , „ 44 , , 7—11 , , 8»861 „ Buchen: 14 Rur Scheit, 250 Rm. StammknLvvel, 1410 Rm. Rel» 111. Klasse. Ltichcu: 3 Derbstangen I. Klaffe. Hainbucheu: 2 Rm. ^Ruhscheit II. Klaffe. Erlen: 1 Stamm IV. Klage von 3 Ulitr. Länge, 34 Ctm. Durchmesser mit 0,27