Nr. 225 In •le^tner Sejtlpi erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentiici» GktzenerFamllknhläNcr irotinml ivöchenil.Xreir- blal,1är6tnKr na li, cd 75 viertel- ädllich Mk. IM. durch ..dhole- u. Zlveigstellen monatlich to Pf.; durch Erstes Blatt 161. Jahrgang Freitag, 22. September 19tf GietzenerAnzeiger B ■ A ■ verantworlitch |ur den w.™ politisch«TÄ: August General-Anzeiger für Gberyejsen gäs Hotafionsbrud und Verlag öer vrühl'schen Untv.-Vuch. unö Steinörucferet R. Lange Revattlon. Lrpebiliön und vratfere«: SAiilffrafie 7. den _____ Bübingen: Fernsprecher Nr. 50 Leschäftrftelle Bahndofsirahe |6a. Anteig'enieii: *o. veck. Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten. Der Ausruhr in Spanien. Die Zeit, in der nach Spanien bie Schatze der ganzen Erde flössen, ist mit der Verkleinerung des spanischen Kolonialreiches dahin. Auch die Nachkommen der Konqui- stadoren sind in der heutigen Zeit geztvungen, zu arbeiten; die spanische Negierung hatte daher das Volk zur Arbeit erziehen und ihm Arbeitsgelegenheit schaffen sollen, wollte sie es verhüten, das; das beschäftigungslose Polt, alles Hell von dem Umsturz des Königtums erwartend, sich gegen sie erhob. Freilich sind Versuche genug gemacht worden, auch in Spanien die Grundlagen für ein wirkliches Erwerbsleben zu schaffen; nur fing man eben die Lache von der falschen Selle an. Tenn auf keinen Fall durfte man eö zulasfen, daß die überaus zahlreichen Mlöftcr zu Fabrikbetrieben wurden, die mit Hilfe der ihnen für einen „Gotteslohn" zur Verfügung stehenden büligeu Arbeit«? fräftc auf vielen Gebieten eine industrielle Konkurrenz nicht aufkommen ließen. Allerdings schützen die Klöster die zahllosen Arbeitslosen und Müßiggänger auü freiem Willen vor dem Hungerwde. Seitdem sie aber im vorigen Fahr zum größten Teil ausgehoben worden sind, sind aus den Leuten, die bis dahin im Kloster arbeiteten oder in der Älofterfüche aßen, revolutionäre Elemente geworden. Wie mit Ausnahme von Katalonien (Barcelona), wo sich feit einigen Jahrzehnten ein wirkliches Handels und 3nbuftnelcben entfaltet hat, in Spanien von Handel und Industrie nicht viel die Rede feilt kann, fo steht es auch auf dem Gebiete der Landwirtschaft. Auch hier trifft die Negierung ein großer Teil der Schuld. Denn unter der Konkurrenz des ausländischen Getreides, die die Regierung duldete, mußten die Getreide bauenden inneren Provinzen Spaniens verarmen. Weite Landftreäen find infolgcbcijen brachgelegt worben, und von unter den Pflug nehmen weiteren Gebietes tann heute nicht die Rede fein. Kein Wunber also, wenn der' Mangel an ErwcrbSauellen die Spanier zur Auswanderung treibt, trotzdem die Bevölkerung Spaniens fo dünn gesät ist, daß durchschnittlich nur 40 Personen aus einen Quadratkilometer entfallen. Und von diesen kehren in letzter Zeit noch alljährlich etwa 100000 dem Vaterlande den Rücken, und das sind, wie auch in anderen Ländern, gerade die arbeitfamften und arbeitsfähigsten Elemente! Weben diesen wirtschaftlichen Gründen spielen bei dem jetzigen Aufruhr in Spanien noch zwei politische Momente eine große Rolle. Katalonien, und namentlich Bareelona, ist zwar eigentlich nie ruhig gewesen, einmal, weil diese Provinz separatistische Gelüste hegt, und dann auch, weil die spanische Regierung es bisher für unnötig hielt, die X!agc der dortigen zahlreichen Fabrikarbeiter durch eine entsprechende Sozialgesetzgebung zu bessern und zu er leichtern. Sie öffnete damit dort einem Anarchismus Tor und Tür, der allzeit bereit ist, zu rebellieren, falls sich dafür ein günstiger Augenblicl findet. Und dieser schien jetzt gegeben. Tenn der Umsturz der Monarchie in Portugal und bie jetzige Anerkennung der Republik durch die Mächte ließen in dein so wie fo recht demokratisch gesinnten spanischen Volke die Begeisterung für diese Liuatsforin in hellen Flammen empvrlodern. Zweitens aber findet das Vorgehen der Regierung tu Marokko keineswegs die Billigung des ganzen spanischen Volkes Zogen boen, als der Ministerpräsident CanalejaS die Cortes im Iunt dieses Jahres aufgelöst hatte, bie rcpubliianiicbcn .u geordneten von Provinz zu Provinz, um in jeder Stabt Brandreden gegen bas marokkanische Abenteuer zu halten, llnb mit Recht. Tenn das finanziell zerrüttete Spanien ist weder in der Lage, die Kosten der Besetzung eines weiteren Siuckee in Marokko auf sich zu nehmen, noch fein Marollogebiet erfolgreich gegen oav l;abiua)tige Frankreich zu verteidigen. Es droht daher dem fpanischen Volte nicht nur eine weitere Steigerung der schon setzt uncrb^r.eit Steuerlasten, sondern auch, wie die im Verlauf der Marotkoafsäre schon mehrfach zutage getretenen Differenzen mit Frankreich beweisen, wahrscheinlich in abiehbarcr Zeit eine lnegerische Auseinandersetzung nut der b.nachoarien romani chen Schwesternation, was wiederum eine Erhöhung der Steuern bedingt, will man Frankreich wohlgerusiet gegenübertreten. Es ist wohl kein Zufall, daß die revolutionäre Bewegung von Bilbao aus ihren Anfang nahm, wo sich der Sozialist Pablo Iglesias, die eigentliche Seele des Aufstandes, und sein republikanischer Freund Seriano lange genug aufhielten, um von diesem sehr geeigneten Punkte aus das revolutionäre Feuer anzuschüren und den allgemeinen Ausstand nach einem wohlerwogenen Plane vor- §ubcreitcn. Heute soll dieser nun beginnen und den bisherigen ganz unerhörten Unruhen bie Krone aufsetzen Tie yiegierung hat bcmgcgcnübcr bie Grundlagen der Verfassung für ganz Spanien aufgehoben, also über Spanien den Kriegszustand verhängt, unter dem z. B. bie Versammlungsfreiheit beseitigt ist und revolutionäre Straftaten nicht von ordentlichen Gerichten, sondern von mllitäriscyen Standgerichten in sunimarstchem Verfahren abgeurteiu werden. Cb unter dieser Trobnng der allaemcine Ausstand wirklich ausdrich:, will uns, insbesondere bezüglich Madrids, wo sehr energische militärische Vortehrungen getroffen sind, fraglich erscheinen. Tenn die letzten Nachrichten aus den Provinzstädten lauten heute schon etwas günstiger, als noch vor wenigen Tagen. Zwar beiinbet sich noch Bilbao, Barcelona, Saragossa, Sevilla, Valenera usw. in Hellem Aufruhr, so baß der König die geplante Reise nach San Sebastian auf geb en mußte, aber bie Unruhen haben wenigstens keine weitere Ausbehuung erfahren. In der Hauptsache wohl deshalb, well man im ganzen X'anbc politisch verdächtige Personen verhaftete und durch militärische Maß nahmen für Aufrechterhaltung der Crbnung in den vom Aufstand noch nicht infizierten Städten sorgte Sollte aber trotzdem heute der allgemeine Ausstand in ganz Spanien aus brech en und es dabei zu revolutionären Ausschreitungen kommen, so wird die Regierung - daran ist wohl laum zu zweifeln — mit Hilfe der anscheinend durchaus zuverlässigen Armee seiner Herr werden, zumal General Lveyler feiner ganzen Vergangenheit nach als ein Mann von größter Energie bekannt ist, der keinerlei Schonung kennt. Aber mit der Niederwerfung des fetzigen Aufstandes wäre für Spanien nicht viel gewonnen, wenn die Regierung aus ihm nicht bie Lehre, zieht, daß es fo liste bisher in Spanien nicht fortgehen tann, foll nicht schließlich doch König Alfons das Schicksal Muiiig Manuels von Portugal teilen. Nur auf dem Wege eingreifender Reformen auf allen Gebieten ist es möglich, Spanien die dauernde Ruhe zu sichern und den Bestand der Dynastie zu festigen. Madrid, 21. Sept. Zn dem Volkshause wurde gestern nachmittag eine Haussuchung Dorgenommcn. Zwifäsen mehreren Gruppen, die sich vor dem Gebäude angefammett hatten, und Polizeibcamten tarn es zu leichten Zusammenstößen. Ter sozialistische Stadt rat Q n e i» d o wurde verhaftet. M a b r ib, 21. Sept. Eine Wiederauf nahmeber Arbeit macht sich in bet Provinz bemerkbar, jedoch bauert bie Agitation in den Provinzen Gijon und Valencia fori. 3n Zauva warfen die Auflandigen mit Sternen nach den Truppen, die darauf Schüsse abfeuerten. Eine Zivilperson wurde getötet, vier verwundet. Um marofto. Ti.' „Verständigung r. . » ..gum aber sicher näher Daran ändern auch die beiderseitigen *uij^sntcruitgen nichts mehr. Ter Stand btt deutschen Banken. Tic „Nordd. Altgem. Ztg betont gegenüber den in letzter Zeit im Auslände Dcruicitdcn Nurnrichlen über bic finanziellen Verhältnisse und den Stand der Banken in Deutschland, daß diese burcuiv/g i dcr B gründung entbehren und zumeist auf direktes ll edel wollen gegen Teutschland zurüuzufuhren sind Sie führt u. a. aus. Die jiuanziclle Lage Teutlchlands erwies ihre Widcrstauos- fraft in der leytcn Zeit zur Genüge bann, daß die hierher ge- ocbencii ausländischen Guthaben, die ausang 1911 aus saß 600 Mukionen geschützt würben, bii auf eütnt geringen Bestand zurückgczahlt wurden, ohne bah der hiesige Geldmarkt irgendwetä.e Erianrttcrung erlitten Hot. Im übrigen banbcUe es sich dabei — wiederum im Gegensav zu den Ine ruber verbreiteten Meldungen — kemesivegs um Künotgungen des Auslands, sondern lediglich um ohnehin faltige Verbindlichkeiten. Es ist damit zu rechnen, daß der diesmalige C u a r t o 161 er m i n sich für uns vielleicht ich>p,criger gestaltet als sonst aber Befora- uiffe außergewöhnlicher Art brauchen wir nicht zu hegen. E» muß daher nut aller Entschiedenheit gegen bic Nachrichten Front gemacht werden, die den Stempel der Böswilligkeit auf der Stirne tragen und nur dazu benimmt find, gegen untere Finanz- und Wirtschaftslage im Auslande Stimmung zu machen. Beunruhiguug der Pariser Börse. In Paris, wo man so oorii.i nver o.utfche Verlegenheit gejubelt hatte, muß man nun zugeben, daß „eine gewisse Geldklemme" gerade auch in Frankreich herrschte. Eine Note des „Mattn" erklärt: Tie im Auslande verbreiteten Behauptungen über eine beunruhigende Lags des Pariser Geldmarktes entsprechen nicht der Wahrheit. Wenn kiirzltch auch eine gewisse Geldklemme herrschte, welche man der durch den Gang der deiltsch-franzöfischen Verhandlungen geschaffenen Ungewißheit zuschreiben muß, so ist es doch ivieder normal geworden. Ter Ministerpräsident und ehemalige Finanzminister Eaillaux und der jetzige Finanzmiiiister Kioy haben sich durch eine rasche Untersuchung davon überzeugt, daß bic Reportsätze für bic nächste Ultimoliquidation niedriger fein werden als bei der uorangegangenen Medioliquidaltou und daß der Pariser Platz nm Ende dieses Monats alle nötigen Kapitalien zu feiner Verfügung haben wird. Optimismus in Paris. Paris, 21. Sept. Ägencc Havas.) dlachdem die gestrige Unterredung zwischen dem Botschafter Eainbon und Dem Staatssekretär K i d c r l e n - W ä ch t e r die Neigung Teutschlauos bestätigt hat, den Boden einer end- gülugen Verständigung mit Frankreich über Marokko zu suchen, kann man der Ansicht fein, daß nach Prüfung des deutschen Standpunkte?, dem sich die französische Regierung in diesen Tagen widmen wird, und nach der endgültigen Ausarbeitung au point der vorliegenden Formeln ein Einverständnis wird erzielt werden können. Vom öigarrenarbeiter jum (öpernbirettor. Mit erwartungsvoller Spannung buch London bei Er- öffnuna der neuen großen Ham mer stein Lper enlgegcn und inzwischen beschönigt man sich eifrig mit bei Pcrs'önllchkeit dieses uncrnuiblid)en Tbeatern.auncs, bei ein Rieieuunteriiehmen nach dem anderen geschallen bit und jeut sogar nicht davor zurück- schreckt, Riescnsummen riir die Möglichkeit zu opfern, das eng tische Publillim m großem Stile zum Cperngenuß zu erzichen Eine englische Zeitschrill bat be i vielgenannten Tuetior befragt und dabei cnäbrt die Welt, daß L s c a r v a m m e r ft e i n , bei als Vorbild großzügigen ameritamschcii Untcriiebmuugsgeines jo gern genannt wild, kein Amerikaner ist, sondern — was übrigens schon lange bekannt war — ein Deutscher, ein richtiger Ber- liner Junge, der in der Rcichshauptstadt geboren luib er zogen worden ist. Er kann aber and» auf einen romantischen Lebenslauf zurückblicken, denn fein erster Schm: in den Kamp' ums Tasein führte ihn als lü jährigen Iungeii in eine Zigarren- tabrit und als kleiner Zigarrenarbeiter, als Anfänger und Lehr fing, begann er feine Laufbahn. „Ja," fo erzählte Hammerstein feinem Befuckcr. „mein erstes selbstverdientes Geld erwarb teb m einer Zigarren'abrll. Ich war von zu Hause öurdigcbranni Die Gcfdnmtc in im Grunbc sehr einfach. In Berlin wurde id) geboren und erzogen: als id) aber 15 Jahre alt war, veranlaßicn mich einige itrcnge Map nahmen meiner Eltern, mein, schöne Violine nh 140 Mark zu verkaufen und mit diesem Schatz in der Brustta'd e dem Heim meiner Kindhellsei iiinerungen Lebewohl zu lägen Bis nach Liver Pool schlug ich mich durd', dort ging ich an Bord eines alten «eg l- idiffcs, des „Zfaae Webb", um bic Fahrt nach Amerika nn;a treten. Tret Monate wahrte diese Reise, unb als .ar endlich die amerikanische Küste erreichten, hatte ich glücklich nod) 10 Schilling in dec Tasdie. Gleich am nächsten Morgen machte ich mid» auf bic Suche nach Arbeit, fand eine Gelegenheit, wo Jungen rrenarbeiters erlernen konnten,.wurde auch mit einem Wochenloyu von 10 Mark angcfkllt unb ’äb mim müll bereits auf Dem Wege zu meinem Glück." Tie Tabakinbustrie war es auch, bie Hammerstein die ersten größeren Einnahmen brachte unb ipater die Gelegenheit gab, feinen ^ieblingsplan m verwirklichen: Thmterdirektor zu werben. Als richtigcr^Bcr liner hatte er ein offenes Auge, ein gewi fcS erfinbernd*.•? valent ivar ihm angeboren und halb begann iid) der «inn beS iungeii Zigarrenarbeiters mit dem Plane zu befch^lligen, bie >>anbarbeit dec Zigarreninbustric durch niechaltlfche virbeuslciiningcn zu er fetzen. ,^d) fctzic mich hin und begann, c.nc Maschine zu en: werten, bie imitaiibc fern sollte, Zigarren t mai .ii und die Handarbeit zu ersetzen, llnb id) hatte auch Girat. Beub war der Apparat fertig und ein gefchastsschlauer danken bezahlte mir 20000 Mark mr meine Erfindung; für ihn wurde sic bald eine Goldgrube." Tifi er erste Erfolg stackrlte den Erfiudcrehrgeiz des jungen Mannes naturgemäß doppelt an; „ich fuhr fori, zu erfinden und es dauerte nicht lange, da hatte ich eine meiner besten Maschinen criunöcn: einen euwarcu zur Emnvvung Der Tabaks- blätter. Das Entrippen war damals eine komplizierte Arbeit, Da bic Meiier an den Rivven immer idm eil abrtumpftcit. Tas Problem nar nicht ;u lö'eu, bis mir ber glückliche Irin fall kam, einen Avoarai zu bauen, der anstelle ber Men er Sagen verwendete. Meine Maschine war imstande, bic Blätter ju cut- rippcn, lie abzuzahlen, in Bruidel von 5"u;b nur ein Bruchteil Der Aro.n, di item anternabm. In der Tat beiiyt er gegen 80 Patente mr die ver'chikdenarttg'tcn Eritnbungen, unb er erzählte fernem Mudtcr aud', daß nod» heute Die Veicha'iigung mu derartigen Problemen »eine bene Erholung iei. Zinrncr in cs dann Die Tabak- mDuitrie. Der er seine Mußeimnoen wrornet, wenn bic Tbeatei sorgen ibn ermüdet traben Als der Beiucher seine Verwunoerung darüber ansivrach, warum Stammet ft ein immer wieder zu i einen gioteu gewagten Theater»pdulaiIonen zurüdiehre, wahrend feine EninDungen ihm Dodi eine io gute Einnaumeauelle boten, baue der alte Lheatermann nur ein fidnelzucken eis Antwon. „Sehen Sie, das Tabakge'chä't ist Proä. Die Leitung einer £pcr Vocue. Ich hatte von Yln'äng an eine Leidenschait mrs Tbcater Kaum hatte id» in Der Tabakbranche Gelt» verdient, io benutzte ich es auch ichou zu TheateruMernehmungen" SZne Lau'babn als Tllekror tat Hammerstein übrigens auch in Ämtrifo, m Reuvork, wo Bowcry vachtctc unD hier eine Zntlang DnitfdK Schau-wele aullührte „Toch 0-as ist lange her und geckah m Den Inten, ba tdi ;um ersten Male mu meinen Erllnoungen Geld vcrDünr hakte. „Ja, ich weiß, Theatergnuwungen unb riskant. Unter- nehmu.rgen Vor 16 ober 17 Jahren baute ich am Vroadwao em vaia'iahnlicycs Svernlraus, iro u'. große Etnrn und prächtige Hamits ivielen lallen wollte. Ich gab Riciewummen^auL, aber der Erfolg kam mcht. Tann ließ iü» in Dem saufe Schau'piele am führ en, in Denen Frau Beere als Star caicrai. Aber eie Einnahmen blieben audj nun aus. Ta wandelt: idr Dcä^Ib:a;ei kurzem!chloffen in ein Variete um, und von c.aem Tage an wurde Die Kaffe allabendlich belagert und bestürmt. Die Gc- id,id-te Dio'cs Theaters ist üxrj erzad.t: Erst war es Äeyerbeer unb ichiicLlich Lagerbier — rmd das machte b:n großen Erfolg." Fast mu aden berühmten Künstlern feiner 3eü ist vamm.r- ftein im Laufe seiner Zänjfeu als Theateroirekror in Berührung gekommen, unb er wc»b manch- luingc Geschichte, insbefonderd über Den 'Aberglauben berühmter Ihtmtlcrinnni zu erzählen. „Eine unserer berühmtesten Primadonnen betritt niemals die Bühne, ehe sic nicht Dreimal einen Dolch auf den Boden geworfen bat. Bleibt Die Klinge Dreimal im Holze stecken, fo ist Das ein gutes Vorzeichen, »ie wird sicher gut singen und einen großen Erfolg haben. Fall! Der Dolch aber um, »o ui bic Künstlerin den ganzen Abend unruhig unb kommt aus ihren Aengsten nicht heraus. Eine andere sehr bekannte Sängerin hat bei nur nie Die Diele beirrten, ehe ich ihr nicht em Schuiingstuck gegeben hatte, oas sie währeno ter ganzen Vorstellung trug MerkwürDig »st übrigens die weit- VciLrcitctc abcrgläuuiiu e .\oneigung, die Sangcrmuen gegen Die grüne Farbe haben. Ich kenne eine ganze Reihe hervorragender JtnnftlCiinnen. Die urun wie Gift meiden uno alle Cpern ha'ien, wo grüne Räume und grüne Szenerien Vorkommen " — Tas Erdbeben auf der Bühne. Aus London wirb berichtet: Tas erste große Ereignis der nun cmfeBenben Londoner Thearerfaifon wird allen Anzeichen nach das Trury-Lane- Tbcatci bringen: die Ausführung eines „Tramas", das den Titel rührt „Tie Hcllinung" und dessen große Szene ira dritten Aki mit weiser Beredmung au’ die künstlerischen BedürfNifse des englischen Ibeaterpubhtums eine große Erdbebenkatastrophe auf bic Bühne Lruigt Ingenieure, Thcatermeister nnö Kulissen- fabritantrn sind oercits siebcrha'': am Werke, um alle Vorbereitungen zu Diesem neuen „Elou ' britischer Theaterkunst zu tre’ien Tic HanDlnng spielt n einer Stabt Siziliens, uuo die Zerstörung Durch das Erdbeben soll mit Dem größten Realismus wicbergcgehen werden. Tie Raturkatastrophe verteilt sich au’ zwei große Szenen, von ocnen^bic erste in Der von Dem Autor zum Untergang verurteilten Stadt m einem Hotelzimnui spielt Man erlebt Die ersten Drohenden Anzeichen der kommenden uatanrovi-e und ocrfprimt di von dieser Spannung außer» orDcnlliche Wirkung auf das Publikum Tann beginnt Die Erce zu beben. Die Wände o?s Zimmers verschieden sich. Die Mauern beginnen zu bröckeln die Tür »paltet sich, unb un letzten Augenblicke gelingt es noch. Die entsetzten Insassen des EemaLes zu reuen In oer folgen linge im vose venammeli, während dec Zuschauer mit Augen unb Ehren Den Einsturz Des Hames noch miterlcben Darf. Im Hintergrund des BuhnenbüDes iteht man Das Meer, und cos »äaunge Bild wirb gekrönt von den mächtigen Hmn'ien Des Aetna, dessen rcurigem Schlunde weithin Icucbiende Flammen entströmen. „Was ich hiermit versuche", verbeiß: Der Direktor ces Theaters Den Lonooner xunitiieunDc:’. „soll oic größte Meinung Des -c.it; .nrealismus ;üerben. Unb Damit verbinde ich eine szenische X^iebcrgaae Des Derby Rennens, Das Publikum wird die Pferde an Der berühmten Tartenham-Me vorüberschießen sehen..." Angriff auf eine Mannekursunsche Harn, THe „Vossischa 3cüunfl" mdbct: Die Manncsmannschc ftnrm Abba wurde am 15». September nachts plötzlich von Rüubern a n g e g r i s s r ii imb beschossen. Der Angriff wurde znrückgcschlagmi _ i e b c n E nrop ii e r weilten ans der Farm. In Safsi glanbl inan, der Angriff sei ans französische Machenschaften zurückzuführen, da Frankreich einen Yoriuaub suche, aueh den Süben Marotkoc mili ii Sir Robert Hart f. London, 21. Sept. Sir stöbert Hart, der ehe iitaliga chencralinspektor des ZolldvesenS in China, ist in L oubo n gestorben. Sir Robert Hart hat ein Alter von 7G Jahren erreicht Die Todesursache war Herzschwäche, bie durch Lnnqencnt züntning afnl geworben war. Mit Sir Robert Hart ist eine natu hervorragende Persönlich feit baOinnegannen. Als Begrüirdcr und Organisator des chine fischen Zollwesens hat er siir Ehiua mehr geleistet, als es p einem anderen Ausländer int Reiche der Mitte möglich toar Ihm verdanlt das Weich, da ft einer seiner wichtigsten Einnahme auelleit, den Seezöllen, die Korruption, sernblieb. Infolge feine» Tätigteit wurden diese Zölle geradezu zum Rückgrat der Staats sinanzen und des chinestschtnt Staatstrrbits. Erst die Regelung der Seezöllc ermöglichte oen Chinesen die Aufnahme anöwärtigo Anleihen. Das Werk Sir Robert Harw Ivar auch die Er richtnng des Seezeichen-, Leuchtlurni- und Flnftschiffahrtstnescn- in iChina, die Schaffung eines staatlichen Lotsen und Quarantäne menstes und die Begründung der chincfifcheit ^teichspost. In allen ivichligsten Fragen, die Ellina bewegten, übte er zudem einen ganz bedeutenden, wenn auch meist stillen Einfluß ans. Sir Robert Hart begann seine Laufbahn, mit 19 Jahren atfl H'vnsulatssefretär in China, rückte daun zum Konsul aus und war als solcher an verschiedenen Plätzen des chinesischen Reiches tätig, bis er 1859 in dessen Zolldienst eintrat. 18G1 wurde er Generalinspeklenr des Zollwesens, und nachdem ei zwei Jahre danach in dieser Stellung bestätigt »norden war, stillte er sie 11 Jahre lang in einer Mise ans, das; China alle Ursache hat, ihm dankbar zu sein. Pokiiifl, 21. Se.pt. ES wird als sicher nugenommen daß Aalon, der stellvertretende Generalinspct'tenr bei Zölle, r>er Nach fo lfl er Harts sein wirb. Vie Ausstä.ive in Lisina. Peking, 21. Sept. Die Regierung veröffentlichte ein Telegramm des Bizekönigs aus Tschenfl tn, nach dem 1 OOOO Aufsträ nbis ch e T s ch e n g tu a n g e g r i f f c n hätten. Sie seien ii b e r a l l geschlagen worben, Tau senden waren die Mass e >i n b g e n o m m e n lu o r d>e n. Die Weßieriing erlieft ein Ebilt, in dem sie der Hal litnfl des Vizelönigs Anerkennnng zollt mtb Befehl erteilt, Sirr llnterbrüesunß des Aufstandes Truppen nach den Provinzen Hupe, Nneman und Szechuan zn entsenden. Berichte miet Tschima Fing lauten nicht so optimistisch, sie weisen ans die Möglichleit »veiterer llnrnhen hin. Chn ii ß Ti n o, 21. Sept. Vom IG. Sept, datierte Nach richten aus Tschenglu, bie durch Sonberboteu überbracht wurden, besagen, das; die verhafteten Rädelsführer noch nicht 1) Inger i ebtet worden sind imb da ft die Fremden immer noch die Stadt verlassen können. 2000 Aufständische sollen getötet fein. Vie Vorgänge in Rntzland. Petersburg, 21. Sept. In der Wohnilng der Schriftstellerin Türkowa, wo der .n'orrespoudeitt ber „Morningpost" wohnt, wurde eine Hanssnchnng borgi?itom men. Der Korrespondent erhob bei der englischen Botschaft Beschwerde. Die Revision der politischen Polizei in K i ew hat begonnen, sie wirb vom Inslizminister geleitet. Deutsche» Reich. Der bisherige vortragende Rat int Auswärtigen A m t Wirkt. Gel>. Legationsrat Dr. Kriege luurbc zum Direktor im Ansivärtigim Aint ernannt. Der Präsident des Reichstages beabsichtigt, die nächste Pl e n ar f i hu n g des RcichStageS auf Dienstag, den 17. Ol Mitt anzuberaumen. Das „Berlin. Tageblatt" will angeblicl» von Zuverlässiger Seite erfahren haben, das; das Bündnis zwischen Zentrum und Nationalliberalen über dün Austausch der Wahlkreise Düsseldorf und B v ch u in - Ge l s e nki r ch c n bei den Januar-Mahle n bereits gesichert sei. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Die König!. Eisenbaliuzentralstelle Berlin ist beauftragt, ivegeit Uebernahme der H erstell u n g von E i s e n b a b n lu a g e n und zwar von 1260 Personenwagen, 280 Gepäckivagen und 8513 Güterwagen verschiedener Gattungen sür die bestellenden Bahnen und für die 1912 ah eröffnenden R e u b a u l i n i e u der Preuftisch. H e s s i s ch e n S t a a t S e i s e u d a Ii u e n, sowie von 5>G Personen wagen, 24 Gepäckwagen und 131 I Güterwagen verschiedener Gat hingen für die Reicliöeisenbahneit in ElsasVLvthringen mit den beteiligten Magenbauanstalten jn verhandeln. Die Lieserungen sollen am 30. September 1912 beendet sein. Die „Bossische Zeitung" meldet auS lEnrben: Aus tclc- graphischem Wege lief an das Amtsgericht Emden von beut Marine- (Station# Kommando Kiel eine P e r s o u a l b c f ch r e i b it ii g der Engländer ein. Sie ljeiften .wir kl ick) Stagg und Mac und i*il bei der Vernehmung an,das; sie tatsächlich Infanterieofsiziere Zn her Meldung des „BoNvärtS" über das konfiszierte Telegramm H n 1) S in a n s a n B c b e I ersälirt. bai< „Jenaer Bokksbla^, von einer Konfiskation oder Zurückhaltung könne feine ■liebe fein DnS fragtidnl 'Telegramm fei walnscheinlicti ver - torc n gega ng en. Wie die geftriqc Stabwerordneteiweisammlimg in Gieften, so irabcti sich gleichzeitig auch embere Stadtvorstände mit der herrschenden Lebensmittelteuerung beschäftigt. Auch in Kassel und Königsberg wurden die maßgebenden Stellen um Mufbcbiirig der F-uttermittelzöUe und Oessiuiug der Grenzen für Fleisch- einfnlir angegangen. In der Berliner Stadtverordneten Ber fammtung erklärte Oberbürs;e.rmeister Dr. Kirschner, das; die Stadt Berlin den ernsten Millen Iwbc, tatkräftig einzugreifen, um bei der allgemeinen Teuerung die Not der ärmeren Bevölkerung lindern zu helfen. Zwar hätten die städtischen Gutüverwaltungen selbst unter der Mis-,ernte der Kartoffeln zu leiden, aber in der Versorgung mit Fleisch und Molrrrüben wären die städtischen Güter wobt in der Lage, durch Abgaben gröswrer Mengen die Not zu lindern. Ferner solle dem Konsum von Seefischen in weitestem Maste der Weg geebnet werden. Berlin werde mit den Machbar gemeinden tu Verbindung treten, um mit ihnen gemeinsam den Notstand zu bekämpfen. Das österreichische Verordnungsblatt für daö Heer bcröffciit- licht ein Handschreiben des Kaisers an den scheidenden K r i c g S in i n t ft c r v. Schönai di, in welchem ihm die vollste Zufriedenheit für bie bnrch ualiezu 60 Jahre geleisteten vorzüglichen Dienste ausgesprodsi-u itnrb. (Gleichzeitig wirb die Ernennung des Generals der Infanterie v. Aufienberg zum Kriegsminister durch daü Harrdschreibcn bekannt gegeben. Wegen des ZwisckxmjaUes in der niederländischen Kamm er begannen bie (Sozialisten in bei Schling am Donners, tag mit der f ii ft e m a 11 f ch c n Obstruktion. Schaper fdilug vor, in den Ausschüssen ben Gesebentmurf bet ressend die Invalid, 1M$- und MerüverLtcheruug der Arbeiter nidil zu beraten. Er erklärte in her Begründung seines Vorschlages, das; die Sozia listen mit der Obstruktion aufhörten, sobald die Rechte ihren gestrigen Beschlust ausgehoben haben würde. Der l ür k i sche Botschafter in Nom Kiazi in B eh ist in den Ruhestand verseht worden. Zu seinem Nachfolger ist Ali Fuarü ausersehen. Infolge von Telegrammen ein- slustreicher Einwohner von Tripolis an die Pforte, die an die frühere italunfreundliche Tätigkeit des neuen Malis von Tripolis Bekir Samil Bei> als (Generalsekretär des Wilajets er inncrii und seine Betrannng mit der Verwaltung des MilaielS als Preisgabe von Tripolis bezeichn, n, soll, wie verlautet, Bekir samt Bei) seinen Abschied eingereicht haben. Die Regierung er 'vage nunmehr die Ernennung d.s früheren Malis, des Marschalls Iarahim, der je(;t gewisse Bedingungen stelle Aus K o n st a u l i n v p e l wird gemeldet: Der Bürgermeister, )ic Ulemas, Scheichs und Notabein von Tripolis sandten dem Grostwesir eine Depesche, in der die sofortige Entsendung > o it M n n i t i o n n n d Lebensrnittel n sür ein Jahr und die Befestigung des Landes verlangt und die Hofsnirng ausgedrückt uicb, das; das Kabinett sich auf feine Verhandlung zur Gewährung '.> i r t s ch a f t l i ch e r Privilegien an Italien einlasse. .' ic Bevolternng wolle die diplomatische Aktion der Regierung .licht hemmen. In der Nacht zum Donnerstag wurde beim wesir ein Ministerral abgehalten, welcher sich auch mit Tri poliS beschäftigte und imSbcimibcrc, wie verlautet, über die mili -arische Organisation TripolitanienS und die Ernennung des StobSchess der dritten Armeeinspektion Achmed Fevzi zum Militär» kommandanten von Tripolis beriet. Telegramme der Hauptzeitnngen aus W a s h i n g t o n berichten von einer allgemeinen Bewegung bei ben grasten in» > ustriellen Kombinatione n in der Richtung auf ihre Auslösung. Der Stahl-, der Zucker- und andere Trusts : ereilen sich vor, dem Beispiel der International Harvester Com uanl) zu folgen. Die Staatsanwälte legten den Trusts nahe, )ah eö nutzlos sei, eine günstigere Auslegung des Shermange- gesehes abzuwarteu, und bast zu befürchten sei, das; der Kongrest noch st r e n g e r e Gesetze schaffe, wenn sich die Trusts nicht ichuell der Interpretation des Gesetzes durch den obersten Gerichtshof aupastteu. Daö persische Parlament nahm die Regierungsvorlage an, nach der das HauS Gebrüder Nobel ermächtigt wird, eine Naphtaleilung von Insel i nach Rescht zu erbauen. Heer und Flotte. - Der Generaloberst v. Blessen, der den Rang als Feldmarschall und Generaladjntant des Kaisers iräqt, beniiifl am 21. Sept, den Tag, an dem er vor fünfzig Jahren in den Dienst trat. Hans von Plessen wurde am 26. November 1811 zu Spandau als Sohn des 1877 verstorbenen Generalleutnants z. D. v. Plessen geboren. Er trat am 21. September 1861 beim Kaiser-Franz^ Garde-Grenadier-stiegiment Nr. 2 aus Besörderung ein und wurde hier am 11. November 1862 Leutnant. Mit seinem Regiment zog er 1866 ins Feld und nahm am Gefecht von Soor und der Schlacht von Königgräh teil, wo er sich den Roten Adlerorben I. Klasse mit Schwertern erwarb. Im Kriege 1870 nahm er int Grenadier-Regiment Nr. 89 an den Belagerungen von Mc.h, Toul und Paris teil, wurde am 15. November Adjutant her 34., Groftherzoglich Mecklenburgischen, Brigade und war mit ihr in fast allen Gefechten und «schlachten des Loircfeldzuges. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse war der verdiente Lohn des jungen Offiziers. Sieben Jahre gehörte er in verschiedenen Stellungen dem (sseneralstabe an, in dem er am 18. Oktober 1879 ,;mnls)Jtajor aufrückte, um daun am Weihnachtstage desselben Jahres zum F l ü g e l a d j u t a n t e n Kaiser Wilhelms I. ernannt zu werden. Er blieb dies bis zu dessen Tode, auch nach seiner Besörderung zum Oberstleutnaut 1885 und auch, alö er am 27. ^Januar 1888 mit bi*r Führung des 1. Garde-Regiments unter Stellung L la suite desselben, beauftragt wurde. Auch Kaiser Friedrich er luiitnle ihn zu seinem Fltlgeladjutauten. Am 1. August des Dreikaiserjahres wurde er Oberst und Kommandeur des 1. Garde-' Regiments und blieb dies, bis er am 9. Februar 1891 zum Generalmajor und Kommandeur der 55. Infanterie Brigade befördert wurde. Am 29. Dezember 1892 wurde er zum dieustluenden General ü In suito des Kaisers und Kommandanten des H a u p t q u a r t i c r ö ernannt. Als solcher wurde er am 14. Mai 1895 zum Generalleutnant und diensttuenden Generaladjutauten, am 22. März 1899 zum General der Infanterie und am 18ZSep- tember 1908 zum Generalobersten befördert. Am NeuiahrStage 1911 erhielt er den Rang als Feldmarschall. Seit 1907 ift er auch Chef des Reitenden FeldjägerkorPS. Er ist Ritter des schwarzen Adlerordens mit der Kette und des Grost^- lomturkreuzes des Hiuisordens von Hohenzolleru. Der „Reichsanzeiger" gibt die Berleihtuig der Brillanten pim Schwarz e n Adler-Orden an den Generaladtnlanten von Plessen belannt. Die Einweihung der neuen fflberbergamtsgcbäiibes in Breslau. B reslan, 21. Sept. Im Beisein des.Handelsminister Shdow fand heute die feierliche Einweihung des neuen O v e r d erg am t s g e bän d es am Kaiser W i 11) elm -P l a tz statt. Haudelsmiuister Shdow ergriff das Mort zn einer längeren Rede, in der er von dem Interesse Friedrichs des Großen für den Bergbau ausging, dessen Augenmerk vor allem wohl auf den Erzbergbau, gerichtet war, dessen nachdrückliches Bemühen es aber auch war, den Abbau, der Steintohleu zu fördern nud ihrer Aer- Wendung neue Gebiete zu öffnen, und der Männer überfragenden Geistes an die Spihe des schlesischen Bergbaues stellte. Der Minister schilderte daun die segensreiche Mii> kuug des Nebeneiuanderbestel>enö der staatlichen und der privaten Betriebe und legte ziffemmäftig die heutige Bedeutung des Bergbaues dar, wobei er der verdienstvoll en Wirksamkeit des Oberbergamts und der aus ihm hervor flegdugeuen Männer gedachte. 9?achdem noch Oliervräjideut G ü n tch e r die herzlichsten Glückunlnsche der Proviuzialbehörden überbracht und Berg- Hauptmann Sch in elfter dem Kaiser für sein Bild, das den Festsaal schmückt, und die sonstigen Guadenbe.weise den A>ank des Oberbergamts ausgedrückt, folgte ein Rund- gang durch das neue Gebäude, an den sich ein vom Ober- bergamt gebotenes Frühstiick schloft. Das Lnve öes KorpsmanöDcrs. FC. Das Gefecht am 20. September bei M e n ö - selben — Rauhet m. Während der Nacht kam es zwischen den Vorposten der blauen und roten Partei zu kleineren Gefechten nach Nieder mtb Oberbrechen hin, in die auch die Artillerie ein- griff. Mit beginnendem Tag beschloß der Kommandeur von „blau", Generalleutnant v. PlüSkow, von Kirberg über Heringen auf den MeuSselder Kopf vorznrücken mtb den Nauheimer Kops durch das Regiment 168 zu beleben. Kaum hatte das 168. Regiment ben Nauheimer Kopf erreicht, als bie rote 21. Division mit ben Regimentern 87 unb 88 dem Artillerie ^Regiment 63 gegen die 168 er vorrückten unb diese warf. Das Regiment zog sich auf Mensfelden zurück. Die rote Artillerie rückte m Feuerstellung und eröffnete ihr Feuer auf bie abziehenbe blaue Infanterie, während die schweren Feldhaubihen bas Feuer gegen die auf der MeuSselder Höhe ausgefahrene blaue Artillerie richteten. In bleiern Moment überflog von Werschau komuiend ein Zwei b cd er bie rote Stellung, wurde von Batterien des 27. unb 63. Artillerie Regiments beschossen unb ging an der nordöstlichen Walbecke am MenSselber Kopf nieder. Die Stegiuienter 80 unb 81 nickten nördlich, die Regimenter 87 unb 88 südlich um Mcnöfelden herum gegen den MeuSselder Kopf und ben südlich davon gelegenen Wald vor, bie von der 19. Brigade besetzt waren. Die rote Kavallerie hatte auf dem rechten Flügel Stellung genommen unb sicherte nach Limburg und Obermeisen hin. Als oie 41. Brigade auf ben rechten Flügel der blauen Stellung brückte, lieft ber Führer das 117. Regiment in Feuerstellung rücken und nahm mit diesem eine Bewegung nach rechts vor. Unter ho! tigern Schrapuellfeuer ging gegen 117« Uhr vormittags .,rot" gegen die „blaue" Stellung vor, wurde aber zurückgeschlagen, woraus „Tas Ganze Halt" ertönte Die Truppen rückten sofort in die Friedensbiwaks unb zwar bic 41. Infanterie-Brigade hart bei Oberbrechen, die 42. hart bei Niederbrechen, bic 49. bei Limburg, bic 50 bei Diez. Hier würben bic Infanterietruppen gegen 9 Uhr eingeladen unb in ihre Garnisonen befördert. 21 us Stadt und Land. Gienen, 22. September 1911. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Die erste Sihung unserer Stadtväter nach der Sommer« pause zeichnete sich durch ihre Länge und Rebseliflkeit aus. Sic allerdings im richtigen Verhältnis zur Wichtigkeit der beratenen Gegenstände stand. Vor allem ricj das Cöesuch des K o n z e r t v e r e i n s um Gewährung eines jährlichen Zuschusses von 1000 Mk. die Rebelust des hohen Rates hervor. ES zeigte sich, das; der Konzertverein in seineir Bestrebnngeit und in seiner Bedeutung für die Stadt vollauf gewürdigt wird. Grundsätzlich hatte eigentlich niemand etwas gegen das Gesuch einzuwerrden, nur über die Höhe des Zuschusses bestairden Meinungsverfchiedenhechen. Schlieftlich einigte man sich auf 600 Mk. Zuschuß für dieses Jahr und überlieft die Frage der Bewilligung eines ständigen ZusckTusses der Zukunft. Der Wunsch, daß der Kvn-ert- verein Votlskoitzerte einführen möge, wird in weilen Kreisen der Vevölierung geteilt werden. Auch bei der F-rage der Errichtuna eines Lupus Heimes in Gießen war man einig. Man sprach nur über den dafür zu wähleirden Platz. Der schließlich von der Versammlung dazu bestimmte wird sicher die Zustimmung aller Beteiligten finden, so daß die Errichtung oes Heims als gesichert anzusehen ist. Mit dem Lupnsheun wird unsere Stadt um ein wichtiges Heilinstitut bereichert, das auch der Universität zugute kommen wird. Außerhalb der Tagesordnung sprach man noch über die jetzige teure Zeit und nahm eine Entschließung an, bic von der Regierung Schritte zur Abhilfe des Teuerungszustandes zunächst durch Wiedereinführung des Identitätsnachweises bei der Getreideausfuhr uni) Aufhebung der Futtermittelzölle verlangt. ♦♦ Jn der nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde für den Ausbau des Elektrizitätswerks eine Million bewilligt und dem Abkommen mit der Provinz wegen der Abgrenzung der herber- fertigen Interessengebiete zugestimmt. Der Preis für das elektrische xidjt wurde für bic Abnehmer in der Stadt Gießen ab 1. Oktober auf 45 Pfg. herabgesetzt; der seither an Großabnehmer gewährte Rabatt kommt in Wegfall. ♦* lieb ertrage n wurde dem Schulamtsasviranten Friedr. Ialck aus Friedberg eine Lehrerstelle an der höh. Bürgerschule zn Vilbel. *:|t ö i n früherer 1 IGeraestorben. In Biebricha. Rh^ wo er seit dem Jahre 1895 im Ruhestände lebte, verstarb gestern Generalleutnant z.D. v.W urmb im Alter von 76 Iahreir. Als Leutnant machte der Verstorbene, im Infanterie-Regiment Nr. 69 den Krieg 1866 sowie als Konrpagniech'f den Feldzug 1870/71 im Regiment 93 mit und erhielt das Eiserne zpreirz. Mo Oberstleutnant sand v. Wnrinb längere Jahre beim Miegimcnt 116 iir Wirf; en, von wo aus ihm bic Führung des 117. Regiments in Mainz übertragen wurde Später zum Kommandanten der Festung Koblenz Ehrenbreitstein ernannt, nalnn er als solcher 189b feinen Abschied unb zog sich nach Biebrich a. ))ih. zurück, Ivo er Anfang der 70er Jahre Kompagnieführar an der Unter- ofsizierfchulc gewesen. *• Jrn Schwurgericht für das 3. Vierteljahr 1911 kommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1. Montag, 25. September, vormittags Uhr: Friedr. Döll, GerichtS- fchreibergehilfe von Friedberg, wegen Verbrechens im Amte,' die Anklage vertritt Staatsanwalt Trümpert, die Verteidigung führt NechtSanwalt Dr. Jung. 2. Dienstag, 26. September, vormittags 8^ Uhr: Joh. Höhn, Unecht von Ober-HilberS- heirn, wegen Notzucht; die Anklage vertritt Staatsanwalt Trümpert, die Verteidigung führt NechtSanwalt Justizrat Metz. 3. Mittwoch, 27. September, vornnttagS 8'/2 Uhr: Joh. Muth, Kutscher von Hitzkirchen, wegen Raub; die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. L. Katz. 4. Donnerstag, 28., und Freitag, 29. September, jedesmal vormittags 8l/2 Uhr: Will;. Erbe von Frankfurt, Hch. Wolf und 51atharine Wolf, beide von Nieder-Mörlen, wegen Naudmord :c.; die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Hofmann, die Verteidigung führt für Erbe 9techtSanwalt Kaufmann, für Hch. Wolf NechtSanwalt Kochs, für Statt). Wolf NechtSanwalt Homberger. 5. SamStag, 30. September, vormittags 8l/2 Uhr! August Leichner, ZuchthauS-Nechner von Nockenberg, wegen Verbrechens im Amt; die Anklaae vertritt Staatsanwalt Dr. Brill, die Verteidigung führt NechtSanwalt Metz II. ** Vor der Meist er p r ü fu n g s komm ission f ür O b e r h e f s cii bestanden in diesem Jahre vom Rdetzaer- getoerbc folgende 14 Gesellen ihre Meisterprüfung: Hch- B n s ch m a n n Ober--Rohrback), Karl E h r i st ■ Homberg an der Ohm, Karl Duchhard VII.-AlSfeld, Ang. Lein-Büdingen, Joh. Duchh ard t-Lauterbach, Jul. Au 1 mann« Gießen, Will). Reitz- Gießen, Mart. W e g h o r u Meßen, Will). M e t h f e s s e 1 - Büdingen, Ludlv. S O) e i b - Büdingen, Joh. Schnell IV.-Lauterbach, Aug. B e ft - Bad-Nauheim, Will). Hu dt m a n n Stockheim unb Ehr. Albert Hl.-Büdingen. Seit dem nunmehr zehnjährigen Bestehen ber Kom Mission haben im ganzen ihre Prüfung als Meister 623 Hmidwerker aus den verschiedensten Berufen bestanden. In diesem Jahre bestanden 64 Handwerker ans 22 Berufen die Prüfung. ** B o m Verband ber Detaillisten-Vereine in Hessen wird und geschrieben: Der Ausschuß hielt am Mittwoch eine Sitzung ab. Der Vorsitzende, Kalbfuft - Darmstadt, berichtete über ben von ihm besuchten Verbandstag des babifdxn Berbandeö. Bezüglich bcM Zugaben n wese ns erkennt ber Verband ber Fabrikanten bon Markenartikeln ben bieSseitigcn Standpunkt an, fühlt sich aber anfterstairbe, Amberungen zu schaffen. Die großen Iirtercssenverbände wcrdm bie Frage weiter behandeln und eine Acirderung anstreben, entweder aus dem reicht- gesetzlichen Wqge, oder durch Vereinbarungen. Das Verbot der l)i a b a 11 o c iu ä I) r u n g auf die Artikel der Abteilung.^ gab dem Verband Veranlafsung, deswegen bei dem Markcnartuel" verband vorstellig zn werben, jedoch ohne Erfolg. Es ist an- Anerkennen, daß der Markenartikelverband aus Grund seiner Satzungen das Verbot nicht auf beben kann, es muß aber wieder holt ausgesprochen werden, daß die zlonsumvereiue die erwähnten Artikel von der Dividenbengewährung nicht auüschl^eften, und bat hier also das Verbot ber besonderen Rabattgewälirung durch- brochen wird. Heber das neue GemeindesteuergcZed berichtete Herr Kalbsuft. Ausgabe Verbandes, sowie auch der angeglrederten Vereine »vird cd fein, bei den Gemciudebül»rd«> I iu arbeiten, damit die Warcndaüs- mib Filialsteuer zur Durch n Vertreter NSN ,,nÄ 6«H- 1 s» ; ben Loriahren, L unterzogen ' Ang Met ab lurnhalle der Slo vnd vormittags hinben mit Gesai «ährend des gan dik Pflanzen nicy Beigen Äitterur St 1000 An Mtigcs Bild / sonders daraus isahren wird auq Ausstellung t *♦ Eine roh (Mi Kepler- unb, ciiem Md an ein ter Fuhrknechl dem tollte hinter ihm, Reiter unter stch t Pcilehmacn, dak e mußte, »tedenialls roegen fahrlässiger "Die ötei hat im abgelaufen Hohlen bezogen g steilen sch die folgt: Anbots V!k. 1,22s, Lon kohlen Winlet Anchraztt-E Sommer $11, ' Wer 3)lf. 0,9( ** Resern die ResnviH, et marschiecken sie 1 der Stgimti itn ti in heu Straf; | MMszenen l 1 . -eUige V das am letzten l | innere Mishon f ■ dein Gotteshaus ■ p5 Mk. betrug, I Mssion zugewn I -HörnSh I Rliflt am 24. X LereinS-Lvctturnrn, üDjuqaltcn. Q>e turnt werken morgen- öici Hebungen und Geräteiidimqen. tcn, nne Hl Wählen Sie ■nn^.n 7 unter diesen drei Marken; alle gleich vorzüglich: Riteinige Fabrikanten: A. L. HOHR <3. m. b. H., BAHRENFELD. X Biograph Blockstraße 12 07724 Blockstraße 12 Walltorstrasse 36-38 Dir.: Karl Ohm. Walltorstrasse 36-36 Fegefeuer 1 Herr - 6 Damen Anfang 10hr KOLOSSEUM volkstümliche Schauturnen Pyramiden. Vorfragen. anfchliebend Staffettenlauf hiesige Desangverem roirb Mittags ist und abends einige Chöre und Ter u ‘Man rattert«: - luv 100 Rita Mf-askNM.7 ' Wiesbaden flngefohren ivaien 1 diesem Krühjahr an die beiden oberen Jahrgänge der rtadtmädchenschule ausgegebenen To^sptlanz.n fol in den Vorjahren, wieder ourch Sachverständige c.ner Wer- Hnbenjoki sehen ist. R'. nichtiges iu0Ute tnrnm': man noch üi I leßung an, N es Teuerung. I *5 AeniÜW td Aufhebu.- 07572 Eintritt tret Heute zum letzten Male Das JM®. 5| ■jfr. besSrden. Siegerin -Margarine, wie allerfeinste Molkereibutter in jeder Verwendungsart. Atzung be-J sbau des t und dem Li ung der btik' t Preis hu mchner in br erabaesetzt! bc itt komm in lnbtt 1911, । ^eten. ' SoniBfT. SJffctt to.1 MtWfeit bt! 1> ”8 Heft* «hin Ä in fehle sitadt Dotier nieina« lber die «chtedenheur. für dich- % W ftcr ■Bkifonjfr. rontenfceiir ^agede M nxn m- Wagen mit (*cn un> Snol oigcr gemeldet Ter Personen- vollständig Tic einzelnen Balmgesellschaftrn rcdmcii mit der Möglichkeit eines erneuten ÄusuandeS und treffen ihre Ter flulüanb in Loudon, ©ei»! 7 r Irland werden viele Gewalt Tcr aioßartige Hunflfitm behandelt den jiueiien leit der unstreitig gewaltigsten, phantastischsten italienischen Tichlung die Göttliche Komödie von Alighieri Tante. Länge dieses Films 550 m. Kiodern ist der Zutritt während der Vorführung untersagt. Sowie das übrige großartige Programm. W groß. Kiinsllerkoozerl des Wiener Damen - Orchesters „Ken-Wien" KOO—10.40 Blk. c trab (9tiic Wütige 26. Lepüiü n Qder-HW [t Staate ? lt Justiz^ 8V, Uhr-i ub; die »<■ 8., und M hr: Wolf, btiM' > Mklage »eS t. 0. 64* lugufi n Strb«*1. It. Stil W’ (terpruf1® ?uL l«1”^ Älb--L ■ aus - le,4ffäü Hesseu-Rasiou. -- Norbert, 22. erpt. Dem im 85. LebenSiohrc stehenden Bürgermeister Philipp WtSker-Nordeck. der nach 48|öhrtger Dienstzeit als Bürgermeister sein Amt niebcrzulegen gedenkt und schon im Besitz von zwei Ehrenzeichen ist, wurde heute der ooin RÖnig verliehene Kronenorden vom Land- rat von Lüwenslein zu Löwenstein in Alorburg überreicht. hk. Marburg, 21. Sept. Ter bisherige Hosviblio- thekar an der hiesigen Universitätsbibliothek Dr. phil. Ronrab von Scheele wurde zum 1. November d. IS. zum Bibliothekar ernannt. IhuriK. L Gfpt Heu- und €trobmnrft. Liandel. — Zur Lage der Tabak- und Zigarren-In- bustrie. Loeser L Wolf, die große Berliner Zigarrcnfirma, hat brr fcanbeiefammer zu Braunsberg (Citprcufccn) einen sehr intcicifantcn Bericht über die Lage der Branche erstattet, »ic schreibt da u. a. folgendes: Tie Fabrikation ist nicht in allen ihren Teilen durch die neuen Lteuecgesetze schwer getrosten worden. Tie Absatzveihaltnissc wurden durch die erhöhte Besteuerung des Tabake sehr viel schwieriger, da die Konkurrenz sich außerordentlich verschärfte. Nicht ein halbes Jahr, wie vielfach von Nicht- sachleuten gemeint worden ist, hat zur Erholung genügt, lonbcrn Jahre werden dazu notig sein. Unsere eigene Produktion hat die von 19UU vor dem Eintritt der Sieuergcieiic am «ckluste deS Berichtsjahres noch nicht wieder erreicht. Wir beichäniytcn in der Fabnkfiliale Braunsberg am 1. Januar 1909 396 Personen, am 1. Januar 1910 426 Personen und am 1. Januar 1911 465 Personen, in allen unseren Betrieben insgesamt am 1. Januar 1909 4278 Personen, am 1. Januar 1911 4423 Personen — , . . . . Paris, 21. Sept. Tie Bank von Frankreich hat den W e ch s e l d i s k o n t von 3 Prozent auf 3* und den Lom- bardzinsfuß non 3'- aus 4 Prozent erhöht. London, 21. Sept. Tic Bank von England er- hö ht e den Diskont auf vi c r Prozent. . O f e n v e st, 21. Sept. Ter Gcncralrat der L eit erreich- ungarischen Bank erhöht ab morgen den T i s k o n t auf 5 Prozent. _________________________ führung kommt Es wäre ieyr ivuiiid/tiiöroeri, wenn bei Den Beratungen Vertreter oes »leinHandels zugezogen würden. lieber da- Ausverkaufsgesed sind Meinungsoerschledendeiten ent standen, die zu Uuk!a,hvUen rührten Ter Berbano wird 3vird in seinem Bestreben, daß in den preußischen Rachbarstadten ebenfalls eine RegclungdesAusverkausS- wesen» erfolgt, weiter sortsahren. Zur Regelung der Wanderlager und des Hausiergewerbes ist ein Reichsacietz in Bor- hereitunq, durch daS hoffentlich eine durchgreifende Äenderung in diesen, besonders ben üanbfamnimn schwer schädigenden Fragen, Iri(baffen wird Tu Bekamvsung des heimlichen Waren- andels ist eine roirtschaitliche Notwendigkeit, die zu einer [enberung der (peiverbeordnung führen muß. Es sind Bestre Hungen im Gang, wonach alle handeltreibenden Privatpersonen der Oferoerbeorbnung unterstellt werden sollen. Zu der m letzter ßeit eingesetzten reichsdeutschen Mittel st andsbeweg ung, die in den nachsteA Tagen in Dresden eine Versammlung abhalten wird, nimmt der verband eine odwartende Stellung ein. * Blumcnpslege durch Schulkinder Die in tung unterzogen und dann ausgestcllt nxrbt.it. Die Ausstellung sinoet übermorgen, Sonn.ag ,4 d. Mts., in der Turnhalle der Stadtmädchenschule, S i lerstraßc, statt. Sie wird vormittags 11 Uhr durch eine kleine Schulfeier, verbunden mit besang und Teklamation, eröffnet und bleibt während des ganzen Tages jedermann zugingig. Wenn die Pflanzen nicht allzuseyr unter der Ungunft der dies- jährigen Witterung gelitten haben, jo versprechen die insgesamt 1000 Blumenstöcke ein recht buntes und färben- brächliges Bild zu bieten. Blumenfreunde seien darum besonders daraus aufmerksam gemacht. Wie in früheren Jahren wird auch diesmal eine kleine Preisoerteilung mit der Ausstellung verbunden sein (S. Inserat!) •• Eine rohe lat vollzog sich gestern vormittag an der Edtz Kepler- und Stephanstraf.e. Als ein Oisizierbursche aus an em Pierd an einem Fuhrt necht mit Wagen vorbeiritt, versetzte bei Fuhr! necht dem Pferd des Burschen einen Peitia-enschlag und knallte hinter ihm, so daß das Pjero scheme, hinstürzte und den Reiter unter sich begrub Ter Bursche erlitt babei so schwere Bciletzungen, daß er nach dem Garnnonlazarett gebracht werben mußte, ^edeusalls wird die Sache ein gerichtliches Verfahren roegen fahrlässiger Körperverletzung nach sich ziehen. "Die Steinlohlen-Bezugsge|ell|chaftGießen hat im obgelaufenen Geschäftsjahr 1910/11 für Mk. 94 607 Hohlen bezogen gegen für 3)1 L 94 510 im Jahre zuvor. Es fleUen sich die Preise für die 9)htgheber der Zentner ioic folgt: Nußkohle. Winterlieserung Mk. 1,17 (im Borjahre Ulf. 1,22), Sommerlieferung Mk. 1,15 (1,18), Anthrazit- xohlen Winter 3)lt. 1,72 (1,72), Sommer Mk. 1,68 (1,69), Anthrazit-Ei fsrm-Briketts Winter Mk. 108 (1,10), Sommer Mk. 1,10 (l,07)t Braunkohlen-Briketts Winter Mk. 0,90 (0,80), Sommer 3)lk. 0,84 (0,9Qj. •* Reserve hat Ruhe' Heute vormittag wurden die Reservisten entlassen. Zwischen 7 und 8 Uhr vormittags marschierten sie im geschlossenen Zug unter Begleitung ber Negimentsmusik von der Kaserne zum Bahnhof, wobei ca tu öeii Straßen zu lebhaften, teilweise auch rührenden Kbschiedsf-enen kam. Landkreis Gießen. B. L e i h g e st e r n , 22. Sept. Zu unferm Bericht über das am letzten Sonntag hier abgehaltene Dekanalsfest für innere Mission sei nochzutragen, oag die beim Ausgang aus dem Gotteshause erhobene Möllefte die schöne Summe von 9.') M!. betrug, die dem Oberhessischen Verein für innere Mission zugennesen wurde. Kreis Wetzlar. — Hörnsheim, 21. Sept. Unser Turnverein beob- sichtigt, am 24. ds. MtS. fein Abturnen, verbunden mit Jrlaiiv. •♦rf'- . r 6 m in.) Aus tätig feiten AuSsmn- und i^uieröerkbi stockt Vorkehrungen. R P Darmstadt, 22. Sept Kommerzienrat Wilhelm L a n g c n d a ch, her Seiiwrchcs her 5-trohbutfabnt Roienthal, ist heute nacht einem Schlaganfall erlegen. Vingen- bad), her im 71. l'eb'Nsiahr stand, Ivar eifriges Mitglied der sortschrittlichen Volkspanei, für die er ein Jahr lang l'andtags nbqeorbneter für Darmstadt war In den letzten Jahren betätigte er sich rihrig aus humanitärem Gebiet. Paris, 2L 4.1p. xci ? i u t|l e r r a t Tiubct wdit beule, sondern morgen unter dem Vorsitz des Präfidenten Falli(.'res in Rembouillei statt, xir roirb sich nut bei Redaktion der neuen Formel zu besasfen haben, die noch Berlin griandi werden soll Der Ministerrat prüft morgen die letzten Vonchlüge der oeutfcheu Regierung. Falli^res batte gestern Mit deut Mi nifterprdubenten inib mit bem Minister bes Äcußeren eine Unter- rebung über ben Stand der Verhandlungen. . Madrid, 22. ^ept. ipriugnelcgtepiin. Tie jüngste Volksbewegung stellte hauptsächlich eine R u n b gebung gegen einen spanischen Mar okko krieg dar. Man nimmt an, daß bei den Unruhen auch französische Gelder mitwirkten, um ein Vordringen Spaniens in Marokko zu vereiteln Montreal, 22. Sept. Von 2 81 Dahlen sind 208 Ergebnisse bekannt, (ycwählk wurden 129 ^konservative und 79 Liberale Die Niederlage bet Regierung tft überwältigend PrSlibent Taft soll sich sehr enttäuscht geäußert Hbeii «elste, blitzende Zähne. Die Psiege der Zähne mit'beT KoSmodont-Zahnbürste und Koümodont-Zahncreme mit aktivem Sauerstoff ist schon nach verhältnismäßig kurzem Gebrauch deut- lick dadurch erkennbar, daß die Zähne ein bessere« Aussehen erhalten. Die Kosmodont-Zahnereme mit aktivem Sauerstoff reinigt die Zähne und macht sie blendcnd weiß. Ein Fachmann schreibt unS: „Schließlich möchte ich noch die moße, ebenfalls aufder Wirkung des akttven Sauerstoffes beruhende Reinigungskraft der KoSmodont- Zahncreme erwähnen. Ich habe über 6 Jahre ein und dieselbe Zahn- creme gebraucht, habe mich aber nach nur 3 bis 4 wöchiger Benutzung zur xoSmodont - Zahncreme gewandt, da fie sogar den Niederschlag von 20 Zigaretten pro Tag fast spurlos vernichtet.- Kosmodont-Zahncreme mit aktivem Sauerstoff (Tube 60 Pf) ist in allen einschlägigen Geschäften zu haben. Probetube gratis durch die Kolberger Anstalten für Exterikultur, Sstseedad ftolberg HOTEL SCHÜTZ Vom 16. Me 30. September 1911 l KONZERT 1 des Ober^^rIj"®g jnge^rl^|”j| d^chü 17'e Anfang Sonntag 6 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Eintritt frei. Gerlchtssaal. Berlin, 21. Sept. Ter Stabsarzt Tr. Lock von der Löniglichen Ühant^-, der vom LriegSgerickt der 1. Garde bwiiion wegen fahrlässtgcn EntweickcnlafsenS einiger Gefangen en, der L>ockstaplerm und Lonzertsängeriu Witten berg, genannt Violetta, angetlagt war, ist nach langer Verhandlung freigeiprochcn mivrden, wcü das Gericht der Uedkrzeugung war, baß die Säwld an den Einrichtungen der Ehariiu gelegen habe und nicht dem Angeklagten zur Last gelegt werden könne. Tcr AnNagevertreter hielt die Anklaae amrcwt und beantragte 200 Mk. Geldstrafe eventuell 20 Tage Gefängnis. München, 21. Sept. Vor dem Schönengericht In der Äu begann heute mittag der Beleidigungsprozetz des Geh. Rats Pro' Tr. S o r h l e t gegen den Freiherrn von T h ü n g e n , der eines fewisseri poliliichen Hintergrundes nicht entbehrt Es handelt ich um eine Beleidigung, die sich bei der Besprechung des Vertrages der Deutschen Landwirtichaits-Gefellschaft mit dem Muli- syndikat ereignete. Morgen beginnen die Zeugenvernehmungen. ttiel, 21. Sept. Tas zrn^gsge richt ipraui den \'k arme- Ingenieur Pwene von der Anklage, den Untergang des Unterseeboots U 3 am 17. Januar durch Fahrlässigkeit verschuldet zu haben, frei. Die Ursache deS Unglücks sei lediglich in einem unglücklichen Zisammentresien verschiedener Um- ftanbe ui iuchen Kleine Eagerchronik. Tie „Breslauer Zeitung" nulbet: Bnm Brunnenbohren in Neuschwei nitz bei Äoldberg wurde eine 17 Meter ticie mächtige B r a u n k o h I e n s ch i ch t gefunden. Ein größ.-reS Braunlohlenlager soll sich auch unter der Erde von Brockendorf bis hart an Goldberg erstrecken, daS jcbcnfalld mit dem jetzt erforschlcn Lager in Verbindung steht. Eine furchtbare tz u n g e r s n o t herrscht ui West- fibiricn. 250000 Personen bedürfen der öisentticheii Perl' i l c giinj__________________________________________ Cctztc llachricbten. Erneute Zugeständnisie TeutWenbl ? iöln, 22. Setzardeit des Auslandes den Franzosen die ausgesprochene Friedensliebe Teittschlcmds dennesen werde. Der erste Teil Der Verhandlungen, Deutschland» wirtschaftliche Stellung in Marokko betreffend, dürfte bis Montag abgeschlossen sein; über die Grundlage der Gebietsabtretung hat man sich im Prinzip ebenfalls schon verständigt. Maschinenbauer - Gesang - Verein. Sonntag, den 24. September, bei jeder Witterung Ausflug nach Bieber. Ablabrt mit der Biebcnalbahn um l-5n Uhr. Fahrkarten werben 1. Ltunde vorher nur durch den Vorstand auSgcaebcn .^usvai kommende erbalien keine Ermon'auna. vp > Der Borttand. Gleaeen. O»wald»carten. Zirkus Otto Mark Heute Freitag, den 22. September, abends S , Ubr Grosse Barforce - Vorstellung ---mit überaus reichhaltigem Lünstlervroaramm. - ■ Samstag, den 23 September, uackm. Ubr g: Brtri z-mlim-, cMtt- unh fiinher = j?or8tlni| ?ü bcfoSerö Vrmäfeigten Preisen Mr Schüler unb ftinbcr unter 14 Jahren. „ »beud- «'.Ubr Gala - Tpovt - Vorstellung. Sonntag, 21. September sinden ebenfalls 2 »ettlaae- Feat-Voret^llunKen itan und zwar nocktn. 4 und abends 8Uhr. Vorverkaui: ZigarrenhouS Guitao ^onntng, Sonnemtrahc und SelierSwen-______________—— Sonntag, den 24. September Nachkirmes ■ Lollar Zur schönen Aussicht I wozu ergebenst einladet 5775 SR- -iohrbach. Blumsn-Ausstellung. statt. Eintritt frei. DZ3/< WtaWtaBßiMl Sonntag, den 24. d. Mts. findet in der Turnhalle der Ctadtmädchenschule, Schillerstraße, von vormittags 11 Uhr an, eine AusstellnngileniurcliScliüierigneßgeptleglgnTopfgewäclise Anmeldungen zum Abonnement werden in der Musikalienhandlung von Ernst Challier am Neuenweg vom 23. September an bei der Kasse des Stadttheaters entgegengenommen. q70 mir bezieht. 5633 Die neun Felder sollen mit Werten von 1—9 in beliebiger Anordnung so besetzt werden, dass möglichst viele gradlinige Additionen mit der Summe 15 vorgenommen werden können. Lösungen werden erst nach Zahlung der erforderlichen Kartenbestellung zugelassen. Hervorgehoben sei, dass jeder Löser den Preis erhält, man vergesse daher nicht anzugeben, ob das Geld oder das Album gesandt werden soll. Deutliche Adressenangabe ira Brief und auch auf kleinem dünnen Blatt erbeten. F. Oderich, Hnsidifskarfen-Vertrieb, Hamburg 36 F. Um für meine reizenden Ansichtskarten allgemeines Interesse zu erwecken, liefere ich ein prachtvolles Albuin mit 300 verschiedenen Ansichtskarten gratis oder zahle, falls dafür keine Verwendung Dreissig Mark in Bar einem jeden, welcher die nachfolgende Aufgabe richtig löst und mindestens 20 Karten durch Voreinsendung von Mk. 1.05 oder per Nachnahme von Mk. 1.40 von Herkules-Stahlwindturbine rereimi ' g Rud.Brauns ond Carl Rei nsc h t G.m.b.H, »Dresden los und ohne Kaufverpflichtung. 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Mts., vorni. 9 Uhr, sollen eine Partie alte eiserne u. hölzerne Fenster, sowie Türen und Brennholz öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung an Ort und Stelle verknust werden. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gegeben. Der Anfang der Versteigerung findet beim früheren Oberhess. Güterschuppen aus Bahnhof Giefien statt. IId!1/o Giefien. den 19. Sept. 1911. Das Gr.Eisenbahn-Letriebsamtl. Amtliches Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über den Nachlaß des Nestaurateurs Anton Koch in Giefien wird nach erfolgter Abhaltung des Schlufiternüns und Vornahme der Schlußverteilung hierdurch aufgehoben. b”/9 Gießen, den 20. Sept. 1911. Großherzogliches Amtsgericht. Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Spezercihändl. Georg Schöck in Gießen ist zur 2lbiiahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen — und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögcnsstücke — sowie zur Anhörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Vergütung an die Mitglieder des Gläubigerausschusses — der Schlußtermin auf Montag, den 9. Oktober 1911, nachmittags 4 Uhr, vor dem Großh. Amtsgerichte Hierselbst (Zimmer Nr. 18) bestimmt. Gießen, den 14. Sept. 1911. Der Gerichtsschreiber des Großh. Amtsgerichts. (B“/9) Empfthlmrgen Pr.LBsekartoffeln Wiederverkäuser u.Wirte billiger, lief. fr. ins Haus N. J. Drei tu H. Steinstr. 69. Teleph. 753. [0//22 WchMMch empfiehlt 5714 K. Sier, Dammstr. 46. Tel. 561. Pr. Tvcisekartoff., Pr. Wcift- fraut, Pr. Zwiebeln für bett Winterbedarf liefert billigst frei iuö HauS 10//21 X. J. Dreifuß, Steinstrafie 69. Telephon 753. 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September 1911 ab täglich zu den Geschästsstunden (10—1 u. 3'/, bis 5 Nhrl im Tbeaterbureau statt- Weitere Abonnements und Abonnements auf Theaterzettel werden an derselben Stelle angenommen. Sonntag, den 1. Okt. 1911 Eröffnung ö.sfichkit MM Mit neuer Ausstattung! Der Meister von Palmyra Schauspiel in 5 Auszügen von Adolf Wilbrandl. (a”/e 225 ItjiiM e«M ,SIns«IS« 16 <*** (r«<» ” Sir hab" i SSyl' fitrüilbC daß die Wjg legenen Punkte bHränkt A 2 SL!.r. fersheim auch v die von ihm ge! in dem Vertrauei das ihrige tim, der vorhandenen stir die Versorge genommenen Kei sehen. Mn fit hinsichtlich der A ken gesetzt sind, daß sich größere Teil t>er$roM seits darin, daß gebahrnng nicht mittel ui einem gar nicht zu üb schon siir das l Summe von beii Kerk demnächst Es liegt auf Art dann aussch wird, weitere G Provinz, sedoch Energie zu vers kürzlich, indem nunmehr zur P Gemeinden imstande erkln Ueberlaublwrfe Gießen ist hierz i werl besißt, da ausgebant, für wohl eignet Die WM Zafilogt ben ?tu m, ErMchz । Stobt Gießen au tonen. Lie Hai Vertretung steche kommen verdich Genehmigung d I die der Zta'dtv Nach dieser i « im nörbli le.genenGen au$ nicht Energie unter H lkrn, ivie sie dem Krc ferner dje : |