L Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten. btc Offerte! trimer HQi Blusen rlestgpwicht), nur weiss» dem Waschen trocken hl jedes weitere Pfund Tage. ikeu), weiße, bunte und K. kosten Mk. H40. jede- kleinere Quantitäten ler Preisliste berechnet 12 Postkarten Singers Vermächtnis. Ter „Vorwärts" schreibt: „Ter verstorbene Genosse Paul Singer hat letztwillig die Genossen A. Bebel und »uflo Heimannzu Erden seines Nachlasses eingesetzt mit der Bestimmung, daß der nach Abzug verschiedener Legate und eingegangener '5er- pslichtungcn verbleivende Vermögensrest für die Bestrebungen, denen er sein Leben gewidmet hat, Verwendung sinde. Tiefe Auseinandersetzung ist nunmehr beendet, und die beiden Genossen haben den Vermögensreft in Höhe von 4 8 0 5 4,8 7 M a r k der P a r t e i t a s s e ü b e r m i c f e it." Tas „Berliner Tageblatt" begleitet diese Verkündigung mit folgenden Bemerkungen: „Tie hier angegebene Vennögenszifser kann gering erscheinen und entspricht wenig den Behauptungen, die - durch meine Wagen. iltEdelweiss Krofdorfer Strasse 12 daisset angetanen Schimpfes waren. Tie spanische Regierung war so vernünftig, die Ch> regung sofort zu beschwichtigen 3ie ließ mögen des Vor> fallcs in aller Form um Entschuldigung bitten und sagte sogar noch eine besondere Luhne durch den spanischen £ber- lommandierenden zu: politische Lagesscha«. Minister tn der Sommerfrische. Von den Staatssekretären sind gegenwärtig nur die Staatssekretäre des Auswärtigen v. >1 i d e rl c n - W ä cd - ter, des Reichskolonialamts v. Lindequist und des Reichspostamts St r ä t f c in Berlin. Tic beiden ersten haben einen Urlaub bereits hinter sich. Staatssekretär flrätfe hat sich über den Antritt seines Urlaubs noch nicht schlüssig gemacht. Herr v. Mibcrien- Wäcbter hat seinen Urlaub in Stiffingen, Herr v. Lindequist in südfrankreich verlebt. Ter Reichskanzler n. Belhmann Hollweg verlebt seinen Urlaub auf seinem Gute Hohenfinow: er erledigt zugleich von dort aus die wichtigeren laufenden Geschäfte. Ter Staatssekretär des Innern Tr. Delbrück hat vor wenigen Tagen einen achtwächigen Urlaub nach dem .Harz angetreten. Ter Staatssekretär des Reichsmarineamls v. Tirpitz ist bis Anfang September, wie alljährlich, nach St. Blasien beurlaubt. Ter Staatssekretär des Reichs- schatzamts Wermuth hat vor 14 Tagen einen sechswöchigen Urlaub nach Schiveden angetreten, Die Hüdiefyr Mohammed Illis, des früheren Schahs von Persien. Teheran, 19. Juti. Tie Landung des früheren Schahs M o h a m m e d Ali erfolgte bei Kvmeschtepe am Kaspischen Meere in der Nähe von Asterabad. Er stand mit. den dortigen Turtmenen schon seit einiger Zeit in Verbindung. Während der Zeit, in welcher Hussein Kuli Khan im vorigen Jahre Minister des Aeußern war, wurden wegen dieser Iittrignen ernste Vorstellungen bei den Gesandten Großbritanniens und Rußlands erhoben, von diesen aber ignoriert. Nach den bei der persischen Regierung ein- TSt billigen Preisen, ren Schaufenstern ai ■ochten Früchte. Mk. •■2® M- ®4s Mk- 0.7» Negertruppen in Nord und Westafrika in die Wege gc leitet ist, und kommt zu dem Ergebnis. „Zu den 5 Milt Algeriern, 2 Mill Tunesiern, 10 Mill. Westasrikanern und vielleicht noch 5 Millionen Aequatorial iiiriranern werden sich 7 Millionen M a r o k l a n e r ge • eiten, die ^ranrrcidi ein ausgezeichnetes Sotdatenmaterial liefern itiib dessen numerische Schwäche Teutschland gegen über ausgleichen Wenn FraittreiÄ auch nur einen Bruchteil des Scherifenreichs in Händen behält, kann und darf Teutschland nicht aus Länderbesitz in Marokko verzichten." Inzwischen verbreiten englische Blätter au5 dem alten Lügennest Tanger Hetzartikel gegen Teutschland. „Daily Mail" erfährt, tu Agadir landeten täglich 20 bis 20 Lffi- pere, um auf die Jagd zu gehen. Bei den Mauren herrscht Darüber Erregung „Taily Telegraph" meint, in Wirklichkeit seien die Teutschen ins Innere gedrungen und hätten Jagd nur vorgeschützt. Daß das alles eitel Flunkerei geht schon aus folgender Meldung hervor: Sechsten agner Neustadt en, bunte und weih iowie Socken und noi. grober Huswahl ■■ ag, Seltersßegt' lflrVer.-nio’" Tie deutschen Schiffe vor Aga)ir. Teneriffa. 19. Juli. Ter Kreuzer „Berlin" ist oestern wieder nach Der afrikanischen Küste in sce g?gingcn; ms Kanonenboot „(Sber" liegt hier noch vor Anter. Spanien entfctjiilbißt sich bei Frankreich. (Eine Hochschule für Frauen. Eine Hochsä,ule für Frucii ist jetzt ui Leipzig begründet worden. Gründer ist der Verein iür tfami ien um) Voltserzieh- ung Vorsitzende Frau Henriette Golbschuliol', der im Cftober das 5. Jahrzehnt seiner Wirksamkeit beginnt. Tie Gründung soll im Oktober dieses Jahres ins Leben treten. Tic neue Hochschule will 1. der Frau für die Ausübung des müitcrlichcn Cr-ichungsbcrufes eine aus griindticher Einsicht beruhende Vorbereitung geben und 2. die Frau befähigen, sich den mannigfaltigen gemeinnützigen Ausgaben, die ihr inner halb der Gemeinde des Staates und der GeieUiäiaft erwachsen, mit weitem Blick und mit vollem Verständnis für die Beoürinisie der Gegenn^art zu tviomcn. In Würdigung unserer sozialen Berbältnitse sind noch 21 u d i e n k u r s e mit besonderen Ausgaben geplant lieber • nähme von Stettungen an Wohtfahrtseinriäuungcn in Staat und Gemeinde, Lehrtätigkeit an indergarten-Semmaren^ Frauen schulen und anderen Lehranstalten. Ter Verein iür Familien-- und Volteerziehung ist von der llcbcrjcngung geleitet, daß dos wissenschaftliche Bedürinis weiter Kreise des weiblichen Geschlechts durch das Fachstudium der Frauen an der Universität nicht ge deckt wird. Ev fehlt bisher an einer höheren pädagogisch-sozialen BilduiigsstZtte für die Frauenwelt. Tic Hochschule für Frauen zu Leipzig will diesem Mangel abhelfen und hiermit einem durch die moderne ttulturentiuirfelung geforderten großen Ziele bienen. Tas Kuratorium besteht aus: Geb. Hofrat Prof. Tr. Johannes Volkeli, Vorsitzender: Frau Henriette Tr. Goldichmidt, ncllüertr. Vorsitzende: Prof. Tr c .narb Di ermann: Frau Geheimrar Mathilde Bruns: Fra. Elara von Hagenow: Geh. Hvfrat Pros. Tr. Albert Köster: Geb. H. rat Pros. Tr. Karl Lamprecht, derz. Rektor: Fran Tr. Erila Langcrhans: Pros. Tr Raoul Richter. Tie freien Vorlesungen zerfallen in: 1. Gruppe: Allgemein- bilbnng: Grupve: Pädagogik: 3. Gruppe: Sozialwisicnschaft: die studieniurse in: 1. Gruppe. Studienkurse für Lehrerinnen der pädagogischen Facher an Kinder-Seminaren, Fraumschulen und anderen Lehranstalten: 2. Gruvpc: Studienreise für soziale Berufstätigkeit. — Tic Errichmng rolgcnoer wisien'mast- kicher I n st i t u t e iür die Studieniurse ist in Aussicht genommen : 1. Institut für Kinderforschung, 2. Erziehungsmuieum, 3. Historisch-pädagogisches Institut, 4 Sozial-statistisches Institut. Zum Besuche der freien Vorlesungen und zur De Nutzung der winensä/aftlichen und praktischen Uconngsstauen der Hochschule ist tede gebildete Frau berechtigt, die ba» 18. Lebens- !>ahr erreicht hat. Zu den S t n d i c n k u r s c n und den bannt verbundenen Prüfungen werden nur biereuigen 'ugelassen, bia ennveder das Maturitätszeugnis, das Reiiezcugnis eines Lrhrer- innenscunnars ober bas Abgangszeugnis des leipziger Lveeums besitzen. Bei jeder anderen Vorbildung wird von Fall zu Falt über die Zuteilung entschieden. -Ule die „Hochschule für Frauen" betreffenden '.'mfragen sind zu richten an Frau. Henriette Tr. Goldschmidt, Vorfivrndc des „Vereins für Familien- uno Valis- ctziehung", Leipzig, Wcststraßc 16, fctk zahlen wir klassie sind. tot- adUunggibictcnben Großmacht uno Kulturträger in begründen und festigen helfen. flf. Paderewski und sein Landsmann. Padcrewski ist gegen seine Landteute io wohltätig, daß manchmal das ganze Honorar eines Abends in die Hände von Bittstellern flieht. Eines Tages tarn zu seinem damaligen Impresario Schürmann, wie dieser in seinen Erinnerungen erzählt, ein Pole, der schon auf zehn Schritt scheußlich nach Alkohol und yiiwblaud) roch. „Herr Im - presario, hier cm Bries meines heben Freundes Ignaz Vaoe rewski," sagte er, indem er cm Stück Papier überreichte, auf Cent folgende Zeilen standen: „Mein hebet Schürmann, ich schicke Ihnen einen Landsmann, der eine vielköpitgc Familie hat, oic gegenwärtig von allem entblösst ifL Ich überlasse ihm mein Honorar für diesen Abend und bitte Sie, es ihm zu bezahlen. Ihr Ignaz Padcrewski." Tas ging zu weit! Schürmann hatte keineswegs Lust, diesem angetrunlenen Polen das ganze Honorar von 2300 Francs auszuliefern. „Hat Ihnen Herr Paoerc-wsti die Höhe seines heutigen Honorars genannt?" „Nein, bas hat mein Freund nicht getan." „Also gut, hier sind >00 Francs." — „(23ie? Hundert Francs! Sie machen Scherz?" — „Ich mache nie Scherz. Hier sind ihre 100 Francs. Stellen Sie mir eine Quittung aus, und iic gehören Ihnen." Ter Pole setzte sich hin und schrieb seinen Namen unter die Empfangsbescheinigung, und Cann ging er weg, indem er ^dmrmann anschrie: „Tiefe Kun Her, es ist doch immer dasselbe Lumpenpack. Immer vtel Ge'chrri und wenig Wolle! Aber ich habe mir auch schon längst getagt: Er kamt unmöglich so viel Talent haben, wie die Zeitungen sagen." — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. „Glaube und Heimat", SchönherrS Bolksttagödie, wurde nun auch in L o n d o n in deutscher Sprache mit starkem Erfolg auf- geiührt, obwohl die Tarstcllerscha't ans Tilctiantcn bestand. Tie Vorstellung war vom Londoner „Teutschen Bühneiroerciii" im „Majcün-Theater" Beerbohm Itees veranstaltet. Agathe Barsescu iprach einen Prolog. — Tic SO jährige Tokwrjubelfcier begeht am 21. Juli der Professor ccr Augenheilkunde, Gen. Medizinch- rat Tr. mco. Hermann Sch m rd t - R im p l er in Valle a. S. Ter ausgezeichnete Lplstbalmologe, cm geborener Berliner, steht nn 73. Lebens;alste Ostern 18 <1 wurde er a. o. Professor und Tirektor ber Augcnllinil an der Unioerfität Marburg, 1873 ebendort ord. Professor. 1890 nahm er einen Rus nach Göttingen an. 1880 81 mar er Rektor in Marburg. — In W h t aus Forr ist der Vorsteher der Lchleswig-Holsteinischen Lindesbrblwttttk zu Siel, Professor Tr. phil. Rudolf von Fischer-Benzon un Alter von 72 Jahren gestorben. — Tic 50jäfyrige Doktor- Jubelfeier begeht am 23. Juli der Berliner Anatom., Ge- heimrat Profesjor Tr. med., leg. et phil. Wilhelm Wal d^ per, Mitglied und beständiger Settetar der preutzifchen Alarnnic b:r Wlsi en schäften unb des Herrenhauses. Lin berühmter Zeitungsmann. Am 21. Juli 1811 wurde in Köln a. Rh. Joseph bu Mont geboren. Tes überzeiigungstreuen, klugen und encrgischeii Mannes, der in den Ialncn 1831 bis 1881 als Verleger und Leiter der „Kölnischen Zcirnng" bleibende Werte gc|d;af|cn Kat, mag an seinem hundertsten Geburtstage in Anerkennung gedacht werden. (St war sich im vclisten Maße bewusst, dah eine Zeitung auj die Gesinnung und Bildung des Volkes, auf Politik, Handel, Gewerbe, Finanzen, Kunst, Literatur mtd überhaupt auf jede erdenkbare Phajc der menschlichen Interessen einen fördernden Einflust auszuüben vermag, wenn sie nach vornehmen Grundsätzen geleitet und von hervorragenden Mitarbeitern unterstützt nnrd. Indern er diesen Faktoren Zuverlässigkeit, journalistische Gewandt- leit und Schnelligkeit hrnzufügte, btrljalf er seinem Blatt, obwohl cs weitab rom Zentrum der Landesregierung erschien, im In- und Auslande zu hol/em Ansehen. Sehr roeicntlüb trug hierzu bei, dost er neben den preutzisch-dcutschen Angelegenheiten auch den französischen besondere Aufmerksamkeit widmete. Tie Silber der Tagesgeschichte nxtren mit großer Prägnanz gezeichnet und daiwr geeignet m weiten Kreisen Interesse zu erregen. Als wertvolle Beiträge zur Kennzeichnung der Acra des brüten Napoleon und Der Stimmung Der Zeitgenossen wird sie der Historiker noch heute zu schätzen wissen. Joseph bu Monts Geburt fiel in die Zeit der französischen Lkknvation. Tas neue Regiment war natürlich bestrebt, aus den Kölnern brave Franzosen zu machen. Irgendwelcher Widerstand gegen diese Absicht unb jede freie politische Meinungsäußerung, welche Mißfallen erregte, fanden strenge Ahndung. Tic „Kölnische Zeitung", seit 1802 Eigentum der Familie Schauberg und spater im Boitze von Markus du Mont, bet eine der Schau- bergiidicu Erbinnen geheiratet hatte, mußte 1809 auf Napoleons Befehl ihr Erscheinen einstellen. Es blieb nur übrig, das „Journal General", Den „Mercure du Departement de la Roer" oder einige farblose deutsche Blätter zu leien. Als es cnd.ich mit der Fremdherrschaft zu Ende war und die Franzosen unter Sebastiaiii am 14. Januar 1814 Köln verlassen barten, cridnen schon zwei Tage später, am 16. Januar, die „kölnische Jeitung" von neuem auf dem Plan. Ihr einen ausgedehnten Leserkreis zu gewinnen, mag nicht leicht gewesen sein, denn der bisherige Truck hatte ni ber Bürgerschaft eine vorsichtige Zurückhaltung und bei vielen Leuten einen starken Grad von Eteu^gültigkeit gegen über dem öffentlichen Leben erzeugt. Aber Markus du Mont brachte cs mit - einen materiellen und geistigen Mitteln fertig, Die Zeitung mehr und mehr zu heben uns i't vor einigen ton hiniercnbcn Blattern darunter der „Wett- unb Stoaisbote" und ber „Verlirndiger am Rhein" , den Vorzug zu sichern. Auf dem tom Vater gelegten Fundament baute Bv'cvi) du Mont grost zügig weiter, anfänglich im Verein mit seiner tatkräftigen und gejcheiten Muller, bte bicic ihm im Jahre 1845 durch den Tod entriffen wurde. Er selbst starb am 3. März 1861. Sein hervorragendes Wirken hat auch die Stellung der Presse gls die einer gegangenen unb den beiden Gesandtschaften mitflctcilten Aach richten war der frühere Schah in der letzten Zeit mehr als je damit beschäftigt, Intrignen g e g e n d i e fctzi ge Regierung anzuzetteln Sein Günstling Mn- i n l a leSSul 1 an , der im Jahre 1900 ebenfalls als Schutzbefohlener in Rustland aufgenommen wurde, ist letzt platz lich in der Provinz Aserbaidjan unter den Scnabsewennen aufgetaucht und reizt diese zur Empörung auf. .'l n d e r e Anhänger des Schahs landeten mit einem großen Vorrat von Patronen in Baku und erhielten trotz der Vorstellungen der persischen Regierung die Erlaubnis, sich nach Petroivsk zu begeben, wo sie eine Besprechung mit den Turkmenenhäuptlingen hatten. Tie Regierung geht entschlossen vor. Das neue Miwinctt trat zu einem ÄabinettSrat zusammen, dem der Regent 'beiwohnte. Verschiedene hervorragende Persönlich- Veiten und Führer, auch der oberste Polizeichef, beeilten sich, der Regierung ihre Un ter st üpuug gegen den ruheren Schah : » versichern. Das Geleit Mohammed Alis durch ruisische Behörden und die ihm geivährte Erlaubnis, ihr Gebiet zu durchziehen, wurden einer allgemeinen Erörterung unterzogen. Tic Behandlung des gonsularagenten Boisset durch he Spanier in Ellsar hat die Franzosen in die grötzte Aufregung versetzt. Fast die gesamte Presse i>cr Lxngtc, daß Spanien wegen der Verhaftung des fran- Gsischen Äonfularafleiiten um Entschuldigung b i t t e ler „Figaro" erklärt, Eaillaux und de Selbes wurden für ;~r.::r ihr Ansehen bei dem französischen Volke einbüßen, wenn sie eine andere Haltung zuließen. Ter „Gaulois" schreibt: Während Teutschland und auszuziehen versucht, cht sich Spanien den Spaß, uns zu verhöhnen. In dieser unglaublichen Lage befindet sich augenblicklich Frankreich. Tic „Pente RSpuvligue" meint: Tic einz.g mögliche Genugtuung ist die einer ofientlichen Entschuldigung in Anweseu- qeit der Marokkaner, die Zeugen des dem Konsularagenien von I.9Q 1 ’ Hinzen* A matt 3 M|. Um IHavofto. In Paris hestte man nach den neuesten Meldungen am Tienstag abend bezüglich der Ergebnisse der deutschFranzösi- scheu Verhandlungen wieder pessimistische Erwartungen. Auch die „flöht. Ztg." hatte ihre von uns erwähnte Tar- legung in dem Simtc abgernilderl, daß die deutsche Regierung noch keineswegs entschlossen sei, „>tompensa tioneti" außerhalb Marokkos anzunehmen. O'.enerallcutnaut Litz mann,'der frühere Tirektor der üriegsatademic, be zieht sich in der „läßt. Rundsch " auf das Buch des Obersten Mangin, wonach in Tunesien die allgemeine Wehrpflicht her Eingeborenen schon eingeführt unb in Algier unmittelbar bevorsteht, und außerdem eine starlc Vermehrung der Madrid, 19. Juli. Aus Paris wird gemeldet, der , spanische Botschafter besuchte gestern abend den Minister ■ des Aeußern und erklärte ihm, w e u n d ie spanischen ; Agenten die Umffänbc bestätigen, unter denen j die Festnahme Boissets erfolgt sein soll, so könne die ! spanische Rcgietung nicht umhin, ben Bor fall zu bedauern und mit Frankreich über die notwendige Entschuldigung sich zu verständigen. Ter Minister des Aeußern soll dem französischen Boi schafter erklärt haben, Lberst Shlvester empfing die An Weisung, keinen Soldaten der schert fischen Truppen auzuwerben, und der scherifischen Regierung Waffen und P s c r b c, die von Tefcrtcurcn nach Ellsar gebracht wurden, zu r ückzua eb eu. Spanien werde seinen flonsul in Rabat, Elara, dessen Sympathien für Frankreich bekannt seien, nach Elksar feubcn. Tiefer hätte in San Sebastian die versöhnlichsten Instruktionen erhalten. , _ Tic „Agenee Havas" veröffentlicht folgende Note: ^er spanische Botschafter besuchte den M i n i ft c r d e s Aeußern und erklärte ihm, er wäre beauftragt, ihn wissen zu lassen, daß die Regierung den Zwischen fall B o i f f c t bedauere. Der Staatsminister empfing noch keinen Bericht, aber er habe dem französischen Bote schafter, nachdem er von den offiziellen Informationeit der französischen Regierung Kenntnis genommen, sein lebhaft cs Bedauern ausgedrückl. Tie spanische Regierung, fügte Eaballero hinzu, bat ihn, den Ausdruck des Bedauerns ;/u. erneuern, sie beabsichtige, sobald sic selbst unterrichtet ici, Lbersr Sylvestre a u s zu s o r d e r n, Boisset seine Entschuldigung a u s z u s p r e ch e n. Tie spa- nische Regierung wünsche mit Fraittreich herzliche Be^ zichungen zu unterhalten. Sie erließ übrigens in diesem Sinne Anweisungen an ihren Vertreter in Ellsar Tic „Agenec Havas" meidet aus Larrasch unterm 18. d. M.: Ein Transport mit Lebens Mitteln und M u n i t i o ii ist mit Begleitung nach Ellsar abgegangen. Tie gelandete Marine-Infanterie und Matrosen bc- wachen die Stadttore. 80 Tcfcrteure der scherifischen Truppen sind von Ellsar gestern hier angekommen. Sie werden instruiert unb nach Melitta geschickt. Ter Pascha veil a g t e sich bei der KostsUkarochärde "über die Haltung der spanischen Soldaten, die in die Häuser eindringen, een Frauen auf den Straßen die ^chteicr jor.ziehen und die Vorübergehenden mit dem Bajonett bedrohen. Nr. 168 Erstes Blatt W. Jahrgang Donnerstag, 20. M M Ter «leßrner Lnzelgn Z'&W • D monatüdhTb^eiedel- Bi 11 itlM AlM* , oermalwöchenil.XreiS' ■ ■ ■ B H M H J 3 ■ ■ ■ ■ M ■ MfBrM«Kiete«ie|eB MM M M M U M Bf Z ■ ■ L«. \ (TiensragundFreNagl: ■ BH @ M M / B. B ML, tiC BL auLwäris 20 Lieimiq. ÄÄ VW I IV W 'W ■ V ■ ▼ ‘Ä ?enäprech - Anschlüsse WLy politischen TeU: August sMM General-Anzeiger sür Oberhessen ünnabmt von Anzeigen Botalioitsbrud und Verlag ötr Erübl’fcbcn Univ.'Vuch- und Steinöruderei n. Lange. Redaktion, Erpedilion und Druderti: Schulstraße 7. «antz-; E-Hcß: iür den K ÄZ vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 Leschäftrstelle Bahnhofstraße 16a. 2i^etQented: H. Beck. Deutsche Kolonien. Neberfall einer deutsch-südwestafnkanischen Patrouille? London, 19. Juli. Reuter meldet aus Livingstone (Rhodesia) unter dem 19. Juli: Ter Verwaltung ging von Seshete an der Gtenzc von Deutsch-Südwestafrika folgende Nachricht zu: Nach Gerüchten, die unter den Eingeborenen dort umliefen, sei eine Patrouille, bestehend aus dem Distriktskommissar von Frankenberg, zwei weißen Sergeanten, 14 schwarzen Polizisten und 20 Trägern, von Leuten des Okawangostainmes in Ngamiland niedcrgemacht worden Frankcnberg sei auf einem Maultiere entkommen. Die Nachricht ist bisher unbestätigt. Reuter erfährt, daß auch die Chartered Company keine Mitteilung erhalten habe, obgleich Ngamiland auf englischem Gebiet liege. Die Anwesenheit der deut scheu Patrouille auf englischem Boden erkläre sich daraus, daß die Grenze noch nicht genau festgelegt ist. Aus Berlin wird dazu noch berichtet: Im Neichskolonialamt traf die Ncutermcldung am Mittwoch nachmittag nach 4 Uhr ein. Auf eine sofortige telegraphische Anfrage bei dem Gouvernement in Windhut erhielt das Reichö- kolonialamt in später Abendstunde die Meldung, baß von einem Ueberfalle auf die Kolonne des Derrn von Frankenbcrg nichts bekannt sei. Staatssekretär v. Lindequist blieb bis in die späte Nachtstunde im Reichskolonialamt, um etwaige telegraphische Mel- bintgen sofort cMgcgenzunchmen. In maßgebenden Kreisen ist man der Ansicht, daß cs sehr wohl möglich wäre, daß das Gvu vernement erst sehr spät von den Ereignissen im Caprivizipfel Kenntnis erhalte. Es sei kaum anzunchmen, daß die 'Nachricht von dem Ucbcrfallc vollkommen aus der Luft gegriffen sei. Tie Möglichkeit eines unliebsamen und unporhergesehenen Vorfalles im Caprivizipfel sei schon deshalb nicht von der Hand zu weisen weil dieser abgelegene, von englischem Gebiet umgebene Teck des deutschen Schul'gebietes schon infolge seines Wil'dreichtmus und aus naheliegenden anderen Gründen seit langem der Z u f l u ch t s- ort aller fragwürdigen eingeborenen Elemente aus den angrenzenden englischen Kolonien und aus Deutsch- Sudwest-Afrrka selbst ist. Bis in dem Anfang dieses Jahres stand das Eingeborenenreservatgebiet unter militärischer Verwaltung. Resident war der Hauptmann der Schußtruppe Streitwolf Die militärische Besatzung bestand aus einigen weißen Unteroffizieren und der aus etwa 50 Köpfen bestehenden Schutzpolizeitruppe. Mrt der Ernennung des Herrn von Frankenberg-Prosch Witz int Anfang dieses Jahres zum Residenten, wurde die Zivil- verwallung eingeführt, v. Frankenberg >oar bis dahin Distrikts- chef des Omaruruhebiets. Er ist im Jahre 1873 geboren und war zuerst aktiver Offizier, irahm als Leutnant seinen Abschied und trat in den Kolonialdienst über, wo er sich in Südwestasrika vor Mem dadurch bewährte, daß er es ausgezeichnet verstand, die Eingeborenen richtig zu behandeln. als lind! rieht SS ?>etzliche Niiü Dn Zmilamps । Por dm Krie w Anhandinng n Itutnonti Oswald nanti a.D. Wiste md Biegung her intet der Änfchuü -ctötetzu habe Der Angekiag 1908 mit Gasfroü tu mit kleinen 5 bm Zahre 1908 Rafften nach i leiierte ihm ft Ri iinem Mieren not, 11)001) M ckM Nftorö Äorgehen fo erbittert, daß er *)oiging und ihn it inijmite. Am 10. tinen Schutz in die üagr üeantragte d bMngshast. Der gemerkte, Frhr. v. heil tadellos benot Niton ein keines lautete auf zwei bung tvirb darauf v Richthofen sich a, Oiaffron felbft sehr Gesellschaft nicht ab. 'die Üchuld an den nchiießlich Herrn v. veshaib eine gelinde II Marburg, seligen i'andgerichis miier Anklage gegen 11111 seinem! Michelbach und ®öni ■cniailen in Gefahr A twlnjes aus 6uo *uif SiiiU? ^bucht ieftsl ^"Krzeuggefetzes i 19. ; ^'°"-gerichld 2p versuchten L^sangins i ^inchi der Koni 2uS?on vier 'DI n-or^des Ge. W «Oe $od)t. hllDpe " Tageskalender. 5. A b o n u e m e n t s k o n z e r t der Militärlapelle in Steins Garten.* Anfang 8 Uhr. ** Truppenschau in Mainz. Der Kaiser wird, wie jetzt als feststehend angenommen werden darf, am Montaa öen 14. August zur Truppenschau auf dem Großen Sande nach Mainz kommen und die alljährliche Vorbesichtigung der Regimenter, die an der Truppenschau teilnehmen, ivird deshalb an einem Sonntag stattfinden. Zum ersten Male wird dieses Jahr auch das Infanterieregiment Nr. 118 an der Parade teilnehmen, so daß mit Ausnahme der beiden hessischen Dragonerregimenter, des hessischen Trainbataillons und der Hanauer Ulanen das ganze 18. Armeekorps, also über 16 000 Mann, in Mainz zusaimnengezogen wird. Den Truppen stehen also anstrengende Tage bevor, da kurz nach der Rückkehr von der Truppenschau, am Freitag den 18. August, die Manöver beginnen. ** Ter Hessische Aut omobilklub hatte durch Vermittlung der Bürgermeisterei und der städtischen Schulen in Darmstadt sämtliche Kinder, bereit körperliches Gebrechen ihnen eine Bewegung in der freien Natur nur selten und unter großen Schwierigkeiten gestattet, zu einer Automobil-Svazier- fahrt eingeladen. Zur festgesetzten Stunde faitben sich etwa 60 solcher Kinder armer Eltern, meist von dieser getragen, gefahren ober geleitet, am Krublokal ein, und unter dem Jubtt der zahlreich ti er lamm eiten Zuschauer wurden die Kleinen in 16, von den Klubinitgliedern zur Verfügung gestellten und mit Fähnchen geschmückten Automobilen, die meist von ihren Besitzern selbst geführt wurden, nach einer Rundfahrt durch die Stadt und biu waldige Umgebung über Messel nach der Sommerfrische Einsiedel geleitet, wo sie aus Kosten des Klubs bewirtet und obendrein iwch mit schönen Büchern beschenkt wurden. Gegen 6 Uhr abends waren die Kinder wieder am Ausgangspunkt zurück und wurden von ihren Angehörigen in Empfang genommen. Diese AuUomobil-Spaziersahrt, an der u. a. auch Amtmann ttrapp als Vertreter der Stadlöerwaltung teilnahm, wird hoffemtich recht bald wiederholt werden und auch anderwärts zur Nachahmung aiispornen. ** Stadttheater. Am Dienstag, 25. Juli, findet das letzte Operettengastspiel statt und zwar diesmal mit dem Personal des E m s e r K u r t h e a t e r s. Gegeben wird die neue Vaudeville-Operette „Die keusche Susanne" von Jean Gilbert. Die Neuheit ist mit „Polnische Wirtschaft" das gegenwärtig meist gegebene Stück der Sommerbühnen und hatte auch in Ems bei sehr flotter Wiedergabe einen außerordentlichen Erfolg. — Während „Polnische Wirtschaft" im Winter gegeben werden soll, kann die „Keusche Susanne" mir jetzt gegeben werden und es sei von vornherein bemerkt, das; eine Wiederholung der Aufführung ausgeschlossen ist. Tie Kartenausgabe für diese letzte Opercttenvorstellung dieses Sommers beginnt am Sonntag um 11 Uhr. ** Schach. 'Wie, aus dem heutigen Inseratenteil ersichtlich ist, findet das bereits angekündigte Simultanspiel des berühmten amerikanischen Schachmeisters Ai ar schall Freitag abend 739 Uhr im Cafe Ebel statt. Der Meister wird voraussichtlich 40 Partien gleichzeitig spielen. Das Mitspielen ist sedermann gestattet. Zuschauer haben gegen ein kleines Eintrittsgeld Zutritt. "Ihre silberne Hochzeit feiepn am 22. Juli die Eheleute Heinrich Selbst und Gemahlin, geb. Wellig. Herr Selbst war langjähriger Teilhaber der Firma Emil Pistor Nachfolger. "Ein Findelkind. Gestern abend gegen 7 Uhr fanden zwei Buben im Gebüsch am Leihgesterner Weg ein Kind im Alter von 14 Tagen, das munter und gesund war. Das Kind wurde dem Säuglingsheim zur Pflege übergeben. Landkreis Gießen. Z. Steinberg, 19. Juli. Der Gesangverein .Eintracht" bestimmte als Festtag zu seinem 43jährigen Stiftungsfeste, verbunden mit großem nationalen Gesangs- Wettstrelt, den 8., 9. und 10. Juni 1912. Die Vorarbeiten md bereits in vollem Gange und im Laufe dieser Woche werden die ersten Rundschreiben an die Vereine abgesandt. + Lollar, 19. Juli. Die Feld d iebstähle nehmen hier fortgesetzt zu, und zwar sind es meistens Kinder, die den Schaden anrichten. Das Korn steht an sich schon sehr dünn; nun werden die Besitzer auch noch geschädigt. Auch die Friih- kactoffeln und Erbsen werden am Hellen Tage gestohlen. Diese Umstände tragen sicher viel dazu bei, daß hier das Land so sehr im Preise zurückgegangen ist. Hoffentlich nimmt unsere Ortsbehörde hiervon Notiz und sorgt bald für eine bessere Feldpolizei. = ©rüningen, 19. Juli. . Die gegen die Wahl des Landwirts Adam Lorenz B ingel zu Grüningen zum Bürgermeister eingelegte Beschwerde und Berufung wurde in der letzten Sitzung des Kreis-Ausschuffes als unbegründet ab- gewiesen. Die Beschwerde führende Partei wurde zu 40 Mk. Geldstrafe und zur Tragung sämtlicher Kosten verurteilt. Kreis Bübingen. Nidda, 19. Juli. Heute fand die Synode des Dekanats Nidda in Ober-Widdersheim statt. Pfarrer Korell- Tcruernhetm hielt eine Andacht, an die sich die Begrüßungsrede des Dekans Fischer anschloß, welcher der verstorbenen Synodalmitglieder gedachte, besonders des Synodalen Braun von Nidda, der der Synode vom ersten Ansang an angehört hatte. Aus dem Jahresbericht über den trrchltchcn und religiös-sittlichen Zustanb der Dekanats- gemernden ist hervorzuheben: Tas Dekanat besteht aus 20 Pfarreien und 36 Gemeinden; die Zahl der Evangelischen betrügt 18 298. Bedauert wird, daß es noch immer evan- gelifche Vater gibt, welche ihre Kinder der katholischen Kirche zu,uhren. 434 Kinder wurden geboren, darunter 16 unehelich; 238 kirchliche Beerdigungen sanden statt- Ehen wurden geschlossen 137 evangelische und 3 Mischehen' Der Kirchenbesuch der Erwachsenen ist etwas gestiegen, der ' der Kinder etwas gesunken: der Genuß des heil. Abend- mahls hat häufiger stattgesunden als im Vorjahre. Der höchste Prozentsatz der erwachsenen Kirchenbesucher an den drei Zahltagen ist 44,9 Proz., der niedrigste 15,7 Proz - bet höchste beim Abendmahlsgenuß 195,6 Prozent ■ modrigste 49,6 Proz., Für Wohltätigkeitszwecke gingen : Stadtbezirk. Beide Städte haben bei einer unterirdischen Einfahrt mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Tie städtische Verwaltung in Wiesbaden hat nach eingehenden Erwägungen jetzt eine oberirdische Einfahrt geplant. Hoffentlich wird in Frankfurt recht bald die richtige Lösung gefunden, damit das Werk bald durchgeführt werden kann. Tie finanzielle Seite wird erst beraten werden, wenn die Cinführungsfrage endgültig erledigt ist. Dann wird sich auch erst feststellen lafsen, wieweit die beiden Städte an dem Aktienunternehmen beteiligt werden müssen. Der lögliedrige Ausschuß für die „Tauuusb ad erb ahn" hat feine Tätigkeit bis auf weiteres eingestellt. ein 3810 Mk., an : i enkollekten 1150 Mk., an Opfern für die Ortsarmen 1242 Mk., an sonstigen Gaben 1634 Mk. Insgesamt brachte das Jahr 1910 939 Mk. mehr al» das Vor- fahr. Das Vereinswesen ist sehr rege rm Dekanat; in einer großen Anzahl von Orten fanden Veranstaltungen des Gustav-Adolf-Vereins, der inneren und äußeren Mission, des Evangel. Bundes usw. statt. Bedauert wurde die Unsitte, daß auch Angehörige des weiblichen Geschlechts int Wirtshaus sich niederlassen unb dadurch mannigfachen Schaden nehmen. Nach den nun folgenbett Berichten der einzelnen Vertreter über Mission, Gustav-Adolf-Verein, Ev. Bund, Erziehungsverein usw. hielt Pfarrer Wols-Ranftadt einen sehr gründlich ausgearbeiteten, höchst interessanten Vortrag über das G cm ei n s ch a f ts w e s e n innerhalb der evangelischen Kirche. Er unterscheidet drei Arten von Gemeinschaftsleuten, die ersten, welche sich zur Kirche halten, die andern, welche nur lose nut der Kirche verbunden sind, und endlich die, welche in der Kirche bleiben wollen, aber innerhalb derselben eine freiere Br- wegung für sich in Anspruch nehmen. Die erste Art bilden die sogenannten Stillen im Lande, auch „Stundenleute" genannt. Sie sind in Württemberg besonders zu Hause, und die vielen württembergischen Missionare entstammen diesen Kreisen. Es sind tüchtige, ernste Christen, welche mit der Kirche fest verwachsen sind. Tie zweite Art könnte man die „Lauten" neunen; diese reden viel von Bekehrung, beanspruchen den heiligen Geist für sich, bestimmen auch, wer von ihren Mitchristen bekehrt ist oder nicht. Sie haben die Heilsgewißheit und glauben nicht mehr sündigen zu können. Sie werden sehr anmaßend gegenüber der Kirche und ihre Diener. Ihr Lieblings- tbyema sind die „letzten Dinge", das Kommen des Weltendes usw. Eine besondere Veranstaltung derselben ist die „Zelt- Mission", bei der viel Menschliches mit unterläuft. Wegen ihres geistlichen Hochmuts ist mit ihnen nicht gut aus- zukommen. Die dritte Art, zu der die „Krischona" ge- hört, hält sich zur Kirche, verlangt aber eigene Abendmahls- gemeinschaft neben der kirchlichen Abendmahlsfeier für ihre engere Gemeinschaft. Die Stellung des Pfarrers zu diesen Gemeinschaften muß sich mit Vorsicht je nach den Verhältnissen richten; er muß die Geister prüfen, darf selbst in keiner Hinsicht einen Anstoß geben — und muß in der Schrift oaheim sein. Der Vortragende beleuchtete die ganze Gemeinschaftsbewegung durch eigene Erlebnisse in seiner Gemeinoe. — Ein anderer Vortrag mußte wegen vorgerückter Zeit ausfallen. Kreis Lauterbach. F. Lauterbach, 19. Juli. Bei den zurzeit fyier vorgenommenen Kanalisationsarbeiten wurden gestern zwei an der Ausschachtung beschäftigte Arbeiter von nachrutschenden Erdmassen bis zur Schulterhöhe verschüttet. Durch rasche Hilfe wurden sie. jedoch bald aus ihrer gefährlichen Lage befreit. F. Hutzdorf, 19. Juli. Bürgermeister Kind hier, der seit dem Jahre 1894 dem Gemeindewesen Vorstand, ist gestern mittag nach kurzem Krankenlager int Alter von 63 Jahren gestorben. lz. Wallenrod, 19. Juli. Vor kurzem wurde an unserem Bahnhof eine neue Güterhalle errietet. Nun ist man daran, den Warteraum zu erweitern. Dadurch wird auch die Beamten-Dienstwohnung vergrößert. Zweckentsprechender als diese Umbauten wäre die Erbauung eines neuen Bahnhofes gewesen, der weiter ab von der Straße in der Richtung nach Ranzendorf zu hatte liegen müssen. Der alte, kleine Bahnhof hätte sich leicht zu Beamtenwohnunge/t verwenden lassen. Kreis Schotten. d. Laubach, 19. Juli. Unsere Stadt hatte in letzterer Zeit unter bedeutendem Wassermangel zu leiden, was wohl auf die Erweiterung der Wasserleitung zurückzufuhren i!t. Da das Hinzuleiten einer neuen Quelle mit zu großen holten verknüpft gewesen wäre, hat nian die sehr ausgiebigen Quellen des GrünernannSbruunen gefaßt, deren Wasser durch einen Motor in das Wasserbassin getrieben wird. r- f a, 19. Juli. Tie Wasserleitung, die vertragsmäßig erst im September vollendet sein müßte, wird zum Ende dieses Monats fertiggestellt sein. In einem großen -peile der Straßen sind die Hausanschlüsse bereits ausgesuhrt und die Bewohner genießen schon die Vorteile Leitung, was jetzt in dem heißen Sommer doppelt hoch geschätzt wird, zumal sie seither das Wasser oft recht weit Ijölen mußten. Die Zahl der Wasserleitungsgegner ist deshalb auf etwa ein halbes Dutzend zusammengeschmolzen, unb auif) bieje werden es sich wohl noch überlegen, ob sie den Anschluß versäumen wollen, da er später nur sehr teuer zu haben ist. Die Gesamtkosten der Wasserleitung betauten sich auf etwa 70 000 Mk. h orn s els, 19. Juli. Unser Ort genoß seither den Vorteil einer zweimaligen Postbestellung durch Landbriestrager der Pvstagentur Ulfa. Da aber von bort aus her Aufstieg zu unserem auf steilem Basaltkegel gelegenen ^orfe sehr beschwerlich ist und die Postsenbun- C• \n- =^iC wsehr wenige sinb, so ist vom • November bis 1. Marz, also wahrend der Wintermonate nur eine einmalige Po st beste llung angeurbnet Kreis Wetzlar. W ^r°cht. « 'ft “m Hessen-Nassau. s.mna3i2V'I,a,n:.19- 3uli- H°ut° früh entwich aus Zuchthause hier der Sträfling Michal Maciejewski. -?an konnte ferner bis jetzt noch nicht habhaft werden. besonders in der antisemitischen Presse über den „Millionär" Singer zu lesen waren. Tiejenigen, die einger persönlich kannten, sind von *ber Geringfügigkeit feinet Nachlasses nicht überrascht, denn sie wüßten, daß Singer den größten Teil seines Vermögens längst für die Partei, für wohltätige Zwecke und nicht zum wenigsten für die Unterstützung verfolgter Parteigenosfen hingegeben. Er lebte ungemein einfach und hätte wohl selbst Sie Kuren, zu denen während der letzten Jahre sein leidender Gesundheitszustand ihn zwang, ohne ben Beistanb seines ihm treu ergebenen Brubers nicht durchzusühreu vermocht." Gießener Strafkammer. )( Gießen, ben 18. Juli. - , Der böse Nachbar talKr H Uch der Lanbwirt unb Inch r Wb einen »tief „n mit 'hm Uciffeinbet war. Er ein Mann 8 nnrf1tÖ U^t,!cll-cramt etwa des Inhalts, ob flcächte beim '.Biere ^uteritützung verdiene, der ganze SchliLlderlmndwerk nrfi bc|tcn * uiid mit seinem ^zujnLioeiijanorocrr noch so viel Gelb verdiene Unter den »rief fette er unbefugt den Warnen eines Dritten der von der St^er lautet ^uj eine Wvch'e°Z-^ns °°ranNv°rten Dos Urteil c\n hP(!im5lin?ruä>incci”c2trbeiterbubc. auf ben 24. Mai l. I. hatte bet Bcn erne Arbeiterbube erbrochen und daraus einen Arbeitsanzug nebst Hose entwendet Er erhält »egen schweren Diebstahls drei Monate Zefäug»?L Deutsches Reich. Ter Kaiser machte, wie aus Balestrand gemeldet wird iam Dienstag mittag unb Mittwoch vormittag Spaziergänge an im Lame des Tages Vorträge des Kabinettschefs und des Vertreters des Auswarttgen Amtes entgegen. Das Wetter hat sich wieder aufgeklärt. Der Reichstagsobgeorbnete Liebermann von Sonnenberg ist in Hamburg schwer erkrankt. Er wurde nach Ber- lin nt seine Wohnung gebracht. >-'U" » rüd9eH,t P te» £ eine * L-L V» »ä ran e,ne di-i-1 W ■£ 'N haben, o 'rffrfllölfen 8 (fr gibt ,3 rM Der । c, jn sonrabsöo Jm Scite von etwa Anfänglich hat. “ .geroefen «u 1ein> Unbekannten gekansl ^ab er die M -u- icie gefetzlicheMmde Ausland. Aus Ofeupest wirb gemeldet: Auch die Sitzung des AL- tzeordnetenhauses am Mittlooch war von der t s ch e ch i s ch e n O b- ftruktion ausgcfüllt, fo baß bie auf der Tagesordnung stehende Wehr vor läge nicht v er h a n b e l t wer de n konnte Die Regrerungspartci beabsichttgt, der Obstruttion, die die Arbeitsfähigkeit beS Mgeorbnetenhauses völlig lähmt, vorläufig freien Lauf zu laßen. In einer Infanterie-Kaserne in Warschau wurde ein ganzes Bombenlager entdeckt. Eine Anzahl Solbaten soll mit Revolutionären unter einer Decke gesteckt haben. Eine sttenge Unters uclmng wurde eingeleitet. Die Maul- und Mauenseuche in Dettenhausen. Wir erhalten bie Nachricht, daß in Bettenhausen, wo betauntlich am Sonntag das oberhessische Bauernfeft statt- gesuriden hat, am Dienstag die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen ist: ze. Hungen, 19. Juli. In Bettenhausen ist die Maul- und Klauenseuche heitte amtlich festgestellt worden und zwar in einem Stalle des Landwirts Dietz. Der Ort war setther unverseucht unb auch in der nächsten Umgegeiid war die Seuche bis jetzt noch nicht aufgetreten. Auf unsere 'Jlnfragc beim Großh. Kreisaml wird uns dre Richtigkeit der Meldung bestätigt. Der Ausbruch ber Battenhausen muß höchst wahrscheinlich mit bem o k • t Verbindung gebracht werden. Der betrefsende ^.andwirt war von zwei auswärtigen Festteilnehmern be- sucht worden, in deren Bezirk nachweislich die Seuche besteht. L,ie Feststellungen werden durch das Kteisoeterinär fortgesetzt. Wir veröffentlichen heute eine entsprechende amtliche Bekanntmachung, in ber die Sperre auch über die benachbarten Orte verhängt wird. Aus strtöt imo Land. Gießen, 20. Juli 1911. Die elektrische Schnellbahn Frankfurt a. M-Wicsbaden und die „Taunusbäderbahn" („Ländchesbahn"). - ^^^bttriEs-Aktiengesellschaft vorm. W. Lahmeyer a- F- beschüfttgt sich feit geraunter $eit ™ TSbeV(v? Schnellbahn Frankfurt a. M,— Wiesbaden. Der Eisenbahnmtnister hat keinen Zweifel darüber bestehen lafsen, daß er die elektrische Schnellbahn der fogernannten //^aamiSbäderbahn", auch „Ländchesbayn" über Erbenheim, Noroenjladi, BaHali, Diedenbergen, Marsheim nach Hofheim mit Einmündung in oie Strecke Limburg-isöchft-Krantiurt a M und Fort,etzung Uber S°de>^ ^r°nb?rg. Ob Ärfel nach Homburg fuhren )oll, vorzieht. Zwei schwerwiegende Bunve muffen noch Überwunden werden: Die Einfahrt der SLnell- bahn tn Frankfurt a. W. wie in Wiesbaden in bat Ären 'sselsheim S&iNähm^ verlange Preisliste. Stadt hatte in le^ta ingel zu leiben, v.\ erlriiung zurückzusüdtc: i Quelle mit zu groß» ian die sthr ausgiebizk- atzt, deren Wasser burq rieben wird. । e r l e i t u n g, bie verendet sein müßte, nnrt -stellt sein. 3n emm : Hausanschlüsse bereit: ießen schon die Wüt ■n Sommer doppelt hoc l§ Wasser oft recht iveil »rleitungvgegner i|t be?- > znsammengeschmolzen. t noch überlegen, ob |tt da er später nur febt -osten der Wasserleitunü ISS»'5 5,’S LrenddcrWintemon-te, ellung angeordnet. »teran 150 Mr |l«tt äiiK ■ ,boburi» rotgenoen fe'äit^ >U> °d,P, «-'-»ln £ iiatret x q 1.1* 5 h> e I»» Wfetij ^«det Ätei „welche sicher-- !t lv e 1-7 Mr ftüL c/ welche i/er gelben^'" der «ch «en. D i , K?« ren; diese rX;ih,cit. Ze« S °g ßnstw heMrt f " hert und rtiLL1’1 obt*- werden fe J*en wiener. UE. derselben ist m.lt unterlauft. Ä y"äs,s „ bwfjffl? i, _ne Erlebnisse in feine; ca9 mußte Ingen vor- ach. den zurzeit hin a r b eit en imirber beichaftigte Arbeiter 1 Zur Lchulterhöhe veröden sie jedoch bald au- ürgermeifter Stint 'm Gemeindewesen vor n Krankenlager im Alic: or kurzem wurde an un- e errichtet. Nun ist mar rn. Dadurch wird aus )ßert. ZweäentspreÄr Erbauung eines nrm von der Straße in tr. te liegen müssen. I« zu Beamtentvohnungi faiuwier. 1S j«it ; ©iefre«-®"1 'chbar. j„j,l8e » eteinb«» »ad(un? * 909 ouecr -- Uw » ii be teu 0^ iinter den, berb^ 5onbe^ Dritten, dZ' M gegen £ •SfaStSfi ÄS«..'.» Nn-t° ®e' <ßcrid}tsjaaL sprangen sie ab und entkamen. Automobil- v ertrecer: Für Fahrr&der: Adam e sich des Tienstwag, Trambahn und zwangen den Maschinisten, d> voloern bedrohten, die Fahrt sort-usctzen. Unterwegs bube, bat die Handelskminner nach Anhörung der bctrxlxgtaf SUeiie bciadt. _ . .r ___ hl Von wobt unterrichteter Leite lagen irod> ?.«ult»Iungen vor. über £banbe!i'bc|iefAnincn mit Branticn und nut -Japan. Berbrciomg der 92adnd)irn für .xxinbd und 3n£rattnc, Aus- fufcten der deutschen Industrie i:t Andren sowie über aroeurf barte tv innen in Belgien, Frankreich, O'roübritanmcn, Jtahen, irgupttn, «IntiHh SübairiTa und Französisch Indien Nähere» Inmibci fnahmt Interessenten auf dem Sekretariat der Handelskammer mehrere Lagerräume auf. 'Jhii der Elektrobahn Lodz—Sgcrsh feuerten bret verdächtige Personen auf Landpolizistcn, als diese sie bura^ suchten, röteten einen unb verwunbeten einen, sonne KW« Passagiere. Dann sprangen sie aus bem Waggon. ®K« ber Flucht bemächtigten sie sich beö Dienstwagens ber Lodzer : Seit sie mit Re- hauOet. — Kleine F i n a n z ch r o n i k. Tie Manufakturwarenfirma Kuder & Sonneboni in Hieben teilt ihren L'teferonten mit, daß öurd) den Tod des Herrn Souueborn eine -todung m ihrem Ge- chä't emgclveten fei und bittet, die Warenlieferungen zu unterlassen und die Zahlungen zu stunden. (Ein russisches Rauberstück. Lodz, 19. Juli In ber Petrikaustratze brangen Diebe burch dieDecke in bas I u w e l e n g e^cha s 1 Rosenthal unb raubten aus einem feuerfesten Schrank Lrillanten unb andere Wertgegenstände, sowie zehnlaufend Rubel in bar. Um dorthin zu gelangen, brachen die Diebe 5. Eingänge. a) Mit der Frage ber Stellung großräumiger Sagen im Güterverkehr durch Abänderung der Tarif. Vorschriften dahin, baß den Versendern ebenso wie auf das Ladegewicht des zu ftellenoen Wagens auch ein gerautes Recht auf oic Ladefläche emgeräumi wird, haben sich'die deutta-en vandels- Vertretungen, insbesondere bie Aeltesten der MaurmannidKHt zu Berlin, fdran raieberbult befchajtigt. Ein praitlschcr ö-all aus Dem Kammer bezirk gibt der Handelskammer Veranlassung, m einer umgäbe an Die Stömgl. Eijenbahndiretlion Frankfurt a. M. aut Die große Bedeutung hinzuraeifen, welche in Handelstrmen der <5 tage der Gestellung grotrdumiger Wagen entgegengevracht wird. b) Ein Rundschreiben des deutschen Handelslages, betr. Ortsgespräche mit Voranmeldung,, beschließt die HanDelstamtner jiad) Anhörung der beteiligten zbreise, dahin zu beantworten, das; jie ihrerseits der Anregung der .Handett.ummer Strasburg aus Einführung von Ortsgesprächen mit Voranmeldtuig, wodurch die Gleichstellung ber Orts- mit den Ferngesprächen geiiehert werden soll, nur zustimmen könne. c) Ter neue Niederländische Zolltarif-Entwurf steht u. a. auch eine beträchtliche Erhöhung ^der Eingangs- ■ Erzeugnissi dir Leinenindustrie vor. Ta die Nieoer- lande für oic ober hessische Leiiieiiindustrie ein gutes Absatzgebiet biioen und bitte somit ein lebhaftes Interesse an mastigen Eingangszöllen haben, beschiiestt die Handels- lammcr in einer Eingabe an das Großh. Ministerium des Innern, auf Die d.m Export der oberhessischen Leinenindusirie drohenden Schwierigleitcn hinzuraeifen uno gleichzeitig die Bitte auszn I ivred;cn, bet eventuellen Vertrag:vc,l.?ndlungen äwischeti den Riederlanl-.it und dein Deutschen Reiche die Interessen der ober- hessischen Leinenindustrie wahrzunehmen. €. Au» dem Gef chäfrsbencht ist folgendes hervor- aleichT-ohl auf eine Aenderung ber geltenden Borfchriiien bestand» li werden, bann müßte der (rntroun in einer yanzcn Rcihc Den Punkten eure grundlegende Umwandlung im Sinne der von sachverständig er Sette, insbesondere vom Bezirksoerein Hessen des Deutschen Drogistenvcrbandes gemachten Vorschläge erfahren. — Diesen Standpunkt ivird die Öandels'ammcr auch in eurer aui Freitag den 7. Juli d IS. in Frankfurt c M. anberaimilat Moniereni der hessischen Handelskammern vertreten. 2. Handelsgebräuche, betreffend den Kartoffel Handel. Der von der Landwirtschafiskammer für das Grostherzogtum Heilen au-‘gearbeitete Enuoun, betr. Geichösts- bedingungen für den KarwsselKandel, ist in mehreren Bertreier- konferenren der befiueben Handelskammern unter Zuziehung von Sachr.mündigen eingehend beraten worden. Die von Den Handels- lamnurn gemachten Abänderungsvorschläge ixibcn zum Teil die Zustimmung der Landwirtschaitskammer gefunden, »um Teil find fie abgelelmt und an ihrer Stelle von der Landrairtichostskammer Gegenvorschläge gemal t ivorden, bie wiederum von ^adwcT- ständigen des Handels einer Prüfung unterzogen worden sind. । Aufgabe einer Konferenz von Vertretern der Landwirtschaiiskaminei und der Handelskammern wird es nun fein, die Angelegenheit zu einem befriedigenden Abschlüsse zu führen. Zuwiderhandlung gegen das Gcwerbesteuer- g e f e y. Der Taglöhner D. M. von Homberg in vom dortigen Schössen- atri(f)t zu fünf Mark ttelcstra'e verurteilt worden, weil er seine Ehefrau hausieren geschickt hat, ohne ,rn Befrv eines Wanders gtwcrbefcheineS zu fein. Ter gerichtsbekannte ^ngeUagte beließet die Tat, wird aber durch die Beweisaufnahme überführt, -eine Berufung wurde dementsprechend als unbegründet zu-I ü ck g e w i e f e n. Nachträgliche Sühne. 2er Landwirt O. H. von Sobenhäufen l war früher Büracr reiftet und Sparkaisenrechner. Er hat sich in dieser Eigenschaft ,ne Reihe von Veruntreuungen »um Nachteil der Gemeinde md ber dortigen Sparkasse zu schulden kommen lassen unb »er JÜBt wegen dieser Vergehen zurzeit eine achtmonatige Gefängnis hafe in Buvbach. Inzwischen hat sich herauSgestellt, bau er nid) eine Bürgschaftsurkunde über ein angeblich von ihm selbst I mfgenommenes Tarlcben gefälscht hat. Es sollten hierdurch bie turn ihm begangenen Unterschlagungen und das in der Kasse vor ! °unbene Defizit verdeckt werden. Der Angeklagte erhalt wegen .üefer Fälschung eine Zusabstrose von zwei Monaten Ge- ’ ä n g n i 1. Eine Anklage wegen Vergehens gegen bas Personen st andSgesetz. Der Bürgermeister von M. ist beschuldigt, in seiner Eigen lchast als Standesbeamter am 23. September 1910 eine (ifjc -cschlossen zu bafxn, obwohl bie Verlebten ihren Wohnsitz nicht tu M. halten. Er gibt an, der Bräutigam fei Kellner in (Siegen, itammc aber von M. unb halte sich auch dort bei feinen Eltern noch viel auf; er habe noch Grundbesitz dort. Jnfilgedcsfen hab. . tc angenommen, daß der Bräutigam noch in M. heimatoberech tigt und er dement!vrechend als Standesbeamter zuständig sei TieS trifft zwar tatsächlich nicht ju, bas Gericht hält aber den 1 Irrtum des Angeklagten für entfchuldbar und spricht ihn frei. Um eine Taube. Der Taglöhner A. D., zurzeit wohnhaft in Okriftel, hat am 23. April 1911 in Mittelgründau eine fremde Taube ringe- fangen und für eine Mark an einen Bahnwärter verkauft. Er ist als Tteb rückfällig, kommt aber mit Rücklicht auf den gelingen Wert ber gestohlenen Sache mit der gesetzlichen Mindest- jtraic von drei Monaten Gefängnis davon. Drei Monate Gefängnis für eine Scheere. Der Fuhrmann I. K. U. von Cbcrftctten kam am 11. April l I. in Konradsdors in ein Haus und nahm eine Rosenschere ttn Werte von etwa vier 'Dlarl mit, ohne bemerkt zu werden. Anfänglich hat et überhaupt geleugnet, in dem betreffenden Hause Alvesen zu fein; später wollte er die schere von dem groben Unbekannten gekauft haben; alS er sich schließlich überfuhrt sah, nab er die Tat zu. A. ist gleichfalls rückfälliger Dieb und erhält bie gtfetzliche Muideststrase von drei Monaten Gefängnis. SufWffabrt Neue Fahrten des Luftschiffes Schwaden. Stuttgart, 19. Juli. Wie der „Schwäbische Merkur" auS F r i c d r i ch S b a f c n erfährt, machte das Luftschiff „Schwaben" heute vormittag zwei Passagierfahrten. Nachmittags 3«1 Uhr erfolgte im Anschluß an die irociu- Pajsagiersahrt eine Probesahn zur Vornahme mehrerer L>afserlanbungen auf dem Lee am Schweizer Ufer, als Hebung für die bevorstehende Fern - ra hr t na ch Luzern mit einer Landung auf dem Vierwald Itnitctice. Graf Zeppelin führte das Luftickisf selbst. Die Luzernerfahrt mufcte der Wetterlage wegen verschoben werden und findet nun voraussichtlich am Freitag früh statt. "Die Ueberfahn deS Luftschiffes nach Baden-Baden ist für e yanbelsfammcr um eine Äeustemng Darüber ersucht, ob auch für dos Grosth.rzogtuni Hessen der Erlaß einer Änweismig au d.c Polizeibehorden iiad) dem Vorgänge Preußens zwcäs llMerstützung de„ Vorgehctis des Zeniralverbandes des bcutfdien Bank- und Bankiergewerbes zur Bekämpiung der Winkelbankiers erforderlich er- fcheint. Auf Grund der angeftclhcn Erhebungen hatte Die Hondels- lammer die gestellte Frage beiaht uiü) es ist nunmehr, nachdem auch die übrigen befind,en Handelskammern sich Da|ur ausge- Iprochen haben, eine entsprechende Anweisung des Grölst). Mun- stenums des Znnern an Die Großh. Mreidämter ergangen. bi Der Verband mitteldeutscher Tabakhändler zu Leipzig hatte in einer Eingabe an das Komgl. Preuß. Finanzmimstenum beantragt, die n l a n b s f r a d) t, welche beim Verlaus aus binnen- läudischcii Lagern als Redinungspreis des Tabaks^ einzurcchnen ist, vom Zollzuschlage frei zu lassen. Dieser Antrag wie aud) Die vom preußischen Finanzministerium hierzu gemachteii Vorschläge haben die volle Zustirnnmng unb Unter,tützung der Handelstammer erfahren. . m . c> Durch das am 1. Januar 1910 in Kraft getretene Ge,etz vorn 28 November 1908, betreffend Abänderung der Gewerbeordnung, hat die Arbeitszeit der P u&ar b e 11 e r in ne n in allen Betrieben mit mindestens 10 Arbeiterinnen eine Neu- । regclung erfahren. Hiernach müssen die Arbeiterinnen an Sonnabenden und Vorabenden der Festtage bereits um o Uhr nachmittags entlasten werden. Da Dieic Regelung auch von Inhabern hiesiger Pungeschafte als überaus lästtg und nachteilig cmpiunden worden ist, hat Die Hartdelstammer in einer Eingabe an das Großh. Ministerium des Innern Die Bestrebungen des Bentral- ausfchufses Der vereinigten Putzdetaillisicnverbande ^outichlands um Erlaß von Ausnahmevorfchriften für 50 oonnaoenM, oder Vorabende von Festtagen, an welchen die Arbeitszeit über o Uhr hinaus gewährt werden möchte, befürwortet. . ___. d) Tie Handelskammer hat bei bem Herrn Komgl. preutz. Minister der offenttichen Arbeiten Die Ausgestaltung der Bahnstrecken Alsfeld —Niederaula und Nieder- a — Hersfeld als Bollbahnen bemrwortet. I e» Emer Anregung des Handelsvereins Lauterbach ent- ivreckend, hat Die Handelskammer eine opaterlegung Der hirthrt^scit des Zuges 532 aur ber Strecke 3. Normalmaße und Packungen für Eisenwaren unb Werkzeuge tm I n la n dS v e r k e h r. Lchon feü langer Zeit war es in Den beteiligten Kreisen als em Miß stand empfunden morden, daß. Obwohl im Deutschen Reiche feil fast 40 Fahren das metrische Mas; gckciid) cuigciuhxt ist, bod für Eisemvaren und Werkzeuge fast ourclnveg die Bezeichnung nach Zoll, Limen uira. im Gebrauch geblieben ist, und Dai; tbcn’v bannudig an der Gros- uno Duc end-Packung lestgehalten wird Es machten sich deslxrlb fd?on seit Fahreii un Eijcnwarenoa.idA Beslrcbun'ien gellend. Die Darauf hmauöginpci:. Die manmgiadK unb Dtraitue 'art Der Verpackung für verschiedene Eiienwaren zu vereinheitlichen und ferner dahin zu wirken, daß Die nach Längen maß bezeichneten Artikel einheitlich nach Mlllimeter bczeichnei wcroen. 9Jad) langen Verhandlungen iit cd denn auch tm ^ahrc 1909 Den Fadwercirngmigen in Der Eisenwarendranchc unter \vuh rung der Handels lamm er Berlin gelungen, solchc einheitliche Magc unb Packungen cmszustellen. Tie Handelskammer wirb nun an ihrem Teile bemüht sein, darauf hinzurairken, datz diese Normal maße und Packungen in den beteiligten Streifen immer mehr Eingang und Anwendung finden und somit als handelsübltd> im Sinne des 8 346 des H.-G.-B. gelten können. 4 Erleichterung des Deutsch-Englischen Rechtsverkehrs. Der Rechtsverkehr zwischen Großbritannien und Deutsdstand entbehrt enahrungsgemäß nod) vielfad) der Erleichterungen, wie sie durch lieber ei ntommen mit anderen Landern erzielt worben find. Zm Hinblick auf die außerordentlich regen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern, welche naturgemäß auch eine Fülle rechtlicher Beziehungen zwifchen den Angehörigen Der beiden Bölter zur Folge hat, begrüßt Die Handelskammer die von der englisch-oeuticben Abteilung der Londoner Haiidelslammer ausgel-eu^eii iSeiiribungen zur Beseitigung von Mibständen bei Red>tsstrciligkeiten zwischen demichen und eng Indien Parteien mit lebhafter Befriedigung und bezeichnet es als Dringend wünschenswert, daß die Angelegenheit eingehende Prüfung und Förderung seitens des deutschen Handelstagcs erfährt. Der Zweikampf v. Richthofen-lSaffron vor dem flr eqSsiericht. ~ Berlin, 19. Juli. Bor bem Kriegsgericht der LandwehrinspeUion fanb heute ne Verhandlung wegen des Duells des früheren Garbe-Ulanen-1 '(Ulnatits Oswald Freiherrn v. Richt Hof en und be* LeM- tz,nts a. D. Wilhelm v. Gas fron statt, das im Mai Aussehen I ttib (Erregung hcroorgerufen hatte. Frhr. v. Richt Hofen liebt Hier Der Anschuldigung vor Gericht, feinen Gegner im Zweikampf jetötet zu haben. , I Der Angeklagte Frhr. v. Ricksthosen unterhielt bis zum 3al>re| 1)08 mit Gassron freundschaftliche Beziehungen, der ihm ab und u mit kleinen Tarlel-en aus finanziellen Verlegenhnteti half. \v\ Fahre 1908 benötigte v Richthofen 2ö 000 Mark, die ihm I b affron nad> mehrmaligem Bitten auch gab. Als Sicherheit IcLürte ihm v. Rictsthosen eine Erbsd-ast von 400UU Marl. Zn •uiem späteren notariellen Vertrag wurde bie Zessionssumme auf 40000 Mark erhöht. Freunde des Frhrn. i>. Ridsthof.n erklärten »assrons Vorgehen als nidst gmtz cintuanbfrei. G. raurb. deshalb I fv erbittert, daß er in einem Üüeuireitaurant gegen v. Rtdstlwfen l •erging und ihn ins Gesicht schlug, woraus sid) Gasfron sofort nuernte. Arn 10. Mai fand das Duell statt, bei Dem G. buru> einen schütz in die Brust getötet wurde. Der Vertreter Der Juv .läge beantragte die geringste zulässige Strafe von 2 Zähren otiiungshast. Der Verteidiger sdstvi; sich diesem Amrag an und rmertte, Frhr. v. Richthoseit habe sich in Der ganzen Angelegen- h.tt tadellos benommen, wahrend das Vorgehen des gefallenen Affron cm keineswegs einwandfreies gewcseti sei. Tas Urteil lautete auf zwei Jahre Fe st u n g s h a f tl Zn Der Begrün-1 bung wird darauf hmgeraiefen, daß Die Vorwürfe gegen Frhrn. I t. 'Jiichthofen sich als Nicht begründet herausgestellt haben und da,; Eaffrvn selbst sehr viel dazu bcigetragen habe, wenn er von der lKesellsdfast nicht als vollwertig angesehen worden sei. Zudeni sei die Scisuld an den schweren Bedingungen des ZiveilampsS aus- schiiesstich Herrn v. Gassron beizumessen. Tas Gericht crad)tete | deshalb eine gelinde Strafe für ausreichend. |) Marburg, 19. Juli. Tie Serie «rammet des bieftgcH X.'anDgerid)i5 befd)äfngte sid) in Der BeriiiungSmstanz mit einer Anklage gegen einen hiesigen Uniüevfitäiouroklior, oev am I 7 Dlän nut feinem Automobil aut Der_ üanö|*rai>e zivisdien Alichelbach und Görzhausen cm ländliches (Viibcwert unb dessen Zus ass en ut Gefahr gebracht hatte. Tas jd)bncngcrid)tlici,c Urteil, welches auf 6u0 Alk. Geldstrafe gelautet hatte, wurde aiugchobcn, weil das Gericht feststellte, daß Der Angellagte die Bors ehr isteit des straflsahrzeuggesehes miiegel)alten hat. Berlin, 19. Zull. Freiherr v. G u m p p e n b c r g , Der vom Tivisionegeridst der Berliner kouinlandantiir tm ^.ezember 1 y 1 ■ J wegen versuchten Sittlichleitsver b r c d) e ii ö zu heben Aionaten GejängniS oerinteilt ivorden war, ist heute vom Cber» kilegvgericht der Koinmandantiir zu derselben -ciiaic unter zlb-1 rcdjiiung von vier üJlonaten Uiitersuchimgshaft veruvietlt worben. Tie Bertisiing des Gerichtsherrn und des Angeklagten wurde uer- ■ toorfen. . i otrafeburg, 19. JttU. Vor der Strafkammer wurde Keule unter Ausschluß der Leffentltchkcit gegen den b3 Zähre allen Stauimanii üubwig 91 e u m a n n von hier und den Kaufmann Zakob e b e r, 2ö Zahre alt, von Schiltighcim, wegen Vornahnte tmzüdstiger Handlungeu, ferner gegen Die 37 Zahre alle Zigarrengescha'tsinhaberin Alane R n e o i ß 19 von hier wegen schwerer Kuppelet, sie hatte die eigene zehn Zahre alle Tochter hergegeben, verhandelt. Tas Urteil lautete gegen ileiunann auf v Atonale Geiangnis, gegen Weber auf 1 Zahr unb t Alonate Gefängnis unb gegen bie Kenofsiy wegen schwerer Kuppelet ans cme Zuchlhausstrcue von 2 Zahreti._______ ö. Sitzung Großherzoglichcr Handelskammer Gießen für die ttreife Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protololl - nuszug. Gießen, den 5. Juli 1911. Anwesend sind bie Herren: Geh. Kommerzienrat Heichelheim als Vorsitzender, Kommerzienrat .\D. i'cl 9en °chuwd^1 'chreibt- ^.eii he, KW