Erstes Blatt 161. Jahrgang General-Anzeiger für Obertzeffen Nr. 91 Erstes Blatt 161. Jahrgang Mittwoch, 19. April 1911 Der Lietzener Anzeiger JBHCT Ä Zk M Bezugspreis: erschein! täglich, auver nionnttich76Pi^viertel- «ZM )l ittotAOt & •ä«: VJ LV 11V | LV w 44 l IV LUV V s» wirlschallllcheSeltfrager ■ M ▼ M ▼ ” ▼ ▼ ■ ” _ ■ ~ ▼ V*?» V Chefredakteur: A Goey. 7'ernsprech - Anschlüsse. Ä w Verantwortlich für den für die Redaktton 112, • * tf - v politischen Teil: Auaust BLSr General-Anzeiger für Gbechessen LHZL Botationsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinbruderei K Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Land- ^E.Heb^für biS vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Ar. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. Professor vr. Biermer über die preuhisch-hesfifche Lisenbahngemeinfchaft. Prof. Dr. Biermer, der orbcntL Professor der Staats- Unfsenschaften an unserer Landesuniversität Gießen, Hut in Heft 8 und 9 des 2. Bundes seiner „Sammlung national ökonomischer Aufsätze und VorirLge" (Verlag von E. Roth m Gießen, Oktav-Format, drosch. 3 Mk.) ein außerordentlich wichtiges und viel umstrittenes Gebiet behandelt. Seine uns vorliegende 14 Druckbogen starke Broschüre enthält die erste bisher auf wissenschaftlicher Grundlage veröffentlichte Monographie über die Preußisch-Hessische Eisenbahnbetriebs- und und Finanzgemeinschaft, und zlvar in objektiver und eingehender Würdigung aller Seiten des Problems und in jcsselnder und gemeinverständlicher Form, in der der Verfasser ein anerkannter Meister ist. Alles zugängliche Verkehrs- und finanzstatistische Material ist aus amtlichen Quellen herangezogen: zahlreiche übersichtliche Tabellen unterstützen die gründlichen Untersuchungen, die der Ver- .asser in voller Beherrschung des Stoffs anstellt. Die Broschüre bietet aber noch mehr, als der Titel verrät, denn fie enthält eine lückenlose Darstellung der hessischen Eisenbahn- geschichte von der Gründung der Main-Neckar-Bahn und der Nain-Weser-Bahn bis zur Gegenwart. Es wird also ein besonders lehrreiches Kapitel des deutschen Eisenbahnwesens vsm nationalökonomischen und slaatswirtschafttichcn Standpunkt behandelt. Reichhaltige Auszüge aus den hessischen und preußischen Kammerverhandlungen, Iren Regierungsdenkschriften und oer Fachliteratur »verdcn wkedergcgeben, und interessante Vergleiche der Ergebnisse der deutschen StaatSeiscnbahnverwaitungen, die in dieser Vollständigkeit bisher noch nicht vorhanden waren, werden angestellt. Die heute so brennende Frage der Schuldentilgung, die namentlich in den süddeutschen Staaten die Oeffentlickffeit seit längerer Zeit beschäftigt, findet ebenfalls eine eingeheirde Befeuchtung. Die Bicrmersche Abhandlung wird also nicht nur in Preußen und in Hessen, sondern auch in Bayern, Württemberg und Baden volitische und parlamentarische .vereise lebhaft interessieren und zu mancherlei aktuellen Erörterungen führen, zumal, wenn der Plan einer Reichs- nsenbahngemeiittchaft auf fobcraiiucr Grundlage greifbare b-rm annimmt. In seiner interessanten Vorrede nimmt der Verfasser Bezug auf Anregungen des früheren Direktors der Hess, rüdwigseisenbahn, Herrn Groß, und schreibt: „Sn der letzten Broschüre deS rührigen und temperamentvollen Vorkämpfers für erne Revision des hessisch-vreußischon Eisen- bahnverrrags, des früheren Dircttord der Hessischen Ludwigsbahn, .'verrn Grooß, die vor einigen Wochen erschienen ist, findet sich 'tilgender Schtußpassus: „Wann werden sich endlich unsere in- ländischen Akademiker mit dieser Lebensfrage des Landes, die doch für fie selbst erst recht eine Frage des Lebens geworden ist, ernstlich beschäftigen?!" Ich fasse diese, in ihrer i'ldresse nicht mißzuverstchende, Biahnung so aus, daß auch andere, die sich einiges Sachverständnis zutraueu, sich zur hessischen Eisenbahn- frage äußern solterr. Wirllich sachverständig und unbcsangen ist nur der, der die Eisenbahngcnteinschast nicht nur von f i n a n - zielten Gesichtspunkt, sondern auch von: oertehrspoli- tischen auffaßt, also die hessischen Eisenbahnverhältnissc von früher und jeijt miteinander vergleichen und dü Vorgeschichte der hessischen Ei'enbahnverstaalltchung bis zu dem Zeitpunkte, als auch noch die Rheinische und Cöln—Mindener Bahn als Zu- bringcrinnen der hessischen Ludmigsbahir Prioatbahnen waren, verfolgen kann. Wer aber gar in den: Glauben lebt, daß die Private Hessische Ludwigsbahn das reine Musb'ruiUernehmen gewesen sei unb nicht, wozu sie fchließliä, geworden war, um ein Minislerwort zu zitieren, ein „Anachronismus", der wird die folgenschweren Ereignisse des Jahres 1896 kaum richtig beurteilen können. Die hessisct>-vreußische Ei'enbahngemeinschaft ist nur eine Epoche in dem preußisch-deutschen Eisenbahnwesen. Sie tonnte und wollte keinen Mschluß bringen, sondern sollte vernünfriger- weise nur die Grundlage für weitere Kombinationen uick> Fusionen un Sinne der Vereinheitlichung dos deutschen Eisenbahnwesens idxmcn. Daß man von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat, rst sehr bedauerlicl), aber es ist nickt ausgeschlossen, daß cs dazu auch heute noch nicht zu spät ist. Das hessische Eisenbahnproblem läßt sich von dem viel wichtigeren großdeutschen nicht mehr trennen. Deswegen erscheinen mir die lebhaften /Debatten in der Gegenwart und die vielleicht folgenden diplomatischen. Verhandlungen des D-armstädter mit dem Berliner Kabinett auch bann nicht unwillkommen, wenn cs zu einer Revision des Eisen- bahnverlrags nicht kommen sollte. Vielleicht denke ich in festerer Hinsrätt zu nüchtern und zu skeptisch. Aber es wäre verkehrt, den bevorstehenden Verhandlungen zwischen den beiden Bundesstaaten vorgreifen zu wollen. Ich will ihnen, da ich ihnen aufrichtig Erfolg wünsche rmd gewisse Bestimnningen des Staatsvertrags ebenfalls für abänderungsbeDürftig halte, beileibe keinen Abbruch tun. Eine gewisse Reserve ist in jedem Falle, schon aus Person- lichen Gründen, dringend geboten. In der Zweiten hessischen Kammer Hal man mich vor Jahresfrist einen „preußischen Agenten" genannt, ohne daß irgendwie vom Ministertisch oder vom Kammcrpräsidülm gegen diese tolle Verdächtigung Einspruch erhoben worden wäre. Wenn ich jetzt mein Votum dahin abgebe, baß ich eine umfassende Revision des Gemeinschaftsvertrags nach Lage der Verhältnisse für wenig aussichtsvoll, dagegen krtttschc Erörterungen über die Eisenbahngemeinschaft für berechtigt und kehrreich halte, gleichzeitig aber den Schndpunkt vertrete, daß nur^eine Reichseisenbahngemeinschast auf föderativer Grundlage nn Sinne der Vorschläge oes Regierungsrats a. T. und jewigen Professors der Verlehrspolitik an der Mannheimer Handelshochschule, Herrn Endres, uns wirkliche „Hilfe in der Not" bringen kann, so setze ich mich bei gewissen hessischen politischen Parici- Sruppen aufs Neue der Gefahr aus, daß mir nochmals ,^Landesverrat" vorgeworien wird. Andere Politiker mit einer besseren Kinderstube werden mir vorhalten, bau ich die Reformen, die das Desfenland stürmisch verlangt, auf die lange Bank schieben wolle. Das fällt mir gar nickst ein. Ich fürchte allerdings, daß eine baldige Entscheidung nicht zu erwarten ist. Außerdem wider- Iprtcht es meinem Billigtcitsgefühl, die neueste Praxis, wonach lur die .Finanzmisere des Landes in erster Linie die Eisenbahngemeinschaft verantwortlich gemacht wird, ebenfalls zu befolgen. Es ist ein billiges, aber nicht gerade von Selbstkritik zeugendes Vergnügen, Preußen zunr Prügelknaben für hessische Verfehlungen, an denen die Volksvertretung die Hauptschuld trägt, machen zu wollen. Wer wirklich objektiv denkt, muß gegen diese Bogelftraußpolttik, bre nicht einmal tm Inlandc, geschweige denn bei der Gegenseite überzeugend wirkt, Einspruch erheben. Auch der Vertreter des hessischen Finanzministeriums bat das kürzlich mit guten Gründen getan. Sein früherer Chef war ihm darin vorausgegangen. Das beruhigt mich einigermaßen und gibt mit wieder den Mut, den ich schon für unrettbar verloren hielt, nach langer Pause wieder einmal ein unmaßgebliches Urteil in rebus hassicis abzugeben. Ich werde ja nickt viel Neues zu sagen haben. Aber, indem ich die maimigfachen Uebertrcibnngcn, in denen sich gewisse Streife gefallen, zürnckweise, hoffe ich, mein Scherflein dazu beitragen zu können, damit ein ebenso wichtiges, wie kompliziertes, polittsches Problem mit mehr dlugenmaß und realpolitischem Sinn behandelt wird, als bisher." Wir werden auf das Buch noch näher zurückkommen. Englische Mahregeln gegen die Einwanderung von Verbrechern. Die englische Regierung hat dem Unterhause ein Gesetz vorgclegt, das auf den ersten Blick nicht gerade liberal erscheint, aber praktisch wohl nötig sein wird. Man will von den eingewanderten Fremden „in gewissen Fällen" Bürgschaften verlangen, um die Gewähr zu haben, daß von ihnen keine Verbrechen begangen werden. Wenn nun in einzelnen Fällen keine Bürgschaften für irgend einen verdächtigen fremden Menschen" aufzutreibcn sind? Alles kommt wohl auf die Auslegung und Anwendung dieses Gesetzes an, dem im ganzen die Volksvertretung wohl zustimmen wird. London, 18. April. Das Unterhaus ist heute nach Beendigung der Ofiericricn toieD:r juiammengetretcn. Minister Churchill legte ein Gesetz vor, betreffend eine wirksame Ueb erwach u n g ausländischer Verbrecher und zur Verhütung der Verübung von Verbrechen durch Ausländer. Ter Minister hob hervor, daß in vielen Fällen Fremde, die eines Verbrechens überführt worden waren, von dem Gericht, das sie abgeurteilt hätte, nicht zur Auswkttimg gemeldet worden seien. In dem Gesetz werde vorgesehen, oaß Gerichte, die in solchen Fällen die Ausweisung nicht beantragt haben, ausgefordert werden sollen. Gründe anzugeben. Gegenwärtig würden Fremde, die nach der Ausweisung zurücklehrten, daS erste Mal mit drei Monaten und im Wiederholungsfälle mit einem Jahr Gefängnis bestraft. Das Gesetz schlage vor, daß bieie Strafe auf ei n bezw. zwei Jahre Gefängnis, erhöht werde. Churchill betonte dann weiter, England müßte jede Beschränkung des Asylrechtes vermeiden, das es so lange jenen gewährt habe, die Zuflucht vor Unterdrückung und Verfolgung im Auslande suchten. England müßte weiter iede Beunruhigung der fremdländischen Bevölkerung vermeiden, insbesondere der jüdischen, die sich in überwiegendem Maße aus sriedliebenden und die Gesetze achtenden Elementen zusammensetze. Diese Leute hätteii sicherlich keinen Anlaß zu solchen Aiaßnahmen gegeben, die sie beunruhigen und ihmii Ungelegenheiten bereiten würden. Minister Churchill schloß: Um Verbrechen zu verhüten, müsse er die Vollmacht erbitten, ingewissenFällen Bürgschaften z u verlangen. Fremde, die 5 Jahre in England gelebt hätten, ohne ein Verbrechen zu begehen, würden von der Gestellung von Bürgschaften befreit sein. Tie Regierung habe hier Leute im Auge, die aus Ländent tarnen, wo Mord und Totschlag auf der Tagesordnung sei, nnd wo jeder Polizcibeamte als Feind und iede staatliche Verrichtung als Tyrannei betrachtet würde. Um das englische Volk vor dieser Silane von Menschen zu schützen, schlage die Regierung vor, die Gerichte zu ermächtigen, unter gewissen Umständen Bürgschaften für eine gute Führung iu verlangen, auch wenn von den Betreffenden kein Verbrechen begangen worden sei. In Ermangelung von Bürgschaften oder eines fünfjährigen Aufenthaltes in England, wenn auf den ersten Blick erwiesen sei, daß der Betreffende mit Verbrechern verkehrt, müsse die Regierung wie alle anderen Nationen in der Sage fein, den Mann auszuweisen. Ferner schlage die Negierung die Bestimmung vor, wonach Fremde für das Tragen von Schußivafsen einer besonderen politischen Erlaubnis bedürfen. Au; der eingeschloffenen Stadt Zez. Paris, 18. April. Ans Fez wird vom 13. April gemeldet: Tie Truppen Bremonds trugen tags zuvor einen Sieg über die Scherardas davon, die 40 Tote und 80 Gefangene verloren. Alle Postboten wurden ausgeplündert, ein nach Meckincs bestimmter Bore wurde von Aufrührern der Bafelma erschossen. Nur Eilboten, die die Brieffchaftett in ihren Gewändern eingenäht tragen, können passieren. Französische Vcrp'arkuugen. Blida, 18. April. Ein Bataillon des ersten al- g e r i s ch e n S ch ü tz c n r e g i m e n t s wnrde mobil gemacht, um nach Marokko gesandt zu werden. Französische Verstärkungen. Der „Tcmps" schreibt über die Entsendung von Verstärkungen in das Schaujagebiet, diese schienen nicht die Vorbereitung zu einem Entsätze von Fez zu bilden. Es wäre nicht schwer, nach Fez zu gelangen, aber schwer, dort zu bleiben und sich mit Krieasmaterial und Lebensmitteln "zu versehen. Tas militärische Problem bestehe im Grunde genommen darin, sich eine Etappenstraße zu sichern. Es liege aber auf der 5pand, daß das Besanungslorps der Schauja, welches nach Ankunft der Verstärkungen höchstens 11000 Mann zählen werde, nicht stark genug wäre, um gleichzeitig das Schaujagebiet zu bewachen, auf Fe^ zu marschieren und die Verproviantierung zu sichern. Selbst wenn General Moinier 5000 bis 0000 Mann entsenden könnte, wäre diese Streitkraft nicht hinreichend, um Fez, dem Sultan und den Europäern zweckdienlich zu Hilfe zu kommen und die Verbindung mit der Küste aufrecht zu erhalten. Aber abgesehen davon, sei es ilar, daß wenn man aus Fez nurrschieren sollte, dies von Osten aus geschehen müßte. .Auch deshalb dürfe mun >er Erklärung der Regierung Glauben schenken, daß die Verstärkung des Schcmjakorps nur eine örtliche Vorsichtsmaßregel sei und nicht den Zweck habe, eine weitausgreifeiide Unternehmung zu verbergen. Der „Temps"" schließt: „Wenn diese Unternehmung fedock notwendig war, nut den Frieden in Marokko zu retten, dann war es gleichzeitig loyal und Geschick, unsere Entscheldiing und unsere Vorbereitungen offenkundig zu treffen und unsere Aktion, die algerische Grenze als Basis zu geben unb' fie möglichst wirksam zu gestalten." Mißhandlung eines FriedeuSuulerhandlers. Aus Fez wird vom 12. April gemeldet: Der als Fric « densunterhändler zu den Beni Dtter entsandte Scherif Anrani ist von diesen ausgeplündert, geschlagen und vollständig entkleidet zurückgeschickt worden. Die Beni Mtcr, Uarain und Tjamax nä hertensich nachmitt ag s der Stadt und griffen die Posten an, mußten sich aber, als sämtliche Streitkräfte des Machsen anrückten und sich ihuen entgegenstellten, unter Zurücklassung von mehreren Toten zurückziehen. Die Truppen des Machsen hatten zwei Tote und mehrere Der wundete. Nach einer Meldung aus Fez vom 9. April konnte der Bevollmächtigte des Sultans, Ben Gabrit, der die Genehmigung zum Abschluß einer neuen 45 Millionen-Anleihe erhielt, die Hauptstadtnichtverlass en, da die Verbindungen abgeschnitten sind. — 1000 Mann von dem Stamme der Beni Uarain fielen vom Sultan ab. Sie teilten sich in drei Gruppen und beschossen die Vorposten im Süden und Osten von Fez, die ebenso wie die Angreifer einige Tote hatten. Mehrere Aufwiegler wurden verhaftet. Saöiercs Reise nach Tunis. B i s e r t a, 18. April. Zur Begrüßung des Präsidenten F a l l i e r e s waren außer dem englischen und dem italieni schen Geschwader auch ein spanischer Kreuzer cingetrofsen. Unmitielbür nach der Landung richtete.Präsident Falliöres an die siönigc von England, Italien und Spanien Depeschen, in denen er ihnen für den neuen Beweis der Sympathie dankt und seine Bewunderung für die schönen .Schiffe mis- spricht. Falliöres cmpsing an Bord der „Vvrite" die fremdem Admirale und bestieg sodann mit Gefolge einen Torpedobootszerstörer, worauf er die Parade über dos englische und das italienische Geschwader, sowie über den spanischen Kreuzer abnahm. Nachher besuchte der Präsident die Kommandanten der fremden Schiffe und ging darauf an Land. Es fand ein Festmahl statt, bet dem Fallieres einen Trinkspruch auf das Gedeihen des Schutzgebietes ausbrachte und fein Glas zu Ehren der Sou veräne erhob, die ihn in den Gewässern Bisertas durch Kriegsschiffe begrüßt und dadurch Frankreich einen Beweis ihrer hohen Sympathie gegeben hätten. Tunis, 18. April. Präsident Fallieres ifti in Tunis eingetroffen. Die erfolgreiche Unterdrückung des Auf standes in yemen Ko n st a n t i no p e l, 18. April. Nach einer Tepcfche des Oberkommandanten internen sind die Truppen widerstandslos in .Amran, nördlich von Sanea, eingerüctt. 2>ic' Rebellen flüchteten. Mehrere Scheiks erschienen in Sanea, um sich zu unterwerfen. -Sechs Bataillone mit einer Batterie marschieren gegen Hadja; einige einflußreiche Scheiks in der Umgebung von Hadja haben sich bereits unterworfen. Es verlautet, daß Jman Fahis Hamra verlassen habe. Bei Nafssir und Mebgut wird gekämpft. Deutsches Reich. Der Kaiser verweilte, wie aus Korfu gemeldet wird, am Dienstag von 12 bis 4 Uhr bei den Ausgrabungen in der Nähe von Garitza, die Kaiserin kürzere Zeil. Zugegen war dort auch Professor Doerpfeld und Mr. Armour, der mit der Pacht eingetroffen war. Beide Herren wurden zur Abendtasel auf Achilleion geladen. Nachmittags war bei den Majestäten ans Achilleion ein Tee, an welchem die Köniain-Mutter von England und der König der Hellenen teilnahmen. Ausland. In einer amtlichen Parisei Zeitungsnote wird über die beschlossene Verstärkung der Besatzungstruppen des Schaujagebiets mitgeteilt, daß den neuesten Nachrick- ren zufolge nunmehr auch gewisse bisher treugebliebene Stämme füdöstlich von Fez vom Sultan abgefallen seien. Man befürchtet, daß dies eine Rückwirkung nur die Gesinnung der Stämme au der Grcnize des Sehaujagebiets aus- üben könnte, und die französische Regierung sei deshalb der Ansichr, daß es zweckmäßig sei, das Befatzungskorps durch vier Bataillone zu verstärken. König Alsons von Spanien nt am Non tag nachmittag in Bordeaux eingetroffen, nm einen Spezialarzt für Nasen- nnd Hals-Krankheiten zu Rate zu Rieben, der ihn schon wiederholt behandelt hat. Ans Stadt und Land. Gießen. 19. April 1911. ** 7 0. Geburtstag. Dem Inhaber der Großh. Oberförsterei Wieseck, F o r st m e i st e r W e i g a n d hier, war es vergönnt, in seltener Frische und Rüstigkeit die 70. Wiederkehr seines Geburtstages zu feiern. Zahlreich waren die einlaufenden Telegramme und Zuschriften. Schon früh tarn Tage begannen die Beglückwünschungen. Als erste erschienen nach den Familiengliedern die Forstwarte der Oberförsterei Wieseck unter der Führung des Forstassessors Baader, der mit einem sinnig zusammengestellten Waldibukett das Waldes junge Frühlings grüße übermittelte Und dein wohlwolleirden Vorgesetzten der Untergebenen herzliche Wünsche zum Ausdruck brachte. Um 11 Uhr wurde ein prachtvolles Blumenarrangement — ein Kunstwerk der Firma Karl Becker Nachfolger — gebracht, das eine Abordnung des korstl. Wirtsa>aftsrates Gießen überreichte. Der Vorsitzende des Wirtschaftsrates — Forstmeister Schwarz von Ober-Gschbach — rühmte in seiner Ansprache die liebenswürdige, echt kollegiale Gesinnung des verehrten Jubilars und seiner allezeit treu zur grünen Farbe stehenden Damen; er gab der lebhaften Freude der Mitglieder des Wirtschaftsrates Ausdruck, ihrem so seltener Frische und jugendlicher Tatkraft sich erfreuenden Senior an so seltenem Tage ihre wärmsten Glückwünsche darbringen zu können und schloß mit den an so herrlichem Frühlingstage gewiß berechtigten und aussichtsreichen herzlichsten Wünschen für die Folgezeit. Die Zahl der Gratulanten nahm am weiteren Tage fast kein Ende — ganz gegen den Willen des bescheidenen Jubilars, der ein Bekanntwerden des Tages nicht erwartet hatte. •• Erle digte Lehrer stellen. Je eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Lee heim und Gustavsburg; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Climbach, mit der Organisten- und Lcktoren- dienst verbunden ist; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle in Steinheim; die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kirsch Hausen. Dem Kreisral und dem kath. Pfarrer zu Heppenheim steht das Präsen- ^tationSrecht zu; eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ohmes; die erste Schulstelle zu Usenborn. Kreis Büdingen; sie ist mitOcga- nistendienst verbunden. Dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode in Wernigerode steht das Präsentationsrecht zu. ** Hagel st atistik. Im Jahr 1910 liefen bei der Zentralstelle für die Landesstatistik von den Großh. Bürgermeistereien für 4 4 Gemarkung en Berichte über Hagelschäden ein. ,Der Geldwert des an den Feldfrüchten verursachten Hagelschadens berechnet sich nach Schätzung auf 585 204 Mark. Davon waren jedoch nur 69 280 Mark versichert, so daß von den Versicherungsgesellschaften nur 53 110 Mark Entschädigung ausbezahlt werden konnten. Es beweist dies, daß immer noch zu wenig gegen Hagel versichert wird. So betrug z. B. der Schaden der Gemeinde Heppenheim a. d. B. 15 000 Mark, dem nur 150 Mark Entschädig mrg gegenüberstehen. ** Ein Nach klang zur Reichstagswahl. Man schreibt uns: Im geschmackvoll dekorierten großen Saale von Steins Garten hier hielten am 3. Feiertage nachmittags die Freunde unseres jetzigen Reichstaasab geordneten eine Familienfeier-ab. Der Saal war in Anbetracht des wunderschönen Wetters aus Stadt und Land recht gut besetzt. Herr Kling hielt die Begrüßungsansprache, die eigentliche Festansprache Pf. Schrck-Queckborn. In seiner Erwiderung teilte Dr. Werner u. o. mit, daß demnächst wieder ein großes Volksfest in Ober-Widdersh-eim stattfinden wird. Es sprachen noch Pf. Fritsch-Ruppertsburg, besonders noch Vie Einigkeit der Christlich--Und der Deutsch-Sozialen und des Bundes der Landwirte hervorhebend, Do sch aus Wölfersheim, Lehrer Dern aus Neu-Isenburg, Herr Alt aus Lich, Generalsekretär Hennigsen aus Hamburg. Gegen 8 Uhr nahm die äußerst anregend verlaufene Feier ihr Ende. ** Fachkurs für statische Berechnung für Bau- konstruktion. Das Bauen ist teurer geworden, und es ntufo das Baumaterial da wo es ohne Gefährdung der Sicherheit und von Leben und Gesundheit geschehen kann, gespart werden. Daß daher bei unserer heutigen Bauweise neben gründlicher Materialkenntnis auch beste und gewissenhafte Ausführung unerläßlich sind, ist wohl selbstverständlich. Auf Grund nunmehr vorliegender jahrzehntelanger Erfahrungen über unsere Baumaterialien, und den Fortschritten von Technik und Wissenschaft entsprechend, haben im vorigen Jahre die Bauaufsichtsbehörden in neuen baupolizeilichen Bestimmungen Zahlenwerte für die bei Baugesuä)en verlangten statischen Berechnungen zugelassen, die zwar ein billigeres Bauen als früher ermöglichen, aber bei Benutzung dieser Werte eine vollkommen einwandfreie praktische Ausführung voraussetzen und fordern müssen. Zum Verständnis der genannten Bestimmungen und deren Ausführung, sowie auch um Mißerfolgen im Geschäftsbetriebe vorzubeugen, können heute gewisse Kenntnisse der Statik nicht mehr entbehrt werden. Run sind aber noch eine größere Zahl unserer Meister und nicht wenige der mit der Bauführung betrauten Techniker ohne genügende theoretisä)e Schulung geblieben, so daß nicht selten Verstöße Vorkommen, welche den Beamten der Bauaufftchtsbehörden Veranlassung zum Einschreiten geben, was mitunter erhebliche Kosten verursacht, wie auch Leben und Gesundheit gefährden kann. Es wird daher wohl in den beteiligten Kreisen mit Befriedigung begrüßt werden, daß die auf allen Gebieten der gewerblichen Ausbildung seit vielen Jahrzehnten tätige Großh. Zentral st elle für d i e Gewerbe nunmehr auch Ausbildungskurse in Statik abzuhalten begonnen hat. Diese sollen von einem Fachmann und erfahrenen Lehrer geleitet werden und bezwecken, die Teilnehmer mit den einfachsten Gesetzen der Statik und Festiakeitslehre vertraut zu machen, ihnen von den Eigenschaften uno der Prüfung der häufig vorkommenden Baumaterialien Kenntnis zu geben und sie über Mißverständnisse bei der Wahl einfacher Konstruktionen und deren Ausführung statisch aufzuklären, wie überhaupt auf Fehler aufmerksam zu machen, die immer wieder vorkommen. Schließlich sollen die Teilnehmer imstande sein, einfache statische Berechnungen selbständig auszuführen. Der erste Kursus fand vom 23. März bis 13. April an Wocheimbenden und Sonntag- Kormittagen statt. Die Zahl der Anmeldungen war verhältnismäßig groß gewesen, doch konnten diesmal nur 12 Teilnehmer Aufnahme finden. Es ist wohl selbstverständlich, daß in diesen Kursen nur das gelehrt wird, wozu die vorhandenen Vorkenntnisse ausreichen und nicht etwa Gebiete berührt werden, welche gefährlich sind und später bei etwaiger unrichtiger Anwendung Mißerfolge herbeiführen könnten. Kreis Büdingen. ± Bleichenbach, 18. April. Der heutige Oster- Nrarkt war mit jung eit Schweinen gut befahren, etwa 220 Stück meist 8—10 Wochen alte Tiere waren vorhanden. Der Handel iging flott und war bald 501; Ende. Trotz geringer Kartoffelvorräte waren die Preise hoch; 45—50 Mark war der.Preis für das Paar. Mehrere Händler aus der Wetterau belebten den Markt sehr, der schon um 11 Uhr gänzlich geräumt war. Kreis Lauterbach. — Schlitz, 18. April. Mit Genehmigung detz Großherzogs wird die Großh. Bezirkskasse Schlitz von Ende Juni an aufgehoben und für die seither zu dem Bezirk der eigenen. Erhebung dieser Kasse gehörigen Gemeinden eine Unter- erhsbstetle in Schlitz errichtet. Diese, sowie die UrUererhebst eil en Queck, Uellershausen, Unter-Schwarz und Willofs werden der Bezirkskasse Lauterbach, die Untererhebstellen Grebenau und Reimenrod dagegen der Bezirkskasse Alsfeld zugeteilt. Zugleich werden die Untererhebstellen Brauersclpvend und Storndorf von der Bezirkskasse Lauterbach abgetrennt und erstere mit der Bezirkskasse .Ulrichstein vereinigt. Streit, Friedberg. D. Friedberg, 18. April. Eben finden in samt- lichen Gebäuden des Schlosses bauliche Veränderungen statt. Die Bauarbeiten werden noch längere Wochen in Anspruch nehmen. Der Garten, der für das Großh. HauS erworben wurde, ist jetzt ganz in den Bereich der Schloßgebäude herangezogen und wird angelegt und mit Kinderspielplatz versehen. — Gegenwärtig herrscht in unserer Stadt eine rege Bautätigkeit, wie sie in den vorhergehenden Jahren nicht vorgekommen ist. Außer zwei öffentlichen Gebäuden, der Blindenanstalt und der Gewerbeschule, werden in der Neustadt eine Anzahl Häuser erbaut. Aber auch in der eigentlichen Altstadt und im Stadtteil Fauerbach errichtet man neue Ge- bäude. Dazu kommen die in den nächsten Jahren in Aussicht genommenen Gebäude des Neubahnhofs, der Post, einer städtischen Volksschule und eines evangelischen Vereinshauses, so daß die Bauhandwerker für Jahre hinaus Arbeit in Aussicht haben. Starkenburg und Rheinhessen. k. L. Darmstadt, 18. April. Heilte nachmittag stürzte sich die in der Viktonastraße hier wohnhafte Witwe Kost aus dem Fenster ihrer Wohnung, wodurch ihr Tod herbeigeführt wurde. Die Bedauernswerte litt an Verfolgungswahn. (!) Mainz, 18. April. Da in hiesiger Gegend der Preis für Milch von den Produzenten kürzlich erhöht wurde, ging der Mainzer Milchhändlerverein mit dem Frankfurter ^ilchhändlerverband einen Vertrag ein, gemäß dem tägttch 2000 Liter dänischer Milch von Frankfurt nach Mainz gebracht werden. Der Vertrag ist für längere Zeit geschlossen; der Milchpreis wird dann für das- Liter ungefähr 16 Pfennige sein. — Zwei Damen, die hier auf Besuch weilten, wurden ihre Schmucksachen, die sie im Schlafzimmer nach einem Spaziergang ablegten, von einem Einbrecher, der durch das offenstehende Fenster eingedrunAen war, entwendet. — Die Nheinflotte hat sich um einen prächtigen Viermaster „Loreley" vermehrt, der dieser Tage auf der Reise nach dem Oberrhein hier vvrbeikam. Dre Loreley hat eine Länge von 156 Meter und trägt bei einer Breite von 23 Meter eine Ladung von 93 500 Zentner; sie ist das größte Lastschiff, das bis jetzt den Rhein befahren hat. -0. Mainz, 18. April. Schon lange Jahre wird von der Stadt auf die Aufhebung des Straßenbrückenzolles hingearbeitet, man konnte sich mit dem hessischen Staat aber wegen der Ablösung nicht einigen. Jetzt ist im Finanzausschuß der Staötverordneten-Versammlungi eine Lösung der Brückengeldfrage gefunden worden, bei oer sowohl die städtischen wie die staatlichen Interessen berücksichtigt sind und die deshalb Aussicht hat, von beiden Seiten gut- geheihen zu werden. Damit wird in Mainz ein recht unzeitgemäßes Verkehrshemmnis verschwinden, das insofern auch als ein Unikum bezeichnet werden muß, als seit der Eingemeindung des rechtsrheinischen Kastel der Brückenzoll tat» chchlich innerhalb des Stadtgebietes erhoben wird. wandern und Reisen. - Die Wander-Abteilung des Deulschnationalen Handlungsgehilfen-Verbau des, Ortsgruppe Gießen, veranstaltete an den Cfter?eiertagcn eine zweitägige Wander- fahrt in den Tann u s. Der Cflerfonniag führte die Ausflügler über den Winterslein, den Steinkopf nach der Eapersburg weiter über die Lochmühle, Saalburg nach Homburg v. d. H., wo übernachtet wurde. Am 2. Tage fliegen die Wanderer über den Sand- placken auf den noch zum Teil mit Schnee bedeckten steldderg, wo durch den herrschenden Nebel der Fernblick sehr erschwert war. 91 ad) dem Feldberg wurde noch Könignein besucht und über Frank- >urt, wo kurze Rast gemacht wurde, der Heimweg angetreten. Sport. = Fußball. Die .Oster-Wettspiele des Gießener Sportvereins von 1900 brachte dem hiesigen Verein einen vollen Erfolg. Am Karfteitag spielte zum erstenmal eine mitteldeutsche Mamv- schaft, der F.--C. Hohenzollem Halle in Gießen. Die guten Erfolge, die diese Mannschaft gegen den deutschen und norddeutschen Meister erzielt hatte, ließen auf ein hohes sportliches Können schließen und man hatte sich in dieser Annahme nicht getäuscht. Tie Mannschaft zeigte ein gutes Zusammenspiel, verbunden mit großer Schnelligkeit und sicherem Schußvermögen. Die hiesige Mannschaft trat mit 1 Ersatzmann an und mußte sich anfangs auf die Verteidigung beschränken, doch schon nach Vistündiger Spieldauer konnte sie das Spiel ausgeglichener gestalten. Die Verteidigung spielte aufopfernd und war den gegnerischen Angriffen sicher gewachsen. Bis zur Pause blieb das Spiel erfolglos. Erft ein wegen Hand gegebener 11-Meter-Ball brachte Halle das erste Tor. In den letzten 20 Minuten war die hiesige Mannschaft überlegen und konnte durch einen Eckball, der unhaltbar eingetreten wurde, ebenfalls 1 Tor erzielen. Mit dem Ergebnis von 1: 1 Toren blieb das Spiel unentschieden. Eine große Zuschauermenge wohnte dem Spiele bei. Am 1. Oster- feiertag weilte der Fußballklub Britannia Frankfurt in Gießen. Auch dieses Spiel endete unentschieden mit 2:2 Toren. Tie hiesige Mannschaft war der bessere Teil, spielte jedoch vox dem Tor etwas unentschlossen, wodurch eine Menge Bälle verloren gingen. Am 2. Feiertag spielte die 2. Mannschaft des Gießener Sport-Vereins von 1900 gegen den F.-C. Wetzlar und gewann mtt 4:1 Toren. Das Länderspiel Deutschland-England fand Karfteitag vor einer 8000köpfigen Zu schauermenge in Berlin statt. Das Ergebnis war 2:2 Tore. Es ist dies das eräemal, daß England nicht siegreich war. Deutschland führte kurz vor Schluß noch nrit 2:1 Toren. Der Sport-Verein Merkur hatte über die Feiertage recht gute Spiel er gebnisse zu verzeichnen. Nachdem die 1. Mannschaft gegen die 2. Mannschaft (kombiniert 1+2) des V. F. B. am Karfreitag mit 4:1 Toren gesiegt hatte, gelang es am 2. Oftertag der 1. Mannschaft gegen die 1. Mannschaft der Diezer Fußball-Vereinigung mit 4:2 Toren Sieger zu bleiben. * Radfahren. Bei dein am 2. Ofierfeiertag auf dem Mainzer Sv 0 rtplat, aboehaltenen Radrennen gelang es dem Mitglieds des Rad-Klubs .Germania" Gießen Fritz Linker in dein Rennen ,Ter erste Schrill" hinter Knappke-Fraiikmrt a. AI. den 2. Vreis zu erringen. Dritter wurde Teichert-Frankfurt a. M Kiwft tinö wässendchaft. — Joseph Weiser f. Der Maler Professor Joseph Weiser in München ist am Dienstag, wie uns telegraphiert wird, am Ort seiner Wirksamkeit gestorben. Joseph Weiser, kgl. Professor und Ehrenmilglied der Münchener Kunstakademie, ist am 10. Mai 1874 zu Patschkau in Schlesien geboren, nahm seine Ausbildung an der Münchener Akademie und nachdem er längere Studienreisen gemacht, malte er in Diünchen, wo er sich niedergelassen hatte, hauptsächlich Genrebilder. Bon seinen beften Werken erwähnen wir „Freigesprochen", „Verteidigung eines Klosters burd) Adelige und Mönche" intb „VolWtheater int 18. Jahrhundert". Von seinen späteren Werken sind besonders hervorzuheben ,^nstitutsLarueoal", Spieler" und Gesuch im Nonnenkloster", — Der' 12. Hiftorikertag wurde am Dienstag mittag in Gegenwart des Regenten Paares von Professor Karl Br an di (Göttingen) in Braunschweig feierlich eröffnet Kultusminister Wolf hielt eine warm empfundene Ansprache. Stadtrat v. Frankenberg begrüßte den Historikertag im Namen des St-adtmagistrats. Das Herzogspaar, wohnte and) den Vorträgen und der sich anschließeiwen Aussprache bei. Am Nachmittag begaben sich die Teilnehmer zur Besichtigung nach Wolfcn- büttel. — Zum Walzer Wettbewerb der Woche schreibt uns em Leser: Mit dem Talent der 4000 Komponisten bezw. mit dem der preisgekrönten Verfasser der 10 Walzer, welche Herrn Ang. Scherl die'Kleinigkeit von ca. 10000 Mark kosteten, hat der Verlag dieses erfindungsreichen Herrn Scherl — dank seiner Reklame — ein glänzendes Geschäft gemacht, lieber 50 000 Exemplare ä 1,50 Mark sind verkauft! 75 000 Mark Einnahme! Neckmet man 25 000 Mark Unkosten ab, so bleibt der nette Ueberschuß von 50 000 Mark!!! „Das läßt tief blichen" — meinte einst Sabor, der Frankfurter Demokrat. — Kurze Nachrichten aus Kunft u. Wissenschaft. Auf eine 25jährige Töttgkeit als Universitatsprofesfvr kann am 19. d. Mts. der Geheime Koniistorialrat Dr. theol. und Phil. Eduard Grafe, Vertreter der neutestamentlichen Theologie in der Bonner evangelisch-theologischen Fakultät, zurückblicken. 1889 ernannte ih.i die Universität Straßburg zum Dr. theol hon. causa. — Auf Beginn des Sommersemesters 1911 wurde an der Universität Zürich eine neue a. 0. Professur für Geographie und Ethnographie errichtet und dem Privatdozenten Dr. Hans W e h r l i daselbst übertragen. Das Rathaus von Schaerdeä niedergebrannt. Das Rathaus von Schaerbeck, einer Borstadt Brüssels , ist in der vergangenen Nacht bis auf die Umfassung^ mauern niedergebrannt. In dem Rathause waren alle Bureaus schon seit Samstag nachmittag beschlossen, und eS ist daher nur anzunehmen, daß der Brand nicht auf natürliche Weist ausgebrochen ist, sondern daß Verbrecher die Hand hierbei im Spiele gehabt haben. Hierfür spricht auch ein Fund, den man in den vom Brand gerftörten Bureaus gemacht hat. ES wurde dort eine luftdicht verschlossene Flasche gefunden, in der sich eine explodierbare Naphthamasse befand. Am Montag abend wurde von dem Hausverwalter des Rathauses ein leidster Rauch bemerkt, er ging diesem Rauch nach und fand, daß in einem der verschlossenen Bureaus Papiere schmälten. Dieser kleine Brand konnte sehr schnell gelöscht werden. Gegen Mitternacht jedoch fliegen von neuem vom Dachstuhl und am linken Hauptslügel des Gebäudes dichte Rauchwolken auf. In diesem Teil befindet sich ein hoher Turm, an dem ein hohes Holzgerüst angebracht war. Tie Verbrecher, die wahrscheinlich das Feuer gelegt haben, müssen dieses Holzgerüst mit Petroleum oder Spiritus getränkt haben, sie waren aber so vorsichtig, nicht von unten ihr Weik zu beginnen, sondern als der Brand ausbrach, züngelten die Flammen von einer Höhe aus, die nur die Feuerwehrleute mit ihren mechanischen Leitern erreichen können. So wurden die ersten Löscharbeiten bedeutend erschwert. Der Turm leistete den Flammen eine Viertelstunde Widerstand und stürzte bann zusammen. Wei dem Löschwerk versuchte ein Feuerwehrmann an dem brennenden ®erüfte hinaufzuklettern, um die Schlauchleitung besser anzulegen. Hierbei fiel ihm von dem schon stürzenden Turm eine schwere Steinmasse auf den Kopf. Er wurde von einer Höhe von mehr als 40 Metern herabgeschleudert und blieb schwerverletzt liegen. Nachts Vs 12 Uhr stand das ganze Gebäude in Flammen. Der Finanzschöffe Latinis versuchte bei dem Beginn des Brandes die wichtigsten int Rathause niedergelegten Dokumente in Sicherheit zu bringen. Es gelang ihm, auch einen großen Teil der Buchführungspapiere mit einer Schar von mutigen Leuten in Sicherheit zu bringen, dagegen mußte man alle Zivilpapiere, das heißt die Dornmenle über Ehen, Geburten und Todesfälle verbrennen lassen. Das Rathaus war gegen Brandschaden versichert, die Versicherungssumme wird aber dem B. T. zufolge, bei weitem nicht den erlittenen Schad«« decken. Der Gesamtschaden imrb auf etwa sieben Millionen Francs geschätzt. Das Rathaus, das von dem Architekteit Jsendeck erbaut worden ist, steht erst seit 24 Jahren. Die Baukosten haben an drei Millionen Francs betragen, doch ist die innere Ausstattung sehr luxuriös gewesen. In den einzelnen Sälen befanden sich Skulpturen moderner belgischer Bildhauer und Bilder moderner belgischer Maler, darunter vor allem Werke des alten S 10 b b ä r t s und V e r w e e. Der Feuerwehr ist es nach neueren Meldungen gelungen, aus den Schuttmassen einige Gemälde herauszuholen, die schon als oerbrarmt galten. Dte in den mtterird-tschen Tresors verwahrte Kommunalkasse ist ebenfalls geborgen. Sie enthalt an girret Millionen an bar und in Wertpapieren. Man weiß bis jetzt ttoch nicht, ob ein ober mehrere Täter das Feuer angelegt haben. An verschiedenen Stellen wurden gleichartig« Funde von Gesäßen, die mit leicht explodierbarem Naphtha gefüllt waren, gemacht. Im Rathause lagerten große Mengen von Munition, besonders Kartätschen für die Bürgergarde. Sie explodierten während des Brandes mit lautem Knackern. Vermischter. * Aus d er Reichshaupt st ad t. Der Verkehr cm den Qftertagen nahm in Groß-Berlin einen Umfang an, wie er selten beobachtet wvrden ist. Die Berkehrsmittä waren dem großen Andrang kaum gewachsen. Infolge deS außergewöhnlichen Andranges kam es mehrfach zu wüsten Auftritten. Zahlreiche Fahrgäste, besonders Frauenund Kinder, fielen aus den Wagenabteilen. Verernz>elt kam! auch das Messer in Anwendung. Im Osten hatten Bewohner bei einem Auszug die Gaskronen abgenonrmen, jedoch die Hähne zu schließen vergessen. Als die neuen Mieter gegen Abend einzogen und Licht machen wollten, kam es z-u einer heftigen Explosion und zu erheblichen Verletzungen durch Brandwunden. — Bei dem ersten diesjährigen Grunewaldrennen erreichten die LVett- e i n s ä tz e am Totalisator die für deutsche Verhältnisse außergewöhnliche Höhe von rund 636 000 Mk. Die Entrö- einnaymen beliefen sich auf rund 62 000 Mk. * Feuersbrünste. In Stetten am Heuchelberg brach am Montag abenb um 10 Uhr ein Großfeuer aus. Fünf Häuser und drei Scheuern sind niedergebrannt. Das Feuer, das offenbar gelegt wurde, brach in der Scheunr des Darlehenskassenrechners Dörr aus. — Während der Osterfeiertage brachen in fünf verschiedenen Stellen der Pfalz Waldbrände aus, die jedoch meistenteils, ohne größeren Schaden anzurichten, bald wieder gelöscht werden konnten. Nur im Hambacher Gemeindewald verursachte ein Waldbrand stärkeren Schaden; der Wert des niedergebrannten Waldbestandes dürfte sich auf etwa 20000 Mk. belaufen. Auch hier konnte das Feuer nach mehrstündiger Arbeit gelöscht werden. — Aus Duisburg wird gemeldet: In den Gräsl. Speeschen Waldungen vernichtete ein aufgekommener Brand 1000 Morgen Bestand. — Die Gemeinde Gr 0 ß-Kiniz s im Komitat Abauje Torna wurde durch Feuer zerstört. Vier zig Häuser samt den llteben- l^ebäuden sind niedergebrannt, von denen der größte Seil versichert ist. * Gentl eman und Einbrecher. Aus Neuyork wird berichtet: Ein ganz merkwürdiger Fall von Doppelleben ist durch die Beschlagnahme von 160 000 Mark, die einem Mr Euiw mings in Tacoma im Staate Washington gehörten, öffentlich bekannt geworden. Cummings war einer der bekanntesten um) geachtetften Bürger von Tacoma, und nun wird die Anklage gegen ihn erhoben, daß er mit dem berüchtigten Einbrecher Eddy Fay, der vor wenigen Monaten verhaftet und zu zeM" 1 lähriger Gefängnisstrafe im Attauta-Znchttzaus verurteilt BWÄ '-O _____ w - - 1 J’ •' - . ■. . __ Zum MMg in grosser Auswahl zu billigsten Preisen Schul-Banzeo und Schol-Tasehen für Mädchen und Knaben Mk. 0.68, 0.98, 1.25, 1.75, 1.95, 2.50, 3.75, 4.95, 6.50. Frühstückskörbchen, Federkasten, Griiielkasten, Bücher- träger etc. A. Goldschmidt GIESSEN, Schulstrasse 6. »"/. 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April 1911. aphtha gcM engen v»t sowie alle Sorten _ inh «üatfflttojeln emvnehlt billig .2603 1. WsiLLZ Nachruf. Vqcrislbe $ttcinifiung kikM uni) Umgehung. Am DiettStag vormittag entschlief nach kurzem Kranksein unser Landsmann Anton Biehl. Um zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung 1031 Televbon 119. Prompter Versand nach W.8ischtzns,M-S- "adnnicvc, Karpfen, Zander, Zchcllfiiche, Cadliau, suugeu, Lkvollcu uiw., irisch vom üans, zu den billigsten Preisen, (ßcricbitfaaL Ein freig espro chener Kurpfuscher. a Königsberg, 15. April. Ein interessanreS Kulturbild auS Ostpreußen entrollte eine Verhandln^ gegen den Ziegeln- ^beiter Otto Sauer, der sich vor dem hiesigen Schöffengericht wegen Betruges zu verantworten hatte. Sauer, der vor einigen Wochen verhaftet wurde, galt bei vielen Leuten als boftor der imstande sei, durch Handauflegen und Besprechen biefeften Lanlhciten'zu heilen. Bei seiner Vernehmung versucht bleiben, die so dringend nötige Einigung berbnzuM«. Dazu ist aber nötig, daß beide Parteien den Anfang machen und daS Kriegsbeil begraben, nicht nur für jetzt, sondern für immer. Ter Liberalismus wird zum Ziele gelangen, icute Joealc muNen zum Dohle unseres bcuneben Vaterlatides tovrtvtrntw nxrvm, tränt Einigkeit vorhanden ist. Deshalb frisch ans ^.eri. v-D 1 Pserd 5 Pferde usw. - Bar Geld! Pserdegewitmemit alle anberen Gewmne ui.S0°/, Lose älfltL H St. Et., Porto u. Liste 28Pf- Zu hab. b.alL Lofeoerk. Karl Anger,Gcn.-Lertr., Mainz »rannt bt Brüs, ^lasslln^ »waren äfli unb tl » Gliche ©eilt '°nd hinbg Fand, bä H hat, % ben, in b*t orttag aba) ichtn »andi ° tinan btt leine Brand nacht jedoch tvtflügel bet m Teil bt- lMüst an- Feuer gelegt Spirihij geil unten ihr h, Jüngelta utmekleute ' hmtbin btt i leistete den e dann m» rmann a hlauchleittrg n stürzender Le von einer iebschtvif lanjt Se- tini« Krim Ralkiie Es gdK re mit eim fn, bagtgo matte über a-i Maui umme wird ii SiW** x \______________________ 70 Mark verkauft.________ Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter oteicr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redallton dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 17. April. Nachdem der Gießener Wahlkampf mit der Niederlage der liberalen Parteien geendet hat, sollte man annehmen, daß in anbetracht der bevorstehenden Reichs- und Landlagswahttn veriuchl werden müßte, eine Einigung der lOralen Parteien z" erztelern BiS jetzt hört und sieht man aber nichts davon. Es Ware docy wahrhastig die höchste Zeil, bicient Streben naher zu treten. Wa t^antom Wahlkreisen unseres Vaterlandes moglich ift, muß in Gießen auch möglich fein. Man sage nur nM.- e» geht nicht. Es geht alles, wenn bir gute Wille da ist. Dieser muß aber vorhanden sein, nadjbem man gesehm, zu welchem Z^e em getrenntes Marschieren geführt hat. Esi ist auf bas Ttefste zu bc tauem, baß sich zwei so eng verwandte Parteien bekämpfen, m einer Weise bekänipsen, welche aufs Entschiedenste zu verwerfen ist. Auf solche An wird duch nichts erreicht da nur die Gegner ihre Fahnen auf dem Trümmerhaufen der liberalen Uneuugfeit auf- ganzen und den Sieg daoontragcn. Deshalb daN Nichts un- Letzte Nachrichten. TodeSsturz eioeS Fliegers. Versailles, 18. April, üapüan Tarron ist mit einer Flugmaschine bei der Villa Cvmblan tödlich verunglückt. Tarron, welcher in einer 5)öhe von un gcfähr loOO Metern flog, dürfte in dieser Höhe den Motor abqestellt haben, um im Gleitslug zu landen. In etner Höbe von 7—800 Metern «verlor der Zweidecker mahrscheinlicki infolge eines durch den Tempcratttrunterschied verursachten Lustwirbels sein Gleichgewicht und kippte inir Wie furchtbar die Gewalt des Sturzes war, geht daraus hervor, daß der rechte Oberschenkelknochen Tarron die Brust vollständig durchbohrte. Hauptmann Tarron war Leiter der aeronautischen Bersuchssdation CalarS- TI eub on. e -in Friedberg, 18. April. Der Schutzmann Kaiser Überraschte heute mit seinem Polizeihund drei Diebe, die von einem Garkenhüttchen das Zinkdach ubdeckten. AlS er sie festnehmen wollte, gaben die Diebe vier Revolverschüsse ab, von denen einer traf. Die Diebe entkamen und der Polizeihund konnte die Spur nicht finden Paris, 19. April. Eine amtliche Zeitungsnote teilt mit, es sei noch nicht bestimmt, ob eine fran -öfische Expedition nach Fez gehen werde. Wenn Franrreickf eine Expedition hinschicke, so geschehe dies bloß zum Schuß der französischen Expeditionsossiziere und der tchrigen Europäer, und die Entsendung erfolge innerhalb der durch btc Algecirasakte geschaffenen Grenzen. . Paris, 19. April. Heute werden hier bet bekannten Anarchistenführern Haussuchungen gehalten, die durch den Winzeraufstand veranlaßt fern sollen. _ London, 19. April. Die Sitzung des Un t e r h au, eS dauerte bis 4i/3 Uhr früh. Nach längerer Aussprache wurde die erste Klausel zur ParlamentSbtll angenommen. ^mv-chle mein reines, klares Natureis bei Dorlommenbem Bedarf. NB. Für Kranke wirb euch nachts Eis abgegeben. 2M 71 af. Helfende«! Iw. ^EiökeÜerei, Tlarburgeritr. d« fj Wählend ® , , @clle« 5 V SK oild jt* K? II«9 SÄ Wi I gab er an, daß er wirklich eine wunderbare Kraft in sich whle, jie ihm von seinem Vater vererbt worden sei. Diese Kraft befähige ihn, namentlich Krämpfe und Flechten zu, heilen Tie beste BehandlunaSzeit sei gegen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Tie Anklage geht von dem Standpunkt auS, ba(j e. von seinen Patienten Geld genommen habe, obwohl er von der nwirlsamkeit feiner Behandlung überzeugt sein mußte In bieier Beziehung behauptete der Angeklagte, daß er Don seinen Patienten immer nur fünf Pfennige gefordert habe, damit btc Leute an seine Methode glaubten. Diese Behauptung fand tn der Beweisaufnahme ihre Bestätigung. Verfckiedene Patienten hatten daneben noch den Kindern deS Angeklagten kleine Gefchenke gemacht. Auch sonst gestaltete sich bie Beweisaufnahme für ben Angeklagten nicht ungünstig. Ein Invalide erzählte, daß er durch bie Behandlung deS Angeklagten von Gicht befreit worden fei. Eine Patientin will durch den Angeklagten von fahrelangem tylemtcn^ leiben befreit worden fein. Unter ben Heilmitteln bt5 Ange- Nagten figurierten neben Ha nd a u f I eoen unb B e f pr c wen auch fieitungSroaffer, grüner Wegerich, Kognak unb Buttermilch. Auf Grund ber ganzen Beweisaufnahme kam bad Gericht zu bem Erkenntnis, baß der Angeklagte von ber Sirffamfcit feiner Mittel überzeugt fei unb baß ihm ber Aberglaube ber Bevölkerung zur Seite stehe. Bon einem Betrüge könne unter ben obwaltenden Berhältnisfen aber keine Rebe sein, so daß Freisprechung erfolgen muffe. _ O Laubach, 19. April. Ter heutige I unafchwcine - markt war sehr stark, näni t mit 329 Stück Jungsäm-cinen befahren 90 Stück von $)änbte.-.i feilgeboten, buritcn mchl aup gefahren werben, well sie auf Anordnung deS Turarztes noch einen Tag unter Quarantäne gestellt maren. Der Handel, Haupt- fächlick) von Landleuteu ber Umgegend betrieben, entwickelte sich bewirt lebhaft, bah schon um 10 Uhr ber größere Teil oerfanft Das Paar sieben Wochen alter Ferkel wurde zu 65 bis - Verkehr ® neu UmsJ eckhrM^ cauenv«o ereWÜy *“8» BerME Die Bekanntmachung. | Am 11. April er. wuröe auf der | Straße Launsvach-Gicyen, etwa 1 km von ^aunsbach entfernt eine getragene Pelerine, avi 5kragen mit L-L.gezcichn., geiunden. Gegen Erstattung der JnfernonSkosten m Empfang zu nehmen bei Gemeindevorsteher Tebus in LcmnSbach. Krofdorf, den 16. Apnl 191L Die Polizcivcrwaltuug. Braun, Bürgermenler. Ter auf Mittwoch dcu lü. ds. Mts., nachm- 5 Uhr, ieuaesevte Berkaus einer Ladung Kartonem findet nicht statt. O /< Die (Süterabsertigung. Krenznacher Pferdß- Lotterie .>,n»isch wäre. Mr. Cummings ist ein stattlicher Gentleman von S^em Benehmen; er ist Mitalied.der beslm SlubS in Taeoma und' war verlobt mit einem reichen fungen MäbchenauS guter Änihe. Er gab an, große Geschäfte in den östlichen Staaten L. haben, die seine häusiyen langen Abwesenheiten von .)au'e gärten. Als Eddv Fay in Neuyo^k verhaftet wu^e, fand man S feinem Defitz Briefmarken tm ®nie von 85CKX) DoUarS, He er bei einem Einbruch im Postamt von R"stmond erbeutet Einbrecher hatte augenscheinlich bei der AuSubung fnnefl Beruf« eine Vorliebe für eine gewisse Eleganz, man fand in Mnen Kos fern bie DiebSwerkzeugc in feinstes ^eidenpapier ein« Seit unb in schönen Leberkästen verpackt. In den raschen trug er ein genaues AdreffenverzeichniS von Banken, h.. denen die Gewohnlfeiten der Pförtner und bie £age der Geld- Krönfe genau beschrieben waren. Monatclange Nachforschungen £ die Herkunft deS Einbrechers führten nun zu der über- «schenden Entdeckung, daß Fay nach icber erfolgreichen Er- SSion die Gewohnheit batte, sich nach Taeoma »^uckzuziehen, S?er ganz als reicher Gentleman auftrat. Man legte fetzt btc «Holographie beS verhafteten Einbrechers angesehenen Einwohnern ton lacoma vor, bei denen ber Mr. EummmgS ^tebrtbntte, unb sie erklärten, baß ihr Gast und Eddy Fay ganz augenfchemlich ein und dieselbe Person wären. • Gipfel der Zerstreutheit. Die Frau Professor -erreift für einen Tag unb schärft ihrem ^hr -Leuten Gatten vorher bnngenb ein, ihre drei Dprößlmge doch ia wn sieben Uhr zu Bett zu bringen. AlS btt Frau Professor am Abend wieder U) Hause kommt, lagt ihr Gatte: ,,Meme Liebe hxn ijch eins von ben Kinbern Ijat durchaus Nicht ms Bett gewollt. Tic Frau Professor geht inS Kinderzimmer und fmdet — vier Künder in ben Letten. Das vierte war der Junge bes Nachbars * Ein boshafter Kerl. „Ste gehen wohl gar nuijt in« Theater, Herr Hanepampel^ — „O ja; wenn ich mal «ht den Husten habe!" Kleine Lageschronik. ttng! Radiahrer! oder die es werden wollen. Vor Kauf eines Rades besichtigen Sie erst mein reichsortiertes Lacrer in wirklich erstklass. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Roth geb. Knorr Friedrich Knorr Otto Roth Marie Knorr geb. Buss nebst Enkel Zicbung 22. Avril. 1391 Gew.. °us. Mk. 22U00- 1 Landauer m. 2 Pferd. Dtt 6000 1 Jagdwagen rn.2Pferd. « 2auv Bold roert ist etn rosiges, jugendsrisches Hntlltz und ein reiner, zarter, IchÜner Critlt Aller dies erzeugt bie echte Steckenpferd - Lilienmi ick: Seife d. brromann 1 Co , Radebeul -preis ä Stüdt 50 Pig, ferner macht der Lilicnmrlch-Crcam Tada rote und fpröde Haut In einer natpl wcig und fammetweich. Tube 50 "Vig. b:i: P. I. Mobs, Carl Scibel, Emil Karn. In Büdingen: Paul Hoittetter. 030911 Sild. Herren-n.Ta-.ncü- Ubrcn, Wecker, Rcgulatcurc, mit 2'iäbnaer fchriftl. Garantie werden billig verkauft im.Total- Ausverk Babubofstr.lt, Eckhaus In der Notwehr schoß ein Förster, wie auS Reck- (in ah auf en gemeldet wird, bei einem Zusammcnstoö mit acht Wilddieben zwei nieder. Dre anderen entflohen. In Breslau stieß der Tischlerge>elle Ohainsky auS reinem Mutwillen den 13jährigen ^uler Mat sch ko unter eine vorüberfahrende Dampfwalze. Der Knabe «ar sofort tot. Ohainsky ist verhaftet. Bei Trevis e ftteß ein Automobil gegen einen Prell- tein sodann gegen einen Baum. Die Insassen wurden ünfzehn Mein heraus geschleudert Drei davon waren 0i0T t tot, drei andere wurden s chwer v e r wun d e t. . für. Schwach liehe/«" ,;g'x Blutarme, Nervöse ■- 'ü.Reconvalcscent^x-;?; - 71, trM 1. 3'V Lh- M2SO ; KräfhBungsiiWährniiheU.Kg-I Glmieid bEgutachtAerzM.be/or \ zagt, \ir;rzuyiict>er Geschmack,: Photographie Eröffnungs-Geschenk — ——. lA-H _________ Die eine Vergrösser»«» Putzexfrakt 30 cm hoch, 36 cm breit mit Karton erhalt Jeder Preislage photographieren lässt. v v x x viuxwgv laoou. yiltICf I ^k. 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Bonaparte bei den Pyramiden. 5. Bonaparte erster Konsul. 6. Uebergang über den St. Bernhard. 7. Ein Sommerfest im Schlosse zu Malmatson. 8. Bonaparte in der Familie. 9. Napoleons Glanzzeit. 10. Das Kaiserreich. 11. Die Krönung in Notre-Dame. 12. Die Schlacht bei Austerlitz. Eine Kriminalstudic in 2 Akten von Carl Alstroup. Dargestellt von ersten Bühnenkünstlern Kopenhagens. für Giessen. EinSchlager ersten Ranges 800 Meter lang. Außerdem das gesamte, i ./ relchhaltige, vorzügliche Mill Hl* 13. Im Biwak. 14. Die Schlacht. 15. Der Heldentod. 16. Die Geburt des Tronfolgers, 20. März 1811 17. Die Taufe. 18. DcrStnrzd. Adlers. Sept. 1812 19. Ausd.EisfeldernNußlandsl81S 20. Der Brand in Moskau. 21. Der Rückzug aus Rußland. 22. Abdankung in Fontainebleau. 23. Napoleon a. d.Jnsel St.Helena. 24. Eine wichtige Botschaft. 25. Napoleon heftet seinem kleinen Boten das Kreuz der Ehren« legion auf die Brust. 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