161. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 116 Giehener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag». General-Anzeiger für Oberheffen Tie „Gießener $amilicnbiattet** werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da» „XreUbldtt für de» Kreil Sieben" zweimal wöchentlich. Tie „landwirtschaftlichen Zett» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Donnerstag, 18. Mai 1911 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen Universität»-Buch» und Sieindruckerei. R. Lange. Gießen. Redaktion. Erpcdition und Truckerei: Sckul- strafte 7. Expedition und Verlag: 61. R ed aktion: 112. Tel.-Sldr.:?lnze,gerDießen. L™ L”E'J---->- mb Deutscher Reichstag. 177. Sitzung, Mitt woch, den 17. Mai. 8m Tische des Bundesrat»: Delbrück, Caspar. Prandcnt Gras Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 15 Minuten. Die zweite üeiung der ReldisverHdierungsordnung. Elfter Tag. Tie Beratung de» dritten Buch»: Unfallversicherung tvird fortgesetzt beim Umfang der Gewerbeunfallversicherung. § 360a bestimmt, daß Betriebsunternebmer. die T'incr besonderen Unsallgefahr auSgeseht sind, vom Vorstand der V'erufSgenoffenschaft für versicherungSfrei erklärt werden können. Der Paragraph wird mit einem Kompromißantraae Schultz angenommen, wonach die Befreiung widerrufen wird, sobald ihre Voraussetzung nicht mehr vorliegt. § 572a fetzt fest, daß die freiwillige Versicherung außer Kraft tritt, wenn der Beitrag nicht rechtzeitig bezahlt worden ist. hierbei wird durch Annahme eine? von Tr. Semler (9lotL) ab. geschwächten s ozialdemokratischen Antrages eine vorhergehende Mahnung vorgesehen. Während dieser Verhandlung entsteht auf der allgemeinen Tribüne eine Störung, bie eine kurze Unterbrechung der Sitzung herbe'führt. Eine auf einer der vordersten Reihen der Tribüne mit einer etwa zehnjährigen Tochter sitzende Dame hatte schon bei Eröffnung der Sitzung sich durch Rufe .Lauteri" bemerkbar gemacht und als der Berichter- statter Tr. Mugdan das Wort nahm, in den Saal hinuntergerufen „®cr nicht laut reden kann, gehört nicht in den Reichstag . Der Aufforderung der diensttuenden ReichStagSbeamten zum Verlassen der Tribüne leistete die offenbar hvstcrische Frau keine Folge und verfiel, als zwei Beamte sic gewaltsam herauSzubrmgen versuch, ten, in andauernde Schrcikrämpse. Erst nach längerer Zeit gelang es in dem Tribünenvorroum den ärztlichen Bemühungen Tr. Mugdanö, die Frau zu beruhigen, so daß sie da» Reichstagshaus verlassen konnte. Bei § 577 wird ein Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt, der zur Entlastung der Krankenkassen verlangt, daß die Berufsgenossenschaften den Verletzten vom Tage des Unfalls, statt erst vom Beginn der 14. Woche noch dem Unfall Krankenbehandlung und Rente zu gewähren haben. Zu § 584 beantragen die Sozialdemokraten. für die Bemessung der Rente b c n 1800 M a r k übersteigenden Teil des FabreSverdiensteS nicht nur, wie es die Vorlage festseht. mit einem Drittel, sondern voll anzurechnen. Tie Äbgg. Molkenbuhr (Soz.), Sachse err Heinze ßJcJcgcnßeit, seine große EntruüungSrede über politischen Mißbrauch zu halten. Ich vermisse die flonfeauen;. Ick werde scüen, ob Sie jetzt für unseren Antrag fiimmcn und für die Zukunft dem Mißbrauch öcr BerufSgenossemchaftcn steuern wollen. Abg. Dr. Mugdan (Dv.): (als Abgeordneter): Wenn tatsächlich au5 den Kasien von Beruf?- genofsenschaften dem Zentralverband Deutscher Industrieller Be'- 'rüge in den WablwndS geliefert werten sollten, so würde ick daS genau so verwerten wie der Vorredner: und nachdem das von der Tribüne des Reichstags mit solcher Entschiedenheit behauptet ist, bo''7 ich zuversichtlich, daß die Vertreter der verbündeten Regierungen minkest.-nS bis zur dritten Les-.'ng uns AuS - fünft geben, o6- bic Behauptung richtig ist. (Abg. Hue: DaS können sie beute schon!) Ist sie richtig, dann liegt ein Unfug ror, den gerade wir bürgerlichen Parteien, bie wir bi? Sozialdemo- frofic beT^nhrcn. ihn gerate um dieses Kampfes willen auf das schärfste brandmarken müßten. Aba. Sckmidt-Vcrlin (Soz.): Auf der Lifte der Mitglieder des Zentralverbandes, _bie öffentlich bekannt ist, figurieren die betreffenden BerufSgenosien- scva'len. Es ist auch kein Zweifel, daß eine ganze Reife von Unternehmerverbänden bi reit aus den Lerufsgenossen- sprickt zu dem Anträge. Tie DerusSgenossenschafken betätigen sich zu einem großen Teil in Scharfmacherei. Wie wurde Ministerialdirektor Caspar auf der Tagung der BerufSgenossenschaften behandelt! Auf einem Kongreß der Versicherten mürbe er jedenfalls viel respektvoller behandelt werden. Man will die .Auf- lieh!' der Arbeiter nicht, man will die Arbeiter nicht in de? geschäftliche Treiben der Berufsgcnosicnschasten hineinblicken laßen. Eine große Anzahl von Berufsgenosfenschaftcn treibt IRentcnquetffflC”::, .7. bi: möglichst herabzubrücken. Mindestens 50 Prozent der Berufungen bat Erfolg, ein Beweis für die unzuläsiige Art der Rentenfest- sehung. Sogar die Rechtsprechung sucht man in unerhörter Weise zu beeinflußen-, indem man aus den Schiedsgerichten Arbeitgeberbeisitzer hinauszubringen sucht, von denen man annimmt, daß ne unter Umständen auch einmal zugunsten eines Arbeiters schäften begründet sind. Auch da» gehört nickt zu den Ausgaben der DerusSgenosienschaften, ist ein Mißbrauch der Befugnisse öffentlich rechtlicher Korporationen. Abg. Dr. Seniler (Natl.)? Es ist ja gar kein Zweifel, baß für die Agitation irgendwelche Mittel der BerufSgenossenschaften nickt verwendet werden dürfen. Ich wollte daS nur auSsprecken. damit nickt die Auffassung entstehen könnte, als wenn diese Frage bei anderen Parteien de» HauseS anders beurteilt würde als bei den Sozialdemokraten. bin überzeugt, daß wir darüber imganzenHausee inet Meinung sind. Ich bin aber auch Der Ansicht, daß c» Sache be? AuksichtSratS ist, d h. deS R e i ck S v e rs i che r u n g v- a m t S darauf auszupasien. ES ist für mich im Augenblick nicht übersehbar, wie weit die BerufSpenosienschaften vielleicht Mit- glieder deS Zentra wertendes Deutsch-Industrieller sind und al» solche Beiträge leisten. DaS würde die Sachlage vielleicht chpa» ändern, obwohl ,ck der Meiming bin, daß die 2>erufSgenosien. scha'ten auch indirekt keine Mittel zur politi sche n Agitation Vergeben würden Die BemfS^ci'osiensckaften sollen über den Parteien stehen, und ich kann nur sagen, nach den Erfahrungen, die wir in der Kommission und bei allen Anträgen, die wir dort verhandelten, gemacht haben, stehen sie tatsächlich stlmmen könnten. Ter Antrag wird abgelehnt. AIS § 720b beantragen die Sozialdemokraten folgende Bcftiminung einzufügen: Die Mittel der Bcrufe-genossen- schakten dürfen n:clit zur Unterstützung solcher Verbände verwendet werden, die die Arbeikerversicherung oder die Arbeiterorganisationen bekämpfen. Abg. Molkenbuhr (Soz.): über den Parteien. Dirrktor im NeichSamt deS Innern Caspar: Das Gesotz bestimmt, zu welchen Zwecken die Mittel der De« rufSgenossensckaften verwendet werden dürfen. Wenn darüber Zweifel bestehen, ist eS Aufgabe de» ReichSversiche» rungSamteS, einzuschreiten. Der Antrag der Sozialdemokraten wird abgelehnt. Die 6§ 740 bi» 747 a bandeln von den Rücklagen bet BerufSgenossenschaften. Nach § 747 a bat der Bundesrat im Jahre 1921 dem Reichstag die gesetzlichen Vorschriften über Rücklagen zur erneuten Beschlußfassung vor- zulegen. ., . Abg. Irl (Zentr.) empfiehlt einen Komprom'. ßantrag Sckultz. wonach diese Prüfung schon im Jahre 1919 stattfinden soll. Eine Kommission von Sachverständigen soll die Prüfung vornehmen. Direktor im Reicksamt deS Innern Caspar bemerkt dazu, daß die Regierung selbstverständlich für .jede Prüfung der rechnerischen Grundlagen der Rücklagen zugänglich i|L Tie Prüfungen sollen durch möglichst zuverlässige Sachverständige erfolgen. Industrie und Landwirtschaft sollen nicht unnötig belüftet werden. Stellt sich berauS. daß man mit geringeren Rücklagen au’fommt. so können sie verringert werden. Gegen eine Sachverständigenkommission haben wir nichts. Wir werden seinerzeit eine Denkschrift vorlegen. ?(5g. Dr. Goercke (Natl.) dankt für diese entgegenkommenden Erklärungen. _, ,, , Abg. Toormonn iVp.) lehnt den Antrag Sckultz ab. 191 _ tritt da? Gesetz in Straft; 1913 soll schon eine der wichtigsten ^rag-n revidiert werden? Das ist unmöglich. Was ist daS für cm Gesetz, das schon in so kurzer Tvriit änderungsbedürftig istl Man sollte wenigstens die ^rist bis 1916 verlängern. Abg. Schmidt Berlin (Soz.) hält am Jahre 1921 fest. Ter Kompromißantrag mit dem Jahre 1913 wird angenommen. Tie 748 bis 833, zu denen keine Wortmeldungen und keine AbäuderiingSanträge vorliegen, werden im gangen für an - genommen erklärt. § 834 wird gestrichen, nachdem rlbp. Schicker! istons.) darauf hingewiesen batte, daß bereits § 127 den gleichen Inhalt hat. Die 847 bis 889 handeln von der Un - fallverbütung und Ueberwackung. Abg. fiorfant» kPole) fordert, daß, wenn in einem Betriebe mind'iiens 50 Arbeiter nickt deutscher Muttersprache beschäftigt sind, die UnfallverbütungSvorschriften in ihrer Muttersprache bekanntgcmacht werden. Abg. Leber (Soz.) verlangt, daß jedem Arbeiter em Abdruck dieser Vorschriften auf Verlangen eingebändigt wird. Abg. Gotbein (Vp.) beantragt solche fremdsprachliche Ab- drucke herzuftellen. wenn 50 fremdsprachliche Arbeiter beschäftigt sind, von denen 25 gemeinsame Muttersprache haben. Abg. Tr. Semler (Natl.): Sachlich ist der polnische Antrag unmöglich, weil er ein starres Prinzip aufstellt. Wird bi» zur dritten Lesung cm zweckmäßigerer Antrag in besserer Form ge- ftellt. io werden wir keinen Widerstand leisten. Abg. GiesbertS iZentr.) erklärt sick für den Antrag Gothen. § 847 wird mit dem Anträge Gothein angenommen. Die §§ 806—905 behandeln die Haftung von Unternehmern und Angestellten. Beim § 896 beantragt Abg. Dr. Hrnnk-Mannbcim kSoz.)', daß auch die Möglichkeit zugelassen wird, zivilrechtlich gegen den schuldigen Unternehmer vorzugeben. Abg. Dove lvp.)' stimmt zu. Abg. Dr. Semler (Natl.): Ich kann die Wirkung deS Sn- trage» nicht über scher,. WaS madit er für Kosten? Abg. Trimborn (Zentr.): Wir werden unS die Sache bis zur dritten Lesung reiflich überlegen. , . Abg. Tove (Dp.): Stimmen Sic lieber gleich zu. Bei der dritten Lesung gebt alles immer im Galopp. Abg. Tr. Semler (Natl.): Wir kommen gern entgegen, aber wir wollen die Sache erst erwägen. Der Antrag wird gegen die Rechte, einen Teil deS Zentrums und einige ??ationalliberale angenommen. Tie Gewerbe-Unfallversicherung wird erledigt bis einschließlich § 412. DaS Haus vertagt sich. Weiterberatung: TennerStag, 1 Uhr, Schluß iy4 Uhr. Nach k 640 ist daS Reich bei den Binnenschiffahrt»- Flößerei- usw. - Betrieben Träger der Versicherung, wenn der Betrieb für feine Rechnung geht. Abg. Vasiermann (Natl.) beantragt im Interest: der Partikulier schifferei auf dem Rhein Streichung dieses Paragrapben. Tie Unfall. Umlage bei der BinnenschiffabrtSgenossensckaft 'st seit 1887 von 8.95 M. auf 1000 M. Lcbn gestiegen bi5 auf 29,82 M. Werden die RcickS- unb StaatJlctucbe aus der BerufSgenossensckaft heraus- genommen, so wird die Belastung der kleinen unb mittleren Betriebe sich noch steigern. Die Lage ber Partikuliersckifser am Rbem ist derart, daß die preußiscke Regierung eine Hilfsaktion cingeleitet hat, di: aber iebr schwierig ist. ES handelt sich um 3100 Kleinbetriebe gegen 330 größere. Sollte der Antrag auf Streichung deS Paragraphen jetzt abgelchnt werden, so würde man bi5 zur dritten Lessing eine zweckentsprechende Aenderung der Bestimmung zu suchen haben. Abg. Hue (Soz.): Ta? kann ick nur unterschreiben. ES zeigt sick hier wieder einmal, wie wenig die MittelstandSpolitik in der Lage gewesen ist, bie kleineren unb mittleren Existenzen zu schützen. -ta« Kohlenkonlor, die Firmen StinneS, Haniel usw. monopolisieren dre Sckifsahrt immer mehr. Herr Vassermann irrt sich bezüglich der Tätigkeit des preußischen FiökuS', erst dieser Tage hat er durch die BergwerlSdirektion Recklinghausen einen Vertrag zuungunsten der Partikulierschiffer abgeschlosten. Der Streichungsantrag Basserrnann wird ab• gelehnt Nach § 698 wird die DeruiSgenosfenschaft vom Vorstände verwaltet. Tie Sozialdemokraten beantragen, daß Au einem Tritte! auch die Versicherten zur Verwaltung zu- gelaßen werdeii, der Vorstand also nur zu zwei Dritteln aus Vertretern der Arbeitgeber bestehen soll. Abg. Stücklcn (Soz.) zuzuftimmen und an der seitherigen Jerunorbnung feftzuhalten. Man könne die Serien nicht ohne Gesetzesänderung verlängern. Zlbg. Bach ist der Meinung, daß die Aenderung d:r Ferienordnung doch möglich wäre, doch ;:ebe er nach den Ausführungen des Resiierungsvertreters feinen diesbezüglichen Antrag zurück. Ter Äusschußantrag wird darauf angenommen. Ter Antrag des JCbg. Leun, betr. die Abänderung des Ur» kundenstemvels wird für erledigt erklärt, ebenso ein Antrag Tr. Glas fing, betr. Die Kosten für Ci-ientumeueränbcrungen aus Gründen des oifenllichen Wohls, nack-dem Staat-Minister <§wald em diesbezügliches Au-schreiben der Regierung verlesen Hal. Bezüglich der Barstcllung der Aktuare Intel und Gen. um Abänderung der Befoldungsordnung bemerkt Slaalsminiflcr Ewald, es fei vorgekommen, daß junge Beamte, bie ältere übersprungen haben, höhere Gehälter bezogen, deshalb sei im Jahr.' 1903 ein Ltusgleich geichaffen tvorben. Die jetzige Vorstellung könne bic Regierung nicht als berechtigt ansehen. Adg. Tr L s a n n begrünbet als diefereut Den Ausickußantrag, ber da bin gehr, au- Billiikeitsgrunden bie Regierung zu ersuchen, Siner Ausschußantrag rcro Darauf cin-iimmtg angenommen. Die Vorstellungen b:s Bvrbanbes der Bureauangestellten usw. Teutschlands, bett'. Berückstchttgung oet ber Besetzung neu zu beschasienber Stellen bet den Gerichten unb bie Vorstellung der Das »aus beschließt darnach dem Ausschußantrag gemiß, Ibte Schulferien unb bic Vorstcllung des öS»' Lanbesteh^er- di" Angelegenheit Air erlebigl zu erklären. Vereins, betr. Aenderung ber Ferienorbnung bittet Geh. Rat " 'Tic Vorstellung des Pächters ber Tomäne R o ck e n b er g , I S ü f fe r t, bem Äusschußantrag auf Uebergang zur Tagesorbnung betr. bic Veräußerung bes Sdofgutes Rockenberg, wirb ohne Tebattc für erledigt erklärt. . . Zu dem Amrag Ulrich und Gen., betr. bic Ausbildung der Lo 1 ksfchu 11 ebrcr, macht Abg. Bach Natl längere Ausführungen, iii hält die ictzige Ausbildung der Lehrer zwar für besser als früher, dock wäre auch der Wunsch berechtigt, den Au-blldungsgarig der Seminarlehrer günftiger zu gestalten uub zwar sollte zu bie'cm Zweck ein weiteres Seminarjahr hin;ukommen unb bic Ausdilbung auf der Praoaranbcnanstali Wegfällen Rebncr führt naher aus, baß sich die Regierung zu dieser Anregung bereits zustimmend geäußert habe unb verlangt, baß auch bic Bolksschul- lehrcr ihre Äusbtlbung au- einer höheren Lehranstalr erreichen können unb zwar mit sroetjähriger Äusbilbung-zett. Rcbncr beantragt, bie Regierung zu mudien, bem nächsten Landtag einen Gesetzentwurf vorzulegcn, der eine Neuregelung der Volksschul- lehrerausbüdung ber Zetztzeu cnpprechenb vezweckr. Geh. Nal Sstifer t wendet sick gegen bioen Antrag und de- mertt, baß Die Ausbildung der Volks'chullehrer zeitgemäß sei und »ich gut bewahrt habe. Tie Regierung werde aber alle Anregungen in bicier Richtung unparteiisch aw ihren Wert prüfen. Ter Äusschußantrag trene burchaus bas Richtige und er empfehle bellen Annahme. Das £*aus beschliestr demgemäß Betreffs des gestern zurückgcstellten Antrags Löhler, Herr. Rechtsanwalts- und Notariats-Bureaubeamten, bete, bereit Verwendung int Staatsdienst, wurden nach dem Aussclmßantrag erledigt, desgleichen einige weitere unwesentliche Vorstellungen. Eine längere Debatte entspinnt sich über die Vorstellung der fSte u e r a u f s e h e r in Mainz über die (Gebühren der Steuer» aufseher für Schiffsbegleitungen im Neichsdienst. — Ter Ausschuß (Berichterstatter Dr. Osann) beantragt, die Eingabe, soweit sie sich aus die unterschiedlichen Tagegelder zwischen hessischen üind preußischen Beamten bezieht, der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen und eine einheitliche Regelung für alle beteiligten Bundesstaaten durch den Bundesrat zu veranlassen Lind weiter der Eingabe bezüglich der Vergütungen Folge zu geben, bezüglich der Vergütung der Hilfsauf jeher aber nicht. Mg. Bach (Natlib.) befürwortet den Ausschußantrag; der Dienst der Steuer aufsehe r müßte überhaupt neu geregelt werden, da er nicht mehr im Verhältnis zu den zu leistenden Gebühren bestehe. In Preußen betrugen die Gebühren 6 Mark, in Hessen lnur 3 Mark, und diese Betrüge wurden nicht aus der Landesrasse. sondern aus der Reichslasse bezahlt. Diese Ungerechtigkeit nuine beseitigt werden. Der Redner bespricht ausführlich den dienst dieser Beambcn und legt dar, daß die Tätigkeit der Steuerausseher Int Preußen und Hessen mit verschiedenen Maßstäben gemessen werde. . , Auf Vorschlag des Abg. Molthan werden auch die Vorstellungen der Steueraufseher über die Gewährung einer Teuerungs- Fülage Und Erhöhung des Kleidergeldes, sowie über die Verbesserung ihrer Rang-Gehalts- und Aufrückungsverhältnisse mit beraten. Abg. Molthan betont dann, daß die Ausführungen des Mg. Bach durchaus zutreffend seien; auch er stimme dem Ausschußantrage zu. Die Erhöhung des Kleidergeldes halte er für notwendig und bitte, diesem Ersuchen zuzustimmen. In betreff des Verlangens der letzterwähnten Vorstellung sei er der Meinung, daß keine Gattung der Beamten bei der früheren Gehaltsregelung so schlecht weggekommen sei, wie die Steueraufseher. Der Redner bemerkt, er wisse, daß heute nur Wünsche geäußert werden könnten, aber bei der Neuregelung der Gehälter der Unterbeamten werde er bitten, diese Beamtenkategorie in erster Linie zu berücksichtigen. Abg. Bach tft gleichfalls der Ueberzeugung, daß bte ©teuer» «ufseher mit ihrem jetzigen Gehalt sich und ihre Familien kaum noch ernähren können. Man müsse die Bedeutung dieser Beamten richtig erkennen und dann werde man zu der Ueberzeugung kommen, daß bei den selbständigen Funktionen dieser Beamten auch die Bezahlung entsprechend sein müsse. Nach seiner Meinung dürsten die Steueraufseher überhaupt nicht zu den Unterbeamten gezahlt werden. Wenn die Ausdehnung nach oben nicht möglich sei, so wirke dies dezimierend auf den ganzen Stand. Zum Schluß IbcmerTt der Redner, daß auch die Kleidergelder dieser Beamten -erhöht werden müßten; es sei doch nicht recht, daß die Kleider dieser Beamten ausschließlich in Darmstadt gemacht werden müßten, es gebe doch auch in Mainz noch Schneider. Geh. Rat Dr. Becker dankt bem Hause dafür, daß das Haus den Steueraufsehern ein solches Wohlwollen entgegenbringe. Er glaube ja auch, daß die Besoldung dieser Beamten, eine geringe fei, aber es müsse dem doch die Tatsache entgegengestellt werden, daß der Zudrang zu diesen Stellen ein ganz außerordentlicher sei; der letzten Prüftmg hätten sich allein 350 Personen unterzogen. Erfreulich sei, daß diese Beamten so viel idealen Sinn hätten, nach oben aufzurücken, aber hierzu seien doch auch die entsprechenden Kenntnisse erforderlich. Die Höhe des Kleidergeldes von 70 Mark habe bisher vollständig ausgereicht und zwar gerade deshalb, weil die Anfertigung der Leiber gemeinsam in Darmstadt erfolgte. Der Redner erläutert schließlich noch den Standpunkt der Regierung bezüglich der Diäten in Preußen und Hessen. Mg. Wolf-Stadecken ist der Ansicht, daß der Steueraufseher ebenso bezahlt werden müsse, wie der Gendarm und die änderen Beamten der gleichen Art. Die Besoldung der einen oder der anderen Kategorie könne nicht einseitig erfüllst werden. Abg. Molthan bemerkt den Regierungsvertretern gegenüber, daß sein Wohlwollen für diese Beamten auch bei der Bo- soldlMgsrevision anhalten werde. Er bleibe dabei, daß bei der letzten Gehaltsregulierung die Steuevaufseher nicht genügend berücksichtigt wurden. Abg. B a ch begründet nochmals seinen Standpunkt und führt die vielen Meldungen der Militäranwärter zu Steueraufsehern darauf zurück, daß in Hessen so viel Militär liege. Auch er müsse dringend wünschen, daß die Steueraufseher, bei der Gehaltsregulierung in erster Linie berücksichtigt werden. Nach einer kurzen Entgegnung des Geh. Rats Dr. Becker, werden die Ausschußanträge angenommen. Weiter stimmt das Haus folgenden Ausschußanträgen zu: Die Bitte der Steueraufseher um1 eine Teuerungszulage für erledigt zu erklären, die Bitte um Erhöhung des Kleidergeldes aber der Regierung als Material für die demnachstige Beamtenbesol- dungsordnung zu überweisen. Ferner: Die Wünsche der Bittsteller auf Gleichstellung mit anderen Beamtenkategorien bei der bevorstehenden Revision in wohlwollende Berücksichtigung zu ziehen und dem Wunsche auf Gewährung von Aufrückungsstellen auch weiter zu willfahren. Inbetreff des Antrages der Mgg. Dr. Pagenstecher und Dr. Schmitt und Genossen über die Gemeindesteuern der hessischen Beamten der Eisenbahngemeinschaft begründet Abg. Dr. Schmitt die Forderung auf Entschädigung für diese Beamten. Der Ausschußbericht sei ungenügend und er werde nächsten Landtag seinen jetzigen Antrag wiederholen. Der Ausschußantrag wird darauf angenommen. lieber die Anträge der Abgg. Haas und Genossen, betreffend die Nebenbahn N einh eim — Für t h bis Reichelsheim und die Balm Fürth bis Reichelsheim, hat Mg. Molthan Bericht erstattet. Mg. Schönberger bespricht in längeren Ausführungen die Anträge und befürwortet dieselben, wobei er besonders die Wünsche der Anwolmer hes GersprenztaleS zur Geltung brachte und er wandte sich besonders gegen den bisherigen ablehnenden Standpunkt der Negierung. Nach seiner Meinung sei der frühere Finanz- minister Gnaulh der größte Gegner dieser Anträge gewesen, der mit den Staatsmitteln Verschwendung getrieben habe, anstatt sie Praktisch zur Erschließung des Verkehrs zu verwenden. Er hoffe, daß das jetzige Ministerium einsehen werde, wie notwendig die hier geforderte iVerl'ehrserwciterung fei. Der beabsichtigte Anschluß von Lindenfels könne mit der Bahn Reichelsheim—Fürth leichter erreicht werden, als mit der Bahnstrecke Bensheim— Lindenfels, und er danke dem! Ausschuß dafür, daß dieser trotz des ablehnenden Standpunktes der Regierung an dem Bahnproejkt festgehalten habe. Finanzminister Braun wandte sich zunächst gegen die Ausführungen des Vorredners über die Haltung des früheren Fmanz- ministerS Gnckuth und erklärte, daß er den Standpunkt seines früheren Kollegen int Ministerium durchaus geteilt habe. Wenn der Vorredner die Behauptung aufstellte, daß die Aera Gnauth eine Verschlvendung von Staatsmitteln inauguriert habe, so müsse er dagegen Verwahrung einlegen. Das sei eine so ungeheuerliche Behauptung, wie sie in diesem Hause noch nie gefallen sei. Man töimc es wohl doch nicht Verschwendung nennen, wenn der frühere Minister die Zuschüsse zu den Nebenbahnen erhöhte und er erkläre, daß er die Anschauungen seines Vorgängers noch heute vertrete. Vorerst inüsse die Bahn Bensheim—Lindenfels gebaut sein, andernfalls würde der Verkehr im Süden Hessens von Darmstadt' und Worms noch mehr abgeleitet und nach Aiannheim und Baden überhaupt hingelenkt merben. Der Umbau der Bahnlinie Rein- heim—Reichelsheim würde 10 000 Mark jährliche Mehrkosten be» beuten und dazu werde die Regierung ihre Zustimmung nicht geben. Mg. Molthan findet cs begreiflich, daß Ma. Schönberger so zähe auf seinem Standpunkt beharrt und tritt lebhaft für die Bahnprojekte ein. Die Zweite Kammer habe die Bahn schon zweimal einstimmig gewünscht, aber die Regierung und Erste St'anrmcr hätten ß-desmal abgelehnt. Der Redner spricht sich dann entschieden für die einstimmige Annahme der Anträge aus und legte die Wichtigkeit der Bahn bis Reichelsheim näher bar. Es handele sich hier darum, den Bedürfnissen eines wesentlichen Teiles der Provinz Starkenburg aerecht zu werden und hierfür feien schließlich 10000 Mark jährlich nicht zu viel.. Nach einer früheren Statistik betrage die Rentabilität 5er verschiedenen befischen Nebenbahnen 1,7 Prozent und er glaube, daß diese Rente in Preußen höher fei. Abg. Hauck spricht sich ebenfalls im Sinne des Vorredners ür die baldige Ausführung des geforderten Bahnprojekts ans. Mg. Dr. Heidenreich bedauert die Kritik, die der Abg. Schönberger an bet Tätigkeit des früheren Ministers Gnauth geübt habe, denn dieser habe doch stets das Interesse des Landes im Auge gehabt. Im übrigen tritt der RÄmer für das Projekt Bensheim—Lindensels ein. Abg. Schönberger verteidigt seine an Finanzminister Gnauth geübte Kritik und erklärt, daß er seine Ausführungen vollkommen aufrecht erhalte. Finanzrat Dr. Rohde fuhrt aus, baß bet Staat wohl das Recht habe, nach 20 Jahren die Bahn zu übernehmen, aber für die fragliche Linie seien die Kosten zu hoch. Der Staat würde zwar nicht 10 000 Mark, aber doch 7000 Mark Zubuße zu leisten haben. Zur Frage der Erbauung der Bahn Reichelsheim— Fürth führt der Redner aus, baß Preußen die Uebernahme ab- gelehnt habe. Die Linie Reichelsheim—Fürth werde sich bei einer Ausgabe von 1 462 000 Mark nur mit 0,9 Prozent verzinsen. Der Redner bittet, den Ausschußantrag abzulehnen. Der Ausschußantrag wird hierauf einstimmig angenommen. Letzter Gegenstand der Beratung ist der Antrag Dr. Ft c na y und Genossen, sowie die Vorstellung des Bauunternehmers I. Struth in Finthern, betreffend die Errichtung eines Gütet- anschlußgleises von Gonsenheim nach Finthen. Mg. Wolf-Gonsenheim wendet sich gegen den Ausschußantrag, der auf jetzt nicht mehr zutrefsenden Verhältnissen basiere. Die Militärbehörde baue eine entsprechende Bahn und das genüge. Der Redner bittet, den Ausschutzantrag zurückzuoerweisen. Mg. Molthan führt aus, daß der Ausschuß sehr wohl )ie Bahn bet Militärbehörde in Bettacht gezogen habe. Et bittet, dem Ausschußantrag zuzustimmen und bas Haus beschließt demgemäß. Die Sitzung wird darauf um l1/? Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung: Donnerstag früh 9 Uhr. Aus den Reichstaasausschüsseii. :: Berlin, 17, Mäi. Der Budqetausfchuß erledigte zunächst die Aussprache über die bergt echtlichep Verhältniss e in Den t s ch-Süd w estaf r it a durch An- nahme einer vom Zentrum beantragten Entschließung, die die Erklärungen des Staatssekretärs Dr. von Lindequist zur Kenntnis nimmt und die Erwartung ausspricht, daß in Zukunft demgemäß verfahren iverde. Von nationalliberalet Seite wurde eingewandt, daß sich der Msschuß und der Reichstag durch eine solche Entschließung für die Zukunft unnötig binde, man möge die Erklärungen einfach zur Kemttnis nehmen und sich das Recht der Kritik wahren. Der Staatssekretär bat dagegen um Annahme der Entschließung, die doch bet einmütigen Auffassung des Ausschusses entspreche. Daß das Budgetrecht des Reichstages gewahrt werden solle, habe er schon erklärt, und das ei auch selbstverständlich. Hieraus setzte der Budgetausschuß die vor einer Woche abgebrochene Aussprache über die Dernburgschen Mai-Verträge fort. Staatssekretär Dr. fron Lindeguist legt aktenmäßig dar, daß das Reichskolonialamt den Wünschen des Ms- chusses und des Reick>stages entsprochen habe. Ein volksparteiliches Aussch-ußmüglied wiede-hllt hieraus gleichfalls unter Bezugnahme auf die Akten seine Ausführungen von der vorigen Woche. Sie gehen darauf hinaus, daß dec Budgetausschuß im vorigen Jahre die Richtlinien des abzuschließcnden Vertrages estgelegt habe, in den Akten des Budgetausschusses protokolliert, und daß Dernburg lediglich auf Grund dieser Richtlinien gehandelt habe, was Dr. Dröscher im Plenum ausdrücklich anerkannt habe; allerdings habe dieser noch weitere Konzessionen verlangt, die aber Dernburg nicht annehmen zu können erklärt habe. Im Ausschuß habe sich niemand für einen Prozeß ausgesprochen, so daß nur ein Vertrag übrig blieb und Erzberger habe direkt anerkannt, daß der Reichstag nicht berufen sei, die Verantwortung ür einen solchen Vertrag zu übernehmen, da es sich lediglich um eine Verwaltungsangelegenheit handele, in der Dernburg souverän sei. Der fortschrittliche Redner ist der Meinung, daß Dernburg bamit vollkommen gerechtfertigt sei. Er sand aber lebhaften Widerspruch. Der Wortführer des Zentrums steht nach wie vor auf beut Standpunkt, daß die Verträge angefochten werden können und hat seine Gründe in einer Denkschrift niedergelegt. Die Frage sei, ob nicht ein besonderes Diamantengesetz geschaffen werden solle, wodurch die Diamanten generell in das Eigentum des Staates üb er geführt werden. Wohl erworbene Rechte, nicht bloße Ansprüche, müßten selbstverständlich gewahrt iverben. Die Vorrechte und Monopole müßten beseitigt nxrbäi. Der Vorsitzende des Ausschusses, Freiherr von Gam'p, bat, sich möglichst auf Vorschläge zu beschränken, bis man dieses Ziel erreichen könne. Ein Vertreter der Nation illiberalen sieht die Verträge als zu Recht bestehend an. Es sei im Interesse der Rechtssicherheit wickstig, daß solche Verträge nicht hinterher vom Budgetausschuß angetastet würden. Der Entwicklung der Kolonien wäre das nicht förderlich. Anderer Aufsafftmg ist der Wortführer der wirtschaftlichen Vereinigung; er meint, daß, wenn sich die Kolomalv-erwaltung unbedingt auf den 23oben der Rechtsgültigleit der Verträge stelle, alles Reden im Reichstage keinen Zweck habe. Der Staatssekretär wiederholt seine Erklärung, daß er die Verträge für rechtsgültig halte und das Kolonialamt nicht barmt denke, sie zu ändern. Von der Regierung wird hierzu weiter angeführt, daß die Rechte der Kolonialgesellschaft ohne Entschädigung nicht zurückgenommen werden können. Ewigkeitsrechte seien nicht weggegeben, iuie der Zentrumsreimer behauptet hatte. Die Rechte der Gesellschaft aus das ihr verliehene Gebiet verfallen nach Abbau der Diamanten. Der Gewinn der Kolonialgesellschaft werde viel zu hoch angenommen. An'ttäge zu dieser Angelegenheit sind nicht gestellt, die Aussprache schließt. Der Schiffahrtsabgaben-Ansschuß verständtgte sich heute über die durch den Anttag GotHein geforderte Begriffsbestimmung der natürlichen Wasserstraßen im Gegensatz zu den künstlichen. Danach sind unter künstlichen Wasserstraßen im Sinne des Entwurfs nur Kanäle im eigentlichen Sinne zu verstehen, nicht auch kanalisierte Flüfse uub andere natürliche Wasserstraßen, deren Verkehrsbrauchbarkeit durch Bauten derart gesteigert worden ist, daß sie überwiegend auf solchen Verbesserungen beruht. An die Stelle des Artikels 3 her Vorlage wurde folgende Bestimmung gesetzt: Zur Deckung der Kosten für die Herstellung und Unterhaltung solcher Anstalten, die vor der Verkündigung des Gesetzes auf anderen als auf den im § 1 des Art. 2 der Vorlage genannten Wasserstraßen ausgeführt sind, sowie für (frfabbauten bereits vorhandener Regulierungswerke dürfen Be- sahrungSabgaben nicht erhoben werden. Der Ausschuß gegen die Kurpfuscher setzte heute die Aussprache über die Tierkurpfuscherei fort. Zur Erörterung steht die Frage, ob diese überhaupt grundsätzlich durch das Gesetz geregelt werden soll. Bon fortschrittlicher Seite wurde die Einbeziehung der Tierkurpfuscherei für notwendig gehalten, um im Osten erfolgreich die Einschleppung und Verbreitung der Viehseuchen zu üerlyütbetn: denn durch ein Verbot der Tierkurpfuscku'rei werde man Den Tierärzten dort erst die Existenzmöglichkeit geben; die beamteten Tierärzte reichten nicht aus. Der Rainer richtete daher an die Regierung die dringende Aufforderung, die Praktisck>en Tierärzte bei der jetzt bevorstehenden Einführung des Neichsviehseuchengesetzes im weitesten Umfange zur tätigen Mithilfe heranzuziehen. Tie Maul- und Klauenseuche sei seines Wissens durch die Unterlassung rechtzeitiger Anzeige in Ostpreußen zuerst verbreitet worden, und der Sckmldige sei ein Kurpsusckwr gewesen. Auch von nationalliberaler Seite lvird unter Bezugnahme auf eigene Erfahrungen die Einbeziehung der Tiere bringend erMotzlsü. Vom Zentxum wird widersprochen. Von konservativer Seite wird die Tierbvhimh, lung durch Laien für unentbehrlich erklärt, aber dem zugestimmt daß bei ansteckeirden Viehkrankheiten Ausnahmen gemacht werden' Die Aussprache fant nicht zu Ende. Der Antrag, alle aw zeigepflichtigen Seuchen und Krankheften des § 10 des Reichs- viehscuchengesetzes den Kurpfuschern zu verbieten, hat Aussichi auf Annahme. Eine Erklärung der Sozialdemokraten über die Verabfchiedrrvy der Reichsverficherungsordnung. Der Reichsversicherungsausschuß trat heute zu- ämmen, um seinem Plane gemäß von den beiden ihr überwiesenen Gesetzentwürfen das Gesetz über die Aushebung der freier Hilfskassen zu beraten. Ein sozialdemokratisches Mitglied ba: aber, diese Vorlage den durch die Vollberatungen der Reichs- Versicherungsordnung überarbeiteten Mitgliedern des Ausschusses nicht schon jetzt zur Beratung zu stellen, sondern es bis zum Herbst zu vertagen. Die sozialdemokratische Fraktion beabsichtigte keine Verschleppung. Wenn nichts besonderes passiere, könne die zweite Lesung der Reichsversicherungsordnung noch,im Lause dieser Woche erledigt werden. Der Ausschuß beschloß, dem Wunsche insoweit Rechnung zu tragen, als zunächst das Ciiiführungsgesetz zur Reichsversicherungsordnung beraten werden soll. Diese Beratung beginnt morgen. Au» Stadt und Land. Gießen, 18. Mai 1911. iw11 * Ldtt ? r.imeildet' 0. • -Mer dieses iS-"' Me anr ’■> ;,f) vergebt tre p-r S -.Änmel einen Must sind üMstur MÜbung großes aß mit i M nm ** Eisenbahndirektion Mainz. Der Regie, runas- und Baurat Hartmann, Mitglied der Eisenbahndirektion in Mainz, ist behufs Wahrnehmung der Stelle des Oberbaurats zur Eisenbahndirektion in Brvnberg versetzt worden. ** Nationalliberaler Verein. Am Dienstag sanl im „Kaiserhof" eine Versammlung des Nationalliberalen 93er- ein§ statt. Herr Redakteur Henrich aus Wetzlar hielt einen sehr instruktiven Vortrag über „Deutsche Handelspolitik und die nationalliberale Partei". Noch dem ersten Teil des Vortrages setzte eine überaus lebhafte Aussprache ein, in der eine Reihe volkswirtschaftlicher Fragen erörtert wurden. Die Aussprache dauerte bis Mitternacht. In 14 Tagen wird Herr Henrich den zweiten Teil seines Vortrages halten. ** Die Bahn WetteroU-Rhein. Der Wege- bauausschuß des Kommunallandtags für den Regierungsbezirk Wiesbad en hat zu dem Schreiben des Magisttates in Idstein vom 25. Januar 1911 betreffend ein Gesuch um Erbauung einer Eisenbahn von Bad-Nauheim über Usingen nach Idstein und von hier weiter nach einer Station der Aarbahn, sogenannte Taunusquerbahn folgenden Antrag beschlossen, der heute (Donnerstag) im Kömmunablaudtag auf der Tagesordnung steht: Das von der Stadt Idstein und 37 weiteren Gemeinden an das Haus der Abgeordneten und ihm unterbreitete! Gesuch vom Januar 1911 um Erbauung der darin näher beschriebenen Taunusquerbahn zur Kenntnis zu nehmeir; diesem Gesuche insoweit zu entsprechen, als die Notwendigkeit anerkannt wird, die sehr entwickelungsfähigen und durch den Mangel einer Bahnverbindung zum Teil zurückgebliebenen Landstriche, die zwischen der Maiw Weserbahn (Bad-Nauheim) und der Nebenbahnverbindum Homburg v. d. H.—Usingen—Weilmünster—Weilburg uno demnächst auch Grävenwiesbach—Albshausen (Wetzlar), zwischen diesen Nebenbahnen und der ehemaligen Ludwigsbahn, der von Frcnrkfurt a. M. und Wiesbaden über Medern- Hausen nach Limbftrg führenden Vollbahn, zwischen ber Ludwigsbahn und der Bahnlinie Wiesbaden—LanaenfäMl> bach—Diez liegen, besser als bisher durch Bahnverbindungen aufzuschließen, indem nach Art der Cmtwickelung der Westerwald- und nördlich der Lahn im Bezirk Wiesbaden erbauten Bahnen auch von Osten nach Westen fuhrende Schienenwege gebäut werden, welche möglichst die genannten, in der Hauptrichtung von Süden nach 9torben verlaufenden Bahnen miteinander in Zusammenhang bringen. Demgemäß die Bitte an die Königl. Staatsregieruna zu richten, wiederholte eingehende Ermittelungen anzustellen, wie den schon seit vielen Jahren in den mannigfachsten Btttschriften vorgetragenen Eisenbahnwünschen aus dem Teile des Regierungsbezirks, der von dem Taunusrücken und der Lahn einerseits und von dem Rhein und der Provinz Oberhessen andererseits begrenzt wird, umfassend und wirksam abge- holsen iverderr tann, in der Richtung, daß, sofern eine Vollbahn wegen zu großer Geländeschwierigkeiten und unverhältnismäßig hoher Baukosten nicht angängig fein sollte — allmähl i ch und in einzelnen A b s ch n i t t e ri — die den dringlichsten lokalen Bedürfnissen entsprechenden nov- malspurigen Nebenbahnen als Meliorations- und Zv bringerböhnen für die Hauptbahnen in Angriff genonrme'. werden, ohne bei ihrem Bau die Möglichkeit auszm schließen, durch ihretr Zusammenhang eine neue Verbindunx zwischen der Wettermr und dein Rheine herzustellen. ** Billige Briefe nach Amerika. Folgende Schisü befördern Briefe nach tb.cn Bereinigten Staaten vm Amerika suimlPreis von 10 Pfg. für je 20 g: „George Washington' ab Bremen 20. Mai, „Kronprinz Wilhelm" ab Breiuci 23. Mai, „Amerika" ab Hamburg 25. Mai, „ftäiftc Wilhelm II." ab Bckcjmen 30. Mai, „Einemnat.i," cd Hamburg 1. Juni, „Prinz Friedrich Wilhelm" ab Bremer 3. Juni, „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 6. Jun, „Kaiserin Auguste Victoria" ab Hamburg 8. Juni, „Kronprinzessin Eecilie" ab Bremen 13. Juni, „Kronprinz Wilhelm" w Bremen 20. Juni, „George Washington" ab Brenren 24. Ium, „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 27. Juni, „Amerika" ab Himburg 29. Juni Alle diese Schiffe öMjej, „Eincinnat'i" stüÜ Schnelldampfer oder solche, die für eine bestimmte Zeit oor bent Abgang die schnellst» Beförderungsgelegenheit bieten. Es, enrpfiebt sich, die Briefe mit einem Leit vermerk wie „direkter Weq obei" „lieber Bremen ober Hamburg" zu versehen. Die Portoermäßigung erstreckt sich nur auf Briese, nicht auch auf Poit- fartcii, Drucksachen usw., und gilt nur für Briefe nach den Wr- cinigten Staaten von Amerika, nicht quch nach anderen .Gebieten Amerikas, z. B. (Sanaba. Landkreis Gießen. = Stangenrod, 18. Mai. Nächsten SamStag den 20. d. M. begehen unser Bürgermeister Joh. Bock und seine Ehefrau Margarete, geb. Dannn, in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit und Frische ihre goldene Hochze t. Der Bürgermeister ist 75 und seine Ehefrau 72 Jahre alt. Möge es dem Jubelpaare vergönnt fein, auch noch du diamantene Hochzeit zu feiern! K Lich, 17. Mai. Ein Einbruchs dievstahl hntrw? vergangene Nacht im Stiftspsarrhaus e, in der Wo»' nung von Stiftsdechant Kliugelhöffer verübt. Heute nwr- gen fand man Türen und Schränke geöffnet, nur iw .üassenschrank hatte Widerstand geleistet. Im Stumere zimmer ist eine größere Summe Geldes abhanden kommen, darunter die Kasse des Frauenvereins. Dre Po zei ist fleißig auf der Suche nach der Spur des oder Diebe. Der Kirchenplatz wurde abgesperrt, damit bte Lp» nicht verloren giuge, Heute mittag ist nun dji v®r k herrscht 'in Schnei ;j holen, i Ipigtn im T FjÜe Stron ijnb vor bi M sein U Alanenr 10. Ziehun; .. Zieht har ile Gew N Die Gewi "Lau Hrtefreri Hlienau M der Voi ti-. südl. Te nii ben Lai Mhmer । mittags f dem Vl :rX Na -Ä die k M Di | wachtet ' . schattige > Hla nach Ä Erstisä : Älegen, bi Me man Machst die kt Zug di nach Laute (Ohne ( , M 23 4! 1001 109 n ■131 IW 955 10 60 91 [, 618 5015 1 Ml 6M i 70’1 115 ! 9009 34 22 10’17 UO 416 74 * 13078 I «91 96 743 's «2 613 81« «73 8« 19022 71 i 20032 2 W 224 303 f 60l 55 922 j S 24012 14 44 «68 98 71! 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Kreis Lauterbach. 64-66 46-51 Der Scc-< 90-00 90 46-00 46 60—61 47 60 47—48 60—61 60 47 47-48 45 58 58-59 45-46 59 59—60 46 46—47 53 41 39—44 Meteorologische Beobachtungen der Station Eietzen. - H ~T -- -■ - j - ä| “ = ts A - E Mai Wetter c 1911 L ^Schste Temperatur am 16. = + 19,0 16. 74 M (Xachdnick x^rbctcnj "r tl 093 1 05104 29 222 401 CO Ml 87 4 7 33 39 82 (Oboe Gewähr.) ri? 78 747 »17 29 (1000] 100007 95 126 287 525 859 116181 452 89 31 C2j 70 119027 144 70 [500] 305 46 435 34 144034 230 8t •> 435 713 478 569 C6 8-V 822 15011 5 • 38 370 500 248 168127 91 219 463 69 550 860 963 89 684 790 876 169; 15 [1000] 4 5 309 458 512 22 81 941»'W« 6* u 95010 552 713.51 * 364 70—75 66-68 87-93 87—98 72 67 44—46 40-43 80—84 75-78 106-110 65 96-105 59 37 32 54 54 4 o 9 9 9 234 339 491 W1 10 29 699 758 «1 83 45 51 45 41 108 100 90 80 82 76 52 95 60 81 60 829 850 744 280 413 358 336 84 92 108 71! M3 M 804 145 507 963 88—85 90-95 Regen Bew. Himmel 118199 747 803 121226 122322 ff tt 721 38 *11 63 73 975 84 130(11« 63 81 60 171 72 3t2 652 [1000] 703 9 800 Sanatorium Lindenfels z« ischen Darmstadt-Heidelberg. 400 m hoch hcrrl. gelegen- (»8*/ es 5 a> 406 817 817 748 598 10. Ziehung 5. KL 224. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 17. Mal 1911, vormittag». JJar die Gewinne über «40 Mark Bind den betreuenden Nummern in Klammem belßefügi. Die Gewinne fallen auf die berclchnesen Lote beider Abteilungen. (Ohne Gewlhr.) (Nachdruck verboten.) 10 23 45 [1000] 65 170 944 (15 000) 328 419 79 708 lOf.7 1? 239 420 32 557 813 994 98 2078 154 M 300 91 4J7 7uO 055 3018 97 25* [500] 316 622 35 80 (5000) 719 »o 97 [lOTO] 838 4073 153 50 308 36 559 64 2 0 3 781 > 3 5"15 115 339 (10 000] 92 5’8 687 [3000] 758 8 1 832 f 1 60<7 10S 40 315 62 528 31 [1000] 36 616 849 961 7021 175 949 325 52 522 45 8011 58 614 69 [3000] 744 €26 75040 55 163 «Vf. 77S Pis 07 761*6 47 49 265 L——, — --- — 77! 7 74" &4 *•!'. 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Härsen 35—89 Mätzig genährte Rübe und Harfen . . 30—34 R ä l b e c. 14 82:2 550 671 717 1 49133 76 bo 99 [10001 751 264 79 435 [500] 565 636 706 34 58'3 933 140*08 707 939 1 41093 123 221 43 .1 369 453 591 649 747 808 24 915 14230« 494 53» 70« 21 1431b5 [1000] 205 31 [3000] 144c -7 540 145060 3.33 532 [500] C45 4* 51 SOd 9CÜ 50 73 14607« 138 7* «92 S?9 909 !4 1 4 7068 122 212 59* 709 " 96 065 148039 [8000] 123 230 541 915 149087 319 5! 6* M 935 64 108118 221 22 78 851 616 652 66 728 ( 9) 107km 285 87 360 [1000] 487 99 676 [500] b12 942 54 M 78 108058 74 107 32 213 319 (1000) 9-X'S 34 ::: 59 (500) 301 436 550 675 857 10*17 335 4’0 653 777 8«5 992 11"41 47 [50n] 173 • i) 41« 74 6*9 7*9 814 917 12013 540 719 8*4 70 [500] 13078 [1000] 91 165 435 37 44 612 638 908 14321 61 Ml 96 743 70 A‘« ' I 15243 442 «29 997 IS «4 340 73 452 018 47 854 905 CD 72 94 17073 194 286 833 ('« 673 S08 93 [3*00] »40 94 18021 263 300 621 19"?! 71 139 212 33 [3000] 404 629 4« »53 2O032 215 493 518 38 93 65S [600] 823 30 2100. tt 224 308 «10 [500 ] 93 817 925 22?61 69 94 642 801 63 922 23015 23 207 376 81 446 550 719 29 64 . , 2 4012 144 557 92 735 803 951 63 251"« 301 16 18 4« 688 SS 710 85 820 [500] SC 26019 HO 20 «8 74 319 41* 93 685 747 8'10 82 96G 0« 27735 (1000) 307 C 71 (30X1) 592 [8000) 6.1« 765 81 845 71 9'7 2811! 299 4 13 653 735 997 29465 64 523 3! »U 95 715 940 69 879 930 70 130163 27! 473 90 806 4* 9 3 1 3 1 225 50* 55 97 698 715 80 1 3 2037 $22 97 493 54» 77 95 718 [1000] 133113 *5 58 335 563 [1000] 655 875 939 134011 11» 60 255 601 870 9 4 934 1 35114 1» 310 59 65 454 94 u21 (3000] «5 927 1 3 6 074 155 210 346 401 30 9«, 571 [500] 87 «42 85 137158 282 315 [500] 6! 44t 764 971 138060 85 141 SV 339 «! 409 «00 k!4 70 139013 [1000] 61 C (6f en. 9?onreifrfn-l den b- treffenden Nummern in Klammern belpelügt. Die Gewinne fallen auf die 1 "zeichneten Lose beider Ableitungen. .''.-] 9*5 151114 867 412 '5000] 635 743 - -----— »49 153027 76 206 81 V Ermenrod, 16. Mai. Ein gain gewaltiger Der. kehr herrschte heute in den benachbarten Waldungen. Auf eilen Schneisen und Wegen zogen die Fuhrwerke, um^Holz -.i holen. Oft drängten sich die Wagen so dicht, daß Stockungen im Verkehr entstanden. Und woher aus einmal dieser starke Strom? Die Sperre wegen der Klauenseuche stand vor der Tür. Da wollte jeder FuhrwerkSbcsitzer noch s5,ncll sein LoSholz bergen. Morgen hört das Holzholen nit Klauenvieh auf, die Sperre ist verhängt worden. Starkenburg und Rheinhesse«. - Mainz. 17. Mai. Der Rhein-Mainische Ver- band für Volksbildung hält seine diesjährige Jahres- AlS Hauptverhandlungsgegenstand werden. Mit den Versammlungen sind die Besichtigungen der Mainzer Museen, sowie der Stadtbibliothek- verbunden. Bei schönem Wetter findet eine Rheinsahrt nach Eltville statt. Hessen-Nassau. [] Marburg, 17. Mai. Ter über 600 Mitglieder zählende Konsumverein für Marburg und Umgebung hat heute Konkurs ongemeldet. [] Wetter, 17. Mai. Wie in der heutigen Wander- Versammlung deS landwirtschaftlichen KreiSverems Marburg mitgeteilt wurde, schickt der Verein als Vertreter der sog. Marburger Tracht je sechs Mädchen und Burschen zum diesjährigen Trachtenfest in Kassel. ' Edicfe 19, Schweine 345. Tendenz Rinder, Kälber, Schale und Schweine mittelmäßig. Brei» Durch- enrnj -1 184 *5* [1000] 60 473 545 93 «79 719 892 PI! 81S 33 1<7 CT^ 130001 »3 433 «05 713 57 71 86» q25 3 41» 37 (500) 721 975 83 ^3 108 53 •"4 - LVOjJ SO t’l 7.0 73 >-9 L001 84310 98 1Ö « JM 6’1 $35 1, -1 •• 85 28 f4 113 |50C] 24 440 87 »43 . ci. ficro) 86 50 KO 463 fjg >Ll 87n1?2 2«S 373 4.4 S »7 553 77! 9f7 88«?* [506] 95 220 6« 87 451 ' 51! 612 ?77 [!W] 01 MO 906 89 K? 1'00] 455 515 18 W 90:11 3^0 634 615 91361 632 Ol :.6 8 > 92310 55 [10W] 124 $4 371 77 -3 7t: 931 (915) '» - - ! nit den Lauterbacher Kollegen vereinigt, . ■' ilnehmcr aus 71 Damen und Herren bestand. Um -ormittags führte die Bahn die Teilnehmer nach Eisenach, wo sic -on dem Vorsitzenden deS dortigen GastwirtevereinS empfangen 'irden Nach Einnahme des Mittagsmahles besichtigte man tu- -4d)ft die lxrrlicke Umgebung Tisenachs, wie Burschcnschaste iikmal, Trachenschlucht, Wartburg u. a. In Eisenach wurde i.-^maditct und am nächsten Morgen eine Fußwanderung durch schäm'o? Marien- und Annatal über Dohe Sonne, WilbelmStal .'uhla nach Bad Thala begonnen. Öier wurde eine längere Rast Ti-t Erfrischung gehalten. Mit Rücksicht auf die Vogelsberger College.!, die noch am sclbm Abend ihre Heimat erreichen wollten, nu6te man schon srüh-eitig die Rückreise antreten uitb benutzte zunächst die Nebenbahn von Thala biS Wutha. Von hier brachte ter Zug die Teilnehmer am 2. Tage um 7> 3 Uhr abends wieder nach Lauterbach zurück. KrciS Schotten. 8 Ulrichstein, 17. Mai. Wer zu Wagen, Rad ober Automobil die Ohmtalsttaße heraufkommt, dem fallt .ob bet allzureichlich mit «Steinen gedeckten Straße uuwtllkur- lid) der Ausruf ein, dem Ulrichstein seine Gründung verdanken fort: Acb, Ulrich, waS Steine! Die Ohmtal- irnfic hob sich seither vorteilhaft durch ihre zarte Oberdecke hervor. Die jetzige Beschotterung aber hatJie einem rauhen Feldwege gleich gemacht. Welch Unterschied zwischen einer reichlich beschotterten Straße und einerJokhen rät der Dampfwalze bearbeitetenWenn unsere Straßen erst mit der Dampfwalze hergerichtet werden, dann Derlei? toi nb en die Beschwerden, die eine reichliche, lose Bemhrung mit Ehaiisseesteinen stets bervormsem lycviiiQcre Ätast- und gute Saugkälber Geringere Saugkälber Schat«. Weidemastschake Schweine. Boll fleischige Schweine bi8 zu 2 Zentner ^ebendgewichl L-ollsleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht . Vollsleijchige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht fleischige Schweine unter 80 kg Lebend- 39—44 50—56 41 53 Rinder, Kälber, Schale und Schweine geringer ' trat U. br T I b «L iS te , tilch.z,- »«5,'J e ilDeit?;, gen, als [5001 CJ 88 t 152 45 456 57» VI 634 855 --- t.r, 55 653 7. -■> 154150 277 VA 47» 541 676 797 155 .4 .30 Hl 77 »9 W 038 75 1>61'»8 295 Vit 423 2 < [1000] 649 [500] 157311 416 566 650 64 79 847 158 0 19» [500] 72 701 [30001 tt 75 L3 159> • 257 65 400 31 562 «71 7« 975 160] »74 161011 125 «6 6» 87 91 '.1-3 :/• 8» 162 - 41 155 616 toi 163V7 . 4. UA 70 70 7*1 4- V 16407» 87 122 »18 SW M 640 66 7-3 r-4 * 99» 165011 165 «7 226 51 »20 61» . 743 95 818 52 336 < 166051 806 501 85 813 1G7 t :: bi 417 25 ' o] 515 €35 48 tlilS 81 16S323 4'.0 2! 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Alittlere Mast- und beste Saugkälber . 58—61 52—56 --- °l« dttbpK <' i'ii 110(1 5!f> 027 707 S4C 111063 240 461 632 36 »6! 112 >10- ' ! 370 800 113137 43 74 248 »19 28 60 459 551 €12 (il «• 7.’ 114273 [500] 309 444 9! 66» 68 69J ' 3 1! 115023 140 75 91 355 57 60 [3000] ® 93 4 1 । _• 91 717 8G7 ( 5001 980 11602 9 210 60 56 [ 500] ' - 37S 82 450 73 594 608 25 78 751 117038 159 !77 4*0 650 :» r« cs 708 [1000] 44 49 ( 8000 ) 58 83 [5000] H 0 4 81 118'01 81 130 [10001 266 »85 438 65 550 755 66 [lOOO] »70 119125 41 71 275 [8000] »22 42 661 7» «1t «3 7?S 005 ti l , 120108 4 4 94 270 88 824 452 80 706 [600] 72 121 ] 272 390 97 4C3 618 21 805 78 081 122101 [500i S9 390 442 516 678 725 821 907 1 2 3014 178 ( 500) 2 , .7 40- C39 85 717 950 124C29 247 33» 80 40» [600] ru Lauterbach, 17. Mai. Ter Vogelsberger Dasl- virteverein unternahm am 15. und 16. Mai einen Fu- n iliena usflug nach dem Thüringer Wald Mit dem ersten >,ug der Vogelsberababn hatte sich eine Anzahl Teilnehmer aus km slidl. Teil der .Greises in Lauterlxich einaefundcn und sich hier nit den Lauterbacher Kollegen vereinigt, so daß die Zahl der ' itnfhmcr aus 71 Damen und Herren bestand. Um 7.56 Uhr msrtfL fc. Frankfurt «.». kchweinemarktberlcht vom 17. Mai Autgetricbe:' waren 13ß« Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 45.00—47.00 Mk., Schlachtgewicht 5g.00-eo.OOT»., volllleilchige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 44^0-47.00 Mk., Schlachtgewicht 57-00.00 TU.: volllleischige Schweine von 100—kg Lebendgewicht 45.00—47.00. Mk^ Schlachtgewicht 56.00-59 Tlf.: volllleischige Schweine von 120 bis 150 kc Lebendgewicht 45.01—4700 Mk., Schlachtgewicht 56 00—59 TU.: sieuschweine über 150 kg Lebenbgeivicht 00.00 bil 00.00 Mk., Schlachtgewicht -0.00—00 Mk. Sauen 00—00 Mk. beschält mittelmäßig, bleibt Ueberstand. Limbnrg a. b. Lahn, 17. Mai. Nrucktmarkt.^ Durch» schnittsvreiS oro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,00 TU, wcis-er Weiten (angebaute Jrenidlorte) 16,50 Mk., Korn 18,00 Mk., Gerste: , nttergerne 10,00 TIL, Vrangerkie 00,00 TU.. Haier TU. 9,00, v rbsen 0,00 Tlfw Kartoffeln 8,50—9,00 Mk. F.C- Wiesbaden. V lebb o'-Mark tberk »t vom 17.Mai. Austrieb: Rinder t 0 (Achsen 12, Kühe 48, Bullen 00), Kälber 185 I*' „■ $ > ■ 4S9 »4 514 61 067 150114 80 ?-» »63 151067 r»0 355 [!«») e-5 843 »’ 152103 27 93 !21 323 413 K> --6 C08 20 33 .^00) 75 153108 294 383 638 7» [500] 892 154111 Ml 54 [1000] «’C 789 924 1 55 172 78 84 JO 807 1 5 6307 50 547 [10001 63« 157M9 101 26 29 53 •71 621 723 76 [üOC] 803 985 1 5 8 493 586 747 71 907 159007 16 174 [500] 475 645 977 93 w_ 160015 33 65 110 564 082 785 63 663 ^61 s »7 506 75 800 977 1 62:68 »76 91 54’ 83« SO (1000) 67 fll (500) 402 7 19 47 534 759 M» 9!6 (MJ1 164472 75 683 776 8-9 1 65178 257 81 [MW1 »- »} 16 6 018 86 167 221 74 488 540 k0 9*1 16T -6 (1000] — - 4Z) €Z5 •» rH -o T 114 52 274 555 92 »06 14 45 S1 180134 710 Vi 87 34 3C7 43« 577 [8000] 83 642 W 842 181041 5-3 [1000] 449 540 606 13 62 [1000] 822 -,1 !»2* 44 182n?3 "• 205 423 501 27 [500] 604 22 183 9 2 r.A 51 71 93 060 880 ''1Q M 184 8 353 “MX»] 60 461 [lOOO] 56? C51 96 721 56 828 35Hl 371 413 91 [3000] (II Cf.J 70 ( 560) ..2 923 [100C] 3« 361 1 273 353 (500) 46S 514 20 7r 1 S82 97 S70^®-1*- 29t 337 47 59 SS 542 650 712 38124 59 405 811 39104 73 277 3«5 476 512 44 663 5 40TJ "14 79 693 662 953 41010 [3'XX'l 1^- «i TH (500) »46 80 420::, 43 M 254 srj 77 5SS «53 723 S53 988 441>6 .<3 S<0 PI 5«1 727 816 057 06 45004 374 SO 86 6«0 97 9U r. 46387 414 2’ 3'1 59 511 =0 33 <520 8. 8« »43 47215 3 5 403 C15 59 752 roo] 839 68 K3 48364 4.1 Ei »22 49118 235 51 [5009] 338 63u [1000] »5 805 25 50?-'1 129 57. 394 545 500] 7! 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(562] <01 ilCOo) 842 959 8 8221 331 493 [3(Xn)j 532 65 682 835 18 73 [500] 925 [3000 ] 89 317 66 85 90 452 572 644 713 855 v »14 93 901H »42 474 524 626 [500] 7 9 79S 804 4, 929 9 1042 242 94 462 592 97 6 96 716 48 835 39 51 92060 104 5Q 83 3X8 27 43 J2 67. 4i'5 529 703 633 9aO§3 1« 20 98* , 120 210 318 28 463 750 829 59 s:t 39 (lOOO] »00 8 SS 453 [500] 7» 624 26 68 752 6! 904 3? 424 57 4 634 53 749 51 79 609 65 1 23 057 1 55 I<"9 66 7« 402 92 581 "3* [500] 74! 600 950 124146 257 44’ .** 510 11 41 644 805 926 43 1 25080 [500] 127 62 251 [5001 83 309 441 (540) 89 616 82 87 »34 »1 126227 8» 86 [500) »45 416 (500) »3 507 90 775 802 1« 967 1 2 7321 [MOO] 400 4 50 128123 273 39* 42! [8000] »1 515 k-I'. 74 129038 51 82 »7 [3000] 405 SO 594 [500] 709 54 78 zu dem Stfa.j ianuar 1911S Eisenbahn tri und von kn nannte tei- heute sordnung stri:. ’ren Gemeinte m )cr darin nde nis zu nchrr; als die No:* IT enttvi(fdnr.> Verbindung (r fdjtn ber uj? fcjnDffbi nöiL- -Scilbutft 8. i Äer W ix, zwisii'- —Langen ihnverbinl« 'tung der &• | k Mesbadae Sesten p^' jstdiegenw" den verlang, bringen. % eruna zu ri- .ustellen, rot? > sten Süti^nr- NI leite»«' en und der t- -ovinz Lber^ id wirksam c* sofern eine v. eilen und M- igigsern fotltt huttten- tspreäienden ations- und iitgnfj 9etnc sichrelt' neue Serbin herzusttlle»' / Folgende it Staaten jeK, N Mn. < ' LinrMaN Wm" ab b Äremen 8. : mptinj SV-; Bremen,^ SreiS Büdingen. P A. Büdingen, 17. Mai. Som 1. bis 3. Juli s-ndet hier bad Gau turnfest des kkinziggaues statt; rät diesem Feste verbindet der hiesige Turnverein sein - »jähriges Jubiläum Eifrig sind die Festauö- shüsse an der Arbeit, um ein Gelingen des Festes zu ermdg- i chen. Der Voranschlag ist fertiggestellt und die Arbeiten ■ nh vergeben. Es soll eine geräumige, roetterfrftc balle . rbaut werden, die für 300C> Personen Sitzplätze bietet, - ich für genügende Beleuchtung des Festplatzeö, die vorn r verbauten städtischen GaSwerk auS erfolgt, ist gesorgt. Tie Anmeldungen zum Turnen laufen so zahlreich ein, daß cif einen Besuch von 2000 Turnern gerechnet werden iguß 7ie Musikkapelle des bayrischen Jägerbataillons in Usch assen bürg ist für drei Tage gewonnen, am Vorabend des 7-ostes findet ein Kvnzert statt, am eigentlichen Festtage ist Pceisturnen und Schauturnen, für Montag sind Schuler- Turnübungcn und Volksspiele vorgesehen, den Beschluß wird ein großes Feuertoerk machen. Die Bevölkerung sieht dem 7rtftc mit regem Interesse entgegen und wird alles äufneten, um den Festgästen angenehme Tage zu bereiten. Kreis Alsfeld. AreiS Friedberg. x Dad-Naubeim, 16. Mai Ein besuch der städtischen Beamten um Gewährung eines Dod- nungsgeldzuschusses wurde von den Stadtverordneten in ihrer heutigen Sitzung abqelehnt Eine der Ber- ammlung vorgelegte Polizeiordnung, die die Auto- mobil-Tarameter-Droschken betrifft, und nach dem Beispiel einer größeren Badcstadt auggearbeitet worden ist, findet Genehmigung. Gegen eine Verlegung der Gruv venwasserleimng seitens der Vadedircktton in der Nahe des Güterbahnhofs wurde nicktS eingewendet. Gegen die Beeinträchtigung deS LtraßenbildeS durch Anbringung zu vieler Fimicnschilder und Schaukasten wurde von verschie- >enen Stadtverordneten Beschwerde geführt. 9liebvinfte , LIiedci 'I i.i m o« ryw] ;C6 402 66 539 47 88 690 706 70 <5 75 15’ «3 2 '2 7fi 4.'5 75 6 4 (7 9« 7 0 72’'3 255 42« [503] 7fi 7,71 73>tt 35 *78 817 ?15 »12 «0 7414, 271 37 2 O J« »« M l'««l 14C 15 122 280 332 524 665 (500] 774 1 47100 •_J : j 54 213 16 389 561 64 [500] 714 88 87 845 70 »7 --- - — — — -• 676 2 2ßEl a-e e C » r“- Fouiaril - Seide . -- ?r. .b — Schon verzollt! — Verlangen Sie Mob ter l — G. Henneberg, Zürich. 1_______i —----— I»r. 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Sabdat'eicr am 20. M ai 1911: streitag abend 7.55 Uhr. EamStaq voriniltoa 8.00 lUir. Samstaa nachmittaa 4.00 Uhr. Sabbat^luSganq 0.10 Uhr. WochenaotteSbienkt: Morgens fl.CO Uhr, nt-cnbk- 0.10 Uhr. Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: Ä u g u st Goetz. " minwrft: yaöeonftslt. Wassern' ü r m c b c r L nhit 1 '> 0 B. 17. 1 L" 742,0 18,2 13,1 84 17. 9“ ' 742.5 14,4 10,8 SO 18 7“ 1 742,6 ! 1 14,8 10,6 85 Verschiedene | Dndwigst rasse 37 eine sch. 5-Zimmcrwobnung, vrt., m. sep. 6tem Zimmer im 3. Stock, u. allem Zubehör sofort äu verni. 2155) Abermaun L Kling. Schöne 4- ob. 5 Zimmer Wobn. mit allem Zubehör v- sofort evtl, auch später zu vermieten. 13269 _____________Steinstrane 19. W.if Z-l-Ziinmrmhnmlg im Nebenhaus zu vermieten. 3R4______Lftber^traüKe 5 I. r-und z-zimn-WohMiiljkil zu öeinücten. 2940 Näheres Ebelstraße 39 v. Ein Logis zu vermieten. Riegelvfad 21. 31W_____________H. Däuser. HnkB 5 Wohnung zu vermieten. Näh. zu erfr. 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In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Metzgers und Wirts Heinrich Schwarz zu Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen — und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögens- Itücke — der Schlußtermin auf Montag den 12. Juni 1911, nachmittags 31 /, .Uhr, vor dem Großherzoglichen Anltsgcrichtc Hierselbst, Zimmer Nr. 18, bc- Versteigerung Dienstag den 23. Mai 1. nacbm. 3 Ubr sollen im ftÖbt Psandlokale Seltersweg 11 dabir die wegen rückst. Gemeinde steuern VV. gepfändeten @cw stände: Ätöbel aller Art, Schränke. Sofas, Kommoden, Schreibtink! 2 Kassenschränke, 2 Klavicrc. 1 Musikautomat, 1 vernickelt Brvlgestell, 1 Badewanne u. u. A. versteigert werden. 13293 Gemmecke r , Pfandmeiiltt. Maurer, Taglöhner llttb Handlanger können sofort eintreten. [3283 Hch. Deibel, Lollar. 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