unterziehen unfe s- und Wiüschasü-^ le und damit t? c für ein bring«» c Ueberzeugunz zu eren seine flriift fi kwerbcstandeö 2 ?nbe Notwendigkee r Ich->rse Konkium lclung des Lut lernnhme dec Kreil Anschüße zu d- ^N. von dn frJ An seit tyj Kultige ibütnSI ,er olö ein ff E8ol>1« i«n>»» ,unb®et(taiJ ch aktiv. " von diesen ^'genschast Dirin chollnng von jjturt, 'o'lcidenden W "hl sichtete L ■ftvctunß unittii «eaitbwjrtj^ narktvelhätsniße -A ol'chcn verhältiu- ßene Herabsetzu-, nergische Ükitrelin rrdecung änitriter I staatlichen Bau- ung unb regel' nd erstehenden Rich-y die Slufioxtow izert Eintrittfrei wM 61® i« ier des lotter t ' in M !aütlDOK L__4 heiter GW bcn?VÄ • abends o 3$2lb?ntiL^ «< Kl a bett29A', IW , ,i' von t «Hk ; eitl Jn/iM i 161. Zahrgang Zweites Blatt Nr. 252 Lfichrinl tSgllch mit Ausnahme des Sonntags. Sie „Gtetzenee Samillenblätter** werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegt, da» „Kreisblati fir bea Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Tie „randwlrftchaftllchev Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Donnerstag, 26. Gttober 19(1 RolattonSdrurk und vertag der vrühkfchen Untoerfitäte - vnch- und SteinbrudeceL 9t Lange, Gießen. Rebaftten, Expeditton unb Druckerei: Scbul- ftrafee 7. Expedition unb Verlag: es6S 5L Redaktionr^KllL. Tet-Adr^ AnzeigerGleben. Line GesellschaMritik des Kdtors der Darmstadter Hochschule. 2er neue Rektor der Darmstädter technischen Hochschule, Wickop, ordentlicher Professor der Baukunst, hat in seiner Rektoratsrede eine außerordentlich interessante und bedeutungsvolle Jtritif unseres heutigen Kulturlebens geübt, die wahrscheinlich großes Aussehen erregen wird. Er bemängelt in erster Linie den Tiefstand unserer künstlerischen Kultur, und er scheint uns besonders darin das Richtige zu treffen, daß er feststellt, es habe noch nie eine gcselftchaitliche Lber- schicht so ohne Kulturbedeutung gegeben wie die deutsche der Gegenwart. Prof. Wickop streiite un Zusammenhang damit aua) unser politisches Leben und stellte die Forderung nach Vereinheitlichung und Verinnerlichung unserer Kultur auf. Wir geben die Ausführungen nachsteheltd im Auszug wieder 2 Tie 75 Lebensjahre unserer Hochschule umfassen eine der denkwürdigsten und gcrvaltipuen Epockjcn der Memchheitsgeschichtc. Gerade bet unö in Deutschland l-at sich der allgemeine Aui- schwung nach außen und nach innen am machtvoliften entfaltet: Deutsche Wissenschaft hat den Erdkreis befruchtet, in aüe Lander bringt deutsche Arbeit vor, das Nationalvermögen hat sich seit dreißig Jahren verdoppelt, unsere Wasfenrüstung ist die glan- zendue der Welt: und doch hat'gerade in letzter Zeit das Schicksal vernehmlich an die Pforte gestopft, und wir haben es nicht hindern dürfen, daß man unferm Volke den Weg ins Freie vertrat. Ernster als seit langem steigt die Frage vor uns auf, ob wir wohl unfein Platz in der Welt behaupten werden. Und allenthalben bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß die Ausbildung ^inlerer Kräfte im letzten halben Jahrhundert eine sehr ungleichmäßige gewesen ist, daß einerseits eine Fülle von Begabung und Tatkraft durch schwerfällige staatliche und gesellschaftliche Institutionen in ihrer freien Entfaltung gehemmt wird, andererseits mit den glanzenden wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritten die Entwicklung unserer Kultur nicht Schritt gehalten hat. Gewiß, wir haben die wenigsten Analphabeten, und unser Schulunterricht ist der gründlichste der Welt: aber er hat es nicht vermocht, in den breiten Massen die wichtigsten ethischen Begriffe lebendig zu mach.n und unserer Lderschicht eine tiefere, innerliche Kultur zu erschließen. Die langjährige Ucberscksätzung des Wissens rächte sich überall: es fehlte das innere Gegengewicht gegen die plötzliche Steigerung materiellen Wohllebens. Intelligenz, Unternehmungslufi uno unermüdliche Arbeit auf der einen Seite, aber Stumpfheit und Gleick)- gülnnteit gegen alles, was sich nicht mit bem Verstand greisen und für das praktische Leben ausmünzen läßt; ein ausgeprägter Hang zum Vergnügen und Luxus, und daneben eine erschreckende V e r st ä n d i s l 0 s i g k e i t für wahre Kunst. Nirgendwo wird so ernsthaft unb mit so hingebender Pflichttreue gearbeitet: aber alle Kräfte scheinen auseinander zu streben: Einer versteht den andern nicht mehr. Die Einen jagen, durch Halbbildung verblendet, sozialen und ethischen Phailtomen nach, die Andern klammern sich ängstlich an leergeworbene Formen überwundener Zeiten. Wir sind das Volk der schärfsten Gegensätze geworben und unsere Kultur scheint jede Einheit verloren zu haben. Unb bas schwächt nns, nach innen und nach außen! Eivis Germanus sum — so tönte vor Jahren unseres Kaisers stolzes Wort, und wohl hallt es freudig wieder in aller Herzen: aber noch immer bieten wir dem Ausland das Schauspiel kleinlichster Zersplitterung und engherzigen*Partei- Eigennutzes, der das Gefühl der Solidarität erftickt ober nur tn Zeiten ber Not ausslammen läßt. Ein solcher Weckruf ist ja auch in unseren Tagen erschallt: und sicher nicht zu unserem Schaden! Denn wieder wird es osscnbar, daß unser Volk in ernsten Zetten sich auf sich selbst besinnt. Und wenn auch über die Wege, die es einer großen Zukunft entgegenführen feilen, die Meinungen noch weit auseinandergehen: ein Ziel leuchtet federn vor: „Alle Kräfte an die rechte Stelle!" Unb immer allgemeiner wird sich die Erkenntnis Bahn brechen, daß der einzige Weg zu diesenr Ziele heißt: „Vereinheitlichung und Verinnerlichung unserer Kultur." Meine Herren! Unseren Technischen Hochschulen kann man gewiß nicht vorwerfen, daß sie ein stagnierendes Dasein führen. Sie stehen mitten im Strom des Lebens und sind ständig bemüht, fich feinem Wellenschläge anzuyassen. Es fehlt uns nie an Reformvorschlägen, unb wir sind schon gewohnt, diese manchmal recht stürmischen und über das Ziel hinausgehenden Forberungeii mit Vorsicht und Ruhe aufzunehmen. Es ist ja leicht, Reformen vrozuschlagen, aber sehr schwer, in dein vielverzweiglen Gewebe unseres Unterrichtssystems neue Fäden einzuziehen und zu verknüpfen. Aber auch wir müssen zugeben, daß wir in ber vergangenen Zeit, wo bie technischen Probleme sich überstürzten, und ihre Lösung für anbere Aufgaben gar keinen Raum ließ, etwas zu sehr auf den W e g einseitiger Fachausbildung geraten sind. Es ist charakieristisch, daß gerade von den Männern dec Praxis, unseren eigenen Schülern, hierin Ölen- berungen unseres Lehrplans gefordert werden. Vor allen finb cs bie beiden großen Verbände der Technik, ber Verein deutscher Ingenieure unb ber Vcrbanb deutscher Architekten- und Jn- gcmeurDcrcinc, bie neuerdings mit ganz bestimmten Forderungen an bie Lefienilichkeit getreten sind. Diese Forderungen fußen auf folgenden beiden Leitsätzen: „Tie Technik als solche zu schassen und zu entwickeln, ist die Arbeit der Architekten und Ingenieure des 11). Jahrhunderts gewesen." „Tie Technik auch als Kultursaktor, d. h. in ihren sozialen und geistigen Beziehungen unb Wirkungen zu beobachten und zu regeln, ist die Aufgabe, die für bie Architekten unb Ingenieure bes 20. Jahrhunderts hinzutreten muß." Ter Redner erörtert sodann die Wünsche eiilgch.ndcr und bespricht weiter die Grundbedingungen jener Forderungeii, die Reform des Hochschulunterrichts unb ber bas Studium vorbereitenden Lehranstalten, Gymnasien und Realgymliasien. Für die Gymnasien fordert er hierbei unbedingt eine bcfiere Pflege des Zeichenunterrichts. Er fährt fort: kein Gebildeter verschließt sich heule mehr vor der traurigen Tatsache, daß unsere Jünftlerifdjc Kultur tiefer steht, als wohl je in einer Epoche ber Menschheitsgeschichte. Unb vor allem müssen wir bies, soviel sich in den letzten Jahrzehnten ber Einkehr auch schon gebessert hat, von den gebildeten Kreisen Deutschlands sagen. Noch immer will man nicht zugeben, baß bas Zeichen ein Bildungsmittel criten Ranges ist, bem Slnbium einer fremden Sprache mindestens ebenbürtig. Unb doch hat das Zeichnen für das praktische Leben den Wert einer Weltsprache, durch die sich jeder überall verständlich machen kann. Und nichts stärkr so sehr den Wirklichtettssinn, in wohltuendem Gegengewicht zur einseitigen Pflege des abftralten Denkens, und sichert bie Verbindung des Gelftes mit der Erscheinungswelt, bie in unserem papiernen Zeitalter so oft zum Schaben für die Einzelnen unb für bie Gesamcheit verloren geht. Es ist twch nicht lange her, ba wollte man vielfach ber Technischen Hochschule überhaupt bie Fähigkeit absprechen, Architektur in diesem neuen Sinne zu lehren. Man rief nach ber Akademie und ber Kunstgewerbeschule. Es war bie Zeit, ba man, ber historischen Stilnachahmung müde, in das entgegengesetzte Extrem verfallen war und das Heil in einem schrankenlosen Individualismus suchte. Diese Richtung hatte einen sehr fruchtbaren Kern: sie brachte bie Befreiung von ber Stilwissenschaft, bie im breiten Bereich des Kunstgewerbes unb der Architektur gerabezu an bie Stelle künstlerischen Schassens getreten war unb eine Platte Nachahmung verlebter Formen erzeugt hatte, bie felbftänbige Mnstlernaturen aber burch ihren starren Kobex hemmte und ein» zwängte. Aber die Neuen verftelen zunächst demselben Fluch wie ihre Vorgänger: sie brachten statt des alten Formalismus nur einen neuen. Unb dieser hatte nicht einmal den Vorzug, daß er wenigstens auf einem organischen, wenn auch zeitfremden Kulturboden, erwachsen war, sondern er entsprang homunkulusartig der willkürlichen Tätigkeit einzelner geistvoller Köpfe. Ihre gedankenlosen Nachbeter aber machten alsbald ein Zerrbild daraus: Ten Jugendstil, ein richtiges Volapük der Kunst. Gewiß, man hatte auch damals schon rechte Grundsätze: Ausprägung des Zwecks, des Materials, der Konstruktion. Aber das waren zunächst blotze g 1 — 1 ■ Schlagworte, und gerade die, welche sie am meisten im Munde führten —, ich erinnere z. B. an van be Velde —, verfielen unbewußt am meisten der avstrakten Linie, der willkürlichen Form. Erst naa> unb nach klärten sich bie Geiner. Die Bedeutenderen — vor allem der unserer Kunst gerade im Beginn seiner reifsten Tätgikeit entrissene C l b r i d> — fanben den Weg zurück zu hoben» ständigem Schaffen, unb feit etwa fünf Jahren, — man kann als Wendepunkt die Dresdener Ausstellung von 1906 bezeichnen —, kann man in der Tat von einer allgemein verfolgten, organisatorischen Fortentwicklung der Kunst sprechen. Am klarsten spricht sich der Eharakter der neuen Richtung aus in den kreislichen Worten von Hermann M u t h e s t n s auf dxr denkwürdigen Tagung des Deutschen Werkvundes in Viünchen 1908: „Wir werden nicht mehr von Richtungen sprechen, nicht mehr von nwbernen unb nicht mehr von historischen Richtungen, sondern wir werden allein feststellen, ob eine Arbeit Gehalt hat, ober ob sie ein Werk ber Routine, bcö Zusammentragens ans anderen Leistungen ist." Meine Herren, bas ist cm befreiendes Wort für alle, bie es mit der Kunst ernst nehmen! Und damit wissen wir auf der Hochschule uns feit langem einig! Unb bies Wort enthält auch ein Programm — keine Rezepte, beim bie gibt es für bie Kunst nicht —, aber eine Richtschnur für bas Labyrinth ber unübersehbar verzweigten Entwickelung, in welcher wir stehen. Einzelne Merksteine tauchen auf diesem Wege vor dem Suchenden auf: sie sind nicht neu gesetzt, aber in ihrer Bedeutung für bie heutige Zeit erst jetzt richtig erkannt. Werfen wir ztmächst einen Blick auf bas vielumstrittene Gebiet des sog. Kunst- gewerbes. Die Neuheit b.r Ausgabe betrifft hier zu allermeist das Werkzeug. Es ist der große Kamps zwischen Handarbeit unb Maschine, Gewerbe unb Jnbustrie, der auch für die. Kunst neue Probleme aufgebracht hat. Zuerst hat sich die Kunst gegen den fremden Eindringling, die Maschine, gesträubt. Man sah aber endlich ein, bas; ber Kampf gegen die Kunstinbustrie erfolglos bleiben müsse, und daß eine neue Knnst niemals mehr gegen bie Maschine, sondern nur mit der Maschine erkämpft werden könne. Es galt nun, neue künstlerische Gruirdsätze für die Maschinenarbeit zu finden. Klar war vor allem eins, daß man nämlich zunächst gründlich mit aller Schnndarbeit und allem unwahren Prunk aufräumen müsse. Kunstfreunde und Künstler aller Richtungen, Handwerler und Industrielle schlossen sich zu diesem Zweck zu einer großen Vereinigung zusammen, dem Teutsckjcn Werkonnd „zur Veredelung der geivctblid;en Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk". Als erster Grundsatz aber für die künstlerische Veredelung des Maschinenproduktes wurde fcftgeftellt, baß jede äußerliche Nachahmung der Handarbeit zu vermeiden sei, und daß an Stelle der willkürlichen Schrnucksorm bie sachliche Wertform treten müsse, luie sie remitiert ans der Arbeitsweise ber Maschine, beit Eigenschaften des Materials, der sachgemäßen Anpassung an den Zweck unb der künstlerischen Ausprägung ber im Gegenstand beim Gebrauch wirkenden inneren Funktionen — wie z. B. der statistischen Kräfte. Mit eindringlichen Worten an die Studierenden, nach Kräften mitzuarbeiten an den hohen Aufgaben der Kultur, schloß der Redner. Die Schlacht bei Tripolis. Die amtliche Agcnzia Stcsani gibt jetzt eine eingehende Schilderung ber letzten Kämpfe um Tripolis heraus, aus ber hervorgeht, baß bie Sage der Italiener burchaus nicht so leicht zu nehmen ist, tote anfänglich immer behauptet worben war. Dabei wirb auch biese Darstellung wieder an Einseitigkeit kranken. Tripolis, 25. Oft (Agenzia Stesani.) Da an dem gestrigen Zusammenstoß auch aufrührerische'Araber teilnahmen, die sich in einer Lase im Rücken der von den Italienern eingenommenen Linie befanden, ließ General' Eaneva die Entwaffnung der Bewohner der Stadt und der Lase streng durchführen. Man entdeckte viele allenthalben versteckte Waffen und mit Vorräten gefüllte Hütten. Die Waffen wurden befchlagitahmt und bie Hütten in Brand Die Methode Jaques -Dalcroze. Jaqucs-Talcroze, der bekannte Schweizer Komponist der entzückenden Tanz- unb Spiellieder für Kinder, ist vor Jahresfrist von der Stadt Dresden zur Uebersiedclung nach Deutschland gewonnen worden. Dort in der Gartenstadt Hellerau hat man ihm nach Planen von Tcssenolv ein, allen hygienischen Anforderungen entsprechendes, Institut errichtet. Tas Haus ist lediglich für seine Unt erricht s- zwccke bestimmt unb mit Bühne, einem Zuschauerraum, 700 Personen fassend, Musik-, Unterrichts- und Turnsälen, auch Schwimm- unb Baderäumcn ausgestattet. Ein großer Freilichtspielplatz und ein Garten geben Gelegenheit zur Bewegung in frischer Lust. Die Grundlage der Methode bildet die Rhythmische Gymnastik. „Rhythmische Gymnasttk," sagt Jaques-Dalcroze, „ist Sache persönlicher Erfahrung: sie aus Büchern lernen zu wollen, ist vergeblich. Es handelt sich auch hier keineswegs um eine jener häufigen Tanzreformen, sondern die rhythmische Gymnastik greift tiefer und sielt höher. Sic bildet nicht Tänzer aus, sondern sie erzieht Muiiker, Pädagogen, überhaupt Menschen mit geregeltem Körpercnlpfinben und mit klaren Impulsen. Sie hat nicht nur für die Ausbildung von Berufsmusikern einen unbestrittenen, ja fast unersetzlichen Wert, sondern — was fast noch wichtiger erscheint — ganz besondere Bedeutung für bie Ausbildung von Musikliebhabern, denn sie entwickelt bei Musikausübenden in gleicher Weise wie Atusikgenießenden durch rhythmische unb tonale Erziehung bie Fähigkeit, Ätttsik zu hören, zu verstehen, und dadurch recht zu genießen. Die Methode fußt aus dem Grundsatz, daß der Ntusikunterricht zuerst die musikaliichen Fähigkeiten (das musikalische Hören und Empfinden) entwickeln soll, bevor er sich im Jnsttumentalunterricht spezialisiert." Für Jaques-Dalcroze ist der Rhythmus ein Erziehungsmittel für das Leben und für die Kunst. Dieses Erziehungsmittel hat sich bewährt im Leben der Völker. Arbeitslieder sind die ersten Kunstwerke, Tanzlieder ihre höhere Umformung. Der menschliche Geist hat ein Bedürfnis nach Unterordnung unter rhythmische Gesetzmäßigkeit. Das Krnd liebt den rhythmischen Zwang. Spiele, die den Körper rhythmisch bewegen, scheinen ihm bie schönsten. Hier knüpft Jaques-Tolcroze an. Er nützt diesen Instinkt aus und gibt der Neigung des Kindes, sich rhythmisch zu bewegen, reiche Nahrung unb entwickelt in immer tomplijieneren Ausgaben die Fähigkeit des feinsten Einfühlens in künstlerische Formen und besetze. Wahrhaft genial verfährt die Methode in der Verbindung von Musik unb Gymnasttk unb eben diese Verbindung ist es auch, dte dieser Methode gegenüber der üblichen Gymnastik oder jedem anderen System hygienischer Körperübung ein selbstverstäiidliches ftebergewicht verleiht. Sie verwertet das allen Menschen gemein» ! Höchste Temperatur am 1,8 mm. 24. 24 8 SSW SSW i r 74 86 87 2 2 4 10 10 9 Niedrigste VlieberfcMita: 12 0 8,6 8.2 Mk. 96-103 88-97 76—85 68-75 25 25 26. Mk. 58—26 52-57 45-50 40-44 .32,6 <34,9 4 34.9 KI Lebend- Schlacht' gewicht 8 bis 25. , 25. Schweine. Lollfleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht........ Vottstelschlge Schweine unter 80 kg Lebendgewicht .' Voll fleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht Vollfleiichige Schweine von 120—150 kg LebGldgewicht Kälber. Feinste Mastkälber Mittlere Plast- und beste Saugkälber .... Geringere Plast- rmd gute Saugkälber . • . Geringere Saugkälber Schale. Stallmaslschase: Mastlämmer und Masthammel ..... Aeltere Mastbammel, gut genährte junge Schale imb geringere Mastlännner Mäßig genährte Haminel und Schale (Dlerz- schase) Hk. Marburg, 25. Oft. Der Kirchenhistvriker Geh. Kon- sistorialrat Dr. theol. Carl M i r b t hier hat einen Ruf an-ine Universität Göttingen als Nachfolger des verstorbenen Geh. Rats Professor Dr. Tschackert erhalten. Bf Bed. Himmel H ii Regen EZttgesandt. (Für Form und Inhalt aller unter bicier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Krofdorf, 25. Okt. Auf den Artikel in Nr. 244, betreff- Krofdorf, muß ich dem Artikelschreiber entgegnen, daß er mit den Ernterträgen wenig pbcr gar nicht betraut ist. Die Heuernte ist nach der Ansicht des Artikelschreibers recht gut ausgefallen. Weiter meint er, auch die Dickwurz und Kartoffelernte sei vorzüglich, so daß wirklich keine Futternot ,in Krofdorf wäre. Leider ist dem nicht so, was ja schon daraus hervorgeht, daß eine Versammlung wegen Beschaffung billiger' Futterartikel stattfand, damit das Vieh nicht zu Schleuderpreisen verkauft werden muß. Nur bei wenigen, die im Besitze von feuchten Wiesen und Ackerland sind, ist die Ernte etwas besser ausgefallen. Im allgemeinen ist sie mit Heu, Mckwurz und Kartoffelernte mäßig ausgefallen. Markt, da die fetten Schweine noch immer gut bezahlt werden, fc. Frankfurt a. M. V i e h h oi - Ri a r k t v e r i ch t voin 26. Okt. Austrieb: 92 Rinder, barijntec 25 Ochsen, 1 Bulle, 67 Kühe und Färsen, 710 Kälber, 568 Schafe, 2209 Schweine. Tendenz: Rinder nicht geräumt, Kälber mtd Schafe Lebhaft, geräumt, Schweine gedrückt, bleibt lleberftaiib. ™ Gerichtssaal. Berlin, 25. Okt. Das. Kriegsgericht der kgl. Berliner Kommandantur verurteilte heute den Leutnant Ewald Egge r s vom 41. Infanterie-Regiment in Tilsit wegen Urkunden- fälschung Und Betruges in elf Fällen zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis, wovon ein Monat Untersuchungshaft angerschnet wird. — Leutnant Günther Sch midt vorn 41. Infanterie-Regiment in Tilsit wurde wegen Betrugs in 15 Fällen und erschwerter Entfernung vom Regiment, Ungehorsams und Falschmeldung zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bei beiden Angeklagten wurde mit Rücksicht auf die niedrige Gesinnung, toeiaye die Angeklagten an den Tag gelegt haben, 'außerdem auf Ent- fe rnung aus dem Heere erkannt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Die Angeklagten erklärten, Berufung einlegen zu wollen. Oktober = 12,4 eC. . =+ 7,0’0. Hemden, ein blutiges Beil und em Niemenstück gefunden, welches zu dem Riemen paßte, den der Ermordete getragen hatte. Tie Komödianten wurden verhaftet. Infolge Versagens der Bremse stürmte das Automobil des in Paris wohnenden brasilianischen Millionärs Silva bei Lyon in b i e Rhone. Die fünf Insassen, darunter der Besitzer des Wagens, wurden schwer verletzt. In Lodz ist das der Theatergesellschaft gehörige polnische Theater abgebrannt. Die Habe des Direktors und der Schauspieler ist vernichtet. Ter Schaden beträgt ungefähr 60 000 Rubel. Der Schaden, den die Ueberschwemmung von Rapallo an- gerichtet hat, übersteigt eine Million Mark. Viele Personen sind mit Lebensgefahr gerettet worden. Menschenleben sind nicht zu beklagen. 7,7 7,1 7,0 Märkte. Limburg a. d. Lahn, 25. Okt. Fruchtmarkt. Durch« fchnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,20 Mk, vcißer Weizen (angebaute Fremdforte) 16,70 Tlf., Korn 13,70 Mk., Gerste: tftittergerste 00,00 Mk., Braugerste 13,00 Bit.. Hafer Alk. 9,00, Erbsen 0,00 TIf„ Kartoffeln 7.60—8; 0 Alk. s. Homberg a. d. Ohm, 25. Ott. Henle fand hier der in hiesiger Gegend bekannte kalte Markt statt; das schöne Herbst« ivetter brachte eine Menge Landleute hierher, wie seit Jahren nicht. Ter Markt war sehr gut befahren. Es waren über 1000 Schweine nufgetriebeii. Ter Handel ging trotz der niedrigen Preise und des großen Angebots schlecht. Tie meisten Verkäufer nahmen ihre Schiveine ivieber mit nach Haus zurück. — Für Ferkel wurden je nach Alter und Qualität 20—40 Mk. für das Baar bezahlt. Stärkere Läufer und Einlegeschweine iuaren nur wenige auf dem SB = E sSN-?^ COxi Airchttche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr, im Markussaal B i b e l st u n d e. (Ausgewählte Psalmen). Pfarrer Schwabe. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der 5ynagoge (Süd-Anlage),, » Samstag, den 28. Oktober 1911: Vorabend: 5.00 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Schriftcrklärnng. Sabbatausgaiig: 6.00 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 28. Oktober 1911: Freitag abend 4.45 Uhr. Samstag, voriniltag 8.30 Uhr. „ ' Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 6.00 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.45. Uhr, abends 7.30. Uhr. i94rh|<*ki &S.IW 6« naht ■(;, sWs geben werden soll. Hiergegen äußert Ministenaldirektor Caspar lebhafte Bedenken; eine fakul tative Be st t rn m u n g s ei nicht angängig. Die Erhöhung der Einkommensgrenze wird auch von einem Vertreter der V o l k s p a r t e rabgelehnt, ber aber per nationalliberalen Anregung bezüglich der Warnung gegenüber den Gesellschaften zustimmt. . . ä - Von sozialdemokratischer Seite werd die Erklärung abgegeben, daß die Partei, nachdem es> mäst gelungen lei, die Angestelltenversicherung auf dem Wege des Austaufchs der Invalidenversicherung durchzuführen, sich auf den B o o e n der gegebenen Tatsachen stelleundan dem G e setz nach Kräften mitarbeiten werde. Den Kret^ der ver- sicherten Personen hält der Redner für zu wenig scharf umgrenzt. Namentlich müsse festgestellt werden, ob nur Ange stell te u i Leu e n- ber Stellung oder überhaupt Angestellte, die höhere Urbetten zu verrichten hätten, in die Versicherung gehören. Von der Regierung wird darauf erwidert, daß die Angestellten in leitender Stellung bei der Berufszählung besonders gezählt würden; ste sind in § 1 als erste Nummer besonders aufgeführt. Der Begriff „in ähnlich gelwbener Stellung", ist so zu verstehen, daß gewisse Vorgesetzten-Eigenschaften zu verzeichnen sind und der .betreffende gewisse Aufträge zu erteilen hat. Die Schreiber bet den Anwälten und die Angestellten in kaufmännischen Betrieben fallen unter das Gesetz, wenn sie gewisse selbständigeArbeiten zu richten haben, nicht aber dann, wenn sie lediglich mechanische Abschreiber sind. Weiterberatung: Donnerstag. _ — Vermischtes. »'Die italienische Auswanderung. Wenn Man die große Zahl der Auswanderer, die Italien jedes Jahr an fremde Länder abgibt, bedenkt, so darf man annehmen, daß die Kolonisierung von Tripolis außerordentlich rasch von statten gehen wird. Im Jahre 1909 hat die italienische Regierung 625 000 Auswanderungspässe ausgestellt, 140 000 ipehr als im vorhergehenden Jahre. Ungefähr die Hälfte dieser Auswanderer wandte sich nach den Vereinigten Staaten; der Zug der anderen hatte Südamerika und Kanada zum Ziel. Eine große Menge derer, die die Heimat verlassen, kehren übrigens wieder nach dem Vaterlande zurück, fast 2O°/o schon im Jahr nach der Abreise. Von 2 270 000 Individuen, die die Halbinsel chon 1903 bis 1909 verließen, sind mehr als die Hälfte wieder in die Heimat zurück- gekehrt. Gegenwärtig beträgt die Gesamtzahl der Italiener, die in der Fremde ihr Brot verdienen, über 5 Millionen. ff. D i e Versteigerting der Diamanten Abdul Hamids wird im November in Paris in dem altberühmten Hotel Drouot stattfinden. Die jungtürkische Regierung, für deren Rechnung die Kostbarkeiten verkauft werden sollen, glaubt damit ein hübsches Sümmchen zu verdienen, denn nach einer rohen Schätzung des Gaulois sind die Schmuckschätze des ehemaligen Sultans auf mehr als eine halbe Milliarde Mark zu bewerten. !f. Wasser in den Marskanälen? Von wichtigen Entdeckungen auf der Oberfläche des Mars erzählen die Berichte der russischen Sternwarte Pulkowa. Der Astronom Tikhoff hat bei seinen neuesten Marsaufnahmen verschiedenfarbige Lichtfilter verwendet und damit Biller erzielt, aus denen sich neue Schlüsse auf die Oberflächenbeschasfenheit ziehen lassen. Durch rot oder orange gefärbte Filter erhielt er Bilder, aus denen er schließen zu können glaubt, daß sich in den Marskanälen Wasser befindet oder irgend ein anderer Stoff, der grün gefärbt ist. Aus anderen Aufnahmen, bei denen ebenfalls Lichtfilter angewendet worden sind, glaubt Tikhoff entnehmen zu können, daß die weiße Haube, die der Mars zeigt, nicht aus Schnee, sondern aus Eis gebildet ist. * 160000 Äerzte. Ein französischer Statistiker hat ausgerechnet, daß in Europa zurzeit etwa 160 000 Aerzte ihres Amtes walten. Der größte Teil, drei Viertel von ihnen, wohnen in den großen Städten. Kowohl absolut wie relativ genommen, hat England die meiften Aerzte: 28 900. Das heißt, es kommen ihrer 7,8 auf je 10000 Einwohner. Ist nun Bulgarien, das amwenigsten Aerzte besitzt, glücklich oder unglücklich zu nennen ? Jedenfalls besteht dort der Aerztestand aus nicht mehr als 156 Leuten, es kommt also auf 10 000 Einwohner nicht e i n Arzt, sondern das Verhältnis ist 10 000:0,47. Deutschland zählt 22 500 Aerzte, auf 10 000 Einwohner kommen hier 5,6. Frankreich erreicht mit 19 800 91 ersten ein Verhältnis von 10 000:5,1, Italien mit 18 240 ein solches von 10 000:5,6. Die an Aerzten reichste Hauptstadt des Kontinents ist Brüssel, wo auf 10 000 Einwohner die Zahl 24,1 kommt, die „ärmste" Amsterdam mit 7,1 Aerzten auf 10 000. C. K. Der Einfluß des Strickunterrichts auf die Atmung. Für die l>er anwach sende Jugend ist die ausgiebige Stiftung des Brustkorbs eines der wichtigsten Verhtitungs- mittel gegen tuberkulöse Erkrankungen der Lungen. Deshalb ist es sehr erwünscht, daß der Helsingforser Hygieniker Dr. Oker- Blom Untersuchungen, die im Internationalen Archiv für Schulhygiene veröffentlicht werden, angestellt hat, um den Einfluß verschiedenartiger Schulbeschäftigung, z. B. des Strickens, auf die Ventilation der oberen Lungenteile zu ermitteln. Dabei hat sich ergeben, daß das andauernde Sitzen beim Stricken eine nicht unwesentliche Beeinträchtigung der Atmung der oberen Lungenteile bewirkt, und zwar besonders der linken Seite, welche sonst im allgemeinen besser atmet als die rechte. Um diese nachteiligen Einflüsse des Strickens aufzuheben, muß gefordert werden, daß die Arbeit in den Handarbeitsstunden von Zeit zu Zeit unterbrochen wird, um Atemübungen mit Strecken des Körpers vornehmen zu lassen. Zugleich besitzen bann diese noch einen prophylaktischen Wert gegen das Auftreten von Rückgratverkrümmungen. Kleine Lageschronil. In Düsseldorf wurde an der Stadtgrenze der Arbeiter Picard mit durchschnittener Kehle tot auf gefunden; feine Löhnung fehlte. Unter beim Verbuchte des Raubmordes wurde fein Arbeitskollege Muschinski verhaftet. Im Maschinenraum eines rheinaufwärtsfahrenden Dampfers gerieten zwei Hefter in Streit. Ter eine brachte dem Gegner mit einem Beil mehrere schwere Wunden bei und übergoß ihn mit kochendem Wasser. Ter Täter wurde verhaftet. In D ö b e l n brach im Stabtthectter nach der Vorstellüng unter dem Bühnenraum Feuer aus, welches das' Bühnenhaus und einen Teil des Zuschauerraumes zerstörte. Vor ber Station Neuruppin wurde ber Ziegeleibesitzer Jürgens von einem Zuge überfahren und getötet. Sein Körper wurde schrecklich verstümmelt. In einem Dorfe bei Goebing in Mähren wurde auf der Landstraße der bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leich ii am eines 30jährigen Mannes gefunden. Ein Polizeihund verfolgte die Spur und stellte auf dem Marktplatz von Goeding zwei Mitglieder einer wandernden Komödian- tentrubbe. Bei ihnen wurden mit Menschenblut getränkte Ulen Helberg1, Zürich Direkte Bezugsquelle von Seidenstoffen jeder Art Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster*. (DWio Die privaweamtenverslcherung im Uurschuh. :: Berlin, 25. Okt. Der Reichsversicherungsausschuß, erledigte heute zunächst die Beratung des Gesetzentwurfs über dieAufhebungdes Hilfs- kassengesetzes in zweiter Lesung. Diese machte keine Schwierigkeiten mehr. Es wurden an den Beschlüssen erster Lesung noch einige Änderungen vorgenommen, wonach u. a. die Auflösung einer eingefdyriebenen Hilfskasse oder ihrer Vereinigung mit einem arideren Unternehmen der Genehmigung der nach dem Privatversicherungsgesetz zuständigen Behörde untersteht und dabei die Bestimmungen dieses Gesetzes auch sonst anzuwenden sind. Die Vorschrift soll sofort in Kraft treten. Im übrigen werden die Vorschriften des neuen Gesetzes durch kaiserliche Verordnung in Kraft gesetzt werden. Tann begann die Beratung des Versicherungsgesetzes für Angestellte. Es werden zwei Lesungen im Ausschuß stattfinden. Berichterstatter ist der Abg. Sittart (Ztr.). Von einer allgemeinen Besprechung wurde abgesehen und sofort in die Beratung des § 1 eingetreten, der den Kreis ber ber neuen Versicherungsbflicht unterstellten Gruppen umschreibt. Ter Versicherungsmathematiker des Reichsamts des Innern, Geheimrat Beckmann, führt aus, daß alle diese Einwendungen nach nochmaliger sorgfältiger Prüfung als nicht sttchhaltig angesehen werden dürfen. Jnsbesonbere der von den Versicherungsmathematikern privater Gesellschaften erhobene Einwand, daß sich die Regierung um 100 Millionen verrechnet habe, sei absolut hinfällig. Man sei sehr vorsichtig verfahren und habe mindestens 107 700 Personen, das sind Lehrlinge, Geistliche, Kirchendiener usw., mitgerechnet, die wahrscheinlich ganz aus dem Gesetz heraus- fallen werden; dann komme man aber nicht, wie der Enttvurf annimmt, auf 205 Millionen, sondern auf 193,4 Millionen. Der Dezernent suchte auch in den übrigen Punkten nachzuroeisen, daß die Aufmachungen außerordentlich vorsichtig seien. Dies wird auch von dem Wortführer der Sozialdemokraten bestätigt. Dieser beantragt eine Erweiterung des Rahmens der Versicherten dahin, daß neben den Handlungsgehilfen und -lehrlingeu auch die B u r e a u a n g e ft e 1111 n und -lehrlinge versicherungspflichtig sein sollen, also nicht nur die Bureaubeanften. Die Wirtschaftliche Vereinigung -beantragt durch den Abg. Raab, die Einkommensgrenze, die die Voraussetzung für die Versicherung bildet, von 5000 a u f 8000 Mark zu erhöhen, freilich unter Berechnung von Beiträgen und Leistungen nur bis zur Grenze von 5000 Mark. Der Redner hätte am liebsten jede Grenze fallen lassen, aber das sei aussichtslos. Er will auch die Abteilungsmeister in die Versichcrungspflicht hinein haben Ministerialdirektor Caspar hält dies durch die Versicherungs- Pflicht der Werkmeister bereits für gedeckt. Tie Ginrügung der Bureauangestellten sei nicht angängig, denn bann würde man alle Lehrlinge mit hinein bekommen, aber nicht nur die, sondern auch die Heizer im Bureau usw., während doch mir an die höheren Bureauangestellten gedacht sei. Tann gibt ein Vertreter der Nationallib eralen jbic Anregung, dem Bestreben, ber L e b e ns Versicherungsgesellschaften, bic Privatbeamten noch jetzt aufzunehmen, burch Warnungen in der Preise entgegenzutreten, baß biefe Vertrage bei Inkrafttreten bes Gesetzes annulliert werben würben. Von einem Z ent rurnsrnit gliede wird in Sachen ber Einkommensgrenze ein Verinittluiigsvorschlag gemacht, ivouacl. wenigstens die Uebergangszeit auch Leuten mit einem Gehalt Von mehr als 5000 Mk. die Gelegenheit zur Versicherung gc kSi-L u gesetzt, da es unmöglich war, die Patronen rechtzeitig fort- zuschaffen. Diele Araber wurden festgenommen. Diejenigen, die Widerstand leisteten und auf die Italiener feuerten, toirrbim sofort erschossen. Der Kawaß eines fremden Konsuls (nach einer anderen Meldung des deutschen Konsuls), der einen verwundeten Italiener erdolchte, wurde vom Konsul selbst den italienischen Behörden ausgeliefert. Diese stellten ihn sofort vor das Kriegsgericht und ließen ihn gemäß dem Gerichtsurteil erschießen. Einzelheiten über die Kämpfe. Die amtliche Korrespondenz fährt fort: Unter den Arabern, die augenscheinlich int Einverständnis Mit den Angreifern standen, brach auf unserem linken Flügel hinter dem 11. Bersaglieriregiment Rebellion aus, während die Bersaglieri damit beschäftigt waren, die Angriffe der türkischen Infanterie zurückzuweisen, die gedeckt durch kleine Gartenmauern vorrückte. Den von hügeligem Terrain begünstigten A r a b e r n gelang es, den Besaglieris nicht unbedeutende Verluste beiz u bringen. Aber unsere Soldaten machten, ohne ifyre Kaltblütigkeit zu verlieren, auf der Stelle gegen beide Seiten Front, machten zahlreiche Araber nieder und nahmen viele gefangen. Der Kampf bauerte bei wechselnber Stätte gegen 8 Stunden an und machte uns infolge des unebenen Geländes viele: Schwierigkeiten, da es uns zu großer Truppenzersplftterung zwang. Endlich gelang es unseren Truppen, die Araber und Türken von allen Punkten zu vertreiben und das Gelcmde von ihnen zu säubern. Tie Verluste, die verhältnismäßig nicht sehl^ schwer waren, ließen noch keine genauen Daten ermitteln, bei unsere gruppen noch mit der Entwaffnung ber Bevölkerung zu tun hatten. Aus Unserem linken Flügel rekognoszierenbe Patrouillen fanden zwischen Harne und Mersi Hunderte von türkischen und arabischen Toten, die die Flüchtlinge zu beerdigen oder mit- zunehmen feine Zeit gehabt hatten, wie es sonst ihre Gewohnheit war. . . Während man längs die vorgeschobenen Positwnslmien, besonders auf unserer linken Seite, kämpfte, gab es in b e r © t a b t bei Beginn eine Panik, bie sehr ernsthaft hätte iverben können. Der Ursprung der Panik ist folgender: Ein Militärarzt, der einen verwundeten Offizier begleitete, befahl, um eine Ansammlung ber Volksmenge um ben Wagen zu vermeiden, dem Unteroffizier, der den Wagen geleitete, die Araber zu entfernen. Der Unteroffizier gehorchte; die zurückweichende Menge bot das verwirrte Bild einer Flucht. Infolgedessen kam es zu Tumulten. Die Läden und Kaffeehäuser, sowie die Häuser wurden geschlossen und die Einwohner auf den Terrassen gaben Revolverschtissc ab. Der Marrn pflanzte sich nach den Kasernen fort, besonders nach den vereinzelten Wachposten, von denen einige Flintenschüsse abgefeuert wurden. Das Feuer wurde sofort auf die Veranlassung eines herbeigeeilten Offiziers eingestellt. Ein junger Araber, ein Bediensteter von bat Offizieren des Bersaglieriregiments, von denen er Wohltaten empfangen hatte, versetzte dem Hauptmann, der das Feuer gegen den Feind leitete, einen Dolchstich; er wurde erschossen. Gefangenentrupps kommen fortwährend, geleitet von Carabinieri; sie werden nach ben Kasernen und anderen sicheren Orten geführt. Dies machte auf die arabische und türkische Bevölkerung einen großen Eindruck. Bisher wurden 31 Todesurteile verhängt, die sofort vollstreckt wurden. Sie betrafen Araber, die mit der Waffe in ber Hand gegen die Italiener überrascht wurden. Gestern erfunbeteii Flugzeuge in dem Gelände vor ber Front ber Italiener, an der Karawanenstraße Tripolis—Gefr Garian entlang, ein ausgedehntes Lager ber Türken und Araber. Tagsüber wurden an mehreren Orten Gruppen von Arabern Und Türken verschiedener Stärke gesehen, indessen ist kein Angriff erfolgt. Das 8. Bersaglieriregiment, das Homs besetzt hält, ging gestern gegen feindliche Scharen vor, die sich vor der Front zeigten Und zwang sie nach bedeutenden Verlusten, sich nach Marghele zurückzuziehen. Die in Tripolis vorgenommenen Verhaftungen belaufen sich ungefähr auf 2000. Eine Krisis in Konstantinopel. Berlin, 26. Okt. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Bukarest: Nach hier eingetroffenen Meldungen ist die Lage in Konstantinopel äußerst e r n st. Man erwartet hoch bedeutende Ereignisse. Das Regim der Jungtürken sei sehr gefährdet. Oeffentlich spricht man von der Notwendigkeit der Absetzung des Sultans. Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung Um den größeren Anzeigen für die SamstagsnummN eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt es sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung 8^ währleistet werden. Verlag des Gießener Anzeiger. WM ZUM III. 108810 10—13 65-00 64-00 -52.0) W-4f 61.00-61)1 Schon möbl. dimm., sev.(fing, zu vermieten. Asicrwcg 52. 1088/0 -50.00 68.00-61« )-52.00 62.00-y.« ,0-51.00 6421] ONnu Schön möbl. dimmet zu Betmieten. Diczstraiic <>. «689] Vubioigitrabc 14 I crklärnng. 06946) chöu möbl. dimmet bill. Ricgclvtad 31 I, zu uerm. Sell« + T 7.0’k Höbet 7,0'L JLäden etc. In urrmicten 10 10 9 Bed. «Regen . 58-26 . 52-57 . 45-50 . 40-44 'markt. Tut*. nnuilrfjer) 17,20 «t Rom 13,70 5 ie 13,00 X. baC ;o;m le laut» bitt der j l; dns |rf)öne 6(rtr> '"ie leit Jahr« 2s waren über IW. *5 bev nieöügen T-rei» en Arkäm'er nabmn - ilür derlei wurde: ■ das Paar beza mit wenige auf ut bezahlt werden, erichi vom 26. Bulle, 67, Rühe ne. c imb Gebote (ebba’t1 d. Preis>ürMM. 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SALOM0N & CB Wahlkreis KmMkMWin Landtagswähler! n Sette als Vertreter oer aufzertten untren oer ju^uuutuiuuuiiiujL ^unuiuiu. Kann und darf die liberale Bürger- und Arbeiterschaft diesen beiden Rlch- V Emii Otto Lande erEei!Q Meben. S M Bahnhofstraße Bahnhofstraße 6492 io Hoch- und Tieibaukurse auf dem Gebiete der Frauen-Handarbeiten hervor- gebracht, sehen Sie auf unserer soeben eröffneten In unserem Wahlkreis bewerben sich um das Mandat auf der einen Seite nls Vertreter der änstersten Rechten der Kandidat des Bauernbundes, aus der anderen Seite als Vertreter der äußersten Linken der sozialdemokratische Kandidat. DCF Nicht übersehen! "TM Junge Leut* erhalt. koslonL ausführlichen Prospekt der Laadwirtschalti. Lehranstalt u. Lehrmolkenl Braunschweig, Madamenweg 158. GründU gedlcg. Ausbild, zum Verwalter, Bechnnngsttthr. e.Molkore’beamt. KostcnL Stellenvermittlg. In 18 Jahren über 3600 Schüler. Direktor Krause. tungen das Kampffeld allein überlassen? Nein!! Weite Kreise der Wählerschaft fordern mit Entschiedenheit einen liberalen Kandidaten. Das brachte die Versammlung liberaler Wähler des Wahlkreises letzten Sonntag zum Ausdruck und stellte als liberalen Kandidaten Herrn Kyfthäuser-Techniknm Frankenhausen Innrnleur- u. Werkmeister-Abteilung. Grosse Maschinen-Lahorator. „„ MODE srr.25! krscheinl tJjM Die ,«M« Actti „Krtbbla« stl ivöchenll'ch- 1 ftagrn" er|c Cream ans er er Seife. Lanolin- and .TA Lanolin- Wecker Grosse Sendung eingetroffen :: Bitte beachten Sie meine Schaufenster : Die Rede des , toitb der i gÄ* M °us! leit.) kenbinfeit legt Ei°dteZ>r G ^I'ch-s 8s £ ^leresll k°l°l°ssa?eL? ?ten^b-§ Wiiliii MWMkistl Imling in HkOklstim! Der Wahlausschuß. Spezial-Abteilung in Handarbeiten von billigst bis hochelegant Em Deckbett mit 7 Pfund doppelt gereinigten neuen Federn gefüllt Mk. 9.50 12 - 14.70 16.50 22.— 2C. mit 2 Pfund Federn gefüllt IXIbbClI Mk. 3— 3.60 4.40 6.20 rc. 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Er wird nicht die Interessen einer einzelnen Schicht unserer Bevölkerung vertreten, wie man das von den beiden anderen Bewerbern sagen muß. Er wird, wenn er in den Landtag ein- zieht, als Mitglied der fortschrittlichen Volkspartei eine Politik treiben, die dem ganzen Volke zum Segen gereicht. Er wird arbeiten für Freiheit, Fortschritt und Volkswohlfahrt. Mein Bruchband „Ideal“ ohne Feder, eigenes System| auch bei Nacht tragbar, bietet die größte Erleichterung und baff unter Garantie jeden Bruch zurück. reib- und Vorfall- ■ binden, Geradehalter, Gummistrüm pfe usw. Bin wieder selbst mit Mustern anwesend in Gießen Montag, 30. Oktober, von 9-11'/, Uhr, Hotel Kobel. Bandas.-Spezialist Ensen Frei, Stntiprt, vogeisangstr. 41 i Unsere marke „Pteurmg“ allein ist das Deste und billigste Gewürz für Kuchen, Puddingsund alle Süßsoeisen.