Die heutige Nummer umfaßt 18 Seiten Febr. marcbais! Gieszener Staöttbcatcr. Doppelselbstmord. Bauernposse von L. A n z e n g r u b e r. Gießen, 18. politische Wochenschau. Gießen, 18. Febr. Der heische Staatshaushalt für tog. Den Mitgliedern beider Ständekammern geht soeben der Bericht des Finanzausschusses der Zweiten Kammer über seine Etatsberatungen für 1911 zu. Der Bericht ist, wie in den Vorjahren, nach den fortlaufenden einzelnen Kapiteln des Voranschlags zusammengestellt. Wie seither, haben auch diesmal wieder sämtliche Ausschußmitglieber sich durch die Abfassung der Referate über die ihnen zu- qewiesencn Etatsabschnitte betätigt, mit Ausnahme des Abg. Dr Gutfleisch, der im Laufe der Etatsberatung wegen andauernder Kränklichkeit sein Mandat als Ausschußmitglied nicdcrlegtc; an seiner Stelle hat Mg. Tr. Lsann — Der Großh. Hosbibliothek in Darmstadt ist durch Vermächtnis die aus rund 1800 Bänden und Broschüren bc- telende Bibliothek des Geh. Medizinalrats Tr. Wilhelm Zager zugciallen Neben medizinischen Werten und Zeitschriften ist vor allem die schöne Literatur und die Geschichte, darmrter eine reiche Sammlung von Bismarckliteratur, vertreten, -ter Dol,- bibliothek konnten über 1200 Bände cinvcrleibt werden, der Rest wurde nach dem letzten' Wlllen des Erblassers der Stadtnchen c»esc> und Bücherhalle, sowie dem Städtischen Krankeiihaus über- Romeo und Julia", „Samson und zu halten". Diese Verschärfung der parteipolitischen Lage vor den Wahlen ist im vaterländischen Interesse tief zu beklagen. Wie es in der „Deutschen Tageszeitung" hieß, sollen auch btc leitenden Kreise in der Regierung von dem ungestümen Vorgehen des Abgeordneten v. Heydebrand nicht angenehm überrascht worden sein, und allerlei halbamtliche Korrespondenzen glauben wieder verkünden zu können, der Termin für die Reichstagswahlcn werde bis ins nächste Jahr hinein verschoben werden. Dann würde also das treffen im Januar des Jahres 1912 erfolgen. Wir glauben, daß das alles bloße Vermutungen sind, vielleicht ausgestreut, um den Kanzler endlich zum Sprechen zu bringen. Herr v. Bethmann-Hollweg aber scheint vorläufig keine Lust zu haberl, „mit seinem Gram zu spielen", und er hielt l" und die „Thais". Die Liste der italienischen Opern umfaßt: „Boheme", „Das Mädchen aus dem goldenen Westens, , Madame Butterfly", „Manon Lescaut", „Tosca", „Aida", „Othello", „Traviata" und „Rigoletto", „Der Barbier von Sevilla", „Lucia und Lammcrmoor", „Bajazzo" und „Cavalleria rusticana" fehlen natürlich nicht. Auch in der Auswahl der Sänger ist der Ausschluß deutscher Opcmknnst durchgeführt. Anfang Juni trifft brntn das russische Ballett aus Petersburg in London ein, um zum ersten Mal in der englischen Hauptitadt ein Gastspiel zu geben, das sich bis zum Schluß der Saison auS- dehnen soll. Tie Tirektion wird dem berühmten Tänzerkorps für jede Vorstellung 12 000 Mark bezahlen. — Eine gute Antwort, lieber die Bitterkeit inü> Wechselhaftigkeit des Glücks haben nicht nur die Armen den Aermsten zu klagen, die vergebeiis die Hände nach seinem täuschenden Glanze ausstrecken, sondern auch jene wirtlichen Günstlinge seiner Gnade, die vielleicht weniger dem günstigen Zufall zu Dank als ihrem eigenen rastlosen Fleiße zu jenen viel beneideten und steilen Höhen, zu Ehren und Ruhm, gelangten. Beaumarchais, der geistreiche französische Schriftsteller — über den hier dieser Tage gesprochen wurde —, war der Sohn eines schlichten Uhrmachers. Ein Höfling, welcher ihn in einem eleganten Anzug in der Galerie von Versailles erblickte^wollte ihn demütigen. Er näherte sich ihm und sagte mit lauter Stimme: „Es ist mir sehr lieb, Herr v. Beaumarchais, daß ick Sie hier treue! Meine Uhr steht still, erzeigen Sie mir die Gesälligkeit, sie zu untersuchen." — „Mit Vergnügen, Herr Marauis," erwiderte Beaumarchais, „aber ich muß Ihnen zuvor sagen, daß ich cmßer- ordentlich ungeschickt bin." - „Bloße Bescheidenheit, Herr v. Beaumarchais! Bitte untersuchen Sie die Uhr!" 2,et letztere nahm die Uhr und ließ ,'ie auf den Boden fallen, da,; sie tn Stücke zersprang. „Ich bitte tausendmal um Entschuldigung, Herr Marauis," sagte Beaumarchais darauf mit der größten Gelassenheit, ,aber Sie wissen, daß ick Ihnen vorher gesagt habe, ich sei sehr ungeschickt Aus diesem Grunde hat mich mein Vater auch sein Handwerk nicht lernen lassen." statt dessen beim Festmahle des deutschen Landwirtschaftsrates eine ziemlich zuversichtliche Rede. Indem er den anwesenden Grundbesitzern mit Laune und Humor die Wcrt- zuwachssteucr einigermaßen schmackhaft zu machen juchte, stellte auch er, des Reiches erster Beamter, es m sichere Aussicht, daß es der deutschen Landwirtschaft auch ferner ge- linnen werde, ihre Viehhaltung zu vergrößern, zu verbessern und damit die Ernährung des Volkes vom Auslände immer unabhängiger zu gestalten. Manche Tagesfrage, die um? im gegenwärtigen Gießener Dahlkampf beschäftigt bat, wurde auch vom .stanzler angeschnitten. Wie der „Eini gungslandidat" Giscvius in jener Versammlung zu Gießen, o hat auch Herr v. Bethmanu-Hollweg die großartige wirt- chafkliche Entwickelung Deutschlands überblickt und fest- gestellt, daß tein Erwerbsstand, weder Landwirtschaft, noch Industrie, iiüch Handel, weder Arbeitgeber noch Arbeiter, Stiefkind gewesen sei. Und auch die in unserem Wahlkret.' durch die interessanten Auseinandersetzungen mit dem „Genossen" Krumm so aktuelle Frage über das Besitztum der „Kleinen" erhielt vom Kanzler eine Lösung, die freilich der sozialdemokratischen „Verelcndungslehrc" zuwiderläuft: es solle gesorgt werden, daß derer immer mehr werdeii, die ein Stück deutscher Erde ihr eigen nennen der Klein- und Mittelbesitz müsse energisch vermehrt werdeii. Diese Aussicht lvird unseren Bauern und Handwerkern doch wahrscheinlich lieber sein als btc lvenig vertrauenswürdige und in Ansehung des sozialdemokratischen Programms mindestens unsichere Versprechung der Genossen, der .Kleinbesitz solle bet der Verstaatlichung der tapitalistlschen Produktionsmittel verschont bleiben. "Die Betrachtung weist dann auf die ungünstige Finanzlage beim Voranschlag für 1910 hin und betont, bay deo neue Voranschlag ein „wesentlich gunfttgeres Bild zeigt, hauptsächlich veranlaßt durch die günstigen Ab Mus e der Hesstfch-preußrschen Eisenbahngemeinschaft. Es konnte für 1911 der Betrag von 11980 000 Mk. eingestellt werden und dadurch wurde ermöglicht, daß trotz des Ausfalls an Reichsevbschaftssteuer von 552 650 Mk. der Voranschlag ohne Steuererhöhung balanziert, ia au3 den Etsenbahnüberschüssen noch der. Betrag von !•>'< a<0 Mark zur Schuldentilgung vorgesehen werden konnte. Weiter'erkennt der Bericht die Notivendigkeit einer Erhöhung der Beamtengehalte an und erachtet eine Befterung der Loge der Beamten „für dringend erstrebenswert". Allein im laufenben Jahre müßten Mittel hierzu, auch nur für eure Teuerungszulage, durch Steuercrhöhung gewonnen werden: die Regierung schlägt eine solche aber nicht vor und auch dem Finanzausschuß erscheint sie bedenklich, nachdem erst im vergangenen Jahr eine starke Erhöhung der Einkorn-« meiv und Vermögenssteuer eintreten mußte. Ter Bericht gibt daun die schon bekannte Statistik über die Einkommensteuer und die Zahl und Gehälter der hessischen Beamten wieder und betont, es müßte bedenklich erscheinen, Personen mit einem Einkommen bis zu 1500 Mk., und das waren 1910 277 244 Steuerpflichtige oder 75 Prozent aller Steuerzahler, jetzt wieder mit einer erhöhten steuer w belasten, namentlich, da der Steuerdruck m unserem Lande schon ein ganz besonders starker ist. Wurde man eine Teuerungszulage von nur 10 Prozent des Höchstgehaltes für Beamte mit einem Höchstgehalt von 2000 Mk. ins Auge fassen, so würde diese für Beamte 187 000 Mk. und für die nicht dekretmäßig beschäftigten Personen 235 000 : Mark, zusammen also 422 000 Mk. erfordern und zwar ohne Berücksichtigung der Lehrer, Pensionäre usw. Wetter : bemerkt der Bericht: tt Der Finanzausschuß hält aber btc Anzahl der Beamten für unser Land für viel zu hoch unb kann sich Auf eine „nicht allzu hohe" Steuererhöhung dürfen wir uns in Hessen, vielleicht schon f.ür das nächste Jahr, vor-- bereilen. Denn der Staalsminister Ewald hat im Finanzausschuß der Zweiten Kammer am Mittwoch die Erklärung abgegeben, die Regierung wolle „möglichst bald an btc Beamtenbesolduiigsrevision hcrantreteli, unter der Voraussetzung, daß die Schulden entsprechend getilgt und leine allzu hohen Steuererhöhungen erforderlich würden". Es bat, nach der gemeinsamen Beratung beider Finanzausschüsse der Kammern, den Anschein, als solle die Schuldentilgung an das von der Regierung verlangte Maß nahe heranrücken. Wegen der sortdauerndcii Erkrankung des Finanzministers ist ein Notgesetz über die Schuldentilgung in Aussicht genommen worden, und der vorgesehene Tilgungsbetrag belauft sich aus rund 1800 000 Mk. gegenüber 2 185 000 Mk., die vom Regier ungsentwurf verlangt wurden. Freilich, mit einer Teuerungszulage sür die Beamten sieht es habet in diesem Jahre 'schlecht ans. Tie Ersparnisversuche haben nicht gehalten, was sie versprochen hatten. Vielleicht erleben mir im nächsten Jahr eine „vorläufige" Beamtenbesoldungsreform, der bann in zwei oder drei Jahren die endgültige Fassung folgen würde. Denn die Steuerschraube darf wirklich nur mit großer Vorsicht weiter angezogen werden. neben seinen anderen Referaten aud) die Berichte über den Justizetat angefertigt. Nach dem Beispiel der Trüberen Fahre ist auch diesmal imeber den Berichten iibei die einzelnen Kapitel eine allgemeine sinanzpolitifche Betrachtung des Ausschußpräsidenten, Mg- Dr. L ' £ n' ti?rai£V geschickt worden, die einen interessanten Einblick in die gegenwärtige Finanzlage Hessens gewährt. Der Ausschußpräsident betont in seiner Einleitung, daß die Abwesenheit des Herrn Fittanzministers insbesondere in der Frage der Vereinfachung der ^taat-ver- waltunq und in deren finanziellen Wirkungen, und bann in der Frage der S ch u l d e n t. i l g u u g schwer empfunden wurde. Bezüglich der Vereinfachung der staats- Verwaltung könne das Budget für 1911 noch kein ec tu- gieifenbcn Wirkungen enthalten. Dagegen feien die ^chul- bcntilgungsplänc der Regierung von aktuellster Bedeutung. Wenn nämlich die Vorlage Gesetz wird, fo cuiben Die Abführung her Eisenbahnüberschüsse in ben seitherigen .lits- gleichsfonds. Es wirb ein neuer Ausgleichs oder Tilgungsfonds gebildet: die Verwendung von Einnahmen zur nllqcmcincn Staatsverwaltung ändert sich und es findet eine fundamentale Umgestaltung wesentlicher -teile der Etatsausstellung statt. Eine so fchwerwiegenbe, finanzielle Maßregel will aber her Ausschuß nur in Gegenwart des verantwortlichen Leiters der Staatssinanzen beraten: er sah deshalb von der Erledigung des davon abhängigen Kap. 114 jAusleihungen und Staatsschuld) ab und druckte den Wunsch aus, daß Herr Finanzminister Brann bald in aller Kraft unb Frische sein Amt wieder übernehmen — Tie Flasckenmas ck ine. Eine der großartigsten Erfindungen unserer Zeit wirb jetzt durch einen zu diesem Zweck gegründeten Europäischen Verband der Flaschenfabriken in btc Praxis einqefuhrl Es ist bie endliche Lösung des jahrzehntelang ersehnten Problems, eine selbsttätig arbeitende Maschine zur Herstellung von Flaschen zu finden. Tie Maschine wird - das kann man beute schon mit Bestimmtheit Voraussagen --ben Beruf per Flaschendläser vollständig zugrunde richten, 21ber einer KrisiF Kampfplatz her Parteien ist jetzt weniger der Reichstag als das preußische Abgeordnetenhaus. Tort herricht Die gespannteste Stimmung, und während es im Reichstag auch bei der Beratung des Marinehaushalts wieder Ziemlich ruhig hergeht, sind die Sitzungsberichte aus dem Abgeordnetenhaus voller Spitzen und Schärfen. Herr v. Locher handhabt bie Leitung mit gespanntem Kampfeifer, ob Liebknecht, Ströbel ober ein anberer Genosse sich m ben beliebten Ausfällen gegen die preußische Polizeikultur ergehen will — schnell fährt bie Hanb bes Präsidenten her- nicber, um bie Rebefunken auszulöschen. Die ^oztalbemo- kraten spielen auch sachlich wirklich feine beneidenswerte Rolle, unb wenn etwa ber bekannte Zehngebote-Hoffmann über die Züchtung der Polizeihunde und die Verbreitung der Intelligenz rednerisch paradierte, so wars zwar heiter, aber nicht erhebend. „Aber auch aus eutwölkter Höhe kann ber zünbende Donner schlagen": zwischen Konservatt Den unb Nationallib eralen hat sich am Dienstag eine tiefe Kluft aufgetan. Zwar ganz entwölkt war auch hier der Himmel nicht. Der Abgeordnete Lohmann hatte pen Ostelbiern einige Bitterkeiten über ihre Sanbrätc zu kosten gegeben, worauf ber temperamentvolle Herr v. Bieberstein scharf entgegnete. Als von den Nationalliberalen noch der kampferprobte Abgeordnete Schiffer die konservativen Bor würfe zurückgewiesen hatte, erhob sich der „ungekrönte König" v. Heydebrand, um mit überraschender Heftigkeit der nationalliberalen Partei das Kriegsbeil entgegenzu schleudern. Es waren dieselben Vorwürfe des Herrn von Bieberstein in verschärftem Maße: bie nationalliberale Agitation fördere das Wachstum der Sozialdemokratie unb schädige die vaterländischen Interessen. Wußte esj der konservative Führer, baß am selben Tage, an dem er btefe Abrechnung vollzog, Herr Bass ermann im Osten, in Lyck, das Schwert gegen den „schwarzblauen Block" gezuckt und von „Heimzahlung" bei den nächsten Wahlen gesprochen hatte? Der neue Bruch vom letzten Dienstag hat in der Presse das lebhafteste Echo gefunden, und wie Herr Basser- mann in Lyck erklärt hatte: „Wir erkennen keinen privilegierten Besitzstand der Konservativen an, sondern, wo wir von der Bevölkerung gerufen werden, uationollibrrale Kandidaten aufzustellen, da sind wir so frei und kommen diesem Rufe nach" — so machte and) die parteiamtliche Konservative Korrespondenz" alsbald „klar zum Gefecht", indem sie verkündete: Tunlichst überall würden eigene Kandidaten der Partei aufzustellen sein, um mit den „Geg nern von Bebel bis Bassermann" „gebührende Abrechnung Die derbe, von keinem verweichlidften Aesthetentum angekränkelte Kunst Anzengrubers, der auf unseren reichs- deutschen Bühnen viel zu selten zu Worte kommt, feierte gestern mit ihrem erfrischenden, bodenständigen Humor und in einer ganz vorzüglichen Darstellung einen vollen Triumph. Nun ist ja der D o p p e l s e l b st m o r d keines der besten Stücke Anzengrubers, der seine Bauern ohne Schminke unb ohne Schönfärberei auf d'e Bretter stellt, aber trotzdem: welch ein Unterschied zwischen ihm und unserer heutigen Possenware! Wie ein Gang durch den sommerlichen Wald, wenn draußen auf den Feldern bie Sonne glüht ... so wirkte das gestrige Gastspiel des Wiener Kunst-Theaters, das über ein ganz ausgezeichnetes Zusammenspiel verfügt. Darin liegt seine Lanze Kraft. Alle Mäzchen sind vermieden, kein Zug von ^ckmuspielerei tritt hervor. Immer, und selbst in den kleinsten Reben- dingen, ist die Natur das oberste Gesetz, das hier leitet unb Wunder wirkt. Der Wille des Spielleiters hält alle Mitwirkenden in seinem Bann; keiner tritt auch nur um Haaresbreite aus seinen festumrissenen Grenzen heraus, und jede Handbewegung, jede Geste fast, so unwillkürlich sie erscheint, bezeugt ein langes und eifriges Studium. Wie schlicht und natürlick) entwickelte sich das Leben im Wirtshaus, das Kommen und Geben ber Gäste, das Treiben an den Tischen, wie belebt und beseelt waren die Gruppen, die Bilder, und alles von einem köstlichen Humor durchsonnt. Der Auftritt vor der Rauferei und diese selbst, wie entwickelte fick) das so selbstverständlick), so klar und glatt in seinem Hin und Her, seinem Schieben unb Drängen, [einem aufschäumenden, mutwilligen Leben. Von ben einzelnen Darstellern, die sich — alle tn tadellosen Masken — unter Leitung von Direktor Lang kämm er, zu ber wirkungsvollen Änheit zusammenfanben, sinb nur wenige _________________ M— -------- besonders zu nennen, denn gerade das ist der außerordent- schließlich französische unb italienische Op^n Bon sranzoiuchen liche Vorzug des Stiener Kunst-Theaters, daß sich alles Werken werden auiaefübrt: „Carmen", „Margarete , „Xxnuu , willig der allgemeinen Darstellung unterorbnet. Zu er- -Wellegs unb Melisanbe wähnen sind: Josef Petza als weltttuger" Häusler, Karl ^alila H e i n r i ch als stolzer Senbner, Rudolf Friedl als schaden- umtam froher Zangl und Joses Schwub als troddeliger Blast Leo Bowaez als Poldl und Phllippine Thtenel als Agerl. Daß die Direktion unseres Theaters dieses Gastspiel herbeiführte, sei ihr hock) angerechnet. K. N. — W eingartner unb Hülsen. Die Beleidigungsklage des ehemaligen Direttors ber Wiener Oper v. Weingartner gegen beit Generälmtenbanten Grasen Hülsen-Häseler und bie^Mid- gliedcr der Königlichen Kapelle in Berlin, wurde von ber Strafkammer des Landgerichts in Berlin mit der Begründung zuruck- qewieien, daß der erste Angrift v. Weingartners eine BeleidigunH entfalte bie eine beutliche Antwort erforderte, daß tn ber Antwort aber feine Beleidigung enthalten sei. Der Enckcheid der Strafkammer ist unangreifbar. Die von v. Weingartner angeitfengten Beleidigung^prozesse kommen nicht zur Verhandlung. Unabhängig davon läuft die öffentliche Anklage gegen v. Weingartner wegen Beleidigung des Grasen Hülsen-.Häseler, für bie ber Termin am 21. Februar an steht. __Ter Verruf ber beut scheu Opern in Bonbon Aus London wird berichtet: Das soeben veröffentlichte Programm' ber kommenden großen Opernzeit im Londoner Eonoent Garden wirft ein charakteristisches Streiflicht auf ben Abschied »ans Richters von der englischen Hauptstadt, denn bie kommenbc Spielzeit, bie in Anbettacht der bevorstehenden Krönungsfeierlichkeilen besonders „glanzvoll" werden soll, schließt mit peinlicher Gewissenhaftigkeit alle deutschen Opern von der Aufführung aus. Wagner, Strauß, d'Albert und auch Mozart sind vcn der Direktion bei der Auswahl verworfen worden. Die Spielzeit, die am 22 April beginnt unb am 29. Juli schließen soll, bringt aus- Rr 42 Erstes Blatt M Jahrgang Samstag, 18. S«^arj9n »Siebener Anzeiger | UM Uneral-Anzeiger für Gberyefsen Hotationsörud und Verlag der Srühl^schen Univ.^vuch. und Steinöruitrei R. Lange. Neda«,an, Der Vertrete - Watzc unser Bürgern $11= ist man zurz slehenben Er Mmmungen Sträucher ut versckönern i den Jjmfeni ihre Bienen für längere mhnern zeii - Lich, Bolksdi^ eine recht rüh „Kritz Meinet; - tenb des Wi gehalten, bie nächsten Freit Bürntzetm" öi bie nicht nur i an bet Bahr guten Bolksv dadurch auch des Gießener Aus Stabt und Land. G legen, 18. Februar 1911. . ** T a s k a l e n d e r Stadttheater. Samstag nach^ Mittag 3-/2 Ubr SäKler-Vorstellung: MinnavonBarnhelm Sonntag nachmittag 3V- Uhr: GlaubeundHeimat: Sonntag abend 71/2 Uhr: D i e Förster-Christel. ^ Wohltätigkeits-Konzert zum Besten der beiden Schwesternhäuser, nachmittags 5 Uhr in der Neuen Aula . Arbeit ,und Unterrichts kurse. Musi- kallsche Darbietungen, Vorttage usw. Sonntag nachmittag 4 Uhr im Caf6 Ebel. ~ Kinem atograph: Neues Programm. Biograph: Neues Programm. K ar ne V. Münchener Oktoberfest. Sonntag nach, mittag 4 Uhr auf der Liebigshöhe. m “^temfuna, veranstaltet von der sozdem. Partei Redner: Reichs- und Landtagsabg. Ulrich- Offenbach Samstag abend Sy3 Uhr im Kolosseum. Anlagemusik am Sonntag mittag 12 Uhr in der Süd- Anlage: 1. Ouvertüre zur Oper „Zampa" von Herold: 2 Fan- OQ^tiu‘ ?• ?Z-..ot.Dn ?^bers „Freischütz", bearbeitet von W. Löber- 3. Paraplwase über das Lied: „Home, sweet Home" von Nehl' 4. Er weicht der dornte nicht, Marsch von Kaiser. * ♦* Pfarr per so nalien. Der Großherzog hat den von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein auf bie präsentierten Pfarrverwalter Wuh. Döll baselbst bestätigt. ** Er leb i g t e L e hr er stelle n. Die mit einem etiang. Lehrer zu jbesetzende Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Hatten- r o b. Mit ber Stelle ist Organisten-, Lektor- und Kantordienst verbunden. Dem Fürsten zu Solms-Lich steht das PräseMations- recht zu ihr zu. — Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Selters ötr. SBübingem. Mit der Stelle ist Drgantftenbienft verbunden *r* Infanterie-Regiment m ai) er Wilhelm. Oberst v. Müller ist nach beendeter Kur in der Withekms- Heilanstalt Wiesbaden hier eingetroffen und hat die Führung des Regiments wieder übernommen. ** 311 r Lahnkanalisation, Wie wir erfahren, hielt Direktor Ba n sa von Liinblirg diese Woche im preu ßi- schen Ministerium der öffentlichen Arbeiten auf dessen Aufforderung hin einen Vortrag über die Lahnkanalisation. zu erwarten sein. Bei derartigen Arbeiten muß zunächst eine genaue Erduntersuchung mit b em Erdbohrer vorgenommen werden, da man nicht wissen kann, ob nicht unter dem Moor Triebsand vorhanden ist. Im Gegensatz zu ber Arbeit auf der anderen Seite des Grabens ist noch ein anderes Gelände, das ganz anders behandelt werden muß. Dort arbeitet die See so stark, daß eine Eindeichung kaum möglich ist. Es sind aber Gegendeiche eingerichtet worden, durch die ber See ein gut Stück Land abgenommen wird, das dann wieder gedeicht werden kann. Wenn sich bie Herren für bie Ä oft en interessieren, so kann ich angeben, daß die ganze Anlage sich auf 73 850 Mark stellt, das macht 150 M5 auf ben Morgen. Der Ertragswert der Melioration läßt sich im letzten Jahre bereits auf 12 000 Mk. schätzen/ Hauptsächlich sind dort Viehweiden gewonnen worden. Um einen besseren Viehbestand zu erzielen, wandte ich wich an Herrn H agenbeck, da ich gehört hatte, daß dieser durch Kreuzung gute Erfolge erzielt hatte. Herr Hagenbeck, den ich über bie klimatischen Bob en- und sonstigen Verhältnisse orientierte, teilte mir mit, daß nach seiner Ansicht Kreuzungsversuche mit dem indischen Zibubullen das beste wäre, mit dem Zibu indicus major. Ter letzte Name besagt aber nicht, daß das Tier damit aufnahmefähig für die Rangliste ist. (Große Heiterkeit/ Auf diesem Bilde sind die Eltern mit dem Kinde dar- gestellt. (Der Kaiser zeigt das Bild vor). Ich bin mit ber Vorführung bieses Elternpaares und des Kindes übrigens glücklicher gewesen, als ein Schaubudenbesitzer in Potsdam zu meiner Leutnantszeit. Der Mann zeigte dort eine Kreuzung zwischen Biber und Ente vor. Als ich mir das näher ansehen wollte, sagte mir der Mann mit traurigem Gesicht: Das Kind ist gerade ge- torben, aber die Eltern leben noch. (Große Heiterkeit.) Ich ging in bie Bube hinein unb sah auf einem Tische eine fette Ente. Als ich nach dem Biber fragte, zeigte ber Mann auf einen Bottich und sagte: das ist nun einmal so seine Art, manchmal itzt er draußen, dann sieht man ihn, manchmal drin, dann sieht man ihn nicht. (Erneute große Heiterkeit.) Der Kaiser schloß seine Ausführungen mit ber Mahnung, ber Moorkultur lebhaftes Interesse entgegenzubringen, um hin- ichtlich ber Viehzucht und ber Viehverwertung vorn Auslände immer unabhängiger zu werden. Ich glaube auf den hochinteressanten Vortrag am besten zu erwidern, wenn ich über einige Versuche, die ich auf meinem Gute Cadinen angestellt 'habe, Mitteilungen mache. Es handelt !ich dort um die Kultivierung von 500 Morgen bis dahin ganz unbrauchbaren sumpfigen Torslandes. Als Cadinen 1898 von mir erworben wurde, ließen bie wirtschaftlichen Verhältnisse ter Wiesen- und Ackerflächen viel zu wünschen übrig, namentlich em zum Gut gehöriges Gelände. Der Besitz wird durch eine 2üne, die ungefähr 200 bis 300 Meter breit ist, völlig von dem Gelände getrennt, das moorartig überschwemmt war. Dieses Gelände war auch dem Hochwasser von zwei Metern Höhe aus- gesetzt. Auf dem Gelände standen Erlen- und Weidengruppen, Moorschilf und Sumpsslanzen. Die Bewirtschaftung war sehr beschwerlich und wenig gewinnbringend. Wenn man dort einen Rehbock sah und ihn abschoß, so verschwand der Bock im Wasser, und wer ihn holen wollte, ber fegte sich ber Gefahr bes Ertrinkens aus. Ich habe mir daher immer sehr hohe Stiefeln angezogen (Heiterkeit). Als ich das Gut übernommen hatte, befahl ich, bett Sumpf trocken zu legen. Das Haffwasser mußte gänzlich abgeschlossen werden. Nachdem ich die Bedenken des Verwalters meiner Schatulle durch viele 11 e b e r r e b u n g 3 f ü n ft e beseitigt hatte, würben mir bie nötigen Mittel bewilligt. (Große Heiterkeit.) Im Jahre 1906 war bie Eindeichung von fünf Sechsteln ber Ländereien fertig. Gegen den zu starken Druck des Haffwassers wurden Schutzmaßregeln getroffen. Der Druck des Haffeises war dabei ein außerordentlich starker. Es wurde daher auf eine Strecke von 10 bis 20 Meter Weitenkultur angelegt. Das durch den Deich geschützte Land mußte durch eine künstliche Anlage entwässert werdett. Die Maschine lieferte eine Fabrik in Elbing zu meiner größten Zufriedenheit mit einer Leistung von 500 Litern in der Sekunde bei 200 .Pferdekräften. Die Narbe der dem $3aff abgewonnenen Grasfläche bestand ans minderwertigem Hochmoor. Zwecks Anschaffung besserer Gräser mußte durch Ausbau eines Grabennetzes das minderwertige Gras zum Absterben gebracht werden. Durch diese Anlage wurde bann die Entwässerung bedingt. Das Schöpfwerk war im Oktober fertig und im nächsten Juli schon war das Moor so weit trocken, daß man mit dem Automobil darüber fahren konnte. Nachdem die Entwässerung ftattgefunben hatte, wandte ich mich an die Bremer Moorversuchsstation, die mir einen erschöpfenden unb interessanten Bericht gegeben hat. Die YRoorfläche wurde mit Sand bedeckt und schließlrch -eine künstliche Düngung vorgenommen. Auf rund 200 Morgen von insgesamt 500 ist jetzt die Kulturarbeit fertig, auf rund 100 Morgen fast fertig unb auf 50 Morgen sind bie Bodendurchlüftungarbeiten fertiggestellt. Die endgültige Erledigung ber Arbeiten wirb im kommenden Oktober " Zur Reichstags wähl. Man schreibt un§: Die nah onal liberale Partei hat für Samstag und Sonntag 19 Versammlungen in dem südöstlichen Teil des Wahl- kreiseS, in ber Umgegend von Ortenberg und Gedern, ansagen lassen. Ter Neichstagskandidat Herr Prof. GiseviuS wird in den einzelnen Versammlungen sich kurz seinen Wählern vorstellen. — Die sozialdem akratische Partei veranstaltet heute abend im Kolosseum eine öffentliche Wählerversammlung, in der Reichs- und Landtagsabg. Ulrich als Redner auftritt. Am Sonntag nachmittag spricht Abg. Ulrich in Gründerg. Tätlicher Unglücksfall. Von einem Zuge bet Biebertal-Bahn wurde gestern abenb zwischen „Abendstern" unb „Windhos" der auf der Schinitte-Mühle beschäftigte Arbeiter Ludwig Leib von Gleiberg überfahren. Dem Manne wurden beide Beine unterhalb des Kniees und eine Hand abgetrennt, außerdem trug er eine Verletzung am Kopfe davon. Der Zug wurde zum Stehen gebracht und man nahm den ohnmächtigen Mann im Packwagen nach Gießen mit, wo ihn telegraphisch herbeigerufene Mannschaften der Sanitätskolonne erwarteten unb, nachdem ein Rotverbanb angelegt war, in die Klinik verbrachten, wo er noch gestern abenb starb. Wie der Unglücksfall geschehen konnte, ließ sich gestern abenb nicht aufklären. Der Lokomotivführer will niemanb vor dem Zuge gesehen haben; er hatte nach seiner Meinung anfänglich öaS Gefühl, daß er einen Hund über- fahren hätte. Er brachte den Zug zum Halten,' um fest- Stellen, was es gegeben hat. (Der Vorfall beweist wieder wir nötig es wäre, das Bieberbähnchen von der Landstraße zu verbannen. Red.) . " Unbestellbare Postsendungen. Bei berOber- Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Rachn. Postanw. über 16 Mk. vom 29. März 1910 au§ Ratingen an Jakob Repp in Grünberg (Hessen) Ein- chrelbbrief vom 16. Juni 1910 ans Bad-Nauheim an Kotkaff in Nizza. Einschreibbrief vom 2. Juli 1910 aus Bad-Nauheim an Max Hallert in Halle (Saale) Ein- schrelbbrief vom 6. Juli aus Bad-Nauheim an Frau Vera Njaboff in Beledei (Rußland). Die zur Empfangnahme der Gegen,tände Berechtigten muffen sich binnen 4 Wochen bei der Ober-Postdirektion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der PoftunterstützungsLaffe überroiefen, bie Briefe aber vernichtet «erben. Gs sei hier auf die Jnhaberbesetzung in der Oberrech- «nmgskammer, Hanptstaatskasse, im Forstwesen, im Gebiete der rnneren Verwaltuna, im Bau-, Katasterwesen, in der Justiz hingewiesen; alle diese finanziellen Abstriche hatten den Zweck, eine andere Organisation der Behörden mit wesentlichen Verbilligungen h^'rbeizuführen. Dcwer fei betont, daß diese finanziellen Maßregeln sich nrcht etwa gegen mittlere oder untere Beamten richten, sondern daß der Finanzausschuß eine Reorganisation von oben, dabei auch eine Dezentralisation, d. h. eine Abwälzung von Arbeit von den Zentralbehörden, dem Ministerium, auf die Lokalbehörden durchgeführt wissen möchte. Der Finanzausschuß erkennt an, daß sein Streben nach Vereinfachung der Verwaltung bei der Regierung Anklang gefunden hat. Ersparungen durch Organisationsänderungen sind bei der Gendarmerie im Betrage von 25 000 Mark, irrt Strafanstaltswesen mit 30 000 Mk. jährlich er- zielt worden. Einen wesentlichen Erfolg werden die Verhandlungen der Einzelheiten in der Vereinfachungs- kommrssion bringen, die mit allem Nachdruck fortgesetzt werden müssen. Der Gedanke unbedingter Spars am keit muß aber in allen Teilen der Staatsverwaltung Eingang finden und es kann dies besonders auch darin zum Ausdruck fommen, daß die im Voranschlag erngeräiunten Kredite nicht nur nicht erschöpft werden, sondern, daß auch noch Ersparnisse stattsinden, die den späteren Voranschlägen zugute komm en." Anschluß an diese Darlegungen verlangt der Ausschuß größere Ernschränkung und Ersparnisse auf dem G e - vret des Bauwesens, auf welchem in den letzten 10 Jahren die Grenzen im Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit des Landes weit überschritten wurden. Die er- heblrche Schuldenlast aus Verwendungen für nicht werbende Zwecke in 5zöhe von rund 74 Millionen Mk. stamme zumeist aus Aufwendungen im Bauwesen. Das Wachsen gerade dieser Schulden, die 1897/98 noch nicht 4 Millionen betrugen, auf 74 Millionen zu Beginn 1911 müsse als über- aus ungesund betrachtet werden, besonders angesichts des Umstandes, daß an dieser Schuld bisher nicht die geringste Abtragung stattfand, wiewohl sie keine werbende ist. Der Finanzausschuß hält es weiter für geboten, auszusprechen, daß besondere Vergütungen an Beamte, welchen auch andere Dienstleistungen staatlrcher Natur übertragen sind, in Zukunft nicht mehr bezahlt werden, soweit sie nicht ganz besondere Mühewaltung veranlassen. Der Beamte habe seine ganze Kraft und Zeit dem Staate zur Verfügung zu stellen und beziehe dafür sein festes Gehult. Zum Schluß weist der Bericht noch^ auf die überaus Mhe Steigerung der Ausgaben für Schreibwerk und die persönlichen Kosten für Schreibhilfen hin, die nach der betgegebenen statistischen Aufstellung für das Justtzmini- jteruim 56 225 Mk., für das Ministerium des Innern 18550 Mk. und für das Fin-anzministerium 8250 Mk. mehr gegen das Vorjahr betragen. Diese gewaltige Steigerung gegen das Vorjahr möge sich zum Teil aus dem Vorrücken der Schrerbgehilseil in den Gehaltsstufen erklären, allein ein großer Teil der Summe müsse auch aus Verwendung weiterer Hilfskräfte gesetzt werden. Der Finanzausschuß halt es für dringend nötig, daß hier die größte Einschränkung erfolgt, damit mit Herabminderung für die kommenden Jahre gerechnet werden kann; er hat auch nach dieser Richtung Abstriche vorgenommen. Als ^ehr erfreulich wird hagegen vom Ausschuß begrüßt, daß bei den Portokosten durch die Ablösung des Postaversums im neuen (£tat 42 600 Mark gespart werden. Der Bericht schlieft/ mit den Worten- „Wenn auch, wie oben bemerkt, der Voranschlag für 1911 ein günstigeres Aussehen hat, als der des vergangenen Jahr^, so kann von einem befriedigenden Zustande der hessischen Finanzen erst dann gesprochen werden, wenn auch dre beiden noch ausstehenden großen Fragen: Schuldentilgung und Beamtenbesoldung ihre Lösuna ae- funben haben. breiten, sobald — ohne Einschränkung der Aufwendungen für eine verstärkte Schuldentilgung — die für eine solche Aufbesserung notwendigen Mittel ohne eine allzu empfindliche Steuererhöhung verfügbar gemacht werden können." Der Naiser in der Versammlung bes Deutschen Landwirtschaftsrats. > Berlin, 17. Febr. Die heutige vierte unb letzte Sitzung der 39. Vollversammlung des Deutschen Landwirtschastsrats stand im Zeichen des Kaiserbesuchs. Tie Mitglieder des Landwirtschastsrats waren überaus zahlreich erschienen, unb auch die Tribünen waren sehr stark besetzt. Der Kaiser silhr pünktlich 10 Uhr mit Gefolge in mehreren Automobilen im Ehrenhofe vor unb wurde im Veittbül von den Mitgliedern des Präsidiums, an der Spitze Graf Schwerin-Löwitz, empfangen, der ihn in den Sitzungssaal geleitete. Hier brachte der Vorsitzende ein Hoch auf den Monarchen aus, der seinen Platz an dem Ministertisch einnahm, woraus der Präsident sofort Professor Tacke, (Bremen) das Wort erteilte zu seinem Vortrag über: „Tic deutschen Moore uiid ihre Bedeutung für die deutsche Volkswirtschaft". . Unter allgemeiner Spannung ergriff bei der Aussprache als erster Redner der Kaiser das Wort: ist, wie wir Heft 1 des Jahrgangs 1911 der „Technischen Mormts- ^ochmk, Kultur unb Leben (Stuttgart, Frmickhsche Verlagshandlung) entnehmen, durch einen weitsichtigen, »on sozial empfindendem Geiste zeugenden BesÄuß des Verbanbes torgebeugt, in deren Besitz sich die Patente befmben. Es ist in Den Satzungen des Verbandes festgelegt, daß die Maschinen nur ^abr zu Jahr fortschreitend eingeführt werden auch für die Zukunft ein gut Teil Zubeck für bie Hcmdfabrikatwn übrig zur Herstellung von Spezial- ftaschensorten und für bie ungezählten sogenannten kleinen Auf- blH Mwchmen nicht in Betracht kommen. So ist em allmählicher Uebergang der Herstellung der großen Flaschen- massen durch Maschinenbetrieb zu erhoffen, der sich in ruhigem Ausgleich ohne Gefahr für die Flaschenbläser vollzieht. Die vto dem amerr^nischen Ingenieur Michael Josef Owens in ben IM? erfundene Ädaschwe' steltt täalich sünf- undzwanzigtausend halbe Literflaschen ober achtzehntausend Liter- Gedenkt man, daß ein guter Flaschenbläser täglich d^EchElich zweihundert Flaschen machen kann, so ergibt sich daß die Mafchine soviel testet wie fünfundsiebzig Bläser uii- gerschnet ine für die Arbeit ber Bläser noch notwenbigen Hilfs- mcheiter. Ein besonderer Vorteil der Maschine ist es, daß jede Flasche genau das gleiche Gewicht, genau den gleichen Inhalt und genau die gleiche Münbnngsloeite wie die aitbere hat Die weit ausschauende Organisation zur Einführung der Erfindung M die Praxis wird die Flafchen in großen Mengen Derbrausten Industrien in Zukunft auch davor schützen, daß sie durch Au«- Itandsbewegungen in der Glasindustrie lahmgclegt werden. Die lvtafchine gruppiert sich um einen mittleren, senkrechten, schweren Um diese Mittelachse dreht sie sich durch elektrischen Antrieb. Bei feder Umdrehung arbeiten bie sechs rings herum ausgreifenden Arme etappenmäßig an ber Fertigstellung Die Zuführung ter flüssigen Glasmasse geS Wit wahrend rotierenden unb unter Feuer ge- ^m „Revolving Dank", in ben bas A^Glas aus der Haupt wanne überläuft. Aus dieser Zwischen- die erforderliche flüssige Glasmasse, rnbem sie abwcchselich niedertauchQid und sich wieder ertebenb 'n tee flüssige Glasmasse eingreifen lUt Seto ™ und SaugmaMnen hauchen tem EisttVisk Atmungsprozeß aus „Sauser" > 1 Kampresser j^jne Tätigkeit zu toLLbruigeu» ^rzog hat dar Sirjtein mit btt PsarrvkNvallrl it einem öang. ilejuÖQittn- b tfaniotbtatft M btKW Wtnga; Sonntag nach. der sozdwt tlh-Offenbach hr in drr SA crold: 2. fon. t von ®. Söbtr- me" von 9?ebl iser. treibt unS: Tie tag und Sonn« red deS Wahl« ,d Gedern, an« rof. GiseviuS h kurz feinen ifche Partei eine öffentliche igsabg. Ulrich g spricht Abg, r bet WMmS« hat die Fiih« en. wir erfahren, e im preußi« Arbeiten auf u die Lahn« druar 1911. eam^tag nach. Arnheim ■el«Qt; Sonn; cn der beiden itn 3Lu[q. kurse. Musi- Wag 4 Uh,. ineni Zuge del n ^lbendstern' befdjäftigte 5H> o-ljien. S« mti« unb tine jung M S”'1 ,chl unb man ,n nach ®* lannSoftenb« ■in Jlotoitbanb ,r nach S-"--» ,en Eonnte, I«1 noiinf««,”' iatt! na-h W1 » #«■* " 7 alten, «■".( bemeif! n* ber Landllraßi Irifu, ^uros $jeb ? ^'chtnng mis JWten sinü " Polizei sch. J16* lein, ft rtai« w tauftabt nn "»«■Inner. Ban”N in B -i»Kch-, iianb ;Sh 'IlqQte > v. ' en "l’r 3ttiävk fwunbrftin »-‘»fne. Sei betO6”' enbnng'"'^ ,[§ i.nbfltettE’«- ■ iqlO O’l? fförz iVw (peffen)-, 6 91o n be 1111 (S“ 'n V> As --S V*- Alte Gasse Nr. 14, Fran! sletgerr. Bd »/, Eschenstamm, 19 Rm. -Knsivvel, 7 2 4-6 5 4-10 14 1 2 21 4 8 Büdingen, den 16. Februar 1911 Großherzogl. Bürgermeisterei Büdrngen Fendt Verlangen Sie franko gegen franko Katalog I........Tapete von 14- 45 Pfennig Katalog TI........ Tapete von 50- 70 Pfennig Katilo.: III........ Tapete von 75-3COPfennig Ringfreie Tapeten-Industrlo G.Kupach, Büdingen, den 1'!. Februar 1911. Großh. Bürgermeisterei Büdingen. Fendt. ffrandcL Berlin, 18. Febr. Die ReichSbank ermäßigte ihren Diskontsatz auf 4°/0 nnd den LombardzinSfuß auf 5 V _______________ Uinvcrsitäts-Nachrlchten. ob. Marburg, 17- f'$cbv. Beneyl wurde der o. Professor der ©eoarapbie an ber ft i e l c r Uuweisität, Gei). Regierungsral ?r. Cito Rummel vom 1. Avni d. I. ab in gleicber Eigen- ichaft hierher als Nacknolger von Bro'. Theobald Fischer. HolMrsteigerung i. Küdmger Stadtwaid. Montag den 27. Februar d. I., vormittags 10',« Ubr an- sangend, kommt im Büdlnger Stadtwald IHardecki im Distrikt Hohenstangen nachstehendes Nutz- und Brennholz zur Versteigerung: 4 Rm. Buchen-Scheiter, 74,5 Rm. Buchen----- Eichen-Knüvvel. 2 Rm. Birken Knüppel, 1560 Stück Buchen-Wellen, 150 Stück Eichen-Weüen, 16 Rm. Buchen-Stücke. Zusammenkunst vormittags 10*/5 Uhr am Lorbach-Herrnhager Brunnenhaus bei Lorbach. 1. Nutzbolz: Durchmesser, 3—8 Mir. Länge tück Eichenstämme, 14—49 Ctm. bandet. Frankfurt, 17. Febr^ Der Abschluß der Adlerwerke norm, foeinr. Kleyer Aktiengesellschaft Frankfurt a. M. weist einen Reingewinn aus von 2 841 162,22 Mk. einschließlich 240 092,22 Mk. Vortrag aus dem Vortrag i. V., nachdem die Abschreibungen mit Mk. 1908/09 gegen Mk. 2 303 410,79 einschließlich Mk. 186 303,65 876 140,87 (i. V, 789 392,67), die .Handlungsunkosten mit Mk. 1 046 509 (i. B. 892 385,15) gekürzt und dem Telkredcrekonto rund 30000 Mk. zugesührt worden sind. — Der Aussichtsrat hat beschlossen, der auf den 14. März ein» zuberusenden Hauptversammlung eine Dividende von 30 Proz. (i. V. 25 Prozent», vorzuschlagen und die Zuweisung von 100 000 Mark an den Pensionsfonds der Beamten (i. V 75 000 Mk.) und 40 000 Mk. (i. V. 25 000 Mk.) an den Fonds für Wohlfahrtseinrichtungen, ferner die Rückstellung von 250 000 Mk. für Neubauten und 10 000 Mk. für die Talonsteuerreserve zu beantragen. Nach Abzug der Tantiemen verbleiben 367 562,22 Mk., die aus neue Rechnung vorgetragen werden. Weiter wird vorgeschlagen, zum Zwecke von Betriebserweiterungen und zur Verstärkung der Mittel das Grundkapital von 5 Mill. Mk. um nominal 3 Mill. Mk. auf 8 Mill, zu erhöhen. Die neuen, voll einzuzohlenden Aktien ä 1000 Mark sollen den Besitzern der alten Aktien im Verhältnis von 3:5 -um Kurse von 150 Proz. int Monat April dieses Jahres zum Bezüge angeboten werden: sie nehmen an dem Jahreserträgnis für das Geschäftsjahr 1910/11 zur Hälfte teil. Der Geschäftsgang ist fortdauernd sehr günstig. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdien st stelle Gießen. Verlauf der Witterung seit gestern früh: Im Norden des Erdteils ziehen andauernd intensive Zyklonen vorbei, während über Süd rankreich ein Hochdruckwirbel von 770 Millimeter liegt. Infolgedessen wehen starke bis stürmische Südwestwinde. Die Temperaturen sind überall stark gestiegen, nut Seydisstord hat 17 Gr. unter Null. Niederschläge sind tm Norden zum Teil in großer Menge (Hamburg 15 Bim.) gefallen Von Westen scheint ein neues Ties anzurücken, weshalb das müde, unbeständige Wetter anhalten wird. Welteraussichten in Hessen am Sonntag, dem 19. Febr. 1911: Stark windig, mild, geringer Regen. In den Mittelgebirgen aüenliialben Lauwetter. Dcrmiicbte». * Feuer im Berliner Kunstgewerbe- museum. Am Freitag nachmittag um 4 Ahr begann der Dachstuhl des Berliner Kunstgewerbemuseums zu brennen. Das Feuer vernichtete den Dachstuhl und die Quergebäude der mit dem Museum zusammenhängenden Lehranstalt. Das eigentliche Museum mit den Kunst- »chatzen ist unberührt geblieben. Auf der Brandstätte war Prinz Friedrich Wilhelm mit Gemahlin erschienen. Der „Natwnalztg." zufolge hat das Feuer die wertvolle Einrichtung sowie eine große Anzahl goldschmiedener Gegenstände, die teilweise zur Ausstattung des königlichen Schlosses in Posen bestimmt waren, zerstört. Die Höhe der Verluste läßt sich erst nach Beendigung der Aufräumungsarbeiten feststellen. Kleine Lageschronik. Das Kriegsministerium hat bei der Luftschiffsbaugesellschaft ein weiteres P ars ev alluftschiff in Auftrag gegeben. Einen gräßlichen S e l b st m o r d verübte ein Hetzer auf der Zeche „Concordia" bei Oberhausen, indem er sich in das Ä e f fei feuer stürzte. Er verbrannte vollkommen. Wie das am 17. d. M. eröffnete Testament bekannt gibt, hinterließ Baron v. Rothschild zwei MUlionen für Wohltätigkeitszwecke. — Chef des Bankhauses wird sein Sohn Louis. Der Meerbusen von Riga ist für die Schiffahrt wieder frei. Gestern sind elf Dampfer ohne Eisbrecher ausgelaufen und zwei Dampfer eingelaufen. r w . In Nizza wurde aus Anzeige eines schlesischen Grundbesitzers wegen Beihilfe zum Betrug anläßlich eines Gutsverkaufs der in der Berliner Lebewelt sehr bekannte Graf Günther von Königsmark verhaftet. Der Armenier Djermadian schoß auf offener Straße aus die junge Deutsche Sophie Latt, die mit einem türkischen Schneidergehilsen ein Liebesverhältnis unterhielt. Die Schüsse gingen fehl. Dann tötete er den Türken durch drei weitere Schüsse. In seine Wohnung geflüchtet, schoß er sich eine Kugel durch die Brust und starb auf dem Wege zum Krankenhaus. Eine aus einem Leutnant und vier Mann des Kaiserjäger- regiments bestehende Skipatrouille wurde von einer Schncelawineüberrascht. Der Leutnant und zwei Unteroffiziere retteten sich, die beiden anderen wurden als Leichen aufgefunden. . Ein Lawinenunglnck, dem zwei Kaiserjäger zum Opfer sielen, ereignete sich unterhalb des Rangger Köpsls. Bekanntmachung. ES ist eine Beratnngsnelle für Läuglingsvstcsr in Büdingen errichtet worden, die den Zweck hat, Müttern unentgeltlich ärztlichen Rat m Ernährung und Pflege ihrer Säuglinge zu erteilen. Diese sollen möglichst früh nach der Geburt zur Ratserteilung und regelmäßigen Beobachtung zur Beratungsstelle gebracht werden. In geeigneten Fallen wird auch die Unterstützung durch Lieferung guter Milch, oder Gewährung von Stillprämien oder Kmderwäsche ermöglicht werden. „ Ä M Leiter der Beratungsstelle ist Herr Dr. med. Otto Brettel. Sprechstunde findet alle 14 Tage Freitags, von 10—11 Ubr vormittags, beginnend Freitag den 24. ds. Mts. in einem Zimmer des neuen Bolksschulgebaudes (Erdgeschoß) statt. Ich fordere alle Beteiligten auf, vertrauensvoll die Hilfe der Beratungsstelle in Anspruch zu nehmen und bitte die Bevölkerung, vor allem die Herren Aerzte, tue Hebammen, die Stadtschwestern, die Krankentanen und tue Damen des A licefrauenvereins bet Einrichtung ihr lebhaftes Jntereffe zuzuwenden und anregend auf den Besuch der Stelle hinzuwirken. iBd'1'. Büdingen, den 13. Februar 1911. Der Vorsitzende der Zweigstelle itn Streife Büdingeru Boeckmann. Bekanntmachung, Dienstag den 21. d. Mts. vormittags 11 Ubr wird in hiesiger Bürgermeisterei die zum Ausweisen zweier Wohnräume im Armenhaus notwendige Weißbinderarbeit wenigstnehmend ver- ftätiflt. + Allendo r f a. b. Lba., 18. Febr. Im Lmndatal ist man zurzeit wieder überall daran, die an der Lumda stehenden Erlen, Weiden usw. umzuhauen. Den Krümmungen des Baches folgend, trugen die Büsche, Sträucher und Bäume dazu bei, das Landschaftsbild zu verschönern und den Vögeln Schutz zu gewahren. Auch den Imkern wird dadurch ein guter Teil des Futters für ihre Bienen genommen. Kahl und öde wird die Lumda für längere Zeit ihre User den Sommergästen und Anwohnern zeigen. = Lich, 17. Febr. Der im ersten Geschäftsjahr stehende V o l k s b i i o u n g s v c r c i n cniiallei bereue in uieicni Winter eine recht rührige Tätigkeit. Außer einem bereits veranstalteten „Fritz Reutet- uitu einem „Wu^un Duich-Adeno" werden )uai)> rend des Winters an zwei Wochentagen regelmäßig Vorträge gehalten, die sich eines dauernd regen Besuchs erfreuen. Für nächsten Freitag ist eine Aufführung von Lessings „Minna von Barnhelm" dura) das Roein.^caiiiuwe Verband-.'u-cal er vorgesehen, die nicht nur den Bewohnern von Lich, sondern auch denen der nicht an der Bahnlinie gelegenen Orte Gelegenheit zum Besuch einer guten Volksvorstellung geben wird. Der Verein hegt bre Hoffnung, dadurch auch die ländliche Bevölkerung zu einem fleißigeren Besuch des Gießener Stadttheaters anzuregen. Kreis Frzedderg. ch. Gambach, 17. Febr. Heute morgen stürzte der Landwirt Jakob Reuhl vom L-ch eu er g e r ü st in die Tenne und verletzte sich erheblich. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Langen, 17. Febr. E i n Raubanfall, der dieser Tage auf den Petroleum Händler Heinrich S e h r i n g hier verübt wurde, wird jetzt belantU. Als Sehring mit seinem Fuhrwerk abends gegen 10 Uhr auf der Landstraße zwischen Offenthal und hier nack) Hause fahren wollte, würben plötzlich von verdächtigen Gesellen die Pferde aujgehalten und verschiedene Schüsse abg^ gehen, die zum Glück nickst trafen, aber die Pferde scheu machten. Dadurch gelangten die Räuber, die es anscheinend auf die Geldtasche des Sehring abgesehen hatten, nicht zu ihrem Ziele. Der Ueberfallenc güt als nüchterner Mann, doch ist es auffallend, daß er den Raubversuck) nicht sofort meldete, so daß man die Spuren rascher hätte verfolgen können. Auch erregt es Zweifel, daß keine Schnßfpuren zu finben sind. n. Offenbach, 17. Febr. Mit dem Bezug der neuen Oberrealschule am Friedrichsplatz, der vormissichtlich zu Anfang des neuen Schuljahres erfolgen dürfte, ist gleick^citig auch eine Trennung in der Leitung dieser Anstalt vorgesehen, da die Schülerzahl auf nahezu 900 angewachsen ist. Während der jetzige Direktor, Geh. Schulrat Jäger, die Direktion in dem Neubau übernimmt, ist als Leiter des Teiles der Anstalt, der in dem allen Rsalsckmlgedäude am Stadtl-aus verbleibt, Direktor Karg von der Realschule in Butzbach ausersehen. Geh. Schulrat Jäger war früher ebenfalls Direktor der Butzbacher Realschule. tzeffcn-Nafjau. X Marburg, 17. Febr In einer gestern abend im Seebodeschen Saale abgehaltenen, von etwa 100 Handwerksmeistern besuchten Versammlung sprach der Schreinerobermeister Kniest aus Kassel über „Die Unterstützungen der Forderungen des Handwerks durch den Hansa- la. Schweinekleinfleisch gar. tnlänb. tieräntl. unters, faub. Ware in Kübeln von 30 Pfd. an, oer Pfd. 25 Pfg. Postkolli enthalt. 9 Pfd. 2.80 Mk. la. pef. Eisbein iDickvein ohne Spitzbein» per Pfd. 52 Pf». la. gef. Kövfe mit voller Backe, ccr Pfd. 42 Pfg. Knochenfreies Schweinefleisch, tafelfertig, Der Dose ibrutto 10 Pfd.' 5.50 Mk. Alles ab hier per Nachnahme. Nichtgefallendes retour ssH/s Alb. Carsten», Altona a. Elbe 47. Adleratraase 71. Bei bevorstehendem Frühjahr empfehle mich im Anfertigen von Gartenhütten nnd -Lauben, Baum-, Wasch- und Rosenpfählen, sowie halbrundem und kantigem Spalier 1213 Ziiwerplf o. Sägewerk Georg Schnbecker, Gieta rVucksachen aller Art Wi^ liefert in jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 •* Einer Unsitte, wie sie auf dem flachen Lande sehr oft geübt wird, müßte ganz gehörig gesteuert werden. Nachstehender Fall, der sich kürzlich zuaetragen hat, foL Wer zur Warnung aller, die es nicht lassen können, erzählt werden. Ein Mann, der morgens vor Tagesanbruch verreisen wollte, begehrte von seiner Ehehälfte ein Früh' stück zur Wegzehrung. Da die Butter alle war, begab die Frau sich eilig weg, um solche zu holen. 9hif der Hälfte ber Haustreppe der Bulterleme angelangt, öffnet sich p-ötz- sich die Haustüre und — o Schreck — der Inhalt eines nützlichen, unentbehrlichen Töpfchens ergießt sich in großem Bogen der Ankommenden gerade ins Gesickt. Pustend unü triesend trat die derart Begrüßte eiligst den Rückzug an. Das Frühstück siel mäßig aus. . ** Maul- unb Klauenseuche. Neue Ausbruche der Seuche sind gemeldet aus: Lenne, Regierungsbezirk Arnsberg und Neuler, Württemberg LandlreiS Gictzen. ch. Großen-Bufeck, 17. Feor. In Lollar e r s ch o ß sich ein löjähriger, von hier stammender Schneider- lehrt in g. Er war der einzige Sohn seiner Eltern. Die Veranlassung zu dem Selbstmord ist nicht bekannt. -- Leihgestern, 17. Febr. Dem Gesangverein „Eintracht" hier find aus Anlaß des von ihm KU Pfingsten d. I. in Verbindung mit seinem 50jährigen Jubiläum veranstalteten Gesangswettstreites von hiefigeii und auswärtigen Gönnern — darunter drei aus Amerika — außer namhaften Geldbeträgen nahezu 30 wertvolle Preise gestiftet worden. Der geschaftssührenoe Ausschuß Hal infolgedessen den Beschtujj gefall, alle am Wettlingen teilnehmenden Vereine preiszukrönen. Außerdem erhalten die Vereine, die die Geidprei,e erringen, gceich-eitijj wertvolle Kunstgegenstände. Für das Ehrensingen, an dem alle Vereine teilnehmen können, steht als 1. Ehrenpreis eine zu diesem Zweck gestiftete Ehrengabe von 100 Mk. in bar und als 2. Ehrenpreis ein von einer hochstehenden Per- sönlichleit gestifteter wertvoller silberner Potal und als weitere Preise wertvolle Kunstgegen,lande zur Verfügung Der Vertretertag finbet am 12. März statt. «= Watzenborn-Steinberg, 17. Febr. Heute wurde unser Bürgermeister Balth. Hirz VI. von der Kreisbehörde be- bund". Am Schlüsse der Versammlung traten viele Anwesenden dem Hansabunde bei. — Heute früh versuchte ein 12jähriger Schüler bei der Nordschule die Lal)n zu über» «chreiten. In der Mitte angelangt brach er ein und sank bis zum Hals in den dort drei Meter tiefen Fluß. Ein anderer Schüler und ein Lehrling, die chm zu Hilfe eilten, gerieten ebenfalls in die größte Lebensgefahr. Nur mit großer Mühe gelang es mit Hilfe von Leitern die Kinder zu retten. — Im Walde bei Cyriaxweimar stürzte gestern der 43 Jahre alte Gutsbesitzer Franz Kaiser von dort von seinem mit Holz beladenen Wagen und erlitt «olche Verletzungen, daß man ihn in die hiesige Klinik bringen mutzte. Tort ist er bald gestorben. w. Weilburg, 17. Febr Ter Einbrecher, der oorgeslern im hiesigen Kreishaus eine Kassette mit 2100 Mk. in bar und Wertpapieren gestohlen hatte, hat diese Kassette mit sämtlichen Wertpapieren von Frankfurt a. M. aus an den die Kasse verwaltenden Kreisausschuß-Assistenten zurückgesandt. In barem hat der Einbrecher nur J5 Mark erlangt. Birkenstämme, 22 Eichenderbstg., 10—14 Buchenderbstg., 9—10 Eschendervstg-, 9—12 ,. 2. Brennholz: Letzte Nachrichten. R. B. D a r m st a d t, 18. Febr. Landgerichtsdirektor Rüster ist vom 1. April ab nach Berlin berufen worden, um an der Beratung derStrasprozeßordnung mitzuwirken. :: Köln, 18. Febr. (Privattel.) Das Presbyterium der hiesigen evang. Gemeinde wurde vom Oberkirchenrat zur Aeußerung über die Angelegenheit des Pfarrers Jatho aufgefordert. Ter Oberkirchenrat erkennt gleichzeitig die offene Art an, mit der Pfarrer Jatho die ihm vorgelegten Fragen beantwortet habe. Berleburg, 18. Febr. Der kürzlich verswrbene Ar-t Dr. Voß vermachte dem Kreis Wittgenstein sein über 300 000 Mark betragendes Vermögen. B e r [ i n , 18. Febr. Der Oberpo st direkt orBer- lins begab sich mit verschiedenen Post und Telegraphen- beamten nach England, um die englischen Telegrapheneinrichtungen zu studieren, insbesondere das Haupttelegraphenamt in London zu besichtigen. An zweckmäßigen Einrichtungen ist dieses, das bis vor wenigen Jahren unter Leitung von Deutschen stand, besonders reich. Paris, 18. Febr. Wie der Gouverneur von Französisch- 2leguatorialafrika meldet, nahm in Darkouti der Sultan S e n o u s s i eine feindselige Haltung gegen Frankreich an. Er versuchte, nach dem ägyptischen Sudan zu fliehen, wobei er die Bevölkerung Darkoutis trotz chres Wunsches, int französischem Gebiet zu bleiben zwang, sich ihm anzuschlreßen. Die Kompagnie des Hauptmanns M o o a r, die beauftragt wurde, den Auszug zu verhindern, griff den am 12. Januar bei Tata oerschanzten Sultan trotz heuigen Widerstands an Ter Feind hatte dreihundert Tote, darunter, den Sultan unb drei seiner Söhne, mehrere namhafte Führer und vierhundert Verwundete. Auf französischer Seite fielen acht Schützen. Verwundet wurde ein Leutnant, ein Sergeant und achtzehn Schützen. Der Sieg ist für die politische Lage in Darkouti von günstigem Einfluß. Lissabon, 18. Februar. Der Minister des Aeußern und der französische Gesandte haben gestern ein vorläufiges Handelsabkommen unterzeichnet, das für beide Länder die Gewährung der Meistbegünstigung vorsieht. Tanger, 18. Febr. Die Rädelsführer des jüngsten Ueberfalls auf französische Truppen haben bei dem spanischen Konsul in Rabat Steuerscheine gelöst, sind also als spanische Schützlinge anzusehen. Die französischen Behörden haben deshalb eine Untersuchung eut- ,geleitet _______________________________________________________ W Stadt. Gewerbe-Akademie Polytechn. Friedberg (Hessen) leatitet f> Bahn-Min. v. Bad Nauheim, '. Bahnatde.v. Frankfurt a.M. ibuu. (.Maschinenbau, Eiaktrat., Architekt, u. Baulnaenleurwea. Progr. d. d. Sekret. Beginn der Semester: April u. Oktober. Essen, 17. Febr. Ter im Januar eptrite Abf atz des o b l c n i l; n d i l a 1 s bat das vormonalliche Ergebnis nicht ganz erreich! unb das Verhältnis des Absatzes zu den Beteiür» gungsantcilcn der Mitglieder ist von 92,96 pEt. auf 91,14 pCt. gesunken Ter Rückgang entfällt fast ausschließlich am den .Üohlcn- abiatz. Eine Berichlechlciung der Marktlage ist inbenen, abgesehen von dem 2tbiatz für hen Hausbrandbedarf, der infolge miltei Witterung nadtgrlaiint bat, nicht bemerkbar geworden, besonders ist der Msatz für den Verbrauch der Industrie ziemlich unverändert geblieben Dabei ist noch darauf hinzuweisen, daß das günstige Absavergebnis der Akonate November und Dezember aui Vorbezüge zurückzuführen ist, zu denen Befürchtungen über zu erwartende Arbeiterausstände Anlaß gegeben babeit Ter Absatz in Hochofenkoks hat gegenüber dem Absatz im Dezember im wesentlichen durch Aus hören der Aushilflieserungen an die oft- französisck)en .Hüttenwerke eine geringe Abschwächung erlitten, die jedoch durch gesteigerten Llbsatz in den übrigen Kokssorten ausgeglichen wurde, so daß der Gesamtabsatz nahezu auf der Vormonat- lidicn Höhe blieb Im Brikettabsatz ist infolge großer Ausfuhr gegen Dezember eine Zunahme zu verzeichnen._______ Spielplan öes grantfuder Komööicni)aujes. Freitag, camstag und Sonntag: ,ftaier üanwe.“ Sonntag: Matuw ,ötinpliciilnnu6*. Montag: 1. ftammetfinelabenb .Amptn- liyon". Tienstag beginnt daS Wiener ftunst-Theaier Anzengruber- Enfeinble) sein Gaslsviet mit dem Volksitück .Hand und Herz-^ siür die (jafinacbtsiagc ist ein buntes Programm mit literarischem Einschlag zusammengesteUt worden: e€ findet die Uraufführung der Tragikomödie „Ter lot) des Prinen Karneval* ans dem ZykluS „Tie yacfel des Eros" von ßriebrtd) Irreska statt: ferner gastieren die bekannten ChunsonlerS Vta-na Delvard und Ü)larc Henr^, anßeidem werden bekannte Bilder auS dem Resnizek-Atbum mit Dialogen vorgeführt. TAPETEN! ä ’ • | ■ MQUJBEJITZERN 25%DABATT All alle lilirrnlcii Wjihlrr hrs Wahlkreises Gieße« - Griiabers - W« Sie wissen, daß es uns gelungen ist, Herrn Pfarrer Karell in König- städten als Kandidat für diese Neuwahl zu gewinnen. Die Freude, mit der diese Nachricht begrüßt wurde, uud die frohe Mitarbeit vieler Frauen und Männer, die sich uns sogleich zur Verfügung gestellt haben, beweisen, daß die Vcrtrauensniänner- versammlung das Rechte getroffen hatte, wenn sie Herrn Pfarrer Korell so dringend gebeten hat, uns das Opfer zu bringen. Er hat aus reinem Pflichtgefühl heraus seine schweren Bedenken gegen seine Kandidatur unterdrückt; nun darf cs an uns nicht fehlen! Helft uns, ihm Genugtuung zn verschaffen für alle die häßlichen Schmähungen und Verdächtigungen, die gegen ihn Ivie eine Welle von Schmutz u. Unrat hcrangcwälzt werden. Helft uns die noch Untätigen hcranzuziehen zur Mitarbeit; sie daran zu erinnern, daß cs nichts nützt, über den schwarz-blauen Block zu räsonuieren, wenn man nicht die Energie hat, an Känipfen, wie es der jetzige ist, teilzu- nchmcn. Uebcrlegt es Euch, wo Ihr mit Hand anlcgen könnt und dann werft unseren Stimmzettel in die Wahlurne. Laßt Euch nicht irre machen von den Gegnern! „Ihres Bellens lauter Schall beweist nur, daß wir reiten". Schon schreiben unsere Gegner selbst, daß ihr Besitzstand schwer bedroht ist. Sagt ihnen, daß es feige ist, über uns nur herzuziehen, wenn kein redegeübter Freund zugegen ist. Sagt es Ihnen, wie Ihr über Menschen denkt, die alle Häßlichkeiten des Antisemitismus wieder aufleben lassen, und sich dann noch beklagen, wenn man sie als Antisemiten bezeichnet. Sagt es ihnen, wenn sie den ersten Psalm gegen unseren Führer zitieren, weil er im „Rate der Gottlosen" sitze, daß in der Bibel auch über die Selbstgerechten und die Heuchler manch kräftig Wörtlein steht. Und wenn sie denunzieren in den Zeitungen und in Eingaben, so ruft ihnen das wackere Sprüchlein vom Denunzianten in die Ohren, vielleicht schämen sie sich dann. Steht fest gegen rechts! Wir hessischen Fortschrittler haben nicht nur unsere ganze Partei hinter uns, auch die allermeisten Nationalliberalen - außerhalb Hessens freilich nur, — stehen nicht zu dem Herrn von Hehl, sondern zu Herrn Paasche, der soeben erst den Kampf gegen den schwarz-blauen Block und nicht den gegen links als die wichtigste Aufgabe des Liberalismus bezeichnet hat. Steht fest gegen links! Wir haben kein Bündnis mit den Sozialdemokraten, sie sind unsere Feinde, wie wir die ihrigen. Wir wissen, daß die Siege der äußersten Linken eine Folge sind der schwarz-blauen, rückschrittlichen Politik, und daß es ein ebenso unwürdiges wie vergebliches Unterfangen ist, die sozialdemokratischen Ideen mit den Mitteln der Gewalt zu bekämpfen. An alle libcrnkn Männer wenden wir »ns, an alle frei Gesinnten, gerecht Denkenden, sozial Einpfindcndrn. Neber jedes Erwarten gut war der Beginn unseres Kampfes. Nun helft uns zum guten Fortgang und Ende! « Das Wahlkomitee der Fortschritt!. Volkspartei.