161. Jahrgang Zwmer Vlatt Nr. 1b Erscheint Uigllch mit Ausnahme deL Sonntage. ieters) u r Verhütung des r a n k e n k a s s e n von Sank unseres ufs Zckmück In seiner Schlichtheit und stillen Größe hebt sich der I baren Vorgänger der Korallen und Schwämme und gehören zu bet Stern würdig von den mit Goldbuchstaben und glänzenden Poli-, Periode des Erwachens des Lebens........ — Ein wertvolles Perm ächt n i s für das Braun-, der srheits- ‘derzeit 3ni zur turnt versehenen, aber doch nichtssagenden bäuerlichen Grabmalen aus deni Kirchhof ab. Umgeben ist er von dunklen Nadelhölzern, von Lebensbaumen und verschiedeneil Tannenarten, die für den Hellen Stein einen wirkungsvollen Hintergrund bilden." schweiger Museum. Der bekannte Kunstsammler August Basel, der am 3. Juni 1910 starb, hat dem herzoglichen Museum, in Braunschweig den größten Teil seiner überaus wertvolles, Sammlungen vermacht. Ueber diese großartige Bereicherung berichten die beiden Vorstände des Museums, Eduard Flechsig und Christian Scherer, im Cicerone. Der kostbarste Bestandteil von Basels Kollektionen war seine Sammlung von Kupferstichen und- Zeichnungen, die bei einer Auktion wenigstens 400 000 Mark! gebracht haben würde. Es gelangen dadurch rund 7000 Blätter in das Herzogliche Museum, die die bereits vorhandenen Bestände auf das Trefflichste ergänzen, denn der Sammler hatte bei der Erwerbung vielfach auf die Lücken des Museums Rücksicht^ genommen. Besonders gut sind die Kupferstecher des 17., 18. und 19. Jahrhunderts vertreten, so ist z. B. das vollständige Veuvre Chodowieckis vorhanden. Sehr reichhaltig ist auch die Menzelsammlung, die vor allem eine Fülle der heute sehr seltenen frühen Lithographien aufweist. Nicht ganz so vollständig, aber auch sehr gut ist die graphische Kunst des 16. und 15. Jahrhunderts vertreten; sie weist einige besondere Seltenheiten auf. Neben 140 Aquarellen und Handzeichnungen umfaßt das Vermächtnis sodann ein paar vorzügliche altdeutsche Bilder; andere Gemälde der Baselschen Sammlung sind dem Vaterländischen und dem Städtischen Museum in Braunschweig zugefallen. Tie prähisd)- rische Abteilung des Vermächtnisses umfaßt mehrere hundert Stein» geräte aus den verschiedensten Teilen Braunschweigs, sowie Urnen, Bronzcgeräte usw. Von kunstgewerblichen Arbeiten ist am besten ine Keramik vertreten. Unter den anderen Gegenständen ragen ein spanischer Elfenbeiniasten unb ein romanischer Altarlenö^ep hervor. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. W i s s e n s ch a f t. Shackleton plant für den Sommer 1911 eine Reise na# Spitzbergen, um festzustellen, ob sich die Insel während der Sommermonate als Heilttätte für Lungenkranke eignet. Für 1912 trägt sich Shackleton bereits mit dem Gedanken einer großen Südpolarexpedition, auf der vier Landexpedilionen Vorgehen sollen. — Professor Wilhelm Berger, der Leiter der Meininger Hofkapelle und bekannte Liederkomponist, ist in Jena an den Folgen einer schweren. Magenoperation gestorben Berger war der Nachfolger Steinbachs. Er war 1831 geboren und leit 19.03 Leiter der Meininger Kapelle. Der Marinchaucha» im Vudgetaurschutz. :: Berlin, 18. Jan. Im Budgetausschüß machte Admiral Dährhardt nähere Mitteilungen über den bedauerlichen Unfall des Unterseebootes Nr. 3, bei dem 2 Offiziere und 1 Matrose den Tod gefunden haben. Der Vorsitzende spricht das innige Mrtgesühl des Ausschusses an dem Unglück aus. Der Ausschuß verhandelte heute zunächst über die Neuregelung der Besoldungsve.hä'tnisse dec K a n z l e i b e a m t e n i m Reichs- Die Enijcheidmrg über das Zchicksa! der Rnchsverslcherungsordnung. :: Berlin, 18. Jan. Der Reichsversicherungsausschuß halte heute die entscheidende Stellung zu nehmen zu der Foroernng der Regierung, die in erster Lesung gestrichene Bestimmung des Entwurfs wiederherzustellen, toonaü) der Vorstand der L a n d k r a n k e n k a s s e n nicht aus einer Wahl hervorgehen, sondern Dom Gemcindeverband Tie „Gießener ZamMenviSNer" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt fir den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- sragen" erscheinen monatlich zweimal. W Bahnhofstrasse 51 MDM Wissenschaft und Leben. — Schon Herrs Pläne. Tie bereits mitgeteilte Verleihung des Grillparzer-Preises an Karl Schönherr wurde von der historisch-philosophischen Klasse der Akademie der Wissenschaften mit der Begründung vollzogen, daS Preisgericht erkenne in Schönhens „Glaube und Heimat" das beste deutsche, dramatische Werl, das in den letzten drei Jahren aus der deutschen Bühne zur dlufführung gelangte. Es stelle der Bezeichnung gemäß wirklich die Tragödie eines Volkes nt so großartiger Weise dar, daß es in dieser Hinsicht nur wenige drama- lischc Schöpfungen in der deutschen Literatur erreichen ober ihm auch nur naheioinmen. lieber seine nächsten Pläne hat sich Schönherr wie folgt geäußert: Nach dem großen Erfolg von „Glaube und Heimat" widme ich mich jetzt einer Arbeit, die ich eme Rastarbeit nennen möchte; ich.beschäftige mich jetzt damit, die Skizzen, die ich in letzter Zeit geschrieben und wohl auch publiziert habe, zu einem Skizzenband „Aus meinem Merkbnch" zu vereinen. Sein Drama „Glaube unb Heimat" sei binnen einer Woche entftanbe;;. Eigentlich sei dieses Stück ein Outsider. _ Tenn bevor er sich dieses Trauerspiel eines Volles von der Seele schrieb, habe ihn ein anderes Werl' beschäftigt. Er habe dieses aber liegen lassen und das Trauerspiel aus den österreichischen Alpen in wenigen Tagen vollendet. Er erzählte weiter, daß er ein neues Bauern stück fertig habe, das das Thema der Fruchtbarkeit behandelt und den Titel führt „E i n g e s e g n e t e s I a h r". Er wolle es zuerst am Wiener Burgtheater aufführen lassen, wenn die •3enr.tr keine Schwierigkeiten mache, rochönherr sprach dann über den N i e d e r g a n g d e s V o l k s st ü ck s in Wien und betonte, der Staat habe die Pflicht, die Aufführung von Volksstücken zu unterstützen. Sein Ideal wäre eine österreichische National b ü h n e. — Wilhelm Buschs Grabstätte. Seit einiger Zeit ia. folo hat die Grabstätte, in der der Großmeister des deutschen Humors den letzten Schlaf schlaft, ihre endgültige Gestalt erhalten. Auf dem kleinen Friedhöfe des Dörfchens Mechtshausen liegt sie gleich am Eingang linker Hand, von einem schmiedeeisernen Gitter umgeben. „Zu Häupten," berichtet Heinrich Heine-Nordhausen, der unlängst eine Wallfahrt an Buschs Grab unternommen hat, „steht ein von der Hand eines Künstlers in München gearbeitetes Grab, mal. Es ist ein schlichter Stein aus hellem Muschelkalk, etwa andertl>alb Meter hoch, 40—50 Zentimeter dick und unten wohl einen Meter breit, an den Seiten nach oben glockenförmig ab gerundet. Nur der Name „Wilhelm Busch" steht daran in aus gehauenen Buchstaben, mit einem Kranz umgeben, weiter hchn,'verbunden war- Donnerstag, 19. Januar 1911 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnioerfitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:e-^112. Tel..AdruAnzeigerGießen. W*%> ** Für die Sitzung der Stadkver ordneten^ V e r s a m in l u n g am Freitag, 20. Januar, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt worden: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Baugesuch Karl Wchrurn für Crodnerstraßc 49. 3. Baugesuch Karl Horn für Marltstraße 28. 4. Baugcsuch E. Blödner Nachfolger für Plockstraße 2. 5. Dispensgefuch des Edi Kohlcrrnanu ür Wetzlarer Weg. 6. Dispensgefuch des H. Horn für die Bleichstraße. 7. DispenSgcsuch des Einil Schön für die Neu- tadt 16. 8. Dispensgefuch des Konrad Rübsamen am Wismarer Weg. 9. Dispensgefuch Hermann Flick für Bismarck- kraße. 10. Dispcnsgesuch Hes Konrad .Häuser für Riegel- ffab 21. 11. Bauausführungen auf dem Brhnlfof. 12. Aus- kellung einer Wagenremife durch die Deutsch amcrik. Petroleumgesellschaft' auf Flur 8 Nr. 23. 13. Anlage einer Graben - Überbrückung im 3. Feld rechts der Lahn. 14. Anschluß Nord- Anlage 9 an das eleltr. Kabelnctz. 15. Desgl. Neuenweg 29. 16. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 17. Genehmigung von Handabgabcn aus dem «Ltadtwald. 18. Genehmigung von Rechnungen. 19. Rechnungsabschluß des Gas- und. Wasserwerks für 1909. 20. iDesgl. des Elektrizitätswerks- für 1909. 21. Rechnung der Armenkasse für 1909. 22. Gesuch der Marie Luise Kreyer um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft im Hause Walltorstraße 37. 23. Gesuch des Theodor Rösch um Erteilung der Erlaubnis zur Veranstaltung von theatralischen Vorstellungen im .Hau,e Walltorstraße 36/38. ** Liebig-Museum. Professor Dr. Sommer inj Gießen teilt uns als Vorsitzender des Arbeitsausschusses für die Erhaltung des Liebig-Laboratoriums mit, daß ihm von ungenannter Seite für das zu errichtende Liebig- Museum 1000 Mk. zugegangen sind. Für die hochherzige Spende dem Geber oder der Geberin herzlichsten Tankl Es ist außerordentlich erfreulich, daß, nachdeni schon beträchtliche Summen größtenteils von Nichthessen einge- gangcn sind, nunmehp nach der öffentlichen Darlegung der ganzen Sachlage in der vom Gießener Bürgervercin veranstalteten Versammlung auch das Interesse in Gießen selbst sich immer mehr regt. 2luf diesem Wege ist Aussicht vorhanden, daß das Werk zur guten Durchführung kommt. ** Fürs orge für entlassene Gefangene.-. Wenn der Gefangene die Strafanstalt verläßt, fehlt es ihm" nur zu oft an den nötigsten Kleidern und Schuhen; ber* Anzug, in dem er verhaftet wurde, wird ihm zwar bei der Entlassung ausgehändigt, befindet sich aber meist in einem) sehr dürftigen Zustande. Den „besseren" Anzug fat bic Familie wahrcnb ber Inhaftierung bes Ernährers versetzen müssen. Der kärgliche Arbeitsverbienst, beit ber Entlassene aus bcin Gefängnis mitbringt, reicht nicht zur Deckung ber bringeubften Schulben, bie inzwischen für Miete und dergleichen erwachsen sind, geschweige denn zur Beschaffung ' von Kleidungsstücken. Der hessische Schutzverein für entlassene Gefangene hilft zwar wo er kann, und gerade bie Ausgaben, bie in den letzten Jahren burch Anschaffung von Kleibungsstücken unb Schuhen erwachsen, sinb ununterbrochen gestiegen. Der- jAusschuß gut geheißen. Weiter staub noch zur Beratung bie von ber Ministerial- abteilung für Forst- unb Kameralverwaltung in Aussicht genommene Vermin berung ber Oberförsterei-- bezirke, zu welcher Frage das Mitglieb ber Ersten Kammer, Fürst Isenburg-Birstein, in einer ausführlichen Denkschrift bem Ausschuß eine Reihe geeigneter Vor schlage unterbreitet hat. An ber hieran angeknupften Aussprache beteiligten sich Geh. Justizrat Prof. Dr. Schm ibt, bie Abgg. Brauer, Molthan u. a., während als Regierungsvertreter an Stelle des verhinderten Geheimrats Wilbrand der Geh. Oberforstrat Walter nähere Erläuterungen gab. In einer demnächst ftattfinbenben Sitzung soll noch weiter über die Ersparnisvorschläge bezüglich der Ober- rechnungskammer und über die Zuschüsse für bic Lanbwirt- schaft usw. beraten werben. * R. B. !D armftabt, 18. Jan. Der Gesetzgebungsausschuß ber Ziveiten Kammer trat heute nachmittag unter Vorsitz bes Abg. v. Brentano zu einer Sitzung mfammen, bic sich bis abenbs 6 Uhr ausoehnte. Zur Be Talung stand zunächst der Antrag betr. bic Einführung zweijähriger Bubgetperiobcn, ber mit allen gegen eine Stimme abgelehnt würbe. Dann würbe vom Ausschuß bic Regierungsvorlage, betr. bie Stockholz - Berechtigung, angenommen. Der Antrag K öhler- L a n g s b ö r s, betr. die Fideikommisse, wurde vorläufig zu ruck gestellt, ebenso bie Vorstellung bes Hessischen Lanbesvereins für Toten ein ä sch erung in Darm stabt, 'die Feuerbestattung betresfenb. Die Vorstellung Les Hessischen Landesvereins für Frauenstimmrecht, tetr, die Zulassung ber Frau ;ur Schulverwaltung, soll ber Regierung als Material für bic später in Aussicht stehenbe Äevijion ber Jvlksschulgesetzgebung überwiesen werben. — Ter /Ausschuß setzt morgen seine Beratungen um 10 Uhr fort. bestellt werden soll. Staatssekretär Delbrück hatte gestern die Erklärung abgegeben, daß im Falle der Ablehnung dieser Vor- chrift die ganze Rcichsvcrsicherungsordnung gc- fallen sei. In der heutigen Sitzung wurde diese Erklärung durch den Ministerialdirektor Caspar noch ausdrücklich dahin^ erweitert, daß auch die sonstigen politischen M i ß b r a u ch s der ------ ------ der Regierung vorgeschlagenen Kautelcn, soweit sie in er st er Lesung abgelchnt seien, wieder- hergestellt werden müßten, da die verbündelen Regierungen sonst bie Reich svcrsichcriingsord- nung ablehncn. Dies bezieht sich vor allem auf die H älf t e -- [ung in der Zusammensetzung des Vorstandes der Ortskrankenkassen und entsprechend auch der Bei ■— Die „Nachtwa ch e" w i e d e r h c r g e st e l l t. Wie aus Amsterdam gemeldet wird, war Sonntag das vor einigen Tagen von Bubenhänden beschädigte Gemälde Rembrandts, „Dre 9t a ch t w a ch e", dem Publikum wieder zugänglich. Erne ungeheure Volksmenge strömte durch die Säle des Reichsmuseums, doch niemand blieb vor den l>errlichen Gemälden stehen, alles strebte dem kleinen Saale zu, der das kostbare Gemälde der niederländischen Schule birgt. Mair machte sich gegenseitig am die beschädigten Stellen aufmerksam, doch das geübteste Auge konnte keine Spur mehr von den drei Schrammen entdecken. Die Jöcp lctzungen scheinen demnach glücklicherweise nur sehr germgrügig gewesen zu fein. _ Ein van Dvck üerbrannt. Bei einem Brande in der Wohnung des Kimstsammlers und vielfachen Millionärs Rhsch- kow in Petersburg verbrannte das herrliche van Dycksche Gemälde „Samson und Da lila". Bilder von van Dyck in Privatgalerien sind nicht allzu häufig, da die meisten Werl- des Nteisters in den großen Museen wie dem Louvre untergebracht sind. Das Bild entstammte wahrscheinlich der besten italienischen Zeit vmr Dycks. . — Eine geologische Entdeckung m b er Ant- arcti*. Nach einer Unterredung mit Ray Priestley, die kurz vor seiner Wfahrt mit Kapitän Scotts Schiff „Terra Nova", in ber Presse von Neu-Seeland veröffentlicht wurde, ist eine wichtige geologische Entdeckung gemacht worden. Prießley^der seit einigen Monaten im Verein mit Professor David in Sydney an der Denkschrift über das geologische Werk der E. Shäckletonschen Expedition arbeitete, erklärt, daß er während jener Expedition ein Stück Gestein auf dem Beardmore-Gletsch?r entdeckte, das sich jetzt nach genauer Untcrina/ung als zu der Klasse der kambri- s ch e n Forschung gehöric erwies. Es .scheint, als ob eine ähnliche Formation in den letzten Jahren von Briffith Taylir in Süd-Australien aufgesunden wurde, der ebenfalls zu Kapitän Scotts wissenschaftlichem Stab gehört. Die in bicien Jieibeil Gcsteinsarten aufgefundenen Fossilien surd identisch und die ^cküuß- folgerung ist, daß in einer nicht allzu entfernt liegenden Seil arctis mit dem Festland von Australien Diff erwähnten FoWien jvch die unatittel- Die Vereinfachung der hesstschen Staatsverwaltung. R. B. Darmstadt, 18. Jan. Der parlamentarische Ausschuß für Wer- teinfachung der Staatsverwaltung hielt heute .unter Vorsitz des Staats Ministers Ewald im Sitzungssaal der Ersten stamm er eine vierstündige Beratung ab, der auch die Minister o. Hornbergk, Geheimräte Dr. Becker #unb 'Seit, Ministerialrat Dr. Hölzinger unb Geh. Oberforstrat Walter beiwohnten. Es würben zunächst .die zum F u stizh au sh a 1t gemachten Ersparnisvor- schlage bezitglich der höheren Beamtenstellen beraten unb die Vorschläge der Regierung angenommen. Ueber bic Stellung bes Finanzausschusses dazu berichtete Abg. Dr. .Osann. Dann fanb eine eingehenbe Besprechung über 'die Vereinsachungsvorschläge im Ministerium des Innern statt, wobei Minister v. Ho m b ergf über bic von ber Regierung vorgeschlagenen Vlbäitbeningcn berichtete. Aach leim Kapitel Genbarmerie würben verschiedene Vor- Ichläge zu Ersparnissen erörtert, wobei ber zu biefent Kapitel eiugdabene Genbarrncrieoberst v. Norrnann auf Wunsch verschiebener Ausschußrnitglieber über Organi sationssragen usw. näheren Aufschluß gab. Gegenüber einer Anregung bes Abg. Ulrich, beit militärischen Cha ratter bes hessischen Genbarmeriekorps zu beseitigen, betonte bav Mitglieb ber Ersten Kammer, Graf Stvlb er g- Roßla unb Abg. Brauer bic Notwenbigkeit ber Beibehaltung ber jetzigen Genbarmerieorganisation. Im übrigen würben bic Vorschläge bes Ministeriums über bic in ben verschiebenen Ressorts vorgesehenen Vereinfachungen vom tragspflicht. . r, . ... Tas Zentrum hat daraufhin leinen gestrigen Antrag, über bic Frage der Hälstclung erst am Schlüsse der Beratung zu entscheiden, zurückgezogen. Die Beratung erstreckt sich zunächst nur gut den 8 343 über den Vorstand der Landlrankenkasien. Em Vertreter des Zentrums tritt jetzt für die W i e d c r h e r st e l - lung des Paragraphen ein und crflärt gegenüber den Vorhaltungen von volksparteilicher, sozialdemokratischer unb be- onders auch polnischer Seite, daß man sich in einer w a n g^s- läge befinde und es sich hier nur darum handele, den h 343 anzunehmen oder das ganze Gesetz scheitern zu laßen. ^.ie Regierung werde nicht nachgeben. Die Abltimmung der Tutglicbcr des Zentrums im Ausschuß werde lediglich eine persönliche fein, da mit der Fraktion bisher noch keine Fühlung genommen werden kOliNte. L an ■ ■ Auf Anfrage von volksparteilicher Seite erklärt Ministerialdirektor Caspar, Uurch das in den nächsten Tagen dem Reichstage z U g e h e n d e Einführnngs- gesetz zur Reichsversicherungsordnung werde sest- gelegt werden, daß die in ländlichen Ortskrankenkassen versicherten Arbeiter gegenüber dem heutigen Zustande nicht schlechter gc|teUt Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen aiic nationalliberale Fraktion tritt für die Regre- tungsvorlage ein. Der Vertreter der wirtschaftlichen Ver- cmigung erklärte sich für seine Person gegen ben § 343 Em Mitglied der fortschrittlichen V o l k s p a r t e i betont, datz die ablehnende Haltung seiner politischen Freunde gegenüber ben Lanbkrankenkassen unb ihrer Einrichtung die endgültige Stellung seiner Fraktion zur gesamten Reichsversicherungsordnung in t e i n c r Weise fest! ege. Die Abstimmung ergab bic Wiederherstellung des § 343 in folgender Fassung: „Bei der Landkrankenkasse wählt die Vertretung des Gerncindeverbandes den Vorsitzenden unb bic anderen Mitglieder bc* Vorstandes, darunter einen oder mehrere (Stellvertreter des Vorsitzenden. Diese Mitglieder müssen zu c i n e m D r i 11 e l aus d en b e t e i l i g t e n Ar b e l t g eb e r n, zu zwei Dritteln aus ben beteiligtcn Ver 1 ichcr- ten bestimmt werden. Die oberste Verwaltungsbehörde kann bestimmen, daß der Vorsitzende unb bic anderen Mitglieder des Vorstandes gewählt werden, wie die Vertreter im Ausichuy/ Die 23 e ft i nt m u n g über bic Dri11elung w urdc aus Antrag bes Zentrums angenommen. In ber Gesamtabstimmung über den § 343 stimmt das Zentrum geteilt. Tie Annahme erfolgt mit 15 gegen 13 Stimmen Dagegen stimmen vier Zentrumsabgeordnete, die Fortfchnttler, die Sozialdemokraten unb bic Vertreter der wirtschaftlichen Vereinigung und der Polen. , . _ _ . . Die §§ 344 bis 348 über die Zulammensetzung des Ausschusses werden Wit redaktionellen Acnderungen der Fassung der ersten Lesung angenommen. Auch hier wird ber Ausschuß gedrittelt. L Zu § 349 wird beschloß en: Die Landesregierung kann in solchen Bezirketi von Versicherungsämtern, welche ausschließlich aus Land- und Stadtgemeindcn zusammengesetzt und in denen selbständige Gutsbesitzer nicht vorhanden sind, das Wahlrecht den Vertretungen ber einzelnen Gemeinden übertragen und hierüber näheres bestimmen. Weiterberatung Donnerstag. _______________ GieS®eslei"S«,t!* amt des Innern. Vom Zentrum werden weibliches Arbeitskräfte empföhlen, bereit Vorzug von der Leitung der Reichsdruckerei ausdrücklich anerkannt worben sei. Der Staatssekretär erklärt, die weiblichen Arbeitskrättc feien weniger leistungsfähig, so «daß ihre wettere Benutzung Bebenkei^ habe. Ter Smatz sekretär hält unser Kanzleiwesen noch stlv weiter entwicklungsfähig. . . Als Folgerung der -?lusfprachc ftellt das Zentrum den Antrag, daß im nächsten Haushalt eine Anzahl der Kanzlei- [teilen bei sämtlichen Zentralbehörden als künftig wegfallend bezeichnet unb bic Diätarstellen beschränkt werden Es wird fest- gestellt, daß Kaiizleibeamren bisher noch eine Gttraocrgutung erhalten haben, sobald sie innerhalb ihrer fiebcnftüiibigcn Dienftzcil! mehr als 6 Bogen abgeschrieben haben. Der Zentrumsantrag wird einstimmig a n g c rt o nt m e^n. Am Donnerstag wird die Beratung des Marinehaushalts fortgesetzt. ___ ____ Aus und Cnnd. Gießen, 19. Januar 1911. hlager rchlager^^ , iitt 3»6«"”e,iaal ast u6eI (enpfl-g* alioU' lUtlt Schrchberetn hat aber neben der Sorge für die verwaiste [yamilic des Gefangenen, die alljährlich erhebliche Summen erfordert, vor allem die Aufgabe, fernen Pfleglingen Arbeit zu verschaffen, denn das ist die Grundbedingung für einen günstigen Erfolg auf dem Gebiete der Gefangenenfürsorge. ' Für dieses Feld seiner Tätigkeit muß er daher freie Hand haben und deshalb bedarf er dringend einer Entlastung. Zur lebhaften Genugtuung atkr wahren Freunde der Humarrität und fvzialen Fürsorge erfreuen sich die Bestrebungen des Schußvereins eines stetig wachsenden Verständnisses bei allen Kreisen der Bevölkerung. Der Vereinsvorstand glaubt daher keine Fehlbitte zu tim, wenn er sich an den opferwilligen Sinn der Einwohnerschaft Mit dem Anliegen wendet, es möchten ihm zur Versorgung seiner entlassenen Pfleglinge, namentlich im Hinblick auf den jcßigen Winter, getragene Kleider, Wäsche und Schuhe möglichst reichlich zugewendet werden. Die Verwaltung des Provinzialarresthauses Gießen hat sich bereit erklärt, Gaben der vorerwähnten 2trt für den Verein in Empfang zu nehmen. Aus besonderen Wunsch, den man der Sammelstelle zu erkennen geben wolle, werden die Sachen in der Wohnung abgeholt. ** Folgendes fyeiterc Vorkommnis hat sich gegen Weihnachten in einem Gebirgsdörfchen eines uns benachbarten Kreises zugetragen. Der dortige Nachtwächter, ein gewissenhafter Beamter, begann um 10 Uhr seine Rund- igänge. Es war höchst unangenehmes Wetter und stockfinster in den Gassen. Gut, daß er vorher in der warmen Schenke „einige" zu sich genommen. Ein angenehmes Warmegefühl durchdrang seine alten Glieder. Als er jedoch durch das Horn die elfte Stmrde verkündet hatte, sank die Temperatur, Und sein Körperthermometer stellte sich wieder auf Frost. Eisiger Regen peitschte sein Gesicht. Was tun? Es war keine Wahl, als abermals ins Wirtshaus ' zurückzukehren. Dort blieb man, wenigstens von außen, trocken. Int Hofe seiner Stammkneipe sah der treue Wächter eine mit zwei Pferden bespannte Chaise stehen. Da arbeitete sich in seinem Kopfe ein schlauer Gedanke empor. Die Chaise Nmr leer. In ihr konnte er gut und billig, unbeläshgt von Regen und Wirtshauslärm, ein bißchen träumen. Er stieg ein, schloß die Tür und ließ sich in die Polster sinken.....Weiter eilt das« Rad der Zeit! .... Plötzlich fährt unser Nachtwächtern zusammen. War das nicht ein deutlicher Ruck? Er merkt, daß er geschlafen hat. Wielange wohl? Ein Griff nach der Uhr; sie zeigt halb Eins. Jetzt gilt es, schnell das Versäumte nachzuholen. Er stößt die Tür auf, ergreift das Horn, und: „Hört chr Herren und laßt euch sagen . . ." tönts in die Nacht hinaus. . . . Doch was ist das? Fremde Gestalten tauchen vor ihm auf, man kichert, man lacht, es klingt wie Hohn. Dem Wächter grauset's. ... Er beginnt zu Lenken. .... Sollte es möglich sein? .... Wirklich! . . . Das ist dieselbe Kutsche mit denselben Pferden, aber — die Häuser gehören zum zwei.Stunden entfernten Nachbardorfe. Landkreis Gießen. :/: Heuchelheim, 18. Jan. Am Montag hielt der hiesige Verein „Kinderfreund" seine Jahresver- sammlung auf dem „Mühlchen" ab. Die Rcchnungs- ablage zeigte einen Ueberschuß von 146 Mk. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. EL wurde weiter in Aussicht genommen, eine Halle neben der Kieinkinderschule zu erbauen, daß sich die Kinder auch bei Negenwetter im Freien aufhalten können. 1-. Rödgen, 17. Jan. Am Samstag abend hielt der Kriegerverein seine alljährliche Jahresschlußversammlung ab. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. Die Versammlung beschloß, Kaisers Geburtstag am 28. Januar als Familienfeier mit Musik und Gesang zu feiern. — Zum erstenmal wird in unserem Dörfchen der neu gegründete Karneoalverein mit seiner Kapelle dieses Jahr auftreten. Nach den Proben der Kapelle zu urteilen, wird man einen genußreichen Abend demnächst zu erwarten haben. = ^nitcroii, 18. Jan. (Verspätet emgegaugen.) Der Gesangverein Heiterkeit hrelt am Samstag abend im Lokale der Wirtschaft zur Krone seine Jahresversammlung ab. Die Jahresrechnung für 1910 zeitigte ein sehr günstiges Ergebnis. Bei der Vorstandswahl wurden sämtliche Mrtglieder wiedergewählt. — Der Vorsitzende Schmitt hielt eine kernige Ansprache, in der er besonders auf den Gesangswettstreit vorigen Jahres in Großen- Linden hinwies, bezugnehmend auf den dort errungenen ersten Preis, was den pünktlichen Besuchen der Singstunden und hauptsächlich der Leitung unseres Dirigenten, Musiklehrer Kasten-Gießen, zu verdanken sei. Auch für dieses Jahr wurde ein Besuch eines Wettstreites einstimmig beschlossen. Mitglied Heinrich Haas dankte dem Vorstand für die tüchtige Leitung und Verwaltung des Vereins. 1 Schön vvrgetragene Chöre erfreuten besonders Kufere passiven Mitglieder. = Langgöns, 18. Jan. Das Ehrenzeichen für Mrtglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Großherzvgs Wilh. Aug Spies zu Langgöns. = Allen dorf a. d. Lumda, 18. Jan. Hier findet am nächsten Sonntag irachmittag im Gasthaus Braun ein Vortrag von Sekretär Schwarz von Gießen über Organisation und Aufgaben der Landwirtschaftskammer statt. Kreis Alsfeld. △ Kirschgarten, 18. Jan. An der Nordseite der Straße, die durch unser Dorf nach Nieder-Ohmen führt, befindet sich eine scharfe Kurve in abfallender Richtung. Wie gefährlich diese Straßenstelle bei dem gegenwärtigen Schnee für schnell fahrende Schlitten ist, zeigt folgendes Vorkommnis: Ein Frachtschlitten, beladen mit einer Räucherkammer und vier Personen, kam in raschem Tempo die Kurve herab. Der Schlitten siel um, die Räucherkammer in Schnee, darunter Fuhrmann und Begleiter, der andere Insasse links in den Chausseegraben, seine Frau rechts den Wegrain hinunter, das Pferd in rasendem Galopp nach Wettsaasen zu, den leicht gewordenen Schlitten wie Spreu mit sich flammend. Hilfe war bald zur Stelle. Man zog die beiden Fuhrleute stark blutend unter der Räucherkammer hervor, der andere Mann und seine Frau kamen mit dem Schrecken davon. Letztere wäre aber um ein Haar wider einen Plock an der Straße geschleudert worden. Dann hätte der Unfall leicht die schlimmste Wendung nehmen können. § Mücke, 18. Jan. Hier feierte der alte Mücke- wirt, eine weit über unser Weichbild hinaus bekannte und geachtete Persönlichkeit, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 9 3. Geburtstag. Dem 93jährigen Konrad Bräunmg sieht man sein hohes Alter noch keineswegs an. führer). Kreis Schotten. ■ — —' uvuhw uv., ui im auai nur einer ] urch Cm-l den bestimmten Wünschen Napoleons, der Wert daraus legte. richtung eines H ausgart ens; 2. Freunde und Feinde des gesamten Gartenbaues: 3. Gemüsebau: 4. Blumenzucht (Anzucht, Blumenpflege und Dekoration); 5. Beerenobstkultur; 6. Verbesserung unserer Gartenböden nebst zweckmäßiger Düngung. Zn. gelassen werden Männer, Frauen und Mädchen nicht unter it; Jahren; ein Kursus für Obstweinproduzenten und Aepfelweinwirte. Vom 19. bis 24. Juni. Er umfaßt die Bereitung der Obstweine. Gärungschemie einschließlich Reinhefen. Obstweinkrankheiten. Hebungen im Laboratorium; ein Beeren- obstj^-Verwertungskursus. Vom 4. bis 6. Juli Theoretische und praktische UMeriveisungen in der vollkommenen Verwertung sämtlicher Beerenobstarten, zu Wein, Säfte, Liköre, Gelee usw.; ein Ob st Verwertungskursus für Frauen. 1. Kursus vom 29. bis 31. August, 2. Kursus vom 5. bis 7. September. und Versuche veranstaltet, deren Ergebnisse er nun in der „France coloniale" mitteilt. Wie trocken und öde die Wüsten des nördlichen Afrikas auch sind, sie werden gerade in Algier sehr häufig von großen Wasseransammlimgen unterbrochen, von den viel- gefürchtelen Salzfümpfen, den Schotts. Wer immer einen Scholl gesehen hat, wird beobachtet haben, daß an den Stellen geringerer Tieie, wo das Wasser von der Sonne schneller erhitzt wird, em Tunst aussteigt; dieser Nebel ist aber so leicht, daß er sich in der Luit auflöst, anstatt sich zu verdichten. Wenn es nun gelänge, die zentrifugale Kraft, die diese Wasserdünste auseinander treibt, durch eine zentripetale zu ersetzen, so müßten sich Wolken bilden, die sich in Regen umwandeln würden. Jeder Seemann weiß, daß bei ehr heißen Tagen eine kleine Insel, ja ein größeres Algengestrüpp genüg!, um über diesen von der Sonne erhitzten Punkten kleine Wolkenansannnlilngen hervorzubringen. Nachdem der Ingenieur TessoUers mit Flößen und Schutthaufen dieses Experiment wiederholt hat, regt er nun an, diese Erkenntnis int großen Stile für die Bewässerung der Wüste aiiszunutzen. Dazu wird in einem Schott ein großer, konisch angelegter Turm aus Blech errichtet. An den Wänden läuft ein ebenfalls aus Blech gefertigter Kanal spiralen« förmig vom Fundament bis zur Spitze. Mit Lomienaiifgaug beginnt sich die Lust in diesen Röhren zu erhitzen, steigt empor uni? ergießt sich schließlich mit der Wucht eines Kraters in die Atino- pl)äre. Tie Folge ist ein Regen, der um so größer ist, je höher der Turm angelegt wird. Tas Innere dieser Regentürme tonnte je nach ihrer Lage prakusch ausgenützt werden, sei es nun zu industriellen Zwecken oder als Hotel, wobei natürlich die ticieicit Schichten zur Anlage uon Bädern und Aquarien ,vie geschasfeii ind. Diese neuen Pyramiden würden dann über die mächtigen eteinbenfmälcr Aegyptens triumphieren, vollbrachte,! sie docy das Werk, die Wüste fruchtbar und beiuoljnbar zu machen. (?) * Wie Napoleon seine Hochzeit feiern liefe* •tmn2^3riL Jahres 1810 Napoleon seine Hochzeit mit Marie Luise feierte, verfügte er, daß an dem gleichen Tage m allen Stabten, bie ihm untertan waren, je nach ber Bevölkerungs- iahl eure bestimmte Anzahl von Hochzeiten abgehalten werden! mußte Eme besondere Klausel verfügte, daß die Männer pen- lonlerte Soldaten sein sollten und daß jeder Braut, die an diesem Tage heiratete, eine Mitgift von 600 Frs. ausaezahlt wurde. Der Gemeinde Florenz, so erzählt Giuseppe Conti iir per Aazrone, wurden zehn Hochzeiten auferlcgt. 'Aber es sanden Itd? mir runt Bewerber, und von diesen entsprach auch nur einer Kreis. Lauterbach. -- Schlitz, 18. Jan. Kürzlich fand, wie schon gemeldet würde, in der Turnhalle hier eine Versammlung der Mitglieder sämtlicher Festausschüsse des Gau turn festes statt. Der Besuch war ein äußerst zahlreicher. Vorbehaltlich der Genehmigung des Gauausschusses wurde das diesjährige Gcntturnfest auf So n n tag, 9. Juli, gelegt. Der Graf von Schlitz hat das Protektorat übernommen, während Bürgermeister Zinßer von Schlitz zum 1. Festpräsidenten und Oberamtsrichter Geh. Justizrat Wahl zum 2. Festpräsidenten ernannt wurde. Die einzelnen Ausschüsse wählten ihre Vorstandsmitglieder (1. und 2. Vorsitzenden und Schrift- r. Schotten, 18. Jan. Nach dem Arbeitsplan der Landwirtschastskammer und nach den Beschlüssen des Verbandes der oberhessischen Geslügelzuchtvereiue wird im Laufe dieses Jahres in Schotten eine Bezirksgeflügelausstellung für die Bezirke Schotten und Eschenrod stattfinden. Als Zeit ist Mitte Mai in Aussicht genommen. Au. .bcm Bezirk Schotten gehören Betzenrod, Götzen, Rudingshain und Wingershausen; zu dem Bezirk Eschenrod Busenborn, Breungeshain, Sichenhausen und Hof Zwiefalten. Au^ Antrag des hiesigen Geflügelzuchtvereins beim Landwirt- schafkslämmer-AuSschuß für Oberhessen werden auch noch ungenannte Orte, da sie Schotten sehr nahe liegen und ihren Hauptverkehr hierher haben, zur Bezirksausstellung zugelassen: Ulfa, Eichelsdorf, Eichelsachsen, Rainrod, Einartshausen, Stornfels und Michelbach. Da in Schotten seit 1905 keine Geflügelausstellung stattgefunden hat, wird die diesjährige von allen Geflügelfreunden der Gegend mit Freuden begrüßt werden. r. Burkhards, 18. Jan. Bei der heutigen wiederholten Bürgermeisterwahl wurde Kaufmann Ludw. Schäfer III. mit 56 Stimmen gewählt. Ter Gegenkandidat Hch. Balser erhielt 49 Stimmen. Die vorige Wahl, gegen die Einspruch erhoben worden war, war vom Kreisausschuß für ungültig erklärt worden. Damals wurde Schäfer mit 57 Stimmen gewählt, der Gegenkandidat erhielt 56 Stimmen. Kreis Friedberg. —m. Friedberg, 18. Jan. Am Ende des vergangenen Jahres ergingen mehrfache Verwarnungen der Polizei wegen Unterlassung der Trottoirrsinigung. Trotz dieser Verwarnung wurde das Reinigen von vielen Hausbesitzern unterlassen. Hierauf erhielten etwa 200 Säumige Strafmandate in Höhe von je 2 Mk. 10 Pfg. Einer der Angezeigten ließ hierauf seiner Erbitterung freien Lauf, indem er Bürgermeister Stahl einen anonymen Brief sandte, der voll Beleidigungen gemeinster Art nur so strotzte. Bürgermeister Stahl übergab den Brief, um die Ermittelung des des Täters herbeizuführen, dem Polizeikommissar Weis, dem es in kurzer Zeit gelang, den Täter zu überführen. Von den Bestraften hatte sich nämlich etwa die Hälfte beschwerdeführend an die Bürgermeisterei gewandt, und bei diesen Zuschriften war dieselbe. Handschrift wie in dem anonymen Brief zu finden. Kommissar Weis nahm bei dem Verdächtigen eine Haussuchung vor, bei der sich in ibem Schreibtisch das Original-Manuskript des anonymen Schreibers vorfand. Der Ueberführte gab die Tat zu. Bürgermeister Stahl verzichtete auf die Bestrafung des anonymen Briefschreibers, doch mußte der Mann sich bequemen, eine Buße von hundert Mark für die Armen der Stadt zu zahlen. L. Bad-Nauheim, 18. Jan. Unsere vor einigen Jahren neu erbaute !ka t h. Kirche hat noef) keine Orgel. Seit einiger Zeit sammelt man Beiträge zur Erbauung einer solchen. In der nach Weihnachten abgehaltenen geselligen Vereinigung der Katholiken Nauheims wurde der Ertrag der .Christbaumverlosung dem Orgelbaufonds zugewiesen. Starkenburg und Rheinhessen. R. B. Darinstadt, 18. Jan. lieber den Kindes- mord im Bessunger Stadtteil ist zu berichten, daß noch gestern abend in später Stunde der int seibert Hause, Bessungerstraße 86, wohnende, 32jährige Möbeltransport e u r H e i n r i ch Heß aus Bessungen unter dem Verdacht, die Mordtat ausgeführt zu haben, verhaftet worden ist. Heß hatte, wie er selber zugesteht, die Susanna Traub am Nachmittag gegen 2 Uhr beauftragt, ihm aus einem Laden der Nachbarschaft Kautabak zu holen. Er behauptet, daß er dem Mädchen das Päckchen schon auf der Treppe abgenommen habe und die Kleine dann auf ne Straße gelaufen fei. Vermutlich ist aber das Kind in seine Kammer gekommen, die unmittelbar neben dem Speicherraum liegt, und er hat sie dann erwürgt. Der heute vormittag durch Kreisassistenzarzt Dr. Lehr und Dr. Best erfolgten Sektion der Leiche wohnten Oberstaatsanwalt v. Hessert, Staatsanwalt Hoos, Assessor Eise, Kriminalkommissar Daniel und Gerrchtschemiker Dr. Popp aus Frankfurt bei. Es wurde unzweifelhaft festgestellt, daß das Kind eines gewaltsamen Todes durch Erwürgen gestorben ist. Ob auch noch ein Sittlichkeitsverbrechen vorliegt, wird erst die mikroskopische Unter» uchung ergeben. Da die Leiche bei ihrer Auffindung viel Schaum im Munde gehabt haben soll, der auch durch den Sack nach außen durchgedrungen war, nimmt man an, daß der Mörder dem Kind noch lebend den Sack über den Kopf gezwängt und es dann erwürgt hat. Hessen-Nassau. () Marburg, 18. Jan. Eine öffentliche Bürger- v er sammlung beschäftigte sich gestern abenb im Restaurant Lederer mit dem jüngst von den städtischen Körperschaften beschlossenen Ortsstatut gegen Verunstaltung des Stadtbildes. Es wurde schließlich ein Ausschuß gewählt, der die einzelnen Paragraphen durchberaten und gegebenenfalls Einspruch einlegen soll. . , u- /. J8 Jan. Tie in der hiesigen Marmor- fabrr? beschäftigten 18 Jahre alten Marmorschleifer Karl eenrt, rZerd. Glöckner und Franh Roth warfen sich heute mittag mit Schneeballen. Der Spaß artete in eine K c i I e r c i aus; Glöckner und Roth brachten dem Senft mit Sternen am tzinterkopf schwere Verletzungen bei, daß dieser bewußtlos vom Platze getragen werden mußte. Erst nach langen Bemühungen gelang es zwei Aerzten, Senkt wieder zum Bewußtsein zu bringen. Landwirtschaft. = Friedberg, 18. Jan. An der Großh. Obstbaus und la n dw. Wr ntcrschule findet im Frühjahr und Sommes eine Unzahl Lehrgänge statt und zwar ein Baumwärterkursus. Begum am 27. März, Dauer 8 ffiodTcn iinb niL 5 Wochen (vom 27. Niärz bis K Mai) 1 ©oXS bteV’ ^ttob?r^Wi^hWr11 im DE (vom 25. September bis /. -ktobcr). Wicderholungskursus für Baum- wärtcr: Dauer vom 8. bis 13. Mai. Für Baumwärter, welche b^oits einen Kursus int Obstbau mit mindestens gutem Erfolg besucht, ^lahrtge Praxis und das 20. Lebensjahr vollendet haben. erhalten nach bestandener Sckslußprüfung aus Prüfungskommisswn von der LandwirlfchaftSkammcr ein Diplom als „geprüfter Baumwart"; ein Obstbaukursus ü r ® £111t l t chc Lehrer und sonstige Freunde des Obst- über kirchliche KraukLNffsteg«« Organisationen. , Israelitische ttetlgfonsgemeinde. Gottesdlenjl in der Synagoge (Süd-Anlages Saiiistag den 21. Januar 1911: Vorabend: 5.00 ttyr. Morgens: 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 5.55 Uhr. Israelunche tteligtonsgesellschaft. ftottesbienft Sabbatteier am 21. Januar 1911; Freitag abend 4.40 Uhr. Samstag morgen 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbal-AuSgaiig 5.55 Uhr. Wock.engoltesdiensl: Morgens 7.00 Uhr, abends 7.00 Uhr. Springmanns Schuhwarenhaus Bahnhofstraße 58 Giessen Bahnhofstraße Herren-Kordelschuhe bctS $QÖC Imitierte Kamelhaar-Herren-Hausschuhe mit Kordelsohle das Paal- Herren-Hausschuhe warm gefüttert .... das Paar Mk. 1.45 und 0.90 - das Paar Mk. 1.85 e. In der uovneljir.r nW feit einiget ibe; bic elegante sm. 1) Leim ) beijetitctlen M' en, pflegen «Ute 3Ü sie leuiesiWri einer seltenen schreibt, nur bu instlich Ijeroorgenvir.« j)ter, die diele geörti- i, gewinnen Ihr; Jto ornberein geroäljtleri Geschöpfe bervorgibr e werden dann in af.' i (Särlner Zwergb-m um ivachsen ju lonm iobljeit: einen -teelori. werden die Hunde u- Siet an ßemidii 'ckleinert und zeilioeil!: Cbert dieProdnllion ree iisreicht, schadlg-n bin Lroniicher ilalanh. - erchen nichts mUerF >et in den Ach'-'''" dazu verurteilt zu Grunde zu gehen c- Ni. &. ‘n.Uf »M 5, 7‘Vj Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 52—54 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgeivicht..... • ■ 52—54 67 69 Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht........ 61—00 66—00 Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend- gewicht.......... 51—00 66—00 Limburg a. d. Lahn, 18. Jan. Fruchtmarkt. schnittSpreis pro Malter. Roter Wejzeii (naflanlscher) 16,50 Mk weißer Weizen (angebante ^remdiorte) 16,00 Vtk., Korn ll,2o M., Gerste: Fnttergerste 9,25 Mk., Braugerste 11,2o Mk., Haier Alk. 7,25 Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 6,60-6,60 Mk. WZ» ungeheuren (irteaur II Vorsitze,chc g^B seslaksltlli II mit einem flamt.; II 4 Herberich war tir-H Tie AngellaziM >' Schopenhauer iwH ‘DEt öTaucnbcioegun-1 sanwalt bemühen sä W ewmmen, mestjalb Bi ÄngeNag:, M uachlasligte, gibt ate- V °M-NaL Wiche, Iß ^eugcnverneh/'I vtt 24 jäl)ttjc ZohrM rnommen. $er Zeu: -I ch waren. Tie is beiden Seiten. Je Widerspruch vertragt?. ■ dös. Auch die Muln-. h die Sachverstänöigkr mihmltr schivne fpe- -chtshof beschliegl, bt: •öene Zeugen erfianr. r. Schotten, 18. Jan. Die gestrige Nutzholz- Versteigerung der Obersörsterei «Lchotten hatte ein reck)t günstiges Ergebnis, indem der Erlös die Taxe überschritt und 5 Prozent über das im Oktober eingelegte Ge- bot erzielt wurden, so daß sich also die Versteigerung rm Vergleich zur Submission als wesentlich vorteilhafter für den Staat herausstellte. Die Summe des verftergerten Nutzholzes betrug (außer geringen Quanten Weichholz): 1546 Fm. F-ichtenftammholz, 129 Fm. Kiefern, 46 Fm. Lärchen, 62 Fm. Eichen; .Nutzknüppel: 108 Rm. Ktefern, 105 Rm. Eichen, 205 Rm. Fichten. Der Gesamterlos des Nutzholzes bei dieser Versteigerung beträgt ca. 38 000 Mk. Essen, 18. Jan. Rheinisch-Westfälisches Kohle n s h u d i k a t. 2lus dem der Zechcnbesitzervenammlung des Kohlensyndikats erstatteten Bericht ist folgendes zu entnehmen: Der rechnungsmäßige Msatz betrug im Tezmlber 1910 bei -5/, 28 (t. V. 5 774 572) Tonnen oder arbeitslaglrch 242 727 (229 834) Tonnen. Von der Beteiligung, die sich au, 6 562508 (6 539 371) Tonnen bezifferte sind demnach 92.93 Proz. (88.30 Proz.) ab. gelebt worden. Tie günstige Entwicklung, die in den Abjab- veihältnissen des Monats November zu verzeichnen war, hat im Dezember bis zum Weihnachtsfeste unvermindert angehalten, wahrend später, wie immer, eine starke Abschwächung des Versandes infolge verminderter Förderleistung eingetreten ist. xer Gc, samtvorsand in Koks von insgesamt 1549 570 Tonnen wnst gegen den Vormonat eine Steigerung von insgesamt 101861 Tonnen und gegen Dezember 1909 eine solche von arbertstaglich 5725 Tonnen gleich 12.93 Proz. auf. Der Brrkettabsatz bat sich ebenfalls in aufsteigendcr Richtung bewegt. Gegen den Vormonat ist im Gesamtumsatz eine Zunahme von 18296 Tonnen, b i. arbeitstäglich von 252 Tonnen gleich 2.10 Proz. und im Absatz für Rechnung des Syndikats eine solche von 13 388 Tonnen, b i arbeitstäglich von 73 Tonnen gleich 0.63 Proz. emgetreten. Ucber die Entwicklung «und Förderungsverhalt- nisse im verflossenen Jahre wird berichtet, datz die Förderung und der Absatz großen Schwankungen unterworfen waren, die am stärksten bei dem Kohlenabsatz hervortraten und zur Folge hatten, das; die Beschäftigung der Zechen die für ben Betrieb gebotene Gleichmäßigkeit vermissen ließ. Der Eiien- bahnversand wurde in den Herbstmonaten durch starken W a g e n m a n g e l beeinträchtigt. Im Jahre 1910 ist im Ruhrrevier die Wagengestellung gegen die Ansorderung im ganzen um 51056 Wagen zurückgeblieben. Im Dezember konnte den Ansordermigen für Wagen in größerem Umfanae als in den Vormonaten entsprochen werden. Die Zahl, der nichtgestellten Wagen ist von 17 521 im November aus 5684 Wagen gelungen. Arn 17. Dezember hat die Wagengestellung im Ruhrrevier zum ersten Mal das 27. Tausend über)chrltten, indem an diesem Tage eine Gestellung von 27 108 Wagen erreichst würbe. Der Versand aus dem Rhein wurde zeitweise durch Januar — + 2,8 • C. = — 0,4 eC. SÄ !jri'".cS nun ■ nusemanber 1 cfj Wolke" bi oe», $ in grofeetev u‘y 4 |(Dl »ft* ^KXenr« etile s i"l.^feinem MH 11)110 2 Sin « lölech «Äf Ipirol^ W601,1 enipot1”' Äen'| A die ,-s ffralers e dielel f0nun i“ »C’ö iwe ‘W'Zine itfSÄ 6it E--E Mr- 78. Lebensjahr. Giessen, Tübingen, Friedberg, den 18. Januar 1911 20 Prozent Skonto Gießen (Marktplatz 18), den 19. Januar 1911 Carl 5chunck mit mit K 139/10. Seltersw. 23 Tel. 27. ! Seit 16 Jahren in Deutschland ein^eführt und beliebt. ! Seifen-Industrie Herrn Dr. C. F. Leite Berlin auf das glänzendste begutachtet gibt blendend weisse öllig geruchlose Wäsche und schont das Leinen dieser echt Schutz marke, hv“/i) Toni Meta Karl 8u dem? ea gibt dem Antia rückzuziehe bestehen können, zunickztehen, da entspreche. Reinhard Frank, Protessor Dr. jur, Georg Ritter, ev. Pfarrer Elise Richter geb. Geyer und fünf Enkel. In tiefer Trauer: Frank geb. Richter Ritter geb. 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Giehen, den 21. Dezember 1910. Grohherzogliches Ortsgericht. Gros. wegen vorgerückter Saison auf Petroleumöfen = ===== Spiritus Öfen erstklassige Fabrikate GeorgWallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Engelapotheke. Mitgl. des Rabattsparvereins. L. Minlos & Co., Köln-Ehrenfeld Hoflieferanten. Statt besonderer Anzeige. Heute nacht entschlief sanft unsere teuere Mutter und Grossmutter, die verwitwete Frau Pfarrer Luise Richter geb. Frank Schellfische feinste Nordscefische sind in Eispackung lebendsrisch eingctroffen K 132/10. (Bs/i Donnerstag, 2. Februar 1911, nachm. 3 Uhr werden in unserem Amtszimmer die dem August Wilhelm Hilgardt und Ehefrau geb. 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