M Jahrgang Zweites Natt Nr. 90 Erscheint ti-Uch mit Ausnahme bei Sonnt aqS. tt ist. M öo NwfaL- W ektio«. Zur granffurter Unwersitätsfrage. Der Verband Deutscher Diplom-Ingenieure bittet uns lim Aufnahme folgender Notiz: In der „Umschau", der lxckannten Frankfurter natnrwffsen- fchafklichcn Wochenschrift, mntfrc Patentanwalt Dipl.-Jng Dr. hn fl» bafeng ebiet-s und andere Industrie fördernde, Maßnahmen lennzeichneben die industrielle Entwicklung Frankfurts. Wenn Vehrlräftc ersten Ranges berufen werden, die auf der Höhe der modernen Technik stehen und den wirtsckaftliäien Unternehmungen der Stadt Ratgeber fein können, werde eine. Rückwirkung nicht ousbleibeu. In unterrichtsteclvftfcher Beziehung weist Dr. Lang auf die lservorragenden chemischen, elektrotechnischen. und Physikalischen Institute Frankfurts bin und auf die Möglichkeit, rechts- und staatsnnssenschaftliche Studien mit den technischen zu verbinden. Der Iweck einer modernen Universität sei die Ausbildung nicht nur tüchtiger Beamten und äeutc, sondern auch der geistigen Führer der industriellen Entwicklung. K Kectta, burgenoeifa Die „Gietzeuer ZamiUendlitter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt fit den Kreis Sießev" zweimal wöchentlich. Die „Qmdwittschaftllchen Mi* fragen“ erscheinen monatlich zweimal. 8. Deutscher hilszschultag. > Lübeck, 17. April. Mit einer Borstandssitzung int Hause der Gemeinnützigen Gesellschaft begannen heute hier die Verhandlungen des 8. Vcr- bandstages der Hilfsschulen Deutschlands, zu dem eine große .Anzahl von Interessenten, namentlich aus dem Lehrerstcmde, aus allen Teilen Deutschlands eingetroffen sind. Mit dem Ver- bandstagc ist eine Ausstellung von Erzeugnissen, des Werküntcr- richts verbunden, die sehr reichhaltig beschickt ist. Die Tages- Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:?^ 112. Teß-Adr.: A nzeigerSießen. Dienstag, 18. Apm f9Q Rotationsdruck und Verlag der Brirhl'schen UniversitätS - Buch- und Stemdrnckereü R. Lange, Ließen. gss Ci iage ,en p Dank uaftNenen**6 I red)tigging mangele, die Freigabe bet durch die Liste vor- pönteir Vornamen zu beantragen, erklärte aber, daß nach der Verfügung des Ministeriums der Justiz vom 4 April 1909 auf welche das Amtsgericht den Erlaß der Liste, stützt) die angegriffene Verfügung des Amtsgerichts Gießen der gesetzlichen Grundlage entbehrt. Der Vorname Liselotte wurde vom Landgericht für eintragungsfähig in das Geburtsregister erklärt und zwar mit folgender Begründung: Jeder Vater ist berechtigt, den Vornamen feines Kindes zu bestimmen, die Wahl eines solchen ist durch keine gesetzlichen Vorschriften beschränkt. Die einzige Beschränkung ergibt sich aus der Rücksicht auf die öffentliche Ordnung, die aide Sitte und auch auf die Religion. Tamad) können Voi> namen nicht eingetragen werden, die unanständig, unsittlich oder'sonst geeignet sind, Aergernis zu erregen. Dilles das treffe auf den Namen Liselotte nicht zu, wie weiter feiner Darlegung bedürfe. Die Zusammenziehung zweier Vornamen sei diesem Namen auch nicht besonders eigentümlich. Auch bei anderen Vornamen, die. wie Liselotte seit langen Jahren im Osedrauch sind und sich eingebürgert haben, ist dies der Fall, z. B. bei Annemarie und Anneliese; auch könne man von einer Verketzerung ober willkürlichen Zusammenziehung von Namen bei Liselotte nicht reden. Unzulässig wäre eine Zusammenziehung von zwei Namen, als ein Vorname nur dann, wenn damit ein Vorname entstände, der nach den oben genannten Grundsätzen zu beanstanden wäre. Dieser Full sei aber mit Liselotte ebenfalls nicht gegeben. " Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Wimpfen a. N., Kreis Heppenheim, und Gau-Algesheim, Kreis Bingen. Landkreis Gießen. 0 Lich, 17. April. Ein schöner Brauch au4 alter Zeit hat sich hier noch gut erhalten: Das Eier- werfen, dem jung und alt an beiden Ostertagen auf der sog. „Eierwiese" huldigen. Die alte Sitte erfreut sich in. der Bevölkerung noch der größten Beliebtheit. = £id), 18. April. Der V. H. C. unternahm bei guter Beteiligung gestern seinen Familienausflug nach dem Schiften- berg. Am Freitag wird der Verein, der seit vergangenem Jahr wieder touristisch tätig ist, seine Generalversammlung im „Adler" abhalten. 0 Klo st er Arnsburg, 17. «April. Gestern und heute hatte das Kloster einen Besuch zu verzeichnen, wie selten au Ostern. Besonders aus Gießen, Bad-Nauheim und Friedberg waren viele Ausflügler anwesend, die zumeist ben Weg durch das prächtige Gottesackertal nach Lich nahmen Zahlreiche Fuhrwerke und Automobile belebten Pie sonst so ruhige Straße, die durchs St*!öfter führt. R. Londorf, 18. April. Am Donnerstag, 13. d. M / hielt der E i s e n b a b n v e r e i n Londorf bei Gastwirt Lich- Londorf seine Frühjahrsversammlung ab Auf der Tages« ordnung stand unter verschiedenen anderen Sachen der Sommerausflug. Es wurde beschlossen, daß der Verein in Gemeinschaft mit dem E.-V.-Grünberg seinen .Ausflug am 14. und 21. Mai nach Fulda unternimmt. Später fand noch eine kleine Feier statt, zu Ehren des B. A. Seng- Geilshausen, welcher am 1. April nebst seiner Silberhochzeit auch fein 25jähriges Dienstjubiläum feierte. Die Kameraden hatten ihn mit Geschenken bedacht, welche von dem 1. Vorsitzenden, Bahnmeister Hitz, überreicht wurden. B. A. Weber-Odenhausen feierte sodann in schwungvollen Worten das Jubelpaar. -m. Hungen, 18. April. Am 1. Feiertag, vormittags, war auf'bem an die Laubacher Bahnstrecke grenzen^ den hinteren Teile des Rods, wahrscheinlich durch Spaziergänger oder Kinder verursacht, Feuer ausgebrvchen, das durch das vorhandene dürre Gras und Moos reiche Nahrung fand und rasch um sich griff. Die Anpflanzungen junger Tannen und anderer Ziersträucher, die hier eine hübsche . Anlage bilden, wären bei dem herrschenden starken Winde sicher vernichtet worden, wenn es einigen Spaziergängern (Eine märchenhafte Zuwelenparade. Der große Turbar, der in diesem Jahre anläßlich der englischen Krönung in Delhi stattfindet, wird nicht in letzter Hrnsicht wegen der kolossalen Anl)äufung historischer Juwelen bemerkenswert werden. Vor allem wird nach langer Zeil und nach aben- teuerliefen Wanderungen wiederum der Koh-i-nvvr sozusagen das Präsidium über eine Sammlung von kostbaren Sternen rühren, wie sie nirgends anderswo üt der ganzen Welt zu sehen ist. Der Nizarn von Hyderabad, der der älteste der regierenbcn Prinzen int Lande ist, besitzt auch den größten Diamanten, den 277 karätigen „Nizarn", der jedoch selbst nur dre Halste eines einstmals noch bedeutend größeren Steines ist. Der N tzam hat auch einen 180karätigen Diamanten, die „Viktoria", in fernem Schatz, für den er angeblich 8 Millionen Mark gezahlt hat. Dem Gaekwar von Baroda gehören drei berühmte Steine, der „Stern des Südens", der „Akbar" und die „Engenie". Set erfte wiegt 125 Karat und ist ein Brasilianer von reinstem 2Bai|er; er soll in geschliffenem Zustand für 1600000 Mark angekauft worden sein: der letztgenannte ist ein außerordentlich schöner Diamant von 51 Karat, der, wie sein Name besagt, eine Zeit lang im Besitz der Ex-Kaiserin Engenie war. Der Maharaja von Patiala ist der (Eigentümer des berühmten „Sanc y"-Diamanten, er gehörte ursprünglich Karl dem Kühnen, dann bem König Emanuel von Portugal und König James II., der ihn mit anderen Kronjuwelen im Jahre 1680 auf feiner Flucht mitnabm; später gehöre er Ludwig XIV., Ludwig XV., Napoleon, dem Prinzen Demidoif, bis er in die Schatzkammer des Maharaja gelangte. Ein anderer Stein, der nach vielen Wanderungen den Weg in die Heimat zurückiand, ist der „Agra", der einst den Streitpunkt -eines sensationellen Prozesses in London bildete. Aber diese der Welt betamtten Steine sind beileibe nicht die allergrössten oder allersckönsten, die die Welt besitzt. In den Schastluimnern der indischen Prinzen liegen Juwelen, oft schlecht gefaßt, oft ungeschliffen, oft mit falschen ober mfnbcrmertigein Steinen zusammengesetzt, die nur zu Ausnahmegelegenheiten den Turban oder das Kostüm des Besitzers schmücken. Beim Durbar des Jahres 1903 waren Diamanten zu sehen, die selbst in Indien Verblüffung erregten, schon deshalb, weil von diesem Glanz und Reichtum kein Mensch, selbst die Nachbarn nicht, vorher eine ^Ahnung gehabt hatte. Der Maharaja von Tarbhanga znm .Verspiel trug ein Halsband, das berühmte „Naglakhä", doZ Der Aufstand in Mexiko. Der mexikanische Aufstand zieht sich sehr in die Länge. Die „Timesi" spricht schon davon, man wolle die Revolutionäre als kriegführende Macht anerkennen. In der Tat nimmt die Regierung der Vereinigten Staaten eine laue und abwartende Haltung ein, obgleich die letzten Kämpfe an der Grenze auch amerikanische Interessen geschädigt haben. Präsident Taft läßt es anscheinend bei papiernen „Ermahnungen" bewenden. Dagegen hat ein britisches Kriegsschiff, wie es scheint, handelnd in den Kampf eingegriffen und die Stadt St. Quentin vor einer Verwüstung durch die Rebellen bewahrt. Wir erhielten folgende Meldungen: Washington, 16. April. Das Staatsdepartement erhielt die Meldung, daß an einem nicht näher bezeichneten Tage 30 Mann mit Maximgeschütz von dem britisch en Kanonenboot „Ä)erwater" in S t. Q u e n- 1 i n (Niederkalifornien) gelandet wurden, um die Stadt gegen den drohenden Angriff der Revolutionäre zu schützen. Da ein Angriff nicht stattsand, wurde die Llbteilung zu-- rückgezogen - Tas Staatsdepartement erhielt von dem amerikanischen Konsul in Juarez ein Telegramm, daß 3000 Aufständische, die der Besatzung vterfach überkegeu sind, sich in einer uicrfad)€n Entfernung von der Stadb befinden. Den nicht amtlichen Nachrichten zufolge verbrannten die Aufftäudischen südlich von Ciudad Persirie Miaz sechs Eisenbahnbrücken. Mexiko , 17. April. Die Regierung erließ einen all- gcinemen Aufruf, an Freiwillige zur Ableistung eines sechsmonatigen Militärdienstes. New York, 17. April. Nach einem Telegramm aus der Stadt Mexiko an die „Newyork Times" ist in allen, mexikanischen Staaten das Schwinden der Macht der Lund esrcg ierung deutlich bemerkbar. Daß die Flut des Aufruhrs im Wachsen begriffen ist, zeige auch das Auf- fajidjen zahlreicher Banden, die das Land brandschatzen, aber tticht zu ben Anhängern Maderos gehören. Die Bundes- bchörden seien unfähig, den Räubereien Einhalt zu tun. Die Lage einiger abgetrennt liegender Teile des Landes ist unzweifelhaft bedenklich. Aur Statt und Land. Gießen, 18. April 1911. *' Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstetle zu H u n g e n. Eine Lehrerstelle mit Organisten-, Kantor- und Lektordienst zu Gunzen au. Eine Lehrerstelle mit Organisten-, und Lettordienst zu Nudloö. ** Kunstverein. Am Samstag nachmittag besuchten die fürstl. Herrschaften von Lich in Begleitung des Landgrafen Elodwig von Hessen die Gemäldeausstellung des Kunstvereins. Der Fürst erwarb ein Gemälde „Grünes Tal" von Pros. H. v. Bolkmann und eine Rötelzeick)nung „Frauenkopf" von W. Thielmann. Nachdem wurde dem Museum des Oberh. Geschichtsvereins ein Besuch abgestattet, wo die Herrschaften unter Führung Dr. Kramers die Sammlungen besichttgten. ** Sudw estdeutscher Verband für Altertumsforschung. Die zwölfte Hauptversammlung des Verbandes ftndet vom 20 —23. April 1911 in Frankfurt statt. Eine Reihe hochmtevessanter Vorträge über das römische Germanien wird angekündigt, daneben stehen verschiedene Führungen und Besichtigungen (Ausgrabungen, Ringwälle usw.) auf dem Programm. Zu der Tagung sind alle Altertumsfreunde unserer Stadt eingeladen. ** Die Liste über die Vornamen für Neugeborene, welche laut amt^richterlicher Verfügung vom 15. April 1909, wie wir mitteilten, für das Standesamt Gießen besteht, ist nach einent Beschluß des Landgerichts Gießen vom 12. April b. F. ungültig bezw entbehrt, wie os in dem Beschluß heißt, ber gesetzlichen Gruttdlage. Oberregisseur Hermann Bakof, der bieseu Beschluß durck) eine Beschwerde herbeigeführt hat, wollte sein im Januar dieses Jahres geborenes TöchterckMt Lieselotte" nennen. Der Eintrag in das Geburtsregister utrter diesem Namen wurde vom StandesbeMUten unter Hinweis auf btc Liste für das Standesamt, die der die Aussicht über das Standesamt führende Amtsrichter aufgestellt hat, ver- we igert. Herr Bakof wendete sick) wegen Freigabe des Vornamens an das Amtsgericht, beantragte aber auch gleichzeittg die Aufhebung der erlassenen Verfügung, weil die Eltern dadurch in unzulässiger Weise in der d^amens- beileguug ihrer Kinder beschränkt werden. Das Amtsgericht wies die Beschwerde ab und beftritt dem Vater die Berechtigung, die Beseitigung der Liste als solche zu verlangen Die Eintragung des Namens Lieselotte sei aber nm deswegen zu beanstanden, weil dieser Name eine Verketzerung ber beiden Namen Elise Charlotte enthalte, was nach einer Verfügung des Ministeriums unzulässig fei. Hiergegen beschwerte sich Herr Bakof beim Äuidgericht. Seine Berechtigung zu einem Llntrage wegen Aufhebung oder Zurückziehung ber Liste begründete er damit, daß er noch öfter in die Lage versetzt werden könne, Kinder zum (Eintrag in bas Geburtsregister anmelden zu können. Würde nun die Liste der verpönten Namen weiter zu Recht bestehen, so sei er als Vater in der Wahl eines Namens beschränkt, was ohne weiteres gesetzlich nicht zu rechtfertigen sei. Tas Landgericht trat in seinem Entscheid darin dem Amtsgericht ordnung des Berbarrdstages ist außerordentlich umfangreich. Eine vorgeschlagenc Satzungsänderung bezweckt u. a. den weiteren Ausbau der Organisation des Verbandes durch Gründung von Unterverbänden. In einer Vorversammtung werden sprechen: Hilfs- schullehrer Raay (CharloUenburgj über; „Werk- und Arbeitsunterricht in der Hilfsschule", und Rektor Kruse (Altona) über: „Die Disziplin in der Hüfssckrnlc". Für die große Hauptversammlung, zu der auch die Vertreter der paatlichen und städtischen Behörden geladen find, find drei wichtige Themata zur Bc- prechung vorgesehen. An erster Stelle steht die Frage der „geistigen Minderwertigkeit im deutschen Strafrecht, Straßprozeßrecht und Strafvollzug". Die Vortragenden, Staatsanwalt Niehoff i Braunschweig) und Schulinspektor Kiel Horn (Braunschweig) legen dem Verbandstage Leitsätze vor. Die beiden anderen Vorträge betreffen: „Hirnverändcrmtgcn bei jugendlich Abnormen (Prof. Dr. Weygandt-Hamburg) und den „hauswirtschaftlichen Unterricht in der Hilfsschule" (Lehrerin Biesenthal-Berlin). — Vom „ollen ehrlichen" Ringkampf. Seit einer Reihe von Jahren spielt bekanntlich der starke Mann im Spielplan des Varietes eine große Rolle. Er macht vollere Häuser als die fescheste Soubrette und die Kraft seiner Muskeln wird mit mehr Gold ausgewogen als die beste Stimme und die bestrickendste Grazie einer Tänzeriti. Und nicht nur der „Mann aus dem! Volke" begeistert sich für die Gewalt mächtiger Fäuste und die schöne Linie der Stimmten, sondern auch echte und Talmikaoaliere> und oft selbst ihre Damen hängen mit auftickstiger Bewuiiderung an dieser massiven Brettlkunst, die ihren Nerven wohltuende Sensation bringt. Sie alle erleben jetzt eine Enttäuschung. Was sie als Offenbarung urgewaltiger Kraft beklatschen, war „Trick", der „schwere Unfall" ihres Lieblingsringers, der ihr Blut in angenehme Wallung setzte, stand klug berechTtet auf dem mit dem Gegner heimlich vereinbarten Programm. So hat vor einigen Tagen der Meisterringer Willy Mebner enthüllt, der vor „Ama-, teuren und anderen Sachverständigen" in Chemnitz über Ring- kampsschwindel sprach Nach diesem Eingeweihten verfährt man bei den Ringkämofen nicht gerade nach dem Grundsatz: „Ueb immer Treu und Redlichkeit"; im Gegenteil, die Betrügerei ist nach der Erfahrung Metzners so groß, daß die ehrlichen Berufsringer sich in einer Übeln Lage befinden. Er erzählte, daß diese sich den „Managern" gegenüber, meistens Ringern mit großem Namen, verpflichten müssen, dem Ringen zu unterliegen Wenn sie das nicht tun, ist ihnen die MöglicUeit, bei dem Preisringen mit aufzutreten, so gut wie verschlossen und damit auch das Engagement. Tie „Manager" suchen grundsätzlich die Entscheidung bei den Kämpfen so wett als möglich hinauszuschieben. Sie steigern ba* durch die Spannung der bewundernden Mitwelt und erzielen mehr volle Häuser und einen höheren Gewinn Trotzdem werden die einzelnen Ringer ihrer Truppe armselig bezahlt. Oft werden' junge Leute angeworben, die vom Ringen nichts verstehen: ber „Manager" ist bei diesen vor einer Niederlage sicher. Diwht von einem gefährlichen Nebenbuhler Gefahr, so werden auch wohl Kniffe aingewendet, die den Gegner verblüffen, so daß er unterliegt Auch den Zuschauern gaukelt man etwas vor, um die Spannung ober Teilnahme zu erhöhen, bem Kampf eine bestimmte Richtung zu geben ober eine Ursache zu haben, ihn abzubrechen. Mit Htt^ von fieui en Schweins blasen, die mit Blut gefüllt sind, werden schwere Unfälle hergestellt, man läßt sich vom Podium hinabfallen, wirft na Kampf bat Preisruchtertisch um und treibt audeyeü Schwindel, Metzner behaupt^, es fei sogar schoZ ftozgcfewnea, tritt Nff*?' N1 UL n> sind für; । tat wette, J Ä werten te. essende W ■t trootni »> München, 15. April. Der Münchener Flieger Dr. 55 Kilometer über München Das Kurhaus yahnentlee abgebrannt. Goslar, 15. April. Heute nachmittag gegen 6 Uhr brach im Grandhotel, Kurhaus Hahnenklee, einem der größten Kurhäuser deS Harzes, Großseuer aus, das mit solcher Schnelligkeit um sich griff, daß gegen 71/2 Uhr das ganze dreistöckige Gebäude in Flammen stand. Um die neu erbaute Dependencevilla „Hohenzollern" zu retten, wurde ein beide Hotels verbindendes Gebäude nieder gerissen. Man hoffte auf diese Weise, da Windstille herrschte, das Feuer auf das Hauptgebäude zu beschränken. Goslar, 15. April. (81/2 Uhr abends.) Das Kurhaus Hahnenklee ist vollständig verloren. Es ist nichts mehr zu retten. Ein bei der Brandstätte als Zu- chauer weilender Einwohner Goslars erlitt, als die ohnmächtige Frau des Besitzers des Kurhauses N. Lies von Männern aus dem Hause getragen wurde, einen Herz- chlag und ftorb1 auf der Stelle. Karlsruhe, 17. April. Ter Eulerpilot Reichard, der gegen 5 Uhr zur Fahrt in der Richtung Straßburg l Els. aufgestiegen war, ist kurz nach 5 Uhr jedoch wieder infolge eines Apparatdefekts gelandet. Die Fahrt mußte für heute aufgegeben werben. Der Apparat wird dem Vernehmen nach abmoMiert. Lustschiffahrt. Der Unfall des Lufts.fiffes „Ersatz Deutschland". Köln, 15. Aprrc. Sie „Kölnische Zeitung" meldet aus Düsseldorf: Nach wiederholten Untersuchungen des Luft- chiffes „Ersatz Deutschland" ist festgestellt worden, )aß Gaszellen nicht verletzt sind. Es sind zwar jetzt zwei Gaszellen herausgenommen worden, aber nur um die Ausbesserung-arbeiren zu erleichtern. Am Aluminiumgestänge sind Brüche nicht vorgekommen, es sind nur einige wenige Einknickungen an dem elastischen Gelänge wahrzunehmen, die leicht beseitigt werden können und zwar in Düsseldorf. Von der beschädigten Hülle am Schlußteil des Luftschiffes sind zwei Stoffbahnen heraus- genommen worden. Diese müssen erneuert werden. Wittenstein flog gestern und Umgegend. Es ist dies der längste bisher in Bayern ausgesührte Ueberlandflug. Reins, 16. April. Der Flieger Delange kürzte infolge einer zu scharfen Wendung mit seinem Eindecker aus 100 Meter Höhe ab. Er wurde an Kopf, Brust und Beinen schwer verletzt. Kreis Büdingen. K.A. Büdingen, 15. April. Am Karfreitag nachmittag waren auf der Ronneburg auf Anregung des Zweigvereins V. H. C. Hanau eine Anzahl Vorstandsmitglieder der Zweigvereine Frankfurt, Hanau, Offenbach und Büdingen versammelt, um über die Einrichtung eines volkstümlichen Festspiels auf der Burg zu beraten. Man wählte einen geschäftsführenden Ausschuß, der sofort die Genehmigung des Fürsten von Zsenburg-Wächtersbach erbitten, den Spielraum in der inneren Burg dann in der nötigen Weise Herrichten und die Verteilung der Rollen vornehmen soll. Ein Festspiel, das geschichtliche Vorgänge im 17. Jahrhundert behandelt und in dessen Mittelpunkt der Graf Wolfgang Ernst von Ässenburg und Büdingen steht, steht bereits zur Verfügung. Das Spiel soll zum ersten Mal am Himmelsahrtstag d. Js, und dann alljährlich aufgeführt werden. Kreis Schotten. § Herchenhain, 15. April. Heute gab es abermals Feueralarm. Im Pfarrhause war ein Kaminbrand entstanden, der sich in einem Zimmer ausbreitete. Es gelang, das Feuer zu ersticken, bevor es sich verbreitete. — Vom Vogelsberge, 15. April. Unter den Hasen- und Rehbeständen herrscht z. Zt. eine Seuche, an der viele Tiere verenden, so daß sich für die diesjährige Jagd schlechte Aussichten ergeben. Durch den letzten Frost hat auch der junge Klee sehr gelitten. Startenvurg miO Rheinhessen. R. B. Dar m st ad t, 17. April. Selb st mord inder Kirche. Während des Gottesdienstes am ersten Oster- feiertage vergiftete sich in der hiesigen Martinsttrche der in Bessungen wohnende Schreiner Heeger mit Blausäure. Der Unglückliche, der sofort ins Krankenhaus geschafft wurde, verstarb noch während der Beförderung. — Hierzu wird noch mitgeteilt, daß der Verstorbene seit Dem vor einiger Zett erfolgten Tode seines einzigen Töchterchens schwermütig war und schon wiederholt von Lebens- mütigkeit gesprochen hatte. Kreis Wetzlar. ? Hochelheim, 15. April. Die hiesige Gemeindejagd, etwa 700 Hektar groß, darunter 200 Hektar Wald, war stark umworben. Höchstbietender blieb ein Architekt aus Gießen mit 1050 Mark. z. H 0 hensolms, 15. April. Unsere Bürgermeisterei, zehn Gemeinden, hat zu ihrem großen Leidwesen ihr Oberhaupt verloren. Bürgermeister H uttel ist auf seinen Wunsch nach Schwalbach (Schöffengrund) versetzt, wo Herr von dem Hagen in den Ruhestand getreten ist. Die hiesige Bürgermeister- stelle ist zur Bewerbung ausgeschrieben. x Kinzenbach, 17. Avril. Eine große allgemeine Geflügel- und Kauinchenausstellung fand an beiden Ostertagen bei Gastwirt Hch. Peusch statt. Die reich beschickte Ausstellung war aus Gießen und Wetzlar und den Nachbarorten stark besucht. In der Abteilung Geflügel waren die Wyandotteshühner, in der Kaninchenklafse die Belgischen Riesen und (Älberkaninchen am zahlreichsten und in schönsten Exemplaren vertreten. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: A. Belg. Riesen: .Ehrenpreis Adam Höly-Nackenheim a. Rh., 1. Preis PH. Rechel-Auerbach und H. Hecksmüller-Näckercheim, 2. R. Wagner-Nackenheinr, W. Georg-Gießen, 3. G. K. Schmidt-Kinzenbach, Ad. Rau- Wieseck, K. Gilbert-Dutenhofen, Hch. Müller-Gießen; L. Sib- berkaninchen. Ehrenpreis Phil. Zimmermann-Großen- Linden, 1. Preis Rich. Wagner-Nackenheim und I. Mahle- Schierftein a. Rh., 2. L. Viehmann-Kinzenbach (2) und Ehr. Bachmann-Schierstein (2), 3. PH. Zimmermann-Gr.-Linden, H. Mohr-Nieoer-Girmes, Mahle-Schierstein, Aug. Rinker- Großen-Linden, G. Koch-Gießen, Hch. Pfeiff-Wieseck, L. Vieh- mann-Kinzenbach> K. Pfeiffer-Wiescck; C. Andere Kaninchen: Ehrenpreise: Ad. Hölp-'Nackenheim (2), Heinrich Heckelsmüller-Nackenheim; 1. Preise: G. K. Schmrdt-Kinzen- bach, Joh. Franz-Lützellinden, H. Schmidt-Siegen, Ehr. Bachmann-Schierstein, W. Henkel-Krofdorf, 3. R. Wagner-Nackenheim, I. Recht-Nackenheim, H. Heckelsmüller-Nackenheim, W. <Ämmerlad-Großen-Linden, Schmidt-Kinzenbach, Hch. Krei^ ling-Wieseck; D. Geflügel: Ehrenpreis auf weiße Wyan- Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter Oteier Ztubril stehenden AräüZ übemimmt die Reaktion dem Publikum gegenüber leincrlei Verantwortung.) Gießen, 16. April. Die Bezeichnung „Irrenanstalt". In Herborn wurde die Kgl. Preußische „Heil-undPflegc- anstalt" eröffnet, welche hauptsächlich zur Unterbringung von Geisteskranken bezw. Irren bestimmt.ist. Die hatte Bezeichnung Irrenanstalt" ist absichtlich vernüedcn! Könnte nicht unser kleiner Staat Hessen sich auch auf eine gleich hohe Stufe der Empfindung, der Teilnahme au dem Leiden der Mitmenschen, stellen und Den Namen ,Lrrenanstalt" ausmerzen. Der berühmte Chef unserer Nervenklinik, Herr Professor Dr. Sommer, hat sich seiner Zeit ausdrücklich die Bezeichnung Jrrenllinik verbeten, wir sagen ihm heute noch Dank Dafür! Warum schreiben die Großh. Behörden jetzt: Irrenanstalt? Für Gießen ist Der Name Heilanstalt WalDheiur" doch wahrhaftig für jedermann sympathischer und zugleich ein rücksichtsvoller Name; für die übrigen Anstallen in Hessen empfiehlt es sich, in gleicher Weise Die grausame Bc- zeichmmg Irrenanstalt zu vermeiden. ES empfiehlt sich Dies hu Interesse Der Angehörigen, wobei wohl zu berücksichtigen ist, daß fast in jeder größeren Familie, unter sich oder unter den Verwandten, ein Leidender" (uh befindet, Gießen, 18. April. Vom Wißmarer Weg. Der Wißmarer Weg scheint ein Schmerzenskind der Straßenbaubehörde zu fein. Sollte es vielleicht daran liegen, weil er — um mit dem seligen Bürgermeister Ramsveck zu reden — ,in das benachbarte Ausland" führt? In dec Tat kommt der Wißiuarer Weg als fahrbare Straßenverbindung besonders für den Verkehr zwischen Gießen und Wißmar, sowie den nächstgelegenen preußischen Orten in Betracht. Nicht viel weniger wird er indessen als Zu° und Abfuhriveg von den in Dortiger Gegend begüterten Landwirten und Backsteinfabrikcmten, deren Brennereien lmks der Lahn liegen, benutzt. Aber auch von Spaziergängern Gießens wird er nicht ungern wegen seiner schönen Ausstcht auf die waldgekrönten Berge und stolzrageilden Burgen^ jenseits der Lahn eingeschlagen, um nach Der romantischen Badens bürg mit ihrer altersgrauen Ruine über dem schäumenden Wehr' zu gelangen. Sobald demnächst wieder der Launsbacher Steg auf- geschlagen sein wird, wird der Wißmarer Weg auch von vielen Bewohnern Launsbachs, die tagsüber fleißig in Gießens Fabriken Arbeit suchen, als nächste Verbindungsstrecke nach der Heimat benutzt. Mancherlei ist ja in den letzten Jahren geschehen. Man Hal den Weg oberhalb des Felsens mit Bäumen bepflanzt, die in einigen Jahren kühlen Schatten spenden werden, man hat im vergangenen Winter Die scharfe Kurve am Viadukt in der Schwarzlach befeitigt. Aber gerade durch Den letztgenannten Umbau ist der Weg in einen unliebsamen Zustand versetzt worden. Man hat Die Kosten einer richtigen Einmalzung anscheinend gescheut und es den Fuhrwerks- besitzern und Fußgängern überlassen, unter Abnutzung Der Zugtiere, Wagen und Fußbekleidung den Weg glatt zu 'ahren und zu treten. Zwischen den immer wieder ausgesuchten gleichen Wagenspuren liegt das Deckmaterial nur mit roemg Sand überstreut leie herum und wird auf die Fußsteige verschleiß. Letztere gar mit tljtcc lehmigen Unterlage sind mit Wagenspuren vielfach durchsetzt uni» z. Zt. so holperig und stolperig, daß der Fußgänger, Der mcht auf den Weg angewiesen ist, ihn gerne meldet. Mit einer Deckung durch Den in nächster Nahe lagernden Lahm- kies wäre Da leicht abzuhelfen. Auch Der oberhalb des Keßler'schex Anwesens befindliche Fußsteig ist ganz von Gras überwuchert. Durch eine Abstellung der gejchllderten Mißstände tmtrDe |u.> die Straßenbaubehörde Den Dank vieler Fnhrwertsbesitzer, ganger und Radfahrer verdienen. Einer k ü r Viele. Eine hygienische Toiletteseife Slonfurreni' ist Die Storrüolinfcifc, Denn sie ist die einzige, welche den tos- metischen Bestandteil - das Mirrbolm — in anerkannter uw LLvahtter Schörch^tSwtrttmg auf «e txmi daß man einen in Wirklichkeit nicht verletzten Ringer, um das Aufsehen 511 steigern, für einige Tage in ein Krankenhaus gebracht hohe. Weiter wird viel Unfug mit Den Namen getrieben. Viele von Den „ausländischen" Ringern sind in Wahrheit geborene Spreeathener, Die Wiege eines ganz besonders naturccht auftretenDen Indianer-Ringers stand in der Lüneburger Heide. Aber das Exotische zieht bei Dem guten Deutschen immer, ob es gleich angemalt und aufgepappt ist, und wenn es sich auch nur um einen Ringkämpfer handelt. Metzner mackste auch Vorschläge, wie seine edle Kunst wieder auf eine ehrliche Grundlage gestellt werden könne. Die Polizei soll verlangen, daß Ringer, Die öffentlich auftreten, Namen und Nationalität Der Wahrheit entsprechend angeben, die Vattetöinhaber sollen nicht mit Dem „Manager" abschließen, sondern Die einzelnen Ringer selbst verpflichten; wer Den stolzen Namen „Meisterringer" führen will. Der soll vorher eine Lehrzeit Durchmachen unD eine Prüfung bestehen. Damit ist plötzlich ivieder ein schweres soziales Problem auf getaucht, dessen schleunige Lösung ernste nationale Pflicht ist. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Die kürzlich in Die Darmstädter Künstlerkolonie berufenen Künstler, der Bildhauer Bernhard H ö t g e r und der Maler Hans P e l l a r , veranstalten vom 15. bis zum 30. .April in der Mittelhalle des Emst-Ludwig-Lauses in Darmstadt eine Sonderausstellung. — Die Frühjahrsausstellung Der Berliner Sezession wurde am Donnerstag mittag durch Den neuen Vorsitzenden, Louis Corinth, eröffnet. — In Berlin verschied an einem Herzschlag Die Witwe Friedrich Haases, genau vier Wochen nach dem Tode ihres Gatten. — In Die hamburgische Professur für Philosophie am Kolonialinstitut und für Vorlesungen wurde zum 1. Oktober der ordentliche Professor Der Universität Leipzig, Dr. Ernst Neumann, berufen. —- Historienmaler Professor Haeberlin ist im 78. Lebensjahre in «Stuttgart am «Samstag gestorben. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht Die Ernennung des Direktors Der römisch-germanischen Kommission unD des archaeologischen Instituts Professor Dragendorff in Frankfurt a. M. zum Generalsekretär bei Der Zenttaldirektion des kaiserlichen archaeologischen Instituts in Berlin. — An Den Folgen einer £intgcnent&ünDung starb in Baden-Baden per Prorektor Der Universität Leipzig, Dekan iffir juristischen FMltiü Geh. Justiz rat Dr, Eüügrd Ä-üldüx. diener, welche im Auftrage des Herrn Frattini in Rom Pfändungen vornehmen sollten. Die Villa war verschlossen, den Schlüssel besaß d'Annunzios Advokat Coselschi, der nicht anwesend war. Ter Schlosser wurde geholt und die Journalisten verließen auf Sitten des getreuen Dieners den traurigen Schauplatz, ihnen folgten enttäuscht die Pferdehändler. Als ob die Natur die Folgen Der Ver- chwendungssucht eines so Hochbegabten beweinte, riefelte es vom Himmel, die sonst so herrliche 'Aussicht war verschleiert itnb Die schwarzen Zypressen blickten Duster m Die trostlose Regen- atmofphäre. • Eine chinesische Aerztin. Die erste Chinesin, die an einer modernen Universität mit Ehren und besonderer Auszeichnung ihr Doktorexamen abgelegt hat, Frau Dr. Pamei Kui, war in Diesen Tagen in LonDon, wo sie bei einer Stubienreise Die großen Hospitäler besichtigt hat, Der GegenstanD besonDerer Ehrungen. Vor mehr als 16 Jahren hat Frau Dr. Kui in 9lero- york ihre Studien begonnen und an Der heute der Cornell-Uni- versität angeglieberten medizinischen Hochschule für Frauen ihr Examen als Aerztin bestanden. Sie praktizierte dann eine Zeitlang in Japan, bis die chinesische Regierung sie heimrief und ihr Die Aufsicht über Die FrauenheilkunDe im nörDlichen China übertrug. Pier begrünbete sie balD in Hientsing ein Krankenhaus unD eine Reihe von Apotheken und begann sofort Damit, chinesische Frauen als Krankenpflegerinnen auszubilden. Ihre unermüdliche Arbeit erntete Die schönsten Erfolge; heute wirten in NorDchina unter ihrer Aufsicht 36 nach Den moDernen GrunDfätzen der nleDizinischeil Wissenschaft ausgebilDete chinesifche Krankenpflegerinnen fegensvoll ihres Amtes, unD eine ganze Anzahl junger vornehmer Chinesinnen, wen über 30, fiuD dein Beispiel Der zielbewußten Frau gefolgt unD liuDicven heule in Amerika MeDizm. 44 weitere junge Chinesinnen luevDen im kommenden eemener folgen unD sich ebenfalls an Qmeritani|d)en Universitäten als etuöentinnen Der Medizin im- mauuuliecen lassen. Kleine LageschronU. In WiesbaDen hat sich Der Arzt Dr. G0ldschmidt aus Breslau in einem Anfall von Nervenüberreizung in einer Kuranstalt vergiftet. In Würzburg wurde Der stellenlose Kaufmann Dill- mann verhaftet, der im Verdacht steht, am 14. Januar Den Bürgermeister Mahler von UllftaDt ermordet zu haben. In Meckelfeld bei Harburg brach am Ostermontag nachmittags ein Feuer aus, das neun Bauernhöfe ein* äscherte. Die Ursache Des Brandes ist bisher unbekannt. Aus Hamburg iviro gemcioei, vaß am Montag abeno auf Der Elbe bei Der TeuMsbrucke ein Segelboot mit Drei Insassen gekentert sei. Zwei Davon seien ertnaitat, Der Dritte tourDc gerettet Aus NorDheim tvirD gentelDet: Am Samstag nachmittag brach in Dem Flecken LinDa u ein größeres Schadenfeuer aus. Dem bis 8 Uhr abends 15 his 20 Wohnhäuser, StäÜe und Scheunen zum tupf er fielen. In einem Dorfe in Der Umgegend von Petersburg ermordete der 16jährigeSohn eines Schlossermeisters seinen Vater, seine Mutter und seine Schwester, angeblich aus Rache wegen ungerechter Behandlung. Aus Lodz wird gemeldet: Die Polizei umzingelte am Montag ein Haus in der WyDsewastraße, weil sie die Nachricht er* halten hatte, daß Dort Die RaubmörDer, Die sie suche, versammelt seien. Die Polizei wurde mit Schüssen empfangen. Militär wurde zu Hilfe gerufen, beteiligte sich aber nicht am Kampfe. Die Uebeltäter ergaben sich nicht und zündeten das Haus an. In dem Kampfe mit Der Polizei rourDen Drei fftauB» mörDer getötet, einer wurde schwer verwundet unD später verhaftet. Der Kampf hat zwölf Stunden gedauert. In der Nähe von Kioto i^.apan- ruurDc durch Dynamit cüi Bahngleis gesprengt unD ein Eisenbahnzug zum Entglei- I" e n gebracht. Der Aäaschinlst uhD Der Heizer wurden schwer mid zehn Passagiere leicht verletzt. Die Lokomotive und ein Wagen sind zertrümmert. nicht rechtzeittg gelungen wäre, das Feuer zu ersticken. Leider hat ein großer Teil Der Pflanzen Schaden genommen. Es wäre Doch Dringend zu wünschen, da.ß die Spaziergänger mehr Vorsicht obwalten ließen. Auch in vergangener Woche war an der Strecke Hungen- Nidda, unweit der Untermühle, wahrscheinlich durch Funken einer Lokomotive ein Brand entstanden, bei Dan ein Bestand von 800 jungen Buchen vernichtet wurde. — Ober-Bessingen, 17. April. Die alte Papiermühle wurde an einen Herrn au8 Grünberg verkauft, der hier eine Fabrik für Patent-Heurechen einzurichten beabsichtigt Vermischte». Türkische Universitäten. Die jungtürkischen Reformen, Die sich in Den letzten zwei Jahren in der Verwaltung imD tm Heerwesen erfolgreich betätigten, fmDen ante beDenkliche Begrenzung in Dem unglaublich rückstanDigen Zustand Der ausnahmslos von Geistlichen gäeiteten Volks- und Religionsschulen. Dieser Uebelstand hat jedoch seinen Grund tn der durchaus primitiven Vorbildung der Lehrer selbst. Die alle ans den ttttkischen Universitäten, Den „MeDressen", hervorgehen. Ihre jetzt angestrebte Reform würde Den Hemmschuh jeder Entwickelung, die Unwissenheit des fanattschen Volkes beseitigen. Denn Die MeDressen — es gibt ihrer in Der Türkei viele Tausende mit etwa 500 000 Studenten — befinden sich in einer jeder Wissenschaft hohnsprechenden Verfassung. Eine Mtt»resseh, rund um eine Moschee gelegen, besteht aus mehreren einstöckigen Gebäuden, in deren finiteren feuchten Zellen des Sofias, Die Studenten, wohnen. Sie sind also rrn Internat und empfangen täglich aus Dem Jmaret Der Medresstn- küche und -Bäckerei Brot, Suppe und Reis. Ihre Studiai — 1 Stunde täglich — bestehen im Anhören des Dersiarn, des Professors, der ihnen etwas arabische Grammatik, Koranexegese und Erklärungen der Sunna, Der heckigen Ueberliefenuig, vorträgt. Den übrigen Teil Des Tages verbringen Die Studenten mit Beten und Kef (Nichtstun). So kommt es. Daß Die Sofias nach 15- bis 20 jährigem Studium sich zwar den fragwürdigen islamitischen Dokiottitel erwerben, aber weder eine Zeile arabisch schreiben können, noch meist Den Sinn Der gelernten Koranverse verstehen. Geschichte, Geographie und Natuttvissenschaft bleiben ihnen ewig fremd. Drei Vionate im Jahre verbringen Die Sofias übrigen^ tn Den Provinzen in Häusern reicher Muselmänner, Die sie gegen gute Bezahlung im Gebet unterstützen. — Von solchen ,Lchrern' tonn man für Die türkische Schulbildung allerdings gar nichts erhoffen. * D'Au n unzio in Noten. Die Zeitungen hatten verkündet, daß die Schneiderfirma Carena wegen einer unbezahlten Schuld eine Versteigerung m d'Annunzios berühmter Villa, der Capponcina bei Settignano, veranlaßt hätte. Es sollte fick^ zunächst um die Stallungen, vor allem um des Dichters Pferd ^Alalatesta" handeln. Vor dem Gitter mid der Mauer mit dem 'JJioUo „Noli me tangere“ hatte sich eine Gruppe von Journalisten und — Pferdehändlern versammelt. Indessen die Neugierigen kamen nicht auf ihre Rechnung. Ein treuer Diener des fernen Poeten erklärte: „Meine Herren, Sie haben den Weg umsonst gemacht, die Firma hat im letzten Augenblick den Verkauf ver- fchoben.“ Diese Mitteilung beruhte in der Tat auf Wahrheit, in- beflen während Die Herren unterhandelten, nahten andere Genchts- döttes Joh. Frarrz-Lützellinden, 1. Preise: Ad. Rcur-Wieseck, Joh. Franz-Lützellimden, Wilh. Döll-Trohe, 2. I. E. Deuker- Rooheim, 3. H. Schila-Werschau i. Rh., G. K. Schmidt- Kinzenback und Deuker-Rodheim, 4. H. Speier-Wismar, Bürgermeister Schmidt-Trohe, K. Schwarz-Trohe, K. Klap- >ert-Freudeüberg, H. Schila-Werschau; E. Produkte: .. Preis: G. K. Schmidt-Kinzenbach für Bettvorlagen vom Fell der deutschen Rttseirschecken, 2. Sllberpelze derselbe, 4. Hcrsenteppich W. Weber-Dutenhofen. fc. Schlüchtern, 17. April. Graf Zeppelin ist zmn mehrtägigen Aufenthalt auf Schloß Brandenstein bei feinem Schwiegersohn Graf Brandenstein-Zeppelin eingetroffen. fc. Hanau, 16. April. Der Bezirksausschuß Kassel be- jimrnte, daß die Sch0nzeit der Rehböcke bis zum 15. Mai dieses Jahres kauern soll.________________________________________ wandern und Rei|en3äber unö Sommetfrif^en. — Der Männerturnverein Gießen eröffnete seine diesjähriaen Tirmfahrten mit Der Karfreitagstour nach Braunfels. In Gemeinschaft von rund 30 Wetzlarer Turnern marschierten etwa 110 Teilnehmer Die herrlichen Waldwege an der Oberndorfer Schmelz vorbei, dem Bergriesen Braunfels M. Nach eingenommener Stärlimg wurden die Sehenswürdigkeiten betrachtet und spät am Abend dann Der Heimweg angetreten. Es wurde die Einrichtung gettoff en, daß jedem Turner, der sämtliche Tumfahrten int Jahre mittnachl, Das Abzeichen der Deutschen Turnerschafi überreicht wird. Bad-Nauheim, 17. April. Cornelius Vander- b i l t u n d F a m i l i e aus Newyork find heute im Hotel Kaiferhof zur Kur abgesttegen. W i e § b a b e n, 15. April. Tie Königin von Grieche n- lanb ist nach breüvöchentlichem Aufenthalt gestern von hier nach Petersburg abgereift. Tie Königin beabsichtigt, im Herbst zur weiteren Behanblung burch ben Augenarzt Dr. Graf v. Wiejer roieber nach Wiesbaden zu kommen. — Prinz Oskar ist nach Stägigem Aufenthalt 9 Uhr 23 nach Potsbam abgereift Fragen Sie Id’/« wollen, strengste Diskretion zugeeichert. hv11/, ^schieden und an seiner Stelle ist der Landwirt Heinrich B*'A soll Dill. I 2612 gehörigen von Lungenkranken. D16/, meidung von Ansteckung. Voit. 1894 Ayri! D*S 4 ^7.) Dürkopp Krofdorfer Str. 12 Telephon 487 Giessen Süd-Anlage 7 Telephon 680 18. Lpnl iu H. Baumann eewwwee ShampnnjK ftiflflt» Baarschwund, Haarausfall. 2101 Hit Veilchen anhaltend parfümiert. Sie bezahlen Ibreßutlerzn teuer! Wenn ich huste Zu haben In allen Apsthekoi rrirrt Broitrltn Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. 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Notiknüppel. 195 Sichte« L ÄL, 18 Fichten 2. Kl. 5 Ifärrbcn 1. Kl. Sämtliches Fichtcnstammholz und die Fichtennutzkuüvvel T. Kl. finb enfrmbet. Die Versteinerung beginnt um V,10 Uhr vormittags und werden zunächst sämtliche Nutzknuvvel versteigert. Von 10'/, Uhr ob kommen die Fichtenstämme und daS übrige Holz »um AuSgebot. Rädere Auskunft erteilen die Grohh. Forftwarte Schott zu Schotten, Tnelfch zu Eichelfachsen, Strauch zuStchenbausen (Post Gedern« sowie die Ärohh. Förster Bing zu Forfthaus Kiltansberberge lPost Sclwtten) und Sauerwein zu Burkhards «Pokt Gedern!. Die betr. Beannen sind angewiesen, das Holz auf Anmeldung oorzuzeigen. Verzeichnisse deS zu versteigernden Stammholzes und der Nutzknuvvel können durch die unterzeichnete Stelle vom 20. L Mts. ab kostenlos bezogen werden. Es wird gebeten, die Nummern derjenigen Stämme, welche einzeln »um Ausgebol gebracht werden sollen, unter zeichnetce Stelle schriftlich oder mündlich biS 24. d. MtS. mit y. Schutt’s unn.Poildauocheu" zu Schotten nachverzeichnetes ln den Forst- lt vÜTkt marteien Sichcnbauscn, Burkbards, Eichclfachfen, WingerS- r u ! baufcH und Kiliansberberge der Qbcrsörüerei Schotten ange- fwMg Lüh- B faüene Bau- und Nutzholz versteigert: EÜ1 ejB‘ i I. Stammholz. lt am Ag». Achncht a> t suche, Der- MpsüüßL «r nicht au Mlen bti .r reiRau^ p t wid sM Gy mnasinin Fridericianum zu Laubach Anmeldungen neuer Schüler werden schriftlich jederzeit, mündlich an allen Schultagen von 11—12 Uhr sowie Samstag, 22. April, vormittags von 9—12 Ihr, im Amtszimmer des Direktors entgegengenommen. Vorzulegen sind Geburtsschein, Impfschein und Abgangszeugnis der zuletzt besuchten Schule. Aufnahmeprüfung Montag den 24. April, vormittags 8 Uhr. Laubach, am 15. März 1911. hvWs) Die Grossh. Direktion: Dr. Müller. r,3 und k-' I Bia I pmo Unl, I F iSco I u«d DarlehnSkaffe e. G. tn. u. H. in Garbenteich eingetragen: Rlntiinr.-x I Maurermeister Franz Stumps ist aus dem Vorstand aus» et mu r ...... *" :n- •--- utna> I peniadfl q. I i» | feft verpacht in gut schließenden Blechbüchsen und mit der Etikette der Fabrik versebcn, kommt Dan HoutenS Lacao seit jeher auf den Markt. In keiner anderen Packung erhalten Sie echten Dan HoutenS Cacao, auch niemals lose ausgewogen, worauf Sie besonders achten wollen. Loser Lacao, der Luft und dem Staub ausgesetzt, verliert gar bald Geruch und Geschmack. Sie sind nicht in der Lage mit dem Auge diese Fehler wabrzunehmen, haben bei losem Cacao auch selten eine Garantie für Qualität und Herkunft. Dan Houtens Cacao bietet Fhnen jede Garantie, daß Sie nur erstklasffgeS Produkt erhalten in einer Packung, welche jede unerwünschte BeriLrung ausschlietzt. 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[2302 dGaarflecfiien ‘ ' - 1111 11 ii j 11 । j ii u > I Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Christian Engel und Frau, Möbel "Vorhänge Teppiche Sind Sie ergrimmt? über die schlechte Beschaffenheit Ihres Rades, so fahren Sie fortan die gediegene Marke Walter Fischer, Käserei, Buttstädt, Tbüriug. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 41/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 2619 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanna Koch, Lehrerin i. P. Margarete Schulz geb. Koch Giessen (Stephanstr. 3), Parchim i. Mecklenburg (Moltkeplatz 2). Die Einsegnung und Beerdigung findet in der Stille statt. der Bestattungsgenoffcnschaft der freien Schreiuervereiniguua Gießen Wilh. Arnold K. Hoflieferant Aschaffenburg. Am zweiten Ostertag wurde unsere liebe, gute Schwester, Schwägerin und Tante Frau Pfarrer Lina Lampas Witwe geb. Koch von ihrem jahrelangen Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Prm KoWk-Berschilitt. 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