Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten. Iteuer befreit sind der Landes Von her Wer nOfis Sorte gekleidet. Die rür Das — Fogazzaros Selbstbekenntnis. Ter berühmte Dichter des „Santo", der nun, kurz vor der Vollendung seines 68. Lebensjahres, von dem Tode dahingerasft worden ist, hat in einem Briefe, Der vor drei Jahren geschrieben wurde, das Symbol Das neue Reichs-wertzuwachssteuer-Sesetz. Bon G. Stier- Darmstadt. Das Reichsgesetz, wonach eine Steuer vom Wertzuwachs bei Grundstücksverkäufen erhoben wird, ist nun veröffentlicht worden, nachdem es von Reichstag und Bundesrat definitiv angenommen wurde: es werden daher die nach- folgenden Mitteilungen über den wichtigsten Inhalt des Gesetzes sicher von Interesse fein. zwicktcsten Baulichkeiten leiem anpaßt. Einfacher ist die Rohrpost, Die durch einen Blasebalg, aus Den man mit dem Fuß tritt, in Tätigkeit gesetzt wird. Bei zahlreich eingehenden Brieten ist das Brieföffnen ein lästiges und zeitraubendes Geschäft; hier finden wir eine Maschine, Die von einem ganzen Packen Briese an einer Seite einen Dünnen Streiscn des Umschlags obhobelt. Das Brief- öffnen ist in ein paar Sekunden glatt und reinlich cricDigt. Auch Das Msenden Der Briefe ist erleichtert: eine Moscküne legt den Bogen in Falten, eine Maschine schließt Die Umschläge, eine Maschine klebt Die Freimarke auf und hat nebenbei noch den Vorteil, keinen Lehrling in Verfua-.ung zu sichren. Klug erdachte Maschinen erledigen fcl lerlos Die schwersten Reä^enausgabcn; Maschinen zahlen Den Lolin aus, inDem sie nach einem Truck aus einen .vtcbel beiiintmte Münzsorten von sich geben. Das ningftc Wunder der Technik und vorläusig wohl noch wenig benutzt ist, so schreibt die Köln. Ztg., Der Ferndructer und Fernschreiber. Außerdem enthält die Ausstellung Bureaumöbel, Die Das vraktiick e Element mit schlichter Schönheit verbinden, Geldschränke, Die bei Einbrechern einen Seufzer über Die Dabingeid irimDcne gute, aite J?it erwecken müssen, Geicl-äftsbücher, Die beinahe von selbst alles riesig buchen und cinorDnen, Bcnlitaiwnseinrid lungen usw. Es ist übrigens interessarit, daß dergleichen Äusstellmigen in Berlin und London regelmäßig veranstaltet werden, während unseres Wissens in Paris noch keine Ausstellung stattgeiunDen hak. Die sich nur mit Der Praxis Der Bureaus beschäftigte. 5^S8S isgMS« (Eine öureau=2lusftellung. die Dritte chres ^«iu,en», t.t angenOiwnu) in Den Ausftellungs- hallen am Zoologischen Garten in Berlin zu sehen. Ihr Reklame- platat, ein bezopfter Bureautrat, Der fiat eine Gänsefeder schneidet, steht in heiterem Gegeniatz zu dem Znl-alt der Ausstellung; es ist ungefähr, als wollte Die „Neue Sezeifton", 'die ebenfalls vor kurzem ihre Pforten einem spärlichen Publikum erschlossen hat, statt Der ihren Darbietungen Durchaus cnt|örca;enDcn Schmiererei, Die ihr als AuslKngeschiiD Diciti, eine halbwegs anständig gezeichnete Idealfigur als VerolD benutzen. Tie etQinrcDcr, geschweige Denn Die Gänsefeder, tritt auf Der Bureau-Ausstellung ganz zurück. Statt Denen sind eine Menge Schreibmaschinen Der venchieDensten Konstruktionen aufmarsckstert. Aber aud) lie entsprechen Den höchsten Anforderungen unserer baftigen Zeit nur, wenn sich innen eine Tiiliermaicmnc zugesellt: cm Phonograph, der das rasch gesprochene Wort auf nimmt und es später in beliebigem Tempo Dem sogenannten Tippfräulein übermittelt. Unsere Gedanken fliegen zurück zu Dem Bureaubetrieb, Den vor einigen Jahrzehnten Gupav Freytag in „Soll und Haben" schilderte. 2er Geichäfts- Herr ist als kleiner König dargestellt, aber Das Heer, über Das er ,gebietet, besteht aus einem Dalben Tutzend Herren, Deren Obmann zu Beginn Der GeschäftsstunDen ein paar Ueberzieliärmel anlegt, um seinen grünen Rock zn schonen. Dem guten Anton imponieren die sechs Federn, Die eilig über das blaue Papier fahren, gewaltig; heute würde jeder Der sechs Herren, wenn Die .Handlung sich über kleinstädtische Verhältniife erheben sollte, eine Reihe untergeordneter Schreiber und Tippfräulein in Atem halten, der Obmann würde in einem elegant ausgestatteten Gemach sitzen, seine Weisungen in einen kleinen Trichter sprechen unD Das antediluvianische Instrument der Feder nur zu Unterschriften gebrauchen. Wie nahe steht uns Freytag — er ist etwa zehn Jahre früher als Der eben verstorbene SpieU-agen geboren —, und wie weit ist Die tauf- 'männijche Tätigkeit und mit ihr Der Sureaubemeb von Dem entfernt, was er noch als mustergültig und großartig pries. Wemt heute ein großes Geschäft nicht ent paar 3immer, lonDcm viele Säle in üci|ujieDencn Stockwerken einnimmt, so ermöglichen ihm die neuen Erfindungen Doch einen so raia;en Berkehr, als saßen ahe Angestellten Pult an Pult. Tie Ausstellung bringt einige Seilbahnen, Die schnell und fast lautlos an metallenen Greifern Die Brieswiaften von Der 3etitral|Ledc mit sin) nehmen und in bestimmten Trahtfächern nieder leg en. So genxinDi und rasch über- winden die Greifer scharfe Winkel, daß fich diese Poft Den ver- Pi:eis einbegriffenen Maschinen und der mit dem Boden ! noch zusammenhängenden Bodenfrüchte. Ist ein Kaufpreis nicht vereinbart oder nicht zu ermitteln, oder nicht dem wirklichen Wert entsprechend angesetzt, so tritt an seine Stelle der gemeine Wert des Grundstücks. Ter B er käu f er darf dagegen zu dem s. Zt. von ihm bezahlten Ankaufs preise hinzu rechnen: 1. 4 Prozent dieses früheren Kaufpreises als Kosten des Erwerbs (Gebühren, Stempel usw.) als einmaligen Zuschlag. Sind Damals einschl. der ortsüblichen Dermitte- lungsgebühr höhere Kosten entstanden, so werden diese angerechnet. 2. Ist das Grundstück in Zwangsversteigerung er worben und war der Damalige Käufer und jetzige Eigen- tümer Hypothekengläubiger, so sind auch seine (infolge zu niedrigen Steigpreises) ansgefalleneit Hrspothekfordc- rungen zuzurechnen. Hatte z. B. der Käufer eine Hypothek an letzter Stelle bis zur Höhe von 50000 Mk. Belastung des Grundstücks und er ersteigerte es zu 40000 Mk., so sind Die 50 000 Mk. Belastungsgrenze als damaliger Erwerbspreis anzusetzen. Für Versuche zur Steuerumgehung gilt dies nicht. 3. Ter Verkäufer darf dem früheren Ankaufspreis außerdem zurechnen Aufwendungen für Bauten, Umbauten und dauernde sonstige Verbesserungen, auch solche land- und forstwirtschaftlicher Art, bergmännische Versuchsund Ausrichtungsarbeiteu, jedoch nur insoweit, als sie nicht zur laufenden Unterhaltung dienen unbjoiueit Die Verbesserungen noch vorhanden sind. Ter Summe Der vom Verkäufer für die vorerwähnten Verbesserungen aufgewendcten Gelder wird sodann noch ein einmaliger Ausschlag von 5 Proz. hinzuaerechnet. Ist der Verkäufer Baugewerbetreibender und selbst der Bauunternehmer, so erhöht sich dieser Zuschlag auf 15 Proz. Damit soll den berechtigten Interessen des Baugewerbes, dessen Verdienst in Den betr. Bauten steckt, Rücksicht getragen werden. Ist Moor-, Sumps-, Oed- oder Heideland verbessert worden, so ist auf Airtrag statt der betr. Kosten die Werterhöhung infolge der Verbesserung zuzurechnen. 4. Weiter werden dem früheren Ankaufspreis zugerechnet die Kosten von Straßenbauten, Kanalisierung und anderen Verkehr»anlagen, auch Beiträge zu öffentlichen Einrichtungen ohne entsprechende Gegenleistung oder Verzinsung. Diesen Kosten Dürfen für jedes Jahr feit ihrer Verwendung, längstens jedoch für 15 Jahre, 4 Proz. Verzinsung hinzugerechnet werden, als Ersatz der durch das S?ingcben dieser Summen verlorenen Zinsen. a. Dem An kau,sp reis werden weiter fürjedesJahr bis zum Verkauf zugerechnet: a) 21/2 Proz. Zinsen des Ankaufspreises und der Verbesserungsloften, soweit diese Summe (Preis und Kosten) bei gewöhnlichen Grundstücken 100 Mk. pro Ar, bei Weinbergen 300 Mk. pro Ar nicht übersteigen; b) von der diese Beträge übersteigenden Summe (Kaufpreis und Kosten): 2 Proz. jährliche Zinsen bei unbebauten, li/3 Proz. bei bebauten Grundstücken. Liegen zwischen dem Anlauf und dem Berkaus höchstens 5 Jahre, ,0 werden bei un bebauten Grundstücken diese Zinsen auf die .Hälfte reduziert. 2em V er Iaufspreis müssen zuerst zu gerechnet werden Entschädigungen für eine Wertmiliderung des Grundstücks, die nach dem 1. Januar 1911 entstanden sind und die nicht nachweislich zur Beseitigung eines Schadens dienten: eine Vorschrift zur Verhütung von Steuerumgehungen. Von dem B er iaufspreis sind dagegen vor Berechnung des Wertzuwachses in Abzug zu bringen: 1. die den bisherigen Eigentümer belastenden Kosten des Verkaufs ein sch lie pl ich der ortsüblichen Vermittlungsgebühr, 2. wenn der jährliche Grundstücksertrag weniger ergab — DieVereinigungfür st aatswissen schäft licheFortbildung in Berlin veranstaltet unter Lei Lung von Professor 2t. M. Sering zwischen Ostern und Pfingsten ihren 19. Fortbildungskursus, der in erster Linie für höhere Verwaltungs- und Juftizbeamte, sodann aber auch für Angelstftige aller Berufe bestimmt ist, die eine Erweiterung und Vertiefung ihrer staatswissenschafilichen Kenntnisse erstreben. — Kurze Nachrichten aus Kun ft u. Wissensche. si. Nach einem LonDoner Telegramm überreichte Der Herzog von Bedf 0 rD im Austrage Der Zooiogieal Society of Lonoon Karl L>agenbeck in Hamvurg eine grurc silberne SerbienüntcDaille Der Gesellsa-aft in A nein ein um g Der Der Zoologie gcleiiteicn wertvollen Dienste binxi) Tiereimnhr unD Die Einführung neuer sortgeiawittener ^.'teil-öden in Der valiung unD Pflege Der Tier in Der Gefangen'^,af.. ix» ift Dies das erstemal. Daß eine Derartige Auszeichnung an aai Eigentümer eines Zoologifckfcn Gartens von der genannten Gcfellschaft verliehen wird. Worten: lucnii der Verkäufer Die ihn gesetzlich belastende Wertzuwachsstcucr aus den Käufer abwälzen will, so wird das so angesehen, als wenn er dadurch abermals einen unverdienten Wertzuwachs in Höhe der Zuwachssteuer erhalten hätte, dieser abermalige Zuwachs ist als ebenfalls steuerpflichtig dem Verkaufspreis noch zuzuschlageu, es wird also daun Zuwachssteuer von Zuwachsstcuer berechnet. Die Wertzuwachssteuer beträgt nun: 10 «b von einem unverdienten Wertzuwachs bis zu 10°» des Kaufpreises und der anrechnungssähigen weiteren Kosten und steigt stafselwcise bis auf 30«/n von einem unverdienten Wertzuwachs von mehr als 290 °,o dcsgl. Die Steuer steigt also bei einem Wertzuwachs um etwa das dreifache des Kaufwerts bis auf fast ein Drittel dieses Wertzuwachses. Diese Steuer ermäßigt sich indes um jedes Jahr'zwischen dem Ankaus und dem Verkauf um V-.. der Steuer (nicht des Wertzuwachses!). Geschah der Ankauf vor 1900, so beträgt dieser Abzug für die Zeit bis 1011 sogar iy3o/o jährlich. Wurden z. B. für ein jetzt vor 20 Jahren (also in 1891) augckauftes Grundstück in kl. aller aufzurechnenden Kosten 10 000 Mk. bezahlt und es wird jetzt verlauft für 11000 Mk. netto, also mit 1000 Mk. lOo/o Wertzuwachs, so wären hiervon 10".0 von 1000 10i) Mark Steuer zu entrichten. Da der Ankauf vor 1900 und zwar von jetzt ab 20 Jahre zurückliegt, ermäßigt sich die Steuer um 20 mal l1,o00 — 30°,0 von 100 Mt. — 30 Mk., es bleiben also nur noch 70 Mt. Steuer zu zahlen. Kostet aber jetzt ein Grundstück inkl. aller zuzurechnenden Kosten 10 000 Mk. int Ankauf und es wird nach 20 Jahren (also in 1931) zn 11Ö00 Mt., d. h. mit 1000 Mk. - 100,0 Wertzuwachs verkauft, so daß also der Steuersatz zunächst wieder 10% =- 100 Mt. beträgt, so können von dieser Steuer in 1931, weil der A n laus 11 a d) 1 900 geschah, nur 20 Mal ein Prozent der Steuer, also 20 Mk. abgezogen werden, so daß no'ch z>u zahlen bleiben 80 Mk. Steuer. Steuer- beträge, die hiernach im ganzen unter 20 Mt. bleiben, werden nicht mehr erhoben. Wird ein steuerpflichtiges Kaufgeschäft nichtig, oder aufgehoben, oder luegeu Nichterfüllung Der Vertragsbedingungen rückgängig gemacht oder wird der Kaufpreis herabgesetzt, jo wird Die Wertzuwachssteuer zurückgezahlt bezw. ermäßigt. Geht ein Grundstück b i 1111 e it 2 Jahren (durch R ü d kauf usw.) wieder an den früheren Eigentümer zurück, so muß die Steuer ebenfalls erlassen bezw. zurückvergütet werden, geschieht dies aber erst nach Verlauf von zwei Jahren, so kann ein Gleiches geschehen Die Zuwachssteuer v c r 1 ä h r t in 10 Jahre n. Nicht nur die Grundstücksvertanse nach Inkrafttreten fürst und die Landesfürstin, das Reich, die Bundesstaaten, Gemeinden und Gemeindeverbände, in deren Bereich sich das Grundstück befindet, weiter gemeinnützige Vereine zu innerer Kolonisation, Arbeiteransiedelung, GrundcntschuE düng, Errichtung von Wohnungen für Minderbemittelte unter gewissen Bedingungen. Frei von Wertzuwadfssteuer sind weiter alle Erbschaften und Schenkungen unter Lebenden (auch solche an Seitenverwandte und Fremde), wenn die SdjenFungeii nicht nur zur Steuerumgehung stattfinden, aud) gewisse Rechtsgeschäfte innerhalb der ehelichen Gütergemeinschaft, Erbausernandersetzungen, Ver« mögensübergänge unter Lebenden Von Eltern und Voreltern an ihre Abkömmlinge, sodann amtlich angeordneter oder für zweckmäßig erachteter Austausch inländischem Grundstücke zwecks Zusammenlegung (Fcld- beicinigung), Grenzregulierung, oder besserer Aau - Platzgestaltung (Umlegung), weiter Ablöfungen von z 0 r st b e r e ch t i g u n g e n , endlich Bergwerke, wenn sie Feld aus tausch vornehmen oder sich zum vorteil- masteren Betrieb zusammenschließen, falls dies nicht nur zwecks Steuerumgehung geschieht Im übrigen wird eine Wertzuwachssteuer auch nicht erhoben beim Bertaus unbebauter Grundstücke bis zu 5000 Mark Wert und bebauter Grundstücke bis zu 20 00<) Mark Wert unter der weiteren Voraussetzung, daß weder der Verkäufer noch fein Ehegatte im letzten Jahre mehr wie 2000 Mk. Einkommen hatten oder eines von ihnen den Grundstückshandel gewerbsmäßig betreibt. Bei Verkauf für Rechnung eine» Dritten ist dieser nur dann von der Steuer befreit, wenn für ihn die erwähnten Voraussetzungen ebenfalls zutreffen. Tics soll Stenerumgehungen durch „Strohmänner" verhüten. Soweit nun i.ach vorstehendem feine Steuerfreiheit be- \Wl)t, wird die Wertzuwachssteuer erhoben von dem unverdienten Wertzuwachse beim Eig-eniumsubergange an inländischen Grundstücken. Bei Grundsiüas tausch ^soweit dieser nicht von der Steuer befreit ift (j. oben) ist die Steuer ebenfalls- zu erheben, und zwar wird sie für jeden Taufchgegenstand gesondert berechnet, eine Maßnahme, die wvyl nicht allzuselten auch zu Härten führen wird. Als steuerpflichtiger (unverdienter) Wertzuwachs gilt der Unterschied zwischen dem Ankaufspreis unD Dem Ver- Iaufspreis. Diese Preise bestimmen sick) aus dem Gesa m l w e r t c der von dem jedesmaligen Käufer zu tragen- Den Leistungen (baren Zahlungen, Naturalleistungen re.). Beim Erwerb aus Zwangsversteigerung ist da» Meistgedot, das Den Zuschlag erhält, als Preis anzusehen; von dem Käufer übernommene weitere Leistungen sind diesem Preise zuzurechnen. Hat der Steigerer für einen Tritten geboten und tritt er diesem seine Recyie ab, so tritt an die Stelle des Steigpreises der wirkliche von dem Dritten bezahlte Kaufpreis bann, wenn dieser höher ist als der Sieigpreis. .Von Dem Kaufpreise kömmt in Abzug Der Werl der vom Käufer übernommenen Lasten, der im seines Lebens und seines L-Maisens in Wesen unD Streben Des üalicniiäen Ponen a iratterimfcb bleiben werden. In Diesem Schreiben, Das an Onorato Rour gerichtet ift und Das in diesen Tagen besonDeres Jnteceise beanspruchen dars, bekennt Fogazzaro: „Als Miabc liebte ich Die Berge, und meine größte FreuDe war, abseits von allen Wegen zwischen den steilften Felsen meines Baliolda in Der Wildnis empor zu klettern. Wenn Dann, zwischen Steinen unD Geröll, Das VorDringen mühsam unD schwierig wurde, schleuDerie ich meinen Hul weil voraiis, um mich zu zwingen, ihn wiederzulwlen; so besiegte iw. Die Versuc. nng, zurüdzuweich-en. Viele .^audlungen meines Lebens, Die vollbrachr wurden, um mich auf einem gefährlichen und schwierigen Pfade zu bcflärlcn unD 311 erUltcii, waren nichts anderes als ein Voraus werken Des Hutes über böse Schritte, Denen id? trotzen wollte ..." — Untersuchung!) crHnnaasregion in B 0 - Hüten. 2r. W. K 11 0 D c, Der ojrünber und fetzige Direktor des Meteorologischen und Geophysisdfcn ZentralinstftutS in Santiago de Ehile, bat dem „Äeogr. Anzeiger' zufolge, gelegentliei eines Besuchs Der Grenzgebiete von Bolivien und Peru in der Dungasrcgion, die sich zwischen der mitt lereit Hocblordillerc und der östlichen Kette in den Dcpartc ments Eoambamba und La Paz bis in das südliche Pern hinzich., Beobachtungen über den Einfluß der klimatischen Verhältnisse, besonders der Niederschläge, auf Pflanzenw.ich» und Besiedelung angestellt. Im Gegensatz zur westlichen Abdachung ift feder kleine Bach von grünen Linien eingefaßt; in 3650 Meter Höhe gedeiht fd)on die Kartoffel, in 3200 Meter Höhe wird Weizen unD Mais angcpflanzi. Wein lann wegen Der häufigen Nebci nicht gezogen werden. Fast alle Siedlungen liegen auf Der Höhe, wahrscheinlich aus hygicni schen Rücksichten, da die Flußtäler stark malariavericucht 3n25" 5 - 3 7 wie 3 Prozent Zinsen des Ankaufspreises inll. der nadv träglichen Derbesserungskosten, so dars der an 3 Prozent fehlende Betrag ebenfalls abgezogen werden, jedoch mir für höchstens 15 aufeinanderfolgende Jahre. Der so ermittelte V e r kausspreis wird mit dem lute oben erwähnt sestgestellten A n kausspreis verglichen, die Disserenz ergibt den steuerpflichtigen Wertzuwachs. Die Zuwachssteuer hat zu zahlen der Verkäufer des Olrundstücks, der den Wertzuwachs seit dem Ankauf ver- diente. Mehrere Gcmeineigentnmer bezw. Verkäufer hasten solidarisch. Kann die Steuer nicht von dem Verkäufer bn- getrieben werden, so haftet der Käufer dafür bis zum Betrage von 2 Proz., ausgenommen bei einem Kauf aus Zwangsversteigerung. Wird die Zahlung der Zuwachsfteuer aufden Käufer übertragen, fo ist zunächst die vorfck)riftsrnäßig bered), nctc Zuwachssteuer dem Kaufpreis n 0 ch e i n rn a l z u geschlagen und von der sich hiernad) ergebenden Summe llr. 65 Erster Blatt 161. Jahrgang 8reitag, p. Mäy,1W Der Slehener Anzeiger ® ’ÄT d monatlich75111,öiertel- Safes>1 If'IAtAAItSS tniPHPll PT 7IW SK» «yrcitaa); M H M, . E Ä II TttH W Ä* auswärts 20 1 v ■ ▼ ■ ▼ ssssvä ^^övrech-Anschlüsse. WZ volitischen Teil: August General-Anzeiger für Gberyefsen Annahme von Anzeigen Rofafionsörutf und Verlag der vrühl'schen Univ.'Vuch' und Steinbruderei H. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: zchulftrahe 7. Land" :^E.Heb;^ür den bis oorn?ut?gT9nub“ vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 SeschäftLstelle vahnhofstraßelba._____________________ Anze.gemeü: H. B-d. I Krisch 'm Lugs rilsi 6m« Eda, ferorbr, für 1911 hngtn 18 hflS iß ein L.9i liib mit t He Nnric (in eigenes griffen ut «nauef, V«., zu beschäftigen. Das Budget belaufe sich auf 4-1 Millionen Pfund und man könnte an einem solchen Zeitpunkt eine Anleihe vielleicht für ein nützliches Hilfsmittel halten. Aber er müsse darauf Hinweisen, wie schädlich eine solche Politik wäre. England müsse eine allen überlegene Flotte nicht nur ein Jahr hindurch erhalten, sondern so lange, als das britische Reich bestehen bleibe. Eine Anleihe sei aber nur ein zeitweiliges Hilfsmittel. Das Budget entspreche den Bedürfnissen der Flotte für ein Jahr und seine Ausgaben müßten daher aus den Einkünften des Jahres bestritten werden. Mete, die Insel von der neapolitanischen Herrschaft befreite und kurz darauf auch Neapel eroberte, und die Piemontesen einen Teil des Kirchenstaates in Besitz nahmen, so war zu Anfang des Jahres 1861 die Befreiung Italiens bis auf Venedig und das eigentliche Patrimonium Petri mit Rom vollendet. Es war selbstverständlich, daß die Krone des befreiten Italiens nur Viktor Emanuel zufallen Sonnte, der sich infolge der demokratischen Reformen, die er in Sardinien und Piemont vorgenommen hatte, dem italienischen Volke auch nach dieser Richtung hin empfahl. So bot das erste italienische Parlament, das in der Hauptstadt Piemonts, Turin, am 18, Februar 1861 zusammentrat, nachdem schon vorher die Annexionsoerträge mit den einzelnen Staaten vollzogen waren, am 14. März König Viktor Emanuel )ie Krone des national geeinten Italiens an und hat diese SSat niemals zu bereuen gehabt, da Viktor Emanuel den Traum der Italiener von einem Italien, frei bis zur Adria, erfüllte. Im Bunde mit Preußen gelang es 1866, Venedig den Oesterreichern zu entreißen, und der deutsch- ranzösische Krieg, sowie namentlich die Schlacht von Sedan, brachte es dahin, daß die Italiener nach Abzug der französischen Besatzung am 20. September 1870 in Rom einrück en konnten, und damit auch, obwohl dem Papst der vatikanische Bezirk Roms Vorbehalten blieb, der Kirchen- taat zu existieren aufgehört hatte. König Viktor Emanuel IL starb 1878; ihm folgte sein Sohn, König Humbert L, der 1900 dem Anschlag eines Mordbuben erlag, und heute regiert in Italien Viktor Emanuel III. Unter diesen Herrschern hat das geeinte Italien eine innere und äußere Entwickelung genommen, wie sie glanzvoller nicht gedacht werden-kann. Und wenn wir nach dem Grund dieser Erscheinung fragen, so müssen wir wohl sagen, daß es die Zuge Hörigkeit zum Dreibund war, die Italien diesen wirtschaftlichen und polttischen Aufschwung ermöglichte. Da es bei seiner Einigung eine ähnliche Entwickelung durchzumachen hatte, wie Deutschland, da es Preußen den Besitz Venedigs, Deutschland den Besitz Roms verdantte, war ja ein freundschaftliches Verhältnis zu Deutschland von vornherein gegeben. Daß Italien aber dem Dreibund beitrat, obwohl zu ihm Oesterreich-Ungarn gehörte, mit dem es so manchen Spahn gehabt hatte, und dem gewisse italienische Kreise noch immer den Besitz Triests und Welschtirols mißgönnen, ja, daß der Dreibund immer wieder erneuert wurde, zeugt nicht nur von dem Weitblick der ttalienischen Staatsmänner, Indern auch davon, daß Italien dabei seinen Vorteil findet. Denn ohne mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn im Bunde zu stehen, hätte Italien seine Wehrmacht in einer Weise verstärken müssen, die ihm die jetzige Sanierung seiner Finanzen und die Lösung so mancher Kulturausgabe unmöglich gemacht hätte. Es würde im Konzert der Mächte gar nicht die Rolle spielen, die es jetzt spielt, selbst wenn es sich Frantteich und England in die Arme würfe, da diese Mächte ihm schwerlich. die politische Selbständigkeit eingeräumt hätten, wie es die beiden nordischen Kaisermächte taten. So kann das italienische Volk seine fünfzigjährige Nationalfeier mit wohlberechtigtem Stolz und wohtberech- tiater Freude begehen. Auch in Deutschland und Oesterreich-Ungarn nimmt man aufrichtigen Anteil an den italienischen Jubiläumsfesten. >es Gesetzes (dem 1. April 1911), sondern alle Grundstü'cks- lerkäufe seit Anfang 1911 unterliegen der neuen Zu- wachssteuer unter den erwähnten Voraussetzungen. Nur oenn die Kaufurkunde schon vor dem 1. Januar 1911 tn öffentlich beglaubigter Form errichtet oder bet der Behörde eingereicht wurde, unterbleibt die Besteuerung. Für etwaige Verkäufe, die mit Rücksicht auf das baldige Kommen der ;;uwachssteuer in letzter Zeit schnell noch betrieben wurden, soll dies die damit beabsichtigte Steuerumgehung vereiteln. , . Als Ausgangstermin zur Berechnung der Wertzuwruys- fteuer (die Ä n kaufzait) ist übrigens und das ist sehr wichttg — ebenfalls nicht der Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes ober erst jeder spätere Ankauf anzusehen, sondern zur Berechnung bet Steuer wirb auch vor diese Zett mrückgegriffen, bas Gesetz ist also rückwirkenb. D. hl, wenn das Grundstück auch lange vor Inkrafttreten des Gesetzes gekauft war, so wird doch schon von dieser früheren Ankaufszeit ab der Wertzuwachs berechnet. Das Gesetz ist indes rückwirkenb bis höchstens zum Jahre 1885, b. h., es bars frühestens bet Wert eines Objekts in 1885 fcum Ausgang für die Steuerberechnung genommen werben. Nur wenn es vor 1885 zu höherem Preis als sein Wert in 1885 erworben war, kommt dieser höhere Preis in Ansatz. Unter Berücksichtigung dessen Darf im übrigen höchstens um 40 Jahre zurückgegriffen werd en, dies gilt also für Verkäufe in späterer Zeit (ab 1925, 40 Jahre nach I880). Ist also z. B. ein Grundstück in 1890 gekauft und wird 45 Jahre später, also in 1935, ver kauft, so darf nur von dem Wert von 189 5 ab (nur 40 Jahre zurück) der Wertzuwachs berechnet werden. Weist der Verkäufer nach, daß er vor mehr als 40 Jahren einen höherey Preis zahlte als den Wert vor 40 Jahren, so kommt dieser höhere Ankaufspreis in Ansatz. War der letztvorhergehende Erwerb ein steuerfreier liebergang (z. B. Erbschaft) so ist der Wertzuwachs zu berechnen seit dem letzten steuer pflichtigen Eigentumswechsel (z. B. dem Ankauf durch den früheren, verstorbenen Besitzer, von dem das Grundstück geerbt wurde). Von der Wertzuwachssteuer erhält 50 Prozent das Reich, 10 Prozent Der betr. Bundesstaat, 40 Prozent die Gemeinde oder der Gemeindeverband, in deren Bereich sich das Grundstück befindet. Gemeinde und Ge- meindeverband dürfen mit Zustimmung der Landesregierung außer ihrem Anteil an dieser Reichs steuer noch Zuschläge für ihre eigene Rechnung erheben. Diese Zuschläge dürfen aber nicht höher fein als der Gemeindeanteil an der Reichs steuer (also 400/0), immerhin würde dieser höchste Gemeindezuschlag die Wertzuwachssteuer um weitere 40.o/o erhöhen. Jedoch dürfen die Reichssteuer mttsamt dem Extra-Zuschlag der Gemeinde 30 Prozent des unverdienten Wertzuwachses nicht übersteigen. Die von Gemeinden und Bundesstaaten bereits ein» geführten Wertzuwachs steuern werden durch dieses Reichsgesetz aufgehoben. Es siiid jedoch Bestimmungen getroffen, Die die betr. Gemeinden bezw. Staaten in gewissem Grade schadlos hatten sollen für den nunmehrigen Ausfall ihrer Zuwachssteuer. Entgegen den vielfachen Forderungen, bei Einführung der Zuwachssteuer den bisherigen Zuschlag von 1000/0 zum Reichsstempel für Grundstücksoerkäufe (= 1/3 °;o des Kaufpreises) zu beseitigen, bleibt derselbe in der jetzigen Höhe bis zum 30. Juni 1914 bestehen. Von 1914 soll der Stempelzuschlag alle drei Jahre Dom Bundesrat nachgeprüft werden daraufhin, ob er entsprechend dem sich mehrenden Ertrag der Wertzuwachssteuer herabgesetzt werden kann. Noch eine Reihe wetterer, ziemlich komplizierter Bestimmungen enthält das Gesetz, die zur Verhütting von Steuerumgehungen durch verschleierte und komplizierte Grundstücksverkaufe dienen sollen, dieselben sind indes einer» fetts zu schwer verständlich, andererseits weniger vor, allgemeinem Interesse. Wie wir gesehen haben, belegt das neue Gesetz den Grundbesitz mit einer sehr erheblichen Abgabe. An Prozessen wegen dieser Steuer wird es auch sicher auf eine Reche von Jahren hinaus nicht fehlen. Aus iiitO LauS. Gießen, 17. März 1911. Tageskalender für Freitag, 17. März. Stadt- thearer: „Herr und Diener". Aniang 8 Uhr. • 2U Landes universitär. Der ordentliche Professor an der Universität Budapest Dr. Ludwig Sch le- Unger hat einen Rus an bie Universität Gießen als Stach- olger des am 1. April d. I. in den Ruhestand tretenden Professors der Mathematik Geh. Hosrat Dr. Pasch angenommen. Er wird seine Lehrtätigkeit au unserer Uniüer|itat zu. Beginn des Somersemefters aufnehmen. ** Die Rechtsverhältnisse der außerordentlichen Profesforen an der Landes- vor der Stichwahl. Am gestrigen DormerSiag hat auaj die fortschrittliche Volkspartei sich mit der Stichwahl frage unseres Wahlkreises Gießen-Grürrberg-Nidda beschäftigt. Die Ver- trauensmänner-Versammlung gibt, wie aus unserem heutigen Anzeigenteil zu ersehen ist, die Stichwahlparole für den S 0 ziald emo kraten Beckmann aus. In Der Begründung wird es besonders geltend gemacht, es sei die Ausgabe der Gegenwart und der nächsten Zukunft, Die 'chwarzblaue Blockmehrheit zu zerttümmem. Gleichzeitig vendet sich die fortschrittliche Volkspartei gegen die von Antisemiten betriebene Judenhetze, die auch roir verurteilt haben. Wir werden heute ersucht, mttzutetten, baß die tn unsrer Nr 63 unter der Ueberschrift „Die Stellungnahme in der Bürgerschaft" erwähnte Versammlung im Hotel Einhorn von den Führern der Deutsch-christlich-sozialen, den Herren Kling und Dr. Heuser, einberufen worden ist und daß diese Versammlung von 50 bis 60 Personen besucht gewesen sei. Uns wird ferner mitgeteitt, baß gestern, Donnerstag abend, eine weitere Versammlung bürgerlicher Wähler im Hotel Einhorn stattgefunden habe, „um zum zweiten Male über die Arbett bis aur Stichwahl und am Estichwahltage selber zu beraten". Wetter heißt es in dem Bericht: „Es wurde ein Aufruf verfaßt und beschlossen, der heute im Anzeigenteil zuni Abdruck gelangt Von allen Seiten wurde m Der Sitzung betont, daß es dringend nötig sei, jetzt alte Gegensätze zwischen den bürgerlichen Parteien zu vergessen unD für den bürgerlichen Kandidaten Dr. Werner einzu- treten." Die Mungrftage im englischen Unterhause Interessant ist bei den neuesten Verhandlungen im englischen Unterhäuser, daß bie englische Regierung wegen der Schieds- gerichtssragen auch schon mit der japanischen Regierung in Verbindung getreten ist. t London, 16. März. Im Unterhaus erklärte tn Beantwortung einer Anfrage über die türkischen Vorschläge betr. die Bagdadbahn der Staatssekretär des Acnßern Sir Edward Grey: Ich kann über bie türkischen Vorschläge, dte einen vertraulichen Charakter tragen, im gegenwärtigen Zeitpunkte lerne Mitteilung machen. Winterton (Kons.) fragte, ob zwga^n der englischen und der amerikanischen Regierung über dte Bildung eines Gerichtshofes zur Beilegung von Streitigleiten, Den der Präsident Taft angekündigt habe, Vorbesprechungen Itattgefunden hätten. Sir Edward Grey erwiderte, dies sei nicht der <501 l. Aus eine roeitere Anfrage Wintertons, ob die xkmhudligtett der englischen Regierung zu dem Abkontmen mit einer ^anderen Großmacht zur Ueberroeifung aller Streitfragen an das Schiedsgericht der japanischen Regierung unterbreitet worden sei, daß die japanische Regierung über bie Ansichten der englischen Regierung unterrichtet sei. Der Erste Loro ccr Admiralität M u c a e n na erklärte bei der Einbringung be-- Fl ltrubudgü^, die Aussprache tun Montag steche es unmöglich, sich heute mit der internationalen Politik Deutsches ZUicK Im Land esaus schuß für Elfaß-Lothringen beklagte sich der Abgeordnete Weber über bie Schwierigkeiten, bie den französischen Offizieren bei dem Besuche in Elsaß-Lothringen gemacht würden. — Unter» staatssekretär Mandel erwiderte, daß der Reichskanzler Der französischen Regierung von den Schwierigkeiten Kenntnis gegeben hätte. Die französische Regierung selber verlange, daß diese Offiziere erst bei ihr um Genehmigung angehen. Auch diesseits sehe man solche Besuche im Reichs- lanbe nicht gerne, namentlich int Interesse ber Lanbes- verteidigung, ba ein Offizier immer mehr sehe, als lieb märe. Andererseits bebauere bie Regierung, daß sich immer noch so viele Angehörige von elsässischen Familien nach Frankreich meldeten, um dort in das Heer einzutreten. Das letzte wurde auch von dem Abgeordneten Wetterte bedauert mit ber Begrünbung, baß jeber- Einheimische, ber fortgehe, einem Fremden Platz mache. Aus Malchin wirb gemeldet: Die Landschaftnahm die „Grundzüge" der Regierungsvorschlüge über die Standesvertretung prinzipiell an und zwar nach den Erllärungen, bie bie Deputierten schon gaben. Sollte eine Verständigung mißlingen, so hält sie an den früheren Beschlüssen fest. Die Ritterschaft lehnt unter anderem den Vorschlag des Landmarschalls v. Lützow ab, welcher die Regierungsvorschläge direkt ablehnt und er Härt, sie halte prinzipiell an dem ständischen Standpunkt fest. Sie wolle jedoch nach Möglichkeit beitragen, daß etwas zustande komme und lehne daher die Grundzüge der Regierung als die Grundlage zu wetteren Verhandlungen nicht ab, im einzelnen behalte sie sich eine Einschränkung vor und betone schon jetzt, daß sie den vorgesehenen allgemeinen Wahlen und der Verteilung der Abgeordnetensitze nicht zustimme. Gegen den Rechtsanwalt, Abgeordneten Dr. Karl Liebknecht wurde auf Beschluß des Kammergerichts das HauptverfahrenvordemEhrengerichtder Anwaltskammer Berlin eröffnet. Das Verfahren arünbet sich daraus, daß Liebknecht auf dem Magdeburger Parteitag durch eine von ihm eingebrachte Entschließung über die Vergewaltigung Finnlands und den Besuch des russischen Kaisers in Deutschland, und durch seine Begründung zu der Entschließung den Kaiser von Rußland, sowie die preußische und hessische Regierung beleidigt und Dabei aufreizende Aeußerungen getan habe. Ausland. Aus Wien wird gemeldet: Der Stapellauf des ersten österreichisch - ungarischen Dreadnoughts wurde namens des Kaisers Franz Joses im Auftrage der Kabinettskanzlei aus den 11. Juni festgesetzt. Der Kaiser wird dem Stapellauf beiwohnen. Aus Paris wird berichtet: Ministerpräsident Monis unb Finanzminister Caill aux erschienen am Mittwoch vor bem mit ber Prüfung bes Einkommensteuerentwurfes betrauten Senats aus schuß. Caillaux führie aus, daß er entsprechend ber Regierungserklärung an fünf Grundsätzen des Entwurfes festhalten müsse: Besteuerung famtlid)er Einkommen ohne Ausnahme, Ergänzungssteuer auf das Gesamteinkommen, Unterschied zwischen Kapitals- unb Arbeitseinkommen, Steuererleichterung für minimale Einkommen und kinderreiche Familien und schließlich Progression. Doch sei er gerne bereit, Abänderungen vorzunehmen, insbefon- deren was die Steuerüberwachung an lange. Es entwickelte sich hierauf eine längere Erörterung, bei ber der Obmann des Ausschusses, der frühere Ministerpräsident Rouvier, erklärte, daß der Ausschuß ebenso wie bie Regierung den Wunsch hege, zu einer Lösung zu gelangen, baß aber eine Verstärkung nicht aufgrund abstrakter Prinzipien, sondern nur konkreter Formeln erfolgen und baß erst nach Prüfung der Vorschläge des Unterausschusses ein Berichterstatter ernannt werden könne. Aus L 0 n b 0 n meldet man: Die Emiisivn einer 3V2.pn^. indischen Regierungsanleihe von 31/2 Millionen Pfund zum Kurse von 96 Proz. wirb für margeti erwartet. Aus Fez wird unterm 13. März gemeldet: Die Bewegung unter den Berabern dauert an unb pflanzt sich in der Richtung gegen Raselma fort. Am 12. Marz brannten bie Rebellen zwei Meilen von Fez Nzabafaradii ab. Sie mürben von dem unter Befehl Bendjilalis stehenden Heere in Der Richtung auf Douiat zurückgeworfen. Dabei hatte das Heer Drei Tote. Die Berader verhalten sich abwartend. Die Nachrichten von den Truppen des Majors Mangin sind gut. Es finden andauernd Unter- merfungen statt. Tie chinesische Regierung kündigt an, daß sie bereit sei, der E r r i ch t n n g b er K 0 n s ul ate unabhängig von der Regelung der Zölle zuzustimmen, die gesondert erörtert werden iömte, und ebenso die unangenehm emp- funbenen Monopole einzuschränken. Die Bevölkerung beginnt sich mit der Führung der a-uswär- tig c 11 Politik unzufrieden zu zeigen. Die Pro- vinzialversamnilungen verlangen dringend die Einberufung der Reichsversammlung. Die zahlreichen Anhänger Yuanschikais befürworten dessen Ruckberufung. z Kaufet Es-d-r-s Husten Briefkasten der Redaktion. V. Wird demnächst erscheinen. Sport. Schachmeisterturnier. San Sebastian, 17. März. Aas dem internationalen Schachmeisterturnier ist nach vierwöchigem Kampfe der Kubaner Eapablanca als Sieger hervor- gegangen. Er gewann den ersten Preis von 5000 Franken. Die Entscheidung brachte erst der letzte Tag. Der Oesterreicher Bidmar gewann den zweiten Preis in Höhe von 3500 Franken, der Russe Rubinstein den dritten in Höhe von 2000 Franken. Wer möblierte Zimmer zu vermieten hat, wende sich zwecks Ergänzung in Möbel.Betten,Matratzen Teppiche. Gardinen etc. an das grosse Kaufhaus mit Kreditbewilligung J. Jttmann Giessen, Plockstr. 14-16 Große Auswahl. Billigste Preise. Verkam gegen bar a1T/i) und auf Kredit. Zahlung n. Ueheretnlunft Letzte Nachrichten. *tn. Friedberg, 17. März. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Gießen wurde in Darmstadt der Gerichtsschreibergehilfe D ö l l von hier verhaftet, der Gerichtskosten-Rechnung en gefälscht und die Beträge für sich verwendet haben soll. Berlin, 17. März. Der bekannte Schauspieler und Hoftheater-Direktor Geh. Hofrat Friedrich Haase ist heute früh int Alter von 85 Jahren gestorben. limtiicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am SamStag dem 18 März 1911: Nach Nordosten drehende Wmde, noch etwas kalter, später leichter Frost, vorwiegend trocken. Schneeschuhbahn in den höheren Lagen aller Mittelgebirge sehr gut, besonders Loherodskops itnb Feldberg (TannuS). Es herrscht leichter Frost; Schneehöhe: 30 Zentimeter Neuschnee. Darmstüdler Möbel weltberühmt durch ihre Formen- Schönheit, Solidität und ihren billigen Preis liefert Ihnen vollständig frei ins Haus unter Garantie D*/J von 10 Jahren das Damen Stiefel mit und ohne LaLavve 6 Mk. Hevreu-Stiefel moderne Formen 7 Mk. 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Da Televhonaesvräche hinter den Telegrammen znriickstrhen muffen, empfiehl: sich tel^ravbüche,Uebermmelung. lellauf be t Dreri \ mz Joses a uni feslgch teni Monn m 3XüttPoa> erentrout^v uä, daß e; mtWt 6in- f das (Sejamt unb WM-' ie Gxntrmmer zression. 2p6 nen, inMd Es entr.^' : der Lim> it 'Jlour Regierung daß aber c i nach W • ichterstatta c- i einer 3W 31/2 Milliorv )tgeii erwärm elbet: & * n und PS Ani 12. •i ^abaM Misste» -S$ wTw tat an, daß J lnhanger y in Schüttwaren Frisch cingctroffen : gerauch. Lachs im Ausschnitt u. in Dosen aeraach. Aal im AuSschnit u. ganz. Fisch Frische Äugt Tilsiter Käse Emmentaler Aase Edamer Käse Pa. Limburger Käse Ibalbrcifl (a17/i in ®/< und IVi Psd. Stücken per Psd. 55 Pfg. Gebrüder 8dm Babubofstraßc 27 Fernsprecher 231. j°nen y iS 5^ Cbt WS bt]trui,e noch die leidige Art, auch die Dachgeschosse auSzuschlachten _unb in das ..herrschasUicke^^ Hau- noch einen minderzablm^skräl- tigen Mansard<.mbcwohner aufzuncbmcn, der dann die bei Elagen- wohmmgen unbedingt notwendigen Abstellräume absorbiert und ost genug auch noch Aftermieter bei sich aufnimmt, was auch seine Schattenseiten sür andere Hausbewohner hat. Tas sind so allerhand Tinge, die man mit Recht an unterem Wohnungswesen aussetzen darf und gegen die sich die Mieter auch einmal energisch verwahren sollten, damit es Wandel dann gibt Wenn unsere Bauunternehmer den Bau von Einsaminen Wohnhäusern im oben angebcutctcn Sinne nicht in Angriff nehmen wollen, oder wenn sie durch baupolizeiliche Vorschriften daran gehindert werden, gegen die nichts zu macken ist, so mögen sie wenigstens ben TvbuS des modernen, komfortablen Etagen- hauseS mit repräsentablein Eingang, anständigem Treppenhaus und geräumigeren Wohnungen ausbildcn. Eventuell wäre ihnen auch vielleicht zu empfehlen, auf Doppelwohnungen Bedacht zu nehmen, bestehend aus zwei übereinandcrliegenden Etage», die dnrck eine prallisdu? Treppenanlage mi einander kombiniert werden können und je 4 Zimmer haben. Die bctressenden Häuser müßten sich aber an guter Lage befinden. Wer heute auf den Ausweg verfällt, fick zwei Etagen zu nehmen, der wird das wohl bald wieder ausgeben, weil er diese Wohnungen nur an minderwertiger . Lage finden kann und weil die Häuser mit solchen kleineren Etagen, aus denen durch eine Kombination etwas gemacht werden könnte, wohl meistens noch weniger repräsentabel sind tn ihrem Innern, rote diejenigen, welche nach Meinung ihrer Besitzer „herrschaftliche" Wohnungen enthalten & Büdingen, den 14. März 1911. Betr.: Reichstagsersatzwahl 1911 Das Grotzh. Kreisamt Büdingen an die Grohh. Bürgermeistereien des 1. Wahlkreises. Da bei der Wahl am 10.1. MtS. eine absolute Stimmenmehrheit nicht erzielt wurde, ist Stichwahl erforderlich. Dieselbe wird auf Dienstag den 21. L Mts. angelegt werden. Linzielle Bekanntmachung erfolgt im AmtsverkündigungSblatt vorn 18., 1. MtS. Einstweilen erhalten Sie mit der Post die erforderliche an« zahl Wahlzenelumschläge. Sie wollen dieselben alsbald muhzähleu Darmstädter Möbel-Einrichtungshaus Eudwig $tritzingcr Kenatgewerbllches Etablissement für Innenausstattungen Telephon IUI DARMSTADT Heiurichstr. 67 Portofreie Zusendung meine» Prachtkataloge«. Lustschiffahrt. Unfall des „P. 6". Johannisthal, 16. März. Als das Luftschiff „P. 6" heute nachmittag um 43/. Uhr zu einem Passagierflug au? >er Halle gebracht werden sollte, wurde es durch einen Windstoß mit dem Vorderteil gegen die Ballonhalle gedrückt, 0 daß die Hülle teilweise zerriß. Niemand wurde verletzt. Der Ballon wird bald wieder hergestellt sein Ueber den Unfall teÜt die Direktion der Luft-Verkehrs-Gesell- chast mit: Als das Luftschiff heute nachmittag um 5 Uhr aus der Ballonhalle bei Johannisthal zu einer Passagier, fahrt berausgebracht werden sollte, setzte plötzlich ein Böe ein uni) drückte den Ballon gegen die Hallenwand. Dabei bekam er ein kleines Loch. Oberleutnant Stelling entschloß sich mit Rücksicht darauf, das; die BallongasfüNung 14 Wochen alt ist, den Ballon zu reißen, der ohnedies in den nächsten Tagen nach Bitterfeld zur Neufüllung gehen ollte. Im Laufe des heutigen Abends wird der ganze Ballon nach Bitterfeld versandt werden. In etwa acht Tagen dürften die Fahrten wieder ausgenommen werden. Kleine Tagerchronik. Bei Reinigung einer Grube des Bahnhofes in Nizza wurden Schmucksacken im Werte von 20 000 Franks gefunden. In der hohen Tatra wurden von den beiden Prozessoren Dr. R 0 s e n und Dr. M 0 r e n 5 z i z Steinschichten entdeckt, die sehr reich an Radium sind. Aus Deutsch-Ostafrika wird vom Gouverneur telegraphisch gemeldet, daß in M u a n s a am Viktoriasee neuer* dings die P e st auftritt, nach den eingegangenen Berichten tarnen bisher vier Todesfälle vor. Einer inOch 0 tsk eingetroffcneii brieflichen Meldung zufolge ist am 17. Januar die Radiotelegraphenstation Petropawlowsk auf Kamtschatka infolge Explosion eines Petroleumbehälters niedergebrannt. Zwei Beamte erlitten Brandwunden. uniocrfität. Am 7. März hat daS hessische Ministetinm Innern die vom Gefamtfenat der Universität Gießen beschlossenen Leitsätze für die Neuregelung der Rechtsver« bällnisfe der ordentlichen Honorarprofessoren und oratsmäßigen außerordentlichen Professoren genehmigt und die Universität mit Vorschlägen wegen Aufnahme ent sprechender Vorschriften in die Univerfitäts-^-atzungen beauftragt Diese Leitsätze lauten: 1. Die etatsmäßigen außerordentlichen Profeswren an der llandesuniversitäk, welche ein in ihrer S^^tfitW vertretenes Spezialfach vertreten, sollen m dieser Fakultät Sitz und be« schließende Stimme haben, wenn es sich um Angelegenheiten ihres Svezialsaches handelt. 2. Tie Frage, ob ein etatsmäßiger Ertraordinarius Vertreter eines in der Fakultät nicht vertretenen Spezialfaches ist, soll von Fall zu Fall Rieben werden bis zur Aufstellung fester Grundsätze durch die Fakultäten. 3. xic Cnr idtibung über diese Frage soll der Landesuniversitat zustehen t Die Entscheidung der vorgenannten Frage^enolgt durch den ^esamtsenat nach Anhörung der betresfenden .rakultat 5^ Ten etatsmäßigen Extraordinarien sieht das Reckst der Teilnahme an der Rektorwahl zu, lebocb mit der Maßgabe, daß d'e Gesamtzahl der hiernach wahlberochtigten außerordentlichen Professoren die Hälfte der Gesamtzahl der etatsmäßigen ordentlichen Pro,cisoren nickt übersteigen darf. Wird diese Beschränkung wirksam, so steht sqä Wahlreckst den der Aneiennität nach ältesten etatsmatzigen autzerordentlickxm Professoren zu. 6 Alle den etatsmäßigen au perordentlichen Professoren zu gewährenden neuen Rechte und in gleicher Weise auch den ordentlichen Honorarprofessoren em- zu räum en. .. . . •• Der E 0ang. Psarrveretn tn Hessen wird seine diesjährige (21.) Hauptversammlung am 9. unb 10. Mai zu Friedberg abhalten. - Erledigt ist die Stelle deSForftwart» der Forst- wartet Kürnbach, Oberförsterei Wimpfen. •• Der 1. Hauptgewinn der Geflügel-AuS - stellung, kompletter Hühnerhof, fiel nach Lauterbach an einen dortigen Arbeiter. Der 2. und 3. Hauptgewinn kam nach Gießen. KreiS Friedberg. L. Friedberg, 16. März. TaS Lehrerseminar wird mit dem Beginn deS neuen Schuljahres um eine nützliche Einrichtung reicher werden. Für die Seminaristen wird ein eigenes Lesezimmer eingerichtet werden, in dem Zeitschriften und Bücher offen liegen sollen. bet Universitätsdozenten in besonderem Grade erwecken ES find unter diesen zahlreiche, die danach streben, ein etgenrS Heim zu besitzen, anstatt sich mit Mietwohnungen zu behelsen stck tagaus tagein über den Lärm rücksichtsloser, „munkalischer Hausgenossen, Über die Eleganz der Mietbaustteppen ober über die neuerdings hier beliebte ekelhafte Kombinatton von Klosetts und Speisekammern und über manche andere Dinge nt ärgern. Wenn aber diese Kreise Interesse am Aufschluß des NahrungS- berggeländes nehmen sollen, und daraus sollte doch die Statt in ihrem eigenen Vorteil Bedacht ne&num, bann ist eS notig, hier Ein zelwobn Häuser ,u erschwinglichen Drei sc n zu errichten, an baten, das wirb roodl niemand mir bestreiten wollen, in Gießen geradezu ein emminbltcher Mangel, besteh^ Nur eine kleine Minderzahl unserer Mitbürger und sperrt auch der Universitätsdozenten ist in bet Lage, 70 000 80(X)0 Tlf. unb mehr Tür ein Einfamilienhaus anlegen zu Tonnen^ Unb von den dazu Fähigen sagt sich noch mancher, ehe er sich dazu entschließt, ich denke doch einmal später von Gießen weiter zu kommen, und bann möchte ich nicht wie ber College I. ober 'N unveräußerliche Villa besitzen, bie mir allenfalls jemanb billig abmietet. — Um aber zu erschwinglichen Dreisen bauen zu können, wirb man Wohl bavon abgeben müffen, Villen tm Sinne allseitig freistehender unb von größeren Garten umgebener »aufer zu bauen, benn sie erforbern viel Terram, machen die Ausbildung von Fassaden nach allen vier Seiten notwendig unb so wird ber Ban eben ins Unerschwingliche verteueti Man baue dagegen in dem meines Wissens von England herüber gekommenen Baustil der Vorstädte norddeutscher Plätze wie Bremen und Hamburg, Haus an HauS mit Vorgärten unb veranbengeschmückten Fronten skein Mensch hält es bort für notig, solche vauser mit entstellenden Durchfahrten zu versehen wegen eventuell einmal zu gcwartrgender Feuersbrunst, wie bas hier bet einigen väusern ber Löberstraße geschehen ist), unb bie Einzelhäuser lassen sich um bie Hälfte der Kosten Herstellen, wie bte Billen im südlichen Stabtterl von ^Snlch ein HauS, wie man sie in den genannten ©täbten । seit einem halben Jahrhundert und länger zur großen Zufrieden- < beit der Bevölkerung baut, hat einen hübschen Vorgarten von 2—3 Metern Tiefe. Ein paar Stufen führen hmab ms Sou- , terrain, in welchem Küche. Speisekammern Waschküche Plättstube usw. sich befinden. Lieferanten haben hier ihren besonderen Zugang zu den Wirtschastsräumen. Man steigt eine breite Treppe hinauf zu der über die ganze Front des Hauses sich erstreckenden Veranda aus Eisenkonsirnktion und Glas, bie bet ben Wohlhabenderen zum Wintergarten ausgebllbet ist. Dann passiert der Besucher die breite, boppelflügelige HauStüre und steht vor dem sogenannten Windsang mit geschliffenen Schecken ober einfacher Verglasung mit weißen nb-n- bunten Tüllspannern. Ocffnet sick biefer Zugang, so blickt er in ben 2—21/. Meter breiten -ec * I» , ■ - liefert billigst die BrühPsche KllVQnC mit kirins Vniversitäts-Bllch-und Stein. IXUlÖl IQ Illil 1 II Ilia druckerei,Gi6ß8o,SchulstrJ Heiserkeit, Katarrh und Vcr- fdjlcimuna, Krauwsi n. Keuch husten, als die feinfthmeifcnbcn Kaisers Bnist-Kmilicllkll ö mit den,Drei Tannen-, xnnn not. bcgL Aeugn. v. Aerzten tigUU u. 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Zungen nidj: tänhutg ddi 1 ullyemeiner itenjttze nich: 'Karl Lieb- Michls bc: chtoerSn. s Leriohnr Magdeburg. Tnlschließung n Besuch be- eine Begrün- ußlanb, lohnt iflt unb habe Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 16. März. Der st ä d t i s ch e B 0 r - an schlag für 1911 wurde in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten beraten. Er schließt um 120 000 M?. ungünstiger ab als im Vorjahre, was darin seinen zahlenmäßigen Ausdruck findet, daß der Ausgleichfonds um diese Summe stärker heranaezogen werden soll. Die Betriebe ergeben eine Mindereinnahme von etwa 14 000 .mt. Ta indessen der Stadtkasfc an Ersah für Verwaltungskoften tu Lasten der Betriebe 59 000 Mk. mehr gut gebracht werden, so ergibt sich in Wirklichkeit eine Mehreinnahme von 15 000 Mk. Tie Gemeindeumlagen sind in gleicher Höhe angenommen wie im Vorjahre. Nach neuerer Mitteilung des Finanzamets werden unter Zugrundelegung des vorjährigen AuSschlagsatzes von 128,4 Proz. rund 31450 M mehr zu erwarten sein. Um diesen Betrag ।cf)malert sich der aus dem Ausgleichsfonds zu entnehmende Zuschuß Tie Aufgaben für das Vermögen beziffern sich auf "30040Mk. Hiervon entfetten auf die Erweiterung der stadttschen Be- triebe einschließlich der elektrischen Straßenbahn unb des Schlachthofes 515 660 Mk., auf die Erbauung von Kanälen >33000 Mk., auf die Erweiterung des ftädtischen Krankenhauses 120 000 Mk. Bei Beratung wurde besonders auch die irasserversorgung mit Arheilgen, sowie die Eingemenidung diese- Ortes besprochen. Auch die Verlegung des Hochreser- voirc- von der Mathildenhöhe und die Errichtung eines aroßzügigen, neuen Projektes kam zur Sprache, .^ne lebhafte Aussprache fand über die Freilas|ung großer Platze und die Errichtung breiter Straßen in der etabt statt. Rach den modernen Erfahrungen seien die breiten Straßen nur Staubfänger und auch dem Verkehr nicht so dienlich, wie man annehme. Stadtv. Dr. Heydt empfiehlt die Anlegung großer Spielplätze innerhalb der Hosreiten. Auch die Frage ber Polizeiverhältnisse und die Abkommandierung der hiesigen DckMtzleute zum Schutz der Zarcnfamilie nach Friedberg wurde besprochen. Die Verhandlungen wurden nach 8 Uhr abends abgebrochen und sollen am Freitag fortgesetzt werden. Hessen-Nassau. U Marburg, 16. März. In ber heutigen Stadt- verordneten-Sitzung wurde der städtische Voranschlag für 1911 auf 1391 100 Mk. festgesetzt. Zur Erhebung gelangen 187 Proz. Neal- und 165 Proz. Einkommensteuer, daß ist eine Herabsetzung um 5 Proz. gegen daS Vorjahr. Die Nahrungrberg-vebauungrftage. Gießen, 16. MäiH. Aus Umversitätskreiscn wird uns geschrieben: __ Tie Erörterungen im Gießener Anzeiger bett. Bebauung öeS NahrungSberges sollten meines Erachtens auch das Zntereffe Hn untere Wähler! Der Kampf um das Gießener Mandat hat die Fortschrittliche Volkspartei nicht in die Stichwahl gebracht, aber wir dürfen trotzdem mit Befriedigung auf das erzielte Resultat schauen. Unser Kandidat hat kaum ein Drittel der Gemeinden des Wahlkreises persönlich besuchen können, gegen ihn haben sich fast ausschließlich die Angriffe der Gegner gerichtet, und doch hat er den nationalliberalen Kandidaten weit überflügelt und unsere Partei sieht mit gutem Mute dem großen Kamps im Herbst entgegen. Jetzt aber handelt es sich um die Stichwahl zwischen einem Vertreter des schwarz-blauen Blockes und einem Mitglied der Sozialdemokratie. Die Entscheidung kann für liberale Männer nicht zweifelhaft sein. Die Aufgabe der Gegenwart und nächsten Zukunft in der deutschen Politik ist es, die Mehrheit, die nach dem Ausspruch des Fürsten Bülow ein frivoles Spiel mit den Interessen des deutschen Volkes getrieben hat, zu zertrümmern. Darum hat die Sozialdemokratie bei den letzten Nachwahlen mehrfach in der Stichwahl ihre Stimmen Kandidaten der nationalliberalen und unserer Partei zugeführt. Auch wir dürfen nicht kurzsichtig sein. Wenn es nicht unnational ist, von der Sozialdemokratie sich Stichwahlhilfe gewähren zu lassen, kann es auch nicht pflichtvergessen sein, ihr solche zu leisten. Ueberdies ist der vom Bunde der Landwirte unterstützte Kandidat ein Antisemit und wir erachten es als eine dringende Pflicht, im Interesse des Ansehens unseres Parlamentes mit beizulragen, baß der Antisemitismus, den wir mit den Gießener Nationalliberalen von 1907 für eine Schmach unseres deutschen Voltes halten, endlich wieder aus unserem Reichstag ausgeschaltet werde. Erleichtert wird uns die Entscheidung noch durch die Erfahrungen des Wahlkampfes. Die Sozialdemokratie hat mit uns scharf, aber anständig gefochten, die Antljemiten dagegen haben die widerlichste Judenhetze wieder aufleben lassen, und sie haben gegen unseren Kandldaten mit so gehässigen Mitteln gearbeitet, daß wir auch aus diesen Gründen erwarten, daß keine liberale Stimme dem Antisemiten znfällt. Wir fordern unsere Freunde und Wühler dringend auf, am 21. März ihre Stimmen abzugeben für den Kandidaten der Sozialdemokratie, Herrn Georg veckmann in Gießen Den Kampf gegen die äußerste Linke geben wir darum nicht auf. Aber zunächst steht der Feind rechts, darin Nnd wir mit den hervorragendsten Führern der beiden liberale» Parteien gleicher Meinung. Gießen, den 16. März 1911. flie NeitrMMMMtt der FoiWritzAM llo'.hspHtti im Wahlkreise Sießen-Gmkerg-W« Diejenigen Herren, die bereit sind, bei der am nächsten Dienstag statt- ftndenden Stichwahl freiwillig mitzuarbeiten, eventl. auch durch kostenfreie Stellung von Fuhrwerk, werden freundlichst gebeten, sich bis zum Sonntag mittag auf unserem Wahlbureau Friedrichstraße 4 ui melden. d17/. Der Wahlausschuß für die Kandidatur Dr. s ft erner. I Nur für Mdttuerkälistt! Neue Zwiebeln (Aegvvtcr) sind eiugetroffen. (1819 Fritz Rumpf, Kietzen, Zozelsgasse S. Magen beseh werden! Sodbrennen! Nehmen Sie nurDr. Lufleb'S »Mir ist toobr. Bestes Magen- u.Verdauungssalz A Dose 50 Pf- Bei: Car. Seibel, Drog. Kann ein Beamter sozialdemokratisch wählen? Bari er das? Selbstredend darf er das, so gut wie jeder andere Staatsbürger auch. Bei den letzten badischen Wahlen haben die badischen Beamten bis hinaus zu oen höchsten (sowcil sie der nalionatliberal-freisinnigen Partei angehüclen) sozialdemokratisch gewählt. Es galt eben Baden vor einer, jedes freie Eemesleben bedrohenden Reaktion zu bewahren und da handelten die Beamten eben so, iuie es Idas Interesse eines modernen Staates erforderte. Tag der .Block- in Baden und der „(Seift", welcher der badischen liberalen Beamtenschaft ihre Stimmabgabe für den Sozialdemokraten diktierte, ein Zeichen von Fäulnis sei, glauben doch nur ganz unerfahrene politische Kinder. d17/8 IMspppe fca t Fnsinlil. Donnerstag den 23. März 1911, im Saale des Hotel Schütz, abends 8*/, Uhr, OefiEentlicher Vortrag von Frl. Annie Furuhjelm-Helsingfors „Das Frauenstimmrecht in Finnland“ Eintritt 50 Pfg. di7/8 Eintritt 50 Pfg. Frei*. Gail’ghe Feuerwehr. Ordentliche Haupt-Bersammiung Samstag den 18. März 1911, abends 9 Ubr, bet Uamcrad Sauer. Tagesordnung: L Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Verleihung von Dtenstabzeichen, 4. Etwaige Liinrage, 5. Ersatzwahl des Vorstandes, tk Verschiedenes. v1!» Der Porstand. Uniform: Arbeitsanzug, volle Ausrüstung. Sängerkranz Giessen. Dirigent: Herr Albert Kasten. Sonntag den 19. März 1911, abends 8 Uhr, in der Turnhalle (Steinstrasse): KONZERT Programm: Gemischte Chöre, Männerchöre, Frauenchöre von Schubert, Schumann, Meyer-Olbersleben, Podbertsky _________u. a., sowie Sopran- und Baritonsoli._____ Bauer scher Gesangverein Samstag den 18. März 1911, abends 8 Uhr, in der Turnhalle des Turnvereins v' feier des 47. Stiftungsfestes Konzert, Gesangsvorträge,Theater, Ball Nur Mitglieder und eingeladene Gäste haben Zutritt. Sonntag den 19. März, Ausflug nach der Karlsruhe. Der Vorstand. Eintritt 1472 Solisten-Orchesters 1 Leitung des Violin - Virtuosen (teilt* taihuinii te Emgel, fctageagie™ Sonntag, 26. IViärz, abends 6T/4 Unr, in der Stadtkirche unter der Leitung seines Dirigenten, Herrn Prof. G. Trautmann, und unter Mitwirkung von Erl. J. Müller aus Wetzlar (Sopran, und Frl. E. Keichard aus Frankfurt a. M. (Alt), und des Henn Joachim Bi eiding aus Franklurt a. M. (Tenor) und des Herrn 11. Reinhardt aus Darmstadt (Bass), sowie des Herrn Organisten O.Görlach und der unter seiner Leitung stehenden Knabenchorschule Programm. 1. Opselpräludinm. 2. Zwei biblische Szenen von Heb. Schütz (1585-1672) a) Pharisäer und Zöllner für zwei Männerstimmen, Frauen- u. gern. Chor. b) Osterdialog für vier Solostimmen. 3. Knabenchöre. 4. Zwei Kantaten für Sonntag Estomihi v. Joh. Seb. Bach lür Soli, Frauen- u. gemischten Chor, mit Begleitung von Orchester und Orgel a) Jesus nahm zu sich die Zwölfe b) Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem. Eintritt frei. Eintritt frei. ■ Für die inaktiven Mitglieder sind Plätze am Altar, im vorderen Schiff und auf den Emporen reserviert. Der Eingang am Turin ist nur 1ür Mitwirkende und für mit Karten versehene Mitglieder geöffnet. — Kindern kann der Zutritt nur in Begleitung von Angehörigen verstattet werden. Texte zu 20 Plg. sind an den Kirchentüren zu haben. Freiwillige Gaben zur Deckung der Kosten werden in den Büchsen erbeten.D'% Sonntag , e.. 19. März: Lad - 'JZaul)cim — Winterslem — .Kapersburg — Lochinuhle — Saalburg. 'Abmurt nach Bad-Rnuheim 81'1 Uhr uorm. Lvanderzeu fünf Stunden.,(v2u/i Täglich frische SSick-Maicii Glaö 25 Pfg. zu haben im (1705 Keiormkaus ___________Zlreuzplast 5._______ 7/isitenkarten liefert rasch and billiget BruhJecbe Uaiw^UrocXcrd Gesangverein Heiterkeit Die für beute abend angesetzte Singstunde im rFelsenkeller fällt umständehalber aus. v>' j Der Vorstand. Giessen Direktion: Hermann Steingoetler. Srcitag den 17. März 1911 18. Jreiiag-Abonnem.-Vorstellung t'iovitätt 'Jioüität! Herr und Diener Schauspiel von Ludwig Z-ulda. Anfang 8 Uhr. Ende IO3/« Uhr. Sonntag den 19. A!ärz 1911 Sic güldene Merzest Burlesker Schwank v. Ptarlowe. Kleine Preise Kleine Preise Ans.öVsUhr. a17/a Ende nachOUhr Gewöhnliche Preise. Gulsäieinc haben Gültigkeit. Schauspiel u. Herrn. Sudermann. Ans. 7l/. Uhr. Ende nach 10 Uhr.