Erster Blatt M. Jahrgang Auzetger «leben. — 1‘frlofl u. Expedition 51 flbrefie tot Depeschen: Nr. 270 Tet «1eV«r 2^-" trWint täglich, außer Sonntag». - Beilagen: viermal wöchentlich OichenerZamlliendlLNeri zweimal irbdieniLKreiS« blehfärbtnKreH6leßn anjeigeii Botationsbrud und Verlag der Vrühl'schen Unio.-vuch- und Zkeindruckerel R. Lange. Redaktion. Erpedition und vruckerel: Schuistrahe 7. r EHed;°ür den bü vonniuag»"s"ühr. vüdingen: 5ernsprecher Nr. 269 Seschaflzstelle vahnhosftraße (6a. Anretgenieä: H. Beck. (Iun»lag und Freitag): zweimal monatl. land' «irttchastliche-eittraAea Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. i. Ttc gegen die Vlunuhrung Teil berechtigt sein, für die etwas ausführlicher darauf ein. Herr gacker führte, nach dem „Tarmsr. Tagcbl.", etwa folgendes aus: , „ Wahrend die antiken Tragödien our unteren Bübnen teilronte heimisch geworden sind, lind die Komödien meistens nur in philologischen Kreisen za gelegentlicher Aufführung gelangt und den eigentlichen Bühnen fremd geblieben. Tie gegen bte Aufführung erhobenen Bedenken mögen zum T^.l '•'**. „Frösche" aber, namentlich wie sie hier aufgeführt werden, trefren diese Bedenken nicht zu. Der italienisch-türtiiche Krieg. Tie gegenwärtige Kriegslage. Tripolis, 15. Nov. (Ägenzia Stesani.) Die Einrichtung der verschiedenen V e r w a l t u n g s d i e n st e macht Tagegcn bildet für Frankreich der unter englischer Aegide abgeschlossene Geheim vertrag von 190-1 den Gegenstand ernstester Sorge. Denn sein Inhalt, den man erst im Wortlaut durch eine Veröffentlichung des „Matin" vom 8. November kennt, gipfelt, soweit er die jetzt zwischen Frankreich und Spanien bevorstehenden 'Marokkoverband- hingen m feinen B i spanische Einflußsphäre in Marokko durch eine der Küste parallel von Larasch über Elksar nach dem Muluvaslusie aber in die spanische Einflußsphäre ebenso einbezogen werden wie der von Spanien bisher noch unbesetzte Hafen von Jfni. Außerdem bestimmt Artikel 3 des Abkommens für den Fall, daß wenn die Sckerifische Regierung die Crb- nung in Marokko nicht mehr aufrecht erhalten könne, Spanien das Recht haben solle, eine Aktion in seiner oben skizzierten Einflußsphäre in voller Freiheit und Machtvollkommenheit auszuuben. Es ist sehr begreiflich, baß die französischen Kolonialschwärmer darauf Hinweisen, daß Spanien den größten Vorteil von der Aufrollung der Marokkofrage habe, weil es durch seinen erweiterten Besitz an der Europa zuge- kehrten Küste im Mittelmeer zu einer Art Machtstellung gelange in:b überdies sich dort wegen des fruchtbaren Bodens ein zweites Andalusien schaffen könne. Es ist aber durchaus verständlich, daß man in Frankreich verlangt, der Weg von Fez nach dem wegen seines diplomatischen Charakters wichtigen Tanger solle französisch sein inft» nicht durch daS spanische Larrasch und Elksar gestört werden. Wenn aber die Franzosen Svanien, wie es scheint, für die Räumung von Larrasch und Elksar nur da? Gebiet von Tetuan anbieten, daS sie ihm schon 1902 zuficherten und außerdem Jfni, auf daS Spanien ja sowieso nach dem Vertrage von 190-1 Anrechte hat, so dürften sie ihre Rechnung ohne den SBirt gemacht haben. Und wenn sie dazu noch drohen, daß, wenn Spanien sich weigert, sie ganz ohne seine Zustimmung das Protektorat über Marokko errichten und mit dem Rechte des Stärkeren Larrasch und Elksar besetzen würden, so bedeutet das jedenfalls eine Turchbrechung deS Abkommens von 1904 und im übrigen die Politik der brutalen Gewalt. Abtretungen Spaniens an Deutschland? Madrid, 15. Nov. „Fmparcial" dementiert die Nachricht, daß zurzeit zwischen Berlin und Madrid Verhandlungen im Ckingc seien, bezüglich der Abtretung von Spanisch-Guinea und Fernando P^o an Teutschland. — „Correspondencia d'Espana" erklärt, Spanien muffe i u der Zahlung, die Deutschland von Frankreich zugestanden worden sei, beitragen. Aber es wäre ungerechtfertigt, daß Spanien eine Kompensation zahle, die in keinem Verhältnis stände zu den Vorteilen, die es erlangen werde. Paris, 16. Nov. Wie die „Libertö" erfährt, sind b;e Verhandlungen zwischen Frankreich, Teutschland und Spanien betreffs Uebcrgnbe von Spanisch- Guinea an Deutschland trotz der Dementis bereits im Gange. Uebrigens handele es sich nicht um Slbtretungi, sondern um eine 99 j ä hri g e Pa ck t. mit der Ermächtigung, den Sieger mit sich in die Oberwelt hinauf- zunchmen. Nack einem langen, sehr launigen Wettkampf, während dessen Euripides sich die Sympathien des Dionysos verscherzt, entscheidet die Wage der Poesie schließlich zugunsten des Aeschylos, und Tionyses begibt sich mit ihm, begleitet von den Segenswünschen Plutos und des Chors, zur Oberwelt zurück. Arißophanes schildert hier mit lebhaftesten Farben den großen Kontrast der beiden Tragiker und Mil dem Euripides ein endloses Sündenregister vor: er ist von Glaube und Sitte abgesallen, ein Verderber des Volkes, erzieht er die Fugend zur Verweichlichung, Zuchtlosigkeit und Buhlerei, er ist ein spitzfindiger Sophist von verstandesmäßiger Sentimentalität, keiner moralücken Entrüstung und Begeisterung fähig, aber gewandt und gerieben. Tie Form, seiner Dichtung ist unkünstlerisch und lax, seine Sprache alltäglich, cr gehl nur darauf aus, der Menge »u gefallen: Euri- pides schildert feine großen Charaktere, sondern elende Wirk- licbkeilsftguren und ordinäre Menschen aus dem Alltagsleben, Laher jubeln ifjm die Gemeinen zu, während ihn die Beüeren. hatten Niederschlagen mögen. Ihm stellt der Tichtcr den edlen, kraftvollen und stolzen Aeschylos gegenüber, dessen Kunst ideal, erhaben und grandios ist. Zum Schluß gab Herr Hacker eine Tarsteilung des Lustspieles, wie es bei uns auf der Bühne erscheint: Die erste Szene stellt die Oberwelt dar. Auf einer Landstraße erscheint Dionysos in Begleitung seines Sklaven Lamhias, der aui einem Eiel reitet, aber i'ctn Gepäck selbst trägt. Ter Auszug ist höchst sonderbar: Tionysos, als Herafles verkleidet, in einem sasranfarbigen Weiberrock mit hohen Weibersckmhcn, befleißet mit einer Löwenhaut und in der Rechten eine mächtige Keule. Sie suchen das Haus des Herakles aus, der bei ihrem Anblick in ein unmäßiges Gelächter aus bricht: nachdem Tionysos ihm sein-- Absicht mitgeteilt har, nämlich oen Euripides aus der Unterwelt berauizuholen, zeigt ihm Herakles c-m Weg dorthin, und bi; Wanderung beginnt. Tie Szene rerwanoelt stch zum Unter trclnec; nach längeren Unterhandlungen mit b:m Fährnrni' Cbaron setzen sie über, wobei Tionysos 'eibü tue rn muß. Audi e, er Fahrt werden fie von dem Cbor de. Frösche begleitet, welch; chr „Brekekekex koax koax" ouaken, und es entspinnl sich ein komisches Gespräch zwischen Dionysos und den Froicken. Nach diesem Chor ist, der Sitte des Äristophanes gemäß, die Kornoo- benannt rooroen., Nachdem sie am jenseitigen Ui r an ^.anj. sind, bezahlt Tionvsos die 2 Cholen für die Ueberfahrr. -amu schließt die erste Abteilung. Ter zweüe Teil zeigt den finsteren Teil der Unterwelt. Dionysos und Tanthias iranbent weiter und fangen an sich fürchterlich zu graulen, eine höchst tomische Szene, bei inJajcr Der furchtsame Dionysos eine ergötzliche Rolle srncli. Da schlagen liebliche Flötentone au§ der Ferne an ihr Ohr, die Szene ver- Vie „Frösche" ver Äristophanes. . Zn Darmstadl yielt x?crr Hofschauspiucr uud Regisseur Hacker an Volksbildungsverein einen Vortrag über die „Frösche" des Äristophanes. Da dieser Vortrag zugleich die beste Einführung m die l'loniag abend im Stadtthealcr urucr Der Regie des Herrn Hacker zur Ausführung gelangende Komödie hübet, jo sehen wir Das kirchliche Bekenntnis im Lichte der Geschichtsforschung. Gießen, 16. Nov. Die Reihe der rettgionswissenschaftlickeu Vorträge wurde gestern tu der Aula fortgesetzt Geheimer Mirdjen- rat Krüger sprach über Das kirchliche Bekenntnis im Lichte der Geschichtsforschung. . Der Redner ging davon aus, daß der streit um das Dogma, d. h. um die kirchliche Lehre von der Srcicinigfeit und der Gottmenschheit, die Gemüter heute so lebhaft bewege wie je. Gerade der Togmenhistoriker habe dabei eine Mission zu erfüllen, indem cr an der Hand geschichtlicher Nachweise aufkläreud wirke. Hierauf entwarf der Redner zuerst ein Bild von der antidogmatischen Bewegung früherer Jahrhunderte und ging dann auf die Entstehung der kirchlichen Lel)rc ein. Er verweilte länger bei dem apostolischen Glaubensbekenntnis, insbesondere bei der Vorstellung von der übernatürlichen Geburt des Erlösers, und kam zu dem Schluß, daß mit den Mitteln geschichtlicher Forschung und ohne Heranziehung sogenannter rationalisrifcher Voraussetzungen auf Grund der ältesten Uebcrliefcrung jene Vorstellung als nicht giaubcnsoerbinMich erwiesen werden könne. Er zeigte weiter, wie gerade die Satze des sogenannten zweiten Artikels in die Form von Aussagen über geschichtliche Tatsachen gekleidet seien und darum der gc fckichtlichen Kritik unterliegen, eben darum aber auch nicht Fundament und Eckstein des christlichen Glaubens fein können, wie die Mir die will. Es gilt bei Geistlichen^und Laien, vor allem aber bei den Studierenden der Theologie, die llebencugung lebendig werden zu lassen, bar, das kirchliche Dogma nicht auf Offenbarung ruht und somit feinen Ewigkeitswert besitzt. Tic Formen, in die der chriu licke Glaube von Geschlecht zu Gcscklecht stets von neuem gekleidet worden ist, sind menschlich und vergänglick): ewig ist allein die Offenbarung Gottes im Evangelium Jesu. Nach diesen einleitenden Bemerkungen Zab der Vortragende eine kurze allgemeine Schilderung der attnchen Komödie, wobei er den "Darstellungen von Delcker, Droysen, Denner, Frankel und Schinck folgte. Das attische Lustspiel, bas von 460—260 v. Ehr. in Blüte stand, war die glänymbüe und eigenartig sie Erscheinung des griechischen Geisteslebens und sand seine höchste Vollendung durch Arißophanes, den „Fürsten aller Lustspieldichter", dessen sprachliche Feinheit, Geist, Poesie und Witz nicht wieder übertroffen worben sind. Die Athener besaßen ein ganz ungewöhnliches Interesse für die unmittelbare Gegenwart, das otUfche Lustspiel ist beshalb von bet jeweiligen Lage unb der geistigen Strömung des Volkes abhängig und hat mehrere Wandlungen durchgemacht. Man unterscheidet in seiner Entwicklung drei Ab- schnine, die alte, die mutiere und neuere Komödie. Die alte Komödie stand zur Zeit des Perikles und des peloponnesischen Krieges in Blüke, ihr hauptsächlichster Inhalt bildet das Staatsleben. Tic Verfa'tung, eine vollständige Volks Herrschaft, gewahrte völlige R.'befreiheü. Tic Komödie dieser Zeit ist das politische Lustspiel. Der zweiten Periode gehört Äristophanes etwa 38t) v. Ehr an, Hauuivertreler der Dritten Periode war Menanber (342—290 v. Ehr.tz Die Begeisterung unb opser- freubige Vaterlandsliebe, der alte Glaube und die alte Sitte schwanden im athenischen Volke mehr und mehr dahin. Als Mitschuldigen kün dieser dem Volke verderblichen Wandlung sah Äristophanes den Dichter Euripides, gegen den er die Pfette seines bittersten Spottes, noch über dessen Tod hinaus, richtete. Ihn bekämpft cr auck in seiner Komödie „Die Frösche", Vic un Jahre 405 v. Ehr. entstanden in. Der Inhalt des Stückes ist für; folgetibes: Tioiiysos zieht, von seinem Sklaven st'anthias begleitet, in die Unterwelt, nm seinen Lieblingsdichter Eurwitcs rnirber heraufzuholen: denn die euren Dichter seien ict und die lebend?» laugten nichts mehr. Er hat das pdanrasti'che Kostüm des Herakles angelegt und lommr nach mancherlei Erlebnissen ernster und komischer Art schließlich im Hades an, begrüßt von dem Chor der seligen Eingewechten. Im Hades hat sich gerade ein Streu zwischen Aeschylos und Euripil..s um den iragüdK’i Ehrenthron «usponnen, den ikr neu angetommene Euripides mr sich in Anspruch nimmt. Dwm-sos irirb von Pluto zum .Schiebsrichter m diesem Streit ernannt- Fortschritte. Man sorgt regelmäßig für die Lerteilung von Lebensmitteln an die Eingeborenen In Ben g hast entdeckte Kavallerie während eines weiteren ErknndignngSritteS nach dem Innern noch eine Niederlage von Waffen unb Munition, die die Türken während ihres Rückzuges eingegraben haben. Während der Nacht vom 13. auf den 14. November wurde Terna von ©üb* westen angegriffen. Der Feind wurde mit Verlusten zurückgeschlagen. Tie Italiener hatten zwei Verwundete. _ e lieber den vorgestrigen Kampf bei Siddi Messri sind noch folgende Einzelheiten nachzntragen Nachdem die Artillerie daS HauS, in welchem der Feind verschanzt lag, zerstört hatte, machte Major Pisani mit zwei Kompagnien einen Gegenangriff und warf die Araber aus ihren Verstecken heraus. Während diese Kompagnien in ihre Stellung zurückkehrten, wurden sie von mehreren Arabern, die hinter dieser Stellung versteckt lagen, beschossen und verloren einige Venvnndele. Vom Feinde hat man wenig Nachrichten, da weder durch Flugschisfe noch durch Ballons Erkim- düngen ausgesührt werden konnten. Wie versichert wird dattern die Nachschübe an Lebensnsltteln und Muni tion von her tunesischen Grenze her an : sie stellen den Hauptvorrat des Feindes an Lebensrnitteln bar und erklären den Einfluß der Türken auf die Araber. TaS weitere Vorgehen Italiens. Berlin, 16. TaS „Berl. Tagbl." meldet an8 Nom: Die „Stampa", die die Ansicht der leitenden Streife über die Kriegsaktion wiedergibt, stellt in Mrede, daß die Mächte irgend einen Widerspruch gegen eine Flotten- a r t io n im Aegäischen Meer erhoben hätten, doch wolle die Regierung den geeigneten Moment unb die günstigen Bedingungen zum Handeln abroarten Nicht wahr fei ferner, daß der Vormarsch inS^Jnnere von Tripolis bis zum Frühjahr verschoben sei. General Eaneva werde vielmehr nach der Regenzeit den Vormarsch anordnen, sobald die Zeit ihm dafür geeignet erscheine. Tie italienische Flotte in den Dardanellen? Konstantinopel, 15. Nov. „Ikdam" erfährt, die i t al i e n i s che Flo t t e sei mit 18 Schiffen in den Dardanellen an gekommen und habe vor Seddilbahr unb Ki'mkalesi Aufstellung genommen Eine amtliche Bestätigung der Meldung fehlt noch. Ausweisung der Italiener? Berlin, 16. Nov. Tie „Deutsche TagesLeitunA" meldet aus Rom: Einer Meldung des „Giornale d'Italra" auS Konstantinopel zufolge hat der türkische SKini ft errat beschlossen, alle in der Türkei lebenden Italiener innerhalb 24 Stunden deS Landes zu verweisen. Die ttirkischen Behörden in Smyrna haben beschlossen, alle italienischen Piloten, die auf türkischen Schiffen beschäftigt find, ihres Postens zu entheben. politische Lagesschau. KlderltU'Erzbcrgersche Unterhaltungen. In der deutsch-evang. Korrespondenz lesen wir: Zu der interessanten Meldung von der bet traulichen Unterhaltung zwischen Kiderlen-Wächter und Erzberger über die Absichten des Reichskanzlers bezüglich der Verfassungsanträge ergreifen jetzt auch die Blätter, die den Ruhm! und die Weisheit des Mannes ans Buttenhaufen beruss- Die französisch-spanischen MaroNoverhandlungen. Als am 7. November bekannt wurde, die spanische Regie tung stimme vorläufig dem deutfck>-sranzöfifchen Marokko abkommen nicht zu, wußte man, daß der dlbschlnß des spanifch-französifchen M.rrokkoabkommens, daS mit dem deutfch-französifchen Marokkoabkommen in engstem Zusam in en hang steht, Schwierigkeiten bereiten würde. Zwar feilten die Verhandlungen darüber schon Anfang dieser Woche in Madrid beginnen, aber sie sind schon jetzt auf das Ende der Woche hinauSgeschoben worden unb werden wahrscheinlich noch weiter vertagt werden, da die bisher in Paris unb Madrid abgehaltenen Beratungen vorläufig nicht einmal eine Grundlage für die eigentlichen Verhandlungen ergeben haben. Es fällt inS Gewicht, daß die deutsche Regierung im Marokko» er trage Frankreich gegenüber sich verpflichtet hat, der französischen Regierung bei den bevorstehenden Verhandlungen mit Spanien, wenn auch nickt sie zu unter stützen, so dock, ihr Desinteressement zu bekunden. Viel leicht wurde sie zu dieser Haltung gegenüber den französischen Forderungen, die von Spanien die Ausgabe von Elksar unb Larrasch, sowie den Verzicht auf den noch unbesetzten Hafen von Jfni fordern, baburdj bestimmt, daß Frankreich, wie der Minister bes Auswärtigen Marquis be Selbes am 11. November im Ausschuß anssührte, fid) in einer Zusatz- Häufel beim Vertrage mit Deutschland zum Verzicht auf fein Vorkaufsrecht an Spanisch-Guinea (süd lid) von Kamerun und von den jetzigen Kongoabtrctunaen Frankreichs umfaßt) bequemte, ganz abgesehen von der Abtretung der Kamerun vorgelagerten In,el Fernando Po unb bem Küstenstreifen von M uni, gegen deren Erwerbung durch Deutschland Frankreid) ebenfalls keinen Widerspruch erheben will, wenn sie als Kompensationsobjekte für die Erweiterung der spanischen Besitzungen in Nordmarokko dienen sollen. DaS wäre nun für Deutschland altc5 schön unb gut, wenn Spanien unb Frankreich über die vollzogene Erweiterung der spanischen Machtsphäre in Marokko einig wären ober Aussicht hätten, es in absehbarer Zeit zu werben. Daran ^ber ist kaum zu denken, da immer mehr zwischen Spanien, Frankreich unb England avgeschlossene Geheimverträge ans- tauchen, die die französische Regierung, bei der im Archiv fihres Ausivärtigen Amtes herrschenden echt französischen f llnorbnung, nicht im vollem Umfange kannte, als sic gegen v über Spanien die Forderungen nach der Abtretung von Larrasch unb Elksar unb des Hafens Jfni aufftelltc. Don den Geheimverträgen Spaniens mit Frankreich über Marokko verdient btr Vertrag von 1902 einige Beachtung Dieser gegen bic Interessen EnglanbS abgefthlossene Vertrag sichert nicht nur Larrasch und Elksar, sondern sogar Tetuan, Tanger unb vor allem Fez den Spaniern. Ob dieser Ver- trag als spezielles Geheimabkommen zwischen Spanien unb Frankreich heute noch Gültigkeit hat, muß bahingestellt bleiben, jebenfalls hat er, ba er nicht bic Unterschrift Eng- landö trägt, für bic heutige Situation, wo fick England in die Marokkoangelegenheit cingcmcngt hat, keinen praktischen Wert. Und das auf Grund der jetzigen Berhältniffe betradp tet noch umfo weniger, als die Franzosen Fez in ihrer Gewalt haben, unb der größte Teil der Mächte das Protettorat Frankreichs über Marokko bereits anerkannt hat.________ mäßig verkünden, in langen Ausführungen das Wort. Tas Gespräch ist danach recht harmlos gewesen; leoiglich Informationen, wie sie ein Minister ausschlaggebenden Parteiführern eben zu geben pflegt; aber freilich ein Ereignis war es doch, wichtig genug, um einige Zeitungsspalten daran zu wenden, zur Ehre des Namens Erz- Lerger und zur Steigerung des ultramontanen Machtgefühls. Es ist auch nicht das erste Mal, daß der Abg. Erzberger sich dieser intimen Beziehungen zum Staatssekretär des Auswärtigen rühmt. Nach Ausdruck der Revolution in Portugal forderte Erzberger im Reichstag das Auswärtige Amt auf, in portugiesisch Afrika die Interessen der Jesuiten wahrzunehmen, und schon einige Tage darauf, am 22, Dezember, konnte sein Blatt, die „Sächs. Volksztg.", als erstes und einziges, gleichsam offiziös mitteilen, daß „das Auswärtige Amt eine sehr entschieden gehaltene Vorstellung rn Lissabon überreicht habe dahin, daß es die Ausweisung der Jesuiten als Verlegung der Kongoakte ansehen würde". „Nach unseren (!) Informationen", hieß es weiter, „hat sich auch Oesterreich-Ungarn. diesem Protest angeschlossen." Aehnlich „insormiert" über die Stellung des Auswärtigere Amts zur katholischen Mission zeigte sich Erzberger auf dem Mainzer Katholikentag, wo er in einer Sitzung der katholischen Frauenvereine diesen den Dank des Staatssekretärs für ihre Missionsarbeit in den deutschen Kolonien überbrachte. Es war dieselbe Sitzung, in der Erzberger die Eroberung der deutschen Kolonien für den Katholizismus das Endziel der katholischen Mission nannte. Aus seinen Gesprächen mit Herrn von Kiderlen teilte er damals, mit, daß dieser ihm über mangelnde Hilfe des Kapitals bei der Kolonisätionsarbeit geklagt und er, Erzberger, ihm als Ersatz die Kasse der katholischen Mission gleichsam als katholische Volks bank angeboten habe. Auch in den einzelnen Phasen der Marokkoverhandlungen tat die Erzbergerpresse so, als ob sie am besten „informiert" sei; noch am 24. September 1911 wußte die „Sächs. Volksztg." z. B., daß „Herr v. Lindequist in seinem Amt bleiben werde und gar keinen Anlaß habe zurückzutreten". Wenn jetzt die „Deutsche Tagesztg." schreibt (14. Nov., Nr. 580), daß „es noch durchaus nicht feststehe, wer Herrn von Lindequists Nachfolger sein werde", so braucht nicht erst gesagt zu werden, daß das Zentrum als „kommenden Mann" den Gouverneur von Ostafrika von Rechenberg fordert. Aber man erinnert sich auch, daß wiederum die. Erzbergerpresse („Sächs. Volksztg." u. a.) mit „schlimmen Folgen" gedroht hat, wenn die Wahl dennoch auf einen andern als Rechenberg fallen sollte. So ganz „harmlos" scheint sich also der Abgeordnete Erzberger in seinen „Unterhaltungen" nicht zu geben, und man wird abwarten müssen, was bei ihnen schließlich noch herausspringt. Daß Erzberger, wo er es für notig hält, auch zu schmeicheln versteht, zeigt tzas Lob, das er Herrn von Kiderlen im „Tag" (15. NovJ für seine „kurzweiligen Antworten" im Reichstage erteilt. Aus Hessen. Zur Landtagsstichwahl in Gießen. Wieseck, 15. Nov. In einer von der Fortschrittlichen Volkspartei im Saale von Adam Ziegler einberufenen, vornehmlich von Sozialdemokraten besuchten Versammlung, sprach als erster Redner Oberlehrer Dr. Strecker-Bad-Nauheim. Er führte aus, wie trotz Pluralwahlrecht und Kamelen am 3. November 2/3 der abgegebenen Stimmen der Linken zugefallen seien. Leider sei der Gcoßblock der Linken nicht zustande gekommen, es wäre sonst das Ergebnis schon gleich beim ersten Wahlgang ein noch viel günstigeres gewesen. Das Volk habe eingesehen, daß die Machenschaften des letzten Landtags ein Ende haben müßten. Eine zweifellos reaktionäre Mehrheit sei an der Arbeit gewesen, mühsam errungene Volksrechte preiszugeben. Da müsse Einhalt geboten und Wandel geschaffm werden. Das nächste wandelt sich zum Gefilde der Seligen und es ertönen die herrlichen Chöre der Geweihten. Dionysos beginnt ein Gespräch mit dem Chorführer und erkundigt sich nach der Wohnung des PlMo, des Gottes der Unterwelt. Die Szene verwandelt sich abermals, und zwar in den Palast des Pluw. Sie klopfen an. Als der Pförtner Aeakos den vermeintlichen Herakles erblickt, fährt er diesen mit den gröbsten Schimpfwvrten wütend an und schwört, Rache an ihm für den von ihm geraubten und getöteten Kerberos zu nehmen. Dionysos überkommt eine fürchterliche Angst und er überredet seinen Diener Xanthias, das Gewand mit ihm zu vertauschen. Alsbald erscheint die Magd der Persephone und lädt beide zum Besuche ihrer Herrin cm. Dionysos will nun seine Rolle tvieder eintauschen und es entsteht ein edler Wettstreit zwischen beiden; darauf folgen mehrere Szenen von derber, drastischer Komik, bis sie zum Schlüsse zu Pluto geführt werden. Damit schließt die zweite Abteilung. Der dritte Teil beginnt mir einer köstlichen Szene zwischen Aeakos und Xanthias, welche sich als verwandte Diener-Seelen erkennen und innige Freundschaft miteinander schließen. Da ertönt ein furchtbares Schreien aus dem Innern des Palastes: Ein Streit ist zwischen Aeschylos und Euripides entstanden um den tragischen Thron; bisher hatte ihn Aeschylos inne gehabt; als aber Euripides kam, buhlte er um die Gunst der gemeinen Menge und suchte ihn zu verdrängen und beansprucht nun für sich den Thron. Es wird deshalb ein Wettstreit vorgeschlagen; zum Schiedsrichter wird Dionysos gewählt. Nach einem Chorlied, welches der Freude über die zu erwartenden Dinge Ausdruck gibt, folgt die Szene des teils ernsten, teils tomischeu Wettstreits, der von Euripides eröffnet wird und sich auf alle Teile der tragischen Kunst im allgemeinen mrd auf die Prologe, Chorgesänge und Monodien im besonderen erstreckt. Zuletzt werden beide Dichter zu einer Wage geführt und jeder spricht dreimal einen Vers in die Wage, und dreimal senkt sie sich zu guusten des Aeschylos. So entscheidet sich Dionysos für Aeschylos und beschließt, ihn statt des Euripides mit in die Oberwelt hinauf- zunehmen. toie gehen, und Pluto und der Chor wünschen dem Dichter Glück und Heil, und dem Staate und der Stadt Athen Weisheit und reichen Segen. Die erste Aufführung der Komödie, die im Jahre 405 v. Ehr. erfolgte, erregte allgemeine Bewunderung. Sie hat auch heute, nach 2300 Jahren, noch nichts von ihrer Frische eingebüßt. Für die hiesige Ausführung, bei der bekanntlich die Hauptrollen in den Händen der Herren Türgas, Hacker und Lehrmann von Darmstadt liegen, werden alle ihr Bestes einsetzeu, und wenn das Publikum ihr freundliche Empfänglichkeit entgegenbringt, wird der Erfolg nicht ausbleiben. * — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In Pforzheim wurde in Gegenwart oes Grog- h e r 6 o g s die neue Kunstg e w e r b e s chu lc eröffnet. Später besichtigte der Großherzog die Ausstellung der Pforzheimer Industrie, die von über 70 Fabrikanten beschickt ist und em glänzendes Bild der entwickelten Juwelenindustrie bietet. Es befinden sich in der Ausstellung Schmuckgegenstände, von denen einzelne hunderttausend Mark wert sind. Nachdem der Großherzog noch das neue Stadtbad besucht, nahm er beim Amtsvorstand den Tee ein und lehrte turz nach secys Uhr nach Karlsruhe zurück. — Der frühere ordentliche Profeisor und 'Direktor der Frauenklinik an der Universität Rostock , Geh. Medizinalrat Dr. rned. Frieorich Schatz, begeht am 17. b. M. seinen 70. Geburtstag. — Karl btüftner, der belaiuue heßisck-e Maler, hat gestern in Guluers- hlum sein 50. Lebensjahr vollendet. sei deshalb die Bekämpfung der Reaktion in Hessen. Da müsse beim gesagt werden, daß nicht bloß der Bauernbund und das Zentrum, sondern auch die Nationalliberalen eifrig bemüht gewesen wären, im rückschrittlichen Sinne zu wirken. Ueberhaupt habe diese Partei, beeinflußt durch die rechtsstehenden Parteien, und um Mandate zu erringen, sehr häufig die liberalen Grundsätze verleugnet und es an der nötigen Charakterfestigkeit fehlen lassen. Die Unterschiede zwischen seiner Partei und der Sozialdemokratie müßten zurzeit verschwinden int Hinblick auf den gemeinsamen Feind. Er schloß mit der Anforderung, nächsten Freitag seinen Freund Urstadt zu wählen. (Beifall.). Ter Kandidat Professor U r ft a b t möchte am liebsten auf die Worte von Strecker, die er voll und ganz unterschreibe, nur Bravo sagen. Er wandte sich nun an der Hand eines Flugblattes gegen die Art und Weise, wie die rechtsstehenden Parteien für )ici) Stimmung zu machen suchten. In diesem Flugblatte seien fast nur die wirtschaftlichen Punkte hervorgehoben. Es gelte aber, in nächster Zeit viel wertvollere ideale Güter zu verteidigen, wie die durch das Zentrum gefährdete Simultanschule; besonders abw sei die G eichberechligung acker Staatsbürger vor dem Gesetz zu erstreben. (Beifall.) In der A u s s p r a ch e mckdett sich Stadlv. K r u m m - Gießen zum Wort. Seine Ausführungen richteten sich vornehmlich gegen die naüonalliberale Partei. Es sei zweifellos Klingspor unmöglich, eine R.formierung der nackonalliberalen Partei im Landtag durchzuführen, er w.rde sicher dieselben Enttäuschungen erleben wie Pagenstecher-Mainz. Um K ingspor vor diesen Enttäuschungen zu bewahren, müsse jeder sozialdemokratische Wühler unbedingt für Professor Urstadi eintreten. (Lebh. Zustimmung.) Auf eine Anfrage aus der V.rsammlung, wie sich der Kandidat zur organisierten Arbeiterschaft stelle, entgegenete Professor Ur ft ab t in seinem Schlußwort: Er billige nicht die Weltanschauung der Sozialdemokracke, b ssuders auch nicht das Erfurter Programm. Er verwerf: aber die Art, wie gegen die organisierte Arbeiterscha t vorgegangen werde, er sei gegen jegliche Ausnahmegesetze, die jedoch noch nicht so schlimm seien, als die ausnahmsweise Behandlung. Die Sozialdemokratie sei eine Geistesströmung, die nicht durch Gewaltmaßregeln unterdrückt werden könne. Er trete auch unbedingt für das Koalitionsrecht der Arbeiter ein. Mit einem Hoch auf die Linke wurde die Versammlung gegen 11 Uhr geschloffen. * Au8 dem Landtagswahlkreis Darmstadt. Die deutsch-soziale uiu Die cyristlicy-soziale Partei in Darmstadt erlassen einen Stichwahl-Aufruf, in dem sie zur Stimmabgabe für den fortschrittlichen Kandidaten Henrich auffordern. Das Zentrum dagegen hat strengste Wahlenthaltung proklamiert. _____________________ Die Kanalisierung der Lahn. Zur zweiten Lesung des Schi f f a hir t § ab g ab en* aesetzesim Reichstag beantragen 95 Mitgliederve r- ichiedenerParteien, darunter auch der Gießener Abgeordnete Dr. Werner: 1. in § 1 Abs. 2 hinter den Worten „bis züm Rhein" einzufügen: „und auf "ber Lahn von Gießen bis zur Mündung in den Rhein". 2. in § 2 Abs. 1 als Ziffer 4 einzufügen: 4. zur Kanalisier ung der Lahn auf 1,80 Meter Fahrwasser- tiefe und für Schiffe bis 45 Meter Länge. 3. in § 11 unter a Zeile 6 vor „fertiggestellt" einzufügen: „sowie die Lahnkanalisierüng von Gießen bis zum Rhein". 4. für den Fall der Annahme vorstehender Anträge: a) in § 8 Abs. 5 hinter den Worten „auf dem Rhein und fernen Nebenflüssen" einzufügen: „mit Ausnahme der Lahn", b) in § 11 unter a Zeile 10 die Worte „der Lahn" zu streichen. Deutsches NeSch. Der Kaiser verschob seine Reise nach Baden- Baden und Donaueschingen wegen Erkältung vorläufig auf Sonntag abend. Aus Köln wirb.gemelbet: Nach einem dreitägigen Wahlkampf um die Stadlverordnetenmandate 2. Klatz'e siegte am Mittwoch die ganze Liste der Zentrumspartei mit 400 Stimmen über die Kandidaten der liberalen Parteien. Die konservative Partei war zum erstenmal mit Sonderkandidaturen auf» getreten. • In Hamburg ist soeben die Neuregelung der Beamten- und Lehrerbesoldung nach saft zweijähriger Arbeit zum Abschluß gekommen. Dabci wurde den Oberlehrern an den höheren Lehranstalten ein Gesamtdiensteinkommen von 4500—11 000 Mk., den Vollsschullehrern ein solches von 2500—5100 Mk. bewilligt. Ausland. Die russische Reichsduma nahm in zweiter Lesung die Gesetzesvorlage an, wodurch den übrigen russischen Untertanen in Finnland, die gleick-en Rechte wie den finnischen Bürgern gewährt luerben. Der Antrag, den Inden in Finnland die Rechte zuzuerkennen, die ihnen im Bereiche außerhalb der Ansiedelungszone gehören, wuroe von dem Antragsteller zurückgezogen. Der russisch persische Streit London, 15. Nov. Die russische Note, in der von Persien eine Entschuldigung für den bei der Beschlagnahme der Besitzung Schua es Saltanehs vorgekommenen Zwischenfall verlangt wirb, setzte eine Fr ist vo n 48 Stunden für die Antwort fest. Die Frist ist Montag Nacht abgelaufen. Rußland senbet noch ein Bataillon nach Täbris, um die dortigen russischen Truppen aus die Stärke zu bringen, die sie vor einigen Monaten vor der Zurückziehung eines Teils der Truppen hatten. Man erfährt, Rußland werbe beim Ausbleiben einer befriedigenden Antwort 200 Kosaken nach Aftrabad schicken, um die dortige Konsulatswache zu verstärken, im Hinblick auf die dortigen Unruhen und die Gefährdung der Stadt. Ferner sollen Truppen nach Ghilam und Talisch gesandt werden, wo Persien gleichfalls nicht fähig ist, hie Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Expeditionen haben in jedem Falle nur die Aufgabe, die Ordnung wieder her zustellen und aufrechtzuerhalten, ein Verfahren, das nicht pls eine Okkupation im allgemeinen Sinne des Wortes betrachtet werden darf. Die Revolution in China. Washington, 15. Nov. An amtlicher Stelle läßt man sich angelegen sein, zu erklären, daß die beschlossene Entsendung amerikanischer Truppen nach China keine politische Bedeutung habe. Nach dem Boxervertrag seien die Mächte ermächtigt, längs der Eisenbahn Truppen zu. unterhalten. Die Vereinigten Staaten hätten von diesem Rechte bisher niemals Gebrauch gemacht, aber nun fühlten sie sich gedrungen, den Mächten zu helfen, die Straßenverbindung von Peking nach der See aufrecht zu erhalten. Man erklärt, daß die Bereinigten Staaten keinen Plan auf chinesisches Gebiet haben. Der Transportdampfer „Sheman" vor Manila ist bereit, die Truppen in vier Tagen an ihren Bestimmungsort zu befördern, sobald der Befehl hierzu erfolgt. Aus Stabt und Land. Giegen, 16. November 1911. • * Tageskalender für Donnerstag, 16. November: Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: Vortrag von Pros. Dr. W e g c n e r-Berlin: Das heutige Indien nach Studien und Beobachtungen luäljrenö der Rälje des deutschen Kronprinzen. Abends b1/* Uhr m der neuen Aula. St o 1 o 11 e u in : Prograinmwechsel. Oefsentl. Wählerversammlung der f o r t s ch r. V o l k s p a r t c i. Redner: Gutsbesitzer Beck er-Bartmannshagen und Prof. U r |t a b t. Abends v'/, Uhr in Siems Gatten. " Voiil^ Großh. Hofe. Prmz Heinrich von Preußen ist nm Mittwoch vormittag im Automobil wieder von Kiel in WolfSgarten eingetroffen, auch Prinzessin Heinrich kam gestern wieder dortbin. * * Lehrerpersonalien. Ueb.ertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Kahle aus Gießen eine Lehrerßelle an der Gemttndeschule zu Beuern. Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ranstadt. • * © ta btt bcater. Es sei ausdrücklich darauf hin- gewiesen, baß die Vorstellung be§ neuen Schwankes „Meyers* am kommenden Sonntag um 772 Uhr beginnt, baß also der regelmäßige Vorstellungsanfang emgehalten wird. Am Nach, mittag fällt bekanntlich wegen des Konzertes die Vorstellung aus. * * Die zweite Opernvorstellung wird am Mittwoch, den 29. b. Mts., slaltfinben. Es gelangen .Die luftigen Weiber von Windsor*, große Oper mit Ballett von 9licolat, zur Aufführung, die am 25. d. Mts. in Darm- ilabt in neuer Einstudierung als Festvorslellung zum Geburtstag des Großherzogs gegeben werden. ** Vom Konzertverein wird uns über dieLiszt- feier geschrieben: Wenn man die Programme mustert, die gelegentlich der Lisztseier in größeren Städten zur Ausführung gelangen, so fällt auf, daß gerade der 13. Psalm am häufigsten vertreten ist, und auch mit Recht; denn er gehört zweifellos zu dem Besten, was Liszt an kirchlichen Chorwerken geschaffen, eine kurze, aber um,o inhaltreichere Komposition, von echt kirchlich-religiöiem Empfinden getragen, die aber keineswegs auf die Kirche beschränkt geblieben ist, vielmehr sich schon lange den Konzerisaal erobert und dauernd behauptet hat. Liszt hat außer dem 13. noch vier andere Psalmen, zwei große Messen und mehrere Oratorien komponiert und sich auf dem Gebiete der musica sacra als einer der fruchtbarsten, zugleich aber bedeutendsten Komponisten der Neuzeit (das Werk ist 1855 geschrienen) erwiesen. Er ist hierdurch für die Entwickelung der musikalischen neueren Tonkunst maßgebend geworden und durch die neue Art der Gestaltung dieser Krchlichen Werke außerordentlich fördernd, ja geradezu bahnbrechend gewesen. Freunde der Melodik und reicher Instrumentierung werden in diesem Werke sicherlich auf ihre Rechnung kommen. Bezüglich der Anlage des Werkes und ’ber einzelnen Themen fei auch hier auf die kleinen, im Verlag von Breitkopf und Härtel erschienenen Konzertführer hingewiesen. Das Konzert wird in Hinsicht auf die Sonntagaberidvorstellung des Theaters schon um 4i/2 Uhr pünktlich beginnen und muß vertragsmäßig so früh beendet sein, daß die Vorbereitungen zur Theatervorstellung nicht beeinträchtigt werden. Aus Liefern Grunde ergeht an die Konzertbesucher die höfliche Bitte, durch frühzeitiges Erscheinen freunolichst dahin wirken zu wollen, daß das Konzert ohne Aufschub pünktlichst beginnen kann. ** Der Rad-Klub „Germania" hält am Samstag, 18. d. Mts., wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich ist, in der Turnhalle sein Winterfest ab, das nach den getroffenen Vorbereitungen besonders schön zu werden verspricht. Tas Programm ist sehr reichhaltig und bringt u. a. Konzert, Kunstfahren auf 1 und 2 Rädern, Theater und humoristische Duetts, bei denen die bekanntesten Humoristen unserer Stadt tätig sein werden. ** Mu 1 eurnfür Völterkuude. Um einem größeren Kreise der Bevölkerung Gießens und seiner Umgebung den Besuch des „Städtischen Museums für Völkerkunde" im Landgraf-Philipp-Schlößchen zu ermöglichen, wird von S o n n t a g, 19. d. Mts., an das Museum außer vormittags von 11—1 Uhr versuchsweise auch nachmittags von 4—6 Uhr geöffnet. Bei genügend zahlreichem Besuch soll diese Einrichtung den ganzen Winter hindurch aufrecht erhalten werden, was auch infolge Heizung des Museums ermöglicht wird. Der (Eintritt ist sowohl vormittags wie nachmittags frei. Kreis Lauterbach. Queck, 15. Nov. Heute sand hier zum dritten Male in diesem Jahre Beigeordnetenwahl statt. Während die erste Wahl infolge Einspruches von dem Kreisausschuß für ungültig erklärt wurde, mußte bei der zweiten Wahl, in der Landwirt Konrad Schmier die meisten Stimmen erhielt, Stichwahl erfolgen. In dem heutigen Wahlgang ging der seitherige Beigeordnete, Gastwirt und Postagent Heinrich Kraft 1IL, mit 46 Stimmen als Sieger hervor. Der Gegenkandidat, Landwirt Konrad Schmier III., erhielt 31 Stimmen, Kraft ist seit dem Jahre 1884 Beigeordneter und beginnt somit seine vierte Wahlperiode. ~ Herbstein, 15. Nov. Bei der heute hier vorgenommenen Beigeordneten wähl wurde Molkereibesitzer: Joseph Kübel mit 187 Stimmen zum Beigeordneten dec Stadt Herbstein gewählt. Die gleiche Stimmenzahl hatte Kübel bei der am 26. Juli ds. IS. erfolgten Wahl erhalten, die aber von dem Kreisausschuß wegen Wahlbeeinflussungen für ungültig erklärt wurde. Ein Gegenkandidat war von der Partei des seitherigen Beigeordneten Ruhl, der bei der ersten Wahl mit 104 Stimmen unterlag, nicht aufgestellt worden. -----Herbstein, 15. Nov. Die hessische Landwirtschaftskammer veranstaltet am Sonntag, 19. November, nachmittags, im Gasthause von Kübel hier einen Vortrag übet: „Welche Art der Rindviehhaltung ist für den bäuerlichen Betrieb die zweckmäßigste? Zucht- oder einseitige Ab- melskw irisch ast?" Redner ist LandwirtschastSlehrer Heck- Alsfeld. Kreis Friedberg. w. Bad-Nauheim, 15. Nov. Heute besuchte der neuernannte russische Gesandte in Darmstadt, Seine Exzellenz Herr Ministerresident Staatsrat vom der V l i e t, nebst den beiden russischen Geistlichen von Wiesbaden in Be^ gleitung des Vorsitzenden des Kur- uni) Verschönerungs- Vereins, Lehrer A. Wagner, die hiesige russische Kirche. Der Gesarrdte sprach seine Bewunderuirg über die schön ausgestatteten großen, hellen Räume des Gotteshauses aus. L. Dorheim, 15. Nov. Heute abend sand hier eine Lehrerjubiläumsfeier statt. Lehrer Weitz feierte sein 50jähriges Jubiläum. Eine große Anzahl von Volks- und Seminarlehrern, der Orts- uub Schulvorstand und Landtagsabgeordneter Breidenbach waren erschienen. Der Jubilar verließ mit 49 Klassenbrüdern, von denen heute noch 17 leben, 1861 das Seminar in Friedberg. Fünf Jahre wirkte er im hessischen Hinterlande und 45 Jahre in unserer Gemeinde. Lehrer Koch- Friedberg überreichte Herrn Weitz im Namen des Bezirksvereins Friedberg—Bad-Nauheim eine Blumenspende. Die Gemeinde übergab zwei schöne Bilder und einen Teppich. Der Landes-Lehrerverein brachte Grütze durch seinen Präsidenten Hauptlehrer H u f f - Darmstadü Mehrer st o ch ließ den Landesherrn und Lehrer Müll e r den Kaiser hoch leben. Andere Redner gedachten des Jubilar« MM Beste Kinder- Zwischenpausen Danksagung 6981 Die Wasserfrage hat eine Dellern abend gab die Waffe»- wird das Wer auf 30 000 '311. A Vetzberg, 15. Noo. glückliche Lösung gefunden. 1 Für die liebevolle Teilnahme, welche unS bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten VaterS allseitig entgegengebracht worden ist, sagen wir unseren tiefgefühlten Dank Gießen, den 15. November 1911. Ifitunfl ihre erste Probe ab. Nächste Woche in Betrieb genommen, besten Kostenpunkt sich stellen dürste. ---- Tltzbach, 15. Noo. Nach langen Frau Maria Sartor Wwe und Kinder Weihnachts-Biimne. Einige Tausend Weihnachtsbäume offeriere für Wieder- »rerkäufer für Dezemberlieferung billigst. Preis und Größe enif Anfrage. 09458 '6atl Kaufmann, Handclsgäktner, Gießen. Braden können in einigen Tagen angesehen werden. "W Hk. Aenderung der ärztlichen Prüfungsord nunq. Der Geschä s t sau s schufe der Berliner ärzt- licken Standesvereine hat, wie wir der „Münch. Med. Dockenschrift" entnehmen, eine Petition an den Reichstag ge- nauct des Wortlauts, der Reichstag wolle beim Bundesrat vor- rttlig werlxn. das; in der Prüfungsordnung für Aerzte und wer in die Bestimmungen über das vrakiilche Jahr III 8 59 fcbjttB 3 hinter den Worten „die Wahl der Anstalt uehr den 9inbü>aitn frei" folgende ober ihr gleichwertige Bestimmung ^ngefügt werde „die Ablehnung eines Kandidaten durch die An- toll darf nur erfolgen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Die hier zum dritten ahl statt. ©M on dem KreikauUch!. der zweiten Wahl, - meisten Stimmen e utigen Wahlgang unö Ps-«-s £ hervor. Der Dez ■ erhielt 816h®* d'neter unb beginnt •* ,rt hat außer der! '8e Messen unb me> 1 IUI dem Gebiete bei Wleich aber tJ (ba» Werk ist MI für bie ttntoideluw] maßgebend ottoorbr mg dieser kirchlicha rabezu bahnbreMeü reicher Jnstrum»- Mtch auf ihre ReL ge des Werkes uni | auf die kleinen, is rschienenen ftonje:- )irb in Hinsicht ad ters schon um 4i/> Uh I mäßig so früh btoi. I x Theatervorstellurr! esem Grunbe ei^ le, burch srühzeilige zu wollen, daß bat innen kann. a" hält am Somit:; I ersichtlich ist, in V: ch ben getujicncn 8;: pricht. Tas Progr-mr inzert, Kunstfahren a. ische Tuetli, bei btnr >l tätig sein werden. ) e. Um einem große inb leinet UmaebiiE is fiir Böllerkunde möglichen, wirb eer im außer vormittag. Maas von 4—6 U. t: >m Besuch soll die', xch ausrecht erhalm cs Mseums ermvs oormittags wie naa- uud ferner Familie. Gemeinfchaftftcbe Gesänae und prächtig vorgetragene Einzellieder verschönerten die Feier. Starkenburg unv Rheinhessen. m ©ff en bad) a M , 15 Nov Tine Erprefsergeschichie beichäftigt Aurjrit dic Innige und Frankfurter Kriminalpolizei 'throne Hand hör auch hi.-r mit Erpresserbriesen blut tn-'-nden Inhalts operiert, ohne reüoch die Gemüter der Briri enips.lngel damit einzuschüchtern. So erhielt u. a der hiesige aingeltl'chc Pfarrer Palmer am Sonntagnwrgen einen mit der nnim'iLrift ..die schwarz Land" oer'ebenen Brief, der l*on Frank- ch5iei sind Dem Karündaten ist der Grund der Ablehnung fdirmlidi nr.tsuteilen. Gegen die Ablehnung steht dem Kandidaten Bescbwerde an die Zentralbehörde (§ 59 Abs. 2 zu, welche endgültig entscheidet." (ficriditsfaal* Der Prozeß gegen den König Brüssel, 14 Roo. Im Prozeß der Prinzessin Luise von Belgien um den Radüaß deS üonigs Leopold wurde beufc das Urteil verkündet. Tie Prinzessin wurde ab- gewiesen, nur was der König wenige Tage vor seinem Tode der Rieda die Prinzessin Clement ine, jetzig'' Prinz-'ssin Biltor Napoleon, jeden Anteil auf etwa durch den Prozeß ihr zugesprochener Vermögensanteil im voraus abgelehnt hat Der Zusammenbruch der Niederdeut>ch»n van? vor Gericht. < Dortmund, 15. Nov. Ter Prozeß gegen den BanVürektor §?hm und Genossen nahm in der heutigen Sttzuna eine sensationelle Wendung, indem der Staatsaruvalt in zehn Fällen, welche Vergehen gegen baS Börsengesetz betreffen, bie Anklage fallen liefe. Es stand sonack nur noch der Fall H c n s o t h zur Verhandlung, in dem Schmitt allein als Angeklagter ftguric't. Schmitt erklärt, beweisen zu wollen, daß bie Aussagen O h -n s völlig unglaubwürdig seien, denn Ohm sei tatsächlich an verscyiedenen Tagen in Dortmund, aber nicht im Ausland gewesen. Der Berteidtger des Angeklagten Ohm, RechtSanwalt Frank, madjte darauf aufmerksam, daß dadurch u a. eine Vertagung deS ganzen Prozesses notwendig sei. Ter Angeklagte Sckmikt bemerkte, daß ihm Ohm den Bries an die Firma Alexander am 22. Juni diktiert habe. Außerdem seien an diesem Ta, Meter Höhe ab gestürzt. Er brach das Genick und war aus ber Stelle tot Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter Ouirr Rubrik stehenden Artikel übernimmt bte Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) I Gießen, den 15. Nov. * — Vom Heidelberger Schloß. Aus Heidelberg wird gemeldet: Im Heidelberger Tageblatt besprüht der Ordinarius für Geologie, Pros Dr ®db Salomon, in zustimmenhern Seiten bie Abhandlung dcs Dnftors des mtuernlogiid^cologifdien, Instituts ber Berliner Technischen Hochschule, Geheimrat Hirsch- ______ 2L_. .gefahrdrohende forndirritenbe Verwitterung bei Otto-Heinrick-Baues Professor Salomon kommt dabei iu dem Schluß, daß die berühmte Westsasfade dieses Jahrhundert nicht mehr Bezugnehmend auf ben Artikel „V o m Markte" in Ihre« geschätzten Anzeiger vom 9. b. M. wollen Sie gcfl. nachfolgende Zeilen -um Abdruck bringen. In anderen Städten ist man be- itrebt, auf alle mögliche Art und Weise das auswärtige Publikum anzulocken, und hier in Giefeen wird, um sich großstädtisch zu zeigen, das Gegenteil getan, hier werden die auswärtigen Stäufer sozusagen direkt vertagt, indem man das harmloseste Vergnügen eines JuxplotzeS während deS Marktes verhindert! — Wer nur ein wenig sehen will, konnte längst beobachten, waS die Krämermärkte waren, als ber Juxvlatz noch auf Oswaldsgarten war, unb waS sie jetzt sind, nadtbem bie Verlegung bes Iurplatzes stattgefunden bat. Das Zurückgehen des Marktbetriebes i(habet nicht allein den Marktreifenden, fonbern allen anliegenden Geschäften, und ich behaupte nicht zu viel, wenn ich sage, allen Geschäften ber Neustadt, Markt- unb Bahnhofstraße — Natürlich haben wir Leute genug, die sagen, eS (ei für Gießen nickt mehr zeitgemäß, mitten in der Stadt einen Iurplatz zu haben. Diese fragen auch nicht danach, ob die Geichastsleute durch solche Uinwälzungen geschädigt werden ober nicht! — Es sind vielleicht einige Anwohner bei Oswaldsgarten, die in ihrem Schlafe vor 10 Uhr abends gestört werben unb deshalb müssen Hunderte von Geschäftsleute Schaben leiden? Wir Gießener Kaufleute sind eben zu bescheiden, sonst würden wir uns derartige Gewaltakte nicht bieten lassen. Ich glaube im Sinne vieler Freunde zu handeln, wenn ich an den wohlmeinenden Sinn unserer Stadtväter appelliere mit dem Ansinnen, wenigstens an Marktlagen auch die Schausteller für Lustbarkeiten zuzulassen. R. überleben wirb. Kleine klagtrckronil. Seit dem nun 20 jährigen Bcstehen deS Krematvrftun- in Heidelbe»g fanden darin 2195 Feuerbestattungen statt In Hamburg lief ein Leiterwagen eines Fenerwehrzuaes gegen die Plattform eine» Anhängers ber Straßeirbatzn Die Plattform wurde zertrümmert. Der darauf stehende .-chasfner wurde gegen ben Pfeiler einer Straßenlaterne geschleudert, wo er mit zerschmettertem Schädel liegen blieb. Das linke Hondpfcrd des Leiterwagens wurde sdstver verletzt. In Wien sind die beiden 16jährigen LvceumSschulerinnen, bie sich gemeinsckaftlick aus dem »wetten Stocklverk deS Sckul- aebäudes hinunlerstürzten, an den Folgen der erlittenen Verletzungen gestorben. , A Ä Wie au-5 Konstantinopel gemeldet wird, sott am D cns- tag in Adrianopel eine Feuersbrunst atisgebrochen fein, die den Basar einäscherte und fast ein Viertel ber Stadt zerstört haben soll. ________________________ Stofier vilderdiebjlahl im Schloß zu Schleißhelm. lieber einen großen Bilderdiebstahl im Lustschlößchen zu Schleiß heim wirb uns untrrm 15. d. Mts. aus Münd» en gemeldet: Wie die Polizeibirektion mitteilt, sind vermutlich in einer ber letzten Nächte in dem Lustschlößchen zu Schleife- h e i m »um Schaden der Zivilliste des Staates 2 2 Gemälde aus den Rahmen geschnitten und entwendet worben. Von bem Täter ist bis jetzt nichts bekannt. Die Gemälde, die teilweise einen großen künstlerischen und historischen Wert haben, stellen dar: Leopardenjagd, Wlldschweinjagd, Bärenhetze, Landschaften, Tierstücke, den Kurfürsten Karl Philipp von Pfalz-Neu- bürg als Bischof, den Herzog von Zweibrücken Max Joseph und dreizehn Sttlleben von Peter Hvremans. ST «rang Schwesterniiaaä. P etersbur g, 16. Nov. In der gestrigen Abendsitzung der Reichsduma beantwortete Ministerpräsident Kokvwzow die Anfragen über die Mifeernte in längerer Rede, in der er zunächst feststellte, dafe das von der Mißernte betroffene Gebiet sich auf zwanzig Gouvernements erstrecke, von denen zwölf durchweg, die übrigen zmn Teil geschädigt worden seien. Von den zwölfcinhalt Millionen Einwohnern deSMißemtegebietS seien acht Millionen hilfsbedürftig. Die Hilfeleistung erfordere 120 Millionen Rubel, wovon 32 Millionen durch lokale Mtttel gedeckt würden, während der St a a t für bie übrigen 88 Millionen eintreten müsse. Die Hälfte ber erforderlichen Mittel fei der Bevölkerung ohne Verzögerung bereits Übermittelt. Die Hilfsgeldcr seien zu Saatzwecken, zum Ankauf von Korn und Viehfutter, zur Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten, zur Errichtung von Speiseküchen und Nahrungsmittelstationen wwie für ärztliche Hilfe angewiesen worden. Auf Grund der Berichte der Gouverneur: stellte der Ministerpräsident fest, daß nirgends HungerS- n o t aufgetreten sei unb daß die sanitäre Lage durch alle zu Gebote stchenden Slittd, so durch Tariferleichterungen für die Beförderung von Arbeitern und für bat Transport deS Viehs aus bem Mifeerntegebiet ___.... _____ „ in nicht vom Mifewachs betroffene Ge- genben, durch Herabsetzung der Frachtkosten für Oelkuchen, Futtergerste, Heu, Stroh usw., durch ÄredtterleiHerung und Stundung der direkten Steuern usw. gehoben werbe. Die Rede beS Minister- Hochfeines erstklafstges Nussbaum Pianino noch neu, vorzüglich im Ton unb Svielan, außerordentlich billig, unter 10-jädrigcr Garantie ab- zugeb. Man verlanae Abbitbuna uno Lieferungsbedingungen. ;6Ü87 Will). Arnold SgL Bayer. Host. Afchaffenborg. Eisenbahn-Konsum- Verein ----- Giessen e. €». m. b. H. Ordentliche Ceieral-leroiMliiDg am Samstag, d. 85. Nov. 1911, abends b1 , Ubr, im Unterrichts zimmer, Frankfurter Straße 301. Tages Ordnung: L Revinousbericht; 2. Rechnungslegung: 3. Berieilung der Rückvergütung: 4. Ersatzwahlen. Gießen, den 16. November 1911 Der stellvertretende Borsttzende des AufnchiSraieS: Küpper, 6993 König!. Lberbahnmeifrer. Amtlicher Teil. Kekanntmachung. B e t r.: Maul- und Klauenseuche in Winnerod. Degen Ausbruch ber Maul- und Klauenseuche in Winnerod und Nonnenroth wird seeinSperrbezirk gebt! bei; dieser unffafet das Gebiet drr Orte und der Gemarkungen Winnerod unb Nonnenroth. Es wirb weiter ein neues Beobachtungsgebiet gebildet, das bie Gemarkungen Bersrod, Linbeo- struth, Reinharbshain, Reiskirchen unb Saa'en mit Bollnbach, Veitsb ' rg und Dir ber a umfaßt. Für ben Sperrbezirk und daS Beobachtunasgebiet gelten die Bestun- munaen unter II, IV, V und VI unserer BekamttnrLchuZW vom 11. 1. Mts. '(Siebener Anzeiger Nr. 267). Gießen, ben 15. November 1911. ^^herzogliches streisamt Gieße,, i! I, L.: Langermans. Hc- iHifnW Ärztlich empfohlen. Jfadirkgtn durch Piakefe crsio/rtiJcj. Nach Beendigung meines Umbaues bringen ausgestellt sind, in empfehlende Erinnerung zu Teppich- und Gardinen-Haus Wenn sich Bevölkerung. D16/H Gebt also Klingspor, dem erprobten Manne, Eure Stimmen. Ein Arbeiter gnädigen Fräulein Großes Theaterdrama in 2 Akten. Vorsührungsdauer zirka 1 Stunde. Attraktion allerersten Ranges. 09472 Was hat ihr Klingspor getan? Er arbeitet seit Jahren ständig für die Besserung der sozialen Lage der arbeitenden «!ung nach eii als der eine W Sunt Prass würde er ® der Bureaukr demokratischen Partei! Die Wahlparole des sozialdemokratischen Wahlkomitees hat Erstaunen hervorgerufen. Den Wählern der sozialdemokratischen Partei wird zugemutet, einen Kandidaten zu wähle«, 1. der nach seiner gesellschaftlichen und beruflichen Stellung abhängig ist von oben - von der Regierung, 2. der bis jetzt noch nichts für die Arbeiterbevölkerung getan hat, n die Wähler »er sozial. 1 kgner. Wenn firfi ® ist vield fr. Braun im leichstagsl tainz-Opp Zeit: Gegenwart. Der Film zeichnet sich aus durch äußerst spannende Handlung, wunderbare Szenerien und hervorragendes Spiel der hier rühmlichst bekannten Kopenhagener Künstler. „Die Liebe des gnädigen Fräulein" ist eine Fernerhin erlaube ich mir als erstes und ältestes Spezialhaus der Branche, meine Spezialitäten, wie Deutsche Teppiche * Läufer * Vorlagen * Echte orientalische Teppiche * Gardinen * Linoleum-Läufer und -Teppiche Wachstuche * Tisch-, Divan- und Reisedecken * Plaids Angora-, Ziegen- und Wildfelle * Fenstermäntel * Kissen usw. welche in meinen Verkaufsräumen in übersichtlicher Weise Unser Dar Die bereits L MW de- l&e des Etats A wie hur Ä Braun L dem Auch Zeitskraft um « aus kleinen y Aimstersefl 2r. Braun tin' fein Bater, Stbcr ausgewai die Mutter jnnCfi Onkels 0t Mde er erzöge iKibt und dann Gießen (Ich mt der Ate gabre 1883 Sti ff-ischi"« Md 1886 Krers W erhielt er Mainz in das ? jicei Fahre, w' Nlh im selben rin unb war zuu lmdwirtschaftlü M 1. April 1 Herialabteilur mannt. Sein ftriums des I Titel Minister mar 1907. W im F ttise in den A her durch seit Situation rett tiua ihm am i nach Gnauths hatte er die d zum Abschluß nete ihn daru aus, mit dem Ludwigvrdens Persönlichkeit AusMull/rg bei twbieni'tto längere ßeit at Nutzer diesem TJpv Ein Drama von spannendem Inhalt Weltschlager noch: KFvL 1 UlivS ii Ul 1, und großartigem Spiel. Ferner die übrigen Nummern dieses wirklich reichhaltigen Programms. tu» t« ViM» 11 ajlhrMlich Arbeiter, Wähler, Arbeiter! Der Beschluß des Landesausschusses der sozialdemokratischen Partei in Hessen hat leider den hiesigen Verhältnissen keine Rechnung getragen. Was habt Ihr von Leistungen des Herrn Prof. Urstadt überhaupt und in der sozialpolitischen Kommission des Stadtvorstands, der er angehört, bis jetzt erfahren??-- verso I "Mragx te KT-"» 3. der einer Partei angehört, die sich rühmt, am „schneidigsten" von allen Parteien den Kampf gegen die Sozialdemokratie zu führen, 4. der einer Partei angehört, von der Genosse Riegel in einer Versammlung in Wißmar (Oberhessiche Volkszeitung Rr. 266 v. 15. 11. 11.) gesagt hat, daß in vielen Fällen kein Verlast ans sie sei, wofür Beweise da seien. Nein — niemals! Wir wollen selbständig uns betätigen, wir wollen wahrhaft freie Männer sein und deshalb dem Kandidaten unsere Stimme geben, dessen persönliche Eigenschaften und dessen warmes Empfinden für die arbeitende Bevölkerung hinreichend bekannt sind. J Genossen, gebt Mann für Mann dem mit E-LAch fühlenden und von oben unabhängigen Kandidaten tj i1"« der hessjst [We auch du "U>h ben bester SoUte e r!??.1 seine Mte auch °nbe Min j i'Ueibe« I in der P Mdung iiegtL Budgets erf Ä Wbt. A T^ungsr ^ noA toenr Pu >keht dem Sm' 2ei L Wfllnenttetetl' L;r ju ein. Adolf Küngfp-or am 17. November 1911 Eure Stimme. KeineH Genosse» Stimme soll auf einen abhängigen Kandidaten fallen, d-/,, Gießen, 16. November 1911. y Wirbler. Biograph P,T Ausserordentlichen Beifall erntete unser neuester Schlager bei jeder Aufführung i TA 1 1 1VT 1 C 1 Seltersweg, Ecke Plockstr- Brust Bloedner IN acmolger Gegründete« t=i. ,72 wodurch ich meine Verkaufsräume um das ßfache ausgedehnt habe, bin ich in der Lage, meine Kunden aufs weitgehendste und vorteilhafteste zu bedienen. Nicht nur meine Lokalitäten, sondern auch mein gesamtes Lager ist dadurch über das Doppelte vergrössert, so dass ich allen an mich gestellten Anforderungen in jeder Beziehung Genüge leisten kann