Nr. U5 Erster Blatt W. Jahrgang Mittwoch, \I. Mai \<)\\ Ter Ätefjener Anzeiger > ,iwiw Äk Ä Bezugspreis. -scheint täglich, außer /xmKv ▼ W» ▼ m o na t i; d) 7513L, m ert e(- , Sonntags. - Beilagen: 4 a A a ▲ ▲ A A A W a a A A A A. aL ▲ ▲ jährlich Äk. 2^0; durch ’ ermnl roö*em> Ä W 4AO VK ÄL W jfk Abholc- u. Zweigstellen GiehenerZamiliendlätier Ä fB^Ek B S Iw Bv B @ BK B M B 1 W B ▼ monatlich 65 Pf.; durch fwemtühü^cuLKrek. ■ ■ ■ B B B B WV B MW B M A B M B B B MM B diePostM.2.-vieael. biattfüröenXreisÄiefcen B M B B B< B B It B B Br B /III |l| B< B auLschl. Bes.ellg. tensmQunö^retin^; vkjpF kJ B Wk B Bu M M wK fti JK 3 M B B K S B 3cileiiprctf: loLillo momul. BC W B W ■ B B W M Br B W B WB auswärts 20 wirtichatllicheZeittragen M M B B ▼ ▼ B M M ▼ ▼ ▼ B ” ~ Chefredakteur: AGoey. Nerufprech - Anschlüsse. M M MM Verantwortlich für den sur hie Redaktion 112, 1}*^ politischen Teil: August BLW General-Anzeiger sur Oberhessen LMM st^Ä^r^nmnmer Rotationrdnlck und Verlag der vrijhl'schen Univ.-Vuch- und zieindruckerei H. Lange. Redattion, Expedition und vruckerel: zchulftrahe 7. L°and-:^.Hch^sür den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhofstratze l-s. Auzeig'enteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfafct 12 Seiten. Der Kampf um die Vetobill. Nachdem Ende Februar die Vctobill in erster Lesung Dom englischen Unlerhausc mit 351 gegen 227 Stimmen angenommen worden war, ist cs am Montag gelungen, sic in dritter Lesung sogar-mit 362 gegen 241 Stimmen im Unter- zu l crabsck)iedcn, trotzdem die Konservativen sich mit ihren 000 2lbändernngsanträgen alle Mühe gaben, das große Werk der Vcrfassungsrcsorm, bas das Einspruchsrecht des Lberhauscs gegen Beschlüsse deS Unt« in finan zielten Angelegenheiten beseitigen und bei den übrigen Gc sepesvorlagen beschränken rnili, zu verschleppen. Wie eilig es vielmehr das liberale Kabinett Asquith mit der Abünde rung der feit 1689 bestehenden Verteilung der gcsetzgeber ischen 61cmalt zwischen Lords und Gemeinen hat, geht zur Genüge daraus hervor, daß es den Versuch machte, die Vetobill noch in der Nacht den Lords zugchcn zu lassen, doch hatten sich diese in konsequenter Einhaltung ihrer Vcr schleppungstaktik bereits vor 10 Uhr abends vertagt, nachdem lic in zweiter Lesung über den Nesormvorschlag Lord Lansoownes beraten hatten. Dieser Reformvovscylag ^.'ord L a n S d o w n c s, der von ihni wiederholt angekündigt wor den war, aber ei ft am 8. Mai dem Oberhaus vorgelcgt wurde, will das Lberhausz in dem jetzt nur erbliche und vom König ernannte Mitglieder sitzen, wobei der König an eine bestimmte Zahl nicht gebunden ist, derart umgeftol icn, das; cs in Zukrtnft nur aus 350 Lords bestehen soll .hiervon sollten 100 erbliche Peers sein und von den übrigen Peers gewählt werden, aber nur dann wählbar sein, wenn sie beftimmte Voraussetzungen hinsichtlich ihrer Befähigung tu öffentlichen Stellungen erfüllt hätten: die Wahl von 120 Lords dagegen sollte den Mitgliedern des Unterhauses in den von ihnen vertretenen Bezirken anvcrtraut werden, während der König nach Maßgabe der Verteilung der Parteien im Unterhause 100 Lords zu ernennen hätte, alles aber nur, ob gewählt oder ernannt, auf die Tauer von 12 Jahren. Lebenslänglich dagegen sollten im Oberhaus nach dem Vorschläge Lord Lansdownes. sitzen: 7 königliche Prinzen, 16 Oberste Richter, die beiden Erzbischöfe von Eantcrburh und Pork und aus der Gesamtzahl der Bischöfe gewählte Vertreter. Es läßt sich nicht verkennen, daß der Vorschlag des Lord Lansdowne ein gewisses Entgegenkommen gegenüber den Wünschen der Liberalen bedeutet, insofern er das Prinzip der Erblichkeit des Obcrhaussitzes für die Peers beseitigt, ihm auch andere Elemente zusührt und der Ernennung von Oberhausinttgliedcrn durch die Krone eine beftimmte Grenze zieht. Auf der anderen Seite aber bedeute: diese Reform infolge der 100 Peers die Erhaltung der lvnfervativen Mehrheit im Oberhause, so daß man es voll und ganz verstehen kann, wenn Lord Mörlen sie in Bausch und Bogen als unzulänglich und trügerisch bezeichnete und außerdem erklärte, die Regierung werde nicht zulassen, daß die Reform, da sie nicht als Ersatz für bte Vetobill gelten könne, im Oberhaus endgültig, also noch in dritter Lesung, behandelt würde, bevor die Lords zu der Vctobill Stellung genommen hätten. Wahrscheinlich stimmt Lord Morien, nachdem heute die Vetobill dem Oberhaus unterbreitet ist, hier mit den Wünschen vieler Lords überein. Denn die Aufnahme, die der Resormvorschlag Lord Lansdownes im Oberhause fand, war bei beiden Lesungen eine so laue, ja eisige, daß es wohl kaum noch zu einer dritten Lesung kommen durfte Der Grund dafür liegt natürlich darin, daß viele Lords es gar nicht einsehen, weshalb das Oberhaus sich aus freien Stucken selbst verstümmeln sollte. Lord Lansdowne dagegen bezweckte mit seinem Antrag zweierlei: einmal wollte er Nietzsche über Bismarck 1866. (Aus unveröffentlichten Briefen.) Eine neue volkstümliche Ausgabe von Nietzsches Briefen, die soeben Tr :)iichard Oehler im Insclverlage heraus- gibt, veröffentlicht auch zum erstenmal eine Reihe von interessanten Briefen des Philosophen. Zwei, die an seine Mutter und Schwester, die jetzige Verwalterin des Nietzsche- Archivs, gerichtet sind, schrieb der Leipziger Student 1866 beim Ausbruch des Krieges, in der Aussicht, nächstens als Einjährig-Freiwilliger eingezogen zu werden. Zm Mai reimt er: Grüßt alle die Bekannten Mit einem Gruß von mir. Und sagt den alten Tanten, Ich kam einmal abhanden Als preußischer Grenadier. In ber zweiten .Hälfte des Zuni heißt es: „Tie Ge- f ah r, i n d e r P r cü ß e n ft c cf t, i st u n g e Heuer groß: daß es gar durch einen vollkommenen Sieg imstande wäre, fein Programm durchzusetzen, ist ganz unmöglich. Auf diese revolutionäre Weise den deutschen Einheitsstaat zu gründen, ist ein starkes Stück Bismarcks: Mut unt* rücksichtslose Konsequenz besitzt er, aber er u n t c r s ch ä tz t d i e m o - ralischen Kräfte im Volke Immerhin sind aber die letzten Schachzüge vorzüglich: vor allem hat er cs verstanden, auf Oesterreich einen gewaltigen, wenn nicht den größten Teil der Schuld zu walzen. Unsere Lage ist sehr einfach. Benn ein 5iaus brennt, fragt man nicht zuerst, wer den Skanb verschuldet hat, sondern löscht. Preußen steht in Stand. Jetzt gilt es zu retten. Tas ist das allgemeine Qefühl. Mit dem Moment, wo der Krieg begann, traten eile nebensächlichen Rücksichten zurück. Ich bin ein ebenso enragierter Preuße, wie z. B. der Vetter ein wachse ist. Für GiUe Sachsen ist cs aber eine besonders schwere Zeit. Zhr Üanb vollkommen in Feindesland. Fvhre Armee ruhig und untätig. Zhr König fern von den Seinen. Einem anderen iiönig und einem Kurfürsten hat man einfach den Garaus tficmad)t. Tas ist die neueste Erklärung des Fürstentums dem englischen Volke den guten Dillen des Oberhauses »eigen, sich selbst zu reformieren, um dadurch die Anhänger der Vctobill zusainmenschmelzen zu lassen, und zweitens wollte er mit seinem Antrag die Entscheidung über die Vctobill verzögern Sorb Morley aber gcin von dem Gedanken aus, bag vorläufig die Vctobill schon genügt, um die Macht des Oberhauses auch in seiner jetzigen Zusammensetzung zu brechen, und daß man über feine innere Reform zu gc legener Zeit Beschluß fassen könne. Tas Mißliche bei der Durchsetzung ber Vetobill ist nur, daß sie wegen ber im Juni bevorstehenden Krönungsfeier int englischen Volke nicht nur an "Znteresse verloren hat, sondern auch vertagt werden muß. Tenn das Ober hcrus wird sich mit ihrer Turchberatung gründlich Zeit lassen, und ihre Ehanccn stehen dort wie 1:5. Es ist deshalb eigentlich fclbstvcrstäiiblich, das; die LorbS die Vctobill ablehnen werden, so daß damit die Frage, was bann eigentlich bei diesem Verfasfungskampfe geschehen soll, nicht von der Tagesordnung verschwindet, die ja schon feit dem November 1909, wo die Lords das Budget ablehuten, im Vordergrund steht. An die Auflösung des Unterhauses und die Ausschreibung von Neuwahlen wird schwerlich zu denken sein, weil sowohl die Januarwahlen, als auch die Dezember' wählen von 1910 gezeigt haben, daß das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Liberalen und Konservativen ziemlich beständig ist, und die Fiktion von der liberalen Mehrheit nur durch Hinzunahrnc ber Arbeiterparteiler und Iren mit 124 Stimmen aufrechterhalten werden kamt. Mögen auch Liberale, Arbeiterparteiler und Freu in der Frage der Vetobill einig fein, jedenfalls dürfte König Georg aus dieser Parteikouglomcration feine Veranlassung nehmen, sich völlig auf den Standpunkt der Vetobill zu stellen und Asquith zu ihrer Durchsetzung im Oberhause schon die Garantie dafür zu geben, daß er mit Hilfe der Ernennung ton 500 liberalen Peers die Opposition im Oberhaus gegen die Vetobill beseitigt. Tiesc Maßregel hat ihre Lächerlich- feit schon vor ihrer Anwendung getötet, so daß man in höchstem Maße gespannt fein darf, welche Lösung die englische Verfassungssrage schließlich findet. Ihre Krise ist jedenfalls erst int Juli zu erwarten, also nach den Krö- nungsfeierlichkeiten vom 22. Juni. Heute nehmen nur diese das Zntercsse des englischen Volkes in Anspruch. London, 17. Mai. Zm Oberhaus brachte Viscount Morley die Vetobill ein; sie wurde in erster Lesung formell angenommen. London, 16. Mai. Im Unterhaus erklärte bei der (Erörterung ber künftigen Ausgaben in Verbindung mit dem Versicherungsentwurs Lloyd George, dies sei ein Jahr mit ausnahmsweise hohen Ausgaben Kein vernünftiger Mensch könne die Fortdauer des gegenwärtigen angeschwollenen Heeres- und Flottenbudgets wünschen. Lloyd George nahm sodann Bezug auf bte nach bem Flottengesetz erfolgende Verminderung der Zuwendungen für die deutschen Schistsbauten und sagte, dies mache auch die Verminderung der englischen Flottenrüftungen notwendig, wenn nicht eine neue Drohung, die man nicht voraus- fehen köiiiie, dazwischen kommen sollte. Er hoffe, daß das für das Derficherungsgefetz notwendige Geld in den folgenden Jahren ohne Steuererhöhung beschafft werden könne. Kaifer Wilhelm in England. London, 16. Mai. Ter Kaiser machte heute vormittag einen Spaziergang durch den Garten des Buckingham- Palastes mit dem Generaladjutanten v Müller. Teii Rest des Vormittags verbrachte das Kaiserpaar mit der Königs - familie. Als bic Majestäten sich nachmittags zum Gartenfest bei Earl Eounteß Lvndsborough begaben, wurden sie von einem vieltausendköpfigen Publikum aufs herzlichste begrüßt. Ter Kaiser verlieh zahlreiche Lrdensauszeichnungen. „von Gottes Gnaden". Ta begreift man eS, wenn d e r a 11 e Verlad) mit einigen westfälischen Borneos gegen den Bund mit der gekrönten (Victor Eman. und nicht gefrönten Demokratie schimpst. Am Ende ist diese p r cu ß i s ch e A r t, die Fürsten 1 o s z u io c r b e n , die bequemste von der Welt. Es ist geradezu ein Gluck, daß sich Hannover und Kurhessen nidit an Preußen anschlossen: sonst wären wir in Ewigkeit nicht von diesen Herren losgekommen. Wir leben also in ber preußischen Stadt Leipzig . . Ick) bin mir immer bewußt, das; der Tag sehr nahe ist, wo ich einberufen werde. Dazu ist es nachgcradc unehrenhaft, zu Hause zu sitzen, wo das Vaterland einen Kamps um Leben oder Tod beginnt." — Zur „Gesellschaft der Freunde Wilhelm Raabcs" ist dieser Tage in Braum'chwcig, wo der Dichter die texten 40 Jahre seines Lebens verbridu hat, die Ortsgemeinbe begründet worden. Die Gesellsdjait hat sich das Ziel geicyt, alle Verehrer des Tichtcrs in gan; Deutschland zu vereinigen und überall durch Ort-gemeindcn tub deren Veranstaltungen Raabes Werf ai; fern Volt ;u bringen, seine Lebensanfckau'Mg auszu- breiten. Arn Verlause der Verhandlungen nahm bic sehr zahlreich besuchte brannschweiger Versammlung u. a. einmütig Stellung gegen das nachträgliche Unternehmen eines ..Wilbelm-Raabe- Bundes", wvnir die Berliner Schriftsteller Elster und Fechner augenblicklich in Deutschland >verben. Wilhelm Brandes, der langjährige Freund des Dichters, konnte mitteilen, daß die Familie Raabe das Vorgehen dec Genannten gleickstalls auf das cnt- fdnebenfte mißbillige, und daß in Berlin selbst eine Ortsgemcinde bet „G. esc 11 ichait" in der Bildung begriffen sei, für die 'ich bereits eine Anzahl hervorragender Pcrsonlichkeitcn angcmeldet habe. Auch sonst feien Anmeldungen zu der Gesellschait von allen Seiten bet dem Leuer der Zentralstelle Zusnzrat Engelbrecht, Braumckweig, Wolfenvütteler Str. in großer Zahl eingegangen und gmgen fortgesetzt ein, fo daß die erste Nummer der Mu- tcilungcn der Gesellschaft bereits im Juni werde aus gegeben werden können. _ Gin Shakespeare-Ball. Eine der glänzendsten geseUschaftlichen Begebenheiten der diesjährigen Londoner Saison wird der Shakefveare-Ball bilden, der anläßlich der Krönung am Tie Enthüllung bc8 Denkmals für die Königin Viktoria. Tas imposante Tcnkrnal für bic Königin Viktoria, das unmittelbar vor dem Gitter des Buckinghamvalastcs errichtet worden ist, wurde heute mittag von König Georg in Gegenwart des bcutfdicn Kaiscrpaarcs, einer Anzahl Minister der Kolonien, bic sich jetzt zur Teilnahme an ber Reichskom'crenz in England befinden, des biplomatifdicii Korps und einer glänzenden Zuschauerversammlung sei erlitt) enthüllt. Ter größere Teil des Tenkmals war den Blicken schon vor einiger Zeit freigegeben worden Verhüllt blieb bisher nur noch bic Statue der Königin selbst. Tie Enthüllung erfolgte burch Elektrizität. Um 12 Uhr sckiloß König Georg durch Truck auf einen Knopf den elektrischen Strom, meld;er den bic Verhüllung scsthaltendcn Draht verbrannte. Als bic Hülle fiel, würben von einer im St. Jamespark auf- gcstellten Bakterie 41 Schuß Salut abgegeben. Die Truppen, bic in einem weiten Halbkreis vor dem Palaste standen, präsentierten. Eine Ansprache deS Köuigs. In Erwiderung auf eine vom Discount Esher überreichte Adresse hielt der König eine Ansprache, in der er zunächst auf König Eduards Anteil an ber heutigen Gedenkfeier hinwies, des Königs, der heute mehr als je in dem liebenden Gedächtnis der Engländer lebe. Der König wies auf den Anteil hin, den die Tominien und Koloniear ait ber heutigen Feier hätten und hob Ijeroor, das Denkmal stelle einen Tribut von Raffen und Ländern größerer: Verschiedenheit ^in Charakter und Lebensweise dar, als sie jemals zuvor zu gcmcinfanicin Zweck vereint gewesen seien. Der König fuhr fort: Es ist für mich und meine Familie eine Quelle tiefer Befriedigung, daß mein lieber Vetter, der deutsche Kaiser, begleitet von ber Kaiserin, bei der historischen Feier anwesenb ist. Der Kaiser ist der älteste Enkel ber Königin Viktoria, bic er immer mit natürlicher Zuneigung geliebt und verehrt hat. Seine Anwesenheit unb die Sympathie, die er uns in den letzten Tagen ihres Lebens unb später ciitgegengcbrachl hat, werden vonmirundmeine m Volke nicmalsvergesfen: starke, lebendige Bande der Verwandtschaft und Freundjck;ast vereinigen unsere Throne unb Personen unb mein Volk freut fick mit mir, baß er heute hier ist, um an der EnG hüllung des Denkmals teilzunehmen Zd) bitte Gott, daß das Denkmal in London immerbar den Ruhm der Regierung der Königin Viktoria künden und zukünftigen Geschlechtern die Liebe und Verchruüg bartun möge, die das Volk für sie und ihr Andenken hegte. — Der König schloß, indem er der Hingebung gedachte, die die Königin ihren öffentlichen Pflichten gewidmet habe. Bei der Tenkmalseuthüllung trug der Kaiser ebenso wie der König die englische Fcldmarfchalluniform mit dem Band des Hosenbandordens. Nach der Enthüllung legte der Kaiser an bem Denkmal einen schönen Lorbeerkranz nieder, ebenso eine Abordnung des Gardcdragonerregiments Königin Viltoria von Großbritannien unb Irland. Nach ber Denkmalsenthüllung formierten die Truppen einen Vorbeimarsch und defilierten vor dem Koni g. Alle Truppen des Londoner Bezirks waren zu- saminengezogen. Audi von Aldershot waren viele Abteilungen nach London befohlen worden. Nad) dem Vorbeimarsch stellten sich die Truppen am Wege auf, woraus, der Kaiser und der König nach dem Paiaste zurückkehrten. Der Kaiser hatte bereits heute morgen Staatsgeschäfte erledigt Nach der Denkmalsenthüllung fand bei den englischen Majestäten Familien-Frühstückstasel statt. Abends war größere Aöcndtafel. Ter König schlug den Schöpfer des Dcntmals Thomas Brock nach der Enthüllung zum Ritter. 20 Juni in her Albcr! Hall flattiinbcn wird. Die Eintrittskarte kostet 81 Mark und cs wirt» :Haum für 4000 Sitze geschasst. Tie Karten werden nur an bclannte Miiglieder ber Gescllschasr zur Ausgabe gelangen. Es ist eine bewndere prächtige Ausschmückung des weiicn Santes vorgesehen worden. Namentlich wird der Beleuchtung beiondere Aufmertiamkeit geschenkt. Während cs draußen Nacht ist, wird inr^Balliaal eine leuchtende Sonne am blauen Himmel erscheinen. Tie Ausstattung wird uns in die Zeit der Tudor zuruckiühren. Zn einem Garten, der dem Gc- fchmackc dieser Zeit entspricht, werden die verschiedenen Grupven Shakespearcichcr Gestalten ihre Ouadrillen tanzen. Wenn alle Masken vcrfammclt i.nd, ro.rh Königin Elisabeth mit ihrem Hofstaat erscheinen und durch die Halle schreiten. Dieser Umzug erhält ein besonderes Znteres^e durch bnt Umstand, daß jebe Hofdame und jeber Edelmann, der an ihm teilnimmr, wirklich in direkter Linie von einem Mitglied jenes berühmten Hofes abstammen wird. — Eine Vortrags reife Karl Schönherr s. D« Dichter von „Glaube und Heimat" hat nd) nunmehr entschlossen, eine Vortragsrcife durch Deutschland und Oesterreich zu unternehmen, die 'ich in der Zeit vom 10. November bis Mute Dezember erstrecken wird. Er hat, nach dem B T. bis heute 370 Einladungen aus 134 deutschen und ausländischen Städten erhalten. -- Phototelegraph. Der Lehrer des Spezialfaches der Klischee-Herstellung an der K. Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt m Wien, Ludwig Tschörner, hat, wie die „Um'chau" meldet, einen Pholotelegraphen erfunden, mittels dessen man Bilder beliebiger Art telegraphisch übertragen kann. T'ckwrners Avoarat unterscheidet stm von den bekannten hauptsächlich dadurch, daß er auf jeder Telegraphenleitung verwendet werden kann und wirkliche Rasterbilder liefert, wie sie für den Buchdruck benötigt werden. — Dem Germanischen Museum der Universität Berlin sind von Mrs. Sears in Boston auf großen Tafeln unter Glas befestigt Handschriften Goethes und Schillers aus den verschiedenen Zeiten ihres Lebens, Prosa und Verie nebst den Locken der T chter Schenkende bestimmte, tr, oi :h . jui n tn feiner Bibliothek grub wahrend ihrer Arbeiten auf dem Gebiete deuf'cher Sprache und Literatur anregend vor Augen stehen fallen. __ . 21m» Hessen. Darmstadt, 17. Mai. Nachdem sich aus den mehrfachen .Verhandlungen zwischen Regierung und Kammervorstand ergeben hat, daß es nicht möglich sein wird, die noch für die laufende Tagung erwünschte Erledigung der verschiedenen gesetzgeberischen Aufgaben bis zur Auslandreise des Groß- Herzogs durchzuführen, wird der Schluß des gegenwärtigen Landtags erst nach der Rückkehr des Großherzogs- üaares, voraussichtlich am 9. Juli, erfolgen. Die Mitglieder der 2. Kammer beabsichtigen, am nächsten Dienstag nachmittag einen gemeinschaftlichen Ausflug nach Jugenheim a. d. B. zu unternehmen, der einen durchaus zwanglosen Charakter tragen soll. Auch die Mitglieder der Großh. Regierung werden zur Teilnahme an diesem geselligen Beisammensein aufgefordert werden. Darmstadt, 16. Mai. Die nationalliberale Fraktion der 2. Kammer hielt heute nachmittag eine vertrauliche Besprechung ab, welcher auch der an Stelle des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Glässing neugewählte Abgeordnete, Geh. Schulrat Ludwig Münch beiwohnte. Dem bisherigen Abg. Dr. Glässing ist vom Vorstande der nationalliberalen Kammerfraktion, Herrn Abg. Dr. Osann, ein Schreiben übersandt worden, worin dem bisherigen Vertreter der Stadt Darmstadt für seine eifrige und erfolgreiche Tätigkeit in der 2. Kammer der wärmste Dank der Partei ausgesprochen wird. Deutsches Reich. Der Kronprinz ist am Dienstag vormittag kurz vor 8 Uhr vom Schlesischen Bahnhof nach Posen ab» gereist, um später die Reise nach Petersburg fortzusetzen. Tie Kronprinzessin folgte ihrem Gemahl um 91/2 Uhr vom Bahnhof Frieorichstraße. Der Kronprinz traf am Dienstag um 11,27 Uhr auf dem Bahnhof in Posen ein, wo er vom Oberbürgermeister Dr. Wilms und den Oberpräsidenten v. Waldow empfangen wurde. Nach kurzer Begrüßung begab er sich im Wagen zur Ostdeutschen Ausstellung für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft in der Auguste-Viktoriastraße. In der Emp- fanashalle hielt der Oberbürgermeister, der Vorsitzende des Ausstellungsvorstandes, die' Eröffnungsrede. Darauf erklärte der Kronprinz als Protektor der Ausstellung diese für eröffnet. Es folgte ein Rundgang durch die Ausstellung. Die Kronprinzessin traf nachmittags gegen 2 Uhr ein und setzte mit dem Kronprinzen die Reise nach Petersburg fort. In der Sitzung des B u n d e s r a t s am Dienstag wurde der Vorlage, betreffend den Handels- und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und Schweden, sowie der Vorlage, betreffend die Beschlüsse des Landesausschusses zu dem Entwürfe des Landeshaushaltsetats für Elsaß-Lothrmgen für das Rechnungsjahr 1911, Zustimmung erteilt. Der SchisfahrtsabgabenAus schuß tagte am Dienstag nur eine Stunde, da die Hauptsitzung bereits um 11 Uhr begann. Verhandelt, wurde namentlich über einen freisinnigen Antrag, den Begriff der „natürlichen Wasserstraße" int Gesetz festzustellen. Zu einer Abstimmung kam es nicht. Ausland. Der König von Serbien begibt sich am 19. Mai zum Besuch des Präsidenten Falliöres nach Paris. In seiner Begleitung wird sich der Minister des Aeußern, Milowanowitsch, befinden. Die Reise wird in Basel zwei Tage und eine Nacht unterbrochen. Heer und Flotte. Stettin,- 16. Mai. Auf der Werft „Vulkan" lief heute mittag der kleine Kreuzer „Ersatz Falke" glücklich vom Stapel. Die Taufrede, die mit einem Kaiserhoch schloß, hielt Oberbürgermeister Bender-Breslau. Das Schiff erhielt den Namen „Breslau". Ans Stadt uiifc Land. Gießen, 17. Mai 1911. ** Das Großherzogspaar wird voraussichtlich schon am Freitag, 9. Juni, nachmittags 5 Uhr hier eintceffen und für mehrere Tage hier Aufenthalt nehmen. * * .Pfarrdienstnachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrassistenten Wich. Diehl zu Mühlheim die evang. Pfarrstelle zu Sellnrod übertragen. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben die evang. Pfarrstelle in König, dem Fürsten zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu; die evang. Pfarrstelle in federn, dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode steht das Präsentations- rccht zu. * * O r d e n s a n g e l e g e n h e i t e n. Der König von Preußen hat den Kronen-Orden dritter Klasse dem Major K l otz in der 4. Jngen.-Jnsp. und Jngen.-Offizier vom Platz in Mainz, bisher im Kriegsministerium, dem Oberstabsveterinär a. D. Reinicke zu Darmstadt, bisher beim Großherzogl. Art.-Korps, 1. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25 verliehen, sowie die Erlaubnis zur Anlegung des Ritterkreuzes erster Klasse des Hessischen Verdienst-Ordens Philipps des Großmütigen den Hauptleuten Frhrn. v. Weiters hausen int Kriegsministcrium und v. Harnier int Kurhess. Jäger- Est. Nr. 11 erteilt. * * Vom hessischen Blum en tag. Nachdem der sBlumentag ein so schönes Ergebnis gezeitigt hat, wird die Frage der Verwendung der eingegangenen Gelder in der Bevölkerung vielfach interessieren. Die Antwort ist an sich einfach genug: alle Aufgaben der Mutter- und Säuglingsfürsorge sollen durch sie nach Möglichkeit durchgeführt oder gefördert werden. Welches die Aufgaben der Mutter- und Säuglingsfürsorge sind, darüber ist ja in letzter Zeit oft gesprochen und geschrieben worden. Die Einrichtung der Beratungsstellen in Stadr und Land, die jedermann besuchen kann, das Mieten hierfür geeigneter Lokale, die Anschaffung der nötigen Einrichtungsgegenstände, das Honorar für die bei der Beratung tätigen Hebammen, Schwestern und Aerzte, die Förderung der Wochenhilfe, insbesondere der Hauspflege auf dem Lande, die Verbreitung gemeinverständlicher belehrender Schriften über Säuglingspflege und Ernährung, in den Städten die Förderung aller bestehenden bewährten Einrichtungen und ihre weitere Ergänzung: alles das kostet Geld, wenn auch natürlich mit der größten Sparsamkeit verfahren werden wird und manche Hilfe ehrenamtlich zur Verfügung steht. — Daß alle die Stellen, die int Rahmen der Organisation für dre Mutter- und Säuglingsfürsorge tätig sind, nach besten Kräften von der Zentrale zu unterstützen sind, ist schon früher betont worden. Auch ist bekannt, daß der Ertrag des Blumentags den Zweigstellen (Kreisen) und damit nach Möglichkett den Gemeinden wieder zugeführt werden soll, wo. er eingegangen ist. ■•Ser erste Aufstieg deS BallonS Gießen findet dem Vernehmen nach am Samstag, 10. Juni, statt. Kreis Büdingen. -l- Büdingen, 16. Mai. Der Zw eigv erein Büdingen des Vogelsberger Höhenklubs hielt am Montag im Fürstenhof eine außerordentliche Hauptversammlung. Der Vorsitzende, Kreisrat Boeckmann, legte die Tagesordnung für die am 28. Mai in Laubach statt- findende Hauptoersammlung des .Gesamtvereins vor, Be-^ schlossen wurde, dem Anträge, das nächstjährige Verbandsfest in Lauterbach abzuhalten, zuzustimmen. Weiter wurde beschlossen, die Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem Pfaffenwald bei Büdingen zunächst durch Schaffung eines Grundstocks in die Wege zu leiten. Es wurde zu Diesem Zwecke ein aus fünf Mitgliedern bestehender Ausschuß eingesetzt. — lieber die hervorragendste Veranstaltung dieses Sommers, das Festspiel auf der Ronne- bura bet Büdingen, wurde vom Vorsitzenden u. a. mitgeteilt, daß die Aufführung am 25. Juni stattfinden und nötigenfalls wiederholt werden soll. Die Handlung des Festspiels „Im Glauben stark, in Treue fest" fällt in die Zeit des Grafen Wolfgang I. von Isenburg-Büdingen. Die Aufführung erfordert die Mitwirkung von annähernd 100 Personen; sie findet im inneren Hof der Ronneburg statt, der etwa 450 Zuschauern Raum bietet. Für den Abend ist eine Beleuchtung der Burg vorgesehen. Die Rollen liegen bis auf drei, die von Büdinger Mitgliedern gespielt werden, in den Händen der Frankfurter Mitglieder. Die Chöre werden von Büdinger Herren ausgeführt, die Hauptprobe, die gegen ermäßigtes Eintrittsgeld besucht werden kann, findet am Vormittag des Spieltags auf der Ronneburg statt. — Büdingen, 16. Mai. Schöffengericht. Der Landwirt und Schweinehändler K. D. von Gelnhaar ist angeklagt wegen Vergehen gegen das Viehseuchengesetz. Er wird zu drei Tagen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Handlungsgehilfe A. D. aus Mocker, zurzeit hier in Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns nach erfolgter Beweisaufnahme als nicht hinreichend überführt freigesprochen, die Kosten belasten die Staatskasse. Der Metzger K. Sch. aus Ermsleben, zurzeit hier in Untersuchungshaft, Dagegen wird wegen Bettelns zu drei Wochen Haft verurteilt. Der Stlberschleifer und Polierer Ph. H. aus Langenselbold wird wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 5 Mk., die im Uneinbrtnalichkeitsfalle mit einem Tag Gefängnis zu verbüßen ist, verurteilt. Der Gärtner I. F. aus Altengronau, zurzeit hier in Untersuchungshaft, erhält wegen Bettelns eine Haftstrase von zwei Wochen und hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Die Strafe wird durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Der Steinbruchbesitzer und Flaschenbierhändler H. N. von Wolf nahm seinen gegen einen amtsrichterlichen Strafbefehl eingelegten Einspruch vor der Haupt- verhandlung zurück. Der Dienstknecht H. M. und der Fahrbursche B. E. von Büdingen sind wegen Sachbeschädigung angeklagt. B. E. wird als nicht schuldig freigesprochen, die Kosten belasten die Staatskasse. H. M. wurde in eine Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt. Das Schöffengericht empfiehlt ihn zum bedingten Strafaufschub. Der Dienstknecht B. H. M. von Neu-Wiedermus ist wegen Körperverletzung angeklagt. Nach der Beweisaufnahme wird nie Hauptverhandlung ausgesetzt und neuer Termin auf den 29. Mai l. I. bestimmt, da weitere Beweiserhebungen statt- finden sollen. n. Von der Ronneburg, 16. Mai. Das Ronneburg-Fest, das von den V. H.-C.-Zweigvereinen Frank- furt, Hanau, Offenbach, Gelnhausen und Büdingen am Himmelfahrttage auf der Ronneburg abgehalten werden sollte, ist auf Sonntag den 25. Juni verlegt worden, da der Besitzer der Burg, der Fürst von Isenburg-Wächtersbach, der umliegenden Bevölkerung am Himmelfahrttage die Burg nicht verschließen wollte. Der Fürst hat den Ehrenoorsitz für das Ronneburg-Fest übernommen, während Kreisrat Boeckmann, Büdingen, zum Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses gewählt wurde, dem außerdem die Vorsitzenden dec obengenannten Zweigvereine als Mitglieder angehören. (?) Stockheim, 16. Mai. Die Dirigenten des Nidder-Seemental-Sängerbundes hielten ihre diesjährige Versammlung bei Gastwirt Walther hier ab. Es wurde einstimmig beschlossen, mit dem diesjährigen Bundesfest, das im Juli in Düdelsheim stattfindet, ein Wertungssingen zu verbinden, bei dem Musikdirektor Schmidt aus Friedberg als Preisrichter tätig sein soll. K.A. Nidda, 16. Mai. Am Sonntag fand hier im „Gam- brinus" die erste Mitgliederversammlung des Ob stund Gartenbauvereins für den Kreis Büdingen unter dem Vorsitz des Kreisrats Boeckmann statt, die sehr stark besucht war und der als Vertreter des Landwirtschastskammer- ausschusses Gießen Sekretär Schwarz beiwohnte. Kreisobstbauinspektor Metternich erstattete zunächst den Jahresbericht, der Zeugnis von der reichen int 1. Vereinsjahr geleisteten Arbeit gibt. Danach hat der Verein 1320 Mitglieder; die Vereinszeitschrift hat sich bewährt, es sollen in Zukunft auch Beiträge aus unserem Vereinsbezirk darin erscheinen; 21 Versammlungen, 14 Gemartungsrundgänge und 13 Gratisverlosungen wurden gehalten; in 6 Orten wurde die Bepflanzung der Haus- Wände von 201 Häusern mit 396 Spalieren Aprikosen und Birnen vorgesehen. Der Baumwärterlehrkurs war von 14 Teilnehmern besucht. 2 Obstverpackungsturse und 2 Orts schauen (Ober- Mockstadt und Selters), die außerordentlich stark beschickt waren und 2 Obstverwertungstürse in Dauernheim und Altenstadt wurden gehalten. Der Obstmarkt in Büdingen ist ausgezeichnet verlaufen. Im Versuchsgarten in Büdingen wurden auf gründ eines Vertrags mit der Landwirtschaftstammer neue Versuche über Sorten und Unterlagen ausgeführt. 25 000 Edelreiser wurden umsonst verteilt. Die Schädlingsbekämpfung wurde durch Karbolineiim- spritzen (wasserlöslich) an Kreisstraßenpflanzungen eingeleitet; auch fit die Melioration der Obstpflanzungen durch Ermittlung der besten Bäume begonnen. Der geineinschastliche Bezug von Obstbäumen hatte einen Wert von 5000 Mark. Der Beratungsdienst der Geschäftsstelle hatte einen außerordentlichen Umfang. Mtt dem Lager von Verpackungsmaterialien im Kreislagerschuppen wurde begonnen; ebenso mit der Vermittlung von Angebot und Nachfrage beim Obst. In der anschließenden Ausiprache schlug Sekretär Schwarz vor, dem Landwirtschaftskammerausschutz den gemeinschaftlichen Bezug und den Bauwärterlehrkurs vorzube- halten; der Vorstand wird sich demnächst dazu ichlusttg machen. Von allen Seiten wird die kräftige Entwicklung des Vereins und außerordentliche Arbeit Metternichs anerkannt, ^te Rechnung für 1910 wurde gutgeheißen. Der Vorschlag sur 1911 schließt mtt 9119,95 Mark; bei Verlosungen wurde nach längerer Aussprache beschlossen, Bäume, Büsche, Nisthöhlen, Werkzeuge, Bücher, und Gemüse-Sämereien nur unter tue in ben Versammlungen erschienenen Mitglieder zu verlosen. Zwei Obstverwertungskurse sollen abgehalten werden in Gettenau und Eckartshausen m Gemeinschaft mit dem Landwirtschaftskammerausschutz; zwei Obsb- verpackungskurse und Ortsschauen tu Ortenberg und Diebach; eine Bezirksobstbauausstellung, ebenfalls nut dem Landimrtschafts- kammerausschuß für den Bezirk Benings-Bubingen-Linbheim an einem noch zu bestimmenden Ort. Ein Obstmarkt wird wieder in Büdingen abgehalten und em Nachweis über Angebot und Nachfrage rechtzeitig eingerichtet werden; dabet soll mit Hilfe der Obmänner ermittelt werden, welche Mengen der verschiedenen Obstarten an ben einzelnen Orten vorhanben smb unb Nachricht an Händler und Obstmärkte, gegeben werden Für das Laaer von Verpackungsmaterialien (Kisten, Holzwolle u,w.) werden 300 Mark vorgesehen Der rührigen Ortsgruppe Diebach wird zur Anschaffung einer Obstbaumspritze zur Schädlingsbekämpfung eine Beihilfe von 20 Mark gewährt. Der Baumwärtervereinigung soll Entgegenkommen bewiesen werden. Jedem Mitglied wird zur Anschaffung des ausgezeichneten Werks „Deutschlands Obst,orten von Müller, Lißmann und Grau ein Beitrag von 1 Mark bewilligt. Auch für die Bücherei der Geschäftsstelle wird ein weiterer Kredit bewilligt. Ein Punkt von besonderer Bedeutung war die Anlage einer Obstsorten-Reinzuchtstation. Der Zweck der Anlage ist, dem Ausarten von Obstsorten entgegenzuarbeiten durch Heranzucht von Trägern von Edelreisern aus besonders aus- gewählten Bäumen. Man suchte zunächst ein bereits euigerriebigte§ jtiid zu erlangen; ein, solches war aber in der erforderlichen Grotze und Sage nicht zü haben; so würde ein Vertrag mit der Ober., försterei Bad-Salzhausen über Verpachtung, eines 4 Morgen großen Stücks unterhalb der Forsttvartwohnung geschlossen, der nach längerer Erörterung die Genehmigung der Versammlung fand. Ta sich die Aufnahme eines Kapitals von 300 Mark als nötig ergibt, um den Voranschlag ins Gleichgewicht zu bringen, erklären sich sofort 3 Herren der Versammlung bereit, je 100 Mark zinslos barzuleihen. Der Punkt Obstemtetermin wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Es sei noch erwähnt, daß im Versammlungslokal 4 Obstkisten von Schreiner Jäger in Glauberg ausgestellt waren, die zweckmäßig, solid und billig sind und zur allgemeinen Einführung empfohlen werden. Kammerdirettor Müller brachte ein Hoch auf ben jungen Verein und seinen verbienstvollen Techniker aus. Kreis Schotten. X Schotten, 16. Mai. Die Geflügelausstel- lung zeigte, daß auch im hohen Vogelsberg die Geflügelzucht gute Fortschritte gemacht hat. Unter Den zahlreichen Ehrenpreisen befanden sich mehrere von der Landwirtschaftskammer, einer von der Stadt Schotten, der Sparkasse, Ge- heimerat Schönfeld, vom Bezirksverein Schotten und solche von mehreren oberhessischen Zuchtvereinen. Ehrenpreise der Landwirtschaftskammer erhielten: Für Hühner: G. Spa- mer XII., Friedr. Hofmann, Fr. Nickel-Rainrod, Wich. Kromm, Th. Fischer-Zwiefalten, Gg. Merz, Th. Cellarius, K. Ruppel, Andere Ehrenpreise erhielten: K. Spamer III., G. Mep, Wiih. Kromm, Hch. Straub III., Hch. Grandhomme, Aua. Göbel, K. Strauch, M. Schneider, G. Hupfer; der Geflügelhof des Aug. Göbel und das Kückenheim des Wilh. Kromm wurden durch 2. Preise ausgezeichnet. -11-. He rchenhain, 16. Mai. Die Sektion Herchen- hain des Vogelsberger Höhenklubs beabsichtigt, auf dec Herchenhainer Höhe einen Aussichtsturm zu errichten und diesem den Namen Ernst-Lubwigturm zu geben. Der Antrag wirb der am 28. Mai in Laubach stattsinbenben Hauptversammlung des Gesamtvereins unterbreitet werden. Der Vogelsberg entbehrt noch in manchen anderen Teilen unb an hohen Ausläufern der Aussichtstürme, z. B. in der Umgebung von Gebern, Bübingen usw. Kreis Friedberg. /\ Butzbach, 15. Mai. Auf der Jahresversammlung des Hassia-Bezirks Butzbach, die in Ober- Hörgern tagte, kam es bei Beratung beS Antrages des Vereins Bad-Nauheim, betreffend das Verhalten des Präsidiums bei politischen Wahlen, zu einer lebhaften Aussprache. Mehrere Redner sprachen dafür, andere dagegen. Nachdem der Vorsitzende Medizinalrat Dr. Vogt die Frage betr. Benutzung der Tagespresse richtiggestellt hatte, billigte die Versammlung das Vorgehen des Hassia-Prä- sidiumS bei den Neichstagswahlen in Gießen und in Fried- berg. Der Bezirk stimmte der Veranstaltung einer Verbands- Lotterie für Herbst 1911 zu. Der Bezirk zählt 27 Vereine und 2380 Mitglieder. An Unterstützungen zahlten die Vereine seit ihrem Bestehen 45 530 Mk. auS. Ein Bezirksfest soll dieses Jahr nicht stattfinden. .Starkenburg und Rheinhessen« R.B. Darmstadt, 16. Mai. Der Darmstädter 53 e r kehr sver ein beging heute abend die Feier seines 2 5 j ä h r. Jubiläums durch eine Festsitzung, der zahlreiche Ehrengäste, wie Minister von Hombergk, Provinzialbirektor Fey, Oberbürgermeister Dr. Glässing, Reichstagsabg. Dr. Osann u a, auch viele auswärtige Gäste, beiwohnten. Der Vorsitzende, Stadto. Stemmer, erinnerte daran, daß der Verein Dpr 25 Jvdrm als der erste Vertehrsverein in Deutschland gegründet routbe. Als Vertreter des Groß Herzogs überbrachte Kabistettssekretär Dr Wehner die Glückwünsche des Protektors des Vereins für dessen fernere ersprießliche Tätigkeit. Provinzialdirektor Fey sprach dem Verein die heften Glüctwünsche namens der Provinzial- und Kreisverwaltung aus, Oberbürgermeister Dr. Glässing gratulierte namens der Residenz Darmstadt, Regierungsrat Dr. Schneider namens der Eisenbahndir-ektion Mainz. Den Glückwünschen der zahlreichen Darmstädter Korporationen usw. folgten Gratulattonen des Frankfurter, des Mannheimer Verkehrsvereins und des Rheinischen Vertehrsvcreins u. a. m. Die Herren Karl und Wilhelm Opel-Rüsselsheim, die im vorigen Jahre dem Verein zwecks Verschönerung der Stadt eine Stiftung von 20 000 Mark machten und auch sonst die Zwecke des Vereins förderten, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ten Schluß des Abends blldete ein Vortrag des Prof. Dr. Vetterlein über: Was danken wir dem deutschen Bürgersinn? nn. Darmstadt, 16. Mai. Die Darmstädter Hofapotheke, die seit 1884 in dem Besitze des Hofapothekers GroS sich befindet, der auch Mitglied der Pharmazeutischen Prüfungskommission ist, wurde an Apotheker Röder, Sohn des hiesigen Herbfabrikanten Kommerzienrat Röder, verkauft. m. Offenbach, 16. Mai. Bei geordneten wähl. Mit der Wahl eines Beigeordneten beschäftigte sich heute eine Sitzung des Verfassung^- und des Bauausschusses. Von den sechs zur engeren Wahl hinzugezogenen Bewerbern um diesen Posten wurde als der geeignetste Kandidat Bauinspektor Weil von hier einstimmig gewählt. Die Wahl bedarf noch dec Bestätigung der Stadtoerordneten-Versammlung, die als bestimmt anzunehmen ist. Mainz, 16. Mai. Zum Bezirkstag der hessischen Anwalts- und Notariatsbureaubeamten, der hier stattfand, waren Vertreter aus Mainz, Offenbach, Darmstadt, Gießen, Worms, Bingen usw. erschienen. Der nächste Bezirkstag wird in Worms stattfinden. Aus dem Verbandstag in Dortmund wird der Bezirksvcrein Hessen vertreten sein. Zur staatlichen Pensionsversicherung wurde eine Entschließung angenommen. Hessen-Nassau. x = Frankfurt a. M., 16. Mai. Die 25. Jahres -Hauptversammlung des Mittelwestdeutschen Stenograph enbundes „Stolze-Schrey" wurde am Samstag und Sonntag hier abgehalten. In einer nichtöffentlichen Sitzung, die den Samstag abend ausfüllte, kamen geschäftliche Angelegen- heilen zur Besprechung. Nach dem Jahresbericht zählt der BnnD 130 5kreine mit 4900 Mitgliedern, 4800 Unterrichteten, davon 22 Schülervereine mit 700 Mitgliedern. In den Schulen wurden 2700 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. Am Sonntag vormittag fand das bei stenographischen Veranstaltungen im Mittelpunkt stehenbe Wettschreiben statt, an dem 'ich 630 Personen beteiligten. Geschrieben wurde ui den Abteilungen von dv bis 380 Silben. Die Höchstleistungen erzielten mit 380 SUvm Schmitz und Mayer, Wiesbaden. Ter Gießener Verein errang folgende Auszeichnungen: Abt. 220 Silben 1. Xriiö u Ehrenpreis K. Reitz, 9lbt 140 Silben 1. Preye Ad. Brink unö L Wiederstein, Abt. 120 Silben 1. Preis E.^em>reis Fr. Jaeggle, 1. Preis K. Ritzel, 100 Silben: 1. Preis p-r. Jung, 2. Preis Hch. Schwarz, 3. Preise R. Hof, /y ' 80 Silben: 1. Preise und Ehrenpreise: L. Horle. 1 mreifp• N Carl Herrn. Weigel, 3. Preis: Gg. Mandler, ci.il Glanzleistung'erzielte der Obcrsekundaner M ^n.inn^40 Sil- Gymnasiasten-Verein „Stolze-Schrey in Abteilu^ ' « ben, Hierfür ivurbe ihW em 1. Meis und. ein EhrentzrLis 3uertan^ -Kraikgimst 3277 vom Sterbehanse, Marktstrasse, aus statt. im bS. Lebensjahre. Familie Ihm 3278 ^MckWMrjiM svrrsami»! e in Ob».| Antrages bd «alten de! zu einer let- dafür, andm at Dr. Baigestellt Haiti, Hassia-Prä, mb in Friß, ter Verband :t 27 Bere« >ltm die &■ öezirksfef! Bestbewährte gesunde . und magen-™ darmkranke Die trauernd Hinterbliebenen* Familie L. Seidel II -lauzk!-. ,ie 0^;-. »arkafie, | n und job G. md, ^ellarix: -panier ni ’JQnb^onittt Hupfer: t* ui des Jsa Hercher, öl, aus dc ltm zu er. nt zu gebe?, slattfindenda utet werden m Teilen um in der Uo, Dankiagung. Für bte überaus vielen Beweise herrlicher Teilnahme bei dem Hiascheiden unserer liefen, unvergeh- üchen Tochter sprechen wir allen. insbesondere den Lchnllanreraden innigsten Dank aus. Wieseck, den 17. Mai 1911. . b«fiei* reauiiffl ustv.erlch'kZ 0^1^ uns^11 KindernNahrung für: sowie Todes-Anzeige. Gestern früh verschied sanft nach längerem schweren Leiden unser innigst gebebter Vater, Grossvater und Schwiegervater Herr Theodor Rödel im 79. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, 17. Mai 1911. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag Nachmittag 4 Uhr vom Portale des neuen Friedhofs aus. 04074 Blumenspenden im Sinne des Verstorbenen dankend abgelehnt. Wer es 25idbi : Lb-cmm : £b uwnnu tzende, 'dc pr 25 fr B ndei » abdiettfl'ctei I es Snett t I :ldirektor 8d I r. GläsiiU U. Den Sk- en usiv. iM gerWÄw® ie Herren t M mg wh [{inj tvrdrn- chd-S^ in Dr. -JI vamstidti! sitze deS H Mitglied °e e an ApotKelr Kommerzu^I dnetenwa--' sich heute es Sem um»’ ick-»" >-d°-i «•*? a, die o!6 * Friedrichshafen guriuöt^rö71ottf>CTit von Teneriffa, too er etzt zur fiiir weilt, nach Berlin gehen und dorr dauernd wohnen. Die langjährige Freundschaft -wachen dem Grafni Zeppelin untr dem Professor Hergesell war feit der ungluck- lichen Katastrophe von Echterdingen sichtlich erkaltet, denn ein Teil dcr schuld wurde Professor Heraesell -ugeschricben Luch die großartig inszenierte Polarexredinon, die viel Geld lerschlang und nachher als nutzlos sich erwicS, verschärfte >ic Feindschaft der Parteien. Eia Erfolg des Euler Zweideckers. Karlsruhe, 16. Mai. Ter Diplomingenieur Paul Bitter st älter aus Darmstadt ist heute morgen 5», Uhr mit seinem Euler-Zweidecker auf dem Karlsruher Exerzierplatz glatt gelandet. Dikterstätter war gestern abend .35 Uhr in Darmstadt aufgestiegen und hatte nach einer Zwischenlandung in Pfungstadt die Fahrt nach Heidelberg fortgesetzt, wo er um \4& Ül)r landete. Bon Heidelberg fuhr er heute morgen i »5 Uhr nach Karlsruhe weiter. Er wird von hier auS die Achrt nach Baden-Oos fortsetzen. Seine Frau macht die Fahrt als Passagier mit. achtet nicht auf die reklamehafte Anpreisung sogenannter Zautw- mittel, die von selbst waschen sollen, sondern kauft na-h wie rot PfeildreiecK-Seife. Höchste Relnlruneskraft. sparsamer V"b”nM'Gewi^L : Garantie für absolute Reinheit und voUes Gewicht. August Jacobi» Darmstadt# Sa ‘betS [9 oaiir^ r oiiZr86' Todes-Anzeige. Heute morgen %7 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Frau Clara Kreiling geb. Hahn im 77. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ferdinand Kreiling, Gastwirt Heuchelheim, Berlin, London, den 17. Mai 1911. Die Beerdigung findet Freitag, den 19. Mai, mittags 1 Uhr, ► schwächliche. in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder. Heuchelheim, Kinzenbach, Frankfurt a. M-, den 16. Mai 191L Die Beerdigung findet Donnerstag den 18. Mai, mittags 1 Uhr, vom SUrfe- hause, Kirchstrasse 10, aus statt. ■ —. liefert billigst die Brühl'sche Kuverts mit Firma sääj Todes-Anzeige Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, Frau Marie Schwalb Wwe. geb. Damm nach schwerem Leiden im Alter von 30 Jahren sans ent- schlafen ist. trauernden Hinterbliebenen. Ltteu-BuseL den 16. Mai 1911 Die Beerdigung findet DoaaerStag den 18. Mai, nach- mirraas 2 Uhr statt. ow» che» -M Ä-L'A it ft* abL ■- Todes-Anzeige Gestern abend verschied nach schwerem, mit grosser Geduld erttagenem Leiden meine l“be Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Hel geborene feto» J. M. Schulhof 1031 Telephon 119. Prompter Versand nach auswärts Schleimlösend 8 wirk. „Sarri*. P. 30Psg. Die fest, MeMyol-EucaK,^rus-Konbonsber Husten,Uatarrb,Verschleimung ytbL: Pelikau-Ltvotb., Strempt 2 zogen wurde, wurde es von einem plötzlich ausgetretenen seitlichen Windstoß ersaßt und gegen die Halle gedrängt. Mehr als 200 Personen versuchten vergeblich daS Luftschiff zu halten; es rissen einige Haltetaue, und das Luftschiff wurde vor die Halle getrieben. Die Beschädigungen sind sehr erheblich; ein großer Teil deö Gerippes muß erneuert roerben. Die Gaszellen und Maschinen sind intakt geblieben. Düsseldorf, 16. Mai. Die Passagiere der verunglückten „Deutschland", vier Damen und vier Herren, wurden mit Feuerwehr! er ter na us den Kajüten heruntergcholt. Anc Dame, bie ohnehin uelä^mt war, wurde über das hall-nda-b beruntergebrachfi Verletzt wurde niemand. WDie Bergung der Trümmer des Luftschiffes ,^Deutsch- hnb" hat sich verhältnismäßig rasch vollzogen. Nur einzelne Teile von Rippen liegen noch vor der Hcllle Alles Verwendbare ist bereits gestern abend aus der Bahn nach Friedrichshafen verladen worden. Wie verlautet, s o l l d a s Luftschiff in denselben Maßen wieder auf» nebautw erden. Die Morgenpost" meldet auS München: Entgegen allen Temeniiö scheint cs sich zu beftätigen, baß »«'schen dem trosessorvergesell uiib ben übrige n Ät 11 a t b e t Tern bes öräsen Zeppclin schwere MitzhellIa. leiten bestehen, die zum Ausscheiden Professor Hergesells geführt Haven. Professor Hergcsell wird nicht mehr nach Kleine LagerchroirU. Der verheiratete Schreiber Georg Fath von Lohr a. M. hat seine beiden Kinder im Aller von 4 und 3 Jahren ermordet. Er selbst ging flüchtig: man nimmt an, baß er lid) entleib: hat. Erne von der Gendarmerie und Polizei veranitalicte Streife blieb, nach der Franks. Zlg., erfolglos. Fath roai nerven- ltidcnd. Nach der von der Geriwt^febörde am Tatorte angeftellten Untersuchung hat Fath die beiben Knaben erhängt. Die geschiedene Gaum des Graf en P teil, geborene Herrn, richtete an das' Amtsgericht Graufenz die Erklärung, baß |ie ihre Amrage auf Herausgabe ihrer Krnder zurück-tehe. Wie au5 Innsbruck gemeldet imtb, eriolgte am Drens tag früh der Durchschlag des 1800 Meter langen Martinswand- Tunnels der Mittenwalder Bahn. Handel. — Auslosung bet Standard Oil Company. Ter Petroleumtrust John T. RockefellerS, der älteste und der größte Trust aller Länder, ist nun durch da- oberste Bundesgericht verurteilt worden, sich aulzulölen, da der Trust eine Verabredung und ein Monopol im Sinne des ChermengesetzeS |ct. Bor 19 Jahren erging schon einmal ein ähnliches Urteil gegen Den Roaeleller-Trust, aber er hat trotzdem nie ausgehört zu existieren, und wenn nicht vieles eine ganz andere Wendung nimmt, als es seither üblich war, Io wird auch bie große Wellfirma weiter bestehen und zwar tu der Hauptsache selbst so, wie sie seither bestand. TaS Antilruftgeieij von IWO, aui Grund dellen Rockeleller nun verurteilt ist, verbietet erstens Verblndiingen oder Verabredungen »um Zwecke einer Einschränkung des trete» Handelsverkehrs und Zweitens Alonopolisierung eines GefchäsiSziveiges, |ci es durch eine Einzelperson oder eine Gesellschast, sei es durch eine Verbindung mehrerer Personen oder Gesellschasten. Jetzt wird sich zu zeigen haben, ob und tute Herr Rockeieller und seine Genossen ihren Weg um daS Urteil herum finden. Verlaus der Witterung seit gestern Irüh: Der Luitdruck ist über ganz Europa sehr gleichmastig verteilt; ein stacheS Tief, das über Südeuropa lagert, rüst auch in Deutschland trubeS fetter mit ausgedehnten Regenlällen hervor. Zunächst bleibt unser Gebiet ini Bereich des tiefen Druckes, der sich voraussichtlich noch etwas vrrstärken wird. ä v 1Q . 1Q11, Weiteraussichten in Hessen am Donnerstag dem 18 Tloi 1911. Teilweise heiter, vielfach Strichregen, etwas kühler, schwache ~uft- bewegung. Herde für Stadt u. Lana finden Sie in grösster Auswahl bei [2969 1B. Häuser, Blessen Neustadt 56 Bodhelmer Str. 42 u:™, Wakchpfädle u. Waschsetl- ftüucn foroie Erbieureiier und schöne Bobnenitangeu emvfiehlt billig S. Gerdt, l^rndmannstr.lb Fluß- und Seefische Letzte Nachrichten. AuS der Htsfischen Zweiten Kammer. R.D. Darmstadt, 17. Mai. Die Zweite Smmuor schte 1 icutc die Beratung der robtreichen 7wch -u erledigenden Anträge und Vorstellungen fort. . Abgeordtter Bach (Nationalliberal^ bcantrogtr, ein Ersuchen an btc Regierung zu richten, dem nächsten Landtag echt Gesey über int Reuordnung der Lehrer- auSbüdung vorzulegen, zog diesen Antrag aber nnefer zurück, nachdem Geheimrat Süffert sich dagegen ausgesprochen vnd das. jetzige System für zweckeMsprechcnd erllärr hatte. Die Sitzung dauert fort. Ter spaaische Müttsterprasideat über da? Vorgehen in Marollo. Madrid, 16 Mai. Zn ber Kammer kilificrte der Republikaner Äzcaraie die Operaiion in Eeula, die geeignet lei, einen Zusammenstvl; fetauiiiibcfdmwrcn. DaS Land 'volle feinen tirieg. Welche- auch immer die Haltung ^lattfreich- fei, «spanten Dürfe Frankreich nicht folgen, denn das wäre sein Verferfen. -Jn einer Antwort versicherte Ministerpräsident, Eanaleias, Spanien wolle weder einen Krieg iwch einen omvt, sondern wolfe volle Ncmralttät bewahren. Aber, fuhr Mtnalcias fort, wir haben die Pflicht, Unordnung in bet Umgebung unterer festen 'bläue hintanzuhatten. -spantm bat polizeiliche ^luigaben in seiner Einsluß-one zu erfüllen mW hierbei darf es sich v o n feiner 'Nation ersetzen lassen. 28ir besetzen die Steiluitgen in der Umgebung von licuta, um den treten Durchzug unb die sreie Ausübung des Handels zu ©erben aber nicht vorrucken, wenn bad Ansehen unserer Waisen da» gegebene Ziel erreicht hat. Zm entgegengc,etzten tyallc, wenn nämlich Tinge sich ereignen sollten, die nickt vorauSzusehen roarat, müßte bie Linie der von uns eingenommenen Stellungen iurutfr- geschoben werben. Canalejas erklärte iveiter: DaS 2> ergehen Frankreichs kann in verschiedenen Gebieten einen öibarbuH inben. WenneSeinenZustandderAnarchteschasfen und Angriffe aus bie spanischen Waffen /n d«x spanischen Einslußzone mit sich bringen sollte, würden wir zu allen Mitteln greifen, dies zu verhindern. e m Offenbach, 17. Mai. Die seit etwa drei Jahren schwebende Theater frage ist jetzt in ein verbeisiungs- volles Ltadium getreten. Unter dem Vorsitz des Kreisamt- mannS Reitz hat sich eine Gesellschaft m b. H. gebildet, die bis jetzt 600 000 Mk. für den Thcaterbau gesannnelt hat. Die Gesellschaft ist an die Stadl mit dem Ersuchen 1)crangetreten, ihr für den Theaterbau ein Kapital von 300 000 Mk. zinslos zur Verfügung zu stellen. Als Bauplatz ist das Grundstück von Flinsch, Frankfurter Straße 63 und 65, vorgciehen. Dcr von Architekt Eberhardt entworfene Plan sieht 1100 Sitzplätze im Theater vor und außerdem einen Kvnzertsaal. London, 16. Mai. Der ordentliche Professor in der theologischen Fakultät zu Berlin Lehmann ist auf den Lehrstuhl für Griechisch an der Universität Liverpool berufen worden, als Nachfolger des zurückgetrctenen Mures. iLittagS fand unter zahlreicher Beteiligung die Festva^ammlun 7 ■»ari. einer Begrüdtng durch den Bundcsvori.tzenden Handels- -«feer Puff-Frankfurt a. M nahm ©tabtrat Ziehen als •Vrtwtrr des Magistrats daS Wort. Als Vertreter der Ätobeimc •ut 3ovxl- unb >)andelS>vissenschaften sprach Professor Vogt. «>Q* Seirafcung der Festversammlung durch den BerbandSvor- 'inenden Max Bäckler-Bcrlm, hielt Ferd. e d) re ti - Berlin, ber '(iraninber deS Lvstems, bie Yenrede Der Redner verbreitete sich .tax die Frage, ob die staatlichen Ein-gimg5i>erhandlungen zu ,mem .'fiele führen werden und welches System bei diesem Kampfe <14 Sieger Hervorgehen werde. Er führte dazu au6, daß daS System als 2itner hervorgehen müsse, das den Anforderungen an die Stenographie durch Einfachheit, Ueberlegaibat unb praknichc “eifhjng8iäl:.greit am meisten gerecht werde Den Abschlu tix» konnte 1 bübttc em lfeseUschaNSabend. Am Montag fand eine Taunussahrt statt. " £uftfd)iffahrt. Tas Luftschiff „Teutschlaad" gestraodel! Wieder ist ein Zeppelin^Luftschiff von einem traurigen Mißgeschick heimgesucht worden: Der in Düsseldorf liegende Sallon „Deutschland" wurde ein Opfer der Elemente. So- well die Nachrichten ersehen lassen, trifft auch dieser neue Unfall das System nicht. Ob bei der herauSschaffung aus der Halle Mißgriffe getan wurden, steht noch nicht fest. Es ist jetzt das fünfte Mal, daß ein Zeppelin-Luftschiff durch (inc Naturkatastrophe vernichtet worden ist. Düsseldorf, 16. Mai. Das Luftschiff „Deutschland" jst heule vormittag 10 Uhr bei der Ausfahrt aus der Halle gestrandet und zerstört worden. Als das Luftschiff heute morgen auS der Halle gc- erschein Konzert-Anfang 4 Uhr. Militär - Musik. Äm R Blockstraße 12 04082 Blockstraße 12 Achtung! Heute unL folgende Lage te neue LGger-PrMM. n Atzmd Spanischer Garten Bahnhofstraße 58 B. Mase Kreuzplatz 6 04095 Hochachtend Cerla. Hemstege Jr. .Dammstr. 29 Mk. 2.50 A n n Mk. 2 T Telephon 487 3261 Krofdorfer Strasse 12 04096 Gebt. Scherer. 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