Jul**« Sega -a-s? ÄrfS Wort bSt6et’1^ K&1 i Verkehr ;31 W hoben atjl I um v frW“5i| ,™ Vs bis 1 jBI b» M,be IlchdasHaingMl i $ur hie etwa u ’SgäMewarJ Ofcfai machen, ^emingen namctuiii uniiigcx atgentin id» »u toeiiig Deiüitöttls ndilches Getreide mr nach Qualität, roobt ^ev der Vorwoche 7 ) 155 (- ) ) Ml- > 1) 152 - ) ) 150 - > ) 173 - ) 1) 171 (4- 2) 2) 170 (1 ) 1) 167 (- ) ) 161 (- ) ) 172 (- | ) 154 (+ 1) 1) 170 (+ 5) 1) 175 I- ) 1) 170 (- ) ) 153 (- ) 1) 165 l- ) ) 165 l- > ) 16 ' (- ) ) 168(-l 1 Mai 204.25 (- 1.75, lan. 22L 0 (- 1J»|; Mai 150.05 (- 3.701 er: Berlin Mai 155.5) uf heutigem ‘Sotten* l|f„ vrchiieE 1 cL t pr. et. 6-8 '1'1, 'Vt. 0,60-1,00 X Ltück VM-1-0 <, d. 75 -80 M,LÄe» r. ’i'fiuiö 84—e8 iifl» Ö 80-96 t‘f(k pr, Pii). 60—64 i'i, Leibkraut bas Ltülk K 0,00 'DIU DlikH -JJIL ?lev'el per 0:- i„ per Ztr. 0-00 M, n 8-2 Uhr. Januar 1910. Dor erbe m"de 2.70-01 1.00-0'0. Rr(leite Sorten 0.00-0« iiidnge rote 'M-'M Rote Tober 0.00 « RIagnuin bonum ■» rote' 3.30-O-00, mW Sorten Dlk. 2.50--A rm.be Ä Rlk. O.vO’-O.OO. (au «DU la Heiser a^nStim^ i®®“ue» »p°ge de» beb6’ t WM vm [tiitif 05 eripölt ®^ » « Seolel h°r we® t trinät - ce« M l-treit! Nr. 28 Ter «lehener Snjeifler edtticint täglich, außer EonntaqS. — Beilagen: viermal wöchentlich tzietzenerZamilienblättcr, VDeimalroödienil.Kiets-- biati färben Kms Lietzen (Tienstagunb^rciiaa); zweimal monatl. Land wirtschaftliche Zettfra en gerniprech-Aiischlusfe: für die Redaktion 112, Vertag u. Expedition 51 Adresse für Teveschen: Anzeiqer Wietzen. Annahme von Anzeigen für die Tagesrunnmer dis vormittags 9 Uhr. r. Donnerstag, 2. Februar M 161. Zahrgang Erstes Blatt Bezugspreis: monatlich7öBs., vierteljährlich Mk. 2.20; durch .'lbhole- iu Zweigstellen inonat(xd) 65 'lat.; durch dicBost Mk. 2.—viertel- jahrL auSlchl. Beitetta. Zcileuvreis: lofallölif., auswärts 20 Bienniq. (5 Ijefrebafteur: 91 Goetz. Herantiuortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton', „Vermischtes' und „Gerichissaal': K.Neurath; für „Stabt unb Land": E.Heß; für ben Anzeigenteil: H. Beck. tzeneral-Anzeiger für Gberyessen notationsiirnd und Verlag der vrühl'schen Unw.-Vuch- und SteindruSerei R. lange. Nedattian, Expedition und Druckerei: Schnlstrahe 7. vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschästrstelle vahnhosstratze 16a. zu von nie» unb Reich der Erinnerung angehöre. Der französische Direilor der Kriegsschule, General Bonn al, ertlärte einem Mitarbeiter des Par.ser Journals: Tie rus,ische Armee habe nicht mehr die Auigabe, die Westgrenze zu verteidigen. Der etwaige Feind sei g.wiß nicht meyr Teutschland. Tie russische Armee denke nicht mehr daran, gegen den Westen Front zu machen. Sie gebe sich die Illusion, nach allen Seiten hin Front zu machen, das heißt, nirgends! Das sei daS Ende der bestimmten militärischen Abmachungen, die die Grundlage und die Daseinsberechtigung des sranzösisch-ru,sischen Büno- nisses bildete. Paris, 1. Febr. In einer vom Quar d'Orsay stam- utcnbcii Zeitungsnvte wird bezüglich ber Aeußerung des G«.nerals B o n n a l über die Z u c ü ck z i e h u n g b e r r u^s s r i ch e n T r u o - Den von der Westgrenze crtlart, daß Frankreich von den Veränderungen in ben russischen Garnisonen verständigt worden sei und baß bie russische und die irunzösische Regierung stets in vollem Einvernehmen gehandelt hätten. Zu einem inspirierten Artikel schreibt die „Liberte", es sei zwar unleugbar, daß die Politik der Triple-Eutente eine gewisseLauheitundWankelmütigkeit auirocije. Mer man erleichtere den Gegnern dieser Mächtegruppierung nur ihr Spiel, wenn man unvegründete Alarmruse auslioße, wie dies beispielsweise der sozialistische Deputierte Dumonts mit seiner Anfrage über eine ang.bliche rustische Anleihe tue. In Rußland sei gegenwärtig keine Anleihe nötig. Das einzige finanzielle Geschäft, welches heute eventuell ins Auge gefaßt werde, seien industrielle und kommerzielle Sicherheiten und betreffe bie russischen Bahnen. Zahntechmrec und Kafienbebar.öluiig. :: Berlin, 1. Febr. Ter Reichsversicherungsausschuß verhandelte in1 seiner heutigen Sitzung über die Frage der Zulas s u n g v on Zahntechnil . i n zur A a f i e n b eh a n d l u n g. Nach vent Regierungsemwi , sollten „geeignete" Zahntechniker, öcüoimeti und tzcitgehitien zugelaiien roeroen, wo im Bezirk eines Ber- sicherungstragcrs ma)t genug Zahnärzte vorhanden sind, die zu angcmeiienen Bedingungen die Behandlung übernehmen, -ter Ausschuß hat in critcr Lesung Zahnteamiiec auch oljne diese Einschränkung zulassen wollen, außer bei Mund- und Äieserkrankheiten. In zweiter Lesung wurde heute nach sehr eingehender Aussprache mit 14 gegen 13 Stimmen ein Antrag Herold '.Ztr.), Lorn. iNtl.) abgelehnt, der in der Hauptsache die Regicrungsoorlag« wiederhersteltcn wollte. Der beMgliche § 136 wurde statt dessen, in folgender Fassung beschlossen: „Bei Zahntranryeiten mit Ausschluß von Mund- und Kiefer- kranlheiten kann die Behandlung außer durch Zahnärzte mit Zustimmung der Bersicherten auch durch Zahntechniter er.olgen. Welche Ansoiderungcn für die Zulassung als Zahntechniker zu stellen sind, wird uurch Verordnung der obersten Berivaltungs - dehöroe bestimmt. Tie oberste Verwaltungsbehörde kann bc-- jiünmen, uiucr welchen Boraaiäsepungen auch Heildiener und Line Verleumdung des Königs von England vor Gericht. London,!. Febr. Leute begann das Prozeßverfahren gegen ‘ ben der Verleumdung des Königs angeklagten Eduard My 11us vor dem Oberslricl)ter ^ord A.verstonc. Ter Saal ist von Zuhörern dicht besetzt, unter ihnen auch Minister Churchill. Tie Kröne wird durch den Attorney- General Sir Rufus Isaacs, den So.iclurr-Aeneral Sir John Simon, sowie von den Juristen Rowlatt und ?Jiuir vertreten. Aus Lord Aioer,ivns Frage, ob er dura) einen Die Eröffnung des Landesausschuffes tiir Llsatz-Lothringen. Straßburg, 1. F^br. Ter Landesausschuß für Elsaß-Lothrmgen ist heute nachmittag zu seiner 38. Tagung zusammen getreten. Der Suatihalter öraf Wedel, dem Staats,ciretär Zorn von Bulach, sowie die Unterstaaisselre- täre Petri unb Mandel zur Seite standen, crvsfnele die Session mit Verlesung einer Ansprache, in der er zunächst der dein Reichstag vorli.grnden beiden Ge.eßcntwü^c betr. die Verfassung Cl^aß-Lothringens sowie betr. d.e Wahlen zur künftigen Zweiten Kammer gedachte und die Hostnnng aussprach, daß das Veriaschngswerk die Zustimmmig J)om Bundesräte und vom Reichstag erhalten werde. Tie Schaden und Migern.cn in.olge augergewöhn.i^cr Wittcrungs- verhälrni.se hätten eie b ; i n e Stenerausfalte m.t ,ich gebracht und die Aufwendung außeroroentliaier Mittel notwendig gemacht. Wenn ange.ichts der gebotenen rüühaltung es trotzdem genügen sei, ohne w eitere Erhöhung der Steuerzuichläg- den er^orde^elchen Laus, a t im Gleichgewicht zu halten, ,o sei. dies nur durch Zurückstellung dringender Ausgaben bis zur notwendigen Reform der direlten Steuern möglich gewFen. Tie diesbezüglichen Gese.,entwür.e se.cn fert.ggestctlt, tyre varlamentarifchc Beratung tonne )choch erst nach der Be- Icheiduna der Verlas uugs.c.orm d^rch den Bundesrat und den Reichstag eriolgen. Tcn berechtigten Wünschen zahlreicher Beamrenrrei.e um Ausbesserung ihrer Bezüge unmittelbar zu entsprechen, gesta^e leider die gedruckte oinCueverCche^Kanalisation der Mosel von Metz bis Diedcnho^en für Schiffe mit 303 Tonnen Tragfahig- icit wird em genereller Entwurf nebst Kostenansch.ag dem Lande: ausschuß demnächst zugcheu. kritischen Betrachtung unterzogen. . . , Ter Staatssekretär des R e i ch s m a r i n e a m t e erklärte, daß vom Standpunkte seines Ressorts aus jcccr Beiuch beutidjer .Kolonien nützlich und wünscheiiSwert sei, wahrichcnilich sei auch schon für einen spateren Zeitpunkt cm Beuch innerer Kolonien durch ben i>tronprinzen in Aussicht^ geiwninicn. ~cv SiaaLoicfrctär wandte sich ennd)ieben gegen bre abiälltge Mritu, die von sozialdenwkralischer Seite an dec stronpnnzen-Reis^ gelibt wurde. ... , .t . cx - < . Ter Ausschuß beschäftigte nch ferner noch mit der 5? o 1) c der Wohnungsgeldentschadigungen derBc am tcn iür Kiautschou. Tie Wohnungsgeldbeträge sind gegen das Boiyahr erhöht worben, um den Grunbiatz burdijuiübren, bau alle jaiünml- beamten Anspruch auf freie Wolyiung haben. Gegen bie,e Erhöhung wandte sich ein Zentrumsabgeordneter. Ter Staatssekretär erhob energisch Widerspruch gegen unc weitere Verkürzung der Bezüge der Kolonialbeamten, ^djon im vorigen Jahre seien die Zulagen verminoert worben, eine weitere Herabsetzung der Gesamtbezüge wäre ungerechtsertigt. Aus dem Ausschuß heraus wurde daran erinnert, das; nach dem Kolonialbeamtengesetz jedem Beamten freie Tienstwvhnung ober eine entsprechende Gelbentschübigung znsteht. Vom Regierungstische aus wurde bestätigt, daß die jetzt im Haushalt vorgeichlagene Regelung des BohnungSgeldes dem Wortlaut des Kolonialbeamtengejetzcs entipndjt Beionders hervorgehoben wurde, daß bie Verhältnisse in Kaautschou bei ber Formulierung ber Paragrapheii dieses Gesetzes volle Berudnch« ligung erfahren hätten. In Kiautschon sei schon eine u.tsteren- zierung zwischen Junggesellen unb Verheirateten gemacht worden, um anszuschließen, daß der unverheiratete Beamte von dem Wohnmtgsgeld Ersparnisse mache. Werbe das Wohnung^- qclb jetzt roieber herabgesetzt, also nur ein Zmchuß gezankt, w würbe besonders für die llnterbeamten eine dringende Notlage eintreten. Ein Teil der betroffenen Beamten scheint genullt zu sein, seine Rechte aus dem Kolonialbcamtengesetz geltend zu madTte Position wurde zunächst bewilligt. Ein Zentrums- abgeordneter stellte aber für die zweite Lesung eine Entschließung in Aussicht, in der die Regierung ausaefordert wird, bis zum nächsten Haushalt eine Regelung dahin herbeizuführen, ob in Zukunft stets volle Entschädigung für Dienstwohnungen gewährt wird, oder nur ein Wohnungsgeldzuschuv. — Von der Position „Hafenbauten in Tientsin" wurden 15000 Mark abgesetzt unb für den Neubau eines Gerichtsgebändes in Tientsin aufgelegt. Bei ben E r w e r b s b e t r i e b e n (Werft, Dock, Elektrizitätswerk) beantragt ber Berichterstatter, bei den Wirtschastsabschlüven auch Abschreibungen zu berücksichtigen. Tie Frage wird noch weiter verfolgt werden. Bezüglich der F u n k s p r n ch st a t \ o n in Tsingtau erklärt der Staatssekretär noch, daß durch die in Aussicht genommenen Verbesserungen die Bedeutung der Stationen mindestens verdoppelt werden wird, unb daß wir bei weiterem Ausbau des ganzen Systems nach und nach unabhängig w e r d e n v o n f r e m d l a n d i s ch e n K a b e l g e s e l l s d> a f t c n, die ben Nachrichienverkehr in unerwünschter Weise monopolstieren Somit ist der Haushalt für Kiautschou erledigt. Aus dem vLdse:aussch«tz des Reichstags. Berlin, 1. Febr. Budgetausschuß des Reichstages kam heute bei der Weitelberatung des Haushalts für Kiaut)chou auch die Rückkehr des K r o n pr i n z c n zur Sprache. Vom Zentrum wurde angefragt, ob sich nicht der Wunich der Ko lonie Neu-Guinea verwirklid;en ließe, daß, der Kronprinz dicke Kolonie mit dem Kreuzer „Gneisenau" besucht, liatt bireit Die Rückreise anzutreten. Dieser Anregung wurde von ber ty ort s ch r i t t s p a r t e i und den Sozialbemolraten enk luiicben widersprochen mit dem Hinweis daraus, bau dadurch leicht finanzielle Konsequenzen für das Reich entstehen könnten. Bisher sei das Reich an den Kosten ber Reste nicht beteiligt, wenn nun aber der Reichstag einen bestimmten Wunsch über den Retierocg äußern würde, bann sei leicht zu erwarten, bog man auch einen Zuschuß zu dieser Reise vom Reiche fordern wurde. Im übrigen wurde bie Bedeutung der Kronprinzen-Reste einer Die heutige Nummer umsaizt IO Seiten. Der würtlembergische Hultusminifter gegen dar päpstliche vorgehen. Stuttgart, 1. Febr. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer erhärte der Kultusminister von Fleischhauer: Tie Staatsgewalt könne an der päpstlichen Verfügung nicht achtlos vorübergehen. Das motu proprium habe in Universitätskreisen das größte Interesse hervorgerusen. Für den Staat handele es sich in erster Linie um die Frage, welche Wirkung die päpstliche Verfügung auf die Wissenschaft l i ch e n A r b e i t e n a n d e r U n i v e r s i t ä t a u s- übenwerde. Ta nach dem Erscheinen der Enzyklika Pas- cendi der Bischof von Rottenburg die Erklärung abgegeben hatte, daß bie Vorschriften in der Enzyklika aus die staatlichen Universitäten keine Anwendung sniden, habe der Minister nach dem Erscheinen des motu propriums angenommen, daß auf diese neue Verfügung dasselbe zu- treffcn würde. Tie Richtigkeit dieser Anschauung habe der Bischof bestätigt. Es ist aber nicht zu verkennen, daß für die Zukunft Schwierigkeiten erwachsen könnten. Wenn auch die Lehrfreiheit bei der katholisch-theologischen Fakultät bisher gewissen Schranken unterlag und mit Rücksicht auf den Zweck der Ausbildung von Kirchendienern stets unterliegen wird, so wird doch die Beschränkung der freien Forschung durch die Gebundenheit, die der geforderte Eid auferlegt, für die Zukunft eine Verstärkung --rfahren, welche die Frage aufwerfen wird, inwieweit sie mit der Grundlage unserer Universitäten vereinbar ist. Ter Staat wird sich nicht leicht dazu entschließen, auf die Ausbildung der Geistlichen aus staatlichen Universitäten zu verzichten und sie an rein kirchliche Anstalten verweisen. Aber auch die Kirche hat ein Interesse daran, daß iljre Diener bie Fühlung mit dem geistigen Leben der Gegenwart nicht verlieren. Tas Schreiben des Papstes an den Erzbischof von Köln ist allerdings geeignet, die mt sich schon gespannte Lage in bedauerlichem Maße zu verschärfen. Wir wollen auch dieser Kundgebung gegenüber Ruhe und Kaltblütigkeit bewahren. Rechtsbeistand vertreten sei, antwortete M y l i u s, er werde ich selber verteidigen. Er ersuchte dann, ihm die privaten Briefe zurückzugeben, deren Beschlag- nähme eine grobe Rechtsverletzung sei. Der Richter lehnte dies Ersuchen ab. Der Gefangene ragte, ob der König als Kläger anwesend ei, er wünsche seine Anwesenl)eit, weil jeder Angeklagte berechtigt sei, seinem Kläger im Gerichtshöfe gegenübergestellt zu werden. Der Richter erwiderte, der König könne nicht ausgefordert werden, vor dem Gerichtshof zu er- 'cheinen. Rufus Jsaaes erklärte, es handle fick) um eine Verleumdung, welche die Ehre des Königs angreife und daraus berechnet sei, ihn in der Achtung aller viechllichdenkendcu herabzuselzen. Er betonte, daß keine Klage gegen die repubumnischen Gesinnungen des Angekiagien erhoben fei. Die gerichtliche Verfolgung sei eingeleitet, weil der Angeklagte behauptete, daß des Königs Ehe mit der Königin eine schmachvolle Bigamie sei und ein Verbrechen gegen die Kirche. Der Angeklagte habe ferner behauptet, der König habe int Jahre 1890 in Malta die Tochter des Admirals Seymour geheiratet. Als er 1892 Thronerbe geworden sei, habe er sie und ihren Sprößling verlassen. Ter Zustizhaushalt. Ter Ausschuß begann fobann bie Beratung des JüstizhauL- Halts. Eine Aussprache entspann sich über die Frage der Bewilligung von 120 OO Mk. an Besoldungen für den emzusetzenden Ausschuß zur Neuberatung eines Strafgesetzbuchs. Der Staatssekretär des Neichsjuslizamts teilte nut, baß der Anschuß zusammengesetzt werben soll aus 15 b c o r e 11 r e r it unb Praktikern, insbesonbere aus Prosestoren, Mitgliedern des Neichsjustizamts, Angehörigen ber Staatsanwaltschait, der Rechtsanwaltschaft unb richterlichen Mitguebern. Als Mitglied der Rechtsanwaltschaft ist ein bekannter Kriminalist tn Ausucht genommen. Ob noch weitere Mitglieder der Rechtsanwalstchast ernannt werden, hängt von der Befchlußsassuncr der beteiligten Bundesstaaten ab. Einer von diesen habe bereits, einen Rechtsanwalt nominiert. Demgegenüber nahm der Ausschuß eine von fortschrittlicher Seite vorgeichlagene Entschließung mit großer Mehrheit an, daß die 120000 Mk. nur bann bewilligt werden sollen, wenn bis zur zweiten Lesung des Haushalts, vom Reichskanzler die Zusicherung gegeben wird, datz in diesen Ausschuß mindestens drei Nechtsanivälte, unb zwar Kriminalisten, als ständige Mitglieder berufen werden. A uf Vorschlag der fortschrittlichen Volkspartei regte der Ausschuß außerdem an, als nichtständige Mitglieder des Ausschusses bei einzelnen Materien einen Pädagogen und einen Vertreter der Presse zuzuziehen. Damit ist der zustizhaushalt erledigt. Weiterberatung Dienstag ^Militarhanshott.. um die Prinzessin zu heiraten. Mit erhobener Stimme erklärte Isaacs, die Geschichte sei von Anfang bis zum Ende ein Gewebe von Unwahrheiten. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen kündigte Rufus Isaacs an, er werde den Admiral Seymour und seine Tochter, Mrs. Napier, die einen Marineoffizier geheiratet hat, als Zeugen vorladen; er werde den Beweis führen, daß die Tochter des Admirals dem Könige nur zweimal in ihrem Leben begegnet sei, das eine Mal als Kind von acht Jahren, das andere Mal bei einem Empfange, niemals aber in Malta. ♦ Admiral Seymour sagte aus, er Habe zwei Tochter gehabt; bie ältere habe im Jahre 1893 den Kapitän 9tapier geheiratet, die jüngere sei 1o9j gestorben. Sie sei niemals verheiratet gewesen und habe niemals mit dem dlönige gesprochen. Der König sei überhaupt nie in Malta gewesen, als seine Tochter dort gewesen sei. Mrs. Napier Hube den König bis zum Jahre 1898 nicht gesprochen. Mrs. N a v i e r saate aus. kmi 18°J gehe"n'?< Sie sei sieben oder acht Jahre alt gewesen,.als der König auf der „Britannia" gedient. Sie sei zuerst 1893 nach Ncalta gelommen, fünf Äconate nach der Vermahlung des Königs. Ter Vertreter der Behörden von Malta legte d^s Eheregister von 1886—1903 vor. Es fei keine Ehe eingetragen, bei welcher der Familienname einer vermählten Seymour und des Königs vorkomme. Ter Prioatse^retär Sir Arthur Bigge, eruärtc, er habe im August 1910 in einem Bries zur Dementierung des Gerückchs von einer morganatischen Vermählung ermächtigt. Mylius wurde für schuldig befunden und zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Nach der Urteilsverkündutig sagte Isaacs, er sei bem König ermächtigt, öffentlich zu erklären, daß er mals vermählt gewesen sei, außer mit ber Königin, daß et sich niemals irgend einer Trauungs-Zeremonie unterzogen habe, außer mit der Königin. Der König würde der gerichtlichen Verhandlung beigewohnt haben, um entsprechendes Zeugnis abzulegen, wenn nicht von ihren juristischen Beratern die Krone ein Gutachten erhalten hätte, daß dies der Konstitution widersprechen würde.____________ zranzösijche Aengfte. Tie ängstliche Erregung über die neu ungebahnte Verständigung zwischen Deutschland und sttußland treibt in Franlreich sonderbare Blüten; Paris, 1. Febr. Ter konservative Abgeordnete De- lahaye tünbigte an, daß er die Regierung über bie Zurückziehung der russischen Truppen von der W e st g r c n z e und die Auslassung der Festungen in Polen parlamentarisch fragen werde. Delahays teilte einem Berichterstatter mit: Der ziriegsminister, mit dem er über bie Angelegenheit gesprochen habe, habe erllärt: Ja, die Russen gehen in ber Tat so vor, aber sie sind frei, wie auch wir frei sind. Diese Worte des Kriegsministers hätten auf ihn ben Einbruck gemacht, baß das etwaige Zusammenwirken der sranzöfischen und der russtschen Armee nunmehr nur dem 'Heilgehilfen bei Zahirkrankheiten mit Ausschluß von MunK- und Kieferkranfheiten selbständige Hilfe leisten können." In dieser Fassung wurde § 136 mit 17, gegen 10 Stimmen dngenonnncn. ^Ein Mordanschlag in Persien. Teheran, 1. Febr. (Reuter.) Heute morgen wurden auf Len Gouverneur von Jspahan und seinen Neffen von einem früheren Polizeibeamten, der russischer Untertan ist, mehrere Schüsse abgegeben. Der Neffe wurde tödlich, der Gouverneur lebensgefährlich verwundet. Der Mörder floh in die russische Gesandtschaft. Dem Vernehmen nach beschlossen die russischen Behörden, den Flüchtling nicht der persischen Regierung aus zul ie fern. Aus Hessen. R.-L. Darmstadt, 1. Febr. Der Gesetzgebungs- Ausschuß der Ersten Kammer tritt am Donnerstag unter Vorsitz des Fürsten zu Leiningen zu einer Beratung zusammen. — Am Tage darauf versammelt sich auch der Finanzausschuß der Ersten Kammer, um die Negierungs- Vorlage, betr. die Gemeindeumlagen-Reform, in Beratung zu nehmen.________________ Deutsches Neich. Die Kronprinzessin, die sich am 8. Februar mit dem Dampf ar des Norddeutschen Lloyd „Prinz Heinrich" von Alexandrien nach Neapel begeben wollte, verlängerte ihren Aufenthalt in Aegypten abermals, um gemeinsam mit dem Kronprinzen, der Ende Februar von seiner Indienreise in Aegvpten eintrifft, die Heimreise anzutreten. Aus Hanau wird uns berichtet: Der von der Zentrums- iDartei für den Reichstagswahlkreis H anau-G elnh ausen- O r b in Aussicht genommene Reichstagsiändidat, Sekretär Gotthardt in Frankfurt a. M., hat die Kandidatur abgelehnt. 2insiciit0. Der böhmische Landesausschuß faßte mit den Mtimmen der Tschechen gegen die der beiden deutschen Besitzer ^abermals den Beschluß, die L and es u m l a g en um 10 ^roj. (auf 65 Proz. zu erhöhen. Dieser Beschluß wurde bereits ein- ;ma£ von der Regierung nicht genehmigt. Die Erhöhung der Landesumlage soll zur Behebung der infolge der Obstruktion der Deutschen im Landtage hervorgerufenen Finanznot des Landes dienen. In Canniligtown ist am Mittwoch nachmittag das auf den iThemse-Eisenwerken erbaute Dreadnought schlachtschiff a.,T hunderer" vom Stapel gelassyn worden. Der Bau ist vor 12 Monaten von der Admiralität in .Auftrag gegeben worden. Eine weitere Rede der Grafen Achrenthal. O fenp e st, 31. Jan. In der österreichischen D el e g a ti on !für die auswärtigen Angelegenheiten hob der Minister des Aeußern Graf v. A ehr ent Hal int weiteren Verlaufe Der Verhandlungen mit dankbarer Befriedigung hervor, daß die Mehrzahl der Redner mit seiner Beurteilung der Lage und seiner Haltung einverstanden seien. Er erklärte, wenn bemerkt worden sei, daß im Gegensatz zu der früheren aktiven Politik jetzt eine vlllzü passijve getrieben werde, so erwidere er, daß O e st e r r e i ch-- Angarn vor zwei Jahren .eine aktive Politik habe machen müssen, weil die Zustände auf dem Balkan es (erheischten. DarauS folge ni-cht, daß auch fernerhin die aktive Politik fortgesetzt werden müsse. Er glaube sich mit der Mehrheit der Delegierten im Einvernehmen izu befinden, wenn er keine auf Aeußerlichkeiten ausgehende unruhige Politik treibe. Die Monarchie habe zunächst ernste Aufgaben im Innern zu erledigen. Ueber die Potsdamer Begegmutg erklärte der Minister, in Potsdam wurden Fragen allgemeinerNatur erörtert, wobei eine Annäherung zwischen Deutschland und Rußland Platz gegriffen habe und gewisse Grundsätze über die Politik im nahen Orient, welche mit den Anschauungen der österreichisch-ungarischen Regierung übereinstimmten, bekräftigt worden seien. Im Anschluß daran wurde über konkrete Fragen, wie über eine persische Bahn ein Gedankenaustausch gepflogen, der noch nicht beendet sei und bei dem, soweit der Minister informiert sei, nur die Grundlinien festgesetzt wurden. Ich kann nur wiederholen, erklärt«, Iber Minister, daß eine Annäherung zwischen unserem Bundes- »genossen und Rußland, mit dem wir wieder gute Beziehungen unterhalten, dem allgemeinen Frieden nur nützlich sein kann. Dem Abgeordneten Kramarsch gegenüber bemerkte der Minister, wenn rat Europa und auf dem Balkan vielleicht noch nie seit so vielen Jahren so wenig von einem legendären Vorwärts- dringen Oesterreich-Ungarns nach dem Osten gesprochen worben sei, wie in der letzten Zeit, so sei dies wohl der glückliche (Effekt der von Oesterreich-Ungarn bei der Annexion von Bosnien befolgten Politik, mit welcher die Regierung klare Verhältnisse an ber Südostgrenze geschaffen habe, und weÜ von der AllerhöMen Stelle, von bat Parlamenten und der Regierung derart kategorische Erklärungen abgegeben wurden, daß diesen abenteuerlichen Verdächtigungen der österreichisch-ungarischen Politik hoffentlich definitiv ein Ende gemacht seien. Der Minister bat den Abgeordneten Kramarsch nochmals, seinen Einfluß nach dieser Richtung hin geltend zu machen, damit die in österreichischen und slawischen Blättern vielfach enthaltenen, vielfach in die russische und in die Preise auf dem Balkan übergehenden Unrichtigkeiten über Oestcr- retch-Ungarns äußere Politik nicht mehr eine Atmosphäre schaffen, r den Minister, Hemmnisse berge und damit ein heilsamer Wandel in den Anschauungen eintrete. Der Redner besprach eingehend die Frage der Bagbad- Dahn und erklärte: auf diesen Linien die Politik der „offenen Geltung M bringen, wird die Aufgabe unserer Handels- politik lern. Ausschlaggebend für unseren Anteil an dem Bagdad- hahlwerkehr wird die Leiitnngsfähigkeit unserer Erzeugnisse und bte Tüchtigkeit unseres Kaufmannsstandes sein. Der Minister arftarte weiter, er sei von dem Gardasee-Zwischenfall amtlich nicht unterrichtet und wies darauf hin, daß Oesterreich-Ungarns Recht, die Schiffahrt auf dem ganzen Umfange des Gardasees zu Leiben, durch Verträge verbrieft sei. Er bedauerte, daß gewisse Blatter, bte Schaltung eines Verkehrsuuternehmens mit militärischen Ablichten in Verbindung brachten, wodurch Mißtrauen -gegen bte Politik Oesterreich-Ungarns in Italien hervorgerufen ftmirbe. I Hinsichtlich des Verhältnisses zu England bestehe bei beiden Regierungen die Geneigtheit, zu den alten Vertrauenspollen Beziehungen zurückzukehren. Wegen der Frage von Vlissingen sei man amtlich 'vicht an den Minister herangetreten. Seiner Ansicht nach habe Holland als unabhängiger Staat das Recht, Befestigungen, wo immer es solche für notwendig halte, zu errichten, sofern es nicht durch irgendwelche Verträge, von welchen aber dem Minister nichts -bekannt fei, daran gehindert sein sollte. Der Minister sprach sich °uf das Entschiedenste gegen den Antrag auf Aufhebung der IBotlchast bei dem Heiligen Stuhl aus, durch welche die Gefühle eines großen Teiles der Bevölkerung unangenehm berührt würden. Graf Aehrenthal erklärte ferner über die Frage der A u s - Wei 1 ung aus Preuten, zur objektiven Beurteilung der einschlägigen Verhältnisse dürfe man nicht aus den Augen ver- 'heren, bay es bas unbestrittene Recht eines jeden souveränen tStaates sei, fremde Elemente, deren Aufenthalt auf seinem Gebiet ihm im ossentlichen Interesse nicht erwünscht ist, auf feinem Territorium nicht zu belassen oder sich schon dort Niedergelassene wieder zu entfernen. Gerade deslwlb könne auch die österreichisch- ungarlfche Regierung den bezüglichen Maßnahmen der preußischen nicht anders entgegentreten, als indem sie sich in jedem einzelnen Falle einer Ausweßung an die preußische Regierung m.nbe, um eine Zurücknahme ober Fristverlängerung für die Ausweisung anzustreben. Der Ministerpräsident hielt daran fest, daß speziell im Falle der Dienstmagd Ciaston — säumige Abgabe und Uebernahme — ein Mitverschulden der galizischen Behörden vorliege. Er hoffe, daß sich die Verhältnisse künftig günstiger gestalten, nachdenl die Reichskanzlei, welcher der österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin künftig die Verhältnisse jeder einzelnen Ausweisungsfrage schildern werde, die Zusicherung erteilt habe, sie werde dafür sorgen, daß bei der Durchführung der Ausweisungsverfügung in Preußen mit möglichster Schonung und Milde vorgegangen werde. _______________________ Das Esienbahnprojekt Gießen - Rodheim - Gladenbach- Siedenkops-Battenberg. Gießen- 2. Febr. In wie hohem Maß das den natürlichen Verkehrsverhaltnissen entsprechende Projekt, den Hinterlandkreis durch eine von Gießen ausgehende Bahn dem großen Verkehr zu erschließen, die Sympathien der beteiligten Kreise genießt, bewies die von einem vorläuftgen Eisenbahnkomitee auf aeftern nach Rodheim a. d. Bieber einberufene Versammlung. Der Benderfche Saal war von über 400 Personen angefüllt, und wie die Anwesenheitsliste ergab, waren alle an der Linienführung nach Gießen interessierten Orte vertreten. Die meisten Besucher stellte naturgemäß der Bezirk Rodheim, aber auch der übrige Kreis Biedenkopf, die angrenzenden Gebiete der Kreise Wetzlar und Marburg, die Stadt Gießen und Heuchelheim waren sehr gut vertreten. U. a. waren von Gießen Oberbürgermeister Mecum und die Handelskammermitglieder Friedberger, Noll, Rinn-Heuchelheim und Röhr erschienen. Die fachlich und ruhig verlaufene Versammlung wurde von Lehrer Clös aus Rodheim eröffnet. Er führte aus, daß die Versammlung in Hohensolms vielen Vertrauensseligen die Augen über die bestehenden geheimen Pläne geöffnet habe. Eine gestern in Gießen abgehaltene Beratung des Wetzlar-Biedenk'opfer Bahnkomitees habe beschlossen, an dem einseitigen Projekt festzuhalten. Damit werde für den Kreis Biedenkopf eine Kreisbahn geschaffen, die den südlichen Teil des Kreises kaum berühre. Dagegen müsse man Stellung nehmen, daß man dann nicht für eine Bahn mitbezahlen müsse, von der man nichts habe. Der Kreis Biedenkopf sei nicht an einer Verbindung mit Wetzlar interessiert, denn er bilde mit der Stadt Gießen eine wirtschaftliche Änheit. Angesichts dessen könne er nur sagen, daß der Kreis auf die Wetzlarer Pläne direkt hineinaefallen sei. Daß Wetzlar eine preußische Stadt sei, sei doch kein Grund, den man im Ernst als stichhaltig bezeichnen könne. Solche Sachen muteten an, als ob man vor 200 Jahren lebe. Das Wetzlarer Projekt sei in jeder Beziehung einseitig und kleinlich. Wenn man die Hinterlaudbahn nach Gießen baue, bedeute es eine Durcbgangsverbindung Frankfurt—Dortmund, ein Projekt, durcy dessen Großzügigkeit die Rentabilität von vornherein gesichert sei. Nach Wetzlar zu liege ein dünn bevölkerter Landstrich, nach Gießen zu das bidjt be- öölkerte Biebertal mit seinen reichen Erzschätzen usw. Da könne die Entscheidung über die Linienführung der Hinter- landbahn nicht schwer fallen. Schließlich schlug der Redner den Stadtv. Gabriel aus Gießen, dessen Person gewissermaßen ein Bindeglied zwischen Stadt und Land sei, als Vorsitzenden vor, was von der Versammlung mit Beifall angenommen wurde. Stadtv. Gabriel wies darauf hin, daß man in Hohensolms selbst den bescheidenen Wunsch des Biebertals, zunächst nur eine Stichbahn von Hohensolms, nach Bieber in das Projekt aufzunehmen, abgelehnt habe. Man habe eben sein Programm fertig gehabt, das einseitig die Interessen Wetzlars vertrete. Deshalb gelte es für die bedrohten Gegenden, sich zusammenzuschließen. Der tatkräftigen Unterstützung der auf eine andere Lösung der Bahnfrage hinzielenden Bestrebungen durch die Stadt Gießen dürfe man sicher sein. Eine größere Anzahl von Rednern betonte dann, daß der Wunsch des Biebertals und der weiter nördlich liegenden Gebiete nach einer Verbindung mit Gießen gehe. Dort sei der wirtschaftliche Mittel- und Stützpunkt des galten Hinterlandkreises, dort seien die Univerfttüt, die höheren Schulen und die Kliniken, die für das Hinterland in Betracht kämen, und dorthin wiesen die alten Handelsbeziehungen. So sagte z. B. Herr Seibert von Crumbach, der Wunsch der ganzen Gegend gehe seit Jahrzehnten auf eine Verbindung mit der alten Mutterstadt Gießen hinaus. Er empfahl die Weiterführung der Bahn von Rodheim über Fellingshausen, Crumbach, Kirchvers, Weipoldshausen- Damm nach Gladenbach-Biedenkopf. Pfarrer Vömel von Rodheim bezeichnete es als einen Fehler der Versammlung in Hohensolms, daß man sich auf ein Projekt festgelegt habe. Das heute zu bildende Komitee müsse diesen Fehler vermeiden, alle Interessen prüfen und dann nach sachlichen Gründen entscheiden. Sicher sei, daß der Zug nach Gießen vorwiege, aber man solle auch die anderen Interessen, auch die des südlichen Teiles des Kreises Marburg, genau erwägen. Auch Fabrikant I nder t h al-Gießen bestätigt, als geborener Hinterländer, daß die Bevölkerung die Verbindung nach Gießen wolle. Denselben Standpunkt vertrat dann Oberbürgermeister Mecum-Gießen. Die Stadt Gießen habe den lebhaften Wunsch, sich den bestehenden Verkehr aus dem Hinterland zu erhalten. Die gestrige Sitzung des Verkehrsausschusses der S^adtvervrdnetcn-Ver- sammlung habe einstimmig sich dafür erklärt, daß man mit den interessierten Dn.cn gemeinsam arbeiten wolle, eine vollspurige Bahnverbindung von Gießen nach den: Hinterland zu erhalten. Ueber die Linienführung im einzelnen lasse sich jetzt noch nichts sagen. Sie festzustellen, bedürfe es der Mitarbeit des heute zu btldenden Komitees, dem aus allen Orten Vertreter angehören soltten. Man sei nicht dagegen, daß auch Wetzlar eine Bahnverbindung erhalte und er sei durchaus dafür, daß man mit Wetzlar zusammen die gemeinsamen Interessen fördere. Das werde allerdings dura) die einseitige Stellungnahme des „Wetzl. Anz." erschwert, aber trotzdem hoffe er, daß die Mehrheit der Wetzlarer einsehe, dag ein gemeinsames Vorgehen besser sei. Auf die Aolösung der B^ebertalbahn solle man nicht warten, da die Losung der Bahnfrage auch ohne die Biebertalbayn möglich sei. Die Direltivn der Aug. Kleinbahngesellschast habe vor einigen Jahren für die Biebertalbahn 800 000 Mk. gefordert, dafür könne man 10 Kilometer Bahn bauen. Hanoelslammermitgtied R ö h r- Gießen führt aus, die Handelskammer, die die regen Interessen zwischen Gießen 'unb dem Hinterland genau kenne, werbe das Projett tatfrältig fordern, ohne geh ästig gegen Wetzlar vorzugehen. Schreinermeister Schlierbach von Rooyeim, der Vor,itzende oes dortigen Gewerbever^in-, gibt Kenntnis von früheren Schritten des Berems wegen Erlangung einer besteren Bahnverbindung, die auch hinsichtlich der zu erwartenden Rentabüitat d..rch Ta^acyen belegt waren. Lehrer Elvs bezeichnet den Bau der Biebertaiba^n als einen Fehler für oie Entwicklung des Hinterurndes, den man wieder gut machen muffe. Bürgermeister Bech told von Rodheim redet der. Einigung mit Wetzlar das Wort Und dankte den Vertretern der Stadt und der Handelskammer Gießen für ihre Stellungnahme. Pfarrer Kämper- Hohensolms, der Mitglied des Wetzlarer Komitees ist, stimmt den Ausführungen des Oberbürgernreisters Mecum über die Nützlichkeit eines gemeinsamen Vorgehens zu. Das Wetzlarer Komitee habe mit den Artikeln des Wetzlarer Anzeigers nichts zu tun und er sei der Ansicht, daß Gießen und Wetzlar sich an der Bahn beteiligen müßten. Der Fehler der Hohensolmser Versammlung sei gewesen, daß sie auf einem großen Mißverständnis bericht habe. Die Interessenten des Biebertales und der Stadt Gießen sollten sich als viertes Teilkomitee zusammenschließen, dann könne man später im Arbeitskomitee der ganzen geplanten Bahnlinie seine Wünsche und Absichten vereinigen. Nicht vergessen solle man, daß auch die Stadt Wetzlar industriell für das Hinterland große Bedeutung habe. Das jenseitige Bahnkomitee sei der Ansicht, daß man um so eher zum Ziel gelangen werde, wenn Gießen und Wetzlar sich verständigen. Pfarrer Vömel und Lehrer Clös begrüßen diese Friedenstöne aus dem Wetzlarer Komitee, halten aber angesichts der Vorgänge in Hohensolms auch fernerhin ein gesundes Mißtrauen für erforderlich. Ueber diese Frage entstand eine längere Auseinandersetzung, in der u. a. Bürgermeister Wagner- Fellingshausen erklärt, daß er angesichts der widerstreitenden Interessen feinen Austritt aus dem Wetzlarer Komitee erklärt habe. Als das Ergebnis dieses Teils der Besprechung ist festzustellen, daß man zunächst selbständig und allein vorgehen will, einem späteren Handinhandarbeiten mit dem Wetzlarer Komitee aber nicht abgeneigt ist. Sodann wurde ein Eisenbahnkvmitee von etwa 60 Mitgliedern gebildet, in dem die Orte Gießen, Heuchelheim, Abendstern, Krofdorf, Gleiberg, Vetzberg, Rodheim, Bieber, Fellingshausen, Königsberg, Hohensolms, Franken- bach, Kirchvers, AUenvers, Crumbach, Weiboldshausen, Willsbach, Seelbach, Mudersbach, Erda und Damm vertreten sind. Zum Vorsitzenden wurde Herr Gabriel bestimmt. Oberbürgermeister Mecum teilt noch mit, daß er bei der Gießener Stadtverordnetenversammlung beantragen wolle, daß sie die Kosten der ersten Vorarbeiten übernehmen solle. Dies werde wohl ohne Zweifel geschehen und es könne wohl in vier Wochen eine Sitzung des gewählten Komitees stattfinden. Inzwischen würden Fragebogen an die interessierten Gemeinöen ergehen, deren möglichst eingehende Behandlung dringend erwünscht sei. Die nächste Sitzung des Komitees soll wiederum in Rodheim ftattfinben.____________________________________________________ Die Landtags-Ersatzwahl im Bezirk hungen-Lich. K. Hungen, 2. Febr. Heute vormittag fand die Landtagsersatzwahl im Wahlbezirk Hungen- Lich statt, die der Wahlkommissär, Regierungsrat Dr. Merck, mit einem kurzen Nachruf für den verstorbenen Abgeordneten Köhler eröffnete. Von den 34 Wahlmännem, die bei der letzten Landtagswahl gewählt worden waren, find inzwischen vier gestorben. Von den übrigen Wahlmännern fehlten drei aus Lich stammende. Die erschienenen Wahlmänner gaben sämtlich ihre Stimmen auf den Landwirt Wilh. Fenchel von Ober-Hörgern ab, der somit zum Abgeordneten gewählt ist. Landwirt Wilhelm Fenchel gehört der deutsch-sozialen Partei an und wird sich der wirtschaftlichen Vereinigung (Fraktion des Bauernbundes) anschließen. Herr Fenchel ist in den Organisationen der hessischen Landwirtschaft eifrig tätig und genießt in dieser Tätigkeit das allgemeine Vertrauen seiner Berufs genossen. verein der Hausbesitzer. Gießen, 2. Febr. Am Montag fand im Hotel Schütz unter dem Vorsitz des Fabrilauten Jnderthal die Hauptversammlung, die von 63 Mitgliedern besucht war, statt. Der Mitgliederstand ist am Ende des 4. Geschäftsjahres, wie im Geschäftsbericht für 1910 angegeben wird, aui 575 bestiegen. Der Bericht beklagt das Darniederliegen der Industrie, worunter auch die Bautätigkeit litt, so daß im letzten Jahr womöglich noch weniger Bauten entstanden, als im Jahr vorher. Immer neue Abgaben und die Ungewißheü über bü Reichswertzuwachssteuer belasten das Jmmobiliengeschäft und wirken verteuernd aus den Preis des Grund unD Bodens und des Wohnens. In Hessen hat sich aus bat Vereinen Mainz, Darmstabt, Worms, Offenbach und Gießen der Hess. Unter Oer banb gebildet Mit Freude stellt der Bericht fest, daß die elektrische Straßenbahn gut abgeschlossen hat, so daß das Wagnis als geglückt betrachtet werden kann. BeiderStadtverordueten- wu h l hat der Verein sich politisch nicht festlegen wollen. Er bedauert die bei btejer Gelegenheit beim Mieterverein zu Tage getretene Feindseligkeit. Die Mietverträge erschienen mit einigen Aenderungen in neuer Auflage. Zu der vom Zentrcü- verband geplanten Haftpflichtversicherung ist es bisher nicht gekommen. Die Eingabe an die Hess. 2. Kammer, worin bei Neuregelung des Gemeiiidesteuerwesens ein teilweiser Schuldenabzug bei der Grundsteuer gewünscht wird, blieb ohne Erfolg. Der Jahresbeitrag ist — ohne Rücksicht auf die Zahl der Hauser — auf 2 Mark gestellt worden. Den Spezialwohnung s nachweis (für Studentemoohimngen) an der Universität ließ man emgehen. Der Verein nimmt grundsätzlich nur Wohnungen von Mitgliedern auf. Im Wohnungsnachweis, Seltersweg 26, kamen 270 Wohnungsanmcldungcu zum Eintrag, wofür 48,20 Mark Einschreibgebühren bezahlt wurden. T^r Verein erhöhte den vor- jäl-rlichen Vortrag von 1061,95 9)tarf auf 1592,20 Mark. Der Geschäftsbericht schließt mit dem Wunsch: „Auch im neuen Jahr mag der Verein, unbeirrt um Gleichgültigkeit oder Uebelwollen, seinen Weg weiterschreiteu und versuchen, als ausglächawer Faktor im Widerstreit der Interessen zu wirken und Dabei den berechtigten Forderungen seiner Äcüglieder aufs beste zu dienen." In den Vorstand wurden die ausscheidcudar Müglieder Rentner Leo unb Kaufmann Riegel wiedcrgewählt uiiö an Stelle der eine Wiederwahl ablehnenden Mitglieder (Rentner Ehr. Petri V. und Ingenieur Koch) als neue Mitglieder Schreinermeister Hahn und Weißbindermeister Chr. Schmidt gewählt. lieber Mietverlu st Versicherung sprachen Fabrikant Jnderthal und Rechtsanwalt Raab. Der Zentratoerband hatte, mehr aus versicherungstechnisä-en Gründen, die Spezialversicherung des Mietverluftes aus Anlaß von Brandschaden eür- sühren wollen, jedoch dies noch einmal zurückgestelit. Die privaten Versicherungen für allgemeinen Mietverlust enthalten scharfe Be- Itimmungen und verlangen hohe Beiträge. Eine eigene Versicherung im Rahmen des Vereins ist iwch zu rislant. Doch behält der Vorstarid diese zurzeü noch nicht spruchreife Sache im Auge. Ueber den Hess. Untcröerbanb und die Berliner Protestversammlung gegen die Reichswcrtzuwachsiteuer, die von Fabrikant Jnderthal und Architekt Hamann besuche war, referierte RechtsamvaU. Ra ah, Derselbe empfahl anläßlich der Neu- **Das K weiter betriebe wiederum eine tätigten Gerne rung der Ang M Samstag al . " Maul- y Seuche sind Mi Lörraci «üliiigen, i MdSchalkste * Kirchheim: ’Wn (CG Warenfl W Ludlvic mneü WWbtjirf Ritt W AZ' tii 'I heW diK Ars tti°l s;e ich Ätr Siri H Schnee Albert Micksslcherhnt Keschädlsunge"? schon wiederholt, «Tnl unausMd Hebung seitens de gestrebt. Auch dnMilglieüecbei Die Frage der mederhotl angei-t fcefteW (unter!) emgefub unb dergleichen ke legalisierten N perordnetemmsiw zu erreichen Ml an bieier Sache zu tragen, w- viel geringem nahmeverhaltmm Sietzen angetrant Sanalgebiihren m aus den ©ernenn grM datz ttotz vorgesehen!, die? mehr, als im Bor die schon ntihmte gebübren und e Herstellung und l nicht aufzmegen, steuer und Gmc fallen müßte. Es mürbe b meibimg von Str hei den zu errid Wassermessi leert eine Mehr Mit bem D 3 Stunden toäl smmikmg. £!Sbc Br •M Heim* auf. (ßcricbrsfaoL Die echte Scotts Emulsion Einkauf verurteilt. JbbUSlOH r Lu verkaufen iLranf-Gesnrlft Ein Atom genügt. Utt^t, so sind Verwechselungen mit den vielen minderwertigen Nachahmungen ausgeschlossen. Nur nebenstehende Fijchermarke gewährleistet die Echtheit von ScottS Emulsion, ine seit Jahrzehnten bewährt und erprobt ist und stets den gewültjchtcn Ersolg herbeiführt. Preis M^. 3.— und 6 — irlhuUnM vormittag fand V; bezirk Hunger Regierungsrat 2r ür den verstorben! putzt k blitz - blank. Schwemmsteine auker Snndikat liefern in la. trockener Ware. Lchristliche Anfragen unt 00797 an den G>e cner Anzeiger erb. >ei der letzten 2ant ) inzwischen vier g: | :em fehlten drei au. ünänner gaben sm^ WH. Fenchelvc- geordnete»| der dM-Men ’ glichen Armigung i .eßen. Herr W | Landwirlslhasteisuc das allgemeine I Mefallu.Glas Chemische Fabrik Düsseldorf A.-G. L Düsseldorf J Her. Heien, 2. 8* unter dem Vorsitz! Versammlung, ■ Es itmrbe bei diesem Thema auch nmh angeregt, zur Ber- meidimg mm Streitigkeiten über unnützen Was,erverbrauch zunächst bei den zu errichtenden Neubauten m ichew Ltock b es on dere W a s s e r m e s s e r einzubauen, wodurch auch dem stadt. Wasser werk eine Mebreinnahme zugeführt werden konnte. Mit dem Tank für bie rege Beteiligung schloß nach der etwa 3 Stunden währenden Verhandlung der Vorsitzende die Versammlung. Handel. Gewerkschaft Gießener B raunst einb erg werk«, hatth Bernie Der Grubenoorstand, welcher am Mittwoch tn Köln 'a. Rh. eine Vorstondssitzung abhielt, bMloß für daL 4 Vierteljahr 1910 eine Ausbeute von 50 Mk. pro Kuxe zu zahlen. Umüicher Wetterbericht. Oeffentliehe Wetterdienststelle Gießen. ^etterauefichten in dessen am Freitag, dem 8 ^ebr. 1911: Bewölkung, etwas milder, jedoch noch Frost, keine erheblichen Niederschlage. Shit echt mit dieser Marke—dem Frlcher — dem ©aranht* uidjtn btt Gcott» sehe» versahreutt Gebrauchte ßel6D u. ßuOeisen kaust an SpezialgescbäU V. DiirM, Neuenweg 8.M Gut erhalt, gebr Hammerau Kassenschrank au oert CR. unt. F. 387 a. den Gießener Anzeiger erb. U /n 081Si Maskenkostüme au verk. od. zu oerleioen. «onnenitr. 10 Hilft deutlich kenntlich und überall wohlbekannt durch die Schutzmarke, einen Fischer mit einem gioszcu Fisch auf dem Rucken. Wird beim hieraus geachtet und immer ausdrücklich Scotto Gmulfion ver- = Großen-Linden, 2. Febr. Es scheint die Absicht zu besteben, für Großen-Linden und Umgebung ein örtliches Fernsprechnetz zu errichten. Ern Becnnter der Obcrposh- Lircktiou weilt gegenwärtig dieserhalb hier Interessenten werden gut tun, ihre Wünsche baldigst beim Postamt m Gießen vorzubringen. sorgerS, der seine erhebende Trauerrede mit den tröstenden Worten schließt: Nach .seinem Henn" wollte der so jab Verstorb ne — Gott der Herr nehm ihn tn Jetnein «s I S'tzK t sKr '\8efc I ; viertes *2 I Ar ^tanbigen. ö I !* Art« b,J ee' halten aberc I W sem-rhm I ill9, in der u. erklärt, ban \ irii seinen 9hislr.: «it ® boäfc I1 ('Meilen, di E, eine "Klarer AvNila nniUee von etv 1 heuchel, Otzberg, Rodheiir1 'hensolms, Franker, h, Weiboldshauser. ind Dannn Vertreter i Herr Gabriel teilt noch mit, bof Versammlung Bear.- :n Vorarbeiten über c Zweifel gefcheh- me Sitzung des g» chen wurden Frage ergehen, deren tnoc erwünscht sei Tu edenun in Rodhvr. r,fle(a1lq des GaSpreiseS den Mitgliedern. ,de« Dckrag »us Jnstallationsänderung, die die Stadt gegen t^eickanang ber in Wegfall kommenden SJlatmaliat kostenlos ßllssLhren ; wlll möglichst bald emzureichen Er führte, an der des letzten siabtischen VerwaUungsberichts aus, bad Pretzen, b^i Be spiel anderer Städte folgend, mit dem Emheitspreis das Richtige ' treffe, wenn auch die Erhöhung des nMltP »;nc nicht unwesentliche Mehrbelastung bedeute. Das Leuch letzten Jahr umca. 40 000 Kubikmeter zuruckgegangen, Ö M c« 85000 «ubitaeto®“ ««swsSSsä Sammet, di- sich an binemge. bk an int Zw-rtc Stammet g-- richtet war, anschließt, »ur Ukrlefung. 6 . t. h T n lieber Trotloirreinigung und San al 6 edu »r . n öffnete Rechtsanwalt Raab die sehr EgeM) ^rlomfnie B Cnr^rhunn Tfl« Reinigen des Trottoirs von o a) n e t u^n d Eis im Winter ist eine große Kalamität für die Sttaßen- flnlieaer die keine entsprechenden Arbeitskräfte haben. Es w rd anerkmnt, daß bie Stadt, die für Reinigung von Spatzen und Plätzen etwa 62 000 Mark aufwendet mü) für die Beseitigung wn Schnee und Eis hierbei etwa 1500 Mark eingestellt hat, nicht im Winter bei plötzlichem Schneefall oder Eisbildung m kürzester Frist auch die Trottoirs reinigt, wenn dies auch mindestens tm «traßenzug der elektrischen Straßenbahn schon aus Gründen ber Betriebssicherheit und bei Mosaiktrottoirs zur Vermeidung von Beschädigungen unbedingt wünschenswert wäre. Der Verein hat schon wiederholt, wenigstens eine mildere Handhabung der zum Tnl unausführbaren Bestimmungen und eine sleichmaßigere Uebung sestens des Aufsichtspersonals durch verschiedene Eingaben Strebt Auch die Frage der Selbsthilfe und des Abonnements der Mitglieder bei einem zuverlässigen Institut stnnzur Erörterung. Fixige der Ka nal g eb ü hr en ist aus Mitgliederkreisen wiederholt augeschnitleii worden, nachdem z. B. Mdie direkte Erhebung von den Wohnungsinhabern (einschließlich Eigen tumer!) eingeführt ist, auch Frankfurt a. M. direkte ^1^6^6-01 und dergleichen kennt. Der Verein hatte sich Mit dem durch Gesetz (enalif irrten Zu stand abgefunden und entsprechend den Stadt Varordnetenaussprachen eine gerechte Verteilung dieser Steuern ru^erreichen gesucht. Man hält es nicht für ratsam, schon wieder an dieser Sache zu rühren und Unruhe in die beteiligten Kreise traqcn Die mls anderen Städten beigebrachten Beispiele von Sei geringeren Sätzen sind m der Individualität der bett. Em- nahmeverhältnisse begründet Mid können mcht ohne wtnteres «if Gießen angewaiidt werden, das tm letzten Äahr etwa 180 000 Jcr. Kanalgebültren ein stellen konnte, aber etwa 60 000 Mk. Zuschuß miÄ den 6)cmcini>eftniern nehmen mußte. Anderseits wurde begrüßt, daß trotz 5600 Mk. mehr erlassener Kanalgebühren ^ls vorgesehen^ die Amortisation der Kanalisationsschuld um 5000 Mt^ mein, als im Voranschlag vorgesehen, dotiert werden kom-lte Ncher die schon mitunter behauptete zu reichliche Kaskulation der Kanal qebiibren und etwaige Ueberschusse zu Gunsten der Straßen- herslellung und Trottorrerneiierung brauchen bie vausbesitzer sich nicht aufzuregen, da die gerade sie besorchers belastende Grund- ftener und Gemeindesteuer überhaupt sonst um so kräftiger aus- X s anau, 31. Jan. Die Diebstähle im Haupt- z o l l a m t. Gestern und heute hat die Strafkammer Lanau gegen den 31 'labte alten, beim hiesigen König Dauptzollamte aw aefteflten Zollamtsbien er Schmidt verhandc.lt, der in 32 Zotten §ie vom Auslande ankommenden SOidungen seoNnet und teilweise ihres Inhalts beraubt hat. Gleichzeitig hatte sich wegen gewerbsmäßiger Hehlerei der Uhrmacher Knöchel zu verantworttn der diese gestohleneii Sachen an sich genommen und v-Nver et hat. Das Urteil lautete gegen Schmidt aus 5 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, sowie wegen^Zollhtnterzu^iNg aus 105 Mark Geldstrafe bezw. weitere 14 Tage Zuchthaus^ gegen Uhrmacher Knöchel wegen gewerbsmäßiger Hehlerei aus - >>vyre Zuchchaus und 10 Jahre ^Ehrverlust. Beiden Angeklagten ha das Gericht je 4 Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf bie Strafe in Anrechnung gebracht. Graubenz, 31. Jan. Ein Arzt zu Gefängnis verurteilt. Wegen Uebertretung des § 250 des Strafgesetzbuches hatte sich der Arzt und Geburtshelfer Dr. med. Saten = scher zu verantworten. K. hatte bei der Entbindung der fcebanune Lollenbach hygienisch nicht einwandfreie Instrumente und Ber- bandswatte benutzt, so daß Bluwergistung eintrat Infolgedessen mußte ein Bein der Frau operiert werden, was dessen, Verkürzung zur Folge hatte. Nach dem Gutachten ber Sachverständigen hat ber Angeklagte bie Vorsicht, zu der er durch seinen Bc.ruf besonders verpflichtet war, in höchst falmlässiger und groberWeiseaußer acht gelassen. Er wurde deshalb zu sechs Monaten Gefängnis fcrcU Detzl-r. -- Dutenhofen, 1. Febr. Uetzer die Beerdtqunq deS Rottenführers Müller geht un6 von sehr geschätzter Seite noch folgender Bericht zu: Richt emem hohen Wurden, träger, nicht einem hohen StaatSmanne — aber einem ebenso würdigen Manne, dem am letzten Sonntag tm Bahnho, Gießen fo jäh verunglückten Rottenführer Müller, galt die große und erbebende Trauerfeter. Galt e5 doch, einem treuen, unermüdlich pflichttreuen, in feinem Fach vorzüglich befähigten, mustergültigen Beamten die letzten Ehren zu erweisen! In diesem Gedanken folgten außer den Angehörigen etwa 300 Be- amten und Arbeiter und ebensoviel Bewohner deS Dorfes zur letzten'Ruhestätte. In langem, feierlichem Zuge, voran der Geistliche, der Lehrer mit seiner Jugend, ward der Fnedho' erreicht. Erhebend erklangen die einfachen Choräle des LiederkranzeS, ber sich mit Fahne am Geleite ihres lang, jährigen RtitgliedeS beteiligte. ES nahen bie wehklagenden grauen, nach" LandeSsttte den Kopf mit schwarzem Tuch oer- bänqt — die Männer haben sich mit langem Trauerschle,er verhüllt _ andere Frauen tragen ihre Kopfbedeckung mit weißdekränztem Tüll, dazu weißen Trauerkragen um bie Schultern. Rach würdigen beredten Worten deS P'arrcrs leaten ber Dberbahnmeiüer, bie Kameraden, die Vereine Ehren- kränze unter warm empfundenen Nachrufen am Grabe nieder. Zn der wchgelegenen. altehrnm p.-j- ... x««» ' öqS fchö> Lahntal nu- i Hausverkauf.L In Bahnbosslaie kleines Haus mit zwei Väöen sowie eleganter 6>Zimmer-Wobnllna im 1. Stock nebst Hinlergebäude mit Konior- und Lagerräume ober Auto-Halle unter flünitigüen Bedingungen wegAUgshalber au verkaufen. Bad, elettr Licht, Leucht- u-veiA- gas Dorbanben. Schuldenfreier Bauvlatz. Acker oder kleinere Hof- reite wird in Zahlung genommen. Offerten, welche unter A. Z. in der Geschäftöst. b. Gieß. Anz. abgegeben, werd. o. Besitz, beantro. Aus Stadt und Land. Gießen, 2. Februar 1911. ** Da s Kleebachtal-Bahnprojek t rühvi.g weiter betrieben. Am Dienstag Jcr nWten Jinbet wiederum eine Besprechung der Or^vorsteher t^ beteiligten Gemeinden statt, von der man eine wichtige Forderung der Angelegenheit erwartet. ** Der all g. Staatseisenbahnverein Gießen feier ti am Samstag abend Kaisers Geburtsvag (S. Ins.). ** Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus K i r chh ei m.Bezirksamt Heidelberg? Lörrach, Baden: Brombach, Bezirksamt Lörrach Villingeu, Amtsbez. VMingen: Gingen, Gr oßsueß en und S ch a l k ft e 11 e n , Oberamt Geislingen; L t n b orf, Oberamt Kirchheim; Waiblingen, Oberamt Waiblingen: T u- binaen (Sstslachthof), Dberamt Tübingen: Bermaringen unb Schars fte tt en .Cberamt Slaubenten; ® t a m mh-'m. Oberamt Lubwigsbnrg; Schwenningen, Oberamt NottweU., Schw einhe im , Regierungsbezirk Köln: R e ckl i n g ha u sen , Regierungsbezirk Münster, bei Händlervieh: Sulzbach, Bezirksamt Weinheim: Asselheim, Pfalz. Erloschen ist die Seuche auf dem Schlachtviehhof zu Köln. Landkreis Gietzen. Büdingen. S-mst-g du. t. Febr.. abcnbS 8'/,U6r. feiet b,r bieSiätrige Feuerwehr äiau »„.houSiaate su Biidniscn fett. - liniere »erebrl aufemb. im marvauoiaa'.k » h-piinblidjft emaeladen. — Freunde des $era ^lafli'Snatb vorheriger Xrwielbung von Mitgliedern eingeführt werden^^Ka^m'chttiß^lG/!! Uhr. 10048] Ter Vorstand. , । Äl|Aee A*1 üefeit in jeder gewünschten D rucksachen a.ler Art WW Winterkur für TW* W q NervenKranke^l Or. M. Sohulze-Kahleys», Nervenarzt. CTHm Sanatorium Hofhelm un Taunua. WWWW^WW F Tropfen Geolin Lustschiffahrl. Zur Rordpolftzhrt Zeppelins. Berlin, 1. Febr. Unter dem Vorsitz des Prinzen Heinrich von Preußen fand am Dienstag itn Kaiserlichen Automobilklub zuBerlin eine Sitzung des Arbeitsausschusses für die deutsche arktische ZeppeliN-Luft- s ch i f f e x P e d i t i o n, an der Graf Zeppelin, Ministerialdirektor Le Wald, die Geheimräte H er gesell und Friedländer-Fuld, sowie der Generalsekretär, Kapi- Lnleutnant Hilmers teilnahmen. Die Sitzung galt der von dem Arbeitsausschuß zunächst ms Auge gefaßten Aufgabe die Entwickelung des Luftschiffs zu Fahrten über See zu fördern. Hierbei wurde mit Genugtuuna davon Kenntnis genommen, daß die vom Arbeitsausschuß vor Jahresfrist angeregte Errichtung einer Luftschiffhallen-Ge- sellschaft in Hamburg nunmehr gesichert rst Mit dem Vorstand der hierfür kürzlich gebildeten Gesellschaft wurde tags darauf persönliche Fühlung genommen und> dabei die Grundlage für das gemeinsame Vorgehen festgestellt. Dau er flug. Bordeaux,!. Febr. Der Militärflieger Hauptmann Bellanger, der heute vormittag 8% Uhr tnJBincenne» mifnpftieaen war, landete ohne Unfall um 5i/2 Uhr tn der Nähe von Bordeaux, nachdem er tn Pontlevoy und Poitiers Zwischenlandungen vorgenommen hatte. worden ist. , London, 1. Febr. Das Retttersche ^reau meLet aus Peking: In Tientsin sind sechs Todesfälle und in P e k i n g e i n T o d e s f a l 1 an Pest vorgekommen. Me Eingeborenen, bie mit P-stkr°nlen in Beruhrnng ge- kommen sind, wurden isoliert. Die ~age in ^^r Mand churci ist im allgemeinen unverändert Es ljevcscht große Enttäuschung, daß der Kronprinz seinen Besuch tn Peking aufgegeben hat. 'Bari« 1. Febr. Dem „Newpork .Herald werden aus Peking 'furchtbare Einzelheiten über die Pestm der nördlichen Mandschurei gemeldet. Von den 30 000 Etn woßnem der Chinesenstaot Fudfiadiian seien bereits 4000 aestorben und mehr als die Hälfte geflohen. Ganze geiioroen u eingeäschert worden und man -t wendig sein werde, die ganze . ii n e n. Tic Einwobiier verheimlichen Zurcht, daß man sie in die Jsolierlager eiue. ^uben morgen seien die Straßen mit bedeckt, die man während der Nacht dorthin aeworsen hat. Alle Europäer, Japaner und Chinesen, die §er Polizei und dem Eisenbahndienst angehoren, tragen, um sich vor der Seuche zu schützen, .^erietber bie nut Jodoform getränkt, den Mund und die Nase bebeden und nur die Augen freilassen. Die pest in China. Während die Pest in den Hauptstädten im allgemeinen wirksam bekämpft rtnrb, nimmt fie in bra weniger kultivierten Gebieten ungeheuere Ausdehnung an. Ein Pferdeknecht für Landwirtschaft gesucht. M. Keßler, Neuenweg. - -W*| 0784, Zu Derrn, im Hause 'Neuenweg 31 per 1. März eine schöne Wohnung, 2 Zimmer, 1 Küche, Bodenraum, Holzstall und Keller. Zu erfragen Neuenweg 3x Kleine Villa (mit Garten» zum Alleinbewohnen per 1. Avril oder später pivi»= I. Teil. Suite in G-moll, Solo-Violine mit Orchester Peer Gynt Suite Nr. 1 für Orchester a) Rezitativ und Adagio a. d. Konzert Nr. 6 b) Ungarische Weisen, Violine mit Orchester II. Teil. >820! Möbl. Zimmer mit ob. ohne Tension i.südl. Stadlviert. gesucht Borchard, Bismarckuratze ll. Ein Schneideulthilfc auf Klcinstück wird sofort gesucht bei Schneidermeister Acker, Kolosseum i (Berlin) Violine Orchester: Das verstärkte Konzert-Orchester des zu Frankfurt a. Main. Sektion Giesset D. u. Oe. A.-V. Sonntag, 5. 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Partitur-Ausgaben sind in der Musik alien- handlung des Herrn Ernst Chai her (Rudolphs NachfJ, Telephon Nr. 671, für Studierende 1 IsriusVerwalter Ritter und abends an der Kasse zu haben. Zur Hauptprobe Mk. I.o0 (für Mitglieder Mk. 1.—I, Schülerkarten Mk. 0.50. Qeffi ung den Theaters 41? Uhr. und die Sooiete des Concerts d’Autrefois (Vereinigung alter Instrumente). Marg. Delcourt R. Miehaux, 6. Desmonts, Louis Fleury, Ed. Nanny, G Ferrari. — Karten zu 5.00, 4.00, 3.0t)' ---- 2.10, 1.00 bei Ernst Chailier, Neuenweg 9. Herrn Universitäts-Tanzlehrers Will. Ball- oder Gesellschaftsanzug. Es ist nicht gestattet vor 12 Uhr im Saale zu rauchen. Sonntag dcn 5. Februar, nachmittags 4 Uh Nachfeier im reservierten großen Saale der Ltebigshöhe. Der Vorstand. Tüchtig. Jienstmö-chtii sofort oder zum 15. Februar ges. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. (0737 I. 2. 3. unter Mitwirkung des Herrn Hans Tredh von Wolzogen's Buntem Theater in Berlin, der hiesigen Regiments-Musik und ----------- Abfahrt 818 V. nach schotten, Sonntagsk. Nidda. sv^/. Schlacht-Fest morgens Wellfleisch mit Strout. Abends von 6 Uhr an Metzelsuppe. Kaufmännischer Verein. • Samstag den 4. Februar, abends 8 Uhr, im Caf6 Leib Winter-Fest tagsüber gesucht. 8291 Näb. Bleichstraße 15 I. Büdingen. Neu hergerichtete Wohnung, 4 bis 5 Zimmer, mit Gas- und Wasserleitung, Kellern Holzstall und etwas Garten zu vermieten. Näheres im Hause Bahnhof- Lehrstelle Bureau gesucht. Schrift!. Angebote unt. 0760 an d"n Gletzener Anzeiger erb. 08 21 Mädchen mit guten Zeug, n ucn sucht «Ltellung. Gewerbsmäßige Stellenvermittlung Dina Bauvel, Babnbosstratze 301. Löwengasse 22. 1. Etage rechts. »801) Gut möbl., g. beizb. nein.Zim y verm. Schulitr. 11II (Stadtpofn Neuer Laden mit oder ohne Wohnung zu ver- -nieten. Zu erfragen in der Ge- ichäftsstelle d. Gießen. Anz. 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Alle Mitglieder, auch die Pensionäre mit ihren Angehörigen sind freundlichst eingeladen. - -- Vereins-Abzeichen find anzulegen. --- taSMiltaler K Giessen Direktion: Hermann Steingoetter Freitag den 3. Februar 1911 14. Freitag-Abonnem.-Vorstellune Glaube und Heimat Tragödie von K. Schönherr. Anfang8Uhr. Ende geg. 1l?/rUhr V. H. C. Zweig ton Gran Freitag den 3. Februar 1911 Monaisver a in ml ung im „Kaiserhosi'. Festsetzung des Wanderplans 1911/12. Sonntag dcn 5. Februar 1911 XL Vereinswanderung: Rodheim —Bubenrod —BlaSbad —Wetzlar. 4*/2 Stunden. Absahri 10'" Uhr. Führer: C. Wenzel und (5- Faber.(v~/t Wegen Erkrankung des Dienst- mädchens, in Hausarbeit erfahr. Mädchen zur Aushilfe gesucht. Frau Reg.-Rat Steinhäuser 08031 Gartenstratze 11 Leitung: Herr Prof. €f. Trantmann, Grossh. Univ.-Musikdirektor Solist: Herr Professor Hugo Heermann 0804] 4-Zimmer-Wohnung zu ver- mielen. Kaiser-Allee 401. W17] Sch. 4-Zim.-Wohn. m. Gas u. s. Zub. zu verm. Steinstr. 59. 4 Zim.-Wohng. part. sofort zu verm. Bruchstr. 6. 068.) Abgründe und das übrige Programm Siebentes Konzert Zweiter Orchester-Abend Sonntag den 5. Februar 1911, abends 43/4 Uhr pünktlich ===== mit einer Hauptprobe vormittags 11 Uhr --- im neuen Stadttheater. Dienstmädchen 0811_________________Neustadt 4. Lehrmädchen aus guter Familie gegen sofortige Vergütung gesucht. Firma Wstlh. Herbert 0800)__________Marktplatz 2______ Lehrmädchen aus achtbarer Familie gegen sof. Vergütung auf Ostern gesucht. 08121 Robert Haas Nachf. ______ im 0808 Biograph AscMler gcsiM. ßarolincnfjüttf, Wctzlar. ZiiM fräftigtr Burscht gesucht <833) Marktplatz 21. 1561 Der 1 Stock meines Hauses Schoitüratze 10, bestehend aus fünf sehr schönen geräumigen Zimmern nebst Zubehör, iit p. 1. April 1011, evtl, auch früher, zu verm. Ebenso daselbst die 'Mansardenwohnung, bestehend aus 4 Zimmern nebst Zubehör, letztere per sofort. Näheres Bahnhofstraße 501. 0211 2 sch. Mans.-Zim. m. od. ohne Küche u. 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