Mittwoch, 15. März 1911 101. Jahrgang Nr. 63 tdttwd eofl» w* WutwAnw W Uhr d i e it in helfen wissen. Arbeiter den der Soz.) tu „eitßrun frnntltenbiattef* werbe» de» , tintiger* rtermat »Schentltch bergetegl, bat „HrdsblaO fib Ws Kret« •lefcto* inxtmal »öchenll.ch t)U ^LaovwINschastltches UtX» haflts* «Icheine» menalltd) p»eun«L Ät*e#tent»n>d Heda» bet 6t fl HNche» IhUetxfttätfl • Buich in überaus abfälliger Weise über die Regierung und ihre Stellung zur Sozialpolitik ausgesprochen hat. (Sehr gut!) Die Regierung und die einzelnen Parteien unterscheiden sich sicherlich in der Beurteilung der MaßeS dessen, was für die arbeitende Be- völkerung geschehen kann und was nicht; ich habe aber noch niemals ernsthaft eine Auffassung aussprechen hören, die mit dem in Widerspruch stand, waS der Vorredner eben als besonders erleuchtete Anschauung seiner eigenen Partei hingestellt hat, daß wir an der kulturellen und wirtschaftlichen Hebung unseres DrbeiterstandeS lebhaftes Interesse haben, mögen wir welcher Partei immer ange. hören TaS wollte ich hier nur ausdrücklich im Namen der Parteien feststellen, mit denen wir gewohnt sind, auf sozialpolitischem Gebiet zusammenzuarbeiten. Nicht die Sozialdemokratie hat unsere sozialen Gesetze mit beschlossen, sondern die Regierung und die übrigen Parteien. (Lebhafte Zustimmung. Abg. Stadthagen: Alle vernünftigen Gedanken stammen indirekt von uns! Lachen und Widerspruch rechts ) Alle Parteien sind darüber einig, daß sie für die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Hebung deS gan. zen Volkes und in erster Linie der Arbeiter sorgen müssen. Wir sind uns darüber einig, daß ein gebildeter Arbeiter das beste ist, was das Volk für seine Weiterentwicklung wünschen kann. Ich frage: Wo ist denn die Kultur hergekommen, und warum erfreut sich der deutsche Arbeiter einer höheren Kultur als die Arbeiter anderer Staaten? Wem anders dankt er daS als dem u n e i g e n- nützigen deutschen StaatI (Lebhafter Beifall rechts Gelächter bei den Soz. Zuruf: Sagen Sie doch gleich preußischen Staat!) Mir ist oft gesagt worden: Ihr habt Euch Eure Opvo. sition selbst großgezogen. Wenn ihr nicht unablässig von Staats wegen gearbeitet hättet an der Hebung der Kultur und Verbrei. tung der Intelligenz, speziell auch in den preußischen Landesteilen, dann würdet Ihr nicht annähernd mit den Schwierigkeiten zu kämpfen haben wie jetzt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Maß von Bildung, die Möglichkeit zu lesen und zu schreiben, das Maß von technischer Vollkommenheit, die Fähigkeit, wirtschaftliche technische und physikalische Probleme, soweit sie für die arbeitende Klasse von Interesse sind, zu verstehen, zurückzuführen ist auf die Fürsorge des Staates und ein Zeichen ist für die Unbefangenheit, mit der das Deutsche Reich und die Bundesstaaten, und speziell daS vielangefeindete Preußen die Kulturaufgaben des Staates zu lösen bemüht sind. (Lebhafte Zustimmung.) Die außerordentlichen kulturellen Fortschritte der breiten Masse des Volkes, über die Sie sich besonders freuen und ich mit Ihnen, sind nicht Ihr Werk (zu den Soz.), sondern in erster Linie das Werk der Bundesstaaten und des Reiches. (Lebhafte Zustimmung.) Sie sprechen immer von der Entrechtung des Volkes WaS ist denn im Laufe der letzten Zeiten hier geschehen. Wir haben ein außerordentlich liberales Vereinsgesetz gemacht. (Sehr richtig! rech's. Gelächter b. d. Soz.) Ich habe schon gestern hier feststellen können, daß man nicht über die Durchführung des Gesetzes im ganzen klagen kann, wenn auch im einzelnen Beschwerden vorgebrackt werden. Herr Hoch hat wohl die Borsenverhältnisse kritisiert, aber er hat keine Vorschläge gemacht, wie der Staat eingreifen soll. Er hat auch be. mangelt, daß wir in der Frage des Syndikatswesens der Entwicklung freien Lauf lassen. Er hat sich diese beiden für ihn auffälligen Vorkommnisse mit der oft gehörten Wendung zu er- klären gesucht, daß wir in völliger Abhängigkeit vom Großkapital und von der Großindustrie wären (Zuruf links: Und der Junker?) Das hat er ja diesmal nicht gesagt (Heiterkeit), aber auch dann würde das nichts an der Tatsache ändern, daß er die Ursachen unserer Verhältnisse an einer ganj falschen Stelle sucht. WaS uns in dieser Richtung scheidet, das ist die grundsätzliche Stellung, die wir in wirtschaftlichen Fragen überhaupt einnehmen, und die Stellung, die wir den Problemen des Augenblicks gegenüber, namentlich als Regierung, einnehmen müssen. Wir find nicht in der Lage, volkswirtschaftliche Probleme vom Standpunkt einer wirtschaftlichen Anschauung aufzufassen, die vorläufig außerhalb unserer gegebenen Verhältnisse liegt, sondern wir sind genötigt, die Tinge, die wir vor uns haben, in einer dem Wohle des ganzen angemessenen Richtung vorwärts zu schieben. Da? können wir nicht tun, indem wir irgend eine vorläufig nicht adoptierte und auch in unseren wirtschaftlichen Verhältnissen nickt zum Ausdruck kommende Wirtschaftsanichauung vertreten. Wir sind der Meinung, daß im Rahmen unserer jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse, im Rabmen unserer jetzigen Staats- und Wirtschaftsordnung, im Rahmen der Gewaltenverteilung zwischen Regierung und Parla- ment es ein schweres Unrecht an unserer Entwicklung wäre, wenn wir in alle Dinge hineingreisen wollten. Gewiß, die Ausgaben dek Staates wachsen dauernd. Die Interessen des Staates in allen möglichen Verzweigungen des öffentlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebens werden immer größer. Umiomcbr soll man darauf bedacht sein, daß nicht noch unsere Jngerenz hinzu- kommt. Die Möglichkeit der freien Entwicklung des Individuums, die die Voraussetzung unserer politischen Verhältnisse ist, fallt, wenn die Freiheit des Individuums untergebt in der Herr f cha f t der Masse. (Lebh. Zustimmung.) Ich bin bestrebt, die Geschäfte, die mir anbcrlraut sind, so zu führen, wie ich eS für notwendig und nützlich halte. Ich bin nicht einseitig genug, es Übelzunehmen, wenn die Industrie m diesem oder jenem Punkte anderer Meinung ist, oder ®cnn et n e Rede bei einem Diner den Charakter einer Disziplinär- Untersuchung annimmt. (Heiterkeit.) Ich verkenne nickt, was u n s e r e I n d u st ri e g e l e i st e t Hal, und was sie für unsere wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung bedeutet, und was sie auch für die Wehrhaftigkeit unseres Vaterlanheö ist. (Beifall.) Aus diesen Gründen werde ich mir die Freiheit nehmen,, die Interessen der Industrie ebenso zu fördern, wie die aller übrigen Zweige des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens, die der Für- lorge meines Ressorts anvertraut sind. (Beifall.) Da ich am Worte bin, noch einige kurze Ausführungen zu den Erörterungen des Grasen Kanitz. Die unerfreulichen Vorkomm, nisse, die er erörterte, der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank, der Frankfurter Vereinsbank sind selbstverständlich von uns mit der größten Ausmerkiamkert verfolgt und haben uns veranlaßt, noch einmal die Erörterungen der SanfenQuetc und speziell die letzten vom vorigen Jahre vor unserem geistigen Auge vorüberziehen zu lassen. AuS den Ausführungen des Grafen Kanitz kann ich nun zunächst als erfreulich feststellen, daß man allerseits von dem Gedanken abgelommen zu fein scheint, eine Trennung der Kredit- und Depositenbank e n zu verlangen, und daß auch Graf Kanitz unsere Auffassung dahin teilt, daß es mit der ganzen Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse zurzeit und für absehbare Zeit nicht wohl vereinbar sein würde, hier einen Schnitt zu machen. Wir haben uns aber weiterhin zu hüten, die Vorkommnisse bei den beiden Banken etwa zurückzuführen auf Mängel in unserer Gesetzgebung, Aktienrecht, Strafrecht, Konlursrecht usw. DaS Ergebnis der Untersuchungen — die gerichtlichen sind ja noch nicht abgeschlossen — ist doch zweifellos das, daß diese beiden Zusammenbruche nur möglich gewesen sind infolge einer Kette von unredlichen Handlungen der Leiter, und dagegen kann man sich nicht wehren. Derartige Unredlich' keilen festzustellen, wird natürlich umso schwerer, je größer und komplizierter die Einrichtung ist. Es ijt ganz charakteristisch, daß eS in beiden Fällen erst ganz allmählich gelungen ist, sich ein Bild von dem Umfange der betrügerischen Handlungen zu verschaffen, die jahrelang in der Leitung dieser Danken erfolgt sind. Wir haben erwogen, ob man etwa nach englischem Muster die Beste! I‘u n g von Revisoren für die Aktienbanken anordnen soll. Wir halten es aber nicht für angebracht. Die Generalversammlungen sind jetzt schon in der Lage, berarfage Revisoren zu bestellen und ein großer Teil der größeren Banken verfugt jetzt schon über derartige dauernde Revisionsorgane. Ein solches Institut von Revisoren würde wahrscheinlich nicht in der Sage fein, geschickte Unredlichkeiten rasch aufzudecken, wohl aber wurde cs durch seine Existenz die Aktionäre und das Publikum in unberechtigte Sicherheit wiegen. Zweitens ist in der.Ban- kenguete dieFrage erwogen worden, ob man einen Bankbeirat ober Bank ausschuß einrichten soll. Auch biefc Frage ist von mir in allerletzter Zeit noch einmal zum Gegenstand sehr ein- gebenber Prüfung gemacht und wir sind auch hier bahm gekommen, daß diese Einrichtung nickt geeignet sein würd'», gerade die Mängel zu beseitigen, auf die Graf Kanitz hinwies. Gewiß würbe ein derartiger Bankausschuß in der Loge sein, im geeigneten Moment ein-^lne Banken berauszugreifen und zu prüfen: aber gerade diese Möglichkeit würde das Publikum noch gleichgültiger machen; und vor allem ist zu fürchten, daß der Bankausschuß eine Verantwortung auf sich nehmen wurde, die er zu tragen außerstande ist. Ich behalte mir vor, über di eie. wie ich ohne weiteres anerkenne, wichtige Angelegenheit eventuell noch den Präsidenten der Reichsbank zu Wort kommen zu lassen. Jugendorganisationen der Arbeiter. Man löst sie auf, weil sie angeblich Politik betreiben, während sie tatsächlich viel weniger Politik treiben als die bürgerlichen Jugendorganisationen. TaS ist eine Vergewaltigung der Arbeiter. Wir müssen uns bemühen, der Jugend die Ideale wiederzugeben, die man ihr geraubt hat (Gelächter rechts, Beifall bei den Soz.), ihr daS Ideal der Freiheit predigen. Ter TerroriSmuS der Bürgerlichen gegen di« Arbeiter übersteigt alle Grenzen. Und da wagt man uns Terrorismus vorzuwerfen! Kehren Sie vor Ihrer eigenen Tür! Was die Arbeiterversicherung bringen soll, wird tatsächlich nicht vor dem Verhungern schützen. Die Invalidenrente beträgt pro Kopf 88 Pfennige, die Witwenrente 33 Pfennige, die Waisenrente, von der auch die Mutter leben muß, 13 Pfennige. Kann man davon leben? Wir wünschen Klarheit darüber, ob daS Privatbeamten-Versicherungsgesetz noch in dieser Session behandelt werden soll. Natürlich wird eS ganz wesentlich verändert werden müssen, um brauchbar zu sein. Tie Handlungsgehilfen lassen sich durch die leeren Versprechungen der Rechten nicht mehr Hinhalten. In ihrem Organ kommt eine große Verbitterung über bie Untätigkeit b e 5 Reichstages auf sozialpolitischem Gebiet zum Ausdruck. TaS Großkapital übt immer mehr eine unbegrenzte Herrschaft über das ganz« Wirtschaftsleben aus. Die Bankbrüche werden gerade von den soliden Bankinstituten bedauert. Hohe Zinsen mochte jeder gern haben. Auf das Verhältnis der Regierung zum Zentralverband Deutscher Industrieller ist der Staatssekretär mit keinem Wort eingegangen. Herr Delbrück liebt aber gerade die Gesellschaft dieser reaktionären Herren, lieber den Geschmack läßt sich ja streiten. Beim Kalistreit hat sich wieder einmal gezeigt: nicht der Staat hat die Syndikate in der Hand, sondern die Syndikate den Staat. Die Arbeiterschaft wird sich selbst zu Abg. Hauser (Zcntr.): Wenn wir hier Mittelstandswünsche vorbringen, werden un5 immer nur Erwägungen und Prüfungen versprochen. DaS genügt uns nicht, wir verlangen endlich Gesetzentwürfe. Bei elektrischen Installationen, besonders bei Ueberlandzentralen, sollte man nicht die großen Firmen, sondern kleine Betriebe berücksichtigen. Ter Redner fordert die Unterdrückung deS heimlichen Warenhandels und schärfere Maßnahmen gegen Wanderlager und Wanderauktionen und empfiehlt die Resolutionen seiner Partei in dieser Richtung. Abg. Gras Kanitz (Kons.): DaS zweite Aufgebot der Redner ist nunmehr in die Gefechts- finic eingerückt. Wenn es so weiter geht, wird der Staatssekretär fein sauer verdientes Gehalt in dieser Woche kaum noch bewilligt erhalten. (Heiterleit.) Die wirtschaftlichen Ausführungen des Dr. Stresemann standen in wohlwollendem Kontrast zu denen des Tr. Wiemer. Zwischen dem wirtschaftlichen Programm des nationalliberalen Redners und dem des fortschrittlichen scheint mir eine schwer z u überbrückende Kluft zu bestehen. Gleichwohl hoffe ich, baß auch die Freisinnigen sich allmählich dem Standpunkt Streseinanns nähern werden, und daß auf diese Weise die Möglichkeit geschaffen wird, daß d i e b ü r g e r- lichen Parteien bei den künftigen Reichstags- wählen zusammenhalten. (Hört, hört! und Heiterkeit.) Eine Vorbedingung dieses Zusammengehens ist nach meiner Auffassung das unbedingte Festhalten an dem Prinzip des Schutzes der nationalen Arbeit. Ter nationalliberalen Petroleumresolution stehen wir nicht ablehnend gegenüber. Der Gedanke ist nicht neu. Schon 1897 hat übrigens Herr Wassermann eine Inter- Reflation in dem gleichen Sinne eingebrarfit Auch ich habe mich hier schon sehr eindringlich für eine Emanzipation von der Standard Oil Company ausgesprochen. In hohem Grade fragt es sich aber, ob eine auf ein Monopol gerichtete Resolution hier össentlich diskutiert werden kann. Geht man auf ein Monopol aus, bann deckt man seine Karten nicht vorzeitig auf; Herr Stresemann hat den Staatssekretär wohl zu niedrig eingeschätzt, wenn er von ihm eine öffentliche Erklärung hierzu erwartete. Nun zu dem, wozu ich mich zum Wort gemeldet habe: die BankfaUissements. Der Redner gibt eine Liste der großen Banklwüche deS letzten Jahrzehnts. Wieviel der Verlust an Depots babei betragt, ist schwer zu sagen. Aus dem Hamburger Bankiertag 1907 wurden sie freilich auf weniger alfl 1 Proz. beziffert Jetzt in der letzten Zeit haben wir aber erfahren, daß 20, 50, ia 60 Proz. der Depots verloren gehen. Bei den Zusammenbruch der Frankfurter Vereinsbank ergab sich, daß die als Unterlage dienenden Hypotheken ium größten Teil wertlos waren (Hort! Hört!), zum Teil schon seit Jahrdn ausgefallen. Tie Revisionen bieten da gar keine Garantie. Die Sucht nach hohen Zinsen treibt die Leute immer von neuem in die Arme der Spekulanten, die die Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit ausnutzen, und die bis in die kleinsten Landstädte, ja in die Dörfer ihre Fangarme ausstrecken. Tie Bank- firma Neuburger hatte 40 Depositenkassen in der Provinz, den kleinsten Orten. Bei der Bankenquete sah man davon ab, dem englischen Beispiel zu felgen, wo die Tepositenbanken völlig von dem sonstigen Bankbetriebe getrennt sind. Herr Rießer legte dar, daß bei uns die Depots noch sicherer sind als in England. In der Enquetekominission wurden dann weitere Vorschläge gemacht: einen gewissen Prozentsatz d.r Depositen in bar bei der Reichsbank zu opponieren — inan konnte sich über den Prozentsatz nicht einigen; 40 Proz sollten in Prima-Wechseln angelegt werden — ja. iraS sind Pnma-Wechsel? Dann die Veröffentlichung der Zwischenbilanzen. Es ist daS Verdienst von Rießer und dem Reichsbankpräsidenten Havenstein, daß vom 1. Januar n. I. an alle großen Berliner Banken auf Grund eines einheitlichen Bilanzschemas zweimonatliche Bilanzen ver- öffentlichen werden; nur die Berliner Handelsgesellschaft schloß sich aus. Aber wer kann Bilanzen lesen? Nicht einer unter Zehntausend! lind dann weiß er noch lange nicht, ob die in der Bilanz als Aktiva aufgeführten Effekten voll ■— ober unterroertig sind. (Sebr wahr.) Es wird imm'r darauf ankommen, daß das Publikum selbst sich schützt und nicht hohen §insen nachjagt Erwäg-'n aber sollte die Regierung den weiteren orschlag der Enquetekommisjion, ein Kontrollamt, eine Kommission für das Bankwesen einzurichten, mit der gesetzlichen Befugnis, jederzeit in den Status einer jeden Bant Einsicht zu nehmen. Populär wird eine solche Kommission ja nickt sein. Aber eS gilt, den ungesunden Auswüchsen des Börsen- wesens, den zweifelhaften und minderwertigen, diesen gemein- schädlichen Banken nut allen Mitteln zu Leibe zu geben; ba8 ist eine der wichtigsten Ausgaben der Gesetzgebung. (Beifall rechts.) Abg. Hoch (Soz.): Dir führen nicht Klage darüber, daß zu wenig sozialvolitische Gesetze eingebracht werden, sondern daß die berechtigten Be- sckwerden der Arbeiter dabei nickt berücksichtigt werden. Für den Bau von Kleinwohnungen werden nicht mehr vier Millionen, sondern in diesem Jahre nur zwei Millionen in den Etat em- gestellt, obgleich das Bedürfnis nachgewiesen ist und die gemein- nutzen Ballgesellschaften mit dem gekauften Gelände nun sitzen bl/iben; und das Zentrum, Herr v. Hertling, ist der erste, der erklärt für diese Zwecke ist kein Geld da! Tie Prwatangestellten ^ßt man warten, in Sachen der Sonntagsruhe bleibt es bei den ^Erwägungen, von der Konkurrenzklausel hört man 1 berhaupt nichts mehrt Unerhört ist das Vorgehen gegen die r* I9l| l M. 25 30 40 55 70 35 z findet die ^Arbeite« clebrerin, rtfltn24^ wird. Abg. Dr. Junck (Natl.)? auf ihr Nachsuchen unter Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe». Getreide-Wochenbericht der Preisberich l ^virlschaftsrats sehr wichtige Schnellzugsverbindungen: 1. Ab Marburg 409 nachm., in Gießen 435, ab Gießen 441, in Frank 14. + L2 ’O. Viiebevjd)laa: — 0,8 mm. Sljut/MvalX -fnodltt! klammern Weizen 100 Hg. 20.75-21.00 Roggen 100 Kg. 16.15-16.26 Mk. Fuldas neues Schau- seit voriger Woche auch schönem Erfolge gegeben a. M. 959 Marburg ist, rote Der Resolution des Zentrums über die Tarifverträge stimmen wir zu. Die außerordentlich maßvolle Begründung durch Dr. Pieper berührte uns sympathisch. Die Warnung deö Staats- Die Marktpreise für Bieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 13. März 1911. dauernd geklagt. Auch für Hafer waren Käufer angesichts größerer Wasserzufuhren zurückhaltend, und nur zu Proviantamtszwecten geeignete geringere Qualitäten sanden Beachtung. Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bearo. Welliger (—) gegenüber der Vorwoche in furt a. M. 552 nachm. 2. Ab Frankfurt vorm., in Gießen 1121, ab Gießen 1130, in 1156. 3. Ab Co blenz 849 vorm., in Gießen 1115 vorm. 4. Ab Gießen 1208 mittags, in Coblenz 235 nachm. — Bei der LandeSversicherungSanstaltGroßh. Hessen sind im Februar 3 0 8 Rentengesuche (271 Invaliden- und Krankenrentenanträge, sowie 37 Altersrenten- anträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den Monat übernommen 318 Rentengesuche, so daß 626 Gesuche in Bearbeitung standen. ES fanden Erledigung: 227 durch RentenbewiÜigung (198 Invaliden-, 9 Kranken- und 20 Altersrentengesuche); 31 durch Ablehnung, weil unbegründet (25 Invalidenrenten- und 6 Altcrsrentengesuche), 19 durch andere Weise — Zurücknahme usw. — (14 Invaliden- und 5 Altersrentengesuche), zusammen 277, so daß 349 Gesuche als unerledigt auf den März übernommen werden mußten. Ferner wurden im Februar 220 Anträge auf Beitragserstattung gestellt, und zwar 179 infolge Heirat weiblicher Versicherter (H.), 40 infolge Todes versicherter Personen (T.) und 1 wegen Bezugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in den Monat übernommen 119 Erstattungsanträge, so daß zu bearbeiten waren 339 Gesuche. Beivilltgt wurden 213 Anträge (176 H. und 37 T.), abgelehnt wurden 19 Anträge (11 H. 7 T. und 1 U.), auf andere Art erledigt wurde 1 T. Erstattungsanspruch. Unerledigt blieben 106 Erstattungsanträge (78 H., 27 T. und 1 U.), die auf den März übernommen wurden. — In welchem Umfange die Landesoersichertmgsanslalt Großh. Hesien Heilverfahrenskosten für ihre Versicherten übernimmt, ergibt sich daraus, daß im Blldapest April 195.95 (-f- 0.90); Liverpool Mai 153.40 (4- 0.95), Chicago Mai 140.80 (— 0.65). Roggen: Berlin Mai 166.25 (- 0.00). Hafer: Berlm Mai 166.25 (- 0.50) Mk. im Frankfurter Schauspielhause mit wird, gelangt am kommenden Freitag hier zur ersten Auf. führung. Die Regie führt Direktor Steingoetter; die Haupt. Februar 245 Personen in Anstalten usw. untergebracht waren. - Lehrerpersonalien. Entlassen wurde die Lehrerin an der höheren Burger-(Mädchen-)Schule zu AlS- I Weißbrot 2 Kg. 62 Plg. | Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg. feld Anny Peters auf ihr Nachsuchen. — In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der höheren Bürgerschule zu Lauterbach Anna Fendt Anerkennung ihrer treuen Dienste. •• Stadttheater. Ludwig spiel „Herr und Diener*, das ihr Herz und ihre Nerven bleiben ruhig, wenn Sie täglich Kathreiners Malzkaffee trinken. Er übt den wohltuendsten Einfluss auf Ihr ganzes Befinden aus. Trinken Sie ihn eine Zeitlang und Sie werden sehen, dass Kathreiners Malzkaffee diese wertvolle Eigenschaft besitzt Handel. — Frankfurt a. M., 14. März. Die heutige ordentliche Hauptversammlung der Adlerwerke, vorm. Heinrich Kleyer, A.-G^ hat sämtliche Anträge dec Versammlung einstimmig genehmigt unö das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied wieder gewählt. Die Dividende von 80 Proz. ist sofort zahlbar. Tas den Aktionären vorbehaltene Bezugsrecht aus die drei Millionen Mark jungen Aktien zum Kurs von 160 Pro-, gelangt in der zweiten Hälfte des Monats April zur Ausübung. vvm 7. bis 13. ALärz 1911. Von einigen Tagen abgesehen, an denen England etwas mehr Interesse für argentinischen und australischen Weizen bekundete und dadurch auch in Wesrdeutschlaird und in Hamburg zeitweise einige Kauflust anregte, behielt das Getreidcgeschäst im allgemeinen seinen schleppenden Charakter bei. Die mit Klagen über den Saatenstand zusammenhängende Befestigung der amerikanischen Börsen fand nicht viel Beachtung, da Argentinien seine Forderungen nicht sonderlich erhöht hatte und Rußland sichtlich verkaufswilliger geslinimt war. Der Umstand, daß die Vorräte in der Hand der amerrlanischen Landwirte am 1. Vkirz noch 25,8 Prozent der Ernte gegenüber 23,5 Prozent im Vorjahre betragen, laßt von Amerika immerhin nod) größeren Export erwarten- zumal auch die sichtlichen Vorräte in zweiter Hand nicht unerheblich sind. Ausfchlaggebend für die weitere Gestaltung bleibt indes die Entwickelung der Saaten. Für Deutschland hat diesmal die Preisberichtstelle des D. L. 8i. eine ähnliche Erhebung borge- nominen und festgestellt, daß am 1. März von Weizen 22,8 gegen 22,6 im Vorjahre, von Roggen 26,9 gegen 27,8, von Hafer 35,9 gegen 36,9 und von Gerste 23,2 gegen 26,4 im Besitz der Landwirte waren. Bei Weizen erklärt es der ftarfe Export bei geringerer Einfuhr, daß trotz der größeren Ernte die Bestände nur wenig größer sind als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Dagegen ist der Roggenbestand um rund 330 000 Tonnen kleiner, und auch bei Hafer ergibt sich ein Minus von ca. 530 000 Tonnen, während für Gerste ein um ca. 240 000 Tonnen kleinerer Bestand als im Vorjahre sestgestellt wurde. Zu beaclsten ist, daß von den ermittelten Beständen noch ein größerer Prozentsatz zur Saat und zum Eigenverbrauch in Abzug kommt. Bor allem muß man damit rechnen, daß angesichts der knappen Haferernte und bei den im Vergleich zu Weizen verhältnismäßig niedrigen Roggenpreisen ein größerer Teil der Roggenernte zur Berfütterung gelangen dürste, als in anderen Jahren. 21ugeiü>licklich ist Roggen in schwimmender Ware zwar etwas reichlicher am Markte, aber das Angebot auf spätere Abladung ist ziemlich knapp, was in Verbindung mit unnachgiebigen russischen Forderungen die Tendenz stützte, lieber den Absatz von Weizen wird bei fehlender .Exportnachfrage und geringer Aufnghmechlugteit der Mühlen am Hessen-Nassau. x Holzhausen, 14. März. .Am Sonntag fand hier die Bezirks Versammlung der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Biedenkopf statt. Durch den Bezirksoorsitzenden Hermann-Bottenhorn wurde der Jahresbericht bekannt gegeben. Im Kreise Biedenkopf bestehen bis jetzt 9 Wehren mit 324 Mitgliedern. In der Gemeinde Dexbach wird sich die zehnte Wehr bilden. Da Simmersbach in Anbetracht der Anlage einer Wasserleitung die diesjährige Bezirksübung ablehnt, übernahm sie Rodheim a. d. Bieber; sie wird am 16. und 17. Juli stattfinden. In Gladenbach findet am 29. und 30. April die Vorsrandssitzung des Feuerwehrverbandes Wiesbaden statt. rollen sind mit den Damen Baumeister und Koch, sowie den Herren Marx und Bruno besetzt. Dekorationen und Ausstattung, soweit sie neu sind, wurden in den eigenen Werkstätten deö Stadttheaters hergestellt. Kreis Alsfeld. r. Rainrod, 12. März. Im Nickelschen Basalt- werk verunglückte der 22jährige Schießmeister Mahr von hier. Er wollte beim Laden eines Schusses (die großen Felsblöcke müssen alle gesprengt werden), etwas mit dem Trichter nachhelfen, währenddessen entlud sich die Ladung und ging dem Arbeiter ins Gesicht, wo sie ihn schwer verletzte. Auch die sonstigen Verletzungen an Beinen, Brust und Händen sind schlimm, ein Daumen und Zeigefinger wurden völlig abgerissen. Kreis Schotten. § Ober-Lais, 14. März. An den vor etwa zwölf Jahren erbauten Sch ul s aal wird ein zweiter Saal angebaut. Auf die beiden Säle kommen zwei geräumige Lehrerwohnungen. Die seit vorigem Jahre errichtete zweite Schulklasse hat zurzeit ihren Unterrichtsraum in einem Privathaus. herfrag5tt)efenS für Sie Auslegung nnb Dnweiibirna bet Verträge von feiten meines Amts geschehen ist. Das gesamte Dkaterial, das rechtlich und sozialpolitisch von Wichtigkeit ist, wird in meinem Amte schon jetzt gesammelt, und diese Publikationen tragen wesentlich dazu bei, die Bedeutung des Tarifvertrages weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Aber ich kann mir nicht? davon versprechen, daß man eine besondere Stelle au? der allgemeinen Behörde herausnimmt-, auch in diesen Fragen mujt gearbeitet werden in unmittelbarem Zusammenbang mit der Fülle von sozialpolitischen und wirtschaftlichen und juristischen Problemen, die unsere ganze Zeit bringt. Sobald eS notwendig ist, werden wir ein Gesetz über die Berufsvereine vorlegen können, ohne dafür eine besondere Stelle zu schaffen. Soweit eine Unterstützung beim Abschluß von Tarifverträgen durch da? Reich notwendig war, habe ich noch nie versagt. Es ist dafür ein Referent angestellt, mit prak- tischen Erfahrungen, dessen Rat ich jederzeit gefolgt bin. Das ist das, was geschehen muß, ein Mehr wäre vom Hebel. In Streitig, feiten habe ich mich, soweit ich angerufen bin, bemüht zu Hilfe zu fommen; darüber hinaus habe ich es im Interesse der Sache unterlassen. Kommt es schon beim Abschluß von Tarifverträgen wesentlich darauf an, daß beide Teile Vertrauen zum Unparteiischen haben, so noch in viel höherem Maße bei der Ausleguna und Anwendung bestrittener Verträge. Es ist sehr schwer, beide Parteien zum zweiten Male vor denselben Unparteiischen zu bringen, daher kann eine solche Stelle nur ad hoc geschaffen werden, solange man nicht eine solche Stelle mit Verhandlungszwang und Voll, streckbarkeit des Schiedsspruchs schaffen kann; das halte ich aber für unmöglich. Wir legen Wert darauf, daß Wünsche der Arbeiter nicht auf Umwegen, sondern direkt durch die hochentwickelten Arbeiterausschüsse an unS gelangen. Abg. von Strombeck (Zentr.s tritt entgegen der Resolution seiner Partei für die Hausierer ein, im Interesse des Hausierhandels im Eichsfelde. Es handele sich um ehrliche Leute, die man jetzt auf einmal aushungern wolle. Abg. Kölle (Wirtsch. Vgg.) fordert erweiterten Schuh gegen Margarinevergiftung. Weitexberatung: Mittwoch 1 Uhr. Hchluß nach 7% Uhr. TeTreTarS teert einer überstürzten Gefehge'büntz lvar gegenüber diesen Ausführungen wirklich nicht am Platze. Der Staat sollte auf der Hut fein, damit ihm die Verhältnisse nicht über den Kopf wachsen, wie die Trusts der amerikanischen Gesetzgebung über den Kopf gewachsen sind. Den Gedanken der Schaffung einer Zen. trat stelle zur Förderung der Tarifverträge billigen wir. Sie könnte als ein ReichSeimgungsamt wirken. Dem neugegrundeten Reichskartell von Verbänden der Reichs- und Staatsarbeiter sollte die Reichsregierung mit Wohlwollen gegenübertreten. Wenn bie in diesem Kartell zusammengefaßten mehr als 100 000 Arbeiter erklären, daß sie auf dem Boden der bestehenden Staatsregierung stehen, so hat daS eine große Bedeutung. Das Reichsvereinsgesetz ist ein liberales Gesetz trotz des von einer nationalen Not dik- herten Sprachenparagraphen. (Unruhe im Zentrum und bei den Polen.) Seine Anwendung läßt aber noch viel zu wünschen übrig. Eine Versammlung wurd^ z. B. verboten, weil ein Gendarmerie- wachtmeicher Hochzeit hatte. (Gr. Heiterkeit.) Jedenfalls miß- billigen wir es, wenn politisch mißliebige Versammlungen^ auf dem Wege der Versammlungspolizei verboten werden. Das wäre direkt eine Verhöhnung der Staatsautorität. (Beifall links.) Zwischen dem Staatssekretär und dem preußischen Minister des Innern besteht über die Genehmiguna oder Vertagung öffentlicher Auszüge eine Differenz in grundsätzlicher Beziehung. Ein Reichsgesetz, das nach den wiederholten Versicherungen des jetzigen ReicManz- lerS liberal gehandhabt werden sollte kann nicht in dieser Weise durch einen Bundesstaat eingeschränkt werden. Unsere Stellung zum Mittelstand hat unser Parteifreund Findel kürzlich ousführ. lich dargelegt. Die Rechte aber tut so, als hätte sie die Mittelstandsfreundlichkeit geradezu gepachtet. Der Redner geht nochmals auf die Frage der Tarifverträge ein und befürwortet eine Zentralstelle. Die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine müsse selbstverständlich verbunden fein mit zivilrechtlicher Haftbarkeit. Staatssekretär Delbrück: In bezug auf die juristische Behandlung und die noch strittigen Rechtsfragen in Sachen der Tarifverträge bestehen zwischen mir und dem Vorredner feine Meinungsverschiedenheiten. Ich bitte aber den Vorredner, sich einmal die Verhandlungen durchzulesen, die dazu geführt haben, daß die Vorlage der verbündeten Regierungen über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine nicht Gesetz geworden ist. Eine Zentralstelle, soweit sie notwendig und nützlich ist, besteht ja eigentlich schon, und es erscheint mir zurzeit nicht zweckmäßig, darüber hinauszugehen, was jetzt schon im Interesse der Fortentwicklung unseres Tarif« /Bestall rechts^ " Außerdem, von Sen RelWfagTreben allein kann man wirklich nicht leben. (Heitere Zustimmung rechts und im Zentrum.) Von Au sn ah m e g ese tz e n ist mir nichts bekannt. Sollte das Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen damit gemeint fein, so ist das kein Ausnahmegesetz, sondern ein zum allgemeinen Vesten zu schaffendes Gesetz. Die Staatsregierung darf nicht tatenlos bleiben gegenüber der Boykottierung von nicht gewerk« schaftlich organisierten Arbeitern. (Abg. Sachse (Soz.)r Die Arbeitgeber tun dasselbe.) Ja, das ist doch etwas anderes. Die Sozialdemokraten Hetzen ja ihre eigenen Standesgeiiossen von einem Arbeitsort zum andern. Sie machen ihnen das Leben unmöglich, wenn sie nicht ihrer Organisation angeboren. Daß ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Auch ich glaube, daß der Entwurf der Privatbeamtenversicherung eine wesentliche Umgestaltung wird erfahren müssen. In bezug auf den Dankbeirat hat sich der Staatssekretär doch zu sehr vom Neichsbankpräsidenten leiten lassen. Man könnte ihm ooch gcloisse Befugnisse zuweisen. Z. B. könnte er das KreditverhaltniS int Lande beurteilen und Ratschläge über Zulassung ausländischer Wertpapiere erteilen. Die eigenen Revisoren der Danken haben ein ganz bestimmtes Gebiet, über daS sie nicht hinaus können. Redner spricht über die sozialen Leistungen der deutschen Industrie. Die freiwilligen Leistungen gehen vielfach über die gesetzlichen hinaus. Wir wollen mal sehen, ob die sozialdemokratische Regierung in Frankreich die Industrie so belasten wird, wie es bei unS geschieht. Ich freue mich, daß die Haltung deS Staatssekretärs gegenüber dem Mittelstand eine freundlichere ist als es früher der Fall war. An Ernst hat eS auch seinem Vorgänger nicht gefehlt, aber leider vielfach an dem nötigen Wohlwollen. Die Regierung sollte beim Arbei- terschutz sich mehr der Mitwirkung der Berufs- genossenschaften bedienen. Die ablehnende Haltung gegen- über einer Zentralstelle für Tarifverträge ist durchaus berechtigt. Zentralstellen sind immer gefährlich, wenn man ihnen die Festsetzung ihres Arbeitsfeldes selbst überläßt. Ein gesunder kräftiger Arbeiterstand ist nicht zu erreichen, wenn nicht die Besserung der Wohnungsverhaltnisse ernstlich betrieben Ans StaOt und Land» Gießen, 15. März 1911. Aum hessischen Blumentag. Da der Blumentag der Großherzogin für die Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen bevorsieht, interessiert es vielleicht manche, etwas über diese Bewegung zu höre», bereit Ziele hier und da noch nicht ganz erkannt werden. Die Mutter- und Säuglingsfürsorge will nicht in erster Linie schwächliche Kinder grobziehen helfen, son- dern sie will gerade die Schäden so frühzeitig verhindern, daß die gesund geborenen gesund bleiben. Sie sorgt also vor allem nicht 'ür die Kinder, die in Gefahr sind, zu sterben, sondern hauptsächlich für d i e Kinder, die in Gefahr sind, an ihrer Gesundheit Not zu leiden und den Keim späterer Krankheit auszunehmen. Das Säuglingsheim in Darmstadt, das nächstens eröffnet wird, ist nur ein kleiner Teil des großen Arbeitsgebietes der Zentrale. Der Lrchwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt nicht in Darmstadt; sie errichtet in allen Kreisen Zweigstellen, die das gesamte Gebiet der Mutter- und Säuglingsfürsorge mit Unterstützung der Zentrale für ihren Bezirk regeln. 13 Zweigstellen bestehen bereits. Die Hauptaufgabe der Zentrale ist also, die Organisation der Blutter- und SäuglmgS- iursorge in alle Teile des Landes hinauszutragen. — Auf dem Lande handelt es sich in der Hauptsache um Die Etillpropaganda, für die die Hebammen, Aerzte, Geistliche und besonders die gebildeten Frauen zu gewinnen sind. In Gemeinden, die eine gewisse Große erreicht haben, sind unentgeltliche ärztliche Beratungsstellen am Platze, wo die Muller sich einen ärztlichen Rat darüber einholen laun, wie sie ihr Kind gesund erhalten kann; sie werden jetzt überall errichtet. Außerdem ist auf dem Lande eine geordnete Hauspflege, Wöchneriimensürsorge, Pflegekinder-Ueberwachung oon großem Nutzen. Diese ganze Organisation auf dem Lande ist Aufgabe der Zioeigstellen, die durch ihre Zusammensetzung dazu berufen und geeignet sind. Die Mitarbeit der Kranken- und Hauspflegerimien, der Arbeiterschaft, die Unterftüljung der Presse und die Verbindung der Säuglingssürsorge mit der Tuberkulose-, Krüppel-, Wohnungsund Trinker-Fürsorge ist dabei wichtig. In den gröberen Städten sind die Mutter-Beratungsstellen ebenfalls die wichtigsten Ein- richtungen. Sie bestehen jetzt in allen größeren Städten des Landes mit steigender Frequenz. Krippen, Srillkrippeit, Stillrälime, Säuglingspflege- und Säuglings-Krankenanstalten, Schwangeren- und Wochnerinnenfürsorge, Milchküchen unter ärztlicher Kontrolle, eine richtig geleitete Propaganda, die Verbindung mit der Berufsvormundschaft sind roeitere Mittel der Mutter- und Säuglingsfürsorge, die besonders in der Stadt wichtig sind. Diese kurzen Angaben lassen erkennen, wie umfangreich das Arbeitsgebiet der Zentrale und ihrer Zweigstellen ist. Daß zur Wetterführung dieser Organisation größere Mittel notwendig sind, ergibt sich von selbst. Die Beteiligung aller sachverständigen Faktoren und insbesondere aller Aerzte Hessens an der Organisation bürgt dafür, daß die Biittel, die der Blumentag bringen wird, zweckmäßig verwandt werden. Tie Zentrale ist auf diese Mittel angewiesen, da sie feinen baren Zuschuß vom Staate erhält, die Zuschüsse von Gemeinden und Kreisen entfernt nicht ausreichen und sie es im übrigen der carilativen Vereine wegen vermeidet, zahlreiche per- fönltche Mitglieder zu werben. "Neue Zuge für Gießen. Der am 1. Mai in Kraft tretende Sommersahrplan bringt für die Hauptreisezeit, vom 1. Mai bis 30. September, verschiedene neue, für Gießen Weizen Roggen Hafer Königsberg 200 (— 147 (+ 1 160 (- ) Danzig 197 (- 1) 149 (4- 7» 155 (- 2) Stettin 193 (— 1 147 (- 152 (- ) Posen 195 (- 143 (- 156 (- ) Breslau 193 (- 144 (- ) 155 (4- 1) Berlin 196 (- 143 (- V.) 174 (+ 1) Magdeburg 194 (- 148 (- 172 (- ) Halle 193 (— 2) 150 — 1 170 (- 2) Leipzig 195 (- 1 151 - 1 170 (— )' Dresden 196 (- 149 + 1 164 (- ) Rostock 186 (— 144 + 1 153 (- 1) Hamburg 199 (— 1 165 (- 175 (- ) Düsseldorf .198 (+ 1 155 (- 1 156 (- ) Frankfurt a.M. 204 (-11/, 162V, - 170 (- ) Mannheim 210 (— 162'/. (- 172'/, (- ) Straßburg 205 (— 167'/, - 17U (- ) München 218 (- 176 (+ 2 178 (- ) Weltmark tpreise: Weizen: Berlin Mai 201.75 (-s- 0.75), Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt tu 9)1. ■ Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 91—93 Alk. Stg. Schlachtgew. 93-100 Bf. '/, t. ___iz 63—65 „ Kg. 84-92 Pfg. V, , 84—88 , JA-.* 80-96 , _ Getreidepreise in M a n n h e i m Brotpreise in Gießen März 1911 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke (Brot) tat Bewölkung in Sebntel Der Pchld. Himmel»fl. Welter 14. 2*1 734,6 6,1 4,0 61 SW 4 9 Bew. Himmel 14. 1 -34,5 2,3 4,3 79 SW 4 9 Bew. Himmel 16. 9*1 7* «34,4 0,9 4,6 94 8 2 10 Schneefall Hl chste 4 tempere tar a m 13 bis 1 L D ärz = + 6,66 0. Bullen-Verkanf. Freitag den 17. Marz er., nachmittags 3 llbr, verkauft die Gemeinde »Tof&orf einen feiten Bullen auf Lebendgewicht, Vieblnw^ wollen bis dabin ihr Angebot an den Unterzeichneten »erschlossen und oortofrei abgeben. (B1/• Krofdorf, den 14. März 1911. Pfeiffer, Borfteber. D“/j bequem zu erreichen. Braunfels, den 14. März 1911. Der Bürgermeister. Nutzholz-Btrsleiqerulig. Am Montag den 3. Avril, vormittags um 91/« llbr kommen in dem BadnhofShotel am Balmdof Braun,cls zum Verkaufe au» den Waldungen der Gemeinden Braunfels, Leun und Ticfenbach, foivte auo den Fürftlich'Solmö-Braunfels'fchen F orstrevieren Braunfels und Hcifterberg, 630 ftm. Eichen-, 53,40 Fm. Eschen-, 8 Hm. Erlen-, 2 Fm. Feldadorn., 31 Fm. Linden-, 2 Fm. Ulmen-, 0,5 Fm. ElLbeeren-, 28,40 Fm. Fichten-, 34 Fm. Kiefern-, 5,79 Fm. Buchen- Stammholz und 5 Rm. Eichen-Nutzfcheiter. DaS Holz aus den 3 Gemeindewaldungen wird zuerst ausgeboten. Nähere Auskunft erteilen die Gemeindevorfteher der betreffenden Gemeinden, die Gemeindeförfter zu Braunfels, Tiefenbach und Siolkhaufen derFürstlich-Solmo-BraunfelS fche Oberfvrüer Homann, der Holzbauermeifter Grün zu Homburgerhos, sowie die Fürstlichen Förster Esch zu Kleiner-Tiergarten bet BraunselS und Bender zu -Oeiiterbera, Post Leun. Die Waldungen liegen in den Abhängen der Labn zwischen Wetzlar und Weilburg und.ihren Seitentälern und sind von den Eisenbahn-Stationen Braunfels, Stockhausen und Burgsolms au», 0"/, Emailie-Küchenschüssel, 5.80 Arbeiten Mk. veranschlagt zu 2050.— Erdarbeiten Los läßt 1759 DampfwaschanstaltEdelweiss Krofdorf er Straase 12 Telephon 487 persij M enkel sßle ich-Soda. 2. 3. Emaille-Kochtopf . Emaille-Eimer . . Emaille-Wanne . - Emaille-Wanne . . M. L50 „ 235 „ 3.- . 7 B0 , 12.13 Emaille-Schmortopf . Em ai 11 e - Schmortopf . . M.1.95 • . 2.15 . . 4.- . „ 5.25 . . 9.25 Faselochsen versteigern. Die Versteigerung findet im alten Schulsaal statt, wobei die Bedingungen bekannt gegeben werden. Die Gemeinde beabsichtigt einen spruugfähigerr Ochsen, Simmentaler Raste, zu kaufen und werden Angebote bis F. F. Pflaumenmus brutto ca.10 Pfd. Emaille-Eimer . . Faselochfenverkauf. Montag den 20. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, die Gemeinde Annerod einen abgängigen gut genährten zu erfahren. Zuschlagsfrist 10 Tage. Greßen, den 10. März 1911. Großh. Prooinzial-Direktion Oberhesten. I. B.: Welcker. 10 „ 28 „ 28 „ 56 „ 34 „ 19 „ 34 „ und Lieferungen zu vergeben und zwar a) durch schriftliches Angebot Wissen Sie schon, d«B Persil Ihnen die Wäsche nicht nor von selbst wäscht, sondern daß es Ihnen die Wäsche auch schont und erhält? Wenn nicht, dann überzeugen Sie sich durch einen Versuch. ErUltUeb ov te Ortytaat-Fak etea. HENKEL & Co.. DÜSSELDORF. 4- 5.80 5.40 7.80 Arbeitsvergebung Für die Feldbereinigung Utphe sind nachstehende Spezial - Offerte! Naccwäcrh#». 30 Pfund (Mindestgewicht), nur weisse iNasswdbcnc. Wäsche vor dem Waschen trocken gewogen, kosten Mk. 2.10, jedes weitere Pfund 7 Pfg. — Lieferzeit 1—2 Tage. Rrtllwäcrhe • 30 Pfund (trocken), weisse, bunte und iwnwdbcu, . woller)e Wäsche, kosten Mk. 5.40, jedes weitere Pfund 18 Pfg.. kleinere Quantitäten werden aufrStück nach der Preisliste berechnet. — Lieferzeit 6—8 Tage. Abholen und Rückliefern gratis durch meine Wagen. 1 2 3—7 8 9 netto 40 „ Holzkübel .... „ 60 „ Holzkübel .... F. F. Kon*thenl< brutto ca.10 Pfd.Emaille-Eimer . . . „ , 10 , Emaille-Ringtopf . . „ „ 10 , Emaille-Kaffeekanne „ „ 34 „ Emaille-Eimer . . . netto 50 „ Holzkübel..... Ausschreiben. Die Lieferung von Schreib- und Zeichenpapier, der sonstigen Bureaubedürfniste und Aktendeckel für 1911 Rj. für die unterzeichnete Behörde, daS Großh. KreiSamt Gießen, den Großh. Kreisbauinspektor deS Kreise- Gießen soll nach Maß- nabe der Mimsteriolerlaste vom 16. Juni 1893 und 17. Januar 1907 vergeben werden. Angebote mit Muster sind bis zum 25. März d. I. hierher einzuceichen. Ungefährer Bedarf ist bei unserer Kanzlei Darmstädter Pädagogium Darmstadt, (fcrrbtoco58, Tel. 104">, staatlich konzessiouicrt. Die Auobitbuna der Schuler crfolnt ic nach Wunsch nach dem Lehrplan der Öbcrrcalschulen, Realgvmnasium oder wtinv nasium (Sexia bis Oberprima». Durch kleine Klaiien (höchstens 12Schüler) wird die Berücküchligung derJndividualuät crnioulichl- [88lu/a Soras- Vorher, z. Einjährig.-, Primaner- u. Abiturienten-Examen. Dir. M. Elia*. 3t fT: Meichsiagswahlen; hier: «rsatzwahl im 1. hessischen Wahlkreis. _ M 1 , , Bei der am 10. d. Mts. vorgenommenen Ermtzwahl rm 1. hessischen Wahlkreis sind von 23 516 giltig abgegebenen stimmen ° Herrn Arankenkassen-Kontrolleur Beckmann, Gießen 7976 Oberlehrer Dr. Werner, Butzbach <958 Pfarrer Koröll, Königstädten Professor Dr. GiseviuS, Gießen 2511 5. andere Personen Da hiernach eine absolute Stimmenmehrheit auf kemen der Kandidaten gefallen ist, wird die Vornahme einer engeren Wahl zwischen den hochslbesummten Krankenkassen-Kontrolleur Beck- nmnn-Gießen und Oberlehrer Dr. Werner^Butzbach auf zum 20. ds. Mts. erwünscht. Annerod, am 14. März 1911. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Holzversteigerung im Gemeindewald Langsdorf. Jagd-Verpachtung. Die x)anb in der Gemarkung Hochelheim (Krs. Wetzlar, 4 km entfernt von den Stationen Großen Linden und Lann-GönS), zirka 700 ha groß, darunter 200 ha Wald, soll Mittwoch den 29. März, 2 llbr nachmittags, in der Gaftwirlschaft Eckhardt dortselbst öffentlich auf 9 Fabre verpachtet werden. Die Pachtbedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einstcht offen. D*/, Der Fagdvorfteher: Schieferstein. , 64.- , 901.— r 300.— „ 1116.- geiler kann 1 Pfund Fleisch für HPsküche essen la. Schweinekleinfleisch, gar. inländ. tierärztl. unters, saub. Ware kostet jetzt bei Abnahme von 30 Pfd. an oer Pfd. 20 Pfg.; Poukolli, enthalt. 9 Psa., 220 Mk. la. ges. Eisbein (Dickbein ohne Spitzbein) per Pfd. 52 Pfg. la. qes. Köpfe mit voller Feitbacke, per Pfd. 35 Pfg. Knochenfreies Schweineffeisch, tafelfertig, konferv., per Dole (enth. ca. 9 Pfd.) 5.— Mk. Alles ab hier per Nachnahme. Nichtgefall. retour, (ss*/, Albert Carstens« Altena a. Elbe 47, Adlerstrasse 7L Dienstag den 21. März d. I. mit dem Bemerken festgesetzt, daß bei dieser Wahl alle auf andere Kandidaten fallenden Stimmen ungültig sind. Die Zusammenstellung der Ergebnisse dieser letzteren Wahl wird Samstag, den 25. NÜrz d. Zs., vormittags 11 Uhr in dem Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gietzcn stattsinden und das Ergebnis sodann verkündet werden. Der Zutritt zu dem Saale steht ledem Wähler frei. Gießen, den 14. März 1911. Der Wahlkommissärr Dr. Usinger. Illllllllllllllllllllllllllllllll Guter und billiger BROTBELAG b) durch öffentliches AuSgebot LoS 10—14 Anfuhr von Slücksteinen veranschl. zu 1590.— Mk. , 15u.l6 „ w BasaltgruS „ „ 140.— , Tie BerdiugungZunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Utphe offen. Angebote zu a) haben in Prozenten deS Voranschlags zu erfolgen, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bei Großh. Bürgermeisterei Utphe einzureichen. Die Eröffnung findet daselbst am Montag den 20. d. MtS., vormittags 10 Uhr, in Gegenwart erschienener Anbieter statt. Um 10V2 Uhr erfolgt die Versteigerung der unter b) genannten Arbeiten. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. ZuschlagSfcist 3 Wochen. Gießen, den 6. März 1911. Bie/a Großh. Kulturinspektion Gießen. H. Steinbach. Freitag den 17. März l. I., vormittags 9y* Uhr, Zusammenkunft im Ort bei der Linde-Anfang im Licher- Holz an der Lreisstraße Lich-Langsdorf wird nachstehendes Holz öffentlich versteigert. 1 Eichen-Stamm 1. Klasse, 78 Zentimeter Durchmesser, 3,4 Meter Länge -- 1,62 Festmeter. 1 EichenStamm 2. Klasse, 56 Zentimeter Durchmesser 2 Meter Länge -- 0,49 Feslmeter. 1 Kiefern-Stamm 3. Klasse, 34 Zentimeter Durchmesser, 7,6 Meter Länge --- 0,69 Festmeier. 340 Fichten-Derhstangen = 23,72 Festmeter, 16 Rm. Fickten-Reisstanaen, 300 Rm. Buchen-Scheiter, 10 Rm. Eimen-Scheiter, 30 Raummeter Kiefern-Ruudscheiter, 20 Rm. Buchen-Knüppel, 30 Rm. Eichen-Knuppel, 100 Rm. Kiefern- Knüppel, 9 Rm. Fichten-Knüppel, 18 Rm. Buchen- und Eichen-Knüppelreiser, 22 Rm. Fichtenreiser, 80 Rm. Buchen- und Eichen-Ltocke, 34 Rm. Kiefern-Stöcke. Langsdorf, den 11. März 1911. 1742 Großh. Bürgermeisterei- Lchiel. Zementrohrlieferung , Brechen von Stücksteinen , Liefern von BasaltgruS , ChaussierunqSarbeiten „ F. F. KalBer-Spelee-Sjrmp brutto ca-10 Pfd. Blech-Eimer . . M. 2.10 Garant, reiner Bienenhonig brutto ca. 10 Pfd. Blech-Eimer . . . M. 6.15 F F Rübensaft 10 Pfd. Blech-Eimer „ 2.— Harzküse hochfein, 100 Stück-Kiste „ 2Ä) Preise ab hier unfrankiert. Gefäße frei Versandgegen Nachnahme od.Voreinsendung Bei Bestellung von M. 30.— an 5% Extra-Rabatt. E. Henkelmann Magdeburg 82 [hvu/tl Postfach 164 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiii Bergebllllg voll Wajsclleitllllgs-, Kaualisatiolls- llllü Ltrafzklldallarbeittll. Die bei Erweiterung der WasferleitungS-, Kanalisa- tions- und Dtraßenanlage auf bet Unterblerche in Allen- dorf a. Lda. vorkommenden Llrbeiten und Lieferungen und zwar: Los I: Wasserleitung^- und Kanalisationsarbaiten, Los Ü: Straßenbauarbeiten, sollen durch schriftliche Angebote vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei dem Unterzeichneten, Zimmer Nr. 24, einzusehen und deren Unterlagen daselbst beziehbar. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Mittwoch den 22. Martz' d. I., nachmittags W» Uhr, postfrei bei Gr. Bürgermeisterei I Allendorf a. Lda einzureichen, woselbst auch die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter stattfindet. Freie Auswahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 14. März 1911. Der Großh. Kreisbauinspellor des Kreises Gießen. _____________________I. B - Knöll._________________B15/a Gaspreis. Die Stadtverordneten-Verfammluna hat in ihrer Sitzung vom 2. d. MtS. in Ergänzung der EinfÜhrungsbestimmungen zu dem am 1. Avril 1911 in Kraft tretenden Gaseinheitspreise ovm 10. Dezember 1910 beschloffen: _ An die Leitungen für Moiorengas dürfen höchftenS 2 Lamven zum ermäßigten GaSvreife angeschiosfen werden, sofern diese zur Beleuchtung des Motorenraums verwendet und in diesem angebracht werden. , . , . , An die Leitungen, welche Jndustrteheizgas fuhren, dürfen keine Lanwen zum billigen Einheitspreise angefchlossen werden. Gießen, den 11. März 1911. Bürgermeisterei Gießen. Mec um.______ Lckannlmachnng. Beira ReichslagSwahleu; hier: Ersatzwahl im 1. hessischen Wahlkreis. Unter Bezugnahme aus die vorstehende Bekanntmachung, too' noch eine engere 2Lahl für den Reichstag auf DienStag den 21. M ä r z d. I. sel'tgeietzl ist, wird bezüglich des Wahlgeschäfts das Folgende zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Die Abstimmung beginnt um 10 Uhr vormittags und ttnrb tun 7 Uhr nachmittags geschlossen. Jrt die engere Wahl kommen nur die Herren Kwankentassen- kontrolleur Beckma nnju Gießen und Oberlehrer Dr. Werner »u Butzbach. Alle aus andere Kandidaten fallenden Stimmen sind ungültia. Die Wahl findet auf denselben Grundlagen und nach denselben Vorschriften statt, wie die erste Wahl. Insbesondere bleiben die Wahlbezirke, die Wahllokale und die Wahlvorsteher unverändert. Bei der engeren Wahl werden dieselben Wählerlisten ange- wendet wie bei der ersten Wahlhandlung Eine wiederholte Auslegung und Berichtigung derselben findet nicht statt. (Biefeen, den 14. März 1911. Grobherzogliches KrciSamt Gießen. Dr. llsinger. Gießen, den 14. März 1911. Befr/f Die oben. Das Grosrheyagliche Kretsamt Gießen tn die Grobh. Bürgermeistereien und Wablvorsteher des Kreises. Die vorstehende Bekanntmachung wollen die Bürgermeistereien sofort, svätestenS Donnerstag den 16. d. M. in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen lassen. Zu Ihrem Bemessen verweisen wir auf § 28 ff. des Wahlreglements und beauftragen Sie, genau hiernach zu verfahren und, insofern Sie nicht selbst als Wahlvorsteher fungieren, die Wahlvorsteher dementsprechend zu instruieren. c m Die erforderlichen Protokolllormulare, Wählerlisten und Wahlzettel Umschläge gehen Ihnen mit nächster Post zu. Die Umschläge sind sofort nachzuzählen, etwa Fehlendes ist uns alsbald anzuzeigen. Bei Prüfung der Wahlakten der Wahl vom 10. d. M. hat sich folgendes ergeben: A m ... 1 In einigen Gemeinden waren nur 2 Beisitzer zugezogen, in anderen waren außer 6 Beisitzern und dem Vorsitzenden auxf) noch ein stellvertretender Vorsitzender tätig. Gemäß 8 10 des Reglements vom 28. Mai 1870 dürfen nicht weniger als drei und nicht mehr als sechs Bei^ sitzer zugezogen werden. Der stellvertretende.Vorsitzende ist aus der Zahl der Beisitzer zu S. Ve? Perfd)rebenen Orten fehlte die Gegenliste ganz, bei andern war statt chrec eine Liste der Abstimmendcn geführt. Bei einzelnen entsprach die Gegenliste insofern nicht der Vorschrift, als die den Kandidaten zugefallenen Stimmen nicht der Nummer nach aufgeftihrt waren. Mit Bezug auf unsere Bekanntmachung in Nr. 57, 2. Blatt, des Gießener Anzeiaers, machen wir wiederholt darauf aufmerksam, daß in die Gegenliste die Kandidaten mit den ihnen zugefallenen Stimmen der Nummer nnd) aufzuführcn sind. Die Gegenliste ist vom Wahlvor stand, d. h. Vorsteher, Protokollführer, Führer der Gegenliste und den übrigen Beisitzern zu unterschreiben, genau wie das Protokoll auch. Formular zur Gegenliste ist tn der Formularienhandlung von Wilh. Klee hier ei> hültlick. Die Wahlakten müssen unfehlbar Freitag, den 2 4. d. Mts. vormittags 9 Uhr, zugleich mit Ihrer bericht- (idjen Anzeige, daß und wann die Publikation der vorstehenden Bekanntmachung des Wahlkommissärs in Ihren Gemeinden erfolgt ist, in Vänden des Unterzeichneten sein. Den Wahlakten Hot die besondere Beschernigung der Großb Bürgermeisterei darüber beizuliegen, daß und wann die ortsübliche Bekanntmachung des Wahltermins erfolgt ist (§31 Ws. 4 des Wahlreglements). Dem Protokoll hat beizuliegen: 1. die auch bei der engeren Wahl zu unterschreibenoe Wähler- liste, welche die Vermerke der Abstimmung enthält (und -war nicht das Original, sondern bloß das Duplikat dieser Liste); 2. die Zählliste, wenn eine solche besonders geführt worden ist; 3. die Gegenliste; 4. Bescheinigung der Bürgermeisterei wegen Bekanntmachung des Wahltermins usw.; 5. etwaige Stimmzettel nebst Umschlägen, über deren Gültigkeit der Wahlvorstand Beschluß gefaßt hat (8 20 des Reglements). Schließlich ordnen wir an, daß das vorläufige Ergebnis b er Stichwahl sofort nach Feststellung auf telegraphischem Wege dem unterzeichneten Wahl- kommissär, mitzuteilen ist. Sollten dieses Mal wiederum Verzögerungen eintreten, so ist der Unterzeichnete zu seinem Bedauern gezwungen, unnachfichtlich auf Hobe Geldstrafen »u erkennen, lateres umsomehr, als durch wenige Säumige die Arbeit aller derer, die ihren Pfliä-ten gewissenhaft und pünkllich nachkommen, ülusorisck gemacht und es gleic^eitig dem Wahlkommissar unmöglich wird, den ihm obliegenden Amtspflichten gerecht zu werden. ____________________________Dr. U f i n g c r. Bekanntmachung. Betr.: Maßregeln zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Unter Bezugna^ne auf unsere Bekanntmachung vom 3. Marz 1911 hat als neuverseucht zu gelten: Der Regierungsbezirk Kassel. Die Ortspolizeibehörden haben Vorstehendes ortsüblich bekannt zu machen. Gießen, den 12. März 1911. Grvßherzoglrches Kreisamt Gießen. I. V.: Welcker. Bekanntmachung. Betr.: Milzbranderkrankungen unter Arbeitern in gewerblichen Betrieben. An die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Dir empfehlen Ihnen Erhebungen, ob dort §>äutelager, Häute ttnb Fellhandlungen vorhanden sind, vorzunehmen und anher zu berichten. Gießen, den 13. März 1911. Großherzoglichss Kretsamt Gießers 5. SS eId ex. Unentbehrlich fürjede FamiHe Fabrifafiim Bouillon- ^Wü’rfel •77k : j ", . ' V\ Palmato I Sm Margarine ist aus garantiert reinen und feinsten Pflanzenfetten hergestellt, vorzüglich haltbar, leicht verdaulich, nahrhaft und bekömmlich. In Geschmack, Aroma und Aussehen bester BBaturbiitter gleich! Nur echt in Packungen mit dem Elefanten. 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Berenberg, Goßler & Co., Rümelin & Co., Ostbank für Handel und Gewerbe, Herren Schmitz, Heidelberger & Co., „ Merck, Finck & Co., „ Fnld & Co, Ostbank für Handel und Gewerbe, Wiirttembergiicheu Bereinsbank und der Württembergischen Bankanstalt vormals Pflaum & Co. Heilbronn Königsberg i. Pr. Mainz München Pforzheim Posen Stuttgart Mitglieder). . Die Hinterlegung der Aktien in Gemäßheit deS § 24 der Satzungen hat spätestens am 1. April ck. c. wahrend der üblichen Geschäftsstunden zu erfolgen, und zwar entweder bei bett Niederlassungen unseres Instituts in Darmstadt, Berlin, Frankfurt a. M., Bamberg, Cottbus, Düsseldorf, Forst i. L., Frankfurt a. 0., Freiburg L B., Fürth (Bayern), Giesren, Greifswald, Guben, Hakle a. S., Hannover, Landau (Pfalz), Leipzig, Mannheim, München, Neustadt a. H., Nürnberg, Offenbach a. M., Prenzlau, Quedlinburg, Sorau N. L., Stargard i. Pom., Stettin, Straßburg i. E., Wiesbaden, Bank für Handel und Industrie. 58. ordentliche Generalversammlung. Wir beehren uns hiermit, unsere nach §§ 24 und b-zw. 27 der Satzungen berechtigten Herren WtianLre zu der Mittwoch bett 5. April a. c., vormittag» 11 Uhr, An unserem Geschäftslokale zu Darmstadt stattfindenden achtundfünfzigsten ordentlichen Generalversammlung einzuladen. In derselben werden die in § 30 der Satzungen unter Nummer 1—4 genannten Gegenstände der TageS- orvnung der regelmäßigen Generalversammlungen, sowie nachstehender Gegenstand verhandelt werden. Punkt 5 der Tagesordnung: , , t ,, c Qr rr Abänderung des § 16 der Satzungen (Aufhebung der Begrenzung der Höchstzahl der AuftichtSratS- ,oder in Bremen , Breslau , Dortmund , Dresden , Hamburg Telephon 88 «14 em neuer” Wes Comp1? LI E eriG~ rTJ Haus- und Küchen - Artikel - Spezial - Geschäft Ludwig Kröll, Plockstrasse. Warefi für Hans und Küche Ablaufbretter, Bügelbretter. Brotteller, Eierschränke, Haarsiebe, Hackbretter, Handtuch- u. Garderobeleisten, Kuchenbretter. 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