Erster Blatt 161- Jahrgang Montag, 18. September 19U GietzenerAimiger General-Anzeiger für Obertzeffen Nr. 219 Ter Eketzener Nnzelger erscheint täglich, außer EonntagS. - Beilagen: viermal wöchemljch OietzenerLamilirnblaner, Ikveuiialwöchenll.Nrei»- laNlürdenNreitEitsten (TrenSlag unb^reiion); zweimal rnoiiail. Land monflllid)75 ÜL vierlel- ’(ihrtid) Mk. S.20; durch .ibbote- il AivEiyttaürn lonatHcb Cö IM.; durch biei’ofi Dlk.L—viertel- !.U,L au-ichi. Bestelle, dfilenprtti: lokal 151% wirilchalllichtLettfraaei »- ▼ 1 ■ ~ K V V " viWxtMhtuv.’B -rlnschll'sse UM MM VerankiooNlich für den tt.r d,e Redaktion 112 XT oolmfchen Tal: August i» General-Anzeiger für Gberheffen LSM- ”""ab" hat man die Gelegenheit verpaßt, und wenn man fie i eutc bei der Marvuoangelegenheit wieder wahrnehmeii will, so kommt man zu spat. Tas mag für Italien hart sein, läßt sich aber nicht andern. Konstantinopel, 16. Sept. K kiegsminister M a l,- mudSchefketPascha, Unteritaalüickrelar der Marine, Runcm '1?aidha, und der Wall von Tripolis, Bekir Sami B:i>, ton iencrien heute nadmüuag mit dem Minister des Innern, Halil Bcu, angeblich auch üoer weitere Munitionssenbun- g e n nach Tripolilanirn Tie Gerüchte, wonach nuai Truppen dorthin geschickt werden sollen, sind bisher offiziell nicht bestätigt worden -- Schwere Ruhestörungen in Oesterreich. Tie von der österreichischen Regierung angeorbnHca Maßregeln üt der Teuerung - trage haben alles andere als Beruhigung zur Folge gehabt Tic ärmeren Volksklaficn sind über dte Lebensmitteltcucrnng ungeheuer erbittert. So ist es denn in Wien, und gleichzeitig in Prag, zn beispiellosen Ruhestörungen gekommen, btc von intrr Revolution sich nur wenig unterschieden Taft in dem gemütlichen Wien solche Tinge möglich wären, hätte man wohl nicht gedacht Ta Miltkär c.»greifen mußte und mehrere Personen getötet wurden, werden unter den Hunderten von Menschen, die fcflgenommen worden sind, viele schweren Strafen entgegenfehcn muffen. Wir erhalten folgende Meldungen: Wien, 17. Sept Heute vormittag haben vor dem Rathaufe und in der Volksballc des Rathauses sozial- b c m o k r a t i f ch c K u n d g c b n n g c n gegen die Leben S- mittclteuerung und das Fkcifcheinfuhrverbot stattgefunden, an denen etwa 40000 Personen teil* nahmen. Tu Versammlungen verliefen ruhig Nach Schluß kam cs jedoch zu schweren R u he stö r n n g e n. Tie vor dem Rathause Versammelten schrien und johlten und zertrümmerten zahlreiche F e n st e r s ch e i b e n am Rathause und an Privatgebäuden. Kavallerie und Infanterie mußte I?et angezogen werden. Ten Truppen gelang cs, btc Menge gegen bic Bezirke abziv- brängen. Auch auf dem Schmerlingplatz zertrümmerten die Aufrührer an dem Gebäude des Verwaltungs- genchts eine Anzahl Fensterscheiben. Erst nach dem Ein- tresfen von Verhärtungen durch Kavallerie und Infanterie tonnte die Ruhe wicdcrhcrgesrellt werden. Sowohl auf Seiten der Sicyerhenswache wie der Ruhestörer gab e-.« Verletzte Tie abziehcnden Gruppen verursachten auch in den Bezirlcn arge Ruhestörungen, namentlich in dem Ottakring, in der Lerchcnjeldcrftraße, in der Kaiser- und der Thaliastraßc, wo an verschiedenen Geschäften die Fciistcr- scheiben unb die Lichtkvrpcr der Straßenlaternen zertrümmert wurden. In dem Ltialrüig erstürmte und verwüstete die Menge bic Schule am Hof erplatz, griff die Straßenbahnwagen an und versuchte zwei davon in Brand zu stecken. Auch hier griffen bic Truppen ein unb mußten von der Waffe (ikbrauni machen, ehe sich die Ruhestörer yrffreuten Bei einem Angriff der Kavallerie auf luiOerfcHlidie Massett auf der Schmelz sind, wie verlautet, sechs Per* sonen to t gcbl ieb c n und ach t verwundet worden. Gegen 11 Uhr nachts ist im Bezirk Ottakring Ruhq eingetreten. Berlin, 18. Sept. Sämtliche Montagsblätter bringen seitenlange Berichte ihrer Wiener Korrespondenten über die dortigen Unruhen, die die „Teutsche Tageszeitung" kurzerhand als „Revolution in Wien" bezeichnet. 'Rach den übereinstimmenden Meldungen de.- „Tagebl." unb der „Voss. Itg.' fei die verhängnisvolle Tctonahon am Gebäude oc3 Verwaltung. Gerichtshofes dadurch entstanden, daß ein Bursche einen Feucrwcrkskörper, einen sog. Frosch, auf die Erde warf, vermutlich um btc Pi erde der berittenen Schutzleute zum Scheuen zu bringen. Nach dem „Lokalanz." wäre cd auf dem Hofe des Kriegsministeriums, wo Infanterie unb Kavallerie ausgestellt u>aren, zu einem entsetzlichen Blutvergiehen gclomntcn, wenn nicht der Poiizcilommandant geistesgegenwärtig den Ädg. Wi- narsky auf einen Steinblock hätte heben Das Modell einer Sl)akipcare=Bül?ne. Tic Frage nach der Gestaltung der Shakespeare Bühne ist in der Geschichte des Theaters ein fast ebensoviel umstrittenes Problem wie die über die Form der altgriechischen. Nur wenige Angaben sind erhalten, die man mühsam aus der Fülle der elisabethanischen Tranten herausgesucht hat und bereu widersprechende' Teutung eine lebhaite Polemik unter ben englischen Philologen entfesselt. Auch einige Zeichnungen sind in letzter Zeit ausgegraben worden, die manche Anhaltspunttc gewahren; aber wer nun wissen will, in welchem Rahmen die Werke des größten Trama- tikers der Weltliteratur seinen Zeitgenoffen vorgeführt wurden, erhält darauf keine bestimmte und klare Antwort. Deshalb ist es von großer Bedeutung, daß cd nun end lieh gelungen ist, nach ausführlichen zeitgenöffifchen Angaben das Modell einer Shakespeare Bühne zu bauen. Ta.- Modell, dessen Besitzerin bie amerikayische Eolumbia-Un. versitäl geivordcn ist, ist uou A. Foresricr geschaffen und bietet eilt genaues Avblld des Fortune Theaters, bas 1600 auf dein Golding Lane m London erbaut ipurbc Tic Grundlage dafür boten die Angaben de.- Schauspielers Edward Al lehn, der mit Philip Henslowc zu fammen das Fortune Thea.er als Konlurrenzunlernchmen zu dem Globe Theater crönnctc. Tas Geld, das er mit diesem glücklichen und von Erfolg begleiteten Unternehmen erwarb, verwendete er später zur Gründung des Tulwich Eollege und hier werben noch heute bie Aufzeichnungen des Gründers bewahrt, auS denen das Bild des Theaters in lebe :; ,.. Anschaulichkeit emporsteigt Tas Forrunc:-Thea ter, das sei neu Namen von einer davor ausgestellten Siatiic de. Glücks hatte, war neben dem Globe Tncazer die gröRie und wichtigste Scraubul .. de. ci:i3bc;bam:.iK-:i Louboi. Wahrscheinlich l at eSI)afe:pcare, dessen eigen:- lid)e Bühne ja das Globe Theater war, auch auf der Bühne des Fortune-TheatetS gespielt. Ne.a, ejter Schilderung Der Ncuuorler Eveni.ig Pou stellt das Modell ein ring, von Bauten umschloss..'cs Viereck dar, das untc. 'leiem \'i:nr. lieg. u. Dee breiten VeraiiDa, Die Die .'?.ilftc ocr Äühi.e eiiiiiunnu, er hebt sich noch ein höheres Stockwerks Der „^urm". Der mit roten Ziegeln gebeut ist, cbeiro wie bas Giebeldach, das rings um die drei anderen Seiten des Hauses läuft über ben drei Rängen, in Denen die Zuschauer sitzen. Tic Ränge auf ben beiden Seiten, Die an die Buhne grenzen, find durch hölzerne S.v:len m sieben Abteilungen geschie den. Äur Der Der Bühne gegenüberliegenden Seite befinden na, acht ,old;er Abteilungen, und bas ganze ähnelt dem Logenhaus, wie c.- fpäter durch die italieniidK Oper eingebürgert wurde und auch heute noch zum größten Teil die Gestaltung unserer Theaterräumc bcüimmi 'Jhtr sind die Ballons nicht in einer Kurve gebaut, sondern in ge rc.Dcn strengen Linien. Tie äußeren Mauern sind aus Gipsmörtel, ven einer großen Menge von Gitterfenstern uiiterbrocheii Tas ganze üorige Haus ist aus Holz erbaut. Tie Bühne ist aogesehen von einer Ccifnung in der Mitte wo Die So-aufo’.cicr standen, wie der oorDcrc Teil her Logen von einer leichtc.i Bailustrade cingciaßt und reicht fast bis zur Hälfte des Raumes in das Haus hinein, nut einem engen Zwifchcnraum auf icbcr Seite, Der iie von den angrenzenden xogen trennt. Jeder dieser Zwischen räume endet in einer deinen Treppe, die zu einem ricmgcn Ballon sühn, wie er z. B. in Romeo und Julia gebraucht wurde. Tiese Baitons führen quer über die Rücruite der Bühne. Unter ihnen befinden fich drei Türen: rechts, Mitte und links. — E i n g c 1 e h r t c s W u n d e r k i n d. Sn ein merkwürdiges Wundertuid »st m Dicicn Tagen ;u erinnern, bas i einer «eit Pul Aufsedcn erregt:, beule aber völlig rcigcfien ist Sigumunb ^ra-err von Praun, der im Hcrim 1811 ..i Tornau in Ungüiii geboren wurde. er konnte in seinem ;weiten Ia^.i. ••ertig kuit unb Die Hauptmomente der W-ttgejäichic zusammenhängend er jätlcn '.indi sehr gut Violine ipiclu er, rom vierten an iieü er sich in phenthdfcn Konzerten hören, rom 'cchnen Iatzre an mochte cv Munitrciien unb im 13 beendigte er oen Lunus b-.r iurini»d-en Stuöicn, woraui er einige SSinnen t'- eiu: jcL Iteiene cud) talhgrapti'cbe kuniiwerte und wirkUL ,^ü.r zeiwnungen VrDer starb dicies gciefcnc Wundertinf r:cn im 'tiier von -4> Jahren, ein vtlur, da von allen ,ogcnanm.u gelehrten Wundertindern nur Earl Witte übcridyrin, d.r co irr.» hdi vis zum Greifenaltcr brachte. Ter Lübecker ^etneaen, der Engländer Malkin starben ganz jung, der Franzose Bosatier wurde auch nur 20 Jahre all. kf. Ter wiederentdeckte goldene Mann. ,,Eldorado" zu bcmirfi der Vergoldeie, nämlich Mensch), qau lange Zeu hindurch als iagenhastec- (Jqlblanb, bis man schließlich n ucr> Dingo h-rausgcfundcn hat, daß der vergoldete Mann burdniue» nicht sagenhafl ist. Wie uns aus Neunork benchlei w,rd, hat lüngn eine archäologische Eioeduion in hem Guaravitaiee in Eo- lumcia Goldarbesten der Muoscas, der Ureniwohner^ dieics Landes gesunden, unter denen uch auch eine plainid). Tarst.'l- lung des goldenen Mannes und der Zeremonie, bei der er ouf- tra:, befand. Ter „goldene Mann" war der Häuptling des Volkes Bei gewißen Festen befueg er in Bedltitung weniger feiner Untertanen völlig nackt, aber vom Kopf bis zum Fuß in Gvldftcküb cingehüllt, eine Art Barke, aus der er bi. «ur ..Une des Sees hmausgerudert wurde. Hier brachte er den (von» im wesentlichen in Edelste11 :i I Tann ’trang er in Die Fluten, so daß 'ein Goldüd nu-i wurde 3« Jahre 1490 wurden die Mupscas von Nachbcraoi^ rn perDrängi, fo daß fortan oas Fest des goldenen Mannes nicht mehr statt'anh Tas Sei Harne an der Sache in, bai, es im Lande Der Muyscas felbst (an Gold, wohl ab:t rieh l . . . n.-, namentlich Smaragden, gab. Gold, das ße viel verbiaadtlcn, taufditcn iic von Nachbarvölkern gegen Salz an, daß sich m ihrem Lande reichlich fand. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- schait Ter Kongreß des Bundes Teutichcr Architekten wurde am Samstag in her SlaPtdalle ja Heidelberg rurd tcir Vor'ipenhen £ro*effor Tülser-Dresden erönnct Naw Er- Libeu-'i-img natt — T.e Südbeut scheu M onaisb t e, Die b ei er mit hem rt'alenberjabte gingen, werden von ’ i ! ab ihren Jahrgang mit dem Cfioberbt’t eröffnen Ta 3ah: v r » stellt von größeren Arbciuu u a. hie Fugenderimurung'u von Frip "Jiauitncr, d:e Wiener Ennmiungc.i von Luc-uig Cang« tc’er, Du amerilaiu Eiudrück. des Münchener Staot'chu.rat. " . fterid enüaner, ane neu* Äcmocie von Joie! Such : .. züd.uu i-,i von Jakob Schadner, Arthur Schn.hier, ilua r Ernst $afcn uiw. ir. 5 — Ter bcfaiutu - . d:s Et roül von ha an nur je.ner tunstleri'chcn Tätigkeit tedcu. lassen, damit er die Menge beruhige. Mit Aufbietung aller seiner Kräfte rief Wmarsky in die Menge: „U m Gottes willen, seid Ihrdenn wahnsinnig! Sie haben ja Gewehre und wir haben nichts! Geht nach Hause!" Diese Worte wirkten tuie eilt kaltes Sturzbad auf die Menge, die abzog. Dagegen kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen dem Militär und den Ruhestörern, als die Menge, die inzwischen das Schulhaus am Hoferplatz zerstört hatte, gegen _b a - Arbeiterh'eim ziehen wollte. Es erfolgten Stein würfegegendieTru fitz en. AlS ein Soldat durch einen Steinwurf getroffen wurde, kommaudierte der die Kompagnie befehligende Leutnant : „Bajonett vor! Marsch!" — Die Soldaten stürzten vor, wobei ein Arbeiter durch einen Bajonettstich tödlich verwundet wurde. Währenddessen gab ein F ä h n r i ch , d e r m i t 3 0 M a n n eine Seitengasse ab sperrte, den Befehl zum Feuern. Zahlreiche Arbeiter wurden verletzt. Auf dem Habsburger Platz warf die Menge «große Granit- steine gegen das Militär; ein Infanterist wurde durch einen Steinwurf an die Backe getroffen und ihm der Kiefer zertrümmert. Ein Offizier erhielt einen St ein Wurf au den Kopf. In Ottakring nahmen die Ausschreitungen in den Abendstunden stellenweise revolutionären Charakter an. Die Barrikaden, die an mehreren Stellen des Bezirks errichtet worden waren, waren sehr solid aus Bänken, Leitern und Balken hergestellt, die durch eiserne Klammer zusammengehalten wurden. Außerdem waren in mehreren Straßen quer über die ganze Straße Stacheldrahte gezogen, um die Kavalleriepferde zum Stürzen zu bringen. Erst in den späten Abendstunden trat 9iuhe ein. Zur Berstärkuug der Wiener Garni- s o n waren Truppen au § b er Umgebung Wiens beordert worden. An vielen Stellen sieht man Polizeimannschaften und Militär postiert. Der Bezirk Ottakring ist fast völlig in Dunkelheit gehüllt. Fast alle Laternenscheiben sind zerschlagen. Einige Hundert Personen sind verhaftet worden. Rach dem „Lokalanzeiger" wurde noch in später Abend st unde eine Ministersitzung abgehalten, die sich mit der Krawallfrage beschäftigte. Man erwog, ob heute bei Fortsetzung der Ausschreitungen der Belagerungszustand über Ottakring verhängt werden soll. Prag, 17. Sept. Die nationalsoziale und sozialdemokratischeArbeiterschaft veranstaltete heute an verschiedenen Plätzen Prags Massenversamm- lungen gegen die Lebens Mittelteuerung, an die sich Kundgebungen unter Führung von Abgeordneten anschlossen. Die Redner richteten heftige Aussä l l e g e g e u d i e Re g i e r u n g. Tie Menge sang revolutionäre Lieder und brachte Hochrufe auf die Revolution und Pfuirufe gegen die Regierung aus. In den Mittagsstunden zerstreuten sich die Massen ohne Zwischenfall. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung über die Marottoverhaudlungen. Tic „R o r d d c u t s ch c A l l g e m e i n e Z e i t u n g" schreibt: Der an dieser Stelle vorausgesagte glattere Fortgang der Marokkoverl)andliingen nach der Pause ist t a t s ä ch l i ch ein» getreten. Tie Blätter berichten günstig über die Unterredung am Freitag nachmittag, in der zwischen dem Staatssekretär von Kiderlen-Wächter und dem französischen Botschafter Cambon die Antwort Frankreichs aus Deutschlands Bemerkungen zum Entwurf der abzuschließenden Uebereinr'unft erörtert wurde. Tie Antwort trägt in einem Teil den Wünschen Deutschlands Rechnung. Bezüglich des weiteren Teils ist es gelungen, die Auffassungen der beiden Mächte soweit zu nähern, das; bei einigem guten Willen auf beiden Seiten unschwer eine Einigung erzielt werden kann, lieber einige Punkte herrschen allerdings noch solche Gegensätze, daß noch eingehende Verhandlungen nötig sein werden, ehe ein Einverständnis hergestellt sein ivird. Doch ist zu hoffen, daß auch diese Schwierigkeiten überwunden werden. Für die Entlastung der deutschen Reservisten ist die Bestimmung maßgebend, die alljährlich, auch in diesem Jahre, im März erlassen wurde. Danach werden die Reservisten spätestens am dritten Tage nach der Rückkehr der Truppen aus dem Manöver entlassen. Wie das, W. T. B. festgesteltt hat, ist an dieser Bestimmung nichts geändert worden. Die französische Erwartung. Paris, 18. Sept. Zn der mit Spannung erwarteten deutschen Gegenschrift schreibt der „T e m p s": Für Optimismus ohne Vorbehalt sei der Llugenblick iwch nicht gekommen. Frankreich könne sich erst dann zufrieden geben, wenn man in Berlin unumwunden zugestehe, das; die Bürgsckiaftcu Frankreichs für die wirtschaftliche Gleichberechtigung aller in Marokko interessierten Mächte völlig ausreichend seien. Eine Rede^ des französischen Finanzministers. Paris, 17. Sept. Bei der Einweihung des Denkmals für die 1870 bet Jssoudun gefallenen Soldaten hielt Finanz- minist er Klotz eine Rede, in der er sagte, Frankreich sei heute in der Sage, sich mit Würde auf das Recht zu stützen, das es triumphieren selten wolle. Frankreich sei glücklich, die nationalen St r ä f t e wieder her gestellt z u haben. Der. Ausruhr in der Provinz Sjctjdjuan. Peking, 16. Sept. Ein beträchtlicher Teil Truppen aus der Provinz Szetschuan ist zu den Aufrührern über» gegangen. Der Aufruhr scheint nach Tibet überzugreifen. Die Zahl der chinesischen Familien betrug nach amtlichen Bekanntmachnngen im vergangenen Jahre im ganzen Reiche 62 500 000, in den drei Mandschurischen Provinzen 1 780 000, in Peking 138 000. Aus Hessen. Die Landtagswahlen. Aus Lich wird uns geschrieben: Tie zahlreich besuchte Vertrauensmänner-Ver- sammlung des Bundes d e r L an dw i rt e für den Landtagswahlbezirk Lich-Hungen am Sonntag beschloß einstimmig, den bisherigen Landtagsabgeordneten Fen ehe l- Oberhorgern wiederum für die kommende Landtagswahl als Kandidaten aufzustellen. Deutsches Reich. Von bat 15 Mandaten vom Schaumburg-Litzpeschen Landtag standen zelm durch allgemeine direkte Wahl zur Erledigung. Gewählt wurden: zwei Konservattve, ein Na tiottalliberaler, zwei Freisinnige, zwei Sozialdemokraten. Es sind drei Stichwahleit erforderlich, davon zwei zwischen Freisinnigen und Sozialdemokraten. Die Nationallibcualen verloren zwei Mandate, eines an den Freisinn und eines an die Sozialdemokratie. Ans Sedan wird gemeldet: Zahlreiche Arbeiter sind zum Zeichen des Protestes gegen die Lebensmittelteuerung für 24 Stunden in den A usstand getreten. Am Samstag abend tarn es zwischen den Aufstäudisck>cn uttd Dragonern zu Zn- 1 a m men stößcn, ittobri drei. Personen verletzt und zwölf vcr- tzaftet-würden. Ausland. Aus Prag wird gemeldet: In der Sitzung des deutschen Landtagsverbandes wurde am Samstag Abgeordneter W ü st auf Eintrag der Deutsch-Radikalen aus deut Verbände wegen Wahlkompromisses mit den Sozialdemokraten ausgeschlossen. Der Verband beschloß, der Permanenzerklärung des national-polittschen Ausschusses und des Schulausschusses zuzustimmen. Dadurch erscheint die Session des böhmischen Landtags gesichert. Ter r u s s i s ch e H a n d c l s m i n i st e r brachte in der D uma einen Gesetzentwurf ein, der die Förderung des Baues russi- 1 d) er Schiffe bezweckt. Es lverden Prämien von 75 Rubel für die Tonne Gcsamtranminhalt und 135 Rubel für die indizierte Pjerdekraft für eiserne Schiffe vorgesehen, die auf russischen Wersten und aus russischem Rohmaterial hergcstellt werden, eine Prämie von zwei Rubeln für das Pud zur Verwendung gekommenen Materials. Tas Gesetz bleibt 15 Jahre in Kraft. Aus Täbris wird gemeldet: In der Nacht zum Samstag überfiel eine Abteilung S ch u d s ch a e d D a u l e h s außerhalb Täbris errichtete Befestigungen und bemächtigte sich der dort aufgestellten Kanonen. Sie nahm 30 bis 40 Mann gefangen, die sich widerstandslos ergaben. Tas Feuergefecht dauert mit wechselnder Heftigkeit fort. Tie Täbriser Fibai zogen sich in die Gärten der Vorstädte zurück. Sie hatten zwei Tote und einige Verwundete. L)ccr und Flotte. Das Militär Wochenblatt meldet: Generalmajor v. Lau en stein wurde seiner Stellung als Militärbevollmächtigter am russischen Hofe enthoben und unter Belassung in seinem Verhältnis als General ä la suite des deutschen Kaisers in den Generalstab der Armee versetzt und zum Chef des Generalstabs des 6. Armeekorps ernannt. An seine Stelle in Petersburg tritt Burggraf und Graf zu Dohna-Schlobitten, Generalleutnant, der von seiner Stellung als Kommandeur der Garde-Kavallerie- Division enthoben wurde, unter Belassung in seinem Verhältnis als General ä la suite des deutschen Kaisers. Arbeiterbewegung. Leipzig, 16. Sept. In einer von mehr als 600 Gelbmetallarbeitern besuchten Versammlung im Volkshause wurden die Vorschläge der Arbeitgeber mit Zweidrittel-Mehrheit angenommen. Damit ist die Aussperrung in der hiesigen Metallindustrie zu Ende. Die hessischen herbftübungen. FC. Endlichhofen, 15. Sept. Der Sturm auf die E n d l i ch h o f e n e r Höhen. Die verstärkte 49. Jir- fanterie-Brigade trat in der Frühe des 15. von neuem den Vormarsch auf Holzhausen a. d. Haide—Nastätten an, um die verstärkte 50. Inf.-Brigade anzugreisen. Die 50. Jnf.-Brig. hatte sich auf den Höhen von Errdlichhofen festgesetzt, während-die Regimenter 117, 118, die Unteroffizierschule Biebrich a. Rh., die 1. und 2. Kompagnie Pioniere 25 verdeckt aufgestellt waren, so daß sie rasch in Gefechtsstellung einrücken konnten. Der Führer von „blau" entschloß sich, anzugreifen. Unter dem Dröhnen des Artillerie-, dem Knattern des Gewehrfeuers und dem Rattern der Maschinengewehre ging „blau" zum Angriff auf den linken Flügel vor. Ehe aber der Angriff ganz durchgeführt, traf ein von St. Goarshausen gemeldetes Jnf.-Regt. ein, und diese frischen Kräfte setzte der Führer von „rot" ein, um den Gegner vor allem in seiner rechten Flanke zu fassen. Es gelang, den Angriff abzuschwächen und „blau" im weiteren Verlause des Kampfes zurückzuwersen. In nördlicher Richtung ging „blau" zurück: die rote Partei vermochte jedoch, da sie erhebliche Verluste erlitten hatte, nicht die Verfolgung durchzuführen. „Blau" ging bis auf Singhofen zurück, setzte südlich davon Vorposten (Regiment 115^ aus, während „rot" seine Vorposten (Regiment 118) bis in die Gegend von Miehlen vorschob. Am Abend des 15. rückte das Dragoner-Regiment 23 von der Division ab, um sick) für die kommenden Korpsmanöver zur Verfügung des kommandierenden Generals v. Eichhorn zu stellen. F. C. Singhofen, 16. Sept. Das GefechtbeiSing- hosen. Ta dte rote Partei die Fühlung mit „blau" erhalten hatte, beschloß in der Frühe des 16. September der Führer der verstärkten roten 50. Jnf.-Brig., Oberst v. Müller, den Angriff gegen die verstärkte blaue 49. Jnf.-Brig. aufzunehmen und sie, koste es waS es wolle, zu werfen. War der roten Brigade doch ausdrücklich befohlen worden, in das bei Limburg zu eriüartcnbc Gefecht zwischen ihrem bei Koblenz am 13. Sept, über den Rhein gesetzten unb bei Montabaur stehenden roten Korps und dem auf Hadamar vormarschierenden blauen 18. Korps einzugreifen. Rot ging in nordwestlicher Richtung auf die Höhen von Singhofen vor. Nach lebhaftem Feuergefecht wurde „rot" zurückgeschlagen. Das Signal „Das Ganze Halt!" brach das Gefecht ab. Die Truppen rückten in ihre Quartiere. Die verstärkte 49. Jnf.-Brig. bezog die Orte Olsberg, Ober- und Nieder- Wallmenach und Umgegenb, die 50. Nastätten und Umgebung. Am 18. beginnt das Manöver des 18. Korps. Generalleutnant und Kommandeur der 25. Division, Exzellenz v. Plüskow, sprach sick; am Ende der Divisionsmanöver in anerkennendster Weise über die glänzenden Marschleistungen der Infanterie aus. Ans Stabt nnd Land. Gießen, 18. September 1911. '* Richterpersonalien. Der Großherzog hat den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Aug. Zimmermann zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht ernannt. • • Der 70. Geburtstag. Am Samstag abend versammelte sich ein kleines Häuslein Siebzigjähriger, um ihren Geburtstag gemeinschaftlich 311 feiern. Es waren 9 Herren, die sich bei ihrem Altersgenossen Stein zu einem einfachen Abendessen einfanden. Bei Gesang und Becherklang vergingen die Stunden in gemütlichster Weise. Ein jetzt in Frankfurt wohnender Altersgenosse, Nechnungsrat Franz, hatte seinen altgeivohnten übersprudelnden Humor nicht zu Hause gelassen, und die Stunden fingen schon an, länger zu schlagen, als die letzten heimgingen. An der Feier nahmen teil die Herren Carls, Fenster, Fischbach, Nechnungsrat Franz, Pfr. Seriba, Stein, Forstmeister Weigand, Wittich unb Konservator Zinse r. " Außerordentliche Belohnungen für Umsicht und Entschlossenheit in Gefahr erhielten der Neservelokoinotiv- sührer Karl in Gießen, der Hilfsheizer Walter in Gießen, der Lokomotivführer Stöger, der Lokomotivheizer Weber, der Schaffner Gabriel, der Hilfsheizer 9lieb, die Hilfsbahnwarter Hermann und Bierner und der Arbeiter Maage in Dillenburg. • • Die Gießener Schulen haben heute ihren Unterricht wieder aufgenommen. ** Die Obsternte an den Straßen des Kreises Gießen wird nach den amtlichen Schätzungen 1800 Zentner Aepsel und 300 Zentner Birnen gegen zusammen 6000—6500 Zentner im Vorjahr ergeben. Die Früchte, besonders die Aepsel, sind zuckerreicher, aromatischer und gut ausgereift, daher fester und durchschnittlich größer als im Vorjahr. Die Bäume, die ihren Standpunkt in höherer Lage haben, haben eine weit bessere Ernte, als die in den Tälern stehenden. Ter Sh eis Gießen bat rund 15 000 Obstbäume längs seinen Kreisstraßen stehen. ** Eine elektrisch betriebene Lademaschine für Retorten der Gasanstalt ist seft einigen Tagen im Betrieb. Ihre Aenderuua bedeutet eine wesentliche Erleichterung der unmittelbar am Feuer beschäftigten Arbeiter. Auch geht da? fabelt der Me- torten auch viel schneller vor sich, so daß nicht so viel Gas verloren geht als bei den: früheren Betrieb. T-er wesentliche Vorteil der neuen Einrichtung besteht darin, daß durch die maschinelle Beschüttung der Gasretorten die Verteilung der Kohlen viel gleichmäßiger erfolgt, wodurch eine größere Gasergiebigkeft erzielt wird. Gießen ist die erste Stadt, die ihr Gaswerk mit der noch neuen Einrichtung versehen hat. * * Ter Niedermörlener Raubmord wird am 28. und 29. b. Mts. vor dem hiesigen Schwurgericht zur Verhandlung kommen. Tie Anklage wird Oberstaatsanwalt Hofmann vertreten. Ter Hauptangeklagte Wilhelm Erbe wird vom Rechtsanwalt Kaufmann, der jüngere Heinrich Wolf vom Rechtsanwalt Paul Hornberger unb Katharine Wolf vom Rechtsamoalt Kochs Dcrteibigt. • * Der Kriegeroerein hielt am 10. und 17. d. M. sein 2. Preisschießen auf dem Schicßstande des Schüt-en- Vereins ab. Die Beteiligung war sehr lebhaft und es mußte an zwei Ständen geschossen werden. An Preisen waren praktische Gegenstände gewählt worden Nachfolgende Kameraden erhielten Preise: 1. Preis A. Dickors nut 57 Ringen, 2. Geisel mit 54, 3. Georg mit 51, 4. F. Dickore mit 51, 5. Selzer mit 51, 6. Möser mit 51, 7. Klebe mit 49, 8. Hofmann mit 48, 9. Haupt mit 47, 10. Herrmann mit 46, 11. Rinn mit 44, 12. Schmidt mit 43 Ringen. * ' A uf frischer Tat ertappt wurden heute nacht von einem'Bearnten deS^Gießener Wach- und Schließ-JnstitutS zwei junge Herren, die sich ein Vergnügen daraus machten, die Buchstaben von den Geschäftshäusern und Erkerscheiben im Zeltersweg zu entfernen. Dieser Unfug, der in letzter Zeit öfters vorgekommen ist, veranlaßte verschiedene Geschäftsinhaber, für die Ergreifung der Täter Belohnungen auS-n- setzen. * Schlägerei. In der Nacht auf Sonntag wurde einem jungen Manne aus Coblenz von einigen Gießener Herren in der Bahnhofstraße ohne jegliche Veranlassung der Kopf blutig geschlagen. Da einige Herren erkannt sind und Strafantrag gestellt ist, dürfte die Sache ein gerichtliches Nachspiel haben. * * Selbstmord. Am verflossenen Samstag morgen erhängte sich in seiner Wohnung der 28 Jahre alte Arberter Karl von hier. Er war seit 6 Wochen an einem Magen- leiden erkrankt, das ihm heftige Schmerzen verursachte. In Abwesenheit feiner Ehefrau vollbrachte er die Tat. Landkreis Gießen. (-) Heuchelheim, 18. Sept. Heute nacht um V2I2 Uhr erscholl in den Straßen unseres Dorfes der Ruf Feuer. Die Scheuern des W. Henkelmann und F. Volkmann in der Gießener Straße brannten niede r. Die Löscharbeiten mürben gerade nicht musterhaft bewerkstelligt. Als es galt, eine Reihe zu bilden und Eimer zu reichen, fanden sich nur mit Mühe genügenä Leute zusammen. Die große Menge zog es vor, dem Schauspiel zuzusehen. Anscheinend fehlte es auch an genügend Schläuchen. Aber trotzdem gelang es, die angrenzenden Gebäude zu schützen und das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Bei einer Wasserleitung mit Hydranten hülle vielleicht eine Scheuer noch zum größten Teil gerettet Wierde n können. Die Entstehung des Brandes ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Sehr zu loben ist das frühzeitige Eintreffen der Kinzenbaclier Spritze. Kreis Büdingen. (?) Büdingen, 17. Sept. Arn 23. und 24. Sept, findet, wie schon früher mitgeteilt wurde, eine gefeilige Zusammenkunft ehemaliger Schüler und Lehrer des W 0 l f g a n g - E r n st - G y m na s i u m s statt. Zur Vorbereitung hat sich ein Ausschuß gebildet, der folgende Festordnung ausgestellt hat: Samstag, 23. Sept., abends 6 Uhr: Zusammenkunft int Gasthof zum Stern, Besprechung wegen der Jubiläumsstiftung. y29 Uhr: Kommers im neu hergestellten Rathaussaal. Sonntag, 24. Sept., vorm.: Gang durch das Jägertal zur Klippe. 11—1 Uhr: Frühschoppen auf der Klippe (bei schlechtem! Wetter im Stern). 2 Uhr: Festessen im Saale des Fürstenhofs (Gedeck ä 3 Mk.). 1/25 Uhr: Spaziergang, 5—6 Uhr: Musik in der Walhalla. Vs9 Uhr: Konzert mit Tanz tm Saale des Fürstenhofs. Tie Musik wird von der Militär- musikschule in Friedberg ausgeführt. Kreis Alsfeld. + Ulsfeld, 16. Sept. Eine Belastung des Vieb- handels im Kreise Alsfeld ist durch die Seuchenschutzanow» nungen eingeführt. Tie Handelsleute müssen, wenn sie aus einem Orte des Kreises Vieh ausführen, ein Ursprungszeugnis und eine Verladebcscheinigung haben und Pern Bürgermeister dafür 80 Pfennig bezahlen, eine Belastung des Handels, die umso unrechter ist, als die durch die Seuche geschaffene Notlage dapi herhalten muß, die im Verhältnis zur Arbeit sehr hohe Gebühr zu rechtfertigen. (In der Stabt Gießen stellt bas Polizeiamt Verladebescheinigungen für Vieh kostenlos aus.) Homberg, 17. Sept. Die Kartoffelernte hat nun auch begonnen. Der Ertrag läßt auf trockenem sandigem Boden zu wünschen übrig, während auf feuchten Aeckern die roten Kartoffeln vortrefflich geraten sind. Als beste Futterkartofsel hat sich hier die Weltwunder bewährt, während die.vor einigen Jahren hier eingeführte Industrie- Kartoffel die ertragsreichfte Speisekartoffel ist. Die früher so beliebte Magnum bonum-Kartoffel ist fast ganz verdrängt worden. — Durch Verfügung des Kreisamtes ist das Abhalten von Tanz belustig ungen v erboten. Mit Rücksicht auf die herrschende Futternot und die bestehende allgemeine Teuerung ist das wohl am Platze, aber wie werden die Wirte hierfür entschädigt? 1 Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 17. Sept. Infolge des in den lönb* lichen Fortbildungsschulen eingeführten Unterrichts in der landwirtschaftlichen, Buchführung wird auf Wunsch einer Anzahl Lehrer des Kreises Lauterbach für diese ein Instruk - tionskursus durch einen Beamten dir Landwirtschastskammer abgehalten. Ter Kursus dauert 3 Tage und findet am 10., 11. und 12. Oktober statt. B. Hochwald hausen, 16. Sept. In der Nacht auf heute sind hier die Schwalben abgezogen: es wäre interessant, die Zeit des Abzugs an anderen Orten in gleicher Höhenlage (500 Meter) ebenfalls festzustellen. Für die Vermehrung der Voaelwelt war der verflossene heiße Sommer jedenfalls günstig. Zahlreicher denn je ist die junge Brut, Bachstelzen, Rotschwänzchen, Hänflinge, Meisen, namentlich aber der gemeine Fink treten in größeren Mengen auf, als in früheren Jahren. Die Vermehrung der Schwalben war ungewöhnlich beträchtlich, am Gasthaus zum Felsenmeer waren etwa 30 Nester, sicherlich wurden mehr denn 100 junge Schwalbey ausgebrütet, deren munteret Gezwitscher die anwesenden Gäste ergötzte. Der Famllien- zuwachs würde noch größer gewesen fein, wenn nicht eine Anzahl Nester, jedenfalls infolge der Trockenheit, herunter- g cf alten wäre, wobei die junge Brut zugninde ging Fast völlig verschwunden ist aber der vor 7 Fahren noch sehr häufig vorkommende ^Steinvogel", der unter den BaMt- T> Mi'ZNS E'n Mar nt Siathausa .MblwÄ eine ein S erleben, daß 0 Quellen, und auf billig^.® treiben: esüA Gelind«^ die in Pacht der der oberen mdd würde Malier feilten die Qu- Bäche gchM gMenTcil.de sorgen sich mü man uns, aus die Ausstichung äußerst günstig- Gewicht von 2 rbgabe war au| Händler in Fr trat nächsten M Xtlben s *?• L< ’irtt th'.-^nige •8t haben MZ * C Bad - Krönungsfeierli | mehrmals ind' j aus der Rück' traten meiert einige Wacher hier weilende wöchentlichen N. Re toftelerift Mitlelernte i und Ella, bi dustrie, ,bie f Bei dieser Gn bestreb/ ftin n juMrtn, roim - 3m Fahre hiesigen Pfa Angabe unfe, Hause gesund! feit durchdrin i angegangen, Neubau au - entschließen ü fc. Butz | manns Moli nierenden ö. < 168 wurde ar der Konipagnil ließen übersük Binder und fei festen wurde ' iührt, wo die l von Königsberc ,, D- sonores Q «Me ben S MM [lQ|t "'S neu ti t I $t’ Rülfing bi I tote 18®yb>8 I ki£ ?? da. f < Unb ?be< "Ä! L feilen sein Nest anlegte, -t; HnnaiMe des Verkehr» ha: den scheuen Voael, der im übrigen sang- und klanglos lebte, 'ebenfalls verscheucht. Kreis Schotten. p. Scholten, 16. Sevt- Da die für den 6. Jun: Pramiierurigsmarkt vorgesehene Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Haushaltungsgegenüän- den infolge Ausfallen- des RindviehmarlteS an diesem Tage nicht stattfinden konnte, wurde beschlossen, sie an einem späteren Markte abzuhalten. Wegen der immer noch Herr- schenden Maul» und Klauenseuche ist auch eine Genehmigung )ur Abhaltung deS für den 18. Oktober vorgesehenen Nindviehmarlies nicht erteilt worden. TaS Verlosung?, komitee hat deshalb beschlossen, die Verlosung am 18. CIL im Rathaus ab-uhalten und statt der 10 lebenden Gewinne 10 Geldpreise von 300, 250, 220, 200, 170, 130, 100, 90, 80 und 70 Mf. zu verlosen. Weiter kommen noch landwirt- schaftltche Gerate, darunter ein Lauterbacher Wagen, ein .^andwaZeichen, eine Häckselmaschine, eine Dickwurzmühle, eine Dezimalwage, eine eiserne Egge, eine Iauchepumpc, ein Jauchefatz, eine Steigleiter, eine Waschbütte und noch sonstige wertvolle Haushai tungsgegenständc zur Verlosung. u. AuS dem Vogelsberg, 17. Sept Angesichts der stets zunehmenden Verunreinigung der Flustläufe durch gewcrh. liche Betriebe, scheint eS anaebracht, der Fischzucht wieder mehr in den Gebieten der Quellen, austerhalb der schädlichen äusteren Einflüsse, nachzugehen Tenn man wird im tommenben Winter erleben, bah die Fische ein gesuchter Marklanikel sind. Tie Quellen und Bächlein im Bogelübera können durch enllprechende, aus billigem Gelände errichlele Anlagen intensiv Fischzucht be- treiben; es liegt im Vogelsberg noch Diel zur Fischzucht geeignetes Gelände unverwertet Wie man hört, will der Staat auch wieder die in Pacht der Stadt Schotten befindlichen Forellenteiche spannen lassen. Sie wurden vor Zeiten von dem Triebwerk-besitzer an der oberen Nidda ausgerissen, weil man glaubte, durch die Stauung mürbe Wasser entzogen. Wo heute überall Wasserleitung ist, feilten die Quellenläufe wiederholt ausgenützt werden in Stau- bebältem. es wird schließlich damit em gleichmäßigerer Laus der Bäche gesichert, stark beschaftiatcn Mühlen genügt das Wasser un größten Teil des Jahres doch nicht zum vollen Betrieb, sie versorgen sich mit anderer Sh oft. Zu dem Thema Fischzucht schreibt man uns aus Nicder-Moos: Am ^arnStag morgen fand die AuSfischung des hiesigen Teiches statt. Tas Ergebnis war äußerst günstig. Es wurden 170 bis 200 Zentner Karpfen im Gewicht von 2 bis 8 Pfund ausgesisckt. Der Preis der Einzel- abgabe war auf 65 Pfg. bad Pfund festgesetzt. Der Bersaiid an Händler in Frankfurt a. M, Wiesbaden, Eisenach usw. erfolgt am nächsten Mittwoch. KreiS Friedberg. Q. Bad-Nauheim, 17. Sept. Veranlaßt durch die KrünungSfeierlichkeiten in London im Sommer dS. IS. weilten mehrmals indische Fürstlichkeiten sowohl auf der Hin- als auf der Rückreise dahier. Diese indischen Vasallenfürsten traten meistens mit großem Gefolge auf und gebrauchten einige Wochen die Kur dahier. Gestern reiste der letzte dieser hier weilenden Fürsten, der Khan Halbudullah, nach wöchentlichem Kurgebrauche wieder nach Indien. N. Reichelsheim, 16. Sept. Tie diesjährige Kartoffelernte ist nahezu eingebracht. Sie kann als gute Mittelernte bezeichnet werden. Neuere Sorten, wie Hassia und Ella, brachten recht ansehnliche Erträge, während Industrie, die feuchten Boden liebt, weniger ertragsfähig war. Bei dieser Ernte hat sich so recht gezeigt, daß der Landwirt bestrebt sein muß, hin und wieder neue Setzkartoffeln ein- zuführen, wenn sie auch im Ankauf etwas teuer erscheinen. — Im Jahre 1908 wurden für bauliche Veränderungen im hiesigen Pfarrhaus etwa 5000 Mk. ausgegeben. Nach Angabe unseres Pfarrer- ist aber das Wohnen in diesem Hause gesundheitsschädlich, da an allen Wänden die Feuchtig- keck durchdringt. Von der Behörde wird nun die Gemeinde angegangen, da« alle Pfarrhaus niederzulegen und einen Neubau aufzuführen. Hierzu wird sie sich aber sehr schwer entschließen können. te. Butzbach, 17. Cept. Die Leiche deS Hauptmanns Moliöre von der Leibkompagnie des hier garniso- nierenben 5. Grobherzoglich Hessischen Jnfanterie-ReglmenlS 168 wurde aus dem Vlanövergelände durch den Feldwebel der Kompagnie und einen Gefreiten am 15. September nach Gießen überführt, wo die Witwe des Verstorbenen, die zwei Kinder und sein Schwager sie in Empfang nahmen. Von Gießen wurde die Leiche nach Königsberg m Preußen überführt, wo die Beisetzung in seinem HeimatSorte m der Nähe von Königsberg erfolgt. Starkenburg und Rheinhessen. R.-B. Darmstadt, 17. Septbr. Großherzogin Eleon oreS Geburtstage fest. TaS GroßherzogSpaar verbrachte den Tag in WolfSgarten. Nachmittags fand ein Festmahl statt. Abends ging im Hoftheater als Gala-Vorstellung neu einstudiert GounodS »Romeo und Julia in Szene. Das Großherzogspaar erschien in Begleitung des Erbprinzen zu SolmS-HohensolmS-Lich. Oberbürgermeister Tr. Gläfsing brachte ein Hoch auf die LandeSfürstin aus, in Ja3 da3 Publikum degeuiert emfnmmte. Tie Aufführung deS Gounod'schen Werkes verlies, von Hofkapellmeiffer de Haai' liebevoll geleitet und durch Oderregiffeur valdeck, namentlich im ersten Akte, glänzend inszeniert, sehr schön. m Offenbach a. M, 17 Sept Tic Höchftae schwindigkeit der elektrischen Straßenbahn, Die bisher 2-> Kilometer pro Smnde betrug, soll jetzt, wie cs bereits m Frankfurt der Fall ist, bis auf die Mazimalge schwindigkeit von 30 Kilometer in der Stunde erhöht worden. Kreis Wetzlar. r. Wetzlar,!^ Sept. Heult bcglnnen für sämtliche Landschulen des Krcu'es Wetzlar die merwöltzentlichen v c r b fl - freien Außer den wenigen ftbulfraen Tagen um 'Stibnada.n, Ostern und Pfingsten, gibt es jetzt nur noch Heu- und Kartoffel - ferien. Hessen-Nassau. V Marburg, 16. Sept. Ter Direktor der chirurgischen Klinik, Geh. Medizinalrat Professor Tr Friedrich, hat den an ihn ergangenen Stuf an die Universität Königsberg angenommen. )( Treisa, 16. Sept. Ter in der Nacht aus Sonntag um 2 Uhr von Gießen nach Gerstungen abgehende Güter- zug fuhr im hiesigen Bahnkof in em mit Wagen besetzte: Gleis, wobei c8 zu einem Zusammrnstoß kam. Außer dem Lokomotivteiider entgleisten eme Anzahl Wogen, die teils mehr, teils weniger beschädigt wurden. Einige Zug- beamten erlitten geringfügige Verletzungen. Glücklicherweise ivar der Güterzug nur mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren, so daß der Unfall noch verhältnismäßig günstig ablief. W. Wiesbaden, 18. Sept. Ter Direktor her Siemens Schuckerttverke und Siemens u. Halske-Gesellschaft, Geb. Baurat Schwieger, als Pionier der elektrischen Baynbauten weit bekannt, ist gestern in Wiesbaden im Alter von 66 Jahren plötzlich an Herzschlag gestorben. — Frankfurt a. M., 17. Sept. Ter 8. Vertretertag des. Zentraloerbanocsdcuiicher Tonkünstler und deutscherTonkünstlervereine fand am 16. und 17. Scp icmber biet statt Nach Eröffnung durch den Vorsitzenden Kapellmeister Göttmann (Berlin) bearüistc Stadlrat Meckbach die Per- tret er namens der Stadt. Aus dem Jahresbericht des Vor fitzenden geht hervor, daß der verband aui eine sehr günstige Entwicklung zurückblicken kann. Seine Wünsche und Ziele sind z. T. in Erfüllung gegangen, z. T. auf dem Wese, sich zu verwirklichen Aus den veryaiidlungen hervorzuheben ist noch der Dortraa deS deren Rich. I. 2 i ch b e r g , Berlin, über eine einheitliche „P rü - fu ng darb nun g", die den lintrourf einer Musterprüfung bringt und in ihrer Form und Durchführung dem Musiklehrerstande eine luirfiidic Förderung, besonders in wlrkschafilicher Beziehung, ver- heißt und em daucriides Streben nach Weiterbildung gelbährieistet: sowie ein Vortrag des Herrn Tr. Cahn Franfturt a. M. über die geplante verilcherung der Privatangestell- t en. Ein großer Teil der Verhandlungen war der Ausstellung neuer Satzungen gewidmet. Tie Wahl ergab Wiederwahl deS bisherigen Vorstandes, Jtajjcllmeiuer Göttmann (Berlin- Vorsitzender: .stomponist rnichard I Eickberg (Berlin) Schriftführer: Stjnw. Eduard Behm (Berlins Schatzmeister. — ES folgte die Vertreter- Versammlung der Pensionsanstalt, in der eine erfreuliche Ent- ivialung durch den Vorsitzenden Kapellmeister Reckeiilin (Berlin) sestgestellt wurde. Cufijcbinabrt Frankfurt, 16. Sept. Heute morgen um 6.30 Uhr startete vom Truppenübungsplatz in Tarmstadl-Griesheim der Leutnant >2canzoni von Lichtenfels vom Lelbregiment Nr. 115 uuf dem dem Frankfurter Flugsportklub gehörigen Euler-Toppeldecker mit Leutnant v. Hiddessen als Passagier und Beobachter. Tie Flieger landeten um 6.55 Uhr glatt in Mainz. Die Flugmaschine ist dazu bestimmt, an den Korpsmanövern des 18. Armeekorps teilzunehmen. Cholera. Sofia, 16. Sept. Burgas ist für cholerafrei erklärt worden. In irgend einem anderen Ort Bulgariens hat sich kein Cholerafall ereignet. o n st a n t i n o p e l, 16. Sept. Im Laufe des gestrigen und des heutigen Tages sind hier 57 Erkrankungen an Cholera und 35 Todesfälle vorgekommen. Saloniki, 16. Sept. Seit gestern sind hier drei Eholerafälle vvrgekommen. Ein englischer Dampfer, an dessen Bord ein Albaner an Cholera gestorben war, durfte seine Reisenden nicht landen, sondern mußte zur Quarantäne nach Klazomene in Monastir fahren. Die Ulemas fahren fort, die :'.irohammedaner gegen die Äerzte aufzuhetzen. vermischtes. Eine Million unterschlagen. Bei der Wechsel- und Tiskontobank in Augsburg find um- »angreiche Unterschlagungen und Betrügereien ent- bedt worden. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um mehr a l s eine Million. Als Schuldiger wird der 31 jährige Kaufmann Friedrich Heyner bezeichnet, der die Siel- lang eines zweiten Direktors und Prokuristen bekleidete. H. hat die Flucht ergriffen und man vermutet, daß er versuchen wird, nach Amerika zu entkommen. Kleine Ca-eschronik. Eine folgenschwere Erplosion In Berlin brach auf dem Grundstück der Allgemeinen ClektnzitätSgesellschast in der Sickinqerstraße ein großer Schornstein »ufammen herabstüriende Teile töteten den Ingen,enr Wigand, den Monteur Werner und den '.'kbeiter $ u b I m e 0 e r. Ingenieur Spitzer von der Anhaltiichen Maschinenfabrik und Arbeiter Kubiak wurden schwer verletzt. Fünf Personen find leicht verletzt. Die Katastrophe ist darauf zurückzuiuhren. daß bei Aus- vr.'bierung einer Anlage, welche lur (rrieugun.i von Waflerstoffga» dienen soll, die Gase in den unfertigen Schornstein drangen und erplobierten Außer D* genannten Personen wurde der Monteur Wendisch schwer verletzt. Der in der Bahrenselder Feldmark stationierte Polizeisergeant Meika verletzte — wie angenommen wird, au* Unvorsichtigkeit — aut der Bahrenfelder Rennbahn mit seinem Dienst- reoolver den 2 toll mann Äio ubi u* schwer und tötete s ich durch Rcvolverschüsie in die Schläfe. Bon der holländischen Grenze wird gemeldet, daß unter den Nindviedbeständen eine unbekannte Krank- o erblinden. Auch unier den Pferden ist eine Seuche ausgebrochen. Wie die „Schief. Ztg " meldet, brach in Bralin in der Nackt vom Freitag auf Snmstag im Haufe der Witwe Jo- cuski Feuer aus Das £)au6 brannte vollständig nieder Zwei Füfiliere des 38. Infanteile Regiments in Glatz, die im Hause cinauartiert waren und bereits ihre Schlafstelle aufgefutbt hatten, verbrannten In Syrakuse \Staat Neuyorf' rannte beim vorgestriger Wettrennen über 50 Meilen ein von Lee 01 b f i c U> ge» steuerte- Automobil in einen Menschen Hausen hinein Sechs Personen wurden getötet und vierzehn verletzt. Der Fahrer blieb unversehrt. Die Staalsdruckerei in R i o de Janeiro ist vollständig niebergebrannt Handel. Die Ernte in Rußland Der Petersburger „Handels- und Industriezeituita" zufolge ist na di der Schlußichätzung de» Ernteertrages von :Hufdanb am Ende Augitst Wmkerroggen unbefriedi!7end- »chlecht in Orenburg, Uta, Siamara und Siaraioiu; unbefriedigend in Perm, Nifchni- nowgoraod, Pensa, Tongebiet, Stawropol und Teilen de- Kuban» gebiet-: gut in Polen und in den an Moskau angrenlenden Bezirken, teilweise in den nordwestlichen GomertiementS: Winter- weizen gut in Kiew, Polen und einem Teil Tschcrnigows, Kursk, Crcld. Sommerweizen unbefriedigend ichleckt in Ssimbirsk, Sfa- mara, einem Teil Orenburg» und Siaratows: unbefriedigend in Perm, Ufa Kasan, Penia, Woronesch, Tcngrbiet und Stawropol. Gerste und fcafer mittelmäßig; schlecht »n Sfamara, Orenburg, Sfaratow, Siünbirff, einem Lei! ftaian» und des Ikmgebietö; unbefriedigend in Perm, einem Test Äiatkao, Woronesch-, und PcnsaS: gut in Polen, den baltischen Provinzen, einem Teil Stawropols und in den rfli Moskau aigjicnjenben Bezirken. Außerdem ist Laser gut in den südwestlichen klnnrussifchen Gou- verncmcnts. In den übrigen Gouvernements ist die Ernte bei sämtlichen (Sctrcibeartcn befriedigend und mittel. Umtticher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wettcraiisiichten in Hessen am Dienstag, den ltz. Septbr. 1911. Trüb, leichte Niederschläge, Teuiperatiir wenig verändert. Letzte Nachrichten. Die Wiener Unruhen. Wien, 17. Sept. Ein Aufruf der sozial de»»« kra tisch en Parteileitung fordert unter vinweis, daß nach der ruhigen Arbeiterkundgevung disziplinlose Elemente bte Kämpfe mit der Polizei und dem Militär begonnen hätten, die Arbeiter auf, sich jeber weiter en Kundgebungzu enthalten und am Montag früh wie gewöhnlich die Arbeit aufzunehmen. Ein französischer Dureaukrat. Paris, 18. Sept. Der Großkanzler der Ehrenlegion weigerte sich, den Erlaß zu unterzeichnen, durch den der vorgestern verstorbene Luftschiffer N l e n p o r t zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde. Er begründete feine Weigerung damit, daß Nienvort schon tot war, als ihm der Kriegsminister das Kreuz der Ehrenlcgwn anheftete. Französische Eozialdemokralen. Baris, 18. Sept Bei Bussang (Vogesen) fand unter freiem Himmel eine Versammlung französischer und elsässischer Sozialdemokraten statt, in bet gegen die Krieg-Hetzereien Einspruch erhoben wurde. Tie avarchiftischeil Versuche in Spanien. Madrid, 18. Sevt Tie Sicherheitsbehörden von Seite* Iona entdeckten eine Bereinigung spanischer und ausländischer Anarchisten, bie einen Hauptausstand m Barcelona und daran anschließend eine Erhebung tn ganz Spanien Hervorrufen wollte. Mehrere beteiligte wurden verhaftet. Ter Aufruhr in Tzeschan. Tschungkieng, 17. Sept. Nach einer Meldung aui Tzefchau vom 16. Sept, haben die Aufrührer am Mittwoch 100 Mann Regierungstruppen aui einem Hinterbalt in der Nähe von Kientschau angefallen, vernichtet und T s ck e n g t a u erreicht, wo die Truppen die Bersolger lurüd» warfen und 100 von ihnen töteten. Tie Truvpengewannen am Donnerstag Kientschau wieder Ter Palast ist befestigt worden, während die umliegenden Gebäude zerstört sind. Tie Lage ist hoffnungsvoller. Kiew, 18. Sept Kaiser Nikolaus ist gestern abend mit dem Dampfschiff nach Tschernikow abgereist. Ich bin so nervös! Diesen Beizweiilungsruf hört man so oft und mit so trostloser Stimme aussroßen, als ob es gar fein Mittel gcacn dleicn allerdings sehr lästigen Zustand gäbe. Und doch haben die Forschungen auf dem Gebiet der Physiologie und der Nerven- lehre in den letzten Jahren den Weg gezeigt, wie man Nervosität und ihre Folgezustandc in verhältnismäßig kurzer Zeit beheben kann. Tie normale Funktion unseres Nervenavvaratcs, zu.welchem im weiteren Sinne auch Gehirn und Rückenmark gehören, ist abhängig von dem genügenden Borhandensein einer Lubstanz, die man Lecithin nennt. Was das Eiweiß für den MuSkel, ist das Lecithin für den Nerv. Bei ungenügender Eiweißzuiuhr erschlafft und degeneriert der Muskel, bei Abnahme seines LecUhm- gehallcs wird das Nervensvstem außerstande gesetzt, feine lebenswichtigen Funktionen zu erfüllen. Eine ganze Reihe schwerer Erkranlangen des Körpers wie des Geistes sind aui eine Zerrüttung des Nervensystems, verursacht durch seine Bcrarmung an Lecithin, zurückzuiühren. Der Weg zur Abhllfe ist somit von selbst gegeben. 23 e r a ut n ä b r t, heilt gut, sagte der berühmte verstorbene Kliniker Pros. Dr. v. Leyden. Und so gilt es denn auch hier, den Nerven denjenigen Nährstoff wieder zuzuführen, dessen ne zu ihrer >ltamgung bcbürien. Wie die wisscmchaftlichen Arbeiten zahlrei^ec französischer und spater auch DeuDder Autoren ge^ zeigt haben, beivirtt Die Zufuhr von physiologisch reinem Lecithin einen sofort bemerkbaren außerordentlich gunnigen Einfluß aus das Bei hallen des gesamten Nervensystems. Nervöse Schmerzen verschwinden: Schivache und Energielosig^.t machen einem wohl- tuenden itraftgefübl, erneutem Lebensmut Platz. tUrs, die Wandlung ist eine so augenfällige, roje sie etwa entlieht, wenn em durch hunger Entlraftcter vlötzlW durch eine Irafiige t'xahlzcit gesättigt wird. Es liegen ja in Der Tat auch dieselben Berhall- niffe vor, Denn Das Lecithin, wie es im Biocitin enthalten ist, ist fein MeDikament, sondern ein aus dem Dotter des Hlchner- etes gewonnener N a h r n o f f, der die wertvolle Eigenschaft besitzt, speziell die Nerven, zu ernähren und ihren Bestand an Nervensubstanz zu vermehren Leider standen aber der allgemeinen Einführung des Lecithins in der ersten Zeit nahezu unüberwindliche Hindernisse entgegen, denn Die Verstellung dieses äußerst diifizilen SwsfeS war mit sehr großen Sinierigliiten und Kosten verbunden. Physiologisch reines, unzersetztes Lecithin war daher (wie übrigens auch heute noch) nur selten zu haben, und es mußte erst ein neues Verfahren gesunden werden, da- die Herstellung genügender Mengen dieser kostbaren 'Nervenfubstanz von physiologisch reiner, unzersetzter Beschafscnheit ermöglichte. Herrn Hofrat Professor Tr. Habermann und feinen Schülern ist die Lösung öicies wichtigen Problems gelungen, und unter Anwendung seines patentierten Verfahrens gelangt fett einiaen Jahren unter Dem Namen Biocitin ein Lecithinpräparat in den Handel, das sich wegen seiner reinen Beichasfenheit, ferner prompten, stets gleichmäßigen Wirkung, seines angenehmen Geschmacks und nicht zuletzt wegen feines verhallnismußig billigen Preises bie Gunst der Aerzte und des Publikums tm Flug erobert hat. Im Biocitin besitzen wir nunmehr ein Mittel, durch das wir umere Nerven in einer Weife kräftigen können, daß sie den schädigenden üuiilüffen des modernen Lebens, Den übermäßigen Anforderungen des Berufes, des Vergnügens usw. stand- 5alten können. «... , ... _ Die beispiellosen Erfolge des Biocitin hatten aber die Ent- stehung einer ganzen Neihe von zum Tell unglaublich plumpen Nachahmungen zur Folge. Jeder, der sich mit mehr oder weniger .meist allerdings mit iDenigcr, Recht dazu berufen fühlt, mengt ,ich heute selbst sein Lecithin-Praparatchen und preist es dann als billiger und womöglich auch noch sogar als belfer und kräftiger als das Biocitin an. ‘Audj einigen alteren Präparaten, die gar kein Lecithin enthalten und durch das Biocitin wissen'chaftlich längst überholl sind, wird neuerdmgs versucht, eine gleiche Wirkung zuzuschreiben. Man lasse sich daher nicht durch allgemeine Redensarten über Lecithin fangen, sondern achte daraus, ob es sich im gegebenen Fall wirklich um ein Lecithinprävarat handelt, und welche Menge und Qualität des Lecithins garantiert wird. Denn ebenso rote die Reinheit ist auch die v e r f u n f t deS Lecithin nicht aleicbgülng. So ist beispielsweise Pstanzen-Lecilhin dem Eiaelb-Lecithin, das nach Verfahren von Proses'or Tr. Habermann für Biocitin verwendet wird, durchaus nicht gleichwertig, roie ia auch schon der Name Lecithin oom griechischen Lekjrthos ----- Eidotter besagt, daß dieser Stoff naturgemäß aus dem Eidotter gewonnen werden soll Besondere Vorsicht ist manchen Lecithinpillen unbekannter Herkunft aegenuber erforderlich, denn hier ist bie Pillenform häufig auch zu dem Zwecke gewählt, um den schlechten Geschmack, das sicherste Zeichen unmnen, zerfetzt!-» Lecithins, zu verdecken. Tas sicherste bleibt daher, aut oie ver- ad'olgung von Biocitin zu bestehen und jtoen Versuch, etwas anderes aufzudrängen, energisch zurückzuwe 'en. Biocitin ist das erste und einzige Lecityinpraoarat, dac- nach dem von Hofrat Professor Dr. Habermann und 'einen Sdjjlcrn in jahrelangen versuchen herausgearbeitetcn vollkommensten Verfahren hergenelll wird. Biocitin ist daher o a 2 Lecuhinprärorat, das als xraitigungs» und Lunrischungsmütel der Nkriciifubstan» ernstlich überhaupt nur in Frage Lntmen kann. Besonder» zu empfehlen nt das Btocutn bei schwächlichen Kindern, bie in der Schule nicht reckt oorwänstomm.:-. S; .er ist die Wirkung eine doppelte eine allgemeine Ärä’f.guni : ä ganjen Körpers, Daneben aber auch eine Hebung der gi . . i Kräne, verursacht durch bie Vermehrung der Nervcmubstanz Lecithin in Gehirn und Nerven, Die butnj den Gcdi5 . r Biocitin berbeigeiübrt wird Eltern fchwaiolicher Mine et willen daher nicht verabsäumen, einen Versuch mit yiocitm jj macken Um sich von Geschmack und Betzö.nmlichkeit oc: Biocitin», dem iUDerläiiigiun Prütungsmtttel für Die Qualität d . l .uLme, selbst zu überzeugen, verlange mnn ungesäumt eine Grallsvrooe von Der Biocitin-Foorck -i b. £>., Zerlm 8. 17, (Cwye Kolonialwaren und Delikatessen 68 Diolen Zentrale: Frankfurt a. M - Telephon 186 §dntS»nmt|rübW^nU8 Magnet-Mehl W . Pfd. Pfg- Pfg- Pfg- M- Pfg- A>n L Schade&Füllgrabes Kaffee 20 16 extrafeines 00 Weizenmehl . . Paket geschützt. Pfg. Pfg. 2 Pfd. 36 40 50 60 70 50 IPsd. 23 25 30 35 45 30 Schnittbohnen, junge . . . Gemüse-Erbsen Junge Erbsen Junge mittelfeine Erbsen . 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D ^erschütt m MMend Ä 311 d- «ben Koi Ib» I der ie‘l neuel I inVlctmPiorQ I onb?bern9e I S' bercn Ter I ^atslebens I geitellte. ' i ff 'ä garantiert Salatol 9lnbeln für Suppen und Gemüse, Psd. 24 Pfg. do. prima Qualität .... „ 30 „ Eier-Rudeln ....... , 24 „ Brulh-Maccaroui..... . 24 . Stangen-Maccaroni, la. . . . , 30 „ in Paketen Marke „Hahn" u. „Schwalbe' ' „ 50 „ Bohnen, kleine weiße ..... Pfd. 18 Pfg. große gespaltene . . . „ 20 „ do. große ganze ..... „ 24 „ Linsen, gutkochend ...... ,, 20 „