Zweites Blatt Nr. U3 161. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. •y?ndi § 372 iit es nach Bestimmung brr obersten Verwaltung^. Aba. Hoch (Soz.)k um Täglich frische örge ber> gemachten CUiCC JICUK Vt.« W"11- Miniüerialdirektor Caspar seine Erklärung in aller § Vermögen Ser «Z ) gonntbomi > 1 iraermeisttrei. iling, Redaktion, Ervedition und Druckerei: vchuk- strahe 7. Grpebilion und Verlag: 51. Redakiiomr^llS. Tel.-AdruAnreigerDießen. Tie „6ie6eiier Zamilieadlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, dar „Kreisblatt für den Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschaftlichen Leitfragen" erscheinen monatlich zweimal. mb Deutscher Reichstag. 17 4. Sitzung, Sonnabend, den 13. Mal«' Wm Tische de» VundeSratS: Delbrück, Caspar. Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung 10 Uhr 15 Min. Degen der 50 000 Wanderarbeiter wollen Sie den 3 Millionen Sanbarixitcr r nicht da4 Wahlrecht geben? Herr Arnstadt sagt, die Landarbeiter, auch selbst die sorial^emokratiichen, wählten ja doch nick' sozialdemokratisch und bat sich als schlagende? Beispiel angeführt. Nun, dann geben Sie ibnen dock das Wablrechtl 91 her es ist eben nicht wahr. Sie wollen keine Wahl haben, weil dadurch die Sozialdemokraten Gelegenheit zur Agitation erhalten. 916g. Lehmann-Wiesbaden (Soz.): DaS Zentrum schweigt auf die zweimalige fßrobofalwn der Polen. ES schweigt, weil eS die Entrechtung der Arbeiter nicht begründen kann, weil eS weiß, wie jeder Dort seine außerordentlich prekäre Stellung nur noch verschlimmern must. Auch die Nationallibcralen reden nicht, und auch die Wirtschaftliche Vereinigung. Tie Rede des Herrn Arnstadt bat ein Bild gegeben von der Hilflosigkeit derer, die diese Bestimmungen vertreten müssen. (Ter Redner spricht wie der Abg. Hoch etlva eine halbe Stunde.) Abg. Molkenbuhr (Soz.) spricht als vierter Sozial. Demokrat. Nack einer Rede de-Z Abg. Korfanty (Pole) wiederholt Ministerialdirektor CaSpar seine Erklärung in aller Form: Eine Bestimmung wie die des § 3,3 ist für die verbündeten Regierungen Voraussetzung für die Einführung der landwirtschaftlichen Versicherung' u*i b damit der: ReichSversicherungs- ordnung^ Jubiläumstagung des deutschen Handelstages. ~ Heidelberg, 13. Hatte vormiüag 11 Uhr begann in brr Aula des neuen Kollcgicngebäudes am Ludwigsplatz die Festsitzung zum fünfzigjährigen Jubiläum des deutschen Handelstagcs. Der Grost- herzog Friedrich II. von Baden war kurz vor 11 Uhr erschienen imb wurde von dem zahlreichen Publikum lebhaft be^ grüßt. Der Präsident Ko empf gelencte ihn ut den Festsaal und iio6m dort das Wort zu einer kurzen Begrüßungsansprache. Er dankte dem Großhcrzog snr sein Erscheinen und für das In- terefsc, das er sowohl als auch sein Erlauchter Vater Friedrich I., dem deutschen Handel stets cntgegcnbrachtc. Ter Grotzherzog erwiderte: Indem ich für die Begrüßung herzlich danke, ist es mir ein Anliegen, Sie bei dieser Festsitzung zu begrüßen und Sie ht meinem Lande willkommen heißen zu dürfen. Ich denke mit großer Bewegung daran, daß hier vor 50 Jahren sich der erste deutsche Handelstag loni'rituicrt hat, und wie ernst mein seliger Baler den ersten, so heiße ich Sie heute nach 50 Jahren herzlich willkommen. Während dieser 50 Jahre hat sich eine wobl kaum geahnte Entwickelung auf dem Gebiete oes deutschen Handels vollzogen. Daß dies möglich wurde, verdanken wir der nationalen Einigung, die von den Teilnehmern der damaligen Tagung erhofft wurde. Vierzig Jahre lang können wir die Segnungen der nationalen Einigung gemeßen. In dieser Zeit konnten nm uns inner dem mächtigen Schüße des Reiches weiter entwickeln. Die heutige Generation, die nicht die großen Tage vor 40 Jahren mit erlebt hat, muß auf die großen Taten von damals hingewiesen werden. Möge auch in Zukunft das Reich auf den Bahnen einer günstigen Entwickelung sich bewegen. Das ist aber nur möglich, wenn jeder einzelne seine Wünsche der Allgemeinheit unterorbnet. Em Vorbild m dieser Beziehung ist uns der deutsche st-aifer, der allen Gebieten des öffenHidjcn Lebens und allen Bestrebungen gleiches Interesse entgegenbringt. Der Großhcrzog schloß mit einem stürmisch aufgenonnnenen Hoch auf flauer Wilhelm II. Hieraus verlas der Präsident Kaempf folgendes Antwort - tel egr am3t des Kaifersauf die gestrige Huldigungsdepejche: Dem deutschen H-mdelstage spreche für die freundliche Begrüßung Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen bebör>' zuläsiig. Ä a f i c n m i 11 e l für den Besuch von 8er- fnmmlunflcn zu i .rh'cnben, b-t den gesetzlichen Zwecken der Krankenversicherung dienen sollen. Die Sozialdemokraten beantragen, dies von b;r Bc' mmung der Aufsichtsbehörde unabhängig Montag, so. Mai Ml Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniverstlätS - Buch- und Eteindnickerei. R. Lange, Gießen. Arbeiter hinein. Dbg. Korfanty (Pole) fuhrt Beschwerde, daß polnische Aerzte! grundsätzlich von den Krankenkassen ausgeschlossen werden. *£i€ Sozialdemokratie nimmt nur Rücksicht.auf die Kasse, nicht auf die Arbeiter. Ter sozialdemokratische Standpunkt ist geradezu arbeiterfeindlich. Die Arbeiter müssen die freie Arztwahl haben. Für die Arbeiter eignet sich nur da- System der freien Arztwahl. Die Kommissionsbeschlüsse bleiben unverändert.^ Nach § 886 kann der Kassenvorstand durch die Satzung ermächtigt werden, wegen Arzneilieferungen mit Apothekern usw. Vorzugsbedingungen zu vereinbaren. Alle Apo- ihekenbesitzer und -Verwalter imBereiche derKasse können solchen Vereinbarungen beitreten. Abg. Schickert (Kons.) empfiehlt einen Kompromißantrag Schultz. Hier liegt eine gewisse Bevorzugung der einheimischen — Uso im Kassenbereicke wohnenden — Apotheker , und Drogisten gegenüber den auswärtigen vor. Ta aber für die an den Gren- jen des Kassenbezirkes wohnhaften Kassenmitglieder eine AuS- pahme nötig sein kann, so beantragen wir, daß das Versiche- ^ung-k-amt ermächtigt wird, Abweichungen in geeigneten Fallen zu gestatten. Abg. Geck (Soz.)' stimmt diesem Antrag zu und' fährt Klagt Wer die Preistreiberei der Apotheker. Es wird mit Apotheken geradezu spekuliert. Tie Hohenzollern-Apotbeke in Köln kostete zum Beispiel 1907 etwa 380 000 27?*., 1908 aber brachte sie schon 640 000 Mk. § 885 wird mit dem Kompromißantrag angenommen, Der § 836 Heißt unverändert. Damit ist der Abschnitt über das Verhältnis der Kassen 3V den Aerzten, Zahnärzten und Apothekern erledigt., SSeiterberatung: Montag 12 Uhr- Lckluß 4/. Mr. 2J. 17. £-1. ’ Achten ‘r^gen .^hülenp^- * m, » S8j j m Zwangti \ Pittmin soifE- üfung dcr nefci ■(beten yorber*.".-- g ben 12. 3» ■’ tlags 4 Uhr. r ' rrzoglichcn ■ jen—ßirnmer»1 unit PergUlch^l)liüi kläning bes Slrd ijjeS Mb aa( - - hreiberci b_e§ - T § zur Einsicht t l n niedkrgclcgt- . SliW-hmk! > IdlA-di---«" Abg. Hoch (Soz.): Tie Kommission ist in zweiter Lesung umgefallen und bat sich auf ein paar ganz nichtssagende Bestim- mutigen zurückgezogen. Wir haben stets scharf betont, daß die Koalitionsfreiheit der Aerzte nicht e>nge|chrankt werden soll. Aber besondere Vorrechte sollen sie nicht haben. Em Zug unglaublicher Bevormundung geht durch die KommissionS- beschlusse. Die Behörden können machen wa- sie wollen. Wir haben böse Erfahrungen mit ihnen gemacht. Wir kennen die rück- sichtslose preußische Bureaukratie. ES ist eine starke Zumutung, uns da? Oberversicherungsamt als Aufsichtsbehörde zu geben. Mit allen diesen Vorschriften wollen Sie die ärztliche ftürir'y nickten. DaS paßt ja in Ihr ganzes System der Entrechtung der Abg. Dr. Mugdan (Vp.): . In ter AuSgleichSlesung sind die Unstimmigkeiten zwischen Zentrum und Konservativen so gründlich beseitigt worden, daß . )as Zentrum alles tat waS die Konservativen wollten. E? ban- )elt sich auch um eine Entrechtung der landwirtschaftlichen Unter« lehmer. freilich nicht derjenigen, die in den Kreistagen das großo Wort führen, sondern der großen Masse der Kleinbauern and mittleren Bauern. Denen nehmen Sie durch die beiden Paragraphen das Recht, das der kleinste Handwerksmeister hat. Und der Ausschluß vom Wahlrecht wird noch unerhörter, als ja der Großgrundbesitzer in der Lage ist, sich eine Betriebskranken- kasse zu begründen, wenn er auch nur in der Saison 60 Versicherte beschäftigt, und daß er in der Lage ist, überhaupt seine ganzen Arbeiter der VersicherungSpslicht zu , entziehen und bei sich zu versichern. Diese Großgrundbesitzer spielen im Osten in den Kreistagen die Hauptrolle, und so wird die unerhörte e • itimmung getroffen, daß für die Landkassen Personen wah- len, die wahrscheinlich mit den Kassen selbst gar nichts zu tun haben. In diesem Paragraphen swcken die schlimmsten B e • ftimntungen der ganzen Vorlage. Es ist eine Entrechtung der Arbeiter und der Arbeitgeber. Damit schließt die Diskussion. Abg. 5-cfltcr (Vp.) versucht eine persönliche Bemerkung zu machen. DaS Zentrum und die Rechte lassen ihn nicht zu Worte kommen. Abg. Fegter strengt seine Stimme zu den, höchsten Schrei tön en an, aber die Mehrheit tut das gleiche und icbe5 sei- ner Worte ertrinkt in dem hallenden Getöse. In der namentlichen Abstimmung wird § 343 mit 170 regen 103 Stimmen, § 349 mit 179 gegen 96 Stimmen, in leiden Fällen bei 4 Enthaltungen angenommen. Mit der Volks- Partei, den Sozialdemokraten und den Polen gibt auch der Abg. Thoma und einige andere Nationalliberale rote Neinzettel ab; die blauen Enthaltungszettel sind anscheinend von oberschlesnchen ZentrumSabgeordneten abgegeben. Tie Verhandlung über die Landkassen Bai 8K Stunden ge. bauert. Es folgt § 345, bet die Dahl der Beisitzer bei den Ortskrankenkassen regelt. Das Stimmrecht der einzelnen Arbeitgeber bemißt ch nach der Zahl ihrer versiche- cungSpflichtigen Beschäftigten; die Satzung kann ei ibftufen und eine Höchstzahl vorschreiben. Abg. Busold (Soz.) begründet den CtreichungSantrag der Sozialdemokraten. Dies ist eine schmachvolle Entrechtung des Handwerks. Vizepräsident Dr. Spahn ruft den Redner zur Ordnung. Abg. Busold (Soz.): Ich bin selbst Handwerker. Das Klein- Handwerk darf den Großbetrieben die qualifizierten Arbeiter aus- bilden, aber beim Wahlrecht wird es durch die Mittelstands- Parteien unterdrückt. Das Stimmrecht richtet sich nach dem Geld- sack. Tie fachliche Ausbildung kommt, nicht in Betracht. Wir werden bei den nächsten Wahlen dafür sorgen, daß diese Behandlung den Handwerkern zum Bewußtsein kommt. Der Antrag wird ohne weitere Erörterung abgelehnk. Die sozialdemokratischen Anträge auf Streichung des Bor- sitzeZ dcS Arbeitgebers oder seines Stellvertreters in der Ge- triebskrankenkasse (zu 8 851, Redner Abg. v. Molken- buhr, Soz.), auf Gewährung des Wahlrechts auch an die frei- willigen Mitglieder der Betriebskrankenkassen (zu § 853, Redner Abg. Sachse, Soz.), auf Beseitigung der geltenden Bestimmungen über die Bestellung deS Vorsitzenden bei den JnnungS- krankenkassen (zu § 354, Redner Abg. Schmidt- Berlin, Soz.), werden abgelehnt. AIS 8 354 r beantragen die Sozialdemokraten, paß Arbeitervertretern in den Detriebskrankenkassen bis zum Ablauf ihrer Wahlperiode durch den Arbeitgeber nur aus einem wisttigen Grunde gekündigt werden könne. Abg. Emmel (Soz.) begründet ben Antrag mij dem Verlangen nach einer Sicherung gegen Maßregelung. 5>rg 1 Äl issraM'M' UW ’gs. k6: ooaer, po„ ‘ $u machen. Abg. Büchner lSoz.' begründet da» und geht auf die Debatten |bcr letzten Tage ein. sprickt von einem Verrat her A r- Lciteröertreter de« Zentrum« und von einer schnöden Entrechtung der Landarbeiter. Vizepräsident Sckultz erteilt dem Redner scharfe Rügen. Der Abschnitt über die Verwaltung der Kastenmittel wird erledigt. Bei 8 376 wird ein K 0 m p r 0 m i ß a n 1 r a g C ch u l tz angenommen, wonach unter den von den Kassen dem Versicherung-amt einzureichenden Nachweisungen durch eine andere Raffung der Kommissionsbeschlüsse u. a. mitzuteilen ist, die Zahl für die Kassen tätigen Aerzte, Svczialärzte, Zahnärzte, Zahntechniker, Apo- Ihekerbcsitzer-Verwaltec und anderen solchen Personen, welche Arzneimittel fei Ib alt en. _ (Im KommissionSbeschluß jhieß es: und anderen Arzneimittelhändlern.) Mit § 377 beginnt der Abschnitt über da« DerhnltmS der Krankenkasse zu den Aerzten.' Die Kommission bat in zweiter Lesung die nach sehr schsvle« rlgen und umfiänblidien Verhandlungen in erster Lesung getroffene Regelung fallen lassen und in wenigen Paragraphen Kompromißbestimmungcn beschlossen zwischen dem Standpunkt der Vertreter der freien Arztwahl und dem Kassen- itandpunkt. In der AuSgleickSlesung wurde daran nichts mehr ge- ändert. Jetzt liegt zn diesem Abschnitt nur ein Antrag der •Bolen vor auf Abänderung deS 8 378. Dieser lautet nach dem KommissionSbeschluß: Tie Beziehungen zwischen Krankenkassen und Aerzten werden durch schriftlichen Vertrag geregelt; die Bezahlung anderer Aerzte kann, von dringenden Fällen abgefeben, abgelehnt werden. Der polnische Antrag will, daß nur ein wichtiger Grund zur Ablehnung führen kann, der weder religiöser noch politischer Natur sein darf. Wrst-ÄnlLtzt € I ie§ uonbtir ffYji | parg ut prima Cuehu Üe anbeten Gew >u den biü^iier. G12. Neuen S i Aba. Dr. Votthoff (Vp.) befürwortet ben Antrag dringend. Hier handelt eS sich nicht um' Parteipolitik, sondern um Schuh der Arbeitervertreter in der Ausübung ihres Amte?. Ter Redner erinnert das Zentrum an feine Zustimmung zu einer entsprechenden Bestimmung für die SichervmlSmänner in den preußischen Bergwerken und nimmt tveiier Bezug auf die auf nationalliberalen Antrag beschlossene viel weiter gebende Bestimmung für bje Arheilergusschüsse in den staatlichen Betrieben. Berichterstatter Abg. Horn-Rruß (Natl.) t Die Kommistione- Mehrheit bat den Vergleich mit den Sich-rheitSmännern nicht für rtid^altig gehalten, weil diese polizeiliche Funktsimen auszuiLen haben. Der Antrag wird' abgelehnt. Als 8 355 beantragen die Sozialdemokrateni Ter Kassen« Vorstand (bei Kaffen aller Art) ist verpflichtet, den Gewerbe- aufsichtsbeamten auf Verlangen Auskunft über Zahl und Art der Erkrankungen zu erteilen. Ein Kompromißantrag Schultz fügt diesem Anträge der Sozialdemokraten hinzu: Die oberste Verwaltungsbehörde kann hierüber Näheres bestimmen. Abg. Severing '(^°a) begründet ben Antrag und stimmt b-m Zusatz zu. Abg. Schickert '(Kons.)'k Dir können dafür mit dem Zu'atz stimmen. Eine gewisse Regelung durch die oberste Derwaltungs- behörd- halten wir allerdings für notwendig, schon damit der statistische Eifer nicht zu weit führt. Der Antrag der Sozialdemokraten wird' mit dem Zusatz angenommen. Bei § 358 (Funktionen des Ausschusses)' wird ein vom Abg. Kuntze (Soz.) begründeter Antrag aSgelegnt. Die folgenden Paragraphen bis § 871a find schon gestern erledigt worden. -S-k ; Ibcne rcw Vorbe^ getiteigerung ° > tn'inÄ> wählt. Nach § 849 wählt diese auch die Beisitzer. Wo im Bezirk eines Versicherungsamts nur Stadt- und Landgemeinden und kein Gutsbezirk in Frage kommt, kann das Wahlrecht bezüglich bei Beisitzer den Vertretungen der einzelnen Gemeinden übertragen werden. Die Sozialdemokraten, die Volkspartei und die Polen beantragen die Streichung der §§ 343 und 349. Ein Eventualantrag der Polen will die Wahl des Vorstandes dem Ausschuß übertragen. Abg. Fegter (Vv.): Vorstand und Beisitzer sollen hier noch den KommissionSq beschlüssen ohne Mitwirkung und Einfluß der Versicherten bestellt werden. Die KreiSauSschnsse und Kreistage sind saft durchweg eine Vertretung deS Großgrundbesitzes und hie und da auch bet großen Gewerbetreibenben; bet Bauern- und bet Arbeiterstand sind darin nicht vertreten. In den Gemeindevertretungen sitzen auch nicht dir Versicherten. Die drei Millionen Staatsbürger auf dem Lande, die man notgedrungen in die Versicherung einbezieht, srllen also entrechtet werden, ein Ausnahmegesetz gegen die Landarbeiter. In der Kommission hat die Rechte von diesen Bestimmungen ihre Zustimmung zur yanzen Versicherungö- oibnung abhängig gemacht, genau so wie beim Hasenschaden, und die Regierung fühlt sich als Vertreter der privilegierten Minder- heit. Nicht wir sind die Schrittmacher und Vorfrucht der Sozialdemokratie, sondern Sie. lleberlegcn Sie eS sich noch bis zur dritten Lesung, Abg. Stückle» (Soz.) ieekämpft die Kommissionsbeschlüsse mit noch schärferen Ausführungen. Die ganzen Landkassen sind ein Hohn auf die Kranken- Versicherung; es ist eine verschlechterte Armenpflege zur Ent- laftung der Besitzenden, ein Ausnahmegesetz in deS Wortes verwegenster Bedeutung. Weshalb sagen Sie Wahl? sagen Sie doch Ernennung durch den Landrat, das wäre kurz, einfach und ehrlich. Tie Landarbeiter werden Ihnen bei den nächsten Wahlen die Quittung geben. Ihr Hauptmotiv steht ia in der Begründung: man will die politische Aufklärung verhindern, man will die Sozialdemokraten nicht aufs Land. Lehnen Sie unsere Anträge ob, so ist das nut ein weiterer Beweis politischer Heuchelei. Präs. Graf Schwerin-Löwitz rügt diesen Ausdruck. I Geheimrat Lvielhagcn erklärt, daß als Wablorgan nicht die ^AreiSauSschüssc, sondern die Kreistage gemeint sind. Abg. Kulcrski (Pole) spricht im Sinne von Fegter und Stücklen und siebt in den Bestimmungen eins der schlimmsten Ausnahmegesetze gegen die Polen; eS geht nicht nur gegen die polnischen Arbeiter, sondern auch gegen die polnischen Arbeitgeber. DaS sollte sich da- Zentrum überlegen. Sie binden unS an Händen und Füßen und werfen uns dem Moloch der bakatistischen Bureaukratie zuw Fräße vor. Und e5 wird ein Ausnahmegesetz gegen das ganz, katholische Element in unseren Landesteilen. Zu 00 Prozeni katholische Streife haben einen protestantischen Kreistag. Von Ihnen, meine Herren vom Zentrum, hängt es jetzt ob. Berufen Sie sich nicht auf die Freundschaft mit den Kon- servativen. die eS nicht wollen; das ist nicht Freundschaft, das ist Abhängigkeit. Als beim DereinSgesetz die Freisinnigen erklärten, wegen des Sprachenparagraphen könnten sie dies Werk des BülowblockS nicht fallen lassen, da haben Sie, meine Herren im Zentrum, das verurteilt. Hier handelt eS sich um etwa» ähnliches. Sie haben für uns Worie, aber keine Taten. Sie dürfen diese Sacke nicht macken. Noch in elfter Stunde: lieberlegen Sie sich d'e Sache. Wenn S i e nur fest bleiben* die Regierung gibt bann schon nach. Direktor im Reichsmnt des Innern Gaspar: Mit allem Nachbruck lege ich Verwahrung ein gegen die Behauptung, daß es sich um eine Entrechtung und ein Ausnahmegesetz handele. Im Gegenteil handelt es sich um eine Verbesserung bet Lage der Landarbeiter; und ich habe im ausdrücklichen Auftrage deS Staatssekretärs zu erklären, daß für die ver- bünbeten Regierungen die Aufrechterhaltung des § 343 eine unerläßliche Voraussetzung für b i c Einführung der landwirtschaftlichen Stranlcnüer« Sicherung überhaupt ist. Uebrigcns wirb die sächsische Regierung höchstwahrscheinlich von der ihr im § 349 gegebenen Befugnis Gebrauch machen. Abg. Arnstadt (Koils.)k Nack ben Erklärungen des Regierungsvertreters kann ich ml5 zur Begründung unseres Verhaltens kurz fassen. Zu ben Lmid- kaffen gehören die Landarbeiter, das Gesinde, die Wanderbetriebe, die Hausgewerbetreibenden und die unständig Beschäftigten. ES wird immer nur eine beschränkte Anzahl ihr Wahlrecht aiivfibcn können. Die Dienstboten können nicht abkommen, ihrem Wahlrecht zu genügen. (Gelächter links.) Auch die räumliche Entfernung spricht sehr gewichtig mit. Unsere landwirtschaftlichen Arbeitet legen auch wirklich wenig Wert auf dasWahlrecht, ^Großes Gelächter links. Zuruf des Abg. Fegter.) Wir vertreten die Landarbeiterintereffen mindestens so gut wie Sie, Herr Fegter! (Beifall rechts.) Ich protestiere mit aller Entschiedenheit dagegen, daß wir die landwirtschaftlichen Arbeiter zu Arbeitern zweite^ Klasse degradieren lassen. Was nützt denn überhaupt den Landarbeitern ein Wahlrecht (Große Heiterkeit links.), dessen praN tischen Ausführungen soviel im Wege steht? Wer wählt? Ein paar Dutzend von gewisser Seite,beeinflußter Arbeitdr, die nach politischen Grundsätzen wählen würden, und für eine solche Vertretung danken unsere Arbeiter. Denn was ist das Ziel der Sozialdemokratie? (Aba! b. d. Soz.) Sie wollen nur festen Fuß auf dem Lande fassen, was ihnen bish'.r nicht gelungen ist» (Lacken und Widerspruch der Soz.) Unsere ländlichen Arbeiteo sind Gott sei Dank monarchisch gesinnt. Unsere Arbeiter wiffen sehr wohl, wo ihre Freunde sind. (Lachen links.) Ich | bin von allen Landarl»citern in memem Orte gewählt, auch von len sozialdemokratisch organisierten. (Hohngeläckter der Soz.) Bur Krankenkasse würden sie ebenso wählen. (Gelächter links. Die Sozialdemokraten verhöhnen den vom Rednerpult abtretenden Abg. Arnstadt, waö entrüstete Kundgebungen auf der Rechten Hervorruft.) *««a. 'ur Nttüufc "chböjchung - ’b sind m zu l<0 M , 120 1 , 96 ’ , 400 , M auf btm wohin qu4 s ’i d« I. obtnl; j te Radis »sorgen alle* 16 ypDcnw«;: schlossen. Das Festmahl in der Stadthalle. laus Anlätz der 50. Tagung Meinen r»ärmsten Dank aus' imbi wünsche eine günstige Weiterentwickelung des deutschen Handels. Die Verlesung des Telegramms wurde mit großem Beifall Mitgenommen. Dann trat der Reichskanzler von Bcthmann-Hollweg vor -und hielt folgende kurze Ansprache: Im Namen des Bundesrats, der Reichsregierüng Und des Preußischen Staatsministeriums überbringe ich dem Deutschen Handelstage zu seinem heutigen Feste aufrichtigen Glückwunsch. In die Tage größten idealen und materiellen Aufschwungs, den fünfer Vaterland je erlebte, siel die Jugend des Deutschen Handelstages. Sein Gründungsjahr mar dasselbe Jahr, in dem Wilhelm I. den preußischen Königsthron bestieg — König Wilhelm, in dem 10 Jahre später der Herrscher dieses blühenden Landes, Badens unvergeßlicher Großherzog Friedrich als Wortführer der deutschen Fürsten und freien Städte zum ersten Male den deutschen Kaiser, den Gründer des Reiches grüßte. Nicht Ungenutzt haben die im Deutschen Handelstage vereinten Berufsstände die Gunst des Schicksals gelassen, sondern in rastloser Arbeit initgewirkt tint Aufstieg unserer Nation. Vermessen wäre es zu erwarten, daß das Wachstum in den kommenden Jahrzehnten ebenso gcwaltigfortschreiten werde, wie in dem' abgelaufenen halben Jahrhundert. Bleibt aber den deutschen Männern die zielbewußte Beharrlichkeit, der weite Blick, die zuverlässige Redlichkeit und der kühne Wagemut, der bisher aufwärts leitete, dann wird der Wechsel der Zeiten nicht hindern, daß der deutsche Handelstag wie seinen heutigen, so auch dereinst seinen 100. Geburtstag in voller Manneskraft begeht. Das ist der Wunsch und die Hoffnung, mit der ich Sie, meine Herren, am heutigen Tage herzlich begrüße. Auch die Rede des Reichskanzlers wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die Festrede des Präsidenten. Hierauf nahm der Präsident des- Handelstages Stadtältester Kaempf das Wort zur Festrede, in der er ausführte: Der ineite Weg, den die Entwickelung von Deutschlands Gewerbe und Handel genommen hat, wird erst deutlich, wenn man sich an die Zustände erinnert, die noch int Jahre 1861 bestanden haben. Die Masse und Münzen der einzelnen Staaten wichen in mannigfacher Weise voneinander ab, es bestanden nicht weniger als 31 Notenbanken und in Deutschland zirkulierten gegen 140 verschiedene Banknoten. Ebenso verworren war das Eisenbahn- tarifwesen. Mit umso freudigerer Genugtuung sind daher die Erfolge zu begrüßen, die auf diesen Gebieten durch die Einigung ,Deutschlands geschaffen worden. Gewerbe und Handel sind dadurch befähigt worden, den deutschen Bevölkerungszuwachs im Jnlande zu erhalten. Während im Jahre 1861 nur 35 Proz. der Bevölkerung in Handel, Gewerbe und Verkehr tätig waren, waren es 1907 über 56 Proz. In hervorragender Weise hat dazu das deutsche Schulwesen, namentlich auch das kaufmännische und gewerbliche Fortbildungsschulwesen beigetragen. Parallel mit der industriellen Entwickelung geht die des Handels, der nicht minder produktiv gewirkt hat. Neben dem Binnenhandel hat die veränderte wirtschaftliche Stellung Deutschlands den internationalen Handel entstehen lassen, dessen Bedeutung für die Besserung unserer Zahlungsbilanz Noch unterschätzt wird. Seine Grundlagen sind unsere langfristigen Handelsverträge und unsere bewährte Goldwährung, das Paladium des Kredites Deutschlands als handeltreibender Nation. .Unsere Banken und Bankiers haben die Mittel der Nation gesammelt und in wirkungsvoller Weise Gewerbe und Handel zugeführt. Die große Bedeutung unserer Börsen hierfür wie für den internationalen Handel wird leider noch vielfach verkannt. Auch der Warenhandel sah sich durch die technischen Umwälzungen und die Massenhaftigkeit der Gütererzeugung vor neue Aufgaben gestellt. Der Großhandel wie der Kleinhandel haben diese AufgÄen gelöst. Der deutsche „königliches Kaufmann hat im Jnlande so gut wie im Auslande für den Absatz des deutschen Gewerbefleißes gesorgt, er hat sich als würdiger Nachfolger der stolzen Kaufleute der alten Hanse gezeigt. Auch der Kleinhandel, dem' freilich starke Krisen nicht erspart blieben, braucht heute den Vergleich mit dem Auslande nicht zu scheuen. Nicht minder glänzend mar die Entwickelung des Transportgewerbes und der Binnen- und Seeschiffahrt. 1860 verfügten wir über 155 Dampfer von kaum 100 000 T., heute hoben unsere Handelsdampfer 4 Mill. T. Fassungsraum. Bezeichnend für den wirtschaftlichen Aufschwung ist es, daß der Verbrauch von Kohle pro Kopf der Bevölkerung sijch 'im den letzten 50 Jahren verfünffacht, der von Eisen sogar verzehnfacht hat. Unsere soziale Gesetzgebung ist vorbildlich geworden für alle Nationen. Deutschlands Handel und Gewerbe vertraut auch auf die "Zukunft. Sie wissen, daß ihnen Sorgen und Schwierigkeiten nicht erspart bleiben werden und daß es angestrengter .Arbeit bedürfen wird, um ihrer Herr zu werden. Aber wie das Reich die schlummernden Kräfte der Nation geweckt hat, so mögen diese Kräfte weiter wirken zum Segen für die Gesamtheit unseres Volkes. (Lebhafter Beifall.) Es folgte die Festrede des.Generalsekretärs Dr. Soetbeer über „Der deutsche Handel während der 50 Jahre seines Bestehens. Mit den Ansprachen von Vertretern befreundetelr Korporationen, des Prorektors der Universität usw. war die Tagesordnung erschöpft und die Festsitzung und zugleich die Vollversammlung des deutschen Handelstages wurde vom Vorsitzenden ge- Arrs Stadt Land. Gießen 15. Mai 1911. ** Die h es fische Literarische Sachverstän- digenkammer besteht nun schon 10 Jahre und heute noch weiß kaum ein Schriftsteller oder Journalist, Wo diese gesetzliche Einrichtung eigentlich ihren Sitz hat. Auch die Juristen, denen die Kammer Auskünfte erteilen soll, wissen nicht, wohin sie sich gegebenenfalles zu wenden hatten, die Kammer besteht durchaus im Verborgenen, sie ist arnh kaum schon in Anspruch genommen worden. Jetzt macht sie dadurch von sich reden, daß die badischen und württem- bergischen Journalisten und Schriftsteller sich bei ihrem Justizministerien beschwert haben, weil unter den elf Mitgliedern, die der Literarischen Sachverständigen-Kammer für Württemberg, Baden und Hessen, mit dem Sitz in Stuttgart, angehören, kein einziger Redakteur oder Schriftsteller ist. Die Ministerien von Baden und Württemberg haben sich auf die Beschwerden bereits geäußert, sie erkennen die Berechtigung des ausgesprochenen Wunsches an, daß auch Presse- und Schriftstellerwelt in der Kammer vertreten sein sollen, und sobald Stellen frei werden, will man der Anregung nachgehen. Das hessische Justizministerium ist von Württemberg aus verständigt worden und es ist nun an den hessischen Schriftstellern, sich um die Sache zu kümmern. Die Lit. Sachverständigen-Kammer ist durch das Urheberrechtsgesetz eingesetzt und hat sich über Fragen des Schutzes Gerichten und sonstigen Behörden gegenüber auf Anruf zu äußern. Von den Kammern aller Bundesstaaten hat sich bis jetzt nur die preußische einen Namen gemacht und ihre in vielen Bänden gedruckt vorliegenden Gutachten zeigen, daß in den 10 Jahren nicht nur lehr fleißig gearbeitet worden ist, sondern auch nach allen Seiten der Grundsatz der Billigkeit und Gerechtigkeit gewahrt wurde. ** Fü r h es sisch e Assessoren. Es bietet sich die Möglichkeit, im Herbst d. I. einen (!) hessischen Assessor zur .Ausbildung im Dienste der Hessis.ch- Kreis. Schotten. § Vom Vogelsberge, 12. Mai. In vollem Umfange ist jetzt der Frühling im Gebirge eingezogen. Sie Wälder, bis auf die des „Oberwaldes", die aber bald fofgeit p werden, sind in neues Grün gehüllt. Die Kirschbäume hab:» größtenteils schon abgeblüht, in voller Blütenpracht stete» noch in den Tälern die Kernobstbäume. Die Wiesen lafic-i im GraSansatze noch zu wünschen übrig, da der warme Mairegen bis jetzt gefehlt. Viel Korn- und Weizenäcker mußten umgepflügt und neu bestellt werden. — Schlechte Aussicht eröffnen sich für die am 1. d. M. aufgegangene Reh jagfc Viele Tiere sind an einer Seuche und den Folgen des schliee- reichen Winters, an Nahrungsmangel, eingegangen. — £« erste Hasensatz scheint gut davongekommen zu sein. Gin bedeutender Maikäferflug scheint sich einstellen zu wollen. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 14. Mai. Die inneren Arbeiten an den Schloßgebäuden werden noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Gegenwärtig ist man mit der Anlegmg eines neuen Ziergartens beschäftigt. Der Garten iß beinahe vollendet und steht in Verbindung mit dem großen Schloßhofe wie auch mit dem eigentlichen Schloßpark. l. Butzbach, 13. Mai. Aus her Gem einderat^ sitzung vom 12. Mai. Die Wirtschafts Pläne über dcc Stadt- und Hospitalwald für 1912 wurden geneh' . migt. Ueber den Umguß der großen Glocke wurden von verschiedenen Firmen Offerten vorgelegt. Da einMr Herren für Verkauf der alten Glocken und Anschaffung nerui Gußstahlglocken stimmten, fand eine längere Aussprache stall weil die übrigen Herren der Ansicht mären, daß man aib Pietät die alten Glocken behalten solle. Hiergegen wurde» von den Gegnern Bedenken geäußert, weil die andew Glocken ebenfalls alt seien und es mit diesen geradeso W- mit der großen Glocke gehen könnte, während man ber M schafsung neuer Gußstahlglocken ein schöneres Geläute W und man dieser Gefahr sobald nicht ausgesetzt sei. HteM wurde der Antrag gestellt, der Firma Rinker in. ©nj den Umguß der Glocke zu übertragen. Bei der Adsttmwuh stimmten sechs. dafür und, fünf dagegen, Msdünu W» Gegen 1/24 Uhr begann das Festmahl in dem großen Saale der Stadthalle. An der reich geschmückten Tafel saß Präsident Kaempf zwischen dem Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar rechts und dem Reichskanzler links. Der Großherzog war bereits nach der Feier in der Universitätsaula nach Schützingen .abgereift, um von dort abends nach Karlsruhe weiterzufahren. Zunächst ierhob sich Präsident Kaempf zu einer Tankesansprache. Er betonte, daß dies ein bedeutender Tag sei und führte weiter aus, die Aufgaben des Handels müssen darin gipfeln, daß die Sonderinteressen hinter der Allgemeinheit zurück st e h e n. Der Präsident brachte schließlich ein Hoch aus auf Kaiser und Reich. Die Rede des Reichskanzlers. Darm hielt der Reichskanzler v, Bethmann-Hollweg folgende Rede: Lassen Sie mich der Freude darüber Ausdrück geben, daß ich den heutigen, für den deutschen Handel so denkwürdigen Tag in Ihrer Mitte verbringen tarnt, in einer Stadt, in der uns Deutschlands Geschichte, sein schmerzlichstes Unglück, feine Schönheit und geistige Größe, sein leidenschaftliches Hoffen und Ringen um Einheit so lebendig ist; in einem Lande, dessen Fürstenhaus wir immer mit besonderer Verehrung nennen, wenn wir von unserer nationalen Einigung sprechen. Auf die Anfänge dieser Einigung führen uns alle Erinnerungen des heutigen Tages zurück. Ihr verehrter Herr Präsident hat in seiner Festrede die Verworrenheit der wirtschaftlichen Zustände geschildert, in ber der deutsche Kaufmann vor 50 Jahren bei jedem Schritt feinen Fuß verstrickte. Er hat gezeigt, wie aus der %ot unserer politischen Zerrissenheit das Bedürfnis zum Zusammenschluß des deutschen Handels, wie der Deutsche Handelstag erwuchs. Mit Stolz dürfen Sie sagen, daß die Geschichte des Deutschen Handelstages ein Stück der Geschichte unserer Einheit geworden ist, daß die Forderungen, die hier vor 50 Jahren von den Vätern des Handelstages ausgestellt wurden, das Gerüst waren, in das der Bau unseres Wirtschaftslebens hineinwuchs, nachdem uns die politische Einheit geschaffen war. Und doch wird nicht einer von den Männern, die den ersten deutschen .Handelstag einberiefen, die Entwicklung geahnt haben, die der deutsche Handel in diesen 50 Jahren genommen hat. Die Zahlen unserer .Handelsbewegung, die uns so nüchtern und selbstverständlich erscheinen, hätten jener Heidelberger Versammlung wie ein Märchen geklungen. Die Zeit lag ja noch nicht weit zurück, wo man die deutschen Kaufleute im .Ausland in Wilder Verachtung den Hühnern verglich« die in der Streu die 'Korner aufpickteii, die eble Werde aus der Krippe fallen ließen. Das Zaubermittel, durch daß das Märchen Wirklichkeit wurde, hieß Einigkeit. Nur weil zuerst dais Allgemeine sichergestellt wurde durch die gemeinsame begeisterte Arbeit aller Stände, so hat alles Einzelne auf festem Grund und in gesichertem Rahmen wachsen können. Die alten Probleme der wirtschaftlichen Einheit sind gelöst, neue sind an ihre Stelle getreten. Heute steht ber deutsche Kaufmann mitten in organisatorischen Aufgaben, von denen man vor 50 Jahren auch nicht einmal eine Vorstellung hatte. Mit tausend Fäden ist er in die Weltwirtschaft verkm'wft; den Gönnern früherer Zeiten steht er als gleichberechtigter Partner gegenüber; das Deutsche Reich ist eine Firma geworden, zu der man sich mit Stolz bekennt. (Lebhafter Beifall.) Und doch, meine Herren, die uns Deutschen so besonders sympathische Abneigung gegen den Racker von Staat ist, wenn ich nicht irre, auch aus einem Telle der Kaufmannschaft noch nicht gewichen. Der alte Gegensatz zwischen Individualismus und Staat wird immer noch durch die Bücher geschleppt, als ob der Posten noch unverändert validierte. (Heitcr- l'eit.) Im Wirklichkeit laufen die Interessen und Pflichten der Privatbetriebe so mit den Interessen und Pflichten des Staates ineinander, daß der Gegensatz, wo er konstruiert wird, ein gekünstelter ist. Kein privates Erwerbsgeschäft ist heutzutage noch reines Geschäft, es ist in gewissem Sinne zugleich Amt. (Sehr richtig.) In der Sorge für seinen Betrieb und für die in ihm tätigen Personen erfüllt der Landwirt so güt wie der Gewerb etreibende undder Kaufmann P stichst en gegenüber der Allgemeinheit, ohne die wir uns Unser heutiges staatliches Sehen nicht denken können. . Man kann da nicht mehr scheiden. Das Ansehen Deutschlands in der Welt ist dem deutschen Kaufmann in reichem Maße zu Gute gekommen. Aber wo bliebe das Ansehen des deutschen Namens im Auslande, wenn der deutsche Kaufmann da draußen es nicht verstünde, sein Ansehen hoch zu halten? (Zustimmung.) Wer ein privates Gut verwaltet, soll es heutzutage tun in Prokura der Allgemeinheit. (Bravo.) Darum können Staat und Privatwirtschaft nur gedeihen, wenn sie sich gegenseitig von dem gleichen Geiste burdjbringßn lassen. Man rühmt deutscher Swats-- auffassung, Pflichtbewutztsein und Rechtsgefühl als treibende Kräfte nach. Kaim unser Handel ohne diese Tugenden prosperieren, wäre er ohne sie zu seiner jetzigen Blüte gelangt? Und wiederum: Nüchternes Kalkulieren, Rechnen mit realen Größen, frei von allem Phrasentum und doch große Ziele im Auge — nur so kann der deutsche Kaufmann seinen Platz in der Welt erobern und behaupten. Kann unser Staatsleben unter anderer Flagge segeln? Und noch eins. Wirtschaftliches Leben ist ohne Egoismus Undenkbar. So auch das staatliche Leben, so auch das politische Leben der Parteien. Aber es gibt kurzsichtigen und weitsichtigen Ego ismus. Kein verständiger Kaufmann düntt sich zur Alleinherrschaft berufen, und ebensowenig gibt er um vereinzelten Augenblicken Profits willen notwendige Ver- bhtbungen und Beziehungen für die Zukunft preis. Solcher Geist, Blick auf das Ganze, nicht Haften am' Kleinen und Kleinlichen, weitherziges Erfassen alles Tüchtigen, sollte auch unser politisches Leben erfüllen. In diesem Sinne akzeptiere ich die aus Ihren Reihen so oft erhobene Forderung: Mehr kaufmännischer Geist in unsere öffentlichen Zustände. Die treuesten Wunsche für Sie und in Ihnen für unser Vaterland, fasse ich in den Ruf zusammen: Der Deutsche Handelstag Hoch, hoch, hoch! (Lebhalster, lang anhaltender Beifall.) Im weiteren Verlaufe hielt Kommerzienrat V o g e l-Chemnitz eine von Humor durchwehte Ansprache, in der er dem Reichskanzler und den übrigen Regierungsverttetern für ihr Erscheinen dankte. Der badische Finanzminister Rheinboldt erhob sich sofort zu einer Gegenansprache um für die freundliche Begrüßung auch durch den Vorredner zu danken. Er sprach des weiteren über die hohe Einschätzung des Handelstages durch die Regierung, die allen Verhandlungen mit dem größten Interesse folgte. Er toastete auf das Wohl des Präsidenten Kaempf. Nach dem badischen Finanzminister Rheinboldt toastete der erste Vizepräsident der Berliner Handelskammer Franz v. Mendelssohn auf die Vertreter der auswärttgen Handelskammern, indem er sich an den französischen Vertreter in seiner Landessprache, und an den englischen Vertreter in englischer Sprache wandte. Der Präsident ber Internationalen Handelskammervereinigung in Brüssel, Canon Legrand, ergriff hieraus das Wort, um zu betonen, daß die verschiedensten Länder Vettreter entsandt haben, er aber nicht nur als Vertreter Belgiens, sondern gleichzeitig auch als Vertreter des internationalen Komitees anwesend fei. . Im weiteren Verlaufe des FestmahG brachte« .Geheimrat Deußen einen Damentoast aus, der mit lebhaftem Beifall ausgenommen (wurde. Geheimer Kommerzienrat Andreae- Frankftirt a. M. betrat schließlich die Rednertribüne, um der Tätigkeit des Generalsekretärs Soetbeer eine besondere Würdigung zuteil werden zu lassen und ein Hoch auf ihn auszubringen. Um 1/2? Uhr löste sich die Festversammlung auf, um eine Wagen- sahrt nach der Sttstsmühle anzutreten. Um s/<9 Uhr findet Schloßbeleuchtung statt, die auch der Reichskanzler besichtigen will, der dann seine Wefterreise antreten wird. Später am Abend fand noch ein zwangloses Beisammensein in der Stadt- Halle statt. , Karlsruhe, 13. Mai. Dem „Staatsanzeiger zufolge hat der Großherzog dem Präsidenten des Deutschen Handelstages, Johannes K a em p f - Berlin, und dem Vorsitzenden der Handels^- fanrnter Breslau, Geheimen Kvmmerzienrat Eichborn-Breslau, das Großkreuz 2. Klasse des Ordens vom Zähringer Löweit verliehen. ___________________ Preußischen Eisen balfngemeinschaft einzrüe, rufen. Bewerbungen müssen bis spätestens zum 1. Juft bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Fina^ll Wirtschaft und Eisenbahnwesen, eingereicht werden. 9)1E; i düngen von Assessoren, die ein Dienstalter von drei hnti mehr Jahren haben, können in der Regel nicht berücksich^r tigt werden. ** Konzert-Verein. Wie man uns mitteilt, frnb die Vorbereitungen zu dem großen Chorkonzert rv» 31. Mai int Stadttheater, abgesehen von den Musikproben. L? als abgeschlossen zu betrachten. In Rücksicht auf die mit-31 wirkenden Kinder (Schüler und Schülerinnen des Gwn-m nasiums und der höheren und erweiterten Mädchenschule, Iz die unter Leitung des Herrn Musiklehrer Leopold Gelle; ihre wichtige Aufgabe zu lösen haben, ist der Anfang der Hauptprobe am 30. auf 61/4 Uhr, des Konzertes am 31. auf 7 Uhr abends gelegt. Den umfangreichen ber«^ bindenden Text hat Fräulein Ida Strack übernommen, er befindet sich also in den allerbesten Händen, am $xrrmo« nium wird unser geschätzter Organist der Stadtkirche Ottoil Görlach seines Amtes walten. Für das 1. Klavier, das . Wolf-Ferrari in seinem Werke als vollberechtigtes Solo, Instrument behandelt, ähnlich wie in Beethovens Chov Phantasie, ist Assessor Kurt Blumenau gewonnen worden. Das Ganze leitet Professor Trautmann, der gleichzeiüg als Mllwirkender zu betrachten ist, am 2. Klavier. Landkreis Gießen. r. Londorf, 12. Mai. Am vergangenen Mittwoch fand hier die erste Versammlung der Grundbesitzer behusz Einleitung der Feldbereinigung statt. Es wmdr einstimmig beschloßen, die Kosten durch 3 Proz. Masfen- gelände und den Rest durch Umlagen zu decken. Bei bet Wahl der Abschätzer erlangte keiner der Gewählten die etJ forderliche ^-Mehrheit, so daß Ernennung durch die Landeskommission erfolgen muß. Als Schiedsrichter wurden Bürger- meister Braun-Rüddingshausen und Hrch. Magel VI. daselbst gewählt. x Lich, 12. Mai. Einen erfreulichen wirtschaftlichen Aufschwung hat unsere Stadt in den letzter Jahren genommen. Das zeigt sich nicht nur an der bei bet letzten Volkszählung zu verzeichnenden beträchtlichen Zunahme der Bevölkerung, die vorher Jahrzehnte lang stehe» geblieben oder gar zurückgegangen war, sondern vor allem auch in der lebhaften Bautätigkeit, die in den letzte» fünf Jahren hier eingesetzt hat. Der Fremde, der vielleicht mehrere Jahre Lich nicht gesehen hat, muß staune» über das gänzlich veränderte Bild, das ihm die Stadt bietet, wenn er sich ihr mit der Bahn oder von einer deö das Wettertal umsäumenden Höhen nähert. Da zeige» sich dem verwunderten Auge jetzt hohe Schornsteine unib Schlote als Zeugen dafür, daß Industrie und damit modernes Getriebe auch in das früher so ruhige, von seiner Vergangenheit träumende Städtchen ihren Etuzug geholte» hat; oder es vernimmt das Ohr schon von weitem den einst so ungewohnten schrillen Ruf der Maschine, der die Arbeitsstunden der Industriebetriebe ankündigt. Da haben die letzten Jähre ein mächtiges Ton werk gebracht, das sich' eines ungeahnten flotten Betriebs erfreuen kann; die 3W gersche Eisschrankf-abrik und die Schiefersteinsche Fabrik fiitfi landwirtschaftliche Maschinen sind erstanden und tragen beit Namen Ljchs bis weit über die Grenzen Hessens hinaus Nicht zu vergessen ist die alle Licher Bierindustrie, die sich bedeutend ausgedehnt hat. Mit diesem' industriellen Aufschwung geht Hand in Händ eine außergewöhnlich tece priv ate Bautätigkeit. Jenseits der Wetter, am Bahnhof, wo sich auch gegenwärtig wieder mehrere Häuft im Bau befinden, ist ein ganz neues Viertel entftanber, ein Stadtteil für sich, „Sachsenhausen" heißt er im VoM- mund. Ern großzügiger Sttaßenplan, dessen Ausführung in nächster Zumnft liegen dürfte, ivird das Bahnhofsviertcl in direktere Verbindung mit der oberen Stadt bringe» und damit einer verkehrswirtschaftlichen Notwendigkeit ab« helfen. Auch die Errichtung eines öffentlich,en Gebäüdes, einer neuen, allen modernen Anforderungen aenügende» Volksschule, wird in wohl nicht allzu ferner Zeit unsere Stadtverwältung beschäftigen. Die FeldbereinigungspMe haben dieser Frage schon Rechnung getragen. Kreis Lauterbach. ^Grebenhain, 12. Mai. Trotzdem sich unfett Gemeinde in den letzten 5 Jahren nur um 9 Einwohner vermehrt hat und zwar von 701 auf 710, ist die Schüler« zahl in der unteren Klaffe um 21 gestiegen und von 60 81 angewachsen. Der Schulvorstand hat auf Weisung der Schulbehörde bereits beschlossen, eine dritte Lehrerstelle zu errichten. Bäber - Sommerfrifdjen Pensionen Bahnlinie Frledberg-Niddi; von Frankfurt *. M. m 2 St±, *on -E W Giessen in 1 Std., von Gelnhausen In 1 Std. zu erreichen. < Solbad io staatlicher Verwaltung. Kochsalz-, Lithium-, Stahl- und SchwetwjH* Berriicher Park und Wald, ruhige Lage. Ara. Grossherzogliche Badedirektioo« r > Strohhüte - Filzhüte - Mützen Billigste Preise Grösste Auswahl Conrad Bramm, Marktplälz 18 Mitglied der Rabattspar-Vereinigung. Mai 1911 Metcorologischc veobachtungcn der Station Sichcn. Wetter Haut-Bleichcreffli Prima null Vanfl-ßlönc«. 31981 (Nachdruck verboten.) (Ohne Gewähr.) hY“/. Dt Gentners L 98 . 3„ „imt 3219 Braunschweig. 13. Mai 1911. 8M U8L 1U Sonnenschein Bed. Himmel Nebel IobanncS Schulze, Greiz i. V. filtihtrjioiit JSJSSS J: billig! Jed.Man. Mutt, frei! Reite zurRuow. u. in Sioinm.! Wicder- verk. qeiucht! 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TaS Merkwürdigste ist, daß einige Schritte von den Fundstellen sich einer der stärksten Salzbrunnen der ganzen Gegend befindet; er hat ständig 4 Meter Wasserstand, während in der Nachbarschast nur Cüßwasser vorhanden ist. 7. Ziehung 5. Kl. 224. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 13. Mui 1911. vormittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügl. Dio Gewinne fallen aut die bezeichneten Loeo beider Abteilungen. ftonrah Iunp I Eh tragsentwurs wurde pfades nach dem "gentn MjtzgaN rundbrsihtr tatf statt. 6§ -4., 3 Proz. decken. & 5i Gewählten b < :,j durch die La-k, l«routben3uaJ] Magel Vl. bat; 100176 87 380 [500] 460 62 48 98 616 84 [1000] 603 43 723 61 860 983 101181 92 445 648 9» 743 57 76 856 102026 51 73 174 280 607 601 616 602 1 03838 561 671 98 780 676 94 1 04131 88 385 412 651 759 817 90 1 05236 [500] 618 [5001 664 708 814 1 06077 366 78« 68 11000] 05 [3000] 842 107054 224 321 479 613 729 1 08024 46 [8000] M 120 267 497 647 713 77 99 891 914 70 10003» 154 820 56 [ 500] 485 511 83 [ 3000] 636 794 840 920 11O01Z 160 31» 93 5S4 768 8» [500] 99 111060 17» »2 300 502 7C7 63 856 940 [ 3000 ] 81 88 112094 349 80 477 507 64 98 835 71 1 13058 (1000] 87 [3000] 23» 433 99 024 887 925 34 75 114050 [500] 74 2K2 463 550 M [30001 738 115090 101 27 55 309 4 4 504 [506] 67 116127 262 427 542 647 989 117032 145 227 «8 32 400 10 559 [500] 070 [500] 77 [500] 638 922 118171 246 610 751 80t 14 15 119092 98 266 376 [500] 052 855 911 13 60 120138 269 550 728 94 [500] 83 41 67 81 [500] 967 1 2 1 414 96 766 «45 122170 [500] 266 7 4 428 43 1500] MO [lOOOl 50 WO 123002 115 31 82 89 883 09 474 501 3» N Muller sche vadeangaU. Wasser wärme der Lahn 16* R. Statt Karten! Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Prokurist Mai Wind« u. Frau Mimi geb. Richter. wurden in diesem Jahre neu in die Schule ausgenommen; sie wurden in drei Klassen verteilt. Unsere Stadtschule hat nunmehr 730 Schüler in 18 Klassen. DaS noch kein Jahrzehnt gebaute städtische VolkSschulgcbäude ist bereits zu eng fleivocdcn, zwei Klasien der Volksschule müssen daher in dec krnst-Ludwig-Schule untergebracht werden. Da aber diese kchule, die sich voraussichtlich bald zur Oberrealschule au§- bauen wird, ihre Räume selbst bald benötigt, wird für die Stadtschule ein An- oder Neubau erforderlich werden. m. Nied er-Mörlen, 12. Mai. Bei Erweiterung einer Mistgrube in der Hofreite deS Gastwirts Nikolaus £uffichtffat)rt Bern, 13. Mai. Der SchweizerFliegerOber- leutnant Real ist heute früh 5 Uhr 35 Minuten in Basel zur Fortsetzung deS FlugeS Darmstadt-Bern aufgestie- gen. Auf der Jurahöhe wurde das Flugzeug burd) einen Baum beschädigt. Real ist unverletzt. Frische Eier 10 Ztütf 60 und 65 Bfg. emvs. 02793,' W. Ullritü, Scfalofmnffe 7. md| zu |d)ai>en. t>«rl. tr- fnictenb tm Lefchrnod. 3n lubtn 4 bte G yBoihcn autrricbenb, lubc 1 Jl. VroLe» tube 50 A. ErhLUIich in mvoiljtictr. s-ronerfnt, IparfUmerlrn Devot tn Gießen: Drogerie Ctto Schaaf. :rte'ä Sfts ^nuen o(:> Wavter. bt? ' ^,«itteil[ a btts- ubernotniv... . i« wirtscka-!. ißt in den lep ■ nur an berbdJI beträchtlichen y zehnte lang s«, sondern vor oLi die in den lep, Fremde, der ttU hat, muß ihnen i is ihm die Lü:' »der von einer )t: ihert. To jäa Schornsteine ii ie und bmnü t> ruhige, von in--: m Einzug gtitiiT in weitem den ct. ' re, der die Ärbr." t Ta haben t gebracht, das ti en tonn: bic .M nnfdje Fadtil II und ttaftCT. k tat ürdnstrie, t x tndusttiellei - - ! ngewvhnliä' der Wetter, « er mehrere & Viertel * t heißt er im ijen Ausfiibnrt as Bahnhoseoi c een Stadt brrp i Notlvendigket P etlichen 0» eungen gemic'i ferner Jeit unp dbereinigung7s.c tagen. :obbem s'4 "n'; 1C um 9 W D, ist di- W;' aen und von < - it aus Weisung, itte Lehret 406 4 2 6 4 578 644 1 017 219 90 327 400 53 570 [500] 89 659 823 [500] 2162 65 406 t»U 074 924 [3000 ] 3014 134 305 30 42 418 39 646 728 894 4124 260 334 668 747 5170 314 50 506 30 33 772 904 30 49 70 6024 353 56» 614 48 [500 ] 725 856 920 59 7 043 [500] 386 422 549 61* 62 78 91 703 824 [500] 84 8->27 133 35 3 453 91 [1000] 739 877 9166 28 1 574 85 83 0 50 51 74 83 10050 »73 85 465 538 69 633 93 765 948 11235 41 58 310 70 432 [KOO] 500 6SJ 12055 116 25 81 [500] 83 223 58 .332 (500000) 457 90 700 37 821 28 80 92 4 48 13048 170 86 90 227 56 549 [3900] 637 778 SfiO [1000] 14032 53 112 372 423 76 79 665 710 27 836 15204 671 744 16071 116 98 265 67 304 SO 46 95 96 595 713 25 48 f 1000] 338 17165 233 [1/400] 368 401 629 OS *11 45 1 801'1 159 315 [300] 41 430 514 92 619 831 975 19024 354 73 [3000J 433 513 «0 81 650 754 913 2O000 43 72 127 62 99 281 86 585 786 (709) 883 [500] 949 21334 89 42.' 619 70 346 900 34 [50 ) 22125 220 303 462 530 656 93 2 3059 417 83 9 4 59 1 652 7*5 11060 ) 959 24130 31; 43 57 61 94 400 558 610 11 48 763 850 67 914 2521» 33 S 7 45 1 79 516 622 41 62 291 897 »04 57 26104 76 [500] 230 301 [IX*)] »8 47» 99 561 13000] t9 679 700 Ml 27306 400 548 692 87 764 77 832 77 945 76 28018 [500] 38 120 232 [3000] 302 44 83 087 29107 202 [500] 83 459 733 30222 535 924 36 3 1 215 23 564 641 87 32261 353 569 95 628 29 795 *39 82 [1000] 947 73 3 3 ^ 5 (500) 118 375 [500] 457 85 625 774 815 bS 34102 576 658 754 [5001 97 955 [5061 3 5 204 417 63 «7 [1000] 7üO 90 362-1 11000] 306 14 37M0 (100-1 431 44 M 81 507 25 •.■63 38<-8 272 430 509 32 42 COO 813 37 41 3 9 011 35 176 229 134 599 617 [10001 2» 61 [1000] 87 (500] 913 40007 21 [VXX>] 473 878 41142 340 485 513 . 8 83 M 621 716 65 83 42'55 73 163 237 343 438 609 49 764 [3000] 93 »19 [ 1000] 45 43036 229 454 CS 529 44073 204 26 32 90 3M 509 44 88 656 87» »91 [1000] 4 5020 21 37 33 309 525 602 «47 466 3 237 .121 [500) 401 [500] 53 [ 500] 6M 706 921 26 47178 446 528 37 617 »77 48015 4« IM »7 414 77 551 S5 835 936 49 [500] 75 49051 83 9* [600] 217 29 4 7 562 738 980 , 50285 300 9 59 429 511 39 48 [1000] 6CO 730 89 .9 51182 83 90 282 485 69 65» 874 634 5 2009 39 662 (500| 63 85 53C80 3.M 497 767 828 919 54 <18 19 69 242 391 704 13 842 5 5100 210 14 515 32 ' 9 661 717 48 55 56138 252 63 362 [IMXf) 430 540 652 795 823 900 72 14 57067 225 71 310 tlOOO] 12 404 657 59 850 53 61 70 929 (5'0) 11 79 58.-72 [1000] 4^0 570 623 71 97 »7 4 59.J3 155 [500] 267 374 70 91 480 612 95 M 731 851 60 »76 60015 52 6C 665 509 610-4 107 [1000] 320 751 62083 117 29 1 340 484 517 «07 [500] o'.8 63«9 Hl 56 53 541 63 98 CM 780 855 »48 649C6 225 51, 65 » 183 471 701 70 913 45 66044 110 42 224 462 781 834 [1000] 44 67i3G «5 [3vn] 216 3L2 443 510 «r-t 14 S- 725 6801» 253 523 656 78- 69020 137 315 512 73 [:-00] 655 751 817 20 70100 7 ft 323 42 54 564 669 83 70!« [!((*') 31 [500] »18 71029 63 189 205 41 312 86 984 72123 318 443 700 2» 35 48 843 57 [ 500] 921 73 45 51 194 [1000] 236 83 317 73 441 601 47 7 64 887 (3<00! 22 ; 74278 5:- «19 811 37 7502» 100 317 65 495 580 51 708 76 840 76041 375 jll 27 756 58 957 6- 77037 171 [300ß] 74 86 212 420 53 500] 5,4 (6C0G0) 7'16 32 [1000] 692 102 24 7804', 249 393 99 574 607 762 9 U 79«* 216 410 521 35 61 «20 803 .4 9.8 80055 115 58 747 63 832 [3000] 60 81011 •’.l 75 504 9 30 «90 703 t-' »32 56 82199 265 325 558 6 9 805 49 830C2 34 371 46» 530 51 740 84'J10 5 4 102 297 SO9 25 [500] «1 446 C2 [50)) 723 693 85101 263 81 451 «5 522 27 657 741 75 86 820 «1 930 862*7 11000] '■? 749 84 874 87130 201 657 846 907 28 (lÜOO) 88' « [MO] 129 274 431 70 565 650 815 17 970 89314 117 30 208 341 438 (ItX»] 665 7 45 [1000] 80 *94 [1000] __ 90112 17 59 377 428 37 563 [500] 65 651 91M» 53 106 [500] 73 431 85 792 873 989 92165 91 202 425 M «24 38 98 732 837 9 3 ’37 50 494 567 9 4019 [1000] 200 4 48 82 504 26 61 713 9556C 655 815 16 68 »94 96 11 15 32 69 147 344 517 27 5» 815 29 95 $05 35 97314 84 « 468 76 «44 71 832 60 98071 91 134 [500] 43 50 454 % 641 O80tiL14 31 337 443 L» W» L3 «L >ie in nächster Sitzung, nachbecki die Mitglieder Einsicht an )rt und ötette genommen haben, fortgesetzt werden soll. x Bad - Ätauheim, 12. Mai. 130 Schüler Kasseler Hafer-Kakao wird bei Magen- und vannlelden g]s Kräftigungsmittel tausendfach ärztlich empfohlen, hm echt in blauen Kartons für 1 Mk., niemals losp» „j SÄ 1^4 Ll Sie vieles kaum ein halbes Jahrhundert dimer UN» Liegendes will der heutigen Generation al» eine Mar au» alter Seit erscheinen, und rote ul.anche», an dem wir heute noch bangen, wtro in viel kürzerer Heit dem gleichen Zchimale bet luifertr Heranwachsenden Jugend veriaUen. AuS jedem neuen »vortfebntte ent- heben neue Bedürfnisse und and jedem neuen Bedürfnitte Diloet der menschliche (Mciit den neuen Fortschritt. Ser z. batte vor 80 Jahren gedacht, bah man feine Solche an der o reinigen konnte al6 mit Seife und wer, der durch die immer schwieriger werdend» Dienttbotenfragc, durch dao fo sehr verteuerte Leden gezwungen ne sich einzurichteu und der nicht voreinncnemmcn au dem alten bangt sondern onenen -lugeo den Errimgenichafteu der j-Jifieniamn folgt der orüft und sich anS der ProitS ein Urteil bildet, ich frage wei greift heute zu diesem Zwecke noch auf Seife zurück? zvic bte L-tL lampe unferen Balern alo ein beUes Licht erschien, so satzeu ne bat durch Seife stets gelblich bleibende Leinen al» mein an, ftc lannier es aber nicht hofier; wir aber verlangen -luderes, wir wollen wirr lich weineS keinen und das ist die Seife nicht imstande uns zu geben. Lange genug ist e» der fich um ihren Wascheschatz nicht kümmernden Hausfrau allerdings vorgemacht warben, als baue Seife diese Eigenschaft doch, aber nicht die Setw. sondern ttblot lieferten ihr, was fie wünschte, und der Vorfall ihres xeinen» machte iic ärmer, leider oft nicht klüger. Ich sage nicht klüger, weil trotz der schlechten Ersabrungen fie sich nicht eutichlieneu wollte, nut anderen 'Braonraten, die uns heute so maffeubait augeboten ftnb, einen versuch zu machen, der fchliehlich eine i>itterere Lebi^ al» U'blor fie gibt, nicht kosten tonnte, '.'tun aber viele find e», glaube ich nicht mehr, von denen ich in biefem Sinne reden bart untere vielgerühmtc gute deutsche \muffrau hat sich in der neuen art be» WafchenS ihrer Wäsche schnell geittig orientiert und auch auf alle», wav ihr dieser Muhe wert erscheint. So habe auch ich es getan, loder aber auch nicht ohne ein hinreichendes Lebrgelb zahlen zu müssen. Bielleichi kann ich niaucher Wembrtin em Gleiches er- fvaren, wenn ich sie hinweife, nicht den rellainebaftcu Anoreifungen solcher 'l>rävarate nachzugehen, daS find fait immer lUitlol. benen durch auhcrlidie Bebauotungen eine Qualität beigeleat wird, bw fie iuiic. lich nicht besitzen, sie sind sehr teuer, da die Reklame doch bezahlt werden muü und cnttäiddien immer. Ich bin nach allen versuchen, die ich augestell! - fclbit das neueuc Wundenvafch- mittel habe ich vrob.ert - fdilicülid) immer wieder auf zwei Pro- parate als einzig gute zurückgekommeu und diele find Dr. Thornv ou » ScifeiwulDcr nut Soda.lufatz und das dieies in leinen ^igeu» fchafien noch weit überflügelnde ausgezeichnete Minlos fche Waschpulver. Und um besonders öiefce letztere anS meiner etgoneii ttr» fabrunn heraus allen meinen (tiombrnnncn un Hausttand aut das wärmste zu empfehlen, habe ich diese Zeilen geschrieben. hyi«', _(?hie gute, alte Hausfrau. KieiN€KlßS2U3^ Türk. Tabak-Ä Cigaretten-Fabrik„Kios" o E. Robert Böhme, Dresden. e(tt Ausschuß gebildet, der mit der Firma Rinker die Verhandlungen weiterführen und den Vertrag abschließen soll. Hierzu wurden gewählt die (demeinderäte Braubach, Heyd, Tröster und Dr Bogt. Die alte Inschrift soll auf die neue Glocke übertragen werden. Das Ferbersche Haus soll an Uonrad Juna I. Eheleute hier vermietet werden: der Vertragsentwurf wurde genehmigt. Die Herstellung eines Fußpfades nach dem Muth scheu Wohnhause wurde ge- nehmiat Der Pfad soll mit Schlacken überschüttet werden. Dem fvesuck-e des Lttsverrins des Auchdruckervereins, bei Benennung von Straßen und freien Plätzen beit Namen ihres Altmeisters „Gutenberg" zu berücksichtigen, soll entsprochen werden. Der Wunsch deS BerkehrSvereins, die BfflC im Bismarckhain und den Küchengartenweg in chesjeren Zustand zu setzen, soll Berücksichtigung finden. Das Wksuck) verschiedener Landwirte, das Pumpwerk am Klär» Halen so einrichten zu wollen, daß das Rohr beim Auspumpen des Wassers direkt ins Faß geleitet werden kann, nmrde genehmigt, unter der Bedingung, daß pro Faß eine Sebühr von 20 Psg. erhoben wird. Das Gesuch des Gesangvereins „Eintracht", für sein am 24. und 25. Juni statt- sindendes Sä n ger fe st Bäume und Tannengrün aus dem hiesigen Stadtwalde zwecks Schmückung der Fesihalle usw. zu überlassen, wurde genehmigt. Dem Gesuche der Anwohner der Taunusstraße, baldigst Abhilfe zu schaffen, daß die Lichtanlage zwischen Bahn und Wald gegen Blitz- gcfahr genügend geschützt wird, soll entsprochen werden Tie Beratung des Ortsbauplanes südlich der rminusstraße wurde bis zur nchhsten Srtzung vertagt. Der jbauausschuß Halle die Durchführung der ersten Parallel- rrabc zur üaiserstraße zwischen Taunus- und Hochweisler- rranc beantragt. Hierüber fand eine längere Beratung statt, Alleiniger Fabrikant:. Carl Gentner, Göppingen« Frische Eier feinste Siedware 10 Stück 65 Psg., 50 Stück 120 Mk. Frische Landeier 10 Stück 78 Pfg. Stets frische Landbutter Süßrahm-Tafel-Butter Pfund 1.40 Mk. 2842 Jakob Maternus Kullursichcl mit Beil 37t 60 537 C78 819 »4 987 »4 133008 8» to 130 56 78 375 429 «10 49 M »2» 134103 309 |500) 59 85 361 61» 6d tß 043 05 7M [500] 697 641 135«M 143 286 [ 500] 3M 417 26 72 538 728 63» 136165 M» 424 »7 815 54 55 »35 137054 U 91 Ul [500] 68 70 249 [504] 55 75 477 f-9 C72 138147 [500] 308 7» 418 5» l»001 584 651 719 139055 140 58 224 06« 750 62 [506] 14010, [500] 83 32» 34 482 502 11 2» »3 714 « [500] ■ .1 !>5 [50U0] 915 [1000] 41 59 1 41119 376 7 7 934 35 142107 84 IW, ?,b3 13000] 4’8 [ 500] 591 CI7 1» 11000], 701 (500) 11 143021 180 211 57 82 45» 651 144296 4-0 sdüO] »3 502 65 789 606 [500] 61 63 14511» 52 71 286 370 87 [ 500] 88 452 505 701 148817 [OOUj 697 71» 37 54. 911 147169 310 32 »4 481 526 G05 12 »85 62 148033 122 258 «1 358 [500] 81 410 81 970 [500] 149X0 255 59 413 81 770 [500] 819 76 »5 [5001 15O1G9 2 6 70 347 [3000] 51 440 69 525 65C 745 »2 85« 910 83 151053 65 I03 406 1» (500) 620 4t 15204, 13 154 379 545 >8 153042 191 9» 2»0 447 547> 74 77» [3000] 911 1" 15 4 233 71 47» 677 058 1 55173 305 77 420 600 56 27 1 561-0 213 34» 474 540 628 86 761 VA 157005 77 80 115 59 453 542 683 750 91» 27 42 5', 158027 541 <532 705 11 16 69 922 Gl 15 9300 483 571 744 71 »4 864 75 933 „, 160069 147 349 [500] SO 583 63.1 7-2 02« 161282 7» S19 <2 |3000] 406 32 641 983 53 «7 [ 3000] 68 162278 620 vy. 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