Nr. 62 •dftcM «Avch *e «tttMtnM M gwhtl 3lt|evn Jtnntlirtbratler *«be* i» .flniftger* etetnuri •Mjentlitft betgdegl Hl jfrelsblafl ®> It» Irtb •ietea* fiwtmai BÖdjentlt^ Dta Jtaeb»trt1d>aftitä> enfc 6tembnid€$«i, H Seege. «tefeau Febafften, ExvebtttiM M. RebattüNce^ 112. teL-Ulbt. Skyet eS gib 5fteII m machen. Im Han sa-Bund In. das unseren Sparkassen belaufen sich jetzt allein auf eine Milliarde. worden; Meltau werden, halte ich für ausgeschlossen.^ der eben auseinander Wurf auszuarbeiten, aber ii zum Ziele kämen. Diese von „S Schutze der Gesundheit und des Lebens der A r b e i t er zu erlassen, nicht mehr in dem bisherigen Matze Gebrauch machen. Diese Beobachtung ist richtig. Ts ist aber nicht etwa unser Interesse an der .-rache erschöpft, sondern eS sind die Decriebe, die eine allgemeine Äeflknuniuruna durch den Bundesrat Urzustände gekommen (Sehr war!) — dock einen gewissen Wert haben. Er ist aber andererseits der Meinung, dass noch ausserordentlich wenig auf diesem Gebiet geleistet ist im Verhältnis zu den Ueberschüssen unserer Volkswirtzchaft. Ich glaube nicht, daß er dabei richtig gezählt hat. Im Deutschen Reiche werden jährlich 841 Millionen für die Zwecke der Sozialpolitik aufgewandt. Wenn die Reichsversicherungsordnung und das Gesetz über die Versicherung der Privatbeamten verabschiedet werden, wird die Summe dieser Aufwendungen über eine Milliarde betragen Das deutsche Volk hinterlegt jährlich etwa vier Milliarden Kapitalüberschutz in Obligationen. Hypotheken usw. Wenn ine sozialpolitischen Gesetze nicht beständen, würde evtl, diese jährlich freiwerdendc Sunnne nicht vier, sondern fünf Milliarden betragen. Daraus ergibt sich, dass wir in Deutschland den fünften Teil dessen, was man als Zuwachs des Nationalvermögens ansprechen kann, für sozialpolitische Zwecke verwenden. Das ist eine recht ansehnliche Summe. Diese vier Milliarden Jahresübcr- schlutz der deutschenVolkswirtschaft werden aber nicht in derHaupt. fache von der Industrie hinterlegt. Die Einlagen 1 ~ ihm erwähnten Versammlung des Hansa-BundeS hinsichtlich der i Landwirtschaft geschehen ist. Diese Leidenschaftslosigkeit vermisse । ich in der jetzt vom Bund der Landwirte herausgegebenen ProduktionSstatistik. Die Ziffer allein der Löhne gibt diese als gesamten ProduktionSwert anl Der unpartensche wissenschaftliche Sachverständige des Bundes der Landwirte Hal sich in ganz falsche Rubriken verirrt (Hort! Hort! lrnk».) Die na t i onal liberale Fraktion steht in dieser. Legislaturperiode völlig geschlossen auf dem Boden deS landwirtschaftlichen Schutzzolls und ist einmütig ohne jede Ausnahme gewillt, der landwirtschaftlichen Bevölkerung das an Schutz zu gewahren, was ihr bei den letzten Handelsverträgen unter der Initiative der National, liberalen gewährt worden ist — völlig geschlossen, wahrend damal- noch Büsing dagegen war. Nicht ton sind freihandlerisch geworden, sondern die Fortschrittler — ®<£u$ der nationalen Arbeit geneigter. Eö ist aber nicht Schutz der nationalen Arbeit, wenn die Syndikate die Rohmaterialien an das AuS- land billiger liefern als der deuffcken Industrie. Der Staats- fekretär möge seinen Einfluß auf diese grossen Organisationen ausüben, daß sie das Mass der Syndikatsidee nicht in dieser SBeije überspannen, da sonst eine Wirkung auf bu Stellung der Industrie zur Zollpolitik nicht auSbleiben kann. Unerträglich aber ist die Herrschaft ausländischer Syndikate, wie daS der Standard Oil Company. Jeder Pfennig Verteuerung bedeutet eine Mehrbelastung bei deutschen Konsumenten um zehn Millionen. ES wäre angezeigt, eine Reichsverkaufs st ellefur ißet r ole um zu schaffen und dadurch den ganzen Zwischen' gewinn, den heute die Standard Oil einstreicht, dem Reiche zuzuführen. Vielleicht liefe- sich diese Konzentration auf ganz Mitteleuropa ausdehnen, die von dec Standard Oil Company wohl beachtet werden müßte. Dadurch konnte man umeren Start! vor dem Petroleum-Wellmonopol des Herrn Rockefeller schützen Meiner Schätzung nach könnte dabei das Reich ohne Erhöhung des Petroleumpreises 30 Mill. Mark verdienen. Der Redner tritt für eine Zentralstelle für Begutachtung von Nahrungsmitteln ein. Ich begreife nicht wie man von einem sozialen Defizit sprechen kann angesichts der Tatsache dafe im Deutschen Reich setzt bereits eine halbe Milliarde zur Steuerung der sozialen Not ausgebracht werden und dafe diese Summe nach Erlafe der Reichsversicherungs- ordnung und der Privatbeamtenversicheruna wohl auf e i n c Milliarde Mark steigen wird. Unerträglich ist der Druck, den die Gewerkschaften auf die Arbeiter uno Unternehmer ausuben Hier 1 müsste Der Staat nicht mit Ausnahmegesetzen, aber mit schärfster Anwendung der bestehenden Gesetze eingreifen. Das Privat- ' beamte nversicherungögeietz müßte möglichst bald zu- stände gebracht werden ohne Rücksicht auf die Opposition die von ; einem Teil der Beamten dagegen betrieben wird. (Beifall bei den National! ibcralen.) Staatssekretär Dr. Delbrück. mb. Deutscher Reichstag. 146. Sitzung. Montag, ben 18. März. «m Tische bei Bundesrats: Dr. Delbrück. Richter, Caspar, Graf Lerchenfeld. Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten mit folgenden Worten: Meine Herren! Seine Königliche Hoheit der Prinz regent L u i t p o l b , ber ehrwürblge Nestor unter ben beutschen jur,tcn. hoi gestern sein 90. Lebensjahr vollendet. Mit dem gesamten deutschen Volke, und namentlich mit dem treuen bayerischen Volke, wird auch ber deutsche Reichstag ben grössten Anteil an diesem seltenen Feste genommen haben. Ich habe mir deshalb gestattet, an Seine Königliche Hoheit namens des Reichstage» gestern folgendes Telegramm zu richten: ,Zu der selten schönen Feier der Vollendung Ihre» neunzigsten Lebensjahre» bitte ich Eure Königliche Hoheit die ehrfurcht- vollsten herzlichen Glück- und Segen-Wünsche deS beutschen Reichstage» huldvollst entgegenzunehmen. Möge Gott ber Herr den Lebensabend Eurer Königlichen Hoheit wie bisher auch ferner- bin mit reichem Glück segnen." (Lebhafter Beifall.) Ich haoe darauf gestern abend folgende Antwort er- halten: „Die vom deutschen Reichstage zu meinem Jubelfeste mir dargebrachten Glückwünsche haben mich mit innigster Freude erfüllt Ich bitte Sie. der Versammlung meinen aufrichtigen und wärmsten Tank für die bekundete Aufmerksamkeit zum Au-druck zu bringen/ Sie haben sich von ben Plätzen erhoben (von ben zehn an. wesenden Sozialdemokraten sind die Abga. Stadthagen und Geck sitzen geblieben; Rufe recht»: AufstehenI), um Ihrer Huldigung Ausdruck zu geben. Ich stelle da» fest. (Erneuter Beifall.) Der Etat des Reidisamfs des Innern. (Zweiter Sm.) Adg. Dr. Stresemaun (Natl.): Die Wirtschaftslage ist günstig, aber doch nicht allgemein. Die Gewinnchancen find schwieriger geworden. Auf dem Gebiete ber Arbeiterbewegung war da» vergangene Jahr ein Kampsiahr wie nie zuvor DaS beweist, wie ausserordentlich schwer tn den Kreisen der Arbeiter und auch der Angestellten die TeuerungSverhältuisse empfunden toerben. Die Zunahme deS Schutzzollgedankens im Auslande erschwert un» die HandelSvertragsverhadlungen noch mehr. Vorgestern hat der wirtschaftliche Ausschuss über den Handelsvertrag mit Schweden verhandelt, über ben Inhalt der Ver- hanblungcn wissen wir nichts. Man macht sich im Lande ein - nana fal|dxs Bild, man glaubt, wir hätten irgend einen Eitislufe auf bw Zollsätze; wir bekommen aber erst den Vertrag wenn er fertig ist, und können dann nickt» daran ändern. Die Pflaster- steinindustrie sieht mit schwerem Herzen dem Vertrag ent- (vnen. Die Zukunft der Beziehungen zu Finnland erfüllt uns wie die finnlandische Kaufmannschaft Mit Sorge. Das kanadisch- amerikanische Zollabkommen -hat ein Beweis dafür, bafe es ben Bundesstaaten gelungen ist, daS Institut der Gewerbeaufsicht zu entwickeln und zu vertiefen. Wenn daher keine neuen Vorlagen kommen, so ist da» keine Vernachlässigung unserer sozialpolitischen Aufgaben, wnbern hat seine natürlichen Gründe. Eine Vernachlässigung soll vorUegen. weil bas Gesetz über bie Regelung des T ar i f v e r - t r a g e 5 noch immer nicht erschienen ist. Ich habe bereits un Vorjahre auf bie Schwierigkeiten bingeroicfcn, bie ber Regelung dieser Materie entgegenstehen. Der Verbuch, sie gesetzlich zu regeln, würbe heute namentlich, wie bie Dinge im Plenum liegen, nicht zu einer Verbesserung, sonbern zu emer Ber- schlechterung führen. Ich verkenne nicht die «ebeutung Ur Siegelung des SatlfuertragS. Sie .ft eme soziale Notwendigkeit für eine große Zahl von Betrieben. Aber es aibt Betriebe, für die Tarifverträge nicht geeignet sind und nicht forciert werden dürfen. Der Tarifvertrag hat "neu Siegeszug überall da machen können, wo seine wirtschaftlichen Voraussetzungen gegeben waren. Wenn bas ber Fall ist, bpnn ist em Eingreifen der Regierung wirklich nicht: notwendig, um dem Ganzen erst durch eine behördliche und gesetzliche .Reglementierung eine höhere Weihe zu geben., (Sehr richtig!) Schwierigkeiten bereitet vor allem das gehlen oer Re ch t s f a h t g k e i t der B e r u'f s v e r r. l n e. Wern- die Rechtsfähigkeit vorhanden wäre, bann würden keine Schwierigkeiten unter ber einen Voraussetzung bestehe-., bafe die Berufsvereine unter baS gemeine Recht gestellt mürben, ©obalb wir aber bazu übergehen, ben Berufsvereinen zwar die Rechtsfähigkeit zu geben, „ihnen aber bie Verpflichtung versagen, mit ihre m V e r mögen für bie Erfüllung ber von ihnen geschlossenen Vertrage S u h a f t e n, schweben die Tarifverträge in der Luft. Wenn ich nicht die Möa. lichkeit habe, eine wegen Bruch» beu Tarifvertrages verklagte Arbeitgeber- ober Arbeitnehrnerorganlsation an ihrem Verm^en au fassen, ist ein absiegendes Erkenntnis niemals vollstreckbar. Dass wir uns heule ober in nächster Zeit über diese Frage einigen - * " ------------chlossen. Ich wäre gern bereit, auf gesetzten Grundlage einen Ent. ch glaube nicht, bafe wir bann rasch Tarifverträge haben ben Charakter üon,/Staat Überträgen auf ewige Zeiten , b. h. sie gelten so lange, als beibe Teile Vorteile davon haben. (Heiterkeit und sehr aut!) Deshalb encheint mir der Mangel eines entsprechenden Gesetzes nicht so bedenklich, tote es ben Anschein hat. Man bars auch nicht glauben, bafe sich em Gesetz über die Tarifverträge so einfach und kurz machen liesse. Ich fürchte, dass eine Fülle von Vorschriften nötig wäre, und ich glaube, bafe bei dem jetzigen Zustande die Judikatur hinreicht, um festzu- siellen, was m dem Vertrag stehen darf und was nicht bartn stehen darf, weil es gegen bie guten Sitten verstoßt, ^ebenfalls Eine vielseitige und reichhaltige Sammlung von Wünschen und Anfragen ist mir entgegengebracht worden. Es wird nicht ganz leicht sein, allen Anforderungen gerecht zu werden. Ich will au- nächst die wichtigsten herausgreifen und behalte mir vor, auf die anderen im Lause der Debatte einzugehen, die hoffentlich nicht länger als diese Woche währen wird. (Heiterer Zweifel.) Die Redner haben sich sehr eingehend mit ber Gestaltung unserer Sozialpolitik und mit der vermeintlichen Stellung der Regierung 3 Forderun gen ber Sozialpolitik beschäftigt. Sie gehen auseinander in der Bewertung dessen, was wir auf dem Gebiete ber Sozialpolitik bisher geleistet haben. Sie timmen in gewissen Grenzen überein in ber allerdings unbegründeten Annahme, bafe der Eifer der Regierung auf sozial- lolitischem Gebiete nachgelassen habe, und in der Annahme, dass der jetzige Staatssekretär eigentlich nicht das geleistet hätte, was man nach seinen Ausführungen im vorigen Jahre habe erwarten müssen. Ich halte dieie letzte Annahme nicht für zutreffend. Zunächst einige Betrachtungen über die Bewertung unserer So- zialpolitik und dessen, was sie bisher geleistet hat. D e r s o z i a l - demokratische Abgeordnete Fischer hat zu meiner grossen Freude — ich glaube daSisteinNovum — ausdrücklich erklärt, bafe er nicht verkennen könne, daß bie bisher in Deutschland erlassenen sozialpolitischen Gesetze — sw sind ja überwiegend ohne sozialdemokratische Mitwirkung Weltausstellung in Turin sehr nüchtern präsentieren, und es ist die Gefahr, bafe ber glänzende Brüsseler Erfolg aus» Spiel gesetzt wird. Die Budget komm ission hat beute fast einstimmig eine Erhöhung des Fonds für Turin abgelehnt, weil die Regierung erklärt, bafe er genüge; vielleicht lässt sich eine Erhöhung doch durchsetzen. Materialprüfungsanftalten haben für unsere Textilindustrie wenig Wert. Der springende Punkt ist die Schaffung einer Baumwollen» Produktion in unseren Kolonien, ( Zustimmung), um uns von dem amerikanischen Monopol unabhängia zu machen. Man sollte hierfür wirklich einige Millionen zur Verfügung stellen. Ich hoffe, bafe Herr Müller-Fulda, von dem bie Anregung ausgegangen ist, mit seinen Freunden tafür zu haben ist. Em Zurückgehen unserer Landwirtschaft würbe auch umere Exportpolitik schwer beeinflussen, sie vom Ausland abhängig halte ich den Zeitpunkt für ein solches Gesetz nicht für geeignet, wenn auch hier eine Ausgabe vorliegt, die gesetzgeberisch ungemein interessant ist und einen tatendurstigen Minister verleiten könnte, seine Hände hier hinein zu legen. (Heiterkeit.) Den Fragen des Mittelstandes widmen die verbündeten Regierungen pflichtgemäfe unausgesetzt ihre Uusmerksamkeit. D« Mittelstand krankt in erster Linie daran, dass ihm durch die völlige Umwälzung unserer sozialpolitischen Verhältnisse schwierige Aufgaben erwachsen sind, die er kaum erfüllen kcnrn. Dazu gehören die Fragen des gewerblichen Schulwesen s, der O r g a n i s a t i o n und der Begründung von Genossenschaften. DaS alle? aber sind prägen, bie nur von feiten der Bundesstaaten gemacht werden können und die, wie ich mich überzeugt habe, jeder einzelne Bundesstaat im Auae hat Dem Reiche wird immer nur die Möglichkeit bleiben, diese ober jene Frage gesetzlich zu regeln. Es handelt sich vor allem um den Unterschieb zwischen Jnbustrie unb Handwerk. Die Schwierigkeit biefer Frage ist hier unb in ben Sanbtagen oft genug festgestellt worben; ich hoffe, bafe bie demnächst zu- fammentretenbe Konferenz, bie sich barmt befassen Wirch, zur Klärung beitragen wirb. Bezüglich ber Sßanbetau 111- onen glaube ich, bafe eine weitere Verschärfung ber bestehenden Vorschriften eintreten kann. Hebet bie Frage, ob bie gesetzliche Regelung über die Wander lager im Interesse beS Mitte^ stanbes geändert werden soll, schweben Erörterungen. Dabei find in einzelnen Bundesstaaten noch Schwierigkeiten zu überwinden. Gewünscht wurde hier eine Beschränkung des Hausier han» dels, insbesondere nach der Richtung, bafe die Erteilung bet Wandergewerbescheine von ber Bedürfnisfrage abhängig gemacht wird. Dagegen sind aber erhebliche Bedenken, und eine Einig- feit ber verbündeten Regierungen über diese Frage ist nicht vor. Händen. Es ist nicht leicht, die Materie in angemessener Weise zu lösen. Beratungen mit den Bundesstaaten, speziell mit Preußen, find in Aussicht genommen. Weiter ist eine Neuregelung des Submissionswesens gefordert worden. Wir find aber nicht in ber Lage, ben Einzel- floaten ober ben Kommunen Vorschriften zu machen. In Preußen sind erst vor kurzer Zeit neue Grundsätze ausgestellt worden, bie auch in ben Reichsbetrieben befolgt werben. Jedenfalls werde ich die Frage prüfen und mich mit anderen Ressorts in Verbindung setzen. Ein Bild von ber Bedeutung der geforderten Zen- tralstelle für bie Tertilinbustrie kann ich mit augenblicklich noch nicht verschaffen. Ich habe auch mit Sachver- ftänbigen schon über die Frage verhandelt; auch da ergab sich keine Klarheit. Die Frage soll aber weiter verfolgt werden. WaS bie Forderung anlangt, unsere Industrie unabhängiger von ausländischen Rohprodukten zu machen, in erster Linie bei der Baumwolle, so gehört das zum Kolonialetat. Soweit der inländische Handel in Betracht kommt, w-.rd biefer ßcage alle Aus. merliamfeii geschenkt. Freilich wird noch einige Zeit erforderlich Das find im wesentlichen nicht diejenigen Summen, die der buftricQe, sondern bet kleine Mann hinterlegt. Wenn man berücksichtigt, wird man unmöglich behaupten können, bafe wir auf sozialpolitischem Gebiete eigentlich recht kümmerliche Leistun» gen auszuweisen haben. Wir sind von ber ernstesten Besorgnis erfüllt, dass es bem Reichstage nicht möglich Jein wird, alle letzt vorliegenden sctzialpolitischen Gesetze zu verabschieden, bie Reichs» Versicherungsordnung, die Novelle zur Gewerbeordnung, die No- belle über die Heimarbeit und der Gesetzentwurf über die Arbeits- fammem. Aber bad. was verabschiebet werden kann, ergibt doch ein ganz erkleckliche'- Guthaben für die Verbündeten Regierungen auf dem Gebiete sozialpolitischer Leistungen. Es ist darauf hingewiesen worden, dass die verbündeten Regierungen von der Voll- macht des Bundesrat», regle me ntierende Best immun» gen für die Betriebe zum tragen können, allmählich erfaßt, lieber die wenigen Betriebs- gruppen, bie noch ausstehen, schweben zurzeit Verhandlungen. Aber es gibt eine Reihe von Betrieben die wegen ihrer Ver- fchiedenartigkeit gewisse Hindernisse für eine allgemeine Reglementierung bieten. In diesen Fällen haben mir mit ausgezeichnetem Erfolg mit der ©emcrbepoluei eingegriffen. ES ist uns dadurch z. B. gelungen, die Verhältnisse in den Schleifereien des Wuppertals in mustergültiger Werse zu regeln Wir sind ferner in ber Lage bei der Neueinrichtung von Betrieben bestimmte Vorschriften zu macken, ohne deren Er- füllung die Konzession nicht erteilt wird. Daß wir so verfahren können, halte ich für einen sozialpoliMcken Fortschritt. Nichts ist nachteiliger, als das Reglementieren von großen Betrieben für ganz Deutschland. (Sehr richtig!) Man wird habet weder ben Interessen der Arbeiter noch denen der Arbeitgeber gerecht. Je individueller, desto besser. DaS wir diesen Weg beschreiten können, ist ein Beweis unserer sozialpolitischen Geschicklichkeit, wird die Bedeutung der landwirtschaftlichen Produktion voll anerkannt und es wäre nur zu wünschen, daß die volkswirtschaftlichen Kräfte in Handel, Gewerbe und Industrie bei den Freunden des Herrn Pauli so sine ira anerkannt würden, wie es in der von die Gefahr des Panamerikanismus, das vor allem auch gegen den deutschen Wettbewerb sich richtet, m nähere Zukunft gerückr. Ich frage ben Staatssekretär, ob eS richtig ist, daß wir an ben von Amerinka gegenüber Kanada gewährten Zollerinäfeigungen nicht teilnehmen Wir haben feiner- zeit bei dem Slbkommen mit den Vereinigten Staaten volle Meistbegünstigung vorausgesetzt; damit steht dies neue System von Vorzugszöllen im Widerspruch. Wir bitten die Regierung, unsere Interessen wahrzunehmen. Der Handelsvertrag mit Portugal bat un vorigen Jahre heftige Kämpfe entfesselt. Wenn wir feststellen, wie kolossal die Einfuhr von Wein und Weintrauben usw. aus Portugal in diesem einen Jahre gestiegen ist, bann versteht man, bafe bie Handelskammer von Oporto, als die Meldung von der Annahme des Handelsvertrages durch den deutschen Reichstag cintraf sofort ihre Sitzung aufhob, und sich in geschlossenem Zuge zum Minister begab, um ihm zu danken. Wir haben jedenfalls mit oiesem HandelSvertrao ein sehr schleckt.S Geschäft gemacht. Ich gehe nicht so weit wie die Eingabe des HandelsvertragSvereins, oer den Reichskanzler zur Kündigung deS Vertrages auffordert auf Grund einer Klausel im Vertrage, wohl aber jollte Portugm veranlaßt werden, auf btt Tabelle A zu verzichten, die immer noch wie ein Damoklessckwert über der deutschen Industrie schwebt. Freilich glaube ich bei dem Tohuwabohu in Portugal nicht dass c5 dort so bald zu einem gesetzlichen Vorgehen in handelspolitiicher Beziehung kommen wird. Gegenüber der protektionistischen Richtung in Frankreich hat die Reichsregierung eine Erhöhung ber Schaumweinzölle usw. vorgenommen, so bafe wir eine Interpellation zurückziehni konnten. Repressionen find barauf nicht erfolgt. Diese Politik ber Starke sollte auch sonst, wo sie erforderlich ist, getrieben werden. Da» einzige Organ, baS bei ben Hanbelsverträgen mittomt, ift ber Wirffchaftliche AuSsckufe; er ist reformiert worden, auch durch Zuziehung der Tertilinbustrie, aber die sächsische ist übergangen - iibt auch geographische Wirtschaftszentren. Die lung inBrüssel war ein glänzender Erfolg des deutschen Gewerbefleisses. Dem ReichSamt des Innern und Herrn Geheimrat Ravene gebührt dafür großer Dank. Hier war dem ReichSamt des Innern aus den Kreisen der Industrie ein Vertreter zur Seite gestellt zur Organisation und Repraien- tation. Vielleicht gelingt es so auch bei anderen Gelegenheiten tn den ganzen VerwaltungSMaximen und vielleicht auch bet der sozialen Gesetzgebung die Bureaukratie durch bie Selbstverwaltung zu ergänzen. Leider wird sich Deuffchland auf ber Die h» fc. Frankfurt a. M., 13. März. (Orig.-Lelegr. des ,®iefc. Dillenburg, 12. März. Der unter dem Protek- 100 Kg. 3u)t unmutig gewicht Mk. 44-49 79-88 ^tr flgfigj I einer , I treten? 41-00 86—00 35-00 8A-00 48.00-51.00 68.00-65.00 48.00-50.00 60.00—6L(0 61.00—62.00 49.00-51.00 62.00—64.00 49.50—51.00 vom Rumple getrennt. — Em 16 Jahre altes Dienst mädchen machte am Freitag mittag zwei Selbstmord^ 43—47 38—42 46—49 40—45 71-78 63-70 56-60 52-55 45-51 83—89 74-83 Mk, 91-93 91—93 50-54 50—58 76-81 75-83 61-72 56-64 46-69 93-100 88-98 76-86 °"'uch°, intern e8™i in bie Lahn ging aber iedes- mal, wenn ihm das Was,er am Halse stand, wieder umkehrte. Laggons M. 6.5U-8.00, im Kleinhandel Mt. 9.00-0.00 für je 41-45 39-43 33-39 28—32 20—26 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80-100 kg Lebendgewicht VoUsleijchlge Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Vollsleischtge Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht Vollfletschtge Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht...... te. Frankfurt a.M. Vi ehhof-Markt beri ch t vom 18. März. Austrieb: 1353 Rinder, 418 Ochsen, 44 Bullen, 891 Kühe und Färsen, 33d Kälber, 214 Schale, 2023 Schweine. Tendenz: Rinder: gute Ochsen gesucht, sonst langsam, ge- räumt, Kälber und Schaje ruhig, Schweine lebhaft. taten und i j rralen' | gegens $ zurückgc Mg Ehrges I folei unmöi P rühren ir Njung be Molie gehe Üühel vollze listiger intri Material ge M Pisa, m^oigt WM ^genomme- Eulturgrad N) steht. 3 3l"t t. N nur mi torate des Prinzgemahl Heinrich der Niederlande stehende Gesangwett st reit in Dillenburg ist auf den 5. bis 7. August gelegt worden Die Feststimmung wird durch die Anwesenheit des Prinzen Heinrich, der deni Wetlsingen voraussichtlich beiwohnt, eine besondere Steigerung erfahren. Ehrenpreise sind in solchem Werte zugesagt worden, der sie jeden Wettbewerb aushalten läßt. Die vom festgebenden Verein „Licderkranz" ausgesetzten Geldpreise belaufen sich auf rund 2000 Mark. Dazu kommen noch eine Anzahl Fürstenpreise. Die Meldefrist für die Vereine endet am 1. April. <ßcrid)t»faaL R.-B. Darmstadt, 11. Db-rz. Tie heutige Sch w uriger ichtsverhandlung wegen Verbrechens tm Amt richtete sich gegen die lLheirau des Landwirts unb Popagenten Laleiitin Brüüma n n 1. m Bürstadt, geb. perle m Mainz, ivegeii Veruntreuung amtlicher Gelder. Durch eine amtliche Reviston entdeckte man i. ^t, daß die Bürstadter Postagenlurknsse ,richt sllininle und der Fehlbetrag wurde in Hohe von 37uu Alk. sestgeslelli. 1000 'Mk. hiervon 'andeu sich nachträglich im Bell der ötan versteckt vor, >vo auch eine Anzahl nicht beiörderter Post- anweiiungen und betfeüe gebrachter Briese verborgen waren. Tie 'Angctlagie hat eine gute Erziehung genossen und war im Jahre 1886 als Lehrerin an der Volksschule in Büriiadt angestellt. Hier lernte sie ihren Alaun kennen und heiratete tm Jahre 1887. Sie besitzt einen r-l,ährlgen Sohn nnd eine 19jährige Tochter. Tas Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Unislände aus sieben Al o n a t e G e i ä n g n i s. Handet. — Konkurse in Hessen. Ueber das Vermögen der Christoph Roll Witwe in Darmstadt, Bessunger Straße 92, wurde am 6. März das Konkursverfahren eröffnet, da ste nach ihrem glaiibwürdigen Zugeständnis zahlungsunsahig ist. Rechisanivalt Kalbhenn in Dariniladl wurdezuin Koilkursver- ivaller ernannt. KonknrS'orderuugen sind bis znm 20. Alärz bei dem Ainlsgericht Tarmstadl 1. anzumelden. — Ueber das Vermögen des Kailinianns Edmund Schreiner in D a r m st a d t iviirde am 6. Alärz das KonknrSversahren eröffnet, da der Glällbiger Dicker & 'Lerneburg in Halle a. S. die Eröffnung beantragt Hal und der Gememschuldner zahlimgsuusähig ist. Rechtsanwalt K e rn in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- sorderungen sind bis zuni 30. Alärz bei dem Amtsgericht Tarm- Iladl I. anzumelden.- liebet den Nachlaß des am 29. Januar 1911 in Darm,ladt verstorbenen Bernhard Mainzer, soivre über das Veilnögen der Bernhard Alainzer Witwe, Johanna geb Landau, Lauleichlägerstraße 14 m Tarmiladt, wurde am 25. Febr das Konkursversahren eröffnet, da glaubhait nachgeiviesen ist, daß dec Nachlaß ilberschuldet und die Alamzer Wilwe zahlungsunfähig ist. Rechtsanivalt Tr. Br sicher in Tarmstadl wurde zum Kon- kursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis zum 15. April bei dein Amtsgericht Darmstadt 1. anzumelden. — Ueber das Vermögen der Firma Aug. Wagner m Klein-Felda und des alleinigen Inhabers derselben Konrad Bölzing I. in Ehringshausen wurde am 7. Alärz das Konkursverfahren eröffnet. Rechner Karl P s a n n st i e t L in Ulrichstein wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konlurssorderungen sind bis zuni 2. Alai bet dem Amtsgericht Ulrichnein anzumelden. StaOt tinO CanO« Gießen, 14. Alärz 1911. ** Der Sängerchor des Turnvereins Gießen 1846 veranstaltete am Samstag im Saale des Hotel Großherzog von Hessen einen sehr gut vorbereiteten Familienabend. Der gut geschulte Chor, dessen Mitgliederzahl in der letzten Zeit stark zugenommen hat, erntete für seine Vorträge wohlverdienten Beifall. Sehr gut gefiel der Dirigent, Klavierlehrer Hermann Fischer, mit seinem Solis auf Klavier und Xylophon, die ein Bild von vielem Können und großem Verständnis gaben und einen nicht enden wollenden Beifall ernteten. Weiterer Genuß wurde den Teilnehmern durch zwei Flötensoli, vorgetragen durch Herrn Helwig, welchen von den Zuhörern mit peinlichster Ruhe gefolgt und großer Beifall gezollt wurde. Ein Solo, gesungen von Mitglied Herrn. Lehmann, sowie die Duetts, vorgetragen von den Mitgliedern Bingel und Lehmann, sowie Schwaab und Wittenbecher fanden ihren wohlverdienten Anklang. Der Tanz, darunter ein Blumenwalzer, trug ebenfalls dazu bei, daß sich alle Teilnehmer eines unterhaltenden und vergnügten Abends erfreuen konnten, was schon aus den Worten des Herrn Weidig, der im Namen der eingeladenen Gäste das Wort ergriff, zu entnehmen war. ** Kosten der Armenp flege in der Gemarkung Schiffenberg. Für das Rechnungsjahr 1909 sind zur Deckung der in der Gemarkung Schisfenberg erwachsenen Unterstützungskosten 187 utt, 74 von den Steuerpflichtigen zu erheben und nach Maßgabe des bestehenden Statuts auf ihr gesamtes Steuerkapital auszuschlagen. Der Prozentausschlag berechnet sich auf 3,45 . Die Erhebung der Umlage erfolgt im Marz durch die Bezirkskasse I in Gießen. LanOkreis Gictzen. X Klein-Linden, 12. Mär^z. Im den Ruhe st and trat Bahnbeamler H. Schmidt, der 38 Jahre im Bahndienst gestanden hat. Er erhielt vom Kaiser das Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste. — Sein 50jäyriges .Arbeitsjubiläum feiert im Mai der Werkmeister Mandler, der seit seiner Schulentlassung ununterbrochen in der Tabak- und Zigarrenfabrik Gail tätig ist. Kreis Schotten. = Schotten, 12. März. Bei der am 8. März unter dem Vorsitz des Geh. Oberschulrats Block an der hiesigen militärberechtigten höheren Bürgerschule ^Realschule) abgehaltenen Abschlußprüfung bestanden sänitliche 10 Untersekundaner (darunter 1 Schülerin); vier von ihnen waren von der mündlichen Prüfung befreit. Starkenburg juö Rheinhessen. he. Darmstadt, 10. März. Dem Privatdozenten Dr. Phil. Wilh. Pinder in Würzburg wurde die erbetene Enthebung von feiner Stelle bewilligt; er übernimmt vom 1. April 1911 ab das Ordinariat der Kunstgeschichte an der hiesigen Technischen Hochschule als Nachfolger von Prof. Dr. Ruoolf Kautzsch. Hessen-Nassau. Q Diarburg, 12. 2'läcz. Neuerdings ist man dem Plane, anstelle dec Pferdebahn eine elektrische Straßenbahn-Verbindung hier cinzurichten, wieder nähergetreten. Eine am Freitag abgehaltene öffentliche Versammlung des BürgeroercmS richtete eine Eingabe an die städtischen Köiper- schäften, die Vorbereitungen für eine elektrische Straßenbahn in die Wege zu leiten. n. Dtez, 10. März. In dem Basaltwerke Pütschbach bei Wallmerod ereignete sich gestern mittag ein schauerlicher Unfall. Beim Ausfahren aus der (Stube wurde dem Stcm- kipper Retijch, der sich jedenfalls unvorstchligerwetse über die Brüstung des FördcrkorbeS gebeugt hatte, der Kopf glatt Märkte. ic. Frankfurt a. M., 13. Alärz. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz/) Amtliche Rotterungen der heutigen Fruchl nrarktpreif e. Wetzen Alk. 20.30—20.40, Kurheff. Rik.2O.3o— 20.50, nordd. 00 Alk., La Liam Kansas Alk. uo.oo—00.00, Roggen (hiesiger) Alk. 16.00 bts Mk.16.15, 'berste (Wellerauer» Alk.18.00—19.00, Gerste Franken Pfälzer Rleo Alk. 18.50—19.50, Kleie Alk. 00.00-00.00, Hafer Alk. 15.75 bis Alk. 17.00, AlaiS Alk. 13.60—14.00, Weizenmehl 0 Alk. 29.50 bis 00.00, 2. Qualität Alk. 23.75—00.00, 3. Qualität Alk. 22.25 blS Alk. 00.- 0, 4. Qualität Alk. 00.00-00.00, Roggemnehl 0 Alk. 22.50—23.00, 1. Qualität Alk. 00.00—00.00, 2. Quast Alk. Oo 00 bis 00.00, Weizenkleie Alk. 8.75 bis Alk. 9.00, Weizenschale Alk. 9.25—9.50, Roggenkteie Alk. 9.00 bis Alt. 9.50, Malzkeime Ochsen. Dollfleischige, auSgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 4—7 Jahre alt • . die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge flelschige, nicht ausgemästete und allere ausgemäslete Mäßig genährte junge und gut genährte ältere Butten. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. VoUstetschige, jüngere Färsen, Kühe. Vollfletschige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. Vollfteischlge ausgemäsleteKühe höchstenSchtacht- wertes bis zu 7 Jahren . wenig gut entwickelte Färsen ältere ausgemästete Kühe ....... Aläßlg genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen .... K ä t b er. Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... Geringere Alast- und gute Saugkälber . . . Schale. Stallmastschase: Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . Aeltere Masthammel, gut genährte junge Schale und geringere Masttämmer... .... Für schwächliche Hindert Habe Ihr „Bioson" bei meinen beiden Enkelkindern, welche ich in der Pflege habe, mit sehr gutem Erfolg angewandt. Die Kinder' wovon das eine sehr schwächlich war, haben nach Verbrauch von 3 bis 4 Pakeien ein ganz anderes, gesundes Aussehen bekommen und laufen über Alles weg. Werde Ihr „Bioson" in meinem ganzen Bekanntenkreise warm empfehlen. Frankfurt a. M., 8. August 10. Frau Georg Koch, Offenbacher Landstraße 7. Unterschrift beglaubigt: Reichmann, Notar. 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Menthol wird in 85 Gramm Bay-Rum ausgelöst und dann werden 30 Gramm Livol« de Composöe hinzugefügt. Ein Teelöfselchen voll befferen Parfüms gibt ihm den gewünschten Wohlgcruch. Dies Rezept beseitigt »ich! nur die Schuppen, man spricht ihm auch wirklich bemerkenswerte den Haarwuchs fördernde Eigenschaften zu. Es kann von jedes Apotheker oder Drogisten zusammengestellt werden. Sein Erfolg liegt in seiner regelmäßigen Anwendung. Man bürste das Haar ösiers und nehme von Zeit zu Zeit eine Waschung vor. Heiße Lockenscheren sind zu vermeiden, denn sie geben dem Haar em glanzloses, lebloses Aussehen. (seeA Isellst ehe ker tzeTLnMe Erfokg^ssH esnsiekkk, SS Ist gemangelt toorbeUt haß kein .Gesetz über kdaS ShndikatsTasett ftiorgelegt worden ist. Ich habe schon im vorigen Jahre "aus die Schwierigkeiten hingewresen, die sich einer zweckentsprechenden !Regelung entgegenstellen. Ein besonderer Anreiz, gerade jetzt zur Lösung dieses Problems zu gelangen, kann nicht vorliegen. Jeden- »falls wird der Zeitpunkt gesetzgeberischer Maßnahmen, in daS SyndikatSwesen einzugreifen, erst gekommen sein, wenn wir wissen, wie die Tinge sich entwickeln. Jedenfalls möchte ich jetzt nicht die überaus schwierigen Verhältnisse der Syndikate durch gesetzgeberische,Experimente beeinflussen, deren endgültiger Vrlauf unübersehbar fein würde. Ter Abgeordnete Stresemann hat sich diesmal über den Wirtschaftlichen Ausschuß entgegen, kommend geäußert Man hat sich Wohl davon überzeugt, daß ich bemüht bin, den Wirtschaftlichen Ausschuß so arbeiten zu lassen, wie eS wünschenswert isst Ter Wirtschaftliche Ausschuß hat nicht etwa die Frage, ob Schutzzoll oder Freihandel, zu entscheiden, er hat die verbündeten Negierungen in erster Linie bei der Vorbereitung der Handelsverträge über bestimmte technische Fragen, die gelöst werden müssen, zu unterrichten, und sie ferner in der Ab- ,Wägung dessen, was in den Handelsverträgen zu vereinbaren ist, zu unterstützen. Ich habe voriges Jahr die Zahl der Mitglieder von 86 auf 48 erhöht Ein Drittel ist der Landwirtschaft, zwei Drittel sind dem Handel und der Industrie zugefallen. Diese Verteilung entspricht ungefähr den tatsächlichen Verhältnissen. Zwei Drittel der Mitglieder werden vom Deutschen Landwirt. schaftSrat, vom Deutschen Handclstag und in Ergänzung dessen vom Zentralverband Deutscher Industrieller vorgeschlagen. Ich habe immer ungefähr angegeben, welche industriellen Interessen zurzeit im Ausschuß stark oder schwach vertreten sind und auch ungefähr die geogravhischen Jndnstriebezirke, aus denen die betreffenden Herren stammen, und die Körperschaften gebeten, danach ihre Präsentation einzurichten. Bei der Aus. Übung des Berufungsrechts, das mir zu steht, habe ich dann noch weiter gesucht, ausgleichend tätig zu fein. Bei der Vorbereitung der Handelsverträge werden außerdem noch zahlreiche Sachverständige vernommen. Beim schwedischen Handelsvertrag betrug deren Zahl 280. Auf diese Weise werden wir gewiß allen berechtigten Wünschen gerecht. Bevor wir die gewünschten Erhebungen über Me Verhältnisse öeS kaufmännischen Mittel. st a n d e S entfetten, müssen wir erst die Ergebnisse bet Berufs- und Betriebszählung von 1910 abwarten. Der Staatssekretär äußert sich über die Frage der Konkurrenzklausel unb verweist auf die großen Meinungsverschiedenheiten in den Interessenten, kreisen. Im vergangenen Jahre hat Müller-Meiningen erklärt, er würde alljährlich mit einer Interpellation über die Hand, habung des Vereinige setzcs kommen, chis die Bundesstaaten sich entschlossen haben, das Gesetz so auSzuführen, wie es der Gesetzgeber gemeint hat. In diesem Jahre hat Dr. Müller- Meiningen sich an Stelle derJnterpellation schon mit einer Anfrage bei meinem Etat begnügt. Ich schließe daraus, daß die Mißstände nicht mehr so groß sind. (Heiterkeit.) Auch meine eigenen Eichebungen haben zu dem Ergebnis geführt, daß die Miß- griff6 in Abnahme s i ch befinden. Ich selbst habe un letzten Jahre überhaupt keine Beschwerde erhalten, und auch Bie Henrrälvechllrvest lter Einzelffaalen^ havür tnVerffgelelTf, Saß die Zahl der Beschwerden bei ihnen abgenommen hast Wenn immer noch über Mißgriffe geklagt wird, so berechtigt daS doch nicht zu dem Schluß, oaß das Gesetz miserabel isst Man muß doch bedenken, welche Unzahl von Versammlungen und Umzügen im Laufe eines Jahres in Deutschland abgehalten werden. Tann kann man aus der geringen Zahl der Beschwerden wohl entnehmen, daß die Behörden ansangen, sich mit dem Gesetze vertraut zu machen, und zwar schneller, als eS selbst die Herren auf her Linken erwartet haben. Tie vorgetragenen Beschwerden sind zweifellos ebenso interessant wie wichtig gewesen. Aber das Reich kann doch nur einschreiten, wenn die Bundesstaaten grundsätzlich gegen das Vereinsgesetz verstoßen. TaS kann aber nicht behauptet werden. Es bleibt nur bet Erlaß deS preußischen Ministers deS Innern über bie Genehmigung öffentlicher Umzüge. ES wäre allerdings ein grundsätzlicher Verstoß gegen daS Vereinsgesetz, wenn der preußische Minister des Innern öffent» liche Auszüge generell verboten hätte. DaS ist aber nicht geschehen. Gr hat nur in seinem Erlaß am Schlüsse gesagt, daß in bet Regel öffentliche Aufzüge unterbleiben sollen, da, wie die Dinge heute hegen, darin eine öffentliche Gefahr liege. Die Möglich, feit von öffentlichen Aufzügen hat er also zugelassen. Ich halte es für ausgeschlossen, daß mit Rücksicht auf die zahlreichen Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts oer vielfach erörterte Erlaß noch weiterhin mißverständlich aufgefaßt werden könnte. Hoffentlich wird Dr. Müller-Meiningen im nächsten Jahre an Stelle einer Interpellation die freundliche Feststellung machen können, daß er jetzt mit her Handhabung des Bereinsgesetzes zu° frieden ist. (Heiterkeit.) Dr. Müller-Meiningen hat bann ein gesetzliches Eingreifen verlangt, durch Vorschriften über bie Beschaffenheit der Wahlurnen das Wahlgeheimnis zu sichern. Bei den beiden letzten Reichstagswahlen, die auf Grund des neuen Wahlreglements vor» genommen wurden, waren rund je 60 000 Wahlurnen im Ge- brauch. Proteste wegen der fehlerhaften Beschaffenheit der Wahlurnen lagen im Jahr- 1903 102 und tm Jahre 1907 54 vor. Diese 156 Fälle machen 1,3 pro Mille aus, und die Wahlprüfungs« kommission hat nur etwa 50 für beweiserheblich gehalten. (Hört! Hört! rechts.) Unter diesen Umständen kann man wirklich nicht die Notwendigkeit des Erlasses gesetzlicher Vorschriften anerkennen. Ich stelle ober ausdrücklich fest, daß es unanständig ist, wenn Wahlvorsteher sich dazu hergeben, durch künstliche Manipulationen das gesetzlich garantierte Wahlgeheimnis zu durchbrechen. (Lebhafter Beifall) Aber eS ist ebenso unanständig oder noch unanständiger, wenn Doppelwahlen vorkommen, wenn Stimmzettel für Leute abgegeben werden, die gar nicht am Orte der Wahl wohnen Es ist vorgekommen, daß dieselben Leute an drei Stellen wählen. (Hörtl Hört! rechts. Zuruf links: Die Leute werden ja bestrafte Ich haoe auch hierüber eine Statistik aufgemacht, und es hat sich herauSgestellt, daß es in den aller, seltensten Fällen möglich gewesen ist, den Schuldigen zu fassen oder zu überführen. Wie weit gesündigt wird, können Sie daraus ersehen, daß in Bremen bei einer einzigen Wahl 72 Personen ihr Wahlrecht ausgeübt haben, die unbekannt wohin von Bremen verzogen waren. Bei Gelegenheit wäre es gewiß an der Zeit, diese und andere Uebelstände außzumerzen. Aber daS kann nicht ein überlasteter Reichstag machen. Die Frage der zu kleinen Wahlbezirke ist nicht so einfach zu regeln. Kleine Wahlbezirke haben für die Wähler ein großes Interesse, Mck ,fl' tri ili( SL flüssiger Mhnie D°n. Jöit Me Serke SB^ge Auröckzulegen haben. Dem erhöhten Schutz bei Wahlgeheimnisses auf der einen Seite steht also bie Beschränkung vieler Wähler in der Ausübung ihres Wahlrechts auf der anderen Seils gegenüber. Ich werde aber speziell vor den nächsten Neuwahlen dafür Sorge tragen, daß dieser Frage die stete Aufmerksamkeit geschenkt wird und ich werde die Behörden darauf aufmerksam, machen, daß als Wahlurnen nicht Gefäße verwandt werden sollen, die zu Mißbräuchen Veranlassung geben können, unb daß auch sonst alles geschieht, um das Wahlgeheimnis au sichern. (Beifall.) Ich haste die Bundesregierungen um Anordnungen ersucht, daß die Ersatzwahlen in denselben Fristen erledigt werden, in den-n Neuwahlen nach der Auflösung stattgefunden haben. WaS das Theatergesetz anlangt, so hat Preußen Vorschläge ge. macht, die im VundeSrat demnächst erörtert werden sollen. Wenn Dr. Müller den Wunsch ausgesprochen hat, auch die Theater, zensur bet dieser Gelegenheit zu regeln, so möchte ich davor toarnen. Die Ergebnisse der Beratung im Bundesrat werden demnächst mit den Interessenten besprochen werden. (Lebhafter Beifall.) Abg. Drejskt (Pole): Wi- steht es mit der ReichSversicherungßordnung? Wir erwarten nicht viel von ihr. Denn vorläufig bringt sie nur neue Lasten. Der Redner führt Beschwerde über die Versagung von Invalidenrenten. Die bisherige Wohnungsfürsorge ist ungenü. genb, sie wird zudem in Preußen zu politischen Zwecke mißbraucht. Ein Regierungsrat hat gesagt, der Westen des Reichs werde jetzt von den Polen verseucht. Das ist eine Unverschämtheit. (Präsident Graf Schwerin ruft den Redner zur Ordnung). Wenn Dr. Stresemann den sozialdemokratischen Terrorismus verurteilt, mußte er auch den Terrorismus brandmarken, den die Schlotbarone im Westen durch die Arbeitsnachweise qusüben. Die Polizei sucht vielfach polnische Berufsvereine zu politischen Vereinen zu stempeln, um ihre Versammlungen anmeldepflichtig zu machen. Die polnischen Vereine werden von den Landräten geradezu mißhandelt. Der Sprachenparagraph wird in der willkürlichsten Weise angewandt. Die Polen leiden ebenso unter dem Polizeisäbel, wie die Leute in Moabit. Abg. Rieseberg (Wirtsch. Vag.): Wenn die Nationalliberalen wirklich so landwirtschaftsfreundlich sind, bann haben sie jetzt die beste Gelegenheit, eS zu beweisen. Dann sorgen Sie dafür, daß in Gießen nicht der Sozialdemokrat gewählt wird. (Lachen links.) Für Turin darf keine größere Summe gewährt werden. Der Mittelstand hat an diesen Weltausstellungen kein Interesse. Der Redner kritisiert dann die Handelsvertrags • Politik. Die Sozialdemokraten suchen nur die Arbeiter zu verhetzen. Aber es gibt noch vernünftige Arbeiter, die sich nicht einfangen lassen. Entweder ist es Dummheit oder bewußte Verhetzung, wenn die Sozialdemokraten behaupten, dieser Reichs, tag habe sozialpolitisch nichts getan. Es ist der Fluch der Ge. werkschaften, daß sie sich den ^Genossen" verschrieben haben. Der Redner spricht bann unter zahlreichen Zwischenrufen der Sozial- bemofraten gegen den sozialdemokratischen Bäckerverbanb, bei dem Schieber erster Güte tätig seien. Ter Redner vertritt barm nochmals bie bereits vom Abg. Pauli vorgebrachten Mittelstands, forderungen. Nachdem noch Abg. Bruhn (Rfp.) gesprochen hatte, vertagte das Haus die Weiterberatung auf Dienstag 1 Uhr. Schluß gegen 8 Uhr. . Mk. 00.00—00. -0, Raps 'Mk. 23.00 - 00.00, Biertreber 12.00-12.50 , Alles per 100 Kg. ab hier. Zwei Zui Odern an i värlig m de angeblich 5üls die At spartet i Muß fiir Men borul Mnglno « GntlN auillick Ml'von de mj hie Dier a -urbeh noch Kimmen geze rillen, am D 91 Sine Zu WV. eine gejt ‘te Aahlpa acht auf e Mg des zu 7Äorstand< bet Vor M Grund t HimmunA i ist nach j ^spräche i Zunahme d Ärjland au fquenzen )tt Agitatv iHigen Be' Tie Pc Politik Ver jetzige polit i. Arc e (ei libera «ei, ob n 'Dogen iii , "°rung der S bei dem *”i« Hel ■ 0- Leiche U. gespiest M dem S k« II, 3’ Siitett I» die San S Sonbii M°it ■> bleiet Ont Ur M 1» , It Ä t4 > tzed fei* Preis für 100 M 1 . iid). Lebend- Schlacht-