Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. — Der zweite Kongreß der Internationalen Vereinigung Tür Rechts- und Wirtschaftsvdilo- ,'ovhie findet m der Pfingstwoche 1911 in Darmstadt statt. Tas Protcttorat hat der Großherzog von Hessen übernommen. Die Beratungen fuiOcn am 7., b. und 9. Juni statt. Es ntcrocn folgende Vorträge erstattet: laj Verhältnis von Soziowgie und Rechtsphilosophie, Tnsbesondere die Förderung der Rechtsphilu», sophre burd) btc Sozwlogic. Bon Geh. Justizrar Bros. 2t. Joses Kohler Berlin und Vroi. Tr. Felix Somlö (Mausenburg-; lb) Soziologe- und Rechtswissenschaft. Bon Prof. 2r. Theodor Niemeyer .Mel-: 2a Reform des Rechtsunterrichtes und der Richtcrvorbilduna. Von Proi. Tr. Josephus Fitta -Amsterdam, Prof. Tr. Wolfgang Mirtcrmcyer ,Mel und Pros. Tr. Arthur von Kirchen he im >$)eibelbeig : 2b T-ie Gefahren einer GerühlSjurispruden;, in der deutschen tz^egenwart. Von Tr. jur. Fritz Ber olzheimer Berlin ; 2c, Juristisch^ Studium und Revelitorium. Von Tr. Walter Pollack Berlin,; 2d Tic Bedeutung der Psychologie für die Rechtsiorschung^ und die Vorbildung der Juristen. Von Landgerichtsrat 2t. I. x. Zuttus Friedrich, Privatdozent an der Universität Gietzen: 3 Ist eine Armäherung der europäischen Staaten oder doch einer größeren Staatcngruvpe durch Beseitigung oder Minderung der Zollschranken möglich? Von Professor 2r. Georg Cohn Zürich und Rechtsanwalt 2r. Leo Vossen .Aachen,; 4? xas Weltmarkensystem. Von Justizrat Pros. 2r. Alexander Katz, Professor 2r. Osterrichl Berlin, und Rechtsanwalt 2r. Martin Wassermann Hamburg ; 5a, Akkordarbeit und Volkskrafr. Von Prof. 2r. Ricard Ehrenberg Rostock); 5b) Regelung ber Akkordarbeit. Von Magistratsrat Paul Wölbing Berlin ; 6‘ 2ic F r a uenerwcrbsarbcit und ihre Probleme für die Gesetzgebung- Von 2r. Hans Dorn, Privatdozem an der Technischen Hochschule in 'J.'Üind)cn; 7j Entscheidung der Geschworenen über dw Probe-Strafaussetzung. Von Exzellenz Wirk!. Staatsrat Pros. Dr Pelex Pu storoslew Jurjew,. An jeden Vortrag schließt teuer liegt, für notwendig: er schlägt jedoch eine Milde- nmg vor: es soll die Verpflichtung ohne Aufforderung außer bei der crftmaligcn Veranlagung nur für die Pflick tigen erster Abteilung bestehen, aber auch nur bann, wenn die Erhöhung des Betriebskapitals um 10 Proz. oder um mindestens .3000 Mk. bereits für drei aufeinanderliegende Jahre bestanden hat. Tie Deklaration auf besondere An orderung soll nur ersolgen müssen, wenn der Pslichtige eit mindestens 3 Jahren keine Erklärung abgegeben hat. Tie von der Ersten Kammer vorgeschlagene Feststellung nach dem dreijährigen Durchschnitt wurde angenommen. Für die Warenhaus steuer will die Erste Kammer nur eine Besteuerung in der Form eines Zuschlags zur werbesteuer, nicht uarf) dein Umsatz, wie dies die Zweite Kammer beschlossen hat. Bei der Fassung der Vorlage, bezüglich der Filialsteuer, wo die Erste Kammer nur ausnahmsweise eine Besteuerung nach dem Umsatz wünscht, bebarrt der Ausschuß bei seinen früheren Beschlüssen. 2er von der Ersten Kammer vorgesehenen Beseitigung einer möglichen Kamulierung von Warenhaus- und Filial steuer bat der Ausschuß der Zweiten Mumm er zugestimmt. 2er Befreiung der Sparkassen von der K a p i t a l v e r m ö g e n s st e u e r , die die Erste Kammer beschlossen Hal, hat der Finanzausschuß nicht zugestimmt. Im Schlustartilel hat der Ausschuß die von der Ersten Kammer vorgenommene Streichung der beschränkten Gel- t u n g s d a n e r des Gesetzes angenommen, dagegen hat er den Vorschlag der Regierung auf Aushebung des Gesetzes über die auf die Pfarr- und LchnlbesoldnngS- g ü t c r entfallende Steuer vom Jahre 1827, was von der Ersten Kammer abgelehnt wurde, wieder in die Vorlage ausgenommen. Der Kaifcr in Wiesbaden. Wiesbaden, 13. Mai. 2er Kaiser, welcher heute morgen den gewohnten Spazierritt unternommen hatte, hörte vormittags die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarineamts, Großadmirals v Tirpitz, und des Chefs des Marinekabinetts, Admirals v Müller. Er unternahm sodann eine Ausfahrt im Automobil. 2ie Abreise nach England erfolgt heute abend. 2er Kaiser wohnte auch dem letzten Abend der Fest- vorstellungen im .Hofthcatcr bet. In der Hofloge hatten neben dem Kaiser der Staatssekretär des Reichsmarineamts Platz genommen. „£ b cro n ' wurde in Wiesbadener Bearbeitung gegeben Tic musikalische Leitung hatte Professor Schl ar. 2en Huon sang Hensel, die Rezia Frau L e f f l e r - B u r ck h a r d. H a a g, 13. Mai. Tic Königin beauftragte den Adjutanten Vizeadmiral Ellis, den Kaiser Wilhelm morgen auf seiner Durchreise in Vlijingen zu begrüßen. V l i s s i n g e n , 14. Mai. Tie „Hohenzollern" mit dem deutschen Kais erpaar und der Prinzessin an Bord ist heute vormittag mit den Begleitschiffen in ^ec gegangen. Zum Angriff auf die theologische Zaiultät in Stehen. Herr Geheimer Kirchenrat Professor Dr. Kr ü g e r bittet uns um Abdruck nachstehender Zeilen: Herr Pfarrer Bernbeck hat mich in einer Anmerkung, die er dem Abdruck der Eingabe der Kirchlich-positiven Vereinigung an das Großherzogliche Oberlonsistorium beigegeben hat, als Eideshelfer für den Vorlvurf „unkirchlicher" Geistesrichtung der Gwßener theologischen Fakultät herangezogen und fich glücklich zurück in seine Wohnung. Einen solchen allgemeinen Leichtsinn begünstigte jener niedere Stand des Papiers. Ein ergangenes Patent hatte alle Welt verwirrt gemacht, die Dorhanbencn Zettel hatten allen Werth verloren, man erwartete die neuen Antieipationsscheine. Die Verkäufer und Empfänger konnten dem sinkenden Papier- locrth nicht genug nachrücken, den Käufern und Ausgeben- den gerieth es auch nicht zum Borthcil; sie verschleuderten Groschen und wurden so allmählich ihre Thaler los. 2er Zustand war von der Art, daß er auch den Besonnensten zur Verrücktheit hinriß." darauf berufen, daß ich den Ausdruck ,,uukirchlich" in^einem Artikel der „Christlichen Welt" selber gebraucht habe. 2annt mit diesem Ausdruck nicht von neuem Unfug getrieben wird, wie es vor 11 Jahren geschah, lege ich Wern darauf, u'stöu- tcllcn, daß im Zusammenhang jenes Artikels von der wtsten- fchaftlichen Arbeit des rheologii(1)cn_ Historikers btc Rede ist Von dieser Arbeit heißt es, daß sie „unkirchltch' sei, „sofern sie schlechterdings und überall mit Maßstäben arbeitet, die gänzlich außerhalb der kirchlichen Sphäre liegen , mit anderen Worten, weil sie fiel» „von kirchlichen Morgen oder gar Partei wünschen" io brlieft es unsere Eingabe aus gänzlich unabhängig hält und halten muß. 2aß man aus solchem „unkirchlichen" Eliarakler seiner Wisienschast einen Sck)luß auf „unkirchlichc Geistesrichtung" des xufto- rikcrs ober gar der Fakultät, der er anachört, ziehen kann, wird den Lesern dieses Blattes vermutlich gerade so überraschend sein, tvie es mir vor Jahren erschienen ist. _v\n- zwischen haben mich meine Ersahrungoi belehrt, daß in der kirchlichen Polemik so gut wie in der politischen mit vergifteten Waffen gekämpft wird. Wer rein bleiben will, läßt seine Hände besser davon. Goethe in Karlsbad. Goethes Aufenthalt in Karlsbad vor hundert Jahren, fnt Mai und Juni 1811, Mchncte sich durch befonders heiter bewegtes Lebc-n aus Dazu boten zwei Momente Anlaß. Den einen Grund teilt er feinem Freunde Zelter mit: „Weil meine Frau Pieper kam und die Equipage bep sich hatte, dadurch bin ich ins Freycrc und Weitre gelangt, mehr als die letzten Jahre, und habe mich auch an der Gegend und au ihrem Inhalt wieder frisch ergötzt, weil ich sie mit frischen Personen, die über gar manches ut ein billiges Erstaunen geriethen und sich sehr wohl gefielen, durchwandern konnte." 2er andere Grund l)atte eine allgemeinere Bedeutung: das Geld war damals sehr billig. Ungemein belustigend ist, was Goethe von diesem Karlsbader Aufenthalt in seinen „Annalen" berichtet: „In Geiellichan von lebenslustigen Freunden und Freundinnen übergab ten mich einer tagverzchrendcn Zerstreuung. Tie herkömmlichen Promenaden zu Fuß und Wagen geben Raum genug, sich nach allen Seiten zu bewegen: die näheren sowohl als die entfernten Lustorte würben besucht, zu welchen sich noch ein neuer auf eine fast lächerliche Weise gefeilt hatte. vsn Webeditz, einem Torfe über der Eger gegen Talwitz gelegen, hatte sich ein Bauer, der als Fuhrmann bis Ungarn fruchtete, aut dem Rückwege mit jungen wohlfelMeckenden Weinen bctoben und in Hof und Haus eine kleine Wirtschaft errichtet. Bei dem niedrigen Stande des Papiergeldes, fast wie Zehn gegen Eins, trank inan_cinc anmutige Flasche Ungarwcüi für den Betrag von wenig ^ilbergroschcn. Tie Rcuheit das Seltsame, ja die Uiibeguemlichteit des Aufenthalts, fügten zur Wohlfeilheit einen gewissen Reiz; man zog hinaus, man lachte, spottete über sich und andere und hatte immer mehr des einschmeichelnden Weins genossen als billig war. Man trug sich über eine joldie Wallfahrt mit folgender Anekdote: 2rci bejahrte Manner gingen nach Weheditz zum Weine: Obrist Otto, alt 87 ^ahr, Steinschneider Brüller 84 „ Ein Erfurter 82 „ 2d3 Jahr. Sic zechten wacker, und nur der letzte zeigte beim Nachhausegehen einige Spuren von Bespitzung, die Verden anderen griffen dem Jüngeren unter die Arme und brachten um Vie hessische Gemeindesteuerresorm. R.B. Darmstadt, 14. Mai. In den Vcrhaiidlungen über den noch nicht erledigten Gegenstand des 34 Landtags, die Genrein besten er r c f o r m , ist man wiederum einen Schritt weiter gekommen, da heute der Bericht des Finanzausschusses der 2 Kammer den Vorschlägen der i. Kammer erschienen ist. Außer diesem Bericht sind in einer umfangreichen Truckfache die g ?ben worben, die auf Ansuchen b'-r Regierung seitens der städtischen Bürge m c i ft e r c i e n dcsLandes zu den Beschlüssen der Ersten Hannncr erfolgten. Einen Schritt weiter kann man diese Tatsache wvhl nennen, aber bis zur Einigung bedarf es noch mancher dtachgaben auf beiden Seiten In verschie- nen Bericksten der Bürgermeistereien wird der Wunsch ausgesprochen, man möge erst die Reform der prcußi scheu Gewerbesteuer abwarten und erst bann die hessische Gemeindesteuerreform zum Abschluß bringen. Tiefer .'luffchiebung der Verabschiedung des Gesetzes widerspricht der Finanzausschuß der Zweiten Hammer im Einverständnis mit der Regierung, weil ein abermaliges Scheitern der Ge setzeSvorlage eine erhebliche Sdxibigung der Gcmeinde- intcrcjfcn im Gefolge haben würde. Bezüglich der Grundsteuer geht der Antrag des Ausschusses int wesentlichen hahin, auf den früheren Beschlüssen zu beharren; die Forderung der 1. Kammer auf Besteuerung der landwirtschaft- lichen Grundstücke nach dem Ertragswert wird abgelehnt, steuerliche Bevorzugung ber Gärten Uno Tier Parks, die öffentlich zugänglich sind, da hierdurch den Ge metnben außerordentliche Sleuerwerle entgingen Auch die von der 1. Kammer als Ausgleich für die Steuerfreiheit: der Ectüiiomicgebäiibc beschioflenc Besteuerung der gewerblichen Gebäude nach dem halben Brandversicherungswert hat der Ausschuß nicht angenommen, da die landwirtschaft lichen Oekonoiniegcbäudc bisher bereits steuerfrei gewesen und diese Vorschrift eine neue Steuerbefreiung bringen würde. Auch bezüglich des von der Ersten Kämmer für die Berechnung des Waldertrags vvrgeschlagenen Kapitalisa- tioitsfaktors 2.3 (anstatt 33« 3 wie in der Vorlage) verblieb .... der Ausschuß auf seinem früheren Beschluß. Tic Streichung des Jagdrechis und des Bergwcrkeigentums als selbständige Steuerobiekte für bic Gru.idstcuer fand die Billigung des Ausschusses. Tic Erste Kammer hat die Gebäude und Grundstücke der gemeinnützigen Anstalten und Stiftungen für steuerfrei erklärt: ihm bat der Ausschuß insoweit zu gestimmt, als es sich um Unternehmungen handelt, die überwiegend für bic Gemeindeangehörigen bestimmt find. Bezüglich der von der Ersten Kammer abgelebten Aus kunstspflicht für die Grundsteuer hat der Ausschuß seinen früheren Beschluß aufrecht erhalten. Die pon der Ersten Kammer beschlossene Skala zur Gewerbesteuer hat der Ausschuß abgelehnt und beharrt auf seinen früheren Bc schlusscn; auch wurde die von der 1. Kammer vorgcschlagene Erweiterung des Scknildcnabzugs für unannehmbar erklärt. Tie von der 1. Kammer erfolgte Einfügung eines bestimmten Termins (1. Septemberi für die Feststellung des Betriebskapitals sand die Billigung des Ausschusses. Tie Erste Kammer bat die von der Regierung vorgesehene Teklarationspflicht abgelehnt; der Ausschuß hält eine solche Verpflichtung, die im Interesse einer gerechten Veranlagung und eines ausgiebigen Ertrags der Gewerbe- nr. u» Erstes Blatt - M Jahrgang Montag, 15. Mai Ml T« ekfientr agf W Z?. W m *.•.:i“ 7bSLnietid- rhstcnkr.famcknndlaNer. M WHU ■ Md BZ ■ ■ |V ■ MW W W Bj MM ■ d,ePoüMk.2.-viertel' r I-Kreis« W W M s ■/ M ■ ■ WZ ■ MW W W eZ WWW W aut|*L Benellq. blalllürbenKreisiiiefien MW W W W^ ■Blf W W W^ W Z ■ W W wK III M W Jcderwrcvr. lotal igunbyreuofl); W W W W. Ä HL Q auswärts 20 Vfenmg. X/ tvl 'VW' ■ WJ V W 7'ernwrech-Anfchlusie volithchen Teil: August BäB General-Anzeiger für Oberhessen «nzctgcr «reßeu. v -5? " * ’ ’ . - , fu^ . _ ifir -Stadt und Annahme von Anzeigen Hofafiotisbrutf uitb Verlag der Vrühl'fchen Umv.-Vuch- und Zteindnickerei R. £angc. Redektion, Erpedtiion und vruaeret: rchuiftrage z. oantJ». E.veß; für den tu ‘öermü,ag"U9mu(,“ vüdingen: 5rni,prech«r Nr. 50 6efd>äftsftcüe Vah«h°sftr-^ 16«.__WiBented: H. B-ck. Sranfreidjs neue Beschlüsse. Tie Pariser Politik läßt in Marokko nicht locker Ter Ministerrat ordnete jetzt offen den Vormarsch auf Fez an. In Pariser Blättern, so von den „Ronvelles", loirb die bisherige Irreführung der öffentlichen Meinung scharf verurteilt. Paris, 13. Mai. In dem unter dem Vorsitz des Präsidenten Fallier es abgchaltcnen M inisterral machte der Minister Eruppi Mitteilung von Meldungen, die der sranzösische Konsul in Fez am 6. Mai abgesandt habe. Ten Meldungen zufolge sei die Lage immer bedenklicher geworden. 2er Angriff am 4. Mat konnte nur mit Mühe abgeschlagen werden 2ic Verbindungen mit dem Innern werden alle Tage schwieriger; Lebensmittel und Munition werden knapp. Ter Sultan bat noch einmal dringend schriftlich um Unterstützung durch die sranzösifckien Truppen 2er Ministerrat war der Ansicht, daß unter diesen Umständen es für angezeigt sei, bic schon früher General M o i - nicr erteilten Weisungen zu bestätigen und ihm vorzu- schreiben, den Marsch der Hilfs ko Ion ne zu bc- schleunigen, um Fez z u e n tsetzen, das nur für die unbedingt notwendige Zeit besetzt gehalten werden soll Der 9lgcnce .vavas wird unter dem 2. Mai aus E l Mut r a gemeldet: Eilte starke Erkutidungsabteilting, btc unter Major Vidal südlich vorgerückt war, wurde von 200 Marokkanern angegriffen. Tic Feinde wurden durch das Feuer der Artillerie auseitiandergesprengt; sic ließen 20 Tote und Verwundete zurück; auf feiten der Truppe würbe ein französischer Reiter leicht verletzt. Auch Dom 8. Mai wirb aus El Jtutra ein ähnlicher Angriff gc- melbct. . Aus den mexikanischen wirren. Tic mexikanischen Gräuel werden immer verworrener. Jetzt sind sogar un Lager Maderos große Meutereien aus- gebrochen: I u a r e z, 13. Mai. Eine E m p ö r u n g i n M a d e r o s A r m c c brach bei den Streitkräften Lr-ozeos aus. Lrozeo übernahm selbst die Führung. Maderowurdcfürvcr- haftet c r f l ä r t. Tie Forderung der Meuterer, daß das provisorische Kabinett zurücktrete, wurde angenommen. Zwei sich eine Aussprache an. Tic Beratungen iinbett im städtischen Saalbau 'Ecke Saalbau- und Ricdeselstraßc) statt, den bic Stadt Darmstadt zur Verfügung gestellt hat. — Z u in Kampfe gegen die Schundliteratur hat der R h c i n - in a i n i s ch c Verband für Volksbildung eine praktische Einrichtung getrosten, indem er eine Zentralstelle cingetiduct hat, von Cer die Buchbinder und Schrcibwarenhandler, die früher geringere Literatur verkauft haben, gute billige Bücher in Kommission erhalten können. Von dieser Einrichtung haben bereits 150 Ladentnhaber im Rhein-Main- Gebiet Gebrauch gemach I, und es find im letzten Jahre 60 000 Hefte dadurch an jugendliche und ältere Leser gekommen, die sonst Schundliteratur gelesen hätten. Neben den Dolksbiblio- thcken, bic der Verband ebenfalls cinriaict, ist hier ein vorzügliches Mittel gegeben, btc Schundliteratur zu bekämpfen und gute Bücher weiten Kreisen unseres Volkes zugänglich zu machen Der Verband trat letzt ein Schrsttchen herausgegeben, das über den literarischen Schund und bic bereits vorhandene Ersatzliteratur orientiert und die Einrichtungen zur Verteilung der letzten beschreibt. Interessenten erhalten es gegen Einsendung von 18 Psg. franko von der .Geschäftsstelle in Frankfurt a. M, Stinstratzc 32, zugcsandt. — Der Mensch kann nicht essen. 2ie Dresdener Hygiene-Ausstellung, die in >o umfassender Weise einen Ueberblick über alle gesundheitlichen Bestrebungen der Welt bietet, hat auch der gesundcu Ernal/rung einen großen Raum zugewte'en. Wie wichtig gerade diese Frage ist, beweist auch ein Vortrag, den der Doyen der medizinischen Faluttät von Paris, Prof. Landouz y, in einer von der wissenschaftlichen Gesellschaft iur Ernährungs- hygicnc veranstalteten Versammlung in Paris gehalten hat. Auf Grund cmcs gewaltigen Zahlenmaterials und umfangreicher Versuche wies der (Mebnc nach, daß die Menschheü bisher ut einer der wichtigsten Lebensfragen, der Ernährung, sich völlig der Erfahrung überlassen Hal, daß es eine Wissenschaft der Ernährung überhaupt noch nicht gibt. Dec Mensch hat sich bisher vrel mehr mit der Ernährung der Tiere als für seine eigene beschönig!. Man kann die Dienschcn in zwei Klassen teilen, in ioldjc, die nicht zu esseii verstehen und essen, ohne zu wissen was, und m solche, die es wissen oder wissen mußten ^Physiologen, Mediziner , und die sich ebem'alls nicht darum lümmern, was sie essen. Nach Landouzys Ansicht bat man den Stickstoffverbindungen bei der Ernährung bisher eine viel zu große Dudle eingeräumt. Eine vernünftige Regelung der Ernöhrungsfrage wird auch zur Lösung der sozialen Frage beitragen: daran: >nnzuwirken, hat sich denn . auch die französische wissenschaftliche Gesellschaft für Ernährungshygiene zur Aufgabe gestellt. ■ 11 1; Hern Schwii Kosten -chulha Ägt im Ä, so r feil 50 i,-üten pAerst i.^ivor Mig- Licken v ,M ’Mgenbe 3d. Heer und Flotte. Das Dienstjubiläam des Freiherrn v. d. Goltz, Berlin, 14. Mai. Die gestrige Feier des 50jährigen Militär dienst jub iläums des Generalfeldmarschalls Freiherrn v. d. Goltz wurde durch ein Morgen- tonzert verschiedener Militärkapellen eingeleitet. Der Kaiser sandte außer einer Kabinettsordre sein in Oel gemaltes Porträt, das ihn in der Uniform des .Grenadierregiments König Wilhelm I Nx. 3 in Königsberg darstellt. Der Sultan ehrte den Reorganisator der türkischen Armee in einem Handschreiben und durch Verleihung des Medschedschi-Ordens Erster Klasse mit Brillanten. Kaiser Franz Josef beglückwünschte den Ge- neralseldmarschall telegraphisch. Außer den Glückwünschen der Offizierkorps von Berlin, Eharlottcnburg und Königsberg trafen solche vom Kronprinzen, dem Erbprinzen von Sachsen-Meiningen und dem Prinzen Friedrich Leopold ein. Der Feier wohnten zahlreiche Abordnungen u. a. auch der türkischen Armee unter Führung des Obersten Hilni Bey bei. Diese Abordnung überreichte ein Ehrengeschenk, das in Form einer etwa V/s Meter hohen, in Silber getriebenen Gruppe besteht. Im Namen der deutschen Instrukteure in türkischen Diensten wurde ein silbernes Ehrengeschenk überreicht, das eine türkische Moschee darstellt. Eine kostbare Ehrengabe überreichte eine Abordnung der in Berlin wohnenden argentinischen Offiziere. jSDtnöett JFt'ohkeeine völlige Auflösung der Arvtee. In Iuarez wurde heute vormittag die große Uufregüng inti Hauptquartier Maderos bekannt. Orozco und Mdere verhandelten lebhaft wit Madero. Es wird ge- Nteldet, die Rebellen verlangten das Leben Navarros, welcher bei vielen Aufständischen wegen angeblicher Grausamkeiten in früheren Schlachten verhaßt ist. Außerdem wurde Ma- dero uni Geld ünd Nahrungsmittel für die völlig zerlumpten unb' hungerigen Soldaten angegangen. Madero war nicht imstande, die Forderung sofort zu erfüllen. Die Angelegenheit wurde aber später beigelegt, da Madero versprach, den dringenden Bedürfnissen der Soldaten abzuhelfen. g linnen Gesan ihr zur rz füllt dt eine :6rtra lit In aaelt, Äer stc gerate: :ab sc <5 in -Jet ? tobe A Mehrer fjaiiet ( ioszimm Liebeito des hei pie von Gerichts! prigen I einem feige L Io, ! -l- o Proto, a 19. A ch Man bei bic 2 '« Seme ntiilabei, loS- und loS-unb M des l ön die onb itmn haben, bi jiie ini j bluti un i^inenb j ■ ,irn«fd jm oe und A? 6 t 9^ “•di o"1 ■ • fltat Ausland. In Rom fand am Sonntag vormittag die Beerdigung Dr. Bachers- des am Freitag verswrbenen Korrespondenten der „Frankfurter Zeitung", unter großer Beteiligung der deutschen Kolonie und deutscher und italienischer Journalisten statt. Unter den Anwesenden befanden sich der deutsche Botschaftsrat Prinz zu Stolberg,, der preußische Gesandte v. Mühlberg, der bayerische .Gesandte Freiherr von und zu der Tann, der Konsul Schnitzler, der Deputierte Maggiorno .Ferraris. Kränze der deutschen Journalisten und des italienischen Prefsevereins und zahlreiche andere Blumenspenden schmückten den Sarg. Die spanische .Abgeordnetenkammer genehmigte den bereits von dem Senat angenommenen Gesetzentwurf betreffend den obligatorischen Militärdienst. Das jungtürkische Zentralkomitee erklärt in einer Depesche an die Partei der Jungtürken, daß das Zentralkomitee nach unparteiischer Prüfung der Parteidifferenzen feststellte, daß in der Partei keine grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten beständen. Tas Zentralkomitee beschloß, die Partei als einheitlichen Block zu betrachten und diejenigen Parteimitglieder auszuschließen, die darauf bestehen, andere Gruppen zu bilden. Tie sieben jungtürkischen Abgeordneten, die seinerzeit aus der Kammerpartei aus- geschieden sind, gründeten unter dem Namen Fortschrittsgruppe eine neue Fraktion/ welche die äußerste Linke der Komiteepartei bilden soll. Aus Newyork wird gemeldet: Bei Carnegie fand am Samstag eine bemerkenswerte Feier des Teutsch-Ameri- tanertums statt. Carnegie wurde durch eine würdige Vertretung des amerikanischen Deutschtums eine Dankadresse für den in Deutschland gestifteten Heldenfonds überreicht. Die künstlerisch ausgeführte Adresse wurde Carnegie durch B. Ridder übergeben^ Carnegie feierte in einer .Ansprache die Tugenden der Deutschen, drückte seine Bewunderung für den Kaiser aus und betonte, sein erster deutscher Teilhaber, Klausmann, habe ihm geholfen, den Grundstein zu seinem Vermögen zu legen, deutsche Angestellte hätten sein Unternehmen gefördert und die amerikanischen Bürger teutonischer Abstammung sollten dahinwirken, Deutschland, England und America einander näher zu bringen. In Johannesburg versuchten die aus ständig en Straßenbahnangestellten die Einstellung des Straßenbahnverkehrs zu erzwingen. Tie Polizei machte von ihren Knüppeln Gebrauch und säuberte die Straßen, wobei mehrere Personen verwundet wurden. politische Lagesschau. Die Stadtschultheihwahl in Stuttgart. Die Hauptstadt des Königreichs Württemberg bleibt vor der eigenartigen Auszeichnung bewahrt, als erste der königlichen Residenz Deutschlands von einem roten Bürgermeister regiert zu werden. Der Einigungskandidat der Nationallioeralen, Konservativen und des Zentrums erhielt 13154, der dem revisionistischen Lager angehörige „Genosse" Dr. Lindemann 12 236, der volksparteiliche Oberbürgermeister Keck 3365. Stimmen. Bei der letzten Bürgeraus?- die Mitgliedschaft beim Arbeitgeberschutzverband für das Fleische» gewerbe zu erwerben. Diegel-Kassel spricht über den Ausbau des Genossenschaftswesens zur Verwertung der Häute, ' des Fettes und anderer Nebenprodukte. Ucbcr die Pflichten zur Fleischerei-Berufs- aenossen schäft verbreitet sich Gcwcrberat Falk- Mainz. Es sei bedauerlich, daß cs immer noch viel Unverständige gebe uns die Unfallverhütungsvorschriften vielsach nachlässig befolgt werden. Häufig werde versäumt, Unfälle und Veränderungen im Betriebe sofort zu melden, auch müßten die Lohnlisten und deren Zusammenstellung pünktlicher geschehen. Durch solche Nachlässigkeiten wird die Verwaltung sehr erschwert. Herr Falk teilt noch mit, daß im letzten Jahre die Fleisck>erei-Berufsgenossenschaft über 102 Millionen Mark Löhne und 1500 neue Betriebe bei dec Umlage hereinbekommen hat. Es waren 1400 000 Mk. Beiträge einzuziehen. Trotzdem die Rentenzahlung sich gegen das Vor jahr um 60 000 Mk. erhöht, konnte der Ausschlag etwas ermäßigt werden. (Schluß folgt.) Deutsches Reich. Der Budgetausschuß des preußisch'en Abgeord- 1t eteuh'auses verhandelte über das Eisenbahnanbeihe- gesetz und bewilligte zur Beschaffung von Fahrzeugen für neue Bahnen 8185000 Mk., für bestehende .Staatsbahnen 82 Millionen Mark, für die Einrichtung elektrischer Zugbeförderung auf den Strecken Magdeburg-Bitterfeld und Lauban-Königszelt 27 330000 Mark. Der Minister erklärte, die elektrischen Linien stellten sich billiger als die mit Dämpf betriebenen. Die -,Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Botschafter Graf v. Mirbach-Harff wurde zum Vortragenden Rat der politischen Abteilung des Auswärtigen Amts ernannt. Ihn ersetzt ein zweiter Botschaftssekretär in Petersburg v. Lucius und diesen ersetzt der Legationssekretär int Auswärtigen Amt Frhr. Ago v. Mal tza.hu. Bremen, 13. Mai. Auf der Weserwerft fand heute der Stapellauf des kleinen Kreuzers „Ersatz Bussard" statt. Der Oberbürgermeister von Magdeburg, Reimarus, hielt die Tauftede und schloß mit den Worten: Aus Befehl des Kaisers taufe ich dieses Schiff mit dem innigen Wunsche, es möge seine Ausgabe ersullen zur Zuftiedenheit unseres Allerhöchsten Herrn, zur Ehre des Deutschen Reiches und zum Stolze unserer Stadt auf den Namen „Magdeburg". Als Vertreter des Staatssekretärs des Reichsmarineamts war zugegen der Direktor des Werstdepartements des Reichsmarineamts Vizeadmiral Dick. Der Stapellauf ging unter den Hochrufen der Zuschauer glatt von statten. Deutsche Kolonie«. Windhuk, 13. Mai. Auf dem d e ut s ch-s üd w e st - afrikanilchen Farmertag kam cs zu einer Spaltung. Zehn Delegierte, die sich durch die Handhabung der Statuten durch den bisherigen Vorsitzenden Erdmann verletzt fühlten, verließen die Sitzung und beraumten eine neue Sitzung an, in der sie mit neun Stimmen Gustav Voigt zum Vorsitzenden wählten. Drei Vereine verblieben bei Erdmann. Der Bundesausschuß ernannte Tr. Rohrbach zum .Vertrauensmann des Bundes. Aus Stadt und Land. Gießen, 15. Mai 1911. ** Landtagsabg. Dr. Gutfleisch hat, wie uns aus Darmstadt kurz vor Redaktionsschluß telegraphisch gemeldet wird, sein Landtagsmandat aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. Damit steht die Stadt Gießen vor einer Landtagsneuwahl, die von den int Jahre 1908 gewählten Wahlmännern zu erfolgen hat. *' In Audienz empfangen wurde vom Großherzog am Samstag u. a. Postdirektor Becker von Friedberg. *• Erledigte Lehrerstellen. Die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Hesselbach. Das Präsentationsrecht steht dem Grafen zu Erbach-Fürstenau zu. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Inhaber der Stelle kann eine besondere Ortszulage gewährt werden. •* Eine Kreislehrerkonferenz findet am 24. Mai auf der Liebigshöhe statt. ** Sechzigerfeier. Am Samstag abend hielten die diesjährigen Sechziger eine Besprechung ab, in der beschlossen wurde, die Sechzigerfeier im Juni d. Js. zu begehen. Unter anderem soll am zweiten Tage eine Familienfeier stattfinden, ähnlich wie bei der Fünfzigerfeier. ** Unser Regiment ist heute vormittag nach dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt abgerückt, wo es 14 Tage verbleibt. ** Hassia-Bezirkstag. Aus Anlaß des gestrigeil Hassia-Bezirkstages war der Saal zum „Felsenkeller" von den Vertretern der 38 Kriegervereine des Bezirks stark besetzt. Ter Bezirksvorsteher Lehrer Daab-Lollar gedachte der 40jädrigen. Friedenszeit unseres Vaterlandes, der Aufrichtung der dcutscyeu Einheit und des Aufschwungs des Deutschtums int In- und Ausland. Dem Kaiser galt sein Hoch. Nach dem Jahresbericht zählt der Bezirk in 38 Vereinen 2610 ordentliche und 168 außcroibeul- liche Mitglieder, die Vereine haben ein Kapital von 21 611 Mk. und einen Jnventarwert von 18 247 Mk. Au Uuterilützuitgen, Sterbegeld u. bergt wurden von den Vereinen im abgclauicncn Jahr 1438 Mk. bezahlt, seit Bestehen der Vereine 57 510 Mk. Es wurden 2037 Hassiakalender abgesetzt. Tie Vereine oes Bezirks zahlten an den Verband 512 Mk., erhielten aber an Boni lilationen 825 Mk., Unterstützungen für Kameraden 790 Ml., für Konfirmanden 120 Mk., im ganzen 1725 Mk. Das SammU- rocrt müssen manche Vereine noch besser pflegen. Wichtige Ereignisse im Vereinsjahr waren der Kaiserbesuch in Gießen, an dem 12 Vereine teilnahmen, die Beerdigung des Präsidenten der Hassia, General .Hof, und der Veteranen-Appell in Tarmsiadl. Tann wurde in die Beratung der Anträge für den 33er- trctertag in Friedberg eingetreten. Ter Antrag: Neuregelung der Bezüge der Abgeordneten für die Mitgliederversammlung fand Zustimmung, ebenso die Hassialotterie für Herbst 1911, der Antrag Lauterbach-Schlitz hinsichtlich der Veranstaltung von Reisen zu den Schlachtfeldern — jedoch ohne Führung eines Präsidialmitgliedes — und der Antrag des Bezirks Vilbel, den Veteranen aus Anlaß der 40jährigen Wiederkehr der Neichs- grünbung eine Denkmünze zu stiften. Hierzu wurde von den Kameraden Hansel und Gabriel-Gießen der Antrag gestellt: Es soll für das Großherzogtum — ähnlich wie am 10. Mai in Frankfurt — zum Besten der Kriegsveteranen e i n K o r n - Hum en tag unter dem Protektorat des Großherzogs abgehalten | werden. Lebhaft besprochen wurde die Stellungnahme des Verbandes zu Vereinigungen, die, wie der Verein ehemaliger 116er, in einer größeren Anzahl von Orten des Landes Mitglieder be-^ sitzen. Die Meinungen waren hierüber sehr geteilt, mehrere^ Redner halten die Neugründung für eine Schädigung der bestehenden Kriegervereine. Der Krieger- und Militärverein Hassia zu Bad-Nauheim richtet an das Präsidium die Bitte, künftig bei. politischen Wahlen von einem Eingreifen in der Tagespreise" abzusehen. Dieser Antrag fand einmütige Zustimmung, auch das Versenden von Flugblättern wurde mißbilligt. Der Antrags Mainz betreffs Lichtbildervorträge wurde nicht befürwortet. Da-i gegen fand der Antrag Groß-Gerau betreffs Unterstützung einestz beim Böllerschüßen verunglückten Kameraden, der den Arm verft lor, lebhafte Zustimmung. — Als Vertreter für den Hassialag.- wurden Lehrer Daab-Lollar und Bürgermeister Lemr-Grosjeuliuden; gewählt. Ter Bezirk beschloß, dem Roten Kreuz mit einem' Jahresbeitrag von vorerst 10 Mark beizutreten, für Graber- > schmückung der gefallenen Krieger wurde ein Jahresbeitrag von! 10 Mark genehmigt. Für 25iährige Vereinstätigkeil int Vorstand wurde Joh. Horrmann-Mainzlar eine Ehrentafel übergeben. Tas Bezirkslriegerfest findet am 9. und 10. Juli in Großen- Linden statt. Hinsichtlich der Veteranenehrung durch die Vereine und Gemeinden des Bezirks wurde fe|tgefteUt, daß zahl reiche Gemeinden und Vereine die Kriegsteilnehmer durch Geldgeschenke und Ehrentafeln geehrt haben, während es auch Gemeinden gibt, die nichts für die Veteranen getan haben. Hinsicht lich der Jugendpflege und Rekrutenfürsorge wurde auf ein Zusammengehen mit den Turnvereinen der deutschen Turnerschasc hiugewiesen. Ter Vorsitzende schwß die Tagung mit einem Hock auf den Großherzog. ** Selbstmord. In seiner Wohnung in der Kaiser-Alle: im Bett tot aufgefunden wurde gestern der Student K o b - ligk aus Altona. Derselbe hatte sich in der Nacht vorher durck Einatmen giftiger Siäure erstickt. Das Motiv zur Tal ist nicht bekannt. ** Gefunden. Das am Samstag als vecmilzt gemeldet: Dienstmädchen hat sich in seiner Heimat int Elternhause ein- gesunden. Anscheinend war bei ihm eine plötzliche Geistesstörung eingetreten. ** Brände. Am verflossenen Samstag entitand in einem unverschlossenen Schuppen am Selters weg, w welchem Packmaterial und Gerümpel lagerten, Feuer. Nachbarn löschten es ab und verhinderten so ein Umsichgreifen. Tie ent- ftehungsursache ist nicht bekannt. — Die Feuerwehr alarmiert: gestern morgen gegen 8V2 Uhr; es brannte die an der Lahn gelegene Eishalle von Sch mall. Das Feuer wurde rasch ao gelöscht, die große Eishalle blieb unversehrt. Was die ümt ftehungsursache anbelangt, so wird vermutet, daß Arbeiter geraucht und so in fahrlässiger Weise den Brand verursachten, ftdock bedarf diese Annahme noch der näheren Ausklärung. ** Zu dem Vortragsbencht in Nr. 111 treibt un* Oberst a. D. Spohr: In dem, im ganzen zutreffend gehaltener Bericht über meinen Vortrag finden sich einige Irrtümer, W Mcht jm 83. Lebensjahre, sondern fest 2 Monaten im 84, Zeile 1.- schüßwähk int Dezember 1910 hatten es die Nationalliberalen auf 6565, die Volkspartei auf 4131, die Konservativen auf 1864 und das Zenftum auf 1377, die bürgerlichen Parteien insgesamt also auf 13 937 Stimmen gebracht, während sie jetzt 16519 erreichten. Das ist ein Zuwachs von 2682 Stimmen, während der sozialdemokratische Zuwachs nur 2020 Stimmen beträgt. Das Hauptinteresse gebührt dem Verhalten der Sozialdemokratie. Bei den Genossen hatte die Kandidatur Lindemann einen förmlichen Aufruhr erregt, weil dieser revisionistische Akademiker kaltlächelnd erklärt hatte, er denke Nicht daran, als Stuttgarter Oberbürgermeister sich an die Weisungen seiner Partei zu kehren. Das und noch mehr die Bereitwilligkeit Lindemanns zur „Hofgängerei" hätte wieder einmal einen Hauptskandal zwischen Radikalen und Revisionisten, zwischen Nord und Süd gegeben, .wenn nicht ein gnädiges Geschick an der Sozialdemokratie diesen Kelch noch einmal hätte vorübergehen assen. Die „Berliner" mögen erleichtert aufatmen, nun die Akten über die „Affäre Lindemann" geschlossen werden können. _ Der württembergische Staatsanzeiger veröffentlicht eine Besprechung des Wahlergebnisses, aus der heroorgeht, daß die Regierung die Wahl des Sozialdemokraten nicht bestätigt haben würde: Ter Sieg, den Stuttgarts Bürgerschaft errungen hat, ist hocherfreulich. Er hat den politischen Ruf der württembergischen Hauptstadt gerettet und diesozialdemokratischeMassen- herrschaft zurückgewiesen, sowie das Land vor weiterer aufwiegelnder Agitation bewahrt und gewährt der Haupt- und Residenzstadt eine ruhige Entwicklung unter Leitung eines tüchtigen, tatkräftigen, besonnenen Mannes. Es wird der Bürgerschaft überall zum Ruhme angerechnet werden, daß sie ihre Sache nicht auf einen Eingriff der Staatsregierung und Krone und auf unabsehbare Wirrnisse eines wiederholten Wahlganges gestellt, sondern mit Tatkraft und .ßntfdjloffen* Heck selbst in die Hand genommen hat. 25. Bezirkstag der BrMrveremr beider Hessen und Nassau der veujchen zieijcher-verbander. th. Gießen, 15. Mai. Aus Hessen-Nassau, Hessen und Wetzlar waren gestern die Fleischermeister hierher zu ihrem Bezirkstag gekommen. Viele Häuser hatten zu Ehren der Gäste Flaggenschmuck angelegt. Nach dem Empfang am Bahnhof war im Hotel Großherzog von Hessen Konzert und Frühschoppen. In Steins Garten fanden sich dann nachmittags gegen 500 Teilnehmer zur Beratung ein. Obermeister Sack-Gießen hieß sie herzlich wülkommen, worauf der Vorsitzende des Bezirks, Obermeister L a u tz - Darmstadt, die Vertreter der Behörden, derHan- delstammer, des Gießener Gewerbevereins, Schlachthofsdirektor Modde, Kreisveterinärarzt Dr. Knell und die Vertreter von Baden und des Gesellen-Ausschusses begrüßte. Er erstattete dann den Jahresbericht, in dem er ausführte, daß das Fleischerhandwerk schwer unter der Ungunst der Verhältnisse leide. Für den Fortfall des Oktrois habe das Gewerbe erhöhte Schlachtgebühren übernommen, wozu noch das Steigen aller Lebensbedürfnisse und das Wachsen der Spesen und Unkosten im Gewerbe komme. Die Preise für Schlachtvieh seien außerordentlich hoch und dadurch seien die Fleischpreise zu einer Höhe gestiegen, bei der für viele die Möglichkeit aufhört, überhaupt Fleisch zu kaufen. Die Grenzöffnung für französisches Schlachtvieh, wodurch gutes Fleisch zugeführt wurde, hat nur kurze Zeit bestanden. Zwar wurde der Preis für Schlachtvieh hierdurch nicht gemindert, aber die Einfuhr von Rindvieh aus Frankreich, die förmlich Dom deutschen Markt verschlangen wurde, sorgte wenigstens dafür, daß die Preise nicht noch mehr anzogen. Der Vorsitzende gedachte der Tatsache, daß der Bezirk heute seine 25. Tagung begeht. Er schlage deshalb vor, den Vorsitzenden, der den ersten Bezirkstag geleitet hat, Karl Marx aus Frankfurt a. M., zum Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen. Tie Versammlung nahm diesen Antrag an. Regierungsrat Langer mann entschuldigte das Fernbleiben des Proviiizialdirektors; er wünschte den Beratungen guten Verlauf und Erfolg, zum Segen des Handwerks. Beigeordneter« Keller heißt die Versammlung namens der Stadt herzlich willkommen. Er lud die Anwesenden ein, die neue Schlachthofanlage zu besichtigen. Es sprachen noch Kreisveterinärarzt Dr. Knell, Bauunternehmer S a m e s - Darmstadt als Vertreter der Handwerkskammer, K och- Heidelberg und Stadtv. Petri- Gießen namens des Gewerbevereins. Marx-Frankfurt a. M. dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Hierauf wurde in die Verhandlungen eingetreten. Gewerberat Falk- Mainz sprach über die Fürsorge für die gewerbliche Ingend. Er wandte sich u. a. gegen die einseitige Art, wie die Sozialdemokratie vorgehe auf diesem Gebiet. In Staat und Gemeinden feien Bestrebungen für Jugendfürsorge im Gange, die der Unterstützung aller Kreise wert feien. Den jungen Leuten mü)fe Gelegenheit gegeben werden, in ihrer freien Zeit Erholung zu finden durch gute Bücher, Jugendspiele, Gründung von Lehrlingsheimen usw. Zwar können die deutschen Fleischer über ihren jungen Nachwuchs nicht klagen, weil bei ihnen der Lehrling im Hause und in der Familie des Meisters heranwächst, aber trotzdem sei die Mahnung am Platze, die Augen offen zu halten. Es sei Pflicht, alle Bestrebungen, die das Wohl der Jugend fordern wollen, zu unterstützen. Obermeister Schwarz- Fulda spricht über Ueoernahme der Fleischbeschau kosten durch denStaat. Cw verweist darauf, daß der Deutsche Fleifcherverband bei der Reichsregierung dieserhalb Anträge gestellt und der Reichstag bat sich zustimmend geäußert. Die Regierung hat sich ablehnend verhallen; sie erklärt, es fehle an Mitteln, auch sei es Tradition, daß diese Kosten von den Fleischern getragen werden. Die Forderung, daß die Kosten von der Allgemeinheit aufgebracht werden, sei gerecht und billig, denn nur in berem Interesse werde die Fleischbeschau ausgeubt, nicht aber im Interesse des Fleischergewerbes. Der Bezirkstag erklärt sich einstimmig damit einveritanden, abermals bei der Reichsregierung und dem Reichstag vorstellig zu werden. 1 . - , Heber die Fleisch Verteuerung berichtete Koch- Frankfurt a. M. Es sei nicht möglich, durch Ausschaltung des Zwischenhandels billige Fleischpreise zu erlangen. Es sei unwahr, daß die Fleischer willUirlich die Preise hochhalten. Augenblicklich seien die Viehpreise so hoch, daß von einem Nutzen nicht geredet werden könne. Das Fleischergewerbe hätte kein Jnterejie an hohen Fleischpreisen. Es sei am besten, wenn das rtleilch zu mäßigen Preisen zu verkauspn sei, da dann der Bedars viel größer sei. Der Redner empfiehlt nachstehende Entschließung, die einstimmig Annahme findet: Das Metzgergewerbe leidet unter der leit mehreren Zähren andauernden Steigerung der Viehpreise auf das alleräußerste. Der an sich auf das allergeringste Maß eingeschränUe Verdienst wird durch den, durch die hohen Fleischpreife bedingten Rückgang des Konsums noch mehr herabgemindert. Dieser, Rückgang im Verbrauch eines der wichtigsten Lebensrnittel mutz unabroetäbar zu einer Unterernährung weiter Volks kreise führen, die bei der sowieso verteuerten Lebenshaltung um so bedenklicher ericheint. Das Metzgergewerbe sieht mit banger Sorge in die Zukunft, nicht nur wegen der Existenz seiner Berufs genoss en und um des bedrohten Bestandes des ganzen Metzgerhandwerkes, lonbeni mehr noch wegen des Wohlergehens dss deutschen Vaterlandes, daß durch die steigende Unzufriedenheit trreiter Kreise einer inneren Krisis entgegengeführt wird. Obermeister Jung-Frankfurt a. M. verbreitete sich über den Arbeitgeberschutzverband für das F1 eischerge- werbe, ohne den es nicht möglich sei, dem Andringen berui den Gewerkschaften organisierten Gesellen entgegen zu treten, -ycan verlange Tarifverträge und stelle dabei die Bedingung, daß allein die Gewerkschaft den Arbeitsnachweis in die Hände bekommt. Tie Mehrheit der Gesellen steht mit dest Meistern in dteiem Kampf gegen &£ Gewerkschaft zusammen. S>e$ Redner MPfteW SCHÖN AKKURAT F Tropfen M Geolin L putzt j k blitz - blarikJ BL jedes WW WM» xige-3 verließ üc icbod) in Gemeinschaft mit einem brunhd) die Wohnung und nahm eine ganze proi lonQrhnnhpit [c6t hübschen Leint voraus, deshalb r rauenbVl ILH ll ICI u bcnuyc man die zur Erhaltung zarten Teintö so wichtige Mvrrholin-Leise. b’/i Biograph Plocketraße 12 04026 Plocketraße 12 Gebrüder Berdux Fernspr. 231. Bahnhofstr. 27. in der Form cktag nach dm labt abgerüd:, in den Details bend hielten die 1 n der beschloßn: 1 begehen. Unirr I nfeier slattsindea, ie vom Sro-. - decker tKl mit einem käst lelbach. Tai ch'Füislenau den. Dem In- 'Mage gemeldet am 24. Mer Gas- und Wassersachmänner, dem Bezug der ZeMchrlft für das GaS- und Wassersachwcsen, der Prüfung der Abrechnung über den Jau deS Gaswerks durch einen Sachverständlgen, den Borschlagen über die Fertigstellung des GaSmeisterwohnhames einverstanden, und stimmt dem Anträge, den Hausbesitznn, die nach erfolgtem unitblub ihrer Häuser an die Leitung Gas noch nicht verbraucht oben, die Mo ft en der Zuici.-ung ganz m Anrechnung zu bringen, Mefallu.Glas ■ Chemische Fabrik Düsseldorf 1-6. L Oöeseldorf •i *1 ’• Mai lau, ’öt Vie uni u! * 9tlUtlbt| K-.' '"riiiksi^ r Sanbtaöänt.. 1 ^hnännrn ||AAn' für reisende H OSpiZDamen eräug. Schwestemliaiis, Sieaaea, MuiMtr. 2» Heute zum letzten Male die Hauptschlager In Erwartung des Mitternachtschnellzuges Ein fesselndes amerikanisches Drama; ein Film, der überall den größten Beifall fand. Gespielt von hervorragenden Kunst- lern. Länge 450 Meter. Wo Land und Meer sich berühren Großes außergewöhnlich spannendes amerikan. Drama von fesselnder Wirkung. Länge 400 Meter. Mustk: Troubadour-Fantasie von Dorn. Das Erbstück Eine der schönsten Humoresken, die je vorgeführt. Musik: Ganz allerliebst, Walzer von Waldteufel. Ausserdem das übrige grossartige Programm \ iß bei gkslchn Her" von den itidiaen, was dieser >edoch mchr tat. ?iicht lange darauf erkrankte eine Lame der Angeklagten und he nersab, so lange sich die Tante in der Klinik befand, deren Haushalt. Eines T “'M;1 Kz>..i ■■ 8 btici-rT - tmb dn, ' k teil! n- '' Ntnfi l 10 Wt. :JJen bfli V l<°8 ona preiswerte Hemdentuche echt elsässer Fabrikate 1894 - per Meter zu 50, 55 und 60 Pfg. — C. Böhr & Co. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 12. Mai. Ein treuloser Wanderg eselle. Der Mctzgergeselle K. W. von Wüten ut vielfach wegen Eigentums. und GewalttLtigkeitsdelikten vorbestraft. Zulept hat er sechs Jahre Zuchthaus wegen Straßenraubs verbüßt. Er ist ge- ständig, zu Lauterbach einem Wandergenosien das Portemonnaie mit etwa 14 Mark Inhalt aus der Tasche genommen zu haben. Das Geld Hal er alsbald verjubelt, xer Bestohlene Halle ihn vorder in freigiebiger Weise fteigehallen und die gesamte Zeche fiir ito be»ä“ @tod,™6l benuftt« SB. b» G-l-S-nh-tt. aläber andere schlief, um ihn seines letzten Geldes zu berauben Das Gericht verjagte dem Angeklagten mdtxrnbe Umiiatü>e und scht^c ihn als rückfälligen Dieb auf em Jahr ms Zuchthaus. Gleich- zeüig wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte au fünf Jahre aberkannt. Um sich Reisegeld zu venchaffen. Der Knecht W. L aus Bremerhaven war aus dem vor Wtarim- born in Arbeit getreten. Ter Dienst gefiel chm moessen nicht und er beschloß, sich heimlich zu ethierncn. Da er ke»» Reisegeld hatte, erbrach er den Koffer eines Mitkncchtes und enMahm daraus 10 Mark. Der Angeklagte ist rückfällig und erhalt für ferne £at vier Monate Gefängnis. ________________________ K * Lik & j -M »u. — QeBer "bXe Äufstellung von GaSaütontaken - Ke im Interesse der minderbemittelten Verbraucher für zweckmäßig er* achtet wird, soll ein Voranschlag ein gefordert werden. — 3u ..Festsetzung der Durchschni11Swerte der ortsüblichen Tagelöbne gewöhnlicher Tageorbeüer. ber durchschnittlichen Jahresverdienste der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter und der DurchichnütSwerte der Naturalbezüge" beubhciit der Gemeinde- rat eine (rrbdbung der Sätze wie folgt vorzuschlagen: ^^ ortsüblicher Tagelohn erwachsener männlicher Arbeiter von 2,20 Mk auf 2,50 Mk., erwachsener weiblicher Arbeiter von 1,30 Mk. auf 1,50 Mk.: b) männliche Arbeiter unter Iß Fivren von^Mk. auf 1,35 Mk., weibliche Arbeiter von 1 Mk. auf 1,20 Mk.: c) Durchschnüls-JabreSlohn erwachsener männlicher Arbeiter von 660 Mk. auf 750 Mk., weiblicher Arbeiter von 390 Mk. auf 425 Mark: d) die Naturalbezüge erwachsener männlicher Arbeiter von 200 Mk auf 300 Mk., weiblicher Arbeiter von 150 auf 185 Mk. Die jährlichen Sätze für Wohnung )15 Mk ), Kleider und Schuhe (20 ML), Feuerung (8 Mk ) und Beleuchtung (2 Mk ollen beibehalten werden. — Dem Gasmeister wrrd zum Besuch der vom 8. bis 12. Juli in Köln stawindenden Ausstellung für das Gas- und Wasserfach ein Zuschuß von 25 ML und ein Urlaub von drei Tagen bewilligt. — Bürgermeister Fendt teilt mit, daß der hiesige Stenogravhen-Verein seinen Dank für die Zuwendung eines Ehrenpreise- abgestattet und die Mitglieder des Gememderats zur Teünahme an dem Bezirkstag emgeladen habe. v. Nieder-Mockstadt, 14. Mat. In der Nacht am Famstag sind die Hofreiten der Landwirte 53iU) Schoh l, Wilh. Sommer und Auy. Meud zum Teil niebe r gebiann t. Ta das Feuer in den drei Hofreiten zu gleicher Zeit ausbrach, wurden die Bewohner in großen Lchrecken versetzt Es wird angenommen, daß Brandstif- lung vorliegt. Der erhebliche (schaden ist teilweise durch Versicherung gedeckt. Kreis Friedberg. A Kirch-Gönö, 14. Mai. Der Gesangverein .Germania^ beschloß, am 11., 12. und 13. Juni 1912 fein bOjäbrigeS Jubiläum verbunden mit einem ®c- sangS-Wettstreit abzuhalten. Heffen-Naffau. - Rodheim a. d. Bieber, 15. Mai. Gestern nach- mittag haben hier die Jugendspiele ihren Anfang genommen. Einstweilen fanden sich 19 junge Leute dazu cm, um unter Leitung oeS Lehrers Cloes die erstra Versuche zu machen. Der Spielplatz liegt auf freier, lustiger Hohe am oberen Wege nach Bieber und ist staubfrei. n Marburg, 14. Mai. Die Stadtverordneten Le- schlossen eine Orlssatzung zum Schutze der Stadt Marburg gegen Verunstaltung zu erlassen. — wat der einstweiligen Verwaltung des hiesigen Landratsamts wurde Landrat von und zu Löwenstein aus Lowenberg in Schlesien beauftragt, ein Sohn des hier im vorigen Jahre verstorbenen Majors von und zu Löwenstein. w. Wiesbaden, 13. Mai. Der Kornblumentag, der hier am 10. Mai, dem Tage der Ankunft des Kaisers, stattfand, brachte 4 4000 Mk. EIEB feinste grosse Siedeier, 10 Stück 65 Pfg., 50 Stück Mk. 3.20, 100 Stück Mk. 6.30. Frische Spargel pa. Stangen- und Suppenspargel morgen Dienstag früh eintreffend. Bananen per Stück 10 Pfg., per Pfd. 35 Pfg. Frischt W- und Valencia - Apfelsinen Dutzend 40, 50, 70, 80, 90, 100 Pfg. :r>ert und erlitt einen Rippenbruch. △ Reiskirchen, 14. Mai. Kanalisation und Wasserleitung sind kürzlich in Angriff genommen worden. Tie Kosten betragen rund 90000Mk. — DaS zweiklassige SchulhauS ist im inneren Ausbau begriffen; die Einweihung rcfolgt im Herbst diese« Jahres. Da die Unterklaffe 91 Schüler zählt, so wird bald die 3. Klaffe errichtet werden muffen. Kreis Büdingen. -l- Büdingen, 13. Mai. Fürst Wolfgang zu Sssenburg und Büduiaen hatte die Komiteemitglieder des Blum e ntag s, die Blumenverkäuserinnen, die mitwirkenden Gesangvereine und die Turngesellschaft heute nachmittag 4 Uhr zur Kaffeetafel geladen und eine festliche Versamm- lung füllte den Saal des Hofes. KreiSrat Boeckmann dielt eine Ansprache, in der er betonte, daß in Büdingen der Ertrag gerade das Doppelte des Erwarteten ergeben habe Im Kreise Büdingen wurden etioa 3400 Mart ge- sammelt, dank der regen Arbeit der Verkäuferinnen. Der -.iiedner stattete dem fürstlichen Haufe für das dem Blumen tag bewiesene Wohlwollen wie für die Einladung den Dank ;b und schloß mit einem Hoch auf das fürstliche Haus. — grl. T ingeldein dankte allen, die den mit dem Verkaufe 'fscstäftigten Damen so hilfreich zur Seite gestanden haben. - Ter AÜrft dankte im Namen der Fürstin und gibt der Freude Ausdruck, zugleich alle Mitwirkenden Beim Blumen- rage liier begrüßen zu können. Weitere Ansprachen hielten 'Isarrer Gob cf, Direktor Roth, Lekonomierat And r a e, »wfzimmermalcr Schön usw. Vorträge des Gesanavereins !_icderkcanz und des Kirchengesangvereins, sowie Sologesang Ides Herrn Gockel trugen zur Unterhaltung bei, eben,o ne von Kreis rat Boeckmann Dorgetragenen von Amtsgerichts rat Römheld verfaßten Verse (s. ^amilienblatt vom vorigen Scnnstag. Der Kaffee-Nachmittag spann sich auS einem fröhlichen Bierabend, in dessen Verlauf die tanz- 'ästige Mitarbeiterschaft deS Blumentags ihre Rechnung ~,n oben muß es Halt ,,Nebenfach^' heißen r T a d) e^. Aük Die 3h-ren Beweise für die Einfältigkeit der Theorie der »rankheus- r r egyn 9 durch Bazillen habe ich, als in mehreren Kapiteln neincr BücnleinS: „Die Natur Heilkunde und i b r e -4 c an er" erbracht, hingewiesen. Zeile 32 von oben muh bas Lort „einer" fortsallen, so daß der Satz lautet: „in durch Tabake- rauch und Menschenausdünstung erfüllten Lunkloaken , ^ctatt hie Naturgesetze seien keineswegs erforscht" muß es heisten: 'keineswegs sd^n völlig enorschr". Zestc 24 von unten ist vor „KccmkenHäusern" einzuschallen „in LrankheUSfallen . In i >^r i.«titen 3eilc auf Spalte 2 muß es stakt „tonn' heißen „so 11 ui Halbbad jebeftnial folgen". Im SchlußpassuS hart der Herr Berichterstatter icdensalls durch daS Wort: „AuS spräche das -iccindwort „Diskussion" ersetzen wollen. 'st aber nicht cnidn.]!.! 3d) lehnte die ,,DiSkussion", d. h. den „wisien- «chastlichcn Streit" als bei der Kürze der Zeit nutzlos ab. Zur „Aussprache" aber bot ich durch meine Bereitwilligkeit für ^Ziagenbeantwortung" die Hand, und es wurve ja auch davon iebraud) gemacht. Landkreis Gießen. △ Klein-Linden, 14. Mai. Ein Motorfahrer stürzte infolge RadbrucheS von seinem Opel-Motorrad und 2>lieb blutüberströmt und bewußtlos liegen. Von mehreren Leuten unserer Sanitätskolonne wurde er verbunden und an- cheinend schwer verletzt in die Klinik getragen. Es wurde (-ehirnerschütterung festgestellt. — Ein Geschäftsmann von Ließen verunglückte in der Ortsstraße mit seinem Fuhr- Wetteraussichten in Hessen am Dienstag dem Ift. Mai 1911: Warm und meist heiter, strichweise Gewitter, schwache £u|t- bciuegunq. Letzte Nachrichten. Schiffsunfälle. Neuyork, 15. Mai. Aus Jean in Neu-Fundland wird gemeldet, daß der franzüsische Fischereischo- ner Viktoria mit 22 Mann Besatzung untergegangen ist. Der Fischerei s chon er Guillaume Teil scheiterte infolge Zusammenstoßes mit einer Barke. Von den 32 Mann der Besatzung ertranken 11. Großfeuer in Franken. Forchheim, 15. Mai. In dem Torfe Teuschnitz entstand gestern mittag um 12 Uhr in einer kleinen Scheuer ein Br an d, der sich infolge des heftigen Windes rasch ausbreitete. Bis 4 Uhr nachmittags waren 35Wohnhäuser mit Scheuern und Stallungen nieberge« brannt. Universitats-Nachrrchterr. hk. Darmstadt, 14. Mai. Ter Prioatdozent für Elektrotechnik an der hiesigen Technischen Hochschule, Dr.-Jng. Waldemar Petersen, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der technischen Physik an der Universität Jena erhalten, ihn aber ab gelehntt; er wurde zum außerordentlichen Profeffor an der Darmstädter Hoch- c!-,ulc ernannt. L Kleine Lagerchronik. In Hamburg fand am Samstag die feierliche Uebergabe deS von Edmund I. A. SiemerS gestifteten VorlesungS- gebäubes au den Hamburgifcheu Senat statt. Professor Michaelis in Berlin, der im Alter von 70 Jahren steht und an Arterienverkalkung leidet, wurde Sonntag früh in seiner Wohnung in der Rankestraße in Charlottenburg von einem heftigen Unwohlsein befallen. Er erhob sich aus dem Bette, eilte an ein Fenster, verlor an der niedrigen Fensterbrüstung das Gleichgewicht und stürzte kopfüber auf den Bürgersteig hinab, wo er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. In Masmünster erschoß am Sonntag morgen auf offener Straße der 22jährige Weber Eamill Ringelbach seine Geliebte, die 19jährige Andreherin Josephine Haas aus Stetten. Ursache: Unglückliche Liebe; die Eltern des Mädchens waren mit der Heirat der beiden nicht einverstanden. Der Mörder brachte sich selbst zwei Schüsse in die Seite bei; er lebt aber noch und wurde alsbald nach dem Spital verbracht. ~ Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes".: I. V.' A u q u st G oe tz. Müller’* Bade- u. Schwimmanstalt ist eröffnet Direkter Anschluss mit dem Luft-, Licht- und Sonnenbad Herren- und Damen-Bassin Grund und Kastenbäder. Badezeit von 6—1 und 3 8 Uhr. Wasserwarme 16 B. Für gewissenhafte Aufsicht ist bestens gesorgt. Für die Herren Studierenden habe ich Semesterkarte« eingerichtet ™ ZI I vArmlten. 4*1 Es ladet ergebend ein Philipp Muller, Badeanstaksbes.tzer, 04021 Mit 3214 LÄ i MINIMAX sind seit 1904 22281 schriftlich angezeigte Brände gelöscht. 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In dem KonkurSversahm ; über das Vermögen der Inrr Leopold Sonneborn r Gießen, West-Anlage, ifls Folge eines von dem Qkmtir-. schuldner gemachten Vorjch.ac- zu einem Zwangsvcrglrch VergleichStermin sowie Tmn- zur Prüfung der Nachtrags angemeldeten Forderungen cst - Montag den 12. Juni 1911,; « nachmittags 4 Uhr, vor Großherzoglichen AmtsgeristiV in Gießen — Zimmer Nr. 18 anberaumt. Der Vergleichsvorschlog wb. g die Erklärung des Gläudig> I ausschusses sind auf der ft- I richtsschreiberei des Kon!u> | gerichtS zur Einsicht dec 5^ I teiligten niedergelegt. (B, ■ Gießen, den 12. Mai 191« Der Gerichtsfchreiber btl I Großherzoglichen 9(mtgge?fe I Versteigermtz | Dienstag den 16. ds. M |1 nachm. 2 Ubr, versteigere^ ■ Neustadt 55 dahier gegen za hl trug: 1. 2 Sofas 11 2. 1 Pferd, 1 Rollwagen, IFahnM 1 Halbverdeck, 1 Registricrlc»'W 1 Pianino, 1 Billard 1 Kaff 1 Grammaphon mit 12 1 goldene Damenuhr, 1 Äv- W eiurichtuug, 30 Lorbeerboiri» f 6 Hühner und Möbel aller » 3 sowie 2 Dutzend Dkützen. , Die Versteigerung zu 1 bestimmt statt. ■ Born, Gerichtsvollzieher ___________in Gießen. __i Unter gesetzlicher staatlich | Aufsipht und unter dertäglic;0 1 Kontrolle des beeidigt. Gerity | Chemikers Dr. Ad. Langft'“ 1 Altona, hergestellte Pflanzenbaiiter Eigellb-Margarine ,,Frischer Mohr“ als butter Pfund 67 Pf?, j Pflanzenbutter- Süssrahm-Margarine ,1 niss als feine Tischbutfl K Pfund 62 Pfg. Vollfetter Margarine Visitenkarte liefert rasch und billigst ßruhl’ßchö DOOOOOO«^ । ,.lhmor“ als Beefsteak: P braten Pfund 49 Pfg- . f alles in Postkolli ä 9X1 P®® franko jeden Postort Des** lands. Nach Wahl von 4« 3 Sorten gemischte Kolli. 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