Erstes Blatt 161. Jahrgang Samstag, 17. Juni 1911 GiehenerAnzeiger Veing»vret»: monaflirf)75Y'Lt>ttrte[» iährlid) SIL 2.20; burtb •Jlbhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch diePost Mk.2.—viertel- ;abrL auvicbL Bestell a. Zeilenprei-r: lolallüPk^ nuSioärtj 20 Plenniq. Ehelredockleilr: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: Auaust (Soetz; für .Feutlle- ton', .Dennstchkes' und .GenchtSlaal": R. Neurath ; für .Stadl und Land*: E.frcß; für den Anzeigenteil: H. Beek. Nr. 140 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: dermal wöchentlich SietzenerZamilienbllitter, zweimal wöchenllRreis- dlattsürdenKrriiSiegcn (Dienstag und Freitag); zweimal monail. Lank wirtschaftliche 3eiffrager ^cnüprcd) - Anschlüße. für die Redaktion 112, __ General-Anzeiger für Gberyessen für die Tagesnummer Rotafionsörntf und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und 51eindruckerei tt. Lange. Redaktion. Lrpedilion und Druckerei: 5chulstrahe 7. H..2 vormittag- 9 ijfir.vttdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße <6a. Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten. politische Wochenschau. (Sieben, 17. Juni. , och immer tvitt in der Politik feine Sommerruhe cm treten. Zwar erfreut sich ber deutsche Reichstag d - wohlverdienten Ruhe, ober die beiden preußischen Parka- mente haben am Freitag dieser Woche die Verhandlungen wieder nufnctiommcii und auch zahlreiche andere Vollsvei tretungen sind noch eifrig an der Arbeit. In Oesterreich haben diese Woche die Wahlen zum .l b g c ordtteten Hause stattgesunden, die wieder ein- mal den alten Erfahrungssatz bestätigten, dost auch in der Politik Finck und Ebbe aufeinander folgen. Die Ehristlich Sozialen, die etwa unserem deutschen Zentrum enb sprechen, schienen vor 4 Zähren, bei den ersten Wahlen unter dem allgemeinen Stimmrecht, ihre Macht für lange Zeit fest begründet zu haben Sie gingen als die ftärtjtc deutsche Partei aus dem Würselfpiel der Wahl hervor und beherrschten vor allem Wien, die Reichshauplstabt, ziemlich uneingeschränkt. Der Tod ihres begabten Führers Lueger unb die Unfähigkeit feiner Nachfolger hat sie rascher, als auch der beste .Henner der Verhältnisse glaubte, von ihrer Hohe herabgestürzt. Sie haben in der Provinz keine Fort schritte gemacht und in der Reichshauptstadt eine fast ver nichtende Niederlage erlitten. Man darf aber aus dem in Wien eingetretenen Umschwung keine voreileg.m Schlüsse ziehen. Das österreichische Parlament ist schwach durch seine nationale Zerklüftung, und Neuwahlen können au der Natur des Staates nichts ändern. Jede Nationalität besitzt die ihr durch die sprachliche Abgrenzung der Wahlbezirte verbürgte Zahl von Mandaten, und politische Verschiebungen können nur innerhalb jedes einzelnen Volksstammes ein- treten. Den Deutschen kann von ihren 233 Mandaten ebenso wenig eines entrissen werde«! wie den Tschechen einer von ihren 1.07 Sitzen. Das Wahlsieber äußert sich nur in der lebhaften Erwartung, welche Erfolge die drei Hauptrich- hingen, die liberale, die klerikale und die sozialistische, erringen werden. Man weiß, daß die erste Wahl nach allge meinem Stimm recht vom Jahre 1907 bei den Deutschen eine schwere Niederlage des freisinnigen Bürgertums ge bracht hat. Von den 233 deutschen Mandaten fielen 96 den Christlich Sozialen, 75 den freiheitlichen (Kruppen unL 62 den Sozialisten zu. Bei den Slowenen und Italienern drangen zumeist die klerikalen Wahlwerber durch, und ebenso vielfach bei den Tschechen. Diesmal ist es anders gekommen. Nach einer allgemeinen Schätzung werden, wenn die zahlreichen Stichwahlen vollzogen fein werben, die Deutschfreiheitlichen die stärkste deutsche (Kruppe sein und mindestens neunzig, vielleicht einige Stimmen mehr, zählen. Die Verluste werden von den Sozialisten und den klerikalen getragen werden, wobei die ersteren sich in ber günstigeren Vage befinben. Im letzten Parlament war der christlich soziale Mlub der ansehnlichste des Hauses, so daß aus seiner Mitte ber Präsibent hervorging; das nächste Abgeordnetenhaus wird wohl unter einem liberalen Vorsitzenden tagen. Die Stimmen der Sozialisten im Reiche find nicht zurückgegangen, wohl aber die Anzahl ihrer Man bäte. Dabei ist seftzuhalten, daß die vier Millionen Deutschen Böhmens, Mährens und Schlesiens unter allen Wechselfällen des letzten halben Jahrhunderts immer liberal gewählt haben, so daß die .Hleritalen nur ein oder zwei Sitze unter ihnen zu erringen vermochten. Das Schlacht- seld, wo sich Freisinn und nlerikalismnS gemessen haben, waren die Tonangebiete und die Alpenläi'der, besonders Wien. Hier ist die Woge bald gestiegen, bald gesunken. Der jetzige Umschwung macht sich auch bei den Tschechen geltend, wo einige klerikale ihre Mandate verlieren werden. Zu bedauern ist nur, daß die deutsch freiheitliche Partei nicht daran gedacht hat, sich eine größere Zahl geiftig hervorragender .Kandidaten zu sichern, obwohl Männer wie die früheren Minister Bärnreither und Mar- chet zur Uebernahme von Mandaten bereit gewesen wären, dlber auch bei den Liberalen haben die Bezirksarößen, die (keinen wirtschaftlichen Interessen, der Ehrgeiz der mittet mäßigen Mövfc eine Auslese der Besten verhindert. Die Stichwahlen werden leine einheitliche Front vorfinden. Zwar bemühte sich der Ministerpräsident v. Bie- nerth eifrig, eine Verständigung zwischen den Christlich sozialen unb dem deutschen Nationalverband gegen die Sozialdemokraten herbeizuführen und die Parteiführer waren auch dazu bereit, aber die Wähler und die lokalen Führer lehnten sich vielfach dagegen aus. Der Vers-ich, die deutschen bürgerlichen Parteien zu einigen, blieb daher erfolglos und es wird vielfach, namentlich in Dien, zu einem Zusammenschluß des p utschen Nationalvcrbanbes mit den Sozialdemokraten kommen. Die Marokko-Anfrage im französischen Senate bot dem Minister des Aeußern, Cruppi, Anlaß, seine Erklärungen vor dem Kammerausschusie für äußere Angelegenheiten in noch feierlicheren unb kräftigeren Worten zu loiederholen. Er beteuerte aufs neue, daß die Franzosen mit der Zustimmung der zivilisierten Welt, besonders mit beständigen Sympathie-Bezeugungen ber englischen Freunde, n a d) Fez gegangen seien. Aber die Expedition habe nicht aus Gruno der Algeciras-Alte ftattgc'jiinben, da diese nur eine beschuüute Polizeimission Frankreichs einräume. Der Marsch sei vielmehr wegen außergewöhnlicher Umstände erjoigi, wegen der Gefahren, in denen sich die französischen Instruktoren und die europäischen Kolonien in Fez befanden. Kurz, Frankreich habe dort die ihm zustehende Pflicht des Schutzes und der Menschlichleit erfüllt. Aber in? versicherte der Minister, daß man von der Sch au ja und nicht von der Mulnya abmar,chiert sei, weit man jeden A,.,u-cin einer E oöerung oder dauernder Besetzung vermeiden wollte. Er fügte hinzu; „Frankreich wird unentwegt sein Wort halten. Es gebcntF die Atto von Algeciras und die Unverletzlichleit des Sherifenreiches zu achten. Die dem General Moinier erteilten Wei,ungen find von dieser leitenden Idee durchdrungen. Sie enthalten als Hauptpunkte die Organisierung einer Sherifenarmee, die hinreichend wäre, um das An «ehen des Sultans zu stützen und zu verbürgen, und die Beseitigung des abschcuuchen sisiaüschen Systems des Maghzen. Dann wird der General Moinier seine Soldaten nach Ca,ablanea ans dem gleichen Wege oder auf einem anderen zurückführen, wobei er noch die Zaers zu züchtigen hat, die uns für den Anschlag vom 14. Januar Genugtuung schulden." Auch bei Herrn Cruppi scheinen die Worte dazu da zu sein, die Gedanken zu verbergen. Die Kommentare zu dem französischen Vorgehen in der Pariser Presse lauteten ganz anders und auch Spanien traut offenbar den französischen Beteuerungen nicht, sondern sucht sich in Norbwest-Maroklo seinen Anteil an der Beute auf ähnliche Weise wie Frankreich zu sichern, sehr zum Acrger der französischen Schwesternation. Tie übrigen Mächte, namentlich Deutschland, begnügen sich vorläuiig mit der Rolle des Zuschauens. Hosfent- Uch warten sie nicht erst ab, bis Frankreich den marokkanischen Bissen verdaut und Maroklo auch wirtsckwftlich voll- ständig verschluckt hat, sondern sorgen rechtzeitig für die Aufrechterhaltung des freien Wettbewerbs in dem fdicrifi schen Reiche. Ter A u f st a n b" i n A l b a n i c n scheint im Erlöschen zu fein. Die militärische Leistungsfähigkeit der Türfei erwies sich doch als leistungsfähiger als die Ansstänbifchen und ihre montenegrinischen Freunde glaubten und die weise Mäßigung der türkischen Regierung trug dazu bei, die Verstellung friedlicher Zustände zu fördern. Die freundschaftlichen Ratschläge der österreichischen Regierung haben in Konstantinopel ein williges Gehör gefunden uns find auch in Eetinje verstanden worden, so daß der diesmal besonders gefährlich ausgetretene übliche Frühjahrsaufstand auf dem Balkan verhältnismäßig rasch beigelegt erscheint. Unser H c ssenland hat diese Woche endgültig das direkte Wahlrecht bekommen. Es tritt mit den übrigen Veränderungen an Wahlrecht und Verfassung mit dem Anfang Juli zu erwartenden Schluß des gegenroärtiaen Landtags in Kraft unb voraussichtlich im November werden wir zum erstenmal direkt zuin Landtag wählen. Die 23 der seitherigen Abgeordneten, die vor drei Jahren gewählt worden sind, bleiben, während für die andere vor 6 Jahren gewählte Hülste Ersatzwahlen unb außerdem S Neuwahlen infolge ber Vermehrung der Lanblagsmaiibate stattzufinben haben. Die österreichischen Neichrratrwahien. Wien, 16. Juni. Während vorgestern zwischen der Leitung der chrisl t i ch -sozialen Partei und des deutsch- nationalen Verbandes eine gegenseitige Unterstützung bei den Stichwahlen vereinbart worden war, beschloß heute, der „Rcichöpost" zufolge, die Leitung der christlich-sozialen Partei, den Vertretern bcS deutsch- nationalen Verbandes den Beschluß bekannt zu geben, daß öte christlich-soziale Partei nicht in der Lage sei, eine all- gemeine Weisung in Bezug auf das Verhalten bei den Stichwahlen auSjugeben und es den Landesparteileitungen überlasse, in dieser Frage die Entscheidung zu treffen. Ter »Deutsch-Böhmischen Korrespondenz" zufolge nahm der Deutsche National verband von dem Rücktritt der christlich-sozialen Parteileitung von dem Stichwahl-Kompromiß Kenntnis unb überlaßt cS den einzelnen Landesparteile itungcn unb Bezirksausschüssen, zu den Stichwahlen jene Stellung einzunehmen, die den lokalen parteipolitischen Vec- hältmffen bestens Rechnung trägt. Den Abendblättern zusotge schlossen die Ehristlichsozialen unb die Sozialdemokraten von Oberö st erreich unb Salzburg ein Wahlkompromiß ab. Die Marokkosrage. kam am Freitag infolge einer Anfrage von Iaurös in der französischen Kammer zur Verhandlung, ivobet bic Regierung einen glatten Sieg über-bic Gegner ihrer Marollopolitik davontrug Die .Hammer lehnte nämlich mit 471 gegen 112 Stimmen bic Priorität ber Tagesordnung Jauri-s ab, bic die gefährliche Politik der Gehcimverträgc verurteilt und bic Regierung aufiorbcrt, zur genauen Einhaltung der Alge- ciraealle zurückzukehren unb von einer militärischen Bc setzuug Marokkos unb vor altem, was die notwendige Freundschaft zwischen Frankreich und Spanien in Frage stellen könnte, abzuschcn. Tie Kammer'hat dagegen eine Tages- Anekdotischer vom Turnvater Zahn. Die große Feier, bic in den Tagen des 17. unb 18. Juni von mehr als 20 000 deutschen Turnern des Inlandes unb Auslandes in der frascnhndc bei Berlin veranstalte: wird, gilt nicht nur der Erinnerung an bic vor hundert Jahren erfolgte Eröffnung des ersten Turnplatzes, sondern and) ber Gestalt des injnelyr als einer Beziehung bis zur Heben reibung eigenartigen ,,Turnvaters^ Jahn. Sein Streben und seine Fähigkeit, an allen -Licken seines 'Jimtretend bic Führerschaft der ihm am meisten zu sagenden Richtung an sich zu reißen, brachtet ihn schon während seiner Studentenzeit in Heckte in schroffen Gegensatz zu den damals on der Universität mächtigen Landsutannschasten, io daß er »ich, loeil er iciit Leben in Gefahr glaubte, als Einsiedler m eine Höhle bei Gickst ebenste in an ber Saale zurück zog. Die cr^n.uh bestem Können durch Schießzeug unb Säbel in festungsartigen Zu- Itanb setzte; er häufte hier den ganzen Sommer 1799 mit der von ihm öffentlid) bekannt gegorenen Absicht, jeden unbe'ugtcn Gindring- 1mg abzuschlachten. Als das Mricgegemittcr des Jahres 1803 losbrach, warf er Feder und Papier in Goslar, wo er iich bei ^cinem Freunde aufhielt, in Die Ecke, um sich dem Prinzen Louis Ferdi uand, der einen Freund Jahns zu seinem Privatsekretär gemacht hatte, fürs Vaterland zur Verfügung zu stellen. Er kam zu spät. Da der Prinz bereits bet Saatfeld gefallen war und machte als Zuschauer die lochloic Flucht des preußischen Heeres nach der Schlacht bei Jena in ber Nacht vom 14. nun 15. Li lobet 1805 mit. Wie er selbst erzählt, ergraute er bauet aus Erschütterung über den Zusammenbruch int Alter von 29 Iahten. Der furchtbare Irrtum, in dem er sich mit so vielen tausend anderen Patrioten, hinsichtlich der Lebenskraft des alten, fnderizianischen Preußen bc tunbcit hatte, zeitigte in seinem Kopse die absonderltchstcn Gedanken, in denen sich Nichtiges mit wirren Phantasien mengte. Von Oesterreich erwartete er ganz unb gar nichts. Be.anders schlecht Ivar er auf Wien zu sprechen, oas er mit Lots Iran verglich, bic zu rückschauend zur Salziäulc wurde. Tic Stadt sei die sichtbare Verkörperung der Politik des Hauses Habsburg, die stromaufwärts wolle, statt: mit dein Strome zu schwimmen und nur eine „Rcichsgenossensckwst vieler besonderer Volkstümcr zusammenkleistern" könne, bic sich früher ober iuätcr wieder von einander trennen würben. Oesterreich solle seine Hegemonie an ent unter Preußens Führung neu zu gründendes Deutsches Reich abgeben, in bas er Böhmen unb Mähren unb die Alpenläuder eino er leibt zu sehen iininidjic; die* galizische:'. Polen loM.:'. Zur Sck-asfnng einer 1-absbnrgilcheit Setunoogenitur dienen. Dagegen sollte Belgrad und das gegenüberliegende, Semlüt die Haupt-ladt detz neuen Oester reiches werden, das sich .Bosnien, -Serbien, Bessarabien und das Gebiet des heutigen Rumänien, bic Toitau- fürftentümer Moldau und Walachei zu erobern hätte. Unter den von Jahn vorgcfchlagencn politiidKit Rezepten aber ist tun weitesten bekannt geworden und im Gedächtnis der Nacl'ivell basten geblieben sein völlig ernst gemeinter Plan, zwischen Deutschland und Frankreich eine nach Ditmarschem Dialekt als „fromme" bczeickmetc ivüste Zone einzurichtcn, in der Unvald unb Sümpfe unb allerlei wildes Raubgeticr jede Berührung von Teutscken und Franzosen verhindern sollten. Von seinen sonstigen Ansichum waren noaä die über bic Frauen mehr als mcrhuürbig. Tie Frauen waren nach seiner Meinung in ii>rer Mehrzalst die Quintessenz aller Schlechugkeitcn. Tanz- sestlichleiten, die über Mitternacht hinaus dauerten, erschienen ihm als vifentlitücr Buhl handel mit Zursckxmtragung verborgener Reize. „Wenn die Weiber," schrieb er, „als Dämmerungsvögel unb Nachtfchmctterlingc in der Nachtluft umherfchivärmen, von einem Monbsck'enigewmrde nur so viel bcUcibct, caß die Nacktheit desto mehr auf fällt, wird da nicht der 2luszchrungskeim für folgende Geschlechter genährt? Schamhafter als die heutigen Zierlinginnen," meint er bei anderer Gelegenheit, „bleiben die Wildinnen in ihrer natürlichen Blöße, beim sie lassen sich am Tage nie von ihren Männern umarmen, dagegen scheint unsere heutige Zugeiib aus dem Nachmittagsschlummer der Eltern heroor- gegangen." Die meisten Menschen seien Kinder der Langeweile ober noch schlimmerer Gcfühie unb doch solle jeder Mensch nur der Siebe sein Saidit öerbankn. Jahn war eben ein Freuird der derben und drastiststen Ausdrücke, die bei aller Lauterkeit seines Strebens mandimal sehr zum Sei e.den seiner selbst und ber von ihm vertretenen guten Sache ausschlugen und ihn zur grotesken Figur machten. * — Ein Denkmal für Robert Koch. In Berliner medizinischen Steifen geht man mit ber Absicht um, dem berühmten Bakteriologen ein Denkmal zu errichten. Dem nächst soll ein Ausschuß gegründet werden, ber einen Aufruf zur Sammlung für ein Robert noch Denlinal erlassen wird. Man hofft, das; bas Denkmal ant 7 0. Geburtstag des Forschers, am 11. Dezember 1913, c n t hüllt werden kann. - - 2er Schi! lerbrics der fruth Sammlung ist fü r D^u t s ch l a n d v er l o r e n. Mit Spannung et .'artete man, ob es gelingen würde, cuf der Versteigerung der Sammlung fruth in London den beriibmicn zwortcn Bner ScmÜcrs an Goethe für Deurschland zu retten, der scinerzech mir uimufgctlartc Weise aus ber Gcsanuhcit des Goethe-Schcklerschcn Bric,ioechsels t>cr> schirmnocn ist. xer ierit-, in oem c-a>iliec eine außerorhentlicha Schüderung und Beurteilung seiner eigenen Persönlichkeit gibt, ist das einzige roid-tige Dokument, dessen Original in dcr Sammlung des Weimarer GoeU-e- uuo Schiller-Archivs fehlt. Das kostbare Stück erregte bei der Versteigerung lebhaftes Interesse, aber nach lurzem Kampfe wurden bic deutschen Bemühungen zur Erwerbung dieser Reliquie von dem Londoner rtunsthändler Quarüch abgeschlagen, ber, wakr schein lick, in amerilanischem Auftrage, den Brief für 3 500 M ark taufte. Tie unersetzliche frandschriir ist damit wohl für Deutschland endgültig -verloren, fruth Hütte seinerzeit den Brief für 185 Mark gelaust. Im Vergleich zu den anderen Preisen, oic bei der Versteigerung gezahlt wurden, hat der englische Kunsthändler den Schüler Bries verhältnismäßig billig gekauft. Denn ein Shelley-Brief vom 29. November 1821, an Joseph Sehern gerichtet, erzielte nicht weniger als 15 4 0 0 Marl, und cm Brief ber Maria Stuart an den französischen Botsck-after (ibateauneuf erreichte sogar die außer- ordentliche Summe von 2 0500 M ark. Ein Schreiben von Keots an seinen Verleger John Taylor, das fruth für 120 Mark gekauft batte, wurde mir 9000 Mark bezahlt, und ein Brief Luthers an den Herzog Jol-ann von Sachsen erzielte 9900 Mark. Dagegen erreichte ein Mozart-Bries, ein .frerzensichrci des Komponisten aii Constanze Weber, den im vergleich u den übrigen Summen nur bescheidcneii Preis "von 1240 Mark. — Mainzer S t a d k r h c a t e r. Da die abgctaufcnc Spielzeit des Mainzer Stab.i-,-caters durch den neuen Vertrag recht ungünstig für ihren Direktor M. Behrcnd aoschloß, so kam er um andere Vertragsbebingungen ein, bic ihm jetzt auch gewährt werden sollen. Der neue Vertrag, den bic ^heaterbepuiation ausgetertigk hat, ver- pslichtet die Stadt, aus den Garoerobengelbern uno der Billettsteucr eine Summe bis zu 10000 Ms. der Thealer- bireftion zuznschießen, wenn b« ■: (vcroinn die Summe von 15000 Mt. nicht erreicht. Direktor M. Behrend wird das Theater auf drei weitere Jahre übertragen werden. Bis zum Jahre 1909 hatte das Mainzer Äabttheatcr einen jährlichen Reingewinn von 25 000 bis 35 000 Mck. — Kurze Nachrichten aus St u n ft und Wissen- s ch a i i. Der Kaiser verlieh dem Sudpolarsorscher S h a ck 11 ; o n c:ii .völliglichen Mroncnarixm 2. Klasse. — Entgegen der gestrigen Meldung ist nicht der Maler Jules Lcföore gestorben^ sondern sein Sohn, der Bildhauer Maurice Jul cs Lc- feore. Krönung Ferr y a n g e n o m men, die die Erklärungen der Regierung billig?und ihr das Vertrauen aus - iP richt, jie eine Politik verfolgen zu sehen, die den besonderen Interessen Frankreichs in Marokko und der Alge- cirasakte entspricht. Ter Passus, der das Vertrauen betont, wurde mit 434 gegen 77*Stimmen angenommen. Aus Mekiues lüirb unterm 10. ds. gemeldet, daß General Moiuicr daselbst einen Militärposten eingerichtet habe, der aus zwei Schauje-Couns, ferner der Mahalla Omranis sowie einer Artillerieabteilung und zwei Kompagnieri algerischer nnb Senegalschützen bestehe. General Moinier werde sict^nach Norden wenden, um mit der Kolonne des Obersten Comte zusammenzutressen, und werde sodann zu einem neuen Aufenthalt nach Fez zurückkehren. Die „Agence Havas" meldet aus Fez unterm 13. Juni: Der Sultan ist, wie cs heißt, höchst empört über die La n dir n g d e r S p a n i c r und wird energisch protestieren. Aus Mazagan wird der „Agence Havas" unterm 13. Juni gemeldet: Der Stamm Rahamna, der zu El Glaui hält, empörte sich und erklärte die Absetzung Mulay Ha f i d s. In Suk Djemao bei Marakesch wurde der Markt geplündert und mehrere Personen getötet. Bis zum 8. Juni herrschte in Marakesch Rühe. Aus Tanger wird Pariser Blättern gemeldet, die Besetzung von Larrasch und El Ksar habe unter den in Tanger wohnhaften 7000 Spaniern eine sehr a n m a ß e n d e S t i m- mung hervorgerufcn. Die Meldungen aus Larrasch bewiesen, daß die Spanier sich dort für lange Zeit und gründlich festsetzen wollen. Da jedoch jeder Vorwand für diese Besetzung mangele, nähmen die gegen die Eingeborenen gerichteten Herausforderungen immer mehr zu. So habe der die scherifischen Truppen von El Ksar kommandierende Kaid einen Patronillendienst eingerichtet. Der Befehlshaber der spanischen Truppen, Rittmeister Ovilo, habe jedoch einer solchen Patrouille gedroht, sie ins Gefängnis zu werfen. Ter Kaid habe darauf ironisch erklärt, daß er seit dem „furchtbaren" Angriff, den die Stadt am 7. Juni zu überstehen hatte, es für nötig gehalten habe, durch den Patrouillendienst die Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Lage in Albanien. Prischtina, 16. Juni. Der EinzuZ des Sultans vollzog sich in großer Ordnung. Die «L-tadt ist überfüllt; aus dem Kreise Gilaue sind etwa fünfzehntauseud Albanesen ein- getroffeu. Extrazüge bringen Tausende von Uesküb und Mitro- vitza. Die Bewohner aller serbischen Dörfer mit Fahnen sind hier zu einem Festzug vereinigt und bringen dem Sultan und dem Kriegsminister Huldigungen dar. Der Sultan hielt in Anwesenheit von über 100 000 Albanesen ein Sesamlik ab. Der Eindruck bei deu Albanesen überstieg alle Erwartung. Der Sultan stiftete 50 000 Pfund zur Befreiung der Albanesen aus der Schuldhaft und zum Ausgleich schwebender Blutrache. Mle wegen politischer Vergehen verhafteten Albanesen sowie 137 Bulgaren wurden begnadigt. Nach dem Sesamlik fand die feierliche Grundsteinlegung der vom Sultan gestifteten Hochschule statt. In einem türkischer Kommunique werden die auswärtigen Nachrichten über GreucltatentürkischerTr uppen gegen die Malissoren dementiert. Die Behauptung, daß Soldaten Kinder ermordeten, sei eine böswillige Erfindung. Dagegen sei richtig, daß Rebellen und Montenegriner einem bei Kastrati gefallenen türkischen Soldaten die Augen ausgestochen haben. Das Äriegsministerium dementiert die Meldungen, nach denen bei Selke ein neuer, für die Truppen schwieriger Kampf stattgefunden habe, die Schalastämme sich erhoben und die Miraditen Alessio besetzt hätten. Der montenegrinische Geschäftsträger unternahm bei der Pforte Schritte wegen der von türkischer Selle erfolgten Wiederbesetzung der Anhöhe von I c s c r o , die seit dem Jahre 1910 als montenegrinisches Gebiet anerkannt ist, sowie wegen der Errichtung zweier Redouten auf montenegrinischem Gebiete und wegen eines Brandes zweier montenegrinischer Wälder, die von den Türken aus strategischen Gründen niedergebrannt wurden. Ter Geschäftsträger verlangte die Räumung von Jesero und Beseitigung der Redouten. Die Abreise der türkischen Militär lornmiffion zur Abgrenzung der strittigen Punkte an der türkisch-montenegrinischen Grenze wurde bis zur ,(Ernennung montenegrinischer Delegierter verschoben. Der Ausstand der Seeleute. Amsterdam, 16. Juni. Die Bemannung dreier Dampfer, die heute im Hasen eingclaufen sind, schloß sich dem Streik an. Eine Schar alter Matrosen vom Königlichen Lloyd, die mit der Arbeit der streikenden Matrosen betraut waren, ist gleichfalls in den Ausstand getreten. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Streikenden 300. Ein Dampfer der Rotterdam American Petroleum-Company, der heute früh auslaufen sollte, konnte keine Mannschaft anwcrben. Zu dem Gerücht, daß sich Expräsident Castro au Bord eines unter deutscher Flagge segelnden Schisses in den Gewäsicrn von Haiti befindet, erklärt der Inhaber der Firma Georg Grvt- st ü ck - B e r l i n , Konsul Grotstück, den hiesigen Mittagsblatlcrn: Ich kaufte seinerzeit den von der italienischen Regierung amsran- gierten Kreuzer „Umbrio" und verkaufte ihn, nachdem ich ihn modernisieren ließ, an die haitianische Regierung. Vor einigen Tagen mußte der Kreuzer, der allerdings unter deutscher en hat einstimmig beschlossen, die streikenden Seeleute mit Geldmitteln zu unterstützen. Antwerpen, 16. Juni. Heute ist hier alles ruhig, .ine Red-Star-Lime erklärte, daß sie den Abgang aller Schiffe für die nächsten sechs Wochen sicher gestellt habe. Die Dockarbeiter verhalten sich nach wie vor ablehnend gegen den Streik. 11' 10. Juni, ^us den heutigen Berichten verschie- dener -Lchntahrtszentren geht hervor, daß in vielen Fällen Dampfer Uch thre Mannschaften nur unter Gewährung erhöhter Lohne beschaffen konnten, während einige Mannschaften sich ^erljaupt meigerten, sich anmustern zu lassen, andre kündigten. ^chOle auf dem Tyne konnten sich moxgens die übliche .LuannjdiaK verichaffeu, nachmittags dagegen weigerten sich in ^ewcastle die Mannschaften, sich anheuern zu lassen. In Leith dehnt jid) der Ausstand aus; vierhundert Seeleute lehnten es ab, sich anwerben zu lassen. N e u y o r k, 16. Juni. Der Verband der amerikanischen Seeleute, dem 20 000 im Küstenhandel angestellte Seeleute unterstehen, ordnete für heute den Aus stand an, um höhere Lohne und belfere Arbeitsvedingungen zu erzielen. Tie Führer veriicherm ne iDüriieit die ganze amerikanische Schiffahrt lahm- tegen. -rcc trausatlantgchcn Linien werden von dem Ausstand nicht bctrolsen J.ud) durch den englischen Ausstand sind sie, loweit Ncuyott in Betracht kommt, bisher nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Exprästdent Lastro als Pirakentzäüptimg? Wie in Washington bekannt gegeben wird, sollen Mehrere amerikanische Kriegsschiffe ausgesandt werdM,um das Schiff „Consul Grothus" zu Lerwachen am dem lich Caltro bcsmdm ioll. Cajrro lvll, menn er sich an Boro Ä Äu nad) LÄ fielen, wiedergewählt. lTtie w ürttemb er g ische 2. Kammer hat die neue Gehaltsordnung der Staatsdiener im engeren Sinn mit 81 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen. Zum Scheiden des Priiizen M a x von Baden aus seiner Stellung als Brigadekommandeur stellt der kommandierende General des 4. Armeekorps die Gerüchte über Differenzen zwischen ihm und dem Prinzen in Abrede. Ausland. Bezüglich der Meldung, caj mc Paris-Lyon-Mittel- m e e r - Ba h n g e s el l s ch.i f t bei zwei deutschen Firmen eine Anzahl Lokomotiven bestellt habe, wurde im französischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten erllärt, es sei richtig, daß mcycrc französische Gesellschaften in Teutschland Lokomotiven bestellt haben. Es stehe den Gesellschaften in der Tat frei, ihre Maschinen- und Wagenbauer selbst zu wählen. Immerhin habe der Minister der öffentlichen Arbeiten sie aufgefordert, ihre Bestellungen rechtzeitig vorzubereiten, damit sie infolge einer etwaigen plötzlichen Zunahme des Verkehrs nicht genötigt seien, sich an das Ausland zu wenden. Tie, Hafenbehörden von Vigo belegten den deutschen Dampfer „Pluto", der heute von Villa Carcia hier ein- getrolsen war, mit Beschlug. Der Dampfer soll Kollis mit Awffen und Konterbande, die auf dem Bahnyof Eronse beschlagnahmt worden war, in Villa Carcia gelandet haben. Ter neue Gouverneur von Chchunhus (Mexiko) kündigt an, datz bte neue Verwaltung keine Konzessionen an A u S la n der gewährt, die Monopolen gleichkommen. Es werde mit allen Mitteln versucht, die bestehenden Monopole einzu- Ichranken, bte sich in Händen der Amerikaner, Engländer und Deutschen befinden. Ans Staöt und Cane« Gießen, 17. Juni 1911. HeilungOlfbskaleuder. Kine matograph: Täglich Lor» Biograph: Täglich Vorstellung. b> nr teilt onjert Sonntag nachmittag 4 Uhr auf der „meoigshohe-. * er **.R/ 6) te? pcrsonalien ^er Großherzog hat den Amtsrichter bet dem Amtsgericht Wöllstein Jak. Keller zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lm.o en und den ^^ui)t3aijeifor Karl S t nmp f aus Arnsburg zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht Wöllstein ernannt. L c f; r i: P c r sonalien, liebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Karl He mb es aus Ober-Olm eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ohmes, dein Schulamtsaspiranten Joh. Ganß aus Groß-Zimmern eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Jügesheim; ferner der Schulamtsaspirantin Elisabeth F r ü h w e i n aus Darmstadt eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Münster (Kr. Dieburg). •• Stadttheater. In der Aufführung von „Graf von Luxemburg" am Dienstag wirken von neuen Lolokrästcn mit: Alice Tlmller vom Theater an der Wien als Angöle, Antoinette Ries, früher am Kissinger Kurtheater, als Juliette, Otto Beer von der Wiener Volksoper als Renöe und Gurt Harden vom neuen Stadttheater in Bielefeld als Brissard. Die Proben der Operette in Nauheim haben bereits erwiesen, daß eine ganz vorzügliche Aufführung erwartet werden darf. — Nochmals wird der Wunsch ausgesprochen, Billettbestellungen nur an die Kasse des Stadttheaters zu richten, da Briefe an die Direktion von der Post nach Bad-Nauheim geleitet werden. " Kunst verein. Die Gemälde-AuSstellung, die seit Sonntag neu ist, hatte sich dieser Tage eines regen Besuches zu erfreuen und die ausgestellten Bilder von Wondra, Schreuer, Paul, Felber, Barnas und Hablik fanden allseitige Beachtung. Obgleich die moderne Hablik-Kollektion nicht Jedermanns Geschmack ist, finden die Bilder hier besonderes Interesse, wie auch auf allen größeren Ausstellungen Hablik mit seinen Arbeiten vertreten ist. Da voraussichtlich eine Anzahl der neu ausgestellten Bilder nur kurze Zeit hier bleiben, sei ein baldiger Besuch der vielseitigen Ausstellung sehr empfohlen. Verkauft wurde Motiv aus dem Vogelsberg (Oelgemälde) von C. Barnas, das in hiesigen Pcivatbesitz übergeht. ** Neuorganisation unserer Feuerwehr. Ter neue Branddirektor, Stadtbaumeister Braubach, hat sich auf 14 Tage nach Frankfurt a. M. begeben, um die dortigen Feuerwehrverhältnisse kennen zu lernen. Selbstverständlich will man nicht die Einrichtungen der dortigen Berufsfeuerwehr auf unsere Stadt übertragen, aber man hält es für nötig, daß der Gießener Branddirektor auch das Wesen einer Berufswehr und deren Einrichtungen genau kennen muß, um ersprießlich im Amt wirken zu können. *• Fernsprechwesen. Das amtliche Verzeichnis der Teilnehmer an den Fernsprechnetzen im Ober-Postdirektions- bezirk Darmstadt ist in neuer Ausgabe erschienen. Es hat dieselbe Anordnung wie früher und ist für den augenblicklichen Gebrauch auch noch genau so unpraktisch wie früher, zum Schaden der Teilnehmer und beS gesamten Jernsprech- betriebes. ** Vom Alldeutschen Verband wird uns geschrieben: Tie Reihe der vom Alldeutschen Verband veranstalteten Vorträge, welche die Entwicklung des Deutschen Reiches seit 1871 behandelt und mit dem Februar-Vortrag des Professors Gisevius über die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft begonnen hat, wird fortgesetzt in erben durch einen Vortrag des Professors Dr. P. Arndt (Frankfurt) über die Entwicklung des deutschen Handels. Der Vortrag findet nächsten Freitag in Steins Garten bei freiem Eintritt statt. ” Generalstabs-Offiziere in Gießen. Seit Donnerstag weilen 32 Generalstabs-Offiziere des 18. Armeekorps hier, die seit dem 5. d. MtS. von Hanau über Friedberg und Butzbach kamen und am 20. ds. MtS. unsere Stadt verlassen, um sich wieder in ihre Garnisonen zu begeben. Mit den Offizieren, die in verschiedenen Hotels der Stadt Quartler bezogen haben, sind 52 Burschen und Begleiter unterwegs. Bei der Reise handelt es sich um eine Hebung im Gelände. **GießenerRabatt-Sparve reinig u n g. Die dem Verein. der Detaillistenangegliederte R ab a t t - 2 Par- Vereinigung hielt am 15. l. M. ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Aus dem von dem Vorsitzenden C. Röhr erstatteten Geschäftsbericht sei folgendes hervorge- hobeu: Tie Rabatt-Sparvereinigung besteht jetzt zwei Jahre; es wurde mit besonderer (Genugtuung fest gestellt, daß das Verständnis für die Bedeutung der Einrichtung im wirtschaftlichen Leben bei der Kaufmannschaft wie beim Publikum richtig ersaßt wurde und zuaenommen hat. Die Mitgliederzahl hat sich seit Gründung der Vereinigung auf das dreifache erhöht. Die Geschäfte der Vereinigung wurden erledigt in acht Sitzungen. Von Interesse ist, daß inr Laufe des Jahres eine. Ortsgruppe für die Kurz- und Kon- sektionsbrallche gebildet wurde. Die Gründung von Ortsgruppen ist auch für andere Branchen ins Auge gefaßt. Die Rabatt-Sparvereinigung hat zu verschiedenen Bc- rufssragen, z. B. Vorlage der Regierung bezügl. der Kon- kurrenztlausel, der Pensionsversicherung der Angestellten usw. teils selbständig, teils gemeinsam mit dem Detaillist en-V er ein Stellung genommen und ihren Standpunkt in einer an die zuständigen Behörden gerichteten Eingabe ausführlich niedergelegt. Der Umsatz in der Rabatt-Sparver- einigung hat sich in einer gesunden Fortentwicklung be- lvegt; die Nachfrage nach Büchern und Marlen i|t in ständiger Zunahme begriffen. Der Markenverbrauch betrug im letzten Jahre 32 670 Mk. gegen 23 750 Mt. im Vorjahre. Rabatsiparbücher wurden im letzten Jahre für 26 860 Mk. eingelbft, während im Vorjahre nur für 9545 Mark Bücher zur Einlösung gelangten. Die Verwaltung des Vermögens erfolgt durch die mitteldeutsche Kreditbank, Niederlassung Gießen. Der Kassenbericht wurde von dem Rechner Rich. Buchacker erstattet. Kasfe und Rechnung wurden von einem vereidigten Bücherrevisor geprüft. Im Anschluß an den Geschäfts- und Kassenbericht wurde in der Versammlung auch die Frage der Erhöhung des Eintrittsgeldes beraten und das Eintrittsgeld, das seither 12 Mk. betrug, auf 25 Mk. erhöht. Tie Rabatt-Spar- Veremigung hat durch das Ableben ihres Mitgliedes H. F. Nassauer, der ihr warmer Freund und Fürsprecher war, einen schweren Verlust erlitten. Satzungsgemäß hatte, ab- ge>ehen von H. C. Röhr, der in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender des Vereins der Detaillisten stets den Vorsitz führt, eine Neuwahl sämtlicher Ausschußmitglieder statt- zusindcn; die ausicheioeuden Mitglieder, Hofiieserant Brück, W. Mades, R. Jmheuser, R. Buchacker, I. Maternus, M. Levy und A. Kröll wurden wiedergewähli, während Kaufmann Schulze jun. neu gewählt wurde. Tie Vereinigung gehört dem Verband Deutscher Rabatt-Sparvereine, Sitz Leipzig, an, der Anschluß an diesen Verband hat u. a. den Vorteil, daß sämtlichen Mttgliederu die monatlich er» ich ein ende Rabatt-Spar-Vereins-Jeitung unentgeltlich zugestellt wird. Diese Zeitung enthält stets den Detaillisten interessierende und belehrende Artikel. *• Wie dem kleinen Karlchen sein Hut v@taffctU* gelaufen ist. Das Beispiel des Männer- zur Uhr abgebrochen. Morgen früh 9 Uhr wird mit der Zeugenvernehmung fortgcsahren. tlgt um -feen. Seit 18. Armee- übet ^rieb« un\t« beybtn. >18 bet Stabt unb Begleiter in eine Hebung öutRd't erkannt. Seine Scknvester Marie erhielt wegen Delhille tu zwei Fällen 1 Jahr und 6 Monate Zuchthaus und 3 Jahre Ehr- reihtO. An- der UrteilSbeqründuna ift zu erwähnen, daß der Leriuch gemaclt rvor-en in, an die englische Regierung militärische -chrisien au verraten, und bau die österreichische Regierung, als ihr das '.Uihiebot gemacht wurde, die deutsche Negierung benach- ilchtigte, lo bau dadurch die Sache entdeckt wurde. vird uns ge. Verband ber- )es Deutschen ruar-Portrag ig der beul« gesetzt werden n d t sFransi Handels. eins «Carlen eingesetzt war, hat feine Beratungen nunmehr beendet. Er ist zu voller Zustimmung zu dem Magistratsantrag aus Errichtung einer StiftungSunivcrsität gelangt. Die Beschlußfassung erfolgte einstimmig, nachdem die Sozialdemokraten den Sitzungssaal verlassen halten, weil die Mehr- veit den Antrag der Sozialdemokraten, dem Berichte eine von ihnen abgegebene umsangrciche Erklärung beizufügen, abgelehnt hatte. Letzte Nachrichten. R. B. Tarmftabt, 17. Juni. Das Großherzoy s- vaar wird neuesten Bestimmungen zufolge seine Reife nach England zur Teilnahme an der ärönungsfeier morgen Sonntag nachmittag mit dem gegen -1 Uhr von Mainz abgehenden fahrplanmäßigen Schnellzug antreten. Tie Rückkehr nach Wolssaarten erfolgt Ende des Monats. Petersburg, 17. Juni. Der Ministerrat beschloß, in der Rcichsduma eine Vorlage über eine Wehrsteuer ein- zubringen mit folgenden Bestimmungen: Alle von der Wehrpflicht Befreiten zahlen vier Jahre hindurch eine gleiche mäßige Steuer von 6 Rubeln jährlich. Tie Steuer soll 16 bis 17 Millionen Rubel Einnahmen pro Jahr ergeben. London, 16. Juni. In Cardiff ist der Tag ruhig verlaufen. Die wenigen Schiffe, die ausliefen, warben nicht zur Union gehörige Seeleute zu einem um zehn Schilling höheren Lohne an. Ungefähr 700 Seeleute reichten die Entlassungsbücher ein. Ter» nach Bristol gehörige Tampser „Jindhorn" konnte Greenock nicht verlaisen, da er keine taugliche Mannschaft erhielt, der Dampfer „Tweed" ist fedoch heute von Glasgow in See gegangen, um dem „Jindhorn" Mannschaften zu bringen. „Jindhorn" ist das erste Schiff, das wegen Mangels an Mannschaften den Clyde nicht verlassen konnte. Amtlicher Wetterbericht. Derlaiö der Witterung seit gestern irüh: Ein starke? ozeanisches Tiei ist im Vordringen von Westen her begriffen und unter seinem Einfluß werden wir noch heute Regen erhalten. Auch morgen wird die Depression unsere Witterung beherrschen. Wetterausiichrcn in pesten am Sonntag Dem 18. Juni 1911: Meist warm, Regen, westliche Winde. den Versuch zu machen, den See auspumpen zu lassen, zu sehen, was cS in der Tiefe noch gibt. Frankfurt a. 9)L, 17. Juni. Ter Ausschuß, der Beratung der Frage der Frankfurter StiftungSimivcrsitäl Der vcffunger Kinöesmorö. X atm Habt, 16. Juni. Nach der am Mittag von den Richtern und Ot.fchworenen unternommenen Besichtigung des lat* ortcs, die für die ganze Beurteilung von großer Wichtigkeit war, wurde nachmiitags 1.4 Uhr die Verband lang wieder ausgenommen. Es wurde zunächst eine Anwhl Mitbewohner des Dauses vernommen und dadurch festgestellt, daß sie zur fragHdien Zeit alle nicht im Lause waren. Ferner bekundeten diese Zeugen übereinstimmend die bemerkenSii'ertc Tatsache, daß, nachdem am Ab.nd des 16. Januar daS Verschwinden deS *Tinbc$ noch nicht au'geklärt war, während der ganzen Nacht auf der Treppe und in der Wohnung der Familie Traub Licht brannte und daß die Traub'schen Ehcleutc und andere Lausbeivohncr einen großen Teil der Nacht über wach blieben Nach der lieber- ugung aller dieser Zeugen erscheint es ausgeschlossen, daß am Nachmittag des 16. Januar oder in der Nacht daraus die Leicke des Lindes etwa von außen in das Laus und lauf den Speicher gebracht worden sein könnte, eine Möglichkeit, aus die sich ber Angeklagte bei seiner Verteidigung stützt. Er will nämlich glauben machen, daß das Lind außer dem Lause einem Verbrechen zum Cofer g er allen und von sremden Tätern aus den Speicher gebracht sein müsse. Durch die Zeugenvernehmung wurde weiter festgestellt, daß Leß der letzte gewesen ist, bei mit dem lebenden Kinde zusammen» gekommen ist. Der als sachverständiger Zeuge beriwrnmcnc praktische Arzt Dr. Lämmer wurde nach Auffindung dec Leiche berbeigerufen. Er hielt die Lcichennarre noch nicht für weit vorgeschritten und ordnete deshalb das Baden der Leiche an. Er hat an dem'Körper der Leiche und an bereu Kleidung nichts Auffälliges tvahrgo nommen, wurde aber bald daraus durch den am Platz erschienenen nächsten Tagen, jedenfalls schon fommenbe, spätestens über-nächste Woche. L. Ass en heim, 16. Juni Das beinahe fertig gestellte neue Schulbous harrt her Einweihung. An der Straße vom Babnhofe zum Innern von Asscnhcim gelegen, präsentiert es sich von außen recht schön. Im Erdgeschoß liegen zwei hohe, luftige Schulsäle und im ersten Stock sind zwei Lchrerwohnungen eingerichtet. Ter Tack)stock enthält eine Wohnung für einen Schulverwaltcr x 91 u6 der Wetterau, 16. Juni. Zur Mäuseplage hat sich noch die Hamster- unb Rattenplage gesellt. Tic lästigen Nager richten allenthalben beträchtlichen Schaden an. Viclcror.S sind sie die Ursache, daß auf den Kartoffeläckern masienhast die Kartoffeln ,ou6gtbliebcn* sind, da die Setz» kartoffeln total aufgefresien worden sind. Von Gartenbesitzern ist dazu noch häufig beobachtet worden, wie die Natten, die sonst im Felde doch nur selten auftreten, auch die Erdbccr- anlagen beschädigen, indem sie die reifen Früchte wegfrefien. Kreis Lauterbach. = Schlitz, 16. Juni Unfer Städtchen ist her Fcstort des 3 8. Gau turnfcstes des Gaues Lessen. Tas Turn fest soll ihm seinen alten guten Ruf als Festort bestätigen Hessens Turnern, neben den Stunden ernsten Strebens, wahre Festfreude zu bereiten, darin wetteifern der fest- gebende Verein, bic Festausschüsse und die gesamte Bürger- ichaft. — Tie Zahl der Freiquartiere ist so groß, daß von Mossenquartieren Abstand genommen werben kann Hessen-Nassau. # Enbbach, 16. Juni. In bem hier betriebenen Kalksteinbruch ift eine Tropfsteinhöhle aufgcschlosicn, in bic man auf eine Länge von 12—lö Meter chibringen kann. Dann kommt man an einen etwa 2—3 Meter tiefen See, ber anschemenb seinen Ztifluß von oben hat unb nach unten versickert. Ter verhindert em weiteres Vorbringen in die anscheinend weiter in das Gestein sich hmziehenden Höhlenräume. Tie Gemeinde, der der Stcinbruch gehört, beabsich- nationaler Deutscher Rundflug. Schwerin, 16. Juni. Ihn 7/26 Uhr ist als letzter der in Schwerin emgetrof jenen Flieger Dr. 96.it teufte in mit Berlagsbuchhändlcr Sprenge als Passagier hier abgerlogen; obwohl noch gegen 5 Uhr ein heftiger Wind wehte, wollte Dr. Winenstem nach öamburg abiliegen, um feinen Apparat nickst abrüsten zu müfsen. Gegen 6 Uhr erschienen der Großherzog und die Großherzogin unb unterhielten sich lange Zeit mit Dr. Wittenstein, der ihnen den Apparat erElärte. Sie blieben bis zum Ausstiege auf dem Flugplatz. _ Hamburg, 16. Juni. Die heutigen Schauslüge, denen Vürgenneifter Tr. Predöhl, verschiedene Senatoren unb eine ungeheure Menschenmenge beiwohnten, sind überaus glänzend verlaufen. Gorrifsen, L i n dpa in t n er , König, Thelen, Büchner, Schwanbt, Wiencziers und Schauenburg machten kürzere ober längere Flüge. Als gegen 0 Uhr vier Flieger gleichzeitig in ber Lust waren, erschien dos Luftschiff „P. L. 6" mit erleuchteter Gondel über dem Flugplatz und wurde alsbald von den Fliegern umkreist. Währenddessen kam der 7,26 Uhr in Schwerin aufgcfticgcnc Tr. Wittenstein in Sicht und landete um 9 Uhr 1 Min. mit /einem Passagier glatt. — Leutnant Jahnow beabsichtigt morgen an don Start nach Kiel teilzunehmcn. Magdeburg, 16. Juni. Ueber das Befinden Müllers erklärte der bei,anbeinbe Arzt des altstädtischen Krankenhauses, daß eine leichte Besserung zu verzeichnen sei. Er Hai zuweilen klare Augenblicke, liegt aber den grämen Teil des Tages ut tiefer Benommenheit. Puls und Atmung geben zn Besorgnissen keinen Anlaß. Hamburg, 17. Juni. Heute früh erfolgte der Start zum Fluge nach Kiel. Um 4 Uhr startete Büchner, 4,01 Lindpaintner, 4,03 Wiencziers. später folgten Thelen und Tr. Wittenstein. König und v. Gorrissen werden erst am dlachmittag fliegen. fticl, 17. Juni. Als erster landete Wiencziers um 4,55 Uhr, auf dem Flugfeld, wo sich Prinz Heinrich und Gemahlin eingefunden hatte. Zwei Minuten später folgte Lindpa i n t n e r (.mit Fahrgast), um 5,06 Büchner und 5,31 Schauen- bürg. O ’ * ,«Uf n -Möifln ’ols w; nil unb -l- «um 3U^ geleitet [un9> die feit re9en Besuchern Wondra '"dm allseitige Etion niit besonderes Zungen ^ssichtlich eine "rre Zeit hier M Ausstellung 1 au« bem öS m hiesigen Feuerwehr. Bubach,hat geben, um die rrnen. Celbsi- u der dortigen >en, aber man ddirektor auch ^hingen genau t zu können. Verzeichnis 'PostdirektionS- men, Es hat den augenblich $ wie früher, en Fernsprech- nigung. Tie baU-Lpar- Entliche Haupt- mben C. Röhr ndes hervorgc- ;eht jetzt M ung jestgeslem, )er Einrichtung niinen hat. Bereinigung aus ereinigung WM* reife ift b«U™ ibung»»» nö äuge jetfiieiie”«* S »er »'N. irtit dem 2etall ten Eingabe al-' stricht m - )erre?11 ÄrN er jen* K-E < «Ä °b- ie" i'm EÄ u. u. Ws; s * . 'n t*11 turnvereinS in Gießen, der durch Staffettekäufer vom Taufstein bis nach Lich einen Kranz in V/t Stunden dein Großherzog übermittelte, hat bei ber Gießener Jugend Nachahmung gefunben. Spielten da dieser Tage eine Schar Buben auf LSwaldSgarten, als einer den Vorschlag machte, wir laufen einmal um den Platz .Staffelte* und zählen die Minuten. Es werben 6 Läufer in gleichen Abständen ringsum verteilt aufgestellt unb man will nun einmal sehen, in welch kurzer Zeit bem mitspielenden kleinen Karlchen sein neuer Strohhut um OSwalbSgarten herum ist. Karlchen war ber erste Läufer, er hat wie alle anberen einen furchtbaren Eifer unb saust auf daS gegebene Zeichen deS ObmannS los. Voll Begierde reißt ihm der zweite Läufer den Hut aus ber Honb — nun hat aber Karlchen zu fest gehalten unb ber andere zu fest zu- gegriffen. Der eine behielt den Rand und der andere hatte bloß den Deckel unb fort ging die Jagd zu zweit — Kärtchen hinterdrein mit dem Ruf „mein Hut, mein Hut*. In drei Stucken kam dieser am Ziele an. Tie Bande brüllte «Bravo*, der kleine Karl aber lief heim unb rief ber Mutter, die nichts Gutes ahnte, schon von weitem zu: „Mamme, mci Hut hat Staffele gelaufen*. KrciS Alsfeld. ’+ Alsfeld, 15. 5uni. In der heutigen Stabt» Vorstandssitzung teilte der Vorsitzende in der Angelegenheit Bahn bau Nied er-Au la—Alsfeld mit, daß man sich mit den betr. preuß. Gemeinden gemäß dem letzten Stadtoorstandsbeschluß bezügl gc.nciuschafi- lief)er Tragung der entstehenden Kosten entsprechend ins Benehmen gesetzt habe. Tie preuß. Gemeinden Berfa und Lingelbach haben, wie das Landratsamt Ziegenhain mitteilt, sich bereit erklärt, unter gewissen Voraussetzungen zu den Mehrkosten des Geländeerwcrbs beantragen. Tie Eisenbahndirektion teilt mit, daß rechtlich die beiden Gemeinden zu den Kosten nicht herangezogen werden können. Ferner wurde dem Stadtvorstand unterbreitet, daß die Herstellung des Kanals am Mainzertor durch Einlegen von Zementröhren mit 80 Zentimeter Weite erfolgen würde. Der Vertrag wegen der Niederdruckleitung in der Liederbach wurde in nicht öffentlicher Sitzung verhandelt. Die Abmachung vom 19. Oktober 1910 mit der Gemeinde Liederbach wurde genehmigt. Zum Voranschlag der Oberrealschule Alsfeld für Rj. 1912 fand eine eingehende Besprechung statt. Die laufenden Ausgaben beziffern sich auf 5000 Mk. Heizung und Beleuchtung sind mit rund 2500 Mk. Kosten sestgesctzt. An Schulgeldern werden vereinnahmt 17 000 Mk. — Ter Voran.chlag weist eine Endsumme in Einnahme und Ausgabe von 48 970.^0 Mk. »auf. Um zu erfahren, luclchc Einnaymen den Bewohnern der Stabt Alsfeld durch die auswärtigen Oberrealjchüler, die ihren Lebensunterhalt hier vollständig bestreiten, im Ganzen erwachsen, hat Lberrealschuldirektor Tr. Pitz eine Statistik aufgestellt, die mit 42 000 Mk. abscbließt. Darnach bringt bic Lberrealschule der Stadt Alsfeld indirekt großen Nutzen. Uebrigens wurde noch der Gehalt des Rechners von 300 Mk. auf 400 Mk. festgesetzt. Der Gc- incinberat beschließt, ben Voranschlag für 1912 zu genehmigen, mit bem Anträge, baß alljährlich bei Vorlage bes ftäbttschetr Hauptvoranschlags eine lieber,icht der gesamten ".'luSgaben, bic die Stakst für die Oberrealschulc zu leisten hat, beigelegt wird. Ter Vorsiüendc schlägt zu Punkt 4, xostcnaiischlag des Anschlusses ocr Hohl an bic Wasserleitung vor, zu beschließen, bqH bic Anlage ber Wasier^ Icitung in ber Hohl nur bann ausgeführt wirb, wenn die Gesuchitcller sich bereit erklären, die gesamte Voranschlag- summe mit 3900 Mk. zu verzinsen. Anfangs sollten die Anlieger 2600 Ml. unb bic Stabt 1300 Mk. verzinsen, wovon jedoch abgesehen wird. Letztere sollten aus lausenden Mitteln Deckung finden. Punkt 5, Verlegung der Hochstraße, wurde vertagt, jedoch beschlossen, bevor Beschlußfassung erfolgt, Augenscheinnahme an Ort und Stelle durch ben gesamten Stadtvorstand erfolgen zu lassen. Ter vom Großh. Ministerium vorgeschlagenen Fassung der Abänderung des § 10 der Friedhofsordnung wird zugesttmmt. Der Stadtvorstand beschließ! ferner, zu dem Gesuch des M. Hußkc um Zulassung zur Installation der städt. Wasserleitung, die durch Gemeinderalsbeschluß vorn 9. Juni 1903 auf unbestimmte Zeit an die Firma Hch. und Aug. Rößner erfolgte Vergebung von Anbohrungsarbeiten bei Anschlüssen an bic stäbt. Wasserleitung, nunmehr neu auszuschreiben. Weiter verhanbelte man über bic Sllisbesserung ber Stabt- mauer am Hospital unb beschließt hierüber: Der Rest ber Gebäubcmauer soll abgetragen werden bis auf die Stadtmauer unb das vorhanbene Mauerwerk mit der Gie- belwmib bes Gebäubes hergestellt werden. Im übrigen soll ber Rest ber Stadtmauer aus der Abbruchsstelle bestehen bleiben unb mit Zement ausgebessert werden. Auf die Klagen über bic schlechte Passicrbarkcit dieser Stelle nahm der Bauausschuß Einsicht tuib man beschloß heute nach dessen Vorschlägen. 5kreis Friedberg. = Bad-Nauheim, 16. Juni. Bis zum 15. Juni sind 13 185 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6775 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 15. Juni 137 776 abgegeben. x Bad-Nauheim, 15. Juni. In der heutigen Sitzung ber Stadtverordneten, die beinahe nicht beschlußfähig ge- !tcfen wären, wenn nicht noch, ber „fehlende Mann" herbeigehvlt worden wäre, war der Hauptpunkt ber Tagesordnung bic Dorlage ber städtischen Rechnungen für 1909, die alle die Genehmigung sanden. Die Rechnung des Elellrizitätsiverks fchlotz in Einnahme mit 81470,61 Mark und m Abgabe nut 81273,17 Mark, die des Wasserwerks mit 94 496,11 Mark in Einnahme unb 94 317,90 Mark in ^gabe. Tann liegen noch folgende Rechnungen aus 1909 vor: Gaswerk 137 246^69 E. und 136 656,45 Mark A.; Krankenhaus 24 310,<8 Mark E. um> 24 310,78 Mark A.; Ernst-Ludwig-Schule 45 448,91 Mark E. und 45 429,56 Mark A. Die Rechnung der Stadt Bad-Nauheim weift eine Einnahme von 950 925,87 Mark und eine Ausgabe von 919 022,02 Mark auf. Tie Liauidations- und Niederichlags- verzeichnissc werden genehmigt. — Fast täglich wird unjere Bode- ftadt eben von Schulklassen b c s u ch t, iclblt aus ben entfernteren Orten des Vogelsbergs. Bei Be,ichttgung dn Bade- und Kur-Anlagen wird von den Behörden das größte Entgegenkommen gezeigt. Während hier viele auswärtige.-L-chtllen zu,Be- fuch weilten, machten dieser Tage die Klaßen umerer ^tadttchule, die jährlich mehrere größere Wanderungen unternimm i, ihren ersten Tagesausflug in die nähere und weitere Umgebung, zumeist nach dem -vaunud (Homburg, saalourg, ^.och- mühlc Eaper^burg, Winter stein, Hausberg, Eronsberg, Ziegen- aber auch bis nach Braunfels, Wetzlar, Gießen, -Lchinen- berg, Arnsburg unb Lich- In Gießen besichtigten mchrere obere Llassen den Botanischen Garten. — Ein hoher, hier fchon bekannter Gast, der Sultan von Ä M.. num. Seiten- tribünen 5 M.. unnum. 4 M„ Stehplatz 3.50 M. pro Tag. Am 23. Juni pro Platz 1 M. billiger. Rillettvorverkauf bei W. liauge, Obere Königstr. 49 und bei K. Schlun k, Obere Königstr. 28 in CasseL ssto/8 Sonntag d. 18.Juni von abends 8 Uhr an MI Fmtien- jujmcn-- funft im Hotel Schülr und Empfang d. vom Jcldberg zurückkchrenden Turner. |v17/el Ter Vorstand. d^Samslaq 24 Juni, £)\< abends 9 Uhr, Sommerfest in Steins barten. Die Einführung von Gästen ist gestattet,- Einladungskart. hierzu wolle man bei deml.Borsipenden erwirk. [v17/6 •eeeee Erzeugnisse III Molkereiwarcn, Samen, Dünger, Futter, Konserven. Gerste, Bienen, Weine, Obst, Gemüse, Weiden, Flachs. — Grosse Aus- Ausstellung, Lehrmittel. JubiläumsaussteMimg der einzeinon Abteilungen der D.-L-C. — 10 Wirtschaften auf dem Platze, darunter Obst- und Schaumwein-, Molkereikosthallen u. Kosthalle für alkoholfreie Obstgetränke. Täglich zweimal vor überdachten Tribünen - Vorführungen von Artillerie-, Kavallerie- und Zuchtpferden, Trachten auf dem Dorfanger. — Grosser Concours hippique. — Schülerspiele. — Landwirtschaftliche und technische Vereine erhalten bei Mindestbezug von 50 Karten Ermässigungen. — Prospekte, Kataloge, Auskünfte durch: Deutsche Landwirtschafts - Gesellschaft, Berlin SW., Dessauer Strasse 14. __ _- mm, m - «p fa-« Ciemuse, weiden, riacns. — Grosse Aus- KV, IN ——————— stelluag deutscher Kolonien. LD.MSMZsZ.LLT Maschinen u. Geräte: Neuheiten, karthographische landwirtschaftl —— WanteatiÄllK^ in Cassel. Von Donnerstag den 22. bis Dienstag den 27. Juni 1911 Preise: Dauerkarte 10 Mk. Tagespreise: 22. Juni 3 Mk. und 23. und 24. Juni 2 Mk., 25, 26. und 27. Juni 1 Mk. *7imh44*tiare>> 4,2 pferde> Geflügel in Hallen und im Freien, ^Uvlilllöiüe Kaninchen, Fische in eigenen Hallen und . Schäferhunde. 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Musik: Wer kann dafür, Walzer von Gilbert. Kauhnännifdier Verein Sonntag den 18. Juni: Picknick i°> Hangelifein an der Gnauth-Eiche. Taubriuger Straste, nm Pslan?,garten Schneise rechts einbiegen, dann erste Schneise links.) Abmarsch vom Friedhofsweg 3x/2 Uhr pünktlich, mit Musik. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Borstand. Bei ungünstiger Witterung Konzert and Tanz im Saale der WellerSburg. vts/6 Freiwillige Feuerwehr Klein-Linden. Am Sonntag, dem 18. Juni d. I. findet in der Wirtschaft zur Bnrg unser IS> Stiftungsfest üatt. Bon 4 Uhr ab vst Konzert und Tanz im dreien. ~ Für oute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. — Samstag abend ans dem Jcstplatz BS* sommers “Wl I Um zahlreichen Besuch bittet 3854 1 Der Borstand. der beiden Mbahs sowie der Verkaufslag der Merzogio in „Steins Garten“ am 13. 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Antreten 8*A Uhr am Spritzenhaus._____Das Kommando. Bürgergesellschaft Sonntag den 18. Jnni Ans- fing nach dem Hardtwäldchen. Abmarsch 3 Uhr Bahnbrücke. Bei ungünstiger Witterung auf Tenors Terrasse. -freunde sind willkommen. v17/e) Der Vorstand. Gesangverein Harmonie. Sonntag abend bei Mitglied Schermnly (Pfau). v17/6|Der Vorstand. ÄäFÄ Direktion: Hermann Steingoetter. Dienstag den 20. Juni 1911- abends 8 Uhr: OperettenGastspiel des Bad-Nauheimer Karthealers unter Mitwirkung der Kapelle des hies. Inf.-Regts. Kaiser Wilbclni Novität: Novität! Der Graf von Luxemburg. Operette in 3 Akten v. Fr. Lehar. Die Herren Studierenden geniest, an der Abendkasse Preisermästlg. W Der Vorverkauf beginnt Sonntag den 18. Funi 1911 vormittags 11 Ubr an der Kaste des Stadttheaters. klOOOOOOOOOO Hr. W Erscheint $ie .Anzeige' «teiiblö rvöchentl' st-gei 2ie bei bi« Ä6! Gwßc LM .herrenhanv *5 W BlMenvnke mläsle nio’i höre, Trepp tinoptlom ni den Sesetzcn versammeltem Beschulung 1 Aussprache i der Unterbri Tas Recht nach Pein - ♦ rm geiepl" Kimmung de daher die < schließlich m auf andertve genommen, f rass, ivonach sichtsbehörde in der Schl Berichte bin Petitionen. Im Ab nächst des m iZentr.', bell mürben die ' und Schmidt bestand aus I würben. 3 derung der . ■' j missionsantr | darüber ein- | in dem Etat | angeuomme wesen na laß, um eil der Ingen v. Wopna ( zur Ersor vreußis Hochschule | wandten [ ■ üng