kkr. 218 Erstes Blatt 161. Jahrgang Samstag, (6. September «Siebener Ammer ■Tjtäsrik Ly v . MG- General-Anzeiger für Gberheffen M-ZZ tüTb!T^rtm!?nn” Rolatlon$dni(f und Verlag der vrühl'schen Univ.'vuch. und Steieörudertl R. Lange. Redattion. Lrpedilion und vrnckeret: Schulftratze 7. u*’h bl» Dotmütaqs s llhr. vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 cheschastsftelle vahnhosftrahe 16a. Ante.a'emest- o."^ck Die heutige Nummer umsaht 18 Seiten. politische Wochenschau. l-tehen. 16 Sept. Auch in Jena tagten dogmenseste Genossen Aber die ravikalen Häuptlinge, an ihrer Spitze Rosa Luxemburg, Klara Zetkin, Georg Ledebour, trachten nach immer neuen Fingerzeichen der Marxistischen Offenbarungen Tn der große Kladderadatsch immer noch nicht verwirklicht wor den ist, soll man wenigstens einen Vorgeschmack davon erhalten, und alles was die Aussicht aus den dunkel rot glühenden Hori-ont versperrt, soll aus dem Wege geschleudert werden Ader das Schauspiel in Jena hatte auch eine menschlich sehr interessante - it • Tee fait 7_»jä! rrge Bebel, der mehr für seine Pttrtei getan hat, als irgend jemals ein Parteiführer tun tonnte, ist bei seinem WiedercuAreleu nach langer Sfranfhcit mit einer F-ehde, mit offenen Bos heilen empfangen worden. Das alte, wohlbekannte Bild von der Brüderlichkeit in der sozialdemokratischen Partei ist wieder um einen charakteristischen Zug bereichert wor den. Henle fühlen die obengenannten Größen sich als die Großsiegelbetvahrer, und der scharfblickende Bebel hat ihre wahren Gedanken entblößt, als er ihnen ironisch zurief, sie möchten wohl Genossen von über 50 Jahren überhaupt auS der Partei ausschalten. Eine ganz besondere Rolle auf dem Jenaer Parteitage spielte die Frau Rosa Luxemburg. Uno sie hat offenbar in der Partei viele Bewunderer. Wie sie in der „Leipziger Volkszeitung" das KautSkyschc Flugblatt herunterriß, rst bclannt. 2ie hat sich aber damit nicht begnügt, sondern gegen das nach ihrer Ansicht zaghafte und ungenügende Vorgehen des Parteivorstandes in der Marokkofrage Sturm gelaufen. Das ist bei ihrer ganzen Vergangenheit nicht weiter verwunderlich. Weibliche Mäßigung, mettschliche Rücksichten kennt sie nicht; die find ihr nie hinderlich gewesen Ihre „Haupt- verdienste" liegen in der zügellosen Agitation gegen den „BliU-aren", in der Verherrlichung politischer Mord- anschläge, in der Propaganda für den großen Gcsamt- auSstand, der alle Räder stille stehen lassen soll. Wer so gewaltige Ziele verfolgt, der fragt nicht nach zarter Diskretion, strenger Wahrheitsliebe und Sachlichkeit So hat ihr denn Bebel ein gerüttelt Maß von Zurechtweisungen erteilt^ aber am besten wurde die treibende straft in dieser merkwürdigen Frau doch von Molkenbuhr erkannt, als er meinte. Gründe der Ueberzeugung hätten sie bei ihrem Borgehen kaum geleitet; sic hatte eben nur wieder ihren Fraß haben wollen. Das Bezeichnende und Wesentliche aber ist, daß diese Tarne in der Sozialdemokratie eine durchaus tonangebende Rolle spielt; sie foirnte es sogar riskieren, Bebel verächtlich und höhnisch zu dem Beifall der süddeutschen Revisionisten zu gratulieren, was ihr allerdings einige nicht zärtliche Zwischenrufe ein trug. Uebcrblicft man die Jenaer Redeschlacht über die Taktik des Vorstandes in der Marokkofrage weiter, so bleibt das Auge ferner an der dramatischen Gestalt Ledebours hängen. Wie oft hat ihm die Partei un Reichstag und in wichtigen Wahlkämpfen große Funktionen übertragen. Und nun beschuldigte ihn Bebel selbst der Unverschämtheit, bescheinigte ihm, baß er an Taktlosigkeit alle Parteigenossen übertrete. Und auch der Oberaenosse Fischer man ihm „persönliche Gehässigkeit und Wichtigtuerei" vor. £b der so arg gerupfte Ledebour auch künftig wieder als sozi.'.lacmokratisch.r Slolo- nialfächverständiger ins Treffen geschickt wird? Wird es noch Leute geben, die ihn ernst nehmen und die Sache, die er vertritt, für eine „großartige Kulturbewegung" zu halten geneigt find'? Warum aber mögen Bebel und der Parteivorstand diesmal von den „radikalen Jeremiassen" wie ein Genosse sich ausdrückte) sich getrennt haben ? Bebel, der große Prophet und Optimist, hat auch in seinen alten Tagen noch hinzu- gelernt; was keine Schande ist. Mit seiner ^leidenfchaft- lichen Beredsamkeit hat er sich seine frühere Stellung^ als Parteipapst rasch zurückgewonnen. JmGegen'atz zu den , I re- miassen" erklärte er, eS märe eine Torheit gemesen, wenn gleich nach der Entsendung deS „Panthers" nach Agadir schon eine Protestagitation gemacht worden märe. Er gibt also zu, daß die Regierung damit leine Kriegsdrohung verbunden habe. Osfenbar hat Bebel erkannt, daß aus charakterloser Unterstützung der Franzosen und Engländer im kommenden Wahlkampfe kein Kapital zu schlagen ist. Er trägt der wahren Volksstimmung Rechnung und bemühte sich sogar, Licht und Schatten zu verteilen. So hat er die wirtschaftliche Zukunft Marokkos nicht abgelcugnet und Deutschlands Handelsinteressen anerkannt Warum aber, so muß man fragen, wendete Bebel seine Beredsamkeit nicht Segen Frankreich, daS doch Marokko vergewaltigen und die andelskonkurrenten benachteiligen will'?! Und gegen die Engländer, die in selbstsüchtiger Weise diesen Kvlonialraub begünstigen? Bebel hat berichtet, er habe sofort, als Eng land eingriff, sich an daS internationale Bureau gewandt mit dein Anträge, Stellung zu nehmen. Ist aber irgend« etwas darauf geschehen? Das internationale Bureuu hat offenbar schmählich versagt. Heute wird mitgeteilt, daß französische Sozialisten eine Kundgebung gegen die Kriegshetzer, das heißt, gegen die chauvinisttsmen Blätter, erlassen haben, steinern sozialdemokratischen Widerspruch aber begegnet die Regierung Frankreichs. Wenn tue Luxemburg und Lieb tu echt die Marokko Entschließung ihres Parteitages wirtlich wirksam hätten ergänzen wollen, so hätten sie, gemäß der sozialdemokratischen Lehren über Kolonialpolitik, Frankreich und England einen flammen den Protest entgegenschleudern müssen. Bebel ist sich dieser Lucke in den crilärimgen des Partei tag es wohl bewußt. So erklärt sich vielleicht auch zu einem Teile die Vorsicht und Zurua.,auuug, c i. er anmendtte, als er auf den Widerstand des Proletariates im Kriegsfälle zu sprechen kam Welche Mittel und Wege die Sozialdemo kratie beim Ausbruch eines Krieges gebrauchen will, wird ängstlich geheim gehalten Das i ft keine Po 1 i - tif der Ehrlichkeit. Man getraut sich nicht, sich offen auszusprechen. Ersten- fürchtet man natürlich schwere Strafen Aber das ist'o wohl nicht allein. Wie die Entführer des Ingenieurs Richter von einer geheimen Gewalt zuriickgehalten wurden, ihren Gefangenen um^ubringen, so wirkt eine geheime Ge walt and) auf die Genossen, die es nicht auszusprechen wagen, daß sie ihrem Volke in innreren Röten in den Rücken zu fallen gedenken Vielleicht traut man der internationalen Solidarität nicht ganz. Das Beispiel eines merk würdigen Doppelspieles hat man ja auf dem Parteitag selbst erlebt. Ter englische Genosse Queich hat erklärt, die englischen Arbeiter seien für die Abrüstung. Dabei hat der Parteivorstand der englischen Sozialdemokratie kürz lich als direkte Forderung ausgestellt: „Die Aufrechterbal tung einer genügend starken Flotte zur Landesverteidi guug.' Und derselbe Herr Cueld) hat damals diese Forderung begründet! Man wird bei den fommenden Reichstagswahlen der Sozialdemokratie die zweideutige Haltung ihrer Führer an treiben, die den Arbeiter im Kriegsfälle zu Unbesonnenheiten verhetzen und hinterher sich damit hcrausreden wollen, „so sei es ja nicht gemeint gewesen." Bebel gibt sich kaum der Hoffnung hin, daß nut der „Marokkoaltton" für seine Partei bei den Wahlen irgendetwas zu holen sei. Sein zweiter Vortrag über die Reichstagswahlen brachte nichts ReueS. Seine .vauptangriffc galten dem Zentrum. Den Liberalen bewilligt er mildernde Umstände. Immer aber lauu man wieder fragen: wo bleiben denn die positiven Leistungen der Sozialdemokratie? Gewiß, wir leben in schwerer Zeit, die hohe Anforderungen stellt. Ta ist es aber mit unfruchtbarer Kritik und endloser Nörgelei nicht getan. Und der Vorgeschmack, den uns die Zukunjtsstaatler auch auf diesem Parteitage von ihrer neuen Zeit wieder bcschecrten, ist nicht gerade nach jedermanns Sinn. Zum mindesten bleiben persönliche Gehässigkeiten, und wer die größte Taktlosigkeit bei itzt, darf in der Führerrolle glänzen. Das haben die Jenaer ^ludcmcn denn auch heran- gesuhlt und einen andern Ton angestimmt. . . Die Uebc gabc öes Lcib-yusare-iregimentr an deu Kronprinzen. Ter deutsche Kronprinz ist Regimentskommandeur in Danzig geworden Ter Kaiser hat ihn mit einer bemerkenswerten Ansprache in sein neues Amt eingeführt: Danzig, 15. Sept. Ter Kaiser ist um 11 Uhr 40 Min. hier, eingetroffen. Ter Kronprinz war zum Empfang am Bahnhof erschienen. Ter Kaiser und der Kronprinz begaben sich im Automobil nach dem großen Exerzierplatz, wo die Leibhusaren in geschlossenem Viereck Aufstellung genommen hatten. Der Cef des Militärkabi- netts, Freiherr von Lyncker, verlas die Kabinettsordre betreffend die Ernennung des Kronprinzen zum Kommandeur des Leibhusaren - Regim ent s. Tie Ansprache des Kaisers. Der Kaiser hielt folgende Ansprache: Lcibhusarcn! Ich habe dieses Regiment ausgesucht, um es bin Händen meines Sohnes anzvvertrauen. Das Regiment ist, wie die ganze Brigade, eine Schöpfung des großen KönigM das vom ersten Augenblick seines Bestehens in treuer Pslichrerfuttung, und unentwegter Tapferkeit und in verwegenem Husarenmut seinen Tank seinem großen König und Schöpfer abgetragen hat. Tie hervorragende Geschichte des Regiments, welches iaft an allen Gefechten und Schlachten teilgenommen hat, die unter dem großen König stattgefunden, hat auch späterhin das Regiment immer wieder au neuen Taten geführt, so daß es als Auszeichnung in die Nähe der» Person des Königs von Preußen gerückt itt und als Leibhusarenregiment Seiner Majestät in der Armecliste figuriert. In den schweren Zeiten vor hundert Jahren war es dem Regiment vergönnt, dem schwer geprüften König Friedrich Wilhelm III. einen Strahl der Freude zu bescheren und ihm sogar feindliche Trophäen zu Füßen zu legen. Das Regiment hat in Krieg und Frieden danach gestrebt und es auch erreicht, die Zufriedenheit seines allerhöchsten Kriegsherrn zu erwerben. Solange ich regiere, habe ich mit stolz und Freude eure Uniform getragen, eine Uniform, die in bohern Ansehen steht in der ganzen preußischen Armee. Ich habe dieses bevorzugte Regiment ausgesucht, damit es der zukünftige Erve der Krone und des Deutschen Reiches als Reitcr- iührer befehlige. Eurer Kaiserlichen Hoheit übergebe ich nunmehr das erste Leibhusarenregiment in der Erwartung, daß Eure Kaiserliche Hoheit daS Regiment in den bc- währten Traditionen, in denen es bisher geführt worden ist, ferner führen werden und, durch Beispiel ameuernb wirkend, es als eine Säule preußischer Traduion, des Gehorsams, der Hingebung bis zum letzten Alemzug und der Treue und immer an der Spitze der Leistungen meiner Kavallerie halten werden. Ich übergebe Eurer Kaiserlichen Hoheit daS Regiment mit dem Ersuchen, es zu übernehmen. Die Erwiderung des Kronprinzen. Ter Kronprinz erwiderte: Gestatten Eure Majestät, daß die Gefühle unwandelbarer Treue und des Gebor'ams, die mich und das Regiment bis zum Tode an Eure Maiestat fesseln, Ausdruck fmben m dem Rufe: Seine Majestät der Kaiser, unter oberster Kriegsherr und erhabener Regimentschef, hurra! hurra! hurra! Die Kapellen beider Regimenter jpieltcn die Nationalhymne Als der Kaiser die Brigade nach den Kaserne- ments zurnckgesührt hatte, nahm er noch den Vorbeimarsch in Marschkolonne ab. Dann folgte Frühstück im Lffizter- fajino der Brigade. Im Verlaufe desselben trank der Kaiser auf den neuen Kommandeur des 1. Leibhusaren- regiments, der Kronprinz auf den Kaiser. Um 3 Uhr verhetzen der Kaiser und der Kronprinz das Kasino und begaben |ich zur neuen Villa des Kronprinzen und be- jiajtigten diese. Ter Kaiser reifte um JJ>S Uhr im Sonder- 511g nach Marienburg au, von wo er sich mit dem Automobil nach Eadinen begab. Das neue Gespräch zwischen Kitcrkn und Gamben. Berlin, 16. Sem Ter französische Bolschaf E aw l 0 n stattete gestern naikmiittaa den: ct'tii.iefretdr v Qiberlen- Wächter einen längeren Besuch ab Tn ..Lokalanzeuzer" schildert oiünbar inspiriert in Gum- unb teihv 4fr in Fettdruck die Verhandlungen du gestern uoiidi.-n dem Botschafter Eambon und bem Ltaatsiekrrfn von x: :h- ■ h • Wachter stattqeiunden haben. Ztrn sf '1 -lu von Kid er len Wuwi.*i emvung ngchmntags 5 Ubr 11t seiner Privatwoi'iuna l'anib v: Bei der Unterredung brr beiden Staatsmänner, die bis 7 N e dauerte, stellte fick heraus, b in einigenwichtigen V u n \ t P n d 1 e französische Regierung den S t a n h v u n k t der deut sch en a n g e n 0 111 m e n het In Bezug auf einia- weitere Pini/te sind noch redaktionelle T > s i e r e n » e n beseitigen, und cd konnte festgestellt werden, daß bloß über gewiss Fragen und Garantien die Anschauniige» nndi aiu*. üimitvr geb. it Bei dem nuten Willen, tvi nach wie vor beid«' Divlomaieii in ihren Unterbanblnngen leuel, fielt ;ebod) ui hoffen, oatz auch in bezug auf diese letzten Tifferenjeu ine Einigung unfchivrr • ■ erzielen sein ivixb Ferner hat iid> ergeben, i .ir geivii'e in P n 1 1 ' begangeneJnbiskretionen, ivie diejenigen. n>e!(be ihr« ,1 leichterung der Bcibandlui' nn beitrügen, und es ist bol*er uniidi v den Unterhändlern beider Reftieruuaen n 11 ■ a neue das P 1 i n z i v betont 10 0 rdcn , daß über die Tetaile b e r Verhandlungen weitere 111 e i 1 u 11 g e 11 unter feiner- leiBedittgungeherindicPresie gelangen dürfen, als bis die Verhandlungen vollkomiuen abgeschlossen find. Harden über die Lage. Maximilian Harden hielt am TonnerStag in der Philharmonie zu Berlin cyicu öffentlichen Vorlraq über die politische Lage Der Saal war überfüllt Der Redner machte im Laufe feiner zweistündigen Ausführungen, die am Schluffe mit langem Beisallgeklatsch belolmt wurden, intcreffante, zum Teil wichtige tatsächliche Mitteilungen Er erzählte, es habe in den letzten Tagen znnschen dein Londoner Botschafter des deutschen Reichs, Graf Wolff- Metternich, und dem britischen Staatssekretär Sir Edward Grey eine Unterredung in einem mindestens ungewöhnlichen Ton gegeben, man fötme sagen, in einem Tone, wie er sonst nur am Borabend eine- Krieges angeschlagen wird Politisch unNug sei es, den Franzosen ein Stück Land abzunehmeu, und zugleich habe man sich vor dem ganzen Islam geschändet, daß man sich ein Schweigegeld erschacherte. Harden hofft aus den Reichstag. Tann rief er in sichtlicher Bewegung aus: Wenn wir diesen Vertrag annehmen, i |t b a £ d e r .ü 1 i e g ! Harden ist bei aller Achtung, die man vor seinen publizistischen Leistungen haben mutz, immer auch ein bischen Schauspieler gewesen Französische Sozialisten gegen die Kriegihehe. Paris, lö. Sept. Wie die „Humanite" meldet, hat der Ausschuß der geeinigten S 0 zialisten beschlossen, angesichts der Treibereien getvisser Blätter einen Aufruf gegen bic Kriegshetze zu erlassen und an Brisson das Ersuchen zu richten, das Parlament unverzüglich einzuberufen. Die Deputierten aller Parteien sollen aufgefordert werden, diesen Aufruf mit :i unt(h> schreiben. Beruhigung in Pari? und Brussel. Paris, 16. Sept. Tie der Regierung nahestehenden Blätter bereiten darauf vor, daß die Unterredung EambonS mit Kiderlen- Wächter den Beginn einer höflichen, aber hartnäcki zu führenden diplomatischen A u S e 1 na n de r f e v ung bedeute, bei der die nationale Ehre keineswegs in Frage komme. Darum dürsten die Völker nicht die Geduld verlieren. Es handle sich um sehr subtile Einzelfragen. — Tod französische Kriegsminlsteriurn gibt die unmittelbar bevorstehende Heimsendung des Reservisten-Jahrgangs bekannt. Tiefe Nachricht macht allseitig den besten Eindruck. Brüssel, 15. Sept Der Ministerrat, der heute mittag unter dem Vorsitz des Königs tagte, beschloß nach Prüfung der polUischen Lage, die zu augenblicklicher Beunruhigung keinen Anlaß biete, die Reservisten der Jahrgänge 1906, 1907 und 1908 nicht einzuberufen. Tte gestrige Ordre ist somit rückgängig gemacht worden. • Eine Note der „Agence Hooas" erklärt: Die in den Zeitungen veröffentlichten Entwürfe über die sogenannten territorialen Abtretungen Frankreichs sind sehr häufig phantastischer Att und verpflichten nur ihre Verfasser. Aus Tanger wird gemeldet, daß die Kolonne Bre- rn 0 n d ohne Zchwertstrich am 10. September in S ef tu eingetroffen sei Der Anschlag auf Stolqpin. Stolnpin wird glücklicherweise von dem Mordanschlag voraussichtlich feinen bleibenden Schaden davontragen. Die neuesten Meldungen lauten verhältnismäßig günstig: Kiew, 15. Sept. Der Zustand Stolypins ist sehr befriedigend, die Blutung nur unbedeutend, eine Operation 1 ft unnötig. Ter Schuß scheint die Leber nicht berührt zu haben. Ter Petersburger Chirurg Zeidler ist mittels Sonderzug naa) Kiew abgereift. PeterSbu rg, lü Scp: Heute nachmittag wurde folgender amtliche Bericht ausgeg.ben: Bei Stolypin wur den zwei durch die Feuerwafsc verursachte Wunden fest- gestellt, eine an der rechten Brustseite, eine andere an der rechten Hand. Tie Eingangsofsnung der ersten Wunde ist zwischen der sechsten und nebt-men Rippe, innerhalb der Papillarlinie; eine Ausgangsöffnung tit nicht vorhanden. Tie Kugel wurde unter der zwölften Rippe in einer Entfernung ron drei Zoll vom Rückgrat sondiert. In den ersten Stunden nach der Verwuiwung trat große Schwache ein bei heftigen Schmerzen, die der .'.'immer mü Gleichmut ertrug. Den ersten Teil der Nacht verbrachte bet BD n I Herr Anfang ' 5 mititutitt RetckhlilÄ edelster M anderer erofi Stöbt lollnrrötag Kur wenige 2 TäglicI Tanger, 16. Sept. Der Stamm der Aitiussi hat neuerdings die Ttbteilung Bremond angegriffen. Die Angreifer mürben unter starten Verlusten zurückgeivorfen. bei Solingen Stahlwarenfabr. d. Versandhaus I. Ranges Versand direkt an Private Nachstehende Uhrkette versenden wir 30 Tage zur Probe findet hier am Sonntag, 24. September, vormittags 11 Uhr, statt. Bei der Feier wirten die Kapelle des 1. Hess. Fcld- rtillerie-Negiments Nr. 25 und der Gesangverein Orpheus Amtlicher llkt:crb?rid}t. Oeffentliche Wetterdien st stelle Gießen. DeNeransnel'ten indessen am Sonntag, Den 17. Septbr. 1911. Meist heiter, trocken, mäßig warm. Arbeiterbewegung. Düsseldorf, 16. Sept. Ter Ausstand der Transportarbeiter führte wiederholt zu Angriffen auf Wir * beitswilligen, die sich schweren Mißhandlungcy ausgesetzt sahen. Die Speditionsgeschäfte werden polizeilich bewacht. Sämtliche Fuhren erfolgen unter polizeilicher Bedeckung. Der Umzug der Regierung in den Neubau am Rhem erfolgt, dem „Berl. Lokal- An-." zufolge, durch Ulanew___________________________________ Lttstfeyrssichrt. Ein folgenschwerer Unfall Dirths. Ter Flieger Hirth ist bei Mittel-Biberach in eine Batterie hineingefahren, wobei zwei Soldaten nicht unerheblich verletzt wurden. Hirths selbst und sein Mitfahrer blieb unversehrt. Wir erhalten über den Unfall folgende Notizen: Friedrichshafen, lo. Sepl Der tfiieger Hirih ist heute früh 7,20 Uhr mit seinem U l a n e n o f f i z i c r als Fahrgast hier aufgestiegen und in der Richtung nach Aulendorf davongeflogen. Beabsichtigt ist eine militäriscl)c Flugübung über das ganze Manövergelände hinweg. Ter Himmel ist stark bewölkt und es ist ziemlich windig. Mittel-Biberach, 1.5. Sepl. Hirth ist mit fernem Fahrgast kurz nach 8 Uhr hier niedergegangen. Tabei wurden zwei Artilleristen und ein scheuendes Pferd verletzt. Hrrth und sein Passagier sowie das Flugzeug blieben unversehrt. Biberach, 15. Sept, späteren Nachrichten zusolge ist der Flieger Hirth bei MuiLlbi^raai in eine aulfahrende Batterie hineingeraten. Tie zwei schwer verletzten Soldaten wurden durch seinen Propeller verwundet und mußten in das hiesige Bezirkskrankenhaus gebracht werden. Tas gleichfalls durch den Propeller verletzte Pferd wurde getötet. Hirths Apparat i|t beschädigt. Er selbst und sein Fahrgast tarnen ohne Verletzungen davon. Biberach, 15. Sept. Tie bei der Landung verwundeten Soldaten heißen: Brücker aus Vöhrenbach bei Villingen und Grindler aus Tailfingen bei Herrnberg. Beide stehen bei der ersten Batterie des 29. Feldartillerieregiments in Ludwigsburg. Brücker erlitt durch den Flügel des Propellers im Rücken eine Verletzung und eine sehr schwere Lungenquetschung, sein Zustand ist n i ch t u n b e d e n k l i ch; es wurden ihm die Sterbesakramente gereicht. Grindler erhielt durch den Flügel des Propellers einen Hieb, der ihm bedeutende Hautabschürfungen am Hinterkopf beibrachte. Sein Zustand ist befriedigend. Lebensgefahr besteht nicht. — Hirth und sein Passagier sind durch den Unfall sehr bedrückt. Hirth führt die Ursache des Unglücks darauf zurück, daß der von ihm ausgeschaltete Motor durch einen unglücklichen Zufall, vielleicht durch die starke Erschütterung beim Aufsetzen auf den Boden, sich selbsttätig wieder einschaltete und das Flugzeug nunmehr in rasender Eile über das Feld hintrieb, so daß Hirth nicht sosort imstande war, zu bremsen. Von der Luftfchisibaugeiellschast sind Monteure an der Unfallstelle eingetroffen, um den Apparat abzurüsten, sobald das Gericht den Tatbestand festgestellt hat. Tas Flugzeug wird nach Stuttgart geschafft werden. ££ Anerkannt sehr leisiunoslänig ^5 ist die Weitfirma sl'V Die Kretafrage. Athen, 15. Sept. Nach einer Meldung der „Agenee d'Athenes" haben die Kretaschutzmächte dem König der Helenen, der zurzeit in Kopenhagen weilt, in einer Note am 11. September mitgeteilt, daß sie beschlossen haben, den Poften einesOberkommissars, der durch das Ausscheiden Zaimis frei geworden ist, nicht mehr zu besetzen. Mit beliebigem Stempel nach tt Gießen ein Donnersta weis Stadtthea fanzkut Umsonst u. portofrei versenden wir auf Wunsch an jedermann unseren grossen illustrierten Pracatkatalog/iouoo' Gegenstände aller Warengattungen in grösster Auswahl enthält. DerWeltruf unserer Firma bürgt dafür, dass nur elegante, gediegene und prels- würd.ge Ware zum Versand kommt. Tausende AnerkennougÄ- sch« ctbe.i loben die Güte und Qualität unserer Waren. ümteten fünktlic Versäumnis! orbnung und nat | tuches aeabndel. Elchen, der ^-° werd,, Oualna te;»« Ni .. *!ssinnc n» kni fette Si‘Ä“ SÄ' ,1! Setci > unh ?ur rävL Sroßh Letzte ricrelirichten. Ter Anschlag auf Stolypin. Kiew, 16. Sept. Wie aus der Umgebung des Mi- nisterpräsidenten mitgetcilt wird, haben die Aerzte nach ihrer Beratung eine Besserung festgestellt. Sie hoffen auf einen glücklichen Ausgang. Das Befinden des Kranken, der während des Tages mehrfach ruhig schlief, ist befriedigend. Um 10 Uhr abends betrug die Temperatur 37,1, der Puls 82 bis 90. Dis 121/4 Uhr nachts trat im Ve- sinden Stolypins keinerlei Verschlimmerung ein. Petersburg, 15. Sept. Tie Petersburger Sektion des Allrussischen Nationalverban> des sandte an Stolypin ein Telegramm, in welchem sie ihre tiefe Empörung über den Anschlag ausdrückr und die Missetat als eine Aufforderung an alles Russische zum energischen, offenen Gegenstoß gegen die Feinde des Vaterlandes erklärt. Eine ähnliche Depesche hat der allrussische Nationalklub aesandt. Kiew, 16. Sept. In dec Stadt sind die verschiedensten Gerüchte verbreitet. Es wird erzählt, der Täter Bagrow ei ein Agent der politischen Polizei, der es verlanden habe, das Vertrauen der Polizei zu gewinnen. Diese Nachricht unterliegt jedoch Zweifeln, solange die strenge Untersuchung nicht abgeschlossen ist. Tie Bevölkerung und )ie Presse, auch die linksstehenden Blätter, drücken ihre Empörung über das abscheuliche Verbrechen aus. Ten ganzen Tag wird das Hospital von hochgestellten Persönlichkeiten und vom Publicum ausgesucht, vie sich nach Dein Befinden Stolypins erkundigen. Viele B.'ileidsdcpeschcn sind cingegangcn. Der Kaiser ist um 11 Uhr abends nach Owrutsch abaereist. — Kronprinz Boris von Bulgarien ist mit Gefolge nach Bulgarien zurückgereist. ui Geiß-Nidda mit, während Handelökammerprasident Kommerzienrat Fehr-Flach, Herr Jos. Baum-Wiesbaden und ein Vertreter des hessischen Staalsnunislerimns Ansprachen halten werden. Nachmittags folgt Festessen, sowie Konzert in den Kuranlagen und abends Feuerwerk. Kreis Alsfeld. -i- H 0 m b e r g a. d. 2 y m, 1). Sept. Tie Obsternte ist augenblicklich in vollem Gange. Sie fällt in Kernobst mittel aus, während der Ertrag in Zwctschcn zu wünschen übrig läßt. Gestern wurde das Obst von der Kreisstraße versteigert. Die Kreisstraßenbchörde hatte das Obst selbst fflücken lassen und wurde es korbweise versteigert. Eine Menge Kaufliebhaber hatte sich eingefunden. Es wurden ehr hohe Preise erzielt; für den Korb Tafeläpfel wurden 4 bis 5 Mk. bezahlt. — Morgen verläßt die Ferienkolonie aus Gießen wieder unser Städtchen, nachd.m ie sich 4 Wochen hier in dem bekannten Hotel zum Hess.scheu Hof gestärkt und erfrischt hat. — Da der Stand der Wiesen einen zweiten Schnitt nicht ermöglich.e, sieht man täglich große Herden Vieh an der Weide. Kreis Friedberg. F. C. Butzbach, 14. Sept. Wie schon gemeldet wurde, hät sich der Hauptmann M oliör'e, der Cyef der Leib-Kornpagliie des 5. Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 168, in Hohlenfclä bei Hahnstätten erschossen. Er lag im letzteren Orte in Quartier. Der Grund zur Tat ist hochgradige Nervosität. Moliöre hinter- äßt eine Witwe und zwei Kinder. Hessen-Nassau. ( ) Marburg, lo. Sept, ^er Verkauf des G e- m e i n d e 0 b st e s brachte in diesem Jahre nur 855 Mk. ein gegen 1715 Mk. im Vorjahr. Die Gemeinde B a u e r b a cy , die mit ichrem Obsterlös von den Gemeinden im Kreise Marburg immer an der Spitze steht, brachte es rrotz der im allgemeinen geringen Ernte doch auf 1713 Mk. gegen 1846 Mk. im Jahre 1910. Elegant u. modern billig und gut! NrJ604■ kräftige Nickeluhrkette,beste Qualität, unter Garantie stets weiss bleibend, 27 cm lang, mit schönem Medaillon-Anhänger, fein vernickelt mit geschnitztem Stein, der Anhänger enthält inwendig einen herausnehmbaren Kautschukstempel, welcher m. beliebiger Inschrift nac Angabe eines jede Käutersextraangefertig. wird. 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Der als Absender des Briefes genannte Kaufmann erschien Nicht in Berlin, sondern teilte nur in einer Postkarte mit, daß der betreffende Händler plötzlich ins Ausland reisen mutzte. — Nach Ansicht der Polizei bezweckte der Briefschreiber, der übrigens schon wegen Betruges bestrast ist, auf eine billige Weise nach Berlin reisen zu können. Es ist gegen ihn bereits Strai- antrag wegen wissentlicher Verbreitung falscher Nachrichten gestellt worden. Kleine Eagerchronik. Aus Südsrankreich werden heftige Unwetter gemeldet. Mehrere Flüsse sind bereits über die User getreten, einige Eisenbahnstrecken sind überschwemmt. Bei Toulon schlug der Blitz in einen Trambahnwagen, wodurch eine Panik unter den Fahrgästen entstand, mehrere wurden ohnmächtig. Sieben arabische Räuber drangen in Basra ein und plünderten die Läden zweier Juden, töteten den einen und verletzten den anderen s ch w e r. schließlich kam es aus dem Atarktplatz zu einem Gefecht zwischen den Räubern und Gendarmen, bei dem zwei Räuber getötet und zwei verwundet wurden. t Auf der Bahnstrecke von Lauen nach ^ux kam in den letzten Tagen ein Poslbeutcl mit 36 000 Kronen aohauoen. Tie eingeleitete Untersuchung führte zur Dienstenihebung zweier Beamten des Lauener Postamtes. Vorgestern wurde an dec Tür Minister unruhig: gegen Morgen trat eine Besserung ein. Temperatur 37, Puls 92 . Ueber die näheren Umstände, unter denen der Anschlag gegen den Ministerpräsidenten ausgeführt wurde, wird noch gemeldet: Während Stolypin im zweiten Zwischenakt der Oper „Zar und Sultan" von Rimski Korsakow an die Rampe gelehnt und das Gesicht dem Publikum zukehrend mit den ihrt umstehenden Personen sprach, näherte sich ihm ein junger, in Frack gekleideter Mann, der aus einer Entfernung von zwei Schritten zwei Schüsse aus einem Browning gegen ihn abgab. Stolypin fuhr mit der Hand gegen die Brust und fiel in seinen Sessel. Tie Umstehenden trugen den verwundeten Ministerpräsidenten zum Ausgang, während das Publikum in Entrüstungsrufe ausbrach und die Nationalhymne forderte. Nachdem der Vorhang aufgegangen war, näherte sich der Kaiser der Logenbrüstung, und die mitwirkenden Künstler sangen kniend die Nationalhymne. Das ganze Theater erzitterte unter der dem Kaiser gebrachten Kundgebung, bis dieser seine Loge verlassen hatte. Stolypin wurde bei vollem Bewußtsein in' die Privathcilanstalt des Dr. Makowski gebracht. Die Kngcl hatte ihn in die Brust unter der rechten Brustwarze getroffen. Ter Täter versuchte nach dem Anschlag durch einen zweiten Ausgang zu entfliehen, wurde aber von Offizieren ergriffen. Man fand Dokumente bei ihm, die auf den Namen des Nechtsanwaltsgehilfen Bagrow lauteten. Eine zweite Kugel, die den Ministerpräsidenten an der Hand gestreift hatte, traf den im Orchester befindlichen Konzertmeister Bergler und verwundete ihn am Fuß. Nachdem Stolypin ins Krankenhaus gebracht war, bat er, dem Kaiser zu unterbreiten, daß er gern bereit sei, für ihn zu sterben. Dann ersuchte er darum, seine Gemahlin zu beruhigen und ihm einen Priester zu schicken. Petersburg, 15. Sept. Der deutsche Geschäftsträger sprach sofort dem Ministerium Les Innern und des Aeußern seine persönliche Teilnahme an dem Schicksal deö Ministerpräsidenten ans. > Die „Nowoje Wremja" drückt die Hoffnung aus, daß der Kiewer Anschlag keine Aenderung in dem bisherigen Kurse des Staatsschiffes herbeiführe.____________ des B.' . 3 ein Beutel gefunden. Der 34 000 Kronen enthielt. Der Rest fehlte. d?olera. Paris, 15. Sept. Nach Blättermeldungen aus Amen tiöre im Nord-Departement sind in Erauinghemslys acht Cholerafälle, davon fünf mit tö-bliebem Aus- gang, vorgekommen. , x ' Petersburg, 15. Sept. (Privattelegramm.) In bet Kirgisen st eppe sind drei neue Pestfälle festgestellt worden, die tödlich verlaufen sind. ___________________ Vision kämpfte heute in der südwestlichen Wetterau um Homburg, Erlenbach, Petterweil. " Der Zirkus Otto Mark trifft am Donnerstag, 21. September, in Sonderzügen hier ein und eröffnet seine auf fünf Tage berechnete hiesige Spielzeit am Abend desselben Tages auf Oswalds Garten. Tas „Wiener Fremdenblatt* schreibt über den Zirkus: Der große Zirkus Otto Mark eröffnete gestern im Prater seine Vorstellungen bei total aiis- verkaustem Hause. Tie Original-, Freiheits- und Massen, dressnren waren die besten, die man je hier gesehen hat; auch die übrigen Darbietungen übertrafen alles bisher in Wien gezeigte Kreis Büdingen. — Bad Salzhausen, 15. Sept. Die Grundsteinlegung zum ersten Erholungsheim der deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime Art» Stadt und Land. Gießen, 16. September 1911. — Tageskalender. Kinematograph: Täglich Bor- Wellung. Biograph: Täglich Vorstellung. *• Die Großherzogin hat morgen Geburtstag, ^Shalb heute überall schulfrei ist. "Ordensverleihung. Der Großherzog hat der Krankenpflegerin des Alice-Frauenvereins für Krankenpflege im Großherzogtum Hessen Luise Platt in Gießen und der Krankenpflegerin des ZweigvereinS Großen-Bufeck Berta BüchSler in Großen-Buseck das DienstauszeichnungSkreiiz kür Krankenpflege in Silber verliehen. *• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Gust. Müller zu Rüsselsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Traisa, dem Schulamtsaspiranten Hrch. Gruner aus Klein-Karben eine Lehrerstelle an der Ge- meindeschule zu Schlitz, dem Schulamtsaspiranten Herrn. Rösch aus Rieder-Mockstadt die Lehrerstelle an der Gemeinde- schule zu Rodau. — Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rudlos; mit ihr ist Organisten- und Lektordienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schlechtenwegen; mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden; ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrersteüe an der Gemeindeschule zu Gunzenau; mit der Stelle ist Organisten-, Lektor- und Kantordienst verbunden; ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. Die 2. Lehrerinnenstelle an der kath. Schute zu Bensheim. Dem kath. Pfarrer und dem Stadtvorstand zu Bensheim steht das Präsentationsrecht zu. •• Ernannt wurde der Steneraufseher Friedr. Matlot h zu Vilbel zum Assistenten bei dem Steueramt Pfungstadt. ** Die Divisionsmanöver gehen heute zu Ende und nächsten Montag beginnen die dreitägigen K 0 r p s m an öv e r. Tie hesstschen Truppen der 25. Division hatten am Freitag wieder heftige Kämpfe. Am Samstag vereinigt sich die ganze yestische Division und bezieht Bürgerguartier. Aus dem Exerzierplatz bei Altendiez herrscht reges Leben. Ein Piouierlommauoo von 25 Mann baut an den Untertunftszelteu für die F l u g m a s ch i n e n, die am 18. September von Darmstadt eintresfen und am Korpsmanöver teilnehmen sollen. Es wird eine Eulermaschine (Zweidecker) und eine Etrich- Rumpler Maschine (Eindecker anwesend feilt. Tie Fliegerabteilung befehligt Kommandeur von Selasinsky. Die große K r i e g s t ü ch e wird gegenwärtig bei Limburg unterhalb der Brauerei Zimmermann ausgestellt. Tie riesigen Kochkessel werden am 20. September in Tätigkeit treten. — Für die tatkräftige L ö s ch h i l f e, die das Infanterie-Regiment 168 in Mausfelden bei einem Feuer leistete, erhielt es eine Prämie von 100 Mk. — Die 21. Di- brillant Bei Sammel- fabRIk-mark£ Extra-Vergünstigungen Deutsches Reich. Die Reichstagsersatzwahl für den Wahlkreis 8 (Oppeln) für den verstorbenen Domherrn Frank ist auf den 27. Oktober angesetzt worden. Ausland. Die „Köln. Ztg." meldet aus Adis Ab ab a: Am gestrigen Neujahrstage empfing Negus Mcnelik öffentlich eine große Anzahl Europäer. Menelik kann nicht sprechen, machte sich aber durch Gefährden verständlich. Beim Aufstehen hat er Hilfe nötig, kann dann aber allein gehen. Beginn n Maschinen schrei Joutng, 25. S ®fp. Annie 16, ober z, Stenograp Beka und zu ÜW Preisen [mpieble in grosser für militärpflichtige Hautjacken, Normalhemden Unterhosen, Flanellhemden u. Unterwäsche kür Reservisten Anzüge in allen Preislagen, einzelne Hosen, Joppen, Capes und Arbeiter-Kleider für alle Berufe TelepMS Carl Horn Marktstr. 28 rcchnung pr. 31. Marz 1911 und Genehmigung der 2 von 5G47 Ter Kreistiefbaumeifter. Attcrwe« 7. 075*4) z*U Versteigerung. tzcivcrbtballk Mir, Aktikll-8tskllsl-ast i.Liq a r, den 14. September 1911. Die Liquidatoren. Butzbach, den 14. Sept mbrr 1911. Grogherzoglichc Bürgermeisterei. Flach. LWrltitliligsbau Hohensolms. Ter Bau einer Wasserleitung für die vtemcinde Hohenfolm» soll öffentlich vergeben werden. ES sind neben der Quetlsaffunq mit Sammelbehälter und bnn Hochbehälter oo» 100 cbm FaffungSraum etwa 2600 Ifd. m Hauptrohr- Iftlinifl von 100 und SO mm l. W. mit Hydranten und Schiern, sowie die HauSanschlüffe herzustellen. Tie PerdiirgungSunterlagcn und Zeichnungen liegen im Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht offen. -IngebotS- f omni Ian und Bedingungen können gegen poslfreie Em- endung von 4.00 Wit. oon dem Unterzeichneten bezogen werden. 9lnqi bofe sind mit entsprechender Aufschrift versehen biS zum Eröffnunastermm Tonnerstag, den 28. Sept. 1911* nachm. 4 Uhr hierher emznreichen. ZuschlagSirist 14 Tage. Wetzlar nie lnS Geschäft geben muh. Schnnl- Angcb. nur von Telbftrefiektanlcn unter (Sbiffie B. 100 an den bliest. Au», erbeten. Ihvjj SoOOlf “Ä O Ablösung eines RestkaufschillingS gesucht. Schnitt. Angebote unter .j<>49 an den Giehener Anzeiger erb. Möbelwagen Va. uun von (Äiesten ober Umgegend nach k>ra tkfjin für Anfangs L°ki. W.Hcincmann, Arnsburg. Ln.5tl,Zrankiuri a.M 5-60 Ehemalige Schülerin der böb- Madchenfchule bcaufüditnt jung, ctbülerinncn b.Sdiulflrbcitcn. Schriftl. 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Büraermcistcrci Hattenrod zur Em'icht offen, an gcbote haben nur in Prozenten öeS Voranschlags ju et- ’ laen unt- iinh °--ichl°ss-". ™.6mmbL‘bei Aufschrift versehen bi« -um Ls. «cptcmber ds. ve^ drönb Biirocrmei»*crci vattenroo einzuieich^n, wo bie Eröftnuna vorm. vT. HI)r ftaitfmbet .oreie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gieüen, den 14. September 1911. Großh. Kulturinspektion Snetzen. I. B.: V. Meunter. Ltädtische Pfiichtfeuerwehr. TonncrOtao, den 24. September b». Jo . abenbd S Ubr: Nebung. gntreten pünktlich 8 Ubr auf dein Brandolah am Durmbanse. 'Ziersauuiinsse werden nemäfi Artikel 13 der Vaiideefeuerlötch- orbnunfl und nach Paragraoh 808 rflfler H des 8teichs,traigefeu- buche» geahndet B Gieben. den 16. Seotemder 101t. Ter städtische Branbbfrektor. Braubach. Leut eotedetier Beglaubigung bet# Icli 0t*r Rrr.-k l f. eU*t> O*. .^artostcln 1-2000 Beniner Ix Sveifeware Q. Barmlnung au kauten gefacht. Lchnftl. 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Ballettmeisterin Lina Go11■ OId<"ni von Neuen SUdttheater beginnt Oktober im „Mctropol“ Tanzkurse für Erwachsene ebenso Kinder-Tanz-Kurse verbunden mit kallisthenischen Übungen Anmeldungen werden entgegencenommen ab 1. Oktober in der Privatwohnang Nenen Blinc 3' Italienischer 2djriftl. Anaeb nut UrtiMngaLe unt. 7^f>5 nn den Ostest. A,h- etU. <777L" Stud. phil.,rbem. Schiller ber dies. ^.-Neatichulc, ert. ^>'ach- Hilfe, überwacht Schutarbeiien. rncrtcii vom V. M. /, Amt» jlloitr-8cirttiiitt-üc6rcriH für ;wei Stunden wöchent ich un Haute geiucht. 2d»rtftL Angebote unter 5679 au den <'stc«. AnA- erb. "Trivatnnterricht. in Deutsch. Geschichte. Latein und Griechisch für alle Klassen. Englisch und Franzos. (. r. Hoo*e. Goethestr. H Grünbl. Unterricht im LL)ci«- naben u-Ltickcn wird erteilt Lettcrow. 39 Emg-GoeihenrastE Unser Getreide ist zum Samenwechsel sehr gccignet. 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Kinematographische Berichterstattung zeigt hervorragende Ereignisse der letzten Tage. Pas de quafre, Tonbild Kelterobst kauft jedes Quantum [5674 H. Heyne, Walltorstr. 5. Die Musik wird auSgefübrt von der Marburger Iäaerkapelle. WLK8s Mein diesjähriger Kursus beginnt Sonntag, den 17. und Montag, den 18. September Kirchweihfest wozu ergebenst einladet Ludwig Häuser, Mhelmshöhe Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Fabrikation alleiniges streng gewahrtes Geheimnis der Firma: H. UHDERBEaa-ALBRECHT Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. RHEINBERG (Rheinland). Montag, den 18. Sept. d. I., abends 8 Uhr: Haupt - Hebung. Die Kameraden werden ersucht, pünktlich 8 Ubr am Turmbaus auzntreten. Rach der Uebung findet im Hotel 'Einhorn die Ueber- retchung der Auszeichnungen für 10- und 15-jährige Dienstzeit an Kameraden der Wehr statt. B15/») Das Kommando. Tanz-Musik Sonntag, den 17. Sept. 07550 Nest. Bäutke. Kaiser-Allee. Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit Karl Schmidt, Tanzlehrer Webiteingasse 31 (742 Klaoikt-, SarmoiiiM- und Eicnicntar-Pinlin-Untmiiht Cafe Amend Sonntag, den 17. September 1911 KONZERT Boonekamp Mädchen Verein Vom 1. Oktober an, Sonntags von 4 bis 7 Ubr, Kirchstr. 9 Spiele, Beschäftigungen, Vorlesen, : Singstunde, Deklamation, Theater : Mädchen jeden Standes werden zur kostenlosen Beteiligung freundlich ausgefordert. — Am unentgeltlichen französischen und cnglischcu Unterricht für Fortgeschrittene und Ansänger können begabte, strebsame Mädchen teilnehmen. (5634 Der Vorstand. ;J>n dem am 14. Oktober slattfindenden Lauhhültenfest-Bail im großen Saale der Germania, Lollar ladet ergebenst ein Sonntag den 17. dss. Mts. Nachkirmes in Beuern wozu ergebenst einladet Karl Dietrich, Gastwirt. Vom 16. bi« 30. September 1911 8654 KONZERTS Oberbayerischen Original-Schrammel-Ensemble „Die lästigen Wildschützen“ Achtung! Kutscher-Verein. Achtung! 5635 Sonntag, den 17. September 1911 Ausflug rnd“VburC Wies eck. GrostcS Garten Konzert, verbünd, mit Volksbelustigung u. Tanz, willkommew^llusmea ^zweier ^LMballons"^ Vorstand?" re5“ge SafifiS ein lach: xTOwiwB wB wöl Wortmarke 17 828. ® ergreifendes Drama aus dem Leben der Gräfin Nadina und eines Kapitäns zur See. Eine wahre Begebenheit. Spiel- dauer J/2 Stunde. Komische Szene von dem berühmten Komiker Max Linder. Oberst mit 25 Jahren, äußerst spannendes Drama Tontolini als Sportsmann, SÄ«d°rA°ch-. Wilhelm Pfaff Georg Sommer ________Ludwig Schmandt. Simdias-Toraball am Samstag, den 14. Oktober 1911 von nachmittags 4 Uhr ab 5666 im „Jagdschlösschen“ zn Datenhofen. unter Mitwirkung des Bnritonisten Herrn XicolasGenieleano, der Lieder in französ., cngl., russisch, und Italien. Sprache singt. Anfang Sonntag 6 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Eintritt frei. Zolliitag, Den 17. nnö Montag, öen 18. Legt.: Kirchweih-fest OeMliche Versammlung Montag, 25. September 1911, abends i/29 Uhr in Steins Garten D16/9 Vortrag des Herrn Dr« A» Wirth-München Marokko eine deutsche Eiacht- und Ebrenfrage, Eintritt frei. Eintritt frei. Veranstaltet vom Alldeutschen Verband (Ortsgruppe Giessen). Bad-^auheim A Wochenprogramm vom 17. bis 23. September 1911. Dreimal täglich Konzert, morgens am Kur brunnen, nachmittags und abends aus der Terrasse. Sonntag, nachm. von 4—6, abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapclle. Bei günstiger Witterung gros?e italienische Nacht im Park und aus der Terrasse. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Charlctz's Taute. Montag, abends 8 Uhr im Kurbaussaale Tbeater: Heimat. Gastsviel von Gertrud Baumeister-Felsegg aus Darmstadt. Dienstag, abends 8V< Uhr im Kurhauösaale einmaliges Gastspiel des Telepathen Narco Malini. Mittwoch das Nbcndkonzcrt der Kurkapelle unter Leitung d. Kgl. Prof. Hans Winderstcin. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Die Kinder der Exzellenz. Donnerstag das Nachmittagskonzert der Kurkavelle unter Leitung des Kgl. Pros. HanS Winderstcin. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale „Tanz-Abend" Stolze-King: „Der Tanz in der kulturhistorischen Entwicklung". Freitag, abends 8 Uhr, im Kurhaussaale Tbeater: Der Dieb. Samstag, abends 8V< Uhr, im Konzerthaus letzter Richard Wagner Abend (11. Sinsoniekonzert» der Kurkapcllc, unter Leitung des Kgl. Pros. Hans Winderstcin. Vorläufige Anzeigen. Sonntag, 24. September, nachm. und abends a. d. Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theater: Die versunkene Glocke. Montag, 25. September, nachm. und abends tt d. Terrasse Militärkonzert. Donnerstag, 28. September, abends 81/« Uhr, Abschiedskonzert des Konzertmeisters Hani Szamo. Samstag, 30. Sept., abends letztes Smfvniekonzert der Kurkapelle. C16/e Biograph Blockstraße 12 07549 Blockstraße 12 Ab heute! Zmta zwei Feuern Großes amerikanisches Drama, 600 m lang. Die sittsame Schwiegerrnuller Große amerikni che Humoreske. In Qsldscbrank eiigeschhsa Großes äußerst spannendes amerikanisches Drama. Die Truppe Kronmt, komischer Austritt. Der Nhrenrcittiger, großTH'tliche Humoreske.' Abaka-Indu.Mrie, hochinteressant. Die beiden Gebrüder, hnmoristischer Schlager. Eine Wette Fesselndes Drama auS dem Leben. K. Sdimidfs Tanzkursus beginnt Montag, 16. Okt. d. Js., abends 8 Ihr. Gefl. Anmeldungen nehme ich von heute an täglich in meiner Wohnung, Wetzsteingasse 31, entgegen. Achtungsvoll 5344 Karl Schmidt, Tanzlehrer. Sonntags, 3'/,-------------- ----- •v» allseitiges pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. E. tvir übertragen. Mittwochs d.^eckterriege. Leit. (^.Kaunnann. Samstags, 6 Uhr. die Schülerabtestung. Leiter: der erste Sprecher. SamSlagS, 8V, Ubr, die Militär-Turnabtest. Leiter: C. Müller. ' ■ » Uhr, Svielableilung auf dem Trieb. Männer-Turnverein. Die Turnstunden des Winter Halbiahres beginnen am 18. September. Es turnt: Montags die Frauenabteil. Letter: E.. «ru- Dienstags u. Freitags die aktive Zoglmgs- und Männerabtctlung. Die Leitung 'N Eröfi her JahrrehB nehmertMbn beit legten Wa> vom Min ncien, vaden also m ° er „• Siuiot die S $dtieigen° NZ haben W, f unkre Aeiolnt "1 Sehei jähr' Ter Erfolg n>- million Stimm oerlorenun Großer Jubel in der ganzen tzotteniotlenblo den Ninistersei leule, die sOv Lei der Reiche herangetreten I auflösen. Sa (Lebhaftes hör zeigt, daß ivir Zähre eine gar Parteien W allem, an bv dem verstarb ebenfalls verf im Dom z nämlich unter Dort ist die' troffen Mörder lammlung schwarzen ZWen für jei Ms von N Sozialdemokrat M Lentru Spittel bi fee ■ Sn ei9C w? - 5enomnU r°ntn Wä. Ter iammtn. I unb flotten schastliche '2 Wenn das, ftulturfamli erklärt und die kein benf dielen, imi in bäte abnchm! eine Mf M tttibt tiniad) minen Genoj 5'mmrecht ei: während es : fl$K®InefeIn ÄT Klemme !°°Ylen. Mj, & Ö.HenX Ä3.=bet