Nr. 112 Drittes Blatt 161. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme beS Sonntags. Tie „Gießener Hamlllenblätler" werben bem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, bas „Xrtlsblatt für den Kreis Hieben" zweimal wöchentlich. Die „Lavdwirlschastltchen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger Seneral-Anzciger für Sberhesten Samstag, 15. Mai I9fl RatatianSdruck und Verlag der Vrühllschen Unwers,löt« - Buch- unb eieindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Dnickerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: «-N8 6I. Redaklion.«E 112.2eL-9lbr.: Anzeigerdießen. Ächten Zwanft gegenüber Kindern beim Eingebcn Merlin wendet habe. Hessen-Nassau. aber nur in Itaschen, wo ^foäale Qushängen. Nur rät mit dieser Störte — dem Fischer — bemÄenrvhnbenTrunc*ii aber mit sehr gemischten Elesnhlcn, j.i mit großem Mißtrauen ernt’ fangeil werden Es finb das die Wagen unb Karren mit „Fruchteis , „Eisnaiscln ufw. uitv Welchen Ziveck diese Finger haben, davon tann sich jeher bald überzeugen, her sie unb was ihr Erscheinen im Gefolge hat, einmal genauer ins Auge faßt. Dre Familie, die es sich leisten tann, oder die die Verpflichtung hihll. noch mehreren „Gängen" ihren Gästen etwas ersrischendes zu bieten, weiß, baß sie tu linieren peinlich sauberen Mvnbitoreiai mit Gefrorenem und allem Möglichen auss beste bebinit wirt’. Nun aber geht die Schule aus: da ertönt in einer her benachbarten Straßen bas beiannte Zllingelzeickfen, und eine ganze Schar un vernünftiger Äinbcr stürzt auf ben belamrlen Wagen zu unb opfert seinen Nickel, der wahrlich für etwas Besseres angelegt werben könnte, für — na, für „Eis". Unb mm Tbirb piesack „Eis" in ben leeren Magen hineingeaessen — denn bas mit- gebrachte Frühstück ist am Schulichluß von bem meist prompt arbeitenben Magen der Jugend längst verbaut — und dadurch wird in vielen Fällen der Grund zu gar maitdier Beschwerde unb manchem Leiben gelegt. Unb die ärmeren rinibcr machen s ben „höheren" unb denen der besser Situierten nach, unb wett lic sich von bem vielbegehrten „Tis" einen ganz besonderen Gemetz versprechen, verfolgen sie bie Bier- unb Eiswagen unb — esfen die herabgefallenen Eisstucke aus bem Straßenschmutz heraus. So wirb ganz systematisch bei der Jugenb der (tininb zur Näscherei gelegt Unb in bereu Gefolge ju noch v i dl« d)I immer cm! Denn, ist jeher Groschen, her für solches „Eis" und für Näschereien veiausgabl wirb, ursprünglich dafür beihmmt gewesen? Ja, ist jeder dieser Groschen vorher einen ehr-- (i cf) c n Weg gegangen? Wir Lehrer unb Erzieher, wohl auch manche Eltern, tonnten so manchen „Fall" ansühien, wo der Weg eines solckien Nickels b u n t e l war ober aber nach einigem Suchen mit erschreckender Klarheit vor Augen laa. Ich will nun die bekannten Wagen nicht für alles unb nicht allem verantwortlich machen für bas, was 'S e trüb en beb auf dem an- gezogenen Okbict zutage Tommi. aber mitschuldig sind sie gewiß, inbem sie bas i'kascken usw. den Kindern nur allzu leicht machen — unter Umständen, wo die je dem wachjamen Auge her Eltern und Lehrer entzogen finb, unb wo das iDoiübentcnbc Publikum es nicht immer wagen bars, sie unter seinen Schuv zu nehmen. In nnberen Städten, z. B. Frankfurt a. M., hat man, so Diel ich weiß, ben Berkaus von Eis an Kinder auf ben Straßen verboten. Ob bie Behürben das Recht haben, in dieser Richtung einzugreisen, kann ich nicht beurteilen; es stehl mir auch nicht ui, sie zu Erwägungen hierüber zu veranlassen. Aber an euch, ihr Eltern, richte ich als Freunb euerer «inber, als Lehrer unb Erzieher, die Mahnung - .Helft uns Lehrern auch in dieser Beziehung liniere Aufgabe an der Erziehung unserer Jugeno erfüllen durch strenge Ucbcrmachung unb Kontrolle eurer Kinder. Laßt euch pslichtschulbige und wahrheitsgemäße Rechenschaft oblegen von ihnen über jeden Pfennig, den ihr ihnen gegeben: oann werdet ihr ihnen eine Wohltat erweisen an Leib und Seele! Unb wer sonst die Kinder wahrhaft lieb hat nnb ein Wort mitzureben und einen Nickel zu oerfdienten hat, tue and) also! Ein Lehrer unb Kinderfreund.. sofern eS sich n:cht um Eigensinn, sondern um tatsilL- lüfitn Widerwillen handelt. Auf solchen wird man von gewöhnlichem Lebertran wobl meistens stoßen, der nun einmal den Kindern wie den Erwachsenen wider- ecotte Gmulfion wird von >!N« aiirlchliktziub IM großen berfflutf. unb zwar nie lo>c nach (Btwicbt oder Viatz. ’orbem nur in brrflefielten CtiginalfLafAm in fiotlon mii ualrrrr Lchuy- carft (Qi’e-.r mu Mm Torschi. 6u>tl & Lowne, ic. m. b. H.. 3tant,un a. M. «eftar.Mnl»: Rrnfier Tltbivnol-tebertian J5A,e, brimo •Hierin',lto«p^>iig*oureT fielt «^nnierptosbborig- laute* Uletron 2/>. pull’. 2raaant 3fi. ftirjur ateb. •umr- Vulv. 5,0. gyaffer 158/). «ikobvl HA Hiniu aromati'*/ OmuIRon mit Zimt«. 5Tcer.be;- unb •auUbenuxil le 2 Trov'-N X Crumbach, 11. Mai. Hier kommt setzt die Feldbereinigung zur Durchführung, bei der auch die so- genannte ,Langhecke*, jener Walddistrikt an der Straße unterhalb dem DünZberg, verschwinden wird. Die ab» " Deffentliehe Lesehalle. Jin April wurden 2144 Bände ausgeliehen. Davon lommcn auf: Erzählende Literatur 988, ZeUschristen 259, Jugenbschrifleu 252, Literatur- gefchickfte 19, VerSdichtirngeu unö Dramen 30, Länder- und Völkerkunde 88, .«niturgcfd)iditc 29, Geschichte und Biographien 110, Kunstgeschichte Je, Naiurwisseuschast unb Tedmologie 125, öeer- unb Seewesen 22, Haut - und Landwirtschaft 13, Gesundheit^« lehre 24, Religion und Philosophie 26, Slaatswisseuschasl 17, Sprachivifsenschait 13, Frenidfprachlidfes 14 Bände. Nach auswärts kamen 97 Bände. ** Warnung vor einem “Kitte I gegen Trunk sucht. Die zur Teilung der Trunksucht empfohlenen Präparate „A 1 c o I n" werden in deutschen Leitungen dem Publikum in auibnnglidier Weise angeboten. Ein Teil der Präparats be-- fteht nad) eurer Anolnse des Professors Karl Th. Möriwr in ^tod Holm aus Brechiveinslein: nach einer Warnung des ^tadtvolizei amts in Stuttgart vom ,17_ Cftober 1910 enthält „Aleola" neben anderen -Stoffen auch Strnchnin. Ter für bas Mittel gc forderte Preis ift übertrieben hoch Es muß vor der Firma „Phmicians Eooperalive Association" in Chicago, die das Niiltel vertreibt, sowie vor dem von ihr vertriebenen Geheimmittel nadi- drücklichst gewarnt werben. ** Maßregeln gegen bie Maul- u njD Klaue n f c u d) e. Tas hessische 'AK in ine riuni des Innern Hal an die Kreisamter folgendes A ns s di r e i b e n gerichtet: In teilweiser Einsdiränkung der bisher geltenden Anordnungen über das Verbot des .Handels mit Mlaucnoicb im Umherziehen bestimmen wir auf Grund des s 56 d der Reichs-Gew. Lrbniing, daß von jept an bis auf weiteres die nachstehenden Beschränkungen dnuiorbncn sind: Händler mit Mlaiieiwich und Geflügel dürfen foldie Tiere zum Zweck des Verkaufs weder zu Fuß noch zu Wagen mit sich führen Von .Händlern verkaufte ober angetnufte Tiere sind stets aui kürzestem Wege und ohne Ament- hall an ihren Bestimmungsort zu i erbringen. Sie dürfen auf diesem Transport weder in dritte Gehöfte eingestellt, nodi brüten Personen zum Verkauf Angeboten werben. .Hänblern mit Klauen- vieh und Geflügel ist das Betreten fremder Stallungen, in denen solche Tiere untergebracht finb, auch mit Einwilligung des Besitzers nicht gestattet. Sie dürfen fremde Gehöfte ohne ausdrückliche Aufforderung des Besitzers weder beim Ausstichen vo.n Bestellungen, noch zum Zwecke des Ankaufs von Tieren be treten. Wir empfehlen Fhnen, die hier aufgeführten Beschran fungeu im .Handel mit Klauenvieh und Geflügel im Umherziehen an Stelle des zurzeit geltenden unbeschränkten Verbots dieses .Handels unter Hinweis auf die Strafbestimmungen in £148 3iff. 7 a der Reichs Tew.-Ordnung unb bes § 328 bes Reichs- strafgesctzbuchs alsbald anzuordneu. ** D i e Mäuse plage. Man schreibt uns: Landwirte finden gegenwärtig beim Pflügen immer mehr Mäusenester, die so stark bevölkert sind wie kaum in einem Jahre. Es muß also erwartet werden, daß die diesjährige Mäuseplage trotz aller Maßnahmen außerordentlich emp- finblidi iverden wird Sind doch in einem einzigen Nest lürzlid) 21 junge Tiere gesunden worden. Es wird den wenigsten Lesern bekannt sein, in welcher Weise sich die schädlichen Nager vermehren, die folgenden Ziffern werden Erstaunen cniKcfen, sind aber leider richtig. Anfang März gibt cs den crftcn Mäusewurf, im Durchschnitt sieben hiÄ 14 Zunge Das geht dann bis zum Spätherbst in Zwischenräumen von etwa 6 Wochen so fort und im Alter von 7—9 Wochen haben auch die Zungen eine gleich zahl reiche Nachkommenschaft. Auf diese Weise kann ein einziges Paar Mäuse in einem Sommer gut über 20 000 Nachkommen haben und wenn nicht neben der Vertilgung durch die natürlichen Feinde jährlich Millionen durch starken Regen, die Wintcrkältc, durch Seuchen und künstliche Ausrottung durch d,< Menschen zugrunde gingen, wäre es schlimm um die Feldsrüchte bestellt. Die Landwirte werden in diesem L-om- mer das Aeußerste gegen die Schädlinge tun müssen. Starkenburg und Rheinhessen« -o. Obertshausen, 11. Mai. Hier sollen 50- bis 60000 Mark Kirchengelder unterschlagen worden sein, ohne daß herauSzubringen wäre, wer die Unterschlagungen verübte. Seit 27 Jahren wird jährlich eine Kirchenkollekte veranstaltet und Kundige schätzen den Ertrag eines Jahres im Durchschnitt auf wenigstens 2500 Mk. Ta nun aber im ganzen nur etwa 13 000 Mk. in der Kaste finb, die dem Ban einer Kirche dienen sollen, muß die fehlende Summe unterschlagen worden sein. Immer ungeduldiger wurde in Bürger- freiien eine Abrechnung über die eingegangenen Gelder verlangt, und dies hat den Pfarrer, den noch niemand in einen verdacht genommen hat, veranlaßt, durch die LrtSschelle folgendes bekannt zu machen: .Hundert Mark Belohnung zahle ich demjenigen, der mir den Mann namhaft macht, welcher mir nachweist, daß ich Kirchengelder für mich ver- 3m Alfer ist man empfindlich. Basch ist eine Erkältung da und die Stimme ist öfter belegt und heiser ah frei. Das lästige Gefühl der belegten Stimme vr-rpeht. sobald man ein paar Wybert - Tabletten zu sieh nimmt, die immer zur Hand sein mü--en und in allen Apotheken 1 Mark pro Schachtel kosten. Bei Erkältung lindern sie den Hu-tenreiz und bringen den Katarrh schnell zum Schwinden Depot in tiicNMrn: Pelikan-Apotheke, Kr»-nz2. I Att» Stadt und Larro. Gießen, 13. Mai 1911. "Erholungsurlaub für Angestellte. Man schreibt un? : Eine wichtige soziale Forderung: Erholungsurlaub für kaust inännische Angestellte, wird mehr unb mehr in ihrer allgemeinen Berechtigung anerkannt. Für bie angestrengt Arbeitenben in Haube! unb Fnbustrie ist eine kurze Zeil der Ausspaummg unb Erholung eine Notwendigkeit. Ter Verband Deutscher HandlimgSgeln'ilieu zu Leipzig wendet sich auS dieser Erkenntnis heraus and) m diesem Fahre wiederum an die Prinzipale mit der Bille, allen Angestellten, soweit dies nodi nicht geschieht, einen Erholungsurlaub zu gewähren. Daß er bannt einem dringenden Bedürfnis entspridft, in jedem cin- stchtigen, anf die Erhaltung der Leistungsfähigkeit feines Personals bedaditen Prinzipale längst klar. Gcschäuliche Bedenken können kaum dagegeii gellend gemacht iverden, denn die stillere Zeit ivahrend der Sommermonate crmöglid)t die abwechselungSweisc Beurlaubung deS Personals, ohne Störung für den Betrieb. Tie heiße ZaltreSzeit macht er auch bringend nötig, daß an manchen Coinmertagen das Geschäft früher geschlossen oder Versndfe nut der englischen Arbeitszeit angcstelll werden. Viettadi bemüht man sich, dein Urlaub für Aiige'iellie GesetzeSkratt zu uevid)offcn, wie er fie in Ctflerrcid) durch das neue Handlungsgehilsengesetz bereits erhallen Hai. Ter deutsche Kaustuannssiand kann aber sdion heute zeigen, daß er auch aus sich selbst heraus bereit ist, dieser .sittlichen Pflicht der Urlaubserteilung^, ivie daS Berliner Kaufmannsgericht agt, zu genügen, unb seinen Angestellten einen Erholungsurlcmb zu gewähren. hohenzollermeisen. St. Petersburg — London. Kaiser Wilhelm, sowie der Kronprinz rüsten i sich in diesen Tagen, um, jener in Begleitung seiner Gc- i mahlin und Tochter (und vielleicht auch des Prinzen Joachim nach London, dieser in Begleitung der Kron 1 izessin nad) 2 t Petersburg zu gehen Beide 8t 1 e tragen, da cs sich in London um die Enthüllung eines Denkmals der verstorbenen Königin Viktoria, der Groß' j mutier Kaiser Wilhelms (16. ^iiu unb in Petersburg um die - Geburtstagsfeier des Zaren Nikolaus (19. Mai> handelt, vor- i 1 errschcnd familiären Elfaraktcr, aud) in letzten Falle bestehen ! neue verwandtsdiaftlidfe Bande zwisdfen Berlin und Peters 1 bürg 3ft doch die Mutter der deutschen Kronprinzessin, die J I cr-■? IN Witwe Anastasia von Mecklenburg Schwerin, , ihrer Geburt nach ein Mitglied der russischen Kaiserfamilie Aber gleickfzeitig werfen beide Besuchsreisen and) freund , ltche Schlaglichter aus die politischen Beziehungen zwischen ; Deutschland, England und Rußland, >vie sie sick, heraus । gestaltet haben, fcitbfm England seine deutschfeindliche Vünd : nispolitit infolge des Todes König Eduards attsgegeben und ■■ Rußland in Potsdam an Deutschland Annäherung gesucht hak. Ja, irod) mehr! Geht man nur um einige Fahre weiter zutitck, so märe ein gleichzeitiger Besuch des deutschen Kaisers auf englischem und des deutschen Kronprinzen aus russischem Boden ausgeschlossen gewesen, während ihn heute das Abkommen der beiden Großmächte über Mittelasien er- , möglicht. Was nun zuiiächst den Besuch des Kronprinzen in Petersburg anbetrifjt, so wurde er schon Ende April mit der Begründung angekündigt, daß er einen Ersatz b ben solle sür ben Besuch, den der Kronprinz eigentlich im Anschluß an seine Ostasienfahrt dort abftattcn wollte, die ihn ja nach dem ursprünglichen Rciseplan durch Sibirien und :Nußland nach Deutschland zurückfuhrcn sollte. Be fanntiid', wurde dann ja die weitere Reise des Kronprinzen nach China und Fapan in Indien abgebrochen, angeblich wegen der Pcstgefahr, dock) war cs wohl in der Hauptsache die schon damals zwischen Estland und Fapan auf der einen und China auf der anderen Seite bestehende Span nung, die den Nronprinzen veranlaßte, von einem Besuch Pekings abzusteheu, wollte er nicht das gute Lerhattnis zwischen Deutschland aind Rußland stören und autzerdeni durch seinen Aufenthalt in Tokio China Anlaß geben, gegen Deul'chland mißtrauisch zu werden Das ist ihm in Petersburg hoch angeredmet worden, und mag er aud) schon 1903, als er seinen ersten Besuch in Petersburg machte, aufs neue einaeladen worden fein, so wird man wohl nicht fehl gehen in der Annahme, daß die zwischen Deutschland und Ruß^ land burd> die Balkanereignisse des Herbstes 1908 heraus beschworene. Spannung den Kronprinzen bisher verhinderte, dieser Einladung Folge zu geben. Aud) der Zar konnte seinen ersten Besud) in Berlin bezw. Potsdam, wenn er aud) vorher des öfteren an neutralen Drten mit Kaiser Wilhelm zusammengetroffen ist, um die historische Freund- idxrit Preußens mit tliußland, nicht die politische zu er härten, erst int Herbst 1910 ab statten, nachdem die Aus- einandersetzungen zwisdien Rußland und Deutschland in der Hauvtfad'e mdit nur beglichen waren, sondern Rußland fort ar noch Anschluß an die deutsche Kaiser macht gejudn hatte, unt ui Eftafien wieder freie .Hand zu bekommen Die Verhandlungen über das persische Abkommen sind zwar infolge der Mranfijeit Sasanows noch nicht völlig abge fchlossen, dod) beweist der Besuch des deutschen Kronprinzen in Petersburg, das; die Meldungen gewisser Blätter, sie seien auf ein totes Gelois geraten, unzutreffend finb, daß vielmehr Deutschland und Rußland sich heute in einer so seltenen. Ucbcreinftimmung hinsichtlich der politischen Fragen befinden, wie feit langen Jahren nicht. Dem Besuch des Kronprinzen in Petersburg dürfte deshalb jede politische Bedeutung fehlen. Denn es gibt zwischen Rußland und Deutschland nur Einzelfragen, wie die Angelegenheit der russischen Rüdwauderer und russischen Studenten, mit deren Ordnung man den Kronprinzen nicht bemühen wird. Sein Besudf in Petersburg kann lediglich als ein Zeichen dafür gelten, daß die Zeit der Entfremdung zwischen Berlin und Petersburg endgültig überwunden ist, unb baß die all historische Freundschaft zwischen ben beiden .Höfen auch in politischer Beziehung wieder in ihre Rechte tritt. Das aber genügt völlig, um, da auch die Annäherung zwischen Ruß fand "und Ccfterrcid^llngarn unter diesem Zeichen weitere Fortschritte macht, uns an die Erhaltung des Völkerfriedens glauben zu lassen, trotz Marokko, der Balkanfragen unb der ostasiatischen Sturmwarmlngen. Der Aufenthalt des deutschen Kaisers in London ist dagegen uidit ohne politische Bedeutung. Wohl gibt hier die enge verwandtsdiaftlidfe Beziehung der .Hohen zollcrn zum Hause Sachsen->loburg^Gotha den Grund des Besuches an. '?(ber zwischen England und Deutschland als Nationen bestehen dod) trotz aller gegenseitigen Friedens üerfid',crungeiT auf dem Gebiet des .Handels und der nnrt- schaftlichen Erschließung fremder Länder lBagdadbahn!^ so viele, aus gegenseitiger Eifersucht hervorgegangene Lius einaiidersetzungen, daß sie auch durch den Besudf unseres Kaisers in England nicht in vollem Umfange zu schlichten finb. Allerdings ist jetzt zwischen beiden Ländern eine Zeit relativer Beruhigung eingetreten: weil England nut Veto Irin, Reichskolonialkomerenz unb Krönungsseier, sowie mi dem englisch amerikanischen Sdriedsgerichtsvertrag setzt voll auf beschäftigt ist. Dieser Umstand unb bie Geneigtheit des liberalen Mnisteriums Asquith, sich mit Deutschland au eine Erörterung der FlottenabrüfMngssrage ernzillasseff, kann Kaiser Wilhelm zu einer unverbindlichen Bc fpredmng dieses Problems mit >wnig Georg Gelegenhcu geben. x?£bei- Deutschland erwartet in dieser Beziehung die Vorschläge Effglands, und wenn diese, sowie vielleicht die Frage eines Llnschlusses Teillschlands an das bevor stehende englisch amerikanische allgemeine Schredsgerichts- abtommen während des kaiserlidfen Besudfes in England zwischen den beiden Monarchen zur Erörterung gelangen, fo nxirc dem Besuche Kaiser Wilhelms in London eine poli tische Bedeutung beizuinessen, die in sedem Falle der größten Aufmerksamkeit wert ist. Installation Carl Schund? für elekfriFdie Licht-, Kraff=, Celephon- u. Klingelanlagen Sos-, Mller- und Ulafdiinen- -■■■ Anlagen Sauberste Ausführung Lieferrrngs Vergebung. Der Bedarf an Kleider-, Weißzeug- und Bettwerk- stücken der chirurgischen Universitäts-Klinik für das Rechnungsjahr 1911 soll auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung versiegen werden. Die Lieferungsbedingungen sowie die einzelnen Muster können vom 15. d. Mts. ab vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 4 bis 6 Uhr eingesehen werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 3. Juni l. Js., vormittags 11 Uhr, bei der Kliniks-Verwaltung einzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Gießen, den 12. Mai 1911. b18/6 Großh. Direktion der chirurgischen Univ.-Klinik. Bekanntmachung. Betreffend: Die Mathildenstistunq für die Provinz Dberhessen. Die diesjährige Hauptversammlung der Mathildenstiftung für die Provinz Oberhessen findet Dienstag den 23. Mai vormittags 11 Uhr fm Regicrunasgebäude zu Giehen statt, wozu die verehrlichen Mitglieder der Stiftung eraebenft eingcladen werden. Tagesordnung: 1. Prüfung der Rechnung vro 1910. 2. Verteilung des Ueberschusses aus 1910 an unterstützungsbedürftige gemeinnützige Anstalten. 3. Festsetzung des Voranschlags für 1911. 4. Ergänzungswabl des Vorstandes. Gieffen, den 12. Mai 1911. Der Vorstand der Matbildenstistung für die Provinz Oberhessen. ,______________________________Dr. littnfler.______________________________ Alice-Schulverein Giessen AbteiBung 3 Gewerbeschule. == BSusesaBtigrsus —° wöchentlich 6 Stunden, Montag u. Mittwoch von 9—12 Uhr. Schulgeld 15 Mk. =Arbeiterinnen-Flickkursus= wöchentlich 4 Stunden, Montag und Donnerstag abend von V27—V29 Uhr. Schulgeld 3 Mk. Tauer beider Kurse vom 22. Mai bis 12. August. Anmeldungen Freitag den 19. Mai, 3—7 Uhr, im Schulgebäude, Kicchstraße 20. [v13/0 Die Vorsteherin: M. König. Fort mit Kreppsoheeren! Fort mit Wicklern übernaoht! malle Hein fiaar seihst gesch.) m 5 Minuten mit der ges. gesch. Haarweller-Presse „Rapid“. Kinderleicht! Das dünnste Haar erscheint voll und üppig. 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Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern In Klammern beigefügt. Die Gewinne fallen auf die bezeichneten Lose beider Abteilungen. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 21 13-2 323 458 502 34 67 601 [1000] 710 835 1042 58 100 lr00] 245 [ 3000] 344 [1000] 65 434 33 533 671 743 [500] 625 90 539 41 [1000] 2003 15 18 315 17 458 589 687 715 821 [3000] 901 3058 255 345 SO 649 917 32 4275 909 459 76 569 633 762 72 973 924 5020 253 522 523 638 733 63 905 20 [1000] 57 70 6003 104 222 97 427 90 780 7033 [1000] 77 127 273 513 63 682 710 41 95 804 928 [1000] 8001 481 527 724 696 942 64 9038 [500 ] 253 879 923 80 [ 5000] lO'UO 155 331 85 450 510 50 60 719 SS2 963 11120 83 227 36 67 359 74 SO 418 42 54 86 57? 643 59 736 942 12151 97 296 [500| 557 064 785 909 1343» 589 790 892 [30001 913 19 70 [500] 65 95 14-006 29 216 371 420 28 784 862 1 5 250 34 4 5 3 415 [ 500] 94 523 35 6?2 721 90 627 77 84 16134 43 65 82t 417 46 C13 [500] 702 856 [1000] 17036 20.3 25 76 337 43-3 61 527 902 18311 19 428 94 574 692 TCO 13 973 19211 [500] 81 333 171 622 728 903 41 20293 [500] 353 426 620 43 [3000] 53 21102 65 70 [3000] 91 387 427 46 6 20 757 893 993 [ 500 ] 22697 702 64 816 59 996 2 318« 532 633 83 931 24381 548 [1000] 70 82 931 00 2 5019 43 148 96 266 307 41 424 632 708 28 828 925 60 26167 428 76 592 717 813 916 2 7135 77 246 509 45 [300 ] 648 £04 61 901 93 2 8111 [1000] 40 243 46 350 87 [3^00] 634 710 29161 293 303 648 762 60 803 9 917 97 30189 271 [30001 80 92 432 46 618 82 709 808 38 31201 57 95 833 37 [500] 83.3 74 949 3 2 137 28 4 301 13 720 [500' SO9 40 33 167 79 215 602 12 [500 ] 40 796 631 981 3 4044 200 F.3 322 537 605 763 692 35208 523 824 [500] 920 2 4 92 3 6 04.3 124 264 326 6 4 487 508 681 772 75 893 91» 37033 213 49 301 14 424 67 734 814 987 £9 38001 113 231 17 348 40t 77 505 807 25 9 4 3 9080 [3000] 105 233 48 75 807 [500] 410 516 82 752 [500] 866 4OC47 75 89 [500] 229 £6 316 70 433 [500] 67 85 607 625 33 60 84 851 41015 405 30 504 [ 3000] 53 703 881 42784 966 43077 323 71 466 94 514 20 957 44015 130 350 572 733 62 [500] 605 30 921 77 [500] 45087 88 169 275 93 463 751 807 935 4 6020 129 444 550 [500] 629 761 846 47054 270 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Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu 300 000 2 Gewinne zu 500900 , 2 zu 75000, 2 zu 60000. 4 zu 50000, 4 zu 40000, 16 zn 30000, 24 zu 15000. 64 zu lOOto. 136 zu 5W. 1922 ?U WO. ?&£ zu 1090. 5512.« 6. Ziehung 5. KL 224. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. Mai 1911, nachmittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. Die Gewinne fallen auf die bezeichneten Lose _■> beider Abteüungen. (Ohne Gewlhr.) (Nachdruck verboten.) 30 206 89 439 688 796 869 1011 50 67 185 229 513 20 44 716 942 63 2263 395 517 44 69 775 833 [1000] 977 [500] 3290 340 404 [3000] 555 636 788 808 21 996 4043 223 307 55 500 17 23 707 29 57 910 5155 273 313 15 683 860 6 249 79 [3000] 679 [ 500] 737 914 41 7 185 [500] 227 811 501 622 54 857 8229 50 704 37 94 874 930 83 0304 630 817 957 10291 414 511 070 892 [5001 960 11014 52 [500] 118 261 91 358 793 883 976 1 2016 [500] 51 77 320 58 413 44 027 1 3052 67 [10001 SS 122 221 368 79 443 85 584 58 973 14143 59 206 328 [500] 78 597 901 24 1 5000 7 50 109 (500] 58 589 638 7 6 80 1 6122 292 95 376 615 16 51 989 17032 69 78 128 284 638 61 685 4 3 53 807 25 1 8118 497 591 [500] 632 [500] 800 1 9279 [500] 446 61 720 839 47 72 [500] 935 51 20085 97 [ 500] 200 [500] 362 463 602 24 759 925 [1600 ] 21042 CO [3000] 184 209 395 704 883 926 2 2071 •27 81 347 539 96 [1000] 694 23021 43 215 345 483 575 84 721 59 814 40 934 68 75 24108 212 2 5044 46 297 463 562 771 898 929 26106 254 [1000] 96 327 528 629 48 781 921 27215 »18 23 [3000] 34 470 556 949 28003 (500] 4 99 141 77 228 54 94 897 993 2 9058 103 341 408 36 590 678 795 833 30060 13S 265 78 30t 62» 801 31000 70 81 175 77 813 451 [MO] 67 511 058 735 [3000] 989 32187 812 67 485 34 594 617 96 911 82 3 3011 206 83 84 304 [500] 19 453 63 780 [500] 92 838 67 099 34000 105 64 207 31 97 432 55 598 632 [3000] 57 35266 76 36009 48 85 321 414 83 518 70 617 98 875 900 [3900] 37185 286 321 48 437 614 30 658 [1000] 811 33 [1000] «75 38137 249 348 443 594 861 906 3 9058 208 414 [500] 88 519 705 [5000] 40145 71 344 72 81 634 775 816 41078 153 77 279 880 461 649 787 814 61 926 4 2038 150 312 451 [8000] 75 530 82 [1000] 615 64 991 43061 227 74 304 619 770 820 44053 84 91 132 214 47 [ 3000] 371 465 558 689 796 883 95 45066 70 151 69 [1000] 394 46045 124 335 [ 500] 593 716 801 02 [SOOO] 918 52 98 4 7091 131 64 88 327 510 695 827 69 78 S2 [3000] 48022 39 110 254 885 476 [3000] 85 548 623 [500] 40056 288 406 654 50001 S 82 57 119 36 59 72 222 875 569 89 [3000] 623 85 80 766 51319 [500] 477 740 59 901 24 8 2108 23 841 519 942 46 [ 500] 54 8 3062 110 216 45 56 [1000] 74 81 475 621 852 5 4028 109 63 880 400 79 [1000] 748 65 67 903 [3000] 30 76 5 561t 744 5 6156 [500] 234 75 868 607 [ 500] 91 99 750 862 [500] 57065 71 75 181 526 660 754 74 91 5 8021 174 93 202 316 25 62 429 53 706 24 44 802 [1000] 12 S8 995 5 9 263 395 570 625 40 55 738 257 383 11000] 460 74 534 82089 84353 711 906 86028 458 530 750 542 607 91 M 881 87 821 274 761 888 422 43 846 357 407 [1000] 542 91 54 [500] 412 80 65 552 80 604 748 985 5*6 782 8 3774 649 776 85149 54 73 92 541 [500] 609 80064 81055 176 94 1 144044 137 223 408 79 [1000] 587 714 [3000] 807 36 k, 145084 275 320 84 401 6 [500] 83 [500] 91 688 738 ff1 SIS [1000] 146154 94 259 604 73 879 912 37 14711« 41 230 81 677 79 86 733 806 22 1 48032 68 191 326 41 78 6(1 760 86 813 19 1 40012 116 64 211 444 526 781 M 8C4 46 52 15O075 206 50 [500] 94 [600] 568 771 889 »41 15 1 078 86 181 228 824 92 410 709 1 5207» 95 115 89». 724 81 82 £16 22 85 904 27 66 1 53006 50 65 71 125 21* 360 64 481 97 99 529 46 58 605 26 728 [500] 824 60 (5061' 154027 [1000] 50 289 76 417 23 528 [500] 700 875 [500] 923 85 04 155069 344 438 616 747 1 5 6265 413 526 S» 871 962 68 99 1 5 7062 [500] 170 356 541 863 910 67 77 158054 278 99 307 8 40 96 446 [500] 584 48 683 £7. 793 96 956 1 50608 769 856 [1000] . 160000 115 282 SOS 505 775 803 28 54 65 1 6U» 64 218 [1000] 62 865 578 657 723 880 1 6 2098 358 66 4 » 510 [500] 792 811 59 [500] 936 46 59 [1000] 163001 54 114 69 258 88 889 478 598 740 679 930 77 1 64188 »« [5001 314 89 97 93 411 81 60 510 098 780 831 941 165207 [1000] 339 476 568 80 677 1 66132 291 872 402 8 [500 19 511 783 98 824 927 1 67369 81 549 969 1 68101 [1000] 76 368 8» 610 696 907 76 1 60009 296 437 MI 821 51 68 73 170054 66 95 234 823 [600] 648 66 702 970 17109» [3000] 104 9 628 54 [500 ] 731 962 1 72 023 68 78 199 36* 669 735 1 73316 681 92 823 81 174039 [1000] 124 [^ 331 80 461 623 715 64 904 [8000] 175148 72 [500] 26J 526 706 13 79 871 985 1 76028 91 98 [3000] 113 C8 327 472 521 28 692 746 65 887 [500] 951 177110 210 401 509 22 670 739 1 78141 299 379 401 504 68 85 680 <3* 46 86 972 1 7 0046 257 622 £6 604 2 8 827 983 54 69 |5»1 I 18O057 69 76 [ 30001 52 177 251 383 91 421 89 597 625 68 726 181354 538 83 94 625 91 [10001 842 96i 182015 252 76 543 615 742 915 32 61 78 1 8308» Z- 649 700 20 810 32 938 72 1 84054 256 467 796 WO M 185685 [1000] 69 70 930 186100 IS 207 73 446 [IWO 577 919 24 79 87 1 87013 64 82 1.33 65 68 418 65 « 6? 78 729 46 78 970 | 30001 18 8019 72 75 129 49 61 89 - 454 78 706 [lOOOl 14 SS 807 14 60 16002 .25 6» MÜHJ 42 M 692 2 Ben üüche Suchenschrank. 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