Montag, ll- Dezember I9U 161. Jahrgang Nr. 291 Erster Blatt Die heutige Nummer umsatzi 10 Selten. proklamiert. Wiesbaden-Rheiugau. Wiesbaden, 10. Dez. Cinc X?crtraucnßöiänucrr.*rinnui lung bco nationalen WahlverernS 191112 für den iwetten Nissan ischen Wahlkreis Wiesbaden-Rbeingall beüUat, für die fonimenticit Reid>stagswahlcn als Sammdfanbibatcn der rechtsstehenden T*or teien den Oberstleutnant a. D. Ludwig Dilhclmi WicSbw » aufzustellen. WormS-Heppeaheim-Wimpfeu. Worms, 11. Tez. au iticrirauvnvi.iuiiiicnxrfammliuifl d i national liberalen Partei stellte in einer gestern dbflf haltenen Sifrung den seitherigen Abgeordneten SrciU'rnt von y> e i) 1 wieder als Kandidaten auf, obschon er in itnem schreiben erklärt hatte, bafc er mit Rüctiidst auf seine GZundhen. Verhältnisse keine Kandidatur annehmen könne. Die hessische LandcSvcrsammlung des Bunde» der Landwirte tagte am Sonntag bei sehr gutem Besuche im „Frankfurter fro’" zu Mainz unter dem Barsch doS Abgeordneten Oekonomteral Kor eil, der zunächst den Vorsitzenden des Bundes der Land wirte Frhrn. v. Wangenheim, den stelloertr. Vorsitzenden Lud . die Provinzialvorschenden, sowie die Erschienenen, unter ihnen die Herren Breitenbach, Friedrich, Lengfelder, v. Helmolt, Wolf Stadecken begrüfete. Auch zahlreiche Anhänger auS den av grenzenden Provinzen waren erschienen. Er wies dann aus die verflossenen Landtagsmahlen hin, bei denen der Bund gut abgeschnitlen habe; noch gröber wäre der Erfolg für beide Teile geworden, so sagte er, wenn die nationalliberale Partei mit gegangen wäre. Nun werde fid) bei den Reichstagswahlen ein Kampf, beider denn je, entfpinnen, und es gelte, bei hem Ernst der Weltlage, die Uneinigkeit des deutschen Bürgertum^ zu befeittgen uns den .>.n:npi vereint gegen die «-ozialdemokrau - aufzunehmen. Leider hätten sich seine Hoffnungen nach oieier Lollar, 10. Dcz. Tie Wuhlctv rfarnrnlung der f o r t- schrittlichen Volkspartei, die am Samstag abend hi der „Germania" stattfand, war von gegen 200Wählern besucht, darunter war etwa der vierte Teil Sozialdemokraten Der Vorfitzende, Bauunternehmer Ruhl, führte einleitend aus, das; der Kampf einerseits der fünfer- vativ-antisemitrsch-slerikalcn Rechten, andererseits der Sozialdemokratie gelte. Hierauf legte der fortschrittliche R c i ch ö t a g s t a n d i d a t, Verbandssekrelär Erkelenz, in längeren Ausführungen feine poli.iick)en Gr.mdanfchau- ungen dar. In den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte er die Reichssinanzreform, auö deren Verlauf er die Rot- wenüigleit einer scharfen Bekämpfung des Zentrums, der konservativen und An« ernten herlertete. Hanptgrundiatz einer fortgeschrittenen liberalen Politik müsse die gleichmäßige Forderung der vier Haupisäulen deS Slaaislebens, des Handels, des Bauernstandes, des gewerblichen Unternehmertums und der Ardcüersct-aft fehl. Tic Landwirtschaft müsse gefördert werden durch eine gesunde Bauern-, niajt Großgrunbbe.cher-Poliiik und zur Turchführung einer solchen Bauernpolitik seien auch Zollmaßnahmen erforderlich Für die fernere politische Entwickelung Deutschlands fei es von ausschlaggebender Be».eutung, daß sich Burg er turn und Arbeiterschaft zu ammenfind.n zu gem.insam.r politischer Ardeü. Leider versage in dieser Beziehung der Teil der Slrbciicrfdjaft, der ,ich in der vsoziatdemoiratiC organisiert habe, und durch iijrc Alles- oder Richlspolitii und ihren radikalen Liiafsentampsstandpunkt starte die Sozialdemokratie die Neakiion, da |ie .-ierdurch ganz irn Sinne der Zunlerklasse cdtcn Keil zwischen das liberale Bürgertum und die Arbeiterschaft treibe. Prof. Tr. Körte- Lienen erklärte, daß er als Slaüanal- liberaler mit dem größten ä.eil der Ausführungen des Herrn Ertelenz ciiiDcr|tanDi.i sein könne, und fragte bann nau) der Stellung des äiandida.en zur Kolonialfrage, zu Heer und Flotte und zur Sozüüdeiuotratie. Ec totsse wohl, dag and) die Mitglieder der sozialdemokratisichen Partei em warmes, vatcrländiidics Oe suhl hät»en, aber ihre Fahrer iiclcn bei allen Gclcgcnl-ciien dem Vaterland in den Rüden und besorgten die Geschäfte des Auslandes. Herr M etz-Frankfurt glaub.e gcacn die „Perdachtiung" der lo’iatbenioiraliiüien Partei Protest cinlegen zu muffen, worauf Prvf. Dr. störte durch einen Zwischenruf nochmals seststellte, daß er in dieser Beziehung Michon den Führern der Sozialdemotratte und den sozialdemokratischen Wählern einen unterschied mache. Der sozialdemotratische Redner führte dann weiter aus, seine Partei habe mit ihrem Eintreten gegen die Kriegshetzer« gerade vaterländisch gc- handelt. \xrr Erkelenz haue fast sozialdemolratisch gc- Ivrochcn, aoer es komnie nicht nur aus Worte, sondern auf Taten an. Schon die voraussichtliche llnterstügung seiner Kandidatur burd) die „reatrionärc" nationalliberale Partei mache ihn in dieser Beziehung sehr verdächtig. Der Redner erging iich dann in längeren Ausführungen überdieReichs- iinanzresorm, um dann 3um Schluß die moralische Befähigung'd^ -Herrn Erielenz zum Rcichstagölcuibidatcn zu bc- zweiieln. Dies wollte er durch Mitteilungen über Voriomni- ntffe im gcwcrkschaftuchcn Mani|)|c beroeijen, indem er Bruch- ftüde aus einem nicht für die Oeifentlichkeit bestimmten Brief des Herrn Erkelenz verlas. Stadtv. Tr. Ebel-Gießen wies-diese Art des Kampfes als unanständig zurück, worauf lebhafte Zwischenrufe der anwesenden Sozialdemokraten laut wurden. sJhir durch den entschiedenen Appell an das Aitstandsgefühl der Genossen lonntc der Redner sich schließlich Gehör verschaffen. Er wies dann namentlich die Angriffe auf das Zusammengehen der beiden liberalen Parteien zurück. Die Reichssinanz- reforni hätte beide znsammengefuhrt und Reden und Handlungen der nationalliberalen Reichstagsfrak.ion hätten be- Dic Kcid)stagsiDQl)lb:u)cgung. Die Wogen der Äahlbewegung gehen höher. Leider ist bei dec liberalen Einigung in Gießen eine D 0 ra us- setzuug noch nicht erfüllt worden, cs fehlt nämlia) noch die Zusage, daß die Fortschrittspartei im Bezirk AlSseld- Lautervach den nationalliberalen Kandidaten, Landwirt- schaftslehrer .Heck, unter stützen wird. Die dortigen Fort- schrittler haben bekanntlich vor einiger Zeit den Pfarrer ihren Kandidaten erwählt. ES wäre außerordentlich zu bedauern, wenn die Alsfelder Fortschrittler den Appell ihrer Gießener Parteigenossen, die Gießener Einigung nicht zu gefährden, unbeachtet ließen. im Fahre 1907 batte m Alsfeld-Lauterbach Der nationalliberale Kandidat Wal lau 6200, der deutsch- soziale Kandidat Bindewald C455, der freisinnige Kandidat Reh 1310 und her Sozialdemokrat Crbig 1194 Stimmen bekommen. Bei der Stichwahl siegte Vindewald mit y-SG.s Stimmen gegen Wallau, der 7836 Stimmen erhielt. Man sollte meinen, diese Zahlen müßten den Weg andeuten, der im Interesse einer liberalen Einigung gegangen werden muß. Beharren die Fortschrittler in Als- leld-Lauterbach auf der Ausstellung ihres Kandidaten, so laden sie eine schwere Verantwortung auf sich. Wenn bann imd) den Wahlen die liberale Sache in Gießen so- wohl nnc in Alsfeld verloren ist, wird man in erster Linie ihnen die Schuld zuweisen. Der nachstehende Bericht über die gestrige' Vcrtrauensmännerversaminlung der Fortschrittspartei in-Gießen gibt ein Bild der heutigen Lage: Ter L-ahlkreis «ießen-Grünberg-Nidda. Gießen, 11. Tcz. Die fortschrittliche Volks- Partei hielt am Sonntag nachmittag im Großherzog von Hessen eine Bertrauensmänncr-Dersamm- I u n g ab, die namentlich vom Lanoe stark besucht war. Naco einem kurzen Vortrag des Vorsitzenden, Geh. Zusiizral Metz, über daS seither in der .ttanöibatcufrage Gcichchenc und einer feine grunbsätzlickx: politische Stellungnahme scharf kennzeichnenden Ansprad)e des Kandidaten, stimmte die Ver fammlimg einstimmig der Ausstellung deS Derbandssckretärs Erkelenz zu. . -, - l Inzwischen war der von der gleichzeitig tagenben nationalliberalen B e r t r au c n s mä n n e r - V c r- sammlun g gefaßte Beschluß telephonisch übermittelt worden. Die nationalliberale Partei hat banad) einstimmig beschlossen, die Kandidatur Erkelenz tatkräftig zu unterstützen, wenn die fortschrittliche VolkSpartei tm Wahlkreis A l s f e l d L a u t e r b a ch - Sch 0 11 e n f ürdie Kandidat rrrdesvon den Ratio nLllibc- ralen aufgestellten Landwirtschaftslehrers Heckeintritt. In der fortschrittlichen Vertrauensmännervcriammlung herrschte EinstiNimigkeit darüber, daß im Interesse der liberalen Sache und besonders auch im eigenen Partei-Znteresse alles Versuchtwerdenmüs so, die Li nigungauf der Grundlage des nationalliberalen Vor- schlags zu erzielen. Es wurde eine Entschließung angenommen, bte die bestimmte Erwartung aus- spricht, daß fid) die fortschrittliche Partei des Wahlkreises AlSfeld'Lauterbach im Interesse der Partei dieser politischen Notwendigkeit fügt und unter Zurückziehung ihrer Kandidatur für den nationalliberalen Munbibaten cm- Tritt Der Borst and wurde beauftragt, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln auf die Erreichung dieses Zieles hinzuwirken. Inzwischen soll die Waylarbeit eifrig allem sortgefetzt werden. Für Montag abend wurde eine <-er» jammlung in Daubringen und wenn möglich in einem benachbarten Ort angesetzt. wiesen, daß ihre Handlungen liberal und durchaus von sozialem Gefühl getragen feien. WS zweiter sozialdemokratischer Redner sprach Avbcilcr- selretär Riegel-Gießen ebenfalls über die Reichsfinanz reform. Herr Erkelenz wies in feinem Schlußwort e- zurück, gewerkfchaftliche Streitfragen in den politischen ."amr ^neinzutragen. Tic meisten Bcrfammlnngsbciuchcr hatten feine Kenntnis von diesen Vorkommnissen, um sich au? den vier vorgcbrad)tcn Bruchstücken ein richtiges Bild mad ’h 311 können Er sei bereit, nach dem Reichstagswahlkampf u: einer besonderen Arbcitcrvcriammlnng feinen S.andpuukl tu vertreten. Wenn Herr Metz gesagt habe, er (Rcdnci ,-abc wie cm Sozialdemolrat -ge)pi0dh.n, so sei dies babunh zu erklären, daß die Sozialdcmotratcn den Wahlkampf mu liberalen Forderungen führten und die marxistisdicn Theo rien sorgfältig zu Haufe ließen. Er 30^bann einen scharfen Grenzstrich zwilchen Liberalismus und Sozialdemokratie nnd unterstrich seine bereits in der Gießener Hersammiung w äußerte Ansicht, daß durch das Verhalten der Sozialdemv fratie die Geschäfte der Reaktion besorgt wurden. Pvlituei^- Fortschritte seien nur zu erzielen, wenn Bürgertum 11 nb ^rbeiterschast n-rc OXgenfiiye zunächst zurüapi'lUen und gemeinsam ihre nächsten politischen Ziele verfolgen wüi ■ Den Auf die weiteren Anfragen des Prof. Tr. Mort c erklärte sich Erkelenz dann ai ■ < ntschi beutschen Kolonialpolitik und betonte die Notwendigkeit, Heer und Fiotte stark und schlagfertig zu erhalten. Stadtv. Dr. Ebel forderte noch kurz unter dem Beifall des größten Teils der Verfammlungsbefucher zur Dahl de- Herrn Erkelenz auf und schloß die Versammlung gegen 2 Um mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland Aus dem Reichstagsmahlkreis Mainj-Lp-enheim. In einer am 'Sonntag nachmittag vom Zentrum abfle- halteneu Derlrauensmänner-Verfammlung des Wahtlrenes Mainz-Lppenhcim wurde zum RclchsiagLkanbidaicn einstimmig Landtagsabg. Kommerzienrat Molt Han eVonMk.S. hrL auNa i Ter «ithwr linetfl« O /S Q monnthdiTa L'*..P-.nicl- erfchcinl laglick, autzer K . _ - A ▲ A ▲ ■Ährlirb Mk. L'->» bur* Äiefjen ■ ■ ■ I L. % . t Z WWW W WWW W ..... W J Rr hi I W I W. I BL ■ W wirtschaftliche reitsrazen ▼ ” ■ D m W ▼ T aJ Mantworilich für den Ferniorech - Anschlliste: r > votiNfchm, Lett: Auan l General-Anzeiger für Gberheffen 5S&S «uzelger «letzen. tf *7 I • ” । 7 rnib; inr .Stabt und Ltmahme von Anzeigen not(ifion$öru(! und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch. und 5teindruckerei 8. Lange. Nedaktion, Lrpedttiou und vruaerei: dchuinraye L. onnb.; L lür den M Bübingen: $em|prcd)tr Nr. 269 6e|d)äftiftcüt vahiholftr-!,- 16«. Wwnit.i: H. ^ea-. ig. lieber Haupt: nach icvein Zuschauer unaushörliä', um ue, bann wäre nahezu alles drastischen Auftritte des Dv Gietzener Sta-ttbeater. Kyriy.Pyrttz. Gießen, 11. Dezember. Wi- dem hintersten Winkel ihrer Bücherei har die Thoater- biteltwn ein verstaubtes Bandd-en hervvrgeholi, e.us irnet al.en Singspiele, die vor einem Menschenaller |o bekannt unb.gciacrt waren wie in unseren lagen der Walzerrraum, die geichiedene Frau und andere Schlager, die uns cm paar uberiluinge ^mitocn angenehm vertreiben follar Etivas auigebugell unä aurgefniM, mit ein paar heiteren Kinkerlitzchen ausgevutzl, im übrigen aber behüdlf.b »mb altväterisch, so zogen gettern Re luttigmKyntzcr und die abgebrannten Pyritzer in Reitrock und ^awrmor^r Iber unsere Bühne und ivedten allenthalben ein u-mirnerbrodK- ues, ftöhlichos Edio. Bon Herrn Worben mu Wluhem schmid jekitet entwickelte sich bas uni erhalt) ame am Pwne -emperamentvoll zum befriedigenden Ende AUe waren am Platz und alle ließen ihrer Laune bte Zugel ichicben, das es ^n )ver gnügliches, mitreißendes Jagen wurde, bet ^nli,^tf|cn ® wwohl, als auch icber Einzellre einen ^eis errang, schade, baß es sich nabt sdstldern laßt, was da alles urächügen Einiällcn und Tanwicn UcbcrraiÄungen. dem anderen den Rang streitig zu machen, leder irberrmmut'- icinen Gegenspieler, und die Wahl, tut emM weh, i^n man zuerst nennen soll. Folgen wir also dem TcheatNzcueh -err Bold spiel re den Stabt(anuncixr mit belKitbcr, l reibender 0 nuilichkeil, üerr Gühne den Aoorlieker mit er'reucnd« ^vi-^ büigcrlicbfcii und schier unglaublicher Gewandrheit, .verr RorDen S&ättanwter mit »hmger TamUäteü. -JSu- »« » burchschwärmter Rächt beimfehrc.i, das war von uberwaHiaenbG Komik. Wacker hielten zu ihnen ihr: ivrmtert, bewnder. JtQu.mt Scholz als listenreiche Ulrike, lyräulem Brehm als auidiu bene Eulalia und Fräulein Ganrey cüs leelenoolle ^.varoe- '.iiide spielten mit ichonftem Gelingen. Ein kecker Sekinchaner war Fräulein Jüngling, die mit thr-em Lted von dmMSwcken einen besonders starken Beiiolt cnan* ,cpcm Abschnitt regten sich die Hairdc bei ■Denn es ihnen nach gegangen wäre, oieder^lt worden, vor allem bte dr»,..— rißet Terzettes, das von den Herren G o l l als Kwbtg, vilber als Schwcfclmann und G r o ) ] e r aU 'Xaufc gnnj zespielt wurde. Herr Goll m ictncr köstlichen Mosk^. oeran- laute fortgesetzt die größte Heiterkeit. Auch Herr schrodcr als Ingenieur und bie Damen de la Cha pelle und schmidt fügten sich tabcllo5 in den Rahmrn. Die Musik unter Herrn Franncks Leitimg verbi ent ebenfalls volle Anerkenn,rng. Der Krieg in der wüste. Eine neue Phase des Tripoliskrieacs ist angebrochen, das umzingelte Tripolis ist bcrrcü, der gescplagene Feind in die Duste ennmchcn, und nun beginnt eine andere Form des Kammes, nun [leibt mir noch der Guerillakrieg. Das tu der Tenor ber amt- Itd-en italienischen Rachricksten nach den jüngften cnmbcibenben Waiienerfolgen bet Italiener, die jeßt dem wirklichen jump? m her Düste gegenüber stehen Für die Führer und die Soldaten Italien^ erhebt sich damit emc bisher unbekanme Eingabe, beginnt cm Kamvi, der sich unter fremden und ungewohnten Verhaltninen ab,vielt und Mc lriegerriche Energie der Armee in viel großer cm Maß anspannen rmro als das Ringen um btt Laien bei -tritwli*. In einem bemerknyn?erten Aunatz des Journal beschäftigt sich Charles Tanaue: mu dieser neuen Wa^nrnobe, bte Italiens harrt Ter Tari. ist cm tarnerer und ausdauernder Soldat, aber die Kampieslrast jener Mi>'ckbevölkerung der Duste, jener Ber- mensu'ui von 'Regern, Arabern unb Berbern, nt unsergleichüch, uns der' Elan dieler Incgcnicbm Söhne heiler Zonen blcw.t tut ben Gegner nirthtbar. Tie'e fünfen Sinter werden nie ein ernileres yrtedu durchfuhren, so lauge sie sich in der Mmderlicit rühlen, ,ie zögern nicht, zu fliehen, und immer roiebcr au Tbeirtre unb günstigere Gelegenheiten zu warten. Tie.eurooai'che -trappe, ixe numeooll m die öde Dü'tc vorbimgt, nuir, lebe Biinutc nur Uebenolle und Huna*’ Utberrcid-unatn gru't sein, unb dazu tritt bie JEinnnrhing dsÄimut-n Kl.mas, d.. Lede des Lamde., da- grelle >donmuli^, das au> die Tauer curopci u«. fa.c mu Blrndheu ichlagt, her Wassermangel, tvr an die Wideruattsskrau des «oldaten die sck^v-'riü'N Auiordenuigen stellt. Frankreich hat aut die,em Gebiete n seinen blutigen nordasrckanifchen Kämpfen ichlrmmc und ,dunerv fi* * (rr; •‘■runaen 'ammeln nuifftn, die gewiß auch den Italienern nickt er'öart bl:ibai werden. Man kämpft mu einem Gegner, bd?en Takrik allen miliränsch-n Begmnen Eurapas wotiet, unb irrtet Umüäni n, die dem nur enrooät'ch gechulten L"izi'd)n?erc Probleme.stellen >riet» ist der Gegner über alle Truppenbewegungen aui das Kknaueiir unter- richtet: er selbst aber ist nur scower zu erkunden, ist nie zu packen, weiß sich Die kleinsten Zusällc zu nutze zu machen, um übtrraid)cno die marschierende Truppe mit einem Kaigelregcn m grüßen, tuo man dies am wenigsten erwartet. Ehe der unjichtbarc Feinb erkannt ist, ehe bte Lpfcr dices llebetjailS Zcü zu einem Todes ,'eu'zer gemnden haben, ist Der Gegner bereits verschwunden, und nur bei Widerhall galoppierender Pier de verrat, in welcher Richtung er gestuckt« ist. Zielet leichten Bewcglichleu des Feindes tanu Oie cuicpaiidjt Truppe mc gleiclstommen, all«? Verhältnisse im Wüstenlricgc scheinen sich mit den braunen Söhnen Der Wildnis zu verbünden. B«'ond«c Schwierigkeiten erwarten die Italiener bei der A. s gäbe, ihre Truppen -um Wüsienkriege marichsahig und ihre Bor rate transportfähig zu machen. Bekanntlich haben b.. T> sämtliche Kamele aus der Umgegend von Tru»lis ins Innere «1 fuhrt, und Italien wird allo die,.- unentbehrlichen Reitliere erst v:r auswäris «Mähren müssen. Dorn kommt aber noch, uafj di Le.stungs'ähiglnt, die Widerstandsktan und die angcdlicke Ent haltsamk«! der Kamele stets maßlos übertrieben worden suio. Mir emem Vorrat von 100 Liter Wasser kann ein Kamel Drei ia- apathisch, und wird dem Tiere nickt Wasser gciuid,:, w legt es sich nach kurzer Beit zu Boden iuu> verende: Aus, du ander.n Seite ist die Marsch'ähigreit der Kamele nicht allzu gror, : r ?:-b strengt das Ti« unverhältnismäßig schw« an. .'Au .:_-na.; besonderer Ti«e unb besonder« Fälle, in denen man »origen das Leben des Kamels con i muß, kann man im aünmgftcn Falle und als I)öchstes Morimum von dem Ti« eine Ltagc5lcntung von 70 Kilometern verlangen wob« man allermindestens mit ein« Rast von 8 Stunden rechnen hat. Tas Kamel ist geschahen, im Schritt zu gehen, t>? Ti« ist phlegmatisch. Die guten Reitkamele leisten höchsten-: 8—10 Kilometer in der Stunde, uno die Lastkamele kaum 7 met«, wobei Borausicyung üt, oaß die Tiere am Tage d»rck schnutlieh nur 7—8 Stunden im Marsche bleiben. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wiffen- sckaft. Die fcierlitt)c - rlcihung o« Robelpreise fand gestern in Stockholm statt. Richtung bisher nicht erfüllt' Man müsse entsprechend den Schlußworten der Rede de-, REkauflers mit snschem Mut, kaltem Blut, ruhiger Kraft und starker Emigkest vorgehen. Gelte cs doch den Schutz der Landwirtschaft. . Es folgten dann Ansprachen des Oekonomrerats Lucke- Frankfurt und des Provinzialvorsitzenden für Rheinhessen d1 Dann stwach der^Bnndesvorsitzende Frhr. v. W an g enheim in längeren Ausführungen über die politische Lage Er ging hierbei auch auf das Verhältnis zur nationalliberalen Partei näher ein und erklärte, daß man unter der jetzigen Führung dieser Partei nicht mit ihr arbeiten könne. Sie werde uch bei weiterem Fortschreiten auf diesem Wege selbst zermalmen. Er wies ferner auf die von allen Seiten gegen den Bund erfaßenden Angriffe hin und wies sie zurück. Eine Hauptaufgabe des Bundes sei jederzeit die Unterstützung der kleinen Landwirte gewesen. Ter Redner drückt auch dem Reichskanzler seine Sympathie aus und hätte nur gewünscht, daß er seine letzte Rede ftiiber geyalten hätte. Bei den jetzigen Wahlen müsse das deutsche Volk beweisen, ob es hinreichende Bildung besitze, um sich nicht ein» fach verhetzen zu lassen. . „ . An den Frhrn. v. Heyl - Worms wird dann ein Begrüßungstelegramm abgeschickt. Weitere Ansprachen hielten dann: Voß, der Grüße aus der Pfalz brachte und den Bund feierte, Wolf- Albig, der die Angriffe auf die Wormser Ecke zurückwies. Abg. Breitenbach-Dorheim bringt Grüße von den Ob er Hess en, die im übrigen heute zahlreich erschienen seien. Er wünscht, daß auch in den beiden Provinzen Starkenburg und Rheinhessen die Landwirte so fest und treu zusammenhielten wie die Oberhessen, denn den Rutsch nach links könne man nicht mitmachen. Er bespricht dann den Wahlkampf im Odenwald, wo leider der Bundeskandidat Siefert-Fronhofen gegen die Nationalliberalen habe kämpfen müssen und durch die unglaublichsten Wahlmachinationen unterlegen sei. Die Nationalliberalen näherten sich immer mehr dem Freisinn, und diesen könne er nach dessen Vorgehen nicht mehr als staatserhaltende Partei betrachten. Der linke Flügel der Nationalliberalen unter Osann gehe zu weit nach links, dagegen könne man sich zu der Stellungnahme des Abg. Dr. Winkler halten, der das Vorgehen seiner Partei, die zu weit links gehe, scharf kritisiert und erklärt habe, daß sie wahre Kniebeugen vor dem Freisinn mache und in einer Art Hörigkeit zu diesem getreten sei. Der Redner macht dann auf die Presse aufmerksam, die man mit dem eigenen Geld jetzt in Oberhessen gegründet habe, da man nur hiermit Erfolge erzielen könne, und die Frankfurter Blätter, selbst gegen Be- zahllmg, keine Annoncen mehr ausgenommen hätten. S ch e i b e r - Ingelheim polemisiert gegen die freisinnige Presse und die freisinnige Agitation und deren ungerechtes Vorgehen. Lehrer Dern-Jsenburg stellt sich als konservativ-bünd- lerisch-antisemitischer Lehrer vor und erklärt, daß man mit dem Programm des B. d. L. einverstanden sein könne, da er den Schutz der nationalen Arbeit auf sein Programm geschrieben habe. Obergüterverwalter Huf spricht im Namen der Beamten, die sehr wohl zu einer Verständigung hinarbeiten und Aufklärung schaffen könnten, daß nicht der Landwirt, sondern der Zwischenhändler und Großkapitalist der Brotverteuerer sei. Auch der Bund habe hinreichendes Verständnis für das, was den Beamten in den jetzigen Zeiten drückt. Der Redner hofft auf ein entsprechendes Entgegenkommen. S i efert-Fronhofen erklärt, daß man ihn im Odenwald zwar besiegt, aber nicht geschlagen habe. Man werde furchtlos und treu weiter arbeiten. Mit Dankesworten und der Aufforderung zu tatkräftigem Wahlkampfe schloß Kvrell die Versammlung. Oer italienisch-türkische Krieg. Tripolis, 10. !Dez. (Agencia Stefani.) Hier hat sich nichts Neues ereignet. Der Oberbefehl erhielt Nachrichten, nach denen die Türken und Araber, die sich bei Aziz'ia be- finden sollen, Mangel an Nahrungsmitteln leiden. Kanonen besitzen sie nicht. Die Zahl der Araber ist im Ab nehmen begriffen. Ein drahtloses Täegramm vom 9. Dezember aus Ben- ghasi stellt die dortige Lage als unverändert dar. Am Abend des 7. Dezember machte der Feind einige Angriffe auf die Vorposten, wurde aber sofort zurückgeworfen. 'Die.Situation in T o h r u k und D e r n a ist gleichfalls unverändert. Die Ausweisung der Italiener. Die,,Kölnische Zeitung" meldet aus Smyrna: Die soeben bekanntgegebene Ausweisung verbreitet Bestürzung unter den hiesigen 8000 Italienern. Die Frist wird von Fall zu Fall festgesetzt, die Festsetzung beginnt morgen. Konstantinopel, 10. 'T-ez. Nach Blättermeldungen erhielten die Italiener in Gallipoli an den ^Dardanellen eine Frist von drei Tagen für die Abreise. Den Italienern in Smyrna, deren Zakst einschließlich der Frauen und Kinder ungefähr 8000 beträgt, wurde eine Frist bis yirm 16. Dezember gesetzt. Das deutsche Konsulat ersuchte um Verlängerung der Frist. — „Sabah" meldet unter Vorbehalt, einige Mitglieder des Kabinetts gedächten ^uruckzutreten. Der gestern abgehaltene Ministerrat dürfte sich mit dieser Angelegenheit befaßt haben. Ein türkischer Widerspruch. Konstantinopel, 9. Dez. Das Kriegsministerium erhielt vom Kommandanten der tripolitani- schen Streitkräfte Nesched Bey ein Telegramm, in welchem die von italienischer Seite erhobene Anschuldigung, daß die Türken 21 italienische Soldaten lebend begraben und italienische Gefangene getötet hätten, entschieden zurückgewiesen wird. Di« Hilfeleistung des deutschen Roten Kreuzes. Das Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz teilt nrit: Die von einem Berliner Blatte am 30. November gebrachte Nottz, daßdas deutscheRote Kreuz bei fernem Hilfsangebot für die italienischen Verwundeten und Kranken im türkisch-italienischen Kriege eine Ablehnung „erwartet" habe, um „dann unverzüglich fatit aller Energie für die Unterstützung des t ü r k i s ch e n Sanitätswesens tätig sein zu können", ftndet in römischen Zeitungen eine unerwüns chte Auslegung dahin, daß das Anerbieten des deutschen Roten Kreuzes nur zum Schein gemacht worden wäre. Hiergegen legt das deutsche Rote Kreuz energisch Verwahrung ein und bemerk: Von dem Telegramm an den Vorsitzenden des ttalienischen Roten Kreuzes, Grafen Taverna, wurde auch dem deutschen Botschafter in Rom eine Abschrift in der Voraussetzung übermittelt, daß er in der Lage sei, das deutsche Hilfsangebot dem italienischen Roten Kreuz direkt zu wiederholen. In der Tat ist die Ablehnungsdepesche des Grasen Taverna in ebenso warmen Worten gehalten, wie der Brief des italienischen Botschafters in Berlin, der namens der italienischen Regierung lebhafte Erkenntlichkeit und die Ueber- zeugung ausdrückt, daß das deutsche Anerbieten die ganze italienische Nation tief berühren müsse. Auch der deutsche Botschafter in Rom beantwortete in ähnlichem Sinne wie Graf Taverna das Schreiben des deutschen Roten Kreuzes. Die Revolution in China. London, 9. Dez. „Daily Telegraph" meldet aus Schanghai: General Ts ch an g ist>in Hsuetschou, dreißig Meilen nördlich von Schanghai, ermordet worden. 100 gefangene Aufständische hingerichtet! Peking, 9. Dez. Die Truppen des Generals Tschang nahmen an dem bereits gemeldeten Kampfe am gestrigen Tage hundert Aufständische gefangen, die heute früh hingerichtet worden sind. Tschang ist mit dreitausend Mann in Hsuetschou eingetroffen. Es scheint, daß der Waffenstillstand nicht gehalten wird, weil es Schwierigkeiten macht, alle Kämpfer davon zu benachrichtigen. ___________________ Die persische Aage. Teheran- 9. Dez. Rußland hat eine Note an Persien gerichtet, in der es die Bestrafung der Mörder Ala ed Daulehs verlangt. Aus Hessen. Die Landtagsersatzwahl in Offenbach-Land. m. Offenbach a. M., 11. Dez. In einer gestern nachmittag in Bieber bei Offenbach abgehaltenen sozialdemokratischen Vertreterversammlung beä 17. hessischen Landtagswahlkreises (Offenbach-Land), dem 11 hessische Orte angehören, wurde anstelle des verstorbenen Landtagsabgeordneten Johannes Orb Parteisekretär Earl Rink mit acht Stimmen als Kandidat dieser Partei zu der am 25. Januar des nächsten Jahres stattfindenden Ersatzwahl gewählt. Redakteur Adelung-Mainz, der ebenfalls als Kandidat in Vorschlag gebracht wurde, erhielt zwei Stimmen. Ein Ort (Diühlheim) fehlte bei der Abstimmung. Deutsches Reich. Weise durcki Liedert^s.'l und Festeist:-. — Als Solistin war diesmal eine hervorragende Künstlerin, die Konzert- und Oratoriensängerin Fru Lili Rot al aus Stuttgart, ge. Wonnen, deren Leistungen von der gesamten Presse der Städte, wo die Künstlerin auftrat, in überaus günstiger Weise besprochen wurden. Die jugendliche Dame verfügt über eine reiche und- schöne Sopranstimme, die namentlich in den hohen Lagen bestrickend wirkt. Dabei versteht sie es, durch deutliche Aussprache und gute Deklamation ihre Gesangspartien temperamentvoll zu beleben. So gelang es ihr auch hier, durch den seelenvollen Vortrag ihrer Lieder von Richard Wagner, Strauß, Grieg u. a. die Herzen der Zuhörer zu erobern, und reicher Beifall lohnte sie. *• Stadttheater. Nochmals sei auf den heutigen Abend von Professor Marzell Salzer hingemiesen, der schon durch den Namen des Gastes Gewähr für einen glänzenden Verlauf bietet. Landkreis Gießen. W Klein-Linden, 16. Dez. Der Kaninchen- und Geflügelzuchtoerein beschloß, die 3. Oberhessische Pro- vinzial -Verbands- Kaninchen- Ausstellung, verbunden mit einer Allgemeinen Geflügelschau, am 4. August 1912 in der .Deutschen Eiche" abzuhalten. ---Grüningen, 10. Dez. Die Einführung unseres neugewählten Bürgermeisters Bi n g el wurde dieser Tage von Die -,Nordd. Allgem. Ztg." schreibt in ihrem Wochenüberblick: Die Mitteilungen, die in der Schlußsitzung des Reichstages vom Reichskanzler über die deutschenglische Auseinandersetzung während der Ma- rokkoverhanLlungen gemacht wurden, wirkten im nationalen Sinne einigend. In den Beratungen des Budgetausschusses stellte der Abg. Bebel die Anfrage, ob es wahr sei, daß Sir Edward Grey in einer Unterredung über Die Bankettrede des Schatzkänzlers Lloyd George d e m B o t - schaftergesagt habe: GebenSienachHauseund beruhigen Sie sich! Selbstverständlich bewegten sich die Gespräche der beiden Diplomaten nicht m den Formen, wie sozialdemokratische Gemüter sie sich ausmalen. Eine Aeußerung des angegebenen Inhalts ist im Verkehr zwischen dem Botschafter Graf Wolfs-Metternich und Sir Edward Grey weder den Worten, noch dem Sinne nach gefallen. Eine auf Einladung und unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten der Rheinprovinz Freiherrn v. Rheinbabe n am Samstag in Kö ln abgehaltene, aus den Kreisen der Reeder und Schifssbautechniker zahlreich be uchte Versammlung erkannte einstimmig an, daß die gegenwärtige Rauchentwicklung auf Den Rheinschiffen als ein schwerer Mißstand zu bezeichnen und dessen Be- kämpfting anzustreben ist. Nach eingehender Beratung wurde ein aus 15 Mitgliedern bestehender Ausschuß eingesetzt, der bis zum 1. Juli 1912 bestimmte Vorschläge einer erneut einzuberufenden Versammlung ausarbeiten soll. Der bisherige Nationallibevale Reichstagsabgeordnete Dr. Contzc, Vertreter des Wahlkreises Minden 2 (Herford-Halle) ist in der vergangenen Nacht an einem Herzleiden aeftorben. Contze war für die Neuwahlen als gemeinsamer Kandidat der Nationalliberalcn und der Fortschrittlichen Volkspartei aufgestellt. Ausland. lieber die französisch-spanischen Marokkoverhandlungen wird aus Madrid gemeldet: Mehrere Blätter äußern eine gewisse Erregung über die Anwesenheit des englischen Botschafters bei den Besprechungen des französischen Botschafters Goffreys mit Dem spanischen Minister des Aeußern Äareia Prieto. Eine offiziöse Note bemüht sich, beruhigend einzuwirken, indem sie darauf hinweist, daß England an dem Abschluß des lAb- kommens zum mindesten ebenso interessiert sei wie Frankreich. Es heißt, daß bezüglich der Stadt Ceuta besondere eingehende (Erörterungen stattfinden dürsten. Ceuta soll in eine lediglich dem Hanoel gewidmete Stadt umgewan- dell, nicht befestigt und in militärischer Hinsicht neutralisert werden. In der Meerenge werde demnach nur die Festung Gibraltar bestehen. A«s Stadt nnd Land. Gießen, 11. Dezember 1911. * *TageSkale»derfür Montag, 11. Dezember. Stadttheater: Lustiger Wend von Marcrll K a l z « r. Anfang 8 Uhr. * * * Landesuniversität. Professor Dr. v. Franqus hat einen Ruf nach Bonn erhalten. Seine Entschließung über die Annahme des Rufes, ist noch nicht gefaßt-, * * Preußischer f lief er unten titel. Das Preußische Ministerium des Innern hat eine Verfügung erlassen, nach der die Whwmg das Hoflieferantentitels eine Aenderung erfährt. Die Bezeichnung „Königl. Pr. Hoflieferant" wird als unzulässig hingestellt. Der Titel lautet: „Hofliefer-arnt S.M. des Königs". Da die Verleihung des Titels persönlich iL darf die Bezeichnung Hoflieferant nicht mehr nach dem Tod« deS damit Ausgezeichneten auf die ^irma übergehen, oder nach Verlegung des Geschäfts an einen anderen Ort weitergeführt werden. Handwerker, die den Hoftitel verliehen erhalten haben, dürfen künftig nicht mehr die Bezeichnung Hoflieferant führen, sondern nur den Meistertitel ihres Handwerks mit dem Vorwort „Hof", so zum Beispiel „Hoffchornsteinfegermeister Seiner Majestät des Königs". Die bisher allgemein verbreitete Sitte der Hoflieferanten, das Wappen mit der preußischen Krone auf ihren .Geschäftskarten zu führen, wird durch die Verfügung ebenfalls aufgehoben. Ein Recht zur An- imnflimg eines Wappenschildes besteht lediglich für die Außenfront des Geschäftslokals. Die Berleihungs- urkunde darf von Je$t ab nicht mehr zu Reklam^wecken in Schauauslagen angebracht werden. Auch die Bezeichnung „Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs" ist nicht statthaft, da der Titel vom König von Preußen verliehen wird: nur in den Reichslanden Elsaß^Lothringen würde sich ein Kaufmann Kaiserlicher Hoflieferant" nennen können. ** Der Oberhessische Geschichtsverein veran- taltet am Donnerstag, 14. Dezember, abends, im großen Hörfaal der Universität einen V o r t r a g des Prof. Dr. H a l l e r: Pius II., ein Papst der Renaissance. ” Die Gießener freiwillige Feuerwehr hält heute abend im Cass Ebel eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Auf der Tagesorduung steht Beratung und Genehmigung der neuen Satzungen. ** Die neue Bücherhalle des Lesehallevereins in dem Torhäuschen am Stadttheater wurde gestern mittag 12 Uhr durch eine kleine Feier eröffnet. Wir kommen auf die Angelegenheit noch zurück. ** Der Kronbauersche Quartettverein be» Jing am Samstag, 9. d. Mts., sein 3 5. Stiftungsfest im Kreise geladener Gaste und Freunde in herkömmlicher Regierungscat Dr. Merck vorgenommen. AuS diesem Anlaß wurde dem neuen Bürgermeister eine Ehrung in Form eine- FackelzugeS von seinen Wählern dargebracht. Im Auftrage der Wähler führte Schreinermeister Dlohn dem neuen Bürgermeister seine in Anbetracht der Zustände in unserer Gemeinde besonders schwierige Stellung vor Augen. Der Grundgedanke seiner Ausführungen: , Gerechtigkeit jedem, ohne Ansehen der Person^, dürfte freudigen Wiederhall gefunden haben. Nach dem auf den Gefeierten ausgebrachten Hoch dankte Herr Bingel allen Erschienenen und Wählem. vermischte«. * Die 1. Preußische Landeskonferenz für Säuglingsschutz trat unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden am Sonntag vormittag im Sitzungssaale des preußischen Abgeordnetenhauses zusammen. Den Vorsitz führte der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Kröhne. Nach verschiedenen Begrüßungsansprachen trug Dr. Effler (Danzig) „Die bisherige Entwickelung und den gegenwärtigen Stand des Haltekinderwesens in Preußen" vor. Der Redner empfahl die ärztliche Kontrolle der Haltekinder in besonderen Pflegestellen unter Mitwirkung der Berufsvormundschaft. Stadtarzt Professor Dr. v. Drigalski (Halle a. S.) sprach über „Aerztliche Forderungen zur Organisation des Haltekinder- wesens". Der Redner verlangte die Einrichtung von Fürsorgeämtern und eine ärztlich geleitete Ueberwachung der Säuglinge. — Anstelle des durch Erkrankung verhinderten Beiaeordneten Greven (Köln) berichtete der Geschäftsführer Dr. Recke über „Die ärztliche Organisation des Haltekinderwesens, insbesonderc seine Verbindung mit der Armenpflege, dem Gemeindewaisencat, Der amtlichen Berufsvormundschaft und der städtischen Säuglmas- fürsorge". Nach einer Pause reihte sich an die Aorträge eine kurze Besprechung. Kleine Tageschromk. In der Mhe der Pariser NordbahnhoseS rannte am Sonn» tag nachmittag eine Lokomotive einem von H i r o e n kommenden Zuge in die Flanke. Fünf Personen wurden getötet, acht verletzt. Unter den Getöteten befindet sich ein Deutscher namen» Theodor Schweb. Das in der Nacht zum 18. September aus bet Kirche SaM Maria Novella in Florenz gestohlene Gemälde von Or« cagna ist in Rom ermittelt und von der Polizei beschlagnahat worden. Unter dem Verdacht an der Beteiligung des Diebstahl- wurden zwei Personen verhaftet. Amrttcher wenerverrcht. Oeffeutlicher Wetterdienst, Gießen< WetterauSslchten in Hessen am Dienstag, Den 12. Dezember 1911: Langsam ausheiternd, noch geringe Niederschläge, im Gebtrg« Schnee, etwas kühler. Letzte Nachrichten. Türkische Siegesmeldungen. Konstantinopel, 11. Trz. Der Lttiegsminister hat tiom Komm andanten von Tripolis die Nachricht erhalten, daß bei Suk el Djuna ein heftiger Kampf stattgejunben habe, der mit dem vo l l st ä ndi g e n Rück-ug de r J taliener geendet habe. Die Italiener hätten über .400 Tote und Verwundete, die Türken 20 Tote «ntz80 Her- letzte. Enwer Bey meldet, daß bei Deruv ein Kampf statt- gefunden habe, bei dem die Italiener 200 Tote nub viele Verwundete, bte Türken nur einige Tote gehabt hätten. Der Kommandant von Benghasi meldet, tzaß sich die Italiener innerhalb der Stadlwälle nur auf die Verteidigung beschränkten. • 9Jt. Offenbach, 11. Dez. In der gemeinsamen Ber- wauensmänner-'Versammlung der Nationalliberalen, der Fortschrittler und der Christtich-Sozialen in Dieburg wurde )er Kreisrat Stammler in Dieburg als gemeinsamer Kandidat ausgestellt. Gleichzeitig wurde >mttgetellt, daß die Kandidatur des Fortschrittlers Dr. Carnier in Seligen-- tobt und die des christlich-sozialen Lehrers Dern in Die- mrg zurückgezogen wurden. Fraakfrrti.IL Amt 1, 1570. Haselnüsse Wallnüsse Tafelmandeln Tafelrosinen Tafelfeigen Datteln Kandierte Früchte Salz-Bretzel bei "25* Emil Fischbach Telephon 267 GIESSEN Seltersweg 24 0 Teievdoa 602. Lvweugaffc 20. der vrstattuogtgrnossrnschaft der freien Gchretnervereiuiguug Gieheu O--3 Schirme • Spazierstöcke es FABRIK1 Ä SelterswegS. Ä Sellerswe^a. Letzte Neuheiten ♦ Riesen Auswahl • Billigste Preise 5K« - , ??ten «O ** ?ei»H g^'-" Ä, ' tln,n9^itr:' |L •HB«* ,... >enlz.Tq«mdttM -schlägt, nn «dl irt tcmtii wlur. Heroen tommtic eben getötii, <| dnStulfatx nomr li der -rrche $e emllbt von CI toliid drichlLpchl tflunfl deS MW rv. riegSminiKer do ■ ^achrt-teckt» $ampf fWP* ugder3tllliti> , über 400 I» ^te«ndSOk- nedn Wt* >r 300 r°>" „Ht einiger« M „rauf«!’”1' .„mcfiH®®-:. !-»?$ c ^nintfito, . ^Elk'lche °m < «■* a"* Mmi,. A °>>»S 7* 3oUfe- b,m neuen » Meret Der ®runty^ ' °hne Mn|tl)n v n6{n haben. dankte Herr tottfeteij -. vetMtMg Don |r am Sonntaa w I 'Beorbnetenkuiti. | Meinte Cbmtr tzm Begrüß bitherize t eS vaÜckmbcMi e ärztliche fconn i unter Mitiviri i. (balle a. 6.) fr: tum des Lalledtd i htunfl von Pri«. fang der 66*. beiten 8tut?r:2:- hrer Dr. M-... rroeien#, ütt**rr 1 wrnc^cxi/ntzr' lädtiickr iLi.'v n iw AntrLge rau Zahnarzt Wertheim. 7447 Fr. Richter Neustadt 8 Neustadt 8 ZchoKol den • Spezial • Sefdiäit. itassee Rösterei Telephon 337. Telephon 337. Giessen, den II. Dezember 1911. Mitglied der Rabatt-Spar-Vereinigung. J. 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Puppenkücken- und Kaufläden-Artikel Für alle Liebe und Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Verstorbenen danken herzlichst August Stiehl und Kinder. Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, das, mein lieber (Satte, unfet guter Vater, Schwiegervater und Grohoater Herr Heinrich Bellof ' Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Bellof. Lollar, den 11. Dezember IßlL Die Beerdigung findet Diendtag, den 12. Dezember nachmittag» '/L Uhr statt. '<■» v. H. Mayne - - . •• •• •• Grimm. Ludn. F.mil, Erinnerungen a. m.Leben. Uiustr. Herzog. Rod.. Die Burgunder. Roman LagcrlöT. S.. LiUecronas Heim. Roman . • . • LnufT. J.. Lux acternfl Lehens- und Liebesgeschichte Münchhausen. Freiherr Börriemon. Das Herz im Harnisch. Neue Balladen und Lieder ...... Raabe. Wilh.. Altenhausen. Nachgelassener Roman Honegger. Peter. Die beiden Hanse Schrott. H., Jakob Brunner. Tiroler Roman. . . Sick. J. W-. Glocken Hüten. Erzählungen. . - - - Speckmann, v Gesch'vister Rosenbrock. Roman Sudermann, H.. Die indische Lilie. Novellen . . . Thoma. L.. Der Wittiber . . . - ...... Villinger, Hermine. Ein Lcbcnsnuch- Roman . . . Artbauer. Otto, Die Rifpiraten und ihre Heimat Buchholz. Arend, Ernst von Berg mann. Mit Berg manns Kriegsbriefen von iRßö. 1K7U und 1877 sowie tagebuchartigen Briefen atu San Remo über die Krankheit Kai.-er Fnednchs - - - - - - Egelbaar, «., Bismarck. Sein Leben und sein Werk Feuerbach-Mappe, herausg. vorn Kunst wart • • Graul. H Deutsche Kunst in Wort und Farbe. Mit 96 farbigen Abbildungen - - - • ■ • . •. • Gro«*»e Denker. Eine Geschichte der Philosophie in Einzfldar herein ®rö^‘- i« M geine^ s« bringMg d» ,PM -bh-ilg te h-li'i-h * Miet, cli notwendig bann u. “■ iori Es ist hoher bkrvermögen ten mit unverio qel herrscht.da I Ml hinter dm Mitbleibt. hohe Staat! idjiiit zur Revis io mißlicher, dal 10 wesentlich 9ir & Reiches zucke tn ReiOposl- fnirie von Bea' jajaft ihren Am tzehalt und im gäben. 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