Erstes Blatt Samstag, 15. Mai M I6V Jahrgang Nr. 112 Der Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen K/lvflvllvl 4lllivlUvl wirtschaftliche Seittragen U ■ ■ “ ^F ^F ■ ▼ ■ ” Chefredakteur: Sl. Goetz. Fernsprech - Anschlüsse. 81 WM Verantwortlich für den für die Redaktion 112, w _ __ _ ÄN politischen Test: A.igult TSS? General-Anzeiger fnr Oberhessen SSsL Kk'°Ve2*riniSmM »0i^inpfe; „des Palastes schützende Götter", die man fürchtend zu verehren hat, find in diesen Fällen die Interessen des Reiches. Auch das Straßburger >iaiserwort an die Studenten 'st in diesem Sinne wieder eine zeitgemäße Mahnung gewesen. Cin schöner nlang der Erinnerung klingt in solche Betrachtungen aus Heidelberg hinein. Ter deutsche Kaufmann seine Stimme und berichtete, wie er vor 50 Fahren den Weg der deutschen Einigung beschritten habe, als in deutschen Landen der nationale Gedanke wieder erwachte. Tie Iubiläumstagung des deutschen Handelstages in Heidelberg wird überall freudige Teilnahme erwecken. Ter Kaufmann, dessen Sinn, wie kaum ein anderer, hinaus in die Welt gerichtet ist, hat die Wurzeln seiner Kraft im Vaterlande gesunden. Er rief vor -X) Jahren für die deutschen Staaten zuerst nach einheitlichem Maß, Gewicht und einheitlicher Münze, dann nach gemeinsamem Gesetz, gemeinsamen Zöllen und Tarifen. Der deutsche Handelstag, als Vertretung aller deutscher Hcuidclskammern, hat seitdem auch weiterhin treulich den Blick auf die großen gemeinsamen Ziele gerichtet und der Gesetzgebung, so weit sie sandel und '-bewerbe betraf, Wege gewiesen. Natürlich platzten auch lnerbei die Geister mitunter hart aufeinander. Vorbildlich aber blieben doch — so schwierig verzweigt die Interessen oft waren — die Einmütigkeit und der Weitblick bei der Beratung gemeinsamer Ziele. So ist cs erklärlich, daß der Reichskanzler dem Handelstage persönlich seine Glückwünsche darbringt. Was das heutige Deutschland dem deutschen Kaufmanns- und Unternehmergeist verdankt, ist ja unnennbar viel. Seine Größe, sein Ansehen und sein Wachstum. Im Frieden l)abcn wir gewaltige Eroberungen gemacht. Es scheint, als ob auch künftig die Ausbreitung des Handels einem Lande das größte Gewicht im Rate der Völker beilegen werde. Ta- nach werden die „Einflußsphären" abgegrenzt und die auf- schließbaren Länder verteilt. Teutschlands Rechte in der Welt werden mit der Ausdehnung seines Handels auch weiter wachsen, und wir find damit auf dem besten Wege. Tarum bedürfen wir des Friedens, der uns reiche Zinsen bringt, die freilich durch eine stark erhaltene Wehrkraft uns ge- gesichert werden müssen. Ob es dieses ruhige Gefühl von Teutschlands wachsender Macht ist, das den jetzigen Reichskanzler dazu verleitet, in der Ost- und Westmark des Reiches Wege ein- Zuschlägen, die von den früheren Richtlinien einigermaßen abweichen ? Auch darüber ist wieder ein Kampf der Parteien entbrannt. Man soll auch in diesen Fragen Augenmaß und besonnene Zurückhaltung entwickeln. Vor allem in der Auseinandersetzung über das Enteignungsgesetz in öen Osnnarken. Schwache Unentschlossenheit und zaghaftes Berbergen der in heißem Feuer geschmiedeten Waffe gegen das Polentum ist dort sicher nicht angebracht. Noch Hal Herr v. Bethmann-Hollweg fein Herz nicht ganz geöffnet, und die leidigen Gerüchte von einer Rücksichtnahme auf das Zentrum oder gar Wiener Wünsche wollen nicht ver stummen. So erklärt es sich, daß der deutsche r. snnarken- verein, der unter leinen Umständen für einen faulen ctrieben mit dem Polentum zu haben ist, über das scheinbare Schwanken der Regierung in Erregung geraten iß. Der preußische Landwirtschaftsniinister hat un Budgetausschuß des r'lbgeordnetcnhaujes Rede und Antwort stehen müssen. Wenn es die ungefchnnntte Wahrheit ist, daß man aus rein sachlichen und praktischen Gründen mit der, Enteignung Zo lange zurück hält, bis. ein Parzellierungsgesetz mit Einspruchs und Vorkaufsrecht des Staates gesckmsfen sein werde, wenn es die ehrliche Absicht der Regierung ist, ein solches Gesetz bald zustande zu bringen, wird man sich noch einige Zeit in Geduld fassen müssen Nutzlos Geld hinaus zu werfen und die polnischen Banken in den Stand zu setzen, das Land weiter zu polonisieren, scheint man vermeiden zu sollen. Herr v. Schorlemer hat in erregten Stunde harte Worte gegen den Ostmarkenverein gebraucht, aber da er in einer späteren Sitzung seine Aeußerungen abmilderte, wird der um die deutsche Sache sehr verdiente Ost- markenverein nicht zum äußersten Widerstand übergehen dürfen, sondern die Interessen des Vaterlandes obenan stellen müssen. Diese gebieten Mäßigung und Unterstützung der Regierung in der Schafsung eines Parzellierungs- gesetzes. In der elsaß lothringischen Sache steht es freilich trauriger. Tort scheint ein großer Aufwand unnütz vertan zu fein. Ein Trümmerhaufen, um den die Parteien trauern und murren. Wie wir schon erwähnten, hat sich Graf Posadowslv zu der schweren Frage zum Dort gemeldet. In der Wahlrechtsfrage unterstützt er den Standpunkt der Regierung. Gegen die Verleihung der drei Bundesrats stiimnen äußert er gewichtige Bedenken, wenn sic in allen Angelegenheiten abgegeben werden können, aber nur gegen Preußen gezählt werden sollen. Er macht den Vorschlag, daß Elsaß Lothringen seine drei Stimmen im Bundesrat erhalten soll für rein wirtschaftliche Fragen, daß in diesem Umfang der Kaiser als Landesherr die unbeschränkte Ausübung auf den Statthalter überträgt, daß in Fragen der allgemeinen Reichspolitik das Stimmrecht ruht, und daß demgemäß auch die „das preußische Selbstgefühl erregende Bestimmung", wonach nur die gegen Preußen abgegebenen Stimmen der elsatz-loth ringt)d*en Vertreter gevrüst werden, wegfällt. In einer solchen Ausgestaltung des Stimmrechts werde kein Bundesstaat einen ' für ihn bedenklichen Machtzuwachs Preußens erblicken können. Nachdem der Ausschuß zur Erledigung der elsaß-lothringischen Frage ergebnislos auseinander gegangen ist, hat man Muße, diese neuen beachtenswerten Vorschläge des ver dienten Mannes eingehend zu prüfen. Nach den letzten Meldungen ist es fraglich, ob der Ausschuß nächstens wieder zusammentritt. .Dann wird cs im Reichstage selbst, trotz der sommerlichen Ruhebedürfnisse, nochmals zu lebhaften Auseinandersetzungen kommen. Der Naiser in Wiesbaden. Wiesbaden, 12. Mai Heute trafen ein: Ter Prinz und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, der Reichs kanzlcr Dr. v. B e t hm an n-H ollw e g. Ter Gesandte v. Ienisch holte den Reichslanzler von der Bahn ab. Ter Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des Kriegsministers General v. Heringen. Um 11 Uhr nahm der Kaiser vor dem Kurhause eine Parade ab über das Füsilier regiment von Gersdorff (Kurhessisches) Nr. SO, das erste nassauische Infanterieregiment Nr 87 und die Unterosfi- zierfchule Biebrich und die 2. Abteilung des Feldartillene regiments Nr. 27. Von dem Schloß bis zum Kurhaus bildeten Kriegervereine mit ihren Fahnen Spalier. Ter Kaiser in der Uniform der Garde du Eorps ritt vom schloß zum Paradeplatz, mit ihm der Prinz und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und die Generaladjutanten von Plesfen, Scholl und Freiherr von Lynker. Ter Kaiser begrüßte die stTicgerocreine mit einem „Guten Morgen, Kameraden!" (St ritt' die Front der ausgestellt en Regimenter ab und ließ sie vorbeimarschieren. Tie Parade wurde kommandiert von Generalmajor Riedel. Ter Parade wohnten bei ber Kriegsminister und der tommanbierenbe General von Eichhorn. Tic Schwester des Kaisers, Prinzessin Karl Friedrich von Hessen, führte ihr Füsilierregiment vor. Nach der Parade kehrte der Kaiser an der Spitze der Fahnen zum Schloß zurück, vom Publikum lebhaft begrüßt. Vor dem Schloß erfolgte noch ein Vorbeimarsch der Fahnen- ko inpagnie. Generalmajor Riedel erhielt den Roten Adler- orden zweiter Klasse mit Eichenlaub. Später empfing der Kaiser den Reichskanzler. — Zur Frühstückstafel waren geladen der Prinz und die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, der Relchskanzler, der kommandierende General von Eichhorn, Obervräsident von Hengstenberg, Oberbürgermeister Tr von Ibell und die Spitzen der militärischen und Zivilbehörden, ferner u. a. der ' kaiserliche Gesandte von Haxthausen und Iniendanl von Mutzenbecher. Zum Frühstück konzertierte die Kapelle des 80. Regiments. Der Kaiser unternahm heule nachmittag mit dem Reichskanzler und den Herren des Gefolges eine Ausfahrt im Automobil mit anschließendem Spaziergang. Während des Spaziergangs nahm der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers entgegen. Am dritten Abend der F e st v o r st e 11 u n g e n erschien der Kaiser mit dem Prinzen und der Prinzeftm Friedrich Karl von Hessen sowie dem Reichskanzler in' der Hofloge Gegeben würde Aubers „D i e S t u m m e v o n P o r t i c i" in Neueinstudierung. Frl. Kling spielte die Titelrolle, Frl. ö em p c t fang die Elvira, Herr I a d l o w k e r den Mafa- niello, Herr S ch w e g i c r den Pietro. Professor 2 ch l a h r dirigierte. Der Angriff auf öle theologische Satultät in Stehen. Zn der amtlichen „Tarrnst. Ztg." erscheint nun auch bet Wortlaut jener Eingabe der „Kirchlich-positiven Vereinigung für Hessen" an das Großh. Oberkonsistorium, die ber Giegener Famltät Anlaß zu der von uns mitgeteiltcn Zuschrift an S. K. den Großherzog gab. Das intereijantc Schriftstück, das nicht mehr und nicht weniger porbringt, als was aus der Gießener Abwehr zu entnehmen war, lautet wörtlich: Tie Kirchlich »positiv«- Vereinigung für das Großherzogtum Hessen verfolgt mit wachse,ider Sorge die immer deutlicher zutage tretende Tatsache, daß in weilen Kreisen unsrer LandcStircne eine vielfach vor b«m äußersten Konsequenzen nicht zurückschreckende liberale Richtung sowohl in das innere kirchlich«' Sehen, in Predigt, Iugendnnterricht, Kultus unb Seelsorge erfolgreich ein-- dringt, als auch ans die äußere Regelung und Leitung ber lud)- lüden Angelegenheiten maßgebenden Einfluß gewinnt. Wir fühlen uns vom Standpunkt posituvchristlichen Glaubens aus in unfernt Gewissen gedrungen, m dieser Tatsache eine große Gefahr für die Mirdtc zu erblicken und dieser Okiaht nach Kräften vornibengen Tic Hauplnrsache jener traurigen Erscheinung liegt aller - dings in dem zum Unglauben neigenden Zeitgeist, daneben kommt aber als eine besondere Urfache von nicht zu unterschätzender Tragweite für unsere hessisch« Landeskirche der Umstand hier in Betracht, daß die tlnwlogische Fakultät an unserer Landes-- Universität Gießen seit Jahrzehnten in geschlossener Einheitlichkeit sich als Trägerin und Ausgangspunkt einer vorwiegend negativ kritischen und zum Teil bewußt „unkirchlichen"*) (fkistesrichlung darstellt, die naturgemäß einen theologischen Nachimichs von ent sprechend einseitiger Haltung in unsere evangelischen Gemeinden einsührt. Tie Zahl der positiv gerichteten 6kifllid)cit, wie sie von christlich gläubigen Gemeinden begehrt und mit gutem Recht gefordert werden, wird, da es sich hier meist um ältere Pfarrer handelt, immer geringer, und der geistige Bann, der jich von Gießen ber auf Kops und Herz unserer tlzeologischen Jugend legt, droht immer mehr den Bollgehalt des Evangeliums uon Christo auf ein Mindestmaß zu reduzieren und unsere Gemeinden deS überlieferten Besitzstandes an christlick)en Glaubensgütern zu berauben. . Aus den angegebenen Gründen richten wir in erster Lime im Interesse der Kirche an Großh. Obcrkonsistoriurn die ergebende Bitte, für Beseitigung der durch Pos. 2 bcS § 3 des Kirchengcsetzcs vom 11. Juli 1879, betreffend die Tienstpttigmatlk für die Geistlichen, getroffenen Anordnung, dcrzufolge die Ablegung der Fakultätsprüfung vor der theologischen Fakultät der LandeSunwerjität Gießen unerläßliche Bedingung der Anstellungsfähigkeit für hessi schc Theologen ist, Sorge tragen zu wollen. Aber nicht nur um unserer Landeskirche willen, sofern ihr Lebensnerv in der Erhaltung und Stärkung ungeschmälerten positiv christlichen Glaubens beruht, sondern auch tm Interesse der theologischen Wijfenschast, deren berufsmäßige Pflegerin die theologische Fakultät ist, müssen wir »erlangen, bau die tiefe K lust, die nach unserer Ansicht jetzt die den künftigen Dienern der Kirche in Gießen gebotene theologische Vorbildiing von den Bedürfnissen und Anforderungen des praktischen Amtes dcS Geistlichen trennt, durch Aushebung des in Pos. 2 des £ 3 der Dienst Pragmatik gesetzlich fcftgclcgten Examenszwanges entfernt werde. Wir gönnen der Wissenschaft, zu deren Hüterin und Pflegerin Die theologische Fakultät bestellt ist, volle Bewegungsfreiheit, in wir fordern dieselbe für sie, aber eben deshalb billigen wir es nicht, daß diese Bervegtlngsfreiheit durch die traditionelle Obser^ van; einer bestimmten theologischen Schule ober Partei eingeengt und gefesselt sei, wie dies unseres Erachtens für die theologi'che Fakultäi im Gießen zutrifft. Tic Einheitlichkeit einer Fakultät mag für die Mitglieder derselben manche Vorteile bieten, aber sie Darf nicht auf dem Wege angestrebt und erzielt werden, daß, wie das in Gießen der Fall ist, der positiv-kirchlichen Theologie keine Vertretung neben einer alleinherrschenden, einseitig liberalen Richtung vergönnt wird. Wir wünschen den innigsten Kontakt zwischen Theologie unb Kirche unb bedauern, baß die hessische Landeskirche tcincrlci rechtlich geordneten Einfluß auf die Be setzung der theologischen Lehrstühle in Gießen hat, noch übt, um so viel mehr aber wäre es Pflicht der theologischen FakultäL in Gießen, den dort Studierenden die Möglichkeit zu verschaffen, nach dem Grundsatz: Audiatur et altera pars auch Vertreter der positiven Theologie zu hören. Zwar ist Examenszwang noch nicht gleichbedeutenö mit Sludienzwang, aber jedermann weiß, wie mißlich es auch für den tüchtigsten Studenten, ber auswärts Kubiert hat, fein muß, wenn er etwa vofitiw gerichtete Lehrer gehabt Hal, vor einem anders gerichteten Lehrkörper, wie etwa dem in Gießen, das Examen abzulegen. Wir verttehen cs wohl, warum gegenwärtig eine ganze Reihe von Einzelsällcn vorliegt, in denen ernst gläubig gerichtete junge Theologen unseres Landes nach dem Wunsch ihrer Eltern — nur beiden hier insbesondere an positiv gerichtete Psarrfamilien — lieber unter Preisgabe mancher in der Heimat ihrer wartender Vergünstigungeii wie Stipendien unb dergleichen bei auswärtigen, positiv gerichteten Fakultäten ihre Vorbildung suchen unb auch auswärts nck anstcllcii lassen, als daß sie sich der Gefahr aus- setzen, in Gießen ihre ooslkio christliche Uebcrzeugung zu verlieren. Ta, wie wir auf Grund uns vorliegender Erklärungen versichern können, derartige Halle in der Zukunft sich mehren werden, so büßt untere Landeskirche auf diese Weise zum Teil, die besten Strafte, die ihr aus ihrem eigenen Schoße erwachsen, ein. Und warum, fragen wir, läßt man inkonsegucntenveise fortwährend, was gar nicht im Sinn von Pos. 2 des ß 3 liegt, von auswärts (ommenbe Theologen, bie nicht in Gicgen ihr erstes Gramen absolviert haben, ;ur Anstellung im evangelisäicn Psarr amt, sowie an Universität und Prebigerseminar unseres Laubes zu, mcÜjrenb man bei den Lanbeskindern an der rigorosen Bestimmung der Pos. 2 von $ 3 festhält'? Eine theologische Fakultät sollte durch ihre eigene Tüchtigkeit unb durch eine wahrhaft „kirchliche", dem Aufbau der Stirche Ehristi bienende Theologie diejenige Anziehungskraft ausüben, die ihr, indem sic die Interessen des Glaubens und ber Kirche vertritt, jufommt, nicht aber sollte sie des von uns beannanbeien Examcnszwanges bedürfen, um sich in einseitiger Einheitlichkeit ihrer Richtung zu verfestigen und ber überaus wünschenswerten Ergänzung ber von ihr den jungen Theologen gebotenen Gebankenwelt durch positiv gerichtete Lehrkräfte sich aut bie Dauer zu verschließen. Wir geben uns ber Hoffnung hin, batz unsere am Beseitigung ber Pos. 2 des § 3 der Ticnstvragmatik gerichtete Bitte, zu der uns die Not der Zeit drangt, ber dem hockwürdigen Großh. Cberfonmtorium geneigte BeruZilhtigung finden iverbe Ter Vorstand der Kirchlich-positiven Vereinigung für das Großherzogtum Hessen: B e r n b e ck. *) Ausdruck, dessen sich Herr Geh. rtirchenrat Pros. D. Krüger selber in der „Christi. Welt" bedient hat. Das Ergebnis ver Stuttgarter Sberbürgernieisterwah!. Stuttgart, 12. Mai. Bei der heutigen Stadt- schulth eigen wähl wurde Regierungsral Lautcn- l'chläger, der die ünlerstützung der Nationalliberalen, der Konservativen und des Zentrums hatte, mit 13154 Stimmen gewählt. Der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Lindemann erhielt 12 236, und Oberbürgermeister Keck-Göppingen, der von der Fortschrittlichen Volkspartei unterstützt wurde, 3365 Stimmen. Dar angebliche französisch-spanische Marokko- Abkommen. Wenn auch in Paris amtlich verkündet wird, der Wortlaut des veröffentlichten Marokko-Vertrages sei erfunden, so ist damit noch nicht gesagt, ob nicht eine ähnliche Verabredung zwischen den beiden Ländern doch wirklich besteht. Wir erhalten heute folgende Meldungen: Eine Note der „Agence Havas" besagt: „Eine Zeitung veröffentlichte den Text eines angeblichen französisch-spanischen Marokko-Abkommens vom 10. November 1902. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß dieses angebliche diplomatische Dokument apokryph ist." Wie die „Aaence Havas" aus Fez unterm 6. Mai erfährt, hat seit dem 4. Mai, wo die 10000 Aufständischen zurückgewiesen worden waren, kein Angrifsmehr stattgefunden. Der Sohn El Mokris, der Pascha von Fez, ist seines Amtes entsetzt worden, da man seinen Mangel an Energie fürchtete. Dasselbe amtliche Bureau meldet noch aus M e r a d a: Am 10 .Mai 11 Uhr morgens stürmte eine Truppe von Hunderten von Reitern und zahlreichen Fußsoldaten auf dem rechten Ufer des Muluja gegendas französischeLager an. Das ganze Lager ergriff die Waffen; eine Kolonne der Truppen wurde sofort entgegengeschickt. L L o n d o n, 12. Aiai. Der Korrespondent des „Daily Expreß" in Tanger erfährt, daß die Bewohner der alten Stadt von Fez, die viel zahlreicher sind als die von Neu-Fez, eine Bittschrift an den Sultan Mulai Hafid schickten, in welcher dieser ohne alle Umschweife gebeten wird, abzudanken, und zwar zu Gunsten seines Bruders El Zim, der in Mekinez von den Berbern bereits zum Sultan ausgerufen worden sei. Sie erklärten dem Herrscher, daß ein solcher Schritt nicht nur dem ewigen Zwist ein Ende machen werde, sondern daß auch den Franzosen dann die Unmöglichkeit klar werden müsse, weiter auf Fez vorzudringen. Gegen die Europäer in Fez hätten die Bewohner der Hauptstadt nichts einzuwenden und sie würden ihnen auch nichts zu Lerde tun. Die Klagen richteten sich nur gegen den Sultan und seinen .Großwesir, die beide für alles verantwortlich zu machen seien, was vorgekommen sei. j)olitLfche Lagesschau. Auslandswerte und Heimischer Kapitalmarkt. Es wird nun bekannt, daß ungefähr um die Zeit, als die Nordd. Allg. Ztg. die Aufsehen erregende Notiz veröffentlichte, daß bte zuständigen Stellen in Preußen in eine Prüfung der Fragen eingetreten seien, ob die Zulassung der Aktien der Chicago Milwaukee-Eisenbahn zur Börsennotierung mit Rücksicht auf die Lage des deutschen Geldmarktes zu verhindern sei, auch Herr Hafenstein, der Präsident des Reichsbankdirektoriums, sich mit der Zulassung von Auslandswerten an den deutschen Börsen befaßte und an den preußischen Finanzminister für Handel und Gewerbe folgendes Schreiben richtete: „Im Laufe der letzten Jahre sind ausländische Wertpapiere in übergroßem Ataße an den deutschen Börsen eingesührt worden. Die Folge war, daß deur Geldbedarf unseres Wirtschaftslebens nur unter starker Heranziehung kurzfristigen fremden Geldes genügt werden konnte, während das deutsche Kapital sich mehr und mehr im Auslande festlegte. Gerade jetjt ist unsere Kapital kraft durch das türkische Vorschußgcschäst, die ungarische und chilenische Anleihe, stark in Anspruch genommen. Eine Steigerung dieser Inanspruchnahme durch Einführung weiterer fremder Wertpapiere erscheint nach Lage der Verhältnisse unerwünscht, und wird insbesondere dann möglichst hintanzuhalten, wenn die Kapitalanlage keinen wirtschaftlichen Nutzen verspricht." Großbanken sollen die Absicht haben, wieder einen Posten amerikanischer Bonds an die deutschen Börsen zu werfen, und deshalb ist es nicht unangebracht, gerade jetzt diese Zeilen zu veröffentlichen, denn es ist zwar gegenwärtig Geld recht flüssig, aber auf Ende des nächsten Monats hin dürfte wieder eine scharfe Anspannung zu befürchten sein.________________________________________________ Deutsches Reich. Der Reichskanzler erließ ein Rundschreiben, in dem er darauf hinweist, daß die mit der Verwaltung der Zuwachs st euer betrauten Organe vielfach noch nicht mit dem eigentlich Veranlagungsgeschäft begonnen hätten, obwohl die Erwe März erlassenen Ausführungsbestimmungen das Verfahren genau regeln. Eine weitere Hinausschiebung würde die bis zum Januar 1911 rückwärts erforderliche Veranlagung wesentlich erschweren und den Grundstticksmartt länger als notwendig int Ungewissen lassen, insbesondere auch für die veranlagenden Gemeinden, die an dem Betrage der Steuer beteiligt seien, einen finanziellen Nachteil bedeuten. Es sei notwendig, daß alle Amtsstellen, ohne etwa auf die Verabschiedung der landesrcchtlichen Vorschriften über Zuweisung des Ertrages an die einzelnen kommunalen Körperschaften zu warten, unverzüglich das Veranlagungsgeschäft in Angriff nehmen. Wie int Reichstage verlautet, hat der R e i ch s ka n z l e r den Wunsch geäußert, die elsaß-lothringischeVerfassungs- vorlage nach Erledigung der Reichsversicherungsordnung zur zwecken Beratung in der Vollversammlung zu stellen, da er den Wunsch hegt, diese Vorlage noch vor der Sommertagung verabschiedet zu sehen. Auf eine weitere Beratung der Vorlage im Ausschuß legt die Regierung keinen Wert mehr. Es soll daher versucht werden, die Reichsversicherungsordnung bis zu Pfingsten zu erledigen und nach einer kurzen Pfingstpause die elsaß-lothringische Verfässungsvorlage und bei; deutsch-schwedischen Handelsvertrag zu verabschieden. ~ Im Bürgersaale des Rathauses in B e r I i n wurde am Freckag vormittag unter zahlreicher Beteiligung die Haupwersammlung der Gesellschaft für so zial e Reform eröffnet. Vertreten waren die meisten Reichsämter und Ministerien aus allen Teilen Deutschlaitds, das Reichsgesundheitsamt und andere. Nach der Begrüßungsansprache des Staatsmckiisters Berlepsch hielt Prof. Grube einen Vortrag über „Berufsschutz der jugendlichen Ar- becker". Ein Uebereintomnten zur einheitlichen Feststellung von Regeln über denZusammenstoß vonSchiffen und über die Hilfsleistungen und Bergung in Seenot ist dem Reichstage zugegangen. Das Ucbercinfommen ist abgeschlossen von 25 Seestaateii. Auf dem Gebiete des Secrechts ermangelte cs bisher eines einheitlichen Rechtes, maßgebend waren lediglich die Gesetze der einzelnen Nationen. Das vorliegende Ueber- einkommen ist im Herbst vorigen Jahres in Brüssel abgeschlossen. Ausland. Ans Rom meldet man: Großfürst Boris unb Großfürstin Wladimir von Rußland sind Freitag abend hier ein» getroffen und wurden am Bahnhose vont Königspaar, dem Ministerpräsidenten, den übrigen Ministern des Senats und der Jammer, und den Spitzen der Zivil- unb Militär-Behörden empfangen. Bei der Fahrt zum Quirinal brachte das Publkum den Fürstlichkeiten Huldigungen bar, die sich vor dem Quirinal zu einer Kundgebung steigerten, so daß das Königspaar mit den Gästen sich auf dem Balkon zeigten. Der König unb bie Königin tion England wohnten am Freitag der Eröffnungsfeierlichkeit des Reichsfestes im Kristall-Palast zu London bei, wo eine Ausstellung veranstaltet worden ist, welche die Leistungen des Reichs auf industriellem, kommerziellen und landwirtschaftlichem Gebiet veranschaulichen soll. Einen besonders bemerkenswerten Teil des Festes bildet eine Reihe von Festzügen in historischen Trachten, die ein zusammenhängendes lebendes Bild geben sollen von der Geschichte Großbritanniens und von dem Wachstum seiner Kolonien. Die Veranstaltung ist die erste her großen Festlichkeiten, die in Verbindung mit den Krönungsfeierlichkeiten stattfinden sollen. In der russischen Reichsbuma erklärte der Vertreter des Justizministeriums bei der Beantwortung einer Anfrage über den angeblich von Juden an dem Christenknaben Juschtschinski verübten Ritualmord, sowohl das Justizministerium wie das Ministerium des Innern hätten alle Maßregeln zur Ermittelung der Mordangelegenheit ergriffen. Die Mitglieder der Rechten, Purischkewitsch und Markow „begründeten" die Anfrage unb führten aus, die Ritualmorde entsprächen der Moral der Juden unb seien logisch und historisch beweisbar. Wenn die Sache nicht aufgeklärt und die Schuldigen nicht ausfindig gemacht würden, seien Pogroms möglich. Der Oktobrist Schubinski meinte, nach der Erklärung der Regierung müsse die Anfrage fallen. Die Duma sollte nur unbestrittene Tatsachen, nicht Agitationsmaterial besprechen. Die Redner der Kadettenpartei erklärten es der Duma unwürdig, Vorurtelle, die schon vor 5U0 Jahren abgetan seien, zu besprechen. Darauf wurde die Dringlichkeit der Anfrage mit 108 gegen 93 Stimmen ab» gelehnt und die Anfrage einem Ausschuß überwiesen. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Senator Ab dur Rahman wurde zum Unterrichtsmini st er ernannt. Aus Stoöt itiiO Land. Gießen, 13. Mai 1911. Der Dank der Großherzogin. Der diensttuende Kammerherr Dr. Freiherr von Leonhard i veröffentlicht im Auftrag der Großherzogin folgenden Dank: Ihre Königliche Hoheit die Frau Großherzogin haben mich beauftragt, der ganzen Bevölkerung und insbesondere denen, die in Stadt und Land durch ihre verständnisvolle und freudige Mitarbeit den Blumentag am 6,/7. Mal möglich gemacht baden, den wärmsten Dank auszusprechen. Es hat die Großherzogin besonders gefreut, daß an diesem Tage eine heitere und gebefreudige Stimmung das ganze Hessenland bis in die kleinsten Landgemeinden durchzog und viele in dem Streben vereinigte, für einen schönen Zweck mitzuhandeln und mitzugeben. Das reiche Ergebnis des Tages und die von der Großherzogin vorgesehene Verwendung der Mittel im Rahmen der Organisation der Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge, die sich insbesondere auch den ländlichen Gemeinden zuwendet, bürgen dafür, daß damit Nützliches geleistet werden wird. * Tageskalender. Kunst verein: Ab Sonntag neue Ausstellung. Lichtspiele im Kolosseum: Täglich Vorstellung. Kinematograph: Neuer Spielplan. Biograph: Neuer Spielplan. Athleten-Verbandsiest aut der Liebtgshöhe. Maschi nen-Aus st ellung für das Fleischergewerbe; Sonntag und Montag in Steins Garten. * ** Der Vorstand des Landesverbandes der Hausbesitzer-V er eineinHess en hielt am Donnerstag hier eine Borstandssitzung ab, der der Gesamt- vorstand des Gießener Hausbesitzer-Vereins als Gast beiwohnte. — Die von Direktor Volk-Mainz und Architekt Schembs-Darmstadt ausgearbeitete Eingabe an die Staatsregierung wegen der Reform desLandesbrandver- sicherungswesens wurde nach gründlicher Durchspre- chung einstimmig gutgeheißen und ihre Absendung beschlossen. Die sehr umfangreiche Arbeit, die längere Vorstudien der Materie nötig machte, fand große Anerkennung und Fabrikant In d er th a l-Gießen sprach beiden Herren den Dank des Vorstandes aus. Der Bericht wird im Drucke vervielfältigt und geht auch sämtlichen Mitgliedern der beiden Kämmern, sowie sämtlichen Vorstandsmitgliedern der hessischen Hausbesitzer-Vereine und deren Kreisämtern und Bürgermeistereien zur Kenntnis zu. — Alsdann fand eine ausführliche Besprechung der Frage der Kanalgebühren, Wassermiete unö Wasser zins in den hessischen Städten statt; über die zunächst nötigen Vorarbeiten und Vorerhebungen wurden Beschlüsse gefaßt. Die nächste in Darmstadt stattsiudende Vorstandssitzung wird hierüber weiter verhandeln. Als letzter Punkt der Tagesordnung wurde der durch das Reichswertzuwachssteuer- Gesetz den Städten zu dem Ertrage ihrer Wertzuwachssteuer zugedachte Zuschlag einer ausführlichen Besprechung unterzogen. Rechtsanwalt Raab-Gießen berichtete darüber. Seine sehr interessanten Ausführungen fanden den Beifall ber Versammlung. Beschlossen würbe: Wiewohl die ganze Sache zunächst gesetzlich festgelegt ist, und eine Abänderung vor einer voraussichtlich nach mehreren Jahren stattfindenden Revision des Gesetzes nicht zu erhoffen ist, trotzdem nach dem Gedankengang der Raabschen Ausführungen der Staatsregierung eine Denkschrift unterbreitet werden, die darin gipfelt, das Ministerium möge die in Frage kommenden Bürgermeistereien zu bestimmen suchen, vorerst, d. h. in den nächsten drei Jahren, von einer Erhebung dieses Zuschlags absehen zu wollen, bis eine feststehende Erfahrung über die Wirkungen des Gesetzes unb seine Erträgnisse durch dessen praktische Ausführungen gewonnen ist. Mit dem Entwürfe des Berichtes wuroe Direktor Volk-Mainz betraut. Auch hierüber wird die nächste Vorstandssitzung weiterverhandeln. — Zum Schluß fanden einige Verwaltungsfragen des Landesverbandes ihre Erledigung ** Köhler-Denkmal. Der engere Ausschuß für das zu errichtende Denkmal für den verstorbenen Reichsund Landtagsabg. PH. Kö h l er-Langsdorf hielt am Mittwoch im Eiienbahnhotel eine Besprechung ab, in der beschlossen wurde, mit der Sammlung von freiwilligen Beiträgen beginnen zu wollen und die Sammellisten, die von Herrn Th. Reuther in Gießen zu beziehen sind, auszugeben. Die Sammlung soll bis Anfang Oktober geschlossen werden. Alle gesammelten Beträge und sonstigen Geldspenden sind an Bürgermeister Roth in Bettenhausen einzusenden. Ansangs Juni soll in Hunden eine größere Versammlung stattfinden, in der in der Sache endgültige Beschlüsse gefaßt werden sollen. Im Kunstverein hat wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden. Die Ausstellung, die über 80 Bilder faßt, hat Kollektionen von W. Hambüchen- Düsseldorf, Prof. H^roux-Leipzig, O. Halle-Ostende, H. Röhm-München, Prof. Knor-KarlZruhe, Sophie Ley-Karlsruhe, Martha Schrog-Ehemnitz und andere aufzuweisen. Das große Schlachtengemölde von Prof. Röchling, ,Tlo Erstürmung der Festung Champenois* ist der Ausstellung auf kurze Zeit wieder überwiesen worden. * • Sonntagsruhe. Die Vereinigten Papier- und Schreibwarenhändler vereinbarten, ihre Geschäfte an Sonntagen um 2 Uhr zu schließen. ** Alice-Schul-Verein. Mau schreibt uns: Ten vorbildlichen Einrichtungen größerer Bildungsanstalten für weibliche Jugend folgend, beabsichtigt der Alice-Dck)ul-Verein an Abt. I, Gewerbeschule, einen Kursus neu einzu- führen, der das Interesse und die Billigung weiterer Kreise erregen dürfte. Die Bluse, so oft schon mit Vernichtung und Tod bedroht, behauptet immer noch als Siegerin ihren Platz auf dem Gebiete der Mode. Von der eleganten Salondame bis zur einfachen Arbeiterin erweist sie sich immer wieder als beliebtes, praktisches, fast unentbehrliches Kleidungsstück, als Helferin in manchen Toilettennöten. Ihre Anfertigung zu erlernen wird gewiß vielen sehr erwünscht sein. In dem am 22. slltai beginnenden Blusenkursus bietet sich hierzu die beste Gelegenheit. — Ebenso ist die Einführung eines Flickkursus für Arbeiterinnen, zwei Mal wöchentlich abends, geplant. Vielen Mädchen und Frauen wird dadurch Gelegenheit geboten, sich gegen ganz geringe Vergütung die Fertigkeit anzueignen, Wäsche und Kleidung für sich und ihre Angehörigen in Ordnung zu halten und manchen Pfennig zu sparen durch die längere Gebrauchsfähigkeit der zeitig unb ordentlich ausgebesserten Gegenstände. Es bedarf gewiß nur dieser Anregung, um eine recht zahlreiche Beteiligung an dieser segensreichen Einrichtung zu veranlassen. Sehr wünschenswert wäre es, wenn die Arbeitgeber in ihren Arbeitsräumen durch eine kurze Notiz darauf aufmerksam machen würden. Eine rege Anteilnahme an diesem Kurse wäre die Erfüllung der Wünsche und ein Näherrücken zum Ziele, welches der Stifterin der Alice-Schulen vorschwebte: Die Ermöglichung der Ausbildung in allen nützlichen unb notwendigen praktischen Arbeiten bis zu den einfachsten Kreisen herab. ** Das Ergebnis des Blumentags irr den Landgemeinden des Kreises Gießen ist: Mlendorf a. Lda. 59.73 Mk., Alten-Buseck 49,99 Mk., Beuern 119,15 Mk., Burkhardsfelden 19,40 Mk., Großen-Buseck 185,03 Mk., Großen-Linden 108,22 Mk- Grünberg 191,18 Mk., Heuchelheim 227,45 Mk., Holzheim 60,80 Mk., Hungen 247,82 Mk., Klein-Linden 117,43 Mk.> Lcmg-Göns 163,22 Mk., Leihgestern 114,06 Mk., Lich 527,13 Mk, Langd 44,95 Mk., Lollar 319 Mk, Reiskirchen 19,52 Mk, Steinbach 103,39 Mk., Trais a. Lda. 60,79 Mk., Watzenborn-Steinberg 210,91 Mk., Wieseck 145,58 Wk. Zusammen sind dies 3094,75 Mk. * * Treue Arbeit. Auf eine 25jährig e Tätigkeit in der Brühlschen Univ.-Buch- und Steindruckerci konnte heute der Hilfsarbeiter Karl Friedrich Bender aus Krofdorf zurückblicken. * * Die Badezeit beginnt! Der M änner-Bade- verein zeigt heute die Eröffnung seiner Badeanstalt an. Die Aufsicht in der Anstalt wird, wie jnan uns schreibt, von einem gewissenhaften Mann geführt, so daß die Eltern ihren Kindern den Besuch des Bades unbesorgt gestatten können. * * A t hl et enf e st. Zu dem Bezirksfest des Hessischen Atbleten-Verbanbes, das am Sonntag aus der Liebigs Höhe stattfindet, hat die Stadt Gießen einen Ehrenpreis gestiftet, der dem Verein zufällt, dessen Sieger die höchste Punktzahl erreichen Da sich mehrere glcichweittige Vereine gegenüberstehen, wird c-? von großem Interesse sein, wer den Preis erringen wird. Der Preis der Stadt Gießen ist von heute an in dem Zigarren geschäft Müller (Marktplatz) ausgestellt. ** VerINißt. Ein Dienstmadchcn verließ heute früh heimlich die herrschaftliche Wohnung, indem es durch ein Fenster des 1. Stockes sprang. Nach hinterlassenen Briefen gab es hie Absicht kund, sich das Leben zu nehmen. ** Wein liebhabe r. In letzter Zeit sind in hiesiger Stadt in der Regel Samstags oder Sonntags abends wiederholt Weindiebstähle in Hauskellern ausgeführt worden. Die Täter suchten sich solche Häuser aus, wo Vor- teilettüren unverschlossen waren und es war ihnen so ein Leichtes, einzuschleichen und die Vorhängeschlösser -an den Kellergelassen zu erbrechen. Anhaltspunkte für die Pci> sönlichkeiten der Täter fehlen. Vielleicht tragen diese Zeilen zu deren Ermittelung bei. ** Verhaftet. Wegen Erregung öffentlichen Aerger- nisses durch Vornahme unsittlicher Handlungen auf öffentlichen Wegen wurde heute ein junger Mensch von hier festgenommen. Bemerkenswert ist, daß der Verhaftete be>-. reits wegen gleicher Straftaten erst kürzlich zu einer .Gefängnisstrafe verurteilt worden ist. Landkreis Gießen. ck. Wieseck, 12. Mai. Am Montag, 15. d. M., abends 9 Uhr, findet eine Gemeinderatssitzung mit folgen der Tagesordnung statt: 1. Vorlage des Vertrages zur Einführung von elektrischem Licht und Kraft von der Stadt Gießen. 2. Genehmigung der Rechnung' der Ortskrankenkasse. 3. Feldbereinigung: hier Errichtung einer Brücke am Grenzweg Wieseck-Gießen üoer die Wieseck Die übrigen Punkte sind nicht öffentlich. — Bellersheim, 12. Mai. Dieser Tage waren es 2 5 Jahre, daß Lehrer Deiß sein Lehramt in unserer Gemeinde antrat. Die ganze Gemeinde feierte den Tag, indem sie dem Jubilar herzlichste Glückwünsche darbrachte und ihm ein schönes Geschenk überreichen ließ. Abends brachte ihm der Gesangverein vor seinem Hause ein Ständchen; Pfarrer König hielt eine Ansprache, in der er die Verdienste des Lehrers Deiß, seine aufopfernde Tätigkeil an ber Schule unserer Gemcinoe, hervoryob. Tiefgeruhr! dankte ber Jubilar mit bem Versprechen, Bellersheim treu zu bleiben. Am Sonntag, 14. Mai, soll eine kleine Nach« feier im hiesigen Walde stattfinden, an der der hiesige Gesangverein wie der Musikverein und auch die Schulkinder mit einigen Aufführungen teilnehmen werden. -m. Hungen, 12. Mai. Der in den 70er Jahren stehende pensionierte Rentamtsdiener Christian Enders von hier hat sich heute im Walde erschossen. Seit dem Tode seiner Frau war E. etwas schwermütig und hat die Tat jedenfalls in einem solchen Anfalle begangen. Kreis Büdingen. ? Merkenfrttz, 12. Mai. Für den ganz geringen Preis von 12 000 Mk. hat unsere Gemeinde das von einem Privaten erbaute Elektrizitätswerk erstanden. Man hofft, wenn sich die Nachbargemeinden m genügender Zahl beteiligen, das Werk in Betrieb setzen zu können. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 12. Mai. Zurzeit werden die Bau> plane für die Erbauung eines Krematoriums fertig stellt nebst Leichenhalle auf dem hiesigen stadt. jrieWe. dieser Sache hat eine Besichtigung der Plätze pattgesunden. Krematorium kommt hinter bie Friedhofs kapelle zu stehen. m - verstorbener Fabrikant von hier hat vor einigen Jahren euoo Verkauf unter Garantie, Alle Kon Jen erhalten Möbel n verlange Preisliste. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dem Hinscheiden meines lieben (Satten, unseres treusorgenden Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels Herrn Christoph Schwalb insbefonbece Herrn Pfarrer Barth für btc trostreiche Grabrede, ferner für die liebevolle Pflege der Schwester, sowie allen Teilnehmern, die unserem teueren Entschlafenen das letzte Geleit gegeben, sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Fran Katharina Schwalb und Kinder. Großen-Buseck, den 13. Mai 1911. 03980 fySpFf I ro&t i.j M 2** in den An. 59.73 M, Burkhardsseldeg nbnt 108,22 Mk., tzolzhn, :n 117,43 Ml, Lich 527,13 M'„ djen 19,52 SRI, Zatzenbom-Lte» immtn sind btd irige Tätig- d Steindrucken h Bender ar- n verließ 6c indem e$ fr- h hinterlass«- das Leben-. 5nnei'9flbf eanstalt an. I1 jrtihf, von einer en frtn ftinbm 71 bd ScssiiLrn ’bigi W W eftifttt, der I- W erreck cstehen, xgen wird, le . dem Zigr t sind in hikjigc s abends tvitfr^ ein ausges-l- [er aus, wo &'■ Mt ihnen foc ttc für die V [)t tragen fr1' entlichen mgen auf oW ReBfAW" h er Lerhajiett^ lich zu einer I» 15 d. M" nber- ungwüM Serrragc^ and Krafts der «etz» *9[ncr ßrrM 'üfc bie *4 Tage ware.^ r.m? * Ä !-W en NK Aglt ’PI^ •hob. M 'S? ;*$*>*■ 1 w niem56 jir eibt ujjj » neu ein? |d)°n mu &. *■ «0.1. '^frenn fr>\ ^T. gewitz Wf| beginn^ ^legenhei^ I ius für As, gepl^ ^legenheitc-, die fertigt- . 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Mai in Steins Garten Zum Besuch der reichhaltig beschickten Ausstellung wird höfl. eingeladen. gchabt. Starkenburg und Rheinhessen. ks Die neuen amerikanischen AuStauschpro- f e s s o r e n. Zum nächsten Wintersemester nxrben als Auslautch- Utffprtneu*, ben «ereuuflten « Amtlicher wetterdencht. Oes sentliche WetterdienststelleGtest e». Vcilan' der Wittenm« leit Oeftern früt): Dar liefbtiidaebict brachte geltem noch ' S die aber spater nathheüen, als tue westlichen Randimrbel adzogen und neue nicht aew.gt waren. Tic Nachmittagsttm^ramrenstiege wieder auf 2u Wtab. Heule hat sich der tiele «der versta^ , wenn auch wegen der noch arouen ttnHetuuufl 9th^”nbeln heiteres warmes 2. etter berriet',. Gs stehen ^'vitter bevor. Wetterausstchten m veilen am Sonntag dem 14 -Ulal 1VU Geivilier, warm, meist h'ibli c 2. in£c genommen. Kuiift und Wissenschaft. «aris 12 Mai. Aus Fez wird vom 6. Mat gemclbd: Tic Ernennung Zerautis zum Pascha bet «ladt wurde ali notwendig erachtet, zur Unterdrückung der von der Bevölkerung gemachten Versuche, sich zu cinvören. Mehrere Banden benulsten die Gelegenheit, um die SMeit 11 Personen getötet wurden. '----r.--- — regeln und verstärkte namentlich dte Wachtposten. rubrer wiederholten durch.Adge,andte ihre Bemühungen, du. Äb- dankung Muleh 5) asids durchzusevcn nut dem Versprechen, das; den Europäern kein Leid geschehen toll. Madrid, 12. Mai. Der deutsche und der französische Botschaster hatten jeber mit dem Minister bc§ Aeußern eine ziemlich lange Unterredung. Letzte Nachrichten. c^denSschwindel in Frankreich. Nari-r 12 Mai. Die Polizei veranstaltete eine D a u i • suchung in der Wohnung emes gewissen Duo »et« oeö Begründers zahlreicher Gesellschaiten, die ihren Mitgliedern denSauszeichnungen und D^i p l om eg egen 30 M 500 Franks verabfolgte n Auozet behauptete, Vertreter iranzösiswer und ausländ,'cher Ausstellungen zu >eut. Er liest ooii Mauilatmr, di sich au den Ausstellungen beteiligen wollten, beträchtliche Summen zahlen. ^OOO ^Vlome und erne »roste Menge Lrdensauszeichnungen wurden beschlagnahmt, zur Jet ift einer der Gründer bei Halbmondes von Marokko. AuS Fez. Neuyork, 13. Mai. Ein Eisenbahnzug entgleiste m' der Nähe von (Soler abo. Zwei Waggons verianken in dem Eagleslust. Bishei wurden zwei Lote und achtzehn Verwundete festgestellt. Zahlreiche Passagiere werden vermißt. ac iwcti |inu, tiiiv uuiwwvu «— ---------, I licht genommen, an denen die Teilnahme den Konkurrenten irii .üfn steht, vieraui entsallen 86 000 Mk. Pretie. Tas mit, der Müler ^aae des Nab n- Woche zusammensallende nationale Wettstiegen, ebemo der m, ^rage veS Bayn ^m «rnS des .striegsministerlums ausgestattete, Harzstug linden hierfür gebildete g^^Hi des Nundstuges statt Meldeschluv für urheflcr ist :r,ammlung. Man b 15 Mai Nachmeldungen werden bis zum 25. Ma» an- m Offenbach, 12. Mai. Mit der s hofSumbaues beschäftigte sich der 1, , Sonderausschuß der Stadwerordncten-Veriammlung Man stimmte grundsätzlich dem von der Eisenbahnverwaltung ausgestellten Vertrag zu jedoch unter der Bedingung, daß iut btc Don der Stadt zu leistenden 300000 Mark auch die Forde- rungen berücksichtigt werden, die von der Stadt gestellt , den Ankauf der siegenden -lovarate umsasten. 2.er Rund'lug umsaßt insgesamt lb76 Kilometer oder durchichm tlich 14o Kilometer täglich. Berlin ist -tart und Ziel des Fluges der über Magdeburg, Sck'werin, Hamburg. Kiel, Luneburg, Hannover, Münster, Köln, Tortmund, Maffei, Nordhaulen und Halberstadt führt. Zwischenlandungen finden in Lübeck, Bielefeld, ^oen und Teil au statt. An Streckenorten, an denen Ruhetage^ zu- werden. Nach der Generalversammlung fand ßemernsames Diner^mtt m d.r^, an öer feiner tzetmat, bann darauffolgendem Ball in den Festraumen des „Engliscken ^ropäischen ibnveriaäien, nämlich m Berlin, Rom ut-.d Loses" statt. Unter den Herrschaften befanden sich der ~ig fnibia:t unt) hält geaenroartig Vorlegungen über moderne Grostherzog und die Großherzogin von Hessem Diplomatie und Politik. Besondere Unteriuchungen hat er ben d B —--- — Verwaltung^ und Regierungsproblemen m ben Kolon en gewidmcst gusryss baaeaen war er nicht befugt, Geld in Lmvfang zu nehmen. Dies offeMlicht, so bau er gegenwärtig als größte Autorität aut meum tat er aber gleichwohl getan und zioar hat er auch Geld erhoben, Gebiete angesehen wird. nnb guiffen- Ui aerinaeö GelÄt bezog. Das Gericht verurteilte den Ange- - Aus eme Söiahr.ge La.igte.t als akadeuiifcher Lehrer kann am war (ßcrid?CSiaaL pr. phu. Wilhelm Fleischmann. Gr ist am 81.Dezember 1887 Berlin, 12. Mai. Das Schwurgericht sprach den zu Gelangen geboren. . Drbeüer Bunde, der während Wilderns auf dem Doberitzer ____ llACh. » nnnla Hind am Nonn(ag dem t4. Hai •behenden ACFZIG von 1 Vhr niiitiMr* bie lü Lhr nacbis nur ttir drinrende Fälle sicher uv rat reisen: D i, , ]>r. Ploch. Asterwec 3 l»r. Stahl. >cltmweg ■ a- mnno «WT iur Erbauung einer Feuerbestattungsankage ver> l TruppenLbungSvlast den zur Beobachtung der Diwerer l*1^" S sinfen (= bas mit bm Sau begonnen n«^ ’SWng'n^m,,- Bad-Nauheim, 12. Mai. Bis zum 11. Mai anyeNogte Gärtner .1 rendt erhielt wegen dehlerei fünf Monate sind -1922 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Gemngnis. ________ Tage noch 3490 anwesend waren. Bäder wurden btS zum l Lllftlchlffahrt. 11. Mai — 36 257 abgegeben. . c» • < | Berlin 12 Mai Der Organisationsausschuß m. Ober-Tlörlrn, 13. Mo,. Tor flanbroirt 3atol> f ü r^rn‘b t i d, e n »i u n b i t u g 1 9 11 um btn B.Z Pr->- Unia XVI. und Frau Anna Marte, geb. Reust, begehen Lüste stellte seit, daß 400 000 Mark an Preisen zur V.r'ugung -norqen Sonntag in vollerRüstigkeit ihre goldene Hochzeit, stehen darunter neben dem d .Z^°dreiS vier Preiie des - Ute rrnb ..25 J°hr. bob b.r M* munlerbrochen bet der Baufirma Peter Stamm 111. m Bad» leubeun tätig ist. Hessen-Nassau. X. Hanau, 12. Mai. Der vorgestern dahter zum Vesten hiesiger bedürftiger KriegSoeteranen abgehaltene Korn- iC.|OU |luu - —. dlumentag hat em Ergebnis von rund 15 000 Mark sind, find durchweg örtliche Flugveransmltungen in Au?. .. r ________... s.«.* h.» TrilTinhmt' hm i?nnTiirrcntcn HCl | Für Fahrrflder: Adam Kircher, Glessen, Blcichstrassc. Iben z u plündern, wobei einige Ter Machten ergriff energische Mast. — - Die Aus- THm kacknkies. Anfuhr prompt und billigst. Mä<6 Telephon 250. Rübiamcn. MnCWflflMMDME! aDOSMBM<^ <230 Lmd». Sejngs- ii. »ijaSgcioMih (S. m. b. H. Lollar Hauvtstraste liefert alleBaumaterialien Verkauf an jedermann zu billigsten Preisen. ===== Besichtigung deS Lagers erbeten = für Knaben und Mädchen, Nr. 24—30 2.00 Mk. Nr. 31—35 2.50 Mk. in großer Auswahl emgetroffen. Franz Heiler 04006 Sonncnstratze 20. Pa. naturreinen Apsclwkiii sowie 13200 echten Speierling Pa. 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Kragen und Revers sind groß gehalten, finden in' d?r Vordertaille ihren Abschluß und zeigen als Garnitur die verschiede- nen Besätze als Einlagen nur, oder als Ganzes. Sehr hübsch wirken die gepunkten Foulards auf dunklem Grunde bei ab- geftimmten Farbtönen mit der Hauptfarbe des Mantels. Gestreifte Foulards- besäße wirken sehr schön auf blaue und schwarze Paletots. Daß die Manschetten gleichartig mit Kragen und Revers gar- itert sind, ist wohl selbstverständlich. Die Rückenschnitte zeigen glatte, fest aus- liegende Taille, oder daS Rückteil ist nach der Schnur zu ein wenig eingekräuselt. Capuchon- artige Stornierungen dürften Anklang finden, auch wenn sie abstechend in den Farben erscheinen. Halb auf Seide gefüttert, die eleganteren Mäntel sind ganz aus weiche Seide gefüttert, variieren die Preise von 28— brt 190.— Sind schon die Tuch- mäntel eine große Neu- heit, zeigen die Em- p i r e • £02 ä n t c I in Seide eine besonders vornehme elegante Neuheit. Diese Seidenstoffe sind ganz weiche Satin- gebinbe, welche durch ihren matten Glanz einen brillanten Eindruck hervorbringen. Ganz schwarz sind diese Mäntel gehalten, daneben solche, welche eine farbig an gewebte Rückseite zeigen und wieder andere sind in Chan- geant-Farben hergestellt. dt - M 'Xi l ll I' UI ti ' V! r ,.... , AMA 111,1!,..... " Wagen er & Schlöte! Gocthestraße 9,1L