Nr. 87 Erster Blatt lös. Jahrgang Mittwoch, 12. April 19U Ter Gießener Lnzekger JPSHÄ M M Vezug»prei4: erscheint täglich, außer $1 ▼ monatlich75^Dtertel- SonnlagS. - Beilagen Ä vä ▲ ▲ ▲ ▲ A ▲ ▲▲ 1® W ▲ ▲ A ▲ AA jährlich Mk. 2.S0-. durch roöcbcntli^1 M W A iW Ww VW u. Zwcig'leÜen fitefiencr^amiHcnblätlcr. jS HBBH ■ j| w M z IC ■( 1 W Kd ▼ MM W y|W K M Ä monatlich 65 Pf.; durch roöÄentlJCteiii HS H al H Hx EA Sx ffl ■ B ■ ■ H ÄJr ■ diePost ottfüröen Kreis fticöcn W» M UN H Hf EMB Br B B Br B M B B Br B B B Br B fährt. ausschl. Beüellg. wlkVIIVIIVk, 44 k V VkkkVV äs wirtschaftliche Seltfraret ■ M M M Chesredakteur: A. Goetz, fterusprech - Anschlüsse A <3 kJ Verantwortlich für den K,l die Nedaklion 112, politischen Teil: Aupusi ®B? General-Anzeiger für Oberhessen £»EE n"n“ “'s”"." «otaNonrdnid vnd vttlag Otr vrühl'schen Unio..Bud). unö Steinbruderfi R. fange. Reöaftion, ürpebition unö Druderet: Schxlstrahe 7. M d"n bis vonniltags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle Bahnhofstraße (6a. Anzeigenteil: H. Beck Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Umgestaltung der Ausftandsftatifttt. Dir Mängel der anttlid) aufgenommenen Statistik der ^Trbeitdftreiti^rcitcn sind nicht wcgzulcugnen. Diese Statistik gibt fein vollständiges Bild über die Ausstandsbe- wegung und berichtet über Lohnbewegungen, die ohne Arbeitseinstellung verlausen, überhaupt nicht. Da die Angaben auf dem Wege polizeilicher Erhebungen bei den vom Ausstand betroffenen Unternehmern gesammelt werden, so sind etwelche Lücken unvermeidlich. Tie Aufstellungen der freien Geiverkschaften mögen ungleich vollständiger sein, dürfen aber der amtlichen Statistik nicht ohne weiteres zugrunde gelegt werden, weil die gewerkschaftlichen Tendenzen ihnen leicht ein einseitiges Kolorit geben. Tas gilt z. B. für die Beantwortung der wichtigen Frage, üb es sich um Angriffs- oder Abwehrausstünde handelt. Daß die Ansichten der Beteiligten an Ausstandsbewcgungen über deren Veranlassung meist voneinander abweichen, erhellt aus einer Nebencinandcrstellung der Erhebungen von amtlicher und von gewerkschaftlicher Seite. Tie hierbei sich ergebenden Unterschiede sind so groß, daß sie nur auf den „Standpunkt" der Kämpfenden und nicht etwa auf die mangelhafte Beschaffenheit des llrnratcrials zu- rüclgesühct werden können. Ten schärfsten Widerspruch finden aber bei den Gewerkschaften und merl'würoiger- weise auch bei den vorgeschrittenen Sozialpolitikern im bürgerlichen Lager die amtlichen Angaben über die Zahl der Arbeiter, welche unter Vertragsbruch in den Ausstand eingetreten sind. Gerade die,c Ermittelungen sind sedoch in der ganzen Ausstandsstatislik die werrvollsten. Aus der soeben ausgegebenen Statistik der Ausstände und Au s s p e r r u n g e n im Jahre 1910 ist zu ersehen, daß säst 22 Proz. der Ausständigen, in Summa 33 991 Mann, vertrage brüchig waren; von ihnen standen 7181 Mann (— 21 Proz.) im Alter unter 21 Zähren. Während in den letzten 10 Jahren der Vertragsbruch im allgemeinen ui steigendem Umfange vorram, hat er im letzten Berichtsjahre wesentlich abgenvmmen. Doch muß es bis auf weitere Erfahrungen dahingestellt bleiben, ob der Rückgang in der Zahl der Vertragsbrüche ein dauernder sein wird. Die angegebenen Zahlen verraten jedenfalls noch eine starke Tendenz, die Vertrage achtlos beiseite zu werfen, tvenn der Wille zum Ausstand erst einmal bei den Leuten plotzg^grisfen Hai. Von den 2113 im Zahre 1910 zu Ende geführten Ausständen beschäftigten 57-1 die Poliz.i und 3o7 die Staatsanwaltschaft. Leider ist aus den diesen Berechnungen zugrunde liegenden Berichten nicht zu ersehen, inwieweit bei dem Eingreifen der Behörden auch tatsächlich strafbare Handlungen feftgestellt worden sind. Bei einer Reform der Sta- riftit müßte auf die Ergänzung dieses Punktes Bedacht genommen werden, beim dadurch erst würden wir einen ' ickitigen Einblick in die Kampfmethoden der Ausständigen gewinnen. Tie Reichsstatistiter geben sich viele Mühe, den dürren Zahlen anziehende Seiten zuzulegen, werden aber schwerlich behaupten wollen, daß für die Zwecke der praktischen Vertvaltung aus dem umfangreichen Zahleuwcrt irgend etwas Wesentliches herausspringt. Selbn die Zahlen über „die Erfolge" der Ausstände find nicht bewertbar. In einem Rückblick auf die zehnjährigen Ausstandsergeb- uisse wird das Fazit dahin gezogen, daß seit 1904 bis 1908 die Ausstände mit vollem Erfolge sich verringern. Etwa in derselben Zeil sollen aber auch die völligen Rrcderlagen zugunsten der Ausstände mit teilweisem Erfolge zurück- gegangeu sein. „Erst die beiden letzten Zahre brachten lviedernm eine Zunahme des vollen und teilweisen Erfolges und ein Zurück gehen der Ausstände ohne Erfolge." politische Tagesschau. Der „Vorwärts" und die Ersatzwahl für Singer. T^r „Vorwärts", das sozialdemokratische Zentralorgan, tröstet sich über den Rückgang der sozialdemokratischen Siim- menzahl bei der Ersatzwahl im vierten Berliner Wahlkreis mit folgenden Bemerkungen: Tie Sozialdcmolvatie Laim mit dem Wahlergebnis durchaus zufrieden sein. Zwar ist die Zahl von 82039 Stimmen, die int Jahre 1907 für Singer abgegeben wurden, nicht erreidyt worden, allein da es sich um eine Ersatzwahl handelte und zudem die Zahl der Wahlberechtigten gegenüber der Hauptwahl um 3395 abgenommen hatte, ist das Wahlergebnis durck>aus kein schlechtes zu nennen. Kommt doch vor allen Dingen auch in Betracht, das; diesmal ein Wahl rampf überhaupt nicht stattfand. Freisinn und Konservative, die 1907 immerhin die stattliche Zahl von 22 000 Wählern gemustert hatten, hatten überhaupt keinen Kandidaten aufgestellt, und nur das Zentrum betrieb für feinen Bählkandidaten, den Grafen Oppersdorfs, eine ziemlich lebhafte Propaganda. Trotzdem find für das Zentrum, das ün Zahre 1907 2708 Stimmen erhielt, diesmal 881 Stimmen weniger abgegeben worden und auch der polnische Kandidat erhielt 595 Stimmen weniger als bei der Hauptwahl. Die Abnahme der polnischen unö Zentrums stimmen ist also eine sehr viel größere als die der Sozialdemokratie! Daß aber die Sozial - dcmokraue die Stimmenzahl vom Jahre 1907 nicht wieder erreichte, lag vor allen Dingen daran, daß diesmal wegen des Fehlens des freisinnigen und konservativen Gegenländidalen d i e Wabl geradezu zu einer öffentlichen gestempelt worden war! Jit ganz zweifellos, daß zahlreiche Wähler, Lehrer, Beamte, in Staatsbetrieben beschäftigte Aroeüer usw., die im Jahre 1907 für den Sdzialdemo'rraten gestimmt hatten und diesmal gleichfalls wieder sur den sozialdemolratischen Kandidaten gestimmt haben würden, sich der Abstimmung enthalten haben, weil sie fll) der Gefahr nicht aussetzen wollten, ihre Abstimmung lontrollierl zu sehen. Zieht man diesen Umstand in Betracht, so wird man dem Proletariat des vierten Berliner Reichstagswahlkreises das Lob nicht ^vorenthalten dürfen, daß eS in anerkennenswertem Maße seine Schuldigkeit getan hat! Die Mahlbeweguug unter den Polen. Auch die Polen regen sich angejichls oer koinincndcn ReichslagSwahlen. Tas „Polnische .Haupt-Wahlkomitee für Westfalen, Rheinprovinz und Nachbarpvovinzen auf der linken Seite der E.be" verössent ich, fo-peuhcn Wahlaufruf: „In ganz Deutschland arbeiten alle Parteien mit Anstrengung, um bei den kommenden Reichstagswahlen die günstigsten Resultate zu erzielen. Die Fremde (d. i. der Westen) bietet ganz beionders schon jetzt einen Schauplatz von Angriffen und Wahlvorkämpfen, und die deutschen Parteien überbieten sich in Lar Herausgabe der veria;ieocniitn Fiugichriften, die sie in alle Häuser, also auch in die Wohnungen Der Polen, hineindrücken. Für uns, Polen, legen sie Netze an, denn sie wissen, daß uns das Maulkorbgesetz nicht gestattet, uns in öffentlichen Versammlungen zu belehren.. Verschiedene Agitatoren Drängen sich daher an die Polen heran, um sie zum Vorteile des Deutschtums als Wahlwerkzeuge zu kapern. In der Erkenntnis dieses gemalt» fanten Ansturmes auf deutscher Seite müssen wir, Polen, einen widersetzlichen Standpunkt einnehmen, unsere Nationalgenossen so auffiäreii, damit die Arbeit der deutschen Agitatoren den nationalen Geist unsrer politisch weniger aufgeklärten Brüder nicht vergifte. Tie deutschen Paneien verfügen für die Wahlagitation über kräftige Kapitalien, in der Kasse des Polnischen Haupt- Wahlkomitees für Westfalen und Rheinprooinz herrscht völlige Leere, und ohne Geld kann doch feine erfolgreiche äßahlagitation durchgeführt werden" usw. Der Aufruf Hingt in einem warmen Appell an alle Nationalgenossen und Vereine aus, Mahlgelder zu sammeln. Die Ankunft der Kronprinjcnpatm in Potsdam, Potsdam, 11. April Das K'ronprinzenpaai ist heute vormittag 11 Uhr 56 Min. hier eingetroffen. Zum Empfang auf dem Babnlws fanden sich ein: das Prinzenpaar Eitel Friedrich, das Prinzenpaar August Wilhelm, das Prinzenpaar Friedrich Leopold von Preußen, Prinz Joachim, Prinz Sigismund von Preußen, Prinzessin Viktoria und Margarethe. Nach herzlicher Begrüßung begab sich das Kronprinzenpaar per Automobil in das Marmorpalaw. Potsdam hat reichen Fahnenschmuck angelegt. Das Publikum bereitete dem Kronprinzenpaar auf dem Wege zum Schloß herzlichste Kundgebungen. Berlin, 11. April. Das Militärluftschiff M. 4 unternahm heute vormittag 11 Uhr 40 Min. vom Tegeler Schießplatz mit dem General-Inspekteur des Militär- oerlehrswesens Freiherrn v. Lhncker und dem neuernannten Inspekteur des Militärluft- und Kraftfahrwesens Oberst Mossing unter Führung von Major Groß eine Be- grüßungsfahrt nach Potsdam. Während der Ankunft des Kronprinzenpaares kreuzte auch der Siemens-Schuckert Ballon über Potsdam. linregclmägigieitcn imZranMschen Auswärtigen Amt Paris, 11. April. Wie in den Wandelgängen der Kammer versichert wird, wurden in der Kassenabtei lung des Ministeriums des Aeußern ziemlich ernfte Unregelmäßigkeiten festgestellt. Der Vorsteher der Kassenabteilung soll sich vor den Direktoren des Ministeriums verantworten. Diese Entscheidung ist das Er gebnis von Untersuchungen, die die Finanzinspektoren [eit acht Tagen angestellt haben. Es wird gemeldet, daß der Schaden ungefähr 400000 Franken beträgt. Die in diese Angelegenhert verwickelten Personen gehören dem Beamtenkörper des Ministeriums nicht an. Es bestätigt sich, daß der Vorstand der Kassenabteilung im Ministerium des Aeußern Hamon seines Amtes enthoben worden ist. Schon im Dezember hätte Pichon eine Untersuchung eingeleitet, als deren Ergebnis der Schritt Cruppis anzusehen ist.____________________________________ Die vefferung der Lage in Marokko. Paris, 11. April. Ter Minister des Aeußern, C r u p p i, gab tm Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten der Kammer eine Erklärung über die gegenwärtige Lage in Marokko. Die ins Ministerium gelangten Meldungen erlaubten ihm, zu versichern^ daß die Lage sich befjere und daß kein Grund zu einer Beunruhigung vorliege. Nach den Meldungen der letzten Tage habe sich die Lage bedeutend gebessert infolge der Unterstützung durch die französische M i l i t ä r m i s s i o n und der Geld- mittel, die der Sultan erhalten und zur Auszahlung des rückständigen Soldes an die Truppen verwandt habe. Cruppi glaubt, daß die Lage sich weiter bessern wird, weil die Stämme unverzüglich in die Heimat zurückkehren müssen, um sich der Feldarbeit zu widmen, da die Erntezeit heran naht. Immeri/in ist die Stimmung in Marokko noch sehr gespannt, wie folgende Meldung beweist: Mazagan, 11. April. Durch die hierher gelangten Mitteilungen von den Ereignissen in Fez wurde unter der Einwohner schäft eine gewisse Erregung hervorgerusen. Der Kaid Abbas Humia ndes Stammes Uleds Beita ließ mehrere Ein geborene töten, von denen einer ein deutscher Schutz befohlener und vier spanische Schutzbefohlene sind, während der Sohn eines anderen Getöteten unter französischem Schutz steht. Ihre gesamte Habe fiel dem Stamme zur Beute. Der Stamm der Uled 21mran fetzte feinen Kaid ab unb steckte fein Hans in Brand. Der Kaid floh nach Marrakesch. Uriminalpolizei und modernes Verbrechertum. Von Kriminalkommissar K l i n g h a m m e r. Berlin, 9. April 1911. Der Kampf gegen das moderne Verbrechertum ist nicht allein in kriminalwisseiischastlicher, sondern auch in praktischer Beziehung ein anderer geworden. Der moderne Verbrecher ist Kulturmensch geworden, der sich die Technik und die Verkehrsmittel nutzbar gemacht fat. Er begeht seine Verbrechen meist nicht aus Not, vielmehr ist Hang 5uni luxuriösen Leben die Triebfeder. Tes- hcttb begegnet man ihm auch nicht als halbseidenen Ballonmützenmenschen, wie die Karikatur ihn darstellt, Zhlinder und Lackschuhe lassen ihn vielmehr wenig vom eleganten Alltagsmenschen ab stech en. Nicht in dunklen Lokalen, in den großen Eafos und Nachttokaleii ist er zu Haus. Der Magdeburger Sckwurgerichts- vrozeß gegen den Kaufmann Otto Knitelius zeigte uns dieses Leben des Scheins. Kftutelius war der Typus des mobenien Verbrechers. Wer ihn Unter den Linden flankieren sah oder bei Seit in bekannten "Nachtlokalen antraf, ahnte gewiß nicht, daß er seine Geldmittel aus großen Einbrüchen bezog, die er im In- und Auslande verübte. Zu den Geschworenen gewandt, sagte er in Magdeburg, er habe cs immer verschmäht, armen Leuten das Letzte sortzunchmen. Beim Apotheker Rathge, den er nieder- schoß, habe er sich bO 000 Mark aneignen wollen, mit denen er im Auslande ein anständiges Leben hätte führen wollen (!). Tiefe Sucht nach Wahlwollen ist auch dem „Baron v. K." ver- llängnisvoll geworden, der als Sohn einer ri)einifchen Gelehrtenfamilie bürgerlichen Namens sich am Montag, den 10. April, wegen Hehlerei, Zuhätterei und anderer Straftaten vor einer hiesig en Strafkammer verantworten mußte. Er gab sich in Berliner 'Nachtlokalen als Kürassierleutnant a. T. aus, brachte sich „Schmisse" bei, ritt int Tiergarten aus und sand Zuttitt zu den besten Gefellfchastskreiien : morgens aber, so wirft ihm die Anklage vor, wußte er, mit Schlagring bewaffnet, Freudenmädchen den 'Nachtverdienst abzunchmen. Tie bevorstehende Verhandlung wird, wie der Knitelius-Prozeß, ebenfalls einen interessanten Einblick in das Berliner Nachtleben gewähren. Er wird aber auch zeigen, wie alle diese Leute im In- und Auslande bekamtt, wie sie in allen Großstädten „zu Haus" sind und dort ihre Beziehungen haben. Zur wirksamen Bekämpfung dieser umherreisen- öen internationalen Verbrecher muß der großstädtische Kriminalist vor allem wissen, wo diese ihre Unterkunftsstätteu, ihre Treffpunkte haben. Ties ist ja nach der verbrecherischen Umwelt verschieden. Deshalb ist es für Den verfolgenden Kriminalisten unentbehrlich, festzustellen, welchen Umgang der Verfolgte gehabt hat. In dieser Umwelt muß der Beamte Bescheid wissen, nicht nur am eigenen Orte, er muß auch die Schlupfwinkel in andren Großstädten des Zn- und Auslandes kennen. Einen besonderen internationalen Verbrechertyp stellen russische und ungarisch-galizische Zuden dar. Sic kommen aus Warschau, Krakau, Lodz, Lemberg, halten sich hier im Scheunen- viertel auf, machen von hier aus ihre Abstecher nach allen deutschen Großstädten, auch nach Paris, London, Stockholm, rauben und stehlen und lehren reich beladen in ihre Heimat zurück, wo sie oft als „Handelsleute" eine geachtete Stellung haben. Man kann diese Leute als Mitglieder einer über die ganze Welt verbreiteten Verbrecherbande bezeichnen. Zn Newyork, Buenos Aires, Rio de Zaneiro begegneten wir Mitglieder dieser Gesellschaft als Mädchenhändler, sonst treffen wir sie als Tascheii-, Eisenbahn-, Handtaschendiebe, Wohnungs-, Goldwarengeschäftseinbrecher und Straßenräiiber. Zch erinnere hier an Die drei Russen Moses Schulwacz, Jsrol Zische und Darschowiak, Die im Sommer 1908 einem Leipziger Lehrling am Hellen lichten Tage 3000 Mark durch besonderen Trick enttissen. Sie wohnten ebanfalls im hiesigen Scheunemnertel. Für Schulwacz, einem aus der Verbannung in Sibirien eniwichenen Räuber, trafen kurz nach seiner Festnahme 1000 Mark durch telegraphische Llnweisung aus Buenos Aires zur Annahme eines Verteidigers ein. Zu diesem Milieu gehört and’ der an dem Myslowitzcr Aniol- schen Raubmord beteiligte Stanislaus Bednarz, der auch schon int hiesigen Scheunenvicrtel aufgetaucht und setzt nach Rußland geflohen ist. Er ist der Gefährte des im Neuhvrkcr Hasen vom Kriminalfclmtzmann Busdorf feügcntmincncn Raubmörders Sucho- lewski. Auch dieser ist hier wiederholt in den Schlupfwinkeln und an den Treffpunkten des volniichcn Verbrechermftieus gewesen und dadurch der diesigen Kriminalpolizei näher bclannt geworden. Er trat unter sechs verschiedenen. Der Polizei bekannten Namen auf. Ms sein Bild von den Verfolgungsdehörden veröffentlicht wurde, erlüimtc Busdorf Den „alten Bekannten" Suchoiewski wieder, dessen Verfolgung er bald aufnehmen mußte. Zn Bremen las Busdorf in den Schiffs listen unter den Abgereisten einen der sechs von Suchelewsli gemärten Namen. Er stellte bald fest, laß es wirtlich Sucholeivski mer und erbat sich von dem Beiitlwner Untersuckungsrichter weitere Anweisung. Innerhalb zwei Stunden hatte Busdorf den telegraphi'ck-en Befehl zur 'Verfolgung über den Ozean. Zn Dem in einer hiesigen Tageszeitung kürzlich veröttent- lichten Artftel über dasselbe Thema sagte ich u. a.: den polnischgalizischen yerbreufcriolonucn, Die 00m ^.cuchwch Bahnhof aus ruck- und auswandemde Landsleute verschleppen, berauben und selbst vor einem Morde nicht znrückschrechen, gilt dauernd die Aufmerksamkeit der Beamten der Bahnhosskriminalpattouckle. Diese Polen bilden, wie schon bemerkt, eine besondere Ver brecherttasse. Im Wartesaal vierter Klasse des Schlesischen Babn Hofs, in einigen Restaurants der Nachbarschaft geben sie sich ein Stelldichein; hier tauschen sie Nachrichten aus, empfangen Briefe usw. Sic haben ihre beftinrnrte Reiselinie, stehlend und raubend durchzteheu sie Deutschland. Ihre Opfer find mein eigene Landsleute, die, mit Barmitteln versehen, verschleppt und niedergeschlagen werden. Es sei hier an den Karnaßschen Mord in Marschwitz bei Deutsch-Lina erinnert, an Raubanfällc in Berlin, Kassel, Leipzig, Halle usw. So wie die soeben erwähnten haben die verschiedensten Vei breckermilieus der Großstadt ihren „Tress"; Erpresser, Zuhälter, Bauernfänger, Einbrecher aller Art, Siadtbahnfleddcrer usw. Hier Anschluß zu suchen, ist in der Haiiptsachc Ausgabe der Kriminalpatrouftleu. Diese bestehen aus etwa 50 geschulten Be nm teil, die, in besondere Spezialpatrouillen eingeteilt, in ihrer besonderen Umwelt, insbesondere Personenkemttnls haben und alles Bemerkenswerte den einzelnen Dienststellen der Kriminal Polizei melden müssen. Diese Beamten sind nur ün Außendicnil tätig. Bei großen Fahndungen, bei allen Kapitalverbrechen bilden sie ein wichtiges Kommando. Ein ähnliches Znstitut unterhält die Pariser Kriminalpolizei in der „Brigade de la Voie Publique". Wie wichttg die persönliche Kenntnis des Verbrechertums ist, Zeigt wieder einmal die Ermittelung der Myslowitzer Bank räuber. T es halb sind viele großstädtiiche Polizeibehörden de müht, cüic ähnliche Einrichtung, wie das hiesige Kriminal patrouillentorps zu treffen. * — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschafl. Auf eine 25jährige Tätigleit als ordentlicher Professor an bei Universität Göttingen kann dieser Tage der Vertreter bei klassischen Philologie Dr. Wilhelm Meyer zurückblicken. Ei steht im 67. Lebensjahre. — Zn Leipzig ist am 10. ds. Mts Professor Alois Reckendorf, Lehrer für Klavier spiel und Tleorie arn dortigen Kgl. Konservatorium der Musik, im 70. Lebensjahre gestorben. -- Zn Stuttgart ist der Pro sejsor für Augenheilluiftc an der Tierärztlichen und der Technischen Hocknchule Geh. Hosrat Tr Königs Höfer im Alter von 59 Zähren g e fto eben. Oeer und Flotte. Berlin, 11. April. Das „M i l i tärw o chenbl at^> meldet: Ernannt wurden Frhr. v. Lyncker, Generalleutnant, bisher Inspekteur der Lcrkehrstruppen, zum Generalinspekteur des Militärverkehrswesens, Meister, Major, Bataillonskom- mandeur im Alexander-Regiment, zum Chef des Stabes der Generalinspektion für das Militärverkehrswesen, Messing, Oberst, Vorstand der Versuchsabteilung der Verkehrs truppen und Inspekteur des Militär-, Luft- und Krastfahrwcsens. Ausland. Dis französische Kammer nahm die sämtlichen Artikel des Finanzgesetzes, die fick) auf die Reorganisation des Staatseisenbahnnetzes beziehen, an imb lehnte mit 253 gegen 226 Stimmen den von der Regierung bekämpften Ab- äirderungsantrag ab, der bestimmt, daß in den Eisenbahnrat Vertreter des Handclsstandcs, der Landwirtschaft und der Arbeiter - schast gewählt werden sollten, nahm aber ungeachtet des Wider- staudes des Arbeitsministers einen Abänderungsantrag an, demzufolge nur Arbeiter als Vertreter in den Esienbahnrat gewählt werden sollen. Aus Korfu wird gemeldet: Der König der Hellenen sowie der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland, welche wn Dienstag vormittag auf Korfu eintrafen, begaben sich nach Achelleion, wo sie von dem Kaiser und der Kaiserin herzlich empfangen wurden. Die griechischen Herrsci>aften nahmen an der Frühstückstasel teil. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Auf Beschluß des türkischen Ministerrates wurde der deutsche Baumeister N e t e l zum ChefingenieurderHedschasbahn ernannt. Aus Konstantinopel verlautet, daß in der Angelegenheit der in Frankreichaufzunehmendeu großen Anleihe und der damit verbundenen Eisenbahnbauten einige Schwierigkeiten ent st an den sind, die den Abschluß nicht mehr nahe bevorstehend erscheinen lassen. Die hierauf bezüglichen Konventionen, welche die türkische Dicgicrung in dieser Kammer-- session vorzulegen hoffte, würden erst in der nächsten Kammersession vvrgelegt werden. Die Meldungen, daß Montenegro mobilisiere, werden für falsch erklärt. Die Regierung verstärkte, wie aus der montenegrinischen Hauptstadt gemeldet wird, zur strikten Wahrung ihrer Neutralität die Grenzwachen und entsandte Offiziere, um die Grenze zu überwachen, damit die Montenegriner sie nicht überschreiten und die Rebellen unterstützen. Die leitenden Kreise in Montenegro sind durch die Konstantinopeler Beschuldigungen, daß Montenegro nicht neutral sei, sehr peinlich betiUirrt. Der König und die Regierung wünsckien aufrichtig, daß der Frieder gewahrt bleibe, und handeln loyal. Deutsche Kolonien. Der Gouverneur auf Samoa, Dr. Solf, sollte nach einer Meldung der Berliner Korrespondenz seinen Abschied eingereicht und sich entschlossen haben, in das parlamentarische Leben einzutreten. Wie dem Wolffsck-en Bureau demgegenüber vom Gouverneur auf Anfrage mitgeteilt wird, ist durchaus unzutreffend, daß Dr. Sols sein Abschiedsgesuch eingereicht oder überhaupt die Absicht hat, den Kolonialdienst zu verlassen. Damit erledigt sich auch die Kombination, wonach Dr. Solf eine Kandidatur für die nächsten Reichstagswahlen angenommen habe. Der Gouverneur, der seit seinem Eintreffen in Deutschland im Reichs-Kolonialamt gearbeitet hat, tritt am Mittwoch einen längeren Erholungsurlaub an. Das Datum der Wiederausreise nach dem Schutzgebiet steht zurzeit noch nicht fest. (Ein Denkmal für Alfred Maul. In Karlsruhe wurde gestern in Gegenwart des Grvßherzvgs von Baden vor dem Gebäude der Turnlehrer- onftolt in der Bismarckstraße die überlebensgroße Erz-- büste von Alfred Maul enthüllt. Als erster legte der Großherzog einen Lorbeerkranz am Denkmal nieder, das sodann von Oberbürgermeister Siegrist in die Obhut der Stadl übernommen wurde. Hierauf folgten Deputationen aus der Schweiz Holland und den verschiedenen deutschen Landen. Alfred Maul war ein geborener Hesse. Er war 1828 in Michel st adt geboren und besuchte in Darmstadt das Polytechnikum (die jetzige Technische Hochschule). Gleichzeitig widmete er sich dem Turnen. Er war Turnwart der Darmstädter Turngemeinde und erhielt seine Ausbildung als Turnlehrer unter Adolf Spieß. 1856 wurde er Lehrer an der Realschule in Basel und 1869 Direktor der neugegründeten staatlichen Turnlehrerbildungsanstalt in Karlsruhe, die unter seiner Leitung zu einer Musteranstalt wurde und auf dem Gebiet des Schulturnens bahnbrechend wirkte. Namentlich dem Mädchenturnen und dem Freiübungsturnen widmete sich Maul, der eine ganze Reihe vielbeachteter Uebungsbücher herausgab. Lange Jahre gehörte Maul dem Ausschuß der Deutschen Turnerschaft an, bis er als Nachfolger Georgis 1887 deren Vorsitzender wurde. 1894 legte er dieses Amt wegen starker beruflicher Inanspruchnahme nieder und wurde zum Ehrenvorsitzenden dieser größten Vereinigung für den Betrieb von Leibesübungen ernannt. Im Jahre 1907 ist Maul in Karlsruhe gestorben. Zu dem Denkmal, das gestern enthüllt wurde, haben die Turner ganz Deutschlands beigetragen. Aus Stadt und Laus. Gießen, 12. April 1911. • * Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Aviatiker Aug. Euler auf dem Uebungsplatze bei Darmstadt die Silberne Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. * * Techn. Oberprüfungsamt. Der Großherzog hat den Geh. Oberbaurat Reinh. Kl i n ge l h ö f f e r zu Darmstadt zum Mitglied des Technischen Oberprüfungsamts ernannt. * * Lehrerperson alten. Heber tragen wurde dem Lehrer Gg. Weis zu Dintesheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeichule zu Arheilgen, dem Schulamtsaspiranten Hch. 2 o r tz aus Crumstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Siedelsbrunn. • • Ernennung. Der hessische Bergrat Köbrich in Darmstadt ist für die Dauer von fünf Jahren zum beigeordneten Mitgliede der Kars. Nörmaleichungskomission ernannt worden. * * lieber die B e s i ch tig u n g s r ei s e des Finanzausschusses der Zweiten Kammer berichtet einer der beteiligten Abgeordneten: Am Montag vormittag trafen die Mitglieder des Finanzausschusses der Zweiten Stände- kammer in Begleitung von Regierungsvertretern in Gießen ein, um hier die neuerbaute staatliche Irrenanstalt zu besichtigen. Von der Regierung nahmen tell Minister des Innern v. Hombergk, Geh. Oberbaurat Klingel- höfer und Provinzialdirekwr Dr. Usinger. Unter Führung des Bauinspektors Schön und des Professors Dr. Dannemann erfolgte die eingehende Besichtigung der Anstalt, die demnächst eröffnet werden soll. Sowohl die außerordentlich günstige Lage als auch die trefflichen Einrichtungen fanden allseitigen Beifall. Nach eingenommenem Mittagsmahl int „Großherzog von Hessen" begaben sich die Gäste in Automobilen nach Wölfersheim, um dort die staatliche Braunkohlengrube Ludwigshosfnung, auf der bekanntlich demnächst eine Brikettfabrik sowie eine elektrische Ueberlandzentrale für einen großen Teil der ober- hessischen Gemeinden errichtet werden sollen, einer Besichtigung zu unterziehen. Unterwegs stattete man noch dem von der Provinz Oberhessen errichteten Wasserwerk Inheiden einen Besuch ab, das nach einem Vertrag mit der Stadt Frankfurt auch sie mit Wasser versorgen soll. Auf der Grube Ludwigshosfnung wurden die Gäste durch Geheimrat Milbrand, Finanzrat Balzer, Bergrat Schulz und Baurat Schöberl erwartet. Es fand eine eingehende Besichtigung der Grube, der gesamten Anlagen sowie eine Prüfung des neuen Projekts an Hand der Pläne und weiteren Unterlagen statt. Der Finanzausschuß wird demnächst zur Errichtung der Brikettfabrit und der elektrischen Zentrale Stellung nehmen; der Vertrag der Provinz mit dem Staat ist bereits von dem Pvovmzialausschuß genehmigt, so daß es nur noch der Zustimmung des Landtags bedarf, um das Werk zu beginnen. Der Vertrag sichert dem staatlichen Umerneymen eine angemessene Verzinsung der aufzuwendenden und bereits für die Grube Ludwigshosfnung verausgabten Kapitalien. Neu aufzuwenden sind rund 1900 000 Mark. Gegen Abend kehrten die Gäste wieder in ihre Heimat zurück. • • Geschäfts-Jubiläum. Am Freitag, 14. April, feiert das Möbel- und Aussiattungsgeschäft C. Leisler, Neuenweg, sein 25jähriges Geschäflsjubiläum. • * (Sine unangenehme Ueberraschung bereiten vor den Oslertagen für Viele die Staatssteuerzettel für 1911/12, die eben ausgegeben werden. Vielfach sind nämlich die Steuerzahler überrascht, wie sehr sich ihr Einkommen nach der neuen Veranlagung vermehrt haben soll. Landkreis Gießen. ? A Ikendorf a. Lahn, 12. April. Heute feiert unsere Hebamme Katharine Ellsabethe Steinmüllerihr 4 0jähriges Di enstjub il äum. Trotz ihres Alters übt sie ihre Tätigkeit zur größten Zufriedenheit unserer Dorfbewohner bis heute noch aus. Li ch,11. Llpril. Eine Kindesleiche wurde gestern im Felde unter einem Misthaufen gefunden. Wie vertäutet, soll es das Kind sein, das eine hier in Diensten stehende Magd geboren hat. Bon Gießen weilte heute die Behörde zur Untersuchung der Angelegenheit bier. In der Stadt sind die verschiedensten Gerüchte in Umlauf, die sich aber teilweise widersprechen. Kreis Lauterbach. = Schlitz, 12. April. Die Untersuchung über die Entstehungsursache des Brandes bei Metzgermeister Schwab, über den in Nr. 82 d. Bl. berichtet wurde, hat ergeben, daß von einem „KurzsMuß" keine Rede sein konnte, daß vielmehr die elektrische Lichtleitung auch nach dem Brande durchaus in tadellosem Zustande toar und der Brand durch ein am Wechsetbalken zu nah vorbeiführendes eisernes Ofenrohr verursacht wurde. Kreis Friedberg. Friedberg. 11. April. Von den 25 Schülern, die in höheren Lehranstalten oder bei Lehrern nsiv. vorgebildet waren und sich zur Aufnahme ins hiesige Lehrerseminar melßeten, haben 13 die ab gehalte ne Prüfung bestanden. x Bad-Nauheim, 11. April. Ein schönes Stück Arbeit im Dienste der Volksbildung leistet seit 5 Jahren der hiesige Volksbildungsverein. Der unter dem Vorsitz von Oberlehrer Dr. Strecker stehende Verein zählt jetzt 425 Mitglieder. Im letzten Winter wurden 8 Theaterabende durch das Verbandstheater abgehalten, die eine Durchschnittsbesucherzahl von 210 aufweisen. Um die Erledigung der Vorarbeiten zu diesen Veranstaltungen haben sich die Vorstandsmitglieder Lehrer Wehrheim und Frl. Lehrerin Kredel ganz besondere Verdienste erworben, ebenso um die Verwaltung der Bibliothek, die neueroings auch von der Stadt unterstützt wird; auch private Freunde des Vereins vermehren den Bücherbestand dauernd durch Zuweisungen. Im letzten Jahre wurden rund 5000 Bünde ausgeliehen. Leider fehlen bei den Veranstaltungen des Vereins immer noch sehr die Bevölkerungskreise, denen in erster Linie die Volksbildungsarbeit gilt. Auch das öffentliche Lesezimmer, in dem Zeitschriften und Zeitungen der verschiedensten politischen Richtungen ausliegen, wird von der einheimischen Bevölkerung noch verhältnismäßig wenig benutzt, aber umsomehr von den Kurfremden. Bad Nauheim, 11. April. Die Sommersaison beginnt nächsten Samstag, an welchem Tage auch die erste liurliste erscheint. Beveüs sind einige Lokale, die den Winter über geschlossen waren, geöffnet. So wurde das staatliche Tennis-Cafö wieder eröffnet. Ebenso das im Hochwald sich befindende städtische Waldrestaurant und das Teichhaus. x Ob er-Mörlen, 12. April. In einer neuerlichen Sitzung hat der Gemeinderat, der sich erst ablehnend verhielt, nun doch den Anschluß an das staatliche Elektrizitätswerk beschlossen. Starkenburg und Rheinhessen. ra Offenbach, 11. April. In der heutigen Sitzung der S ta dtverordn eten - Versa m m lung wurde der Voranschlag für 1911 genehmigt. Der Voranschlag schließt mit 7 476 340,61 Mk. ab gegen 6 785 362,97 Mk. im Vor- jähre. Die Ausstellung des gesamten Voranschlags weist diesmal eine Aenderung insofern auf, daß der Rest aus vorderen Jahren dem Ausgleichsfonds zugeführt ist. Eine weitere Neuerung besteht ferner darin, daß erstmalig ein Schulbaufonds in Höhe von 80 000 Mk. eingestellt wurde. Diese Maßnahme hat stch als notwendig herausgestellt, weil bei der gewaltigen Zunahme der Bevölkerung — Offenbach braucht jährlich etwa 11 neue Schulklaffen — die Schulbauten nicht mehr auf Anlagen gebaut werden sollen. Der Voranschlag schließt ohne Erhöhung des Steuerprozentsatzes ab, was in der Hauptsache dem außerordentlich starken Anwachsen der Grundzahlen zuzufchreiben ist. Der Gemeindesteuerzuschlag beträgt bei einem Steuerbedarf von 4 346 224 Mk. und einem Steuerkapital von 2 299 589,30 Mk. 189 Prozent. Die Leute mit unter 500 Mk. Emkoinmen werden zur Ge* rneindesteuer nicht zugezogen. w. Worms, 11. April. Da§ 3r/2 Jahre alte Kind des Fabrikarbeiters Schäfer stürzte gestern nachmittag aus dem Gangsenster des zweiten Stockwerkes in den gepflasterten Hof deS Nachbarhauses hinab, wo es schwer verletzt und besinnungslos liegen blieb. Das Kind hat einen Schädelbruch mit Bluterguß ins Gehirn und außerdem einen Oberschenkelbruch davon getragen. Das Kind wurde in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Hesien-Najfau. )( Marburg, 11. April. Der wegen der Frage der Erweiterung des Marburger Rathauses heute hier weilende Profeffor Pütz er aus Darmstadt erstattete heute in dec Stadtverordneten - Versammlung im Beisein sämtlicher Magistratsmitglieder sein Gutachten. Er hielt den vom Stadtbaurat ausgearbetleten Entwurf für richtig, weil er sich dem historischen Gebäude und dem Städtebild anpasse. Was die Baufälligkeit des Daches aubelangt, so herrschten in der Da ch ko n st r u k t i on solche Zu stände, dag hier dringend eine Er Neuerung a m Platze fei. Die Balkenlagen und Stützen seien aus den Fugen und böten eine große Gefahr. Deshalb sei eS sehr nötig, das Rathaus durch einen -Leftbau zu stützen und dann an einen zweckentsprechenden Umbau heranzugehen. Es wurde beschlossen, 55 000 Mk, vorbehaltlich einer baldigen Vorlage in den Voranschlag ein- ufteUen. Landwirtschaft. ** Die Provinzial-Jungviehweiden. Während die Kleefelder und Wiesen mehr oder weniger durch die Mäuseplage gelitten haben, so daß in vielen Gegenden der Provinz Fehl- und Mißernten zu gewärtigen sind, blieben die Weiden von dieser Schädigung verschont, weil das Weidevieh die Mäuse bis zum Spätherbst von den Weiden sernhielt und die feste Lagerung des Bodens ihre Wühlarbeit erschwerten und unmöglich machten. Unter dem Einfluß der reichlichen Düngung und der ständigen Verbesserung der Grasnarbe ist denn auch eine sehr üppige Vegetation auf den Weiden zu beobachten, die es ermöglicht, in den ersten Tagen des Mai mit dem Auftrieb zu beginnen. Für den Weidegang sind bis jetzt 75 Fohlen und 250 Rinder angemeldet, während die zulässige Besatzstärke erst mit 100 Fohlen und 400 Rindern erreicht ist; es können deshalb noch weitere Landwirte von der Weideeinrichtung Gebrauch machen, wenn sie unverzüglich ihre Anmeldung beim Landwirt- sckaftskammer-Ausschuß tn Gießen bewirken. Während bis zuvt 10. April Anmeldungen für eingetragene Tiere den ersten Anspruch auf Berücksichtigung hatten, können von nun an auch auf den Weiden im Tiergarten, in Lauterbach und Wernings, soweit noch Platz vorhanden ist, nichteingetragene Tiere zugelassen werden. Die Weide in Zell dagegen ist schon übersetzt, weshalb eine Ucber- weisung der überzähligen Tiere auf eine benachbarte Weide ftatt- sinden muß. Damit die Züchter auch ältere Rinder zur Weide bringen können, ist durch Aufstellung erstklassiger Zuchtbullen dafür Sorge getragen, daß die Tiere auf den Weiden gedeckt werden können. Außer bet Gewichtszunahme von l1/»—2 Zentner und der günstigen Einwirkung auf Körperentwickelung und Gesundheit haben die Weidebeschicker demnach auch noch einen züchterischen Vorteil zu erwarten. Sehr zu bedauern wäre es, wenn durch weiteres Umsichgreifen der Maul- und Klauenseuche der Weidebetrieb unmöglich gemacht würde, worüber natürlich erst unmittelbar vor Eröffnung der Weiden die Entscheidung getroffen werden kann. Vorläufig dürste es sich empfehlen, für die Weiden anzumelden und abzuwarten, welche Sicherungsmaßnahmeu oei Vorstand des Landwirtschaftskammer-Ausschusses im Eiiwernehmen mit den Verwaltungsbehörden zur Verhütung einer weiteren Verbreitung oder Einschleppung der Seuche für geboten hält. Bis zum 1. Mai erhalten die Anmelder näheren Bescheid über .Annahme oder Zurückweisung ihrer Anmeldungen. GcrichrssaaL. Berlin, 11. April. Ein erdichteter Raubanfall, der vor mehreren Monaten die Berliner Beöölkeruug in Aufregung versetzt batte, führte die Frau eines stäütischen Beamten vor die Strafkammer des Lanogerichts. Sie hatte angegeben, sie fei aus der Treppe plötzlich von einem Manne angefallen und ihrer Handtasche, in der sich 1100 Mark befanden, ine sie im Auftrage ihres Mannes zur Post habe tragen sollen, -beraubt worden. Der Staatsamvalt beantragte mit Rücksicht auf die ärztlichen Gutachen eine Geldstrafe von 250 Mrart, Das Gericht hielt eine Geldstrafe jedoch nicht für angebracht, da die Tat eine außerordentliche Gerissenheit zeige. Das Urteil lautete deshalb auf vier Wochen Gefängnis und zwei Wochen Haft. Lustichiffahtt. ! Mainz, 11. April. Der Ballon Mainz-Wiesbaden des Mittelrheinischen Vereins für Luftschiffahrt stieg am Freitag uni 10 Uhr unter Führung des Hauptmanns Eberhardt auf. Als Fahr gaste befanden sia- in der Gonoel Fürst ^u|t Christian zu Stolberg und Prinz Johann August Stolberg. Kurz nach dem Aufstieg trieb der Ballon in dichte Schneewolken, die den Reisenden die Aussicht nahmen und jedwede Orientierung verhinderte. Als der Ballon niederging, wurden sich die Mit- fcchrenden klar, daß sic sich auf französischem Gebiete befanden. Die Bewohner waren höchst freundlich und zuvorkommend, da sie aus den gemucksten Auszeichnungen sahen, daß die Landung in Frankreich unbeabsichtigt ersolgi war. Der Ballon war bei Pont-ß-Mousson um 2 Uhr 40 Minuten nlehergegangen. Der an der Landungsstelle erhobene Zoll wurde ohne weitere Schwierigkeit tn Pagny zurückbczahlt. Paris, 11. April. Die Luftschiffer Bienaine und Soneuque unternahmen am SonnlaZ mit einem 2200 Kubikmeter fassenden Kugelballon einen Aufstieg und erreichten dabei eine Höhe von 9000 Metern. Das Thermometer wies eine Temperatur von 35 Grad unter Null auf. Die Luftschiffer hatten beabsichtigt, den von den Deutschen Bernau und Sucing ausgestellten Höhcnrekord von 10000 Metern zu schlagen. Arbeiterbewegung. Danzig, 11. April. Aus der Schiechau-Werst dehnt sich der Ausstand immer weiter aus. Zurzeit sind 773 organisierte und 45 Nichtorganisierte Arbeiter ausständig. Wien, 11. April. Die Fleis cherg esellen beschlossen, heute früh in den Ausstand zu treten, da die meisten Fleischer- firmen die neuen Lohntarisc nicht angenommen haben. 2000 Gehilfen sind dem Ausstand beigetreten. Die Gehilfen der Markthallen und Der Großschlächtereien haben sich dem Streik nicht angeschlossen. W i e nz 11. April. In der Versammlung der Wiener Stück meist er der Herrenkleiderbranche, der auch die Vertreter mit den Stückmeistern der solidarischen Gehilfenschaft -Kindermehl Falls Sie gut einkaufen wollen, lesen Sie Folgendes aufmerksam der genug ausgeschieden — daher ""IX' 7- itziekcn, Sundsaaffe 4. 029301 7—15 Mk. mon. < > 2528 Heuchelheim, den 12. April 1911. - Genaue Abbildung in Naturgrösse. Kraft für das Tagewerk—daher wirksamer und besser als irgend ein anderes Nahrungsmittel. Ein ideales Frühstück für Schulkinder, die es leidenschaftlich gern essen. Nur der beste Hafer der Welt wird für Quaker Oats gekauft—davon wieder bis zu 2/3 als nicht gut Die Beerdigung findet den 14. April nachm. 1 Uhr vom Slerbchouse Ludwigstraße 14 aus statt. beiwohnten, wurde beschlossen, heute in den Au S st a n d zu treten^ ZS kommen über 1000 Stückmeuter und mehrere tausend Gehilfen in Betracht. ________ To« nördliche Tiei zieht südostwärts weiter und bringt Mittel- deuischtand, wie bereit» beute morgen dem Norden bet Neiche«, kühle Westwinde und Trübung. WelterauSsichten in dessen am Donnerstag dem 13 Avril 1911: Trübnna, ftnrfere Westwinde, astaemein fühl, aerinaer Aeaen. delikate Geschmack und die grosse Ergiebigkeit. Quaker Oats wird so stark geröstet, dass ihm die wertlose Feuchtigkeit fast gänzlich entzogen ist. Sie bezahlen deshalb nur für die volle Nahrung und nicht für Wasser wie bei vielen anderen Marken. Das bedeutet eine grosse Ersparnis für Sie. Quaker Oats gibt Gesundheit und Bestbewährte gesunde und magendarmkranke Nahrung fUr: sowie k schwächliche, in der Entwicklung zurückfj°bllebene Kinder. Todes Anzeige. ES hat Gott gefallen, heute vormittag 5 Uhr, unseren lieben Gatten, Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Herrn Johannes Becker VIII. Gastwirt im Alter von 72 Jahren nach langem schweren und mit Geduld getragenem Leiden auS diesem Leben abzurufen. Die tieftrauerndeu Hinterbliebenen. TreiS a. Lumda, Winnen, London, Altcn-Buseck, Gießen und Lollar, den 11. April 1911. Die Beerdigung findet am Karfreitag, nachm. 3 Uhr, in TreiS a. Lda. statt. 2519 Gratis-Löffel für Quaker Oats Konsumenten. Quaker Oats Pakete enthalten Gutscheine, für welche wertvolle schwer versilberte Löffel gänzlich kostenlos erhältlich sind. Diese Löffel tragen keinen Reklameaufdruck, sind von grosser Haltbarkeit und eine Zierde für jeden Tisch. Geschäfts-Eröffnung. Hierdurch einem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend die ergebene Mitteilung, daß ich neben meiner bisherigen ^chuh- macherwerkstätte ein __ —— Schuhwaren-Geschaft in meinem Hause eröffnet habe. _ X_T Durch fachmännische Kenntnisse tn dieser Branche dm ich m der Lage, meine mich beehrende Kundschast auss Beste »u bedttnen. Indem ich bitte, mein Unternehmen gütigst unterstützen -n wollen, zeichne hochachtend Balthaser Amend, Schuhmachermetster. Karl Zimmermann, B3®uee1n: Letzte Nachrichten. Vom albaaischkn Aufstand. Konstantinopel, 12. April. Tie Alarmnachrich- t e n über große Truppenverlu ste in Albanien und über die Bedrohung Skutaris sind übertrieben. Allerdings baden sich die Truppen nach den Kämpfen am 8. April bei Dinuschi und anderen Ortschaften mit nickst unbedeutenden Verlusten auf Tuzi zurückziehen müssen. Nack) authentischen Meldungen umfaßt die Zahl der in Aktion getretenen Mnllisseren nicht mehr als 1800 Gewehre. In Sandschak und Vrizrend wurde bisher keine beunruhigende Bewegung unter den Alhane'en wat'raenommrn. Konstantinopel, 12. Avril. Da- Ministerium bei Innern teilt eine Depesche bc8 Malis von Skutari vom 10. April mit, wonach eine größere Truvvenmacht bei Hoti angegriffen sei. Die Rebellen hätten dem Geschützfeuer und den Maschinengewehren nicht widerstehen können, so daß ~bie Truppen, die von Kastrati auf Tuzi marschierten, da- Fort Hasiz-Paschg besetzten, den Aufständischen in die Flanke fielen und so den Vormarsch der anderen Truvvenabteilung sicherstcllten und darauf die tRebeffcn, die sich hinter Tuzi zurückgezogen hatten, verfolgten. Der Einzug der Truppen in Tuzi wird heute erwartet. Torgut Sckcfket Pascha nntrbe anstelle des zurück- gctretenen Malis von Skutari einstweilen mit der Leitung dieses Amtes betraut. • :/: Köln , 12. Avril. (Privattelegramm) Tie nieder- und oberrheinischen Reedereien beschlossen, die unterwegs befindlichen Güter an ihren Bestimmungsort gelangen zu lassen und alsdann die allgemeine Aussperrung zu verhängen. London,12. April. Nach fünf Sitzungen im Unter- Hause ist die weitere Aussprache über die Klausel der Varl am en tsbill bis zum 18. April vertagt worden. Obwohl die bisherigen Verhandlungen bisweilen ziemlich stürmisch verliefen, batte die Negierung bei allen 9Tbftim- mungen eine normale Mehrheit. Madrid, 12. April. Zwischen Fran kreich und Spanien ist in der marokkanischen Angelegenheit ein vollständiges Einvernehmen erzielt worden. Saloniki, 12. April. Der Aus st and der Tabak- arbeit er breitet sich in der Provinz weiter au?. In Kawala legten 10 000 Arbeiter die Arbeit nieder. Truppen sind nach den gefährdeten Gebieten abgegangen. tr on/11 Be/< TounerStag, 27. ?Ü>riI 1911, nachmittags 3 Uhr, werden in unserem Amtszimmer die dem Karl Wilöeim Henrich aus Großen ° finden zugcschriebenen nachstehend verzeichneten Parzellen versteigert : . , Nach der Feldbereintgung: Fl. 38 Nr. 72-10 — 450 ym Ho freite hinter den Lchievgarten an der Nodheimer Straße Fl. 38 Nr- 726/u> = 390 Qm Ho fr eite daselbit «Neubauten Roü- heimer Straße 51 und 53k Gießen, den 5. Avril 191t Grov-erzoglrcheL OrtLgericht. Todes-Anzetge. Gestern abend 9 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden meine liebe Gattin, unsere gute 'Diutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wbethe ^enfelmönn geb. Rinn im 40. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Henkelmann. Danksagung Für die zahlreichen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer unvergeßlichen Mutter Fran Sara Klippstein, ged. Herzog sprechen wir unfern innigsten Dank auS. H. Mippstein Berthold Klippstein Betty Löwenstein, geb. Klippstein. Langsdorf i.O., Frankfurt a.M., Schornsheim t.Nheinh., den 12. April 1911. 02933 Lin Nachspiel zu den Moabiter Unruhen. Im Laufe des gestrigen Tages erhielt die Witwe Herrmann, deren Mann bei den Moabiter Unruh e n von Schutzleuten erschlagen wurde, auf ihr Gesuch um Bewilligung einer Rente folgende abschlägige Antwort: Ihre Ansprüche vom 5. Oktober 1910 wegen Bewilligung einer Rente lehnen wir ab, da das Gesetz vom 11. Sutari 18a0 allein den Verletzten, nicht aber den Unterhaltungsbcrech- tigten einen Anspruch aus Entschädigung gibt. Dagegen haben wir dem Antrag vom 11. und 25. März 1911 auf E r ft a 11 u n g der Beerdigungskosten, soweit diese daS von der allgemeinen Ortskrankenkasse Charlottenburg gezahlte -Sterbegeld übersteigen, in der Höhe von 45 Mark stattgegeben, eie können diesen Betrag bei der Stadthauptkasse, mit Ausnahme der beiden letzten Geschäftslage eines jeden Monats, in den Vormittagsstunden erheben. Sollte Ihre Unterschritt m. der Kasse nicht bekannt sein, so haben Sie solche amtlich bescheinigen zu lassen. Falls Sie obigen Betrag innerhalb der nächsten drei Monate vom Empfang dieser Bescheinigung an nicht abgehoben haben sollten, werden wir annehmen, daß eS Ihnen an gen e nm tit. wenn die Zahlung durch Postanweisung unter Abzug des Vortos erfolgt, und wird diese Absendung demnächst durch d,e Stadt» Hauptkasse bewirkt werden. gez. Kirschner. Die wir erfahren, hat sich Frau Herrmann nut ber — au5 sachlichen Gründen übrigens zu erwartenden — abschlägigen Antwort her Stadt Berlin nicht einverstanden erklärt und ihren Rechtsanwalt Dr. Rosenseld beauftragt, letzt gegen den Staat die Klage aus Schadensersatzansvrüche geltend zu machen. Vor dem Amtsgericht Verlin-Mitte fand tn Den letzten Tagen eine erneute Untersuchung in der TotschlagSsache statt. Es waren gegen hundert Schutzleute nach dem Gericht gerufen worden, um den Zeugen, die erst den Abend vorher vom Gericht geladen worden waren, gegenübergestellt zu werden. Die Smutz- lrute mußten bekunden, ob sie sich in der Zwischenzeit den Bart naben abnehmen lassen oder andere Merkmale zur Veränderung hrer Gesichtszüge beitragen konnten. Bet der Vernehmung geriet rinc Zeugin in große Erregung. Sie machte geltend, daß sie nor Gericht nicht mehr als Zeugin erscheinen werde, wenn thr nicht der in Frage kommende Beamte gcgenfibergcfteut wird, den lie auf das bestimmteste w i ed e r e r k e n n e n wurde. Vorläufig sind die schuldigen Beamten noch nicht ermittelt worden. Kleine Tageschronik. Ein Mitte Februar in bas PereinskrankenhauS zu Einbeck kingelieferter etwa 40 Jahre alter Italiener gestand kurz vor Hnem Tode dem Anstaltsarzt, daß er von April bis Oktober vier Morde begangen habe. Einzelheiten. vermock)te er nich. mehr anzugeben. Die Staatsanwattscha^ tft damit beschäftigt, die Richtigkeit des Geständnisses nachzuprüken. Einer Meldung der P.-terSburger Telegraphen-Ag^ntur aus Tokio zufolge fielen dem Bra nde 6676 Häuser, neun Tempel, zwei Fabriken und ein Feuerwehrschnppen um Opfer. Nach den bisherigen F^ststcllungen sind Vier Üersonen umgekommen; 133 wurden schwer verletzt Militär und Po^'zei bet ' ig en 'ich hervorragend am < > Detisdn mftl. Solldarla-Fahrräder < auf Wunsch ' 1 Teilzahlung! '' Anzahl.: 20, 30,1 1 ”^50 Mk. AbzahL < ' . vyy --- i—laniR. mun. < > , Zubehörteile ipoHbllllg. Preislist grt < > * , J. JEN DROSCH & Co.,,, ^4 Charlottenburg No. 251 ' K 21 11. B80 3 I TouncrStag, 2V. Avril 1911, nachmittags 3 Uhr, werden in unserem Amtszimmer die dem Bieler, Adolf, die Firma, in (ließen zugeschriebenen nach- stehend verzeichnete« Parzellen versteigert: . 1/534'/M = 96 qm Hofrerte m der G^ßen?den 27. Marz 1911 Grotzh. QriSgericht Gießen. _________GroS._________ K 26/11 ' ~ Donnerstag, 20. Avril 1911, nachmittags 3 Uhr, werden in unserem Amtszimmer die dem St. W. Henrich in Gießen zugc schriebenen nachstehend verzeichn ncten Parzellen versteigert: , 38/Nr. ob 113^/i« — 3.» qm Hof- reite hinter den Schietzgärten an der Rodheimer Strafe nahe der Feldbereinigung alt 38/113"',», - 400 qm neu 38/72®'io — 450 qm. Gießen, den 27. März 1911. Grotzherzogliches TrtSgerichi Gro». Glngesandt. In Nr 65 deS „Gi-ßener Anzeigers" befindet sich ein Ar- tikel zur Bebauung des N a h r u n g s b e r g e s Der Einsender D. kritisiert über die bisherige Bauweise und über baa Anlegen der Straßen usw. und möchte die Dauunter- nefoner Gieß'Ns für Erbauung von Häusern zum Alleinbewohnen mit großen Vorgärten interessieren. Er ist der Ansicht, daß der Gang durch eine solche Straße viel angenehmer ist, als durch die Ludwigstraße, wo sich keinerlei Vorgärten befinden. Daß der Einsender wohl nicht ganz unrecht hat, wollen wir Nicht bestreiten. Wolle sich der Einsender einmal die mit der Ludwigstraße parallel laufende Stephanstraße betrachten, die gerade so in der kahlen und oben Bauweise wie fast alle Straßen in Gießen gebaut ist. Einige Praktische Handwerksmeister haben es verstanden, der Stephanstraße ein anderes Bild zu geben, selbst- verständlich unter großen Schwierigkeiten und Umständen, was ja bekanntlich beim Häuserbauen in G'egen der Fall ist. Jedoch darf der Einsender nicht vergessen, daß Vorgarten einen bedeutenden Kostenaufwand bedür'en, da sie mit Torsaulen, schmted- eisernen Gittern, Torrn elegant und sauber ausgefuhrt werden müssen. Der Hauptgrund, daß die Ludwigstraße so aussteht, ist wohl die Grundstücksspekulation gewesen. Große Komplexe von Grundstücken wurden von einem Kapitalisten gekauft und dann in möglichst viele einzelne Parzellen zergliedert, da es nicht aus das schöne Straßenbild, sondern aus die Zahl der Bauplätze ankam, um recht viel Kapital herauszuschlagen Da Gießen zur Zeit der Erbauung der Ludwigstraße noch sehr ländlich war, ist wohl die damalige Bpba"ungsweise zu enttchiildigen. Wohnungen wie sie der Einsender wünscht, 6—7 Zimmer, wobei keine Räume von 3 Meter Länge 1,20. Meter Breite als 3tmmer mitgerechnet werden und nicht schmierige und olverklexte Wände den modernen Baustil ergänzen sollen, sind doch genügend von den Bauunternehmern in letzter Zeit gebaut worden. Verlaick der Witterung seit gestern früh: Die Wetterlage ift ffir weitere Erwärmung wieder sehr ungünstig geworden, i- öhreub das me ft liehe Hochdruckgebiet fortbesteht, ist die geltem bei Finnland nufoetniidue Znkl0"e im Vordringen noch Lüden begriffen. Vorderhand berrs.ht noch beite, es, nachts kaltes Wetter. Rettungswerk. Tie Behörden, Private und Zeitungen bemühen sich, die Not der vierzigtausend Obdachlosen zu lindern. Die strafrechtliche Untersuchung des Brandunglücks am Washington-Platz in Newy ork, das 150 Mädchen das Leben kostete. Hat zur Erhebung einer Anklage toeaen Totschlags ersten Grades gegen die Besitzer der Bluienfabrik Max Blanck und Isaak Harris geführt. Bei der Ver- nehmung hat ein Detektiv ausgesagt, die Treppentür im neunten Stockwerk deS E'ebäudes war beim Ausbruch des Brandes geschlossen gewesen. __ __ Märkte. ke. Frankfurt a.M., 11. Avril. Sen- und Strohmarkt. Anaelahren waren 9 Waoen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte- Heu 8,20—3,60 Mk., Stroh (Kornlangslroh) 0,00 bi« 0 00 Mk. V.irrstrob 0,00— 0,00 Mk. Alle« st'ir 60 Kilo. Geschält rege. —' Tie Zufuhren waren auS Lberhessen und dem Ober- taunus. f ueoernabme m tri- und Feuerieslattuagea Prospekte erhältlich durch 1101- - Krankenkost Praitie Fest-Geschenke iiir Kinder WMrstrche 36—38 Cafe Leib WMrstrch 36-38 Die wIMinilei und beliebten Oberammergauer Passionssniele _________wunderbar kolorierter Kunstfilm der Firma PathS frSres. " Pfg- Stuf dev Elbe durch die sächsische Schweiz eine graphische Studie. ° Muttis, herrliche Städtebilder. 5? Biograph Ploekstr. 12 (02924) Plockstr. 12 V»/J Kluß- und Seefische [2509 Waschpfähle Kieler Bücklinge August Wallenfels, /W’ Besichtigen Sie bitte unsere Schaufenster. Kinder-Blusen in weiss, grau, dunkelblau, zu 8.50, 3.00, 2.50 Mk. Gerüststricke und Rollseile hält stets auf Lager und offeriert billigsten Preisen 1218) Ludwig Lazarus, Afterweg 53. Fernspr. 505. Sweaters für Mädchen und Knaben, mit passenden Höschen, in sehr grosser Auswahl, in Baumwolle n. Wolle. Ausgescb". baumw. 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Frischs Maibowle KOnSUfflverein Giessen und Umgegend. Wir machen unsere Mitglieder aufmerksam, daß unsere Ver- tellungsstellen Karfreitag, foroie ben 1. und 2. Feiertag geNchlossen find. Donnerstag den 13. und Samstag den 15. April tu bis 9 Uhr abends geöffnet. -481___________Der Vorstand. Lieder kranz Am Karfreitag Familien - Spaziergang nach der Burg Gleiberg. Gemeins. Abgang um 2*72 Uhr von der Lahnbrücke. V»/. Die heutige Singstunde fällt aus.______Der Vorstand. Gesangverein Heiterkeit. Am Karfreitag H Fußtour uch Snerfborn^— ßriinötrg. Zusammenkunft beiCarlKrämer Kaiser-Allee. Abmarsch Punkt V-8 Ubr. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Nachzügler iverdeu in Queckborn oder Nenmühle bei Grünberg erwartet.________vW< Riegelpfad Klub. Karfreitag: 02932 Berrenlßur nach Wetzlar.