Nr. 86 Erster Blatt lös. Jahrgang WGietzenerAnzeM Feriisprech - Anfchliisse. WLr WWA General-Anzeiger für Gberhessen anna^me4 oon »njtigei Rotattoiu6ru Zufuhren, die aus Ländern kommen, nrelche die französischen Waren differenzieren, auf Deutschland keine Anwendung Die eingangs erwähnten Strömungen wollen vor allem den franzöjijchen Weinen und Likören in Deutschland einen größeren Markt schaffen. Vie Ersatzwahl für den Abg. Singer. Im vierten Berliner Wahlkreise ist gestern anstelle des verstorbenen Abg. Paul Singer ein anderer Sozialdemokrat, der Kassenbote Otto Buechner, in den Reichstag gewählt worden. Wir erhielten folgende Meldung: Berlin, 10. April. (Vorläufiges amtliches Wahlergebnis.^ Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreis Berlin IV wurden insgesamt 72 696 gültige Stimmen abgegeben Davon erhielten Kassenbote Otto Buechner- Berlin (So-.) 69 872, Gras v Oppersdorfs (Ztt.) 1827 und Newicki - Posen ^Polc 718 Stimmen. Zersplittert waren 279 Stimmen. Buechner ist somit gewählt. Verschiedene Blätter heben denn auch schon hervor, daß bei der gestrigen Ersatzwahl die sozialdemokratischen Stimmen trotz ungeheurer Agitation um rirnd 12 000 Stimmen abgenommen haben gegen das Jahr 1907. Damals war die Wahlbeteiligung in diesem „angestammten Sih" der Sozialdemokratie allerdings viel stärker gewesen: 108 497 Wähler waren zur Urne gegangen, und davon litten 82 039 den Sozialistenhäuptling, 15 749 den freisinnigen Kandidaten, 6601 den Konservativen, 2708 den Zentrumskandidaten und 1313 den Polen gewählt. Große Bedeutung ist dem Sinkender sozialdemokratischen Stimmenzahl kaum beizulegen. Singer war doch eine andere Persönlichkeit als der Kassenbote Bueckner, und mancher wasck- cchter Sozialdemokrat hat vielleicht eine begeisterte Kundgebung angesichts des doch sicheren Wahlausganges für überflüssig gehalten und ist zu Hause geblieben. Das Lronprinzenpaar in töten. Wien, 10. April. Der K r o n p r i n z und die Kronprinzessin begaben sich heute vormittag in die Kapuzinergruft, sowie an die Särge der Kaiserin Elisabeth und des Kronprinzen Rudolf, wo sie Kränze niederlegten und längere Zeit im Gebet verweilten. Darauf kehrten sie in die Hofburg zurück. Von dort begaben sie sich in die spanische H o f r e i t s ch u l e und wohnten den Vorführungen bei. Der' Kronprinz besichtigte außerdem das Rcitlehr- inftitut. Das Kronprinzenvaar machte bei Mitgliedern des Kaiserhauses Besuch und nahm beim Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin das Frühstück. KaiserF ranz Joseph verlieh der Krvnprinzeffin, der Frau von Alvensleben und der Hofdame Gräfin vvn Wedel den Elisabethorden 1 Klasse, dem Gen er aladstttanten o. Schenck und oem Oberbosmarschall des Kronprinzen Grafen von Bismarck-Bohlen sein Bild in kostbarem Rahmen mit eigenhändiger Unterschrift, dem Kammerherrn von Behr und dem Hofstaatssekretär Sommer den Orden der Eisernen Krone 3. Klasse und dem Leutnant v. Zabeltitz das Ritterkreuz des Franz Josefsordens. Nach dem Frühstück beim Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin begab sich das Kronprinzenpaar in die deutsche Botschaft zum Besuch des Botschafters v. Tfchirfchky und Gemahlin. Das Kronprinzenpaar weilte etwa eine Stunde in der Botschaft und unterhielt sich mit Herrn und Frau v. Tschirschky und deren Tochter sowie den Gästen des Hauses auf das Liebenswürdigste. Dann fuhren sie in die Hofburg zurück. Abends nm 7 Uhr fand in der großen Galerie zu Schönbrunn Hoftafel beim Kaiser statt. Der Kaiser schenkte die aus Anlaß seines 80. Geburtstages geschaffene Plakette in besonderer Ausführung dem Kronprinzen. Die „Nordd. All gern. Ztg." schreibt: Das Kronprinzenpaar trifft morgen (11. April> nach fünf monatiger Abwesenheit in Potsdam ein. Der Kronprinz bringt Erfahrungen und Eindrücke heim, die von dauern dem Wert für ihn fein werden. Neben eingehenden -Studien wickttiger Kultur- und Wirtschaftsgebiete batte der Thronfolger tcid’.c Gelegenheit, mit seinen Landsleuten in der Fremde und Vertretern anderer Nationen in vielfache Beziehungen zu treten. Leider mußte er daraus verzichten, seine Reise nach Siam, China und Japan auszudehnen. Dafür konnte er eine umso genauer^ Kenntnis Indiens gewinnen, wo er dank der entgegen kommendem Llufnahme durch die englischen Behörden und Private errnnerungs- reiche Monate verlebte. Die gleiche herzliche Gastfreundsck-aft genoß da§ lionprinzliche Paar in Aegypten bei dem Khedive unb den anglo-agyptischen Behörden. Der glücklich verlaufenen bähen Mission, mit der der Kaiser den Kronprinzen und Gernahlm beim italinreschen Königspaar betraut hat, folgte der Besuch das Wiener Hoss, der erneut bekundete, in wie innigen Beziekurngen die beiden Kaiserhäuser verbunden sind. Mit besonderer Freude verfolgte Deutschland, mit welch warmen Sympathien der Kron Prinz überall ausgenommen wurde und wie einmütig und an erkennend das Urteil des Auslands über seine Person und fein Auftreten gelautet hat. So ist die Reise ein voller Erfolg für den Kronprinzen und ein Gewinn für Deutschland. Zu der Rückkehr tn die Heimat heißen wir das Kronprinzenpaar bon Herzen willkommen. L ~ . Im Anschluß an die auch vvn uns kurz erwähnte Zeitungsmeldung, der Empfang bei der römische n Bevölle rung sei ziemlich kühl gewesen, Hutten einzelne Blätter behauptet, das sei auf einen amtlichen Berliner Wink zurück zusühren. Dazu schreibt nun „Popolo Romano": „Die „Nordd. Allgem. Ztg." bezeichne es mit vollem Recht als eine unsinnige Unterstellung, daß der Charakter der V-rungen und die Grenzen des Empfanges des deutschen Kronprinzenpaares auf einen besonderen von Berlin gegebenen Wink festgestellt worden sei." Uebersall eines türkischen Konsulates in Persien. Konstantinopel, 10. April. Nach Meldungen, die der Pforte zugegangen )inb, wurde das türkische Konsulat in Buechir von persischem Pöbel angegriffen, welcher die Auslieferung des Konsuls und eines geflucht freien, wegen Mordes verfolgten persischen Polizeibeamten verlangte. Der Pöbel drang in das Konsulat ein, tötete einen Polizeibeamten und zwei Konsulatsdiener und richtete in den Amtsräumen Schaden an. Infolgedessen verlangt die Pforte von der persischen Regierung G r. n n gluung, Bestrafung der Schuldigen und Entscha- ^D?e persische Regierung bewilligte alle Forderungen. ___________________ Dom albanischen Ausstand. Konstantinopel, 10. April. Auf die Kunde von dem Anmarsch eines Regimentes Men sich die Aufständischen aus der Umgebung in ihre Befestigungen im Kastratigebiete zurück Ihre Stellungen bei Kurn bere wurden durch Artilleriefeuer zerstört. Auf ihrer Flucht gegen die Höhen von Gradeca erlitten die Aufständischen große Verluste. Bei den Gefallenen wurden montenegrinische Mausergewehre gefunden. Nach Meldungen, welche von der Grenze eingetroffen sind, ist es den Aufständischen gelungen, verschiedene Stet hingen wieder zu erobern und die Truppen bis Suki im Kvstratigebiet zurückzuwerfen. Durch eine Umgehungsbewegung soll es den Aufständischen gelungen fein, die Ver- Gespräche mit 3bfen. In den persönlichen Erinnerungen an .Henrik Ibsen, die fiegennwrtig in der dänischen Zeitung „Politiken" erscheulen erzählt der norwegische Dichter Gunnar »eiberg wunderliche iutb interessante Dinge darüber, wie Ibsen sich bei Unterhaltungen berhalten hat. So verschlossen der „Magnus des Nordens" im allgemeinen war, so offenbarte er doch besonders in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eine große Neigung, au natur wissen schastlichenUnterhaltungen teilmnchmcn, und dabei stand die Keckheit, mit der er sich in die Auseinandersetzungen warf, zu seiner sonstigen Zuruckhaltung ui offenbarem Gegensätze. (Hneii gewissen komischen Beigeschmack erhielten dicic Gespräche mit Ibsen dadurch, daß seine naturwissemchanlichen Kenntnisse in einigem Mißverhältnis zu seinem naturwnsenschaft liehen Interesse standen. Er sprach über Flugmaschinen und Elektrizität nur so munter drauf los — denn er pflegte gerade ui diesen Gesprächen noch mehr zu antworten als zu fragen; er mußte sich aber freilich auch einmal von einem d ann eben ^n- aenicuroisizier kurzer Hand sagen lassen, daß er der elcmcntariten Kenntnisse über den zur Erörterung itehenden Gegenstand entbehre. So schüttelte auch I. P. Jacobsen, der an diesen Gesprächen mit Ibsen häufig teilnahm, so manches Mal seinen Kops, wenn der Dichter auf sein Spezialfach, auf Botanik zu sprechen kam, und er sagte dann wohl hinterher, daß viel Schuljungen bann besser Bescheid wüßten als dieser alte Apotheker. Bei der starken Selbstkritik und Selbstbeobachtung, die Ibsen kennzeichnet, liegt es nahe, anzunehmen, daß es ihm bei diesen Gesprächen mehr daraus ankam, die Gemüter tn Bewegung zu setzen, Kontraste der Ansichten zu schasseii und auseinanderplatzen zu sehen, als eigentlich naturwissenschaftliche Probleme zu lösen. Er wollte geistig angeregte Menschen beobachten. Noch merkwürdiger aber ist vielleicht, daß Ibsen zuweilen Unterhaltungen einfach als — Ruhelager benutzte. Er hatte bann die eigentümliche Fähigkeit, eine ganze Zeit lang nur so daherreoen zu können. Heiberg erzählt dafür einen interessanten Beleg. Eines Tages traf Ibsen mit L. P. Jacobsen in ihrer Kneipe zusammen und, angeregt durch einen glücklichen Kauf, den er gemacht hatte, bewirtete er die beiden mit Kognak. Wie es kam, dessen weiß Heiberg sich nicht mehr richtig zu erinnern — kurz, die drei waren auf einmal in einem Gespräche über Gold, Goldeswerl, Chemie des Goldes, Gold in Handel und Wandel, kurz: Gold in jederlei Hinsicht begriffen, daß so tiefsinnig war, daß es schon gaiiz unverständlich wurde. Herberg saß so dösend dabei, und weil es ihm vortam, daß das Gespräch ganz zusoMmenhaugslos sei, warf er plötzlich mit Nachdruck die Bemerkung dazwischen: „Belgien hat ja eben feine Währung konvertiert". Und richtig ging die Unterhaltung jetzt daraus Über, gleich als ob die Aeußerung in irgendeinem Zer- 'amnicnüangc mit dem boraufgegangenen Thema stände. Es war also wirtlich bloß ein Daherreden, woran Ibsen damals teilnahm, und Heiberg ist davon überzeugt, daß Ibsen diese eigentümliche Art der Unterhaltung mir wählte, um sich auf seine Weise geistig auszuruhen. Sehr bei der Sache und gar grimmig war er aber, als er eines Abends in dem skandinavischen Klub zu Rom mit zwei dänischen Theologen ein Gefecht über Theologie und Christentum hatte. Jedes Mal, wenn er von den Dänen in die Klemme gebracht wurde, rief er seinen in der Nähe stehenden Sohn Sigurd heran, der ihm schnell mit ein paar wissenschaftlichen Argumenten bcispringen mußte. Beim Heim- wege am selbigen Abend war Ibsen bitterer und pessimistischer gestimmt als je. Sckaver hing er sich — woran vielleicht der genossene schwedische Punsch nicht ganz unbeteiligt sein mochte — tn .Helbergs und Jacobsens Arm und räsonierte über die hoffnungslos zunehmende Schlechtigkeit und Wettlosigkeit der Menschheit. Und als ihn Heiberg an einen Vers erinnerte, den Ibsen selbst früher geschrieben hatte und dessen Gedanke der war, daß die Menschheit gleichsam auf einer Wendeltreppe in die Höhe klimme, da antwortete der Dickster: „Verse! .... Verse! Bloße Verse!" Dabei sprach aus Ibsens Stimme bic tiefste Vcrackstuna. Ein Ausruf, der in die düstere Seele des merkwürdigen Mannes einen tiefen Einblick eröffnet. * — 40 000 Mark für eine Suppenschüssel. Aus London wird berichtet: Mit den erst kürzlich für alte Silber- gegenflänbe bezahlten Märckienpreisen scheint die wachsende Vorliebe für alte Silberfachen bei den Künstfteunden noch immer ihren Höhepunkt nicht erreicht zu haben. Bei der letzten Verstei- gerung'bei Christ« entspann sich um den Besitz einer versilberten Suppenschüssel aus der Zett Karls II. ein heißer Wettstreit, und das nur 140 Unzen schwere Stück wurde schließlich mit nicht weniger als 40 000 Mark bezahlt. iEne andere Suppenschüssel rntt Decke! und Ständer und einem Gewicht von 47 Unzen erzielte 20 000 Mark und ein Pokal aus der Zeit Jakobs I. mit eingraviertem englischen Königswapven fand einen Liebhaber, der 11600 Mark für das alte Stück bezahlte. — Ein Gedenkstein für Walter Leistikow Die Witwe des Malers Leistikow hat das Anerbieten der Gemeindevertretung der Kolonie Grünewald, auf dem Friedhof der Gemeinde unentgettlich einen Platz zur Bestattung des Künstlers zur Verfügung zu stellen und die Kosten der Ueberführung der sterblichen Ueberreste von Steglitz nach Grünewald zu übcrnebmni, abgelehnt, aber die Bitte ausgesprochen, im Gemeindebezirk Grünewald -aneu Platz zu getoäbren, auf dem eyi von Freunden und Verehrern des Meisters zu stiftender Gedenkstein Aufstellung finden soll. Die Gemeindevertretung hat einstimmig beschlossen, diesem Wunsche zu willfahren, und sich gleichzettig bereit erklärt, die Kosten der Unterhaltung des Gedenksteines und des Platzes zu übernehmen. — Anekdoten von Verdi. Verdi, der „Schwan vvn Busseto", der in feiner stillen Villa in der Nähe des anmutigen Städtchens in Parma den größten Teil seines arbeitsreichem. Lebens verbracht, war stets der Stolz Busfetos, das er durch feinen Aufenthalt in der musikalischen Welt berühmt gemacht hat. Aber der Meister stand mit feinet Heimatstadt nicht immer auf dem besten Fuße. Als im Jahre 1879 in der Gemeindet' Trabe von Busfeto die Stelle des Organisten neu zu besetzen war, empfahl Verdi einen jungen, begabten und vielversprechenden Mai ander Musiter für den Posten und setzte sich energisch für diese Kandidatur ein. Aber die biederen Stadträte von Busseto wollten es besser verstehen und wählten einen anderen Kandidaten. Verdi war darüber sehr berärgert und schftvor, das Weichbild Busfetos nie mehr zu betreten. Wenn er von Mailand nach seiner Villa bei Busseto zurückkehtte, mußte das Fuhrwerk in der Tat von dieser Stunde an einen großen Umweg machen, nur um die Stadt nicht zu berühren. Bald darauf sollte in Busseto der 50. Jahrestag her Erstaufführung des „Nabucco" gefeiert werden, durch dessen Uraufführung in der Mailänder Scala feiner» zett der Ruhm des Meisters von Busseto begründet worden war. Die wackeren Bürger des Städtchens hofften, daß diese Jubiläumsfeier den Zorn Verdis besänftigen könne, man verpflichtete berühmte Künstler zu der Aufführung und schickte dann Abordnung auf 'Abordnung nach der Vllla Sant' Agata, um Verdi zu bewegen, der Festaufführung beizuwohnen. Dem greifen Meister taten die besorgten Bürger leid, aber aus der anderen Seite, so erklärte er, müsse er sein Gelöbnis halten. Er lttß sich schließlich doch erweichen und versprach, zwar nicht ins Theater zu kommen, aber doch die Festaufführung anzuhören. Tenn das Theater liegt gerade an der Grenze des stad rischen Weichbildes, der Bühnen tairm bat ein kleines Fenster, das an der großen Landstraße liegt, die hier zur Stadt einbiegt. Während nun die Auwihrung begann und im Zuschauerraum das Publikum den Klängen des Werkes lauschte, hielt draußen auf der Landstraße neben dem Fenster des Bühnenhauses ein Wagen. Der Schlag wurde ge öffnet, Verdi stieg aus, und durch das Fenster lauschte er be wegungslo-s der Aufführung. So wohnte er dem Jubiläum des Werkes bei, das ihn einst berühmt gemacht hatte. Der Kutscher erzählte am folgenden Tage die Anekwte Edmondo Eorradi. der sie jetzt in der „Vita" veröffentlicht. — Svarsamer Patriotismus. In ganz Six weiß jedermann, daß König Alfons ein Gegner der Hau- ist und niemals einen Handschuh anlegt Selbst bä der Hindun a zwischen den Truppen und Skutari abzuslbn eiben. Sie setzten KoAiku in Brand und verhinderten in Soarbesch am Skutarisee die Landung von 400 aus Skutari angekom- nrenen Soldaten. Dentsches Reich. Der „Nei'chsau^eiger" meldet: In der Bundes'ratS- sitzung vom 3. Älpril wurde dem Antrag Badens betreffs der Ausführimasbestinimungen zUm Retchserbschaftssteuer- gesetz und der Vorlage betreffs der Erstattung von Reichs- stempelabgaben fi'.r Wertpapiere und Gewinnanteilscheine und Zinsbogen bei nachweislicher Unterlassung der Ausgabe die Zustimmung erteilt. Ausland. Am Sonntag nachmittag landete in der Nähe von Nancy ein mit drei Luftschiffern bemannter deutscher Ballon. Die Luftschiffer wurden in das Dorf Arrays an der elsaß-lothringischem Grenze gebracht und konnten bald abreisen, da keürerlei verdächtige Papiere bei chnen vorgefunden wurden. Ein anderer, Samstag vormittag in Wiesbaden aufgeftiegener Ballon, dessen Insassen drei deutsche Offiziere, Prinz Stolberg, dessen Bruder imb ein Artilleriehauptmann waren, war bei Ärgnelle gelandet. Die Offiziere erklärten, sie hätten nicht gewußt, daß sie die 0-renze überflogen hätten. Sie wurden nicht weiter behelligt. Der russische Reichsrat beendigte die Hauptaussprache über die Budgets. Bei der Aussprache über das Marineressort erklärte der Marineminister, daß viele Vorwürfe der gesetzgebenden Körperschaften begründet seien. Das Ministerium kenne die Mängel und ergreife Maßnahmen zu deren Beseitigung; es werde alles geschehen, um die Flotte kampffähiger zu machen. Der geforderten Einschränkung der Zahl der Mannschaften könne er nicht zustimmen. Das Ministerium verlange nicht eine Verstärkung, bitte aber, die Mittel für eine jährliche Gesamtzahl von 47 000 Mann zu bewilligen, bei einer jährlichen Einberufung von 9500 Mann. Das würde 5 bis 6 Jahre so bleiben. In diesem Jahre werde tut baltischen Meer zum ersten Male nach dem Kriege wieder ein Geschwader von vier Linienschiffen und fünf Panzerkreuzern formiert. Das Tempo des Schiffsbaues nehme schnell zu, oas bestätige der Bau von vier Schiffen, von denen zwei im Sommer und zwei im Herbst vom Stapel gelassen würden. Der Reichsrat nahm schließlich den Voranschlag in Höhe von 110220 636 Rubel an, o. h. mit 3Vs Millionen höher als die Duma. Der Reichsrat beschloß in 14 Punkten anders als die Duma, so daß ein Ausgleichsausschuß gewählt werden muß. Ein beim spanischen Ministerium des Aeußern einge- aangenes Telegramm aus Tanger besagt, am 3. April habe ein blutiger Kampf uni erden Mauern von Fez stattgefunden, in welchem die Sultanstruppe unterlegen sei. Nach Meldungen aüs Hongkong ist in Kanton eine ernstliche revolutionäre Bewegung im Gange. Der Tartarengeneral, der die Truppen befehligte, wurde ermordet. Die Truppen wurden nach der Stadt, über die der Belagerungszustand verhängt ist, entsandt. Der Mörder des Generals wurde ergriffen. Vom Achilleion wird gemeldet. Der König der Hellenen ist am Montag vormittag 11 Uhr an Bord des Panzerschiffes „Spetzsai" im Hafen von Korfu einge- troffen. Der Käntg nahm an Bord die Meldung der Kommandanten der drei deutschen Schiffe entgegen und wurde an Land von den griechischen Behöroen begrüßt. Der König begab sich in den Königspalast, wo ihn Generaladjutant von Scholl die Grüße des Kaisers überbrachte. Aus Stadt nnd Land. Gießen, 11. April 191L •* Fel'dbereinigung. Der Groß Herzog hat den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Startenburg, Friedr. Weiffenbach zu Darmstadt, zum richterlichen Mitgliede der Landeskommission für Feldbereinigungssachen bestellt. *• Finanzpersonalien. Der Großherzog hat den Bezirkskassier der Bezirkskaffe Schlitz, Rendanten Friedr. Bitsch, in gleicher Diensteigenschaft an die Bezirkslaffe Grünberg versetzt. **Lehrerpersonalien. llebertragen wurden dem Hauptlehrer Gg. Schmitt zu Münster (Kr. Dieburg), dem Lehrer Eugen Neutz zu Gustavsburg, und den Schulamtsaspiranten Ioh. Balbach aus Nackenheim, Konrad Bottenhorn aus Vockenrod, Aug. G ess er aus Groß- Steinheim, Ludw. Glaser aus Groß-Gerau, Wilh. Gräf aus Albig, Herrn Schneider aus Bieber (Kr. Offenbach), Galaempsängen in Aladrid ober bei Besuchen in den Provinzstädten wird man den jungen König niemals mit Handschuhen erblicken. So war denn auch Alfons XIII. nicht wenig erstaunt, als er kürzlich bei seinem Besuche in Saragossa in einem amtlichen Empfangszimmer ein großes Oelgemälde sah, auf dem er mit stellenlosen weißen Handschuhen abgcblldet war. Der König war darüber so verblüfft, daß er die Herren von Saragossa nach dem Ursprung dieser Handschuhe fragte. Das Rätsel sand schnell eine bünbigc und ebenso seltsame Lösung. Man berichtete dem König, so erzählt der Gll Blas, daß sein Vater eines Tages eine ganze Reihe von Oelporträts Herstellen ließ, die dann den städtischen Behörden Spaniens überwiesen wurden, um in den Amtsräumen ausgchängt zu werden. Als oann Alfons XIII. den Thron bestieg, kamen die Stadtväter von Saragossa zu der Ueberzeugung, daß das Porträt Alfons XII. der aktuellen Bedeutung entbehre und daß man doch eigentlich ein Porträt des lebenden Königs in den Amtszimmern zeigen müsse. Aber sparsam, wie die Stadlväter von Saragossa nun einmal sind, kamen sie auf den Einfall, auf dem BUde Alfons XII. einfach den Kopf abzukratzen und an dessen Stelle durch einen biederen Malermeister die Gcsichtszüge des jungen Königs zu verewigen. Dabei wurde nur eines vergessen: Der verstorbene Monarch trug Handschuhe, während fein Sohn sich dagegen ein Prinzip daraus gemacht hat, das nie zu tun. Die Geschichte hat König Alfons kösllich amüsiert, und er hat die Herren von Saragossa sogar gebeten, dem gemalten Könige die Handschuhe nicht auszuzielien, wenn auch das lebende Urbild sich nie dazu bekehren wird, Handschuhe anzuziehen. — Der Bur eaukrat. Ein Freund teilt der „Deutsch. Tagesztg." folgendes Schildbürgerstülllein mit: Am 29. März d. Js. richtete ich eine Anfrage an das König!. Polizei-Präsidium in B. (nicht Berlin!) mit der Bitte, die Kosten für die Auskunft nachzunehmen, und schrieb am Schluß des Briefes: . und behändige Ihnen einliegend ein Franko-Couvert zur gefl. Benutzung." Gestern erhicU ich nun die gewünschte Auskunft unter Nachnahme von 35 Pfg. für Die Auskunft und 20 Pfg. Strafporto für den Brief. Das Polizei-Präsidium hatte nämlich einen anderen Briesumschlag genommen, auf den noch mit Gummi- Stempel „Portopstichlige Dienstsache" gedruckt war, während sich mein Frei-Couvert fein säuberlich eingepackt im Brief befand.' Kommentar überflüssig. Nik. Schwarzkopf aus Urberach Lehrerstellen, sowie den Schulamtsaspirantinnen Barbara B a u s e m e r aus Mainz, Marie Dontidion aus Hamm, Elsbeth Haering aus Berlin, Katharine Knauf aus Mainz und Elisabeth Löffel aus Mainz Lehrerinnenstellen an der Volksschule zu Mainz. — Ernannt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Traisa, Kreis Darmstadt, Adam Schäfer, zum Reallehrer an der Viktoriaschule zu Darmstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. * * Kreisamtspersonalien. Der Großherzog hat den Kreisamtmann bei dem KreiSamt Darmstadt Regierungsrat Leopold v. Werner zum Rat bei der Provinzialdirektion Starkenburg und Zweiten Beamten des Kreisamts Darmstadt und den Regicrungsassessor Dr. Eugen Seyferth zu Alsfeld zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Alsfeld ernannt. * * Aus dem Militär-Wochenblatt. von Strantz, Gen.-Lt. und Kommandettr der Großherzogl. Hess. (25.) Div., unter Ernennung zum kommandierenden General des V. Armeekorps, zum General der Inf. befördert. "• Zeppelin in Gießen. Rach einer bei der hiesigen Ortsgruppe des Lustflotten-BereinS eingetroffenen Nachricht wird daS Zeppelin-Luftschiff gelegentlich einer Reise nach Gotha auch Gießen mitbesuchen. Ob dies gerade am ,Blumentag*, am 6. Mai, geschehen kann, laßt sich zurzeit noch nicht angeben, da eine solche Fahrt von der Witterung abhängt. * * Gauvorturner stunde. In der Turnhalle des Turnvereins Gießen fand am Sonntag die F rüh j ahrs - Gauvorturner stunde statt, zu der fast sämtliche Vereine des Gaues Hessen ihre Durnwarte entsendet hatten. Unter Leitung des Gauturnwart Will-Gießen und Günther- Marburg wurden die vorgeschriebenen Hebungen durchgeturnt. Ms Pflichtübungen für die Bezirks- wetturnen wurden Freihoch, Weitsprung, .Gewichtheben und Hindernislaufen bestimmt. •• DaS Landgraf-LudwigS-Gymnasium nebst Vorschule wurde im Schuljahre 1910—1911 von 366 Schülern besucht, von denen 115 die Vorschule und 251 das Gymnasium besuchten. Unter der Gesamtzahl waren 8 Schülerinnen. Am 15. Mai befanden sich unter den Schülern 286 Evangelische, 27 Katholiken, 36 Israeliten und 2 sonstiger Konfession ; aus Gießen stammten 283, au§ anderen hessischen Orten 48, aus nichthessischen Orten 19 und aus dem AuS- lande einer. Die Reifeprüfung haben 24 Schüler bestanden. An der Anstalt unterrichteten einschließlich des Direktors Geh. Schulrat Prof. Dr. Hensel 22 Lehrer. * Das Realgymnasium mit seiner Vorschule war im abgelaufenen Schuljahr von 437 Schülern besucht, von denen 17 weiblichen Geschlechts waren. Von den am 15. Mai vorhandenen Schülern waren 375 evangelisch, 22 römisch- katholisch und 24 israelitisch; aus Gießen stammten 310, aus anderen hessischen Orten 69, aus nichthessischen deutschen Orten 40 und aus dem Ausland 2 Schüler. Die Reifeprüfung bestanden 16 Schüler; von ihnen wenden sich dem Banlfach zu zwei, der Landwirtschaft einer, der Theologie einer, der Handelswissenschaft einer, der Medizin zwei, dem Lehrerberuf zwei, der Physik und Chemie einer, den neueren Sprachen einer, der Rechtswissenschaft zwei und dem Marinedienst einer. Die Oberrealschule war von 593 Schülern, darunter 22 Schülerinnen, besucht. Von den am 15. Mai vorhandenen 553 Schülern waren 305 evangelisch, 33 katholisch und 43 israelitisch; 350 waren aus Gießen, 168 auß anderen hessischen Orten, 43 aus nichthessischen deutschen Orten und 2 aus dem Ausland. Von den 30 Abiturienten widmen sich dem Bankfach fünf, Berufskonsulat einer, Tierheilkunde zwei, Rechtswissenschaft zwei, Offiziersstand einer, Lehrerstand drei, neueren Sprachen usw. fünf, Naturwissenschaften und Mathematik zwei, Landwirtschaft drei, Medizin zwei, Chemie einer, Jngenieurstand zwei und dem Kaufmannstand einer. An der Anstalt unterrichten einschließlich des Direktors Geh. Schulrat Dr. Rausch im ganzen 43 Lehrer, darunter 28 Oberlehrer, 6 Reallehrer, 5 provisorische Lehrer und 3 Hilfslehrer. ** Volksbildung unD Kinematograph. Der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung versammelte am letzten Samstag in Frankfurt Mitglieder und Freunde, sowie Vertreter von Schul-, Kreis- und Gemeindebehörden aus Hessen, Nassau und den angrenzenden Gebieten, um die Frage zu besprechen, ob und wie der Kinematograph als Volksbildungsmittel nutzbar zu machen sei. Die Versammlung war sich darüber einig, daß der Kinematograph sowohl in den Dienst der Volksbelehrung wie der edlen Volksunterhaltung gestellt werden könne, und daß er namentlich ein wichtiges Mittel zur Darbietung edler Lebensfreude für das flache Land sei, Auch für die Jugenderziehung könne der Kinematograph, wenn seine Vorführungen pädagogisch richtig geieÜet würden, von Bedeutung sein. Die Versammlung empfahl deswegen dem Verbandsvorstand, ktnematographische Vorführungen mit erziehlicher Tendenz in die Wege zu leiten. Besonders wichtig erscheint diese Aufgabe deswegen, weil sonst zu errvarten sei, daß sich auf dem Land ein dem Theaterschmierwesen und den minderwertigen musitalischen Darbietungen ähnliche kinematogra- phische Vorführungen entwickeln würde. Diesem vorzubeugen sei eine notwendige Aufgabe. Der Verband wird deswegen schon in nächster Zeit mit der versuchsweisen Veranstaltung von iinematographischen Vorstellungen beginnen und wäre dankbar, wenn ihm Interessenten des neuen Arbeitsgebietes recht bald Vorschläge für die Ausgestaltung der volksbildnerischen Kinematographie, sowie ihn darüber benachrichtigen wollten, ob sie der Veranstaltung kinemato graphischer Vorstellungen näher treten möchten. ♦* Silberne Hochzeit feiern heute der Geschäftsführer der Firma Bergmann, hier, Christian Reitz und seine Ehefrau. ** OeNentliche Lesehalle. Jin März wurden 2481 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1246, Zeitschristen 457, Jugendschriften 253, Literatur- geschichte 12, Versdichtungen und Dramen 45, Länder- und Völkerkunde 62, Kulturgeschichte 34, Geschichte und Biographien 99, Kunstgeschichte 10, Naturwlssenschait und Technologie 135, Heer- und Seewesen 41, Haus- und Landwirtschaft 20, Gesundheitslehre 24, Religion und Philosophie 26, Staatswissenschasl 14, Sprachwissenschaft 3 Bände. Nach auswärts kamen 100 Bände. ** Maßnahmen gegen die Maul- und Klauenseuche. Das hessische Ministerium des Innern l)at an die Kreisämter und Kreisveterinärämter folgendes Ausfchreiben gerichtet: Nachdem sich die Schwie- lißteiten in der .Ausführung der Vorschriften deS Z 61 Abs. 3 der Bundesratsinskru'ktron zum Neichsviehfeuchen- gesetz ergeben haben, hat der Herr Reichskanzler den Regierungen der Bundesstaaten anheimgestellt, neben dem in diesen Vorschriften enthaltenen Verfahren auch die in dem Entwurf der Ausführungsvorschriften zu dem neuen Reichsviehseuchengesetz vorgesehenen Verfahren zuzulasseu. Demgemäß empfehlen wir Ihnen, künftig neben den Vorschriften des § 61 Abs. 3 der Bundk^ratsinstruktion auch folgende Verfahren gelten zu lassen: „Als ausreichende Erhitzung der M i l ch ist anzusehen: a) Erhitzung über offenem Feuer bis zu wiederholtem Aufkochen, b) Erhitzung durch unmittelbar oder mittelbar einwirkenden strömenden Wasserdampf auf 85 Grad E, c) Erhitzung im Wasserbad auf 85 Grad C. für die Dauer einer Minute oder auf 70 Grad C. für die Dauer einer halben Stunde." •• Einbrecher ftatteten heute nacht in der Marburger Straße einem Geschäftskontor einen Besuch ab. Die Beute war gering, da größere Geldvorräte dort nicht aufbewahrt zu werden pflegen. Bemerkenswert ist, daß vor noch nicht langer Zeit in dasselbe Bureau eingebrochen und ein Geldbetrag von 12 Mk. gestohlen wurde. ** In den Zollinhaltserklärungen für da? Ausland — auf weißem ober gelblichem Papier — wird bei Paketen nach einzelnen Ländern, insbesondere Frankreich, die Angabe des Ursprungslandes der versandten Waren verlangt. Diese Angabe ist stets in der Spalte „Bemerkungen" der Zollinhaltserklärungen nieder- ^uschreiben. Bei dem Vordruck „Absendungsland (PayS D’origine)" im Kopfe der Zollinhaltserklärungen muß stets „Deutschland (Allemagne)" angegeben werden, weil barau.S lediglich das Absendungsland des Pakets ersichtlich sein soll. Zur Vermeidung von Zweifeln wird der Vordruck „Pays b’origine" künftig durch „PayS de döpart" ersetzt werden. ** Paketverkehr n ach Serbien. Vom 14. April ab muh den Postpaketadressen zu allen Paketen nach Serbien eine Rechnung des Absen ders beigefügt werden, in der der Preis der versandten Waren anzugeben ist. Dagegen sind Ursprungszeugnisse nur noch bei Sendungen mit Wein und Likören erforderlich. Gegen die mit der Beifügung von Rechnungen verbundene Erschwerung des Paketverkehrs nach Serbien hat das Reichs-Postamt bereits Schritte unternommen. Kreis Büdingen — Stockheim, II. April. Der Plan über die Her - stelluugunterirdischerTelcgravhenlinienin Stockheim liegt bei dem hiesigen Kaiserl. Postamt aus. Kreis Alsfeld. --- Alsfeld, 11. April. Der Jahresbericht der hiesigen Oberrea lschule verzeichnet eine Gesamtftequenz von 282 Schülern (darunter eine Schülerin), von denen 242 evangelisch, 15 katholisch und 26 israelitisch waren. Aus Alsfeld waren 158, aus anderen hessischen Orten 100 und aus nichthessischen Orten 25. Die wissenschaftliche Befähigung zum einsährig-ffreiwilligen Militärdienst bestanden 18 Schüler, von denen 10 die Anstalt weiter besuchen, während Mei Kaufleute und einer Schneider werden, je einer sich dem Militär, dem Bankfach, dem Lehrerberuf, dem Postfach und dem Eisenbahndienst sich widmet. Die Reifeprüfung bestanden 12 Schüler, bie als demnachstigen Beruf gewählt haben: Bankfach 2, Mathematiker 1, Kauft mann 2, Lehrer 3, Chemiker 1, Neuphilologe 2, und Germanist 1. An der Anstalt, die in diesem Jahr ihr 50- jähriges Bestehen feiern kam:, unterrichten einschließlich des Direktors Dr. Pitz, 17 Lehrkräfte. — Die städtische höhere Bü r g e r--(Mädchen)-Schu l e war von 83 Schülerinnen besucht, von denen 74 evangelisch, 2 katholisch und 7 israelitisch waren. Aus Alsfeld waren 73, aus anderen hessischen Orten 8 und aus nichthessischen Orten 2. An der Anstalt unterrichten 11 Lehrerinnen. Starkenburg und RHeu:Hessen. m. Offenbach, 10. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung lvitrde anstelle des aus städtischen Diensten geschiedenen Obersekretär Mosbach Obersekretär Reinicke zum Protokvllfichrer der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Bezüglich der Reform des Gemeinde ft euer wesens beschlossen die Stadtverordneten, daß man sich gegenüber den Vorschlägen der Ersten Kammer in Bezug auf den Grund- und Gewerbesteuer auf den StandpunÜ der Beschlüsse oer Zweiten Kammer stelle und eine Frlial- und Warenhait'ssteuer als Sondersteuer äblohrre. Weiter wurde bie Voran^chlagsbera- tung fortgesetzt. N. Mainz, 10. April. Heute morgen um 6 llhr brach, wie kurz berichtet wurde, in dem Mittelbau der Aktienbrauerei Feuer aus, das jedenfalls durch Staubentzünduna entstanden ist. Das Hauptbemühen der Feuerwehr ging daraus hinaus, das Feuer von den Räumen fernzuhalten, in denen sich die Malzvehälter befanden, was ihr auch nach fast zweistündiger Arbeit gelang. Der Schc^ den beträgt ungefähr 80 000 Mk., da au 5 dem Dach stock einige teure Maschinen verbrannten. KreiS Friedberg. x Ober-Mörlen, 10. April. Der Anschluß an das staatliche Elektrizitätswerk wurde vom hiesigen Gemernderat mit 6 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Kreis Wetzlar. O Krofdorf, 10. April. Der Sonntag Palmarum ist der Konfirmationstag für die Kinder der vereinigten Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg-Kinzenbach. Es wurden diesmal 65 Konfirmanden eingesegnet, von Krofdorf 34, Gleiberg 13 und Kinzenbach 18. Letzteres ist Filialort; wegen der großen Entfernung erhalten die Konfirmanden besonderen Unterricht und werden auch für sich allein konfirmiert. Während die Konfirmation für Krofdorf-Gleiberg sonst gemeinsam erfolgt, wurden infolge der in Gleiberg aufgetretenen Scharlacherkrankungen die dortigen Kinder am Nachmittag für sich allein konfirmiert. Infolge der Krankheit, der leider eine 23jahrige Frau zum Opfer gefallen, ist auch die Schule zu Gleiberg schon seit einiger Zeit geschloffen. Mainz, 10. April. Zn der Nähe von Dolgesheim fand eine Zigeunerschlacht statt. Bei dem Kämpf wurden von der LOlöpftgen Bande drei Zigeuner schwer verletzt. Einer, dem die Lunge durchstochen wurde, wird schwerlich mit dem Leben davorckommen. Nach dem Mmps stob die ganze Gesellschaft nach allen Windrichtungen hm auseinander, so daß die Täter noch nicht ermittelt werden konnten. Bei dem L^tsausgange von llLeinolsheim verletzten ferner einige Zigeuner zweiKorbmachertödlich durch Revolverschusse. Der PLainzer Staatsanwalt erließ einen Steckbrief gegen die noch unbekannten Täter. Kessen-Naffau. Hanau, 10. April. Auf einer benachbarten Domäne ist von dem neuangeworbenen polnischen Personal eine Person an schwarzen Pocken erkrankt. Grund iur BejürchÜvrs der Weiterperbrertung liegt jedoch nicht vor. den waren. Die Aufgabe 2481 Der Vorstand. 12495 Wieseck, den 11. April 1911. Drogerien. (sl3/a Mark SS EM. Metzger tot Einige sozial-erru»tratjsche «ahler. •ohmeckendes and jedem Magen zuträg- Hohes Erzeugnis musste da In Frage kommen, so billig, dass es sich Jedermann leisten kann. putc etet Schmuggler wurden gefangen genommen, die übrigen nrt# kamen. unterschetden. 02906 wart Ersatz za finden für gewisse Hausge- tränke. die nicht nur jeden Nährwertes bar sind, sondern dem menschlichen Orga- Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei sagen wir auf diesem Wege unteren rammten Dank. Be sonders danken wir Herrn Lehrer Müller für btt bcTnl. Ansprache bet der Kranzniederlegung, sowie für den Gesang der Schulklasse. 3m Nomen der tteftrauemben Hinterbliebenen: Familie Johann Heinrich Ivepper. Aerzten verordnet wird. Der Kasseler Hafer-Kakao sollte überall, wo noch nicht eingeführt, an Stelle von Kaffee und Tee treten. Nur echt in blauen Kartons ä 1 Mark (für 40—50 Tassen), niemals lose. nismus direkt Schaden bringen. Ein wirklich kräftigendes, wohl- Kasseler Hafer- Kakao zo Stande, der heute Weltruf geniesst und von tausenden von Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergetzlicher Tochter Schweizertäse Edamerkäsc Tilfitertäse Camembert Gervais Roquefort Front age de Brie Sräuterkäfe Staugeuläfe 2301] empfiehlt Konsums Giessen und Umgegend. Wir machen unsere Dtttgtieder aufmerksam, daß unsere Ber- teilungsstellen Karfreitag, fofflieben 1. und 2. Feiertag ■rcsehloeeen find. Donnerstag den 13. und SamStag den 15. April ist biS 9 Uhr abends geöffnet. Bürgsraeisterwahl in SisiiM K M sllMldmllkrLtislhen Wähler in Ltcinbllih. Nachdem Herr Reuschling im Gießener Anzeiger vom 10. März d. IahreS erklärt hat, daß er unserer Partei nicht angehört, also kein Sozialdemokrat ist, liegt eS uns fern seine Kandidatur zu unterstützen. Wir bitten deshalb alle sozialdemokratischen Wähler ihm am Wahltage feine Stimme zu geben und überlassen eS dem freie» Ermessen aller sozialdemokratischen Wähler zu Amtlicher Teil. BekanuLwachung. Betr.' Abwehr der Maul- und Klauenftuche. Änichluh an unsere Bekanntmachung vom 24. Februar J911 wird der Handel im llmherziehen mit «laueuvieh weiter bis •n* l Hirni 1911 verboten Ortsoolizeibehörden wollen eies ort?ubild) bekamn macoen. ic sen, 11. April 1911. Sroßh-rzoglutzes Krersamt Gieße». LL.: La.sserwa«ll. b Übung seiner Hunde rnb den Umfang ihrer Kenntnisse ganrxdX- Blanche beherrschtc nach seinen Angaben gegen 150 Wörter in verschieden en Sprachen, und frroat solche, von denen es höchst wahr- cheinlich war. daß sie bei den Verfuchen genannt würden, rote Mittwoch deu 12. April itiil, uachmittaaS 2 Ubr Dcrfietaerc ich im Lieker schen Saale: |2500 1 hocheleg. Schreibüsch, 1 Standuhr, 1 Rahmasch* 1 Schreibtisch, 1 Kaste nschrank, 1 Polupdomn- ifrumeiu, mehrere Sofas, rillöbel aller Arien, 30 Hühner u. v. n. Geißler, Gttrchtsoollzieher »Seit 3 Jahren litt ich an häßlichem Hautausschlag. Schon nach 3tagigem Gebrauch von Zucker'S Patent Medizinal Seife D.R.P. war der Erfolg augenfällig. Die Pickel trockneten ein und eS bildeten sich ferne neuen mehr. Schonnach2St. war meine Haut vollst, rein. P.N.- k St. 50 Pf. Cln9/,t«) und 150 M. (35®/, iß, stärkste Horm). Dazu Zuck°»Z-Ereme (nicht fettend und mild) 75 Ps. und 2 M. in der Univcrsitäts-Avotbcke, beiAug. Noll, (£. Seibel, W. Kilbiugcr, Cito Sckaas und Emil Karn, Tüchtigem Metzger ist Gelegenheit geboten durch Anfauf einer Liegenschaft mit Metzgerei L Gonsenheim b. Homburg v. d. Höhe an der elertr. Bahn nach Frankfurt gelegen fich eine gute Erntenz -u § runden. Die Metzgerei wirb auch vermietet. Gonsenheim at ca. 1400 Einwohner und ist fommunaliteucrfret. Konkurrenz ist keine am Platze n. daher ein Metzgerei betrieb ein grostes Bedürfnis. — Näheres W. Rudi, Homburg v. d. Höbe, Frankfurterlandttraße 64. ss10/4 vüchertisch. — Balkongärtnerei und Vorgärten. Von Johannes Böttncr. Dritte, verbesserte Auflage. Frank- urt a O, Verlag von Trowitzsch & Sohn. Wie anheimelnd, wirkt im Strcchenbildc ein wohlgepslegter Vorgarten, ein Imbscki- geschmückter Balkon. Zu solch reizvoller Ausschmückung unser« Häuser suchen darum auch die Blumenschmuck-Wettbewerbe in jeder grüneren Stadt immer mehr anzuregen. £)i«iu gibt das vorliegende Büchlein die denkbar beste ^Inleituiig. Leicht der- ländlich und anregend geschrieben, zeigt es dem Blumenfreunde, wie er mit wenigen Mitteln aus beschränktem Raume doch ein Stückchen Natur un Dunst und Staub der Straße zu erzielen vermag. ruMiffahrt. Darmstadt, 10. April Der Großherzog besuchte heute in Begleitung bet Gr oßher zoain und he- Prinzen Heinrich von Preußen den Eulerslugplatz bei Darmstadt and ließ sich dort eine nach seinen Angaben, seit seinan letzten Besuch fertig gestellte neue Flugmaschine vorführ en. Diese neue Maschine flog gleich bei bau .ersten Versuch zeon Kuometer und ipater nochmals zweimal zehn .Kilometer, wobei Ht_eutc außerordentlich große Geschwindigkeit erreichte. Die neue Flugn erhielt den Namen „Großherzog". Der Apparat ist zwei kürzer, vier Met« wenig« breit und bedeutend schnell«. An Stelle des bih« verwendeten 50 PS. Motor- wurde etn 80 PS. eingebaut Prinz Heinrich von Preußen maor> Battöd. - Konkurse in Hessen. Heb« den Nachlaß des am 8. tiebnior 1011 zu Arnings verstorbenen Karl Wilhelm Neun, identisch mit Karl Henn VUL wurde mn 26. März da« Konkursverfahren eröffnet. Buchbinder Flach zu DeningS wurde zum ftonhrrtötmwaltec emoiwf. qua)l Frau für leichte Gartenarbeit während d. ganzen Sommers, wöchentlich 3—4 Tage. 2461]_________Ott Anlage O p. erfahrene Aushilfe sÄTs bis 3 Monate gesucht. Zu melden Süd Anlage 4 Part. 02878 Küchenmädchen zum 15. April gesucht. 8"/« Chirurg. Klinik. Lehrmädchen mit guter Dchulbild., gegen Der- flütung sof. ob. später gesucht. 12479 Gebr. Jmbeufer, Marktpl. 9—10. Intelligentes, arbeitsfreudiges junges Mädchen als Lehrfräulein gesucht. Gute Schulbild. Beding. Schriftliche Meldungen erbittet Färberei Gcbr. Rover, Gießen Marktplatz 18 (2484 Möbl. Zimmer g zu verm. Gr. Steinweg 24 Hl. Rkhrm [Du möbl. Zimmer zu verm. Kirchenvlatz 21. <2430 0ä896f Schön möbl. Zimmer zu vermteten. Bahnhofstraße 59. 1/94] «chöne 5-Zim.-Wohnung mit GaS und allem Zubehör, eine Treppe hoch, baldigit zu vermiet. Baubel, Ebelstraße 16 vart. 1795| Schöne, modern ausgestatt. 5-Zim.-Wohnung. 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