Nr. 85 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag-. Die „EiehenerFamMenblätler" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da? „Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seil- fragen" erscheinen monatlich zweimal. 161. Jahrgang Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesien moittag, (0. llpril Wit Rotatwntzdruck und Beriag der Brüh Aschen Universttäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: fess*>51. Redaktioms^I 12. Tel.-Adr.: An»eigerGießen. Die silberne Hochzeit -er Württemberg. Köntgspaares. Stuttgart, 9. April. Wie der „Schwäbische Merkur" meldet, lzat der Kaiser durch den hiesigen preußi scheu Gesandten dem Königspaar ein herzliches Glückwunsch- schreiben übermitteln lassen. Stuttgart, 8. April. Ter heutige Festtag der sil bernen Hochzeit des Königspaares wurde morgens durch 101 Schüsse und Glocke ngeläute eingeleitet. Daran schloß sich um 9 Uhr ein Ständchen der vereinigten Regimentskapellen im Hofe des Wilhelmpalastes. Ter Verkauf von Blumen und Postkarten, deren Ertrag zu einer Spende an das Königspaar und für wohltätige Zwecke bestimmt ist, hatte inzwischen schon in der ganzen Stadt eingesetzt, wo mehr als 1000 festlich gekleidete junge Damen dem Publikum die Gaben zum Kauf hinreichten. Alle Straßen zeigen reichlichen Flaggenschmuck. Die öffent lichen und zahllose Privatgebäude sind mit Draperien und Blumen geschmückt Ein besonders lebhaftes Treiben herrscht in der Umgebung des Schlosses und am Wilhelms- Palast. Heute vormittag 10i/2 Uhr fand die kirchliche Feier der Silbernen Hochzeit des Königspaares in dem stimmungsvoll geschmückten großen Marmorsaal des Residenzschlosses statt Nachdem die Majestäten bei dem Durchschreiten des Saales die Glückwünsche der Hofstaaten und der Mitgliedes der Königlichen Familie entgegengenommcn hatten, bc- gaben sie sich unter großem Vortritt mit sämtlichen Fürstlichkeiten in den SacU und verfügter: sich zu den unmittelbar vor dem Altar stehenden Stühlen. Im Marmorsaal waren versammelt die Mitglieder der Standesherrlichen Familien nebst Gemahlinnen, die Chefs der diplomatischen Missionen, sowie deren Sekretäre, die Staatsminister, die Präsidenten der beiden Kcunmern, Vertreter des ritter- schastlichen Adels und der Stadt, die Generalität, die Hofstaaten, Bischof Dr. v. Kevler, Feldprobst v. Blum und die Höchsten Beamten. Nachdem die Versammlung ihre Plätze eingenommen hatte, stimmte der Hofkirchenchor das Lied „Hebe Deine Augen auf" an. Oberhofprediger Dr. v K o l b sprach ein kurzes Gebet und hielt daran an schließend eine Ansprache, der er die Worte des Verses „Bis hierher hat uns Gott geführt" zugrunde fegte. Nach dem Gebet und Segen wurde die Motette von Professor Lang, „Gott ist die Liebe", gesungen. — Hierauf fand im Thronjaal die große Gratulationscour statt und alsdann um ' J Uhr im Speisesaal Familien-Frühstück, sowie gleichzeitig Marschatltafel in den unteren Freskozimmern des Residenzschlosses. Heute nachmittag 3 Uhr unternahm das Königspaar int Galawagen eine Rundfahrt durch die festlich ge- schmückke Residenz. Im zweiten Galawagen folgte das Fürstenpaar zu Wied mit seinen Kindern. Dec Verkehr auf den Straßen und Platzen, wo an verschiedenen Orten Musil törps anläßlich des heutigen Blum en tag es spielten, war so gewaltig, daß zeitweise der Straßcnbahw und Fuhrwerksverkehr stockte. Das Publikum bereitete dem Königspaar überall stürmische Kundgebungen. Nachdem die Majestäten in das Wilhelmspalais zurückgekehrt waren, drängte sich eine nach Tausenden zählende Menge bis vor den Eingang des Palais. Das Königspaar erschien wiederholt aus dem Balkon, um für die Huldigungen zu danken. Schließlich stimmte die Menge das Lied an: „Preisend mit viel schönen Reden." Um 127 Uhr abends fand im Großen Saal des Resi denzschlosscs großes Ga lad in er statt. Die hufeisenförmige Tafel war mit Nelken, der Lieblinasblume der Königin, geschmückt. Der König führte die Königin, der Großherzog von Baden die Herzogin von Sachsen Altew- burg, Prinz Johann Georg von Sachsen die Großherzogin von' Baden, der Herzog von Sachsen-Altenbnrg die Fürstin zu Waldeck und Pyrmont, Fürst zu Waldeck und Pyrmont die Fürstin Vera von Württemberg. Hieran reihten sich die übrigen Fürstlichkeiten. Wetter nahmen an der Tafel teil die Mitglieder der Standesherrlichen Familien, die Chefs der diplomatischen Missionen, der Landesbischof Dr. v. Zepter, die Staatsminister, die Präsidenten beider Kammern, Vertreter der Ritterschaft und des Adels, die obersten .Hofchargen und Staatsbeamten. Im Verlaufe des Mahles hielt dec Großherzog von Baden folgende Ansprache! Euren Königl. Majestäten int Namen der hier versammelten Verwandten und Gäste zum schönen Tage der silbernen Hochzeit unsere von Herzen kommenden Glückwünsche darbringcn zu dürfen, fehe ich als einen ganz besonderen Vorzug an. Wir bitten zu Gott, er möge ferner über Eure Majestäten walten. Es mögen Eure Majestäten noch viele Hah-re gemeinsamen ungetrübten Glückes und reichlichen Sagens beschicden sein. Der Jubel, der Eure Majestäten heute umgibt uitb an dem wir uns freudigst beteiligen, .st ein erhebender Beweis des treuingen Miterlebnisses des ganzen KönigreiöZes, bei dem hohen Familienfeste seines Herrn und Landesvaters. Es ist der wahre Ausdruck der Dankbarkeit für alles, was in so langen Fahren Eure Majestät in Segen für Land und Volk wirkten. Wir aber, die wir ba3 Glück haben, heute uns um Eure Majestäten scharen zu dürfen, wollen mit einstimmen in den allgemeinen Jubel- und Hul- digungsrus: Hoch lebe Seine Majestät der König! Hoch lebe Ihre Majestät die Königin! Sie leben hoch! Die Antwort des Königs. Der Königerwiderte sofort mit folgenden Worten: Für die außerordentlich schönen und warmen Worte, mit denen Eure Königliche Hoheit des hohen Festtages gedachten, der uns beschieden ist, möchte ich in der Königin und meinem Namen sofort den wärmsten und innigsten Tank attssprechen allen den lieben hohen Gästen und Verwandten, die aus nah und fern herbeigreilt sind, ihre Teilnahme zu bezeugen an dem Jubelfeste, welches wir begehen dürfen. Ich ntöchte die Gelegenheit nicht vorüb ergehen lassen, auszuivrechen, wie tief- und innigbewegt unsere Herzen am heutigen Tage sind. Sind uns doch von allen Seiten, von hoch und nieder, von alt und jung die wärmsten und herzlichsten Beweise der Liebe und Anhänglichkeit entgegen^ gebraclr. worden. Es sind nur Worte, die ich heute /inte. Aber ties im Herzen ist »es für alle Zeit, für den Rest unseres Lebens- eingegraben, was ter heutige Tag uns gebracht hat. Allen denen, die hier versammelt sind, und allen, auch denen, die. draußen aus der Straße stehen, allen, die in unserem Lande am heutigen Tage f°„ herzlich und warm unserer gedacht haben, sei eine Fülle des wärmsten Dankes dargebracht. Indem ich nochmals allen denen. die gekommen sind, das heutige Fest durch ihre Anwesenheit zu verschönern und zu verherrlichen, innigen und wärmsten Dank aussvreche, fordere ich alle aus, mit mir zu trinken aus das Wohl unserer verehrten und lieben Gäste. Nach Aushebung der Tafel fand int Marmorsaal großer Empfang statt, hieraus die Huldigung der dem L-chwä- bischen Sängerbünde angehörigen Vereine Groß-Stuttgarts unter Leitung des Professors Förstner In das von dem Vorstand des Liederkranzes ausgebrachte Hoch stimmte die auf dem Schloßplatz angesammelte Menschenmenge begeistert ein. Ten Schluß des Tages bildete das von der Stadtgemeinde veranstaltete Feuerwerk auf dem Schloßplay. wahlabkommen zwischen der HationaHiberakn Partei und der fortschrittlichen Dolfspartei. Die Geschäftsführenden Ausschüsse der Nationalliberalen Partei und der Fortschrittlichen Volkspartei haben nach Verständigung mit ihren Landesorganisationen ein Walslabkommen auf folgender Grundlage abgeschlossen: In der Provinz Schlesien fallen den Naiionallibcralen zu die Wahlkreise 1. Kattomitz, 2. Kreuzburg-Rosenberg, 3. Reichen- bacb-Neurote, 1. Waldenburg, 5. Breslau-Ost, 6. Ohlau-Nimptsch Strehlen, 7. Militzsch^-Trebnitz, 8. Guhrau-Steinau-Wohlau. Der Fortsckwitllicken Volkspartei fallen zu die folgenden Wahlkreise: 1. Hoyerswerda-Rothenburg, 2. Görlitz-Lcruban, 3. Jauer-Bolken- Hain, 4. Liegnih-Haynau, 5. Löwenberg, 6. Lüben-Bunzlau, 7. Glogau, 8. Sagan -Sprottau, 9. Grünberg - Freystadt, 10. Sckyveidnitz-Striegau, 11. Breslau-Land-Neumarkt, 12. Br es lau-West, 13. Namslau-Brieg, 14. Groß-Wartenberg-Oels, 15. Glatz-Habelschwerdt. In der Provinz Hannover fallen den Nationalliberalen zu die Wahlkreise: 1. Aurich-Wittmund, 2. Osnabrück-Versen brück, 3. Melle-Diepholz, 4. Nienburg-Stolzenau, 5 Hamel n- Spriuge, 6. Hildesheim, 7. Einbeck-Osterode, 8. Göttingen, 9. Goslar Zellerfeld, 10. Celle-Gifhorn, 11. llelzen-Lüchow, 12. Lüne bnrg-Winsen, 13. Stade-Bremervörde, 14. Neuhaus-Geestemünte- Lehe. Ter Fortschrittlichen Voltspartei fallen zu die Wahlkreise: 1. Ernten Norden, 2. Hannover-Linden. Im Wahlkreise Harburg Rotenburg stellen beide Parteien einen Kandidaten auf. Den Wahlkreis Verden-Hoya betreffend erklärt der Geschäftsführend? Ausschuß der Nationalliberalen Partei, daß die Kandidatur Held nicht die Kandidatur der Nationalliberalen Partei ist. Für die o l d e n b u r g i s ch e n Wahlkreise 1 und 2 sind die beiderseitigen Geschäftsführenden Ausschüsse bemüht, eine Einigung mit dem Ziele der Wahrung des gegenwärtigen Besitzstandes herbeizusühren. In Mecklenburg fallen ter Nationalliberalen Partei zu die Wahlkreise: 1. Schwerin-Wismar, 2. Neustrelitz. Ter Fortschrittlichen Bolkspartei fallen zu die Wahlkreise: 1. Rostock, 2. Hagenow-Grevesmühlen, 3. Parchim-Ludwigslust, 4. Malchin- Waren, 5. Güftrow-Ribnitz. In Thüringen fallen tent Nationalliberalen zu die Wahlkreise: 1. Eisenach, 2. Gotha, 3. Sondershausen, 4. Rudolstadt, 5. Gera. Der Fortschrittlichen Bolkspartei fallen zu die Wahlkreise: 1. Weimar, 2. Meiningen-Hildburghausen, 3. Sonneberg Saalseld, 4. Altenburg. Mit Kandidaten beider Parteien werten beseht die Wahlkreise: 1. Jena, 2. Coburg. Im Wahlkreise Bremen unterstützt die Nationalliberafe Partei den Kandidaten der Fortschrittlichen Volkspartei. Der Reichskanzler und die elsah lothringische versassungrsrage. Tie „9Lorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zu der Rede, die der dlbgeordnete K ölte r im preußischen Herrenhause über die elsaß-lothringische Frage gehalten hat: Tie Kritik, die Herr Köller auf Grund seiner Straßburger Verwaltungserfahrungen an der Aktion der Reichsregierung geübt bat, wird and} voraussichtlich bei den weiteren Reichs- tagsverhaiidlungen erörtert werden. Seine Ausführungen sanden zwar im Landesansschussc und auch bei dessen nationalistischen Elementen Beifall: ob aber der Vorschlag, die Ausarbeitung eines Berfassungsentwurfs dem Landesausschuß zu übertragen, zweckmäßig sein würde, erscheint überaus zweifelhaft. Kam die Reichsleitung einmal zu der lleberzeugung, daß die Fortbildung einer elsaß-lothringischen Verfassung schon zu lange stockte, so konnte sie für ihre Reform keinen Weg wählen, der bei der inkonsequenten Haltung der elsaß-lothringischen Parteien keinerlei Aussicht auf baldige Verwirklichung bot und überdies eine Garantie vermissen ließ, daß dabei die Beziehungen des Reichslandes zum Reich in einer die Reichs Interessen befriedigenden Weise a er eg eit würden. Die Reichsleitung mußte vielmehr die Reform selbst in die Hand nehmen, der Widerstand, den sie dabei auf der Seite der Konservativen findet, erschwert zwar die Arbeit in hohem Grade, wird aber den Reichskanzler nicht ab halten, mit aller Entschiedenheit an dem Entwurf sest- zuhalten, von dessen Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit er nach wie vor überzeugt ist. Das Schicksal einer Reform hängt somit im wesentlichen von der parteipolitischen Bescheidung derjenigen Parteien ab, die mit der Regierung auf dem Standpunkt stehen, daß der positive Abschluß des Werkes dem Interesse des Reiches wie dem Elsaß-Lothringens entspricht, ohne Preußen zu schädigen. ZurLrneuerung der deutsch-russischen Handelsvertrages Petersburg, 8. April. Im Reichsrat erinnerte der frühere .Handelsminister Timirjasew als Berichterstatter bei der Hauptaussprache über das Budget daran, daß im Jahre 1917 der Handelsvertrag mit Deutschland abläuft. Redner wies auf die Notwendigkeit der Vorarbeiten zu einer Revision des Vertrages hin und betonte, daß Deutschland jetzt selbst Roggen ausführe, sogar nach Rußland, was früher nie geschehen sei. Es bestehe die vollständige wirtschaftliche Hegemonie Deutschlands gegenüber allen anderen Staaten. Deshalb befürworte er, sich in allen Zweigen der Volkswirtschaft an Deutschland ein Vorbild zu itebmen. Der Großindustrielle Ro twana führte aus, die Staatsfinanzen Rußlands seien jetzt so glänzend, daß der Staat im Laufe von 10 Jahren keine Anleihen und auch keine Erhöhung von Steuern benötigen werde und dennoch nicht nur die ordentlichen, sondern auch die außerordentlichen Ausgaben decken könne. Eine Erhöhung der Steuern sei übrigens auch unmöglich, da insbesondere die Industrie durch die Steuern überbürdet sei. Der Finanzminister befürwortete nach längerer Rede das Budget, wobei er betonte, daß eine Ueberbürdung des Volkes nicht stattfinde, da die Ersparnisse des Volkes im Wachsen begriffen seien. 1876 seien sie 160mal geringer als in Deutschland gewesen, jetzt nur viermal. Der Zufluß von ausländischem Kapital sei für Rußland unumgänglich, stoße aber leider in der öffentlichen Meinung auf Widerstand. Die gesetzgebenden Körperschaften müßten diesem Widerstand entgegenarbeiten und die falschen Vorstellungen von dem sogenannten Verkauf Rußlands an die Ausländer zerstören. Aus Stafct und £ano« Gießen, 10. April 1911. Die Reichserbschaftsstcuer in Heyen. Im Grobherzogtum Hessen betrug die Zahl der Er- werbSanfälle von Todes wegen, für die auf Grund deS Reichserbschaftssteuergesetzes vom 3. Juni 1906 Steuer erhoben wurde, im Rechnungsjahr 1909 2566 (in 1908 2650). Der Gesamtwert der Anfälle belief sich auf 15 633 954 Mark (14 323 336 Mark in 1908), die Steuer auf 839 977 Mark (832 703 Mark). Erwerb durch Schenkungen unter Lebenden fand in 131 (89) Fällen statt. Der Gesamtwert davon betrug 710 699 Mark (589 735 Mark), die Steuer (33 562 Mark (33 170 Mark). In diesen Zahlen sind nicht enthalten die Anfälle von Todes wegen, die für Ehegatten, eheliche oder cingekindschaftete Kinder, für uneheliche Kinder aus dem Vermögen der Mutter oder mütterlichen Voreltern, ferner für die 'Abkömmlinge der vor- benannten Personen, für den Landcsfürsten und die LandeS- fürstin in unbegrenzter Höhe steuerfrei sind, ferner die Anfälle von Todes wegen für Erwerber aller Art, die steuerfrei sind beim Betrage von nicht mehr als 500 Mark, endlich alle steuerfreien Anfälle aus Schenkungen unter Lebenden. — Der größte Teil der Erwerbsanfälle von TodcS wegen, nämlich 1972 (2082) hatte n. d. „Darmst. 3tg/ einen Wert von 500 bis 5000 Mark. Der Gesamtwert dieser Anfälle betrug allerdings nur 3,3 (3,6) Millionen Mark. In 952 (1014) Fällen mit einem Gesamtwert von 7,2 (5,8) Millionen Mark waren die Erwerber voll- und halbbürtige Geschwister, in 1000 (921) Fällen mit 5,3 (3,9) Millionen Mark Gesamtwert Abkömmlinge ersten GradeS von Geschwistern. — Obwohl in dieser Statistik nur ein verhältnismäßig geringer Teil der Vermögenswerte erfaßt wird, die jährlich infolge von Todesfall ihren Besitzer wechseln, so ist sie doch sehr >vohl geeignet, die Wohlstandsverhältnisse eines Landes zu kennzeichnen. Vergegenwärtigt man sich, daß der Gesamtwert des hier erfaßten Erwerbs von Todes wegen im Groß- Herzogtum Hessen für das Jahr 1908 20,9 vom Tausend, für 1909 21,2 vom Tausend deS im Deutschen Reiche ver- Heuerten Gesamtwertes (683 und 739 Millionen Mark) beträgt, während unserem Staate nach seinem BevölkerungS- anteil, nach der Volkszählung 1910, nur 19,8 vom Tausend zukommen, so zeigt sich, daß Hesien hmsichtlich seiner Wohlhabenheit nicht nur nicht hinter dem Reiche zurücksteht, sondern eS sogar um ein Geringes übertrifft. ** Der herrliche Sonnenschein trieb gestern nach den falten, rauhen Tagen die Bewohner unserer Stadt in Strömen in die Frühlingsluft hinaus. In Wald und Feld, in den Hauptausflugsorten, sah man überall Scharen von Wanderern. Leider müssen Wald, Strauch und Hecken immer wieder „bluten", denn viele der Wanderer trugen Zweige von Weiden mit Kätzchen besetzt. Im Sammeleifer werden sie unbedacht abgerissen, um meist schon vor der Heimkunft beiseite geworfen zu werden. ** Die kalten Nachtfröste und die eisigen Nordost winde der vorigen Woche haben in Feld und Garten mancherlei Schaden verursacht. In den Gärten scheinen die ersten Frühjahrsaussaaten vernichtet oder doch schwer beschädigt zu sein, so daß die Hausfrauen mailches wieder nachsäen müssen. Auch Winterspinat/ Wintersalat und die Küchenkräuter, die schon ziemlich gewachsen waren, haben gelitten. Noch größer dürfte der Schaden bei den Rosen, Stachelbeeren und Birnen sein, da die beiden letzteren vor dem Aufblühen standen, als der Frost eintrat. ** Eine Wohnungsnot, die man hier und da für Gießen an die Wand malt, steht sicher nicht in Aussicht. Im letzten halben Jahr sind unter 37 genehmigten Baugesuchen 13 neu zu errichtende Wohnhäuser, die bereits in Angriff genommen sind, so daß zum Herbst mindestens 50 Wohnungen mehr zu beziehen sein werden. ** Von den Lichtspielen im Kolosseum wird uns geschrieben: Das gestern im Lichtspiel-Kolosseum vorgeführte erstklassige Programm erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches. Der Saal war voll besetzt. Die Vorführungen sind besonders für die Karwoche zusammengestellt und fanden allgemeinen Beifall, so daß es sich erübrigen würde, besondere Programm-Nummern anzuführen und zu benennen. Die Direktion ist bestrebt, stets das Beste vom Besten zur Vorführung zu bringen. ** Von den Wandernden. Im März kehrten in der Herberge zur Heimat 1262 Wanderer ein, von denen 402 Herberge und Verpflegung gegen Arbeitsleistung gn- nahmen. Im gleichen Monat des Vorjahres betrug die Frequenz 1505, davon 803 Gäste, die gegen Arbeitsleistung Obdach suchten. Im letzten Vierteljahr o. I. verkehrten in der Herberge 2372 Gäste gegen Bezahlung und 1422 gegen Arbeitsleistung, im gleichen Zeitraum 1910 waren es 1961 Selbstzahler und 2725 Gäste gegen Arbeitsleistung. — Im Arbeitsnachweis der Herberge waren im März 123 offene Stellen angemeldet, von denen 69 besetzt werden konruen und zwar 31 mit Handwerkern und 38 mit ungelernten Arbeitern. Bei 42 Stellen erfolgte Erledigung durch Frift- ablauf und Zurückziehung, 12 wurden für den April überschrieben. Kreis Alsfeld. --Nieder-Gernündcn,8. April. Tas vielen Reisenden der oberhessischen Bahn bekannte „Kornhaus", dicht an der Station Burg- und Nieder-Gernünten gelegen, ist am Morgen des 6. April in Flammen auf gegangen und vollständig niedergebrannt; der Schaden ist bedeutend; es konnte fast nichts MtzN i gestiftet zu haben, freigesprvchen. St«ndesLrnrtsnacheichten. ein 77 Jahre alt. Meteorologische Veobachtungen -er Station Siehen. Wetter 42 Arbeiterbewegung. 3,4 , 5,2 90 10. 8. hir6 Anaeklaate als Danzig, 10. April. Die Schiffbauer, SchiffztmmLver, vierer, Manne ohn/ ernsthaften I Stemmer und Winkelschmiede, insgesamt 700 ‘Mtm.u, sind wegen IBÜ Herz‘-Schuhe das teste deutsche Fabrikat H-»-« Damen- und Herren-Stiefel Iß Eß ()herz “ in der Preislage Mk. iü.JU Wettergasse Marktstr. 9 Konfirmanden-Stiefel sehr billig 2 2 2 3 9 10 April 1911 W 8 Sonnenschein Bew Himmel Sprühregen o-e L 5 «o LohnstreMgreipen in den Ausstand getreten. Etwa 1300 i« verschiedenen Betrieben beschäftigte Arbeiter gedenLen one Arbeit fortzu s etzcn. -------------—— Z = S 2 äe -g LZ 9 2"i 749,3 9. fe“| 746.4 8,7 3,5 : 42 5,1 i 5,2 l 80 p c5 (Nachträglich ein gegangen.) Laubach. _______ Geborene: April 2. Dem Kaufmann Srlv Hepnnmo«! §0^befalle: April 3. Dorothea Kreicker, geb. Stengel, LandwLrtsehafL. ** Fohleneinfu hr. Von der LcurdwirtschrstskaMMer ist auch in diesem Jahre ein Ankauf von An.chtfo hl en rin Belgien und Oldanburg beabsichtigt. Es sollen Kahrlinge und zweijährige Fohlen aus Belgien und Oldenburg an-- gekauft werden. Der Einkauf tn Belgien ist für die erste Hälfte des Monats Mai, der in Oldenburg für Juni oder >juh vorgesehen. Anfragen über den ungefähr zu zahlenden Preis wer^n von der Landwirtschaftskammer umgehend beantwortet. Die Bestimmungen über Einfuhr der Fohlen werden Interessenten auf Wunsch zugesandt. Die Land Wirtschastskammer, übermmmt bet diesen Ankäufen die sämtlichen allgemeinen Kostm (alle Kosten abzüglich der Ankaufspreise). Außerdem wird mich ern Zuschuß zu den AnkaufSkosteii gewährt, dessen Höhe sich nach der Beteiligung am Import richtet, aber 20 Prozent des Ankaufspreises nicht übersteigen soll. Der Zuschuß wird an emen Besteller nur für höchstens zwei Tiere bewilligt. Niederschlag: 0,0 mm. Für die Frühjahrs- und Sommer-Saison bringe das Neueste inj modernen Formen und Farben für jeden Geschmack in grösster Auswahl LuftjchMhrt. Berlin, 8. April. Die Luftverkehrs-Gesellschaft m. b. H. beschloß heute, ihr Kapital um eine Million m bar zu erhöhen, und schloß gleichfalls mit der P « r s e v a l - G e s e l l- schast einen Vertrag, aus Grrmd dessen sie die allemige gewerbliche V er Wertung der Parseval -Lu ft sch i ss e in der ganzen Welt übernimmt. Gleichzeitig erwarb sie käuflich den „U L. 6" und das kleine Soortluitschisf „P. L. 5* und gab den Neubau eines Parseval-Luitschiffes vorn Typ ^P L. 6" m Auftrag, ixrt einen um etwa 1000 Kubikmeter größeren Gasraum als P. L. 6" haben soll und demgemäß außer der Mannschaft etwa zwanzig Passagiere wird befördern können. Die Luft-Verkehrs- Gesellschaft behält als Stammhafen den Flugplatz Johannistal, woselbst die Flugplatz-Gesellschaft eine neue grobe Halle erbauen laßt, die gegebenenfalls ein Zeppelin-Luftschiff aufnehmen kann. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 7. April. Und e-r besserli ch. Der Schneider M. Sch. von B. kam auf der Wanderschaft »ach Echzell und sprach bei einem Schneidermeister um Aröeft vor. In einem unbewachten Augenblick ließ er eine Schere mit sich gehen, die er später für eine Mark verätzte. Darauf kam er nach Gießen und begab sich tn eine Wirtschaft. Er kam aber in ein Nebenzimmer, in dem zufällig Niemand fast. Gr benutzte diese Gelegenheit und nahm zwei Tischdecken nut sich, die er in einer anderen Wirtschaft für 1,30 Mark verkaufte. Der Angeklagte ist fünfundzwanzigmal, vorwiegend wegen Eigentumsvergehen, vorbestraft. Das Urteil lautet auf sieben Monate Gefängnis. Da der Angeklagte von vornherein geständig war, wurde ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft auf die erkannte Strafe in Anrechnung gebracht. Grund tn so schwerer Weise vergangen hat, weist das Gericht die Berufung als unbegründet kostenfällig zurück. Eine prinzipielle Entscheidung Der Fleischbeschauer I. L. aus Sch. wird beschuldigt, durch Fahrlässigkeit gesundheitsschädliche Nahrungsmittel m drei Fallen in den Verkehr gebracht zu haben. Er hat zu E. verschiedentlich Schlachttiere besichtigt, die mft Tuberkeln behaftet waren, und hat auch die mit Tuberkeln durchsetzten -L,efte wie Lunge usw. vernichten lassen. Es wird ihm ledoch zur Last gelegt, me Untersuchung der geschlachteten Tiere nicht auf alle Körperteile derselben durchgeführt zu haben. Die Entscheidung des Gerichts ging dahin, daß nach § 14 des Gesetzes vom 14. Mai 1879, den Verkehr mit Nahrungsmitteln betretend, nur derieuige bestraft werde, der durch Fahrlässigkeit gesundheitsschädliche Nahrungsmittel in den Verkehr bringe- m der nrKt ftrgfaltigen Untersuchung eines Schlachttieres fettens etnes Fleischbeschauers könne aber ein „in den Verkehr bringen im Sinne des genannten Paragraphen weder nach semem Wortlaute^noch nach der Auslegung, die er in der reichsgerichtlichen Rechtsprechung gefunden habe, nicht erblickt werden. Der Angeklagte wurde srei'gesprochen. o ■— E — n Marburg, 9. April. Die seit 15 Jahren schwebende Frage, das aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts stammende Denkmal spätgotische: Baukunst, das Marburger Rathaus, den ZeitverhÄtnissen entsprechend durch einen Anbau zu erweitern, ist jetzt in ein aktuelles Stadium getreten. Einmal genügen die durch den vor 8 Jahren neueingerichteten Unterbau geschaffenen neuen Räume nicht mehr, und dann zeigten sich neuerdings am Mauerwerk nach Westen langgezogene Ri s, e. In der letzten Stadtverordnctensitzung, in der vom Magistrat 50000 Mark für die Vorarbeiten zur vorläufigen Anfügung eures Westbaues an das Rathaus verlangt wurden, stellten der Oberbürgermeister und auch der Stadtbaurat fest, daß sich das Rathaus fortwährend in Bewegung befindet und daß cs dringend nötig sei, dieses durch einen Westbau zu stützest. Man beschloß, schon in den nächsten Tagen als Sachverständigen Herrn Pros. Putzer aus Darmstadt zu Rate zu ziehen. . W Frankfurt a. M., 8. April. Der 18jatyngc stellenlose Ausläufer Hart gab heute nachmittag, als er die Weinwirtschaft in der Ziegelgasse 9 betrat, auf das im gleichen Alter stehende Buffetfräulein Elsa Knits, mit der er ein Liebesverhältnis unterhielt, zwei Rk vo l v er schü sse ab. Ein. 9tng I in die Brust, der andere in den Vorderarm. Das Mads^n^brach j auf dem Hausflur bewußtlos zusammen und wurde tn r*' geistspftal verbracht Der Täter wurde verhaftet. * B erbrech erjag d. Aus Laurahütte wird unterm 9 April gemeldet: Heute Nacht um die zwölfte -stunde wurde der Gendarmeriewachtmeifter Pniock tn Simianowitsch, als er den Arbeiter Kowoll in der Wohnung feiner Geliebten ve^ haften wollte, durch einen Schuß ins Herz getötet KowMl ftt der berüchtigte V e r b r echer , der am 16. Marz E der Bismarckhütte den Nachtwächter Stachowski durch einen Schuß bet der Ueberraschung eines Einbruchs tötete, am 31. Marz aus der Laurahütte bei einer nächtlichen Radauszene den Schutzmann Gchlsen erschoß rmd in Josesdor den Schloß ihn bei der Ausübung eines Einbruck>s ertappte, tödlich verletzte. Auf seine Ergreifung war eine Belohnung von tausend Atari! vom Regierungspräsidenten in Oppeln ausgesetzt worden. Der erschossene Gendarm ist 54 Jahre alt und hinterlaßt eine Witwe mit neun Kindern. Bei der. Jagd auf den Verbrecher waren mehrere Gendarmen und Kriminalschutzleute zur Stelle, der Täter ist entkommen. . .. , * Zur Strandung der „Prinzeß Irene . Wie der Norddeutsche Lloyd mitteilt, sind sämtliche Pass agiere des gestrandeten Dampfers „Prinzeß Irene mft thrnn Handgepäck durch den Lloyddampfer „Prinz Friedrich Wilhelm am Samstag morgen um 7 Uhr in NewYork gelandet wardst. Das große Gepäck wurde mit Leichtern an Land .gebracht. Die Position des Dampfers ist unverändert. D a s Sch iss t st d i a) t, dagegen ist die Ruderschaftsührung beschädigt. Die Ladung wird mit Leichtern gelöscht, worauf man das Schiff abzubringen ,Afft. Die See ist ruhig. Hierzu wird von anderer Seite noch berichtet: Die glatte Uebersührung der Reisenden der „Prinzeß Irene auf „Prinz Friedrich Wilhelm" innerhalb fünf Stunden war ernt Rekordleistung. Zunächst wurden die Zwtschendecksfahrer Übergeführt. Es herrschte keinerlei Auftcgung. Der Strand war von Zuschauern besetzt. Der Kapitän der „Prinzeß Irene erklärte einem Vertreter der Associated Preß: In der Nacht zum Donnerstag war starker Nebel, weshalb er vorsichtig gerahmt sei Gegen 2 Uhr srüh, als der Nebel gewichen gewesen, sei M Fahrt mit Volldampf weiter gegangen, bis der Dampfer um 3 Uhr 55 Min. angelaufen sei._______________________ gerettet werden, denn der starke Oststtkrm entfachte das Feuer Mts von neuem und die BemillMngen der herbeigeellten Feucr- wehreii waren vergeblich. Es wird angenommen, daß das Feuer inmf) eine mangel^iftc Stelle im Kamiii zum Ausbruch kam: das Gebäude selbst, sowie die Lagerbestände und Maschinen waren versichert. Man sieht nichts als einen rauchenden Trümmerhaufen, der Rauch wird von dem noch immer starkem Wind« am Boden hin gedrückt, direkt auf die Station zu, was sehr unangenehm emnhmben wird. Eine nabe dem Kornhaus befindliche Telegrapl-enstange wurde gleichfalls birrd) das Feuer zerstört, jriwch werden die in Mitleidenschaft gezogenen Drähte bereits durch neue ersetzt. Die Aufräumungsarbeften gehen des Raueite, sobald dies möglich war. Nur mit Gewalt konnte er geöffnet toerben; er barg wertvolle Papiere, aber siehe da! Die Jsolierschick-t hatte des Feuers Macht siegreich widerstanden, der Inhalt war völlig intakt geblieben, nicht die geringste Veränderung, fern Ansengen, alle Papiere usw. im gleichen Zustand tote vor dem Brande. Die Kornhausgeitossenschast gedenkt am alten Platze wieder aufzubauen; möge ihr das bald glücken und ste vor weiteren Schäden bewahrt bleiben! Hellen-Nassau. Siegen, 8. April. Im Siegerland brach ein örtlicher Streik aus Etwa 1200 Bergleute sind an dem Ausstand beteil igt. Zwischenfälle sind bisher nicht vorgekommen; vorstchts- halber wurde Gendarmerie in das Streikgebiet beordert. - • - 10. April. Die Schiffbauer, Schiffztmmever, Nieter, Ungetreuer Arbeiter. Der Taglöhner K. H. St. von F. war früher etwa em Jahr lang in einer dortigen Aifensiederei bes^ttat und hatte so Gelegenheit, mit den örtlichen und sonstigen Verhältnissen vertraut zu werden. Er wurde spater entlassen. Am 27. ^e bruar l I. begab er sich in der Mittagspause aus einem Seitenwege in den unverschlossenen Fabrikraum und stahl daselbst etwa zwanzig Pfund Absallseife, dte er tn einer Wirtschaft für vier Mark verkaufte. Er gibt an, er habe sich einmal einen vergnügten Nachmittag in Bad-Nauheim machen wollen. Da der Angeklagte sich in keinerlei Notlage befand, außerdem aber als Dich rückfällig ist, erhält er trotz des germgen Wertes der gestohlenen Sache eine Gefängnisstrafe von vier Monaten. Eine Berufung ohne Erfolg. Der Dienstknecht K. F. von B.-G. ist vom Schöffengericht ,u Gomberg a. d. Ohm wegen Körperverletzung zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er hat dem 61 Jahre alten Landwirt K. K. von dort, als derselbe vermittelnd tn einen Disput d"s Angeklagten mit seinem Vater eingriff, mft einem naher nicht ermittelten Gegenstand, wahrscheinlich einem Messer etne etroa vier bis fünf Zentimeter lange klaffende Wunde am Auge fipiaebraebt Der Angeklagte bittet heute um Herabsetzung der junger Mensch sich an e,nem aiien ---------- -------. Neu aufgenommen: „Ringia“-W h'Ä" 10.50,12.50,14.50 Höchste Temperatur am 8. bis Niedrigste , „ Jd Unter Ausschluß der O e f f e n t l i chk eit wurde sodann gegen den früheren Militäranwarter und fetzigen Fabrikarbeiter M. I. zu K. und dessen Ehefrau E. geb^ H. sowie dessen Schwiegervater, den Brreftro-ger K. ■O- b- R- wegen Erpressung verhandelt. Soweit die Sack-e ösfentlich betrieben wurde, ergab sich folgender Tatbestand. Dte Ehefrau war vor etwa sieben Jahren bei einem begüterten Landwirt bedienstet gewesen. Es kam während ihres Dienstverhaltnisies zu verschiedenen Vorkommnissen, die sie sonne ihr Ehemann und ihr Vater mm nach Jahren benutzten, um ihren ftuheren Dienst- Herrn und sodann auch dessen Schwiegervater zu Zahlungen zu nötigen, damit er ihr Schweigen erkaufe. In diesem Sinne stni. von den drei Angeklagten eine Anzahl Brtese unzweideutigen Inhalts geschrieben worden. Auf diese Wetse ist es ihnen auch tatsächlich gelungen, Geld zu erpressen: ber (Sbemamt ^5- b7 Erkrankungen 71 fc Zafefmaffer unerreicht beider AbteUungen. 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(Nachdruck *•**“"*' •*•«M!4M?dS’Ä W 5 ä“ «WAS 438 510 -M 97 906 5157 M8 l60®^1 420 M3 7031 675 [408] 38 72V »51 8255 867 UH» 16011» »0 5*7 [460] 1614» «2$ 44 M» 182299 444 16300» 1$9 228 81$ 260® U6 $32 375 453 5» 588 «U 174 10* °328 525 71» »W 1110« zto «« 22 12001 218 387 549 706 130U 233 81 «8 (40W 787 9*7 14174 «67 »49 63 15570 688 96 MS lGOSS 84 m [] 8» 58 Ml 605 7* [400] 175* M 6« 8» 84 909 68 19101 876 [400] 77 533 707 9 »73 2 1 315 563 608 » T88 22019 633 toS 23174 [400] 4!1 6» 883 240L5 21 79 261® M 85 4to 604 975 [400] 28000 456 80 834 80 7»6 [400] £38 EniMtaubungcn von Wohnungen Tcvvidien vp. mit leistunqSfäbigfter rieftr. Maschine zum billigen Preis nun Mk. 1.80 vro Stunde. (Qrnnbltdiftctf, ichoncnb.lcd n. bMknlfä cintoonbirtie# S.«elnnvOrf«bren. (Sntu.iubuno eir^clnerzcvpidie m meinem clcktr.Saugluftwerk bei billigstem Greife u. kosten fr. Transvort. Bodnern v- Bartett- u- ^tnoleumbdb. la. Res. Vacuum-Reiniger Heinrich Hess .ffqifeT.MCcPlO.JN. 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Mur dieser echt Schutzmarke. Leipziger & Co. ollar, den 10. April 1911. „ 20-24 bis zu 20 von 30—39 „ 25-29 „ 20-24 // H Kiefern-Bairholz Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. S. Keller. 2410 Gefl. Bestellungen erbitte frühzeitig Prompter Versand nach auswärts 33 114 295 e> 11 L 19 2 64,72 77,78 1,58 6,09 9,85 5,42 0,96 0,44 Bekanntmachung. Betr.: Milzbrand zu Wiescck. Der in dem Gehöft des Heinrich Werner III. zu Wiesgck ausgebrochene Milzbrand ist erloschen. Gießen, den 6. April 1911. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Merck. billige Uelsiilk» taftn, so gehen Sie nach dem Spanischen Garten Babnbofstraße 48, Filiale Äreuzplah 6. Liiße uni) saftige Aafelßakn 10 Stück 25 bis 105 Psg. Echte Blut-Apfelsinen 10 Stück 60 bis 120 Pfg. Zitronen 10 Stück 40 bis 80 Pfg. Täglich frische Bananen, Feigen, Datteln ufw. FürWlederverkäuser extra billige Preise. Jeden Saulstag Verkauf auch zum Markt auf dem Brandplah. K Mas^. Rollbahnen - Anschlussgleise. Miete u. Kauf. Neu- u. 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[B10/, Gießen, den 8. Avril 1911. Fichten-Bauholz von 30-39 cm Durchm. mit 3,91 Fstm. “ ““ 28,90 „ oder die es werden wollen. Vor Kauf eines Rades besichtigen Sie erst mein reichsortiertes Lager in wirklich erstklass. Marken wie: S ! Seit 16 Jahren in Deutschland eingeführt und beliebt ! Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. B. wurde beumltcb der 3-trma Mrtteldeutsche Creditbank; Filiale Gießen ein- getragen: In Ausführung des Beschlusses der General- berfümmluug vom 9. März 1911 ist das Grundkapital um 6 000 000 Mark erhöht worden. Das Grundkapital beträgt nunmehr 60 000 000 Mark. Durch Beschluß der GenerL. Versammlung vom 9. März 1911 sind die §§ 2, 4, 5, 18 und 37 des Gesellschaftsvertrags geändert worden. Gießen, den 1. April 1911. Rio/. ___________ Großherzogliches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen B&- -uguch der Firma Mohr und Kugelmann in Gießen: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Krma ist erloschen. Gießen, den 1. Avril 1911. ßl% Großherzogliches Amtsgericht. Gut bewährte Einreibung bei Mexenschuss 8 Gicht, Rheumatismus, Ver renkungen, Verstauchungen ist -Todor": Fl. 60, 100 Pfg., guter, bewährter Äarmelilergeist, auch bet Magen , Zahnschmerzen, Kolik, Durchfall, Influenza als I Hausmittel. Allein echt: Nieder!. Pelikan-Apotheke, Kreuzplatz 2> Für Karfreitag u. Ostern „lebende Spiegelkarpfen", ff. Sahn im Ausschnitt, Zander, Hechte, Zungen, Heilbutt Holl. Schellfische u. Kabliau etc. Obst- u. Gemüse-Konserven, erste Fabrikate