Nr. 215 Zweites Blatt M Jahrgang ttldjetni täglich mit Ausnahme bei Sonntag«. W tie „ei<6tncr LamlNeablätter- werden dem 1 | 11 W H Z 8 .Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegt. da« VJ tL V 6 M B R Ä, X/Q fi I ® K 1 RA K R „Kretiblatt fflr bei Krtti «letzen" zweimal J M v " T v v ▼ v 1 ▼.B ▼ ▼ v wöchentlich. Die .^anbwlrllchottllchei Lett- — e fragen'' erfchemen monatlich zweimal. (DCtlCFClI*Anzeiger für Oberhejfen Mittwoch, lö. September |9li Äolattonibnicf unb Verlag der Br üblichen UnioerfttS:? - Buch- unb Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Grrtbition unb Tnufertl: Schulst roße 7. Expedition unb Verlag: eM>bl. Redaktion: 112. rel.-?ldr.:AnzeigerDießen. Zozialdemottatischer Parteitag. IV. ~ Jena, 12. Sept. Nach Erösinung der Sitzung teilt der Vorsitzende Abg Leber- Jena mit, daß in Jena ein vorzügliches Volksbab sei iStürmischc Heiterkeit.- Einige i'^enoiicn.haben dieses Bad auch schon benutzt. iErnculc stürmische Heiterkeit, die minutenlang anhält.) Inzwischen ist folgende Entschließung de» Parteivorstandes zu den Reichktagswahlea eingegangen: „Ter Parteitag erwartet, daß, soweit es noch nicht geschehen sein sollte, die Parteigenossen in allen Wahlkreisen, in denen die Partei Anhänger besitzt, unverzüglich d,e Vorbereitungen zur Reichstag-wahl treffen, um selbständig in die Wahl ein- zutreten. Ter Parteitag erwartet weiter, daß die Porteigenossen die Wahlagitation grüirdlich ausnützen, um sowohl neue Mitglieder für die Parteiorganisation, wie neue Abonnenten für die Partei presse zu werben. Insbesondere muß die Wahlagitation auch für Erlangung deS allgemeinen, gleichen, direkten unb geheimen Wahlrechts im Sinne deS Parteiprogramms für die Wahlen zum Landtag in Preußen wie in den Staaten, die das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht noch nicht besitzen, ausgenutzl werden. Wo nach dem Ausfall der Hauptwahlen die Parteigenossen bei engeren Wahlen eine Entscheidung zwischen gegnerischen .Kandidaten zu treffen haben, dürfen sie nur demjenigen .Kandidaten ihre Stimme zuwenden, der sich verpflichtet: 1. für Aufrechlerlwltung des bestehenden Wahlrechts für den Reichstag: 2. gegen eine Beschränkung des Vereins- und Versamm- lnngsrechls und des zwalitionsrechtS: 3. gegen eine Verschar- sung der sogenannten politisckjen Paragraph, n des Strafrechts: 1. gegen ein wie immer geartetes Ausnahmegesetz: 5. gegen jede Erhöhung der Zölle auf die Verbrauchsartiket der großen Masse: 6. gegen jede Reueinführung ober Erhöhung indirekter Steuern auf Vcrbrauljsartikcl der großen Majse einjutrelen und zu stimmen. Ter betreffende ftcibibat ist zu ersuchen, seine Erklärung vor Zeugen ober schriftlich ab ui neben. Stehen in bcr engeun Wahl zwei tianbibatrn, die beide bereit sind, die ausgestellten Bebingungeu zu erfüllen, so ist bcr Liberale bem 911(1)11 ibfrdcn vorzuziehen. In lebem anderen Falle ift firihc Stimmenthaltung zu proklamieren." (Vcnoffc Laufenbe'g- Hamburg kommt dann auf den Fall 91 o f a Luxemburg gu sprechen. Es mar ja vielleicht eine Indiskretion, aber iic war notwendig, es fragt sich nur,-ob sie in bem Wugcnbnuc notwenbig war Auch bcr Genosse Bebel hat sich in feiner Er icguiifl gestern einer Indiikrclion schulbig gemacht, da er selbst über interne Vorgänge im Internationalen Bureau beruhtet La; Fischer- Berlin: Ais all den Neben l-abe ich auch nullt rine einzige Tatiadre leratshören können, buri.i die bcr Partei vorstand irgendwie begrnnlct angegrrfien ist. > Zuruf Ledebours: Tas ist ia niedlich' Leipzig: Nein, lächentch! • iß im. ja Teilte alten Mätzchen!) Rofa Luxemburg nannte den Geiwsseu Müller ein Bild rührender Hilislosigkcit — in ihrer angeborenen Bescheidenheit vergaß sie (bcr, daß ihre Rede icibii das Bild rührendster HilfSlojigleii boi weiter teil. Beilall uns Wide.ipruch. Nachdem der Genosse Bebel, der Genossin Luxemburg geantwortet hatte, da sah die Rosa auch nicht aus wie eine Salo m c. die das Haupt des Johannes rüg, hier muß es natürlich l-eißen: baS Haupt MollcnbuhrS. (Heiterkeit.) Inzwischen ist folgenbcr Antrag Aier unb Genossen eingegangen: Ter Parteitag beschießt, 1. zwei weitere Parlei'ekr.tar anzustellen, 2. zwecks Beratung einer Neuorganisation beo Parteivoritanbes und der .sontrohfomni.ffion i t unter Zu i hung des Parteivorstandes eine Kommission von 21 Mitgliedern zu wählen, die bem nächsten Parteitag Bericht zu crilaitcn hat." Eduard B c r n st ein: ter Votwuts oes G.itDji.ii Loebsnr, der Parkcivorstand habe die üi.erncrioiuk VecltuvöigungLaklisu durchkreuzt, ist völlig mbegründet. Wenn irgend etwa-, die deutsche Partei im Ausand. mißliebig macht, >o nt es du Art der Kritik, die von eitern Teil der Moi respjnbcUten gegen die Bruberpartei ausgeübt mb. (Lcoh. Be.'all. > (jenefie Hoffmann Berlin der 11 ihn. „x>eun-'. 'ebete Hoffmann"i: Nach den Erlärungcn des 9icfcrenten Muller iit bcr „Gehelm erlaß" teilweise als eine „vertrauliche Mitteilung anzusehen. Wenn man nu wüßte, wo der (Vel.cinmlai; am hört unb die vertrauliche Mitteilung anfängt. .'jcit neu. Jet stimme Hlara Zetkin bei, dch es nicht mir das Recht, laiwern auch die Pslic!»! jedes Genoien nt, den Parteivorttand ui iriti fieren. Beifall. Wir roifm ia, daß Molkendubr nch nicht so leicht auf regt, daß er, ivi der Berliner sagt, ein bißchen pomadig ist. .Heuerleil. Es ist ja ganz gut, bar mir einen solchen Mann int Partewo stände haben. Ader '.Vtolfcnburre Ruh: ist im vorliegenden Feie ein Hemmschuh geworden ^em richtig^ Qicbrncd)t ^e.in: Ter Ausruf des Parlcivor siandes ist gerade zur ungui agtien Zeit herausgegeben Word .t Ter Kaiser war damals grade in -sroincniuubc, unb gcrao. iu dieser Zeit kam das Eomm'.nig'.ts heraus, das eine Beruhigung bringen sollte. Tatsächlich iar auch etwas 3tuhc eingetreten, und mitten tu diese Ruhe >tc bcr Ausruf des Parteivorstanbes hinein. Sehr richtig! Tie ttrl der Mritit, die an dem i-'rta. Vorstand geübt wird, war richt henimetib, iandern aincuenio. .Stürmischer BeifallI Rosa Luxenburg-Berliii: Ter Genosse Molkenbuhr hat es als einen «amidien Beweis meiner teuflischen Bosheit bzeichnet, daß ich bei ^meiner ^.cr* öiicntlicbung in der „Leipzig» Volkszeitung" das -ratum Kim . Brief, s unterschlagen habe. Tas Ta tu in baue gezeigt,^ bm dec Brief geschrieben wurde v r der Rede Llovd Georg s -tarn . aber falle meine Anklage gcg.i ihn glatt zu Bvdcu. : '.olkenbuhr bat sich an Lloyd George so eu geklammert '?euer.en . da.; er gar nicht sieht, welche Tnimi:eit er gcniacut hat erneute Heiterkeit? Tenn es ist nu richtig, daß bcr Briei vor jenei Rede geschrieben tvurde. Abr es ut falsch, zu bebaue. ».'• diese od r irgend eine ander Su'bc eines .nglijchen .'»mUters den Zei'nunkt unserer Aktiv besrimmen mußte, ct.nd.rti ou Tatsache der Eutt.nduirg des „Panther" nach Agadir war der gegebene Moment, um eine große Aktion gegen die Marotte gefahr zu entfalten Ich nu» mich auch zn meinem großicn Bedauern gegen den Wcnoiicn. Bebel wenden. .Bebel ruft ■ Nur los! yciteicit odi muß vor allem oebrnwrn, daß Bebel,' der sie.' hier io egen Ind.stre.ivn.n manüie, ö.'.vu übergegangen ist, hier den uihalt von Privatgewrac.ie:: mu dem Genossen Huysmans b anut zu geben und tfleuiici. n i ■' mituu.ilc.'.. die Huysmans ngeblich . .er mich gemi.cvt l-.u. «Bebel mit: Er bat sie g- neu:' ^unsinaiis wll zu - Ich habe aber mit Recht Iiinzugefügt, daß dieses „zunächst" von der Inter nationale als eine Absage ausgesaßt worden ist. Der Genosse Bebel hat schließlich erhärt, er werde in Zukunft in seinen Briesen an mich sehr vorsichtig sein. Ta kann ich ihn beruhigen. Tie Briese, die mir Genosse Bebel schreibt, pflege ick nicht hinter den spiegel zu stecken, istürmische Heiterkeit.! Bebel hat Tonner und Blitz auf mich herab- gcschleridert und mich persönlich herunterzureißen versucht. Ich habe aber schon meine Satisfaktion. Tenn haben Sie gesehcu. Genossen, woher Bebel Beifall für feine Rede erhielt? (Hört, hört! Heiterkeit und Unruhe) 6 r kam von den Genossen aus Bayern, Baden uhv/ «Großer Lärm, Zurufe, Zischen und Pfuirufe. Auf der linten Seite des Saales schreit icmand: daS ist eine echt luxetnburgische Frechheit! Und ein anderer: Polnisch-jüdische Dreistigkeit!) Mitten ui dem Lärm schließt Rosa Luxemburg: Bebel bat eine politische Irage, eine politische Tebatlc zu einer persönlichen gemacht und deshalb sage ich, Gcnqiic Bebel hat diesen Tleifall aus dem deutschen Süden diesmal rcich- 11 di verdient. (Erneuter minutenlanger Lärm, BeisaU, Zischen und Zurufe der Süddeutschen: sind wir keine Ge^ nchjen? Pfui!) RcichstagSabg. Ledebour: Es war ja ein durchsichtiges Manöver, das von der Manoorierungsfähigkeit des GenoiKn Richard Schmidt zeugt, daß er für den ParlClvorstand den Genossen Bebel verg eich oben hat. (Bebel ruft mehrmals: Ich lasse mich nicht vorschicben, das ist eine U n - Verschämtheit!) Ledebour lsortsahrend«: Toch, Genosse Bebel, Sic sind, abgejeheu von der >lorrespoichenz mit dem Bureau, an der ganzen Affäre nicht beteiligt gewesen, und insofern ist es richtig, daß Sic gcwisserinaßeu als Wortführer des Partcivorstano.s für een Parteivvrstand in der Verteidigung auitrcicn, Sic haben sich also vor'chiebcn lassen, und das ist ein sehr durchsichtiges Manöver. (Unruhe am Tisch deS Partei - Vorstandes.) H cn ke--Bremen: MollenduhrS Bries war doch^nicht an irgendeine Jugendliebe gerichtet, ionbci'n in einer Sache geschrieben, die die gesamte Arbeiterschast auf das innigste bewegte. Frau Zieh-Hamburg verteidigt als Mitglied des Partei- Vorstandes dessen Haltung in der Maroklosache unö im Bucht'ruckerslreit. ReidistagSabg. Tr. David-Mainz: Tie gegenwärtige Schatte liege unzweisclhaft uu inneren Parteiinteresse, ob ne aber m ihrer Wirkung nach außen hin ersprießlich sein werde, mochte er bezweifeln. Er müsse aber dagegen protestieren, daß angesichts ungeheuren Bedeutung der Marokkosrage Gegensätze in die Partei hinein zutragen, die nicht vorhanden seien. (Sehr runtig! Beifall. Zurufe: Fiickier!' Tic Bemerkung, daß der Süden Bebel ucfonC-cmt Beifall bezeugt haue, fei eine Entstellung der Tatsachen. Wir Süddeutschen — so fahrt der Redner in großer Erregung fort — verlangen, daß man endlich in der Partei aufhört, die süddeutschen Genosien als minderwertig zu qiiali- nzieren. Benall. Widerspruch und Zurufe: Tut ja niemand Tavid: Todi. Soeben bat die Genoiiin Luxemburg unseren Bei'all zu Bebelo Worten als eine gerechte Strafe für den Parteivoruand huigcneilt. (Heiterkeit./ W l r können doch n i di t alle aus der Heimat Rosa Luxemburgs sein. Sturm. Heiterkeit und Zurufe: Gott sei Tank!) Wtr wollen ;„nbau* als vollwertige Genouen angesehen werden und lassen .. « S das von der G e n o s s i n Luxemburg am allerletzten nehmen. «Großer Beifall. Heiterkeit.) Irn übrigen ,können wir tue Auffassung nicht teilen, daß die blor.e Tatsache der Entienoung des „Panther" »chon eine Parteiaktion hervor- rii ai muhte. Es ist ia gerade ttets eme schwäche der Temo kraue gcncicn, daß sie in icowiengen Situationen keine Zurückhaltung ubi. Stürmischer Beifall. Unter allgemeiner Stille ergrent nochmals Bebel das WoN. Er führt aus: Es fei nicht feine Absicht gewesen, nochmals tu sprechen, aber die Provokation der Genossin Luxemburg und des Genossen Ledebour zwängen ihn dazu. Genosse Tavio rat ja schon viel oorroeggenommen, unö ich kann beinahe jedes seiner Worte unicricurfiben, selbst auf die Gefahr bin, daß man mich einen Revisionisten nennt. Heiterkeit Ter Genofe Ledebour rief ja auch schon bei der Rede des Genossen Tavid dazwischen: „Armer Parteivorfland!" (»enoijf Ledebour, das bedauere ica in Ihrem eigenen Interesse! — Ferner will idi i,-I.eilen, daß ich nicht indiskret gerne en bin, als id> bic Aeußerung des Setre.arä des internationalen Bureau- wieder- gab.' Tenn er hat ausdrücklich erklärt, es wurde der Genossin Luxemburg angenehm sein, wenn sie einmal seine Meinung er- fahre. Man m uß auch von Dori herein b denken, daß die Marokko- .'ar' alle drei Tage eine ander Situation bracht Sehr richtig Ta mußten mir dooveit vornevtig fern. Eine Aeußerung der Genoiiin Luremburg konnte den Atvchc.n erwecken, daß wir in defonoers lebhaftem miö gereiztem Brie'wechsel uänoen Tas nt durchaus man der Fall Sie redete mich stets „l't.b.r Genosie Bebel , ich he „Liebe Genoinn Luxemburg" an. t'lus dieser Zurede kann man schon ersehen, daß unser Briefwechsel nicht so gereizt .var. Allerdings „liebe" werde ich ' ie ietzt t.ai e Tas in unerboi. Jeder, der nud) lennt, weiß daß idi nie nach Beifall gcieheit habe, uno wenn ich BeuaU habe, so ist mir gan; gleich, von wo er kommt Auf den Bo..ourf Ledebonrs. ich bulle nr.u) ia . 's n la..en, habe ich ja cigint.il' schon - idi i.r.u L.ü) r..'u - rvoroelen, baß ich Jahre in der Partei tätig bin und daraus wohl das Recht herleiten darr, auch ^zu cin ' ^ache sprech.'.'., die mid« nicht d.refr tangiert Ebe» . lanntlich den größten Teil beS Lösegeldes hergcgeben. zu V danken. Zu Beginn der Nachmi.tagsjitzung werden von Klara Zetkin bcr Antrag Göpvingrn, bcr von bem Parteivorstanb eine um jassende einheitliche Aktion der Parte, für bnt Weltfriebcn vet langt, sowie dec Antrag Bremen „Der soziallstisckie Verein Bremen bedauert, lan der Parteivorttand es mdn sür nötig gehalten hat, in eine allgemeine Aktion gegen den Marekkortuiimel einnihtlcu. Tic Pcrsommluiig ersucht bei Parteitag, dasür Sorge u tragen baß der Parteivorstaiw in Zulunst solch jvichlige, die ganze zivil, fierte Welt in Aniregung fetzende Fragen nidji so gkuijgülti t n, Iler, ngs mit d< t ansdi üctl Härung, baß die Aussprache über den Geschäftsbericht die Erwai tungcn der Genossen der beteiligten Kreise in Bezug auf d. Erörterung der Äarokioangelegenheit und die Reorganifatton des Parteivorstandes bei tveiteni uberrroffen hätte. ES loirb dann zunächst cuu'nmmig der Antrag Vluer angenommen, bcr verlangt, daß zwei weitere Parteisekretäre angeslellt und daß zwecks B ratuiig einer Neuorganisation des B/rstcuideS unb der Moiilryli ■ fommifiion unter Heranziel ing l . Borstandes ein Auüschnf v o n 21 Mitgliedern gebildet werde, der dem nächsten Parteitage Bericht erstatten soll. Tic einzelnen Berichterstatter begründen dann eine Reih von Anträgen, die sich aui Presse unb Litcrarur beziehen. Ein Antrag von Westmayer iStintgart- und 105 Genossen lautet: „Ter Parteitag nimmt mit Bedauern Kenntnis von den jüngsten Borgängen in der n- ü r 11 e m be r g i s die n Landes Organisation. Er bcauitragt den ^aricioorftanb, mit bem wurtiembergischen Landcsovrsuuio und der Stuttgarter Pan, Icilung in Verbindung zu treten, um die Entwickelung der Partei ui Württemberg int Sinne und Geiste der gesamten Parte, unb ihrer Beschlüsse zu sichern. Mit anbern Anträgen würbe auch dieser angenommen. Am Abend sand eine stark besuchte Volksversammlung statt. Zu gleicher Zeit bewegte nch ein F a ck e l z u g a l s E h r u n Haeckels durch den Monistenkongreß durch die Straßen de, Stadt. Deutscher Stootetag. n. + Bosen, 12. Sept Nach den beiden Vorträgen üb:r bad erste Thema „Tic Prüjuug der Krebitverl-ältNiiic b.-r deutschen Stabte" sand ein«- kurze Aussprache statt, worauf folgender Antrag d s Vorstandes einstimmig angenommen wurde. 1 Trotz Vorhandenseins gewisser Mißstände in der Kredit beschassung der deutschen .Stabte wird von Errichtung eines Z e n t r a l i n it l t u t s aus der Grundlage einer Akiiengeiellschafr oder einer Genossenschaft oder dergleidfen abgesehen, dagegen eine Vermittlungsstelle für kommunale Darlehen cinzurichtell emviohlen. 2. Hierbei ist zu beachten, daß für kurzfristige Tarlehen eine Gctdvermittlungsstelle der deutschen großen Stadtverwaltungen besteht. Es roirb daher zu erulogttdwn sein, die Ver- mililungeiiclie für langfristige tommunale Tarleheii an diese anzuschllegen. 3. Als Ausgabe der Vermittlung tt'lelkc kommt leider in Betracht schon zur Erzielung eines besseren Marktes, aus einen möglichst einheitlichen Anleih.typ der Stadtanleihcn in Bezug auf Vernnsung, Rückzahlung bezio. Tilgung und sonstige .,iud- zahlungsbedingungen hinzuwirken. 4. Für geringere Kreditbedünnissc unb, wo die Ausgabe eigener «reoitvri.'c der Stadt nicht gcivünscht wird, ist eine Geschäftsverbindung mit Bankinstituten oder anderen Anstalten, die tommunale Mrcoitbnrfe ausgeben, möglichst in provinzieller Gliederung einzulciten uno zu vhegen 5. Ferner ist eine ständige Fühlung mit den deutschen stabtljcbcn Sparkassen zu unterhaU-n und tu: Anlage von Svar kassengeldern in dcuttchen Stadtanleihcn unb solchen kreditbriescn, die zur Tcckung von Stadtanleihcn ausgegebcn werden, zu decken. 6. Tie Verniittlung soll provifionsscei und nur gcg.n Er- stattung der unnnt'.elbarfn Aunvenbniiqrii erfolgen 7. Ten Mitgliedern des deutschen Stad:eraqes vi büngenb zu empfehlen, außerorbcntlickje Bedünnisfe mehr als bisher ge ichehen. dutdi Fonosbilbnng zu decken unb . curd, das Lnschwellcn Oct ctablanlem.n veimeiden uno , . i >lnrs- stand zu heben. Am Nachmittage fanden verschiedene Beiichiigungen statt. Am heutigen zweiten VerhandlungLtage bcrichtcttn bi- Eber- bürgermeister Wallraf Köln unb X; Aoicke- Frank urt a M.) über „Stellungnahme zur Frage bet Ardeitsloienorr- sichcrun g." KSln und 2t. SU hc.cs '-rank nrt a cinqrbrc:.. ü L i.' c' zur Arbeirstoseuvnfickrernng, nad ivacrni ade ■ ztmr.nbfH die Turchstchrung der zunächst er-ord Un:erlnchunmm in den einzelnen iycioerben man selbst übernehmen, iind.rn von ten Regierungen fordern sollen, an. Deutscher Unroalfstay. -- Würzburg ' r ?L Ter 20. Deutsche Ann. Mi-tcg, ■ berr > -n r Teilnehmer cing'undnt .j’.cn, begann . al; r i: Verl--ndlurigen. Aus Stadt und Land. (Stehen, 13. September 1911. Neuerungen in Eisenbahnzügen. Das preußische Ersenbahnminifterium hat, mehrfachen Wünschen des Publikums entsprechend, umfangreiche Neuerungen in den Eisenbahnzügen der vreußisch-hessischen Staatsbahnen getroffen. So ist es auf Grund erfolgreicher Versuche gelungen, das Rütteln in den Wagen aufzu- heben und einen ruhigeren Gang zu ermöglichen, der durch eingebaute Kastenquerträger erzielt wird. Die Abortanlagen werden von jetzt ab in allen Wagen der v-Züge an die Außenseite verlegt werden, um einen besseren Luftzug zu erzielen. In den Wagen der Personenzüge sollen alle Abteile, auch die der 4. Klasse, mit Pints ch glühlicht erleuchtet und die Abteile der letztgenannten Klasse sämtlich mit Linoleum belegt werden. Außerdem erhält diese 44 Sitz- plätze, gegen bisher nur 22, Abortanlage mit Wasserspülung, Raucher- und Nichtraucherabteile. Sämtliche Türen in der 4. Klasse werden mit Selbstschließern versehen. Diese Neueinrichtungen treten mit dem 1. Oktober in Kirnst. Die an diesem Tage eingestellten neuen Wagen werden bereits mit diesen Neuerungen versehen sein. In den Wagen älterer Einstellung werden sie nach und nach eingeführt. ** Vom Staatsschuld buch. Die am 1. Oktober fälligen Zinsen der in das Hessische Staatsschuldbuch eingetragenen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessischen Kassen und bei den Reichsbankanstalten vom 17. September ab' gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch die Post vder durch Gutschrift auf Reichsbank-Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen überweisen. ** Preisauss chreiben. Die verbündeten Kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte haben ein Preisausschreiben erlassen für den Entwurf einer Marke, die als gemeinsames Abzeichen für die Vereine dienen soll. Interessenten erfahren alles nähere darüber durch Nr. 9 des Fachorgans, der in Kassel in der hessischen Verlagsanstalt erscheinenden „Mitteilung der Verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte", Sitz f^ranffurt a. M., Großer Hirschgraben 11. Auf Wunsch wird die betreffende ghimmer gern kostenlos zugesandt. Außerdem findet sich in dieser Nummer eine Zusammenstellung dessen, was die Vereine seit ihrem Zusammenschluß auf dem Gebiete der Stellenvermittlung, des kaufmännischen Bildungswesens für das weibliche Geschlecht und für die kaufmännisch tätige weibliche Jugend getan haben. Ein Artikel: „Die deutschnationalen Handlungsgehilfen und die Frauenarbeit im Handel", ttne die Rubriken : soziale Umschau, aus der Frauenbewegung und -,von den Vereinen", wie die Erörterungen über verschiedene Berufsfragen, sowie die Vakanzenliste machen die „Mitteilungen" zu einer für jede Handlungsgehilfin wichtigen Lektüre. Die Mitglieder des kaufm. Vereins für weibliche Angestellte (Plockstr. 5III) erhalten die Zeitung kostenlos. Kreis Alsfeld. 12. Storndors, 11. Sept. Am Samstag herrschte in hiesiger Gegend ein schweres U-nweiter. Gegen 4 Uhr nachmittags erhob sich plötzlich ein gewaltiger Wirbelsturm; in den Wäldern hat er manchen Stamm geknickt. Dann folgte ein Gewitter auf das andere, auß allen Richtungen schienen sie heranzukommen. DaS Donnern und Blitzen hörte erst gegen 11 Uhr nachts auf. Mehrmals hat eß ein- geschlagen: in eine Kiefer im Walde zwischen Vadenrod und Wallenrod, in ein HauS in Storndors; hier zündete er nicht. Dagegen schlug der Blitz in daS Haus des Gemeinde- rechnerS Daum in Brauer schwend und zündete; daS Feuer wurde jedoch sofort gelöscht. Vor dem Hause hatte der Hund gelegen; man fand ihn, vom Blitzstrahl getötet, in seiner Hütte liegen. Der heftige Sturm hat das wenige Obst, was es in diesem Jahre gab, von den Bäumen herabgeworfen. △ Maulbach, 12. Sept. Ein .Ohm-Felda- Sängerbund" wurde am Sonntag hier gegründet. Elf Gesangvereine traten sofort den» Bunde bei. Kreis Lauterbach. ^Ober-Moos, 11. Sept. Gestern nachmittag fand dre Einweihung unserer wieder aufgebauten Kirche statt. Im Frühjahr 1909 wurden durch einen Blitzschlag mehrere Hofreiten dicht bei der Kirche eingeäschert und auch diese trotz aller Anstrengungen verschiedener Feuerwehren nn Raub der Flammen. Nur unter schweren Opfern der Gemeinde, sowie durch Sammlungen und eines namhaften Zuschusses der Brandversicherungskammer konnte der Mederau bau der Kirche zustande kommen. Zur Ein- weil)ungsfeier waren vom Kreisamt Lauterbach Krcisamt- mann Herberg und Kreisbauinspektor Hechler erschienen Um 2 Uhr nachmittags bewegte sich ein Festzug, der im Schulhose Aufstellung genommen hatte, nach einer Ansprache des Bürgermeisters ^chäg und des früheren Pfarrers Link unter Musikbegleitung nach der neuen Kirche, wo Kreisbauinspektor Hechler, nach dessen Zeichnungen und Leitung die Kirche errichtet wurde, den Schlussel dem Kreisamtmann Herberg übergab. Dieser überreichte ihn dann Dekan Schmidt aus Schlitz, der nach einer kurzen Ansprache die Ture der Kirche öffnete, worauf der Einzug tn diese erfolgte. Die Weiherede hielt Dekan Schmidt und nach diesem Pfarrer Na um a n n-Nieder-Moos die Festpredigt. Nach den Einweibungsfeierlichkeiten in der Kirche folgte ein Festessen in der Wirtschaft des Beigeord- »eteu Herchenröder. Wenn auch unsere Kirche kein größten ersten Vortrag: Empfehlen sich gesetzgeberische Maßnahmen gegen die n Ueberfüllung in der Anwaltschaft? terftattetc Rechtsanwalt Landsberg (Posen). Die Notlage eines Teils der Rechtsanwälte könne nur durch eine Erhöhung der seit 1879 gleich gebliebenen Gebühren abgeholfen werden. Den gegen« heiligen Standpunkt vertrat Rechtsanwalt Fuchs (Leipzig). Die -weifellos vorhandene Ueberfüllung des Anwaltsstandes fordere gebieterisch die Einführung des numerus clausus. In der Llussprache erinnerte Reichstagsabgeordneter Bassermann daran, daß seinerzeit bei Einführung der freien Advokatur Jubel Unb Freude herrschte. Solle durch den numerus clausus das glles wieder zerstört und geopfert werden? Es wurde schließlich folgende Entschließung eingebracht: „Der 20. ^Deutsche Anwaltstag sieht in der Freiheit der Rechtsanwaltschaft die sicherste Gewähr für ihre Tüchtigkeit und Unabhängigkeit und hält alle vor geschlagenen Maßregeln, welche einer Ueberfüllung des Auwaltsstandes dadurch vorbeugen wollen, das sie die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft in irgend einer Weise beschränken, für unnötig und den Interessen der Rechtspflege imd des Anwaltsstandes gefährlich." Dem Ergebnis der Abstimmung wurde mit großer Spannung fentgegengeieljen. Die Entschließung wurde mit 619 gegen 274 Stimmen verworfen. Der Numerus klausus ist daher angenommen. artiges Bauwerk darstellt, so macht sie doch bei aller Einfachheit und Prunklosigkeit einen schönen Eindruck. Kreis Wetzlar. — Dorlar, 11. Sept. Güterverladestelle, SchulbauS- Neubau und Zusammenlegung der Feldmark haben bisher den Gemeindesäckel stark belastet. Trotz wiederholter Versuche konnte aber die Wasserfrage noch nicht gelöst werden. Tie Gemeinde erhebt bereits 200 Prozent Zuschläge zur Staatseinkommensteuer und den Realsteuern. Die hessische Herbftübungen. F. C. Br eit Hardt, 11. Sept. Mit beginnendem Licht trat heute früh die verstärkte 50. Jnfanteriebrigade (rot) vvn Wiesbaden über Wingsbach den Vormarsch gegen die Aar an. Gegen 11 Uhr traf die Meldung ein, daß die verstärkte 49. Jnfanteriebrigade (blau) die Aar bei Michelbach überschritten und auf der „Eisenstraße" den Marsch auf Steckenroth fortsetze. „Blau" war von Katzenelnbogen aufgebrvchen und über Dörsdorf, Eisighofen gedeckt nach der Aar marschiert. Das Halbbataillon schwerer Feldbaubitzen Dom Fußartillerie-Regiment Nr. 3 eröffnete auf den anrückenden roten Gegner das Feuer und zwang ihn zur Entwicklung seiner Kräfte, die die Richtung auf die Höhe östlich von Breithardt nahmen. Blau hatte unterdessen diese Höhe besetzt, die von „töt' genommen wurde, nachdem die sieben Schwadronen der 25. Kavallerie-Brigade, unterstützt von den reitenden Batterien des 25. Feld- artillerie-Regiments, auf den rechten Flügel von „blau" eine schneidige Attacke geritten. „Blau" zog sich gegen 2 Uhr in der Richtung auf die Linie Ketternschwalbach-Rückershausen, überschüttet von dem Massenfeuer der roten Artillerie zurück. Während des Rückzuges erhielt „blau" die Meldung, daß das blaue 18. Korps vom roten Gegner bei Jdstein^)berrod geworfen und in der Richtung auf Dauborn zurückgehi. Es wird der verstärkten blauen 49. Infanterie-Brigade befohlen, weiter die 50. rote Jnfanteriebrigade am Vorgehen zu verhindern und so die Flanke des blauen 18. Korps zu sichern. Die roten Hauptkräfte erteilen, nachdem „blau" nieder- gerungen, der 50. Jnfanteriebrigade den Auftrag, die blaue Brigade zu vernichten und energisch gegen die Flanken des zurückgehenden blauen 18. Armeekorps vvrzugehen. Das Gros der geschlagenen blauen Partei gelangte gegen Abend bis Mensfelden. Die Verfolgung des zurückweichenden Gegners wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt und dann von „rot" Vorposten in der Linie 'Kättenschwalback)-Rückertshausen bezogen, während das Gros in Holzhausen über der Aar und den umliegenden Orten verblieb. „Blau" war bis auf Mensfelden zurückgegan- gen, fetzte in der Linie Kaltenholzhausen-Hahnstätten Vorposten aus, während das Gros in Mensfelden und den umliegenden Orten Quartiere bezog. Dem Gefechte wohnten der G r o ß h e r z o g und hie Großherzogin, diese in der Uniform ihres Regiments nebst Gefolge bei, sowie Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, in der Uniform ihres 80. Infanterie-Regiments, Prinz Philipp von Hessen und Prinz Andreas von Griechenland. Zahlreiche Engländer mit ihren Familien, die ^ur Kur in Langenschwalbach und Wiesbaden weilen, maren tn Wagen und in Automobilen in dem Gelände erschienen und hÄten auf der Höhe von Breithardt dem Gefecht in nächster Nähe zugesehen. Das energische Vorgehen der Infanterie und die schneidige Attacke der Hess.scheu Reiterregimenter hatten den englischen Gästen die Worte ent- locrt: ,,£), arm England!" Ein Bäuerlein, dos in der Nähe stand, trat, als er dies hörte, auf die Söhne Albions zu und sagte: „O, ihr Himmel-Sakramenter, halt' doch zu uns. Wann England und mir einig sinn, könne mir de Deiwel aus de Höll' hole!" Der in der Nähe haltende Prinz Andreas von Griechenland, der den Vorfall mitan- gehört, nickte, den Worten des „deutschen Michel" zustimmend. Als der Bauer gefragt wurde, wer und woher er fei, erwiderte er nur: „Aich bin von Holdese!" (Holzhausen a. d. Aar). (Ein schwerer Manöoerunsall. Elf Soldaten ertrunken. Beim Uebergang einer stärkeren Patrouille des Oschatzer Ulanenregiments über die Elbe bei Posta sind heute morgen ein Unteroffizier und zehn Ulanen ertrunken. Wir erhalten darüber folgende Meldungen: Pirna, 12. Sept. Ueber das Ui^glück, das heute früh eine verstärke Patrouille des Oschatzer Ulanen-Regiments betroffen hat, wird ausführlicher gemeldet: Als die Patrouille die Elbe bei Obervogelfang durchschreiten wollte, gerieten einige Pferde an einer tiefen Stelle in einen Strudel; sie wurden von der Strömung fortgerissen und gingen mit den Reitern unter. Von der Patrouille erreichten inzwischen zwei Offiziere und ein Unteroffizier das Ufer von Posta. Als die Offiziere nun die gefährliche Lage der Soldaten erkannten, zogen sie sofort die Uniformen aus und stürzten sich von neuem in den Strom, um die Leute zu retten, doch vermochten sie wegen der starken Strömung nicht bis in die Mitte des Stromes zu gelangen. Ein auf dem Poftaer Ufer wohnender Hausbesitzer eilte den Offizieren zu Hilfe und brachte sie glücklich ans Land. Unterdessen waren Schiffer und Rettungs- mamifchaften mit Kähnen herbeiaeei.lt, doch gelang es nicht, die in den Strudel geratenen elf Mann zu retten, und sie ertranken sämtlich. Gegen 10 Uhr war der erste Tote gekündet und um 12 Uhr der letzte. Oberstabsarzt Demmlemann unternahm mit Hilfe von Mitgliedern der Poftaer Sanitätskolonne stundenlang Wiederbelebungsver- uche, die jedoch erfolglos waren. Die Verunglückten sind )er Unteroffizier Ditt rich, die Gefreiten Jedicke,Pos- art und Obranszka, die Ulanen Zimmermann, Gruhl, Hut und Börner und die Reservisten Kreitz i g und Wilden Hain. Pirna, 12. Sept. Das Unglück ereignete sich im Verlaufe der Manöverübungen der 23. Division. Heute vormittag sammelte sich die 46. Jnfanteriebrigade, zu der das 17. Ulanenregiment gehört, südlich von Pirna. Kurz vor 8 Uhr wurde eine Patrouille, bestehend aus zwei Offizieren, zwei Unteroffizieren und 20 Mann unter Führung von Leutnant Stresemann und Leutnant Frhr. von Lüttitz gegen den Feind vorgeschickt, der sich bei Neustadt sammelte. Die Patrouille überging bei .Oberposta die Elbe. Leutnant Stresemann schickte einen Ulan vor, der mit seiner Lanze die Wassertiefe untersuchen sollte. Bevor die Patrouille das rechte Elbufer erreichte, geriet sie jedoch an eine vier Meter tiefe Stelle; die beioen Leutnants unH einige Mann konnten sich ans rechte Ufer retten, die übrigen wurden nach Beschreibung eines Augenzeugen von einer starken Strömung wie ein Knäuel zusammengerollt und gingen plötzlich unter, wobei nur die Lanzen oben schwammen. Einige Mann wurden von Fischern, die mit Kähnen zu Hilfe eilten, gerettet. Die Leichen der elf Ertrunkenen wurden sämtlich ins Garnisonlazarett von Pirna überführt. Kurz vorher durchschritten oberhalb und unterhalb der Unglücksstelle andere Unteroffiziere und Mannschaften die Elbe ohne Zwischenfall. Gerichtssaal. X Hanau, 12. Sept. Ein trauriges Bild jugendlicher Verrohung entrollte heute eine VerHmdlung vor dem hiesigen Schöffengericht. Ein herrenloser, kranker Hund hatte sich in eine hiesige Gärtnern verlaufen, war aber immer wieder verjagt worden. Da er aber immer wieder zurückkebrte, beschlossen zwei Gärtnerlehrlinge, der 17jährige Karl Zwirr und der 14jährige Friede. Schnell, ihn zu toten. Sie banden den Hund außerhalb Der Gärtnerei so kurz mit einer Kordel an einen Weidenbusch, daß er die Schnauze nicht vorn Boden heben konnte, und warfen ihn so lange mit Backsteinen, bis das Blut lief. Dann überließen sie das arme Tier seinem Schicksal. Später wurde es getötet. Ter Vertreter der Amtsanwaltschaft beantragte gegen Zwirr drei Wochen, gegen Schnell eine Woche Haft. Mit Rücksicht auf ihre Jugend erhielt Zwirr 50 Mk., Schnell 30 Mk. Geldstrafe. Lnftschiffahrt. Die Fernfahrt der „Schwaben". Gotha, 12. Sept. Tas Luftschiff „Schwaben" ist heute morgen 7.10 Uhr vom hiesigen Luftschiffhafen mit 8 Passagieren an Bord unter Führung von Dr. Eckener zur Fahrt nach Düsseldorf aufgestiegen. Es hat die Richtung Eisenach—Kassel einge* schlagen. Eschwege, 12. Sept. Ter Luftkreuzer „Schwaben" ist heute morgen 8.10 Uhr in ruhiger Fahrt über Eschwege hinweggeflogen und hat die Richtung auf Kassel genommen. Kassel, 12. Sept. Tas Luftschiff „Schwaben" traf heute vormittag wenige Miimten vor 9 Uhr hier ein, zog einen wecken Kreis über bet Stadt und setzte dann in rascher Fahrt den Flug nach Düsseldorf fort. Hagen (Westfalen), 12. Sept. Das Luftschiff „Schwaben" erschien um 1 Uhr 30 Min. über Hagen von Dortmund kommend. Düsseldorf, 12. Sept. Das Luftschiff „Schwaben" kam 1 Uhr 10 Min. in Sicht, machte eine Schleifenfahrt über der Stadt und landete 1 Uhr 45 Min. glatt vor der Halle. Schwäbischer Ueberlandflug. Ulm, 12. Sept. Heute nachmittag fand in Anwesenheck von 50—60 000 Personen anläßlich des schwäbischen Heber- landfluges ein Schaufliegen statt, bei dem Hannuschke mit 57 Minuten am längsten in der Luft blieb. Die größte Höhe erreichten Vollmöller und Hirth, die bis 1500 Meter auf- fliegen. Um 7 Uhr 16 Min. landete Lindpaintner, von Reutlingen kommend, auf dem Flugplätze. Es sind keine Unfälle vorgekommen. Ein deutscher Ballon in Frankreich. Verdun-sur-Meuse, 12. Sept. Ein deutseher Ballon landete gestern in der Nähe des Dorfes Rouvres, 23 Kckometer von Verdun. Die drei Insassen gaben an, einfache Reisende bürgerlichen Standes ju fein und Fra n ksurt geftern vormittag verlassen zu haben. Die Gendarmerie beschlagnahmte zahlreiche photographische Platten und sandte sie der Militärbehörde. Der beschlagnahmte Ballon ist einer Meldung aus Frankfurt zufolge der Ballon „Swanseak. Er hatte von Friedheim aus eine Nachtfahrt unternommen und war nach einer Zwischenlandung bei Trier auf französischem Gebiete niedergegangen. Die bei den Luftschiffern beschlagnahmten photographischen Platten wurden sofort entwickelt. Die beiden Insassen mußten 600 Mk. Zoll hinterlegen und wurden in polizeilicher Obhut behalten. Dem einen gelang es, nach kurze« Zeck freigelassen zu werden, der Führer aber, Refcröndar Landmann aus Frankfurt, mußte 26 Stunden laim auf französischem Loden verharren, bis ihm seine Freiheit wledergegeben wurde. vor fid) bin, so läßt Die Polizei und -Löwinnen Jagd zu r Tausendfach bewährte s Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, ober em halbes Dutzend Köder hei rubeftunben Teppiche oder Beile mutwillige Buben mit alten Trommel und Fußball spielen, d lieben Flöten. Warum diese feine ist noch nicht alles. Es fällt ein, auf tollwütige Klaoierlöwe der Haut erso Ebert in unferm modernen LebenS« APnOnnfP alt die größte. Beachtung. Denn nur eine gut- HtPimß!.Cn£Qr.*burdj Bnber iu»b Waschungen abgehärtet wurde, ■ iur alle Schmutz-1 :nd Krankheitserreger zu immuiill ‘l!*1 ,"ur durch 1 öipcrlidn- Arbeit, sondern auch 'Nfolge ^chweiü und Fetiavwnderunaen fe£by beeinflußt n ird, so ist es unser vornehmstes len ober in den NachmittagS- i geklopft werden, oder gar Uechtöpien auf der Straße um - schweigen alle Polizei- Uiiterscheidungen? Aber das stuu Beispiel auch niemand te Hygiene der Haut au sorgen, leine nute Seife, und nichts führt fuud schön zu fein, als tägliche uoferd-ckilienmilchseife, die durch Gebot der Kultur, für eine gerege Bor allen Dingen benutze man nur ämefler zum Ziele, um gesund s LCr achten Stccfc uviL-tu-cu.^nuuiajnrnv, uic uu.w Boraxgehalt beikfnb auf alle Hauiunreinigkeite« rotrtt und eine zarte, roeiße, samu^tweiche Haut erzeugt. l!>“/», machen, wenn sie in den Raiumittagsslunbeu ihre schauerlichen Stimmen erheben. Es bestes eine Pol,zewerordnung für die -stabt Gießen, die derartige Ailswül hse bei Strafe verbietet: warum wird sie nicht schär'er gehandhabt? Wenn z. B. unwissende Eltern ihre Kinder nach dem Mittagessen I n unerhörter Weife herumtoben lassen, dann ist das eine Belästigung, die man als strafbar bezeichnen muß. Jedenfalls fteUenf sich solche Eltern ihren Mck- menscben gegenüber als höchst plebejisch hin Lärm und staub, das und zwei S t i e tR i n b e r der öffentlichen Drbnung, deren sich, wenn nilbt d,e Polizei, jo doch nächstens bie etabtoater annebmen müßten, fl biuobl ihre Aufgaben auf diesem Gebiete ms Riesenhafte ivachseu. Ä -r. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller muci qiciet Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 12. September. Kindermehl x, -Krankenkost Darinkatarrh, etc Die seinen Unterscheidungen. Die letzten Eingesaiidts über Staub und Automobile in Ihrer geschätzten Zeitung geben zli einigen nachdenklichen Be- trachtinigen Veranlassung. Wenn heute eine Hausfrau ober ihre Stütze ein Putztuch zum Fenster binvuswirbelt ober gar das Bettzeug nach der Straße zu auSlegt, dann schreitet die behelmte Aufsicht sogleich ein. Gk ist ja auch so leicht, in schöner Morgenstunde auf den bequemen Bürgersteigen eintet« zuwaudeln und den Wächter zu spielen. Anders wird die Geschickte, wenn der Schauplatz aus den behaglichen etabtminfeln m ungemüt« kichere Gefilde verlegt wird. Vor auikm i rokbelt okx I dann |chrd' auch I» itflerftelflffl • wird dir w» vinkel" m um» beteiabl^* one h-rbM» imwipld rum, wer an* e eaebt in** uitläninfl t;rr;=. in die tlebiv“ .."lerer M« nganger ««t dur in bm werde", aul d- luvtigen "düngen k, piel auch p uoioinn® SSsS »rim-ss d e/ u ioä> nai* eMaden» * 6 en". 'Maien" iß h-, fle ^wvqgrflo,;. °abm" traf hey iog einen nxtc r Sabri den K- Wilf „Schwab» irtmuno kommet ..Schwaben" h sensahrt über tc vor der tollt lug. b in «nweienh: uschenUebti. i dem tzannllidt »lieb. Die g* .1500 Mete?» intner, von Re inb keine Unk lnkreich. Sin btntijt: orsts Rouvl!: :n gaben an, ei» und ff ran flirt ÄtMmme k« in und sandte s« Gießen (Brgndgafle 4), den 12. September 191L Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. d. TI., nadbm. 4 Uhr, vom Portale des neuen IrnedhoreS hierdurch die traunge Mitteilung, daß gestern morgen 11 Uhr nach langem, schwerem Leiden unsere liebe, gute, treusorgende Mutter mau Anna Satttnjaner Wm im Alter von 46 Jahren, sanft verschieden ist. Um itille Teilnahme bitten bie tiertrauernben Kinder. Zu vermieten 7 Zimmer Walltorstraße 24 Mittl. Stock, 7 Zimmer mit Zub. für 700 Mk. alsbald zu vermieten. 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